Julie Hilgenberg

Das Mädchen aus Glas

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Berlin, 1913. Elisa leidet unter der seltenen und wenig erforschten Glasknochenkrankheit, weshalb sie ihr wohlbehütetes Zuhause kaum verlässt. Louis ist ein Draufgänger und liebt das Risiko. Die von den Eltern vereinbarte Eheschließung erscheint ihnen zunächst wie eine Bestrafung – zumal Elisa in ihren Arzt Wilhelm verliebt ist. Doch während der Erste Weltkrieg heraufzieht, kommen Elisa und Louis sich näher. Als die beiden Männer an die Front müssen, zeigt sich, wie stark Elisa wirklich ist – und sie erfährt, was es bedeutet, wahrhaftig zu lieben.

Eine gefühlvolle und interessante Zeitreise

Von: Bibilotta Datum: 04. January 2021

Das Mädchen aus Glas Bei diesem historischen Roman war ich sehr gespannt, wie sich die Geschichte gestaltet, die das Thema der Glasknochenkrankheit hier in die Geschichte einfließt (zu einer Zeit, wo diese Krankheit noch total unerforscht war) – und wie sich hier die Liebesgeschichte in der Zeit um den Ersten Weltkrieg gestaltet. Meine Neugier war vorab sehr groß und ich freute mich auf diesen historischen Roman, einer mir noch unbekannten Autorin. Historisches Setting, interessante Charaktere …. … und ein Leben mit der Glasknochenkrankheit. All das hab ich hier vorgefunden. Zusammen mit einer starken Protagonistin, die mich hier in ihre Geschichte entführte. Es war alles sehr bildhaft, anschaulich und zeitlich passend gestaltet und dargestellt – so dass ich sehr gut in die Story abtauchen konnte. Ein flüssiges und zügiges Lesen war hier vorhanden – wobei ich aber gerade was historische Geschichten angeht, immer was längere Lesezeit brauche. Doch ich hab mich sehr wohl gefühlt und die Geschichte als sehr glaubhaft, emotional und berührend empfunden. Eine gefühlvolle und interessante Zeitreise … mit sehr viel Emotionen, Einblicken und Ereignissen, die mich immer wieder überraschten, begeisterten und ja – meine Neugier an der Story immer wieder weiter anstachelten. Ich hab mich sehr gerne hier in der Geschichte aufgehalten und mir ein paar schöne Lesestunden hiermit gestaltet. Julie Hilgenberg schreibt sehr bildhaft, gefühlvoll und konnte mich hier von der ersten bis zur letzten Seite packen und begeistern.

Tolles gefühlvolles Buch

Von: B. L. Datum: 07. December 2020

Wer es feinfühlig und Gefühlvoll will ist in diesem Buch genau richtig. Das Rad muss nicht neu erfunden werden das es funktioniert, es reicht der richtige Schwung. Hier würde ich behaupten, alles richtig gemacht. Kurzer Einblick: Es geht kurz vorm ersten Weltkrieg los. Angst gehörte also schon zum Alltag dazu das es bald los gehen könnte und daher waren Elisa Ihre Eltern noch mehr gebeutelt mit der Sorgen um Sie, dass ihr etwas passieren könnte. Ein Schicksalsschlag jagt den anderen. Da der Vater seine Schokoladenfabrik in Gefahr sieht, ist für Ihn die einzige Möglichkeit die Zukunft für seine geliebte Tochter zu sichern die arrangierte Hochzeit mit einem Bankierssohn. Blöd nur, keiner interessiert sich für den anderen.... Ich will garnicht viel mehr sagen, da es sich Lohnt das Buch selbst zu lesen!

Einfach schön

Von: honey27 Datum: 30. July 2020

Es ist aber auch eine romantische Geschichte über eine Liebe, die sich ganz langsam und zaghaft entwickelt. Sie handelt im Vorfeld und vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs, wobei der historische Kontext keine entscheidende Rolle spielt. Viel wichtiger ist die Entwicklung der Figuren. Es ist ein gefühlvoller Roman über Selbstzweifel, Mut und den Kampf um ein freies, selbstbestimmtes Leben, der packend erzählt ist und durch die nicht ganz überraschende Liebesgeschichte das Herz berührt.

Schöne Lektüre

Von: Joy Datum: 18. July 2020

Diese schöne Geschichte ist vor dem ersten Weltkrieg entstanden. Ihr Vater ist Besitzer einer Schokoladenfabrik. Ihre Mutter hat im Haushalt nichts großartiges zu sagen. Elisa leidet unter der Glasknochenkrankheit. Sie ist innen gefangen, weil sie behütet und beschützt werden soll. Genau das was sie nicht darf vermisst sie aber stark, einfach nur draußen zu sein. Sie gerät gegenüber einem jungen Arzt ins Schwärmen. Dann gerät die Schokoladenfabrik in Not und man möchte Elisa verdonnern einen Bankierssohn zu heiraten. Sie bringt einiges auf, um die Hochzeit zu vermeiden, doch am Ende sind die Eltern stärker. Louis ist ihr nicht gerade der treuste Ehemann und sie empfindet auch nicht wirklich was für ihn. Mit der Zeit lernen jedoch beide sich in dieser Ehe zu arrangieren. Sie genießt die Vorzüge der Freiheit, er bekommt mehr Anerkennung in seiner Familie, dann kommt der Krieg. Sehr spannende Geschichte. Ich habe sie sehr gern gelesen. Kann es nur empfehlen.

Trotz Glasknochenkrankheit nicht zerbrechlich

Von: Melanie13 Datum: 16. June 2020

Eine wundervolle, mitreißende Geschichte über die junge Frau Elisa, die an der bis dahin noch unerforschten Glasknochenkrankheit leidet. Zu Beginn des Buches tut einem die junge Frau einfach nur leid, da sie von ihren Eltern und dem behandelnden Arzt zu Hause eingesperrt leben muss. Erst nach der von ihrem Vater und Schwiegervater arrangierten Hochzeit mit einem Mann, den sie nicht mal leiden kann, entflieht sie ihrem Gefängnis. Von da an kann man die Geschichte einer wunderbaren, starken und selbstbewussten jungen Frau verfolgen. Man erfährt auch einiges über die Gepflogenheiten der reichen/gut betuchten Menschen in Berlin zur Zeit vor und während des ersten Weltkrieges. Manches davon erscheint uns heute recht fremd, aber damals war das gang und gäbe. Ebenso lässt die Autorin die Euphorie zu Kriegsbeginn und die spätere Ernüchterung, dass es doch kein Blitzkrieg ist und viel zu viele junge Männer sterben müssen, in ihre Geschichte einfließen. Ein rundum gelungenes Werk!

Manchmal lohnt es sich für die Liebe zu kämpfen

Von: Seesternsbuecher Datum: 15. June 2020

“Das Mädchen aus Glas” wurde mir über Testlesen zur Verfügung gestellt, herzlichen Dank dafür und ich bin wie immer zu spät dran, was das Rezensieren betrifft. Ich habe dieses Buch ohne große Erwartungen gelesen und es fiel mir anfangs sehr schwer, in die Geschichte eintauchen zu können. Da es aber ein Rezensionsexemplar war, habe ich es zu Ende gelesen und irgendwann hat mich die Geschichte doch noch packen können und ich habe das Buch in einem Rutsch zu Ende gelesen. Worum geht es in dem Buch? Anfangs lernen wir unsere Protogonistin, Elisa, kennen. Sie ist im heiatsfähigen Alter und ihre Eltern sind der Meinung, sie müsse unter die Haube kommen. Ihren Eltern gehört eine bekannte Schokoladenfirma und mit der Vermählung mit dem Spross einer Bankiers Familie soll den von Treues unter die Arme gegriffen werden. Louis soll Elisas Ehemann werden. Doch Elisa hat einen “Makel”, denn sie hat die Glasknochenkrankheit. Bevor ich mit dem Lesen begonnen hatte, hatte ich gehofft, dass diese Krankheit mehr im Vordergrund stehen würde, da Elisa aber nur eine milde Form hat, wurde die Krankheit nur am Rande erwähnt. Ihr potentieller Ehemann, Louis Vater suchte Elisa nach den gleichen Kriterien aus (ich dachte während des Lesens nur: schau an, die Beiden wuden aus den gleichen Bewegründen für einander ausgesuch), hat einen sehr schlechten Ruf. Loius hat hat den Ruf eines Schürzenjägers und so kommt es wie es kommen muss, Elisa und Louis können sich auf den Tod nicht ausstehen und müssen dennoch heiraten. Während Louis seine Affäre mit Rosalie pflegt, ist Elisa in ihren Arzt, Wilhelm, verliebt. Sie kennt Wilhelm seit sie ein kleines Kind ist. Auf Grund ihrer Krankheit verlässt sie das Haus nur selten. Am Anfang ihrer Ehe gehen sich die Elisa und Louis mehr oder weniger aus dem Weg aber irgendwann kam der Zeitpunkt an dem sich die Beiden doch ineinander verliebt haben. Ich fand es spannend miterleben zu können, wie sich Elisa und Louis Stück für Stück näher gekommen sind. Immerhin war es Louis, der Elisa die Augen geöffnet hat und ihr gezeigt hat, welchen Verrat ihre Eltern an ihr begangen haben. Obwohl ich anfangs mit der Geschichte überhaupt nicht warm wurde, konnte mich das Buch gegen Ende doch noch überzeugen, sodasss ich es nicht abgebrochen habe, sonders es bis zum Schluss durch gehalten. Anfangs mochte ich beide Protagonisten überhaupt nicht. Elisas Verhalten fand ich anfangs sehr überheblich. So wie es in Louis Verhalten zu einer Veränderung kam, so hat sich Elisa auch gewandelt. Anfangs wirkte sie auf mich eher schwächlich, doch imer Verlauf der Handlung wurde aus der ängstlichen Elisa eine mutige Persönlichkeit. Auch wenn Louis Tante nur eine Randfigur ist, mochte ich sie von Anfang an. Ich hatte ja erwähnt. dass Elisa sich wandelte und eine solche Wandlung machte Louis ebenfalls durch. Anfangs sah er in Elisa eine Frau mit Behinderung aber er endeckte, dass er kluge Frau zur Seite gestellt bekommen hat, die über mehr Temperant verfügt als er dachte. Julie Hilgenbergs Schreibtsil ist sehr flüssig, sodass ich das Buch recht flott lesen konnte. Allerdings hätte ich mir mehr Informationen über die Glasknochenkrankheit gewünscht. Im Nachwort erwähnt die Autorin, dass ihre Protagonistin “nur” eine schwache Form der Krankheit hat und bei Elisa fällt sie nicht gar so auf. Da ich das Buch gerne gelesen, kann ich es nur weiter empfehlen.

Ein einfühlsamer Roman über eine willensstarke Frau

Von: Lisa S. Datum: 14. June 2020

Der Roman "Das Mädchen aus Glas" spielt kurz vor dem ersten Weltkrieg und dreht sich um das Mädchen Elisa, bei welcher die Glasknochen Krankheit festgestellt wurde. Diese Krankheit war zu jener Zeit noch recht unerforscht, daher wuchs Elisa zurückgezogen und gut beschützt im elternlichem Anwesen auf. Da ihr behandelter Arzt eine der wenigen Bezugspersonen für sie ist, entwickelte sich bei ihr über die Jahre eine Schwärmerei für ihn. Als Tochter aus wohlhabenden Hause haben ihre Eltern jedoch andere Pläne und verheiraten sie mit einem jungen Mann aus einer ebenfalls wohlhabenden Familie. Elisa ist damit gezwungen, das beste aus ihrer Situation zu machen, was für eine überraschende Entwicklung für den Leser sorgt. Die Autorin Julie Hilgenberg beschreibt das Leben und den Alltag von Elisa sehr einfühlsam und überzeugt mit einem durchaus spannenden Schreibstil. Sie gibt einen detaillierten Einblick auf die Emotionen und Gedanken der Hauptpersonen, die einen mitreißen und mitfühlen lassen. Die Entwicklung von Elisa und ihr Umgang mit ihrer Krankheit sowie den Herausforderungen, denen sie sich stellen muss, überzeugen auf ganzer Linie. Wer einen authentischen Roman mit Gefühl, Spannung und Romantik sucht, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen.

Eine wunderschöne (Liebes)Geschichte

Von: Sabine Datum: 14. June 2020

Ein wunderschöner Roman, über eine Liebe, die sich auch in schwierigen Zeiten, ganz entgegen aller Vorurteilen, entwickelt. Ich wollte das Buch nicht aus den Händen legen, bevor ich nicht die letzte Seite gelesen hatte. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Für mich eine absolute Kaufempfehlung.

Ein absolut umwerfender Roman über eine außergewöhnlich starke Frau in einer dunklen Zeitepoche

Von: Rostova Datum: 07. June 2020

Ein absolut hervorragendes Buch über eine der dunkelsten Epochen des 20. Jahrhunderts. Zu Anfangs war ich noch etwas skeptisch, da ich ein Fan von starken unabhängigen Protagonistinnen bin, die durchaus alleine zurechtkommen. Und zu Beginn schien Elisa, doch recht zart besaitet zu sein und sich etwas wie ein kleines Mädchen zu verhalten. Doch je weiter ich las, desto eher habe ich erkannt was für eine starke, selbstbewusste und für ihre Zeit fortschrittliche Frau sie doch ist. Am Anfang noch herumgeschubst, von ihrer Familie in eine Ehe gezwängt. So erkennt man doch, wie Elisa aufblüht, sobald sie nicht mehr daheim wohnt. In ihrem neuen Heim wird sie zu der starken unabhängigen Frau, die ich mir ersehnt habe. Und Louis? Für mich am Anfang ein von sich selbst viel zu überzeugter und egoistischer Mensch. Eine leichte Abneigung hatte ich, da er sich sehr unfair gegenüber Elisa verhalten hatte. Aber je mehr, die beiden sich aufeinander eingelassen hatte, desto mehr haben sich beide zum Guten entwickelt. Eine grandiose Weiterentwicklung von Charakteren, welche schleichend vonstattengeht und doch für den Leser deutlich erkennbar ist. Bei Wilhelm weiß ich ehrlich noch nicht wie ich zu ihm stehe, aber man wünscht ihm dennoch alles Glück der Welt. Der Schreibstil von Julie Hilgenberg ist ein umwerfender Stil, den ich bisher so noch nicht lesen durfte. Ich bin absolut überzeugt. Er ist feinfühlig, klar und genau an die Maße detailliert, dass man sich selbst in Berlin 1913 sieht. Auch die kleinen Twists zum Kapitelende sind perfekt dosiert, sodass man immer noch ein weiteres Kapitel lesen möchte. Ebenso sind die Kapitel nicht so lange, dass man bei der Hälfte einfach nur noch eine Pause möchte, sondern haben die absolut perfekte Länge. Ich liebe diesen ungewöhnlich schönen und feinfühligen Roman. Chapeau Julie Hilgenberg!

Das Mädchen aus Glas

Von: BookWorld Datum: 06. June 2020

Ich fand das Buch hoch interessant. Es vermittelt einen guten Überblick über die Folgen von Glasknochenkrankheit an einem Beispiel. Jedoch ist es kein Buch über die Krankheit- vielmehr über das Leben damit. Welche Einschränkungen erlebt werden. Ganz nebenbei spielen Freundschaft, Eifersucht, Liebe, aber auch Krieg und Tod eine Rolle. Am Ende wartet ein kleines Wunder auf den Leser. Eine klare Kaufempfehlung, auch wenn das Buch auf Grund der alten Sprache nicht immer leicht verständlich ist.

Ein Buch, welches von vorne bis hinten verzaubert

Von: Julia Wasie Datum: 02. June 2020

Handlung: Der Roman spielt im 20 Jahrhundert. Die Protagonistin Elisa ist eine junge Frau aus gutem Haus, welche unter der seltenen Glasknochenkrankheit leidet. Aus diesem Grund ist es ihr kaum möglich das Haus zu verlassen und die Welt draußen kennen zulernen. Louis dagegen ist der klassische Draufgänger, welcher durch die Straßen Berlins zieht. Beide werden von ihren Eltern zu einer arrangierten Ehe gezwungen und müssen sich mit ihrem Schicksal arrangieren, obwohl Elisa in ihren besten Freund und Arzt Wilhelm verliebt ist. Doch Elisa und Louis kommen sich näher. Es scheint alles perfekt- doch dann bricht der erste Weltkrieg aus. Ich konnte das Buch beim Lesen kaum aus der Hand legen und habe es so regelrecht verschlungen. Die Charaktere sind facettenreich und ich konnte mich mit dem ein oder anderen Charakterzug gut identifiziere. Dies wurde durch die Beschreibung des Innenlebens der Charaktere besonders untermalt und man konnte so die Entwicklung miterleben, wie beide zu starken und inspirierenden Persönlichkeiten heranwachsen. Es wurde nie langweilig, da immer wieder Unerwartetes in der Handlung passiert und man erlebt jede Höhen und Tiefe in dem Leben der Charaktere mit. Besonders gut hat mir der leichte Schreibstil gefallen, welcher dieses Buch so einzigartig und feinfühlend wirken lässt. Die Liebesgeschichte zwischen Elisa und Louis ist einzigartig und wunderschön, sodass man ganz sehnsüchtig darauf hofft im eigenen Leben so eine starke und zartfühlende Liebe erfahren zu können. Wer gerne tiefgehende und starke Liebesgeschichten mit facettenreichen Charakteren mag, der würde etwas verpassen dieses Buch nicht gelesen zu haben. Es ist eins der besten Bücher, welches ich gelesen habe. Ich freue mich schon darauf weitere Bücher von Julie Hilgenberg zu lesen.

spannende Erzählung, die zum Ende irgendwie den Ursprungsfaden verliert

Von: Evelyn K. Datum: 02. June 2020

Das Buch hat mir gut gefallen. Es lies sich flüssig lesen, die Charaktere wurden schön lebendig ausgearbeitet und auch den Schreibstil fand ich sehr ansprechend. Die damaligen Zeiten sind schön dargestellt, ich hatte durchweg einen "Film" im Kopf und konnte mich hineinversetzen. Das Thema Glasknochenkrankheit ist anfangs sehr präsent, aber ab der Hälfte des Buches ungefähr ging dieses Thema eher unter. Ich dachte, es geht um Elisa's außergewöhnliches Leben mit der Krankheit. Das rückte aber im Laufe der Geschichte in den Hintergrund. Schade, da es in meinen Augen das Hauptthema des Buches darstellt. Alles in allem ein gelungenes Buch, welches Spaß gemacht hat zu lesen. Ich kann es definitv jedem ans Herz legen, der Romane von Hedwig Courths-Mahler gern liest / gelesen hat.

Zerbrechliche oder starke Liebe?

Von: Pia Datum: 24. May 2020

Das Buch hat mir persönlich gut gefallen und ich habe es an einem Wochenende durchgelesen. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, was mir gut gefallen hat. Besonders die interessanten Charaktere haben die Geschichte lebendig werden lassen. Elisa ist von ganz anderen Problemen betroffen und überwindet diese auf ihre eigene Art. Durch ihre Krankheit mag sie zwar zerbrechlich erscheinen, doch hat sie einen starken Charakter. Man erfährt viel über ihr Innenleben, wodurch es leicht ist, ihre Beweggründe zu verstehen und mit ihr mitzufühlen. In ganz vielen Szenen prickelt es heftig zwischen den Charakteren und die Liebesgeschichte ist wunderschön. Ich wünsche jedem, dass er oder sie im Leben auch solche wunderschönen Gefühle teilen darf. Außerdem liebe ich Schokolade, was dem ganzen natürlich noch eine besondere Süße verliehen hat, da Schokolade auch ein wichtiger Bestandteil der Geschichte ist. Allerdings waren mir einige Aspekte der Handlung zu leicht zu durchschauen und vorhersehbar. Außerdem fehlte mir ein bisschen der historische Bezug. Die Personen hätte man auch ohne Probleme mit wenigen Anpassungen in ein anderes Jahrzehnt versetzen können. Ich hatte mir mehr Details zu der Lebensweise der damaligen Zeit und zu dem Umgang mit Elisas Krankheit erhofft. Fazit: Wer eine außergewöhnliche und tiefgehende Liebesgeschichte lesen möchte, der sollte sich dieses Buch unbedingt kaufen. Wer aber lieber detaillierte, historische Romane bevorzugt, der wird vermutlich enttäuscht sein.

Ein Traum

Von: JuliaGunkel Datum: 24. May 2020

Mit diesem Buch taucht man sofort ein in Die Zeit zu Beginn des 20. Jahrhundert, die zeit von Bällen und Kaffeekränzchen und Die Zeit von Kaisertreue und der Zeit wo die Frau nicht viel zu sagen hatte. Man kann sich schnell mit Elisa der Protagonistin identifizieren, ihrer Krankheit und vorallem ihrer zarten Verletzlichkeit, ihrer Gefühle und Isolation. Man versteht ihre Abneigung gegen Louis, wo sie doch von einem Leben mit ihrem Arzt Wilhelm träumt. Je länger man liest und je mehr Zeit vergeht umso mehr merkt man, wie stark Elisa wird, ihre Persönlichkeit sowie auch sie als Frau (von Louis ) . Ich habe es geliebt in ihre Welt einzutauchen und zu fühlen wie sich d eine ganz große Liebe entwickelt und zusätzlich zwei starke Persönlichkeiten daraus hervorgehen. Auch die Erzählungen von der Front waren sehr detailliert und beklemmend. Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und ich hätte gerne mehr Zeit mit Elisa und Louis verbracht.

gefühlvoller und emotionaler historischer Roman

Von: Manja Datum: 23. May 2020

Meine Meinung Mit „Das Mädchen aus Glas“ ist der erste Roman der Autorin Julie Hilgenberg erschienen. Ich wurde hier besonders vom Cover und auch vom Klappentext sehr angesprochen. Daher habe ich das eBook geladen und danach ging es auch direkt mit dem Lesen los. Die handelnden Charaktere sind der Autorin in meinen Augen sehr gut gelungen. Sie passen alle sehr gut ins Geschehen hinein, man kann sie sich vorstellen und auch die Handlungen gut nachempfinden. So lernt der Leser hier Elisa kennen. Ich mochte sie total gerne, habe die gesamte Zeit über an ihrer Seite verbracht und mit ihr mitgefiebert. Sie ist absolut liebenswert, will leben und einfach frei sein. Doch das ist nicht so einfach wie sie es sich vorstellt, denn ihr Leben ist quasi vorbestimmt. Sie muss heiraten, egal ob sie will oder nicht. Mir gefiel wie Elisa nicht aufgegeben hat, wie sie an ihre eigenen Träume geglaubt hat. Dan sind da noch Louis und Wilhelm. Jeder von ihnen hat ganz eigene Stärken und Schwächen, die sich gut ins Geschehen einfügen. Alle Charaktere entwickeln sich im Handlungsverlauf merklich weiter, was sich im Geschehen widerspiegelt. Neben den Protagonisten gibt es noch andere Figuren, die sich ebenso sehr gut in die Geschichte einfügen und jeder so ganz eigene Dinge mitbringen. Der Schreibstil der Autorin ist wirklich richtig klasse. Ich bin ohne Probleme ins Geschehen hineingekommen, kam dann sehr flüssig durch die Seiten und konnte sehr gut folgen und alles verstehen. Die Handlung konnte mich auf Anhieb total begeistern. Es ist ein Roman, der im Jahr 1913 angesiedelt ist, also kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs. Das fand ich sehr spannend, da die Autorin auch darauf eingeht. Sie hat sehr gut recherchiert, zeichnet Tragik und auch Härte sehr gut und bindet es dann ins Geschehen ein. Daneben geht es auch um Liebe und um die eigene Stärke, das man für sein eigenes Glück auch kämpfen sollte, denn es lohnt sich immer. Das alles vereint die Autorin hier in einem ganz wunderbaren Roman. Sie bringt Spannung ins Geschehen, immer wieder tauchen Wendungen auf, die das Geschehen in andere Richtungen lenken. Es wirkte einfach alles stimmig auf mich. Das Ende ist dann in meinen Augen sehr gut gelungen. Ich empfand es als passend zur Gesamtgeschichte, es macht den Roman rund und schließt alles ganz wunderbar ab. Fazit Kurz gesagt ist „Das Mädchen aus Glas“ von Julie Hilgenberg ein historischer Roman, der mich total in seinen Bann gezogen hat. Gut beschriebene Charaktere, ein sehr angenehm zu lesender flüssiger Stil der Autorin sowie eine Handlung, die ich als emotional und gefühlvoll empfunden habe und für die die Autorin sehr gut recherchiert hat, haben mir wunderbare Lesestunden beschert und mich echt auch begeistert. Absolut zu empfehlen!

Drama mit Happy End

Von: Melissa Datum: 18. May 2020

Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen, außerdem fand ich auch gut das nicht nur aus der Sicht eines Charakters geschrieben wurde. Was mich etwas gestört hatte das man anhand der Buchbeschreibung sich auf eine dramatische Liebe im Krieg eingestellt hat, was letztlich nur den letzten Akt in der Geschichte ausgemacht hat. Dennoch habe ich das Buch gern gelesen und war über das Happy End sehr glücklich.

Elisas berührende, zunächst holperige Liebesgeschichte unter dem doppelten Damoklesschwert: ihre unberechenbare Erkrankung und der drohende erste Weltkrieg

Von: Natali Bergen Datum: 18. May 2020

Schon das Cover springt einen an und lässt sie vermuten: Die wunderbare Liebesgeschichte, die zunächst die Rahmenhandlung vorzugeben scheint. Berlin, Anfang des 20. Jahrhunderts. Elisa, junges, hübsches Mädchen aus reichem Haus, leidet unter der seltenen und noch wenig bekannten Glasknochenkrankheit und kann ihr Zuhause kaum verlassen. Ihr Arzt Wilhelm erwidert wohl ihre Liebe, muss aber verzweifelt mit ansehen, wie Elisa in die arrangierte Ehe mit Louis, einem Lebemann und Draufgänger, geschickt wird. Während sich die beiden frisch gebackenen Eheleute zunächst mit starker Abneigung begegnen, kommen sie sich durch verschiedene Umstände näher und lernen einander doch lieben. Louis und Wilhelm werden nach Ausbruch des ersten Weltkriegs unabhängig voneinander an die Front geschickt. Louis wird schwer verwundet. Elisa beweist ebenso große Stärke wie das Band der Liebe, das sie mit Louis verbindet. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, der Spannungsbogen ist gut gelungen, die Liebesgeschichte schien zwar etwas vorhersehbar, war es dann aber doch nicht. Sehr gut gefallen hat mir die Entwicklung der Protagonistin von dem abhängigen, kranken Mädchen, das dann auch noch eine Vernunftehe eingehen muss, in eine starke, für ihre Liebe und Unabhängigkeit kämpfende junge Frau, die sich dann (endlich) auch für Sinnlichkeit und Erotik interessiert. Von letzterer hätte ich gerne ein bisschen mehr gehabt, die Liebesszenen waren ein bisschen zu "brav" für meinen Geschmack. In ihren Bann gezogen haben mich die präzisen, gerne blumigen Beschreibungen der damaligen gesellschaftlichen Bälle und der dort getragenen Mode. Hier fühlte ich mich ganz im Element der damaligen Zeit und konnte mir die Begebenheiten bildhaft vorstellen. Da ich einen medizinischen Hintergrund habe, kam mir jedoch einiges etwas oberflächlich vor. Sowohl die Beschreibung der Kriegsverletzungen, als auch die Glasknochenkrankheit als solche. Über letztere war wenig bekannt, aber es kam mir etwas unwirklich vor, dass Elisa anfangs ständig mit Verletzungen und Brüchen zu kämpfen hatte und später, nachdem sie ein "normales" und eher turbulentes Leben "draußen" führte, nie wieder darunter zu leiden hatte. Der historische Hintergrund hätte mehr ausgeführt werden können, war nur angerissen. Ich würde das Buch weiterempfehlen, der Unterhaltungswert ist hoch und es liest sich sehr flüssig. Das Buch vermittelt Werte wie Beständigkeit, Nachsicht und die Kunst des Verzeihens und zwar ohne den erhobenen Zeigefinger! Last but not least sind einige Tippfehler drin, die ich mir leider nicht angestrichen habe, da ich das Buch als ebook gelesen habe....

Liebe kann erblühen, täuschen, helfen...

Von: Desiree Datum: 17. May 2020

Das Buch beginnt kurz vor dem 1. Weltkrieg. Der Hauptcharakter ist Elisa eine hübsche junge Frau aus wohlhabenden Hause, die aber leider einen „Makel“ hat. Sie hat die damals noch recht unerforschte Glasknochenkrankheit. Selbst die wenigen Freiheiten die Frauen damals zugestanden wurden, kann sie nicht erleben, weil ihre Eltern in ständiger Sorge sind. Als Leser leidet man mit und hofft, dass Elisa ihr privates Glück findet. Immer wenn man glaubt jetzt bekommt sie es zu fassen, kommt es wieder zu einer Wendung. Schön ist, das die Erzählperspektiven wechseln, so dass man auch erfährt, was die anderen Charaktere denken. Ich möchte nicht zu viel verraten, es geht um das Finden der Liebe. Doch wie findet man wahre Liebe, wenn man nicht aus dem Haus gehen darf? Was ist wahre Liebe überhaupt? Was macht den für mich richtigen Mann aus? Elisa gibt auf jeden Fall auf der Suche danach nicht auf, auch wenn sich Hindernisse in den Weg stellen. Mir hat das Buch gut gefallen, weil man eine Idee von dem Frauenbild um 1900, von der Technik, der Forschung und der großen Schere zwischen arm und reich bekommt. Viel Spaß beim Lesen.

Ein sehr emotionaler und spannender Roman

Von: Dias89 Datum: 16. May 2020

Das Buch ist so flüssig geschrieben, dass ich es jetzt sehr schnell durch hatte. Elisa, die Protagonistin des Buches, ist eine starke Frau, die in eine Ehe gezwungen wird. Doch trotzdem entwickelt sich daraus die Liebe ihres Lebens und auch ihr Ehemann hat sich geändert. Der Roman handelt von Veränderung. Dass man jemandem eine Chance geben sollte, sich von seiner besten Seite zu zeigen und nicht vorurteilen sollte. Und, dass man stark im Leben sein sollte, egal, was auch passiert. Durchhalten und das Beste draus machen. Wundervoller Roman mit Werteübermittlung, Gefühl und Spannung. Dias89

wunderbar gefühlvoll und trotzdem spannend

Von: Sandra Datum: 15. May 2020

Das beste Buch das ich seit langem gelesen habe. Ich konnte komplett in die Geschichte eintauchen und hatte das Buch sehr schnell durch, da überhaupt keine Längen drin waren. Die Charaktere wurden so gut beschrieben, dass das was sie sagen, denken und tun absolut stimmig erscheint und man das Gefühl hatte mitten im Geschehen dabei zu sein. Ich habe sehr viel mit Elisa, Louis und Wilhelm mitgefiebert. Die Missverständnisse und kleineren Intrigen haben dem Buch eine gewisse Spannung verliehen, die mir sehr gut gefallen hat. Die Gefühle kommen auch überhaupt nicht zu kurz und ich muss gestehen, dass ich am Ende sogar ein paar Tränchen vergossen habe. Wirklich ein ganz tolles Buch welches ich auf jeden Fall weiterempfehlen werde.

Starke Charaktere in bewegten Zeiten

Von: Gudrun4 Datum: 15. May 2020

Dieses Buch hat mich sehr berührt. Elisas Krankheit schien ihr für ein eigenständiges Leben keinen Spielraum zu lassen, ihre Eltern bestimmten alles. Zu lesen, wie sie durch Unvoreingenommenheit, Beobachtungsgabe, Respekt und klaren Verstand lernt, ihre Mitmenschen nach und nach besser einzuschätzen, ihre Qualitäten oder auch miesen Charakterzüge zu erkennen und durch Beharrlichkeit ihr eigenes Leben selbst in die Hand zu nehmen – das ist spannend und außergewöhnlich. Die Handlung spielt im Berlin der Jahre 1914 bis 1919, einer bewegten Zeit, die durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges viel Leid über große Teile der Gesellschaft gebracht hat. Man musste aber auch erfahren, dass es vor allem in der Oberschicht, zu der Elisa ja gehört, durchaus viele Befürworter eines Krieges gibt. In einer klaren, eindringlichen Sprache zeichnet die Autorin Bilder, die wie ein Film beim Lesen entstehen. Trotz teilweise ziemlich verstörend realistischer Kriegsszenen oder gerade deshalb überwiegt die positive Grundstimmung des Buches. Ein so willensstarker Charakter wie Elisa schafft es, selbst ihrem schwierigen Ehemann seine eigenen Stärken bewußt zu machen und seine Frau zu respektieren. Die Vorurteile gegenüber Frauen, die unkonventionell leben oder sich gar offen gegen die vorherrschenden gesellschaftlichen Normen stemmen, machen Elisas Situation keineswegs einfacher. Wie sie unbeschadet durch alle noch so ausweglos scheinende Situationen kommt, lässt einen bis zum Schluss mitfiebern. Ich konnte mich der Spannung kaum entziehen und habe das Buch fast in einem Zug gelesen. Sicher soll dieses Buch nicht politisch sein, es wird allen gefallen, die gute und nicht nur oberflächlich romantische Unterhaltung suchen. Dennoch hat es mich recht nachdenklich zurück gelassen, nicht zuletzt durch Absätze wie die folgenden: „Wilhelm, eigentlich Pazifist, war erleichtert gewesen, als der Krieg über das Deutsche Reich hereingebrochen war. Er schämte sich, so zu empfinden, aber ändern konnte er es auch nicht…. ...Durch Verstädterung, Mobilität und Technisierung hatte man eine nervöse, verweichlichte und degenerierte Gesellschaft herangezüchtet. Ein Krieg würde die Menschen wieder abhärten. Andere Kollegen gingen noch weiter und waren der Ansicht, dass ein Krieg als eine Art Prüfstein diejenigen aussortieren würde, die schwach und faul waren. So weit würde Wilhelm niemals gehen wollen, doch er begriff schnell, dass es vor allem die Intellektuellen waren, die einen Krieg begrüßt hatten. Wohingegen seine Patienten der Arbeiterklasse recht still wurden, kam man auf den Krieg zu sprechen.“ Auch wenn die Liebesgeschichte vielleicht ein paar märchenhafte Anklänge hat und von manch glücklichem Zufall lebt, es ist ein Roman, den ich gerne weiterempfehle.

eine außergewöhnliche Liebesgeschichte zu Anfang des 20. Jahrhunderts

Von: Sani Datum: 13. May 2020

Zwei Menschen, deren Leben nicht gegensätzlicher sein könnte: Elisa, Tochter eines Süßwarenfabrikanten, die wegen ihrer Glasknochenkrankheit von früher Kindheit an von den Eltern teilweise mit Medikamenten überbehütet wird und das sichere Haus nicht verlassen darf. Louis, der Bankierssohn, der früh seine geliebte Mutter verlor und seitdem als Rebell in der Familie durch sein ausschweifendes Leben auffällt. Beide mit der Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe. Als Elisa und Louis zum Wohle der jeweiligen Familienunternehmen miteinander verheiratet werden, können sie sich nicht ausstehen. Mit der Zeit lernen sie einander kennen und respektieren. Sie verhelfen einander zu dem, was sie sich lange gewünscht haben; Elisa lernt mit Louis die Freiheit und das Leben kennen, Louis erfährt mit Elisas Unterstützung den Respekt und die Anerkennung seines Vaters. Eine tiefe Liebe entwickelt sich, die Vieles zu meistern hat. Elisa muss sich zwischen zwei Männern entscheiden, Louis bekommt ein uneheliches Kind, die Süßwarenfabrik wird rückläufig. Und dann kommt es zum 1. Weltkrieg, und Louis wird einberufen. Werden Elisa und Louis sich wiedersehen? Ich habe das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen. Die Geschichte war so mitreißend, die Akteure so bildhaft dargestellt, dass ich mich mitten drin gefühlt habe. Es war spannend, wie sich die Beziehung von Elisa und Louis entwickelt hat, und traurig, wie sie durch den Krieg auseinander gerissen wurden. Ich möchte das Buch zu 100% weiter empfehlen.

Leichte Unterhaltung

Von: Vicky Datum: 12. May 2020

Eine nette Geschichte über das eingeschränkte Leben einer jungen Frau. Sie versucht sich aus ihrem Käfig zu befreien und dabei die Liebe zu erfahren. Für mich leider zu schwach. Die Handlung ist ohne großen Höhen und Tiefen.

Schön zu lesen

Von: Gartenfee Datum: 07. May 2020

Inhalt: Berlin, 1913. Elisa leidet unter der seltenen und wenig erforschten Glasknochenkrankheit, weshalb sie ihr wohlbehütetes Zuhause kaum verlässt. Louis ist ein Draufgänger und liebt das Risiko. Die von den Eltern vereinbarte Eheschließung erscheint ihnen zunächst wie eine Bestrafung – zumal Elisa in ihren Arzt Wilhelm verliebt ist. Doch während der Erste Weltkrieg heraufzieht, kommen Elisa und Louis sich näher. Als die beiden Männer an die Front müssen, zeigt sich, wie stark Elisa wirklich ist – und sie erfährt, was es bedeutet, wahrhaftig zu lieben. Ganz am Anfang habe ich ja gedacht: Okay, zwangsverheiratet, einen anderen lieben, am Schluss kriegen sie sich! Doch weit gefehlt, wie die Inhaltsangabe ja vielleicht schon andeutet. Die Geschichte um Elisa wird schön erzählt, ich hatte wenig Mühe, am Ball zu bleiben, so sehr hat mich diese Geschichte berührt. Das Buch liest sich einfach gut, es gibt zwar keine Spannung wie im Krimi und auch sonst kein reißerisches Geschehen, aber die kleinen Missverständnisse und Mini-Intrigen machen das Buch durchaus interessant. So ist man immer wieder hin und her gerissen, ob Elisa und Wilhelm zusammen kommen, ob Louis bei seiner Geliebten bleibt oder ob Elisa und Louis zueinander finden. Mir hat es gefallen! Und eigentlich bin ich bei Büchern in dieser Zeit immer wieder entsetzt, wie wenig eine Frau wert war (Eine Frau sollte schmückendes Beiwerk des Mannes sein und sich ansonsten um Haushalt und Kinder kümmern)...

Entdecke die Welt auf eigene Faust!

Von: Carolin E. Datum: 06. July 2021

Ein schönes Buch, das den Lesenden sanft mitnimmt in die Welt gut situierter Familien zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ich fühlte mit Elisa, als sie das erste Mal das Gras unter ihren Zehen spürte und sie plötzlich begann, das Leben und die Welt außerhalb des einengenden Familienlebens zu entdecken. Ich denke, wir sollten uns öfter, wie Elisa durch die Welt bewegen, öfter die Dinge um uns herum so ansehen, als ob wir sie das erste Mal sehen würden, und die kleinen Wunder des Alltags erkennen.

Sehr schöner Roman mit Tiefgang

Von: Rund um die Familie Datum: 08. December 2020

Mich hat die berührende und sehr emotionale Geschichte sehr gefesselt und ich kann es jedem empfehlen, der auf historische Romane mit Tiefgang wert legt.

Elisa - zerbrechlich wie Glas

Von: cule.jule Datum: 07. December 2020

Ein Mädchen aus Glas. Glas wegen ihrer Knochen. Elisa leidet an der Glasknochenkrankheit, wodurch ihr Alltag eingeschränkt wird. Oder nicht? "Vorsicht Spoiler!" Diesen Roman mit seinen 512 Seiten habe ich nur in wenigen Tagen gelesen. Als Leser bin ich in eine Welt rund um das Jahr 1913 in Berlin und Umgebung eingetaucht. Mittelpunkt der Geschichte ist Elisa, Tochter aus feiner Gesellschaft und einer angeborenen Krankheit aufgrund eines Genfehlers - der Glasknochenkrankheit. Daher wird Elisa von ihren Eltern von Kindheit an (durch ihre vermehrten Knochenbrüche) im Haus bespaßt und nur unter Aufsicht und in Begleitung nach draußen geführt. Mit 24 Jahren jedoch wird Elisa "zwangsverheiratet" mit Louis - Bankierssohn - ebenfalls aus sehr guter Gesellschaft. Die Heirat dient eher als Zweck für das Ansehen und der Firmen von den jeweiligen Vätern der Verheirateten. Und somit beginnt ein Zusammenwachsen der beiden Eheleute. Einerseits die ängstliche Elisa, andererseits der Lebemann Louis. Durch die Hoch und Tiefs einer Ehe und den Schicksalsschlägen nähern sich beide mit der Zeit an und verlieben sich. Ich persönlich fand den Schreibstil wunderbar. Die bildhafte und moderne Sprache ließen mich als Leser die Worte aufsaugen. Gemocht habe ich es, wenn die Protagonisten im Jahr 1913 durch Berlin zogen, und in der Geschichte Orte, wie diese zur damaligen Zeit waren, aufgegriffen wurden. Dadurch habe ich sogar noch Neues über Berlin erfahren dürfen. Die Szenen waren realistisch und sind trotz der Thematik nicht ins "Seichte" abgedriftet. Obwohl mir einige Entwicklungen dann doch zu vorhersehbar waren. Die Person Louis fand ich persönlich am interessantesten durch die positiven und negativen Charaktereigenschaften. Für mich war diese Person am authentischsten. Von der Person Elisa hätte ich mir mehr Stärke, Tiefgründigkeit und Reflexion gewünscht. Obwohl das Frauenbild aus dieser Zeit von der Autorin gut eingefangen wurde, wirkte Elisa auf mich zu jammernd und zu fordernd. Das Ende hat mir persönlich nicht ganz gefallen. Hier ist die Geschichte für mich in das "Leichte" abgerutscht und wirkte eher für mich wie Balsam für das Herz. Trotzdem ist dies ein wunderbarer Roman, den ich jedem empfehlen kann, der sich auf eine mitfühlende und zarte Geschichte einlassen möchte.

Eine historische Liebesgeschichte aus dem Jahr 1913

Von: Petra Radtke Datum: 11. November 2020

Dieses Buch hat mich von Anfang an gefesselt und sehr bewegt. Die Hauptheldin, Elisa ist an der Glasknochenkrankheit erkrankt, die zu der damaligen Zeit, 1913, noch kaum erforscht worden ist. Um möglichst Knochenbrüche zu verhindern, wird Elisa mit Tabletten ruhig gestellt und verlebt ihre Kindheit und Jugend abgeschottet im Haus ihrer Eltern. Einziger Lichtblick in dieser Zeit sind die Besuche von Wilhelm, der Sohn ihres Hausarztes, der später ihre Behandlung übernimmt. Um die Schokoladenfabrik ihres Vaters zu retten, wird von ihm ihre Hochzeit mit Louis, den Sohn eines Bankiers arrangiert. Louis ist ein Luftikus, der jedem Rock hinterherläuft, auf Partys geht und vom Geld seines Vaters lebt. Die Ehe besteht anfangs nur auf dem Papier, denn er hat keinerlei Gefühle zu Elisa, die er nur als Krüppel ansieht. Diese wiederum hat Gefühle zu Wilhelm entdeckt, der sich aber wiederum nicht getraut seine Gefühle ihr gegenüber zu offenbaren... Die Autorin nimmt uns mit auf eine Zeitreise und es gelingt ihr gut in ihrer Schreibweise, dem Leser die damalige Zeit mit all ihren Problemen näher zu bringen. Die Rechte der Frauen werde unterdrückt und ihr Leben ist abhängig von einer gut arrangierten Heirat. Während die Männer ihr Leben weiterführen können, wie sie es wünschen, haben die Frauen zu Hause auf ihren Mann zu warten und sind für den Haushalt und das Vorbereiten von Feiern zuständig. So verzweifelt Elisa am Anfang über die arrangierte Ehe ist, bedeutet es für sie immer mehr Freiheit und sie lernt das Leben neu lieben und auch ihre eigenen Wünsche umzusetzen. Die Handlung wird überschattet vom 1. Weltkrieg und auch hier gelingt es der Autorin sehr gut die Grausamkeiten des Krieges und die dadurch entstehenden Wendungen in den Schicksalen der Menschen zu verdeutlichen. Ob es für Elisa und Louis eine positive Wendung in ihrer Ehe gibt und was aus Elisas Jugendliebe zu Wilhelm wird, kann der Leser in diesem Buch erfahren.

Eine Liebe zerbrechlich wie Glas, mit vielen Hindernissen.

Von: travelbooksandcoffee Datum: 21. October 2020

„Es ist leicht, nach jemandem zu treten, der bereits am Boden liegt. Jemandem die Hand zu reichen und aufzuhelfen, verlangt einem weit mehr ab.“ @julieheiland beschreibt in ihrem gefühlvollen Roman eine tragische Liebesgeschichte, die mich regelrecht gefesselt und bewegt hat. Es beginnt 1913 in Berlin... Das Schicksal Elisas hat mich durch ihre Erkrankung aufgewühlt und mir eine neue Sichtweise präsentiert. Sie ist warmherzig und stark, und wird mit einer Menge an Verboten und Beschränkungen konfrontiert. „Gefühle, mein liebes Kind, haben keine Bedeutung“ Elisa fühlt sich eingesperrt und leidet unter den strengen Regeln ihrer Eltern, aber sie kämpft um ihr Glück. Mehr möchte ich von der Handlung gar nicht verraten. Es war weder zu langatmig, noch überstürzt. Die Charaktere, mit ihren menschlichen Ecken und Kanten, haben diese Geschichte so besonders gemacht. „Ich habe so viele Knochen, die du brechen könntest, aber du brichst mir genau mein Herz.“ Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd, durchdringend und individuell. Man kann nicht aufhören zu lesen. Es beinhaltet so eine wundervolle Message und hat mich auf jeder Seite, mit jedem Satz und jedem Wort berührt. Herzlichen Dank an @bloggerportal @randomhouse für diesen großartigen und bewegenden Roman! Unbedingte Leseempfehlung!

Die Liebe gewinnt

Von: Klaudia K. Datum: 19. October 2020

Der emotional sehr berührende Roman "Das Mädchen aus Glas" von Julie Hilgenberg bietet seinen Lesern ein ganz besonders schönes Leseerlebnis. Die Handlung setzt in Berlin um das Jahr 1913 ein. Elisa von Treue leidet seit ihrem siebten Lebensjahr an der Glasknochenkrankheit, das sie an einem normalen Leben nicht teilnehmen läßt, weil sie schon durch kleinste Unachtsamkeiten schwerwiegende Knochenbrüche riskiert. Sie ist in ihrem elterlichen Zuhause gefangen und durch die besondere Rücksichtnahme völlig überbehütet. Ihr einziger Lichtblick ist ihr Jugendfreund Wilhelm, der nun auch ihr behandelnder Arzt ist. Ihr Vater arrangiert eine Ehe für sie mit Louis, dem Sohn des Privatbankiers Emil Lindquist. Die Zweckehe soll den Erhalt der Schokoladenfabrik absichern. Elisa empfindet diese Zumutung zunächst als Bestrafung, denn sie ist in Wilhelm verliebt, doch während ihrer Ehe mit Louis nähern sich die Ehepartner an und Elisa entdeckt schließlich welche Befreiung die Ehe mit Louis für sie letztendlich bedeutet. Schließlich möchten Elisa und Louis sogar ohne einander gar nicht mehr sein. Elisa ist eine elfenhaft wirkende, zarte Schönheit, die sich in ihrem Leben kämpferisch und mit viel Gefühl und Intelligenz behauptet. Als Louis ihren wahren Charakter entdeckt, ist es um ihn geschehen. "Seine" Elisa ist für ihn die reine Inspiration und seine Energiequelle zugleich. Ohne sie mag er nicht mehr leben. Bevor er Elisa kennen lernte war Louis ein junger Mann, der aus dem Vollen schöpfte und im schlechtesten Sinn des Wortes ein Weiberheld. Elisa gelang es seinen tief verborgenen Charakter herauszuschälen, was ihn erstaunlich veränderte: Er wurde liebevoll und einfühlsam. Elisa und Louis wurden im Laufe der Zeit zu einem Traumpaar. Hier erfährt der staundende Leser, was Liebe in Menschen bewirken und hervorbringen kann. Elisa war im Elternhaus folgsam und eingesperrt. In ihrer Ehe erfuhr sie, was Freiheit ist und lernte die Welt aus ganz anderer Sicht kennen. Es erschließt sich ihr ein Leben in welchem sie aufblühte und schließlich eine herrlich faszinierende Weiblichkeit ausstrahlte. Sie wächst über sich hinaus und kann auch ihrer Konkurrentin mit Liebe begegnen. Als dramatische Wendung rollt der erste Weltkrieg über die Nationen hinweg. Louis und Elisas Arzt Wilhelm müssen an die Front. Von nun an beginnt das große Bangen... Der Autorin gelang auf bemerkenswert faszinierende Weise eine beeindruckende Weiterentwicklung der Charaktere im Laufe des Romans. Die vielen in die Geschichte eingewobenen Emotionen umgeben die nahezu historisch-präzise zeitgemäße Darstellung der Romanwelt. In jener Zeit war die Glasknochenkrankheit noch nicht erforscht. Dies war auch der Grund warum Elisa von der Außenwelt isoliert wurde. Ihr damit verbundenes Schicksal wird den Leser zu tiefst berühren, denn die aufgezwungene, übertriebene Isolation macht Elisa zu einem sehr einsamen Menschen. Nur die Besuche Wilhelms und das Lesen waren die einzigen Lichtblicke im abschottenden Elternhaus. Der wunderbare Schreibstil von Julie Hilgenberg fesselt seine Leser über die schwungvolle, mühelos zu lesende Sprache sofort an diesen Roman. Herrlich lebensecht skizzierte Charaktere, deren erstaunliche Entwicklung und die vielen hautnah miterlebbaren Emotionen sind ein ganz besonderes Leseerlebnis. Ich litt mit Elisa und ärgerte mich über Louis, doch zum Schluss bangte auch ich um ihn und durfte die glücklichen Momente des Ehepaars mitempfinden. Besonders gelungen fand ich auch Louis Tante Florence. Diese Romanfigur, über die der Leser ganz sicher häufig schmunzeln wird, spielt im Lauf der Geschichte häufiger die Rolle der "guten Fee". Der außerordentlich gut gelungene Roman bietet einen Blick auf das Thema der von Eltern arrangierten Zweckvermählung, die im Europa noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den gesellschaftlich höheren Kreisen nahezu üblich war. Für mich war der Roman "Ein Mädchen aus Glas" ein echtes Highlight in diesem Romanjahr.

Sanfte, aber tiefgehende Geschichte, die zum Träumen einlädt!

Von: elisalovesbooks Datum: 06. October 2020

Stellt euch vor, ihr stoßt durch Zufall auf ein Buch, das euch neugierig macht, und beim Lesen bemerkt ihr immer mehr, dass euch der Protagonist unfassbar ähnelt. Stellt euch vor, ihr findet ein Buch, was quasi über euch geschrieben wurde. Genau das ist mir nämlich hiermit passiert! Und damit steigen wir gleich mit dem größten Pluspunkt überhaupt ein. Der Fakt, dass die Protagonistin meinen Namen trägt und die Geschichte mein persönliches Rezept für ein gutes Buch sein könnte, machte mich sofort Feuer und Flamme auf dieses Werk. Also stürzte ich mich hellauf begeistert in die Geschichte und wurde keineswegs enttäuscht! Mit jeder Seite merkte ich immer mehr, dass mir Elisa unglaublich ähnlich ist. Also nicht dieses "ich kann mich ganz gut mit ihr identifizieren und teile ihre Gedanken"-ähnlich, sondern dieses "wtf die Autorin kennt mich doch gar nicht wie kann das sein omg das bin einfach ich"-ähnlich! Ehrlich, es war fast gruselig! Abgesehen von der Krankheit (Gott sei Dank) stimmt fast alles: Das Aussehen (lange braune Haare, blaue Augen, die Figur, selbst das Muttermal im Gesicht), die Art (sanftmütig, naiv, vorsichtig, detailverliebt, stets freundlich) und ihre Gedanken über die Welt, welche sie genau beobachtet. Wirklich faszinierend, quasi von sich selbst zu lesen. Auch verzaubern konnte mich die ganze Konzeption dieser Geschichte. Es deckt alle meine liebsten Handlungen ab: es ist historisch, beinhaltet eine tolle Liebesgeschichte und behandelt dabei noch so viele wichtige Themen wie der Umgang mit einer solchen Krankheit, Belästigung, die Verhältnisse damals, die Schrecken des Krieges, die engstirnige Gesellschaft, und noch viel mehr! Ich habe das Gefühl, dass dieses Buch so viel abdeckt im Vergleich zu der Seitenanzahl. Der Klappentext verrät wirklich nur einen Bruchteil dessen, was passiert. Elisas Entwicklung war toll, genauso wie der langsame Aufbau der Liebesbeziehung. Doch leider ging dieses Sanfte, Entschleunigte und Behutsame mit wachsender Seitenanzahl verloren. Nicht ganz verloren, aber ich hatte gegen Ende, besonders als es um die Kriegserlebnisse ging, das Gefühl, dass die Seitenzahl nicht mehr ausreichte, um die vielen Geschehnisse in dem gleichen Tempo zu erzählen. Es wirkte ein wenig gehetzt, gequetscht, was dem Ganzen die Nahbarkeit nahm. Das fand ich schade, da ich auch doppelt so viele Seiten in dieser Geschichte verbracht hätte, um dafür durchgehend so ein intensives, detailreiches Leseerlebnis zu haben. Aber man weiß ja nicht, welche Hintergründe dahinter stecken, vielleicht Vorgaben, die eingehalten werden mussten! Für diesen Schreibstil finde ich eine ordentliche Länge aber wirklich wundervoll, denn er zeichnet sich aus durch Liebe zum Detail, tollen Beschreibungen (die Kleider!) und der Fähigkeit, Szenerie und Emotionen kunstvoll zu erschaffen. Teilweise habe ich mich selber auch darin erkannt und davon inspirieren lassen, da ich meinen Schreibstil auch dadurch auszeichnen möchte. Insgesamt lässt sich meine Begeisterung für dieses Buch keineswegs trüben! Dafür ist mir dieses Werk zu wichtig und persönlich. Wenn mich das nächste Mal jemand nach einem meiner liebsten Bücher fragt, um mich näher kennenzulernen, drücke ich demjenigen diese Geschichte in die Hand. Demnach ist es ein absolutes Jahreshighlight und, mehr noch, ein persönliches Lebenshighlight von mir❤ Ich wünsche das jedem, so ein Buch zu finden, was für einen selbst perfekt ist! Also verdiente 10/10 Sterne! ✒Lieblingszitat: "Mit meiner Geschichte will ich dir sagen, dass das Leben nun mal so ist. In einem Moment ist es wunderschön, im nächsten ist es grausam. Man hat Träume, man macht Pläne - und auf einmal schlägt das Schicksal zu, und alles ist anders. Aber es geht immer irgendwie weiter. Immer."

Ich hatte mir mehr von dem Roman versprochen ...

Von: Isabel (engi) Datum: 16. September 2020

Zum Thema Glasknochenkrankheit hatte ich schon einiges gelesen und wartete deshalb mit Spannung darauf „Mädchen aus Glas“ in der Hand halten zu dürfen, das in einer Zeit spielt, in der Vieles in der Medizin noch in den Kinderschuhen steckte. Umso größer war dann meine Enttäuschung als ich beim Lesen feststellen musste, dass die Glasknochenkrankheit hier nur eine recht geringe Nebenrolle spielte. In den Anfängen brach sich die arme Protagonistin Elisa zuweilen ein Körperteil, was dann aber ohne großes Aufheben auch rasch wieder heilte. Damit war die Osteogenesis Imperfecta, wie der lateinische Name dieser Krankheit lautet, auch schon abgehandelt. Viel schlimmer waren wohl die Medikamente, mit denen Elisa ruhiggestellt wurde aber mehr möchte ich dazu nicht verraten. Ansonsten ähnelt der Roman den vielen anderen Büchern, die zurzeit auf dem Markt sind und in der Zeit um den Ersten Weltkrieg spielen. Eine unglücklich verliebte junge Frau – Elisa, ein Mann – Louis, der sie nicht verdient und ein Mann - Wilhelm, für den sie unerreichbar bleibt, vermischt mit ein wenig Schokoladenvilla und der berühmten Völkerschau. Das war mir zu wenig und das Wenige zu kitschig. Ich vergebe drei von fünf Sternen, da es die Autorin Julie Hilgenberg dennoch geschafft hat, einen flüssig zu lesenden Roman daraus zu kreieren. Ich habe das Gefühl der Markt scheint einfach ein wenig übersättigt mit dieser Art von Romanen. Für mich muss nun auf jeden Fall erstmal wieder ein Krimi her.

Zarte Liebes-Geschichte vor historischen Hindergrund

Von: mirabellaparadise Datum: 19. August 2020

Bei diesem Historienroman handelt es sich um eine mitreißende, zu Tränen rührende, zarte Liebes-Geschichte, die größtenteils in Berlin in den Jahren vor und während des 1. Weltkrieges spielt. Die Protagonistin Elisa wurde im Alter von 7 Jahren, nachdem ihre Erkrankung „Osteogenesis imperfecta“ (Glasknochenkrankheit) nach mehreren Knochenbrüchen diagnostiziert wurde, von ihren Eltern aufgrund dessen „auf Watte gepackt“ und durfte das Haus nicht mehr verlassen. Umso mehr war ich verblüfft, dass sie von ihrem besorgten Vater mit einem stadtbekannten „Tunichtgut“, nur, um die Schokoladenfirma zu retten, zwangsverheiratet wurde. Arrangierte Hochzeiten zwischen Adel, Bankiers- und Fabrikantenkindern waren damals üblich. Allerdings war ihr Ehemann „Louis“ bekannt für Affären, Spielschulden, Schlägereien und Saufgelage. Er konnte weder eine abgeschlossene Ausbildung noch ein abgeschlossenes Studium vorweisen. Der ihr treu ergebene Arzt Wilhelm, in den sie ebenfalls verliebt war, war leider nicht standesgemäß. Im weiteren Verlauf der Geschichte habe ich mich gewundert, dass Elisa kurz nach ihrer Eheschließung trotz Tanzepisoden und anderen sportlichen Aktivitäten keinerlei Knochenbrüche erlitten hat. Ich habe einige Recherchen angestellt und erfahren, dass es bei dem Typ 1 der Glasknochenkrankheit, unter dem Elisa leidet, nach der Pubertät zu weniger Brüchen kommt. Die Autorin beschreibt sehr anschaulich die Sitten, den technischen Fortschritt und die Mode in den Jahren 1913-1918. Man hört die pompösen Kleider bei sog. „Salons“, in der Oper usw. beim Lesen gerade zu rascheln. Einige zeitgeschichtliche Abschweifungen in Bezug auf Politik, wie z.B. der Frauenbewegung, Gewerkschaftsbildungen, das Leben der Soldaten an der Front usw. bereichern diesen Roman. Ob es ein Happy End gibt möchte ich nicht verraten.

So muss Liebe sein

Von: Sabrina S. Datum: 08. August 2020

Gemeinsam mit dem "Mädchen aus Glas" tauchen wir in das gesellschaftliche Leben Berlins kurz vor dem ersten Weltkrieg ein und erleben es gemeinsam mit Elisa. Julie Hilgenberg beschreibt in den ca. ersten beiden Dritteln des Buches die Entwicklung von Elisa sowie allen weiteren Hauptcharakteren so einfühlsam und nachvollziehbar wie es kaum jemand schafft. Geschickt integriert sie bekannte Persönlichkeiten dieser Epoche oder süße Versuchungen ;) Im letzten Drittel werden aus meiner Perspektive zu viele, wenn auch spannende, Themen nur angerissen, was ich etwas schade finde. Hier hatte die Autorin scheinbar noch viele Ideen, die einen Platz finden sollten. Ich habe den Roman dank des guten Starts dennoch gerne und neugierig zu Ende gelesen und kann ihn weiterempfehlen. Vor allem wer historisch gut eingebettete Liebesromane gepaart mit Nebensträngen über Familie, Freundschaft und vieles mehr mag, wird dieses Buch lieben.

Die wahre Liebe geht manchmal besondere Wege

Von: Sommerlese Datum: 30. July 2020

Der historische Roman "Das Mädchen aus Glas" von Julie Hilgenberg erscheint im Diana Verlag. Berlin, 1913: Elisa wächst als Fabrikantentochter zurückgezogen und sehr behütet auf, man umsorgt sie wie ein rohes Ei, denn seit ihrer Kindheit weiß man, dass sie an der seltenen Glasknochenkrankheit leidet. Als sie im heiratsfähigen Alter ist, arrangiert ihr Vater eine Ehe mit dem Draufgänger Louis, dabei gehört Elisas Herz ihrem Arzt Wilhelm. Das junge Paar Elisa und Louis kommt sich näher und als der ErsteWeltkrieg seine Soldaten an der Front fordert, zeigt Elisa wahre Stärke. Dieser Roman mutet wie ein klassischer historischer Roman an, das Thema junge Frau liebt einen Mann, muss aber eine arrangierte Ehe eingehen, ist auch nicht neu. Aber die Umsetzung dieser Geschichte ist der Autorin perfekt gelungen, denn sie baut neben vielen Emotionen und zeitgemäßen Schilderungen des Zeitgeists auch eine stete Weiterentwicklung der Charaktere ein, die mich bis zum Ende gefesselt und ergriffen hat. Um 1900 war die Glasknochenkrankheit noch nicht groß erforscht. Die daran erkrankte Elisa wird geschont und mehr oder weniger vor der "gefährlichen" Außenwelt abgeschirmt. Ihre einzige Ablenkung ist der Kontakt zu ihrem Jugendfreund Wilhelm, der auch ihr behandelnder Arzt ist. Doch Elisas Vater sorgt sich um den Fortbestand seiner Schokoladenfabrik und arrangiert eine Ehe mit Louis, einem Bankierssohn. Louis ist nicht an Elisa interessiert und umgekehrt genauso, doch sie fügen sich dem väterlichen Willen. Das ungewohnte Schicksal Elisas hat mich durch ihre Erkrankung und ihren zurückgezogenen Lebensstil ergriffen und mir eine neue Sichtweise vermittelt. Sie gibt der Geschichte einen tieferen Sinn, hier stehen nicht nur das Liebesgeplänkel oder die Zwangsverheiratung im Mittelpunkt, sondern das Leben einer kranken jungen Frau, die vom Leben abgeschirmt wird. Mit diesem Buch taucht man tief in die besondere Liebesgeschichte ein, aber auch in die spezielle Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs. Die Beziehung zwischen Elisa und Louis ist durch ihre verschiedenen Charaktere sehr interessant, beide stoßen sich ab und haben doch im Laufe der Zeit Vertrauen und Gefühle füreinander, die in Elisas Fall mehrfach verletzt werden. Man bekommt sehr bildhaft die damalige Lebensweise vorgestellt, eine detailreiche Beschreibung von Lebenstil, Personal, Einrichtung und Kleidungsstil mitsamt Korsett zeigt die obere Gesellschaftsschicht aus nächster Nähe. Aber auch die Lebensbedingungen der kleinen Leute werden deutlich und im Krieg vermögen die dramatischen Angriffe und Handlungen zu fesseln und das enorme Ausmaß an Leid und Elend realistisch zu vermitteln. Der eingängige und bildhafte Schreibstil der Julie Hilgenberg macht es sehr leicht, dem Roman gefesselt zu folgen. Auch die Charaktere bekommen soviel Leben, Emotionen und spezielle Eigenheiten eingehaucht, die einfach nur mitreißen und überzeugen. Zwischen dem Ehepaar wächst5 die Liebe allmählich immer mehr an und einige romantische Briefe und Dialoge sorgen für schöne Momente, die nahe gehen und von großer Liebe zeugen. Ihr gemeinsamer Lebensweg hat einige Überraschungen parat, die nicht immer heile Welt bedeuten, doch es ist erstaunlich, wie Elisa an sich und ihrer Liebe wächst und stärker wird und damit zu einigen Handlungen fähig ist, die man ihr anfangs nicht zugetraut hätte. Meine absolute Leseempfehlung von mir für diesen schönen, ergreifenden Roman!

Emotional, zart und echt - dieser Roman trifft den Leser mitten ins Herz

Von: lisaszeilen Datum: 30. July 2020

Die junge Elisa leidet unter der seltenen Glasknochenkrankheit, die ihre Knochen ebenso leicht und schnell wie Glas zersplittern lässt. Aus Angst um ihre Tochter sperren Elisas Eltern sie zu Hause ein und versuchen ihr ein behütetes sowie sicheres Leben zu ermöglichen. Louis ist als echter Draufgänger das völlige Gegenteil von ihr. Und doch kreuzen sich überraschend ihre Wege kurz vor dem ersten Weltkrieg. Denn Louis soll Elisa heiraten, um den Familienimperium Sicherheit zu gewährleisten - obwohl ihre Herzen bereits an jemand anderen vergeben sind... Ebenso zart wie die Protagonistin und die Geschichte wirkt das Cover dieses Buches auf den Betrachter. Durch die gewisse Eleganz und Schlichtheit entfaltet es seine ganze Wirkung und macht so auf sich aufmerksam. Ganz ähnlich erging es mir auch mit dem Schreibstil der Autorin. Ich würde ihn nicht als besonders spannend oder aufregend bezeichnen, sondern viel eher als sanft, dadurch aber nicht minder angenehm. Julie Hilgenberg schreibt flüssig, auf eine eigene Art und Weise packend, modern und zugleich doch passend zu der ausgewählten Zeitepoche. Sie reißt die wichtigsten historischen Ereignisse und die damalige Mentalität an, fokussiert sich hauptsächlich jedoch auf die Protagonisten und deren Beziehung zueinander, sodass diese ihre volle Wirkung entfalten können. Das habe ich als sehr passend gefunden, denn genau das macht "Das Mädchen aus Glas" so einzigartig. Louis und Elisa sind zwei vollkommen verschiedene Charaktere und zu Beginn scheint das Vorhaben, eine Brücke zwischen den beiden zu bauen, unerreichbar. Sie stoßen sich wie zwei gleich gepolte Magnete ab und lassen den jeweils anderen einfach nicht näher an sich heran. Dabei handelt es sich aber nicht um ein langweiliges und ermüdendes Hin und Her, sondern um eine wunderbare Entwicklung, die sehr authentisch beschrieben wird und nicht schlagartig - an dieser Stelle musste ich an Amor und seine Pfeile denken - geschieht, sondern Stück für Stück wächst. Währenddessen schleichen sich die beiden Figuren immer mehr in das Herz des Lesers, lassen ihn, ebenso wie sie selbst es tun, leiden aber auch Freude empfinden. Sie haben mein Herz erhellt und mich mit ihrer Echtheit berührt, sodass ich mich am Ende der Lektüre nicht von ihnen verabschieden wollte. Dieser Roman überzeugt jedoch nicht nur durch seine Protagonisten, sondern auch mit gesellschaftlichen Aspekten ebenso wie mit Details zu Elisas Krankheit. Authentisch werden der Umgang damit, die Hindernisse, die sich dadurch in den Weg stellen und die Vorurteile, die sich auf Grund dessen bilden geschildert, sodass sich viele neue Facetten eröffnen. Alles in einem bin ich mir sicher, dass dieser Roman gerade wegen dem vergleichsweise geringem Fokus auf geschichtliche Details nicht nur bei Liebhabern von historischen Romanen gut ankommen wird. Wer auf zarte Entwicklungen und eine berührende Authentizität setzt, ist hiermit genau richtig bedient. Mich konnten Elisa und Louis mehr als nur überzeugen und ich bin traurig, dass die Reise mit ihnen schon ihr Ende gefunden hat. 5/5 Sterne

Feinfühlig und federleicht trotz schwieriger Hintergrundgeschichte

Von: Lefra Datum: 29. July 2020

Julie Hilgenberg kombiniert in „Das Mädchen aus Glas“ geschickt und geistreich verschiedene Themen zu einer spannenden Geschichte. Berlin, 1913. Elisa leidet unter der seltenen und wenig erforschten Glasknochenkrankheit, weshalb sie ihr wohlbehütetes Zuhause kaum verlässt. Louis ist ein Draufgänger und liebt das Risiko. Die von den Eltern vereinbarte Eheschließung erscheint ihnen zunächst wie eine Bestrafung – zumal Elisa in ihren Arzt Wilhelm verliebt ist. Doch während der Erste Weltkrieg heraufzieht, kommen Elisa und Louis sich näher. Als die beiden Männer an die Front müssen, zeigt sich, wie stark Elisa wirklich ist – und sie erfährt, was es bedeutet, wahrhaftig zu lieben. Die geschichtliche Einbindung des Romans ist gelungen. Politische Spannungen und der heraufziehende Krieg sind hintergründig präsent und gut eingebunden. Die Besonderheit aber ist die Entdeckung der Schokoladenfabrik auf ihrem Weg hin zu dem, wie wir es heute kennen. Die Charaktere könnten nicht unterschiedlicher sein als in diesem Roman. Besonderer Kontrast natürlich die zurückhaltende, ruhige Elisa und der Draufgänger Louis. Ihre Annäherungen zu verfolgen macht Spaß, ist spannend und oft unerwartet. Mit jedem Schritt, den die beiden aufeinander zu machen und sich öffnen, macht auch der Leser einen Schritt auf sie zu und lässt sie immer mehr in sein Herz. Elisas Glasknochenkrankheit ist jedoch nur teilweise sinnvoll eingebracht und wirkt teilweise als hätte sie einen On/Off-Schalter, je nachdem was für die Geschichte gerade benötigt wird. Da der befreundete Arzt in der Geschichte sich Elisa zuliebe auf diese seltene Erkrankung spezialisiert hatte, hätte ich mir mehr davon gewünscht. Mehr Details, mehr Schwierigkeiten, mehr über die medizinische Versorgung der Zeit, Leidensgenossen etc. Für mich schwierig war auch die Verbindung der Geschichte mit dem Klappentext. Laut diesem hätte ich erwartet, dass nach etwa einem Viertel oder Drittel des Buches das Kennenlernen abgeschlossen ist und die Protagonisten sozusagen in den Krieg ziehen. Dies ist jedoch bis kurz vor Schluss nicht passiert. Bei mir hat dementsprechend der Klappentext falsche Erwartungen geweckt. Schlussendlich aber eine wunderschöne, leicht lesbare Geschichte zwischen Liebe, Schokolade und Krieg.

"Das Mädchen aus Glas"

Von: Bibliophiler Booknerd Datum: 24. July 2020

Im Vorfeld habe ich sehr viel Positives über diese Geschichte gehört und die Bewertungen auf Goodreads gehen beinahe durch die Decke. Auch ich bin durchaus dem Charme der Geschichte erlegen. Julie Hilgenberg hat einen sehr angenehmen flüssigen Schreibstil, der diesem historischen Roman neues Leben eingehaucht hat. Es war weder langweilig, eingestaubt, noch zu sperrig. Die Seiten sind förmlich verflogen. Die Autorin schafft es nicht nur den Flair Berlins in den 20zigern Leben einzuhauchen, sondern sie stellt ebenfalls bitter ernst, unromantisiert und so gut wie möglich den ersten Weltkrieg in vielen Facetten dar. Den Kriegsgräueln räumt sie wenig Platz ein, sondern beschränkt sich eher auf die Anfänge und die Stimmung sowie Atmosphäre in Berlin und den Menschen. Sie erwähnt wichtige historische Ereignisse ganz kurz und bündig, um die Ereignisse in der Zeit der Geschichte zuzuordnen. Der Leser begleitet Louis und Elisa über bestimmt 6-7 Jahre, nicht kontinuierlich, es gibt durchaus besonders zum Ende hin immer mal wieder größere Zeitsprünge. Was ich besonders an der Geschichte mag, ist, die Authentizität! Die Wenigsten verlieben sich sofort auf den ersten Blick unsterblich ineinander. Es braucht Zeit, Nähe und Verständnis. Louis und Elisa haben es erst nicht leicht, aber als ihre Geschichte beginnt, war ich gefühlt im Himmel. Es wird alles so schön und leicht beschrieben. Ich habe gelächelt und gelacht, habe mit ihnen getrauert, geweint und gewütet. Nicht alles ist romantisiert worden, eingetaucht in eine rosa rote Wolke. Es war an mehr als einer Stelle auch durchaus ernst und traurig. Elisas Krankheit wird sehr natürlich in die Geschichte eingebunden, zum Ende hin immer weniger, weil sich die beiden Charaktere immer mehr weiterentwickeln. Es gab durchaus Drama, aber zum Glück kein Unnötiges! Ich habe die Charaktere sehr lieb gewonnen, Elisas Sturheit und Lebensfreude und Louis Draufgängertum, seine Sanftheit und Hingabe. Auch die Geschichte war richtig toll erzählt, aber ich habe auch den ein oder anderen Kritikpunkt. Besonders zwei Dinge liegen mir am Herzen. Zunächst finde ich es sehr schade, dass die Autorin sehr viele Szenen nur ganz kurz anreißt und dann in der Zeit springt. Dadurch hat mir oft die Nähe zu den Charakteren gefehlt, damit ich ihre Zuwendung zueinander noch mehr hätte verstehen und begreifen können. Da wären wir auch schon bei Den Zeitsprüngen. Wenn es nur wenige Sprünge sind, finde ich es durchaus schön, aber zum Ende hin wurden Jahre übersprungen! Das war mir irgendwie zu viel des Guten. Insgesamt hat Julie Hilgenberg eine charmante einfühlsame und rasante Liebesgeschichte in den 20zigern in Berlin geschrieben, die mein Herz berühren konnte. Elisa und Louis waren tolle Charaktere, die auch im Hintergrund des bitteren brutalen historischen Kontextes trotzdem gut und authentisch behaupten konnten. Ich vergebe 4/5 Sterne

Wunderschöne Geschichte und einfach Buchliebe

Von: Zeilenweiten Datum: 22. July 2020

Dieses Buch lässt sich eigentlich nicht in eine Rezension verfassen, da die Worte einfach nie genügen würden. Man muss dieses Buch lesen und fühlen. Einfach in die Geschichte eintauchen... Und ich kann euch versprechen: Sie ist wundervoll. Ich hatte so wunderschöne Lesestunden voller Liebe, Mitgefühl, Verständnis, Hoffnung, analysieren und träumen. Ich spüre Elisas Sehnsucht, ihr Mitgefühl Menschen gegenüber. Ich spürte die Sehnsucht nach Anerkennung bei Louis und deren Suche nach Heimat. Und auch Wilhelm war mir nicht fremd, denn ich verstand seine Handlungen aus Liebe, auch wenn sie fernab des Gutheißen sind. Jeder Charakter – wirklich jeder, war authentisch und ich fühlte mich mit ihm verbunden. Ich hatte sogar Sehnsucht nach meiner Buchfamilie, wenn ich mal dieser Heimat entfliehen musste, um in der realen Welt Dinge zu erledigen. Es war dieses Vermissen und bedingungslose Sehnsucht, die mich immer wieder zum Buch zog... So etwas hatte ich wirklich noch nie. Die Autorin hat es also ganz wundervoll geschafft, eine Welt zu kreieren, die geschichtlich hervorragend umgesetzt wurde, ohne altertümlich zu wirken. Die Protagonisten einem nah brachte und eine Verbindung aufbauen ließ. Ich lernte die Zeit, vorm Weltkrieg kennen und deren Gründe, eine Heirat einzufädeln, die dem Geschäft und der Familie entgegenkommt. In der es nach anderen Kriterien geht und dennoch auch nach der Sehnsucht, die eine wahre Liebe zu finden. Um sich angekommen zu fühlen, und nicht nur verstanden und gut ergänzt. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der eine Geschichte lesen will, die in einer anderen Zeit spielt, und dennoch nicht davon zu überladen. In der Charaktere einen ans Herz wachsen und es nicht nur die Hauptprotagonisten sind. Hier spielen alle zusammen und ergeben eine wundervolle Welt, in denen es Höhen und Tiefen gibt. In denen das Schicksal einem einen Strich durch die Rechnung macht und Fäden zusammenführen, mit denen man nicht gerechnet hat.

Über die Kraft der Liebe

Von: Ulrike Lumpe Datum: 21. July 2020

Berlin, 1897: Elisa ist sieben Jahre alt, als bei ihr die Glasknochenkrankheit diagnostiziert wird. Seitdem führt sie ein sehr zurückgezogenes Leben in der Villa ihrer Eltern. Es gleicht fast dem einer Gefängnisinsassin. Elisas Vater, August von Treue, ein erfolgreicher Süßwarenfabrikant, hat für die Gefühle und Interessen seiner Tochter wenig übrig. Er sieht es zum Beispiel nicht gerne, dass sie sich für Literatur begeistert und es kümmert ihn auch nicht, wie es in ihr aussieht. Er will sie nur versorgt wissen. Die Mutter, Pauline von Treue, ist überfürsorglich, gönnt der zarten Elisa keine Privatsphäre und keinen Zugang zu einem gesellschaftlichen, unbeschwerten Leben mit all seinen Facetten. Sie bläut ihrer Tochter ein, dass überall Gefahren lauern, die ihr Knochenbrüche bescheren könnten. Kurzum: Elisas Eltern reduzieren sie auf ihre Behinderung und trauen ihr nichts zu. Mit fast 24 Jahren wird Elisa von ihrem Jugendfreund und Leibarzt Wilhelm Friedmann medizinisch betreut. Er weicht nicht von ihrer Seite. Die beiden hegen große Gefühle füreinander und leben eine heimliche Romanze. Bis Vater August eines Tages Louis Lindquist, Sohn des Privatbankiers Emil Lindquist, in die Villa einlädt. Die Eltern wollen eine Hochzeit mit Louis arrangieren, bei der das geschäftliche Wohlergehen beider Familienunternehmen im Vordergrund steht. Doch das Vorhaben stößt auf wenig Gegenliebe der Kinder. Louis ist ein Bonvivant. Er ist 25 Jahre alt und hat wenig Sinn für die Geschäfte seines Vaters. Sein Lebenswandel könnte nicht gegensätzlicher als Elisas sein. Er kostet das Leben in vollen Zügen aus, hat sein Studium geschmissen, zieht nächtelang mit seinen Freunden Hans und Rudolf um die Häuser und liebt die Frauen. Besonders die achtzehnjährige Rosalie von der Heyt, Tochter eines Fabrikanten für Kaffee. Die Väter dulden jedoch keinen Widerspruch: Emil Lindquist redet dem Sohn ins Gewissen und macht ihm klar, dass die Heirat den Fortbestand der Bank sichert. Außerdem droht er, den Spross hinauszuwerfen, sollte er die Auserwählte nicht ehelichen. Schließlich stimmt Louis der Vermählung zu. August von Treue besteht ebenso auf die Ehe, sodass auch Elisa gezwungen ist, Louis zu heiraten. Um die Situation erträglich zu gestalten, treffen die Jungvermählten nach der Hochzeit ein Abkommen. Offiziell sind sie zwar ein Paar, gehen jedoch getrennte Wege und genießen ihre persönlichen Freiheiten. Louis sichert sich so die Aufrechterhaltung seiner Liaison zu Rosalie, und Elisa sehnt die Treffen mit Wilhelm herbei. Was zunächst gelingt, scheitert ganz allmählich an den Gefühlen, die beide füreinander entwickeln. Aus Verachtung wird Liebe. Louis zeigt Elisa, was Lebensfreude bedeutet. Die junge Frau blüht auf. Geradezu beflügelt, entdeckt sie, welche Energie in ihr steckt, überwindet ihre Ängste und entfaltet ihre Schönheit. Louis bleibt dies nicht verborgen, sodass seine Zuneigung für Rosalie verblasst, und er zunehmend von Elisa fasziniert ist. Er sieht ihr wahres Ich, ihren Mut und ihre Stärke. Elisa erkennt in Louis wiederum einen sensiblen, jungen Mann, der weitaus mehr in sich trägt, als alle anderen ahnen. Es entsteht eine wunderbare Liebesbeziehung, die jedoch bald vom Ersten Weltkrieg und einer Offenbarung Rosalies überschattet wird. „Das Mädchen aus Glas“ ist ein wundervoller Roman. Julie Hilgenberg spinnt den Leser in eine Geschichte der vergangenen Zeit ein, der er sich nicht mehr entziehen kann. Die Handlung ist berührend und spannend zugleich. Mit der selten thematisierten Erkrankung, nämlich der Glasknochenkrankheit, unter der die Protagonistin leidet, greift die Autorin ebenso ein aktuelles Thema auf, das über den Umgang mit Betroffenen und auch Behinderten nachdenken lässt. Ein Buch über eine eindrucksvolle Frau und die Liebe, die alles möglich macht. Ich empfehle diese Geschichte ausdrücklich weiter!

Das Mädchen aus Glas - Mein persönliches Highlight

Von: Franzip86 Datum: 04. July 2020

Inhalt: Berlin 1913, Elisa leidet unter der selten Glasknochenkrankheit. Sie wächst in ihrem behüteten Zuhause auf. Ihre Eltern wollen sie verheiraten und arrangieren ihr die Heirat mit dem Draufgänger Louis. Die Ehe der beiden, scheint ihnen beiden als Bestrafung, sie hassen sich regelrecht. Zumal Elisa in ihren Arzt Wilhelm verliebt ist. Doch mit der Zeit, gewöhnen sie sich aneinander. Als dann der Erste Weltkrieg beginnt und beide Männer an die Front müssen, merkt Elisa, wie sehr sie Louis braucht. Meinung: Dieses Buch ist bisher mein Jahreshighlight! Es ist flüssig und locker geschrieben. Elisa hat mich vom ersten Augenblick an begeistert und auch Louis, der Draufgänger, ist mir von Seite zu Seite mehr ans Herz gewachsen. Ich war so traurig, als das Buch zu Ende war. Ich hätte gerne weiter gelesen....

Das Mädchen aus Glas

Von: ThePassionOfBooks Datum: 27. June 2020

Elisa hat die Glasknochkrankheit, die zur damaligen Zeit erst wenig erforscht war. Aus Sorge um ihre Gesundheit bestehen ihre Eltern darauf, dass sie das Anwesen nicht verlässt. Die junge Frau wird von allen wie ein rohes Ei behandelt, dass jeden Moment zerbrechen könnte. Sie wird von ihren Liebsten und ihrem Arzt ruhig gestellt, in den besten Absichten. Doch genau diese Überbehütung hindert sie daran ihr Leben wirklich zu leben. Durch ihre ungewollte Heirat mit Louis wird Elisas Leben komplett auf den Kopf gestellt und sie lernt eine ganz neue Welt kennen. Was für Elisa als Katastrophe beginnt entwickelt sich zu einer einmaligen Chance, endlich aus ihren Ängsten auszubrechen und das Leben zu genießen. Dabei entwickelt sich die Geschichte zu so viel mehr, als nur einem Liebesroman. Die Autorin hat sowohl die gesellschaftlichen Aspekte, als auch den Schrecken des ersten Weltkrieges mehr als gelungen eingefangen. Auf die anfängliche Begeisterung für den Krieg folgt nur allzu schnell die Ernüchterung und sämtliche Protagonisten müssen über sich hinaus wachsen, um in den Wirren des Krieges zu überleben. Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin den ersten Weltkrieg bereits früher im Buch thematisiert, da es im Klappentext den Anschein erweckt, er würde einen großen Teil der Handlung einnehmen. Tatsächlich kommt es zu dem Krieg erst auf den letzten 100 Seiten, wodurch die Grausamkeiten des Krieges auf wenige Abschnitte reduziert werden. Elisa hat mich dabei mehrmals überrascht und meinen tiefsten Respekt verdient. Ich hätte die Ereignisse, die sie durchstehen muss nicht halb so gut meistern können.

Ein Meisterwerk !!!

Von: Eulenhummel Datum: 25. June 2020

Wow. Was für ein rundum perfektes Buch !!!!! Ich mochte den Schreibstil, den Ausdruck der Autorin und das das Buch aus dreierlei Sichtweise geschrieben wurde. Ich liebte die vielen vor allem recht kurzen Kapitel, denn so wurden oft aus „nur noch 1 Kapitel“ 4,5 oder 6! Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und hatte die 500 Seiten an drei Abendenden durchgelesen ! Nicht einmal war die Geschichte langatmig oder langweilig. Als Elisa das erste mal in ihrem Leben tanzte , sah ich sie förmlich vor mir. @Juliehildenberg hat viele Szenen im Buch so bildlich beschrieben, das ich das Gefühl hatte, Teil dieser Geschichte zu sein. Sätze wie : „ Am liebsten wäre es mir, du wärst ganz klein! So dass ich dich in ein Marmeladenglas stecken und den ganzen Tag mit mir herum tragen könnte“ haben dieses Buch immer und immer wieder zu etwas ganz Besonderem gemacht ! Ich liebte vor allem Elisas taffe Art. Ihren Glauben an das Gute im Menschen und trotz ihrer Krankheit, ihrer traurigen Kindheit und den schlechten Start ihrer Ehe an die wahre Liebe. Sie war so krank und dennoch so stark und selbstbewusst mit besonders viel Feingefühl....! Ein Meisterwerk ! Lest dieses Buch!!!

Ein absolutes Lesehighlight!

Von: readbooksandbefree Datum: 23. June 2020

Dieses Cover mit den wundervollen Farben und der Frau drauf fand ich ja von Anfang an wirklich toll! Es gefällt mir so gut und es sieht schon so nach einem eher Historischem Buch aus! Einfach toll und dann noch der Klappentext dazu der nicht zu viel verrät aber doch neugierig auf den Inhalt macht! Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön, ich kam gut in das Buch hinein und das Lesen hat sehr viel Spaß gemacht! Das Buch hat so viel Tiefe, es war umwerfend und die Emotionen haben sich, wie ich finde, gut auf den Leser übertragen lassen! Die Protagonistin Elisa finde ich so herzensgut! Ich mag total ihren Charakter und ihr Handeln, es war wirklich toll bei ihrer Entwicklung dabei zu sein und ich finde man hat schon sehr schön mitbekommen, was für einen starken Charakter Elisa eigentlich besitzt! Dann wäre da noch Louis... ein bisschen eingebildet, ein bisschen übertrieben aber dennoch hat er sich in mein Herz geschlossen denn auch er hat eine tolle Entwicklung vollzogen! Das fand ich wirklich einzigartig an dem Buch, denn wirklich beide Protagonisten sind über sich hinaus gewachsen und haben eine wundervolle Entwicklung hingelegt! Die Story gefiel mir von Anfang an und hat auch einfach seine Reize wie ich finde! Man darf mit Elisa durch ihr Leben spazieren und erfahren wie es so war. Sie hatte es aber auch echt nicht leicht, doch sie ließ sich einfach nie unterkriegen und hat immer weitergemacht! Es war auch wunderbar zu lesen wie sehr Elisa dann aufgeblüht ist als sie nicht mehr zu Hause war und ich konnte das Buch einfach nicht mehr weglegen! Es passieren auch viele unerwartete Dinge mit denen ich nicht gerechnet habe und es wurde echt nie langweilig! So Bücher wie dieses hier ist was ganz Besonderes! Auch wie sich die Liebesgeschichte der beiden entwickelt hat und wie sie zusammen harmonieren war echt zu schön um wahr zu sein! Das Ende war auch wirklich grandios und ich werde es bestimmt nochmal lesen und das war nicht mein letztes Buch von Hilgenberg! Ein absolutes Lesehighlight!

Große Empfehlung!

Von: Katharina L. Datum: 22. June 2020

Mit „Das Mädchen aus Glas“ habe ich ein absolutes Jahreshighlight gefunden. Ich habe mich total in die Geschichte verliebt, die nicht nur super recherchiert und toll aufgesetzt, sondern auch an den richtigen Stellen spannend und romantisch war. Kurz zum Schreibstil: „Das Mädchen aus Glas“ hat sich total angenehm und vor allem sehr schnell lesen - ich bin fast durch die Seiten durchgeflogen und habe es doch so genossen. Die Charaktere waren für mich definitiv was Besonderes und sind mir total ans Herz gewachsen. Elisa hat, wie der Titel schon impliziert, die Glasknochenkrankheit, wodurch sie im Alltag sehr aufpassen muss um sich nicht zu verletzen. Ich fand die Beschreibungen sehr sensibel und nachvollziehbar, auch wenn man (beziehungsweise ich) noch nicht viel über die Krankheit gehört hat. Auch hat mir gefallen, was für eine Charakterentwicklung Elisa mitgemacht hat und wie aus dem vorsichten Mädchen eine starke Frau wurde. Auch die beiden männlichen Protagonisten Louis und Wilhelm waren toll durchdachte Charaktere und haben die Geschichte zu einem wunderbaren Gesamtpaket gestaltet. Dank „Das Mädchen aus Glas“ habe ich nun meine Liebe zu historischen Romanen entdeckt & freue mich auf weitere Bücher aus diesem Genre (vielleicht auch direkt von Julie Hilgenberg?) Wirklich wunderbare Geschichte die ich definitiv nochmal lesen möchte. Große Empfehlung und damit 5/5 Sterne.

Vertraue immer auf die Kraft des eigenen Willens

Von: Petra B. Datum: 22. June 2020

Julie Hilgenberg beweist in ihrem Erstlingswerk beeindruckend, zu welchen Handlungen sich ein Mensch aus Liebe und Angst hinreißen lassen kann und welche Macht und Stärke in einem steckt, wenn man erst den Mut findet, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Auch ohne allzu viele Überraschungen und Wendungen besticht der Roman durch seinenberührenden Schreibstil, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Egal, ob mit einem leckeren Getränk auf dem Balkon oder unter der Decke auf der Couch, an einem naßkalten, ungemütlichen Novembertag, dieses Buch wird seinen Leser oder seine Leserin verzaubern.

Die Liebe in alten Zeiten

Von: Hans G. Datum: 22. June 2020

Dieses Buch haben ich und meine Frau sehr schnell gelesen, denn es war sehr schön und mitreißend geschrieben. Dabei passiert gar nicht so viel, hat es den Anschein, aber man ist so intensiv mit den Charakteren verbunden, dass man einfach weiter erleben möchte, wie es ihnen ergeht. Den Titel finde ich dabei fast nicht so passend zur Geschichte. Denn am Anfang ist die Glasknochenkrankheit der Protagonistin noch ein großes Thema, aber es rückt doch mehr und mehr in den Hintergrund, je tiefer man in die Geschichte eintaucht. Das große Thema ist die Liebe und die Irrungen und Wirrungen, die sie mit sich bringt. Dabei entwickelt sich die Geschichte durchaus anders als man vielleicht erwartet - erhofft? - hatte, aber man wird bis zum Ende eigentlich nie enttäuscht, denn es scheint doch immer Sinn zu machen und regt auch zum Denken an über das eigene Leben und die eigenen Entscheidungen. Ganz nebenbei - so scheint es - tauchen wir so sehr in die Zeit vor dem ersten Weltkrieg ein. Wie reagiert die Gesellschaft auf den drohenden Krieg und welchen Einfluss hat er auf die Hauptcharaktere? Eine wirklich gelungene Zeitreise und ich hätte gerne einfach weitergelesen.

Klare Leseempfehlung

Von: Claudias Bücherhöhle Datum: 22. June 2020

Das Mädchen aus Glas von Julie Hilgenberg erschienen bei Diana Zum Inhalt Berlin, 1913. Elisa leidet unter der seltenen und wenig erforschten Glasknochenkrankheit, weshalb sie ihr wohlbehütetes Zuhause kaum verlässt. Louis ist ein Draufgänger und liebt das Risiko. Die von den Eltern vereinbarte Eheschließung erscheint ihnen zunächst wie eine Bestrafung – zumal Elisa in ihren Arzt Wilhelm verliebt ist. Doch während der Erste Weltkrieg heraufzieht, kommen Elisa und Louis sich näher. Als die beiden Männer an die Front müssen, zeigt sich, wie stark Elisa wirklich ist – und sie erfährt, was es bedeutet, wahrhaftig zu lieben. (Quelle: Verlag) Zum Buch Das Cover ist schlicht gehalten und hat als Farbklecks einzig eine wunderschöne Hibiskus-Blüte zu bieten. Die Geschichte spielt in Berlin in den Jahren 1913 bis 1916 und wird in der dritten Person geschildert. Die Kapitel sind relativ kurzgehalten, was mir gut gefiel. Bei Elisa wird die Glasknochenkrankheit (Osteogenesis imperfecta) mit sieben Jahren festgestellt. Diese Diagnose beschert dem Mädchen eine Menge an Verboten und Beschränkungen. Sie ist fortan in ihrem Zuhause gefangen, um nicht einen Bruch ihrer Knochen zu riskieren. Die Kleine vereinsamt und fühlt sich eingesperrt, was auch die Autorin in einem kleinen Vorwort sehr treffend formulierte. Elisas einziger Lichtblick ist Wilhelm, der Sohn ihres Hausarztes. Über die Jahre entwickelt sich eine innige Freundschaft und nun mit 23 Jahren sind bei der jungen Frau mehr als freundschaftliche Gefühle im Spiel. Ich mochte Elisa auf Anhieb sehr gerne und habe mit ihr unter den strengen Regeln ihrer Eltern gelitten. Diese sind sowieso nicht gerade das Gelbe vom Ei – Elisas Mutter hat nichts zu sagen, schon gar nicht gegen ihren Mann, was wohl aber hauptsächlich der damaligen Zeit geschuldet ist. Und Elisas Vater kennt nur seine Regeln, denen keiner zu widersprechen hat. So kommt auch die Heirat mit Louis zustande. Eine Zweckehe, die den Erhalt der Schokofabrik sichern soll. Für mich nicht nur deswegen eine unvorstellbare Zeit, in der ich bestimmt nicht klargekommen wäre … Der Wert einer Frau wird völlig niedergemacht, was man in vielen verschiedenen Bereichen merkt und für mich unfassbar war. „Gefühle, mein liebes Kind, haben keine Bedeutung“, sagte sie, als habe sie Elisas Gedanken gelesen. „Weil sie keinen Bestand haben.“ Seite 56/57 Louis ist nicht wirklich der Vorzeigesohn, den sich ein Vater wie seiner gewünscht hat. Er genießt mit seinen 25 Jahren das Leben in vollen Zügen – in allen Bereichen. Nicht unbedingt der Typ Mann, den man als Frau gerne heiraten möchte, auch nicht zu der damaligen Zeit … Aber wenn man ein wenig näher hinschaut und einen Blick hinter Louis´ Fassade wirft, wird man doch ein wenig überrascht. Daher entwickelte ich mit der Zeit doch meine Sympathie für den jungen Mann. Wilhelm ist dagegen wieder ganz anders. Er ist nicht nur in seiner Tätigkeit als Arzt um Elisas Wohl bedacht, sondern zeigt auch als Mensch seine sensible Seite. Ihn muss man einfach ins Herz schließen! Julie Hilgenberg hat mir mit diesem Buch eine zwar längst vergangene, aber auch sehr schwierige Zeit nähergebracht. Natürlich geht es nicht in erster Linie um den Ersten Weltkrieg, aber ich hätte mir schon gewünscht, dass er im Buch ein wenig früher eine Rolle spielt. Denn der Klappentext verrät in der Beziehung einfach zu viel für meinen Geschmack. Aber ansonsten bin ich von diesem Buch absolut begeistert! Ich wurde in eine Zeit entführt, die für mich etwas Neues war und die ich als authentisch empfand. Die Charaktere mochte ich auf ihre eigene Art und Weise und der Schreibstil ließ sich äußerst angenehm lesen. Im Grunde passiert im Mittelteil der Geschichte nicht sehr viel, aber ich konnte die Finger nicht von dem Buch lassen. Die Schokofabrik wird dem Leser auch ein wenig nähergebracht, was ich interessant fand. Und hungrig machte ;) Elisas Krankheit nimmt hier genauso wenig Raum ein wie der Krieg, was mich ein wenig verwunderte, aber nicht weiter störte. Es war einfach klasse zu sehen, wie sich die Personen im Laufe der Jahre veränderten und somit auch entwickelten. Für Elisa brachte ich an einer bestimmten Stelle unheimlich viel Respekt auf – ich hätte nicht so handeln können wie sie. Gerade diese Situation wirkte auf mich aber nicht gestellt oder übertrieben gönnerhaft dargestellt. Sie fügte sich ins große Ganze und passte einfach nur perfekt. Die Grausamkeiten des Krieges werden auf wenigen Seiten dargestellt und erschütterten mich zutiefst. Eine klare Leseempfehlung von mir an dieser Stelle! „Wissen Sie, es ist leicht, nach jemandem zu treten, der bereits am Boden liegt. Jemandem die Hand zu reichen und aufzuhelfen, verlangt einem weit mehr ab. (…)“ Seite 423 Zum Autor Julie Hilgenberg, Jahrgang 1991, studierte Journalistik und arbeitet als Schauspielerin sowie freie Journalistin für die Süddeutsche Zeitung. Der Gedanke, dass man oft gar nicht anders kann, als jemanden zu mögen, wenn man ihn erst richtig kennenlernt, inspirierte sie zu »Das Mädchen aus Glas«. Neben dem Schreiben gilt ihre Leidenschaft dem Reisen quer durch Europa und in exotische Länder. Sie lebt in der Nähe von München, wo sie sich als Leiterin eines Jugend-Literaturkreises engagiert. WERBUNG Nachfolgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung: 512 Seiten ISBN 978-3-453-36057-0 Preis: 10,99 Euro erschienen bei https://www.randomhouse.de/Verlag/Diana-Verlag/31000.rhd?rhcampaignid=GA_DMD_Random_House_Verlage-PH&gclid=EAIaIQobChMIzaeerYv56QIVZbR3Ch1zRA-DEAAYASAAEgIxc_D_BwE Leseprobe https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Maedchen-aus-Glas/Julie-Hilgenberg/Diana-Verlag/e560079.rhd © Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars bedanken!

Gefühlvoll und berührend

Von: Uulika Datum: 14. June 2020

Eine Geschichte die einem sofort in das gelesene eintauchen lässt. Flüssig geschrieben und gut zu lesen. Eine junge Frau mit einer noch unerforschten Krankheit in einer Zeit des Umbruchs. Elisa mit ihrer Glasknochenkrankheit geht ihren Weg mit all seinen Hindernissen und einem schönen Happy End.

Ein modernes Märchen

Von: Fusselchen Datum: 13. June 2020

Schnell befindet man sich in der Geschichte. Die Charaktere werden vorgestellt und es ist klar wer hier die Hauptakteure sind. Gerade als Frau fühlt man mit Elisa mit: sie hat keine Ahnung vom Leben, da sie aufgrund ihrer Krankheit von der Mutter extrem eingeschränkt wird. Sie weiß kaum wie es sich „draußen“ anfühlt. Und dann muss sie diesen Mann heiraten, den Sie berechtigterweise nicht mag und der ein Leben führt, dass man auch heute als extrem bezeichnen würde. Aber auch Louis hat es nicht leicht mit sich selbst, das merkt der Leser im Laufe des Buches und so ist es irgendwann klar, dass die beiden einen Weg finden werden miteinander klar zu kommen. Und sogar mehr. Auf dem Weg dahin liegen ein paar Steine im Weg, wie der Tod von Hans, das uneheliche Kind von Louis, der Tod von Elisa’s Vater, die auf der Kippe stehende Fabrik und die heimliche Liebe von Elsa; ihr Arzt Wilhelm. Wilhelm spielt von Anfang an eine wichtige Rolle in Elisa‘s Leben und die Beiden möchten am liebsten heiraten. Standesunterschiede lassen das aber nicht zu und so müssen Beide einen Weg finden ohne einander klar zu kommen. Auch hier wünscht mal Elisa, dass sie ihren Willen bekommen sollte. Aber das Leben zu Beginn des 19. Jahrhunderts spielt mit anderen Regeln. Am Ende rettet Wilhelm Louis Leben und alle sind glücklich. Das mache das Buch für mich zu einem modernen Märchen, welches sich sehr gut lesen lässt und sehr gut geschrieben ist. Man leidet tatsächlich mit alles drei Hauptpersonen mit und möchte sie auch nehmen und ihnen die Meinung sagen. Alles in allem eine schöne Geschichte, die einem das Herz aufgehen lässt.

Das Mädchen aus Glas, das träumt, liebt kämpft ... und gewinnt

Von: Book582 Datum: 11. June 2020

Julie Hilgenberg schuf mit ihrem Roman ein Buch, das auf ganzer Ebene überzeugt und einen als Leser*in einfach nur verzaubert. Elisa, eine junge Frau, die in ihrer frühesten Kindheit die Diagnose Glasknochenkrankheit erfährt. Trotz aller Einschränkungen, die diese Diagnose mitsichbringt gibt sie niemals auf, liebt, kämpft, träumt und entwickelt sich du der jungen starken Frau, die ihrem Herzen folgt. Absolut empfehlenswert und inspirierend!

Schönes Buch

Von: Michelle Datum: 10. June 2020

Das Buchcover ist sehr schön. Der Text des Buches ist sehr schön leicht geschrieben, sodass man das Buch sehr schnell durchlesen kann. Mir gefallen die vielen kleinen Details und die Charaktere der Figuren in dem Buch sehr. Auch die Handlung ist sehr schön. Nur das Ende ist leider etwas abrupt.

Geschichte einer Liebe auf den zweiten Blick

Von: Fran Datum: 10. June 2020

Ein historisch angehauchter Liebesroman, der unheimlich fesselt. Es prallen die Welten von zwei Menschen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und gegen ihren Willen verheiratet werden.Mit der Zeit lernen sie sich jedoch kennen und auch lieben. Der Roman schildert die Geschichte einer Liebe auf den zweiten Blick, die ganz langsam wächst und gedeiht. Er zeigt, dass man in jedem Menschen etwas Gutes und Liebenswertes entdecken kann und es manchmal einfach Zeit braucht, jemanden ganz kennenzulernen. Das Buch ist fantastisch geschrieben!

Feinfühlige Romantik

Von: Hatchepsut1988 Datum: 09. June 2020

Das Buch "Das Mädchen aus Glas" von Julie Hilgenberg entführt einen in eine Welt voller Romantik in Berlin kurz vor Beginn des ersten Weltkriegs. Das Buch handelt von einer jungen Frau aus besserem Hause, die an der noch nicht erforschten Glasknochenkrankheit leidet, weshalb sie von ihren Eltern, natürlich ganz zu ihrem Besten, nahezu zu Hause eingeschlossen wird, um sich nicht zu verletzen. Die Geschichte erzählt von dem Konflikt zwischen der zwangsgeschlossenen Ehe zwischen der Protagonistin und ihrem Ehemann auf der einem Seite und der früh entfachten Liebe zu ihrem Arzt. Die Geschichte ist so feinfühlig geschrieben, dass man schnell in die Erzählung eintaucht und das Buch nicht mehr weglegen möchte. Das Buch ist ein Muss für alle Romantiker, die etwas mehr Tiefe in ihren Geschichten benötigen.

Das Mädchen aus Glas

Von: Tankwartin Datum: 08. June 2020

Als ich die ersten Seiten gelesen habe, war ich schon begeistert von dem Schreibstil der Autorin. Für mich ist es so geschrieben, dass man sich selbst als Freundin der jungen Frau fühlt und man erlebt so richtig mit, wie sich ihr Leben trotz Krankheit weiter entwickelt. Manchmal fühle ich einen leichten Groll gegen alle, die ihr nicht erlauben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und über sie bestimmen wollen. Aber das Leben ist nun mal kein Ponyhof oder Wunschkonzert, es gibt auch gute und schlechte Zeiten, die man erleben und überleben muss. Ich finde es gut, dass man gefühlsmässig richtig gut „mitleben“ kann und kann dieses Buch nur empfehlen!

Gegenteile ziehen sich an!

Von: Amoenae Selene Datum: 03. June 2020

Dieses Motto passt perfekt zu Julie Hilgenbergs Roman „Das Mädchen aus Glas“. Die Geschichte handelt von einer jungen Frau, die an der Glasknochenkrankheit erkrankt ist, und mit einem jungen Mann verheiratet wird, der ihr totales Gegenteil bildet. Diese Ehe ist von beiden nicht erwünscht und so entstehen die ersten Hürden. VORSICHT SPOILER! Während Elisa, die Protagonistin, heimlich in ihren Arzt verliebt ist, verbringt Louis, der Protagonist, seine Zeit lieber mit seiner Affäre. Nach und nach nähern sich die beiden an, während ihr Weg jede Menge Höhen und Tiefen aufweist. Die Charaktere sind starke Persönlichkeiten, die im Laufe der Geschichte immer mehr von sich preisgeben und unter den schwierigen und grausamen Umständen des ersten Weltkrieges wachsen. Die anfangs zarte und zerbrechliche Elisa beweist Mut und Kraft. Louis, der Draufgänger, zeigt sein liebenswertes Inneres. Auch die anderen Charaktere entwickeln sich weiter und damit ihre Beziehungen und Einstellungen zueinander. Auch sprachlich hat die Autorin diese Entwicklungen sehr schön eingefangen. Der flüssige Schreibstil verzaubert mit seiner Präzision und man verliert sich in den Zeilen. Besonders großartig fand ich den Wechsel zwischen den Sichtweisen. Durch die verschieden Blickwinkel, die einem die Charaktere bieten, wird das Gelesene noch lebendiger. Neben den starken Charakteren und dem mitreißenden Schreibstil haben mich persönlich vor allem die Botschaften berührt. Was Liebe wirklich bedeutet, ist manchmal sehr schwer zu erkennen und noch schwerer zu beschreiben. Julie Hilgenberg zeigt mit ihrem Roman, dass man wahre Liebe durch das Gefühl von Freiheit und nicht von Sicherheit, das man bei dem Geliebten verspürt, erkennt. Liebe lässt aufblühen und zieht nicht runter, auch wenn es zum Schutz dient. Diese Eindrücke sind nur einige Gedanken, die diesem Buch zu Grunde zu liegen scheinen. Insgesamt hat mir das Buch super gut gefallen und ich empfehle es vor allem denjenigen weiter, die es lieben in einem hervorragenden Buch zu versinken und einfach mal in eine andere verzaubernde Welt einzutauchen. Ich fand die Protagonisten sehr sympathisch und habe dem Ende der Geschichte entgegengefiebert. „Das Mädchen aus Glas“ ist ein fantastisches Zusammenspiel von Sprache und Inhalt. Bravo!

Leichte Lektüre über eine junge Frau, die an neuen Herausforderungen wächst

Von: Nadine Gringmuth Datum: 03. June 2020

Die Geschichte spielt in Deutschland des frühen 20. Jahrhunderts. Die Protagonistin Elisa leidet an einer milden Form der Glasknochenkrankheit und verlässt dadurch, in den ersten 24 Jahren ihres Lebens, ihr wohlbehütetes Zuhause kaum. Als sie eine arrangierte Ehe mit Louis eingeht, kommt es ihr zunächst wie eine Bestrafung vor, denn Louis ist ein Draufgänger und liebt das Risiko. Hinzu kommt, dass Elisa in ihren Arzt Wilhelm verliebt ist. Doch während die Zeit vergeht und der Erste Weltkrieg heraufzieht, kommen sich Elisa und Louis näher. Doch der Erste Weltkrieg stellt sie vor neue Herausforderungen. Der Schreibstil des Buches ist sehr flüssig, so dass es eine Wohltat ist, es zu lesen. Hinzu kommt, dass man sich in die Figuren hineinversetzen kann und sie im Laufe der Geschichte immer mehr an neuen Charaktereigenschaften hinzugewinnen. Die Charaktere sind nicht eindimensional, sondern so gestaltet, dass man auch im wahren Leben auf solche Personen treffen könnte. Denn wer hat nicht schon einen Draufgänger getroffen oder jemanden der immer auf Vorsicht bedacht ist und jedem Risiko aus dem Weg geht? Aber wenn man diesen Leuten die Möglichkeit gibt, ihren Horizont zu erweitern und an sie glaubt, dann stellt man auf einmal fest, dass sie viel mehr Facetten haben, als das was man im ersten Augenblick sieht. Dies ist in diesem Buch wunderbar feinfühlig dargestellt. Je mehr ich über die Geschichte nachgedacht habe, desto mehr habe ich noch andere Aspekte gefunden, die dieses Buch beinhaltet. Denn wenn man es genau betrachtet, wird auch der soziale Stand der Frau in der Gesellschaft des frühen 20. Jahrhundert aufgeführt und der Beginn der Frauenbewegung. Außerdem zeigt mir das Buch, dass man an Stärke gewinnen kann, wenn man seine Komfortzone verlässt und sich auf Neues einlässt. Manchmal braucht es dazu einen anderen Menschen, der an einen glaubt und beiseite steht. Die Lektüre ist rundum geglückt und absolut lesenswert. Ich würde mich über weitere Bücher der Autorin freuen.

Feinfühlig erzählte Geschichte über eine zarte und gleichzeitig starke Frau, die lange isoliert wird und erst spät das Leben und die Liebe kennenlernt

Von: schnäppchenjägerin Datum: 01. June 2020

Elisa von Treue, Tochter eines Süßwarenfabrikanten in Berlin, leidet an einem seltenen Gendefekt, der Glasknochenkrankheit. Sie wächst überbehütet bei ihren Eltern auf und hat seit ihrer Kindheit ihr Elternhaus nicht mehr verlassen. Als die Firma ihres Vaters in finanzielle Not gerät, wird Elisa mit dem reichen Bankierssohn Louis Lindquist zwangsverheiratet, obwohl Elisa für ihren fürsorglichen Arzt Wilhelm schwärmt. Louis dagegen genießt einen zweifelhaften Ruf und ist das schwarze Schaf der Familie. Elisa und Louis wehren sich vergebens gegen die Ehe und verspüren eine starke Abneigung gegen den Ehepartner. Elisa leidet unter der Untreue Louis, während Louis es als ungerecht empfinden, mit einem "Pflegefall" verheiratet zu sein. Beide, sowohl die zarte, elfengleiche Elisa, als auch der leidenschaftliche, draufgängerische Louis wollten einen Partner heiraten, den sie lieben. Mit der Zeit lernen sie jedoch die Vorzüge des anderen kennen. Elisa genießt es, im Haushalt der Lindquists, der Villa am Wannsee, freier sein zu können, als in ihrem Elternhaus, wo sie zu ihrem eigenen Schutz mit Medikamenten ruhig gestellt worden war. Louis erfährt durch Elisa endlich mehr Wertschätzung des Vaters und bekommt seine Chance, Verantwortung zu übernehmen. Als die beiden ihre Abwehrhaltung abgelegt haben und Zuneigung für den anderen empfinden, drohen die Fehler der Vergangenheit die junge Liebe zu zerstören. Zudem zieht der Erste Weltkrieg auf und Louis erhält im Mai 2015 seinen Einberufungsbefehl. Sowohl Elisa als auch Louis sind spannende Charaktere, die vielschichtig und liebevoll gezeichnet sind, so dass man sich in beide und ihre schwierige Situation sehr gut hineinversetzen kann. Auf den ersten Blick sind sie ganz unterschiedlich, sehnen sich jedoch beide nach Freiheit und Liebe. Elisa lebte bisher in einem goldenen Käfig und entdeckt erst nach der Hochzeit die Welt für sich, Sie wird mutiger, setzt sich damit aufgrund ihrer Krankheit aber auch Gefahren aus. Louis stand schon immer im Schatten seines älteren Bruders Franz, hielt nichts von Pflichten und Disziplin, weshalb er jegliches Vertrauen bei seinem Vater verspielt hatte. Er stürzte sch deshalb in eine leidenschaftliche Affäre, um Wertschätzung und Anerkennung zu spüren. Gemeinsam entdecken sie die wahre Liebe und retten sich damit gegenseitig. "Das Mädchen aus Glas" ist eine feinfühlig erzählte Geschichte über eine zarte und gleichzeitig starke Frau, die im Alter von 24 Jahren zum ersten Mal das wirkliche Leben kennen und schätzen lernt. Es ist aber auch eine romantische Geschichte über eine Liebe, die sich ganz langsam und zaghaft entwickelt. Sie handelt im Vorfeld und vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs, wobei der historische Kontext keine entscheidende Rolle spielt. Viel wichtiger ist die Entwicklung der Figuren. Es ist ein gefühlvoller Roman über Selbstzweifel, Mut und den Kampf um ein freies, selbstbestimmtes Leben, der packend erzählt ist und durch die nicht ganz überraschende Liebesgeschichte das Herz berührt.

Rezension - Das Mädchen aus Glas

Von: Words_like_roses Datum: 30. May 2020

Meine Meinung: „Das Mädchen aus Glas“ ist ein wunderschönes, trauriges und gleichzeitig herzerwärmendes Buch, dem es gelingt, durch Elisas Glasknochenkrankheit und den Ersten Weltkrieg eine gewisse Ernsthaftigkeit einzufangen. Gerade diese Ernsthaftigkeit ist es, die dem Buch das Besondere verleiht. Wenn man die Glasknochenkrankheit erst einmal aus dem Spiel lässt, ist der Plot bestenfalls durchschnittlich. (Das klingt jetzt etwas hart, deswegen bitte mein großes ABER beachten!) Wir haben eine junge Frau, die sich in typischer Love-Triangle-Manier nicht zwischen dem freundlichen, unscheinbaren Typen (nämlich Wilhelm) und dem Draufgänger (aka Louis) entscheiden kann. Und dann ist da noch die Zwangshochzeit: Die Protagonistin wird von ihren Eltern mit irgendeinem Kerl, den sie überhaupt nicht ausstehen kann, verheiratet; sie versucht zwar, sich zu wehren, aber das bleibt erfolglos. Mit der Zeit stellt sie zu ihrem Glück fest, dass ihr Ehemann doch nicht so übel ist und sie alle werden glücklich. Ihr seht schon, Klischees, wie man sie aus Film und Fernsehen bestens kennt. Jetzt zu meinem großen ABER: Schenkt man der Glasknochenkrankheit jetzt wieder Beachtung, erscheinen eben diese Klischees nämlich in einem neuen Licht. Louis ist nicht länger nur der Draufgänger, sondern gleichzeitig Elisas Schlüssel in die Freiheit. Und eben diese Beziehung, die aus dem Verflechten des Klischees mit Elisas neugewonnener Freiheit entsteht, haucht dem Buch sein Leben ein und macht es so einzigartig. Auch gut finde ich, dass das Buch, auch wenn es sich mit diesen beiden ernsten Themen auseinander setzt, flockig-leicht zu lesen ist. Das liegt auf der einen Seite am Schreibstil, der aus recht kurzen, gleichzeitig aber flüssigen Sätzen besteht. Obwohl die Sätze passend zu ihrer Kürze leicht zu verstehen sind, ist der Wortschatz nicht auf das nötigste beschränkt. Auch die Länge der Kapitel ist dem angepasst: In der Regel sind sie gerade einmal vier bis fünf Seiten lang, was aber wirklich gut in das Buch passt und den Lesefluss nicht unterbricht – es ist mir oft genug passiert, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass das Kapitel gewechselt hat. Auf der anderen Seite ist es Elisa, die dem Buch seine Leichtigkeit verleiht. Nachdem sie den Großteil ihres Lebens im Haus ihrer Eltern eingesperrt war, sieht sie die Welt wie durch die Augen eines Kindes, eben wie jemand, der sie zum ersten Mal sieht. Elisa sieht die Schönheit im Alltag, die den meisten Menschen entgeht. Diese kindliche Verzückung und das Aufmerksam-machen auf solche Kleinigkeiten sorgen einfach für gute Laune. Der einzige Stressfaktor ist das langsame, aber beständige Näherrücken des Krieges. Am Anfang des Buches waren die Zeitsprünge in der Handlung mir noch egal. Man findet sich problemlos darin ein und sie verleihen der Handlung nocheinmal einen ganzen Happen Realismus. Wenn man aber in 1914 ankommt und es auf einmal Juli ist, fängt man doch an, sich ziemliche Sorgen um Louis und Wilhelm zu machen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Autorin nicht vor dem Krieg zurückschreckt. In einer handvoll Szenen beschreibt sie Louis und Wilhelms Erlebnisse an der Front. Zwar kann ich die Authentizität dieser Szenen nicht beurteilen (und möchte es auch nicht können), allerdings kann ich sagen, dass sie auf mich schrecklich genug gewirkt haben, auch, weil die Leichtigkeit und Fröhlichkeit des Buches schlagartig von Gewalt und Schrecken abgelöst werden (aber wirklich nur ganz kurz.) Fazit: „Das Mädchen aus Glas“ ist eine leichte Lektüre, die unter die Haut geht und anbietet, darüber nachzudenken, es dem Leser aber nicht aufzwingt. Ich gebe dem Buch ganz klar 5 von 5 Sternen.

Eine romantische Liebesgeschichte Anfang des 20. Jahrhunderts - Achtung! Spoiler

Von: Kindder80er Datum: 27. May 2020

Die Hauptfigur der Geschichte ist Elisa, eine junge Frau aus der besseren Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts, die an der seltenen Glasknochenkrankheit leidet und daher von ihren Eltern in einem goldenen Käfig gefangen gehalten wird. Durch die ständige Angst der übervorsorglichen Mutter, hat Elisa ihr Elternhaus seit ihrem 7. Lebensjahr nicht mehr verlassen dürfen. Aufgrund dessen sind ihr die normalen alltäglichen Dinge und Unternehmungen verwehrt und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben unmöglich. Den einzigen Freund den Elisa hat, ist der sie behandelnde junge Arzt Wilhelm, der gleichzeitig auch Elisas Herz erobert hat. Elisas Vater, ein Schokoladenfabrikant, sorgt sich um die Zukunft bzw. die Versorgung seiner kranken Tochter, jedoch noch mehr um die seines Unternehmens. So erscheint ihm eine arrangierte Hochzeit seiner Tochter mit dem Sohn eines Bankiers als perfekte Lösung. Der auserwählte Bankiers Sohn, Louis, gilt allgemein als Frauenheld, der keinerlei beruflichen Tätigkeit nachgeht, sondern durch das Geld seines Vaters ein Dasein eines Lebemanns führen kann. Eine Ehe dieser beiden völlig unterschiedlichen Charaktere scheint zum Scheitern verurteilt. Zu Beginn der Ehe könnte das Verhältnis zwischen Elisa und Louis nicht schlechter sein. Sie ist angewidert von seiner Arroganz und seiner rücksichtslosen Lebensweise. Er ist wütend über das Arrangement seines Vaters, welches ihn in seinem bisherigen frivolen Leben einschränkt. Während Elisa versucht, sich wenigstens in der restlichen Familie ihres Mannes einzuleben und mit allem zu arrangieren, zeigt Louis keinerlei Interesse oder Rücksichtnahme und frönt beispielsweise weiter seiner Affäre mit einem jungen Mädchen. Nach verschiedenen Ereignissen, ob positiver oder negativer Natur, und auf die Dauer der Zeit, nähern sich die beiden trotz aller Widrigkeiten an, bis nach und nach das zarte Pflänzchen von Zuneigung wächst, welches letztendlich in eine unendliche Liebe mündet. Es war spannend mitzuerleben, wie die beiden, trotz anfänglicher Gegenwehr, zueinander gefunden haben und auch schlimme Umstände und Erlebnisse, wie den ersten Weltkrieg, die Vaterschaft Louis mit seiner Affäre etc., diese Liebe nicht zerstören konnte. Die Geschichte eines Liebesromans ist meist vorhersehbar, so dass sie sich lediglich durch die unterschiedlichen Wendungen und durch ein glückliches oder trauriges Ende unterscheidet. Dieser Liebesroman behandelt jedoch nicht nur die üblichen Klischees, sondern hat zusätzlich eine interessante Geschichte zu erzählen. Insbesondere fand ich die Darstellung bzw. den Umgang mit der seltenen Erkrankung Elisas zu der damaligen Zeit sowie die Entwicklung Elisas von einem schüchternen und scheuen Mädchen zu einer starken und selbstbewussten Frau, sei es durch Enttäuschungen ihrer eigenen Familie, ihrem einzigen Freund oder endlich erblühenden positiven Lebenserfahrungen, sehr ansprechend. Auch das Happy End war aufgrund der Wendungen des Buches nicht unbedingt vorhersehbar, sondern hat mich letztendlich doch freudig überrascht. Ich habe mich jedes Mal darauf gefreut, das Buch weiterlesen zu können und es war für mich an keiner Stelle langatmig. Alles in allem finde ich den Roman sehr gelungen und möchte ihn daher uneingeschränkt weiterempfehlen.

Das Mädchen aus Glas

Von: MarySophie Datum: 25. May 2020

Handlung: Berlin 1913 Seitdem bei Elisa von Treue im Alter von sieben Jahren die Glasknochenkrankheit festgestellt wurde, hat das Mädchen ihr Zuhause kaum noch verlassen. Sie ist sehr behütet aufgewachsen und kennt nur wenig von der Welt außerhalb des Elternhauses. Louis Lindquist hingegen ist ein Draufgänger, er treibt sich gerne in der Stadt herum und erlebt auch gerne mal ein kleines Abenteuer. Verständlich, dass er sich ein Leben wie Elisa es führt, nicht vorstellen kann. Für diese so charakterlich unterschiedlichen Menschen wird eine Ehe von den Eltern arrangiert, der Beide nicht zustimmen. Zumal Elisa in ihren Arzt und besten Freund Wilhelm verliebt ist. Doch was die Eltern beschlossen haben, wird durchgeführt, obwohl ihre Kinder mit der Ehe nicht glücklich sind. Mit Widerwillen sind Elisa und Louis nun verheiratet und müssen sich irgendwie arrangieren. Und dabei lernen sie sich nicht nur besser kennen, sondern auch einander schätzen. Doch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf, langsam rückt der Erste Weltkrieg immer näher und damit auch Elisa's Angst, dass die zwei wichtigsten Männer in ihrem Leben an die Front müssen... Meinung: Das Cover ist recht schlicht gehalten und gefällt mir sehr gut. Ich mag sowohl den Creme-Ton als Hintergrund, als auch die gelblichen Details durch die Schrift, aber auch anhand des gelben Kreises. Normalerweise bin ich ja kein großer Fan davon, dass Personen, die auf dem Cover abgebildet sind, den Leser halb anschauen oder man so deutlich die Gesichtszüge sieht. Bei diesem Roman hat mich das absolut nicht gestört, ich finde es sehr passend und habe die junge Dame ein wenig mit Elisa in Verbindung gebracht. So ähnlich habe ich mir ihren Charakter vorgestellt und hatte so ein erstes Bild der Hauptprotagonistin vor Augen. Insgesamt finde ich das Gesamtbild sehr einzigartig und ansprechend, mir wäre es in einer Buchhandlung positiv ins Auge gefallen und ich hätte das Buch auf jeden Fall in die Hand genommen! Erstmals gesehen habe ich den Roman bei Testleser-Portal von Random House, bei dieser Aktion jedoch kein Glück gehabt. Und weil der Roman mich nicht losgelassen hat, mir immer wieder im Kopf herumgeschwirrt ist und ich darüber nachgedacht habe, erhielt ich das Werk dann glücklicherweise vom Bloggerportal, wofür ich sehr dankbar bin. Es ist für mich Stand jetzt der beste Roman, den ich dieses Jahr gelesen habe und dabei möchte ich erwähnen, dass schon einige Highlights dabei waren! Vielleicht ein – zwei Tage nachdem das Buch bei mir angekommen ist, habe ich schon direkt mit dem Lesen begonnen. Und kaum noch aufgehört. Es ist sehr locker geschrieben, die Kapitel wurden recht kurz gehalten und es gibt starke Stimmungen, die sich auch auf mich übertragen haben. Mir gefällt die Personenzeichnung und wie schnell erste Entwicklungen sichtbar waren und auch das Setting konnte ich mir deutlich vorstellen. Im Grunde habe ich mich schon nach wenigen Seiten wohlgefühlt und wollte die Welt von Elisa gar nicht mehr verlassen. Der Roman übte eine starke Anziehungskraft auf mich aus und am liebsten hätte ich es innerhalb von einem Tag ausgelesen, habe mich dann aber gezügelt. Immerhin wollte ich so lange wie möglich etwas von dem Buch haben und es genießen. Am Ende war es dann innerhalb von drei Tagen ausgelesen und ich war nicht nur emotional sehr berührt, sondern auch unglaublich unglücklich, dass das Lesevergnügen schon vorbei ist... Es gibt einen sehr leichten Schreibstil, der den Leser durch den Roman schweben lässt. Ohne viel Mühe lassen sich die Worte lesen und ergeben eine wundervolle und mitreißende Geschichte, die mich nicht losgelassen hat. An vielen Stellen habe ich mich gefühlt, als würde ich mit den einzelnen Personen in einem Zimmer sitzen, sie sehen und hören und so ein heimlicher Zeuge der Situationen sein. Es gibt lebhafte Beschreibungen der Natur, aber auch von kleinen Details, die eine jede Szene authentisch und lebendig wirken lassen haben. Sei es das Flattern der Gardinen im Wind, das Knarzen von Zimmertüren oder das Zwitschern der Vögel. Anhand solcher Kleinigkeiten fiel es mir sehr leicht, mir die Situation vorzustellen und so bekam die Handlung auch einen Hauch von einem märchenhaften Faktor. Teilweise habe ich bewusst langsam gelesen, um alles noch genauer wahrzunehmen und um länger meine Freude daran zu haben. Es hat einfach Spaß gemacht, in diese Geschichte einzutauchen und die Protagonisten immer besser kennenzulernen. Es findet eine Unterteilung in kurze Kapitel statt, die sich sehr angenehm lesen lassen. Zudem konnte man auch bei wenig Lesezeit immer mal ein paar Seiten lesen, ohne mitten in einem Kapitel abbrechen zu müssen. Zudem hatte ich so den Eindruck, dass gar keine Längen entstehen konnten, sondern die Handlung wurde immer prägnant auf den Punkt gebracht. Auch wenn ich den Roman nicht in der Hand gehalten habe, dachte ich viel darüber nach. Und ich hatte einige Überlegungen angestellt, wie die Geschichte weitergehen, was noch passieren und wie ein mögliches Ende ausfallen könnte. Mit einigen Vermutungen lag ich dann tatsächlich richtig, in vielen Wendungen und Ereignissen hat mich das Buch immer wieder überrascht und auch das Ende barg einige Szenen, die unerwartet kamen. Es entstand eine reizvolle Mischung zwischen wenigen, bereits vorhersehbaren Momenten und Überraschungshandlungen, die die Geschichte spannend machen und immer wieder überraschen. Der Erzähler gibt nicht nur viele Einblicke in Elisa's Leben, sondern auch in das von Louis und ab und an findet auch Wilhelm den Raum, um seine Gedanken loszuwerden. Dabei stehen Elisa und Louis deutlich mehr im Mittelpunkt und es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich das ungleiche Paar die Welt und ihre Umgebung wahrnimmt. Zudem war es für mich so einfacher, eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen und ihre Entwicklung näher mitzuerleben. Ich konnte sie leichter einschätzen und hatte am Ende des Buches das Gefühl, viele Charaktere persönlich zu kennen. Sie waren für mich irgendwann keine fiktiven Personen eines Romans, sondern sind für mich zu Menschen geworden, die ich eine Zeit gekannt habe und wo sich unsere Wege jetzt getrennt haben. Die Handlung findet vor dem historischen Hintergrund des Ersten Weltkrieges statt, der lange Zeit nicht sehr viel Platz im Roman einnimmt. Es gibt lediglich ab und an Gespräche der Gesellschaft zur politischen Situation und über die Wirtschaft. Je näher das Ende rückt, desto wichtiger wird der Krieg in den Köpfen der Protagonisten und es machen sich erste Auswirkungen bemerkbar. Besonders stark lässt sich die Recherchearbeit in den letzten Kapiteln merken, in denen Louis und Wilhelm an der Front sind. Diese sind brutal ehrlich und geben einen starken und eindringlichen Einblick in die Gedanken und Handlungen der Charaktere. Die Kapitel stehen im kompletten Gegensatz zu der bisher ruhigen und anschaulichen Handlung und geben dem Buch viel Tiefe. Ich glaube, vor allem durch die Stimmung wurde der Roman zu so einem Highlight. Sie ist greifbar und hat sich auch immer wieder auf mich übertragen, ich habe mit den Protagonisten mitgefühlt, war mit ihnen traurig und habe mich gefreut. Sie sind mir richtig ans Herz gewachsen und haben mich mit ihrem Wesen berührt. Es ist deutlich spürbar, wie die Stimmung sich im Roman immer wieder ändert, mal nimmt sie einen kühlen Ton an, später erscheint das ganze Bild wieder wie mit einem goldenen Filter unterlegt und wirkt dadurch sonnig, warm und einladend. All das ist auch für den Leser spürbar und so habe ich mich von der Handlung einbezogen gefühlt. Zudem konnte ich emotional mitleiden und gerade am Ende gab es für mich kein Halten mehr und ich habe einige Tränen vergossen. Die Situationen wurden so intensiv geschildert, dass man nur mitfühlen konnte. Ich glaube, das war außerdem ein Zeichen, dass ich nicht wollte, dass der Roman endet, ich war noch nicht dazu bereit, die Protagonisten zu verlassen. Zu der Stimmung beigetragen hat auch die schrittweise Annäherung von Elisa und Louis. Es gab nicht sofort die große Leidenschaft, sondern erst mal ein Kennenlernen auf intellektueller Ebene, was in dieser Art in Romanen leider nur selten vorkommt. So konnte man sich auch als Leser ein gutes Bild der Beiden machen und leichter nachvollziehen, warum sich Louis und Elisa zu schätzen lernen. Zudem wird so vermittelt, dass es in einer Liebe nicht zwingend um das Äußere gehen muss, sondern ein miteinander harmonierender Charakter und ein respektvoller Umgang viel wichtiger ist. Es gibt ein abwechslungsreiches Setting, man lernt verschiedene Orte Berlins kennen, treibt sich zusammen mit den Charakteren sowohl in den feineren Gegenden, als auch in den ärmlicheren Regionen herum. So entsteht ein vielfältiges Bild der Stadt und die verschiedenen gesellschaftlichen Stände zeichnen sich stark voneinander ab. Ich konnte mir sowohl das Anwesen der Familie von Treue, als auch das der Familie Lindquist bildlich sehr gut vorstellen und fand, beide hatten ihre Ausstrahlung und ihren Charme. Während das Elternhaus von Elisa ziemlich ruhig, unbewohnt und museumsartig daherkommt und eine gewisse Kälte, aber auch Würde ausstrahlt, ist das Haus ihres künftigen Gatten das komplette Gegenteil. Es wirkt heller und freundlicher, strahlt eine angenehme Wärme aus und erscheint familiärer, belebter. In Berlin findet ein Großteil der Handlung statt, doch es gibt auch einige Kapitel am Starnberger See. Auch mit dieser Darstellung der Gegend bin ich sehr zufrieden, es wirkt lebendig und anschaulich, ich konnte mir sowohl verschiedene Häuser, als auch die Landschaft genau vorstellen und konnte nachvollziehen, weshalb sich Elisa und Louis dort so wohl fühlen. Es gibt wirklich keinen Protagonisten, der nicht genau durchdacht ist und der in seiner Darstellung aus der Reihe tanzt. Nicht alle waren mir sympathisch, doch ich konnte mich mit ganz vielen anfreunden. Und so zeigte sich, wie auch schon beim Setting, ein breitgefächertes Bild von verschiedensten Charakteren mit unterschiedlichen Zielen und Entwicklungen. Elisa ist ein zarter und feinfühliger Charakter, den man einfach mögen muss. Sie hat mir bereits nach wenigen Seiten sehr gut gefallen und ist mir mit jeder Seite, mit jedem Erfolg, aber auch jedem Rückschlag immer mehr ans Herz gewachsen. Sie ist für mich zu einem Inbegriff des Wortes Dame geworden und ich habe ihr Wesen sehr geschätzt. Zudem hat es mir richtig gut gefallen, wie sich die junge Frau entwickelt hat und wie sie die Erziehung ihrer Eltern ein wenig abschüttelt und eigene Wege geht. Mir jeder Seite wurde Elisa mir noch sympathischer und ich mochte es, was für ein starkes Wesen am Ende des Romans aus ihr geworden ist. Nur zu gerne würde ich Elisa wirklich kennen, mir von ihr Ratschläge geben lassen oder einfach stumm zusammensitzen und die Gesellschaft genießen. Ich habe Elisa immer das Beste gewünscht und sie hat mich in ihrer zarten Art sehr berührt. Obwohl Louis schon ein kleiner Frauenheld ist, hat auch er mir nach wenigen Seiten gefallen. Er hat einen sehr anziehenden Charakter und versteht es, wie er andere Menschen für sich gewinnen kann. Schnell habe ich gemerkt, dass hinter seiner rauen Schale ein weicher Kern verborgen ist und es hat mir sehr gut gefallen, wie sich Louis nach und nach geöffnet hat. Bei ihm war auch die deutlichste Wandlung zu spüren, er hat mich immer wieder überrascht und er hatte irgendwann, genau wie Elisa, mein Herz erobert. Ich habe mit beiden unglaublich gerne meine Zeit verbracht und fand, dass sie sich wunderbar ergänzt haben und tolle Hauptprotagonisten waren! Fazit: Ich hoffe, man konnte es aus meinen Worten herauslesen: ich bin mehr als begeistert. Und ich hoffe, dass meine Meinung dem Buch auch nur ansatzweise gerecht wird! Mich hat der Roman mitgenommen, ich habe mich damit sehr wohl gefühlt und bin einfach glücklich damit, wie er sich entwickelt hat. Es gibt wirklich absolut keinen Aspekt, den ich negativ nennen könnte, es hat einfach alles gepasst. Von der Schreibweise über die Protagonisten über das Setting und die Stimmung. Es ergibt sich ein rundes Bild, welches einfach perfekt ist. Dieses Jahr habe ich bereits einige sehr gute Bücher gelesen, es waren einige Favoriten dabei, von denen ich dachte, dass sie mein bisheriges Jahreshighlight sind. Und dann kam dieser Roman und hat alles andere hintenanstehen lassen. Das Buch ist einfach grandios und ich möchte es einem jeden ans Herz legen: wer eine gefühlvolle, mitreißende, emotionale und authentische Geschichte sucht, dann greift zu diesem Buch und lasst euch verzaubern!

Poetisch und stark

Von: Christina Boersch Datum: 23. May 2020

Das Buch „Das Mädchen aus Glas“ spielt im 20. Jahrhundert in Berlin und handelt von der jungen Elisa, die trotz ihrer schweren Krankheit ihren Weg und die große Liebe in ihrem Leben sucht und findet. Berlin im Jahr 1913: Die junge Elisa leidet an der seltenen Glasknochenkrankheit – eine Krankheit, bei der ihre Knochen unter geringer Belastung leicht und schnell brechen. Aus Angst um ihre Tochter und deren Gesundheit, sperren Elias Eltern das junge Mädchen jahrelang in ihrer Villa ein. Eines Tages soll sie aber heiraten eine arrangierte Hochzeit mit Louis Lindquist, dem Sohn eines Bankiers. Die Hochzeit bietet sich für ihren Vater, den Inhaber einer Süßwarenfabrik, gerade zu an. Eigentlich gehört Elias Herz ihrem Arzt und Vertrauten Wilhelm. Aber auch Louis‘ Herz gehört einer anderen Frau. Das Buch habe ich auf dem ‚Bloggerportal‘ von Randomhouse entdeckt und war von dem Cover und dem Klappentext gleich tief beeindruckt. Bücher, in denen die Hauptfiguren an einer unheilbaren Krankheit leiden, findet man im Genre ‚Historischer Roman‘ eher selten. Deshalb war mein Interesse gleich geweckt und ich bewarb mich um ein Rezensionsexemplar. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Diana Verlag für die unkomplizierte Zusendung des Buches als Rezensionsexemplar. Nach dem ich die ersten Seiten von diesem Buch gelesen hatte, war mir klar, dass es ein ganz besonderes Buch ist, welches ich da in den Händen hielt. Ein Buch mit einer beeindruckenden und starken, authentischen Hauptfigur, die so zerbrechlich und zart ist, und doch so stark und kämpferisch. Gezeichnet durch ihre schwere Krankheit, die ihre Kindheit von einem auf den anderen Tag beendet und ihr weiteres Leben bestimmt „Draußen war der Gärtner damit beschäftigt, Holz für den Winter zu stapeln. Elisa sah durchs Fenster, wie seine Stirn im Abendlicht vor Schweiß glänzte. Wie seine Muskeln arbeiten. Wie schön es sein musste, seine Muskeln zu fühlen. Sie selbst hatte keinerlei Gespür für ihren Körper. Was zum einen daran lag, dass sie kaum Muskeln besaß; sie bewegte sich ja nur sehr wenig. Zum anderen daran, dass sie ihren Körper verabscheute. Denn ihr Körper war es, der sie im Haus gefangen hielt.“ [S.41, Z. 12 – 19] Elisa hasst ihren Körper und ihre Krankheit, leidet aber vor allem unter der gesellschaftlichen Isolation, in die sie durch ihre Eltern gezwungen wird. Auf der einen Seite konnte ich die Eltern verstehen, da sie Angst um das Leben ihrer Tochter haben, aber auf der anderen Seite war es auch einfach nur erschreckend, was Elisa damit angetan wurde. Unvorstellbar. Trotz allem kämpft sich Elisa aus diesem Teufelskreis raus – dank einer unfreiwilligen Hochzeit. Es war so ergreifend, wie Elisa nach und nach die Welt und auch ihr Leben für sich entdeckte. Dinge und Begebenheiten, die für alle selbstverständlich waren, wurden von Elisa komplett neu entdeckt. Ich wollte Elisa sehr oft einfach nur in den Arm nehmen und für sie da sein – das hätte sie aber wahrscheinlich nicht zugelassen. Ihre Mutter ist eine Person, die man sehr schwer durchschaut. Anfangs war bei mir noch die ein andere Sympathie, die aber im Laufe des Buches immer weniger wurden. Ähnlich ging es mir bei ihrem Vater. Louis Lindquist, Elias Mann, ist ein Draufgänger-Typ – er lebt sein Leben als Sprössling einer reichen Bankiersfamilie: er schmeißt sein Studium und führt die ein oder andere Affäre. Mit seinem Vater steht er eher auf Kriegsfuß, dieser setzt ihm die Pistole auf die Brust. Sollte er Elisa nicht heiraten, verliert er jegliche Unterstützung – nicht nur finanzieller Art. Louis fühlt sich immer sehr im Schatten seines älteren Bruder Franz, der seinen Vater in der Bank unterstützt und der wahre ‚Vorzeigesohn‘ ist. Erst später wird klar, warum Louis seinen Vater regelrecht verachtet. Ich mochte Louis sehr gerne, auch wenn er Anfangs impulsiv und ungestüm ist. Im Laufe der Handlung wird er zum wahren Sympathieträger. Eine eher tragische Figur finden wir in dem Arzt und Vertrauten von Elisa: Wilhelm. Schon seit Kindertagen verbindet ihn und Elisa ein festes Band der Freundschaft und Vertrautheit. Er kann nicht fassen, dass Elisa einfach einen anderen Mann heiratet. Er muss sich eingestehen, dass er Elisa liebt – doch dafür ist es nun zu spät. Es gibt noch einige Figuren in diesem Buch, sie alle machten das Buch äußerst lesenswert. Sie alle handel authentisch, ich konnte mit ihnen lachen, mit ihnen weinen oder sie machten mich fassungslos. Julie Hilgenberg ist Jahrgang 1991, das Buch „Das Mädchen aus Glas“ ihr erster historischer Roman. Ihre Sprache ist atemberaubend, so feinfühlig und wunderschön zog sie mich direkt in die Handlung und in die Zeit. Auch wenn der geschichtliche Hintergrund das Berlin in der Zeit vor und während des Ersten Weltkrieges zeigt, stehen die Gefühle der Figuren, vor allem von Elisa und Louis, sehr im Vordergrund. Das Geschichtliche muss in diesem Roman arg zurückstecken, was ich aber überhaupt nicht als negativ wahrgenommen habe. Ich kam allen Figuren dadurch nochmal so viel näher. Es wird ein gutes Bild über die Gesellschaft in dieser Zeit dargestellt, eine Zeit, in Luxus und Armut so nah beieinander lagen. Wie lange man brauchte, um in den höheren Kreisen akzeptiert zu werden, wie schnell man aber auch wieder draußen war. Und auch wie die Gesellschaft zu dieser mit angeborenen Krankheiten umging. Der Erste Weltkrieg spielt am Rande auch eine Rolle, es wird noch einmal klar, wie es dazu kam und auch wie sehr dieser Krieg in das Leben der Bevölkerung eingebrochen ist und ihr aller Leben verändert hat. Ich habe so einiges über die Glasknochenkrankheit gelernt, auch dank des Nachwortes der Autorin. Hier merkt man, dass dieses Thema Julie Hilgenberg sehr wichtig war und sie sehr intensiv recherchiert hat. Fazit: Ein wunderschöner, sinnlicher Roman mit einer zarten und gleichzeitig so starken Hauptfigur. Lohnt sich! Hinweis: Dieses Buch habe ich vom Diana Verlag als kostenloses Rezensionexemplar bekommen – es hat meine Meinung aber nicht beeinflusst.

Knochen wie aus Glas, aber das Herz einer Löwin

Von: Martina M. Datum: 23. May 2020

1913 - Eliza leidet an der noch wenig erforschten Glasknochenkrankheit. Sie ist an ihr Zuhause gekettet und so ist es kein Wunder, das sie sich in ihren Arzt Wilhelm verliebt, den sie seit Kindertagen kennt . Doch ihre Eltern verheiraten sie gegen ihren Willen mit dem reichen Bankierssohn Louis , der nur für sein Vergnügen lebt und lieber dem Vater und älteren Bruder die Bankgeschäfte überlässt. Man erhofft sich finanzielle Vorteile von dieser Verbindung , und außerdem traut man Eliza nicht zu, mit ihrer Krankheit einen standesgemäßen Ehemann zu finden . Eliza und Louis heiraten , finden am Anfang wenig Gefallen aneinander. Doch Beide haben noch ganz andere Seiten , als es auf den ersten Blick scheint . Die Annäherung erfolgt langsam , aber Wilhelm und Louis tabulose Geliebte verzögern das Aufkommen von gegenseitiger Symphatie, Freundschaft und Respekt. Trotz einer Länge von über fünfhundert Seiten habe ich " Das Mädchen aus Glas " zügig gelesen , und mich auf keiner Seite gelangweilt. in der ersten Hälfte passierte noch nicht so wahnsinnig viel , wurde aber von dem tollen Scheibstil getragen . Eliza ist eine Protagonistin mit der man mitfühlen und mitleiden kann , sie ist mir sofort ans Herz gewachsen.Im letzten Drittel erfährt der Leser auch über die nötigen Fortschritte in der Schokoladenherstellung , die ersten Versuche der Gleichberechtigung und das Ausbrechen des ersten Weltkrieges, das fand bei mir großen Anklang, für mich hätte es noch ein wenig mehr sein können . Julie Hilgenberg hat einen absolut lesenswerten Liebesroman geschaffen , nur ein wenig Kritik muss sein . Das Ende ist für mich dann doch zu rosarot.

Eine wunderbare Geschichte!

Von: Sandra Mickler | swiaty.library Datum: 23. May 2020

Cover & Titel Das Cover finde ich wunderschön und schlicht gehalten. Die Schriftart des Titels zeigt in meinen Augen schon die Zerrissenheit, Liebe, aber auch die Sanftheit und den Anmut der Protagonistin Elisa und der gesamten Geschichte. Alles in allem ein Hingucker und absolut passend zu der Geschichte von @julieheiland. Geschichte, Schreibstil & Protagonisten Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an so dermaßen gepackt und mitgerissen, dass ich gar nicht aufhören konnte sie zu lesen. Die Worte, und wie sie gewählt wurden, unfassbar schön einfach. Ich konnte mir vorstellen, wie die Gardinen im Wind tänzelten, wie Elisa in ihrem Zimmer saß und wie sie ausgesehen haben musste. Es gab immer wieder Momente, da war ich mittendrin. Als wäre ich wirklich dort. Alles war so bildlich geschrieben, dass es für mich an keinem Detail fehlte, geschweige das es zu viele waren. Es machte die Protagonisten echt, ehrlich und dreidimensional. Ich konnte mitfühlen und habe zum Ende hin fast ein Tränchen verdrückt. Hach. Pure Liebe.🧡 Der Plot baut langsam aber stetig auf und hat Wendungen und Überraschungen in sich, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Zu keinem Moment. Er war einfach nur schön zu lesen und selbst das Kriegsthema nimmt keine Überhand, zeigt aber, wie schwer es damals für die Menschen war und wieviel Tod über das Land hereinbrach. Es wurde hier gut recherchiert und ist ein Teil unserer Geschichte. Die Protagonisten haben mir sehr gefallen. Wie ich oben schon schrieb, waren sie echt, ehrlich und dreidimensional ausgearbeitet worden. Ich konnte mit allen mitfühlen, ihre Worte und Taten in vielen, aber auch "brenzlichen" Situationen nachvollziehen. Die Hauptprotagonistin Elisa habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen. So eine wunderbare, junge Frau die man einfach gerne haben muss. Ebenso Wilhelm, Louis und Florence. Alle waren toll. Ich war sehr traurig, als ich die Geschichte gestern beendet hatte und hätte so gerne noch mehr von ihnen gelesen. Auf jeden Fall mein Highlight im Mai und absolut lesenswert. Fazit Zwischen Zebrechlichkeit, Liebe, Anmut und einer reichen Gesellschaft, steckt noch so viel mehr in dieser Geschichte. Zu Tränen rührend, mit wunderbaren Protagonisten und einem nicht vorhersehbaren Ende. Pure Liebe!

Spannend bis zum Ende

Von: Kristina Datum: 22. May 2020

"Am Tag ihres siebten Geburtstags hatte Elisas Gefangenschaft begonnen." Elisa hat die Glasknochenkrankheit, die im Berlin des beginnenden 20. Jahrhunderts noch nicht sehr weit erforscht ist. Aus Angst vor Brüchen sperren ihre Eltern sie in einen goldenen Käfig, ihr gesamtes Leben spielt sich nach diesem schicksalshaften Tag nur noch im Haus der Familie von Treue, einem Berliner Schokoladenproduzenten statt. Ihr einziger Freund ist der Arzt Wilhelm, der sie seit Kindertagen kennt und von ihrer Einsamkeit ablenkt. Elisas Leben ändert sich von Grund auf, als sie den Bankierssohn Louis Lindquist heiraten soll, eine von den Eltern arrangierte Ehe zur Stärkung beider Unternehmungen. Louis ist das absolute Gegenteil von Elisa, ein Lebemann, der nichts im Leben wirklich ernst nimmt. Kann das gut gehen? Ich habe mich bei den über 500 Seiten keine Sekunde gelangweilt und mit Elisa das Berlin der Vorkriegszeit erkundet. Die Charaktere sind schön gezeichnet und entwickeln sich authentisch. Von mir ein Lesetipp!

Ein Brilliant am Bücherhimmel!

Von: Pixi Datum: 22. May 2020

Ich habe selten ein Buch gelesen, welches so ausgezeichnet ist! Von Seite 1 bis Seite 510 gibt es keine Langeweile, keine langatmigen Landschaftsbeschreibungen, über die ich sonst gerne hinweglese. Der Roman ist jedoch detailreich und auch mit gewisser Spannung versehen. "Das Mädchen aus Glas" schildert das Leben der an der Glasknochenkrankheit erkrankten Elisa in den 1920er Jahren, zeigt, wie sie sich in ihrer - von den Vätern beschlossenen - Ehe weiterentwickelt. Mehr möchte ich nicht verraten. Ich empfehle diesen historischen Roman einer vielverheißenden Autorin einfach jedem. Bin begeistert! 5 Sterne!

Rezension zu "Das Mädchen aus Glas"

Von: noeffis_buecherkiste Datum: 18. May 2020

Montag, 18. Mai 2020 Rezension zu "Das Mädchen aus Glas" von Julie Hilgenberg Julie Hilgenberg: Das Mädchen aus Glas. Diana Verlag (eBook) Berlin 1913: Elisa leidet an der seltenen und noch unerforschten Glasknochenkrankheit. Sie ist daheim regelrecht eingesperrt und hat nur Kontakt nur ihren Eltern und ihrem jungen Leibarzt Wilhelm, für den sie relativ früh Gefühle entwickelt. Ihr Vater ist erfolgreicher Inhaber einer Süßwarenfabrik und um für die Zukunft gerüstet zu sein, arrangiert er eine Ehe mit dem Bankierssohn Louis. Dieser ist in Berlin als Rumtreiber bekannt. Er zieht mit seinen Freunden um die Häuser und hegt eine wilde Beziehung zu Rosalie. Die Ehe passt ihm genauso wenig wie Elisa, doch sie kommen nicht drum herum. Während die Vorboten für einen Krieg immer näher kommen, lernt sich das junge Ehepaar immer näher kennen und Elisa schnuppert von der Freiheit. Doch Elisa kann Wilhelm nicht vergessen und auch Louis zieht es immer wieder in die Arme seiner Geliebten. Der erste Weltkrieg beginnt und Elisa erlebt ihren ersten Schicksalsschlag. Da bekommt sie Unterstützung von eher unerwarteten Seite, doch das ist erst der Anfang einer äußerst turbulenten Zeit... Ich kam durch eine andere Buchbloggerin auf das Buch und ich muss sagen, der Klappentext hat mich sehr angefixt. Ich mag Geschichten, die Ende des 19. Jahrhunderts/Anfang des 20. Jahrhunderts spielen. Es war damals eine spannende und auch gefährliche Zeit, dennoch hat die Ära ihren eigenen Charme. Elektronik und Technik sind immer weiter auf dem Vormarsch und auch die Frauen werden immer lauter und geraten immer mehr in den Vordergrund. Deutschland hat noch einen Kaiser, aber die politischen Unruhen werden immer lauter. Diese Entwicklungen verwebt Julie Hilgenberg gekonnt in ihre Geschichte rund um Louis und Elisa. Man fühlt sich schon nach wenigen Seiten in die Zeit zurück versetzt und schließt die Protagonistin Elisa schnell ins Herz. Sie ist körperlich eher schwach, doch sie hat einen wachen Geist und sie tut auch ihrer eigenen Meinung kund. Das stößt bei ihren Eltern, die sie daheim einsperren einsperren, meist auf Gegenwehr. Ihre Mutter ist der Part, der vor lauter Sorge um die Tochter fast umkommt und der Vater erwartet nichts als ungebrochenen Gehorsam, gerade wenn es um das Geschäft geht. Louis hingegen ist ein Wildfang, der mehr an das Vergnügen, als an das Geschäft oder den Ruf der Familie denkt. Ganz zum Missfallen seines Vater. Sein Bruder Franz ist das genaue Gegenteil. Dennoch war er mir nicht ganz unsympathisch, denn die Autorin gewährt schnell Einblick in das Seelenleben von Elisas Ehemann und man kann seine Taten zum Teil nachvollziehen. Es gab genug Momente, wo ich die Hände über den Kopf zusammengeschlagen habe, aber dann hat er wieder sein großes Herz bewiesen. Diese bunte Charaktermischung aller Protagonisten haben die Geschichte richtig lebendig gemacht und ich hatte richtig Spaß am Lesen. Die Story an sich war gut durchdacht und wurde nie langweilig. Ich hatte nie das Gefühl, dass sich die Geschichte an irgendeiner Stelle zu sehr zieht oder die Luft raus ist. Eher im Gegenteil, wenn man denkt, es wird man etwas ruhiger, kommt eine neue Wendung oder Überraschung um die Ecke. Die Spannungskurve ging regelmäßig hoch und in den letzten 50 Seiten wartet auf den Leser ein nervenaufreibendes Finale. Ich fühlte mich mit der spannenden Liebesgeschichte sehr gut unterhalten und die Seiten flogen nur so dahin! Eine spannender und unterhaltsamer historischer Roman, der mir sehr gut gefallen hat

Eine Zeitreise ins Jahr 1913 in Berlin

Von: artepo Datum: 18. May 2020

Ich lese nur sehr selten Bücher bei denen es sich um reine Liebesgeschichten handelt. Aber da es sich eher um einen historischen Roman handelt dachte ich mir versuche ich es mal. Und ich wurde nicht enttäuscht. Zur Geschichte: Es geht um Elisa. Elisa leidet an der Glasknochenkrankheit. Sie lebt mit ihren Eltern in Berlin zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt ist diese Krankheit noch nicht wirklich erforscht und so wird sie von ihrer Mutter in Watte gepackt. Sie verlässt, nach Ausbruch der Krankheit, nicht mehr das Haus. Aber zu dem Zeitpunkt war es in der gehobenen Gesellschaft normal zwangsverheiratet zu werden. Vor allem wenn es für die finanzielle Lage vom Vorteil ist. Elisa muss Louis heiraten. Den etwas chaotischen Sohn eines Bankiers. Allerdings entwickelt dieses zum Vorteil von Elisa. Auch wenn sie sich anfangs nicht wirklich leiden können zeigt Louis ihr das wirkliche Leben. Elisa lernt mit ihrer Krankheit umzugehen. Und natürlich auch Louis lieben. Aber da ist ja auch noch der junge Arzt Wilhelm. Dieser richtet sein gesamtes Leben nach Elisa aus. Und auch Elisa ist ihm nicht abgeneigt. Das ganzen führt zu vielen Verwicklungen und Missverständnissen. Aber auch Louis ändert sein Leben aus Liebe zu Elisa. Dann bricht der Krieg aus und es brechen harte Zeiten für Elisa an. Aber auch die anderen Charaktere des Buches sollte man erwähnen. Sie sind sehr realistisch beschrieben. Und auch bei diesen sind viele Eigenschaften vertreten. Sie sind liebenswert, aufmerksam, hilfsbereit, aber auch hinterhältig und böse. Fazit: Ein durchaus lesenswertes Buch. Ich fand allerdings, dass es so einige Passagen im Buch gibt, die hätte man mehr ausarbeiten können. Viele Situationen und Ereignisse wurden nur angeschnitten. Aber Julie Hilgenberg schafft es einen auf eine sehr interessante Zeitreise mitzunehmen. Man bekommt einen sehr guten Eindruck davon wie die Leute damals dachten und handelten. Und ich musste feststellen, dass sich diese teilweise nicht viel von der heutigen Zeit unterscheidet. Ich ziehe allerdings einen Stern ab, da doch vieles sehr vorhersehbar ist. Und an einigen Stellen, meiner Meinung nach, doch extrem kitschig ist. Aber alles in allem kann ich dieses Buch doch mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

Liebe, Freundschaft, Mut und Vertrauen

Von: RR Datum: 17. May 2020

Als Elisa sieben Jahre alt ist, beginnt sich ihr Leben radikal zu verändern. Sie leidet unter der seltenen und damals noch kaum erforschten Glasknochenkrankheit. Um alle Gefahren von ihr fern zu halten, sperren ihren Eltern sie zu Hause ein. Sie hat keine Freunde. Ihr bleiben nur ihre Bücher und die Besuche ihres Arztes Wilhelm, in den sie heimlich verliebt ist. Elisas Vater ist der Besitzer einer der angesehensten Fabriken in Berlin und dieser will seine Tochter natürlich standesgemäß verheiraten. Ohne Elisas Wissen arrangiert er eine Ehe mit Louis Lindquist. Sein Vater ist Besitzer ein Privatbank. Louis selber ist bekannt dafür, dass er das Geld seiner Familie verprasst und bei der weiblichen Gesellschaft nichts anbrennen lässt. Ein Paar wie es ungleicher nicht sein könnte, zumal Louis sie aufgrund ihrer Krankheit zunächst nur als Last betrachtet. Bereits in der Hochzeitsnacht betrügt er Elisa. Aber Elisa ist eine starke, mutige Frau, die sich nicht nur ihren Platz in der Familie Lindquist sondern auch ein eigenes Leben erkämpft. Dabei erntet sie mehr und mehr den Respekt ihres Mannes und die beiden kommen sich näher. Denn auch Elisa muss lernen, dass hinter Louis rauer Schaler ein warmherziger Mensch steckt. Als Louis an die Front muss verändert sich ihr Leben. Wird Louis zurückkehren? Das Buch hat mich total überrascht. Es ist detailreich und einfühlsam geschrieben. Jeder einzelne Charakter ist gut beschrieben. Man kann sich schnell in Elisa und ihre Welt einfühlen. Sie war mir, genauso wie Louis, sofort sympathisch. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, wie es mit den beiden weitergeht. Eine wunderschöne Geschichte zwischen Freundschaft, Liebe, Mut und Vertrauen, die mich zu Tränen gerührt hat. Ein Zitat von Elisa wird mir im Gedächtnis bleiben: es ist leicht nach jemandem zu treten, der am Boden liegt. Jemanden die Hand zu reichen und aufzuhelfen, verlangt einem weit mehr ab. Danke für dieses wundervolle Buch

Sanfte Liebesgeschichte in historischem Setting

Von: pias_booklove Datum: 16. May 2020

Inhalt Eine Liebe zerbrechlich wie Glas. Berlin, 1913: Elisa leidet unter der seltenen Glasknochenkrankheit, weshalb sie ihr wohlgehütetes Zuhause kaum verlässt. Louis ist ein Draufgänger und liebt das Risiko. Als die Eltern ihre Ehe arrangieren, erscheint es ihnen zunächst wie eine Bestrafung - zumal Elisa in ihren Arzt Wilhelm verliebt ist. Doch während der Erste Weltkrieg heraufzieht, kommen Elisa und Louis sich näher. Als beide Männer an die Front müssen, erfährt Elisa, wie stark sie wirklich ist - und was es bedeutet, wahrhaftig zu lieben. Meine Meinung „Das Mädchen aus Glas“ war ein schönes Buch, das sich angenehm leicht lesen ließ. Im Mittelpunkt stehen natürlich Elisa und Louis, aber auch Elisas Arzt Wilhelm werden einige Kapitel gewidmet, sodass man mehr oder weniger drei Hauptcharaktere hat. Elisa leidet an der seltenen Glasknochenkrankheit, die in Jahre 1913 kaum erforscht ist, daher erfährt man als Leser auch nur sehr wenig über diese Krankheit. Es ist jedoch klar, dass Elisa nur an einem leichten Typ leidet. Im Nachwort gibt es hierzu auch nochmal eine Erklärung der Autorin. Elisa muss zwar vorsichtig sein, da ihre Knochen wesentlich leichter brechen, als die eines gesunden Menschen, doch größtenteils könnte sie ein relativ normales Leben führen. Wäre da nicht ihre Mutter, die furchtbare Angst um ihre Tochter hat und sie deshalb Zuhause einsperrt. Elisa ist nichts anderes gewöhnt und natürlich ihren Eltern sehr folgsam. Erst durch Louis lernt sie ein anderes Leben kennen. Die Annäherung der beiden erfolgt sehr schleichend und behutsam, was dem ganzen Buch dadurch aber ein sehr ruhiges und liebevolles Gefühl gibt. Beide Charaktere sind sehr authentisch dargestellt und man fiebert ihrem Happy-End sehr entgegen. Diesem werden jedoch im Verlauf der Geschichte noch einige Steine in den Weg gelegt, die aber keineswegs zu gewollt oder überdramatisiert wirken, sondern sich passend einfügen. Leider hatte ich aber das Gefühl, dass einige Szenen zu oberflächlich dargestellt wurden. Manchmal waren die Gefühle, die eigentlich offensichtlich waren, einfach nicht greifbar genug und dadurch wirkte die ganze Situation etwas flach. Darunter fällt auch, dass einige Szenen zu kurz kamen, wie z.B. die Todesfälle von wichtigen Figuren. Dazu möchte ich gar nicht viel sagen, um nicht zu spoilern, doch hier fehlte mir einfach noch mehr Gefühl. Etwas zu kurz kam auch die ganze Thematik um den Ersten Weltkrieg. Der Klappentext hätte vermuten lassen, dass dem mehr Handlung im Buch gewidmet ist. Allerdings sind es nur die knapp die letzten hundert Seiten, in denen die Charaktere direkt mit dem Krieg konfrontiert werden. Schlimm fand ich das nun nicht, dass der Krieg nicht so viel Raum einnahm, da es ja hauptsächlich um die Liebesgeschichte ging und diese mir sehr gut gefallen hat. Bei der Darstellung des Historischen bin ich etwas zwiegespalten: Auch hier hatte ich manches Mal das Gefühl nicht genug Tiefe zu erfahren, da wichtige historische Ereignisse oft nur kurz in einem Satz erwähnt wurden, um eine Einordnung zu schaffen. Andererseits kam die Grundstimmung dieser Zeit gut zu Geltung. Bereits seit Beginn des neuen Jahrtausend bahnte sich der Fortschritt an, es gab z.B. vermehrt Autos und alles stand ziemlich im Wandel. Diese Grundstimmung war mir während des Lesens sehr präsent und daher habe ich mich trotzdem sehr gut in der Zeit des Buches wiedergefunden und konnte auch nachvollziehen, warum diese Zeit für das Setting gewählt wurde. Fazit Eine sanfte und feinfühlige Liebesgeschichte, die in dem zeitlichen Setting für einfach Spaß macht. Leider wirken manche Handlungsstränge etwas zu oberflächlich, hier hätte noch mehr Gefühl hineingehört. Nichtsdestotrotz ein schöner historischer Roman, der sich wunderbar lesen und genießen lässt. 4/5 Sterne

Weit mehr als eine außergewöhnliche Liebesgeschichte

Von: ReLia Datum: 16. May 2020

"Das Mädchen aus Glas" begeistert durch ein stimmungsvolles Setting, das dem Berlin der (Vor-)Kriegszeit erstaunlich nahe kommt. Der Geist dieser Zeit wurde meines Erachtens sehr gut eingefangen und als Rahmen für die Geschichte rund um Elisa, die junge Frau mit der Glasknochenkrankheit, geschickt gewählt. Die im Buch vorkommenden Personen erzeugen einen wunderbaren Kontrast zwischen den traditionellen Ansätzen der Oberschicht und den rebellischen Freigeistern einer neu aufkommenden Generation. Elisas Krankheit stellt diese vielleicht noch einmal vor besondere Schwierigkeiten und doch unterscheiden sich manche wiederum nicht von derer ihrer Zeitgenossen: Den eigenen Weg zu einem selbstbestimmten Leben zu finden.

Berührende Geschichte

Von: Nadine Dietz Datum: 16. May 2020

Hierbei handelt es sich um einen wunderbar flüssigen, historischen Roman, der von der bezaubernden, schüchternen Elise erzählt, die seit ihrer Kindheit an der Glasknochenkrankheit leidet. Der Start in die Geschichte gelang mir mühelos, der Schreibstil ist sehr bildhaft und die Charktere authentisch. Elise steht zwischen zwei Männern. Dem Lebemann Louis, den sie heiraten muss und dem sanften Arzt der Familie, Wilhelm, den sie ihr ganzes Leben schon liebt. Sie kämpft um ihr Glück und manches Mal scheint das Leben andere Wege zu gehen. Es war schön zu sehen, wie sich Elise in ihrer Ehe weiterentwickelt hat und wie sie zu einer willensstarken Persönlichkeit heranreift Für wen wird sie sich wohl entscheiden? Das Cover finde ich auch passend gewählt. Fazit: Eine wunderschöne Geschichte, die mich begeistert hat. 4,5/5 ⭐und eine Leseempfehlung.

Elisas Knochen brechen vielleicht leicht, doch sie tut es nicht.

Von: Rainbowwalker Datum: 12. May 2020

Eine Liebesgeschichte, zart und wundervoll, und ein historischer Rahmen, grausam und unnachgiebig. Diese Komponenten verliehen dem Werk so ergreifende Kontraste, dass es kein schwarz und weiß mehr gab. Berlin, 1913. Elisa leidet unter der seltenen und wenig erforschten Glasknochenkrankheit, weshalb sie ihr wohlbehütetes Zuhause kaum verlässt. Louis ist ein Draufgänger und liebt das Risiko. Die von den Eltern vereinbarte Eheschließung erscheint ihnen zunächst wie eine Bestrafung – zumal Elisa in ihren Arzt Wilhelm verliebt ist. Doch während der Erste Weltkrieg heraufzieht, kommen Elisa und Louis sich näher. Als die beiden Männer an die Front müssen, zeigt sich, wie stark Elisa wirklich ist – und sie erfährt, was es bedeutet, wahrhaftig zu lieben. Da ich nur sehr selten Romane dieser Art lese, habe ich nicht wirklich viele Erwartungen an dieses Buch gestellt. Ich wusste, dass es sich um eine Liebesgeschichte handeln würde, was mich bereits vor Beginn des Leseprozesses vor eine Herausforderung stellte, da mich die meisten Liebesgeschichten leider nicht begeistern können, aufgrund der Vorausschaubarkeit. Doch hoffte ich, einen Einblick in die Zeit um den ersten Weltkrieg zu erhalten und etwas mehr über die Glasknochenkrankheit zu erfahren. Und was soll ich sagen: Ich bekam alles, und noch viel mehr. Dies lag zu einem nicht gerade kleinen Teil an der unglaublich beindruckenden Protagonistin Elisa, welche ich einmal aus zwei Perspektiven beleuchten möchte: der fiktiven Person und dem Handwerk. Ich brauche, nicht viele Worte darüber verlieren, wie toll ich ihre Entwicklung, ihren Charakter und ihre Sinneswandlungen fand, denn das lässt sich schnell hervorheben. Doch das schreiberische Geschick, was hinter einer solchen Protagonistin steht, kann ich mir kaum ausmalen. Natürlich war die Liebesgeschichte etwas vorhersehbar, aber so sind sie nun mal leider immer. Was mich hierbei jedoch so erstaunt hat, war, wie unfassbar realistisch sie sich entwickelte. Es gab keine plötzlichen Sinneswandel oder Charaktersprünge, die einfach aus dem Nichts auftauchten. Ich hatte permanent das Gefühl, dass alles in der Geschichte genau so kommen musste, und die Protagonisten auch nie zu viel Glück hatten. Neben Elisa gefielen mir auch die anderen Figuren wirklich gut, jeder auf seine Weise und wie sie ihren Platz in dem Buch gefunden haben. Alle hatten eine solche Tiefe und Dreidimensionalität, dass niemand wirklich wie ein Nebendarsteller wirkte. Ich hatte das Gefühl, als hätte sich Hilgenberg nicht nur mit Elisa, sondern auch mit jedem anderen Charakter sehr viel Mühe gegeben, einen wirklichen Menschen zu erschaffen, was ihr auch unbestreitlich gelungen ist. Als ebenfalls sehr positiv kann ich die Beschreibung des historischen Kontextes bewerten. Die Gefühle, welche zu jener Zeit herrschten, wurden extrem gut dargelegt und auch die Auswirkungen, sowie Entwicklungen der politischen Entscheidungen fanden einen rahmenden Platz in der Handlung. Gerade hier wirkt das Werk sehr ausgearbeitet, der Leser wurde nie mit zu vielen inhaltlichen Punkten der damaligen Begebenheiten gelangweilt, sondern durch die Protagonisten ganz selbstverständlich an die Zeit herangeführt, wodurch jener einen entsprechenden Eindruck der Lage bekam. Es gibt nur zwei kleine Punkte, welche mich im kompletten Buch störten, und diese sind auch kaum bedeutend, aber ich wollte sie trotzdem anbringen, da ihr Fehlen ''die Kirsche auf dem Kuchen'' gewesen wäre: Zum einen fand ich es etwas schade, dass viele Situationen und Ereignisse nur angeschnitten wurden. Die Kapitel endeten für meinen Geschmack meist etwas zu früh, so hätte ich zum Beispiel gerne noch etwas länger den Ball verfolgt, oder wäre in sehr emotionalen Momenten noch etwas länger bei den Charakteren verweilt, doch das Ende des Abschnittes kam meist grob daher und ließ wenig Spielraum für Träumereien. Auf der einen Seite ist es ja gut, dass die Autorin wirklich kein Wort zu viel verliert, so wird es wenigstens nicht langweilig, aber wenn die Protagonistin damit wirbt, dass sie bei Louis etwas ausprobieren möchte, was sie so noch nie tat, würde ich schon gerne wissen, woran sie dachte und wie er darauf reagierte. Ich sehe den Punkt, dass dieses stilistische Mittel das Kopfkino anregen soll, aber das hätte bei einigen exemplarischen Kapitelenden gereicht, ab und zu hätte der Leser auch mitgenommen werden können - weiter in den Ball hinein, näher zu den Liebenden und tiefer in die Fabrik. Des Weiteren passte das Ende für mich nicht in den realistischen Stil des Werkes. Hier wird auf einmal mit einer romantisierten Sicht auf die Welt gearbeitet, mit mehr Glück und Zufällen, als es einem normalen Menschen in seinem ganzen Leben zusteht, und vor allem einer Menge Kitsch. Für mich passte das einfach nicht, was nicht daran liegt, dass ich keine Happy Ends mag, sondern daran, dass ich es für unrealistisch halte, wenn auf den letzten zwanzig Seiten alles auf ein Drama zudriftet und dann ganz plötzlich das Lenkrad in Richtung des perfekten Glücks gerissen wird. Das empfinde ich auch nicht als spannend, sondern als unüberlegte Schreibentscheidung und als Wahl auf ein gekünsteltes Ende. Von mir aus hätte alles genauso enden können, wie es das tat, aber die vorherigen Seiten hätten anders konstruiert sein müssen, damit es glaubwürdig klingt. Weniger Drama und mehr logische Ereignisse wären hier der Schlüssel gewesen, was besonders traurig ist, da ich weiß, dass die Autorin das definitiv gekonnt hätte! Aber ich denke, dass sich gerade hier die Geister scheiden, und das Ende eines Buches nie alle zufriedenstellen kann. Deshalb ziehe ich auch nur insgesamt 1,5 Punkt ab, da mir das Werk wirklich ausgesprochen gut gefiel und ich es definitiv weiterempfehlen würde. 8,5/10