3 Gründe warum du Sex nach Terminplan haben solltest

Sophie Andresky

Zugegeben: Beim ersten Mal war es komisch. Dass man sich als Paar mit Terminkalender gegenübersitzt und Dinge abspricht wie die Autonutzung, Besuche bei oder von Freunden oder Alltagspflichten wie Einkaufen oder Handwerker, das kennt man ja. Aber Sex nach Termin? Wie soll das aussehen? Was trag ich mir da ein? „Freitag, 15 Uhr: Strapse anziehen und feucht werden“?

Das klingt zunächst wie eine totale Liebestöter-Aktion, überhaupt nicht romantisch und spontan. Aber machen wir uns nichts vor: Spontaneität ist im Alltag von zwei berufstätigen Menschen schwierig. Inzwischen finde ich auch, dass sie überbewertet wird. Und wenn sich die plötzlich auflodernde Lust nicht einstellt, geraten Paare schnell in die Frust-Falle. Als Frau denkt man da, „er findet mich nicht mehr attraktiv, sonst würde er doch zwischen Waschmaschinenreparatur und Abendmeeting über mich herfallen!“ Die Enttäuschung darüber, dass Intimität und Sex nicht mehr impulsiv stattfindet, staut sich dann auf. Und im schlimmsten Fall lässt man es ganz und interpretiert irgendwann in das fehlende Sexleben die große, endgültige Beziehungskrise hinein. Dabei ist das Quatsch! Alle Dinge, die mir im Leben wichtig sind, organisiere ich. Ich schaffe Raum und Zeit für das Treffen mit der Freundin, die nur einmal im Monat in der Stadt ist, für die Gesangsstunde oder für meine Lieblingsserie. Da verlange ich nicht, dass es sich spontan und aus der Laune heraus ganz plötzlich entwickelt. Aber für so etwas Elementares wie eine Stunde mit dem Partner ist im Kalender kein Zeitfenster vorgesehen? Das ergibt keinen Sinn. Also haben wir angefangen, unser Intimleben zu verabreden. Und dann hatten wir Dates. Sex-Dates mit dem eigenen Partner – da soll noch mal jemand sagen, das sei nicht aufregend und erotisch.

Sogenannter „Scheduled Sex“ nach Terminplan hat einige Vorteile:

  1. Störende Faktoren kann man von vornherein ausschalten oder wegorganisieren. Keine Schwiegermutter klingelt mittendrin. Wenn man Kinder hat, sind die sicher bei Freunden untergebracht. Nichts ist wichtiger als er und ich und Zeit füreinander.
  2. Ich kann dafür sorgen, dass ich mich wohl in meiner Haut fühle. Wenn ich weiß, dass abends der Zumba-Kurs ist, esse ich mittags keinen Eintopf, der wie Beton im Magen liegt. Auch beim Sex ist es doch netter, wenn ich mich leicht und unbeschwert fühle. Beine, Achselhöhlen und Muschi sind enthaart, ich bin frisch geduscht und gepeelt und duftend eingecremt. Statt den praktischen Sport-Schlüpfern darf es ein schickes Dessous sein. Auch er ist frisch rasiert. Wir sind beide wach, satt und konzentriert.
  3. Wir fühlen uns wichtig. Er hat Champagner besorgt und Walnuss-Eis ins Gefrierfach gestellt, weil er weiß, dass ich mich nach dem Sex darüber freue. Ich habe seine aktuelle Lieblingsmusik, das Jasmine-Album von Keith Jarrett, aufgelegt und das Massageöl angewärmt. Wir geben uns Mühe mit uns und werben umeinander.

In königlichen Haushalten war es jahrhundertelang so, dass ihre und seine Majestät sich verabreden mussten, wenn sie sich nächtens zur Zeugung eines Thronfolgers besuchen wollten. Madame Pompadour und Ludwig der Fünfzehnte warteten auch nicht darauf, dass sie der Blitz der Lust mitten am Tag während Audienzen und Staatsgeschäften traf und sie übereinander herfielen. Die hatten Treffpunkte und Termine. Genauso fühle ich mich, wenn ich an einem Mittwoch um halb eins das Telefon ausstelle und meinen Prinz für eine Stunde erwarte: wie eine königliche Geliebte.

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