Franka Frei

Krötensex

Krötensex Blick ins Buch

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Buch

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Amerika. So heißt das Kaff in der ostdeutschen Provinz, in das es Frieda verschlägt, um ihr Studium zu beenden. Selbst schuld, wer das Kleingedruckte in der Studienordnung nicht liest. Leider passt dieses Provinzloch so gar nicht zu Friedas life goal: vegane, Adorno zitierende Weltverbessererin sein, die um die W›elt trampt und ihren shit together hat – wie Freia, Friedas perfekte Zwillingsschwester. Mühelos attraktiv sein wie Freia, das ist die Devise! Sonst wird’s zu viel. Und zu viel ist Frieda eh schon: zu laut, zu groß, zu viel Make-up. Immer und überall. Ob sich am Ende trotzdem body positivity und ein lebenslauftaugliches Praktikum finden lassen?

»Ein wahnwitziges Buch. So federleicht wie Franka schreiben nur die, denen das Leben noch nicht dazwischen gekommen ist.« Caroline Rosales

Manchmal kommt es anders als man denkt

Von: nil_liest Datum: 11. May 2021

Krötensex – wenn man den Titel liest, geht gleich ein Kopfkino los und was für eines! Genau das hat wohl Franka Frei im Sinn gehabt bei dem Titel kombiniert mit dem abstrakten Bild auf dem Cover. Wer kennt sie nicht, die Perioden-Expertin durch Zufall: Franka Frei, die nun einen Roman veröffentlicht hat. Sie bleibt ihren Themen treu und spielt eine kreative Coming-of-Age Geschichte durch die offener ist als Bekanntes und sehr im Hier und Jetzt verortet ist. Frisch, aber unfrei. So könnte man auch die Protagonistin vorstellen: Frieda. Eine junge Frau, Single, studiert in Berlin „Business“ an einer teuren Privatuni. Sie ist im Bachelorstudium und steht kurz vor einem Auslandsstudium in Amerika. Tja, hätte sie mal das Kleingedruckte gelesen. Denn die Reise ist nicht weit, denn es geht nach Sachsen, dort gibt es ein kleines Kaff das eben auch Amerika heißt. Dumm gelaufen. Es ist kein Satire-Roman oder ein witziges Feel-good-Buch. Dieser Roman über Frieda ist eine Reflektion der Generation Y, den sogenannten Millennials. Wir als Leser begleiten sie in ihrem Veränderungsprozess, ihrem anfänglichen Erwachsen werden. Es geht viel um Ideale und Erwartungshaltungen an sich selbst und denen der eigenen Umwelt, sei es die Familie oder die Freunde. Frieda vergleicht sich viel und oft mit ihrer Zwillingsschwester Freia. Frieda sieht sie als die coolere, die Feministin, „grün“ und unabhängig. Frieda ist zerrissen zwischen den sich widersprechenden Idealen und Anforderungen an sie und arbeitet sich durch den Sumpf um sich selbst zu finden, sich selbst zu definieren. Dabei ist es vielleicht nicht schlecht statt in einer Metropole in den USA in einem kleingeistigen Dorf in der Provinz gelandet zu sein. Das hört sich jetzt allerdings tiefgreifender an als es dann ist. Denn der Roman ist trotzdem oder gerade wegen dieser Auseinandersetzung gut zum Weglesen und macht viel Spaß! Aufgelockert durch einige Dialekte, die aus meiner Sicht gut getroffen sind und die mit voller Absicht sehr stereotypischen Darstellungen unterstützen. Ein unterhaltsamer Roman mit viel Metaebene, der an Fahrt aufnimmt und zum Schluss ein wenig ins Rasen kommt, aber es sind ja schon knapp 450 Seiten, mehr hätte es auch nicht werden dürfen, daher auch ok, dass im letzten Drittel das Tempo anzieht. Und warum heißt dieses Buch jetzt Krötensex? Eine Kindererinnerung der Protagonistin spielt hier eine Rolle. Lese, dann findest du es heraus!

Schneller, besser, weiter - bitte beim nächsten Mal noch mehr Tiefe!

Von: Niederrheinblond Datum: 08. May 2021

Eine junge Frau auf der Suche nach sich und ihrem „Lifegoal“. Franka Frei bringt mir Krötensex ihren ersten Roman heraus! Bekannt ist vielen die Autorin Franka Frei durch ihr Buch „Periode ist politisch“. Frei setzt sich in ihrem Manifest gegen das Menstruationstabu mit vielen wichtigen Themen auseinander. Umso gespannter war ich, wie Freis erster Roman „Krötensex“ ist. Die Geschichte Protagonistin Frieda ist mitten im Studium. Anstatt in einer hippen Stadt zu studieren, hat es sie für ein Semester nach Amerika verschlagen – in die ostdeutsche Provinz. Während das Studium eher im Hintergrund steht, lernt Frieda verschiedene Männer kennen. Und genau das braucht Frieda zur Zeit: Wo ich mir sonst beim Tanzen vorkam wie ein unbeholfener Bär im Tütü auf einem Jahrmarkt, gaben mir die drei das Gefühl, begehrenswert zu sein. Ich fühlte mich wie eines dieser Mädchen in Filmen. Lustig, sexy, klug und kurzweilig.(S. 89) Nachdem Frieda ihr halbes Jahr in Amerika absolviert hat, geht es für sie zurück in ihre Berliner WG, um ein Praktikum bei einem Fernsehsender zu absolvieren. Gleichzeitig startet sie mit ihrer Zwillingsschwester Freia, die bereits eine kleine Instagram-Berühmtheit ist, eine eigene Instagram-Reihe. Allerdings empfindet sich Frieda im Gegensatz zu ihrer Schwester ständig als zu viel. Ich war die „dicke Schwester.“ Unsympathisch, aufdringlich, zu viel in jeder Pore. (S. 294) Die Frage ist nur, schafft Frieda es, diese Komplexe irgendwann abzulegen und sich selbst als genug zu empfinden? Meine Meinung: Ich brauchte etwas, um in den Roman reinzukommen. Der erste Abschnitt des Buches, indem Frieda in Amerika ist, hat sich für mich etwas gezogen, auch wenn er, im Hinblick auf Friedas weitere Entwicklung, nicht unwichtig ist. Der Leser lernt eine Frieda kennen, die im Großen und Ganzen mit sich im Einklang ist. Amerika war wirklich nicht das, was man sich als Anfang Zwanzigjährige unter der großen Freiheit vorstellte. Aber es war trotzdem irgendwie … nett. Sehr nett! Niemand machte Stress, man kannte sich, bekam an jeder Ecke Tassen geliehen, und zum Studiklub waren es gerade mal fünf Minuten zu Fuß. (…) Mir fehlte Berlin nicht. Ich fühlte mich wohl mit meiner Umgebung. Und vor allem wohl mit mir selbst. (S. 151) Gerade diese Einsicht benötigt es, um den Zweiten, für mich inhaltlich stärkeren Teil, einordnen zu können. Zurück in Berlin gerät Frieda in eine Spirale aus Internetscheinwelt und Dating Dschungel. Sie versucht ihrer Zwillingsschwester Freia nachzueifern und verliert sich dabei immer mehr. Selbst ihren Praktikumsplatz hat sie nur bekommen, weil die Chefin dachte, nicht sie, sondern ihre Zwillingsschwester wäre die Praktikantin. Ich war die Schwester, die zwar immer zu viel war, aber trotzdem niemals reichte. (S. 308) Friedas Leben gerät immer mehr außer Fugen. Sie stellt sich und ihre Entscheidungen auf der einen Seite infrage, treibt sich auf der anderen Seite aber zu Höchstleistungen an. Immer schneller, besser und weiter, sodass der Leser sich nur noch fragt, wann sie zusammenbricht und nicht mehr kann. Mittlerweile war ich ziemlich routiniert darin, die Zeichen meines Körpers dauerhaft zu ignorieren. Hunger, Durst, Angst, Unsicherheit. Der Ausschlag auf meinem Rücken, die schlechte Haut im Gesicht, Durchfall und extrem unregelmäßigen Zyklen. Es war, als würde mein Organismus mit aller Kraft versuchen, mir etwas mitzuteilen. (S. 354) In einer Welt, in der Mittzwanziger im bestenfalls nicht nur ihr Studium mit Bestnoten abgeschlossen haben sollen, sondern auch schon zig Praktikumserfahrungen vorweisen müssen und gleichzeitig auf Instagram ihr tolles Leben präsentieren, trifft genau dieser Teil des Romans den Nerv der Zeit. Gerne hätte ich hier eine tiefere Auseinandersetzung mit diesen Themen gelesen, inklusive Weg aus diesem Teufelskreis. Fazit Ich hatte große Erwartungen an den Roman Krötensex von Franka Frei. Vielleicht, weil ich ihre Auseinandersetzung mit vermeintlichen Tabuthemen gut finde, vielleicht aber auch, weil der Klappentext viele aktuelle Themen verspricht. Am Ende waren mir einige Kapitel zu lang gezogen und dafür kamen einige relevante Themen zu kurz.

Eine nette Unterhaltung mit fehlendem Tiefgang

Von: wort.bildung Datum: 02. May 2021

Schon der Titel dieses Buches verspricht Witz und eines kann vorweg nehmen: Den bekommt man. Gerade, weil ich mich mit humoristischen Büchern jedoch grundsätzlich eher schwer tue, war ich anfangs eher skeptisch, fand dann zu meiner Überraschung aber doch schnell in die Geschichte rein. In „Krötensex“ begleiten wir die Protagonistin Frieda durch eine Phase ihres Lebens. Eine Phase, die sehr aufregend, gleichzeitig auch unheimlich ermüdend ist - in jedem Fall aber sehr prägend. Die Autorin trifft den Nerv unserer Zeit, den Nerv einer Generation. So scheint Frieda wohl allem ausgesetzt zu sein, das eine prototypische junge Frau der Gen Y nur beschäftigen könnte - auf kleiner wie auf großer Ebene: Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Mit wem möchte ich sein? Was möchte ich machen? … Ein konstanter Konkurrenzkampf zwischen Selbstfindung und gesellschaftlichem Leistungsdruck, den wohl viele von uns nur zu gut kennen. Eine Außenwelt, die sämtliche Erwartungen auf uns projiziert, uns den Spiegel vorhält, der im schlimmsten Fall jedoch alle Unsicherheiten sichtbar macht. Als Coming-of-Age-Roman vereint „Krötensex“ Grundsatzfragen mit aktuellen gesellschaftlichen Diskursen und Konflikten. Trotz seiner Länge empfand ich das Buch als kurzweilig, was nicht zuletzt der einfachen, humoristischen, hier und da auch derben Umgangssprache geschuldet ist. Dennoch ist mir die Geschichte von Frieda zu stark geprägt von Klischees, Offensichtlichkeiten und einer Bubble, mit der ich mich nur zu Teilen identifizieren kann - auch wenn ich mich selbst als Millenial ansehe. Insgesamt fehlten für mich Tiefgang und wahre Überraschungen, die Botschaften waren mir zu gewollt, sodass „Krötensex“ mich letztlich nicht komplett abholen konnte. Eine nette Unterhaltung, für mich aber auch nicht mehr.

Frech und frei...

Von: _pfaffingers_bibliophilie_ Datum: 27. April 2021

Worum geht´s? Frieda zieht nach Amerika um ihr Studium zu beenden. Amerika, Traum eines jeden jungen Menschen, um sich selbst zu finden und zu verwirklichen. Der Traum zerplatzt jedoch, als sie das Kleingedruckte liest und sich in der sächsischen Provinz wieder findet. Statt American Lifestyle gibt es Ein-Euro-Bier, sächsischen Dialekt und Nazis. Frieda ist sich selbst zu viel, aber irgendwie niemals genug, sieht sie sich selbst doch immer im Schatten ihrer Zwillingsschwester Freia… “Plötzlich schnetzelte es uns volle Kanne auf den Asphalt.” (Es ist und bleibt einfach mein liebster Satz des Romans!) Meine Meinung: Frisch, frech und ausgesprochen lustig ist der Einstieg in diesen Coming-of-Age-Roman, der mich an Superbusen von Paula Irmschler erinnert. Frieda ist anfang 20 und auf der Suche nach sich selbst, der Liebe, Unabhängigkeit und das bitte alles nachhaltig und politisch korrekt. Leichtfüßig begleitet man Frieda und ich musste doch oft schmunzeln, aufgrund der Zeichnung, welche die Autorin von der sächsischen Provinz hier ablegt. Nicht alles sollte man zu ernst nehmen und sich definitiv nicht angegriffen fühlen. Frei bedient sich typischer Vorurteile und Dialekte, spricht aber dennoch für eine Generation an jungen Menschen, die sich mit den gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen und versuchen, ihren eigenen Weg zu finden. Neben Feminismus, Rassismus, Klimakatastrophe und nachhaltigen Leben, legt Frei einen großen Augenmerk auf das Thema Bodyshaming. Frieda ist eine typische junge Frau, die sich aufgrund ihrer Sozialisierung immer mit sich und ihrem Körper unwohl fühlt. Ihre eigene Präsentation in den sozialen Netzwerken scheint hier ambivalent, ist aber ein großer Schrei nach Anerkennung und Respekt. Frieda, niemals genug, aber dennoch immer zu viel. Ein Ausspruch, der so treffend ist und wohl nicht nur auf Frieda zu trifft. Grundsätzlich hätte ich mir hier noch ein klareres Ende gewünscht, um das Thema abzurunden. Ich mochte die Geschichte um Frieda und ihre Freunde und Bekanntschaften sehr. Die Autorin schaffte es, trotz weniger Seiten eine ganze Palette an Figuren zu erschaffen, die keineswegs blass blieben. Gewürzt mit dem locker leichten Schreibstil ist dieses Buch empfehlenswert, um sich treiben zu lassen und dennoch über ernste Themen nachzudenken! Fazit: Frech, locker und dennoch mit ernstem Hintergrund! Klare Leseempfehlung!

Ein besonderer Coming-of-Age-Roman

Von: Nachtwandlerin Datum: 25. April 2021

Dieser große Brummer von Buch stand schon eine Weile in meinem Regal und hat mich erwartungsvoll angesehen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich diesem kleinen Wälzer widmen konnte. Ich habe bereits ein Sachbuch von Franka Frei gelesen und „Krötensex“ hat mich durch die Inhaltsangabe schon sehr angesprochen. Wer kennt dieses Gefühl Anfang 20 nicht, wenn im Außen alles zu viel und wir selbst viel zu wenig sind? Die Gestaltung des Covers, welches auf den Titel, einige Szenen und den im Buch stark vertretenen Feminismus und die weibliche Sexualität anspielt, gefällt mir auch sehr. Passt gut zum Gesamtkunstwerk. Ich habe mich am Anfang ein bisschen von der Dicke des Buches abschrecken lassen, aber bin erstaunlich schnell durchgekommen. Das lag vor allem an Freis erfrischendem, humorvollem Schreibstil. Frieda, die sich irgendwie durch Studium, Leben und Berlin schlägt, muss mit drei Kommilitonen ein Semester im sächsischen Amerika verbringen. Ein typisches Provinzkaff, wo wochentags 19:00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden und das öffentliche Leben sich auf einen kleinen Marktplatz beschränkt. Dort kommt sie für einige Monate bei ihrem Vermieter Herrn Zankzahn und nerdigen Lääsarteschniggan unter, deren einzige kulturelle Einrichtung der Studentenclub bzw. wohl eher die Dorfdisko ist (Dorfkinder, meldet euch!). Dann muss sie sich für die kommenden Monate auch noch einen Praktikumsplatz suchen, die unerwiderte Zuneigung zu einem ihrer WG-Kollegen in Berlin verdauen und permanent verhindern, ihr heikles Selbstbewusstsein aufgrund ihrer perfekten Zwillingsschwester Freia zu verlieren. Entgegen anderer Rezensionen hatte ich nicht das Gefühl, dass die verschiedenen Dialekte zu verwirrend waren. Ich selbst stamme aus Thüringen (was in der Hinsicht viele Parallelen zu Sachsen besitzt), bin viel in Berlin unterwegs (wenn nicht gerade Pandemie herrscht), habe österreichische Freunde und hatte Spanisch in der Uni… Daher fand ich viele der Konversationen urkomisch und habe mit Freuden einige Passagen Freunden und Familienmitgliedern vorgelesen. 😀 Ich kann den Einwand verstehen, dass einige es als Hürde ansehen, die englischsprachigen Konversationen zu verstehen, die besonders in der zweiten Hälfte des Buches aufgetaucht sind. Mir persönlich haben sie keine Schwierigkeiten bereitet. Dit is halt Berlin, oder irgendwie so. Wobei ich wahrscheinlich auch zu den Hipstern gehöre, die die Stadt manchmal romantisieren und sich schön reden. Ohnehin hatte ich beim Lesen das Gefühl, genau die richtige Zielgruppe für dieses Buch zu sein. Populärkulturelle Referenzen zu „Die Wilden Hühner“ (mein Herz hat einen freudigen Sprung gemacht), Peter Fox‘ „Schwarz zu Blau“ (mein Herz hat einen NOCH größeren freudigen Sprung gemacht) oder Social Media habe ich demnach sofort verstanden. Sie haben eine Bindung zwischen dem Buch und dieser unentschlossenen, überforderten Generation hergestellt und ich finde nicht, dass das Buch zu viele Themen unter einen Hut bringt. Denn so fühlen wir uns, besonders als die weiblich gelesenen Wesen dieser Generation. Man denkt über Feminismus, Sexualität und Neokolonialismus nach und das innerhalb einer Sekunde oder einem einzigen Wisch bei Instagram. Frieda, Freia oder auch andere Charaktere wie Friedas beste Freundin Culita (bzw. im weiteren Verlauf der Handlung dann „Lolo“) sind schmerzhaft realistische und organische Charaktere. Oft gab es Stellen, bei denen ich mir dachte: „Verdammt, ich kenne niemanden im Freundinnenkreis, denen es nicht genauso geht oder ging. Wie traurig ist das denn?!“ Besonders die breite Palette an Themen in „Krötensex“, in der teilweise „Periode ist politisch“ weitergeklungen ist, zeichnen das Buch aus. Weibliche Ejakulation, die Risiken der Pille, Alltagssexismus, das Nicht-Hinein-Passen. Es gibt so vieles, wo junge Menschen in der Öffentlichkeit und in der Welt anecken oder auffallen können. Dabei möchten die meisten einfach nur dazugehören und in der breiten Masse nicht auffallen. Lieben und geliebt werden, ohne sich selbst und den Partner*innen dabei etwas vorzumachen. Frei zu sein und dennoch einen sicheren Hafen haben. Friedas Verhältnis zu sich selbst und zu anderen verändert sich im Laufe der Handlung und es hat Spaß gemacht, diesem jungen Menschen beim Wachsen und Entwickeln zuzusehen. Auch, weil sie selbst einiges hinterfragt und versucht, sich selbst zu sensibilisieren. Für mich wäre die Sprache kein Kritikpunkt, sondern dass mir manches ein bisschen zu schnell ging. Besonders im hinteren Drittel des Buches hat sich einiges ganz schön rasant und mit großen Zeitsprüngen entwickelt. Da hätte ich mir ab und an eventuell ein bisschen mehr Seiten für die Handlung gewünscht. Dennoch ist „Krötensex“ ein wichtiger Coming-of-Age-Roman, den viele brauchen und gebraucht hätten. Und auch, wenn ich verstehe, dass ältere Generationen sich als „zu jung für das Buch“ empfunden haben – ich denke, ich würde es ihnen dennoch einfach allen empfehlen. Denn es fängt den Zeitgeist dieser unentschlossenen Generation Y (und ein bisschen den der Generation Z) treffend ein. Ganz besonders den der Frauen. Ich gebe dem Buch jedenfalls 4 von 5 Sternen und leihe es liebend gern an interessierte (Blogger-)Freund*innen aus.

Sehr wichtige Themen

Von: imagine_daydreaming Datum: 24. April 2021

Der Roman „Krötensex“ von Franka Frei ist ein gesellschaftskritischer Roman, der die heutige Gesellschaft widerspiegelt. Der Leser verfolgt das Leben von Frieda die versucht den Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden. Wir begegnen der Protagonistin das erste Mal als sie anfängt in Amerika zu studieren. Jedoch ist dies nicht das Amerika, welches sie sich wünscht, sondern ein kleines Dorf in der ostdeutschen Provinz. Neben dem zurechtfinden der Berlinerin in ihrem neuen Leben begibt diese sich auf eine Art Selbstfindung reise. In diesem Roman werden viele wichtige Aspekte angesprochen wie Feminismus, Toxische Beziehungen, Bodypositivity, Instagram und co. Die Aussage die die Autorin mit ihrem Werk dem Leser näher bringen will ist, dass man für sich selbst einstehen soll und die eigene Meinung vertreten soll. Ebenso beleuchtet sie die Seite das nicht alles was man in den Sozialen Medien sieht auch wahr ist und welche Auswirkungen diese auf die Nutzer haben können. Am Anfang des Romans habe ich mir jedoch schwergetan, da ich mich oft gefragt habe „Reden die Leute wirklich so oder kenne ich das ganze nicht, weil ich in einem kleinen Dorf aufgewachsen bin“. Auch der Drogenkonsum der dargestellt wird konnte ich persönlich nicht nachvollziehen. Der Schreibstil hat mir jedoch sehr gut gefallen, weswegen ich das lesen nach den Anfänglichen Schwierigkeiten trotzdem noch genossen habe. Zusammenfassend würde ich sagen der Roman spricht sehr wichtige Themen an, jedoch ist er nicht jedermanns Sache.

Absolut realistischer Roman zum Lachen!!

Von: Basma Hallak Datum: 21. April 2021

Ein Guide wie ein junger Mensch es in der heutigen Zeit schaffen kann ist dieses Buch zwar nicht, aber ich glaube ich konnte mich NOCH NIE so sehr mit einer Protagonistin aus einem Buch identifizieren. Die Protagonistin ist Frieda, Berliner Großstadt – Studentin, landet aufgrund eines Fehlers in einem kleinen Kaff in Amerika. Nun hat sie nicht grenzenlose Auswahl was das Abendprogramm betrifft, denn dort ist nur der Studiclub. Vielleicht kennen einige die komischen Begegnungen die man in Clubs hat (ach Corona du machst mich fertig), aber diese Szenen werden extrem lustig in Szene gesetzt. Sämtliche Charaktere, sämtliche Handlungen werden derartig real geschildert, dass es sich lesen total wie eine Erzählung aus einer Nacht und nicht wie die „typischen“ Romane. Die Gefühle der Protagonistin Frieda werden extrem realistisch geschildert und sie sind so extrem nachvollziehbar. Manchmal, wenn Romane gelesen werden haben die Handlungen, Charaktere und der Handlungsverlauf selten was mit der Realität zu tun, aber ich bin nur durch die Seiten des Romans geflogen. Ich habe ein bisschen das Gefühl gar nicht die üblichen Kriterien anwenden zu können, die ich bei anderen Romanen verwende, einfach weil mir das Buch einfach nicht wie ein Roman vorkommt. Die Entwicklung einer Figur kann ich zum Beispiel in dem Buch nicht kritisieren, weil im „wahren Leben“ nun mal nicht immer Entwicklungen vorhanden sind und wir oft in alte Muster zurückfallen. Der Handlungsverlauf ist abwechslungsreich und absolut nicht vorhersehbar – wie das Leben halt. Sämtliche Situationen ( Studium, Praktika, sich irgendwie beweisen wollen) schildern halt exakt das Leben eines Menschen in den Mittzwanziger. Auch Themen wie Feminismus, Rassismus, Umwelt und Bodyshaming sind toll und überraschend leicht in den Roman eingebettet und macht irgendwie.. Lust auf mehr. Auch der Bezug zu Social Media, welcher aus unserem Leben nun mal nicht wegzudenken ist. Der Schreibstil ist ist, einfach gesagt, absolut genial. Diese Kombination von bildlicher Sprache, Ironie und Humor ist absolut genial. Ich musste mehrmals das Buch weglegen um mich lachen. Ich hoffe so sehr, dass eine Verfilmung etc. möglich ist, weil ich mir vorstellen könnte, dass das Buch toll Film/Serie funktionieren könnte. Cover und Titel sind leider wirklich nicht meins und vielleicht war ich, bevor ich die Leseprobe gelesen habe, ein bisschen voreingenommen und hätte tatsächlich nicht gedacht , dass das Buch wirklich genau was für mich spricht. Humorvoller und wirklich gut geschriebener Roman. Die Handlung ist realitätsnah und der Schreibstil mit den vielen Anekdoten hat ein bisschen süchtig gemacht. Bin froh doch noch die Leseprobe gelesen zu haben, sonst wäre dieses gute Buch total an mir vorbei gegangen.

Manchmal passt es einfach nicht

Von: Kati liest Datum: 21. April 2021

Dass der neue Roman von Franka Frei die Leserschaft spaltet, ist bekannt. Auch ich habe beim Lesen immer wieder mit mir gehadert; mich gefragt, ob ich einen Verriss schreibe oder es an mir liegt, dass ich mit „Krötensex“ so gar nicht warm werden wollte. Verstehe ich die Probleme einer getriebenen Generation, die alle Möglichkeiten und gleichzeitig alle Krisen so unmittelbar und auf einmal erlebt, nicht mehr? Ich war doch gerade selbst noch Anfang 20, hatte meine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen und streckte trotzdem in einer kleinen Lebenskrise. Die Fülle an wichtigen Themen, die hier angesprochen werden (von Feminismus über Bodyshaming bis zu Rechtsextremismus), machen jedes einzelne unspezifisch. Franka Frei will viel. Für meinen Geschmack zu viel. Die Betrachtungen bleiben oberflächlich, die Probleme von Hauptfigur Frieda konstruiert und manches fast schon klischeehaft. Da helfen auch ein lockerer Sprachstil und der ein oder andere Schmunzler nicht. Die Entwicklung auf den letzten Seiten hat mich noch ein bisschen versöhnlich gestimmt, aber im Großen und Ganzen leider nicht mein Fall. Neben den Problemen im Inhaltlichen hat mich übrigens besonders die Verschriftlichung diverser Dialekte gestört. Unnötig!

Ein Weg der Selbstfindung

Von: d.w_books Datum: 16. April 2021

Inhalt Wenn man gerade am Anfang seines Lebens steht, kann es neben den zahlreichen Fragen auch viele Probleme, sowie Einflüsse durch die Umgebung geben, die die Selbstfindung deutlich erschweren können. Frieda ist eine junge Erwachsene, die in Berlin lebt, jedoch nach Amerika – einer ostdeutschen Provinz – reist, um ihr Studium zu beenden. In ihren Erwartungen enttäuscht, da sie das Kleingedruckte nicht gelesen hat, versucht Frieda das Beste aus ihrer Situation zu machen. Jedoch passt dieses isolierte Landleben überhaupt nicht zu ihren Lebenszielen, die daraus bestehen, die Welt zu verbessern, einen gutaussehenden Mann zu finden, erfolgreich zu sein, abenteuerlich und selbstbewusst. Sie orientiert sich dabei an ihrer – für sie – perfekten Zwillingsschwester Freia, die jedoch ihre eigenen Probleme hat, was Frieda jedoch nicht zu bemerken scheint. Bei dem Versuch es allen gerecht zu machen und den Erwartungen, die die Gesellschaft, Familie und Arbeitgeber an sie haben, verliert sich Frieda immer mehr und verfällt einem ungesunden Lebensstil unter anderem aus Diäten, Überstunden, Selbstvermarktung. Dabei hat sie nicht die Zeit sich Gedanken darüber zu machen, was sie denn eigentlich möchte und lebt in einer ungesunden Scheinwelt. In diesem Buch werden wichtige und ernste Themen angesprochen, sowie Probleme, die damit einhergehen und im Vordergrund steht Frieda, eine junge Erwachsene, die nicht weiß, was sie mit sich und ihrem Leben anfangen soll, und mit einer Vielzahl an Problemen konfrontiert wird. Meinung Ich war mit zu Beginn unschlüssig, was ich von der Geschichte halten soll, denn es fiel mir schwer mich einzulesen. Das lag vor allem daran, dass mir der Schreibstil sehr befremdlich vorkam – mit viel Slang, Umgangs-, sowie Jugendsprache und Anspielungen, die mir nichts sagten. Mit der Zeit habe ich mich aber daran gewöhnt und auch akzeptiert, da das Buch von Frieda handelt und ihre Ausdrucksweise einen Teil ihrer Persönlichkeit ausmacht. Je mehr ich außerdem über Frieda erfahren habe, desto interessierter war ich daran sie auf ihrem Weg zur Selbstfindung zu begleiten. Ich habe Einblicke in eine völlig andere Lebensweise, als ich sie gewohnt bin, bekommen. Und während einige Entscheidungen und Verhaltensweisen von Frieda und ihren Freunden, sowie Bekannten, für mich ganz klare Tabus sind und mir widerstreben, war da doch auch eine gewisse Faszination und Neugier zu erfahren, wie andere Menschen leben. Einige Probleme und Fragen, die Frieda belastet haben, konnte ich als meine eigenen wiedererkennen, insbesondere als es um das Thema Aussehen und Ernährung ging. Ich konnte mich mittlerweile zwar aus diesem Teufelskreis befreien, fand es aber dennoch schön zu lesen, dass ich mit solchen Problemen nicht alleine stehe. Gleichzeitig zeigt die Geschichte auch, dass es einer gewissen Normalität entspricht, dass sich junge Menschen ständig Gedanken darüber machen, was ihr Umfeld von ihnen hält und sich nach Äußerungen, Kommentaren und Trends auf den Kopf stellen, verbiegen und, in extremen Fällen, sich selbst verlieren. So etwas sollte aber nicht Normalität sein, nicht einfach hingenommen und akzeptiert werden, und weil Franka Frei diese Themen aufgreift, an einer Geschichte die damit einhergehenden Probleme aufzeigt und kritisiert, hat mir das Buch gefallen. Während die Selbstfindung Frieda den größten Teil der Geschichte ausmachte, hat die Autorin auch zahlreiche andere Probleme unserer heutigen Gesellschaft beleuchtet. Medien – insbesondere die Beeinflussung junger Menschen durch Influencer, aber auch die Tatsache, dass manche Influencer von ihren Managern gelenkt und für möglichen Profit ausgenutzt werden. Die Zukunftsfrage – Will ich studieren? Was will ich studieren? Wo? Wo mache ich ein Praktikum? Was will ich in meinem Leben erreichen? Und in Hinblick darauf immer wieder die eigene Selbstfindung und die Frage, wer man denn eigentlich ist. Also Fragen, die sicherlich jeden von uns beschäftigt haben bzw. momentan immer noch beschäftigen. Mir hat die Geschichte gefallen, weil ich erst durch das Lesen eines anderen Lebens bemerkt habe, dass ich mir mein Leben in manchen Belangen unnötig schwer mache und trotz der Überzeugung, nicht von der Meinung anderer abhängig zu sein, ab und zu Entscheidungen nur deshalb treffe, um es anderen Personen recht zu machen. Fazit Insgesamt kann ich sagen, dass ich froh darum bin die Geschichte gelesen zu haben, da ich mich dadurch mit ernstzunehmenden und gegenwärtigen Fragen auseinandersetzen konnte. Nicht nur in Hinblick auf die Gesellschaft und Medien, sondern auch auf mich selbst. Gleichzeitig fiel es mir manchmal schwer mich mit Frieda zu identifizieren und mich in sie hineinzuversetzen, da sich ihre Lebensweise, Ausdrucksweise und Umgebung stark von der meinigen unterscheidet. Auch der Beginn hat es mir erschwert in die Geschichte einzutauchen und das Buch konnte mich nicht fesseln. Der lustige, oft ironische, Schreibstil in Kombination mit den ernsten Themen hat mir dann jedoch – nach Eingewöhnung – sehr gut gefallen und insbesondere, weil die Autorin über zahlreiche Probleme, mit denen sich junge Menschen – wie auch ich – konfrontiert sehen, geschrieben hat, habe ich weitergelesen und war schlussendlich zufrieden mit dem Buch. Und obwohl es am Ende keine Lösung aller Fragen und Probleme gibt, – was auch eine Utopie gewesen wäre und nicht der Sinn der Geschichte ist – oder gerade deswegen, habe ich viele wichtige Informationen mitgenommen und mir mehr Gedanken über mich, wer ich bin und was ich möchte, gemacht.

Absurd - Aber absurd gut

Von: Annikasplatzindieserwelt Datum: 11. April 2021

Absurd. Das trifft auf "Krötensex" von Franka Frei wohl perfekt zu. Absurd, aber eine... angenehme Absurdität. Eine, die mir immer wieder Lust auf mehr gemacht hat. Dieses Buch ist vieles. Vieles auf einmal. Feminismus, Sexismus, Body Shaming, das Patriarchat, Veganismus, Weltverbesserer:innen sein, Aktivismus, der Vergleich mit anderen (Friedas komplexe im Bezug auf ihre Zwillingsschwester Freia, die in vielem als "die bessere Hälfte gesehen wird"), Kröten, Sex, Amerika (nicht die USA, in Sachsen natürlich!) und Jesus (nicht den Sohn Gottes, sondern Jesus, Cheeee-sus, den attraktiven Tinder-Typen aus Spanien!). Es geht um Frieda, Anfang 20 und darum, den eigenen Platz im Leben zu finden. Erwachsen zu werden. Sich selbst zu entdecken und zu formen. Das alles im heutigen, digitalen Zeitalter. Und die Frage: Wie müssen wir sein? Wie dürfen wir sein? Wie viel Platz dürfen wir einnehmen? Sind wir in unserer Existenz zu viel? Und wie prägt Social Media unser Denken - über die Gesellschaft. Aber vor allem auch über einen selbst und den eigenen Selbstwert. Wir starten in Amerika in Sachsen und ich hatte lange keine Ahnung, in welche Richtung die Geschichte gehen würde. Man musste sich gezwungenermaßen einfach mal drauf einlassen. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, wo ich nicht ganz wusste, was ich denn nun von der Geschichte und Frieda halten soll, hat dies jedoch recht gut geklappt und ich hab es geschafft voll und ganz in die Geschichte einzutauchen und hatte total Spaß daran sie zu lesen. Der Humor hat dem Zahn der Zeit an vielen Stellen perfekt getroffen. Im Nachhinein hätte ich mir noch mehr Zeit in Amerika gewünscht, was ich mir vom Klappentext her auch erwartet hatte, es ging jedoch sehr schnell wieder ins Hipster-Berlin. Bei den reichlich vielen Charaktere, welche es in "Krötensex" gibt, hat mir oftmals der Überblick gefehlt, aber dennoch haben die oftmals überspitzt dargestellten Personen so perfekt in die Story gepasst. Oh, und Degenhart, Wiener, hat mein eigenes Wienerinnen-Herz mit seinem Dialekt ja zum Schmelzen gebracht. Ur leiwand, oida! Zwischen den eigenen Abschnitten (Amerika - Berlin - Neufindung Friedas) hätte ich mir oftmals fließendere Übergänge gewünscht. Vieles kam mir sehr abrupt vor, so auch das Ende. Aber dennoch hat mir dies sehr gut gefallen! Perfekt unperfekt trifft es wohl ganz gut. Franka Frei’s Schreibstil ist ganz wunderbar, modern, humorvoll, besonders. Voll von Anglizismen, was das Lesen für mich super spannend gemacht hat! Und großer Pluspunkt: "Krötensex" war der erste fiktionale Roman, welchen ich gelesen habe, in welchem auch in der Geschichte gegendert wurde (Veganer*innen, Protagonist*innen,...) - richtig gut! "Krötensex" ist viel, vollgestopft mit wichtig, gesellschaftskritischen Themen, die jedoch nicht zu aufdringlich und belehrend waren und viele Leser:innen hoffentlich zum Nachdenken bringen werden. Oftmals hätte ich mir vielleicht gewünscht, dass das ein oder andere Thema nochmals detaillierter behandelt worden wäre. Aber gerade dieses "zu viel" sein passt doch auch irgendwie - zur Geschichte, zu Freia, zu unserer Gesellschaft. Wie das Zitat am Bild schon sagt: Manchmal kann "zu viel" auch irgendwie so richtig sein. Long story short, zum Schluss kann nur noch eines gesagt werden: "Krötensex" war ein super spannendes und einzigartiges Leseerlebnis, definitiv eine LESEEMPFEHLUNG 🌟 [Und dies werte ich in meinen Rezensionen nicht, aber: Können wir bitte über dieses UNFASSBAR geile Cover reden?! 🙌🏻]

Ein perfektes Gesamtpaket: Humorvoll, ernst und superwichtig!

Von: Luna von Lebensbetrunken Datum: 08. April 2021

Worum geht es? In „Krötensex“ geht es um die junge Frieda, die irgendwo zwischen Studium, Identitätssuche und Zukunftsängsten steht. Im ersten Teil des Buches ist Frieda in Amerika, einem kleinen Ort in Sachsen, in dem sie ein Semester lang studiert und im Studentenklub neue Bekanntschaften macht. Im zweiten Teil des Buches ist Frieda wieder in ihrer WG in Berlin und verbringt die Zeit zwischen Instagram, Tinder und Praktikum. Wie ist es? Kurz gesagt: es ist richtig gut! Ich habe von manchen gehört, denen das Buch zu viel war – anderen war es zu wenig – doch für mich war es genau richtig, und etwas Besonderes! Auch wenn ich nicht glaube, dass ältere Menschen, die nicht Teil dieser Generation sind, dieses Buch verstehen werden. Ich selbst habe mich am Anfang etwas schwergetan mit dem sächsischen Dialekt, doch je mehr man davon liest, desto unterhaltender ist er. Generell ist es so, je mehr man in dieses Buch abtaucht, desto mehr begeistert einen die Themenfülle! Der Roman ist so wunderbar vielfältig. Es geht nicht einfach nur um Freundschaft und Liebe (aber auch!), sondern um: Schönheitsideale, Leistungsdruck, Feminismus, Essstörungen, Menstruation, Veganismus, Zukunftsängste und Selbstzweifel, weibliche Ejakulation, Rechtsextremismus, Bodyshaming, Identitätssuche, völlige Planlosigkeit, Umweltschutz und vieles mehr. Franka Freis Roman (inklusive aller Charaktere) ist nachdenklich und urkomisch. Vielfältig und bunt. Ernsthaft und lebendig. Und allen voran sehr inspirierend. Ich habe Protagonistin Frieda sehr schnell voll und ganz in mein Herz geschlossen. Und mir erschien sie nie als zu anstrengend, zu viel oder zu laut. Ganz im Gegenteil, sie schien mir stark, mutig, schlagfertig und bewundernswert. Ihre Geschichte kam mir manchmal gar nicht vor wie eine Geschichte aus einem Buch, sondern einfach wie die Erzählung einer Freundin. Und ich finde, das ist das Besondere an dem Roman. Es ist ein Buch, das Themen behandelt, die mich selbst genauso beschäftigen. Ein Buch, das mich im besten Sinne unterhalten und mich zum laut loslachen bringen konnte – aber gleichzeitig ernste Themen behandelt, über die noch zu oft Schweigen herrscht. Und allen voran: ein Buch, bei dem der feministische Grundgedanke nicht zu kurz kommt, sondern vollends ausgeschöpft wurde! Mein Fazit Dieses Buch zu lesen, lohnt sich wirklich sehr. Und auch wenn es manchmal als leichte, unterhaltende Lektüre abgestempelt wird – ich finde, es ist sehr viel mehr als das! Es beinhaltet so viele ernste, schwere und wichtige Themen und ist ein mehr als gelungenes Gesamtpaket ist. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich bitte immer genau solche Romane lesen. Mit einer Geschichte, in der man versinken kann, einer ganzen Bandbreite an gesellschaftlich relevanten Themen und einer ordentlichen Portion Feminismus!

Wer bin ich und wer will ich sein?

Von: MsDrunkenCherrys Bücherstapel Datum: 07. April 2021

Krötensex ist ein Buch, in dem ich mich sofort wohlgefühlt habe. Und das, obwohl alles daran Berliner-Hipstergöre schreit. Denn das ist Protagonistin Frieda. Zu Beginn des Buches denkt sie, Berlin sei der Heilige Gral, hat eine große Klappe und hat mit ihren zwanzig Jahren das drängende Ziel von Selbstverwirklichung. Bloß nicht langweilig sein. Ihr großes Vorbild ist dabei ihre Zwillingsschwester Freia, eine Influencerin, die sich nimmt, was sie vom Leben will – und die so ganz anders ist als Frieda. Ich mochte Frieda einfach gern. Auf den ersten Blick ist sie super selbstbewusst – aber innerlich ist sie zerfressen von Selbstzweifeln über ihr Leben, ihr Lieben und sich selbst. Das Leben ihrer Schwester scheint da viel aufregender und Frieda macht sich auf den Weg, genau so zu werden wie Freia, übersieht dabei aber, dass es für sie vielleicht gar nicht das richtige Leben ist. Aber natürlich geht es auch um den Wunsch, geliebt zu werden. Friedas Dating Leben war etwas, womit sich bestimmt viele junge Erwachsene identifizieren können. Die ständige Suche nach Aufmerksamkeit und Liebe in einer Zeit, in der man selbst noch nicht so recht weiß, wohin das Leben einen führt. Interessant war auch, dass die Autorin immer wieder politische und umweltbezogene Themen in ihre Geschichte einfließen lässt und wie die Figuren diese dann für sich auslegen. Hier wird zum Beispiel oft nur so lange über die Umwelt nachgedacht, wie es ins eigene Lebenskonzept passt. Dann ändert sich die Meinung rasant wieder – fand ich sehr lebensnah und die stetige Auseinandersetzung mit Social Media und Lebenskonzepten wie Veganismus, der plötzlich zum Trend wurde, sind natürlich super aktuell und wichtig. Eigentlich hätte ich hier rundum zufrieden mit dem Buch sein können, aber ein bisschen was zu meckern habe ich doch. Franka Frei schreibt in Dialekten. Schließlich tummeln sich in ihrem Leben Sachsen, Österreicher und noch viele mehr....Das war teilweise wirklich lustig und passend. Andererseits manchmal aber auch etwas anstrengend. Genau so verhielt es sich mit der Tatsache, dass in Berlin eben auch viele englischsprachige Menschen leben und Friede diese auch kennenlernt. Und die reden dann auch auf englisch. Permanent. Für Leute, die des Englischen nicht mächtig sind, ist das Buch dann also nichts. Und dabei tut das englische nichts für die Geschichte. Man hätte erwähnen können, dass die Person englisch spricht, in deutschen Dialogen fortfahren können und gut wäre gewesen.Damit schließt man einige Menschen einfach von dieser tollen Geschichte aus – und das komplett unnötiger Weise. Auch das Ende war für mich nicht komplett rund. Ich finde, es ging zu schnell und es fehlte etwas für mich. Aber trotzdem hoffe ich, dass Franka Frei noch mehr Romane schreiben wird. Denn Friedas Geschichte ist definitiv lesenswert.

Wichtiger und hochaktueller Coming-of-Age-Roman

Von: Literaturina Datum: 06. April 2021

An diesem neuen Roman von Franka Frei mit dem auffälligen Cover dürfte man als Leser*in in den letzten Wochen schwer vorbei gekommen sein. Ich selbst war in erster Linie gespannt darauf, endlich etwas von der Autorin zu lesen, die mich mit ihren feministischen Themen auf Social Media neugierig gemacht hatte und deren Erstlingswerk „Periode ist Politisch“ auch schon länger auf meiner Wunschliste steht. Beides – Feminismus und Social Media (ach und auch Periode) – wird in diesem Roman ausführlich reflektiert. Unter dem Klappentext konnte ich mir ehrlicherweise nur bedingt etwas vorstellen, doch meine schon seit der Kindheit bestehende Faszination für Zwillinge und andere Schlagwörter wie „Kaff“, „vegane, Adorno zietierende Weltverbessererin“, „um die Welt trampen“ und „body positivity“ trafen bei mir einen Nerv. Anfangs hatte ich Bedenken, ob ich mit dem extrem von Jugend- und Gendersprache sowie Anglizismen geprägten Schreibstil klarkommen werde, schnell entwickelte eben dieser jedoch eine Sogwirkung, die mich immer tiefer in die Geschichte hineinzog. Selbst mit den vielen verschiedenen Dialekten kam ich klar, haben mich sogar regelmäßig zum Lachen gebracht, obwohl das für mich normalerweise ein No-Go ist. Und auch in die Protagonistin, die als sehr extrovertiert dargestellt wird und damit meinem genauen Gegenteil entspricht, konnte ich mich gut hineinversetzen. Schreiben kann die Frau wirklich! Humoristisch und zugleich (selbst)kritisch schafft sie es hier, die Problematiken (und irgendwo auch Luxusprobleme) von heute und insbesondere von Frauen meiner Generation aufzuzeigen: die Schwierigkeit, den Spagat zwischen wichtigen hochaktuellen und politischen Themen wie Rassismus, Rechtsruck, Ost-West-Konflikten, Vorurteilen, Klimawandel und Umweltbewusstsein, Kapitalismus(-Kritik), der digitalen Welt, (intersektionalem) Feminismus etc. und einem zugleich erfolgreichen und selbstbestimmten Leben zu meistern (Beispiel: Sexismus im Berufsleben oder ähnlicher Abhängigkeit und damit verbunden die Vermischung von privat und offiziell/beruflich, ebenso in Bezug auf Social Media). Sie zeigt die Diskrepanz und daraus resultierende Überforderung, etwas in der Theorie für richtig zu halten und in der Praxis danach zu handeln, obwohl es sich falsch anfühlt (vielleicht auch, weil man sein bisheriges Leben von der Gesellschaft anders sozialisiert wurde), ein Idol und Vorbild zu haben und zu merken, dass auch dieses weder unfehlbar, noch allwissend ist und man ihm nicht in allem nacheifern kann … und bei all den genannten Einflüssen von Beginn an herauszufinden, wer frau eigentlich ist, was frau will – während sie nur eine Rolle nach der nächsten spielt. Das einzige Problem, das ich wie auch einige andere zu haben scheinen, war die inhaltliche Zweiteilung des Buches. So fühlte sich die Hauptprotagonistin beispielsweise manchmal unterschiedlich alt an: mal sehr jung und naiv, mal älter ... was natürlich auch ein bewusstes Stilmittel sein könnte, mir persönlich jedoch nicht ganz gefiel, da ich mich immer wieder neu auf sie einstellen und sie einschätzen musste. Und zuletzt gaben mir Details wie der „Muschi-Saft“ im Kühlschrank und generell die Zustände der Berliner WG Rätsel auf/waren mir etwas zu over the top, während ich die Charaktere und Beziehungen durchaus als charmant empfand. Danke an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Das Gefühl jung zu sein

Von: Missappledome Datum: 06. April 2021

Inhalt: Amerika. So heißt das Kaff in der ostdeutschen Provinz, in das es Frieda verschlägt, um ihr Studium zu beenden. Selbst schuld, wer das Kleingedruckte in der Studienordnung nicht liest. Leider passt dieses Provinzloch so gar nicht zu Friedas life goal: vegane, Adorno zitierende Weltverbessererin sein, die um die W›elt trampt und ihren shit together hat – wie Freia, Friedas perfekte Zwillingsschwester. Mühelos attraktiv sein wie Freia, das ist die Devise! Sonst wird’s zu viel. Und zu viel ist Frieda eh schon: zu laut, zu groß, zu viel Make-up. Immer und überall. Ob sich am Ende trotzdem body positivity und ein lebenslauftaugliches Praktikum finden lassen? »Ein wahnwitziges Buch. So federleicht wie Franka schreiben nur die, denen das Leben noch nicht dazwischen gekommen ist.« Caroline Rosales Meine Meinung: Der Titel und farbenfrohe Papaya-Einband wecken sofort das Interesse. Beide Elemente spielen in der Erzählung eine wichtige Rolle und finden eine lustige Auflösung. Wie beschreibt man das Gefühl jung zu sein? So richtig jung und wild – aber halt auch unerfahren? Man fühlt sich so erwachsen und frei, hat aber noch keine Ahnung wer man eigentlich wirklich ist oder wer man sein möchte. In diesem Coming-of-Age-Roman gelingt es der Autorin mit ihrem frischen, ehrlichen Schreibstil das Gefühl des Jungseins festzuhalten. Es geht um die Suche nach dem Selbstwert, nach der Einschätzung von Selbst- und Fremdbild und wie man in einer Gesellschaft sich verrotten möchte, in der ein Instagram-perfektes Lebens vollkommene Perfektion suggeriert. Die Geschichte ist Zeitgeistig und behandelt Themen wie Social Media, Feminismus, Klimawandel, Drogenkonsum und Sex – aber allem voran, wie sich die Protagonistin damit auseinandersetzt und ihrem Platz in der Welt findet. Mit Sicherheit mein Mainstream-Werk, aber mich hat es gut unterhalten.

"Zu viel?" Mehr Davon!

Von: Lesefruechte Datum: 01. April 2021

„Krötensex“ von Franka Frei ist ein Roman über das Jungsein und alles, was dazugehört. Das mag jetzt sehr unspezifisch klingen, aber die Autorin spricht in diesem Buch unglaublich viele wichtige Themen aus allen Ecken des Lebens an. Feminismus, Umweltschutz, Rechtsextremismus in Ostdeutschland, Aktivismus, Sexualität, Bodyshaming, Leistungsdruck und vieles mehr. Die Aufzählung ließe sich beliebig verlängern. Dabei sind diese Themen eingebettet in die sehr persönlichen Erfahrungen der Hauptprotagonistin Frieda und zeigen, wie sie jeden einzelnen betreffen und beschäftigen können. Sie wirken weder konstruiert noch im Kontext von Friedas Leben an den Haaren herbeigezogen. Doch worum geht es überhaupt? Aufgrund ihres Studiums muss die zwanzigjährige Frieda ein Semester in dem mittelsächsischen Städtchen Amerika verbringen. Die ostdeutsche Provinz entspricht jedoch so gar nicht den Vorstellung, die Frieda von ihrem Leben hat, das dem Leben ihrer Schwester Freia ähnelt, die sich als Aktivistin und Influencerin in vielen Projekten engagiert, die Welt besser macht und scheinbar ein perfektes Leben führt. Dazu kommt noch, dass Frieda neben einem Semester auf dem Land, auf das sie gar keine Lust hat, noch irgendwie einen Praktikumsplatz finden muss. Außerdem hadert sie mit sich selber und den Erwartungen, die die Gesellschaft an den weiblichen Körper und das Verhalten von Frauen hat. Doch dann ist das Semester endlich vorbei und Frieda zurück in Berlin. Frieda ist jung und lebt ihr Partyleben in vollen Zügen. Jedoch steht sie immer im Schatten ihrer Schwester. Sie ist sich unsicher über ihre eigenen Grenzen und über sich selbst, weiß nicht, wer sie ist und wohin sie will. Immer fühlt sie sich „zu viel". Im Verlauf des Romans macht sie jedoch eine starke Entwicklung durch und kommt sich selber und ihren Wünschen immer näher. Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht, umgangssprachlich. Die Dialoge sind geprägt von Dialekten aus allen Landschaften Deutschland. Zum ersten Mal lese ich einen Roman, in dem gegendert wird. Diese spannende Neuerung tut dem Lesefluss dabei überhaupt keinen Abbruch. Der Autorin ist es auf beeindruckende Art gelungen, aktuelle Themen mit individuellen Erfahrungen und Problemen zu verknüpfen und das Ganze mit einem fantastischen Humor zu vermitteln. Alle Charaktere waren, auch aufgrund der Vielfalt der Dialekte, sehr authentisch und nah an dem*der Leser*in. Ich konnte mit den ersten 150 Seiten, also der Zeit, die Frieda in Amerika verbringt, wenig anfangen. Weder der Handlung, die nur aus Partys besteht, noch der Figur der Frieda, deren Lebensstil nicht gerade dem Meinen entspricht, konnte ich etwas abgewinnen. Glücklicherweise verlieren sich diese Anfangsschwierigkeiten jedoch im Verlauf der Geschichte. Ich konnte Frieda wirklich in mein Herz schließen und mich fast mit ihr identifizieren. Durch diesen ersten Teil muss sich die*der Leser*in allerdings erst hindurcharbeiten, um auf das „Kerngeschehen“ zu stoßen. Als sehr störend empfand ich auch die sehr klischeehafte und vorurteilsbehaftete Darstellung von Sachsen als „Naziloch“. So wenig die Probleme mit Rechtsextremismus und Neonazimus ignoriert werden dürfen, so viele Menschen leben hierzulande, die sich gegen „Rechts“ tatkräftig engagieren. Das gilt auch für eine kleine Hochschulstadt, die sehr an Mittweida oder Zittau/Görlitz erinnert. Auch wenn die Handlung nicht übertrieben spannend ist, so ist es der Autorin im weiteren Verlauf des Buches dennoch gelungen, mich immer wieder zu überraschen und mitzureißen, hinein in die Welt einer jungen Studierenden, die versucht, sich zwischen Studium, Partys, Praktika und Erfahrungen mit Männern selbst zu finden. Friedas Verhalten passt immer zu ihrem Charakter und wirkt nie überzogen oder unrealistisch. „Krötensex“ ist ein wunderbarer, humorvoller Roman, in dem akute Fragen und Probleme im Leben einer jungen Frau sowie gesellschaftlich wichtige und aktuelle Themen kritisch aufgegriffen werden, ohne dabei belehrend rüberzukommen oder anstrengend zu wirken. Auch wenn Frieda sich oft als „zu viel“ wahrnimmt, will ich nur eins: mehr davon.

Selten war "zu viel" so unterhaltsam

Von: Livia Datum: 31. March 2021

Von allem zu viel: Wie trashig kann ein Buch sein? Das habe ich mich die ersten paar Seiten fortwährend gefragt und die über vierhundert Seiten doch in zwei Tagen inhaliert. Nicht nur die Protagonistin Frieda, auch diese ganze Geschichte ist einfach "zu viel". Zu viel Dialekt, zu viele Konversationen, die in englischer Sprache geführt werden, zu viele lustlose Liebesnächte, Alkoholexzesse und zu viel Geschwisterklinsch. Doch hinter der Fassade entpuppt sich "Krötensex" sehr bald als kritischer Roman, der vom Erwachsenwerden erzählt (mit zu vielen Klischees) und die Gefahren von Social Media, den (zu hohen) Ansprüchen an sich selbst und sein Umfeld, Burnout und Esstörungen thematisiert. Das Buch lässt sich lose in drei Drittel unterteilen. Im ersten Drittel realisiert die Protagonistin, dass es sich lohnt, das Kleingedruckte in der Studienordnung zu lesen und absolviert murrend, aber ohne wirklich etwas dagegen tun zu können ihr nicht sehr erfolgreiches Austauschsemester in der deutschen Provinz Amerika, statt in die USA zu reisen. Im zweiten Drittel tut sich Frieda mit ihrer Zwillingsschwester Freia zusammen (und ich sage euch, die Namen in diesem Buch: zu viel, definitiv) und wird zur veganen Öko-Influencerin. Im dritten Drittel ist Frieda am Ende mit ihren Nerven, sie ist haltlos überarbeitet und unterernährt, hat den Kontakt zu ihrer Schwester abgebrochen und kaum noch ein analoges Leben. Gelingt es ihr, den Absprung zu schaffen und sich vom Zwang, zu posten, Kalorien zu zählen und stets verfügbar zu sein, zu lösen? Wenn "zu viel" so richtig unterhaltsam ist: Selten hat sich ein "zu viel" in einem Buch so unterhaltsam und zugleich wichtig angefühlt, wie in "Krötensex". Und zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl, ein wenig zu alt und zu geerdet zu sein, für ein Buch. Einzelne Themen darin sind für mich - zum Glück - kein Thema mehr oder waren es nie. Einige Erfahrungen habe ich nie machen müssen und bin froh darüber. Ich stehe an einem anderen Punkt im Leben als Frieda und habe mich trotzdem auf sie und ihr Leben eingelassen und vor ihr realisiert, in welcher Abwärtsspirale sie sich befindet (und mich darüber gefreut, dass sie es auch noch bemerkt hat). Für einige Leser*innen ist dieses Buch genau das, was sie gerade brauchen. Viele von ihnen werden jünger sein, als ich es jetzt bin, mehr auf der Suche, vielleicht ein wenig zu viel (oder zu wenig) und der Inhalt dieses Buches ist vielleicht für einige ein wichtiger Anhaltspunkt: eine Person Mitte Zwanzig, die sie mit Worten an die Hand nimmt und ihnen aufzeigt, was alles schief gehen kann, dass es sich aber auch lohnt, auf sich und die wahren und echten Menschen in seinem Leben zu vertrauen. Und, wirklich...das WG-Leben in "Krötensex" ist definitiv auch zu viel. Zu schmutzig, zu versifft, zu dramatisch und die Kühlschränke sind alle zu leer und die Drogen definitiv zu einfach zu besorgen. Aber obwohl meine WG-Efahrungen sehr überschaubar sind (und sich darauf beschränken, dass der Liebste und ich zwei Jahre lang einen Untermieter hatten), so kenne ich doch auch einzelne im Buch dargestellten Stereotypen zu genüge, was wiederum für beste Unterhaltung gesorgt hat. Meine Empfehlung: "Krötensex" ist einfach zu viel (es sind auch ca. 100 Seiten zu viel), aber dieses "zu viel" fühlt sich gut an und unterhaltsam und ich denke, dass alle, die gerade von zu Hause ausziehen, volljährig werden oder ihr Auslandsemester (oder die Karriere als Social-Media-Star) antreten, dieses Buch lesen sollten. Und alle anderen dürfen ebenfalls gerne dazu greifen und es sich mit diesem trashigen Roman vom Erwachsenwerden in der Leseecke gemütlich machen und sich an Leid und Freud der Krötenweibchen und ihren Krötenmännchen ergötzen.

Erfrischend, erhlich und jung

Von: my_world_of_pages Datum: 27. March 2021

Inhalt: ⁣ Amerika. So heißt das Kaff in der ostdeutschen Provinz, in das es Frieda verschlägt, um ihr Studium zu beenden. Selbst schuld, wer das Kleingedruckte in der Studienordnung nicht liest. Leider passt dieses Provinzloch so gar nicht zu Friedas life goal: vegane Weltverbesserin sein, die um die Welt trampt und ihren shit together hat. ⁣ Sie findet sich oft „zuviel“: zu laut, zu groß, zu viel Make-up und versucht mit mal mehr mal weniger Erfolg, in der heutigen Welt klarzukommen. ⁣ ⁣ Es geht um die Suche nach dem Selbstwert in der heutigen Zeit. Wer möchte ich sein? Wie sollen andere mich wahrnehmen? Und dann dieser immerwährende Druck der Gesellschaft perfekt sein zu müssen! (Gerade neben der eigenen Zwillingsschwester, die Frieda so vollkommen erscheint.)⁣ Umzingelt von den aktuellen Themen wie Feminismus, Klimawandel, Tinderstories, Instagram, Drogen und (unbefriedigendem) Sex: Frieda ist überfordert und möchte trotzdem alles mitnehmen was geht. ⁣ ⁣ Meinung:⁣ Auch wenn ich es stellenweise ein bisschen zu albern und „drüber“ fand und mir gerne noch ein bisschen mehr Handlung gewünscht hätte: Franka Frei schreibt sehr ehrlich, frisch und „frei von der Leber weg“. ⁣ ⁣ Ich persönlich fand hier die Sprache herausragend: Von tiefstem sächsisch über Berliner „Digga“-Slang und Denglisch, zu ausgeprägtem bayrisch ist alles dabei. Ich habe manchmal beim Lesen sehr lachen müssen. Herrlich!⁣ ⁣ Die Themen sind sehr aktuell und am Puls der Zeit: Ein Roman in dem sich sicher viele junge Menschen wiederfinden.⁣ ⁣ Von mir gibt es gute 3,5/5 ⭐️⁣

Humorvoll und ernsthaft zugleich

Von: Naraya Datum: 27. March 2021

Amerika, so heißt das Kaff in Mittelsachsen, in dem Frieda ihr Studium beenden wird. Was eigentlich als hippes Auslandssemester geplant war, stellt sich nach einer Lektüre des Kleingedruckten als Katastrophe heraus. Gemeinsam mit ihren Freunden Kenny und Miro findet sich Frieda zwischen „Lääsateschniggaar Dömas“ und „Infommatiggaar Nigglas“ in einem heruntergekommenen Studentenklub wieder – und das passt so gar nicht zu ihrem veganen, feministischen Lifestyle und ihrem Ziel, das ultimative Praktikum zu finden. Von Franka Frei hatte ich bereits ihr Sachbuch „Periode ist politisch“ gelesen und war nun gespannt, ob sie auch Romane kann. Und ich kann schon vorab verraten: Ja, sie kann. „Krötensex“ besticht durch die Mischung aus lustigen Szenen, die Protagonistin Frieda mit herrlicher Selbstironie schildert und ruhigen Momenten, in denen sie sich durchaus existenzielle Fragen stellt. Die Handlung ist dabei quasi zweigeteilt: Im ersten Teil erleben wir Frieda und ihre Freunde in Amerika, der zweite Teil zeigt sie dann in ihrer WG in Berlin und ihrem Praktikum. Beide Teile sind recht unterschiedlich – der erste eher unterhaltsam und leicht, der zweite deutlich ernsthafter. Mir haben beide gut gefallen, aber ein gewisser Bruch ist nicht zu leugnen. Frieda ist ein sehr sympathischer Charakter, mit dem man sich als Leserin durchaus identifizieren kann. Sie misst sich und ihren Lebenslauf immer an ihrer Zwillingsschwester Freia. Die ist, ihrer Meinung nach, hübscher, beliebter, selbstbewusster und erfolgreicher. Sich selbst findet Frieda irgendwie immer „zu viel“: zu laut, zu dick, zu viel Make-Up – ihre Wirkung auf andere schätzt sie dabei jedoch völlig falsch ein. Friedas Suche nach ihrer ganz eigenen Identität führt sie durch ganz Deutschland und Europa, von einer Schwärmerei zur nächsten, von einem Bett ins andere und schließlich als Influencerin vor die Kamera. Zufrieden ist sie dabei nicht, denn eigentlich müsste sie dringend herausfinden, was sie (und nicht die anderen) glücklich macht. Ein Roman, der einen an manchen Stellen lauthals auflachen lässt, an anderen jedoch auch sehr nachdenklich macht.

Humorvoll, interessant und einfach mal was anderes

Von: Die Bibliothekarin Datum: 26. March 2021

Als ich den Titel gesehen habe, war ich einfach sofort neugierig und wollte wissen worum es in dem Buch geht. Der Klappentext hat auf den ersten Blick gar nicht so zum Titel gepasst mich aber überzeugt das Buch zu lesen. Ich mag die Farbkombination des Buches Ich war sehr gespannt wie humorvoll dieses Buch sein würde und ich kann schon jetzt versprechen, ich habe teilweise Tränen gelacht. Mal aus einem anderen Blickwinkel das Leben zu betrachten, den Erwartungsdruck zu spüren und dabei noch zu sich selbst zu finden ist schwer. Die Autor hat mich hier wirklich positiv überrascht, ich bin ohne große Erwartungen an das Buch gegangen und bin voll auf meine Kosten gekommen. Es geht um Frieda die es nach Amerika verschlägt, klingt geil aber Amerika ist nicht Amerika denn in der deutschen Provinz im Nirgendwo von Sachsen gibt es auch einen Ort der Amerika heißt. Auch wenn ich ein bisschen älter bin als Frieda konnte ich mich echt gut mit ihr identifizieren und habe mich in dem ein oder anderen Moment auch wieder gefunden. Fazit Ein geniales, lustiges und zugleich berührendes Werk, weil es auch mal einen anderen Weg zeigt, glücklich zu sein und sein Happy End zu bekommen. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen!

Toller Coming-Of-Age-Roman!

Von: annasbookplanet Datum: 26. March 2021

Klappentext Amerika. So heißt das Kaff in der ostdeutschen Provinz, in das es Frieda verschlägt, um ihr Studium zu beenden. Selbst schuld, wer das Kleingedruckte in der Studienordnung nicht liest. Leider passt dieses Provinzloch so gar nicht zu Friedas life goal: vegane, Adorno zitierende Weltverbessererin sein, die um die W›elt trampt und ihren shit together hat – wie Freia, Friedas perfekte Zwillingsschwester. Mühelos attraktiv sein wie Freia, das ist die Devise! Sonst wird’s zu viel. Und zu viel ist Frieda eh schon: zu laut, zu groß, zu viel Make-up. Immer und überall. Ob sich am Ende trotzdem body positivity und ein lebenslauftaugliches Praktikum finden lassen? Meine Meinung Das Cover des Buches ist einfach der absolute Hammer! Ich liebe es total! Die Protagonistin des Buches ist Frieda Flieker, die meist eins ist – zu viel. In „Krötensex“ begleiten wir sie bei ihrem Selbstfindungsprozess. Im Verlauf der Geschichte merkt man wie sie sich weiterentwickelt und ihre Ansichten hinterfragen. Insgesamt sind die Charaktere des Buches sehr authentisch, dennoch ist es mir teilweise schwer gefallen einen Zugang zu diesen zu finden. Die Handlung war mir teilweise etwas wirr und ich habe den ein oder anderen Zusammenhang aus den Augen verloren. Besonders am Anfang fand ich das Buch auch eher zäh und langatmig. Es wurde jedoch von Seite zu Seite besser. Besonders die letzten 100 Seiten fand ich sehr stark, eindringlich und aussagekräftig. Die Darstellung wie Frieda mit den Anforderungen ihrer Generation zu kämpfen hat ist aber insgesamt sehr gelungen und macht deutlich wie es ist in der heutigen Zeit jung zu sein. Man steht nicht nur unter dem Druck der Leistungsgesellschaft, sondern soll sich möglichst umweltfreundlich verhalten, unabhängig, schlank und feminin sein. Dabei spielen natürlich auch Social Media eine große Rolle. Der Schreibstil von Franka Frei hat mir gut gefallen. Die Sprache im Buch ist sehr vielfältig. Der Leser trifft nicht nur auf einige Dialekte sondern auch auf die englische Sprache. Dies könnte eventuell für einige Leser problematisch sein. Franka Frei spricht in diesem Buch sehr viele wichtige Themen an. Es geht nicht nur um Bodyshaming, Sexualisierung, Selbstfindung und Selbstzweifel sondern unter anderem auch um Tierschutz und Umweltschutz! Fazit „Krötensex“ ist ein Coming-Of-Age-Roman über Selbstfindung und das Jungsein, der wichtige und hochaktuelle Themen anspricht. Leseempfehlung!

grandios

Von: inaintrovert Datum: 25. March 2021

„𝘐𝘤𝘩 𝘨𝘭𝘢𝘶𝘣𝘦, 𝘪𝘤𝘩 𝘸𝘪𝘭𝘭 𝘮𝘪𝘤𝘩 𝘸𝘦𝘪𝘵𝘦𝘳𝘦𝘯𝘵𝘸𝘪𝘤𝘬𝘦𝘭𝘯. 𝘜𝘯𝘢𝘣𝘩𝘢̈𝘯𝘨𝘪𝘨 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦𝘯, 𝘴𝘵𝘢𝘳𝘬 𝘶𝘯𝘥 𝘣𝘦𝘸𝘶𝘯𝘥𝘦𝘳𝘯𝘴𝘸𝘦𝘳𝘵. 𝘜𝘯𝘥 … 𝘳𝘢𝘶𝘴 𝘢𝘶𝘴 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘬𝘭𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯, 𝘦𝘯𝘨𝘦𝘯 𝘍𝘰𝘳𝘮.“ (S.215) ⠀ 𝗪𝗼𝗿𝘂𝗺 𝗴𝗲𝗵𝘁'𝘀? Die zwanzigjährige Frieda ist entsetzt, als sie bemerkt, dass ihr Semester in Amerika nicht den Kontinent meint, sondern ein Kaff im Osten Deutschlands. Zum Glück hängen zwei ihrer Freunde auch in Amerika fest. Alles was Frieda will, ist, so zu sein wie ihre Zwillingsschwester Freia und auf keinen Fall so zu sein wie sie selbst: zu laut, zu groß, zu viel. Freia ist die Weltverbesserin, die Freiheitliche, die die jede*r mag. Wie kann es Frieda schaffen, Selbstwert zu finden und ihr eigenes Glück zu schmieden? ⠀ 𝗠𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗠𝗲𝗶𝗻𝘂𝗻𝗴: Eine zeitgenössisches Coming-of-Age, in dem ich mich wiederfinden konnte. Franka Frei hat genau dort eingesetzt, wo die junge Generation gerade steht, wo es am meisten weh tut: am Selbstwert, der von außen UND innen bestimmt wird; der durch Vergleiche mit anderen leidet, der durch das Frausein in unserer Gesellschaft bestimmt wird. ⠀ Frieda wird hin und her geworfen von den Anforderungen ihrer Generation: Sei möglichst unabhängig, tue alles für die Selbstverwirklichung, sei dabei möglichst schlank, feminin (what?!) und begehrenswert. Verhalte dich frei, reise um die Welt, achte aber auf deinen ökologischen Fußabdruck! Es ist verständlich, dass Frieda unter dieser Last erdrückt wird. ⠀ Beim Lesen hat das immer wieder geschmerzt. Wir leben momentan in einer Ratgeber-Gesellschaft: Optimiere dein Leben, wo es geht. Einziges Ziel: Sei glücklich, optimiere dich, verwirkliche dich. Das hat alles seine Berechtigung, aber kann auch zum Wahn des Nicht-genug-Seins führen. ⠀ Auch wenn Friedas Gedanken oftmals ernst und kritisch sind, ist das Buch dennoch locker. Es macht Spaß, Frieda und ihre Clique zu begleiten. Ein paar Längen hatte es, aber so ist das ja beim Erwachsenwerden 😉 Und der Titel könnte etwas in die Irre führen. Aber ich bin dankbar für dieses Buch und die Nachricht, die es sendet.

Krötensex in Amerika

Von: emmasbuecherecke Datum: 25. March 2021

Dieser Titel, dieses Cover, alles an diesem Buch von Franka Frei sprach mich erstmal an. Man kann sagen ich sah es, ich wollte es. Nach 40 Seiten war ich nicht mehr so sicher ob der Inhalt genauso cool ist wie die „Verpackung“. Oder bin ich einfach nicht cool? Sätze wie „Neee, das mach ich selbst Digga! Dann bin ich so ins Bad getigert [...]“ S.35 oder „Save, Digga“ S.36 schlugen mir entgegen. Aber worum geht es eigentlich? Frieda absolviert ein Semester in Amerika. Leider liegt dieses Amerika in Sachsen. Es ist ein Dorf in dem alle sächseln, fast alle Nazis sind und es nur eine Kneipe/Klub gibt. Dort ist Frieda gefühlt jede Nacht und macht neue (männliche) Bekanntschaften. „Dömas“ aus Sachsen, Jens den sie schon aus Berlin kennt und Degenhart aus Wien. Die meisten reden ihn ihrem regionalen Dialekt, was ganz lustig ist und es meiner Meinung nach auch authentischer macht. Frieda feiert viel, trinkt viel, raucht ein bisschen Gras und hat Sex – doch mit alldem ist sie nicht wirklich glücklich. Sie sehnt sich danach cool, attraktiv und weltverbessernd zu sein, wie ihre in Athen lebende Schwester Freia. In den ersten ca. 170 Seiten folgt man Frieda durch ihr Leben in Amerika, anschließend geht sie für ihr Praktikum wieder zurück nach Berlin und ich hatte das Gefühl ab da fängt ein neues, oder zweites Buch an. Dieser Teil des Buchs hat mir auch nochmal deutlich besser gefallen. Durch ihre Arbeit als Kulturredakteurin bei einem Fernsehsender und ihrem neuen, erfolgreichen Insta-Account lebt sie plötzlich ein Leben, das ganz anders ist als das in Amerika. Aber so hatte sie es sich ja immer gewünscht. Nur irgendwann nehmen der Druck und Stress zu. Frieda weiß nicht mehr was sie eigentlich macht, warum sie es macht und wer sie eigentlich sein will. Eine Identitätskrise die wahrscheinlich viele junge Menschen durchmachen. Sie beschäftigt sich mit Themen wie Feminismus, Umweltaktivismus, politische Korrektheit, Sexualität, Essstörungen, mentale Gesundheit, Body-Positivity etc. Einige Stimmen sagen, das sei zu viel, da diese wichtigen Themen so nur kurz angesprochen werden und die Themen so an Wertigkeit verlieren. Ich sehe das anders, denn in meinem Kopf sieht es ähnlich aus. All diese Themen sind wichtig und ich beschäftige mich ebenfalls damit – mal mehr, mal weniger. Von daher kann ich als Fazit sagen: Franke Frei trifft den Ton der Zeit. „Krötensex“ ist ein toller und lustiger Coming-of-Age Roman, den ich guten Gewissens weiterempfehlen kann. Auch wenn mich die ersten 170 nicht direkt überzeugt haben, die restlichen 270 Seiten haben es getan. Es ist außerdem der erste Roman den ich gelesen habe, in dem gegendert wird und Surprise: es stört den Lesefluss nicht!

Zum Nachdenken

Von: Zeilen aus Kupfer Datum: 19. March 2021

"Krötensex" von Franka Frei umfasst 448 Seiten und ist im März 2021 im Heyne Verlag erschienen. In dem Buch "Krötensex" habe ich mich häufiger als junge Frau wieder gefunden, als mir manchmal lieb war. Die Autoren hat sehr häufig meinen Nerv für das Thema Selbstwert getroffen und die Frage nach dem wer ich bin und wer ich sein möchte. Mit der Figur der Frieda konnte ich mich sehr stark identifizieren, da sie unter einem starken sozialen Druck leidet und selbst noch gar nicht weiß, wer sie überhaupt ist. Ich finde ihr Charakter wurde besonders gut ausgearbeitet und sie wirkt auf mich, wie eine sehr starke Frau, die sich viele zum Vobild nehmen sollten. Trotz der häufig kritischen Themen und Gedanken hat mir das Buch im Nachhinein viel für mich und meine persönliche Entwicklung mitgegeben. Häufig konnte ich auch schmunzeln und lachen. Ein wirkliches Wohlfühlbuch mit einer wichtigen und aktuellen Message. Hier noch ein wenig über die Autorin: Franka Frei, 1995 in Köln geboren und in Salzburg aufgewachsen, studierte Angewandte Medien und Gender Studies, machte tausend Praktika und meditiert mittlerweile fast genauso viel wie sie auf Instagram abhängt. Auf das unerwartete Viralgehen ihrer Bachelorarbeit folgte im Frühjahr 2020 ihr Sachbuch »Periode ist politisch. Ein Manifest gegen das Menstruationstabu.« Neben ihrem menstruationsaktivistischen Engagement arbeitet sie als freie Journalistin, hält Vorträge an Universitäten im In- und Ausland und ist hin und wieder sogar im Radio zu hören

✨Rezension Krötensex✨

Von: janasbooks Datum: 19. March 2021

In dem Roman „Krötensex“ von Franka Frei aus dem Heyne Verlag, geht es um Frieda. Eigentlich wollte sie ihr Studium in Amerika beenden, tja hätte sie mal das Kleingedruckte gelesen.. es verschlägt sie nämlich in ein kleines Dorf namens Amerika und Mittelsachsen. Was so gar nicht zu Friedas life goal: vegane, Adorno zitierende Weltverbesserin sein. Wow einfach wow... ich hätte niemals gedacht, dass mich so ein humorvolles Buch so packt, da ich vor allem Fantasy lese aber wow 😍 Der Schreibstil war so toll! Es wird teilweise im Slang geschrieben, im Berliner Dialekt, im sächsischen Dialekt und auf Englisch. Die Abwechslung war so toll und auch die Dialekte haben mich wirklich zum schmunzeln gebracht 😂 Auch die Spannung und die Dynamik der Geschichte hat mir sehr gefallen. Es gab für mich deswegen auch keine Längen 😊 Kommen wir zur Thematik. Ich finde die Themen, die in diesem Buch behandelt werden einfach so so wichtig! Während wir beobachten, wie Frieda zu sich selbst findet, werden wichtige Themen wie Selbstliebe, Social Media, Gleichberechtigung, Schlankheitswahn, toxische Beziehungen und unter anderem die Pille. Es werden viele Probleme von Frauen thematisiert, was ich einfach so unfassbar wichtig finde! ❤️ Auch den Livestream den Frieda mit ihrer Zwillingsschwester Fraier führt war echt klasse. In diesem Stream werden ebenfalls wichtige Themen erörtert 😊 Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen! Vor allem jeder Frau. Es war für mich wirklich eine Bereicherung 🥰 Es werden so tolle Themen erörtert und dazu noch in einer super humorvollen Art!

Sehr schöner und amüsanter Coming-of-Age Roman

Von: lesendelotte Datum: 18. March 2021

Es handelt sich um einen zeitgenössischen Coming-of-Age Roman, der genau dort ansetzt, wo es unserer Generation am meisten wehtut: Sei du selbst - frei, stark und unabhängig. Dabei aber bitte auch Öko, vegan, emanzipiert, weltgewandt, Adorno lesend und verliebe dich ja nicht - denn Männer halten uns Frauen doch klein! Unsere Protagonistin Frieda verkörpert all diese Widersprüchlichkeiten und möchte am liebsten all das sein.. Aber trotzdem ja nicht zu viel, zu laut, zu dick und zu unemanzipiert! Franka Frei hält in ihrem Roman unserer gesamten Generation einen Spiegel vor und zeigt, wie viel Druck dabei entstehen kann, wenn man „einfach nur man selbst sein“ will...oder muss. Der Druck, mit anderen mithalten zu können; der Druck, wenn man Dinge nicht mag, die aber scheinbar alle anderen mögen; der Druck, herausfinden zu wollen, wer man ist und was man wirklich will. Ich empfehle das Buch allen Menschen, die gerne mal ein etwas anderes New Adult Buch lesen möchten und nicht traurig sind, wenn mal kein Prinz auf einem weißen Pferd daher geritten kommt. 😜

Endlich verstehe ich die jüngere Generation

Von: lalaundfluse Datum: 17. March 2021

Ich hatte eine völlig andere Erwartung an dieses Buch und mehr als positiv überrascht worden. Der ganz normale Alltagswahnsinn einer anderen Generation. Ich bin ohne die Datingprobleme und Internetportale aufgewachsen und kann mich sehr schwer damit identifizieren. Dennoch sind die amüsant aufgezeigten Probleme der jungen Frauen gleich geblieben und man sucht vergeblich nach dem Sinn des Lebens. Sehr amüsant und wunderbar leicht.

Bin ich (29) zu alt für diesen Roman?

Von: melodram Datum: 08. March 2021

Frieda ist Anfang 20, mitten im Findungsprozess des eigenen Erwachsenwerdens und mitten in ihrem Studium. Sie hat sich für „Irgendwas mit Wirtschaft“ entschieden. Sie lebt und studiert eigentlich in Berlin. Für ein Semester verschlägt es sie ins kleine Kaff „Amerika“ nach Sachsen, dass wenig hipstertauglich und ansprechend rüberkommt. In der sächsischen Peripherie lernt sie neben ländlich geprägten Individuen ein völlig anderes Leben kennen und stellt fest, dass es nicht mal so schlecht ist, fernab vom Großstadtleben und dem täglichen Kampf gesehen und geliebt zu werden. . Zurück in Berlin, mit ihrem ersten Prakitkumsplatz in der Tasche, wird es für Frieda zunehmend schwieriger den Maßstäben der sie umgebenden Gesellschaft zu genügen und dabei will sie doch nur eines: endlich zu sich selbst finden. . Für mich persönlich war dieses Buch ein witziges, lockeres Leseerlebnis. Ein Roman, der mich gut unterhalten hat. Hätte ich das Buch im Alter von 20 Jahren gelesen, hätte es mich vermutlich mehr abgeholt mit all den Problemen, die Protagonistin Frieda so im Rucksack hat. Denn so ein klassischer Coming of Age-Roman punktet ja auch und gerade deswegen, weil man sich mit der Hauptfigur identifiziert. . Fernab vom richtigen Zeitpunkt des Lesens musste ich aber auch feststellen, dass der Roman zwar total am Puls der Zeit vibriert, jedoch insgesamt zu viel an Trending Topics unterbringen will. Durch das beiläufige Unterbringen wichtiger Themen (Feminismus, Umweltaktivismus, Essstörungen, Selbstwertgefühl junger Menschen, uvm.) werden Seiten gefüllt. Die Wichtigkeit dieser Topics gehen dabei aber meiner Meinung nach im Romankomplex unter, wodurch der Roman an dieser Stelle für mich wenig Aufklärungsarbeit leistet und etwas an Wertigkeit verliert. . Fazit: „Krötensex“ ist ein kurzweiliger, witziger Coming-of-Age Roman, der durch weniger - noch mehr hätte sein können.

Von Berlin nach Amerika

Von: Franziska_J Datum: 08. March 2021

Was bedeutet es, heute jung zu sein in einer Welt, die geprägt ist durch social media, den Zwang zu umweltbewusstem Handeln und den Druck zur Selbstoptimierung? Wie findet man als junger Mensch einen Platz in dieser Welt, in der Instagramfilter manchmal wichtiger zu sein scheinen als die Realität? Mit Krötensex (erschienen im März 2012 bei Heyne) legt Franka Frei einen warmherzigen Roman vor, der genau diesen Fragen nachgeht und dabei auch noch zum Brüllen komisch ist. Hauptprotagonistin Frieda verschlägt es für ihr Studium nach Amerika. Doch wer hier jetzt an den american dream denkt, der hat weit gefehlt, denn mit Amerika ist eigentlich ein kleiner Ort im Landkreis Mittelsachsen gemeint. Doch das ist Frieda und ihren Freunden leider erst aufgefallen, nachdem sie sich an der International School of Business eingeschrieben haben und so heißt es nun statt Burger und Freiheit erst einmal Kuttelsuppe und sächsische Provinz. So war das alles nicht geplant, vor allem weil Frieda als echte Großstadtpflanze mit zu viel Make-up so gar nicht in die Provinz zu passen scheint. Überhaupt fragt sie sich, ob sie überhaupt irgendwo dazu passt. Im Gegensatz zu ihrer perfekten Zwillingsschwester, die nicht nur mühelos attraktiv ist, sondern auch noch eingeschworene Umweltaktivistin, Feministin und in jeglicher Hinsicht eine Weltverbesserin ist, wird Frieda von Selbstzweifeln geplagt. „Irgendwie hatten wir gelernt, wie wir zu leben hatten und mit wem. Was okay war und was nicht. Wofür man gelobt, geliebt, mit Anerkennung überschüttet wurde und wofür verstoßen, geächtet und belächelt.“ Die Autorin, selbst Jahrgang 1995, dürfte nur zu gut wissen, wie sich Frieda angesichts all der gesellschaftlichen Erwartungen und des medialen Drucks fühlt. Wir leben in einer Welt, in der wir gezwungen sind, uns ständig mit anderen zu vergleichen. Jeder spricht von Individualität und body positivity, doch sobald jemand nicht in die doch noch immer vorhandenen Schubladen passt, erfolgt die soziale Ächtung. Mit Frieda hat Frei eine Hauptprotagonistin geschaffen, die sich genau mit diesen Problemen auseinanderzusetzen hat. Als junger Mensch fühlt man sich irgendwie orientierungslos, weiß nicht so richtig, was man mit seiner Zukunft anfangen soll und überhaupt glaubt man, dass alle anderen das besser hinbekommen und ihr Leben im Griff haben. Frieda ist in dieser Hinsicht ein echtes Vorbild: Sie ist eine mutige junge Frau, die trotz aller Selbstzweifel ihren Weg findet und in einem langen Prozess der Reflexion schließlich herausfindet, worauf es wirklich ankommt. Und obwohl dieser Roman eigentlich sehr ernste Themen verhandelt, ist er doch federleicht geschrieben und ist stellenweise einfach zum totlachen. Besonders der sächsische Dialekt treibt einem mehr als einmal die Lachtränen in die Augen. Die Autorin erzählt mit einer solchen Leichtigkeit und so viel Freude an der Sache, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen will. Krötensex – ein wunderbarer Roman über das Jungsein, die Suche nach Sinn und der großen Liebe, Individualität, body positivity und noch so vieles mehr. Es ist ein Roman für alle, die sich in Zeiten von perfekten Instagram-Bildern auch manchmal unzulänglich fühlen oder sich fragen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Es ist ein Roman, der Mut macht, seinen eigenen Weg zu gehen, und beweist, dass es im Grunde völlig egal ist, was andere denken. Lest weiter unter: https://www.penguinrandomhouse.de/Paperback/Kroetensex/Franka-Frei/Heyne/e532623.rhd?rhcampaignid=&gclid=CjwKCAiAkJKCBhAyEiwAKQBCkvLdRlzHPfAVf4u75CewfpRc26RGAQOyAfqpFiDJ4iPeJIEQ6gR_3BoC6isQAvD_BwE