Anna Todd im Interview: Die Bestsellerautorin ganz privat

Mit ihrer Buchreihe „After“ und der Liebesgeschichte um Tessa und Hardin ist Anna Todd zur Star-Schriftstellerin geworden. Mit uns hat sie über ihre Ehe und die ungewöhnlichen Anfänge ihrer außergewöhnlichen Karriere gesprochen.

Interview mit Anna Todd

Blicken wir zurück auf Anna vor dem Erfolg. Wie ging es Dir damals?

Ich war mit meinem Privatleben, meinen Freunden und meiner Ehe sehr glücklich, aber nicht mit meiner Karriere. Ich war 23 Jahre alt und fand: Nun muss der nächste Schritt folgen, aber ich wusste nicht so recht, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Ich hasste auch das College! Ich ging nur dort hin, weil ich glaube, es gehört einfach dazu.

Ich war völlig orientierungslos und habe mich dauernd um entschieden, sogar ganz kurz vor dem Abschluss. Und dann schrieb ich das erste Kapitel. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich damit wirklich Geld verdienen könnte! Im Gegenteil. Ich dachte: verdammt. Nun weiß ich, was ich mit meinem Leben anfangen will, aber damit kann ich kein Geld verdienen.

Deine Karriere hat mit Mini-Geschichten auf Instagram begonnen?

Ja, Imagines. Das sind extrem kurze Fan Fiction-Storys. Im Prinzip bestehen sie aus dem Bild und der Bildunterschrift. Die Geschichte wird dann über mehrere Posts weitererzählt. Es gibt Unzählige davon!

Wie kamst Du dazu?

Meine Cousine hat mir einen Screenshot eines Instagram-Posts über Harry und Liam von One Direction geschickt. Einfach nur, weil sie die Jungs süß fand. Ich wurde auf die Caption aufmerksam und wollte wissen, was das ist – ab da gab es kein Halten mehr. Ich las monatelang Hunderte dieser Imagines und bin wirklich ganz tief in diese Welt eingetauscht. Viele der Geschichten wurden aber nicht weitergeführt und ich war als begeisterte Leserin frustriert. Irgendwann fing ich mit meinen eigenen Imagines an. Normalerweise strecken sie sich nur über ein paar Bilder, aber meins war über 2000 Bilder lang.

Was genau ist Fan Fiction eigentlich?

Es kommt drauf an. Es gibt unzählige Varianten. Meine ist RPF „Real Person Fiction“. Sie ähneln sich nur optisch. Aber es gibt auch Fan Fiction, die sich extrem am Leben der Stars orientiert und dort sind zum Beispiel die Freundinnen die gleichen, wie in der Wirklichkeit.

Dann räumen wir direkt mit einem Gerücht auf. Hardin, die Hauptfigur ist nicht Harry Styles?

Nein. Ich tauchte durch die Imagines in die Fandom-Welt ein und wurde ein großer Fan der Band „One Direction“. Ich mag die Musik, aber ich bin nicht besessen von ihnen: Hardin, die männliche Hauptfigur in „After“, ist optisch von Harry Styles inspiriert, aber die Persönlichkeit ist völlig losgelöst.

Und wie kamst Du dann zu Wattpad?

Einer Geschichte folgte ich besonders gerne und darüber entdeckte ich die Autorenplattform Wattpad, weil die Autorin dort auch schrieb. Die ersten Wochen hatte ich eine Handvoll Leser, vielleicht 30. Und dann entwickelte es sich, Tag für Tag. Nach drei Monaten hatte ich knapp eine Millionen Leser.

Warum sind alle verrückt nach After? Woher kommt der Suchtfaktor?

Die Antwort findet ihr hier in unserem ersten Interview mit Anna Todd

Du investierst täglich mehrere Stunden in den Kontakt mit deinen Lesern.

Ja. Ich mutierte besonders am Anfang zu einer Art Zombie. Aber die gute Art Zombie (lacht). Es machte wahnsinnig Spaß und habe gar nicht gemerkt, wie die Stunden vergingen. Ich musste mich nie motivieren sondern dachte nur: Ich kann es kaum abwarten, das nächste Kapitel zu schreiben und mich mit meinen Lesern auszutauschen.

Nach Deinem riesigen Erfolg bei Wattpad wurde deine Geschichte klassisch als Buch veröffentlich. Hattest du Angst dass es sich nicht gut verkauft?

Natürlich! Es ist ein riesiger Unterschied, eine Geschichte umsonst online zu lesen oder wirklich in ein Buch zu kaufen.

Es gibt auch negative Stimmen. Wie gehst Du mit Kritik um?

Es stört mich nicht, wenn Leute das Buch nicht mögen. Ich bin so viel im Internet unterwegs, dass ich mittlerweile immun gegen gemeine Kommentare bin. Vielleicht fällt es auch leichter, weil ich so viel positive Rückmeldung zu der außergewöhnlichen Geschichte Tessa und Hardin bekomme: Bei Wattpad sind unter einer Million Kommentare vielleicht 20 unhöflich.

Was sagen eigentlich Deine Eltern zu dem Buch? Es gibt ja sehr detailliierte Sex-Szenen.

Meine Mutter hat es gelesen, aber sie hat nichts dazu gesagt: Sie ist entspannt. Meine Großmutter kaufte das Buch auch, um mich zu unterstützen, aber ich sagte ihr, sie dürfte es auf keinen Fall lesen. Sie ist viel zu religiös (lacht).

Du hast auch sehr früh geheiratet. Aus religiösen Gründen?

Ja, als ich 18 war. Wenige Tage nach der High School. Aber wir hatten keine Wahl: Mein Freund ging zum Militär und man darf nur zusammenleben, wenn man verheiratet ist. Ich habe viel Glück, dass wir es gemeinsam geschafft haben.

Das ist aber eine sehr traditionelle Sicht.

Beim Militär gibt es viele merkwürdige Prinzipien. Ich unterstütze keine Seitensprünge aber: Wenn man im Militär ist und fremdgeht, kann man dafür ins Gefängnis kommen! Mittlerweile macht mich die Army wirklich wütend. Als Teenager sah ich alles als eine sehr patriotische Angelegenheit, aber mittlerweile sehe ich es anders. Im Prinzip beuten sie arme Menschen in armen Städten aus, die keine anderen Optionen haben, um zum Beispiel krankenversichert zu sein. Das Militär wird als eine wunderbare Sache präsentiert, aber im Prinzip ist man gewaltvoll für den Staat. Das ist wirklich traurig.

Du hast dich vermutlich als Soldaten-Frau nicht sehr wohl gefühlt?

Nein, überhaupt nicht. Man wird regelrecht zur Hausfrau getrimmt und die anderen Frauen beäugten mich skeptisch, weil ich zum Beispiel kellnerte. Ich wusste zwar nicht, was ich mit meinem Leben anfangen soll, aber mir war immer klar, das ich keine Hausfrau seien möchte! Dazu ist die „Happy family“-Harmonie totale Fassade, dahinter herrscht Sodom und Gomorra: Die einen backen Kekse, die restlichen Frauen betrügen ihre Männer, während sie weg sind mit eben diesen keksbackenden Roboter-Frauen.

Du hast deinen Mann mit 17 kennengelernt. Glaubst du es gibt nur eine große Liebe im Leben?

Oh nein. Ich glaube, das Ende einer Beziehung ist nicht das Ende des Lebens. Wir können uns in mehr Menschen im Leben verlieben als nur in eine Person.

Werden Tessa und Hardin je heiraten?

Niemals. Tessa wollte es ursprünglich, aber sie wird sich weigern. Sie möchte keine Hausfrau sein.

Du bist glücklich verheiratet. Hast du den ultimativen Beziehungstipp?

Es klingt banal, aber: Immer man selbst bleiben. Fast jede Frau, die ich kenne, versucht sich für ihren Partner zu ändern und das macht einfach gar keinen Sinn.

Anna Todd

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Bevor Hardin Tessa begegnete, war er voller Wut und zerstörerischer Leidenschaft. Als er sie traf, wusste er sofort, dass er sie brauchte. Für sich allein. Ohne sie würde er nicht überleben. Und er würde nie mehr der sein, der er einmal war ...
Nichts ist so, wie es scheint: Hardins Bericht von seinen ersten Begegnungen mit Tessa wird das Bild vom skrupellosen Bad Guy, der den unschuldigen Engel verführt, in ein ganz neues Licht rücken.

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