Abstand trotz gemeinsamer Wohnung: So schafft ihr euch Freiräume

Abstand und Freiräume trotz gemeinsamer Wohnung

Es ist wunderbar, das Zuhause mit der Person zu teilen, die man am meisten liebt. Aber selbst die schönste, harmonischste Liebesbeziehung ändert nichts an der Tatsache, dass ihr zwei eigenständige Menschen mit ihren Vorlieben, Charaktereigenschaften und Bedürfnissen seid. Jeder Mensch braucht seinen Freiraum und die Möglichkeit, sich auch mal nur um sich selbst zu kümmern. Wie wichtig Selbstfürsorge ist, beschreibt die Autorin Jayne Hardy in ihrem Buch „Tu dir gut – denn der wichtigste Mensch in deinem Leben bist du„.

Doch unter einem Dach ist es manchmal gar nicht so einfach, genug Freiraum zu erhalten – je kleiner die Wohnung, umso schwieriger wird es, es hinzubekommen, dass sich beide Partner mal zurückziehen, für sich sein und ihre eigene Privatsphäre pflegen können. Doch unmöglich ist es nicht. Egal wie eng ihr zusammenwohnt – wenn ihr ein wenig kreativ seid, könnt ihr euch immer eure Freiräume schaffen.

Es sollte ein Rückzugszimmer geben

Perfekt ist eine Wohnung, in der genug Zimmer vorhanden sind, damit jede:r Partner:in ein eigenes Zimmer erhält. Für ein Paar ohne Kinder ist also mindestens eine Drei-Zimmer-Wohnung perfekt: Ein gemeinsames Wohn- und/oder Schlafzimmer und ein Zimmer für jede:n, in welchem er:sie tun und lassen kann, was er:sie möchte. Der:die andere Partner:in mischt sich nicht ein hinsichtlich dessen, was drinsteht oder wie aufgeräumt es ist. Es ist der Raum für die eigene Persönlichkeit, für die Selbstfürsorge, das ganz eigene, kleine Reich.

Selbst in einer Familie mit einem oder mehreren Kindern wäre es fantastisch, wenn jedes Elternteil sein eigenes Zimmer hat, aber dafür braucht ihr dann natürlich schon eine wirklich große Wohnung oder ein Haus.

Doch das Leben ist kein Wunschkonzert und lange nicht alle haben das Glück, eine geräumige Wohnung zu haben. Gerade in Großstädten wohnen Menschen oft auf sehr viel engerem Raum. Wenn ihr also etwa als Paar oder sogar als Familie mit Kind(ern) nur zwei Zimmer zur Verfügung habt, ernennt eines davon zum Rückzugszimmer, das jeder von euch mal nutzen kann, um ganz alleine und ungestört zu sein. Lasst euch auch zeitlich genügend Möglichkeiten, um den Rückzugsort zu nutzen. Jede:r sollte dort regelmäßig eine Weile alleine sein dürfen, ohne dass ständig jemand hereinplatzt.

Freiräume schaffen in einer 1-Zimmer-Wohnung

Kompliziert ist es, wenn ihr in einer 1-Zimmer-Wohnung zusammenlebt. Das ist auf Dauer nervenaufreibend und schwierig, und die meisten Liebespaare werden damit früher oder später Probleme haben – egal, wie groß die Liebe ist. Versucht, diese Lebenssituation auf Dauer zu vermeiden und eine größere Wohnung zu finden.

Doch solange ihr nichts Anderes habt, müsst ihr damit arbeiten. Abstand schaffen wird trotzdem klappen, auch wenn es in einem einzigen gemeinsamen Raum eine Herausforderung ist.

Hier unsere Ideen:

  • Macht untereinander aus, dass jede:r von euch die Wohnung zu bestimmten Zeiten für sich haben darf. Der:die andere muss sich dann überlegen, was er:sie in der Zeit unternimmt: Die Eltern besuchen, mit einem Kumpel oder einer Freundin losziehen, alleine Spazieren gehen – es gibt viele Möglichkeiten, egal ob das Wetter gut oder schlecht ist.
  • Besorgt euch einen Raumteiler. Dadurch, dass ihr euch dann nicht mehr ständig seht, könnt ihr auch ein wenig für Abstand und Privatsphäre sorgen.
  • Nimmt eine:r von euch gerne ein Bad? Dann wäre das eine Möglichkeit, sich Freiraum zu schaffen. Während der:die eine ein gemütliches, ausgiebiges Bad nimmt, hat der:die andere den Wohnraum für sich.

Abstand durch verschiedene Hobbys, Freunde und Freizeitaktivitäten

Wenn ihr viel getrennt voneinander unternehmt, schafft ihr räumlichen Abstand und das „Aufeinanderhocken“ in der Wohnung wird leichter erträglich. Achtet bewusst darauf, eure Freizeit nicht immer nur zusammen zu verbringen, sondern auch mit anderen Menschen und eben auch mal allein.

Natürlich sind wir Menschen Wesen der Gemeinschaft, doch ständig Menschen um sich zu haben ist auch anstrengend und es kann passieren, dass du dabei aus dem Blick verlierst, wer du eigentlich bist. Alleinsein schafft Bewusstsein für deine eigene Persönlichkeit und deine Werte. Du könntest mal das Buch „21 Gründe, das Alleinsein zu lieben“ von Franziska Muri lesen. In dieser Liebeserklärung an das Alleinsein lernst du, warum die Zeit mit sich selbst so wertvoll ist.

Wenn ihr öfter mal auf unterschiedlichen Pfaden unterwegs seid, freut ihr euch am Abend wieder aufeinander und die Enge der kleinen Wohnung ist weniger belastend. Zumal habt ihr beide so auch die Gelegenheit, doch einfach mal daheim zu bleiben, wenn ihr wisst, dass der:die Partner:in unterwegs ist und seinen:ihren Spaß hat.

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