Sophie Villard

Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück

Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück Blick ins Buch

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Paris 1937: Die rebellische Erbin Peggy Guggenheim genießt ihr Leben in der schillernden Künstlerbohème, eine glamouröse Abendgesellschaft folgt auf die nächste. Doch Peggy hat einen Traum. Sie will ihre eigene Galerie eröffnen und endlich unabhängig sein. Da verliebt sie sich in einen hochgewachsenen Schriftsteller mit strahlenden Augen: Samuel Beckett. Aber ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Peggys Traum lässt sich nur im fernen London verwirklichen, weit weg von Beckett. Und auch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf: Der Krieg zwingt zahlreiche Künstler zur Flucht aus Europa. Peggy hilft vielen von ihnen dabei – und begibt sich und ihre Liebe in große Gefahr ...

Die rebellische Kunstmäzenin

Von: Kathrin N. Datum: 26. February 2021

Peggy Guggenheim genießt als reiche Erbin und Unterstützerin einiger Künstler das schillernde Leben der Vorkriegsjahre des Zweiten Weltkriegs in Paris. Ihren Traum, eine eigene Galerie zu eröffnen, erfüllt sie sich in London, während Freunde und Liebhaber weiterhin in Paris weilen und in Deutschland stetig eine politische Katastrophe heranwächst... Die deutsche Autorin Sophie Villard hat mit ihrem Roman über die bekannte Kunstsammlerin ein lesenswertes, weil informatives wie unterhaltsames Werk geschaffen. Sie spickt das abwechslungsreiche, unbeschwerte Luxusleben ihrer Romanfigur mit Fakten der wirklichen Peggy Guggenheim, u.a. entnommen aus deren Autobiografie „Ich habe alles gelebt“ (Bastei Lübbe), so dass ich zu keiner Zeit Langeweile beim Lesen empfand. Man sollte vermutlich ein wenig Literatur- und Kunstaffinität besitzen ;) denn das Buch ist gespickt mit bekannten Namen der Kunstszene dieser Zeit. Ich fand es extrem spannend, mit wem Peggy Guggenheim verkehrte und wen sie unterstützte. Mit ihrem authentischen Schreibstil fühlte ich mich beim Lesen in das lockere und gleichzeitig rebellische Leben der Bohéme zurückversetzt. Gekonnt wechselt Sophie Villard nach und nach in eine spannungsgeladene Phase, als ihrer Protagonistin bewußt wird, dass sie nicht nur ihre Freunde, sondern auch ihre Familie und sich selbst vor dem Naziwahn retten muss. Gleichzeitig blitzt immer wieder die Hoffnung auf, was sich dann im letzten Teil des Romans, der in den USA spielt, widerspiegelt. Dabei ist Peggy Guggenheims Geschichte ja noch gar nicht zu Ende erzählt! Ich muss zugeben, nur zu gern würde ich einen zweiten Teil des Romans aus der Feder von Sophie Villard lesen und erfahren, wie sie die Rückkehr der Kunstsammlerin nach Europa darstellt. Auf jeden Fall hat mich der vorliegende Roman gefesselt – mit Höhen und Tiefen, die der Geschichte an sich geschuldet sind – aber niemals hatte ich das Gefühl, Seiten überfliegen oder gar überblättern zu wollen. Ein Wort zum Cover: Hier hätte ich mir weniger Mainstream gewünscht! Mehr „Peggy Guggenheim“ mit ihrer Rebellion zum Standardwerk! Denn das Cover ist meines Erachtens auswechselbar – die „rot gekleidete Frau geht vom Betrachter weg“ hat man in diversen Varianten einfach schon zu oft gesehen... schade!

Spannende Einblick in das Leben von Peggy Guggenheim

Von: Sarahs Bücherregal Datum: 17. January 2021

Peggy Guggenheim war eine leidenschaftliche Kunstliebhaberin und -sammlerin. Als Sie 1938 ihre eigene Galerie in London eröffnet, ist es ihr Ziel, moderne Kunst zu fördern und für viele Menschen zugänglich zu machen. Doch es sind schwierige Zeiten in Europa und so muss Peggy schon bald neue Prioritäten setzen. Nach einem Sommer in Frankreich befindet sich ganz Europa schließlich im Krieg und sie muss versuchen, mit ihrer Familie in den USA auszureisen. Doch ihr Ziel verliert sie nie aus den Augen und so rettet sie mit ihrer Familie unzählige moderne Kunstschätze vor dem Krieg und den Nazis nach Amerika, so dass sie noch heute ein breites Publikum in verschiedenen Museen erfreuen können. Sophie Villards Roman wirkt im Titel ein wenig sehr romantisch, „Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück“ klang eher nach einem Liebesroman als nach einer fiktionalen Biographie mit dem Schwerpunkt auf der Kunstsammlung dieser bemerkenswerten Frau. Zwar spielt auch ihr Liebesleben eine Rolle, ihre gescheiterte Ehe, ihre Liebe zu Samuel Beckett und ihre Affäre mit Yves Tanguy, doch hauptsächlich zeigt das Buch eine starke, unabhängige Frau, die ihre Ziele nie aus den Augen verliert und bereit ist, etwas zu riskieren, wenn es sich ihrer Meinung nach lohnt. Dabei ist sie zwar manchmal auch etwas leichtsinnig, doch die Kraft und Hingabe, die Sophie Villards Peggy ausstrahlt, hat mich begeistert. Der ganze Roman ist sehr spannend und bewegend, die Autorin konzentriert sich ganz auf einen kleinen Ausschnitt von Peggy Guggenheims Leben und kann diesen den Leserinnen und Lesern großartig nahe bringen. Mir hat „Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück“ sehr gut gefallen, die Lektüre hat nicht nur viel Freude gemacht sondern auch einen spannenden Einblick in die moderne Kunstszene zu Beginn des zweiten Weltkriegs in Frankreich und London geliefert. Wer Lust hat, sich von einer starken und faszinierenden Frauenfigur mitreißen zu lassen, sollte Sophie Villards Buch über Peggy Guggenheim auf jeden Fall lesen.

Unterhaltsamer Künstlerroman

Von: Iris Schneider Datum: 06. January 2021

Peggy Guggenheim war eine faszinierende Frau, die sehr zielstrebig und rebellisch in einer außergewöhnlichen Zeit ihren Willen und Traum durchsetzt. Sie ist eine Pionierin und rettet Künstler und ihre Werke vor einem grausamen Schicksal. Man bekommt durch die lebendige Beschreibung der Autorin einen außergewöhnlichen belebenden Blick auf diese lebendige und voller Liebe steckenden Frau, die eine große Kunstmäzenin war. Der Roman hat mich sehr gut unterhalten und war eine wunderbare Reise in die Künstlerzeit der Surrealisten, um Peggy Guggenheim näher kennenzulernen.

Ein gelungenes Buch

Von: Anja Datum: 21. December 2020

Das Buch erschien im August 2020 im Penguin Verlag. Sophie Villard ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Autorin. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Dresden. Es ist mein erstes Buch, welches von Peggy Guggenheim handelt. Der Roman ist in drei Zeitabschnitte eingeteilt; 1937-1939, 1939-1941 und 1941-1942. Der Leser reist mit Peggy Guggenheim in die Zeit des 2. Weltkrieges, der auch an Peggy nicht vorbei ging. Wir lernen Peggy Guggenheim im Jahre 1937 kennen. Sie ist geschieden, hat zwei Kinder und ist in Paris sehr bekannt und auch beliebt. Viele berühmte Künstler wie zum Beispiel Marcel Duchamp gehören zu ihrem Freundeskreis. Sie hat Affären und verliebt sich, meiner Meinung nach, immer in die falschen Männer. Das große Liebesglück bleibt in diesem Roman aus. Peggy Guggenheim‘s Leben dreht sich um die Kunst. Sie sammelt Kunstwerke und eröffnet eine Galerie in London, allerdings mit mäßigen Erfolg. Während des 2. Weltkrieges kauft sie Künstlern deren Kunstwerke ab und hilft ihnen somit finanziell. Im Roman wird sie als äußerst großzügig dargestellt, da sie nicht nur die Bilder kauft sondern auch einigen Freunden das Leben finanziert. Der Roman endet mit der Eröffnung ihrer Galerie „Art of this Century“. Ich hätte gerne noch weitergelesen, wie ihr Leben weiterging. Peggy Guggenheim wird in dem Roman als sehr unabhängige Frau präsentiert, was mir sehr gut gefallen hat. Sie hatte ein Gespür für Kunst und hat ihre Ideen umgesetzt, egal was die anderen dazu sagten. Das Buch gibt einen sehr interessanten Einblick in die damalige Künstlerszene. Ich hatte am Anfang ein paar Schwierigkeiten mit dem Buch. Ich habe mit Kunst an sich nicht viel zu tun und viele der genannten Künstler waren mir unbekannt, da bin ich immer mal durcheinander gekommen. Zudem hätte ich die Dreiteilung des Romans nicht gebraucht, das fand ich sogar eher etwas störend. Trotz der kleinen Kritikpunkte fand ich den Roman sehr interessant und gelungen. Das Leben von Peggy Guggenheim wurde gut recherchiert. Der Schreibstil war sehr angenehm. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

Ein Muss für Kunstliebhaber*innen und solche die es werden wollen

Von: Laura Datum: 18. December 2020

In diesem Buch geht es um das Leben von Peggy Guggenheim. Genauer um die Zeitspanne von 1937 bis 1941. Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt und wird aus der Erzähler-Perspektive berichtet. Der Schreibstil ist sehr informativ gehalten, lässt sich aber trotzdem fließend lesen. Man lernt im Buch sehr viele Künstler kennen. die Geschichte spielt zum Teil in Paris, teils London und teils in Amerika. Der Leser verfolgt Peggy auf ihrem Weg, wie sie versucht ihren Traum von der eigenen Galerie zu realisieren. Ich persönlich kannte die Geschichte von Peggy Guggenheim und ihr Leben im Vorfeld schon. Das Buch befasst sich mit Liebe, der Künstler Bohème und dem Krieg, mehr erzähle ich euch nicht zum Inhalt, um etwas Spannung aufrecht zu erhalten. Ihr Leben und ihre Taten haben einige wichtige Künstler der Moderne maßgeblich beeinflusst. Für Kunstinteressierte ist das Buch eine absolut Leseempfehlung. Selbst für Kunstbanausen ist es eine gute Möglichkeit einen kleinen Einblick in diese Welt zu erhaschen. Die Autorin hat versucht so nah wie möglich an der Realität zu bleiben, wobei sie sich auf die Autobiografie von Peggy Guggenheim bezieht. Natürlich ist es nicht 100 Prozent möglich nachzuvollziehen, wie die Künstler und die Hauptprotagonistin charakterlich waren. Ich bin eine Kunstliebhaberin und habe auch ein Abitur mit dem Schwerpunkt bildende Künste absolviert. Zu jedem Künstler, der genannt wurde und zu jedem Kunstwerk, hatte ich ein Bild im Kopf. Dies ist auch ein Grund, wieso mir das Buch so lebhaft vorkam. Für Menschen, ohne großes Kunstinteresse oder Kunstwissen, könnte sich das Buch etwas schwerfälliger lesen lassen. Ich persönlich hätte mir noch einen tieferen Einblick in den Charakter von Peggy Guggenheim gewünscht. Mit dem Nachwort der Autorin habe ich aber verstanden, dass dies schwer möglich war. Insgesamt gebe ich dem Buch als Kunstliebhaber 5 von 5 Sternen.

Moderne Kunst, Paris, London, New York – eine Frau, ein Leben, eine einzig wahre Liebe

Von: Becks Datum: 15. December 2020

Ich habe dieses Buch unheimlich gerne gelesen. Es hat mich mitgenommen auf eine Reise in die Kunstwelt der 30er Jahre. Eine fasznierende Frau in einer Zeit des Umbruchs. Nicht nur auf der politischen Ebene, sondern auch im Bereich der Kunst, sei es Malerei, Skultpturen, Fotografie, Bücher. Auf das Buch aufmerksam geworden, bin ich durch den Titel. Der Name Guggenheim klingt schon sehr vielversprechend. Außerdem hatte ich gehofft, durch das Buch mehr über die Künstler und Künstlerinnen und überhaupt die ganze Artszene zu erfahren. Gleichzeitig hatte ich aber auch Angst, dass dies alles in einem hoffnungslos kitschigen Hintergrund passieren würde. Aber zum Glück weit gefehlt. Peggys Suche ist informativ, amüsant und so gut durchdacht, dass sie süchtig macht. So ist Sophie Villard ein richtig guter Pageturner gelungen. Ich habe die Kunstszene aus dem Inneren heraus kennengelernt, Insider-Informationen erhalten und mir ein Wissen aneigenen können, dass ich so lesbar verpackt wohl in keiner anderen Fachlektüre erhalten hätte. Natürlich ist – wie Villard im Nachwort auch schreibt – nicht alles wortwörtlich so geschehen, wie sie es schreibt. Dennoch ist der Kern der Geschichte wahr. Die Künstler und Künstlerinnen haben exisitert, die Freundschaften geknüpft und die Kunst in Europa in Gefahr. Manchmal kam es mir ein wenig wie Name-Dropping vor, Man-Ray, Samuel Beckett, Max Ernst, aber dann musste ich mir in Erinnerung rufen, dass Peggy Guggenheim in der Welt der High Society verkehrte und es daher zum guten Ton gehörte, sich mit Kunst auszukennen. Die Leserinnen lernen Peggy in Paris kennen. In dieser Stadt fühlt sie sich zugehörig. Dort fühlt sie sich zu Hause. Um Geld zu verdienen und die moderne Kunst zu fördern, setzt sie sich in den Kopf, eine Galerie aufzumachen. Doch nicht in Paris. Nein. Dafür ist die Stadt ihrer Meinung nicht geeignet, sondern in London. So reist sie zwischen Paris und London hin und her, führt ihre Galerie, trifft sich mit vielversprechenden neuen Künstlern und Künstlerinnen. Sie verliebt sich in Samuel Beckett, den jungen, aufstrebenden Schriftsteller. Doch obwohl zwischen den beiden ein unzertrennliches Band besteht, bricht er ihr das Herz. Was hätte zu einer triefenden Herzschmerzgeschichte werden können, zeugt einfach nur davon, wie stark, selbstständig und zielstrebig Peggy war. Doch was überall dem Glück und der Zufriedenheit schwebt, ist die Bedrohung aus Nazi-Deutschland. Wie schon gesagt, hatte ich Angst, dass der Roman sehr kitschig und verweichlicht sein könnte. Das hat zum einen mit dem vollständigen Titel als auch mit dem Cover zu tun. Aber Peggy träumt nicht nur vom Glück. Sie setzt auch alles daran, ihre Träume wahr werden zu lassen. Das bewundere ich sehr und hat mich ein Stück weit inspiriert. Wenn mich das Titelbild am Anfang abgeschreckt, sehe ich nun eine fantastische, zielstrebige Frau, die ihren Weg geht. Sophie Villard hat ein tolles Buch mit einer wunderschönen Sprache geschaffen. Da dieser Roman die 1930er Jahre behandelt, habe ich die Hoffnung, dass es noch einen oder mehrere Nachfolger geben wird, die die nächsten Jahrzehnte behandeln.

[Rezension] Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück

Von: Ninespo Datum: 19. November 2020

Das Lesejahr 2020 steht ganz im Zeichen starker Protagonistinnen, die ihr Leben im Sinne der Kunst und Liebe lebten. Die neueste Dame in meiner Reihe ist Peggy Guggenheim. Wir mir der Roman um die Kunstmäzenin Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück gefiel, liest du hier: Peggy Guggenheims Name dürfe jedem ein Begriff sein – ihr Kunstmuseum ist weltbekannt. So ging es zumindest mir vor der Lektüre. Welche Rolle diese bemerkenswerte Frau in der jüngeren Kunstgeschichte einnimmt, wusste ich nicht. Zum Glück konnte der Roman diese Lücke schließen. Und das auch noch mit viel Charme und Liebe zum Detail. Darum hat mir Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück so sehr gefallen Was mich so sehr vom Roman überzeugt, ist die Darstellung von Peggy Guggenheim als Person. Als Tochter einer einflussreichen amerikanischen Familie ruht sie sich weder auf ihrem Familiennamen aus, noch auf den Einfluss ihrer Männer. Sie geht mutig und unbeirrbar ihren Weg, um sich selbst zu positionieren und ihren Platz zu finden. Und gerade in der Kunstszene der 19030er bis 1940er Jahre, die eine wahre Männerdomäne sind, ist dies absolut bewundernswert. Sie wird als geschäftstüchtige femme fatale dargestellt, die mit Verstand und viel Sachverständnis die Kunstwelt beeinflusst. Besonders deutlich zum Tragen kommt ihr Durchhaltevermögen, das an mehreren Stellen extrem auf die Probe gestellt wird. Ihr Mut zeigt sich in der Rettung wichtiger Kunstwerke aus Europa, die im Zuge des Naziregimes auch in ihrer Wahlheimat Frankreich als entartet diffamiert wurden. Statt sich selbst frühzeitig in Sicherheit zu bringen, harrt sie im kriegsgebeutelten Europa aus und setzt ihren Einfluss ein, um Künstler und Kunstwerke in die Staaten zu bringen. Sophie Villard schafft es als Autorin, Peggy Guggenheim so lebensecht darzustellen, dass ich das Gefühl hatte, mit ihr zu sprechen. Im Rahmen der biografischen Eckpunkte hat sie einen fesselnden Roman erschaffen, der mir gut gefallen hat. Ihre Sprache ist angenehm und sehr flüssig zu lesen. Was ich sehr mochte: Das Je-ne-sais-quoi der Pariser schwingt auf jeder Seite mit und verleiht dem Roman ein eigenes Flair. Ich danke dem Penguin Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück.

Ein Leben für die Kunst

Von: Alexandra Graßler Datum: 17. November 2020

Vielleicht ist Dir das Guggenheim-Museum in Amerika ein Begriff? Peggy Guggenheim lebte in den 30er Jahren in Paris. Und ihre Geschichte bis zu Beginn und Anfang des Krieges hat die Autorin Sophie Villard in einem wunderschönen biographischen Roman nachgezeichnet. Peggy Guggenheim war ein Mensch der für Kunst gelebt hat. Sie unterstützte zahlreiche Künstler, und machte sich daran eine eigene Kunstgalerie in London zu eröffnen. Das war nicht einfach und auch der beginnende Krieg hat ihr viele Steine in den Weg gelegt. Was dieses Buch “Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück” für mich so dermaßen faszinierend gemacht hat, ist, dass man hier einer Frau begegnet die mit Herzblut und allem was sie hat für Künstler einsteht. Sie hat unglaublich vielen von ihnen geholfen ihre Kunstwerke aus diesen schrecklichen Kriegszeiten nach Übersee zu retten und auch das Leben von vielen Künstlern, indem sie finanziell unterstützt hat und die Ausreise ermöglicht hat. Privat war sie ein Mensch der, nach ihrer langjährigen Ehe, gerne Liebschaften mit Künstlern eingegangen ist. Sie war z.b. mit Samuel Beckett liiert oder auch mit Max Ernst dem deutschen Künstler, dessen Kunst von den Nazis als entartet deklariert wurde. Es ist ein Stück Zeitgeschichte das hier geschrieben wurde. Ich habe mich regelrecht fest gelesen und konnte gar nicht aufhören. Ja es ist eine Roman Biografie, die sich aber sehr an das wahre Leben und die Ereignisse hält. Außerdem führt sie uns wieder mal vor Augen, dass wir nicht vergessen dürfen was in den 30er und 40er Jahren politisch bei uns geschehen ist. Eine absolute Leseempfehlung für dieses Buch. Und dafür muss man sich nicht mal für Kunst interessieren :)

Liebe und Kunst

Von: Lesesofa Allgäu Datum: 15. November 2020

Peggy Guggenheim der Name war mir schon vor diesem Buch geläufig und ich erinnere mich an einen Besuch in der Peggy Guggenheim Collection in Venedig. Die junge und unsichere Erbin Peggy Guggenheim kommt in den 20er Jahren nach Paris und genießt ihr Leben und Lieben in der schillernden Künsterboheme. Hier fühlt sie sich endlich frei und angekommen. Paris ist die Kunst und Literaturhauptstadt in Europa. Das Buch umfasst ihre Leben in Zeitraum von 1937 – 1941 in Paris und London. Einen sich schleichend veränderndes Europa das für jüdische Menschen und Intellektuelle immer gefährlicher wird. Peggy ignoriert die Vorzeichen und lebt ein schillerndes Leben in Paris. Vielen Männer wie der Schriftsteller Samuel Beckett oder der Maler Yves Tanguy lieben sie. Die Rolle der Frau in der Kunst als Hausfrau und Muse möchte sie nicht einnehmen. Die rebellische Erbin eröffnet die Galerie „Guggenheim Jeune“ in London mit dem Ziel moderner Kunst eine Bühne zu geben Vassily Kandinsky, Picasso, Yves Tanguy und viele anderen moderne Künstler stellen ihr aus und erhalten so erstmalig die Möglichkeit im spießigen England der 30 Jahre ihre Werke zu zeigen. Peggy möchte ihre Kunst anders präsentieren. Das Feilschen und Verkaufen liegt ihr nicht. Jahre später wird sie in einem Interview gesteht, wie sehr sie das Verkaufen in ihren Galerien in London und später in New York gehasst hat. Sie hätte liebe alle Werke selbst behalten. In London reift der Plan in ihr ein Museum für Moderne Kunst zu eröffnen. Doch als dunklen Wolken über Europa aufziehen. Und auch ihr langsam klar wird das sich das Leben in alle umfassend ändern wird, reift in ihr ein Plan wie sie ihren Teil zur Rettung „entartete Kunst“ und der Künstler beizutragen kann. Sie fährt nach Paris und kauf jeden Tag ein Bild. Oft muss sie das Bett nicht einmal verlassen. Die Künstler wie Salvador Dali kommen direkt zu ihr. Nachdem die Deutschen Belgien überrennen wir ihr bewusst, dass sie mit ihren Kunstwerken retten muss. Der Louvre weigert sich die Bilder und Skulpturen zu sichern. Diese Art von Kunst ist es nicht wert gerettet zu werden…. Die 444 Seiten gehen viel zu schnell vorbei und für Peggy diese kluge Frau mit dem übergroßen Herzen empfindet man von Anfang an Sympathie. Ein großartiges Buch und wer mehr wissen möchte dem Empfehle ich den Film von 2015 – Peggy Guggenheim – Ein Leben für die Kunst.

Hier ist noch ein wenig Luft nach oben ...

Von: Isabel (engi) Datum: 13. October 2020

Fast zeitgleich erscheinen nicht nur einer sondern gleich zwei Romane über die wohl bekannteste Kunstsammlerin der Neuzeit: Peggy Guggenheim. Klar hatte ich schon mal von dem bekannten Guggenheim Museum gehört aber ganz ehrlich, Peggy selbst war mir bis dato noch recht unbekannt. Diesen Mangel sollten nun die beiden Neuerscheinungen zu ihrer Person ausmerzen. Gesagt, getan, besorgte ich mir „Peggy Guggenheim“ einer deutschen Autorin, die unter ihrem Pseudonym Sophie Villard diesen biografischen Roman veröffentlichte. Sie hat die Geschichte in drei Teile aufgeteilt, was mir ausgesprochen gut gefallen hat, denn diese sind ausnahmsweise mal chronologisch und springen nicht – wie so oft in der heutigen Literatur – im Wechsel mal in die Vergangenheit und dann zurück in die Gegenwart. Im ersten Teil treten wir ein in ihre Londoner Galerie „Guggenheim Jeune“ und lernen interessante Persönlichkeiten, wie z. B. den Autor James Joyce nebst Gattin Nina und vor allem auch den Schriftsteller Samuel Beckett kennen, der ihr den Kopf verdreht. Ihre kurze, dafür aber umso heftigere Affäre war nicht die erste und sicher nicht letzte in ihrem bewegten Leben. Weiter geht es im mittleren Teil, der die Jahre 1939 bis 1941 umfasst und ihr Leben aus der Bahn wirft. Der Krieg ist in Europa ausgebrochen und so macht sie Ernst und verlässt das Land, um in Amerika nochmals durchzustarten. Mit Ex-Mann und den gemeinsamen Kindern Sindbad und Pegeen überquert sie den Atlantik. Auch Max Ernst wagt diesen Schritt und wird schon bald von ihr unterstützt nicht nur mit Geld, sondern auch viel Liebe. Im letzten Teil, der die Jahre 1941 und 1942 abdeckt, schmiedet sie Pläne, setzt diese in die Tat um und heiratet ihren geliebten Max Ernst. Sie geht in ihrer Kunstwelt auf, doch die wahre Liebe wird ihr verwehrt bleiben. Mit angenehmem, informativen Schreibstil versucht die Autorin Peggy Guggenheim in Szene zu setzen. Man kommt beim Lesen nicht umhin das Buch doch des Öfteren aus der Hand zu legen, um einfach noch ein bisschen tiefer zu recherchieren. So ganz warm wurde ich dennoch nicht mit der Dame, mir kam sie ein wenig zu oberflächlich rüber, womit ich ihr vielleicht auch unrecht tue. Ich werde mein Wissen jedenfalls noch etwas vertiefen und vergebe für dieses Buch solide vier von fünf Sternen.

Ein wundervoller biographischer Roman über eine bemerkenswerte Frau

Von: JKHuegel Datum: 20. September 2020

Klappentext: Paris 1937: Die rebellische Erbin Peggy Guggenheim genießt ihr Leben in der schillernden Künstlerbohème, eine glamouröse Abendgesellschaft folgt auf die nächste. Doch Peggy hat einen Traum. Sie will ihre eigene Galerie eröffnen und endlich unabhängig sein. Da verliebt sie sich in einen hochgewachsenen Schriftsteller mit strahlenden Augen: Samuel Beckett. Aber ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Peggys Traum lässt sich nur im fernen London verwirklichen, weit weg von Beckett. Und auch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf: Der Krieg zwingt zahlreiche Künstler zur Flucht aus Europa. Peggy hilft vielen von ihnen dabei – und begibt sich und ihre Liebe in große Gefahr ... Long: 1937 ist Peggy Guggenheim fast 40 und geschieden. Für die damals doch so traditionelle Zeit eher ungewöhnlich, ersinnt Peggy sich ein neues Lebensziel. Durch ihren Exmann Laurence und die bekannten Familie, der sie entstammt, hat sie einige FreundInnen in der KünstlerInnenszene und schwärmt selbst sehr für Kunst. Kurzerhand gründet sie eine Galerie in London, während sie eine Affäre mit dem deutlich jüngeren Schriftsteller Samuel Beckett unterhält... Dieses Buch hat mich umgehauen. Mit ihrem wundervoll leichten und prägnanten Schreibstil gelingt es der Autorin ein umfassendes und verständliches Bild von Peggy Guggenheim zu erschaffen. Mir ist klar geworden, wie charakterstark und intelligent diese Frau war, während sie sich gleichzeitig versuchte zwischen Liebe, Karriere und ihren Kindern aufzuteilen. Während des Lesens griff ich immer wieder zum Internet, um mehr über Peggy Guggenheim und weitere Personen und KünstlerInnen zu erfahren. Und tatsächlich hat sich so auch mein Interesse an dieser Szene geöffnet. Auch spannend war, dass ich nun einmal eine ganz neue Perspektive auf den zweiten Weltkriegs und der Nazizeit bekam. In vielen Büchern werden die HeldInnen und Charaktere meistens sehr anteilig an den Geschehnissen beschrieben. Die Ignoranz Peggys und der französischen KünstlerInnen-Elite war nun eine neue Sicht auf die Dinge, die mir vieles sehr verständlich gemacht hat. Short: Ein wundervoller biographischer Roman, über eine viel zu unterschätzte Frau, mit viel Charakter und Temperament. Besonders Lesenswert auf Grundlage dessen, mehr über starke Frauen der Geschichte zu erfahren. 5/5 ⭐️

DiE Biografie der Peggy Guggenheim und ihrer Zeit

Von: HEIDIZ Datum: 14. September 2020

Die Künstlerbohème Peggy Guggenheim genießt ihr Leben. Wir befinden uns im Paris des Jahres 1937. Sie nimmt an glamourösen Gesellschaften teil und hat einen Traum. Sie möchte ihre eigene Galerie eröffnen und unabhängig sein. Dann lernt sie Samuel Beckett kennen und verliebt sich in ihn. Die Eröffnung einer Galerie ist aber nur in London möglich, und Beckett wäre soooo weit weg. Dann ist da noch der beginnende Krieg, viele Künstler fliehen aus Europa ... Peggy verhilft vielen von ihnen zur Flucht und bringt sich damit in Gefahr. Das Buch ist in drei Teile gegliedert und diese jeweils in Kapitel. Es liest sich extrem authentisch und lebendig. Es ist sehr gut zu begreifen, wie Peggys Leben sich entwickelte, ihr Traum, die Liebe, der Krieg .... Ich habe die Geschichte mit Begeisterung gelesen. Sie hat mich fasziniert, und ich fand es gut, dass der historische Hintergrund gut zur Geltung kam, weil er schließlich viel zum Verlauf des Lebens der Peggy Guggenheim beigetragen hat. Die Autorin hat es geschafft, die dreißiger und vierziger Jahre in der Stadt Paris lebendig werden zu lassen. Man konnte in die Welt der Künstlerbohème eintauchen und die guten und schlechten Zeiten literarisch erleben. Alles in allem hat mir dieses Buch extrem gut gefallen. Es ist flüssig zu lesen und fesselt, ich konnte es kaum aus der Hand legen. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben in ihrer Entwicklung und ihrem Sein und die Szenen sind lebendig und detailliert geschildert, ohne ausschweifend zu sein. Zu 100 Prozent gelungen diese Romanbiografie !!!

Etwas Kunst...

Von: niwibo Datum: 11. September 2020

Peggy hilft vielen von ihnen dabei - und begibt sich und ihre Liebe in große Gefahr... Auch wenn es sich um einen Roman handelt, die deutsche Autorin, die hier unter dem Pseudonym Sophie Villard schreibt, hält sich sehr eng an die Biographie der Kunstsammlerin. Die kurzen Kapitel, in welchen man immer wieder auf neue, bekannte Künstler trifft, und der flüssige Schreibstil machen das Buch zu einem spritzigen Lesevergnügen. "Es dreht sich alles um Kunst und Liebe" Dieses Zitat von Peggy Guggenheim beschreibt ihr Leben zu 100%. Der Roman beginnt Weihnachten 1937 in Paris auf einer Abendveranstaltung. Hier lernt die frisch geschiedene Peggy den in sich gekehrten Samuel Beckett kennen, den späteren Literaturnobelpreisträger. Sie beginnen eine Affäre, in der sie Samuel von ihren Plänen erzählt, eine kleine Galerie, nämlich die Guggenheim Jeune, in London zu eröffnen. Die Galerie läuft jedoch, wie auch ihre Liebesbeziehung zu Sam Beckett, mehr schlecht als recht. Die Kunstsammler sind nicht so recht an moderner Kunst von Kandinsky, Max Ernst oder Yves Tanguy interessiert. Und Sam braucht eine Frau, die ganz sein Leben lebt, ihn umhegt und versorgt. Dazu ist die taffe Peggy nicht bereit, denn sie ist der Meinung, im Leben einer Frau sollte nicht der Mann die einzige Rolle spielen. Hinzu kommt in der Bevölkerung die Angst vor einem erneuten Krieg. So beschließt Peggy nach einem Jahr die Galerie zu schließen und ein Museum für die breite Bevölkerung zu eröffnen. Allerdings wird dies durch den Einmarsch der Deutschen in Polen verhindert. Als der Krieg sich verhärtet, verschifft sie ihre Kunstwerke verpackt mit Pfannen und Töpfen, in Bettlaken eingewickelt über den großen Teich in die USA. Auch vielen befreundeten Künstler verhilft sie zur Flucht vor den Nazis. Das Buch endet mit der Eröffnung ihres Museum 1942 in Manhattan, New York, dem Art of this Century. In dem Buch schlendert der Leser mit Peggy durch Paris, schreitet mit ihr durchs regennasse London, lernt dabei jede Menge interessante Künstler kennen und taucht hinein in die Schrecken des 2. Weltkriegs. Für mich 5 ★★★★★

Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück

Von: MarySophie Datum: 10. September 2020

Handlung: Paris 1937 Peggy Guggenheim hat zwei Wünsche: sie möchte ein unabhängiges Leben führen und ihre eigene Galerie eröffnen. Zahlreiche Kontakte zur Künstlerbohème hat sie bereits und von vielen ihrer Freunde wird ihr Hilfe zugesichert. Und obwohl Peggy sich eigentlich vollkommen auf ihre Karriere konzentrieren wollte, tritt in diesem Moment Samuel Beckett in ihr Leben. Doch eine gemeinsame Zukunft scheint aussichtslos, denn für die Verwirklichung ihres Traums muss Peggy nach London ziehen. Die Galerie läuft schließlich nicht so an, wie Peggy es sich gewünscht hätte und die politische Situation in Europa ändert sich immer mehr. Bis schließlich der Krieg ausbricht und nicht nur vielen Künstlern, sondern auch Peggy zur Gefahr wird. Peggy hilft wo sie kann, doch schließlich muss auch sie sich mit ihrer Liebe in große Gefahr begeben... Meinung: Ich mag das Cover. Es haut mich nicht um, ich habe schon oft ähnliches gesehen, doch es gefällt mir. Besonders gelungen finde ich die roten Details (Schriftfarbe, Kleid der Dame, Buchrücken), sowie den leicht verblassten und dadurch entstehenden nostalgischen Effekt. Es ist einfach stimmig und ergibt ein harmonisches Bild. Im Hintergrund ist ein niedlicher Park mit kleinen Tischen zu sehen, dahinter befinden sich wunderschöne, alte Gebäude, die viel Aura haben und dem Cover noch mehr Klasse geben. Als Blickfang dient eine Dame, mit tiefschwarzen Haaren, die stolz und mit aufrechter Haltung von dem Leser weggeht. Ich verbinde mit ihr Peggy Guggenheim, vor allem wegen der Haare, aber auch wegen der Zielstrebigkeit, die die Person ausstrahlt. Insgesamt also ein schönes Bild, welches mir in einer Buchhandlung auf jeden Fall aufgefallen wäre. Erstmals gesehen habe ich den Roman bei Instagram oder im Internet. Ich kann mich gar nicht mehr entsinnen, auf jeden Fall fand ich die Inhaltsangabe direkt interessant und das Buch wanderte auf meine Wunschliste. Ich wollte einfach gerne mehr über Peggy Guggenheim erfahren, von der ich bisher tatsächlich noch nie etwas gehört habe. Ihre berühmte Familie, allen voran die Geschichte von Benjamin Guggenheim ist mir bekannt und auch von den Guggenheim-Musseen habe ich gehört und Bilder gesehen. Doch Peggy war mir unbekannt. Und da ich Geschichten über starke Frauen liebe, musste ich das Buch lesen! Freundlicherweise wurde mir der Roman vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt, wofür ich mich auch hier noch einmal ganz herzlich bedanken möchte. Ich bin selbst davon überrascht, wie schnell ich den Roman ausgelesen hatte. Lediglich drei Tage habe ich für die knapp 450 Seiten gebraucht, weil ich oft wissen wollte, wie die Geschichte von Peggy weitergehen wird und welche Begegnungen sie erleben wird, inwiefern der Kriegsverlauf auf sie und ihre Lieben Einfluss haben wird. Ich habe das Buch lange Zeit richtig gern in die Hand genommen und war von ihr als Person, als auch von der schillernden Bohèmewelt sehr fasziniert. Aber auch der Schreibstil hat dazu beigetragen, dass ich immer weiterlesen wollte. Ich fand die Sprache hatte durchaus ihren Anspruch und war trotzdem sehr gut und locker zu lesen. Es gibt ganz wunderbare Beschreibungen von Ortschaften und Gebäuden, zudem mochte ich es, wie viele bekannte Künstler auftreten und wie man diese kennenlernt. Ein jeder hat Eigenarten bekommen und sich dadurch von den anderen abgehoben! Es findet eine Unterteilung in drei Teile statt, die jeweils noch in Kapitel gegliedert werden. Jeder Teil widmet sich einer bestimmten Zeit in Peggys Leben und es wurde nicht nur mit wenigen Worten die kommende Handlung gekonnt zusammengefasst, sondern auch die Handlungszeit wurde angegeben. Teil eins und zwei konnten mich vollkommen überzeugen, sie hatten eine besondere Dynamik, die mein Interesse immer weiter angefacht hat. Es war Spannung vorhanden und ich mochte die ganzen Begegnungen mit den Künstlern, sowie die traumhaften Darstellungen von Frankreich und England. Leider muss ich sagen, dass mir genau das im dritten Teil gefehlt hat. Irgendwie war die Spannung verpufft, die Luft war ein bisschen raus und mich hat die Handlung nicht mehr so gefesselt wie anfangs, als die Szenen in Europa stattfanden. Ich finde, auch Peggy hat , zurück in ihrer Heimat, ein wenig von ihrer Energie eingebüßt und selbst die Szenen, in denen zahlreiche Künstler und Schriftsteller zusammenkommen, haben ein wenig ihren Charme verloren. Den Kapiteln vorangestellt ist immer die Straße, sowie das Datum oder der Monat der folgenden Handlung. Auf diese Weise kann man sich immer schnell und einfach ein Bild davon machen, wie viel Zeit seit dem Beginn der Handlung vergangen ist, um wie viele Jahre die Protagonisten mittlerweile gealtert sind oder wie weit der Krieg fortgeschritten ist. Fand ich sehr sehr hilfreich und ich habe es sehr begrüßt, dass es diese Details gibt, was ich ja immer gerne bei Romanen mag! Am Ende des Roman findet sich noch ein ganz wunderbares Nachwort, in dem nicht nur erklärt wird, weshalb dieser Roman entstanden ist, sondern man erhält auch Informationen darüber, was mit vielen der bekannten Künstlern, die erwähnt werden oder persönlich auftreten, passiert. Wann sie sterben, manchmal werden noch einige Worte zur weiteren Schaffensphase verloren. Es entsteht dadurch ein rundes Bild und man muss nicht zwingend danach im Internet nachschauen, wie das weitere Schicksal der Personen aussieht. Ich habe viele Personen danach trotzdem gegoogelt, einfach um zu schauen, inwieweit sich mein Bild von ihnen von dem tatsächlichen Aussehen der Künstler abhebt. Ich finde es ganz bemerkenswert, wie viele bekannte Persönlichkeiten die Autorin in ihrem Roman auftreten lässt und welche Eigenarten sie ihnen verpasst. Keiner gleicht dem anderen und ein jeder hebt sich durch bestimmte Merkmale voneinander ab. Fand ich richtig gut und ich mag es, wie sie nur an den passenden Stellen auftauchen und Peggy dabei stets im Vordergrund bleibt. Trotz der Vielzahl an Personen hatte ich nie Probleme damit, sie auseinanderzuhalten oder wiederzuerkennen. Vielleicht wäre es aber trotzdem ganz angebracht gewesen, dem Roman ein Personenverzeichnis zur Seite zu stellen, damit Verwechslungen von vorn hinein ausgeschlossen werden. Und man hätte sich am Ende noch einmal vor Augen führen können, wie viele berühmte Persönlichkeiten man gerade getroffen hat:) Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Peggy nicht immer komplett sympathisch fand. Ab und an war mir ihre Art zu forsch und ich hatte häufiger das Gefühl, als würde sie ihre Entscheidungen nicht richtig abwägen. Jede kleine Idee will sofort verwirklicht werden, ohne das sie vorher richtig darüber nachdenkt und mögliche Schwierigkeiten beachtet. In dieser Hinsicht war mir Peggy zu impulsiv und nicht hinterfragend genug. Zudem kam für mich nicht der Charme ihrer Figur herüber, ich habe nie recht verstanden, was ihre Freunde und Bekannte an ihr geschätzt haben und weshalb sie menschlich von vielen auf eine so große Stufe gestellt wurde. Obwohl es allerhand Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt gab, war es mir zu wenig und ich hatte oft das Gefühl, als würde Peggy nie ihr wahres Ich zeigen, sondern immer eine Maske tragen. Mir hat sie insgesamt zu wenige Facetten gezeigt. Trotzdem bewundere ich sie, nicht nur für ihr künstlerisches Gespür, sondern auch für ihre Taten im Zweiten Weltkrieg. Hier zeigte sich ihr Mut und ihr besonderes Denken, was Peggy auszeichnet und einzigartig macht. Darüber hätte ich gerne noch mehr gelesen! Ich finde nicht, dass der Roman eine sonderlich große Stimmung ausgestrahlt hat. An keiner Stelle kam für mich große Trauer oder Freude durch und meist wurde die Handlung recht nüchtern erzählt. Viele Emotionen sind eigentlich an keiner Stelle herausgekommen und ich konnte nie mit den Protagonisten mitleiden, mitfiebern oder mich mitfreuen. Dadurch konnte ich leider auch nicht so einen Draht zu den Personen aufbauen, wie ich es gern gehabt hätte. Es gibt einige Handlungsorte, die alle mit vielen bildreichen Worten beschrieben sind und eine unglaubliche Atmosphäre verströmt haben. Unterschiedliche Landschaften werden genaustens beschrieben und vieles konnte ich mir sehr gut vorstellen. Trotzdem habe ich zwei Orte, wo mir die Handlung am besten gefallen hat und wo die Stimmung und der Charakter der Stadt am besten getroffen wurden. Dabei handelt es sich um Paris und London, ich habe diese zwei Örtlichkeiten sehr gemocht. Es hat dort einfach alles gepasst und ich muss auch sagen, dass in diesen Städten die Handlung für mich am interessantesten und abwechslungsreichsten war. Immer wieder werden auch historische Ereignisse in den Roman eingebunden. Diese drehen sich vor allem um den Zweiten Weltkrieg und die Folgen für die Bevölkerung, aber auch für die Menschen, die fliehen müssen und für die ein Leben in Europa zu unsicher und gefährlich ist. So wird die Handlung immer wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht und die Geschichte erhält viel Wahrheitsgehalt. Fazit: Wie man aus meinen bisherigen Worten herauslesen konnte, hat mir der Roman von Sophie Villard gut gefallen, ich wurde gut unterhalten, fand die Handlung meist interessant und recht spannend und ich habe eine wunderbar starke Frau kennenlernen können. Viele Aspekte des Romans haben mein Wohlwollen erregt und mich froh gemacht, das Buch gelesen zu haben. Leider habe ich kleine Kritikpunkte, die ich bereits ausführlich erörtert habe und auf die ich jetzt nicht weiter eingehen werde. Für diese werde ich gesamt einen Punkt bei meiner Bewertung abziehen. Ansonsten kann ich den Roman auf jeden Fall empfehlen, er beherbergt eine spannende Geschichte über eine besondere Frau und kann mit vielen interessanten Künstlern aufwarten, was einen tollen Einblick in die schillernde Bohèmewelt liefert!

Peggy Guggenheim - eine starke Frau

Von: Colleen Datum: 08. September 2020

Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück von Sophie Villard schmeißt einen in das Leben von Paris 1937 und begleitet Peggy Guggenheim in ihrem Leben von 1937 bis 1942. Wer Peggy Guggenhem nicht kennt, sie war eine bekannte Kunstsammlerin der modernen Kunst und hat einige bedeutende Kunstwerke vor dem Krieg beschützt und nach Amerika verschifft. Sie war eine starke und unabhängige Frau, ein Satz in dem Roman beschreibt ihr Lebensmotto sehr gut: „Im Leben einer Frau sollte nicht der Mann die einzige Rolle spielen. Sie sollte ein Ziel haben, ein Bedürfnis, das ihr ureigenes ist“. Und dem kann ich nur zustimmen. Sophie Villard hat sie wieder zum Leben gebracht und der Mix aus Roman und Biographie ist sehr interessant. Ich muss zugeben, zuvor habe ich noch nie so einen Mix gelesen, aber würde es sofort wieder tun. Auch andere Künstler wurden weiterhin charakterisiert wie Max Ernst, Marcel Duchamp, James Joyce, Samuel Beckett, welcher in ihrem Liebesleben eine bedeutende Rolle gespielt hat oder auch Gisèle Freund. Bei Freund habe ich einen Tipp, es gibt im Internet eine Seite mit ihren Fotografien, dort findet man auch Bilder von denen im Buch geschrieben wird, von verschiedenen Schriftstellern und auch von Peggy Guggenheim und Herbert Read, welche im Roman und realen Leben versuchen ein Museum zu eröffnen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen, da ich die Atmosphäre sehr mochte und durch die guten Beschreibungen der Orte fühlte, als sei ich selbst in zum Beispiel Paris 1937 oder am Lac d’Annecy. Fazit: Auch wenn euch die Kunstszene nicht interessiert, ist es ein sehr interessanter Roman, den man schnell lesen kann und durch die Zeiten reisen lässt. Ich persönlich liebe Werke in denen bekannte Künstler oder Schriftsteller wieder zum Leben gebracht werden, durch die bekannten Gesichter kann ich mir die Personen sehr gut vorstellen und gerade bei Joyce und Beckett habe ich viel Hintergrundwissen und fand die Charakterisierungen aus dem Roman passen sehr gut. Alles in allem 4.5/5 Sternen.

Eine Frau und ihre Liebe zur Kunst

Von: SternenstaubHH Datum: 03. September 2020

Peggy Guggenheim war Kunstsammlerin und Galeristin, doch ihr Name ist uns heute vor allem dank der großartigen Guggenheim-Museen weltweit bekannt. Doch wer war Peggy Guggenheim wirklich? Was trieb sie an? Und wie kam es zu ihrer Liebe zur Kunst? Der historische Roman von Sophie Villard hat mir einen tiefen und ungeschönten Einblick in das Leben dieser beeindruckenden Frau gegeben. Vom Paris des Jahre 1936 bis in die USA des Jahres 1942 schildert die Autorin den Lebensweg dieser mutigen Frau, ihre Hochs und Tiefs. Geschichtlich befindet man sich zur Zeiten des Zweiten Weltkriegs und natürlich hatte auch diese Zeit ihre Schatten auf Peggy Guggenheim und ihre Liebe zur Kunst geworfen. Die Autorin, die selbst eine sehr gute Recherche für ihren Roman hinter sich gebracht hat, hat mir Peggy Guggenheim, ihre Zeit und ihr Wirken sehr nahe gebracht. Ich konnte in eine Welt voller Künstler, Träume aber auch Schrecken und Düsternis abtauchen. Für mich ein ganz besonderes Buch, da ich mich selbst sehr für Kunst und den Kunstbetrieb (z.B: in Galerien und Museen) interessiere.

Eine wunderbare Hommage an eine faszinierende Persönlichkeit!

Von: buecher-fanwolf Datum: 02. September 2020

Dankeschön an den Penguin Verlag und das Bloggerportal für das wundervolle Rezensionsexemplar. Rezension: Peggy Guggenheim, eigentlich Marguerite Guggenheim, war als Autodidaktin eine amerikanische Kunstmäzenin, Sammlerin und Galeristin der Kunst des 20. Jahrhunderts. Geboren: 26. August 1898 in New York City, Vereinigte Staaten; Gestorben: 23. Dezember 1979 in Camposampiero, Italien. Eine wunderbare Hommage an eine faszinierende Persönlichkeit! Ich muss gestehen, dass ich bisher nahezu nichts über jene Kunstsammlerin, Mäzenin und Autodidaktin wusste, die ausgefallene Sonnenbrillen sammelte und als Rebellin ihrer Zeit galt. Tatsächlich verdanken viele Menschen dieser außergewöhnlichen Frau ihr Leben, da sie es war, die ihnen während des Zweiten Weltkrieges eine Flucht aus Europa ermöglicht hatte. Bereits nach wenigen Zeilen hatte mich der einladende, geradezu poetisch schöne Schreibstil der Autorin vollkommen gefesselt, mit dem sie ein verführerisches Bild der Künstlerszene im Paris der 1930er Jahre zeichnet. Auch der starke Kontrast zum weniger charmanten, hektischen London unterstreicht Peggy’s Bindung an das reizvolle Paris, dem sie sich so verbunden fühlt. Die Schauplätze des Romans, von denen Sophie Villard viele zu Recherchezwecken eigens bereist hat, werden so bildhaft und atmosphärisch beschrieben, dass man mühelos in Peggy’s (Kunst-)Welt und die dramatischen Ereignisse der Handlung eintauchen kann. Man spürt in jeder Zeile, dass die Autorin für die Thematik brennt; umso schöner ist es, dass es ihr gelungen ist, Peggy Guggenheim ein würdiges literarisches Denkmal zu setzen. Fazit: Dieser anspruchsvolle Roman, der in drei Abschnitte unterteilt ist und den Bogen vom Paris des Jahres 1937 bis in die USA des Jahres 1942 spannt, ist ein Muss für jeden Kunst-Liebhaber! „Träumen ist das Wichtigste im Leben, finden Sie nicht? Sie nickte so heftig, dass ihr Ohrgehänge schaukelte. In der Tat. Ohne Träume sind wir doch tot.“

Peggy G., die Kunst und die Affären

Von: Elke Heid-Paulus Datum: 31. August 2020

Guggenheim, Name einer Dynastie, jedem Kunstinteressierten geläufig, sind die von ihnen gegründeten Museen doch rund um den Erdball vertreten. In dem vorliegenden Roman steht Peggy Guggenheim im Zentrum, unkonventionellen Nichte von Solomon Guggenheim, Philantroph, Kunstsammler und Begründer der gleichnamigen Stiftung zur Förderung des Verständnisse für moderne Kunst sowie Namensgeber des weltberühmten Guggenheim-Museums in New York. Der Roman ist im Wesentlichen auf Peggys Zeit in Europa zwischen 1937 und 1942 fokussiert, in der sie den Grundstock für ihre Sammlung legt. Ganz die verwöhnte Tochter der amerikanischen Upper Class mischt sie sich nicht unter das gewöhnliche Volk, sondern verkehrt in Künstler- und Literatenkreisen. Und das liest sich wie ein Who-is-Who der Berühmtheiten: Joyce, Beckett, Cocteau, Kandinsky, Tanguy, Ernst, um nur einige zu nennen. Sie ist ruhelos, ständig auf der Suche. Und so, wie sie zwischen Paris und London hin und her pendelt, ist es auch mit den Männern. Unzählige, mit denen sie Bett und Tisch teilt, immer auf der Suche nach dem Einen. Leider sind es diese zahlreichen Beziehungs- und Bettgeschichten, die alles andere überlagern und mir den Zugang zu Peggy Guggenheim als Persönlichkeit, Sammlerin und Mäzenin erschwert haben. Nicht zu vergessen ihr Leben als Jüdin in einem nationalsozialistisch geprägten Europa vor dem Zweiten Weltkrieg und großzügige Unterstützerin des Emergency Rescue Committee, einer Hilfsorganisation für Flüchtlinge vor dem NS-Regime. Was bleibt ist das Bild einer naiven Salonlöwin auf der Suche nach privatem Glück, die zwar für die Rettung zahlreicher von den Nazis als entartete Kunst bezeichneten Gemälde verantwortlich ist, für die aber Kunst letztendlich ein Mittel zum Zweck war. Schade.

Kunstwerke ...

Von: Diane Jordan Datum: 25. August 2020

Künstlerisches Schaffen, Künstler und ihre Werke finde ich von je her mega interessant. Neben der Fotografiererei ist das Besuchen von Galerien in allen Städten (besonders Paris), ein großes Hobby von mir und meinem Lieblingsmenschen. Mein neuester Roman, „Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück“ von Sophie Villard, passt da vortrefflich in mein Lesebeute-schema. Die mir unbekannte Autorin schreibt unter einem Pseudonym und scheint aus Deutschland zu kommen. Das Cover des Buches ist hübsch und ansprechend gestaltet. Man sieht eine Frau mit flottem Kurzhaarschnitt, in einem roten, schwingenden Kleid mit schwarzem Handtäschchen. Sie scheint es eilig zu haben und schreitet über einen Platz mit Marmorbüsten. Der Klappentext liest sich vielversprechend und zack lese ich gespannt die ersten Seiten. Die Protagonistin Peggy Guggenheim ist detailreich und liebevoll beschrieben. Ein Mensch mit vielen Ecken und Kanten und der dazugehörigen Durchsetzungskraft. Zum damaligen Zeitpunkt, um 1937, war es für eine Frau gar nicht so einfach, ihre Träume, Wünsche und Ziele so zu konkretisieren und zielgenau umzusetzen. Hilfreich war da sicherlich auch ihr großes Erbe. Schillernd und aufregend werden die Treffen mit dem irischen Schriftsteller James Joyce, dem Künstler der „Klassischen Moderne“, Hans Arp, der Schweizer Malerin Sophie Taueber-Arp und dem Schriftsteller André Breton beschrieben und geschildert. Ich finde das ja sehr aufregend und würde nur zu gerne, hin und wieder zwischen die Seiten, mitten ins Geschehen hüpfen, um mich unter die vielen berühmten Künstler zu mischen. Das sich in Peggys Leben alles um die Kunst und die Liebe dreht, kann man bei so einem breitgefächerten Bekanntenkreis aus Malern und Schriftstellern, durchaus verstehen. Auch ihren Wunsch, das ganze in einer Galerie zu vereinen, kann ich durchaus nachvollziehen. Auch wenn „singen, musizieren, schauspielern und malen“ meist nicht wirklich reicht, dafür aber um so glücklicher machen. Das sich in diesem schillernden Leben auch ein paar Liebschaften ansiedeln, scheint mir ebenfalls in diese Künstlerkreise zu passen, zumindest in meiner Fantasie. Das sie trotzdem irgendwie auf der Strecke zu bleiben scheint, finde ich eher traurig. Das große Glück ist bei ihr immer flüchtig und nie von wirklicher Dauer. Der Plot unterteilt sich grob in zirka drei Teile. Der Schreibstil ist locker und leicht. Kunstvoll, wie ein Gemälde, werden die Schauplätze skizziert. Mit leichter Feder wird schwungvoll die Spannungskurve nach und nach aufgebaut. Von der Idee, der Umsetzung, dem Scheitern, Krieg, Flucht, Neuanfang in den USA und dem engagierten und stets hilfsbereiten Eingreifen der Protagonisten gekrönt, erfährt man als Leser viel über diese bemerkenswerte Frau und ihr großartiges Umfeld. Und das Guggenheim Museum in New York, mit den Sammlungen von Picasso, Klee, Kandinsky, Chagall und vielen weiteren namhaften Künstlern, steht jetzt schon auf meiner Wunschliste für eine Reise, sobald es Corona wieder zu lässt. ... Die inspirierende Geschichte der berühmten Kunstsammlerin ... Inhalt: Paris 1937: Die rebellische Erbin Peggy Guggenheim genießt ihr Leben in der schillernden Künstlerbohème, eine glamouröse Abendgesellschaft folgt auf die nächste. Doch Peggy hat einen Traum. Sie will ihre eigene Galerie eröffnen und endlich unabhängig sein. Da verliebt sie sich in einen hochgewachsenen Schriftsteller mit strahlenden Augen: Samuel Beckett. Aber ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Peggys Traum lässt sich nur im fernen London verwirklichen, weit weg von Beckett. Und auch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf: Der Krieg zwingt zahlreiche Künstler zur Flucht aus Europa. Peggy hilft vielen von ihnen dabei – und begibt sich und ihre Liebe in große Gefahr ... Die Kunst war ihre Leidenschaft. Die Liebe ihr Schicksal. Die Autorin: Sophie Villard ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Autorin. Die gelernte Journalistin und Politologin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Dresden. Die Figur der Peggy Guggenheim faszinierte sie seit dem Moment, als sie in ihrer Lieblingsstadt Venedig zum ersten Mal die berühmte Peggy Guggenheim Collection besuchte. Fazit: 5***** Der Roman „Peggy Guggenheim“ ist im Penguin Verlag erschienen. Das broschierte Buch hat 448 kunstvolle Seiten, die einem das Leben von Peggy Guggenheim nicht nur sehr nahe bringen, sondern einen auch die Kunst mit anderen Augen sehen lassen!

Guggenheim Jeune

Von: hasirasi2 Datum: 22. August 2020

„Sie war eine erwachsene Frau und konzentrierte sich ab sofort auf ihre Arbeit statt auf Männer.“ (S. 11) sagt sich Peggy Guggenheim, als sie 1937 auf einer Party Samuel Beckett kennenlernt und sich sofort in ihn verguckt. Eigentlich ist sie schon auf dem Weg nach London, wo sie eine Galerie für die modernen, bereits angesagten und noch kommenden Künstler ihrer Zeit eröffnet. Ob sie das bewusst oder unbewusst als Konkurrenz zu der ihres Onkels Solomon Guggenheim in New York tut, bleibt offen. Trotzdem kann sie nicht von Beckett lassen und beginnt eine On-Off-Beziehung mit ihm, reist ständig zwischen London und Paris hin und her, bis der erste Weltkrieg ausbricht … Sophie Villard biografischer Roman dreht sich um Peggy Guggenheims Leben und Schaffen in den Jahren 1937 – 1942. Da ist sie bereits von ihrem ersten Mann, dem Dadaisten Laurence Vail, geschieden und macht sich einen Namen als Kunstmäzenin. Besonders beeindruckt hat mir ihr verrücktes „ein Bild pro Tag“ Motto, mit dem sie während des 2.WKs für Furore aber auch Unverständnis sorgte, denn sie hätte das Geld ja auch direkt in die Flüchtlingshilfe investieren können (was sie dann auch tat). „Meine Leistung besteht eben darin, die Kunst unserer Zeit zu retten.“ (S. 231) Das Buch lässt mich sehr zwiegespalten zurück. Einerseits macht Sophie Villard deutlich, dass es viele avantgardistische Kunstwerke nicht mehr gäbe, wenn Peggy sie nicht gekauft und den Künstlern damit oft das Ticket nach Amerika und somit die Flucht vor den Nazis finanziert hätte. Peggy scheint eine sehr freigiebige Persönlichkeit gewesen zu sein, die oft intuitiv handelte, geradezu visionär bei der Auswahl der Künstler und ihrer Werke. Zudem wird sie deswegen von Männern und Frauen gleichermaßen für verrückt erklärt – die schrullige reiche Erbin, die nicht weiß, wohin mit ihrem Geld. Selbst dem Leiter des Louvre, den sie um Hilfe beim Verstecken der Sammlung im Krieg bittet, ist diese zu modern und nicht schützenswert. Andererseits beschreibt die Autorin sie auch als sehr promiskuitiv und naiv. Trotz ihrem Vorsatz, sich nicht mehr mit Männern einzulassen, lässt sie jeden in ihr Bett, der ihr auch nur ansatzweise gefällt – egal, ob sie gerade verliebt und in einer Beziehung ist oder nicht. Außerdem verschließt sie ihre Augen vor der Kriegsgefahr, kauft weiter Kunst, während sich alle anderen schon in Sicherheit bringen. Dabei hat sie keinen Plan, wo sie die Werke unterbringt und später versteckt. Sie handelt wie ein kleines Mädchen, das nur das Schöne sehen will und alles andere verdrängt, nicht an die Konsequenzen denkt. „Einen optimistischeren Menschen als sie habe ich noch nie getroffen. Oder sollte ich sagen, einen naiveren?“ (S. 225) Leider konnte mich auch der Schreibstil der Autorin nicht fesseln. Ich fand ihn sehr emotionslos. Die Handlung wird nicht wirklich flüssig erzählt, sondern wirkt oft nur wie eine Aneinanderreihung von Namen und Begegnungen oder ein Who's Who. Zudem fand ich es sehr unrealistisch, dass ausgerechnet sie, die jeden kennt, eine Affäre mit Yves Tanguy beginnt und nicht weiß, dass er verheiratet ist. Schade, ich hatte mir von dem Buch mehr erhofft. Leider nur 3 Sterne.

Ein Buch über eine Frau, die nie vergessen werden sollte

Von: Christina Boersch Datum: 21. August 2020

Das Buch „Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück“ von Sophie Villard zeigt das Leben von Peggy Guggenheim in den Jahren 1937 bis 1942, eine Zeit, in der sie auf der Suche nach persönlichem Glück ist, aber auch im Kampf für die Kunst alles aufs Spiel setzt. Das Jahr 1937 neigt sich dem Ende zu. Auch die Zeit in Paris geht für Peggy Guggenheim zu Ende – sie möchte in London eine Gallerie, ihre „Guggenheim Jeune“, eröffnen. Der Abschied von der Stadt, von den Menschen fällt ihr schwer. Die Beziehung mit dem Schriftsteller Samuel Beckett macht den Weggang auch nicht gerade leichter. Doch am Horizont ziehen unaufhaltsam die dunklen Wolken des Krieges auf und bedrohen viele Künstler in ihrer Existenz. Niemand kann einschätzen, wie es weitergeht – Peggy Guggenheim schreitet zur Tat. Sie verhilft vielen Künstlern zur Flucht, kauft aber auch Kunstwerke der Künstler, um die Kunst dieser Zeit zu bewahren – ihre Familie und ihre große Liebe bringt sie damit aber in immer größere Gefahr. Das Buch habe ich auf dem „Bloggerportal von Randomhouse“ entdeckt. Cover und der Titel weckten sofort mein Interesse. Ich habe schon so einiges von Peggy Guggenheim gehört, aber noch nichts gelesen. Der Name Guggenheim stand für mich lange mit dem Untergang der Titanic in Verbindung, da Peggys Vater bei diesem Unglück sein Leben verlor. Es wurde also mal Zeit, etwas mehr über Peggy Guggenheim zu erfahren. Das Buch habe ich dann freundlicherweise vom Penguin-Verlag als Rezensionsexemplar zugesendet bekommen. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an den Penguin-Verlag für die Zusendung. Ab der ersten Seite hat mich das Buch „Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück“ in seinen Bann gezogen. Vor meinen Augen wurden Abendgesellschaften in Paris lebendig, ich nahm an Diskussionen teil und lernte viele Künstler kennen, die ich bisher nur mit Namen kannte. Peggy mochte ich von Anfang an – auch wenn sie anfangs sehr zielstrebig wirkt, plagen sie doch auch immer wieder Selbstzweifel. Ihr gelingt nicht alles, was sie sich vornimmt, sie muss auch Rückschläge hinnehmen. Sie ist mutig, wagt einen Neuanfang in London, bleibt aber Paris immer treu. Im Nachwort wird sie als erste „Weltbürgerin“ bezeichnet. Und genau so nahm ich sie auch wahr: Sie liebt Paris über alles,kommt auch immer wieder dorthin zurück, fasst aber auch in anderen Ländern Fuß und findet dort auch immer das Schöne. In ihrem Privatleben geht alles etwas drunter und drüber: Ihre Mutter ist noch nicht lange tot, sie ist geschieden, ihre Kinder in Internaten. Ihr Ex-Mann hat sich eine neue Familie aufgebaut, Peggy kann sich treiben lassen. Mit dem Erbe ihres Vaters kann sie sich selbst verwirklichen, aber eines fehlt ihr… oder auch nicht: Ein Mann. Sie hat viele kurze Affären, verliert auch oft ihr Herz, aber ob sie wirklich einen Mann in ihrem Leben braucht weiß sie nicht. Sie liebt ihre Unabhängigkeit, sehnt sich aber auch nach Liebe und Geborgenheit. Und als sie den Entschluss fasst, den Künstlern zu helfen, die Kunst zu bewahren, hat sie bei mir noch mehr Sympathie-Punkte hinzugewonnen. Eine Frau der Tat, die auch vor Gefahren nicht zurückschreckt und sich nicht unterkriegen lässt. Sie ist für immer andere Menschen da. Peggy Guggenheim steht in diesem Buch sehr im Mittelpunkt, aber auch die anderen Charaktere, die um sie herum agieren, empfand ich sehr lebendig und authentisch beschrieben. Jeder Charakter wurde äußerlich beschrieben, durch seine Eigenheiten und seine Handlungen konnte ich dann den Menschen richtig kennen lernen. Es machte Spaß, so manche historische Figur auf diese Weise näher zu kommen. Die Sprache von Sophie Villard empfand ich als sehr angenehm und farbenfroh. Sie beschreibt Menschen mit so viel Gefühl und so vielen Details, dass ich ein genaues Bild vor Augen hatte. Aber auch Städte, hier allen voran Paris, und auch Landschaften beschreibt sie mit so viel Liebe. Paris, eine Stadt, die ich noch nie real besucht habe, habe ich mit diesem Buch besucht und durch Peggys Augen kennen und lieben gelernt. Aber auch die anderen Orte, an denen das Buch spielt, wurden vor meinem inneren Auge lebendig. Die Ruhe an einem abgelegenen Strand in Portugal, der Tumult in New York, wo sich Menschenmassen rastlos durch die breiten Straßen drängen. In New Orleans hörte ich Bands zu, spürte die Lebensart der Bevölkerung. Das große Thema in diesem Buch ist die Kunst des 20. Jahrhunderts. Peggy Guggenheim lebte für die Kunst – vor allem für die Moderne Kunst. Ihr ist es zu verdanken, dass viele Kunstwerke überlebt haben. Das machte sie nicht, um sich daran zu bereichern, ihr war wichtig, dass diese Kunst bewahrt wird und für die Öffentlichkeit zugänglich wird. Doch nicht nur Kunstwerke hat sie gerettet: Ein anderes großes Thema ist die Emigration der Künstler-Elite in die USA. Peggy Guggenheim hat einigen Künstlern diese Flucht überhaupt erst möglich gemacht. Anfangs wollte sie von der Politik nicht wirklich was hören. Doch je dunkler die Wolken am Horizont wurden, desto mehr wusste Peggy, dass sie handeln musste. Mit Mut und Leidenschaft stand sie für die Künstler und deren Kunstwerke ein – eine beeindruckende Frau, die nie vergessen werden sollte. Ein Buch, welches ich immer wieder gerne in die Hände genommen habe. Durch das Buch habe ich noch mal einiges in Sachen Kunst und die Künstler dazu gelernt. Ich habe Peggy Guggenheim und all die anderen Menschen um sie herum kennengelernt, spazierte mit ihr durch die verschiedensten Städte und Landschaften und begab mich mit ihr auf die Suche nach Kunstwerken. Fazit: Ein Buch, was mich auf eine emotionale Reise mitgenommen hat, von der ich gehofft hatte, dass sie nie endet. Hinweis: Das Buch habe ich freundlicherweise vom Penguin-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen – es hat meine Meinung aber nicht beeinflusst.

Ein tolles Buch über die faszinierende Peggy Guggenheim

Von: Qultur-HH Datum: 18. August 2020

Peggy Guggenheim ist jedem, der sich in der Kunstszene auskennt, ein Begriff. Die toughe Frau sammelte vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg zeitgenössische Kunst, lebte mit bedeutenden Künstlern des Dadaismus, Surrealismus, der Abstrakten Malerei und des Kubismus zusammen, unterstützte sie als Mäzenin und gründete mehrere Museen. Für Autorin Sophie Villard mehr als ein guter Grund, einen Roman dieser beeindruckenden Frau zu widmen. „Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück“ basiert auf der Autobiographie der Kunstsammlerin und ist doch fiktiv. So gelingt es Villard hervorragend, den Lebensstil, die Seele, die Gedankenwelt und die Stärke von Peggy Guggenheim herauszuarbeiten. Die Leser begleiten Peggy ab dem Jahr 1937 in Paris, wo sie rauschende Partys mit bekannten Künstlern feiert, Affären anfängt und beendet und außer ihrer Leidenschaft für moderne Kunst auch ihre Liebe zu Samuel Beckett entdeckt. Immer wieder stößt Peggy auf Widerstände, wenn sie sich für zeitgenössische Werke und Künstler begeistert. Trotzdem gibt sie nicht auf, verwirklicht ihren Traum von einer eigenen Galerie in London, rettet später, als die Nazis sich Paris nähern, dutzende Gemälde vor den Barbaren. Doch auch für Peggy wird es eng. Soll sie nach Amerika, ihrem Heimatland, zurückgehen und aufgeben? Kann sie dort neu starten? Kann sie ihre Kunstschätze retten? Sophie Villard ist eine fesselnde Geschichte über eine faszinierende, selbstbewusste Frau gelungen, die ihrer Zeit voraus war. Absolut lesenswert! Einziger Nachteil: Nach dem Lesen will man sofort nach Venedig reisen, um die „Peggy Guggenheim Collection“ zu sehen.

Ein Leben zwischen Kunst und Liebe

Von: sommerlese Datum: 18. August 2020

Paris 1937: Die wohlhabende Erbin Marguerite (Peggy) Guggenheim lebt in ihrer Wahlheimat Paris und verbringt ihre Zeit mit Abendgesellschaften in der dortigen Künstlerszene mit Malern, Bildhauern und Schriftstellern. Sie träumt von der Eröffnung einer eigenen Galerie, um neue Künstler zu fördern und die Welt der Kunst der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die rebellische Frau verliebt sich in den Schriftsteller Samuel Beckett. Für die Kunst muss Peggy nach London ziehen. Der Krieg sorgt für eine Fluchtwelle jüdischer Künstler aus Europa. Peggy unterstützt einige mit ihren finanziellen Mitteln. Die Peggy Guggenheim Collection wurde 1980 in Peggys Palazzo Venier dei Leoni am Canal Grande in Venedig eröffnet. So wurde ihr Lebenswerk am Ende entsprechend gewürdigt. Ein Besuch in dieser Ausstellung veranlasste die Autorin, sich mit dieser Frauenfigur näher zu befassen und über sie einen Roman zu schreiben. Wir erleben in diesem Roman die Zeitspanne von 1937 - 1942. In der Pariser Kunstszene fühlt sich Peggy Guggenheim heimisch, sie trifft zahlreiche Künstlern, die sie auch fördert und deren moderne Kunst ihre Galerie füllt. Ihre Leidenschaft für die Kunst sorgt für eine emsige Sammlertätigkeit, die sie aufgrund ihres Erbes ausüben kann. Mit jedem Kauf unterstützt sie auch die Flucht zahlreicher jüdischer Künstler, deren Werke unter den Nazis als entartet angesehen werden. Mutig, denn auch sie selbst gerät in die Gefahr, von den Nazis verhaftet zu werden. Im Buch begleitet man Peggy in ihren Stationen Paris, London und New York. Sie wird als eine starke und außergewöhnliche Frau dargestellt, die Widerständen nicht aus dem Weg ging, Kunst sammelt und ihr Glück mehr in der Kunst als in der Liebe findet. Auch Sonnenbrillen und Hunde gehören zu ihrer Leidenschaft, sie heiratete und bekam zwei Kinder, doch das Glück in der Liebe erfüllte sich leider nicht. Besonders deutlich erlebt man den unabhängigen Willen Peggy Guggenheims als Kunstmäzenin und ihren Wunsch, Kunst auch außerhalb von Insidern präsentieren zu wollen. Die Darstellung dieser Frau ist der Autorin sehr gut gelungen, die verschiedenen Facetten sind ausdrucksvoll ausgeführt und wirken sehr lebendig. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und habe viele Künstler dieser Zeit miterleben dürfen. Dieser gut recherchierte biografische Roman hat mir diese starke Frau und Kunstsammlerin näher gebracht. Bildhaft und sehr unterhaltsam schildert Sophie Villard einige Eindrücke vom Leben dieser besonderen Frau, die sich auch um Konventionen nicht scherte und Menschen rettete.

Das Leben, die Liebe und die Kunst...

Von: Gedankenlabor Datum: 15. August 2020

>>Es dreht sich alles um Kunst und Liebe.<< „Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück“ von Sophie Villard ist eine Geschichte einer jungen Künstlerin, die sich nach Kunst und einem selbstbestimmten Leben sehnt. Nicht zuletzt überkommt sie immer wieder die Sehnsucht nach Liebe. Peggy muss in ihrem Leben hart kämpfen für ihre Selbstbestimmung, sie muss viele Hürden nehmen und neben einigen missglückten Beziehungen, steht auch noch der Krieg und all die Schatten im Raum, die eben dieser mit sich bringt. Für mich war Peggy eine wirklich starke Frau, vor der man absolut den Hut ziehen kann! Ich konnte einige Entscheidungen in ihrem leben nicht so nachvollziehen, aber ein Urteil darüber möchte ich mir nicht erlauben, denn schließlich muss jeder den Weg nehmen, für den er sich eben entscheidet. Wer gerne Romane über Kunst und starke Frauen liest, wer gerne einen Einblick in die Kriegszeit bekommen und Peggy Guggenheim näher kommen möchte, dem kann ich dieses Buch wirklich sehr empfehlen!📖🤗

Eine interessante Geschichte einer schillernden Persönlichkeit

Von: zauberblume Datum: 11. August 2020

In ihrem beeindruckenden Roman über Peggy Guggenheim, in deren Leben sich alles um die Kunst und die Liebe drehte, nimmt uns die Autorin auf eine aufregende Reise mit. Diese beginnt in den 30er Jahren in Paris, führt uns nach London, dann machen wir einen Sprung über den großen Teich und 1949 kehren wir wieder nach Europa, und zwar nach Venedig zurück. In Paris im Jahr 1937 genießt genießt Peggy, die aufgrund einer Erbschaft ein sorgenfreies Leben führen kann. Sie hat jedoch eine schwierige Ehe hinter sich und besucht nun eine glamouröse Abendgesellschaft nach der anderen. Sie fühlt sich in der schimmernden Künstlerbohéme wohl, verliebt sich in den Schriftsteller Samuel Beckett – aber die Liebe steht unter keinem guten Stern. Zumal sich Peggy den endlich ihren Traum von einer eigenen Galerie verwirklichen will. Sie geht nach London und eröffnet das „Guggenheim Jeune“. Doch dann ziehen an Europas Himmel dunkle Wolken auf. Und Peggy hilft vielen Künstlern zur Flucht aus Europa….. Ich liebe diese Bücher, in denen das Leben beeindruckender Persönlichkeiten – und das ist Peggy Guggenheim für mich – in einen tollen Roman verpackt wird. Man spürt beim Lesen förmlich die Begeisterung der Autorin für Peggy Guggenheim. Und das Museum in Venedig, in dem ihre Sammlung veröffentlicht ist, muss ich unbedingt einmal besuchen. Peggy ist für mich eine faszinierende, schillernde Persönlichkeit , die in ihrem Leben von vielen Höhen und Tiefen begleitet wurde. Leider hatte sie mit ihren Männer nicht viel Glück, doch sie fand ihre Erfüllung in der Kunst. Ihr Leben wurde mit Begegnungen vieler unvergesslicher Künstler, wie Picasso, Kandinky und Dali, geprägt. Auch ihr Guggenheim Jeune fand ich beeindruckend. Hut ab, vor dieser Frau – die während des Krieges Unglaubliches geleistet hat. Diese Ereignisse, habe mich wirklich bis tief in die Seele berührt. Diese herausragende Lektüre ist für mich ein Lesehighlight, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Auch das Nachwort in dem Buch hat mich total gefesselt. Hier erfährt man so viel über das Leben und Wirken der damaligen Künstler. Diese Traumlektüre hat mir Traumlesestunden beschert. Selbstverständlich vergebe ich gerne 5 Sterne. Übrigens ist das Cover schon ein echter Hingucker.

Wunderbare Hommage an eine faszinierende Persönlichkeit

Von: Furbaby_Mom Datum: 06. August 2020

Der Name Guggenheim ist den meisten von uns gewiss ein Begriff, ebenso dessen Assoziation mit der Kunstwelt. Aber wer war Peggy Guggenheim wirklich, was machte ihre Persönlichkeit aus? Ich muss gestehen, dass ich bisher nahezu nichts über jene Kunstsammlerin, Mäzenin und Autodidaktin wusste, die ausgefallene Sonnenbrillen sammelte und als Rebellin ihrer Zeit galt. Tatsächlich verdanken viele Menschen dieser außergewöhnlichen Frau ihr Leben, da sie es war, die ihnen während des Zweiten Weltkrieges eine Flucht aus Europa ermöglicht hatte. Zu Beginn der Handlung, im Dezember 1937, steht Peggy kurz vor einem neuen Lebensabschnitt. Dank einer Erbschaft ist die Amerikanerin jüdischer Abstammung finanziell abgesichert, als sie sich entschließt, ihre Wahlheimat Paris zu verlassen, um sich in London den Traum einer eigenen Galerie zu erfüllen. Zur Eröffnung wird sie Werke von Jean Cocteau ausstellen, die alles andere als jene traditionelle Kunst sind, an welche die Londoner gewöhnt sind – ein Skandal! Die Aufmerksamkeit der Presse ist Peggy somit gewiss, doch der finanzielle Erfolg der Galerie Guggenheim Jeune bleibt aus - auch als sie später Wassily Kadinsky seine erste Ausstellung in England ermöglicht oder den unkonventionellen Schritt wagt, Bilder von Kindern auszustellen. In Folge dessen beschließt die ambitionierte junge Frau, ein eigenes Museum für moderne Kunst zu gründen; sie möchte Kunst einer breiteren Masse der Bevölkerung zugänglich machen, nicht nur der gehobenen Gesellschaftsschicht. Doch dann bricht der Zweite Weltkrieg aus, der nicht nur Peggys Museumspläne im Keim zu ersticken droht, sondern für viele Künstler, deren Werke von den Nationalsozialisten als 'Entartete Kunst' eingestuft werden, zur tödlichen Gefahr wird… Bereits nach wenigen Zeilen hatte mich der einladende, geradezu poetisch schöne Schreibstil der Autorin vollkommen gefesselt, mit dem sie ein verführerisches Bild der Künstlerszene im Paris der 1930er Jahre zeichnet. Auch der starke Kontrast zum weniger charmanten, hektischen London unterstreicht Peggys Bindung an das reizvolle Paris, dem sie sich so verbunden fühlt. Die Schauplätze des Romans, von denen Sophie Villard viele zu Recherchezwecken eigens bereist hat, werden so bildhaft und atmosphärisch beschrieben, dass man mühelos in Peggys (Kunst-)Welt und die dramatischen Ereignisse der Handlung eintauchen kann. Man spürt in jeder Zeile, dass die Autorin für die Thematik brennt; umso schöner ist es, dass es ihr gelungen ist, Peggy Guggenheim ein würdiges literarisches Denkmal zu setzen. Im Laufe der Geschichte begegnen wir zahlreichen namenhaften Künstlern – z.B. Peggys guten Freunden James Joyce, Marcel Duchamp & seiner politisch interessierten Partnerin Mary Reynolds. Peggy ist hingerissen vom tiefgründigen irischen Schriftsteller Samuel Beckett, der sich allerdings letztlich für eine andere Frau entscheidet. Auch ihr Techtelmechtel mit dem (verheirateten) Maler Yves Tanguy steht unter keinem guten Stern. Wird sie mit Max Ernst, diesem "eigenartigen deutschen Künstler" mit den eisblauen Augen, endlich ihr Glück finden? Als dieser in Frankreich interniert wird, sieht es vorerst nicht danach aus. Im Grunde möchte Peggy sich voll und ganz auf ihre Karriere konzentrieren, sich einen eigenen Namen in der Kunstwelt machen. Dennoch zieht es sie immer wieder zu den Männern und sie verliert ein ums andere Mal ihr Herz. Der Autorin gelingt es mühelos, sowohl Peggys unerschrockenes Wesen als auch ihre verletzliche Seite aufzuzeigen in einem Werk, das gespickt ist mit interessanten Hintergrundinformationen zum Leben dieser schillernden Persönlichkeit und der Guggenheim-Familie. Im Nachwort gibt zudem ein umfangreiches Verzeichnis Aufschluss über die weitere Entwicklung der im Buch vorkommenden realen Personen. Fazit: Dieser anspruchsvolle Roman, der in 3 Abschnitte unterteilt ist und den Bogen vom Paris des Jahres 1937 bis in die USA des Jahres 1942 spannt, ist ein Muss für jeden Kunst-Liebhaber!

Zwischen Beckett und Ernst

Von: https://www.buecherinmeinerhand.ch/2020/08/peggy-guggenheim-und-der-traum-vom.html Datum: 20. August 2020

Sophie Villards (Pseudonym einer deutschen Autorin) Roman über Peggy Guggenheim beginnt 1937. Peggy lebt in der Pariser Bohème inmitten eines umfangreichen Bekanntenkreises. Zu ihren Freunden gehören die Joyces, Hans Arp und Sophie Taueber, Marcel Duchamp, André Breton und viele mehr. Affären hatte Peggy nach ihrer Scheidung wohl einige, doch hier wird vor allem jene zu Samuel Beckett geschildert und später das Kennenlernen mit Max Ernst. In diesem Rahmen bewegt sich der Roman, der zwischendurch fast ein wenig leidenschaftslos rüberkam, mich aber trotzdem gut unterhalten hat. Neben den unsteten Männern in Peggys Leben gibt es eine Konstante: die Kunst. Peggy beginnt Kunstwerke zu sammeln, eröffnet in London eine Galerie, die Guggenheim Jeune. Doch finanziell wirft der Laden nicht viel ab. Und Peggy hat schon wieder eine ganz andere Idee, wie sie Kunst anders zugänglich machen könnte. Doch der Krieg steht vor der Türe, so dass es erstmal ums eigene Leben retten geht. Peggy blendet dieses Thema aber aus, vielleicht weil sie schon so viele Verluste in ihrem Leben verkraften musste. Irgendwann kann sie sich dem nicht mehr entziehen und muss sich überlegen, ob sie in England oder Frankreich ausharren will oder doch zurück nach Amerika gehen soll. Bis zu ihrer Entscheidung sammelt sie munter weiter - ein Bild pro Tag. Das hat sie sich vorgenommen. Sie kauft vor dem Kriegsausbruch Bilder zusammen und zahlt bar, worüber die Künstler allesamt froh sind. So haben sie Geld für die (Heim-)Reise in die USA oder nach Spanien (z.B. Salvador Dali). Die Autorin stellt Peggy Guggenheim als spendable Frau dar. Denn Peggy kauft nicht nur Bilder, sondern hilft Ausreisewilligen finanziell aus. Aber schon zuvor und später finanziert sie das Leben vieler ihrer Freunde. Auch solchen, die sehr undankbar rüberkommen, wie Djuna zum Beispiel. Peggy lässt sich, zumindest im Roman, davon nicht irritieren. Sie ist eine Frau, deren Herz für die Kunst und Künstler schlug und durch ihr Erbe finanziell immer unabhängig war und damit ihre Ideen umsetzen konnte. Der Roman wird in drei Teile gegliedert, doch die hätten von mir aus nicht sein müssen, da sie sich zeitlich nahtlos einreihen. Aufgrund der Dreiteilung wurde ich in meinem Lesefluss fast ein wenig gestört, da ich erst dachte, es gäbe einen Zeitsprung, der dann (zum Glück) ausblieb. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass die Ausdrucksweise nicht ganz zu den beschriebenen Jahren passte, aber es hielt sich im Rahmen, weswegen ich darüber hinwegsehen kann. Der Roman endet Ende im Oktober 1942 mit einem passenden und für einen Roman finalwürdigen Ereignis. Peggys Leben war da noch lange nicht vorbei und sie sollte noch viel mehr erreichen - und wieder reisen, wie schon zuvor in Europa, wo sie öfters zwischen Paris und London pendelte, als ich in einige von mir nur eine Stunde entfernte Nachbarstädte. Fazit: Interessanter Einblick in die Künstlerszene der Surrealisten und in Peggy Guggenheims Leben während der Vorkriegszeit. 4 Punkte. Wem dieser Roman gefallen hat, dem empfehle ich, gleich in "Miss Guggenheim" von Leah Hayden weiter zu lesen, denn dort werden die Jahre 1941 bis 1943 rückblickend von 1958 aus erzählt. Zudem ist es interessant, überschneidende Begebenheiten in den beiden Jahren 1941 und 1942 aus einem anderen Sichtwinkel zu betrachten. Am Ende hat man einen tollen Überblick über Peggy Guggenheims Leben.