Ellen Sandberg

Das Erbe

Das Erbe Blick ins Buch

Jetzt bestellen:

Buch
Hörbuch

€ 15,00 [D] | € 15,50 [A] | CHF 21,90 [CH]

oder hier kaufen:

€ 10,95 [D] | € 10,95 [A]

oder hier kaufen:

Spätsommer 2018. Über Nacht ist Mona Lang reich. Ihre Großtante Klara hat ihr ein großes Haus in München-Schwabing vermacht, denn sie war sich sicher: »Mona wird das Richtige tun.« Was damit gemeint ist, versteht Mona nicht. Doch kaum hat sie Klaras Erbe angetreten, kommt sie einer Intrige auf die Spur, die sich um die Vergangenheit des Hauses rankt – und um ihre Familie.

München 1938. Die junge Klara belauscht an der Salontür ein Gespräch zwischen ihrem Vater und ihrem Vermieter, dem jüdischen Unternehmer Jakob Roth. Es geht um die bevorstehende Auswanderung der Roths – und ein geheimes Abkommen …

Vom Fluch des Geldes

Von: Udo Kewitsch Datum: 18. June 2020

Unter Ihrem Pseudonym hat Autorin Ellen Sandberg einmal mehr eine tolle spannende Geschichte zu Papier gebracht. Der Handlungsstrang zieht stet wechselnd seine Kreise von 1938 bis in die heutige Zeit. Die Kapitel sind kurzweilige und der stete Wechsel erfordert ein klein wenig Konzentration. Klara wächst im 3. Reich mit Ihren Eltern wohl behütet in München auf. Die mit der Familie befreundeten Juden sind gleichzeitig die Vermieter der Familie Hacker und somit Besitzer des edlen Schwanenhauses inmitten Münchens. Der Sprung zu Mona, einer Enkelin von Klara Hacker im Jahre 2018 erscheint erst im Laufe der Geschichte plausibel. Gleiches gilt für die dritte Protagonistin Sabine, deren Verbindungen zu Klara, Mona und den anderen Akteuren sich zunehmend deutlicher herauskristallisiert. Mona, die Erbin des Schwanenhauses, wird sehr sorgfältig charakterlich skizziert und somit auch ihre Wesenszüge und Verhaltensweisen rund um die Geschichte dieser Erbschaft nachvollziehbar. Das an dieser Erbschaft im Wortsinne Blut klebt und der Roman auch eine kleine Reise in die düstere Vergangenheit deutscher Geschichte ist, sollte nicht unerwähnt bleiben. Stet bleibt dabei der Stil von Ellen Sandberg aber zurückhaltend sachlich, niemals anklagend oder gar wertend. Dem Leser sei empfohlen, sich die Charaktere und Namen der vielschichtigen Geschichte gut zu merken – scheinbar völlig „fremde“ werden im Laufe des Plots zunehmend zu völlig nahestehenden der Hauptdarsteller. Wer hier den Anschluss verliert, hat wenig Chancen den gesamten Kontext in seiner Spannung zu erfassen. Das Erbe ist für Mona eine schwere Last, aber auch Sabine und ihr Bruder sehen sich – zunächst scheinbar völlig unberechtigt – im Verlauf der Story als anspruchsberechtigt. Das das liebe Geld auch innerhalb scheinbar intakter Familien zu Verwerfungen führen kann, ist eine der (wenig überraschenden) Lehren dieses Buches. Spannend bleibt es dennoch bis zum (für manchen vielleicht überraschenden) Ende. Ellen Sandberg gelingt es über 501 Seiten sehr gut, die Erzählung lebhaft zu halten, den jeweils richtigen Zeitpunkt für den Rück- oder Vorsprung in eine andere Epoche zu legen und alle Beteiligten authentisch zu präsentieren. Durch die geschickten Verknüpfungen der Akteure miteinander, sei es der sympathische Hausverwalter Sander, Klaras langjährige Mieterin und Freundin Adele, den hintertriebenen Timon oder auch nur die beste Freundin von Mona, und eine kurzweilige Zeitreise über 80 Jahre Familiengeschichte ist das Buch ein sehr guter Pageturner für lange Abende. Fazit: sehr lesenswert, kurzweilig, spannend und auch ein kleiner gesellschaftlicher Spiegel für uns Deutsche sowie uns Menschen.

Unrealistisch

Von: Linda Datum: 15. June 2020

Sorry, aber es ist einfach nicht nachvollziehbar, dass Mona sich weitaus mehr bewegt fühlt durch das Schicksal einer jüdischen Familie während des zweiten Weltkriegs, als durch die Tatsachen, dass sie erfährt, ihr richtiger Vater sei nicht ihr Vater, sie sei bei einer Vergewaltigung gezeugt worden und noch dazu versucht ihre Schwester, sie umzubringen. All das bewegt sie weniger als das Schicksal von Mirijam und ihrem Sohn. Trotzdem 2 Sterne, da der Lesefluss gut ist und man das Buch recht schnell durchbekommt.

Was hättest Du getan?

Von: biggis_books Datum: 09. May 2020

"Das Erbe" von Ellen Sandberg war mein erstes Buch der Autorin. Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen und auch die Geschichte an sich war so gut, dass ich mit Sicherheit noch weitere Bücher von ihr lesen werde. Das Buch enthält drei Handlungsstränge. Mona, die im Buch als extremer Gutmensch dargestellt wird, erbt von ihrer Tante im Jahr 2018 ein großes Haus in München mit dem Vermerk "Mona wird das richtige tun". Klara hatte das Haus ebenfalls von ihrem Vater geerbt, der es zu Beginn des zweiten Weltkrieges vom jüdischen Besitzer und Freund Roth gekauft hatte. Man erfährt über die Zustände im damaligen Deutschland und die Judenverfolgung und nicht nur Mona fragt sich ob der Kauf des Hauses rechtens war- und sei es nur moralisch. In einer weiteren Erzählebene geht es um Sabine, die durch ein Tagebuch ihrer dementen Oma die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt und Mona das Erbe nun streitig machen möchte. Monas Probleme mit Eltern und Geschwistern ist auch Thema, ist aber unwichtig. Die Freundschaft zwischen Klara und ihrer jüdischen Freundin Mirjam hingegen um so mehr. Das Buch hat mich gefesselt und einmal mehr ist man entsetzt über die Verbrechen der Nationalsozialisten. Es bleibt bis zum Schluss spannend ob Mona im Sinne von Klara richtig entscheiden wird - wie sie mit dem Erbe umgeht.

Spannender Roman über ein dunkles Kapitel deutscher Vergangenheit

Von: Martinas Buchwelten Datum: 29. April 2020

Nachdem mich "Die Vergessenen", das erste Buch der Autorin unter ihrem Pseudonym Ellen Sandberg absolut überzeugen konnte, hat mich ihr zweiten Roman "Der Verrat" danach etwas enttäuscht. Deshalb war ich umso gespannter, wie mir nun "Das Erbe" gefallen wird. Auch in ihrem dritten Buch lesen wir wieder auf zwei Zeitebenen und diesmal sogar aus drei Sichweisen. Es klingt alleridngs komplizierter, als es ist ;) Zuerst befinden wir uns in der Gegenwart und lernen Mona und Sabine kennen. Die Berliner Bauzeichnerin Mona, erbt völlig unerwartet von ihrer Großtante Klara ein Mietshaus in München. Nach der erst kürzlichen Trennung von ihrem langjährigen Freund verlässt sie den Norden Deutschlands, um sich ihr Erbe näher anzusehen. Mona zieht in die momentan freie oberste Wohnung des alten Stadthauses, das "Das Schwanenhaus" genannt wird und sich mitten im Zentrum von München befindet. Der kryptische Satz "Sie wird sicher das Richtige tun", den ihre Großtante im Testament hinterlassen hat, lässt Mona keine Ruhe. Sie beginnt Nachforschungen anzustellen. Bald entdeckt Mona, dass das gesamte Wohnhaus einst der jüdischen Familie Roth gehörte. Doch wie kam das Haus in den Besitz ihrer Tante? Im zweiten Handlungsstrang in der Gegenwart entdeckt Sabine ein Tagebuch ihrer dementen Großmutter, indem sie ein Familiengeheimnis niedergeschrieben hat. Es scheint, als wäre Sabine's Vater nicht der leibliche Sohn ihrer Großmutter gewesen. Neugierig geworden, beginnt auch Sabine nachzuforschen. Als Harz IV Empfängerin würde ihr eine reiche Verwandtschaft gerade recht kommen, denn die arbeitsscheue Sabine träumt von Luxus und Geld. Der dritte Handlungsstrang erzählt die Geschichte der jüdischen Familie Roth im Jahr 1938. Mirjam, die Tochter der Roths, ist mit Klara befreundet, deren Eltern eine Wohnung im Schwanenhaus gemietet haben. Als die Repressalien gegen die Juden immer schlimmer werden, entscheiden sich die Roths Deutschland zu verlassen. Jakob Roth und Klaras Vater unterzeichnen einen Vertrag, der verhindern soll, dass das Schwanenhaus den Nazis in die Hände fällt... Die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben. Manche von ihnen sind jedoch etwas zu schwarz-weiß gezeichnet. Mona ist ein Gutmensch. Ihre Großzügigkeit gegenüber ihren Mitmenschen, die es nicht so gut getroffen haben, war auch einer der Trennungsgründe zwischen ihr und ihrem Freund. Als sie jedoch selbst an Geld kommt, melden sich alte Freunde und auch die eigene Familie, zu der sie kaum mehr Kontakt hatte. Für ihre Eltern und Geschwister war Mona immer das schwarze Schaf der Familie, doch der reiche Geldsegen in Form des Schwanenhauses, lassen sie das sehr schnell vergessen. Während Mona mit allerlei Forderungen konfrontiert wird, zerbricht sie sich vielmehr den Kopf, ob ihr Erbe überhaupt gerechtfertig und moralisch vertretbar ist..... Sabine ist das komplette Gegenteil von Mona. Geldgierig und kompromisslos. Ich fand sie etwas sehr überzeichnet und klischeehaft. Mirjam und Klara sind seit iher Kindheit befreundet, doch ihre Freundschaft wird durch die aufkommende antisemistische Stimmung immer schwieriger. Die Roths sind eine gebildete Familie, die das Unheil kommen sehen und Vorkehrungen treffen. Mirjam ist ein liebenswertes Mädchen. Ihr Schicksal hat mich sehr berührt. Nach "Die Vergessenen" widmet sich Ellen Sandberg einem weiteren dunklen Kapitel der deutschen Geschichte. Es geht um die Enteignung der Juden während des Nationalsozialismus und um die Entschädigungen der Überlebenden und ihrer Nachkommen, die oft noch bis in die Gegenwart ein Streitthema sind. Der Vergangenheitsstrang hat mir sehr gut gefallen. Der Gegenwartsstrang war mir manchmal etwas zu überzogen und manche Verhaltensweisen kratzten arg an der Glaubwürdigkeit. Hier kam wohl die Krimiautorin Inge Löhnig durch ;) Schon im letzen Roman waren die vorherrschenden Themen Neid, Moral, Rachsucht, Eifersucht und Verrat, die wir auch in "Das Erbe" wiederfinden. Die menschlichen Abgründe hinter der Fassade zeigt Ellen Sandberg auch diesmal wieder grandios auf. Der Spannungsbogen steigt bis zum Ende hin immer mehr an und bringt noch die eine oder andere unerwartete Überraschung. Fazit: Für mich war "Das Erbe" nicht so gut, wie "Die Vergessenen", aber besser als "Der Verrat". Ein spannender Roman über ein weiteres dunkles Kapitel deutscher Vergangenheit, dessen Vergangenheitsstrang mich mehr packen konnte, als die beiden in der Gegenwart. Und es bleibt auch hier die Frage: Wie hätte ich wohl gehandelt?

Würdest du das Richtige tun ?

Von: Behindthechapter Datum: 16. April 2020

,,Das Erbe”, ist mein erstes Buch von Ellen Sandberg gewesen, und ich habe es nicht bereut. Ich habe schon einige Bücher vom Penguin Verlag gelesen, jedoch, ist mir keines so lange im Gedächtnis geblieben. ,,Das Erbe”, erzählt eine Geschichte über: verkorkste Familien, Neid, Missgunst, Hass und eine schreckliche Tragödie, die tief unter die Haut geht. Der Aufbau der Storyline, ist recht simple gestaltet: Mona, wird von ihrem Ehemann für eine andere Frau verlassen, das neu gewonnene Erbe, fängt sie auf. Es soll der Startschuss und die Absicherung für ein neues Leben darbieten. Aus anfänglicher Schwerelosigkeit, folgt schnelle Ernüchterung. Die Familie, weiß wieder, wer sie ist und wo sie wohnt, neuen Menschen zu vertrauen, fällt schwer, und als der Einwurf kam, dass das Schwanenhaus eventuell aus der Zeit des Nationalsozialismus stammt, scheinen immer mehr Leute das Recht am Haus einfordern zu wollen. Das Buch ist in zwei Zeitebenen Unterteilt: Gegenwart und Vergangenheit. In der Gegenwart erfährt man, wie die Hauptprotagonistin Mona mit ihrem Erbe umgeht und wie sie anfängt, in der Vergangenheit ihrer Tante Klara zu forschen. Warum Klara ihr das ganze Erbe überschrieben hat, ist für den Leser nicht sofort offengelegt, was den Reiz an der Geschichte ausmacht. Es hat mir großen Spaß gemacht, mir geistig eine Liste der Verdächtigen anzufertigen und diese durchzuarbeiten. Wenn ich Mona mit drei Worten beschreiben müsste, würde ich mich für: Gutmensch, Unauffällig und Strebsam, entscheiden. Ihre am meisten ausgeprägte charakterliche Seite ist die des Gutmensch. Dieses Wort allein, spielt eine große Rolle im Roman und bringt das Buch an das Ende, welches es bekommen hat. Und da es keine Gegenwart ohne eine Vergangenheit geben kann, stelle ich hier Klara vor. Klara, ist die Tante von Mona, welche sie all ihr Erbe überlassen hat. Mona würde schon das Richtige damit tun. Klara zu beschreiben, ist ziemlich simple: Ehrgeizig, Diszipliniert und Unterwürfig. Ich habe diesen Charakter beim lesen als überaus unsympathisch empfunden. Am meisten fasziniert hat mich der Verlauf zwischen den Generationen. Arm wird reich und trifft auf eine noch ärmere Familie, diese aber keinen Finger rührt, um ihren Lebensstandard zu verbessern. Es wird versucht, mit wenig Aufwand, an das ganz große Geld zu kommen. Ellen Sandberg hat einen vor Augen geführt, wie kaltherzig manche Menschen sein können, und, dass nicht jeder Mensch an das ganz große Geld kommen sollte. ————————————————————————————— •Mein Fazit• Ich habe selten so ein dickes Buch in nur 2 Tagen ausgelesen. Das spricht für Ellen Sandberg. Zudem muss ich hier noch schnell erwähnen, dass die Kapitel, super spannend mit kleinen Cliffhanger untermauert worden sind, welche dem eh schon flüssigen Lesefluss aufgepeppt haben. Die Kapitel, waren meist kurz und nicht zu überladen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Ich möchte noch mehr von dieser Autorin lesen. Auf jeden Fall! —————————————————————————————

Spannend und historisch interessant

Von: Tintenhain Datum: 02. April 2020

„Mona wird das richtige tun“, dessen ist sich Klara Hacker sicher, als sie ihre Großnichte Mona Lang als alleinige Erbin einsetzt. Doch Mona, die von dem unerwarteten Erbe völlig überrascht ist, hat nicht die geringste Ahnung, was Klara damit meinen könnte. Das gepflegte Mietshaus in München-Schwabing, das nun ihr gehört, stellt Monas Leben ganz gehörig auf den Kopf. Als ihre Mutter eine gehässige Bemerkung macht, beginnt Mona in den Unterlagen Klaras zu stöbern und entdeckt die alten Briefe, die Klara von ihrer Jugendfreundin Mirijam Roth bekommen hat. Mirijams Familie war jüdisch und ihren Eltern gehörte einst das Haus. Monas Gerechtigkeitssinn wird auf die Probe gestellt, denn nun setzt sie alles daran herauszufinden, was tatsächlich 1938 geschah. Ellen Sandberg entwickelt in ihrem Roman eine komplexe Geschichte über mehrere Zeitebenen. Da sind einerseits die Szenen aus dem Jahr 1938, als die Familie Roth beschließt aus Deutschland auszuwandern und andererseits Monas Freude, Zögern und Hadern mit dem unerwarteten Erbe im Jahre 2018. In diesem Jahr gibt es auch noch einen zweiten Handlungsstrang um eine Hamburger Familie, die sich gerade auf ihre eigene Spurensuche begibt, als Sabines Oma in einem hellen Augenblick ihrer Demenz darauf besteht, ihre alten Tagebücher zu vernichten. Es erschließt sich nicht sofort, wie die beiden Handlungsstränge zusammengeführt werden sollen, was ein wenig Geduld erfordert. Es hat schon fast etwas von einem Krimi, wenn sich die Puzzleteile endlich zusammenfügen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, meine eigenen Vermutungen anzustellen. Die Figuren in Sandbergs Roman sind sehr lebendig und einprägsam. Mona ist ein „Gutmensch“, wie ihr Freund Bernd herablassend bemerkt. Immer einen Euro zum Verschenken in der Tasche und dabei stets darauf bedacht, mit einem Blick auf ihren moralischen Kompass zu handeln. Hingegen ist Großtante Klara ein einziges Rätsel. Als junges Mädchen ist sie viel greifbarer als die etwas verschrobene, alte Frau, mit der Mona sich zuletzt auf einer Familienfeier unterhalten hat. Als etwas überzeichnet empfinde ich allerdings die Hamburger Familie Gombrowski, die von Hartz IV lebt. Hier bedient sich Sandberg dem Klischee von habgierigen Faulenzern, die durch Tricks und Kniffe ans große Geld kommen wollen, um es zu verprassen. Auch Monas eigene Familie ist echt harter Tobak und insbesondere ihre Schwester Heike setzt noch eins obendrauf. Umso netter und sympathischer findet man dann natürlich Mona und schon bald hatte mich die Autorin so weit, dass ich wirklich jedem misstraute. Denn wer Geld hat, dem ist auch was zu nehmen, wie Mona schon sehr schnell feststellen muss. So ist das Thema in „Das Erbe“ nicht nur die Arisierung im 3. Reich und die später teilweise erfolgte Restitution (Wiederherstellung von Eigentumsverhältnissen), sondern auch das immens viele Geld, das Mona plötzlich in den Schoß fällt und das Neider und Betrüger auf den Plan ruft, die etwas vom großen Kuchen abhaben wollen. „Das Erbe“ ist das erste Buch, das ich von Ellen Sandberg (Pseudonym von Inge Löhnig) gelesen habe und es war ein Tipp von meinem Bücherstammtisch. Die Autorin erzählt sehr lebendig und fesselnd, so dass mich das Buch sofort in seinen Bann geschlagen und so bald nicht wieder losgelassen hat. Tatsächlich hat es für eine durchgelesene Nacht und Panda-Augen am nächsten Tag gesorgt. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für diesen Schmöker mit Anspruch, und es wird für mich auch nicht das letzte Buch von Ellen Sandberg gewesen sein. © Tintenhain

Ein Roman über Gier und Schuld

Von: buchwurm05 Datum: 23. March 2020

Mona Lang lebt zusammen mit ihrem Freund in Berlin. Da erreicht sie ein Brief aus ihrer Heimat München. Ihre Tante Klara ist gestorben und Mona erbt das sogenannte Schwanenhaus, von dem sie noch nicht einmal wusste, dass es Klara gehört. Plötzlich ist Mona reich. Der Umzug zurück nach München fällt leicht, da ihr Freund gerade eine Affäre eingestanden hat. Mona könnte ihr Leben von nun an genießen. Wenn da nicht ihre gierige Familie und die Worte ihrer Tante, "Mona wird schon das Richtige tun", wären. So gibt sie sich auf die Spuren der Vergangenheit und findet schon bald Briefe, die darauf schließen lassen, dass auf dem Haus die Vergangenheit lastet......... "Das Erbe" ist ein Spannungsroman mit drei Erzählsträngen. Einmal erfährt man viel über Mona und ihrem Hang zum Gutmenschentum. Erlebt wie sie immer tiefer in die Vergangenheit ihrer Tante abtaucht. Dabei einige Hürden zu meistern hat. Immer wieder macht die Geschichte einen Sprung in die Vergangenheit und erzählt von Klara und ihrer Familie. Für zusätzlich Spannung sorgt eine weitere Erzählebene, in der es um die Hartz IV Empfängerin Sabine geht. Der Schreibstil ist flüssig. Die Charaktere sehr gut ausgearbeitet. So konnte ich tief in die Zeilen abtauchen und mit den Protagonisten mitfiebern. Habe das Buch kaum aus der Hand legen können. Nach und nach wurden die Erzählebenen perfekt zusammen geführt. Mit einem Ende, das genau so, gut zu Mona passt und die Vergangenheit meine schlimmsten Erwartungen noch überboten hat. Fazit: Ein Roman über Gier und Schuld, der weit in die Vergangenheit zurück führt. Ellen Sandberg hat hier sehr gut die Emotionen der einzelnen Charaktere beschrieben. Ich hatte jedenfalls kurzweilige Lesestunden. Sehr zu empfehlen

Pageturner!

Von: Kathy30 Datum: 13. March 2020

Ellen Sandberg hat es mal wieder geschafft mich in ihren Bann zu ziehen. Die beiden vorherigen Bücher konnte ich vor Spannung schon kaum aus der Hand legen und so ging es mir mit diesem Buch auch wieder. Ihr flüssiger, schnörkelloser Schreibstil hat es mir ermöglicht das Buch fast in einem Zug durchzulesen. Ich wollte, bis zum Ende hin, unbedingt wissen was weiter passiert. Erzählt wird die Geschichte aus drei Perspektiven. Einmal aus der Perspektive der jungen Klara in den Dreißiger und Vierziger Jahren zur NS-Zeit. Dann aus der Perspektive der Nichte Mona, die Klara beerbt hat und nun versucht mehr über ihre Tante und deren Vergangenheit herauszufinden und dann noch aus der Perspektive von Sabine und ihrem (Ex)Mann, die eine geheimnisvolle Verbindung zu Klara und Mona haben. Die Autorin hat sehr geschickt und spannungsgeladen die verschiedenen Geschichten der Protagonisten versponnen. Der Leser ahnt zwischendurch immer mal wieder ein paar Zusammenhänge, kann sich jedoch bis zum Ende hin nicht sicher sein, ob seine Vorahnungen stimmig sind. Alle Protagonisten waren bildlich ausgearbeitet. Am besten gefiel mir Mona. Mit ihr konnte ich mich gut identifizieren und habe sie bei ihren Erlebnissen sehr gerne begleitet. Sie war mir sympathisch und ich mochte sie. Mit diesem Buch konnte mich Ellen Sandberg mal wieder sehr begeistern und ich freue mich schon auf Nachschub von ihr. Fazit: Eine sehr spannende, kurzweilige Geschichte mit vielen Verstrickungen, die viele tolle Protagonisten betrifft. Flüssig geschrieben und bildlich erzählt. Ich habe es in einem Rutsch verschlungen. Absolute Leseempfehlung von mir! 5 von 5 Sternen!

Großartige Familiengeschichte – Spannung, Liebe, Deutsche Geschichte

Von: Chrissi66 Datum: 25. February 2020

Nach dem Lesen des Klappentextes hat mich das Thema „Erbe eines Hauses“ angezogen - zudem die dunkle Geschichte, die sich dahinter zu verbergen schien. Beschreibung des Buches: „Das Erbe“ ist 2019 von Ellen Sandberg (Pseudonym der Münchner Autorin Inge Löhning) im Penguin-Verlag als Taschenbuch mit 503 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man eine Straße mit wunderschönen Altbau-Häusern. Kurze Zusammenfassung: Mona Lang erbt das Altbau-Mehrfamilienhaus (München-Schwabing) ihrer Tante Klara. Mit ihrer Botschaft „Mona wird die Richtige sein“ bürdet ihr die Tante eine große Last auf, denn das Haus gehörte offensichtlich ursprünglich einem jüdischen Unternehmer. Mona bricht ihre Zelte in Berlin ab und zieht nach München… Mein Leseeindruck: Der Roman ist in verschiedenen Zeitebenen als auch aus mehreren Perspektiven geschrieben. Während man zu Beginn von Monas Erbe im Jahr 2018 aus ihrer Sicht die Geschichte erzählt bekommt, gibt es einen Parallelstrang aus der Sicht von Sabine, die in Hamburg mehr schlecht als recht lebt und Rückblicke aus Klaras Blickwinkel u.a. aus dem Jahre 1938. In Briefen, die Klaras Freundin Mirjam aus England schreibt (hierhin wurde sie als Kind vorsorglich „verschickt“) wird die Verbindung aller Beteiligten so ganz allmählich klar. Man gewinnt einen traurigen und ungeschminkten Eindruck, wie die Verhältnisse 1938 für die jüdischen Mitbürger immer schlimmer in Deutschland wurden. Die Briefe zeugen von den unterschiedlichsten Emotionen: Einerseits der vermeintlichen Sicherheit im Ausland, andererseits von Ausnutzung und Bedrängung minderjähriger Frauen und natürlich dem großen Verlust der Eltern und Familie. In den anderen Romansträngen wird einem die aktuelle Realität bewusst. Die weniger Bemittelten, die Gierigen, die Neutralen, aber auch die, die sich um das Leben ihrer Mitmenschen sorgen, alle finden ihren „Platz“ rund um und mit Mona. Die ganze „Wahrheit“ kommt ganz allmählich zu Tage. Die Autorin legt ihre Spuren schon früh, man muss sie nur begreifen, trotzdem bleibt das Familiengeheimnis bis fast zur letzten Seite ein großes Rätsel und unheimlich spannend. Die Schauplätze sind Berlin, Hamburg und natürlich in erster Linie München. Auch in diesem großartigen Roman ist es der Autorin gelungen, Liebe, Schuld und deren Verarbeitung zu vereinen. So ist hier eine sehr, sehr spannende Familiengeschichte entstanden. Fazit: Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, was nicht zuletzt auch am Schreibstil lag. Ich fand den Roman von Anfang an spannend, realitätsnah, verbunden mit der Deutschen Geschichte und sehr geheimnisvoll. Dieses Buch landet auf alle Fälle auf meiner „Best of 2020“ Liste!

Gutes Buch

Von: Buchlieblich Datum: 16. February 2020

Eigentlich beginnen meine Rezension bei der Autorin immer mit Ellen Sandberg ist eine Meisterin... Das Erbe konnte mich jedoch nicht so überzeugen wie die Vorgänger. Dennoch war es gut, ohne Frage aber eben nicht hervorragend. Positiv anzumerken ist hier wieder der spannende Schreibstil und die Story. In der Gegenwart begleiten wir Mona, die unerwartet ein großes Haus in München erbt. Damit aber auch die Last der Vergangenheit. In der Vergangenheit haben wir Klara, die Mona das Haus vererbt hat und die Geschichte wie sie zu dem Besitz gekommen ist. Die Autorin beschäftigt sich hier wieder mit der deutschen Geschichte und den Gräueltaten die an der jüdischen Bevölkerung begangen wurden. Was mir nicht gefallen hat: in diesem Roman wirkt alles extrem lang gezogen und sehr konstruiert. Man ist die ganze Zeit mit den sich wiederholenden Gedankengänge der Protagonistin beschäftigt. Das hat ein bisschen genervt und hat mir den Lesespaß verdorben....

Empfehlenswert

Von: Darja Maibach Datum: 14. February 2020

Der Roman ist sehr spannend geschrieben. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, leicht zu lesen und dennoch Spannung aufbauend. Auch die Geschichte selbst ist interessant, besonders durch durch die verschiedenen Erzählebenen. Es wird einerseits aus der Zeit vor Kriegsbeginn berichtet und andererseits von der heutigen Zeit. So erlebt der Leser oder die Leserin verschiedene Perspektiven, verschiedene Zeiten und verschiedene Geschichten, die endlich zu einer zusammenlaufen. Einen Minuspunkt gibt es von mir, da einiges in der Heutezeit etwas klischeehaft dargestellt wird und besonders Monas Schwester sehr überspitzt dargestellt wird.

Hin und her gerissen

Von: kleine_Antje Datum: 09. February 2020

Der KLappentext hat mich neugierig gemacht. Es geht um die Enteignung der Juden im dritten Reich. Für mich ein spannendes Thema über das man jetzt nicht so viel liest. Für mich ist es der erste Roman von Ellen Sandberg und ich muss leider sagen, dass ich etwas enttäuscht bin. Für mich war dieses Buch so voll gepackt mit Sachen, da hätte das Hauptthema völlig gereicht. Die ganzen Chraktere konnte man icht wirklich ernst nehmen. Klischee von Gutmensch bist Geldgierige war alles komplett dabei. Für mich war es sehr schade, weil ich mich wirklich auf das Thema gefreut habe. So konnte ich es leider nicht ernst nehmen. Ich fand auch die wechselnden Erzählungen sehr schwer. Bei wem ich viele Probleme hatte war Sabine. Ich konnte diese Frau nicht ernst nehmen. Mona hat sich für mich am Anfang wirklich gut gemacht. Ich mochte sie wirklich aber mit laufender Geschichte war da immer ein komischer Beigeschmack. Am Ende klärt sich alles auf und wir wissen auch warum so gehandelt wird. Fazit: Ich war wirklich sehr hin und her gerissen über das Buch. Die Geschichte an sich find ich total spannend. Liest man den Klappentext ist man sofort neugierig. Für mich ist das eigentlichen Thema zu kurz gekommen. Manche Schreibstile, ganz besonders der von Sabine, war für mich schrecklich. Ich kann nicht wirklich eine Leseempfehlung aussprechen.

Unnötige Nebenhandlungen verwässern das Thema

Von: schillerbuch Datum: 08. February 2020

Dieser Roman hat mir wesentlich besser gefallen als „Der Verrat“, auch wenn er für mich nicht an „Die Vergessenen“ herankommt. Wie in Die Vergessenen legt Ellen Sandberg mehrere Erzählebenen an, die sie nach und nach zusammenführt. Mona ist die eine Hauptfigur aus der Gegenwart, eine junge Frau, die sich in ihrer Familie nie wirklich angenommen und akzeptiert fühlt. Sie ist mitfühlend und das, was man einen Gutmenschen nennt: Sie hat immer einen Euro für die Menschen auf der Strasse und einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, wofür ihre Eltern und Geschwister, aber auch ihr Freund Bernd, kein Vertständnis haben. Als sie langsam merkt, daß das Haus möglicherweise unter fragwürdigen Umständen in den Besitz von Klaras Eltern gelangte, muss sie entscheiden, wie sie handeln wird: Kann sie ihren eigenen moralischen Ansprüchen gerecht werden oder wird sie sich für ein Leben entscheiden, in dem sie mit ihrem Geld ein sorgenfreies Leben, in dem sie auch viel Gutes bewirken könnte? Als zweite Hauptfigur der Gegenwart lernen wir Sabine kennen. Sie ist Hartz IV Empfängerin und voller Neid auf alle, die Geld haben und ein sorgenfreies Leben führen können. Eines Tages entdeckt sie ein Tagebuch ihrer dementen Großmutter, und kommt einem Familiengeheinmnis auf die Spur: Ihr Vater scheint nicht der leibliche Sohn ihrer Großmutter gewesen zu sein und die Spur führt zu einer reichen Familie. Sabine und ihr Mann wittern eine Chance, an das große Geld zu kommen. Im dritten Handlungsstrang steht Klara im Mittelpunkt, begeistertes Jungmädel, mit einer vornehmen Mutter und einem zurückhaltenden, nachdenklichen Vater, von dem ihre Mutter hofft, daß er im neuen Regime als Staatsanwalt Karriere machen wird. Ein wenig verachtet Klara ihren Vater, der so gar nicht dem neuen Männerbild entspricht, aber er hilft Mirjam, Deutschland zu verlassen. Bevor auch ihre Eltern gehen können, werden sie von der Gestapo verhaftet und kommen ums Leben. Wie weit die Unterstützung ihres Vaters für Mirjams Familie ging, erkennt Klara erst, als es zu spät ist. Diese 3 Handlungsfäden hält Ellen Sandberg souverän in der Hand und auch das Thema, die Enteignung der Juden im Dritten Reich und die Entschädigung der Nachkommen war mir zwar nicht neu, aber trotzdem spannend erzählt. Allerdings fand ich einige Dinge deutlich überzeichnet: Mona findet gegen Ende des Buches heraus, warum sie sich in ihrer Familie immer so fremd und abgelehnt fühlte – darauf hätte ich ebenso gut verzichten können wie auf die kriminelle Einlage, die sich Mona’s hysterische Schwester leistet. Die Figur der Sabine – die geldgierige und skrupellose Hartz IV – Empfängerin gegen die gute, empathische Mona – war mir zu sehr schwarz-weiß gemalt, weniger hätte hier mehr sein können. Den inneren Konflikt, den Mona mit sich ausfechten muss, nämlich sich der Frage zu stellen, ist meine Moral abhängig von der Sympathie für diejenigen, denen vielleicht etwas zusteht, was mir gehört, finde ich jedoch durchaus spannend. Fazit: Ein spannendes Buch mit gut konstruierter, vielschichtiger Handlung. Manchmal lag jedoch die Krimiautorin mit der Romanautorin im Clinch, was ich schade finde, denn so wurde das Thema durch unnötige Nebenhandlungen verwässert. Trotzdem taugt das Buch für einige spannende Lesetunden, die nachwirken.

Der moralische Kompaß

Von: Sommerlese Datum: 05. February 2020

Im Penguin Verlag erscheint der Roman "Das Erbe" von Ellen Sandberg. Mona Lang ist über Nacht reich, denn sie erbt das Haus ihrer entfernten Tante Klara Hacker in München. Klara war der Meinung: Mona wird mit dem Haus schon das Richtige tun. Das Haus ist ein Jugendstilgebäude und wird die Schwanenvilla genannt, Mona tritt das Erbe an und kommt einer Intrige auf die Spur, die in die Vergangenheit führt und nicht nur ihre Familie betrifft. Auch in diesem Roman Ellen Sandbergs berührt die Handlung das Thema Nationalsozialismus . Wie zu der Zeit tausendfach geschehen, wurden die verfolgten Juden um ihr Vermögen gebracht, ihre Häuser enteignet und erst Jahrzehnte später ging es in Gerichtsverfahren um die Rückgabe oder Rückerstattung dieser Besitztümer an vorhandene Nachkommen. Ellen Sandberg lässt ihre Geschichte in zwei verschiedenen Zeitebenen spielen, einmal zwischen 1938 bis 1949 und in der Gegenwart 2018. Darin lässt sie verschiedene Figuren erzählen, es geht in der Vergangenheit um die Familie von Klara Hacker und die jüdische Familie Roth. In der Gegenwart erzählt Mona über ihr Erbe und unternimmt Ermittlungen zu einigen Ungereimtheiten und den wahren Besitzern des wertvollen Hauses. Auch Sabine ist hier mit Erkundungen unterwegs, denn ihre Großmutter besitzt ein Tagebuch, indem sie vom Tod ihres Kindes erzählt. Mona und Sabine wissen lange Zeit nichts voneinander, sie verfolgen unterschiedliche Interessen. Mona ist darauf aus, das Erbe sozialverträglich zu verwalten und die echten Besitzansprüche zu klären, Sabine ist auf eine Möglichkeit aus, endlich an Geld zu kommen und sich ein schönes Leben zu machen. Und auch Monas Verwandtschaft meldet Ansprüche an ihr Erbe an, dabei wurde sie von ihren Eltern und Geschwistern ihr Leben lang in eine Außenseiterrolle gedrängt. Als Mona Tim Jablonski kennenlernt, scheint ihr Leben perfekt zu sein. Doch die Geschichten, die das Haus birgt, bringen sie Dinge ans Licht, die von erlittenem Leid, Betrug und Missgunst erzählen. Dieser Roman hat mich mal wieder völlig für sich eingenommen. Es ist fantastisch, wie die Autorin hier mehrere spannende Geschichten ineinander verwirbt und weiter spinnt, ohne das auch nur ein Hauch von Langeweile aufkommt. Sie ist eine begnadete Erzählerin und versteht es hervorragend, ihre Leser zu fesseln. Mehrere Perspektiven bringen Licht in die Hintergründe von Abstammung, Verfolgung und Enteignung und öffnen damit den Blick auf Leid, Betrug, Mitgefühl und Verrat. Die Nazizeit wirft ihre langen Schatten in die Gegenwart und die Wahrheit wird hier gleich einem Krimi langsam und unerbittlich aufgerollt. Immer mehr wurde ich in diese Geschichte hineingezogen, ich habe die Schicksale bildhaft vor mir gesehen und auf die Offenlegung der wahren Begebenheiten hingefiebert. Diesen Roman kann man nicht anders als betroffen und mit emotionalem Anteil lesen. Auch die Frage nach der Moral stellt sich während der Lektüre immer wieder ein. Ellen Sandbergs fesselnde Geschichte gründet sich auf ein leidvolles Thema unserer deutschen Vergangenheit. Sie hat sich in diesem Buch selbst übertroffen.

Was ist das Richtige?

Von: AnnaikasBooks Datum: 01. February 2020

Endlich wieder ein Ellen Sandberg Roman! Wie bei den beiden Vorgängern handelt es sich auch bei „das Erbe“ um ein Buch mit mehreren Zeitsträngen. 2018 lernt der Leser mit Mona eine gestandene Frau kennen, die versucht jedem dem es schlechter geht als ihr, etwas zu geben. Deshalb trägt sie immer etwas Kleingeld in der Hosentasche, um sie einem Bedürftigen zu geben. Das ist für ihre Großtante Klara der Grund, warum sie ihr alles vererbt. Sehr zur Verwunderung und Ärger der restlichen Familie. Dieses Erbe ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und beginnt 1938. Kurz vor Beginn des Krieges als die Nationalsozialisten immer mehr Macht bekommen werden die Juden immer weiter ausgegrenzt. So ergeht es auch der Familie Roth, Nachbarn und Freunde von Klara und ihrer Familie. Ihr Geschäft dürfen sie schon nicht mehr führen und sie wollen aus Deutschland fliehen. Denn wem kann getraut werden? Wie die beiden vorherigen Werke behandelt auch „das Erbe“ wieder wichtige Themen, welche aber (oft) keinen großen Präsenz haben: Das Recht und die Besitztümer von jüdischen Bürgern nach Ende des Nationalsozialismus in Deutschland. Aber auch die Frage nach Heimat, Zugehörigkeit, Moral und Vertrauen spielt eine große Rolle. Wer bin ich? Wer will ich sein? Fragen, die mich auch hinterher noch selbst beschäftigt haben. Das sind im Endeffekt die Leitfragen dieses Romanes. Zusammen mit den verschiedensten Charakteren, den komplexen Erzählsträngen und einer lockeren Erzählweise lässt sich „das Erbe“ schnell, aber nachhaltig lesen. Wieder einmal hat Ellen Sandberg es geschafft mich mit einem ihrer Romane emotional zu fesseln und zu unterhalten. Darüber hinaus wurde mein Interesse für eine Thematik geschaffen, die mich am Ende zur Recherche darüber gebracht hat – Unterhaltung und Wissen in einem.

Das Erbe

Von: Ina Datum: 28. January 2020

Inhaltlich könnte sehr viel in dem Roman stecken, allerdings wird dies von den zahlreichen Nebenhandlungen überschattet. Teilweise erscheinen die einzelnen Plots nicht zusammenhängend, daher etwas wirr. Mir fehlte teils der rote Faden, sodass ich mich sehr schwer getan habe beim Lesen. Ansonsten ist das Ende relativ offensichtlich, sodass mir auch Spannungsmomente gefehlt haben.

GELD IST NICHT ALLES IM LEBEN.

Von: BuchWinter Datum: 21. January 2020

Nachdem ich so viel Gutes von der Autorin gehört habe, musste ich ihren neuen Roman einfach lesen. Der Klappentext klang ebenfalls vielversprechend, da ich persönlich sehr gerne Geschichten lese, die eine Handlung in der Vergangenheit und eine in der Gegenwart beinhalten. Ebenfalls fand ich es super interessant, da der Roman in Deutschland spielt. Leider konnte mich das Buch am Ende nicht vollends von sich überzeugen, aber kommen wir erstmal zum Inhalt. Die Story wird aus den Perspektiven der beiden Frauen Mona und Sabine erzählt. Mona ist das schwarze Schaf in ihrer Familie, genau wie Sabine. Beide Frauen haben es nicht leicht im Leben gehabt, wobei es Mona besser getroffen hat. Als Mona von ihrer Großtante Klara ein riesiges Haus erbt, ändert sich ihr komplettes Leben und sie fällt eine Entscheidung: sie tritt das Erbe an und lässt ihr altes Leben – gezwungenermaßen – hinter sich. Doch dieses Erbe hat es in sich und seitdem sie in diesem Haus wohnt, entdeckt sie Dinge, die besser niemals aufgetaucht wären. Sie forscht weiter und kommt einer uralten Familienintrige auf die Spur, die nicht nur ihr Leben betrifft. Monas Tante Klara war einst während dem 2. Weltkrieg ein junges Mädchen und belauschte ihre Eltern bei einem Gespräch, auf dem alles Folgende basiert… Meine Meinung Ich fand den Einstieg ins Buch etwas holprig, da ich irgendwie das Gefühl hatte, nicht Teil der Story zu sein sondern immer von ganz weit weg darauf hinabzublicken. Von Anfang hatte ich das Gefühl, ein unerwünschter Zuschauer zu sein. Irgendwie hat sich bei mir gleich anfangs eine Distanz aufgebaut, die sich bis zum Ende hin nicht mehr ganz hat wegschieben lassen. Ich glaube das lag großteils daran, dass mir die Charaktere nicht wirklich gefallen haben. Leider muss ich sagen, dass ich sie sogar sehr plump und oberflächlich beschrieben finde. Sabine war mir von Anfang an einfach nur unsympathisch – es kann sein, dass das so gewollt ist, aber da sie einen Großteil der Geschichte einnimmt, war es mir einfach too much. Auch zu Mona habe ich irgendwie keinen Draht gefunden, da sie eine unglaubliche Mitleidsschiene fährt. Als sie dann endlich anfängt sich zu wehren, war ich sehr dankbar. Der Schreibstil der Autorin ist trotz der Distanz, die ich empfunden habe, sehr flüssig und insgesamt hat sich das Buch sehr schnell „weg lesen“ lassen. Die Story an sich fand ich auch richtig gut und mir hat der Gedanke dahinter sehr gefallen. Die beiden Handlungsstränge, die zuerst gar nicht miteinander verknüpft waren, werden am Ende zu einem spektakulären Showdown raffiniert zusammengeführt. Das Ende war richtig gut gemacht und hier gibt es von mir deutliche Pluspunkte für die Entwicklung von Mona. FAZIT. Die Story an sich ist super und weist auch eine gewisse Spannung auf. Die zwei Sterne ziehe ich persönlich nur aufgrund des distanzierten Schreibstils und der Charaktere ab. Ich hätte mir gewünscht, dass man sich mehr in die Charaktere einfühlen kann und sie dem Leser greifbar gemacht werden. Ich habe noch „Die Vergessenen“ der Autorin zuhause und bin sehr gespannt, ob mich dieses Werk von ihr dann mehr überzeugen kann. Bewertung: 3 von 5 Lesezeichen.

Nicht zu hundert Prozent überzeut

Von: Mattis Bücherecke Datum: 20. January 2020

Meine Meinung Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und macht es einem sehr leicht, in die Geschichte hinein zu finden. Das Setting ist gut gewählt und auch der historische Hintergrund fundiert recherchiert. Die Charakter allerdings haben es mir nicht leicht gemacht. Es kommt sehr selten vor, dass in einem Buch ausnahmslos alle Charaktere nicht sonderlich sympathisch sind. Selbst mit der Protagonistin Mona bin ich über die ganze Geschichte nicht warm geworden. Ob es daran liegt, dass sie oft Dinge tut, die für mich nicht nachvollziehbar sind? Ich meine, wenn ein Mensch so von seiner eigenen Familie behandelt wird, wie kann man da denn noch so passiv bleiben. Ja, manchmal sagt sie was, aber hinterher tut es ihr immer leid. Warum? Und ich bin ehrlich, und weiß nicht, ob ich an ihrer Stelle genauso selbstlos gehandelt hätte, was die endgültige Verwendung des Erbes angeht. Gerade auch, weil sowohl Sabine als auch Charlie super unsympathisch sind und nach dem Erbe richtiggehend gieren, ohne Rücksicht auf Verluste. Mir ist schon bewusst, dass es sich hierbei um fiktive Charaktere handelt, aber sie haben trotzdem eine Menge schlechter Eigenschaften, die mich nur mit den Kopf schütteln lassen. Fazit Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, gar keine Frage, aber dennoch gab es hier und da Stellen, die mir doch etwas zu überzogen vorkamen. Das ist jetzt sicher meckern auf hohen Niveau, aber ich will ehrlich sein: Das Buch hat mich nicht zu 100 % überzeugt.

Absolut lesenswert!

Von: khira.liest Datum: 19. January 2020

„Das Erbe“ ist das erste Buch von Ellen Sandberg, das ich gelesen habe und es wird definitiv nicht das Letzte sein. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht, man konnte schnell in die Handlung hineinfinden. Allerdings hatte ich bereits nach wenigen Kapiteln das Gefühl, bereits zu wissen, worauf die Geschichte hinauslaufen würde. Deshalb habe ich gehofft, dass das Buch mich überraschen würde und es doch anders enden würde, als ich vermutet habe. Zum Glück verlief die Geschichte am Ende doch etwas komplexer und überraschender als zuerst befürchtet, auch wenn ich einige Aspekte des Geschehens vorausahnen konnte. „Das Erbe“ wird aus den Perspektiven verschiedener Charaktere in verschiedenen Zeiten erzählt. Das mochte ich sehr gerne, weil die Erzählung so sehr abwechslungsreich war und man Stück für Stück mehr über die Vergangenheit des Schwanenhauses herausfinden konnte. An einigen Stellen hat sich die Geschichte für mich leider etwas gezogen. Vor allem manche Passagen aus der Sicht von Mona waren für mein Verständnis teilweise recht langatmig. Auch generell konnte ich mich nicht vollkommen mit Mona identifizieren, da sie sich an manchen Stellen wirklich sehr viele Gedanken über die Geschichte des geerbten Schwanenhauses gemacht hat. Ihr „moralischer Kompass“ ist in dieser Angelegenheit für meinen Geschmack fast schon ein bisschen zu stark ausgeprägt. Trotzdem hat Mona aber anscheinend kein Problem damit, sich in einer der Wohnungen sofort häuslich einzurichten, und vor allen eine neue moderne Küche in Auftrag zu geben. Das war für mich nicht ganz stimmig, aber auch nur ein kleiner Kritikpunkt. Wer mir in vielen ihrer Aussagen, Absichten und Gedanken unfassbar unsympathisch war, ist Sabine. Sie führt kein besonders wohlhabendes Leben und daran ist jeder Schuld, nur sie selber nicht. Anderen Leuten geht es besser als ihr, also ist das Leben unfair, denn sie hätte ja so viel mehr verdient. Die Darstellung von Sabine fand ich an manchen Stellen etwas zu plakativ, auch wenn ich fürchte, dass es in der Realität reichlich Menschen gibt, die genauso ticken wie sie. Die fehlende Sympathie für Sabine war von der Autorin natürlich durchaus gewollt und Ellen Sandberg hat es echt geschafft: ich fand sie einfach nur furchtbar. „Das Erbe“ von Ellen Sandberg konnte mich an vielen Stellen berühren und hat mich oft zu Nachdenken gebracht. Vor allem das Schicksal des Schwanenhauses und seiner Bewohner durch die verschiedenen Jahrzehnte war spannend, erschreckend und hat mich unfassbar traurig gemacht. Das Thema der Rückerstattung von Immobilien und Vermögen aufgrund von Verfolgung während des Nationalsozialismus empfinde ich als äußerst wichtig und im Buch gut aufgearbeitet. Ich muss zugeben, dass ich mir bis jetzt kaum Gedanken darüber gemacht habe und „Das Erbe“ dahingehend meinen Horizont erweitern konnte. Insgesamt war das Buch für mich absolut lesenswert, auch wenn es für mein Empfinden einige Längen hatte. Trotzdem war es spannend, das Schicksal der jüdischen Familie Roth zu verfolgen und die Erzählung war am Ende rund und gut durchdacht. Das Buch beschäftigt sich auf angemessene Art und Weise mit ernsten Themen. In „Das Erbe“ geht es um Moral, Gerechtigkeit, Intrigen, Gier, Trauer und Hass und ich kann dieses Buch auf jeden Fall nur empfehlen!

Interessantes Buch mit einem spannenden Thema

Von: zeilen_springerin Datum: 13. January 2020

Spätsommer 2018: Mona erbt von ihrer Großtante, zu der sie kaum Kontakt hatte, ein Miethaus in München weil diese dachte, Mona würde das Richtige tun. Weder Mona noch sonst jemand kann ihr sagen, was dies zu bedeuten hat. Nachdem sie das Erbe angetreten hat, kommt sie einer Intrige aus der vergangenen Zeit auf die Spur. Dies rankt um das Haus sowie um ihre Familie München 1938: Klara belauscht an der Salontür ein Gespräch zwischen ihrem Vater und dem Vermieter. Der Vermieter heißt Jakob Roth und ist ein jüdischer Unternehmer. Die Roths möchten auswandern und schließen ein geheimes Abkommen mit Klaras Familie. Rezension: Bis zu „Das Erbe“ habe ich noch kein Buch von der Autorin gelesen. Jetzt wo ich weiß, dass es bereits das dritte Buch der Autorin ist, werde ich mir wohl ein weiteres Buch von ihr kaufen. Das Erbe hat mich positiv überrascht. Normalerweise lese ich eher weniger Bücher aus dem Genre und doch muss ich sagen, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Ihr Schreibstil ist sehr leicht zu verstehen und lässt sich flüssig lesen. Obwohl es mehrere Erzählstränge gab, konnte man sich doch sehr gut in die einzelnen Geschichten reinversetzen. Die Autorin schaffte es, von vorne herein eine gewisse Grundspannung aufzubauen weswegen das Lesen nicht langweilig wurde. Besonders gut fand ich, dass sie die drei Handlungsstränge im Verlauf des Buches immer weiter miteinander verwoben hat und man sich als Leser dachte, „Ach deswegen.“ oder „jetzt verstehe ich den Zusammenhang.“ Mein einziger Kritikpunkt im Bereich der Story ist es, dass die Handlung nur langsam in Gang kommt. Es ist spannend jedoch hätte man manch eine Passage kürzer darstellen können. Beispielsweise der Einzug in die neue Wohnung mit dem Liebeskummer. Da ich bei Büchern immer vorrausschauen kann wenn nicht gerade ein Meisterautor dahintersteckt, lasse ich den Bereich der Vorhersehbarkeit aus. In meinem Kopf bildete sich nach der Hälfte schon ein passendes Ende welches auch dem realen Ende sehr ähnelte. Die Spannung blieb trotz allem aufrecht. Zu den Charakteren kann man die drei Hauptstränge näher betrachten. Einmal gibt es die Protagonistin Mona, die das Haus ihrer Großtante erbte. Sie durfte gerade zu Beginn einige Änderungen erleben. Sie wird über Nacht reich und zieht in das Mietshaus. Mona war mir von Beginn an sympathisch da sie trotz des plötzlichen Reichtums noch relativ Bodenständig. Trotz ihrem seltenen Kontakt zwischen ihr und ihrer Familie lässt sie sich nicht einschüchtern und ist eine ehrliche und herzliche Person. Im Gegensatz dazu steht Sabine die ich eher unsympathisch empfand und doch passte sie in das Geschehen gut rein. Sie stellt eine typische Hartz-4 Empfängerin dar die versucht, das Beste aus ihrem Leben zu machen und so wenig wie möglich dafür zu tun. Die Geschichte und der Charakter der mir am meisten ans Herz gewachsen ist, ist die von Klara welcher in den Kriegsjahren spielt. Während es anfangs noch recht verwirrend war wie sie handelte konnte ich im Nachhinein, nach dem Ende des Buches, doch verstehen wie sie handelte. Ich finde, sie hat eine wirklich herzerwärmende Geschichte erzählt und sie ist einer der sympathischsten Charaktere im Buch. Fazit: Das Buch hat mir recht gut gefallen und ich habe es wirklich gerne gelesen. Es hat einen guten Spannungsbogen und lässt sich leicht verständlich lesen. Man wird gut an das Thema des Buches herangeführt und die Erzählstränge lassen sich abschließend auch zusammenführen. Das Buch ist auf jeden Fall das lesen Wert gewesen.

Eine spannende Familiengeschichte (Vorsicht Spoiler)

Von: Petra Radtke Datum: 11. January 2020

Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an gefesselt und mich in einen Strudel von Ereignissen gezogen, die mich auch nach dem Lesen nicht mehr so schnell loslassen werden. Die spannungsgeladene Familiengeschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Da ist die junge Mona, die unerwartet von ihrer Tante Klara, die sie kaum kennt, ein wunderschönes Bürgerhaus geerbt hat. Dieses ist Millionen wert und es gehört auch noch ein gut gefülltes Bankkonto dazu, das die Tante für eventuelle Umbauten am Haus angelegt hat. Mona sieht schon ein sorgenfreies Leben vor sich...Wären da nicht Aussagen ihrer Mutter, dass das Haus von Klaras Vater nicht ganz legal erworben wurde. Denn es gehörte den jüdischen Eltern von Klaras Freundin, die mit dem Verkauf des Hauses sich vor den deutschen Faschisten nach den USA retten wollten. Sie findet Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Fotos und beginnt alles wie in einem Puzzle zusammenzubauen, um hinter das Familiengeheimnis von Tante Klara und dem Haus zu kommen. Doch zu diesen Ereignissen kommt noch ein neuer Erzählsstrang - es taucht Sabine auf, eine junge Frau, die von HartzIV lebt und ihre demente Oma betreut. Als sie von dieser ein Tagebuch findet, in dem steht, dass deren kleiner Sohn, also Sabines Vater, im Krieg auf der Flucht gestorben ist, möchte natürlich Sabine hinter dieses Geheimnis kommen. Wer war ihr Vater und wieso schweigt die Oma über das Geschehene? Was beide, Mona und Sabine verbindet und welches Familiengeheimnis beider Leben völlig verändern wird, liest man in diesem spannenden Buch. Die Autorin hat ein wichtiges Thema, das niemals vergessen werden darf, die Enteignung der jüdischen Bevölkerung und deren grausame Vernichtung im Dritten Reich in den Mittelpunkt dieses Buches gerückt. Durch ihre spannende bildhafte Schreibweise fesselt sie den Leser und man kann das Buch kaum aus der Hand legen, weil man die Auflösung vieler ungelöster Fragen endlich wissen möchte. Ich wünsche dem Buch viele interessierte und begeisterte Leser.

Das Erbe - Fluch oder Segen?

Von: angis_bookstagram Datum: 10. January 2020

Das Erbe von Ellen Sandberg ist eine hoch spannende Famielengeschichte, die in der Gegenwart und in der Vergangenheit spielt. Mir hat die Geschichte um Mona sehr gut gefallen und auch die Zeitreise ins Jahr 1938 war nervenaufreibend. Ich mag ja Geschichten die im Zeitraum des 2. Weltkriegs spielen, denn es macht einen sprachlos was damals vor sich ging. Dieses Buch regt auf jeden Fall zum nachdenken an und man stellt sich die Frage, was würde ich an Monas Stelle tun... tolles Buch 🔝 Und Dank des schönen Covers, konnte man sich das Schwanenhaus so richtig gut vorstellen 😊 absolute Leseempfehlung!

Grandiose Erzählkunst

Von: eulenmatz liest Datum: 06. January 2020

INHALT: Spätsommer 2018. Über Nacht ist Mona Lang reich. Ihre Großtante Klara hat ihr ein großes Haus in München-Schwabing vermacht, denn sie war sich sicher: »Mona wird das Richtige tun.« Was damit gemeint ist, versteht Mona nicht. Doch kaum hat sie Klaras Erbe angetreten, kommt sie einer Intrige auf die Spur, die sich um die Vergangenheit des Hauses rankt – und um ihre Familie. München 1938. Die junge Klara belauscht an der Salontür ein Gespräch zwischen ihrem Vater und ihrem Vermieter, dem jüdischen Unternehmer Jakob Roth. Es geht um die bevorstehende Auswanderung der Roths – und ein geheimes Abkommen … MEINUNG: Das Erbe ist bereits Inge Löhnigs dritter Romane, den sie unter dem Pseudonym Ellen Sandberg veröffentlicht hat. Ich bin großer Fan ihrer Kommissar Dühnfort Kriminalroman und war auch von den bereits unter Ellen Sandberg erschienen Romanen Die Vergessenen und Der Verrat sehr angetan. Mona hat von ihrer Großtante Klara überraschenderweise ein großes Haus, genannt Schwanenhaus, in München-Schwabing geerbt. Sehr zum Unmut ihrer Eltern und Geschwister ist Mona Alleinerbin. Mona zieht nach München in das von ihr geerbte Haus und versucht nun herauszufinden, warum sie das Haus vererbt bekommen hat, obwohl sie doch die Tante kaum gekannt hat. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart verfolgen wir Mona und noch eine weitere Frau, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte und in der Vergangenheit lernen wir Klara kennen. Klara sagte bei Mona stimme der moralische Kompass und sie würde mit dem Haus das Richtige tun. Im Gegensatz zu ihren ziemlich raffgierigen Geschwistern, ist Mona wirklich aus der Art geschlagen. Durch ihre Nachforschungen in Klaras Wohnung stößt sie auf einige Ungereimtheiten bzgl. des Erwerbes des Schwanenhauses durch ihren Vater von dem jüdischen Unternehmer Jakob Roth, der der Vater von Klaras bester Freundin Mirjam war. Es wird also schon deutlich in welche Richtung die Geschichte geht, nämlich um die Problematiken aus der NS-Zeit als Juden ihren Besitz auf nicht immer legale Weise verloren haben und Nicht-Juden so Besitz erlangten, der ihnen Möglicherweise nicht zusteht. Von außen betrachtet ist so eine Entscheidung vielleicht schnell getroffen, aber ein Haus im Wert von 12 Millionen in einem der besten Stadtteile Münchens erweckt viele Begehrlichkeiten auf vielen verschiedenen Seiten. Das bekommt leider auch Mona zu spüren. Die Autorin legt sehr gut dar, was passiert, wenn jemand so ein großes Erbe erhält. Mir gefällt, dass auch Mona mit sich hadert, was absolut menschlich ist. Schlimm fand ich das Verhalten ihrer Familie, die immer wieder ihren Anteil einfordern. Es ist immer wieder erschreckend zu sehen, was so ein großes Erbe mit einem persönlich macht und wie aus Freund plötzlich ganz schnell Feind werden kann. FAZIT: Mit Das Erbe hat sich die Autorin selbst übertroffen. Der Roman ist vielschichtig, spannend, komplex und durchgehend spannend. Mir gefällt immer sehr, dass die Autorin trotz objektiver Sachlage, die damit verbundenen menschlichen Schicksale authentisch darstellt und auch menschliches Fehlverhalten offen darstellt. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Bin mehr als begeistert von dem Schreibstil!

Von: Booklove15_11 Datum: 03. January 2020

Unerwartet erbt Mona von ihrer Großtante Klara ein großes Miethaus in München-Schwabing - im Wert von 12 Millionen Euro und ein Satz „Mona wird das richtige tun“. Mona wird über Nacht Millionärin, schmeißt ihr altes Leben weg und tritt als Alleinerbin in ihr Erbe an. Doch Klaras Worte gibt Mona keine Ruhe. Sie versteht nicht, was ihre Tante mit „richtige tun“ gemeint hat und fängt an zu recherchieren. Doch kaum hat sie einen alten Brief gelesen, kommt sie einer Intrige auf der Spur, die nicht nur um die Vergangenheit rang, sondern auch um ihre Familie. Es war mein erstes Buch von der Autorin, und was soll ich sagen, ich bin mehr als begeistert von ihrem Schreibstil. Es ist leichtverständlich, spannend und in den richtigen Stellen berührend, sodass man ohne einen Hauch von Langeweile lesen kann. Erzählt wird die Geschichte aus drei Perspektiven. Aus der Gegenwart von Mona aus München und von Sabine aus Hamburg und aus der Vergangenheit erzählt Klara von dem berührenden Schicksal ihre Freundin Mirjam. Die Hauptprotagonistin Mona war für mich schon auf den ersten Seiten eine sympathische Charakter-in, ich mochte ihre ehrliche und bodenständige Art und Weise. Die Sicht aus Sabine ist etwas gewöhnungsbedürftig. Sie verkörpert eine klischeehafte Hartz-4 Empfängerin und sie war für mich sehr unsympathisch, jedoch passt ihre Lebensweise perfekt in die Story. Was mich sehr berührend mitgerissen hat, war die dritte Erzählstrang von Klara. Am Anfang konnte ich ihr Verhalten nicht nachvollziehen aber beim laufendes des Buches versteht man, warum Klara unbedingt das Haus Mona geerbt hat. Eine sehr gut gelungene, spanende Familiengeschichte die ich mit Begeisterung gelesen und mir ihre andere zwei Bücher gekauft hab :) Eine klare Leseempfehlung von mir.

Ein neuer großer Wurf von Ellen Sandberg

Von: Caro Kruse Datum: 01. January 2020

Sandberg – Das Erbe Ellen Sandbergs Bücher sind ein Garant für subtile Hochspannung vor dem Hintergrund historischer Geschehnisse – und sie sind ebenso gut recherchiert wie genial geschrieben! Mona erbt von ihrer Großmutter Klara ein Haus in München und viel Geld – auf einmal ist sie reich. Doch als sie in die darin liegende Wohnung ihrer Großmutter zieht, beginnt sie, sich Gedanken über die Vergangenheit des Hauses zu machen. Ist ihr Erbe das Ergebnis einer Enteignung durch die Nazis? Während Mona in der Vergangenheit zu suchen beginnt, lernen wir Leser eine junge Frau kennen, die feststellen muss, dass ihr Vater anscheinend nicht der war, von dem sie dachte, dass er es ist und verfolgen die Geschichte Klaras ab dem Jahr 1938. Die Verbindungen zwischen diesen drei Personen lassen sich zunächst nur erahnen und sind doch viel stärker als man denkt. Ellen Sandberg überzeugt mit ihrer guten Rechereche ebenso wie mit glaubwürdigen Charakteren, die viel zur Spannung und der Entwicklung der Handlung beitragen.

Absolute Empfehlung von mir

Von: diekleineraupe27 Datum: 29. December 2019

Ich habe mich sehr auf den neuen Roman von Ellen Sandberg gefreut. Nach dem ich „die Vergessenen“ und „den Verrat“ gelesen habe, war mir sofort klar, dass ich auch „das Erbe“ lesen werde. Auch hier hat mich die Autorin durch ihren flüssigen Schreibstil schnell in den Bann der Geschichte gezogen. Von Anfang an hat mich die Autorin als Leserin gepackt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ein regelrechter Pageturner, der in der Mitte des Buch leider etwas zäh gestaltet war, dennoch lies es sich so schnell lesen, dass mir es wirklich leicht gefallen ist, weiter zu lesen. Die Geschichte rund um das Erbe wird aus drei Perspektiven und auf zwei Zeitebenen erzählt. Einmal in der Gegenwart von Mona, die von ihrer Großtante ein ganzes Haus erbt und buchstäblich über Nacht reich wird. Hinzu kommt die Erzählperspektive von Sabine und ihrem Mann, zwei Harz 4 Empfänger die sich nicht die Mühe machen um Geld zu verdienen, sondern darauf aus sind mit wenig Aufwand viel Geld zu bekommen. Die zweite Zeitebene spielt in der Vergangenheit, zu der Zeit des Nationalsozialismus, in der sehr viele Juden das Land verlassen haben und ihr ganzes Hab und Gut weggeben musste. Während des Lesens habe ich mich immer die ganze Zeit gefragt, was ist denn wohl das Richtige, womit Mona da zu tun hat. Es ist zunächst nicht klar, wie Mona und Sabine zusammen gehören und was sie miteinander zu tun haben, aber genau das ist es, was die Geschichte wiederum sehr interessant gemacht hat. Es handelt es sich um ein wirklich sehr komplexes Thema, welches nicht immer zu verstehen ist. Hier prallen Arm und Reich, Recht und Gerechtigkeit sowie Neid und Gier aufeinander. Das Thema Loyalität darf auch nicht außer Acht gelassen werden, wenn man darüber nachdenkt, womit Mona durch ihr Erbe konfrontiert wird. Denn Ihre Familie ist definitiv keine Hilfe. Ganz im Gegenteil. Ich war wieder sehr begeistert und auch im Nachhinein bringt mich dieses Buch, bzw. alle Werke von Ellen Sandberg zum Nachdenken und hoffe auf ganz baldigen Nachschub. Ganz klare Leseempfehlung von mir.

Das Erbe - Ellen Sandberg

Von: diekleineraupe27 Datum: 29. December 2019

Spätsommer 2018. Über Nacht ist Mona Lang reich. Ihre Großtante Klara hat ihr ein großes Haus in München-Schwabingern vermacht, denn sie war sich sicher: „Mona wird das Richtige tun.“ Was damit gemeint ist, versteht Mona nicht. Doch kaum hat sie Klaras Erbe angetreten, kommt sie einer Intrige auf die Spur, die sich um die Vergangenheit des Hauses rankt – und um ihre Familie. München 1983. Die junge Klara belauscht an der Salontür ein Gespräch zwischen ihrem Vater und ihrem Vermieter, dem jüdischen Unternehmer Jakob Roth. Es geht um die bevorstehende Auswanderung der Roths – und ein geheimes Abkommen … Ich habe mich sehr auf den neuen Roman von Ellen Sandberg gefreut. Nach dem ich „die Vergessenen“ und „den Verrat“ gelesen habe, war mir sofort klar, dass ich auch „das Erbe“ lesen werde. Auch hier hat mich die Autorin durch ihren flüssigen Schreibstil schnell in den Bann der Geschichte gezogen. Von Anfang an hat mich die Autorin als Leserin gepackt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ein regelrechter Pageturner, der in der Mitte des Buch leider etwas zäh gestaltet war, dennoch lies es sich so schnell lesen, dass mir es wirklich leicht gefallen ist, weiter zu lesen. Die Geschichte rund um das Erbe wird aus drei Perspektiven und auf zwei Zeitebenen erzählt. Einmal in der Gegenwart von Mona, die von ihrer Großtante ein ganzes Haus erbt und buchstäblich über Nacht reich wird. Hinzu kommt die Erzählperspektive von Sabine und ihrem Mann, zwei Harz 4 Empfänger die sich nicht die Mühe machen um Geld zu verdienen, sondern darauf aus sind mit wenig Aufwand viel Geld zu bekommen. Die zweite Zeitebene spielt in der Vergangenheit, zu der Zeit des Nationalsozialismus, in der sehr viele Juden das Land verlassen haben und ihr ganzes Hab und Gut weggeben musste. Während des Lesens habe ich mich immer die ganze Zeit gefragt, was ist denn wohl das Richtige, womit Mona da zu tun hat. Es ist zunächst nicht klar, wie Mona und Sabine zusammen gehören und was sie miteinander zu tun haben, aber genau das ist es, was die Geschichte wiederum sehr interessant gemacht hat. Es handelt es sich um ein wirklich sehr komplexes Thema, welches nicht immer zu verstehen ist. Hier prallen Arm und Reich, Recht und Gerechtigkeit sowie Neid und Gier aufeinander. Das Thema Loyalität darf auch nicht außer Acht gelassen werden, wenn man darüber nachdenkt, womit Mona durch ihr Erbe konfrontiert wird. Denn Ihre Familie ist definitiv keine Hilfe. Ganz im Gegenteil. Ich war wieder sehr begeistert und auch im Nachhinein bringt mich dieses Buch, bzw. alle Werke von Ellen Sandberg zum Nachdenken und hoffe auf ganz baldigen Nachschub. Ganz klare Leseempfehlung von mir.

Das Leben geht manchmal seltsame Wege

Von: nirak Datum: 26. December 2019

Das Leben geht manchmal seltsame Wege Mona Lang lebt in Berlin und ist eigentlich der Meinung, glücklich zu sein. Doch dann erreicht sie der Brief eines Anwaltes aus München. Ihre Großtante Klara ist verstorben und hat ihr ein Haus vererbt. Mona hat die Tante nur einmal kurz gesehen und das ist Jahre her. Warum sie ausgerechnet ihr so ein großes Erbe hinterlassen hat, versteht sie nicht. Einmal in München angekommen und sich mit dem Erbe befasst, kommt die junge Frau einer Intrige aus der Vergangenheit auf die Spur. Das Haus hat eine Geschichte, die nicht so ganz einfach zu entschlüsseln ist. Ellen Sandberg erzählt die Geschichte eines Hauses in München-Schwabing. Mona erbt dieses Haus und damit auch ein gewisses Vermögen, allerdings ist es nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Mona ist eine Frau, die es nach Möglichkeit allen recht machen möchte. Sie hat die Veranlagung, auch den ärmsten der Armen zu helfen, und so wandert schon mal schnell der eine oder andere Euro in die Dosen der Bettler. Für Mona ist es selbstverständlich anderen Menschen zu helfen. Dies ist wohl auch mit einer der Gründe, warum die Großtante ausgerechnet ihr das Haus mit seiner Vergangenheit vererbt hat. Ein Satz der Tante begleitet die junge Frau: „Mona wird das richtige tun“, was aber genau die alte Dame damit gemeint hat, bleibt lange im Unklaren. Die Geschichte um Mona und das Haus und vor allem um die Bewohner dieses Haus, spielt sich auf zwei Zeitebenen ab. Zum einen in der Gegenwart und erzählt von Mona und ihren Problemen im Jahre 2018. Der zweite Handlungsstrang setzt im Jahre 1938 an. Hier beginnt die Geschichte der Großtante Klara und ihrer Freundin Mirjam Roth. Die Familie Roth plant ihre Auswanderung, denn die Zeiten sind schlecht für jüdische Familien. Auch die Freundinnen müssen sich trennen. Ellen Sandberg schildert gelungen davon, wie das Haus den Besitzer wechselte und was alles in diesen Jahren geschehen ist. Immer wieder kehrt sie aber zu Mona Lang in die Gegenwart zurück. Nicht nur für die junge Frau ist es eine Reise in die Vergangenheit, sie lernt auch die Nachfahren der Familie Roth kennen. Die Schilderung dieser zweiten Familie, ist vielleicht ein wenig zu überspitzt. Sie werden als Menschen geschildert, die nur aufs Geld aus sind. Der Traum vom Reichtum begleitet sie, die Hoffnung, Hartz IV hinter sich lassen zu können, ist immer dabei. Diese Szenen fand ich schon etwas zu klischeehaft und überzogen. Auch die Handlungsweise von Mona war nicht immer nachvollziehbar oder glaubwürdig, obwohl ich den Gedanken gut finde, dass es Menschen gibt, die so selbstlos handeln. Mona wird als Frau geschildert, die eben alles richtig machen möchte und vor allem es anderen recht machen will. Dies bringt sie schon mal an ihre Grenzen und sie gerät schnell unter den Einfluss falscher Leute. Es dauert ein wenig, bis sie ihre Fehler erkennt und ihre Schlüsse daraus zieht. Aber im Ganzen gesehen hat mir ihre Art gut gefallen. Gemeinsam mit Mona erfährt der Leser die tragischen Ereignisse ab den Jahren um 1938. Sie entschlüsseln sich so nach und nach mithilfe von Briefen und Dokumenten, die die junge Frau bei der Durchsicht der persönlichen Hinterlassenschaft der Tante findet. So entsteht eine spannende Geschichte aus der Vergangenheit und verbindet sich gekonnt mit der Gegenwart. Der Erzählstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, einmal begonnen konnte ich das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen. Mir hat die Geschichte von Mona und Klara gut gefallen. Zwei Freundinnen, zwei Leben und Schicksale und am Ende bekommt jeder was er verdient, den das Leben geht manchmal seltsame Wege.

Spannendes liebevolles Erbschicksal

Von: Merlebuecherperle Datum: 25. December 2019

Beim Lesen war man von Anfang im Geschehen, kein langes Reinfinden in Personen oder Orte. Der Lesefluss war anhaltend, ein Pageturner und somit fesselnd. Drei Erzählperspektiven, die sich nach und nach zusammen gefügt haben. Ein Abzug weil es schwierig ist für jemanden, der das Buch in einem weiteren Abstand liest, die Zusammenhänge zu erkennen. die Autorin erklärt am Anfang eines neuen Kapitels oft nochmal die Zusammenhänge. Ein weiteres Minus dass sich die Story „etwas“ künstlich in die Länge zieht wodurch mir das Buch fast zu viele Seiten hat. Es ist definitiv eine Kaufempfehlung! Auch wenn einige von uns den Zweiten Weltkrieg überdrüssig sind, ist es trotzdem sehr interessant wie jüdische Schicksale im einzelnen persönlich betroffen waren. Das Buch lohnt sich von der ersten bis zur letzten Seite. Manchmal etwas vorhersehbar - die Handlung aber das ist ja manchmal witzig zu wissen wie es weitergeht und man freut sich darauf.

Spannende Geschichte mit überraschenden Wendungen

Von: Isabell Datum: 21. December 2019

Meine Meinung zum Buch Das Cover ist angenehm ruhig und trotzdem sehr schön. Die Farben und das dezente Bild passen sehr gut zusammen. Der Schreibstil der Autorin ist einfach nur super. Das Buch lässt sich so gut lesen, dass man nicht so schnell aufhören möchte. Das Geschriebene war sehr einfach zu lesen und absolut perfekt verständlich. Die Thematik war spannend, realistisch und hat mich sehr oft schlucken lassen. Einiges konnte ich nicht so einfach wegstecken und musste manchmal das Buch zur Seite legen um das Geschriebene zu verarbeiten. Der Wechsel der Charaktere war sehr flüssig und ich konnte immer sofort umdenken. Besonders interessant fand ich, dass alles miteinander verwoben war und man nach jedem Kapitel einen kleinen Cliffhanger hat. Auch wenn mir am Ende ein paar Sachen zu krass waren, konnte ich gut mit dem Buch abschließen, obwohl ich ein paar offene Fragen hatte. Mona ist eine zurückhaltende, stille Person, der es nie einfach gemacht wurde. Trotz der Abneigung, die ihre Familie ihr entgegen bringt, ist sie ein starker Charakter und wächst im Verlauf des Buches über sich hinaus. Auch wenn ich manche Denkweisen von ihr nicht direkt nachvollziehen konnte, war sie eine realistische und gut ausgearbeitete Protagonistin. Die restlichen Charaktere waren so extrem unterschiedlich, dass man irgendwann nicht mehr wusste wer Freund oder Feind ist. Die Autorin weiß genau, wie sie ihren Leser fesseln und verwirren kann. Über einige Wendungen war ich so erstaunt, dass ich den Abschnitt nochmal lesen musste um zu vergewissern, dass ich mich nicht verlesen habe. Auch die Recherche war einwandfrei und ich konnte mich total in Klara hineinversetzen. Im Endeffekt war sie immer nur eine junge Frau, die zu ihrer Mutter aufgesehen hat. Das Ende hat mich sehr verblüfft, war aber absolut passend für dieses Buch. Auch wenn ich ein paar Fragezeichen im Kopf hatte, war ich dennoch zufrieden und überrascht. Fazit Schon der Klappentext hat mich absolut überzeugt und auch der Inhalt des Buches war sehr gut. Die krasse Thematik in Verbindung mit der Spannung war super gewählt und hat mich mitgerissen. Ich habe mit Klara mitgelitten und wollte gemeinsam mit Mona das Geheimnis um das Haus lüften. Durch die leicht verständliche Sprache lässt sich das Buch flüssig lesen und man kann sich München zu Kriegszeiten perfekt vorstellen. Die Geschichte ist nicht nur gut leserlich, regt außerdem auch zum Nachdenken an und lässt einen nicht so schnell locker. Alles in allem ein sehr guter Roman, der neben einem guten Setting auch wahnsinnig viel Spannung enthält.

Mein Buchtipp

Von: get lucky Datum: 19. December 2019

Einen Buchtipp habe ich für euch heute auch gleich noch mit dabei: Das Erbe --- Ellen Sandberg Der neue große Roman der Bestsellerautorin Spätsommer 2018. Über Nacht ist Mona Lang reich. Ihre Großtante Klara hat ihr ein großes Haus in München-Schwabing vermacht, denn sie war sich sicher: »Mona wird das Richtige tun.« Was damit gemeint ist, versteht Mona nicht. Doch kaum hat sie Klaras Erbe angetreten, kommt sie einer Intrige auf die Spur, die sich um die Vergangenheit des Hauses rankt – und um ihre Familie. München 1938. Die junge Klara belauscht an der Salontür ein Gespräch zwischen ihrem Vater und ihrem Vermieter, dem jüdischen Unternehmer Jakob Roth. Es geht um die bevorstehende Auswanderung der Roths – und ein geheimes Abkommen … Mir hat dieser geschichtliche Roman so richtig gut gefallen. Ich durfte schon mal ein Buch dieser Autorin rezensieren und um so größer war die Vorfreude auf diese Seiten. "Das "Erbe" beschäftigt sich mit dem Thema der Enteignung jüdischer Familien im dritten Reich, hier am Schauplatz München. Genau wie ich es liebe ist der Roman in zwei Zeitschienen geschrieben und genau deshalb hat mich gerade diese Problematik gepackt. Träumen wir nicht alle oft von Erbe, Gewinn, Reichtum,...? Muss es sein, muss es zu jedem Preis sein, ist es das Glück? Die Denkanstösse und das Handeln von Mona sind meins! Ich kann euch das Buch wärmstens empfehlen, vielleicht braucht ihr ja noch was für unter den Christbaum.

Dunkles Erbe?

Von: Goch9 Datum: 19. December 2019

Völlig unerwartet erhält die unscheinbare Mona Lang Post vom Amtsgericht München, Abteilung Nachlasssachen. Eine entfernte Verwandte Ihrer Mutter, Klara Hacker, vererbt der jungen Frau, die voller Minderwertigkeitsgefühle steckt, nicht nur ein 12 Millionen wertiges Miethaus, sondern vertraut auch darauf, dass Mona mit ihrem Erbe moralisch richtig verfahren wird. Mit Annahme des Erbes beginnt der Kampf Monas Familie um Teilhabe, Monas Unsicherheit, ob ihr das Erbe überhaupt zusteht und somit die Spurensuche in der Vergangenheit, wobei Unglaubliches zu Tage kommt. Wieder einmal gibt es einen spannenden, gut recherchierten und sensible Themen bearbeitenden Roman von Ellen Sandberg. „DINGE, DIE UNS NICHT GEHÖREN. VERGANGENHEIT, DER WIR NICHT ENTKOMMEN.“ Frau Sandberg hat dieses schwierige Thema in einen mitfühlenden Roman verarbeitet. Der Gutmensch Mona hat mich manches Mal genervt, nachdenklich gemacht, entsetzt und zum Schluss mit ihr übereinstimmend zurückgelassen. Ich glaube, die meisten Menschen, denen solch ein Erbe in den Schoss fällt, würden sich maßlos freuen und gedankenlos den Luxus genießen. Bei der hohen Anzahl von Enteignungen, Übervorteilungen und Raub an der jüdischen Bevölkerung während der NS-Zeit, gibt es sicher sehr viele Erben großer Vermögen deren Herkunft fragwürdig ist. Aber was geschieht, wenn nachgeforscht wird und die eigentlichen Erben wissen gar nichts über ihre jüdische Herkunft und über die Leiden ihrer Vorfahren. Haben die Nachkommen ein Recht auf das Erbe? Auch Mona, deren moralisches Empfinden Recherche und Abtretung des Erbes fordert, tut sich schwer, ihr Erbe an Schmarotzern und Betrügern weiterzugeben. Und gerade diese Entwicklung macht für mich den Roman so spannend und interessant. Rückblenden und alte Briefen geben dem Leser zuweilen einen Wissensvorsprung gegenüber Mona. Trotzdem schält sich die Wahrheit, die dann zur endgültigen Entscheidung führt, erst nach und nach an die Oberfläche. Dadurch kann der Leser Monas Zweifel, ihre Unsicherheit und ihre Entscheidung gut nachvollziehen. Danke, gut, dass dieses Thema auch in der Unterhaltungsliteratur zur Sprache kommt.

Einfach wunderbar!

Von: RoxysPodcast Datum: 16. December 2019

Mich hat der Roman "Das Erbe" von Ellen Sandberg zu 100% überzeugt! Es ist das erste Buch, dass ich von Ihr gelesen habe und es hat mich dazu gebracht auch Ihre anderen Werke zu lesen. Es ist toll wie die Autorin die Zeitsprünge zwischen 2018 (Mona) und 1938 (Klara) zum ausdruck bringt. Man erhält als Leser nicht nur einen Höhepunkt der Geschichte sondern gleich mehrere. Besonders schön finde ich auch, dass die Autorin im Nachgang am Ende des Buches Informationen zur Judenverfolgung in der Nazizeit mit eingerbacht hat. Was für die Storygebung an sich auch wichtig ist. Für alle die mal was anderes und spannendes lesen möchten, kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen.

Mona wird das Richtige tun

Von: Lesefreude Datum: 15. December 2019

Nach „Die Vergessenen“ und „Der Verrat“ ist „Das Erbe“ das dritte Buch von Ellen Sandberg. Wie schon bei „Die Vergessenen“ beschäftigt sich Sandberg auch in ihrem neuesten Buch wieder mit dem zweiten Weltkrieg. 1938 wird das Leben in München für Juden immer unerträglicher. Juden dürfen keine Geschäfte mehr führen und ihre Besitztümer werden stark eingeschränkt. In dieser Situation sehen sich viele Gezwungen zu einem absoluten Spottpreis zu verkaufen, bevor man ihnen alles wegnimmt. Diese Notlage wird oftmals schamlos ausgenutzt. Diese Ausgangslage bildet den ersten Erzählstrang. Daneben gibt es zwei weitere, die beide im Spätsommer 2018 spielen. Mona erbt überraschend und hat plötzlich die Möglichkeit ein völlig neues Leben zu führen. Die Harz IV Empfängerin Sabine hingegen blickt neidisch auf all die Reichen, denen scheinbar alles zugeflogen kommt, während sie sich krumm und buckelig arbeiten muss. Wie diese drei Geschichten am Ende zusammenfinden sollen, war mir lange Zeit ein Rätsel. Auf 500 Seiten baut Ellen Sandberg geschickt eine spannende, stark verzweigte Geschichte auf. Konzentration ist gefragt, um allen Verbindungen folgen zu können. Da ich „Das Erbe“ in wenigen Tagen verschlungen habe, war das jedoch kein Problem. Der Schreibstil ist, wie gewohnt, mitreißend. Mit viel Einfühlungsvermögen transportiert Ellen Sandberg die Sehnsüchte, Wünsche und Ängste ihrer Protagonisten. An gewissen Stellen ist es dann doch etwas zu viel des Guten. Gerade bei Mona kommen einfach zu viele Probleme, Intrigen und Herausforderungen zusammen. Aufgrund von Spoilergefahr werde ich auf diesen Punkt hier nicht näher eingehen. Die Charaktere sind zudem eine Spur zu überzeichnet und zu klischeehaft. Am Ende des Buch findet man eine sehr übersichtliche Zeittafel zur Judenverfolgung im Nationalsozialismus. Erschreckend welche Verbote alle verhängt wurden. Vieles davon war mir nicht bewusst. So wie beispielsweise, dass es Juden ab 1942 verboten war Zeitschriften und Zeitungen zu beziehen.

Fesselnder Roman, der moralische Fragen aufwirft

Von: lenislesestunden Datum: 08. December 2019

Mona Lang erbt überraschend von einer Großtante das wunderschöne und wertvolle "Schwanenhaus" mitten in München. Die letzte Aussage ihrer Großtante dazu war: "Mona wird das Richtige damit tun." Denn die Umstände, wie das Haus in den Besitz der Familie gelangt ist, nehmen ihren Ursprung kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs und sind mehr als dubios - denn bei den Erbauern und ehemaligen Besitzern des Hauses handelt es sich um eine jüdische Familie. Mona beginnt nachzuforschen und stößt auf eine ungeheuerliche Geschichte... Ich möchte in meiner Rezension zwischen zwei Komponenten dieses Buches unterscheiden - der Geschichte ansich und dem Schreibstil. Die Geschichte hat mich sofort gefangen genommen. Es geht letztendlich um Moral und um Gier, aber auch darum, wie Wiedergutmachung geleistet werden kann für unsagbares Unrecht. Der Schreibstil hingegen konnte mich nicht so sehr überzeugen wie im letzten Roman, den ich von Ellen Sandberg gelesen habe, nämlich "Die Vergessenen". Ich hatte das Gefühl, dass die Personen im Buch (absichtlich?) mit einem gewissen Abstand und teilweise auch einer Kälte beschrieben waren. Es gab viele kurze, aneinandergereihte Sätze, die sich zeitweise wie eine emotionslos Auflistung lasen. Das konnte ich mit dem - für mich - sehr emotionalen Thema etwas schwer überein bringen. Nichtsdestotrotz war "Das Erbe" für mich ein Pageturner, der wichtige, moralische Fragen aufwirft und mich gestern bis 1 Uhr wach gehalten hat.

Schwierige Frage

Von: aebbies.buechertruhe Datum: 07. December 2019

Mona Lang erhält von ihrer Großtante, zu der sie kaum Kontakt hatte, ein Wohnhaus mit Millionenwert in München. Ihre Familie ist neidisch, ihre Mutter behauptet sogar, an dem Haus klebe Blut. Bei Nachforschungen im Grundbuchamt muß Mona erfahren, daß das Haus vor dem Zweiten Weltkrieg einer jüdischen Familie gehörte. Für Mona stellt sich nun die Frage, auf welchem Wege das Haus in den Besitz ihrer Großtante kam. Ellen Sandberg hat mit "Das Erbe" wieder einmal ein heißes Thema in ihrem Buch verarbeitet. Erzählt wird die Geschichte in drei verschiedenen Handlungssträngen, einer davon spielt in der Zeit 1938 - 1949. Doch diese drei Stränge werden im Verlauf des Buches zu einer berührenden Geschichte verwoben, die unter die Haut geht. Durch diese Wechsel wird Spannung erzeugt, denn man möchte in jeder Handlung den weiteren Verlauf am besten sofort wissen. Obwohl man das Ende ahnt, bleibt die Spannung bis zum Schluß erhalten. Schon allein durch Monas Zwiespalt und ihre moralischen Fragen ist man sehr gespannt. Die Charaktere sind nicht die klaren Sympathieträger. Jeder von ihnen hat Eigenarten, die man nicht wirklich mögen kann und die sehr aus dem Bereich "typisch für" kommen. Dies ist ein wenig nervig. Gerade Sabine empfand ich als absolut unmöglich. Die typische Hartz4erin, viel Geld kassieren wollen, aber nichts tun. Gewisse TV-Sendungen lassen grüßen. Dies ist jedoch der einzige Kritikpunkt an diesem Buch und fällt gegen den interessanten Inhalt nicht ins Gewicht.

Grandios spannend, geschichtlich wichtig

Von: Ulrike Rosina Datum: 05. December 2019

München zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Die junge Klara lebt ein unbeschwertes und behütetes Leben. Die Mutter ist linientreu, der Vater muss es als Staatsanwalt sein, zumindest nach außen hin. Klaras Verhältnis zu den Nazis und zu Politik im Allgemeinen ist arglos. Gedanken macht sie sich erst, als Mirjam, ihre beste Freundin ihr erzählt, dass der Vater ihre Auswanderung nach Amerika plant. Denn Mirjam ist Jüdin. Genau wie ihre Eltern, denen auch das große, zentral gelegene Haus gehört, in dem neben Klaras Familie noch zehn weitere Mieter ein Zuhause gefunden haben. Als die Nazis immer hemmungsloser gegen Juden vorgehen, ihr Geld und ihre Wertgegenstände konfiszieren, sie aus ihren Häusern verjagen, spitzt sich die Lage zu. Klaras und Mirjams Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. 80 Jahre später in Berlin. Mona schaut ungläubig auf das Einschreiben in ihren Händen. Eine entfernte Tante aus München hat ihr ein Haus vermacht. Ein Haus mit Geschichte, wie sich bald herausstellt. GRANDIOS SPANNEND, GESCHICHTLICH GUT RECHERCHIERT Super, Frau Sandberg/Löhnig. Wegen Ihnen habe ich an meinem freien Tag mal genau nichts auf die Reihe gebracht! Und das, weil ich am Wochenende davor Das Erbe in die Hand genommen habe. Müssen Sie dieses Stück deutsche Geschichte so spannend schreiben, dass man es nicht mehr aus der Hand legen mag? Ehrlich? Müssen Sie das? Ja, mussten Sie und es war einfach herrlich! So ein tolles, bewegendes, fesselndes, psychologisch kluges und gleichzeitig liebevolles Buch habe ich lange nicht mehr gelesen. Ein großes Dankeschön dafür! Leute lest es. Nicht nur, weil man diesen dunklen Teil unserer Geschichte gerade heute nicht aus dem Auge verlieren sollte, sondern auch, weil Das Erbe eine mega spannende Geschichte und für mich eines der besten Bücher ist, die ich dieses Jahr gelesen habe.

Das böse Erwachen nach der Erbschaft

Von: Silvi Sommer Datum: 04. December 2019

Der Roman spielt dabei auf mehreren Zeitebenen und wird aus der Sicht von drei Personen erzählt: Die Jetzt-Zeit erzählt von Mona, die heutige Erbin der Immobilie und Sabine aus Hamburg , die ihre demente Oma ins Pflegeheim bringt und die geheimen Tagebücher von ihr zum vernichten bekommt, diese aber heimlich liest. Zur Zeit vor , während und nach dem zweiten Weltkrieges wird die Geschichte von Klara als jugendliche und junger Frau erzählt, dazu kommen noch eingeflochtene Briefe von Mirjam Roth, einer Jüdin und die damalige Jugendfreundin von Klara. Über Nacht ist Mona Lang reich. Ihre Großtante Klara hat ihr ein großes Haus in München-Schwabing vermacht, denn sie war sich sicher: »Mona wird das Richtige tun.« , denn um die Vergangenheit dieses Hauses ranken sich dunkle Gerüchte. Sofort war ich ganz bei Mona und sie war mir auf Anhieb sehr sympathisch, im Gegensatz zu Bernd ihren ja was eigentlich Dauerverlobten , Arbeitgeber oder vielleicht sogar noch Betrüger Fremdgeher ?! Ich hätte am liebsten auf der Stelle für Mona Schluss mit ihm gemacht. Auch die primitive und geldgierige Sabine hätte ich an Monas Stelle einfach ignoriert. Doch sie spielt eine wichtige Rolle und bringt einen großen Stein der Geschichte ins Rollen, trotzdem fand ich sie total unsympathisch und nur furchtbar. Doch am allerschlimmsten fand ich ihre Familie und besonders ihre Schwester Heike, wer solch eine Familie hatte brauchte wahrlich keine Feinde mehr. Allesamt diese Personen sind so egoistisch und von Hass, Neid und Geldgier getrieben und zerfressen, es war stellenweise kaum noch auszuhalten , da frage ich mich schon ob das nicht alles ein bisschen zu überzeichnet ist. Mirjams Schicksal hat mich auch sehr berührt. Durch ihre Briefe zu Klara erfahren wir mehr über die Vergangenheit und über das Schwanenhaus, Monas "dunkles" Erbe. Die Handlung ist gut konstruiert, ja, so könnte es gewesen sein , sie ist spannend, flüssig und immer mit überraschen Wendungen erzählt , Mona kann sich sogar wieder neu verlieben, doch die Verliebtheit währt nicht lang und zieht ein böses Erwachen nach sich. Gegen Ende wird es dann noch gruselig und ein Überfall entwickelt sich schon fast zu einem Krimi aber schließlich endet es in einem guten Abschluss, nur ob Sabine und ihr Mann von dem sogenannten Fluch des Hauses während der Fahrt auf der Autobahn verschont bleiben, bleibt ungewiss. Mir gefiel dieses Buch sehr gut und ich hätte es am liebsten in einem durchgelesen, denn die Geschichte hat mich total ergriffen und ich wollte nur eines Wissen, wie geht es weiter mit Mona und dem Schwanenhaus. Das Ende veranlasst einem zu überdenken, was würde man selber in dieser Situation tun ? Und es sollte ruhig in der Schule gelesen werden um an die Gräueltaten der Nazis zu erinnern und zu warnen ….. mein dank an das Blogger Portal für dieses tolle Buch.

Ein Stück Zeitgeschichte - interessant verpackt und berührend

Von: Hanne / Lesegenuss Datum: 04. December 2019

Berlin im September 2018. Der Tag, an dem ein Brief das Leben von Mona verändern wird. Vor zwei Jahren war sie von München in die Hauptstadt gezogen. Über zehn Jahre hatte sie mit ihrem Freund Bernd eine Fernbeziehung geführt. Nun arbeitete sie in seinem Architekturbüro. Der Brief war vom Nachlassgericht München. Tante Klara, wie Mona sie nur gekannt hatte, eine entfernte Verwandte ihrer Mutter, war mit vierundneunzig Jahren verstorben. Mona musste nach München. Das Schwanenhaus, wie der Steuerberater der Tante erklärte, und diese dort ein Leben lang gewohnt hatte. Heutzutage war es ein Vermögen wert und sie, Mona, war Alleinerbin. Sie war reich, es war mehr als nur ein Lottogewinn. Die zweite Persönlichkeit ist Klara und ihre Geschichte beginnt im Sommer 1938. Ihre Familie wohnte zur Miete bei dem jüdischen Unternehmer Roth. Ihm gehörte das Schwanenhaus. Dort wird Klara Zeuge eines Gesprächs zwischen den beiden Herren. Nichts darf nach außen, denn die Familie Roth will auswandern. Wer die dunkle Seite der damaligen Zeit kennt, weiß wie schwierig die Umstände waren. Nicht nur dass, es ging auch darum, dass das damalige Regime die jüdischen Mitbürger enteigneten. Der vorliegende Roman spielt in der Gegenwart und Vergangenheit. Somit ist es wieder ein Buch #gegendasVergessen Dann ist da noch Sabine, die in Hamburg lebt und gerade den Umzug der Oma in ein Pflegeheim organisiert. Dabei findet sie beim Räumen ein Heft, woraufhin ihre Oma total aufgelöst immer davon spricht, dass sie das mit ins Grab legen solle. Es dürfe niemand lesen. Die Idee für den Roman über die damalige Zeit nicht neu, und dennoch findet sich hier eine Geschichte wieder, die mich wirklich interessierte. Durch die Gestaltung der Kapitel, dem Erzählen der einzelnen Frauen kann man schon eine Lesepause machen. Doch einmal eingetaucht in den Roman von Ellen Sandberg ist es nicht leicht zu unterbrechen. Dass damals etwas mit dem Verkauf/Kauf des Hauses nicht mit rechten Dingen zuging, war wohl kein Einzelfall. Mit dem was Mona erfährt, wird sie wankelmütig. Ob es so recht ist? Und dann erfährt sie, dass es da Nachfahren von Jakob Roth gibt. Im Laufe der Handlung fügen sich die einzelnen Erzählstränge zusammen, jede für sich interessant als auch tragisch. In der Gegenwart sind es Mona und Sabine, zwei so unterschiedliche Frauen, die hier die Autorin geschaffen hat. Jede kennenzulernen, ihre Eigenschaften, ihr Handeln und Tun, war aufschlussreich. Die Geschichte der Familien und dem Schwanenhaus, sicherlich kein Einzelfall. Was ist Wahrheit und wofür lohnt es sich zu kämpfen? Kann man heute noch Gerechtigkeit herstellen? Es sind ínzwischen Jahrzehnte vergangen seit der damaligen Zeit und nur noch wenige Zeitzeugen können hiervon erzählen. Wenn sie es denn können. Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Ein Buch, was auch für die jüngere Generation, gerade in der heutigen Zeit, wichtig ist. Meine Leseempfehlung für die Geschichte!

Spannender, fesselnder Pageturner

Von: Biggi Friedrichs Datum: 04. December 2019

Ellen Sandberg hat einen psychologischen Spannungsroman erschaffen, bei dem wirklich alles passt. Spannung ist von der ersten Seite an vorhanden und bleibt durchgehend erhalten. Die Figuren sind sehr lebendig und Klara und Mona Lang sind sehr sympathische, interessante Figuren, so dass man mitfiebert, dass die ganze Geschichte gut ausgeht. Auch die anderen Protagonisten des Romans sind interessant, natürlich gibt es den ein oder anderen Widerling in der Geschichte. Durch die Perspektiven- und Zeitenwechsel wird die Story zu einem Pageturner. Das Thema ist interessant und gut recherchiert und es gibt einige Wendungen und Überraschungen in der Geschichte. Meine absolute Leseempfehlung für diesen fesselnden, psychologischen Spannungsroman.

Spannendes Buch

Von: Melanie Datum: 03. December 2019

Ein spannender historischer Roman, ich konnte ihn kaum aus den Händen legen. Das Buch handelt von aktuellen Themen, wie Richtig und Falsch, es geht um Entscheidungen und die weitreichenden Folgen, aber auch um Neid, Habgier, Intrigen, Verrat und Wut. Kurze Inhaltsbeschreibung: Mona erbt ein Haus, auf das im Laufe der Geschichte und Verstrickungen immer mehr Menschen Anrecht haben. Die kurzen Sätze fand ich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit bin ich gut rein gekommen und es ist nicht mehr so arg aufgefallen. Das Cover ist sehr schön gestaltet und passt gut zum Inhalt des Buches. Mein Fazit: Für einen gemütlichen Lesenachmittag ein gutes Buch, es macht auf jeden Fall viel Freude, und die Zeit vergeht wie im Flug.

Sehr spannende Geschichte über ein Haus und zwei Freundinnen

Von: KerstinT Datum: 03. December 2019

Mona könnte sich glücklich schätzen, ihre Tante, mit welcher sie so gut wie keinen Kontakt hatte stirbt und vererbt ihr ihr gesamtes Vermögen. Immerhin ein wertvolles Gemälde, Schmuck und ein herrschaftliches Haus in München. Mona hat ausgesorgt! Doch kaum tritt sie ihr Erbe an, folgt eine negative Erfahrung auf die nächste. Dann erfährt sie auch noch, was es mit dem Haus auf sich hat. Und schon steckt sie mitten in einer tragischen Geschichte über die Freundschaft zweier Mädchen, einer davon Jüdin, Ende der 30er Jahre. Ellen Sandberg kennen viele als Inge Löhnig. Hier zeigte sie schon mehrfach, dass sie es versteht spannende Krimis zu schreiben. Als Ellen Sandberg zeigt sie nun zum dritten Mal, dass sie auch spannende Romane schreiben kann. Mir hat „Das Erbe“ sehr gut gefallen. Die Geschichte ist interessant und der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit ist ihr wunderbar gelungen. Was mir ganz arg gefallen hat ist die zweite Gegenwartslinie. Stück für Stück vernetzen sich diese beiden Stränge und man vermutet schon in welche Richtung es gehen wird. Große Zufälle, aber wieso sollte es nicht so sein? Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Er ist angenehm und flüssig zu lesen. Immer wieder enden die Kapitel mit Cliff Hangern, sodass man einfach weiterlesen muss. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und sehr unterschiedlich. Mona ist mir sympathisch. Ein bisschen zu viel Gutmensch, aber das gibt sich irgendwann. Ihre Familie hingegen ist grauenvoll. Vielleicht sogar etwas zu grauenvoll, das hätte gar nicht sein müssen. Sabine hingegen ist mir total unsympathisch, sie ist sehr klischeehaft, aber super gelungen und authentisch. In ihrer Rolle ist sie perfekt. Monas Nachbarin Adele ist super – eine sehr nette alte Dame, mit der man selbst gerne Kaffee trinken möchte. Was mir nicht so gut gefallen hat ist, dass die Handlung teilweise durch ein paar unnötige Erzählungen in die Länge gezogen wurde. Diese Ausschmückungen hätte es nicht gebraucht. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, deshalb vergebe ich gerne vier von fünf Sterne und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

Die Vergangenheit lässt sich nicht einfach löschen

Von: Mela Nie Datum: 03. December 2019

"Mona wird das Richtig tun" damit lässt die Autorin Inge Löhnig, dieses Mal unter dem Pseudonym Ellen Sandberg, eine der Protagonisten im Spätsommer 2018 in ein völlig neues Leben starten. Nachdem Mona Lang das großzügige Erbe ihrer Großtante Klara angetreten hat, bleibt ihr nicht viel Zeit den Reichtum unbeschwert zu genießen. Denn nach einigen Ungereimtheiten macht sie sich auf die Suche nach der wahrhaftigen Geschichte ihrer Familie und stößt auf eine schreckliche Intrige. Hier kommt ein weiterer Erzählstrang hinzu, dieser spielt im Jahre 1938 und die junge Klara erzählt ihre Erfahrungen und Erlebnisse vor dem Hintergrund des antisemitischen Deutschlands. Die Idee der verschiedenen Ebenen der Erzählzeit lässt den Leser mitfiebern und nach und nach erkennen, wie alles zusammenhängt. Es dauerte etwas, bis ich ins Buch hineingefunden habe, aber dann war es sehr spannend. Leider ist dieses Thema auch in der heutigen Zeit absolut aktuell und die Erzählung könnte sich genauso ereignet haben. Nur gibt es leider nicht in jeder Familie eine Mona, die trotz des Reichtums die Augen nicht verschließt.

eine spannende Familientragödie mit politischem Bezug

Von: Dennis B Datum: 03. December 2019

Durch den Klappentext des Buches habe ich eine tragische Familiengeschichte erwartet. Meine Erwartungen wurden sowohl erfüllt als auch übertroffen, da die Autorin eine spannende Geschichte rund um die Vergangenheit und Gegenwart eines Hauses erzählt. Die Protagonistin lädt zum mitfiebern ein und die Konstruktion der einzelnen Charaktere hat mir sehr gut gefallen. Durch die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart entstehen überraschende Wendungen, so dass die Spannung hoch bleibt und der Begriff "Langeweile" völlig in Vergessenheit gerät. Besonders der Bezug zum Nationalsozialismus hat mich auch nach Ende des Buches zum Nachdenken angeregt. Ein rundum gelungenes Buch für die kommenden, kalten Winterabende.

Was ist das Richtige?

Von: Isabel (engi) Datum: 03. December 2019

Ich habe dieses Buch unterteilt in drei Abschnitte im Zuge einer Leserunde gelesen. Der erste Abschnitt hat mich auch wirklich gefesselt. Hier lernen wir Mona und Bernd kennen, die seit vielen Jahren in einer Beziehung leben, doch Glück hört sich anders an. Da erhält Mona die Nachricht, dass sie geerbt hat und Bernd eröffnet ihr ein Geheimnis … zur gleichen Zeit verschlägt es uns als Leser in die Zeit knapp vor dem ersten Weltkrieg zurück. Auch hier gibt es Geheimnisse und Entwicklungen, die sich – wie uns ja leider allen hinlänglich bekannt ist – für die Juden sehr zum Nachteil entwickeln. Doch was genau geschah wirklich zwischen Monas Großeltern und der Familie Roth? Soweit so gut, diese beiden Erzählstränge ziehen sich weiter wie ein roter Faden auch durch die beiden nächsten Abschnitte. Hier möchte ich anmerken, dass ich den Anfang und auch das Ende wirklich spannend fand. Flüssig und anschaulich geschrieben blätterten sich die Seiten fast wie von selbst um. Leider wird die Geschichte in der Mitte ein wenig zäh. Die Protagonisten wurden immer unsympathischer und fast fragte ich mich, ob dieser Teil wirklich von Ellen Sandberg geschrieben wurde. So kenne ich sie gar nicht als Autorin. Weitgehend versöhnt hat mich das Ende, das mit einigen Überraschungen aufwartete um den Roman schließlich ohne Kitsch zu beschließen. Nicht schlecht, aber von Frau Sandberg bin ich besseres gewöhnt.

Wieviel Gewissen ist gesund?

Von: Temperance Datum: 02. December 2019

Wieviel Gutmenschsein ist eigentlich noch gesund? Diese Frage stellte sich mir beim Lesen sehr häufig. Mona ist mir etwas zu korrekt, zu naiv und zu gewissenhaft dargestellt. Ihr Leben besteht nur aus kaputten Beziehungen, an denen sie auf den ersten Blick keinerlei Schuld trägt. Aber halt nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten erkennt man, dass sie sich vieles einfach selbst zuzuschreiben hat. Sie hinterfragt nichts und niemanden und vertraut gleichzeitig nicht auf das Gefühl ihrer engsten Freunde. Im Endeffekt handelt dieser Roman also von der Frage, wieviel Gutmenschsein ist noch gesund und wann fängt man an daran kaputt zu gehen. Auch das muss Mona lernen um am Ende zu sich selbst zu finden. Verpackt ist dieses in einer recht spannenden Geschichte rund um das Nazi Regime und dessen Folgen bis in die heutige Zeit. Stellenweise etwas langatmig aber durchaus schön geschrieben. So ganz kam ich leider nicht in die Story herein. Obwohl ich eigentlich ein zügiger Dauerleser bin hatte ich so meine Schwierigkeiten. Deshalb nur 4 von 5 Sternen.

Geld macht manche Menschen gierig

Von: Daniela Datum: 02. December 2019

Das Cover und der Klappentext machten mich neugierig. „Das Erbe“ ist mein erstes Buch von Ellen Berg und dieses Buch hat mich total überzeugt. Die Autorin schafft es wunderbar zu erzählen, den Spannungsbogen hoch zu halten und den Charakteren sowie Örtlichkeiten Leben einzuhauchen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Bei dem Roman behandelt Ellen Berg das Thema Judenverfolgung und Enteignung, aber auch Familiendramen. Geld macht gierig und manche Menschen verhalten sich abscheulich. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und spreche eine klare Leseempfehlung aus!

Es könnte so gewesen sein

Von: Annette R. Datum: 02. December 2019

Der Roman „Das Erbe“ von Ellen Sandberg ist eine spannende und bewegende Geschichte über Freundschaft, Neid, Gier und Verrat. Spannend und erschreckend zugleich, welch dunkles Geheimnis auf dem Schwanenhaus liegt. Obwohl die Geschickte rein fiktiv ist, könnte es sich genau so um 1938 abgespielt haben. Vollkommen überrascht ist die Berlinerin Mona Lang, als sie nach dem Tod ihrer Großtante Klara als Alleinerbin ein großes Mietshaus, das „Schwanenhaus“ in München erbt. Für Mona ist das Erbe wie ein Sechser im Lotto, denn nachdem sich ihr Lebensgefährte Bernd wegen einer schon länger geheim gehaltenen Affäre- von Mona trennt, entschließt sich Mona nach München ins Schwanenhaus zuziehen. Nicht nur Monas Familie möchte jetzt auch ein Stück vom Glück erhaschen, auch wildfremde Leute scheinen es auf das Schwanenhaus abgesehen zu haben. Was sich zuerst als unfassbares Glück angehört hat, entpuppt sich immer mehr als belastendes Erbe, denn die Geschichte des Schwanenhauses birgt ein erschreckendes Familiengeheimnis aus der Vergangenheit. Mein Fazit: Der Roman hat mich sofort gefesselt, und ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Durch den flüssigen, lebendigen Schreibstil der Autorin Ellen Sandberg war ich von der ersten Seite an gleich mitten drin im Geschehen: Historische Ereignisse und wahre Begebenheiten verschmelzen geschickt miteinander zu einer bewegenden Geschichte, die mich noch lange beschäftigt hat. Die Charaktere des Buches sind sehr authentisch beschrieben und ich konnte mich sehr gut in Monas Gedankengängen wieder finden und mit ihr auf die Spannende Suche nach dem Geheimnis des Schwanenhauses gehen. „Das Erbe“ hat eine sehr gut durchdachte Story, voller Spannung. Das Ende ist stimmig und lädt zum Nachdenken ein. Somit eine klare 5 Sterne Leseempfehlung von mir!

Eine fesselnde Geschichte!

Von: Grit Datum: 02. December 2019

Mona erbt von Klara das Schwanenhaus und damit eine Geschichte! Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt - Mona, Sabine und Klara. Durch diesen Schreibstil lesen sich die Seiten schnell weg. Das Buch unterhält und fesselt zugleich, manchmal stimmt es traurig und nachdenklich durch den geschichtlichen Hintergrund, aber es mahnt auch und weckt auf. Ich fand das Buch vor allem durch diesen Hintergrund lesenswert. Ein schönes Weihnachtsgeschenk für alle die 'mehr' bei einem Buch wollen. Kurzum: klare Leseempfehlung von mir!

Wird Sie das Richtige tun?

Von: SummseBee Datum: 02. December 2019

Spätsommer 2018: Mona Lang wird über Nacht reich. Ihre Großtante Klara hat sie zur Alleinerbin gemacht und somit auch zur neuen Besitzerin eines großen Hauses in München-Schwabing. Klara war sich sicher, dass Mona "das Richtige tun wird". Auch wenn Mona nicht weiß, was ihre Tante damit meinte nimmt sie das Erbe an und kommt schon bald einer Intrige auf die Spur, die mit der Vergangenheit des Hauses zu tun hat... Neben dem Erzählstrang von Mona gibt es noch zweite weitere in diesem Buch. Da ist zum einen Sabine, die durch ein altes Tagebuch ihrer Oma Zweifel an ihrer Herkunft bekommt und einem alten Geheimnis auf die Spur kommen möchte. Und zum anderen wird die Geschichte der jungen Klara im Jahr 1938 erzählt. Sie ist mit der Tochter der jüdischen Unternehmer-Familie Roth befreundet, die ihre Auswanderung plant. Immer mehr Details bekommt der Leser im Verlauf der Geschichte, was damals wirklich passiert ist. Alle drei Frauen sind sehr unterschiedlich und auf ihre Weise interessante Charaktere, die die Geschichte gut tragen. Doch am sympathischen war mir Mona mit ihrer bodenständigen und menschlichen Art. Das sie zwar anfangs ihr Erbe genießen kann und dennoch nach den wahren Gründen des Besitzerwechsels (des Hauses) sucht hat mich sehr beeindruckt. Bis zum Schluss waren alle drei Erzählstränge spannend erzählt und haben mich teilweise auch sehr berührt. Definitiv ein Buch das neben der Spannung genug Emotionen vermittelt, so das es auch noch nach dem Lesen nachklingt.

Eine Frage der Moral

Von: die.buecherdiebin Datum: 02. December 2019

Inhalt: Unverhofft erbt Mona Lang von ihrer entfernten Tante Klara deren großes Jugendstil-Mietshaus in München Schwabing - im Wert von 12 Millionen Euro. Klara hat Mona als Alleinerbin eingesetzt mit der Begründung, dass Mona das Richtige tun wird. Über Nacht ist Mona reich und gewöhnt sich ganz langsam an ihr neues Leben, doch sie fragt sich ständig, was Klara gemeint haben könnte. Doch dann kommt sie einer alten Intrige auf die Spur, die sie selbst vor eine schwierige Entscheidung stellt… Meine Meinung: Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei Monas Geschichte in der Gegenwart die Rahmenhandlung bildet. Da Mona bislang in Berlin gelebt hat, zieht sie kurzentschlossen in das alte Haus und in Klaras Wohnung ein. Monas Familie, zu der sie schon vorher kein gutes Verhältnis hatte, zeigt sich äußerst neidisch und missgünstig. Durch eine bittere Bemerkung ihrer Mutter verunsichert, beginnt Mona in alten Unterlagen zu stöbern und sich mit der Geschichte des Hauses zu beschäftigen. Durch das, was sie dabei erfährt, wird sie vor eine schwierige moralische Entscheidung gestellt und versteht endlich, warum Tante Klara ausgerechnet ihr das Haus vererbt hat. Eine zweite Erzählperspektive handelt von Sabine und Harry, die beide voll dem Klischee eines Hartz IV Empfängers entsprechen, was mich ziemlich gestört hat. Das war mir einfach zu plump und zu seicht. Beide sind sehr unsympathisch beschrieben, faul und geldgierig, und den Zusammenhang zur Geschichte habe ich nicht sofort erkannt. Die dritte Handlungsebene spielt in der Vergangenheit und handelt von Klara, beginnend im Jahr 1938, als sie erst 14 Jahre alt war. Diese Kapitel erklären, wie Klaras Familie das Haus erworben hat und was in den darauffolgenden Jahren passiert ist. Obwohl diese Kapitel inhaltlich sehr interessant sind, fand ich sie - vielleicht durch den schnellen Zeitablauf - am unpersönlichsten erzählt und auch zu Klara habe ich keinen näheren Bezug gefunden. Außerdem wurde sie mir im Laufe der Zeit immer unsympathischer und ich konnte einige ihrer Handlungen nicht nachvollziehen. Berührender fand ich dagegen die Briefe, die Mirjam, Klaras jüdische Freundin und Tochter der Vorbesitzer des Hauses, ihr aus England geschrieben hat. Ellen Sandberg behandelt in „Das Erbe“ eine Thematik, die selten in Unterhaltungsromanen angesprochen wird und die ich sehr interessant fand. Während des Lesens habe ich mir oft die Frage gestellt, wie ich an Monas Stelle handeln würde und die Lösung, die die Autorin für Mona gefunden hat, fand ich sehr gut. Die Geschichte hat einige Wendungen und Überraschungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte und gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse. Fazit: Eine Geschichte mit einer interessanten Thematik, die allerdings auch einige Schwachpunkte hat. Trotzdem empfehle ich das Buch gerne weiter.

Das Buch regt zum Nachdenken an

Von: Buecherfresser21 Datum: 02. December 2019

Das Buch handelt von einer Erbschaft in der die Geschichte hinter dem Erbe von den Anfängen der Judenverfolgung bis weit nach Kriegsende 1945 reicht. Hauptfigur des Buches ist Mona. Zu Beginn lebt sie mit ihrem Lebenspartner in Berlin. Eines Tages findet sie in ihrem Briefkasten einen ungewöhnlichen Brief, in dem geschrieben steht ein Haus in München sowie das gesamte Vermögen ihrer verstorbenen Großtante Klara geerbt zu haben. Dies stellt ihr ganzes bisheriges Leben komplett auf den Kopf. Zunächst ist sie völlig überwältigt und wie betäubt vor Glück. Doch ahnt sie nicht im geringsten welche Bürde ihr Klara damit auferlegt hat. Also beschließt sie nach München zu fahren, um sich mit dem verantwortlichen Notar über den Nachlass zu beraten. Aus dem Testament geht hervor, dass keinerlei Bedingungen oder Verpflichtungen an das Erbe geknüpft sind. Jedoch wirft dessen Satz: "Mona wird das richtige tun.", in ihr etliche Fragen auf. "Was meint sie bloß damit?" Mona fährt also zu genannter Adresse, um sich das Haus zu begutachten ebenso die Wohnung Klaras. Dort macht sie später eine Entdeckung, die mehr oder weniger zum Schlüsselereignis des gesamten Buches wird. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und nicht's ist so wie anfänglich geglaubt.... Um die Spannung für diejenigen nicht zu nehmen, die das Buch noch lesen möchten, will ich dazu gar nicht mehr verraten. ;-P Mein persönliches Feedback zu " Das Erbe" ist offengestanden eher gemischt. Die Story war gut verpackt, die Figuren waren authentisch und gut verständlich. Der Aspekt, dass es sich im Buch primär im bzw. um Handlungen des 3. Reiches dreht, hat es sehr interessant werden lassen. Es erschließt sich zwar nicht eindeutig, ob die Geschichte an einem wahren Hintergrund lehnt, dennoch ist es sicher nicht abwegig. Den Schreibstil der Autorin empfand ich jedoch leider etwas zäh zu lesen. Anfangs hat es meiner Ansicht nach eine gefühlte Ewigkeit gedauert bis zum ersten spannenden Höhepunkt. Dann ebbte die Spannung auch leider schon wieder etwas ab. Das fand ich sehr Schade, denn ich habe es gern, wenn mich ein Buch fesselt, sodass man stetig angetrieben wird weiterzulesen. Diese Motivation hat mir hier leider ein wenig gefehlt. Weiter fehlten mir einige Zusammenhänge, sodass ich öfters im Buch zurückblättern musste. Was möglicherweise nicht zuletzt an den vielen unterschiedlichen Figuren in verschiedenen Zeitaltern gelegen haben mag. Fazit: Das Buch war auf jeden Fall sehr Facettenreich. Es gab häufige Perspektivenwechsel mit verschiedenen Figuren. Diese jedoch, führten hin und wieder dazu, die Übersicht etwas zu verlieren. Sicher auch der Tatsache verschuldet, dass sich der häufige Figurenwechsel auch auf historischer Zeitebene sehr oft überschnitt. Dies nahm unglücklicherweise auch ein bisschen das Tempo aus der Erzählung. Abschließend will ich aber noch anmerken trotz meiner Kritik, fand ich dieses Buch nicht schlecht und Geschmäcker sind bekanntlich ja sehr verschieden. Lediglich die mir etwas zu häufigen Sprünge der Charaktere, sind Grund meiner intensiveren Kritik. Sonst war das Buch sehr interessant. Mich als Leser hat es zum Nachdenken bewegt. Und das ist es doch was ein gutes Buch ausmacht, oder?!

Lese-Highlight

Von: Patricia Nossol Datum: 02. December 2019

„Nichts ist leichter als Selbstbetrug, denn was der Mensch wahrhaben möchte, hält er auch für wahr.“ (Demosthenes) „Als sie den Absender las, erschrak sie. Amtsgericht München, Abteilung Nachlasssachen. War etwa ihre Mutter gestorben oder ihr Vater und niemand hatte sie informiert? Einen Moment erschien ihr das möglich. Und sicher öffnete sie den Umschlag und faltete das Schreiben auseinander.“ (Auszug aus „Das Erbe“) Mona kann es kaum fassen. Ihre Großtante Klara hat ihr ein imposantes Haus in Schwabing vermacht. Sie war sich sicher, dass Mona das Richtige tun wird. Monas Familie ist bei Klaras Erbe leer ausgegangen und fortan muss sich die junge Frau mit ihren intriganten Verwandten auseinandersetzen. Sie zeigt ihnen die kalte Schulter und beginnt, das luxuriöse Leben in Reichtum zu genießen. Doch plötzlich wird Mona mit der Vergangenheit des Hauses konfrontiert. Sie findet heraus, dass das Haus früher dem jüdischen Unternehmen Jacob Roth gehörte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten plant Roth seine Auswanderung. Wie ist das Haus in Klaras Besitz gekommen? Wird Mona das Richtige tun? Schon auf den ersten Seiten entdecke ich meine Sympathie für Mona. Sie wirkt beinahe vertraut. Ich mag ihre ehrliche, bodenständige Art. Mona nimmt mich mit in das Schwanenhaus und lässt mich das antike Mobiliar bewundern. In einem anderen Erzählstrang begegne ich Sabine, die mir von Anfang unsympathisch ist. Ich stemple sie schnell als Schmarotzerin ab. Dennoch spüre ich beim Lesen, dass sie Mona gefährlich werden könnte. Gespannt verfolge ich das Szenario. Besonders reißen mich die Rückblicke in die Vergangenheit mit, in denen Klara zu Wort kommt. Ich finde keine Ruhe, bevor ich nicht weiß, was damals wirklich passiert ist. Bis tief in die Nacht versuche ich lesend die Ereignisse von damals zu rekapitulieren. Klaras Rolle ist mir lange Zeit nicht klar. Ich sympathisiere mit ihr, frage mich jedoch, warum sie Mona das Haus vererbt hat. Buchautorin Ellen Sandberg spielt mit den Gefühlen ihrer Leserschaft. Sie versprüht Enthusiasmus und sät Zweifel. Ich schlüpfe in Monas Rolle. Wie würde ich an ihrer entscheiden? Es ist ein Zwiespalt. Durch interessante Wendungen entwickelt sich der Roman zu einem Krimi. Klasse gemacht! „Das Erbe“ ist für mich bereits der dritte Roman, den ich von Ellen Sandberg gelesen habe. Erneut bin ich begeistert von ihrem spannungsreichen intelligenten Schreibstil. Beeindruckende Lektüre mit Sogwirkung! Geschenkidee für lesende Freunde!

Gefesselt bis zum Schluss

Von: Irish15 Datum: 01. December 2019

Schon der Klappentext des Buches hat mich angesprochen, da ich gerade Bücher mit historischem Hintergrund sehr spannend finde. Die Geschichte von Mona und Klara hat mich von Anfang an gefesselt und ich habe das Buch kaum aus der Hand gelegt. Die Verknüpfung von Geschichte und Fiktion ist durch die drei Erzählstränge sehr geschickt miteinander verwoben. Historische Fakten über die Arisierung, und Monas Geschichte dazu, könnten die Geschichte einer wahren Begebenheit sein. Wahrscheinlich ist man deswegen so gebannt. Ich möchte hier gar nichts zu dem eigentlichen Inhalt des Buches schreiben, denn gerade die Aufdeckung der Geheimisse, die nach und nach durch die Recherche von Mona, und die Erzählungen von Klara zutage kommen, machen den Reiz an dem Buch aus. Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der Interesse an Menschen und ihren Geschichten mit historischem Hintergrund hat.

Die Vergangenheit reicht bis in die Gegenwart

Von: Robert Datum: 01. December 2019

Der Roman "Das Erbe" ist das dritte Buch, das Inge Löhning unter ihrem Pyseudonym Ellen Sandberg verfasst hat. Da mir die beiden vorherigen Romane äußerst gut gefallen haben, war ich sehr gespannt auf den Neuesten. Er spielt auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen; einmal im Jahr 1938 und einmal im Jahr 2018. "Spätsommer 2018: Über Nacht ist Mona Lang reich. Ihre Großtante hat ihr ein großes Haus in München-Schwabing vermacht, denn sie war sich sicher:" Mona wird das Richtige tun." Was damit gemeint ist, versteht Mona nicht. Doch kaum hat sie Klaras Erbe angetreten, kommt sie einer Intrige auf die Spur, die sich um die Vergangenheit des Hauses rankt- und um ihre Familie." (Von der Rückseite des Romans). Im Laufe des Romans erschließt sich dem Leser, was es mit dieser Intrige auf sich hat. Dafür taucht man in die Geschichte des Jahres 1938 ein und lernt Klara kennen, die gemeinsam mit ihren gutsituierten Eltern im Haus der jüdischen Kaufmannsfamilie Roth lebt. Bevor sie auswandern, schließen Klaras Vater und Jakob Roth ein geheimes Abkommen, das bis in die Gegenwart wirkt. Es gefällt mir besonders gut, dass sich Ellen Sandberg alias Inge Löhning mit gesellschaftsrelevanten Themen beschäftigt und durch ihre Bücher sehr zur Auseinandersetzung mit diesen Themen anregt. Das dunkle Kapitel Nationalsozialismus spielt in diesem Roman- wie auch in "Die Vergessenen"- eine große Rolle.

Was, wenn einem die Erbschaft nur Ärger bringt?

Von: Nightflower Datum: 01. December 2019

Dieses Buch war ein Lesevergnügen. Ich mochte am meisten, dass man am Anfang nicht versteht wie der 3. Erzählstrang dazu gehört und sich das erst nach und nach herauskristallisiert. Auch das allgemeine Thema war sehr interessant: was passiert mir den Sachen, Häusern, Geld, das Juden in der NS-Zeit weggenommen wurde? Wer entscheidet wie? Und was würdest du machen? Ein wenig genervt hat am Ende, dass so lange um die Entscheidung herum geredet wurde, obwohl man eigentlich schon ewig wusste was sie machen würde! Und auch ein paar Personen entsprachen ein wenig arg dem Klischee (zB Personen mit Hartz IV)... Insgesamt würde ich das Buch aber weiter empfehlen!

Wenn Recht nicht gerecht ist.......

Von: Hyperventilea Datum: 30. November 2019

Vollkommen unerwartet erbt Mona das Münchner Mehrparteienhaus ihrer Großtante Klara, das Schwanenhaus. „Mona wird das Richtige tun“, davon war Klara überzeugt. Mona entschließt sich daraufhin, ihr altes Leben in Berlin hinter sich zu lassen, nach München zu ziehen und dort neu anzufangen. Doch bald wird klar, dass alles doch nicht so glatt ablaufen wird wie erhofft. Als Mona Nachforschung zur Geschichte des Schwanenhaus anstellt, kommen lang verschwiegene unangenehme Wahrheiten ans Licht und Mona erfährt schmerzlich, dass Gerechtigkeit, Recht und Moral oft meilenweit auseinanderliegen. Ich bin ein großer Fan der Romane von Inge Löhnig und ihrem Pseudonym Ellen Sandberg. Auch dieses Buch ließ sich - wie ich es von der Autorin gewohnt bin- sehr flüssig und angenehm lesen. Nachdem sich die Handlung anfangs recht langsam dahin zog, nahm die Geschichte ab der Hälfte ziemlich Fahrt auf und ich konnte das Buch dann kaum mehr aus der Hand legen. Der Roman ist in drei verschiedene Erzählebenen gegliedert, abwechselnd wird die Sichtweise von Mona und Sabine in der Gegenwart und Klara in der Vergangenheit beschrieben. Diese Dreiteilung sorgt für Abwechslung in der Erzählweise, weckt Neugier und wirft Fragen auf. Erst später wird klar, wie Sabine und die anderen beiden Frauen miteinander verknüpft sind. Gut fand ich auch, dass Konstantin Dühnfort, Ermittler aus den Löhnig Krimis, einen kleinen Gastauftritt hat. Nicht umsonst heißt es ja, dass München ein großes Dorf ist. Müssen wir Verantwortung für das Handeln unserer Verwandten und Vorfahren übernehmen? Sind wir moralisch verpflichtet, vergangenes Unrecht auszugleichen, auch wenn alle Beteiligten nicht mehr am Leben sind? Das sind die bedeutenden Fragen, um die sich der Roman dreht und mit denen sich Protagonistin Mona und der Leser auseinandersetzen. Restlos überzeugt hat mich der Roman trotz des vielversprechenden Ansatzes aber doch nicht. Ich hatte Schwierigkeiten mit vielen Figuren, die mir etwas zu einseitig und schwarz-weiß gezeichnet werden. Die Mitglieder von Monas Familie zum Beispiel wirken allesamt wie ein unerträglicher Haufen geldgeiler Unsympathen, ohne auch nur eine positive Eigenschaft. Auch Bernd und die Gombrowskis kommen sehr schlecht weg. „Gutmensch“ Mona dagegen, die stets um moralisches und verantwortungsbewusstes Handeln bemüht ist, hat schon etwas mehr Ecken und Kanten, identifizieren konnte ich mich mit ihr aber auch nicht richtig. Die plakativen Charaktere nehmen der ganzen Geschichte leider ein wenig an Tiefe und so werden die wichtigen und notwendigen Fragen stellenweise recht undifferenziert behandelt. Auch wenn ich von Inge Löhnig / Ellen Sandberg schon manche bessere Romane gelesen habe, hat mich dieser trotzdem gut unterhalten. Schreiben kann sie zweifelsohne und wird es hoffentlich weiterhin tun.

Faszinierende Familiengeschichte

Von: Insta.amreading Datum: 30. November 2019

Das Erbe von Ellen Sandberg hat mich von dem 1. bis zum letzten Kapitel sehr gut unterhalten. Die Autorin schreibt sehr detailreich, bildhaft und ich war das ganze Buch über gefesselt von Mona und Klaras Geschichte: Beziehungs- und Familiendrama, Widerstand in der NS Zeit, Gegenwart und Historie... dieser Roman verbindet alles auf eine sehr faszinierende Art und Weise. Ich habe diesen Roman über ein Wochenende hindurchgelesen, und ich denke dass Freunde von Familiendramen mit historischem und gesellschaftlichen Touch genauso begeistert sein werden, wie ich es immer noch bin. Für mich ein ganz starker Roman für Lesende aller Generationen.

Die Vergangenheit lässt sich nicht leugnen

Von: Melanie E. Datum: 30. November 2019

Ellen Sandberg hat mich erneut überzeugt, da die Story, die sie erzählt sich mit einer schmerzlichen Vergangenheit auseinandersetzt und mich komplett unvorbereitet auf Intrigen und Machtspiele zielsicher in ein Geschehen wirft, was schmerzt. Es war für mich nicht das erste Buch der Autorin und da ich mich zuvor mit dem Klappentext auseinandergesetzt habe, was mir bewusst, worauf ich mich einlasse, dennoch ist es ein Lernen und Verstehen, was sich aus finanzieller Sicht, zudem aus Neid und Missgunst im zweiten Weltkrieg abgespielt hat. Menschen wurden enteignet, da die Religionszugehörigkeit nicht passt oder wurden auf barbarische Art und Weise ermordet oder zu harter Arbeit verdammt. Es ist nicht unbekannt und dennoch erschlägt es mich immer wieder neu. "Das Erbe" ist absolut gelungen und beinhaltet eine Story, die wirklich nachgeht und zum Nachdenken anregt. Es ist nicht nur eine Geschichte in einer Geschichte, sondern unsere Geschichte, die gerade im aktuellen Zeitgeschehen sehr wichtig ist und sich immer wieder vor Augen geführt werden sollte. Der Wahnsinn, der aus den Zeilen spricht, erzählt von einem Drama, welches endlich aufgedeckt wird. Die Protagonistin im Buch ist genau passend für ihr Erbe gewählt, da sie zwar nicht immer die richtigen Entscheidungen trifft, da sie gutherzig und manchmal auch sehr blauäugig agiert, dennoch ist sie in den richtigen Momenten diejenige, die aufklärt und den Menschen, denen Böses angetan wurde zu ihrem Recht verhilft. Mich hat vieles sprachlos gemacht, da ich mich mit den Menschen der Vergangenheit nicht identifizieren kann. Es zeigt sich, das nicht nur diese Fehler gemacht haben, sondern auch die Menschen im Heute sich missgünstig und widerwärtig zeigen, sobald es um viel Geld geht. Ich hoffe für mich selbst, das ich mich weiterhin als wahrheitsliebend und zufrieden mit dem, was ich habe, zeigen kann, sobald jemand ein Erbe antritt, welches mir nicht zusteht. Die Vergangenheit lässt sich nicht leugnen und es ist immer wieder wichtig für mich, dieses nicht zu vergessen. "Das Erbe" ist ein Roman mit einem hohen Spannungsbogen und vielen kleinen und großen Überraschungen. Ich vergebe gerne eine Leseempfehlung, da mich die Story ab der ersten Seite absolut gefesselt hat. Ellen Sandberg hat in ihrem einzigartigen Schreibstil eine Story erschaffen, die interessant und auch mit einem hohen Wahrheitsgehalt geschrieben wurde. "Das Erbe" wird nicht das letzte gelesene Buch der Autorin sein, das kann ich jetzt schon mit Überzeugung sagen.

Sspannende und aufwändig konstruierte, komplexe Familiengeschichte um Lügen und Verrat und die Frage nach Recht und Gerechtigkeit

Von: schnäppchenjägerin Datum: 29. November 2019

Mona Lang erbt überraschend von ihrer Großtante Klara, zu der sie nur flüchtig Kontakt hatte, ein millionenschweres Wohnhaus in München. Nachdem sich ihr Freund von ihr getrennt hat, zieht sie unmittelbar in die Wohnung von Klara ein. Dabei sieht sie sich mit dem Neid ihrer Familie, insbesondere dem ihrer Mutter und ihrer beiden Geschwister konfrontiert, zu denen sie ohnehin von jeher ein schwieriges Verhältnis hatte. Ihre Mutter behauptet, dass an dem Haus Blut klebt und auch Mona selbst wird stutzig, als sie bei Nachforschungen im Grundbuch herausfindet, dass das Haus vor Beginn des Zweiten Weltkriegs das Eigentum einer jüdischen Familie war. Mona muss sich die Frage stellen, ob der Verkauf des Hauses damals unter Zwang erfolgt ist und ob sie die rechtmäßige Erbin des Hauses ist. Der Roman gliedert sich in drei Handlungsstränge, davon einer in der Vergangenheit zur Zeit der Judenverfolgung 1938 bis zur Gründung der Bundesrepublik 1949. Die Gegenwart wird von Sommer 2018 bis Juli 2019 aus zwei Perspektiven - der Erbin Mona und der in Hamburg-Harburg wohnhaften Hartz-IV-Empfängerin Sabine - erzählt. Zu Beginn haben die Erzählstränge keine Verbindung. Erst im weiteren Verlauf des Romans wird klar, wie schicksalhaft Klara, die Jüdin Mirjam, Mona und Sabine miteinander verbunden sind. Der Perspektivenwechsel erfolgt über weite Strecken langsam, so dass man sich gut in alle Protagonisten hineindenken kann, im letzten Drittel schneller, was dem Roman Dynamik verleiht und die Spannung steigert, da auf jeder Erzählebene immer weitere Fragen aufgeworfen werden. Die Charaktere sind bis auf einzelne Nebencharaktere keine sympathischen Personen. Selbst Mona, die am Anfang als "moralische Instanz" eingeführt wird und etwas penetrant als durchweg integer dargestellt wird, war mir etwas zu wankelmütig in ihren Entscheidungen. Andere Charaktere, insbesondere ihre Familienmitglieder sind überzogen böse und durchtrieben, was auch unter Berücksichtigung der schwierigen Familienverhältnisse nicht überzeugend war. Sabine und ihre Familie bedienen so ziemlich jedes Klischee, die man gemeinhin über Empfänger von Sozialleistungen haben kann. Diese Schwarz-Weiß-Zeichnung störte mich, ließ die Personen weniger glaubwürdig erscheinen und den Handlungsstrang um Dummchen Sabine und ihre gewissenlose Geldgier überzeichnet und deplatziert wirken. Die Geschichte ist spannend, auch wenn von Beginn an klar ist, dass der Hauskauf 1938 nur der besonderen Situation der Entrechtung des jüdischen Volkes durch die nationalsozialistische Gesetzgebung geschuldet sein kann. Dennoch ist nichts so, wie es auf den ersten Blick erscheint und so ist man gefesselt, wie Mona die Geschichte des Hauses und ihrer Vorfahren aufklärt und dabei immer wieder mit sich selbst und der Last des Erbes hadert. Dabei geht es beim Streit um das rechtmäßige Eigentum am Haus nicht um Recht, sondern um Gerechtigkeit, um Fragen von Anstand und Moral. So muss Mona für sich klären, ob ihr das Haus zusteht oder tatsächlich den Nachfahren der jüdischen Familie. Möchte sie darüber lieber im Ungewissen bleiben? Könnte sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren, wenn ihre Ahnen das Haus nur unter Zwang zu einem geringen Preis erworben hätten? Müsste sie eine Schuld ihrer Verwandten übernehmen? Sind nicht alle Ansprüche, sofern es sie gäbe, längst verjährt? Ellen Sandberg hat sich mit "Das Erbe" einem wichtigen Kapitel der deutschen Geschichte angenommen, erzählt eine spannende und aufwändig konstruierte, komplexe Familiengeschichte um Lügen und Verrat und beweist erneut, wie weit die Vergangenheit die Gegenwart - selbst 80 Jahre später - noch beeinflussen kann. "Das Erbe" gefiel mir damit besser als "Der Verrat", reicht meines Erachtens aber nicht an "Die Vergessenen" heran.

4 Frauen - Eine Geschichte!

Von: Igela Datum: 28. November 2019

Mona Lang kann es nicht glauben. Ihre Grosstante, Klara Hacker, hat ihr das Schwanenhaus in München vermacht. Sehr zum Verdruss ihrer Familie, mit der Mona kaum Kontakt pflegt. Nach der Trennung von Freund Bernd, zieht Mona kurzerhand von Berlin nach München, in das Mehrfamilienhaus, dessen Besitzerin sie nun ist. Doch eine Entdeckung trübt ihre Freude. Diese Entdeckung hat ihren Ursprung 1938, in der Zeit, in der Klara als Teenager im Schwanenhaus aufwuchs. Vier Frauen, in zwei Zeitebenen, mit unterschiedlichem Lebenslauf und Hintergrund! Äusserst geschickt verstrickt Ellen Sandberg diese vier völlig unterschiedlichen Erzählstränge zu einer grossen, berührenden und fesselnden Geschichte. Mona, die in der Gegenwart das Haus der Tante erbt und von Beginn weg Ungereimtheiten in der Familiengeschichte entdeckt. Ich habe gerätselt und immer wieder war ich völlig überrascht, in welche Richtung die Story sich entwickelte. Dieser Strang beinhaltet auch eine Liebesgeschichte, die jedoch sehr zurückhaltend erzählt wird. Dann ist man als Leser hautnah dabei, als Klara um 1938 im Brennpunkt der Judenverfolgung aufwächst. Viele geschichtliche Details, die sich hervorragend in die Geschichte einfügen, lassen atemlos weiterlesen. Hier wurden immer wieder Briefe von ihrer besten Freundin Miryam, die mit jüdischem Glauben in Deutschland lebt, eingefügt. Auch Miryam spielt eine wichtige Rolle in der Story und ihre Lebensgeschichte hat mich sehr berührt und beschäftigt. Spiegelt sie doch die Geschichte tausender Juden in den 40 er Jahren in Deutschland, wieder. Und schlussendlich spielt noch Sabine, eine Hartz 4 Empfängerin und alleinerziehende Mutter eine Rolle. Auch ihre Vergangenheit ist mit einem Familiengeheimnis , das sie nach und nach nach dem Einzug ihrer Oma ins Seniorenheim aufdröselt, behaftet. Die Figuren sind so charakterisiert, dass sie sehr lebensecht wirken. Gerade Mona, gezeichnet mit einer Familie, die man dem schlimmsten Feind nicht wünscht, hat mich fasziniert. Immer wieder steht sie vor Entscheidungen, bei denen ich beim Lesen richtiggehend mitgezittert habe. Und die auch meine Emotionen geweckt haben. Ich denke da an Gespräche mit ihrer Mutter, Schwester Heike und / oder Bruder Julian. Der Schreibstil von der Autorin Inge Löhnig, die unter dem Pseudonym Ellen Sandberg, schreibt ist grandios. Schon mit ihren Krimis weiss sie mich zu begeistern. Hier in den Romanen, die immer auch ein Stück Zeitgeschichte Deutschlands widerspiegeln, genau so. Ellen Sandberg zeigt ein dunkles Stück Vergangenheit und ich finde es sehr wichtig, dass man als Leser diese Zeitepoche nicht vergisst. Ausgebombte Häuser, Denunzination, das systematische Vertreiben der jüdischen Bevölkerung und schliesslich KZ und Massenermordungen. Themen, die die Autorin aufgreift und den nachfolgenden Generationen bewusst macht, welcher Horror um den Krieg herum in Deutschland herrschte.

Wenn Geld auf Moral trifft

Von: Marie's Salon du Livre Datum: 25. November 2019

Aus heiterem Himmel erhält Mona Lang die Nachricht, dass sie eine wunderschöne Villa in München geerbt hat. Eine entfernte Tante hinterlässt ihr das "Schwanenhaus" inklusiver einiger Wohnungen mit dem Hinweiß "Mona wird das Richtige tun". Ihre persönliche Situation ändert sich schlagartig und sie beschließt ihr Erbe in München anzutreten. Nur zögernd nimmt sie die Wohnung ihrer Tante in Besitz. In diversen Regalen und Schubladen findet sie ein unglaubliches Durcheinander an Dokumenten. Ihre Mutter bringt sie schließlich auf eine bestimmt Spur. 1938 wurde das Haus weit unter Preis von der Familie Roth an den Vater ihrer Tante verkauft. Damit wird ihr Glück von einem großen Makel überschattet. Mona beginnt die Geschichte des Hauses, ihrer Familie und die der Familie Roth zu recherchieren. Sie stellt verhängnisvolle Fragen, die nach so langer Zeit kaum mehr beantwortet werden können. In dem Chaos aus Papieren in der Wohnung ihrer Tante findet Mona Briefe, die während des Zweiten Weltkriegs zwischen ihrer Tante und der Tochter der Familie Roth geschrieben wurden. Langsam zeichnet sich ein Bild, dem sie sich nicht entziehen kann. Wie hat es mir gefallen? Ellen Sandberg schreibt auch unter dem Namen Inge Löhnig Krimis, die ich sehr gerne lese. Bisher habe ich die Bücher, die sie unter Ellen Sandberg veröffentlicht, komplett übersehen. Wahrlich eine Schande, die ich hiermit zugebe und ich gelobe Besserung, die anderen Geschichten sind schon auf meiner Wunschliste gelandet. Die Geschichte beginnt, wie in einem Traum oder mit einem Lottogewinn. Wer möchte nicht ein tolles Haus mit vermieteten Wohnungen in München erben? Eigentlich sollte dieses Erbe ein sorgenfreies Leben ermöglichen. Mona glaubt sich, trotz der gewaltigen Änderung in ihrem Leben, wie in einem Traum. Neben der schönen Immobilie gehört noch ein angenehm gefülltes Konto zum Erbe. Anfangs zögert Mona noch dieses Geld zu benutzen, aber für ein paar Renovierungen zückt sie ihr Scheckbuch. Der Kontakt mit ihrer Familie fällt Mona schwer. Ihre Eltern, wie auch ihre Geschwister begegnen ihr oftmals eher ablehnend. Als ihre Mutter sie besucht und ein bestimmtes Bild von ihr fordert, zögert Mona erstmals ihre Mutter nachzugeben. Ein Konflikt, der sich am Ende auch klärt. Dabei fand ich allerdings die extreme schwarz-weiß Zeichnung der Figuren sehr verwirrend und auch zu überspitzt. Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven. Die Vergangenheit klärt alle Fragen in der Gegenwart auf. Die Autorin lässt Mona die Hauptfigur einige Hindernisse überwinden, um daran zu wachsen. Eine Entwicklung, die mir unglaublich gut gefallen hat. Ellen Sandberg schreibt einen historischen Roman, ergänzt ihn um einen Kriminalfall und fügt einen überraschenden Gast dazu. Die Spannung hält sich über die ganzen 512 Seiten, auch wenn es ein paar Aspekte gibt, die man als Leser erahnen kann. Dennoch geht die Geschichte ans Herz. Nicht nur um das Schicksal der Familie Roth, sondern auch für Mona, die heftige Entscheidungen treffen muss. Ein tolles Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.

Spannend bis zum Schluss!

Von: Kathrins Home Datum: 25. November 2019

„Eigentlich hatte sie vorgehabt, am Vormittag einen Spaziergang durch den Englischen Garten zu unternehmen, doch es regnete. Zuerst spülte sie Geschirr, dann füllte sie die Waschmaschine. Mona wird das Richtige tun. Dieser Satz ging ihr wieder durch den Kopf. Was erwartete Klara von ihr? Warum hatte sie zu ihren Lebzeiten kein Wort darüber verloren? Und jetzt konnte sie es natürlich nicht mehr.“ (Auszug S. 88) Im Spätsommer 2018 erbt die Bauingenieurin Mona Lang von ihrer Großtante Klara das Schwanenhaus, ein großes und imposantes Mehrfamilienhaus in München-Schwabing. Obwohl die junge Frau sich in ihrer bayrischen Familie als Fremdkörper sieht, nimmt sie das Erbe an... und bürgt sich damit nicht nur eine große Verantwortung den Mietern gegenüber auf, sondern gerät auch immer mehr in den Strudel der Vergangenheit, bis sie sich der Geschichte des Hauses rund um die Nazizeit nicht mehr entziehen kann. Parallel dazu erleben wir die verstorbene Klara in ihrer Jugendzeit rund um 1938, als sie mit ihrer jüdischen Freundin Mirjam Blutbrüderschaft schwor. Die Geschichte der Judenverfolgung ist hinlänglich bekannt; die Autorin greift hier aber das Thema der Arisierung auf, verbunden mit Macht, Missgunst und Ausgrenzung... es tun sich Abgründe menschlichen Verhaltens auf. Dagegen steht Mona mit dem „moralischen Kompass“, welche mit Hilfe des Hausverwalters und ihrer Freundin den Intrigen vor 80 Jahren auf die Spur kommt und letztendlich das für sie Richtige tut... (mehr wird nicht verraten). Der Roman ist unglaublich spannend! Die Autorin hat viele Fäden gesponnen, die sowohl in München wie auch in Hamburg spielen. Es ist nicht klar, was sich aus diesen einzelnen Geschichten letztendlich ergibt und das macht dieses Werk besonders lesenswert. Das Buch ist gut recherchiert und wir LeserInnen, die sich schon eine Weile mit der Geschichte rund um die Judenverfolgung beschäftigen, kennen an sich auch das Grundgerüst. Der Autorin ist es aber gelungen, Fiktion und Realität gekonnt zu verbinden, so dass einem einerseits der Atem stockt, man sich aber andererseits mittendrin fühlt und unbedingt wissen möchte, wie es weiter geht. Für mich ist „Das Erbe“ ein Buch, welches ich kaum aus der Hand legen konnte... ein gutes Zeichen ;) Langweilig wird der Roman nie, denn die Charaktere sind authentisch und gut im Detail ausgearbeitet. Die Personen wirken glaubhaft und machen das Gelesene sehr lebendig. Die Sprache ist modern und leicht lesbar, so dass einen die Geschichte packt und man sich fast in einem modernen Krimi wähnt. Für mich ein wahres Lesehighlight und wieder ein anspruchsvoller „Ellen Sandberg-Roman“, der mich nach „Die Vergessenen“ erneut in seinen Bann gezogen hat.

Das Schwanenhaus

Von: Ele Datum: 24. November 2019

Das Erbe, Roman von Ellen Sandberg, 503 Seiten, erschienen im Penguin Verlag Dinge, die uns nicht gehören. Vergangenheit, der wir nicht entkommen. Mona Lang ist über Nacht reich. Sie hat ein großes Haus in München, von ihrer Großtante Klara geerbt. Aber sie kann sich nicht so richtig daran freuen, es gibt Menschen, die ihr das Glück nicht gönnen, z.B. ihre eigene Familie. Als Mona Unterlagen findet, dass das Haus evtl. unrechtmäßig in den Besitz von Klaras Familie gekommen sein könnte überlegt die Bauzeichnerin, wie sie das Unrecht das in den Naziwirren geschah, wieder gutmachen könnte. Das Buch hat mir wieder, wie auch die Vorgänger der Autorin, bestens unterhalten. Sandberg besticht erneut durch ihre Art, das Geschehen, wie auch handelnde Personen und das Setting so gut zu beschreiben, dass das Buch wie ein Film im Kopf des Lesenden abläuft. Ich bin der Meinung, dass sich alle Bücher der Schriftstellerin hervorragend als Filmgrundlage eignen. Dieser Roman teilt sich in drei Erzählstränge und in zwei Zeitebenen, der Leser muss sich sehr konzentrieren um dem Geschehen lückenlos folgen zu können. Dadurch, dass die Kapitel mit einer Person und Jahreszahl versehen ist, lässt dich das auch bewerkstelligen. Ein flüssiger, bildmalerischer Erzählstil lebhafte Dialoge und kursiv gedruckte Gedanken, Tagebucheinträge und Briefe, beleben das Geschriebene und haben mich nur so durch das Buch eilen lassen. Ungern habe ich das Werk aus der Hand gelegt, denn dann kreisten meine Gedanken stets darum, wie sich der Roman wohl zum Schluss auflöst. Spannung ist von den ersten Zeilen an vorhanden, die sich aufbaut und am Ende in einem furiosen Schluss mündet. Die emotionale Erzählung hat mich sehr berührt, das Schicksal von Klaras Freundin Mirjam ist mir nahe gegangen. Die Selbstlosigkeit der Protagonistin ist echt und glaubhaft geschildert. Die handelnden Charaktere agierten nachvollziehbar. Wenige sind mir lieb geworden z.B. Mirjam, Mona oder Oliver Sander, andere hab ich nicht so recht einordnen können, Bernd, Klara und Tim/Charlie und einige habe ich regelrecht gehasst Heike, Sabine und Monas Eltern z.B. In der Hälfte des Buches hatte ich einmal kurz Schwierigkeiten, um die Person „Tim“ und das „Karlchen“, die aber sehr schnell ausgeräumt wurden. Doch die vorhergehenden Bücher der Autorin haben mich noch ein wenig mehr mitgenommen und über die Lektüre hinaus gedanklich nicht losgelassen. Der Leser bekommt in diesem Buch auch für danach noch einiges mit. Auf den letzten Seiten befindet sich eine Erklärung über die Vorgehensweise der Rückerstattung von Immobilien und Vermögen aufgrund von Verfolgung während des Nationalsozialismus, das war interessant, die chronologische Aufstellung der Gräueltaten und Schikanen gegen die jüdische Bevölkerung von 1933 bis Ende des 2. Weltkriegs , war sehr informativ und hat mich traurig gemacht. Insgesamt kann ich das Buch von Ellen Sandberg nur empfehlen, ein wenig schwächer als die Vorgängerbände. 4,5 von 5 Sternen.

Ein Erbe mit ungeahnten Folgen

Von: Mattis Datum: 24. November 2019

Die Berliner Bauzeichnerin Mona Lang wird plötzlich reich, als sie das Schwanenhaus ihrer verstorbenen Oma Klara aus München erbt. Im Abschiedbrief ist sich diese sicher, dass Mona "das Richtige" mit dem Haus tun würde. Doch was damit gemeint ist, versteht Mona Lang zuerst nicht. "Das Erbe" wurde von Ellen Sandberg aka. Inge Löhnig verfasst und stellt einen spannenden Familienroman dar, der auf verschiedenen Zeitebenen spielt. Insgesamt wird der Text aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt: Einerseits vom Erbe Mona Lang, ihrer Oma Klara sowie von einer gewissen Sabine aus Hamburg. Diese stößt nämlich im Tagebuch ihrer Oma auf einen rätselhaften Eintrag. Mona Lang erfährt schnell, dass der Besitz eines großen Reichtums folgenreiche Probleme nach sich zieht. Sie muss sich fragen: Wem kann ich wirklich noch vertrauen? Ingesamt fand ich die Handlung an einigen Stellen etwas langwierig und den Charakter "Sabine" ein wenig überzeichnet. Dennoch ist das Buch eine gelungene Unterhaltung mit vielen Wendungen und spannenden Momenten. Allen Fans von historischen Romanen, aber auch Krimifreunden kann ich dieses Buch nur empfehlen!

Spannend bis zur letzten Seite

Von: anas_buecherkiste Datum: 24. November 2019

Was würdest du tun, wenn du dank eines Erbes plötzlich reich bist, dann aber feststellen musst, dass dieser Reichtum auf einem Verbrechen fußt? Dies ist die Ausgangssituation von Ellen Sandbergs Roman. Ihre Heldin ist ein typischer Gutmensch, der durch das problematische Erbe in ein moralisches Dilemma gerät. Je mehr sie über das Haus erfährt, desto weniger fühlt sie sich damit wohl, es geerbt zu haben. Ein wirklich packender Roman, der durch verschiedene Zeitebenen, Perspektiven und einen Briefwechsel besonders clever konstruiert ist. Einzig mit den Protagonisten bin ich nicht richtig warm geworden; sie blieben mir leider ein bisschen zu seicht.

Ein schweres Erbe

Von: Zyrima Datum: 23. November 2019

Inhalt: Spätsommer 2018. Über Nacht ist Mona Lang reich. Ihre Großtante Klara hat ihr ein großes Haus in München-Schwabing vermacht, denn sie war sich sicher: »Mona wird das Richtige tun.« Was damit gemeint ist, versteht Mona nicht. Doch kaum hat sie Klaras Erbe angetreten, kommt sie einer Intrige auf die Spur, die sich um die Vergangenheit des Hauses rankt – und um ihre Familie. München 1938. Die junge Klara belauscht an der Salontür ein Gespräch zwischen ihrem Vater und ihrem Vermieter, dem jüdischen Unternehmer Jakob Roth. Es geht um die bevorstehende Auswanderung der Roths – und ein geheimes Abkommen … Meine Meinung: Dies ist der erste Roman von Ellen Sandberg den ich gelesen habe und ich bin ehrlich gesagt begeistert.Die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln was nicht zuletzt an dem lockeren, leicht zu lesenden Schreibstil liegt. Mona, die Erbin des Schwanenhauses war mir sofort sympatisch, von ihrem Exfreund als Gutmensch bezeichnet ist sie für mich eher ein Stehaufmännchen,das Dinge auch hinterfragt und nicht alles nur deshalb hinnimmt weil es bequemer ist, Klara, die in Mona die Person sieht die schon alles richtig machen wird und sie deshalb zu ihrer Erbin macht. Sabine, die jedes Klischee über Harzler erfüllt das man sich nur vorstellen will, mit ihrer Art konnte ich mich gar nicht anfreunden. Mirijam, auch sie spielt eine wichtige Rolle in dem Roman, es hat mich traurig gemacht was sie erleben musste, ein schlimmes Kapitel der deutschen Geschichte aus dem der Rest der Welt aber anscheinend leider nichts gelernt hat Gut gefallen hat mir auch das das Buch in zwei Zeitebenen erzählt ist, so bekommt man, gemeinsam mit Mona ,immer mehr Erkenntnisse was Klara mit dem Ausspruch das Mona schon das richtige tun würde, meinte. Der Roman hat alles was gute Unterhaltung ausmacht, er ist spannend ,macht nachdenklich und eine Prise Romantik fehlt auch nicht. Fazit: Sehr gerne empfehle ich diesen tollen Roman weiter und bedanke mich bei Randomhouse das ich ihn Testlesen durfte.

Das Erbe - nach diesem Buch ist man sprachlos und sehr nachdenklich

Von: Lese_gerne Datum: 23. November 2019

September 2018 in Berlin: Die 39jährige Mona ist über Nacht reich. Ihre verstorbene Großtante Klara vererbt ihr ein sehr großes Haus in München-Schwabing mit zwölf Wohneinheiten. "Mona wird das richtige tun." Das hat Klara zu ihrer Nachbarin Agathe gesagt. Doch Mona weiß nicht, was Klara ihr mit diesem Satz auf den Weg geben wollte. Mona forscht nach und kommt einer längst vergangenen Intrige auf die Spur, die auch mit ihrer Familie zu tun hat. München 1938: Klara ist damals 14 Jahre alt und belauscht an der Salontür ein Gespräch zwischen ihren Vater und ihren jüdischen Vermieter Jakob Roth. Die Roths wollen nach Amerika auswandern und bitten Klaras Vater um ein Abkommen. *************************************** "Das Erbe" ist das erste Buch, dass ich von Ellen Sandberg gelesen habe. Deshalb habe ich jetzt keine Vergleiche zu den beiden vorgherehenden Bücher. Aber ich fand dieses Buch, dass zwischen der Geschichte von Mona und Klara hin und her wechselt grandios. Überraschenderweise kommt noch ein dritter Erzählstrang von Sabine in Hamburg dazu. Gewiss gibt es im Buch sehr viele unsympathische Personen, die nur vor Geldgier strotzen. Ehrlicherweise sogar die meisten davon scheinen nur von Geldgier getrieben zu sein. Sogar Monas Geschwister meinen, dass ihnen was vom großen Kuchen zustehen würde und werden zu Mona sehr ungemütlich. Aber Raffgier ist menschlich und bekanntlich schafft viel Geld nicht nur Freunde. Das stellen ja auch die Roths in der Nazizeit fest. Auch ist bewiesen, dass nicht jeder Nachkomme mit dem Besitz der Familie umgehen kann. Nicht umsonst heißt es, dass ein Unternehmen nicht über drei Generationen hinaus geht. Der erste baut es auf, der zweite hält es, er dritte wirtschaftet es runter oder verkauft es. Ihm fehlt einfach das Herzblut dazu. Aber zurück zum Buch. Ich kann es sehr gut verstehen, dass im Buch einige sehr unsympathische Personen eingebracht wurden über die jeder nur fassungslos ist. Die Geschichte ist spannend und packend und Mona kann einem richtig leid tun. Denn ihre anfängliche Freude und Euphorie zum Erbe ist nur von kurzer Dauer. Gefreut hat es mich, dass das Buch in München handelt und in der Geschichte der Vergangenheit das Kaufhaus Hirschvogl erwähnt wird. Auch in dem Buch "Amalientöchter" von Joan Weng hatte das Kaufhaus einen kurzen Auftritt und ich finde es toll, wie so an das Buch "Das Haus der schönen Dinge" von Heidi Rehn erinnert wird. Ein großes Buch Highlight von mir aus dem Jahr 2017. Wer Familiengeheimnisse liebt und gerne über die Nazizeit liest ist bei das Buch "Das Erbe" sehr gut aufgehoben.

Mitreißend und allgegenwärtig

Von: Kingfan19 Datum: 22. November 2019

Wieder ein gelungener Roman von Ellen Sandberg. Wie unerwarteter Reichtum Fluch und Wegen zugleich ist. Wie aus Neid Hass wird, und dieser lügen und betrügen lässt. Geschichtliche Aufarbeitung an beispielhaftem Einzelschicksal, und eine Hauptdarstelleri, welche versucht das Richtige zu tun. Eine Geschichte voll Habgier, welche vor dem Fall kommt. Und schließlich zählt sich Vernunft und Gerechtigkeitssinn aus.

Weniger ist eben oft mehr

Von: Kate Datum: 22. November 2019

Bis zur Hälfte des Buches war die Story sehr gelungen: die Einbindung der NS-Zeit und jüdischen Verfolgung ist durch die Charaktere auf eine Art wiedergegeben, die den Leser in den Bann zieht, aber die Geschichte trotzdem in der Gegenwart belässt. Die spannende Wendung findet sich durch die verzwickten Beziehungsgeflechte der beteiligten Personen und war definitiv eine Überraschung beim Lesen und alles andere als vorhersehbar. Und nun zur weniger positiven zweiten Hälfte: die Hauptfigur Mona wird durch die ganze Story hindurch mit mehr Dramen konfrontiert, als man einer Person realistisch zumuten kann. Das Ganze ist für mich persönlich viel zu viel des Guten gewesen und somit ins Absurde abgedriftet. So auch die Beschreibung mancher Charaktere, z.B. der Hausverwalter der Wände mit dem Vorschlaghammer bearbeitet und die typische Stereotyp-Hartz-4-Empfängerin - ebenfalls nicht so gut gelungen in meinen Augen. Der beabsichtigte gesellschaftskritische Kontrast zwischen "Treu und Glauben" und "Gier und Moral" war zusätzlich noch einiges zu viel vom Guten. Die ständige Betonung von Gutmenschentum über 500 Seiten hinweg ist letzten Endes einfach nur nervig und lenkt von der Geschichte mehr ab, als dass sie Positives beiträgt. Das lässt die inneren Zweifeln und den Zwiespalt der Hauptfigur oft nur anstrengend werden für den Leser. Und warum genau die einzelnen Charaktere und ihre Leben bis zum bitteren Ende miterzählt werden, ohne aber zu einem gemeinsamen Ende zusammengeführt zu werden, macht ebenso wenig Sinn und verlängert die Handlung nur künstlich. Obwohl die Story so gut gestartet ist, hat mich das Ende überhaupt nicht überzeugen können. Sehr schade um die eigentliche Handlung, die ohne dieses ganze ChiChi, sehr viel besser ausgekommen wäre.

Wenn deine Familie die größte Strafe ist...

Von: nicigirl85 Datum: 22. November 2019

Seit "Die Vergessenen" habe ich einen Narren an der Schreibe der Autorin gefressen und daher musste ich unbedingt dieses Buch lesen. Leider bekam ich nicht so ganz das was ich mir gewünscht hatte. In der Geschichte geht es um Mona, die von ihrer Großtante erbt und das nicht gerade wenig. Doch das Erbe scheint auf einer Lüge aufgebaut zu sein. Mona begibt sich auf Spurensuche und gerät dabei in einen Strudel von Missgunst und Neid. Ist das Erbe es wirklich wert? Die Autorin eröffnet drei Handlungsstränge, die anfänglich nichts miteinander zu tun haben. Zwei davon spielen in der Gegenwart rund um Mona und Sabine, der dritte in der Vergangenheit um Klara. Es fällt mir wirklich nicht leicht etwas über diesen Roman zu schreiben, da ich sehr zwiegespalten bin. Mona als Hauptfigur mochte ich anfänglich richtig gern, einfach weil sie eine gute Seele ist und mehr für andere tut als für sich selbst. Leider ist sie in einigen Belangen sehr naiv und ich wollte sie ein ums andere Mal wach rütteln. Moralisch ist sie eine tolle Persönlichkeit, aber ihr Handeln konnte ich nicht immer nachvollziehen, weshalb mir manchmal auch der Zugang zu ihr fehlte. Alle anderen Figuren, sei es nun Sabine mit ihrer Familie, Großtante Klara oder eben auch Monas Familie, sind alle einfach nur furchtbar. Beim Lesen musste ich mich daher des Öfteren aufregen, denn diese Personen sind alle so egoistisch und von Hass, Neid und Geldgier getrieben, dass es kaum noch auszuhalten war. Ich mochte wirklich niemanden und war entsetzt über deren Äußerungen und Taten. Als ich mit der Lektüre begann, war ich von den ersten 150 Seiten unfassbar gefesselt und glaubte fest an einen neuen Spitzentitel der Autorin, da ich regelrecht in die Handlung gesogen wurde. Der Mittelteil driftete dann leider furchtbar ins Kitschige ab und ich hatte eher das Gefühl einen Schicksalsroman aus der Feder von Hera Lind zu lesen. Im letzten Abschnitt wurde es dann zwar wieder deutlich besser, aber dieser war dann so voll gepackt mit Wendungen, dass es nicht mehr so realistisch wirkte wie am Anfang. Am Ende klärt sich nahezu alles auf und man kann als Leser alles nachvollziehen und verstehen, so dass ich mit dem Schluss zufrieden bin. Und dennoch bleibe ich nach der Lektüre geschockt zurück, da mich die vielen fiesen Persönlichkeiten und deren Äußerungen sehr mitgenommen haben. Fazit: Ein Buch mit zahlreichen Schwächen über ein interessantes Thema, welches noch öfter besprochen werden sollte. Fans der Autorin sollten zugreifen, Neulingen rate ich eher zu "Die Vergessenen" und "Der Verrat", da ich diese deutlich besser fand. Ich kann nur bedingt eine Leseempfehlung aussprechen.

Keine einfache Entscheidung

Von: Kiwi2267 Datum: 21. November 2019

„Das Erbe“ ist der erste Roman von Ellen Sandberg, den ich gelesen habe und ich konnte ihn nicht mehr zur Seite legen. Der Roman wird in 2 Zeitebenen erzählt. Die eine handelt im Jahr 2018, dem Jahr, in dem die Protagonistin Mona ihr Erbe antritt und mit dem Nachlass die Erwartung der Verstorbenen mit auf den Weg bekommt, sie werde schon das Richtige tun. Bei der Durchsicht des Nachlasses kommen Fragen auf, die Mona zu weiteren Recherchen veranlassen. Nebendarstellerin ist hier noch Sabine, welche ihre an Demenz leidende Oma ins Heim bringt und ebenfalls Dokumente findet, die viele Fragen aufwerfen und letztendlich dazu führen, dass sich die Lebenswege der beiden kreuzen. Parallel dazu wird die Geschichte der Freundinnen Klara und Mirjam erzählt, die durch die Ereignisse des 2. Weltkriegs getrennt werden und deren Freundschaft ein tragisches Ende nimmt. Im Verlauf der Geschichte werden die Handlungsstränge dann so nach und nach verwoben und stellen Mona letztendlich vor die nicht einfache Frage, ob sie die rechtmäßige Erbin ist. Sie muss eine Entscheidung fällen, die nicht leicht fällt und auch ich habe mich gefragt, wie hätte ich mich entschieden!? Die Autorin beschreibt die verschiedenen Charaktere so gut, so dass ich deren Handeln gut nachvollziehen konnte. Die Spannung wird über die ganze Handlung bis zum Ende hin aufrecht erhalten. Auf alle Fälle lesenswert.

... über Moral und Gerechtigkeit

Von: MaGro Datum: 21. November 2019

Bisher habe ich noch kein Buch von Ellen Sandberg gelesen, fühlte mich aber mit der Erzählung dieser Familiengeschichte sehr gut unterhalten. Das Erbe beschreibt die Geschichte von Mona und Klara zu unterschiedlichen Zeiten: Einmal die aktuellen Geschehnisse um Mona und das Erbe des Hauses in München und die Andeutungen ihrer Familie, die schließlich dazu führen, in der Vergangenheit zu stöbern, was dann zum Anderen in die Zeit von 1938 führt, in welcher Klara im Mittelpunkt der Geschehnisse steht. Mich hat dieses Buch schon nach den ersten Seiten schnell begeistert, eine gelungene Mischung aus fiktiver Erzählung und Geschichte. Insgesamt ein Buch, welches lesenswert und spannend ist und das man gelesen haben muss.

Sehr gute 4 Sterne

Von: Krümel27 Datum: 19. November 2019

Das Erbe - spannend bis zur letzten Seite erzählt Ellen Sandberg eine packende Geschichte vordergründig über Moral und Gerechtigkeit, über Verrat, Hass, Neid und Täuschung. Die Autorin verwebt dabei mehrere Handlungsstränge in unterschiedlichen Städten und sozialen Umfeldern der Gegenwart mit Schilderungen und Briefen aus der Vergangenheit. Alles dreht sich um ein Mehrfamilienhaus in München, um das sich ausgehend von Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus Geheimnisse ranken, die ebenso wie familiäre Verflechtungen zu entwirren sind. Abgründe tuen sich auf, Wendungen überraschen, so dass sich trotz einiger arg überzeichneter Protagonisten ein toller Lesestoff, den man nicht aus der Hand legen mag, ergibt. Unterhaltsam, intensiv, gut recherchiert, flüssig geschrieben - definitiv eine Kaufempfehlung!

Eine Menge Unsympathen ...

Von: Angi Datum: 19. November 2019

Dieser Roman beschäftigt sich mit der Frage von Falsch und Richtig, er handelt von Entscheidungen mit weitreichenden Folgen, von gutem und schlechtem Gewissen, aber leider auch von Neid, Habgier, Wut, Intrigen, Verrat, Lügen und Mord. Kein leichter Stoff, den uns die Autorin hier serviert. Die Hauptfigur ist Mona, die überraschend von ihrer Großtante Klara ein riesiges Haus in München erbt. Mehrere Millionen ist die Immobilie wert und das ruft natürlich sofort Neider, „gute Freunde“ und vor allem die eigene Familie auf den Plan, die alle mindestens ein Stück vom Kuchen abhaben möchten. Mona ist bei allen als „Gutmensch“ bekannt, die keinem Bettler widerstehen kann, doch die aggressive und furchtbare Art der ganzen Leute, die plötzlich etwas von ihr wollen, lässt sie zunehmend hart werden. Trotzdem unternimmt sie intensive Nachforschungen, als der Verdacht aufkommt, dass das Haus während des Krieges nicht ordnungsgemäß den Besitzer gewechselt hat. Die früheren Eigentümer waren Juden und Mona nimmt sich vor, deren Schicksal zu klären … Der Schreibstil ist prima zu lesen, alles wirkt sehr lebendig und realistisch. Die Geschichte konnte mich durchaus fesseln, sie hat mich aber auch berührt – positiv, aber auch negativ. Eine Vielzahl der Charaktere in dieser Story ist einfach abgrundtief unsympathisch und das hat mir schon einiges abgefordert als Leserin. Man mag behaupten, einiges wäre zu extrem klischeehaft und überzeichnet, aber ich fand diese schlimmen Personen leider nur allzu realistisch. Das proletenhafte, rücksichtslose Verhalten dieser Figuren stürzt nicht nur Mona in Gewissenskonflikte, sondern auch ich als Leser habe sehr mit mir gerungen und überlegt, wie ich an ihrer Stelle handeln würde. Anders wäre es wohl zu einfach gewesen, also echt gut geschrieben! Beruhigend ist, dass es auch einige liebe Charaktere gibt, die Anlass zu Hoffnung und Mut zum Durchhalten geben. Man fiebert mit Mona mit und man ist gefesselt von den Geheimnissen, die so nach und nach gelüftet werden. Ich fand die Thematik interessant und auch die zeitlichen Hintergrundinfos am Ende des Buches sehr eindrucksvoll. Man weiß ja vieles aus der Zeit des 2. Weltkriegs, aber manche Dinge noch einmal so Punkt für Punkt vor Augen geführt zu bekommen, war schon heftig. Dazu noch das persönliche Schicksal einer Familie zu lesen, macht die Schrecken wieder lebendig und greifbar. Ein berührender, fesselnder Roman, der mich mit seinen vielen unsympathischen Charakteren oft ein wenig verzweifeln ließ beim Lesen. Einzig der Schluss hat mir nicht gefallen, hier hätte ich mir noch etwas mehr Happy End für die richtigen Menschen gewünscht, also vielleicht einen kleinen Blick in die Zukunft. 4,5 Sterne

Das Erbe

Von: Ursula Datum: 19. November 2019

Das Buch ist leicht und verständnisvoll zu lesen. Ein wunderbares Buch genau richtig für die Winterzeit.

Zwischen Freude der Gegenwart und Trauer der Vergangenheit

Von: Caapri Datum: 19. November 2019

In Berlin lebt die Bauzeichnerin Mona Lang, welche - für sie vollkommen überraschend - von ihrer Großtante Klara als Alleinerbin eingesetzt wird und erhält damit ein großes Mietshaus in München. Ihr Lebensgefährte Bernd trennt sich nun von ihr, da er schon seid einem halben Jahr eine Affäre hat und nun keine Angst mehr haben muss, dass Mona unter der Brücke landet. Daraufhin entschließt sich Mina nach München in ihr neues Haus zu ziehen. Das Erbe erscheint ihr als ein unfassbares Glück, aber als sie sich mit der Geschichte des Schwanenhauses beschäftigt, entdeckt sie erschreckende Abgründe in der Vergangenheit ihrer Familie. Der Roman teilt sich in zwei Zeitebenen sowie zwei Geschichten. Zum einen ist da Mona - erzählt im hier und jetzt, zum anderen ihre Großtante Klara - erzählt in der Vergangenheit um 1938 und die Jahre danach.  Ellen Sandberg hat einen flüssigen und leicht zu lesenden Schreibstil. Am liebsten hätte ich das Buch in einem Stück durchgelesen und es gar nicht bei Seite gelegt. Es ist jedoch auch erschreckend, was über die NS - Zeit aufgedeckt wird. Das Buch ist spannend und läd zum Nachdenken über die Vergangenheit ein.

Erschreckend aber spannend!

Von: Caapri Datum: 19. November 2019

In Berlin lebt die Bauzeichnerin Mona Lang, welche - für sie vollkommen überraschend - von ihrer Großtante Klara als Alleinerbin eingesetzt wird und erhält damit ein großes Mietshaus in München. Ihr Lebensgefährte Bernd trennt sich nun von ihr, da er schon seid einem halben Jahr eine Affäre hat und nun keine Angst mehr haben muss, dass Mona unter der Brücke landet. Daraufhin entschließt sich Mina nach München in ihr neues Haus zu ziehen. Das Erbe erscheint ihr als ein unfassbares Glück, aber als sie sich mit der Geschichte des Schwanenhauses beschäftigt, entdeckt sie erschreckende Abgründe in der Vergangenheit ihrer Familie. Der Roman teilt sich in zwei Zeitebenen sowie zwei Geschichten. Zum einen ist da Mona - erzählt im hier und jetzt, zum anderen ihre Großtante Klara - erzählt in der Vergangenheit um 1938 und die Jahre danach.  Ellen Sandberg hat einen flüssigen und leicht zu lesenden Schreibstil. Am liebsten hätte ich das Buch in einem Stück durchgelesen und es gar nicht bei Seite gelegt. Es ist jedoch auch erschreckend, was über die NS - Zeit aufgedeckt wird. Das Buch ist spannend und läd zum Nachdenken über die Vergangenheit ein.

unterhaltsam

Von: Michael Datum: 18. November 2019

In "Das Erbe" erzählt Ellen Sandberg eine generationsübergreifende Geschichte zweier Familien. Geschickt eingebaute Zeitsprünge um bis zu 80 Jahre bilden dabei eine sehr gute Grundlage für eine spannende Geschichte. Leider werden nicht alle Handlungsstränge überzeugend erzählt – einige Personen der Neuzeit wirken stark überzeichnet. Insgesamt ein Roman mit durchschnittlichem Unterhaltungswert.

Eine Frage der Moral

Von: Marlen Blume Datum: 17. November 2019

Mona ist ein Gutmensch. Sie hat immer ein paar Münzen für Obdachlose in der Tasche, sie vergewissert sich, dass gefun-dene Dinge im Fundbüro ankommen – auch wenn sie dafür den Beginn einer Familienfeier verpasst, sie hat einen sogenannten „moralischen Kompass“. In ihrer Familie ist sie damit aus der Art geschlagen. In ihrer geltungssüchtigen, auf Prestige bedachten und zum Teil hasserfüllten Familie ist sie das schwarze Schaf. Ab und zu zweifelt sie daran, wirklich mit diesen Personen verwandt zu sein. Als Erbtante Klara ausgerechnet ihr ein Mietshaus in München vermacht, das mehrere Millionen Euro wert ist, kochen die Emotionen hoch. „Versteht ihr euch noch oder habt ihr schon geerbt?“ lässt Ellen Sandberg augenzwinkernd den hinlänglich bekannten Spruch in ihren Roman einfließen und auch in diesem Buch tun sich durch den Nachlass Abgründe auf. Aber auch ein viele Jahre lang gut gehütetes Geheimnis drängt ans Licht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Geschichte des Hauses sorgt dafür, dass die moralisch gefestigte Mona ins Trudeln kommt. Schon durch wenige Nachforschungen stellt sie fest, dass beim Kauf des Hauses im Jahr 1938 durch ihren Vorfahr, einen Staatsanwalt, irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Das Haus war schon damals sehr wertvoll. Es gehörte einem jüdischen Kaufmann. Und wurde an ihren Vorfahren für einen Spottpreis verkauft. Hat er sich im Rahmen der Judenverfolgung das Haus unter den Nagel gerissen und seine jüdischen Freunde verraten? Mona ist die Geschichte suspekt und ihr Erbe, um das sie alle beneiden, erscheint ihr zunehmend als Last. Sie kann sich nicht vorstellen, eigenen Reichtum auf dem Unglück - viel-leicht dem Tod - anderer aufzubauen. Ihr starkes Unrechtsbewusstsein sorgt dafür, dass sie immer weitere Nachforschungen anstellt und so nicht nur einem Geheimnis, sondern letztlich auch einem Verbrechen auf die Spur kommt. Ellen Sandberg alias Inge Löhnig versteht es auch in diesem Roman wieder, eine spannende Familiengeschichte zu erzäh-len, die nicht nur Historisches und Aktuelles miteinander verbindet, sondern den Leser auch zum Nachdenken anregt. Denn über eines sollte man sich bewusst sein, wenn man dieses Buch liest: es wird Fragen aufwerfen. Und es wird vielleicht auch unbequem sein, wenn man merkt, dass der eigene „moralische Kompass“ vielleicht nicht so genau ausgerichtet ist wie der von Mona. Mir hat das Buch einiges zum Überlegen mit auf den Weg gegeben und so wirkt es auch noch nach, wenn man es nach knapp 500 Seiten zugeklappt hat. Wie hätte ich selbst in dieser Situation reagiert? Was hätte ich anders gemacht? Wieviel moralisches Dilemma hätte ich verkraftet? Und hätte das ausgereicht, um die gleiche Entscheidung treffen zu können wie Mona? Spannende Fragen, die das Buch zu mehr werden lassen als nur zu spannender Unterhaltungslektüre. Deshalb habe ich meine zunächst vorgemerkten 4,5 Sterne auch aufgerundet und vergebe nun mit gutem Gewissen 5 Sterne.

Das Erbe

Von: Nicole Plath Datum: 17. November 2019

Im Sommer 2018 erbt Mona Lang ein großes Haus in München-Schwabing von ihrer Großtante Klara. Dieses Erbe ist mit der Botschaft verbunden, dass Mona schon „das Richtige tun würde“. Mona kann nicht ahnen, dass dieses Erbe ein lastenreiches ist. Die junge Klara belauscht 1938 ein Gespräch zwischen ihrem Vater und ihrem Vermieter, dem jüdischen Unternehmer Jakob Roth. Dieser möchte mit seiner Familie in die USA auswandern und verkauft das Haus an Klaras Vater. Mona ist von dem Erbe überrascht worden und genießt ihr neues Leben. Neben dem Haus hat sie auch Klaras Vermögen geerbt und eigentlich ausgesorgt. Doch schon bald findet sie heraus, dass Klara ein dunkles Geheimnis hatte. Zudem scheint das Haus seinen Eigentümern kein Glück zu bringen, denn immer mehr deutet darauf hin, dass Mona dieses Haus nicht zusteht. Es scheint wohl Erben von Jakob Roth mit Anspruch auf das Haus zu geben. „Das Erbe“ ist eine Geschichte, die den Leser mit in alle inneren Konflikte von Mona mitnimmt. Zumal Mona nicht nur Probleme mit dem Erbe, sondern auch mit ihrer Familie hat. Obwohl diese sie nicht gut behandelt hat, hält nun jedes Mitglied die Hand auf und ist beleidigt, wenn Mona sich verweigert. Der Roman nimmt den Leser emotional mit und bietet, ohne erhobenen Zeigefinger, einen guten Einblick in ein dunkles Kapitel der Geschichte. Eine Zeitleiste am Ende des Buches verdeutlicht, welche Einschränkungen und Verbote wann auf die Juden zukamen. Die Figuren sind alle gut ausgearbeitet. Rückblicke auf die damaligen Begebenheiten um Klara und ihr Kontakt zu ihrer jüdischen Freundin lösen Stück für Stück die Geschehnisse auf. Neben Mona lernt der Leser auch Sabine kennen, welche Tagebücher ihrer Oma findet. In diesen Büchern entdeckt Sabine Hinweise darauf, dass ihre Familie nicht die ist, die sie zu sein scheint. Die Spannung steigert sich von Seite zu Seite. Was wird Mona tun? Was ist mit Klaras Freundin geschehen, und welche Rolle spielt Sabine in der ganzen Geschichte? Gute Wendungen lassen viele möglichen Antworten zu, und es bleibt bis zum Ende offen, was wirklich geschehen ist. Ein angenehmer Schreibstil macht das Lesen zum Vergnügen und lässt das Kopfkino an einigen Stellen besonders stark ablaufen. Ich danke dem Bloggerportal und dem Penguin Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Spannend und fesselnd

Von: Ilona Datum: 16. November 2019

Das Buch beginnt harmlos, ist aber von der ersten bis zur letzten Seite absolut spannend. Es entwickelt sich immer mehr und steigt in die deutsche Geschichte in den Jahren rund um den 2. Weltkrieg ein. Die einzelnen Kapitel werden von unterschiedlichen Personen erzählt, so dass sich immer mehr Puzzleteile zusammenfügen. Dadurch ist es abwechslungsreich und sehr spannend geschrieben. Es macht Lust auf Weiterlesen und baut einen Spannungsbogen auf, um möglichst schnell das Buch komplett zu lesen. Der Autorin ist ein geniales Buch gelungen, das sehr gut die Familienschicksale der damaligen Zeit bis zur heutigen Zeit darstellt.

Die Autorin konnte mich wieder begeistern

Von: lenisvea Datum: 15. November 2019

Alles in allem hat mir der neue Roman von Ellen Sandberg wieder sehr gut gefallen. Die Geschichte war sehr interessant, die Geschichte von Klara und Miriam in der Vergangenheit zu verfolgen sowie in der Gegenwart die Erbin Mona Lang. Von mir bekommt dieser Roman sehr gute 4,5 Sterne.

richtig toll

Von: stinna80 Datum: 15. November 2019

Das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Spannende Geschichte, unerwartete Wendungen. Wirklich kurzweilig. Der Schreibstil ist gelungen, die Personen gut durchdacht. Beim Lesen entstehen Bilder im Kopf, das hat mir sehr gefallen. Ich habe dann die anderen Bücher von Ellen Sandberg auch gekauft. Auch das, in dem ich gerade lese ist gelungen.

Von Täuschungen und Erben

Von: hereIam-Andrea Datum: 13. November 2019

Nachdem mich bereits der Roman „Der Verrat“ von Ellen Sandberg überzeugen konnte, habe ich mich sehr auf das neue Buch der Autorin gefreut. Ihr Roman „Das Erbe“ beschreibt eine Geschichte, die im Jahr 1938 beginnt und die in die Gegenwart nachwirkt: „Spätsommer 2018. Über Nacht ist Mona Lang reich. Ihre Großtante Klara hat ihr ein großes Haus in München-Schwabing vermacht, denn sie war sich sicher: „Mona wird das Richtige tun.“ Was damit gemeint ist, versteht Mona nicht. Doch kaum hat sie Klaras Erbe angetreten, kommt sie einer Intrige auf die Spur, die sich um die Vergangenheit des Hauses rankt – und um ihre Familie. München 1938. Die junge Klara belauscht an der Salontür ein Gespräch zwischen ihrem Vater und ihrem Vermieter, dem jüdischen Unternehmer Jakob Roth. Es geht um die bevorstehende Auswanderung der Roths – und ein geheimes Abkommen“ Von Beginn an hat mich die Geschichte von Mona und Klara in ihren Bann gezogen. Spannend bis zur letzten Seite, beschreibt der Roman, welche Herausforderungen ein Erbe mitbringen kann. Denn nicht jedes Erbe ist unbelastet und frei von Ungerechtigkeit. Die Akteurin Mona muss sich nicht nur mit Neid und Raffgier auseinander setzten sondern auch noch für sich selbst klären, wie dieses Erbe überhaupt zu ihr gekommen ist. Da Mona eine sehr ehrliche und auch emphatische Persönlichkeit ist, stellt die Aufklärung einer Intrige aus der Vergangenheit sie vor große Herausforderungen. In dem Roman der Bestseller Autorin Ellen Sandberg treten die Abgründe menschlichen Handels in Erscheinung, wenn es darum geht, den eigenen Vorteil im Blick zu haben. Beim Geld, das wissen die meisten von uns, hörte die Freundschaft eben auf. Zudem bringt die Aussicht auf Reichtum durchaus Seiten zum Vorschein, die wir vielleicht manchmal gar nicht bei uns erwarten (wollen). Ellen Sandberg schafft es in ihrem Buch, viele verschiedene Lebensgeschichten zu einer zu verbinden und hält durch gekonnte Wendungen die Spannung stets in Gang. So handelt das Buch nicht nur von Mona und Klara sondern auch von der Familie der Hauptdarstellerin und noch anderen Personen, die mit der Intrige aus dem Jahr 1938 verbunden sind. Geschickt werden die Handlungsstränge zusammen geführt. Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage zu Ende gelesen und war von der Geschichte sehr beeindruckt. Viele Handlungen der Akteure haben mich zwar schockiert aber – leider – eben nicht überrascht. Ein interessanter Roman über menschliche Abgründe. Deshalb bekommt der Roman „Das Erbe“ von mir 5 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung.

Ein fragwürdiges Erbe

Von: remul Datum: 13. November 2019

Mona, die Hauptfigur des Romans, erbt von einer entfernten Verwandten ein Mietshaus in einem noblen Münchner Viertel. Bald stellt sich heraus, dass der jüdische Vorbesitzer 1938 das Haus an Monas Verwandten zu sehr günstigen Konditionen ( 10% des Wertes) übertragen hat. Die Nachkommen des Vorbesitzers erheben nun Anspruch auf das Erbe. Die beiden Geschwister sind sehr unsympathisch, der eine ein Anlagebetrüger, die andere überzeugte Hartz-Nutzerin. Als Leserin gönnt man ihnen nicht den Millionenjackpot. In diesem Roman geht es um Moral und Anstand, vertreten durch Mona und Gier und Neid vertreten durch Monas Angehörige und die potentiellen Erbberechtigten des ursprünglichen Hausbesitzers. Wie würde man selber entscheiden in einer solchen Situation? Mona findet eine Lösung mit der man als Leser gut leben kann. Für mich ist es das erste Buch von Ellen Sandberg. Sie hat einen flüssigen leicht lesbaren Schreibstil. Man hätte einige Passagen kürzen können. Aber insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten und daher vergebe ich gute 4 Sterne.

Das Erbe

Von: Manuela Datum: 12. November 2019

Bei Mona Lang kommt der Reichtum ganz plötzlich über Nacht. Ihre Großtante Klara hat ihr ein Haus vermacht, denn sie war sich sicher, daß Mona das Richtige tun würde. Allerdings ist Mona nicht ganz klar, was denn das Richtige sein soll. Doch schon bald wird Mona klar, daß sie mit dem Haus auch eine Verantwortung und ein Familiengeheimnis geerbt hat und dass es oft nicht einfach ist, das Richtige zu tun. Im Roman „Das Erbe“ taucht Ellen Sandberg in das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte ein und erzählt eine spannende und bedrückende Geschichte über Neid, Hass, Verrat und Täuschung aber auch über Gerechtigkeit und dem Versuch nach moralisch und ethisch korrekten Grundsätzen zu handeln. Mittelpunkt der Geschichte ist ein Verbrechen aus der NS-Zeit und der Verstrickung der Familie Lang in die Vorkommnisse während dieser Zeit. Dabei wird eine erschreckend realistische Geschichte aus zwei Sichtweisen bzw aus zwei verschiedenen Zeitebenen heraus erzählt. Der eine Teil spielt 2018, zu der Zeit in der Mona das Erbe antritt, die zweite Zeitebene reicht zurück bis ins Jahr 1938 und erzählt dem Leser die Geschichte von Monas Großtante. Dabei nimmt die Geschichte den Leser mit, in eine Zeit, in der Menschlichkeit nicht viel galt und sich trotzdem am Ende oft durchsetzte. Viel mehr verraten kann ich über den Roman nicht, denn das würde die Spannung heraus nehmen. Ich kann nur sagen, ich war zum wiederholten Male vom Schreibstil der Autorin und ihrer Kunst eine Geschichte zu erzählen, begeistert. Von mir definitiv eine Leseempfehlung für alle, die nicht nur seicht unterhalten werden wollen, sondern auch schwerere Kost zu schätzen wissen.

Überraschend genial

Von: Laura L Datum: 12. November 2019

Das Buch “Das Erbe” hat mich sehr überrascht und ich bin endlos begeistert. Anfangs hatte ich keine Ahnung wie die verschiedenen Geschichten und Zeitlinien am Ende zusammenpassen könnten. Ellen Sandberg hat es geschafft eines dieser Bücher zu schreiben, die man nicht aus der Hand legen möchte. Der Zeitstrahl der Judenverfolgung in der Nazizeit ist sehr ausführlich und lückenlos recherchiert, auch den Anhang finde ich deshalb sehr spannend. Alles in allem ein gelungener Roman, den ich jedem empfehlen kann, der sich für geschichtlich inspirierte Literatur interessiert, die nicht zu schwer im Magen liegt.

Spannendes Familiendrama

Von: Tasi5788 Datum: 11. November 2019

Ich habe dieses Buch von Anfang an mit Spannung gelesen und jede Seite hat Lust auf mehr gemacht. Wie kam Monas Familie in das Haus? Was ist wirklich passiert? Wer ist dieser Tim Jablonski? Ich habe immer wieder falsch gedacht und das Ende kam für mich als totale Überraschung mit Marija/Mirjam. Ich ziehe es in Erwägung ein weiteres Buch dieser Autorin zu lesen, der Schreibstil war sehr angenehm und fließend zu lesen. Das einzige Manko, das ist aber Jammern auf höchstem Niveau: es befinden sich teilweise viele Wiederholungen von Worten auf jeweils eng zusammenliegenden Seiten. Mir zat dieses Buch sehr gefallen und mich auch zum Grübeln gebracht. Daumen hoch!

Alles eine Frage der Moral

Von: Buchwoerter Datum: 11. November 2019

Etwas von einem wildfremden Familienmitglied erben klingt erst einmal ganz gut. Und Mona erbt eine ganz schöne Menge an Geld. Doch so einfach ist das alles dann doch nicht... . Darum geht’s: Spätsommer 2018. Über Nacht ist Mona Lang reich. Ihre Großtante Klara hat ihr ein großes Haus in München-Schwabing vermacht, denn sie war sich sicher: »Mona wird das Richtige tun.« Was damit gemeint ist, versteht Mona nicht. Doch kaum hat sie Klaras Erbe angetreten, kommt sie einer Intrige auf die Spur, die sich um die Vergangenheit des Hauses rankt – und um ihre Familie. München 1938. Die junge Klara belauscht an der Salontür ein Gespräch zwischen ihrem Vater und ihrem Vermieter, dem jüdischen Unternehmer Jakob Roth. Es geht um die bevorstehende Auswanderung der Roths – und ein geheimes Abkommen … . Familienerbstücke die von Generation zu Generation weitergegeben werden sind klasse: Man spürt eine Verbindung zu der Vergangenheit seiner Familie. Doch Erbstück haben auch ihre Tücken: Neid, Hass, Gier und Streit. Mona muss sich genau damit auseinandersetzen. Wie geht sie mit dem Erbe um? Was ist das Richtige. Sie ist immer auf der Suche nach ihrem moralischen Kompass. Ständiges abwägen und viele Entscheidungen müssen getroffen werden. Das Thema des Buches ist phantastisch gewählt! Ich finde es wichtig, dass dieses historische Thema in dem Roman sehr spannend und mit Fakten aufgearbeitet wurde. Immer wieder muss man sich mit verschiedenen Beweggründen auseinandersetzen, die einen zum nachdenken bringen. Ellen Sandburg hat einen phantastischen Schreibstil, der die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhält. Die Abgründe sind tief und gut nachvollziehbar. Ein wirklich tolles Buch mit einem spannenden Thema, welches die Frage nach Moral in den Blickwinkel nimmt. Lesenswert!

Denn die Vergangenheit holt dich doch ein

Von: Chris Datum: 10. November 2019

Zwischen den Zeilen und Zeiten springt dies Buch hin und her, grandioses Thema mit aktueller Brisanz in Prosa gegossen. Zeitweise zu trivial, jedoch mitreißend und spannend. Das schwere Erbe der diabolischen Nazizeit wird in diesem Buch eindrücklich geschildert, spannend und vielleicht etwas zu zahm, aber absolut lesenswert für alle, die bisher noch wenig Zugang zu diesem Komplex hatten.

Das Erbe

Von: analog 2.0 Datum: 10. November 2019

Um was geht es? Völlig unerwartet erhält Mona einen Brief in dem ihr mitteiltet wird, das ihre Großtante Klara verstorben ist und das sie die Alleinerbin eines Hauses in München und dem dazugehörigen Vermögen ist. Mona weiß nicht recht, warum ausgerechnet sie alles geerbt hat. Die Andeutungen ihrer Großtante, sie werde schon das richtige damit tun, macht die ganze Angelegenheit nur noch mysteriöser. Mona kommt also nach München um sich mit dem Nachlassverwalter ihrer Großtante zu treffen. Dieses Erbe wird ihr leben verändern. Der Stil Mir gefällt der Schreibstil der Autorin Ellen Sandberg sehr gut. Das ist nun schon das dritte Buch das ich von ihr gelesen habe und ich mag es besonders, wie sie sehr geschickt fiktive Figuren in einen Teil der deutschen Geschichte einbaut. “Das Erbe” ist auf mehreren Zeiteben geschrieben. Einmal die aktuellen Geschehnisse um Mona und da Erbe im Sommer 2018. Zum anderen die Zeit um 1938 und die ehemaligen Hausbewohner und Eigentümer. Dieser Schreibstil macht es in meinen Augen möglich, sehr schnell, sehr tief in die Geschichte einzutauchen. Die Figuren Ich finde die Figuren sehr detailliert und abwechslungsreich beschrieben. Mona ist sehr unscheinbar, förmlich die Moral in Person und das ist letztendlich auch der Grund, warum Klara sie als Alleinerbin eingesetzt hat und nicht Monas Mutter. Sie glaubt an das Gute und vor allem an die Gerechtigkeit. Klara hingegen war mir im Grunde sehr sympathisch, legt aber zwischenzeitlich das typische Verhalten vieler Menschen der damaligen Zeit an den Tag. Es gibt natürlich noch unzählige weitere Figuren. Viele davon bedienen das ein oder andere Klischee vollkommen. (Zum Beispiel die Harz-4 Empfängerin die nicht arbeiten mag.) Mich hat “Das Erbe” sehr schnell und den Bann gezogen und ich konnte ich bis zum Schluß nicht beiseite legen. Gerade die Mischung aus Fiktion und Geschichte macht es sehr lesenswert. Im Grunde kennt jeder den großen geschichtlichen Kontext und was folgen muss, aber die Handlung jeder einzelnen Figuren macht das Buch spannend und abwechslungsreich. In meinen Augen hat “Das Erbe” aber auch viele kritische Fragen aufgeworfen. Ist diese Generation moralisch überhaupt noch verpflichtet das Unrecht wieder gutzumachen, das ihre Großeltern oder Urgroßeltern angerichtet haben? Und inwiefern ist das überhaupt noch möglich? Protagonistin Mona hat dazu eine klare Meinung dazu und handelt danach. Ich weiß manchmal nicht, ob ich dieses ganz ohne Vorbehalte teilen kann. Solltet ihr dieses Buch lesen? Unbedingt! Wem das erste Buch “Die Vergessenen” von Ellen Sandberg gefallen hat, wird dieses wegen der ähnlichen Thematik auch gefallen. Es ist spannend, mitreißend und bietet überraschende Wendungen. Ellen Sandberg Neulinge werden die Mischung aus Fiktion und Geschichte mögen und auch die klaren mitreißenden Worte der Autorin. Ein Buch genau nach meinem Geschmack.

Spannende Geschichte

Von: Katja Datum: 09. November 2019

Die Geschichte von Mona, Sabine, Klara und Mirjam ist sehr spannend. Das dunkle Kapitel der deutschen Geschichte wird (zumindest für mich) einmal aus einer anderen Perspektive beleuchtet. Jede der Protagonistinnen erhält genug Zeit in der Geschichte, um sie näher kennenzulernen. Durch die Erzählung aus den wechselnden Perspektiven schließt sich so der Kreis. Gleichzeitg liest sich das Buch dadurch sehr angenehm, wobei es manchmal schwer fällt, es weg zu legen. Leider konnte ich mit den beiden Frauen der aktuellen Zeit wenig anfangen, fand sie zum Teil auch nervig und überzeichnet. Die tut der geschichte jedoch keinen Abbruch, alles im allem würde ich das buch weiterempfehlen.

Sehr empfehlenswert

Von: Monika Datum: 08. November 2019

Das Cover ist sehr schön gestaltet - der Schreibstil ist flüssig und leicht lesbar. Es geht um eine überraschend reiche Erbin, die sich von ihrem Freund trennt und sich mit ihrer Familie überworfen hat. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Ereignissen - der Hitlerzeit - und Jahreszeiten sowie die Beschreibung, wie es zu der Alleinerbin gekommen ist, ist der Autorin sehr gut gelungen. Man kann die Erblasserin sehr gut verstehen, ihr Leben nachvollziehen sowie ihr Testament. Das Buch ist sehr interessant geschrieben und bereitet dem Leser Schwierigkeiten, es aus der Hand zu legen. Jedenfalls ging es mir so, da ich gespannt war, wie die Erbin sich entscheidet. Dieses Buch hätte mehr als 5 Sterne verdient, daher kann ich es sehr empfehlen.

Hast Du schon geerbt oder redet Ihr noch miteinander?

Von: Ines Datum: 04. November 2019

Achtung Spoiler! Mona, in der Sicht einiger Menschen übertriebene Gutmenschin, stellt sich als Hauptfigur des Romans die Frage, ob gravierende Fehler aus der Vergangenheit gutzumachen sind und ob eben doch etwas dagegen einzuwenden ist, dieses Haus zu besitzen. Kurz nach Beginn der Geschichte wird Mona nicht wegen eines gerade angetretenen Erbes geangelt, sondern von Bernd – Lebensgefährte seit zwölf Jahren, Arbeitgeber und Wohnungsgeber in Berlin – verlassen. Er traut sich zu dem Zeitpunkt, die Beziehung zu beenden, weil er gnädiger Weise Mona durch das Erbe als von ihm Verlassene nicht mehr in der Gosse ohne Job und Wohnung endend sieht, und gesteht ihr deshalb die Daueraffäre, die er seit sechs Monaten nebenbei pflegt, der er sich ab jetzt lieber in Vollzeit zuwenden möchte. Das nimmt Mona als Anlass, nach München in die alte Heimat zurückzukehren und sich dort dem Erbe zu widmen. Der Haken bei dem Erbe ist, dass ziemlich fix klar wird, dass 1938 beim Kauf des Hauses vermutlich nicht alles mit sauberen Dingen zugegangen ist. Mona wird von der entfernten Verwandten Klara als Alleinerbin ausgewählt, weil Mona einen moralischen Kompass hat. Im Testament gibt es den Hinweis, dass sie das Richtige mit dem Erbe tun wird. Nur was ist das Richtige und wie findet Mona das heraus? Gibt es nach achtzig Jahren überhaupt das eine Richtige? Sicherlich nicht. Ganz offensichtlich Falsches gibt es dafür reihenweise in den vergangenen achtzig Jahren. So viel kann ich verraten: Die Lösung, die Mona am Ende findet gefällt mir. Sprachlich ist der Roman zuweilen etwas arg seicht. Die sich auftuenden Abgründe sind hingegen alles andere als seicht und bei mancher Wendung habe ich innerlich gezuckt vor Entsetzen, was Menschen tun. Das Buch, das mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt wurde, ist spannend bis zur letzten Seite und ich freue mich jetzt schon auf weitere Bücher, die Ellen Sandberg hoffentlich veröffentlichen wird. Ein Roman für alle, die sich Familiengeschichten und moralisch nicht einwandfrei lösbare Fragen interessieren!

Ein Stück deutsche Geschichte – brisant & erschreckend

Von: Tara Datum: 03. November 2019

In ihrem Buch „Das Erbe“ befasst sich die Autorin Ellen Sandberg wieder einmal mit den Verbrechen aus der NS-Zeit. Die in Berlin lebende Bauzeichnerin Mona Lang beerbt - für sie vollkommen überraschend - ihre Großtante Klara und erhält damit ein großes Mietshaus in München. Zuerst erscheint es ihr als ein unfassbares Glück, aber als sie sich mit der Geschichte des Schwanenhauses beschäftigt, entdeckt sie erschreckende Abgründe in der Vergangenheit ihrer Familie. Der Roman teilt sich in zwei Zeitebenen. Da ist zum einen das Leben von Mona in der Gegenwart und zum anderen die Geschichte von ihrer Großtante Klara in der Vergangenheit um 1938 und die Jahre danach. Man erhält Informationen aus verschiedenen Perspektiven, den größten Teil aus der von Mona und Klara. Dadurch sind die Ereignisse abwechslungsreich und spannend und entfalten einen Sog, der es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Da auch die Geheimnisse nur nach und nach ans Tageslicht gelangen, bleibt es durchgehend bis zum Ende spannend. Die Autorin beschreibt ihre Charaktere detailliert und authentisch. Der Schreibstil ist flüssig und trotz der bedrückenden Ereignisse, die zu Tage kommen, angenehm leicht zu lesen, so dass man recht schnell durch die Seiten kommt. Trotzdem erhält man eine Menge interessante, historische Hintergrundinformationen und man merkt, dass Ellen Sandberg ausgiebig recherchiert haben muss. Die Ereignisse sind erschreckend und man möchte kaum wahrhaben, dass diese Fiktion auf wahren Gegebenheiten beruht. Es ist erschütternd zu lesen, was in der Zeit des Krieges passiert ist und die Autorin hat wieder ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte gut recherchiert in einen spannenden Roman verpackt. Unterhaltsam, Intensiv und spannend, sorgt Ellen Sandberg mit ihrem Buch dafür, dass man diese Ereignisse nicht so schnell wieder vergisst.

Eine Frage der Moral

Von: Harakiri Datum: 03. November 2019

Eine Frage der Moral Mona Lang hat ein Haus geerbt und wähnt sich am Gipfel ihrer Träume. Doch bald merkt sie, dass das Haus ein Geheimnis birgt, dem sie sich nicht verschließen kann und das sie nicht glücklich macht. Ihre Nachforschungen führen sie weit zurück in die Vergangenheit und in eine Familiengeschichte, die sie sich nicht auszumalen gedacht hätte. Wieder ein tolles Buch aus der Feder Ellen Sandbergs. Ich mag sowohl ihre Romane als auch ihre Krimis sehr gerne. Im vorliegenden Band dröselt sie eine Familiengeschichte auf, die ihresgleichen sucht. Als Leser muss man auch genau aufpassen, dass man zwischen den vielen Personen nicht den Anschluss verliert. Anfangs denkt man nie an einen Zusammenhang der beiden parallel laufenden Fäden, doch nach und nach erschließt sich, größtenteils aus alten Briefen, die Mona findet, immer mehr, dass das Haus eine bewegte Vergangenheit hat. Mona ist ein Gutmensch, deshalb treibt sie ihre Moral zu einem unvorstellbaren Schritt und bis zum Ende dachte ich noch, dass es anders ausgehen müsste. Das Ende zweier Personen scheint etwas offen, was aber durchaus eine gelungene Wendung ist. Toll fand ich auch, dass die Autorin ihrem Münchner Kommissar eine kleine Gastrolle zuschreibt. Über den Schreibstil von Ellen Sandberg muss ich nicht viel erwähnen: wie immer sehr anschaulich und mitreißend. Teilweise dieses Mal aber etwas zäh, eben weil man manche Handlungen der Protagonistin so schlecht nachvollziehen kann. Fazit: an einem Tag verschlungen – das sagt doch schon alles!

Ein Stück Geschichte in einem tollen Buch

Von: Leseclau Datum: 03. November 2019

Ganz überraschend erbt Mona ein Haus in München. Sie kannte ihre Tante Klara, die ihr das Haus vererbt hat, kaum und weiß somit auch nicht viel über ihr Leben. Doch immer wieder tauchen im Zusammenhang mit der Erbschaft die Worte „Mona wird das Richtige tun“ auf. Als sie beginnt, beim Aufräumen in alten Unterlagen zu lesen, wird ihr nach und nach klar, was damit gemeint ist. Das Haus gehörte einst der jüdischen Familie Roth. Klaras Vater hat es während des Kriegs scheinbar sehr günstig gekauft. Mona versucht herauszufinden, was mit der Familie Roth passiert ist. Schließlich war Klara mit der Tochter der Roths eng befreundet. Je mehr Mona in das Familiengeheimnis eindringt, desto größer werden ihre Fragen. Gehört ihr eigentlich das Haus oder müsste es nicht eigentlich den Nchfahren der Familie Roth gehören? Gleichzeitig erfahren in Hamburg die Geschwister Sabine und Charly, dass ihr Vater adoptiert wurde. Sie beginnen auf sehr unterschiedliche Weise nachzuforschen, was in ihrer Familie geschehen ist. Das Buch hat mich vollständig in den Bann gezogen. Die Charaktere sind absolut nachvollziehbar gestaltet. Man spürt das Herzblut, das in die Geschichte gesteckt wurde und ist schnell mitten im Geschehen. Gegen Ende wurde es mir ein bisschen zu viel Moral. Das Dilemma, in dem Mona steckt, wird sehr ausführlich und immer wieder aufgerufen, was meines Erachtens in der Häufigkeit nicht notwendig ist. Auf jeden Fall werde ich die anderen Bücher von Ellen Sandberg lesen. Ob da wohl auch Kommissar Dühnfort einen Auftritt hat?

Unterhaltsam

Von: Michael Maaß Datum: 02. November 2019

*Spoiler* Das Buch bringt einen schon im ersten Kapitel direkt in die Handlung rein. Die Protagonistin Mona, die von ihrem langjährigen Lebensgefährten abwertend als Gutmensch betitelt wird, erbt ein Haus in München, das Millionen schwer ist. Zuerst klingt alles wie im Traum, doch schon bald muss Mona lernen, dass es doch nicht so einfach ist, wie es zu Anfang den Anschein hat. Als sie beginnt sich mit der Geschichte des Hauses auseinanderzusetzen, weiß sie nicht mehr, ob es tatsächlich ein Traumhaus ist oder eher ein Alptraum. Abwechselnd liest man zu Beginn von Mona, die 2018 ihr Erbe antritt und Klara, die 1938 in eben jenem Hause lebte und die Jugendverfolgung gnadenlos miterlebte. Doch nach den ersten 50 Seiten taucht plötzlich eine Sabine auf. Zuerst weiß man nicht richtig, wie sie in diese Geschichte passt, lebt sie doch in Hamburg und hat scheinbar mit Klara und Mona nicht zu tun. Erst während des weiteren Lesen laufen alle Erzählstränge der Gegenwart und der Vergangenheit zusammen und ergeben eine spannende und tragische Geschichte, die sich durchaus so in der NS-Zeit zugetragen haben könnte. Der Roman ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben. Dadurch war es zu Beginn etwas schwierig, sich in die Figuren direkt hineinzuversetzen. Man fühlte sich lange als außenstehender Beobachter. Insgesamt ist der Roman flüssig geschrieben und hat eine gute Erzählsprache. Die Handlung geht geradlinig voran. Man spürt mit jedem Kapitel, dass man dem Geheimnis um das Schwanenhaus näherkommt. Dennoch waren mir manche Handlungen stellenweise zu ausführlich beschrieben. Es interessierte mich nicht so brennend, wo Mona essen geht oder was sie ist, oder was sie alles auf dem Markt einkauft oder welche Kleidung sie trägt oder wie sie Weihnachten verbringt. Das hat meiner Meinung nach nur unwesentlich zur Handlung beigetragen und hätte vom Lektorat gekürzt werden können. Auch ihr moralisches Dilemma hinsichtlich des Erbes wird mehr als einmal sehr ausführlich dargelegt. Natürlich ist es nachvollziehbar, doch hätte ein paar Zeilen weniger dafür gereicht. Ähnliches gilt für Sabine. Sie bezeichnet sich selbst als Hartzer und scheint sich damit arrangiert zu haben. Gleichzeitig ist sie mit ihrem Leben aber unzufrieden. Sie träumt von einem besseren Leben, von mehr Geld. Ernsthaft dafür etwas tun, will sie aber nicht. Im Gegenteil sie schaut auf ihre Tochter herab, die jeden Tag zur Arbeit geht und Dinge tut, die eigentlich ganz normal sind: Kochen, Plätzchen backen, pünktlich sein… In jedem Kapitel, das aus Sabines Sicht geschrieben ist, wiederholt sich ihr Gejammer und ihr unausstehlicher Charakter kommt zum Vorschein. Mona selbst ist ein Gutmensch, jemand der einen „moralischen Kompass“ hat und anderen helfen möchte. Manchmal erschien sie einem zu gut. Ich glaube in dem ganzen Buch hat sie nicht einmal etwas aus reinem Eigennutz getan. Es fällt mir schwer zu glauben, dass es solche Menschen tatsächlich geben soll. Oft schon wurde sie wegen ihrer Gutgläubigkeit ausgenutzt und dennoch lernt sie nicht dazu. Sie gibt den Leuten eine zweite Chance, auch wenn sie diese nicht verdient haben. Die Quittung dafür bekommt sie prompt. In diesem Sinne ist Mona eher ein schwacher Charakter. Erst ganz am Ende zieht sie ihre Konsequenzen. Klara bleibt das ganze Buch hindurch eher unscheinbar. Man erfährt durch sie, wie sich die Dinge zugetragen haben, aber wirklich etwas über sie erfährt man nicht. Zumindest hat sie bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Insgesamt handelt es sich um einen unterhaltsamen Roman, der einen die Schrecken der NS-Zeit nicht vergessen lässt, aber auch daran erinnert, dass es nicht nur schlechte Menschen gab. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er mit diesem Erbe umgeht und seine Zukunft nach besten Wissen und Gewissen gestalten.

Eine Hommage an alle Gutmenschen

Von: Biggi Schuhwerk Datum: 02. November 2019

Ich habe schon sehr viele Bücher über den zweiten Weltkrieg, den Holocaust und die Nachkriegszeit gelesen. Dieses Buch allerdings beschreibt ein Thema, mit dem ich mich noch nicht auseinandergesetzt habe. Was passiert, wenn Erben ehemaliger enteigneter Juden ihren Rechtsanspruch geltend machen? Die Autorin hat sich darüber Gedanken gemacht und einen wunderbaren Roman darüber verfasst. Sie schreibt in zwei Zeiten. Eine Frau im Jahr 2018 macht eine unerwartete Erbschaft.... gleichzeitig wird der Leser in die Jahre 1938-1949 zurückversetzt und Zeuge der Reichskristallnacht und ihren verheerenden Folgen. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe somit nur die Empfehlung: unbedingt lesen !!!

sehr gutes Buch

Von: kati Datum: 01. November 2019

das Buch "das Erbe" ist ein sehr gutes Buch.Habe es in 2 Tagen gelesen. In diesem Buch geht es um Neid,Hass,Gier und Verrat. Auch die Zeitsprünge fand ich sehr gelungen. Ich werde mir die anderen Bücher von Ellen Sandberg auch kaufen.

Gute Unterhaltung

Von: Susanne Datum: 01. November 2019

Auch wenn mir der Schreibstil nicht gut gefallen hat, hat mich die Geschichte gepackt. Es geht um Familie, Freundschaft, Beziehungen und Geheimnisse. Durch die unterschiedlichen Zeitebenen bekommt die Geschichte einen zusätzlichen Reiz. Durchaus lesenswertes Buch obwohl ich mir sprachlich manchmal mehr Raffinesse gewünscht hätte.

Ein absolutes Muss! Packend, erschütternd, aufwühlend

Von: Qultur-HH Datum: 01. November 2019

Mit „Das Erbe“ liefert Ellen Sandberg (das Pseudonym der Münchner Autorin Inge Löhnig) erneut eine spannende, aufwühlende Familiengeschichte, die sich mit den Naziverbrechen, wie wir mit dieser Vergangenheit umgehen und dementsprechend auch mit Moral beschäftigt. Zur Story: Mona Lang erbt unerwartet von ihrer Großtante das „Schwanenhaus“, einen Prachtbau in München-Schwabing. Über Nacht Millionärin – ein Traum. Doch hat Tante Klara Mona das Haus mit dem Zusatz vermacht, dass sie „das Richtige tun“ werde. Nur, was ist das Richtige? Mona beginnt zu forschen. Je tiefer sie gräbt, desto mehr scheinen sich die Gräueltaten und Schikanen der Nazis gegenüber Juden mit dem Schwanenhaus zu verbinden. Zur gleichen zeit findet eine andere Frau in Hamburg heraus, dass sich um ihre Großmutter und ihren Vater ein Geheimnis rankt … Bereits in „Die Vergessenen“ hat Ellen Sandberg bewiesen, dass sie es meisterlich beherrscht, die NS-Verbrechen mit der heutigen Zeit zu verweben und zu einer dichten, verwinkelten, spannenden und erschütternden Geschichte zu weben. Ebenso dicht und packend hat sie „Das Erbe“ konstruiert: Eine Geschichte, die einen nicht mehr loslässt, so aufwühlend ist sie. Besonders, weil es sich so zugetragen haben könnte. Weil es Tausende Fälle gibt, die so oder ähnlich tatsächlich passiert sind. Weil die Autorin mit Briefen und Zeitsprüngen arbeitet. Und weil das Buch die Frage aufwirft, wie man selbst mit so einer Verantwortung, mit der grausamen Vergangenheit, umgehen würde. Nicht nur lesenswert, sondern geradezu ein Muss!

Packender Roman

Von: Isabella F Datum: 29. October 2019

Das Buch beschreibt das Leben von Mona, sie ist eine gestandene Frau, die plötzlich alles von einer entfernten Verwandten erbt. Aufregend geht es los und mit jeder weiteren Seite wird man immer mehr in den Bann des Buches gezogen. Mona kann sich über ein stattliches Erbe freuen, doch nach und nach kommt raus dass sich viel tiefere Abgründe auftun. Das Buch lässt sich flüssig hintereinander weg lesen lassen, ich konnte gar nicht mehr aufhören. Auch die Sicht in der geschrieben wird und wer alles eingebunden wird, reist einen vom Hocker. Alles ist perfekt abgestimmt und gut recherchiert. Alles in allem ein wunderbarer Roman um sich im Winter mit einer Decke einzukuscheln und das Buch zu genießen.

Sehr empfehlenswert

Von: Doreen F. Datum: 29. October 2019

Ein wunderbares Buch. Liest sich schnell und flüssig. An keiner Stelle langweilig, dank flüssigem Erzähltempo. Ich habe auch nur einen kleinen Rechtschreib-, bzw. Wortfehler entdeckt.

Wirklich mitreißend...

Von: Pia Datum: 28. October 2019

Ein toller Roman der zum einen im 2. Weltkrieg und zum anderen in der Gegenwart spielt. Ich werde keine Inhaltsangabe verfassen sondern nur meine Meinung zum Buch kundtun: Super spannender Roman der einen mitreißt und nicht mehr losläßt. Ich habe ihn in zwei Tagen verschlungen. Ein toller Schreibstil der Autorin, der sich einfach flüssig lesen lässt. Detailverliebt aber nicht langatmig oder langweilig. Ich werde jetzt noch andere Romane dieser Autorin suchen. Toll gemacht.

Geldgier deluxe

Von: Daniela Datum: 18. April 2020

„Das Erbe“ ist nach „Die Vergessenen“ und „Der Verrat“ bereits der dritte Roman, den Inge Löhnig unter dem Pseudonym Ellen Sandberg schreibt. Sowohl die Romane als auch die Krimis sind für mich meistens ein Garant, dass ich fünf Sterne vergeben werde. Auch bei dieser neuen Veröffentlichung war ich schon nach wenigen Seiten mitten im Geschehen. Erzählt werden zunächst einmal drei Handlungsstränge. Sabine ist eine Person, die jedes Vorurteil gegenüber Hartz IV Beziehern erfüllt. Arbeit hält sie finanziell für unrentabel. Wenn sie einen neuen Kühlschrank braucht, stellt sie einfach einen Antrag beim Amt. Sie träumt gerne von teuren Kreuzfahrten und Luxuswagen. Als sie auf Ungereimtheiten in ihrem Stammbaum stößt, wittert sie eine Chance um an Geld zukommen. Ein komplett gegensätzlicher Charakter ist Mona. Sie ist rücksichtsvoll und hilfsbereit. Jederzeit versucht sie sozial Schwächere zu unterstützen. Von ihrer Familie wird sie gnadenlos gemobbt und ausgenutzt. Als sie eine überraschende Erbschaft macht und plötzlich zur Millionärin wird, kann sie sich vor Schmarotzern kaum noch retten. Parallel dazu erfahren wir noch die Geschichte von Monas Tante Klara, die in den 30er Jahren eine jüdische Schulfreundin hatte. Verrat und Lügen nehmen ihren Lauf und sollen Klara ihr ganzes Leben lang begleiten. Von Zwangsenteignungen und Denunziationen hat man schon öfters gelesen, trotzdem ist das Unrecht, dass der Familie Roth angetan wurde, nicht weniger ungeheuerlich. Ellen Sandberg verstrickt sehr geschickt die Schicksale mehrerer Familien über Generationen hinweg. Dafür verdient sie mein volles Lob. Wir reden hier nicht nur von zwei Personen. Es geht um eine Vielzahl von Menschen. Neben den erwähnten Charakteren spielen auch noch Sabines Oma, ihr Vater und Monas neue Bekanntschaft Tim eine Rolle. Ich fand es wirklich faszinierend, wie sich all das im Verlauf der Handlung zu einem großen Ganzen zusammengefügt hat. Man konsumiert hier nicht nur, sondern das Hirn wird aktiv beim Lesen gefordert. An manchen Stellen habe ich sogar nochmal zurückgeblättert um Abschnitte ein weiteres Mal zu lesen. „Das Erbe“ regt in jedem Fall zum Nachdenken an. Wie würde man sich selber in einer solchen Situation verhalten? Ich konnte Monas Zerrissenheit gut nachempfinden. Es gab jedoch eine Sache, die mich so sehr gestört hat, dass ich letztendlich deswegen einen Stern abgezogen habe. Bis auf Monas Freunde sind alle Charaktere einfach nur furchtbar. Damit meine ich nicht nur unsympathisch, denn die Personen sind allesamt dermaßen geldgierige Raffzähne, dass man nur die Hand vor Augen schlagen kann. Mir hat es wirklich leid getan, wie Mona permanent ausgenutzt wurde und wie skrupellos und selbstverständlich diese Menschen große Mengen Geld von ihr fordern. Ich fand die Häufung dieser materiell eingestellten Personen sowie die Darstellung der Hartz IV Empfänger schon sehr überspitzt und schubladenmäßig. Gleichzeitig könnte ich mir auch vorstellen, dass mit diesen Charakterisierungen der Gesellschaft ein wenig der Spiegel vors Gesicht gehalten werden soll. Ein nettes Easter-Egg war, dass auch Kommissar Dühnfort einen kurzen Gastauftritt hatte. Zusammenfassend kann ich sagen, dass auch dies wieder ein sehr fesselnder Roman war, auch wenn er nicht ganz an seine Vorgänger herankommt. Ich halte die Autorin für sehr talentiert und bin gespannt, was sie sich als nächstes einfallen lässt.

Das Erbe

Von: Barbara Diehl Datum: 27. January 2020

Mona Lang ist ziemlich erstaunt, als sie eines morgens ein Einschreiben vom Amtsgericht erhält. Es geht um die Nachlasssache Klara Benedicte Hacker, die im Alter von 94 Jahren in München verstorben ist. Mona hat ihre „Tante Klara“ (die eigentlich eine Großcousine ihrer Mutter ist), beim 70. Geburtstag ihres Vaters vor 4 Jahren zum letzten Mal gesehen und der Kontakt zwischen den Beiden war nie sehr eng. Umso erstaunlicher, dass Klara ausgerechnet sie, Mona, zu ihrer Alleinerbin bestimmt hat. Bei einem Termin mit dem Nachlassverwalter erfährt Mona dann, um was genau es sich bei ihrem Erbe handelt: Eine Villa in München, aufgrund eines Schwanenpaares, welches sich am Giebel des Jugendstilhauses befindet, „Schwanenhaus“ genannt – 12 Wohnungen auf 4 Etagen plus eine Gewerbefläche -, ein ziemlich wertvolles Gemälde von Corinth und ein gut gefülltes Rücklagenkonto. Mona ist von jetzt auf gleich eine reiche Frau. In Zusammenhang mit dem Erbe des Hauses gibt es 2 Aussagen, die Mona in große Verwirrung stürzen. Tante Klara sagte gegenüber dem Nachlassverwalter „Mona wird das Richtige damit tun“ und Monas Mutter ließ in einem Streit mit Mona den Satz fallen „Na, dann viel Spaß mit diesem Erbe. Es wird dir keine Freude machen. Ausgerechnet Dir nicht“. Beim Räumen in Klaras Schränken fallen Mona dann auch noch Briefe in die Hände, die von einer gewissen Mirjam Roth, der Tochter des früheren Hausbesitzers Jakob Roth, geschrieben wurden und nun fängt Mona an, die Geschichte des Hauses und seiner früheren Bewohner zu recherchieren. Wird sie das Ergebnis ihrer Recherchen dazu bewegen, „das Richtige“ zu tun?? „Das Erbe“ ist der 3. Spannungsroman der Krimi-Autorin Inge Löhnig, geschrieben unter ihrem Pseudonym Ellen Sandberg. Wie auch schon in „Die Vergessenen“ greift die Autorin erneut das Thema Nationalsozialismus auf. Dieses Mal geht es um die Arisierung, die Verfolgung und Enteignung der Juden, aber auch um die spätere Rückgabe, Entschädigung oder Rückerstattung dieser Vermögenswerte an eventuelle Nachkommen. Der Roman wird auf 2 verschiedenen Zeitebenen, jedoch aus der Sicht von 3 Personen erzählt. Zum einen erfährt der Leser die Geschichte von Klara Hacker und ihrer Familie sowie der Familie Jakob in den Jahren 1938 und nachfolgend, zum anderen wird im Hier und Jetzt die Geschichte von Mona und ihrem millionenschweren Erbe erzählt, aber auch die von Sabine, die in einem Tagebuch ihrer Großmutter einen Hinweis darauf findet, dass eine ihr nahestehende Person nicht die ist, die sie zu sein scheint. Ich muss gestehen, ich rolle schon mit den Augen, wenn die Hauptprotagonistin mal wieder vor den Scherben ihrer Beziehung steht, weil gefühlt jedes Buch so beginnt, so auch hier. Mona lebt mit ihrem Lebensgefährten Bernd, der gleichzeitig ihr Arbeitgeber ist, in Berlin. Sie arbeitet in Bernds Büro als Bauzeichnerin und ihre Beziehung ist in den letzten Wochen/Monaten irgendwie aus dem Ruder gelaufen. Da kommt ihm das Erbe von Mona gerade recht, um sie aus seinem Leben zu werfen, denn er hat sich – schon vor einiger Zeit – ein eine andere Frau verliebt. Mona, die eigentlich gebürtige Münchnerin ist, mit Bernd aber seit Jahren in Berlin lebte, zieht also erst mal in die Wohnung von Tante Klara, die sich im 4. Stock des Schwanenhauses befindet, um sich mit dem Erbe zu befassen, aber auch um räumliche Distanz zwischen sich und ihr altes Leben zu bringen. Bekanntermaßen findet sich ja immer die Verwandtschaft ein, sobald man über mehr finanzielle Mittel verfolgt als üblich, so auch hier ….. die Schwester, die Mutter, der Bruder, der Ex …. sie alle melden sich und möchten ein Stück vom Kuchen haben. In diesem Zusammenhang findet Mona dann auch noch für sich selbst heraus, warum sie sich schon immer als Außenseiterin in ihrer eigenen Familie gefühlt hat; ungeliebt, ungewollt, fremd. Natürlich lernt sie dann auch noch einen anderen Mann kennen: Tim Jablonski. Ob es Zufall ist oder Kalkül, dass Tim und Mona sich kennenlernen, ergibt sich aus der weiteren Geschichte. Und dann treten zu guter Letzt noch Sabine und ihre Familie auf den Plan. Hier bedient die Autorin jedes Klischees, dass man irgendwo finden kann. Hartz IV-Empfänger, träumen vom großen Geld durch Lottogewinn, arbeiten schwarz …. Sabine erfährt per Zufall, dass sie wahrscheinlich jüdische Wurzeln hat und dann wird alles daran gesetzt herauszufinden, ob ihnen nicht auch ein Stück von Monas Reichtum zustehen könnte; vielleicht sogar ja alles. Einzig der Hausverwalter, Oliver Sander, scheint keine Spielchen mit Mona zu spielen. Der Erzählstrang der Gegenwart ist für mich in vielen Teilen etwas überzogen. Es interessiert mich sehr, wie Mona letztendlich herausfindet, welche Geschichte das Haus birgt und auf welche Weise es in den Besitz ihrer Tante Klara gekommen ist. Die Querelen mit Monas Familie und alles um Sabine und ihre Familie, war mir stellenweise viel zu viel. Die Geschichte um das Schwanenhaus nahm 1938 seinen Anfang. Das Haus gehört zu diesem Zeitpunkt der jüdischen Familie Roth. Im Zuge der Arisierung wollten diese, gemeinsam mit ihrer Tochter Mirjam, schnellstmöglichst nach Amerika auswandern und so wurde zwischen Ernst-Friedrich Hacker, seines Zeichens Staatsanwalt, und Jakob Roth ein Vertrag über den Verkauf des Hauses geschlossen. Das Schicksal der Roths wird dem Leser in den Erzählungen aus Klaras Sicht aber auch aus den Briefen von Mirjam Roth näher gebracht. Ging hier damals alles mit rechten Dingen zu oder hat E.-F. Hacker J. Roth eventuell übers Ohr gehauen? Hat jemand anderer als Mona ein Recht auf dieses Haus? Die einzelnen Puzzleteile, die sich aus den Recherchen von Mona und Sabine ergeben sowie die Erzählungen von Klara und die Briefe von Mirjam ergeben am Ende ein komplettes Bild, was sich damals im Nazi-Deutschland abgespielt hat und welches Geheimnis sich um den Verkauf bzw. den Besitz des Schwanenhauses rankt. Wie auch schon in den vorhergehenden Büchern, ist der Schreibstil der Autorin angenehm zu lesen. Alle Charaktere wurden gut angelegt und beschrieben, trotzdem konnte ich keine wirkliche Beziehung zu einem der Protagonisten aufbauen. Das Buch umfasst 512 Seiten, die es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte, um ein gutes Buch zu werden. Auf viele Beschreibungen bei Mona und Sabine hätte gut und gerne verzichtet werden können. Manches war zwar für die Geschichte selbst wichtig, aber manches – meiner Meinung nach – eben auch nicht. Mich interessiert das Thema des Buches und auch wenn ich „Das Erbe“ nicht als das beste Buch von Ellen Sandberg betrachte, hat die Autorin hier wieder ein sehr brisantes Thema unserer deutschen Vergangenheit angepackt und gut in eine fiktive Geschichte verpackt - die sich wahrscheinlich tausend-/millionenfach so abgespielt hat……. Ich danke an dieser Stelle der Autorin, dem Penguin-Verlag und dem Randomhouse Bloggerportal für die Überlassung des Leseexemplares als eBook.

Wieder ein toller Roman!

Von: Janine Gimbel Datum: 18. January 2020

München, 2018: Als Mona einen Brief erhält, ist sie verwundert. Sie soll etwas von ihrer Tante, die sie kaum kannte, geerbt haben. Bestimmt ein schickes Schmuckstück, vielleicht sogar das wertvolle Gemälde aus Klaras Besitz. Doch Mona wird überrascht, denn Klara hat ihr das komplette Schwanenhaus mit mehreren Mietsparteien und ihrer eigenen Wohnung vermacht. Den ganzen Schmuck, das Gemälde und ein volles Bankkonto gibt es kostenlos oben drauf. Das kann nur für Ärger suchen, denn Monas Mutter, zu der sie kein gutes Verhältnis hat, war an dem Gemälde interessiert. Doch welches Geheimnis verbirgt das Haus wirklich? München, 1938: Die 14-jährige Klara lebt mit ihrer Familie in einer schicken Mietswohnung im Schwanenhaus. Es gehört einem reichen Juden namens Roth und dieser sieht sich per Gesetz gezwungen, sein Hab und Gut abzugeben. Klaras Vater sieht seine Chance. Doch dann werden die Roths verhaftet und Klara bangt um die Zukunft ihrer Freundin Mirjam, der Tochter der Roths. Kurzerhand zwingt sie ihre Eltern, Mirjam bei sich aufzunehmen. Doch die Ruhe hält nicht lange an … Parallel zu diesen beiden Handlungssträngen behandelt „Das Erbe“ noch einen weiteren Schauplatz, an dem eine Frau namens Sabine ihre Vergangenheit recherchiert, denn ihre Oma ist ins Pflegeheim gezogen und möchte, dass ein bestimmtes handgeschriebenes Heft mit in ihr Grab gelegt oder augenblicklich vernichtet wird. Auf keinen Fall dürfe es in die Hände ihres Ehemanns gelangen. Nun, der ist schon einige Jahre tot, doch Sabines Neugier ist geweckt, welches Geheimnis ihre Oma so lange gewahrt hat. Unter ihrem Pseudonym Ellen Sandberg schreibt Inge Löhnig regelmäßig verzweigte Familiengeschichten, in denen ein Geheimnis das nächste jagt. Diese lese ist stets mit Begeisterung, „Die Vergessenen“ war 2017 sogar mein Jahreshighlight. Auch in ihrem neusten Roman entwirft sie ein großes Bild. Mona mit ihrem Erbe, die glaubt, das Schwanenhaus sei seinen rechtmäßigen Besitzern geraubt, denn Klaras Vater war zu Nazizeiten ein wichtiger Anwalt. Sabine auf der Suche nach ihrer wahren Identität. Und Mona lernt sogar noch einen Mann kennen, der seine Großmutter sucht, die kurz nach dem Krieg spurlos verschwunden sei. Dass diese Geschichten alle eine Verbindung haben, weiß man als regelmäßige/r Ellen Sandberg/Inge Löhning-Leserin natürlich längt. Bis sich diese Verbindung offenbart, dauert es einige Zeit, die gefüllt ist mit spannendem Lesevergnügen mit versierter Schreibe und einem Händchen für gelungene Kapitelwechsel, immer dann wenn es besonders interessant ist. Ungefähr zur Hälfte des Romans werden viele Geheimnisse gelüftet, das macht die Geschichte aber nicht minder spannend. Neue Probleme und Fragen kommen auf und wollen gelöst werden. Was ist das Richtige? Was soll Mona tun? „Das Erbe“ ist ein toll zu lesender Roman, der mit seinen vielen Offenbarungen immer wieder für spannende Momente sucht. Wieder mal ein klasse Werk aus der Feder von Ellen Sandberg!

Spannende Geschichte mit vielen Geheimnissen

Von: Kathj Datum: 16. January 2020

Ich mochte den Schreibstil der Autorin von Anfang an. Sie bringt die Probleme der damaligen Kriegszeit gut rüber, schafft dies aber auch bei der heutigen Sicht. Ihre Sätze sind einfach gehalten und nicht zu lang gewählt. Ellen hat mit den Figuren in dem Buch ganz normale Menschen geschaffen, denen man gerne begegnen möchte. Ebenfalls hat sie sehr gut recherchiert, was wie ich finde bei so einem Thema sehr wichtig ist. Das Erbe hat mich positiv überrascht. Eigentlich lese ich Bücher dieses Genre eher selten, doch diese Geschichte hat mich echt vom Hocker gerissen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Musste ich doch mal aufhören, erwischte ich meine Gedanken dabei wie sie immer bei der Geschichte waren. Von vornherein schaffte es die Autorin eine gewisse Spannung aufzubauen und gerade wegen den drei Perspektiven ging die Handlung stetig voran und wurde nie langweilig. Besonders toll fand ich, dass sich die drei Perspektiven immer mehr miteinander verwoben haben. Dadurch hatte man irgendwann einen gewissen „aha" Moment während des Lesens. Die Geheimnisse die die Geschichte nach und nach aufdeckte waren manches mal ziemlich schockierend. Besonders gut fand ich hierbei das Geheimnisse, dass sich in Claras Wohnung befand und dies schon viele Jahre lang. Fazit: Das Buch ist spannend und komplex. Die Autorin führt den Leser der Geschichte gut in das Thema ein und man kommt nicht mehr los. Das Buch hat es verdient gelesen zu werden und bekommt von mir eine klare Leseempfehlung

Eins der besten Hörbücher die ich 2019 gehört habe

Von: Uwe Datum: 20. November 2019

Es ist eine eindrucksvolle Familiengeschichte, voller Argwohn. Das Flair von München wird eindrucksvoll geschildert und auch die Zeit der Judenverfolgung wird plastisch dargestellt. Ich habe „Das Erbe“ von Ellen Sandberg als Hörbuch gehört. 7 Tage habe ich für die gekürzte Fassung von immerhin 10 Std. und 55 Min. gebraucht. Mir ist gar nicht aufgefallen, dass es etwas gekürzt wurde. Es ist sehr kurzweilig und auch sehr spannend. An einem Tag hatte ich 4 Stunden an einem Stück gehört. Es gibt 4 Erzählstränge. Vor jedem Kapitel wird angesagt, um wen es geht und in welcher Zeit es spielt. Das finde ich super. Mona ist ein ‚Gutmensch‘. Deshalb erbt sie von ihrer Tante Klara auch ein Mehrfamilienhaus. Das ruft natürlich Neid und Missgunst in ihrer Familie hervor. Zunächst ist sie begeistert von ihrem neuen Leben als reiche Hausbesitzerin. Doch eine Bemerkung ihrer Mutter über die Vergangenheit des Hauses lässt sie aufhorchen und sie begibt sich auf die Suche nach den wahren Erben des Hauses. Und nicht nur danach forscht sie, sondern sie hat sich auch schon immer gefragt, warum sie in ihrer Familie als Außenseiterin behandelt wird. Diese zwei Geheimnisse werden im Laufe der Erzählung gelüftet. Gleichzeitig findet Sabine in Hamburg heraus, dass ihr Vater nicht der leibliche Sohn ihrer Oma ist. Sie begibt sich auf die Suche nach ihren wahren Vorfahren. Ich denke damit nicht zu verraten, dass die beiden Fäden irgendwann zusammenlaufen. Denn das ist schnell abzusehen. Zum Ende wird es dann auch noch recht dramatisch. Es gibt einige Action. Das hätte ich so, gar nicht erwartet. Normalerweise sollte meiner Meinung nach bei weiblichen Hauptrollen auch eine Frau lesen. Es liest aber Thomas M. Meinhardt und er macht es sehr gut. Die weichen Betonungen in seiner Stimme passen genau. Ich höre ihm gerne zu. Für dieses Hörvergnügen gebe ich 5 Sterne und spreche eine klare Hörempfehlung aus. Es ist eines der besten Hörbücher, das ich 2019 gehört habe. Das Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar von der Hörverlag zur Verfügung gestellt. Dafür vielen Dank.