Marie Lacrosse

Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben

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Die Ehe zwischen dem Dienstmädchen Irene und dem reichen Erben Franz sollte eine Liebesheirat sein. Doch nach einer ungeheuerlichen Enthüllung von Franz' Vater verlässt die schwangere Irene ihren geliebten Bräutigam ohne ein Wort. Einsam bringt sie ihren kleinen Sohn zur Welt und tritt eine Stelle als Textilarbeiterin in einer Fabrik an. Die Bedingungen dort sind grausam, und Irene muss bis zur Erschöpfung arbeiten. Aber dann lernt sie den charismatischen Arbeiterführer Josef kennen, der ihr Kraft und Geborgenheit gibt. Obwohl sie Franz noch immer liebt, beginnt sie eine Beziehung mit ihm. Aber kann Irene den Verlust von Franz wirklich überwinden?

Noch besser als Teil eins

Von: brauchnix Datum: 21. May 2019

Der zweite Band der "Weingut-Trilogie" hält was der Titel verspricht. Franz und Irene sind beide auf dem Weg in ein neues Leben. Nachdem das Schicksal sie auseinander gerissen hat, versucht Irene unter falschem Namen in einer Tuchfabrik Fuß zu fassen. Das Leben der Arbeiterinnen und Arbeiter des 19.ten Jahrhunderts ist unvorstellbar hart. Die meisten Fabrikbesitzer sind nur am eigenen Profit interessiert. Leben und Gesundheit ihrer Angestellten sind ihnen ziemlich egal. Schlechte Bezahlung, Kinderarbeit, teilweise lebensgefährliche aber auf jeden Fall unmenschliche Arbeitsbedingungen. Die erste Gewerkschaft wagt zaghafte Versuche, die Missstände zu ändern. Frank versucht unterdessen, mit seinem despotischen Vater zurecht zu kommen und ihm die Leitung des Weingutes abzutrotzen. Hat mir der erste Band schon gefallen, so hat der zweite tatsächlich noch eine gewaltige Schippe draufgelegt. Nicht nur, dass es von der ersten Seite an spannend weitergeht und man mit den Darstellern atemlos mitfiebert. Die Darstellung der harten Arbeits- und Lebensbedingungen der einfachen Leute sind unglaublich realistisch und geben ein eindringliches Bild der damaligen Zustände. Auf wundervolle Wese wird hier Fiktion mit Fakten vermischt. Die gründliche Recherche der Autorin findet sich in allen Erzählsträngen wieder. Sowohl die politischen Umwälzungen, als auch Praktiken der psychatrischen Klinken oder wichtige Details über den Weinanbau sind hier zu finden. Dazu liebenswerte Hauptdarsteller, denen man wünscht, dass sie endlich einen Weg für ein gemeinsames Glück finden. Wie gesagt, Teil zwei hat von allem mehr. Mehr Spannung, mehr Dramatik, mehr Tragik, mehr Geschichte und ein Ende, das so ganz anders ist, als das vom ersten Band. Alles andere müssen Sie selber herausfinden. Und es macht großen Spaß, versprochen.

Ein Muss für alle Histo-Fans!

Von: Nick Coll Datum: 13. May 2019

Das Buch der Spiegelbestsellerin Marie Lacrosse »Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben« knüpft direkt an den erfolgreichen Auftakt der Elsass-Saga »Das Weingut. In stürmischen Zeiten« an und lässt den Leser sofort am Geschehen teilhaben. Da es sich um die Fortsetzung handelt, empfiehlt sich mit dem ersten Band zu beginnen. Trotzdem macht sich die Autorin Mühe die Leser kurz daran zu erinnern, welche Ereignisse wir bereits im ersten Teil miterlebt haben (Pluspunkt jeder Fortsetzung!). Nach und nach streut Marie Lacrosse gekonnt Wendungen ein, die nicht immer vorhersehbar sind, und erzählt den Lesern eine weitere turbulente Geschichte. Der Plot resultiert aus den verschiedenen Erzählperspektiven: Franz, Mutter Pauline und Irene. Auch die Rückblenden tragen dazu bei, die Spannung aufrechtzuerhalten. Ich habe schon einige Romane der Autorin mit großer Begeisterung gelesen und wurde auch von diesem Exemplar nicht enttäuscht. Mit »Dem Weingut« erlebt man erzählerisches Geschick und grandioses Erzählungstalent der Schriftstellerin von der ersten Seite an! Sprachlich wortgewandt wird nicht nur über die Schicksale von Irene und Franz berichtet, sondern auch gezeigt, welche unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken des XIX. Jahrhunderts geherrscht haben, außerdem spielt die erste Arbeiterbewegung im Elsass eine gewisse Rolle. Die Autorin beschert ihren Lesern wahrhafte Sinnbilder einer psychiatrischen Irrenanstalt, wo Pauline Gerban untergebracht ist. Marie Lacrosse nimmt kein Blatt vor den Mund und scheut sich nicht, die Schicksale (und Unfälle) der Weißnäherei- und Tuchfabrikarbeiterinnen zu Papier zu bringen. Insgesamt sind die Charaktere des Romans gut gezeichnet und ihre Handlungen nachvollziehbar dargestellt. Gerade durch den Perspektivenwechsel kommt man den einzelnen Protagonisten deutlich näher als das sonst der Fall wäre. Wenn man sich mit denen anfreunden, sie intensiv erleben und begleiten kann, dann ist ein Roman gelungen und sorgt für wunderbare Leseerlebnisse. Die Kapitellängen und die Strukturierung finde ich sehr gut gelungen: man kann auch gerne mal das Lesen unterbrechen, obwohl das schon nicht leicht ist — man will einfach erfahren, wie es weiter geht und was sich als nächstes abspielt. Eindeutig Pluspunkt! Der Schreibstil des Buches ist sehr angenehm, bildhaft und anspruchsvoll, wodurch allein es schon wahnsinnig Spaß macht zu lesen. Ein weiteres Merkmal ist das weitreichende Spektrum an Wissen, was uns hier nahegebracht wird, ob es um die Nachkriegszeit, komplizierte Situation mit der Staatsbürgerschaft im Elsass, den Weinbau, die Psychotherapie etc. geht — dort mal ein Fakt, hier mal eine Alltagssituation, ein frecher Dialog, eine Rückblende. So viele Themen schneidet Marie Lacrosse an, dass man sie gar nicht alle aufzählen kann, aber trotzdem wirkt das Buch nie oberflächlich. Alles in allem eine sehr gelungene Umsetzung in einem historischen Roman. Das Cover dieses Paperbacks ist stimmig gewählt und passt wundervoll zum 1. Band. Das Gutshaus, die Weinberge und sanfte Hügel — eine gelungene Inspiration zum Inhalt der Geschichte. Ein Personenregister zu Beginn der Geschichte verschafft einen guten Überblick; ein Nachwort, in welchem mehr über Wahrheit und Fiktion erklärt wird, empfohlene Literatur und ein hilfreicher Glossar runden das Bild ab. Eine Karte wäre meines Erachtens sehr hilfreich, um sich schneller zwischen den Orten zu orientieren. Obschon die Geschichte einen stimmigen Abschluss hat, findet der Leser am Ende des Buches eine Leseprobe für den 3. Band (erscheint im Herbst 2019). Ich liebe es, wenn die Bücher einen so gefangen nehmen, dass man nach Luft schnappen muss, dass man mitleidet und mitheult und kaum die Fortsetzung erwarten kann. Wer das will, ist bei Marie Lacrosse absolut richtig. Ich vergebe gerne hierfür eine absolute Leseempfehlung und bewerte das wundervolle Buch mit der Höchstpunktzahl! Für jeden Historie-Fan ein richtig spektakuläres Leseerlebnis!!!

Eine Familiensaga mit Tiefgang und viel historischem Wissen

Von: Moni2506 Datum: 11. May 2019

Im April 2019 ist der zweite Teil der Weingut-Saga „Das Weingut – Aufbruch in ein neues Leben“ von Marie Lacrosse im Goldmann-Verlag erschienen. Die Geschichte rund um Franz und Irene und das Gerbansche Weingut wird weitererzählt und dabei rücken auch die Arbeitsbedingungen in den Fabriken Ende des 19. Jahrhunderts in den Fokus. Elsass, 1871: Der deutsch-französiche Krieg ist vorbei. Als Franz aus dem Krieg zurückkehrt, ist das Dienstmädchen Irene, dass er eigentlich heiraten wollte nicht mehr da. Diese ist geflohen als Wilhelm Gerban ihr eine niederschmetternde Wahrheit enthüllt. Nach der Geburt ihres Sohnes verdingt sie sich in einer Textilfabrik unter schwersten Bedingungen. Hierbei lernt sie auch den Arbeiterführer Josef Hartmann kennen, der sich für die Belange der Fabrikarbeiter einsetzt. Bei ihm findet sie ein Stück weit Nähe und Geborgenheit. Doch kann sie Franz, den Vater ihres Sohnes, jemals wirklich vergessen? Was habe ich mich auf diesen zweiten Teil gefreut! Schon der erste Teil konnte mich mit seiner Familiengeschichte, in der das Historische nicht nur Beiwerk ist, von sich überzeugen und so war es auch dieses Mal wieder. Marie Lacrosse hat mich mit ihren Beschreibungen und ihrer Wortwahl direkt ans Ende des 19. Jahrhunderts katapultiert. Ich habe die Szenen, sei es nun auf dem Weingut, in den Fabriken oder in Frankreich, vor meinem inneren Auge gesehen und konnte so noch mehr der Geschichte nachspüren. Dieses Mal wurde auch der Spannungsbogen durchgehend gehalten. Manchmal wollte ich noch zügiger lesen, um schneller zu erfahren wie es mit Irene und Franz weiter geht, aber ich wollte auch auf keinen Fall etwas verpassen. Die Dramatik war diesmal gut gesetzt und zu keinem Zeitpunkt übertrieben. Die Themen in diesem Buch sind vielfältig. Die Arbeitsbedingungen in den Fabriken werden eindrücklich geschildert. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz spielen zu dieser Zeit keine Rolle und auch die Kinder mussten ihren Beitrag zum Lebensunterhalt der Familie leisten. Es wird das Bild einer Gesellschaft gezeigt, in der die Schere zwischen Arm und Reich sehr groß ist. Mit Josef Hartmann gibt es eine Person in diesem Buch, die sich für die Belange der Arbeiter*innen einsetzt und eine Verbesserung erreichen möchte. Der Weinanbau nimmt in diesem Roman einen wichtigen Platz ein. Hier ist die Autorin dem Wunsch vieler Leser nachgekommen, die mehr über den Anbau und die verschiedenen Weinsorten erfahren wollten. Es wurde ein großes Spektrum abgedeckt, der auch die Verwaltung eines Weingutes sowie die damit einhergehenden Widrigkeiten nicht außer Acht lässt. Als weiteren Themenschwerpunkt haben wir psychatrische Einrichtungen und die Behandlungsmethoden, die dort zu jener Zeit angewandt wurden. Mit den Personen im Buch habe ich jederzeit mitgefiebert. Im Besonderen mit Irene und Franz, aber auch das Schicksal Pauline Gerbans, Franz Mutter, hat mich in Atem gehalten. Mathilde konnte mich in diesem Roman positiv überraschen, andere Personen wiederum haben mit ihrer Niedertracht und ihrem Neid weiter an Sympathie verloren. Bei all diesen positiven Punkten hat es die Autorin wieder geschafft, nicht das Historische aus den Augen zu verlieren. Man merkt dem Buch auf jeder Seite an, dass gut recherchiert wurde. Dies dann so einzubinden, dass der Leser etwas lernt und sich dabei unterhalten fühlt, ist eine große Kunst. Ausgestattet ist der Roman mit einem Personenverzeichnis, einem Glossar, einem Quellenverzeichnis und einem Nachwort, dass Wahrheit und Fiktion trennt und den positiven Eindruck der ausführlichen Recherche stützt. Die Fakten wurden geschickt in die Geschichte eingebaut und es gab Veränderungen im vertretbaren Rahmen. Für alle Ungeduldigen gibt es ganz zum Schluss noch eine Leseprobe aus Teil 3, der im Herbst erscheint und die Reihe abschließen wird. Fazit: Eine Familiensaga mit Tiefgang, die meinen Wissensdurst nach historischen Informationen gepaart mit einer spannenden Handlung stillt. Der zweite Teil der Weingut-Saga hat mir noch besser gefallen als Band 1 und so bin ich in freudiger Erwartung auf den Herbst. Empfehlenswert für alle, die eine Familiensaga lesen möchte, die nicht nur unterhält, sondern auch ein Bild der Zeit vermittelt, in der sie spielt.

Spannende Fortsetzung

Von: Martinas Buchwelten Datum: 08. May 2019

In meiner Rezension des ersten Teils habe ich eben entdeckt, dass ich dachte hier handelt es sich um eine Dilogie...nein, es wird eine Trilogie und Band 3 wird im September dieses Jahres erscheinen. Und wer diese Trilogie beginnt, dem kann ich versprechen, dass er sicherlich genauso den letzten Band entgegenfiebern wird, wie ich. Band 2 schließt dort an, wo Band 1 aufgehört hat. Die Autorin stellt die Charaktere zwar anfangs nochmals vor und geht auf einige Details aus dem ersten Teil ein, jedoch ist es sinnvoll mit dem ersten Teil anzufangen und danach "Aufbrauch in ein neues Leben" zu lesen. Und für Irene, als auch für Franz, ist es genau das, denn ihre Wege trennen sich. In jeweils einem eigenen Handlungsstrang begleiten wir die beiden liebgewonnen Charaktere weiter. Im dritten Erzählstrang leiden wir mit Franz Mutter Pauline, die von ihrem Ehemann in die Irrenanstalt eingewiesen wurde. So kann er seine Frau kontrollieren und er hat eine bessere Möglichkeit ans Erbe zu kommen, das eigentlich Franz zusteht. Irene versucht sich indessen mit Fränzel durchzuschlagen, sowie eine neue Bleibe und Arbeit zu finden. Dies erweist sich anfangs alles andere als einfach, bis sie eine Stelle als Nopperin in einer Tuchfabrik findet. Doch die Arbeitsbedingungen sind schlecht und der Lohn reicht kaum zum Überleben. Die eingeflochteten historischen Fakten ziehen sich wie schon im ersten Band durch die Geschichte. Marie Lacrosse hat sich im zweiten Teil vorallem der Ausbeutung der Arbeiter und der Industralisierung gewidmet. Als Leser erhält man Einblick in die Arbeitswelt der Textilherstellung und kann sich kaum vorstellen unter welchen Bedingungen Frauen und Männer, als auch Kinder, damals arbeiten mussten. Besonders Kinder wurden bei den gefährlichen Maschinen eingesetzt, denn der Lohn für die Erwachsenen reicht kaum um über die Runden zu kommen. Obwohl Kinderabeit bis zu einem gewissen Alter verboten ist, kümmert sich kaum jemand darum, denn jede Münze mehr im Geldbeutel bedeutet Essen. Diese Zeit war auch der Beginn der Gewerkschaften, die sich gegen die unmenschlichen Methoden und Grausamkeiten der Arbeitgeber zu wehren begannen. Mit Josef Hartmann lernt Irene einen dieser Männer kennen, die sich für die Rechte der Arbeiter einzusetzen versuchen. Aber auch bei Franz auf dem Weingut ist nicht alles eitel Sonnenschein. Immer wieder gibt es Streitereien, bis Franz sich vom Vater und der Heimat abwendet. Als Sohn einer Französin fühlte er sich schon immer mehr als Franzose, anstatt als Deutscher. Durch die Besetzung des Elsasses durch die Preußen gerät er jedoch wieder in einem Konflikt, der ihn in große Gefahr bringen kann. Obwohl sich Franz anfangs vom Weingut abwendet, erfährt der Leser in diesem zweiten Teil mehr über den Weinanbau und auch den Versuch Eiswein herzustellen. Da ich selbst in der Nähe eines Weinbauangebietes wohne, war mir Eiswein bekannt, denn auch dieser wird bei uns in der Wachau erzeugt. Die Abläufe auf dem Weingut werden ebenso interessant dargestellt, wie die Versuche menschliche Bedingungen in den Textilfabriken zu erlangen. Die Autorin hat wie üblich eine akribische Recherche betrieben, die diese Zeit des Umbruchs wunderbar lebendig werden lässt. Im dritten Erzählstrang, der sich um Pauline dreht, erlebt man als Leser Methoden, die in der Psychatrie eingesetzt werden, die einem sprachlos zurücklassen. Ob es Pauline schafft zu überleben und die Anstalt wieder verlassen kann, müsst ihr selbst lesen. Das Ende ist diesmal nicht offen, was ich als angenehm empfunden habe. Trotzdem kann ich es kaum erwarten Band 3 in den Händen zu halten, der im September erscheinen wird. Schreibstil: Der Schreibstil von Marie Lacrosse/Marita Sprang ist wie immer einfach grandios. Sie schreibt fesselnd und man hat das Gefühl nur durch die Seiten zu fliegen...trotz der hohen Seitenanzahl. Die vielschichtige Handlung bietet Spannung und Dramatik. Jeder Charakter entwickelt sich in der Geschichte weiter und bei einem oder zwei erlebt man sogar noch eine große Überraschung. In der Klappbroschur findet ihr außerdem ein ausführliches Personenverzeichnis, ein Glossar, ein Nachwort der Autorin und eine kleine Leseprobe des dritten Teiles. Fazit: "Das Weingut: Aufbruch in ein neues Leben" hat mir noch besser gefallen als der erste Band der Reihe. Die Autorin hat diese Zeit des Umbruchs wunderbar lebendig werden lassen und wie immer fabelhaft recherchiert. Marie Lacrosse aka Marita Spang bringt wie kaum eine andere Autorin dem Leser Geschichte so wunderbar lebendig nahe, dass es eine Freude ist ihre Bücher zu lesen und mit ihren Figuren mitzufiebern.

Das Weingut - Aufbruch in ein neues Leben

Von: dorli Datum: 08. May 2019

In ihrem historischen Roman „Das Weingut - Aufbruch in ein neues Leben“ entführt Marie Lacrosse den Leser in die 1870er Jahre in die Pfalz und ins Elsass und zeichnet ein eindrucksvolles Bild der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Zahlreiche historische Fakten und Gegebenheiten wurden mit einer spannenden fiktiven Handlung verwoben und ermöglichen dem Leser einen umfassenden und facettenreichen Blick auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen zur damaligen Zeit. „Aufbruch in ein neues Leben“ ist der zweite Band der mitreißenden Familiensaga rund um die Weinhändler-Familie Gerban und knüpft direkt an die Geschehnisse des ersten Teils an. Ich halte es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den Lesegenuss dieser spannenden Fortsetzung noch erhöht. Marie Lacrosse hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder mit den Akteuren vertraut und habe gespannt das Geschehen verfolgt. Die Geschichte beginnt im Februar 1871 und wird in mehreren Handlungssträngen erzählt. Der Krieg ist zu Ende und Franz Gerban versucht, seinen Platz im Leben zu finden. Gar nicht so leicht für den beinamputierten knapp 21-Jährigen, denn sein Vater Wilhelm versucht ihn mit hinterhältigen Machenschaften zu gängeln. Franz Mutter Pauline – sie wurde auf Wilhelms Veranlassung wegen ihrer Laudanum-Sucht in die Irrenanstalt Klingenmünster eingewiesen – verweigert mittlerweile jeglichen Kontakt zu ihm. Außerdem ist seine große Liebe Irene spurlos verschwunden. Pauline erholt sich zunächst und versucht einen Ausweg aus ihrer Verwahrung zu finden, wird aber mit Medikamenten ruhiggestellt. Erst als in der Anstalt eine Pocken-Epidemie ausbricht, wendet sich das Blatt für sie. Irene ist mittlerweile Mutter eines Sohnes und versucht, den Lebensunterhalt für sich und den kleinen Fränzel als Textilarbeiterin in einer Tuchfabrik zu verdienen. Sie arbeitet bis zur völligen Erschöpfung und hat dennoch kaum genug zum Leben. Als sie den Arbeiterführer Josef kennenlernt, hofft sie auf eine bessere Zukunft. Marie Lacrosse wartet mit einer Fülle spannender Themen auf, die die Menschen damals bewegt und beschäftigt haben. Neben der Produktion von Wein geht es um die katastrophalen Arbeitsbedingungen in den Fabriken und die ersten Versuche der Arbeiter, die Zustände zu verbessern. Es geht um Kinderarbeit, Unfallschutz und gerechtere Löhne. Außerdem werden die unwürdigen Verhältnisse in der Psychiatrie sowie damals anerkannte Heilmethoden beleuchtet. Und auch die Probleme bezüglich der politischen Zugehörigkeit Elsass-Lothringens nach dem Deutsch-Französischen-Krieg spart die Autorin nicht aus. „Das Weingut - Aufbruch in ein neues Leben“ hat mir sehr gut gefallen – eine spannende, mit vielen historischen Fakten verwobene Familiengeschichte, die anschaulich und lebendig erzählt wird.

Eine Dramatische und berührende Geschichte

Von: Ariettas Bücherwelt Datum: 02. May 2019

Inhaltsangabe: Quelle Goldmann Die Ehe zwischen dem Dienstmädchen Irene und dem reichen Erben Franz sollte eine Liebesheirat sein. Doch nach einer ungeheuerlichen Enthüllung von Franz' Vater verlässt die schwangere Irene ihren geliebten Bräutigam ohne ein Wort. Einsam bringt sie ihren kleinen Sohn zur Welt und tritt eine Stelle als Textilarbeiterin in einer Fabrik an. Die Bedingungen dort sind grausam, und Irene muss bis zur Erschöpfung arbeiten. Aber dann lernt sie den charismatischen Arbeiterführer Josef kennen, der ihr Kraft und Geborgenheit gibt. Obwohl sie Franz noch immer liebt, beginnt sie eine Beziehung mit ihm. Aber kann Irene den Verlust von Franz wirklich überwinden? Meine Meinung zur Autorin und Buch Marie Lacrosse , alias Marita Spang unter dem richtigen Namen sie historische Romane schreibt, ist schon mit ihrem Debüt im 1. Band ein großartiger Spagat gelungen. Man spürt schon beim Lesen, wie viel Liebe, Herzblut, Arbeit und Recherche sie auch in den 2. Teil wieder gesteckt hat. Diesmal geht es um die bürgerliche Gesellschaft, die Kinderarbeit, die Arbeitsbedingungen in den Tuchfabriken Ende des 19. Jahrhunderts. Auch der Arbeiterführer Josef Hartmann, eine fiktive Person spielt eine tragende Rolle. Den traurigen Verhältnissen in den Irrenanstalten. Auch die Arbeit in den Weinbergen und die Liebe kommen nicht zu kurz. Ebenso die Nachkriegsfolgen und deren Auswirkungen. Sie beschreibt alles so Bildhaft und schonungslos, das man schockiert ist, besonders was die Kinderarbeit und die Irrenanstalten betrifft. Da kamen einem beim Lesen schon mal die Tränen, und man hätte gerne die Menschen in den Arm genommen. Sie hat Fiktives und Wahrheit, und die verschiedenen Erzählstränge wunderbar miteinander verwebt.Ihr Schreibstil ist wie immer, klar, kraftvoll und Einfühlsam. Sie nimmt einem an der Hand, und lässt uns eintauchen in die Geschichte. Ihre Figuren sind so real und lebendig beschrieben, das man mit ihnen verschmilzt, lacht und weint. Eine gelungene Fortsetzung, ich freue mich schon auf Teil 3 im September. Ich habe wieder etwas dazu gelernt , das der erste Eiswein 1930 aus einer Not heraus erfunden wurde. Was habe ich mitgelitten mit Pauline, in der Irrenanstalt Klingenmünster, wie konnte man nur so brutal mit den Patienten umgehen. Es war ja, wie Folter im Mittelalter, besonders dieser Doktor Dietrich,bei dem hatte ich das Gefühl, das es ihm Freude und Genuss bereitet. Ich habe gebetet und gehofft, das es ihrem Sohn Franz gelingt, sie daraus zu befreien. Jedenfalls Paulines Mann wird nichts dafür tun, weshalb und warum erfahren wir beim Lesen. Was Irene und Franz, betrifft hatte ich wenig Hoffnung, besonders nachdem Herr Gerban ihr eröffnet hat, Franz sei ihr Halbbruder. Eine Lüge, oder will er sie auch nur aus dem Weg haben? Irene ist schwanger von Franz, und verschwindet bei Nacht und Nebel um sich eine andere Arbeit in Lambrecht zu suchen. Der Weg ist steinig und hart, die Arbeitsbedingungen, mörderisch, brutal und Unterbezahlt. Besonders die Kinderarbeit, fand ich entsetzlich, das ging mir besonders sehr nah, der Hunger, das Elend und die Armut, können wir uns heute nicht mehr vorstellen. Es ging mir unter die Haut. Kein wunder das es den Arbeitsführer Josef Hartmann, auf den Plan ruft, der für Streiks und eine Arbeiterpartei wirbt. Irene lernt durch ihre Kollegin Emma, diesen Josef kennen, und lässt sich mit der Zeit von ihm und seinen Gedanken anstecken. Josef ist sehr angetan von Irene, und auch ihrem Schicksal. Er würde sie gerne heiraten, und dem kleinen Fränzel ein guter Vater sein. Den Irene hat ihre mühe und Not sich mit dem Kind durchzubringen, es wäre ein Ausweg, aber tief im Herzen liebt sie Franz noch, es ist so spürbar, das man ihr gerne helfen würde. Aber auch das Leben von Franz, steht vor großen Veränderungen, mit 21 ist er volljährig, ihm steht das Erbe seiner Mutter Pauline zu. Hier lernte ich Franz von einer ganz anderen Seite kennen, ein Mann der die Ärmel hoch krempelt, sich für seine Arbeiter einsetzt, und seinem Vater, endlich die Stirn bietet. Aber in Gedanken ist er oft bei Irene, er kann sie nicht vergessen, und fragt sich warum sie heimlich verschwand. Er versucht sie zu suchen, es ist wie eine Stecknadel im Heuhaufen. Nur seine Mutter Pauline könnte ihm vielleicht helfen, und die ist in der Irrenanstalt. Ein Roman voller unvorhergesehener Wendungen, über zwei Menschen die sich verzweifelt lieben , und es nicht schaffen über den Verlust hinweg zukommen. Ob sich zum Schluss, noch alles zum guten wenden wird, Pauline ihre Freiheit genießen kann, oder ob sich Irene und Franz in die Arme schließen können ? Findet ihr vielleicht beim Lesen heraus, also, bangen, hoffen und zittern.

Empfehlenswerte und gelungene Fortsetzung - hervorragend recherchiert!

Von: ann-marie Datum: 02. May 2019

Das Weingut – Aufbruch in ein neues Leben Der für den zweiten Band der s.g. Weingut-Saga gewählte Untertitel bezeichnet auf sehr treffende Weise den Inhalt dieses Buches. Die bereits aus dem ersten Band bekannten Protagonisten erwartet tatsächlich ein völlig neues Leben. Franz wird trotz anderer Pläne für sein Leben notgedrungen das elterliche Weingut übernehmen. Irene schlägt sich tapfer mit ihrem kleinen Sohn durchs Leben und muss notgedrungen mehrfach wieder von vorne beginnen. Pauline befindet sich nach einer Intrige Ihres Ehemannes in einem psychiatrischen Krankenhaus und kämpft dort mehr oder weniger um ihr Leben. Auch Mathilde, die egoistische und verzogene Tochter muss ihr bisheriges Leben neu überdenken und umgestalten. Neben diesen vielfältigen Einzelschicksalen, die meisterhaft zu einem Gesamtbild verwoben werden, erfährt man zudem sehr viel über Missstände der damaligen Zeit. Der Autorin ist es erneut meisterhaft gelungen, die heute unvorstellbar harten Arbeitsbedingungen der damaligen Zeit in einer Tuch- und Eisenwarenfabrik darzustellen. Dabei wird auch die damals übliche Kinderarbeit mit erschreckender Deutlichkeit vor Augen geführt. Arbeitsunfälle, basierend auf tatsächlichen Begebenheiten werden geschildert und lassen die Leser sprachlos zurück. Aber auch die harten Lebensbedingungen der arbeitenden Frauen und Männer, die Ungleichbehandlung sowie die mit der herrschenden Armut verbundenen familiären Konflikte werden hervorragend dargestellt und hinterlassen Betroffenheit beim Lesen. Besonders erwähnenswert ist auch der sehr verständlich und nachvollziehbar aufgezeichnete Beginn der Gewerkschaften. Sehr interessant zu lesen, mit welchen Problemen die Gründer zu kämpfen hatten. Darüber hinaus erhält man auch Einblick in die – heute würde man sagen unmenschliche - Behandlung psychisch erkrankter Personen und die Verhältnisse in den entsprechenden Einrichtungen. Da die Autorin ihren Büchern akribische Recherchearbeiten voranstellt, bestehen keine Zweifel an dem Wahrheitsgehalt der in dem Roman geschilderten Methoden und Zustände. Der auf knapp 670 Seiten angesiedelte Roman überzeugt von der ersten bis zur letzten Seite. Vorteilhaft ist natürlich, wenn man bereits den ersten Band gelesen hat. Der Einstieg gelingt rasch und mühelos. Aber auch ohne diese Kenntnisse gelingt ein leichter Zugang und wichtige Stationen im Lebensweg der Protagonisten werden geschickt in den aktuellen Roman eingefügt. Eine meisterhaft erzählte Familiengeschichte, mit sehr viel Hintergrundinformationen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, die geschickt mit den handelnden Personen verknüpft werden. Und gerade diese inzwischen vergessenen und unbekannten Hintergrundinformationen, heben auch diesen Roman über die üblichen Familien-Sagas hinaus. Aus den Romanen von Marie La Crosse (oder auch Marita Spang) erhält man immer wieder Neues, Unbekanntes aber sehr Wichtiges aus längst vergangener Zeit deutscher Geschichte, das auch heute noch von Bedeutung ist. Ihre Bücher sind nicht nur empfehlenswert – sie sind bildend und ein Genuss! Autor: Marie Lacrosse

Auch die Fortsetzung ist grandios

Von: Lea's Lesezauber Datum: 02. May 2019

Als ich das Cover gesehen habe, hat es mir sogar noch besser gefallen als das des ersten Teils. Ich habe trotz der düsteren Thematik damals das erste Buch verschlungen und schon sehnsüchtig auf dieses Fortsetzung gewartet! Und jetzt habe ich sogar schon gesehen, dass es im September den dritten Band gibt und das Cover ist sogar noch viel schöner, jetzt aber wieder zurück zu diesem Teil! Der Schreibstil ist wieder sehr ausführlich und bildlich, ich konnte mich gut in die Geschichte einfinden bzw. war es so wie wieder nach Hause zu kommen. Ich war sofort wieder gepackt von der Atmosphäre und meinen lieb gewonnenen Charakteren. Grundsätzlich greife ich zwar immer zu den angenehmen Büchern, die nicht unbedingt so dick sind aber bei diesen Büchern kann es nicht genug Seiten geben. Irene macht die größte Veränderung durch, sie kämpft und versucht sich ein neues Leben aufzubauen natürlich wird es nicht einfacher für sie und Verluste kommen auch noch dazu. Ich habe dieses neue Setting sehr genossen, der Krieg steckt allen noch in den Knochen und doch passt der Titel perfekt denn es ist ein Aufbruch in eine neue Zeit. Besonders gut finde ich, dass ich alles so angenommen habe und an nicht einem kleinen Punkt gezweifelt habe, denn es wirkt alles stimmig und vor allem sehr spannend. Die Kapitel verfliegen und mit jeder Seite die man dem Ende näher kommt wird es schwieriger das Buch aus der Hand zu legen. Ich kann diese historische Reihe nur weiter empfehlen! Fazit: Auch die Fortsetzung hat mir sehr gut gefallen, die Seiten fliegen nur so dahin, ich mag die Charaktere und habe vor allem mit ihnen gelitten. Grausam und ohne etwas zu beschönigen erzählt die Autorin von dem Aufbruch in eine neue Zeit und Kriegserlebnisse der besonderen Art. Ich freue mich riesig auf die Fortsetzung, die schon im September erscheint!

Eine Liebesgeschichte in schwierigen Zeiten. Toll recherchiert und wundervoll geschrieben.

Von: Raeubertochter76 Datum: 30. April 2019

Das Cover allein ist schon traumhaft. Es ist genauso wunderschön und passend gestaltet wie das von Teil I. Sie passen hervorragend zusammen und sehen toll aus im Bücherregal. Vor allem die Haptik liebe ich. Der Schreibstil ist ebenfalls wie erwartet flüssig und lässt sich gut lesen. Durch Rückblicke und Erläuterungen kann man nahtlos an den ersten Teil anschließen und sich wieder ganz in der Welt kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts und in die Geschichte um Irene und ihren Franz verlieren. Was mir schon beim ersten Teil besonders gut gefallen hat, sind die kurzen Kapitel unterteilt nach Orten und Personen. In drei Handlungssträngen wird die Geschichte weitergesponnen. Einer handelt davon, wie es Irene ergeht und wie sie versucht, die Arbeiterbewegung zu unterstützen ohne dabei die Verantwortung für ihren Sohn aus den Augen zu verlieren. Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Franz, wie er verzweifelt versucht, eine Erklärung dafür zu finden, warum Irene ihn verlassen hat. Er nutzt jede Möglichkeit die sich ihm bietet, um seine große Liebe wieder zu finden. Gleichzeitig versucht er beruflich seinen Weg zu finden und muss zahlreiche Steine, die ihm von seinem Vater in den Weg gelegt werden, beiseite räumen. Die Liebesgeschichte, die diese beiden Handlungsstränge miteinander verbindet und auch die eingewobene Dreiecksbeziehung werden einfühlsam erzählt und nehmen einen unglaublich mit. Der letzte Handlungsstrang befasst sich mit Franz Mutter Pauline, die von ihrem Mann zu Unrecht in eine Irrenanstalt eingewiesen wurde und dort mit den grausamsten Mitteln ruhig gestellt wird. Auch hier jagen einem die Erzählungen so manchen Schauer über den Rücken. Sicher nicht einfach, aber der Autorin wieder ausgesprochen gut gelungen, ist die Einarbeitung der historischen Hintergründe dieser Zeit. Was mir in diesem Band besonders gut gefallen hat, war, dass man mehr über den Weinanbau erfahren hat. Der kam mir nämlich im ersten Band etwas zu kurz. Ebenfalls lernt man nebenbei einiges über die Arbeiterbewegung und erfährt wie es damals in Fabriken zugegangen ist. Auch wenn es „nur“ Kopfkino ist, allein die Vorstellung davon, wie es unseren Vorfahr*innen vor 150 Jahren ergangen ist, schien manchmal nur schwer zu ertragen, insbesondere was Kinderarbeit und die Behandlung von Frauen betrifft. Mit jedem Lesefortschritt wird man dankbarer, was die Menschen damals für unsere jetzigen Arbeits- und Lebensbedingungen getan haben. Fazit: Sofern man bereits Band I gelesen hat, ist es für mich eine klare Leseempfehlung, insbesondere vor dem Hintergrund des großen Umfangs. Denn so haben auch Schnellleser*innen wie ich länger etwas von dem Buch. Wobei die Spannung, die in allen drei Handlungssträngen aufgebaut wird, zusammen mit dem angenehm lesbaren Schreibstil es unsagbar schwer machen, das Buch aus der Hand zu legen. Ich kann es jedenfalls kaum erwarten bis Teil III erscheint. Anmerkung: Das Buch wurde mir im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies beeinträchtigt in keiner Weise meine Bewertung.

Das Weingut - Aufbruch in ein besseres Leben

Von: MarySophie Datum: 29. April 2019

Handlung: Weißenburg im Elsass 1871 Nach der fürchterlichen Enthüllung von Franz' Vater sieht Irene nur einen Ausweg. Die schwangere junge Frau verlässt ihren Verlobten heimlich und bringt ihren Sohn in einer anderen Stadt zur Welt. Dort verdingt sich die Frau in einer Textilfabrik, wo sie tagtäglich hart schuften muss. Und das für einen geringen Lohn, der kaum zum überleben ausreicht. Gegen diese Umstände rebelliert der Arbeiterführer Josef und Irene ist von seinen Ansichten begeistert. Schon bald wünscht sich Josef mehr als nur eine freundschaftliche Beziehung. Doch ist Irene dazu bereit, ihren geliebten Franz für immer aufzugeben? Gleichzeitig macht sich Franz große Gedanken um seine Geliebte und versucht, sie zu finden. Außerdem steht er vor seinem 21. Geburtstag und damit vor dem festgelegten Alter, nachdem er über das Vermögen seines Großvaters bestimmen kann. Doch dafür muss er die französische Staatsbürgerschaft beibehalten, was seinem Vater nicht sonderlich in den Sinn passt. Franz sieht eine Zukunft vor sich, in der er auf jeden achten muss und muss einige Wortgefechte überstehen, um eine führende Rolle im Weinbetrieb zu erhalten. Meinung: Das Cover finde ich recht hübsch, es ist definitiv schön gestaltet und gibt durch die Weinreben, das Gutshaus und die Landschaft im Hintergrund Details des Inhalts wieder. Ich finde es etwas schade, dass die Schriftfarben so unterschiedlich sind, von einem satten Rot des Titels hin zu einem hellblauen Autorennamen, der Untertitel wiederum in schwarz. Der Verlag wurde unten in weiß abgebildet. Das ist mir doch etwas zu viel, eine Beschränkung auf zwei Farben hätte ich besser gefunden. Es liegt eine Klappbroschur vor, das Cover ähnelt dem ersten Teil und es wirkt ziemlich harmonisch. Mich stört leider die Griffigkeit des Buches etwas, es liegt nicht glatt in der Hand sondern die Broschur wurde aus einem besonderen Material hergestellt. Ich kann leider nicht genau benennen, wie das Material heißt, ich finde es nicht ganz so bezaubernd und angenehm. Direkt beim ersten Aufschlagen findet der Leser Ausschnitte aus Werken vor, die man zuerst nicht ganz einordnen kann, deren tieferer Sinn sich erst bei dem Lesen ergibt. Darin wird die Lage der Arbeiter beschrieben und ich hatte diese zwischenzeitlich vergessen. Erst als ich den Roman beendet hatte, habe ich wieder daran gedacht und in Zusammenhang mit den Nachwort und natürlich der Handlung finde ich dies ein schönes Extra, welches die wirkliche Arbeitssituation nochmals gut zusammenfasst. Direkt darauf folgt ein Personenverzeichnis mit Details und Familienverhältnissen. Hier gibt es eine Unterteilung in verschiedene Kategorien, historisch belegte Persönlichkeiten wurden besonders markiert. Bevor ich mit dem Lesen begonnen hatte, habe ich mir die Aufstellung einmal durchgelesen, sofort waren mir die Namen wieder bekannt und mir sind Zusammenhänge wieder eingefallen. Ich fand es sehr hilfreich, dass die Namen so ausführlich abgedruckt wurden. Es tritt eine Vielzahl an Charakteren auf und ab und an kann man doch ein bisschen durcheinander kommen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass im ersten Teil eine Karte gab, die mir stark dabei geholfen hat, die Orte zu lokalisieren. Hier war dies leider nicht vorhanden und ich habe mir als Gedankenstütze und zum besseren Verständnis den Auftaktroman wieder rausgesucht, um diese Karten zu nutzen. Ich finde es richtig schade, dass die Karten nicht auch in dieser Ausgabe gedruckt wurden. Ich muss sagen, dass mir der Einstieg in den Roman recht schwer fiel. Ich habe mich richtig auf das Lesen gefreut, nachdem ich den ersten Teil richtig gut fand. Doch es lag zu viel Zeit zwischen den Teilen und ich hatte nicht mehr alle Details und Geschehnisse im Kopf. Dadurch war es für mich wie ein Sprung ins kalte Wasser und ich musste mich an alles gewöhnen und in meinem Gedächtnis kramen. Bei diesem Buch ist es wirklich absolute Pflicht, den ersten Teil zu kennen und gelesen zu haben, um der Handlung folgen zu können. Natürlich hat das ab und an den Lesefluss gestört. Alle Geschehnisse werden von einem allwissenden Erzähler preisgegeben, der zu jedem Thema Hintergründe weiß, aber nicht immer sein Wissen komplett preisgibt. Doch gerade die Andeutungen, dass es noch weitere Geheimnisse gibt und diese sehr wahrscheinlich im weiteren Verlauf gelüftet werden, hat mir richtig gut gefallen. So blieb die Spannung durchweg hoch und ich habe mit Freude weitergelesen. Die Schreibweise war angenehm, einfach gehalten, aber auch mit Gebrauch vieler Fachbegriffe. Teilweise fand ich Vorgänge, gerade die der Weinherstellung, doch etwas kompliziert beschrieben, für mich als Laien war es schwer, diese nachzuvollziehen. Besonders ansprechend und berührend geschrieben waren die Vorgänge in den verschiedenen Fabriken, da wirkte alles sehr lebendig und ich habe unglaublichen Respekt vor den Menschen von damals, die Tag und Nacht gefühlt nur gearbeitet haben. Doch gerade auch bei solchen Stellen wie gerade eben genannt, wird deutlich, dass die Autorin viel Zeit in eine ausführliche und genaue Recherche gesteckt hat, um alles aussagekräftig und direkt zu beschreiben. In die Handlung eingebunden wurden einige Ereignisse, die sich tatsächlich so zugetragen haben und dem Roman dadurch viel Authentizität verliehen haben. Im Nachwort wird dann genau zwischen Wahrheit und Fiktion unterschieden, außerdem gibt es Hinweise auf genutzte Literatur. Trotz der guten Recherche waren die historischen Ereignisse manchmal etwas zu kompliziert oder knapp beschrieben, ich hätte mir mehr Details gewünscht oder das die Taten langsamer erzählt wurden. Manchmal waren doch einige Details auf sehr wenige Seiten gequetscht, was mir zu hektisch geschrieben war. Viele Protagonisten waren mir noch aus dem ersten Teil bekannt und durch ihr Auftreten wurden bei mir sofort wieder Erinnerungen geweckt. Sie haben ihre Charakterzüge behalten und sind sich treu geblieben. Ich fand es diesmal interessant zu betrachten, wie sich gerade Franz, aber auch Mathilde entwickelt und verändert. Das wurde immer deutlicher und ich fand diese Entwicklung richtig gut. Aus den Geschwistern wurden richtige Erwachsene, die ihre jugendlichen Züge so gut wie abgelegt haben und die aus Erlebnissen stärker geworden sind. Fazit: Ein guter zweiter Teil, den ich trotz der knapp 700 Seiten innerhalb von fünf Tagen verschlungen habe. Allgemein fand ich die Handlung richtig spannend und fand die erzählerischen Sprünge zwischen den Orten und damit auch den Personen sehr gut. So kam immer wieder Abwechslung und natürlich auch Spannung in die Handlung. Doch es gab auch kleine Kritikpunkte, u.a. manche Beschreibungen der Weinherstellung oder die Wiedergabe von historischen Ereignissen. Trotz allem bin ich nach der Leseprobe für den dritten Teil unglaublich gespannt, wie alles weitergehen wird und welche Geheimnisse noch gelüftet werden.

Fesselnde Fortsetzung

Von: nati Datum: 28. April 2019

Obwohl das Dienstmädchen Irene den Weinguterben Franz Gerber liebt, scheint es keine Zukunft zwischen den beiden zu geben. Der Vater von Franz hat sie mit einer erschreckenden Wahrheit konfrontiert, so dass die schwangere Irene Altenstadt von heute auf morgen verlässt ohne Franz eine Nachricht zu hinterlassen. Nach der Geburt findet sie Arbeit in einer Textilfabrik. Hier müssen die Beschäftigten unter schwierigsten Bedingungen arbeiten und die Entlohnung reicht kaum zum Überleben. Irene lernt den Arbeiterführer Josef kennen. Doch wird sie Franz vergessen können? Dieses ist der zweite Band der Weingut-Saga, der sich nahtlos an den ersten Teil „Das Weingut – In stürmischen Zeiten“ anschließt. Er umfasst einen Zeitraum von Februar 1871 – Dezember 1873. In den beiden Haupthandlungssträngen um Irene und Franz hat Marie Lacrosse gekonnt die damaligen Arbeitsbedingungen in den Fabriken mit einfließen lassen. Kinderarbeit war alltäglich und die Entlohnung für alle so gering, dass sie kaum zum Überleben reichte. Neben den Bedingungen in den Fabriken erfährt man auch viel über die Abläufe auf einem Weingut. Durch die Erzählweise wird der Zeitausschnitt in seiner Entwicklung und den Folgen auf das Alltagsleben der Menschen hautnah spürbar. Die Charaktere der Personen sind durch die Art ihres Handelns sehr facettenreich gezeichnet. Trotz einiger erschütternder Begleitumstände der damaligen Zeit, fehlt auch die Menschlichkeit nicht. Dieser historische Roman war für mich wieder ein besonderes Leseerlebnis und hat mich von der ersten Seite bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen. Ich würde am liebsten sofort weiterlesen, doch jetzt heißt es warten auf die Fortsetzung.

Das Weingut geht in die zweite Runde

Von: Philiene Datum: 27. April 2019

Das Weingut Aufbruch in ein neues Leben ist der zweite Teil der Reihe rund um ein Weingut zum Ende des 19ten Jahrhunderts. Nachdem die Schrecken des Krieges halbwegs überstanden sind geht die Geschichte von Irene und Franz weiter. Irene schafft es sich ein neues Leben als Arbeiterin in einer Fabrik aufzubauen. Dieses Leben ist alles andere als einfach. Wird aber von der Autorin grandios geschildert. Sie gibt tiefe Einblicke in die unmenschlichen Arbeitsbedingungen der damaligen Zeit und zeigt außerdem die Anfänge der Arbeiterbewegung. Franz dagegen ist verzweifelt, da er nicht weiss warum Irene ihn verlassen hat. Er muss mit seiner Kriegsverletzung klar kommen und sich gegen seinen Vater behaupten. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich bin immer wieder begeistert, über die gute Recherchearbeit der Autorin. Man liest niicht nur einen Roman sondern lernt eine Menge über das Leben zur damaligen Zeit und über den Weinbau. Ich fiebere schon gespannt dem dritten Teil entgegen.

Gelungene Fortsetzung

Von: nirak Datum: 27. April 2019

Die Liebe zwischen Franz und Irene scheint keine Zukunft zu haben. Die junge Frau hat sich dazu entschlossen, Franz zu verlassen. Sein Vater hat ihr Dinge erzählt, die es ihr unmöglich machen, bei ihm zu bleiben. Allein bekommt sie ihr Kind, denn sie ist schwanger, als sie geht. Nun muss Irene sich selbst versorgen. Es gelingt ihr ganz gut. Sie arbeitet in einer Textilfabrik. Erstmals muss sie lernen, wie schwer das Leben einer einfachen Arbeiterin ist, denn die Arbeit ist die Hölle. Sie werden ausgebeutet und Irene schuftet vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Sie lernt Josef kennen. Der junge Mann ist ein Arbeiterführer und will gegen die Ungerechtigkeiten der Obrigkeit ankämpfen. Erstmals hat die junge Frau wieder das Gefühl, jemanden gefunden zu haben, dem sie vertrauen kann, aber ihr Herz hängt immer noch an Franz. Kann sie ihn vergessen? Von vorn anfangen? „Das Weingut Aufbruch in ein neues Leben“ ist der zweite Band einer Familiensaga aus dem Elsass. Er beginnt genau dort, wo der erste Band endet. Es empfiehlt sich also, diesen Teil gelesen zu haben. Es gibt zwar einige Rückblenden, die dafür sorgen, dass man sich zurechtfinden kann, aber es entgeht einem doch einen Großteil der Vorgeschichte. Ich finde auch, dass man die Zusammenhänge besser nachvollziehen kann, wenn man die ganze Geschichte gelesen hat. Die Autorin erzählt aber nicht nur eine einfache Liebesgeschichte zwischen einem gut betuchten jungen Mann und einer Angestellten, sondern viel mehr von dem Leben dieser Zeit in den Jahren 1871-1873. In zwei Handlungssträngen erlebt der Leser, wie sich das Leben von Franz und Irene gestaltet hat. Während Franz sich dem Weingut zuwendet, muss Irene lernen, was es heißt, sich selbst versorgen zu müssen. Gerade die junge Frau ist gefangen in der Arbeiterwelt der Textilherstellung. Zu lesen, wie diese Menschen ausgebeutet wurden, ist auch heute noch, kaum zu ertragen. Kinder, die unter schwere Maschinen mussten, um sauberzumachen, und dabei ihr Leben riskierten waren nicht nur für Irene unglaublich. Der Kampf dieser Menschen um einen besseren Lohn, um bessere Lebensbedingungen und vieles mehr, hat Marie Lacrosse wunderbar in Szene gesetzt. Ich mochte das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Was aus Irene wird und wie es den Menschen ergangen ist, die ihren Weg gekreuzt haben. In dem zweiten Handlungsstrang erzählt die Autorin aus dem Leben von Franz. Sicher auch spannend, denn auch er hatte einiges zu überwinden. Wichtige Entscheidungen zu treffen und einiges wurde enthüllt, womit so wohl keiner gerechnet hat. Aber im Ganzen gesehen, hat mir der Handlungsstrang um Irene besser gefallen. Der historische Hintergrund bei ihr war spannend und großartig in die fiktive Geschichte um Irene gebettet. Er bittet viel Informatives aus dieser Epoche und erzählt gleichzeitig eine berührende Lebensgeschichte. „Aufbruch in ein neues Leben“ ist eine gelungene Fortsetzung und vielleicht sogar noch eine Spur besser, wie „In stürmischen Zeiten“. Ich habe diesen Band in nur wenigen Tagen gelesen und war begeistert. Die Aufteilung in zwei Handlungssträngen der Protagonisten, hat mir gefallen. Auch die Zusammenführung beider Leben war glaubwürdig erzählt. Es ist eigentlich fast nicht möglich, alles aufzuzählen, was mir an dieser Geschichte gefallen hat. Der Erzählstil der Autorin ist so facettenreich wie das Leben selber. Die Geschichte glaubwürdig und authentisch. Ich bin gespannt, was Teil 3 bringen wird, der ja bereits im Herbst 2019 erscheinen wird.

Eine grandiose Fortsetzung!

Von: Mareike Datum: 26. April 2019

Endlich konnte ich die Geschichte von Irene und Franz weiterlesen, denn dieses Buch ist nun die Fortsetzung von „Das Weingut-In stürmischen Zeiten.“ Schon von der ersten Seite an, war ich wieder in der Geschichte gefangen und konnte die Familie aus dem Elsass auf all ihren Wegen begleiten. Zu lesen, wie Irene sich nun selbst versorgen muss, wie sie die harte Arbeit in der Textilfabrik meistert, war schon sehr heftig und ich habe regelrecht mit ihr mitgefühlt. Oft war ich richtig entsetzt darüber, wie die Menschen dort früher ausgebeutet wurden und vor allem, dass dort auch die Kinder schon mitarbeiten mussten, obwohl viele dadurch ihr Leben riskiert haben. Den Kampf der Arbeiter um ein bisschen mehr Lohn zu bekommen, damit man überleben konnte, war richtig heftig beschrieben und hat bei mir ein totales Gefühlschaos ausgelöst. Auch im zweiten Handlungsstrang zu verfolgen, was Franz alles erleben musste und wie man den hinterhältigen Vater noch besser kennnen lernte, war erschütternd zu lesen. Besonders gut gefallen hat mir auch, wie geschickt die Mutter von Franz in der Irrenanstalt Klingenmünster alles eingefädelt hat, um dort schnellstmöglich entlassen zu werden. Es gab auch hier in dieser Geschichte wieder viele Überraschungen und Wendungen, womit ich niemals gerechnet hätte, die aber auch das Buch so richtig spannend gemacht haben, sodass man es wirklich kaum aus der Hand legen konnte. Die Autorin hat einen wahnsinnig tollen und fesselnden Schreibstil und nun heißt es für mich wieder sehnsüchtig warten, bis im September dann der 3. Band erscheint. Ein wunderschönes Leseerlebnis und auf jeden Fall 5 Sterne verdient! Vielen Dank an den Verlag für dieses großartige Buch, welches ich als Rezensionsexemplar erhalten habe!

Klasse Buch

Von: mabuerele Datum: 26. April 2019

„...Ich würde schon gern mehr lernen, Herr Franz, und ich danke auch recht schön für Ihr Angebot. Doch ich kann Mutter nicht mit den Kleinen allein lassen...“ Franz hat im deutsch-französischen Krieg Karl Krüger sterben sehen. Er hat ihm geschworen sich um die Familie zu kümmern, denn Karl hat auf dem Weingut seines Vaters gearbeitet. Doch Franz` Idee lässt sich nicht umsetzen. Die Familie braucht die Hilfe und den Verdienst des Jungen. Nach einem Besuch seiner Mutter in der Irrenanstalt muss Franz resigniert feststellen, dass sie ihn nicht mehr sehen möchte. Es sollte lange dauern, bis er die wirklichen Hintergründe erfährt. Irene hatte nach der Geburt ihre Arbeit verloren. Glücklicherweise findet sie eine neue Stelle als Nopperin. Damit wären die drei wesentliche Handlungsstränge des Romans kurz skizziert. Die Geschichte schließt zeitnah an den ersten Teil an. Die Autorin hat eine spannende und abwechslungsreiche Fortsetzung geschrieben. Zu Beginn des Buches wird mir als Leser nochmals kurz die Familie vorgestellt. Laut dem Erbvertrag ist Franz der alleinige Erbe seiner Mutter. Nach seinem 21.Geburtstag, der in wenigen Monaten sein wird, kann er sein Erbteil verlangen. Damit sind Probleme in der Familie vorprogrammiert. Außerdem kann er Irene nicht vergessen. Doch er weiß nicht, wo sie ist und warum sie das Gut verlassen hat. Die Autorin hat sich in diesem Band einigen gesellschaftlich relevanten Themen gewidmet und die geschickt mit der Familiengeschichte verknüpft. Das ist zum einen das Verhalten der preußischen Besatzer im Elsass. Die würden am besten alles verbieten, was an die französische Vergangenheit erinnert. Das betrifft nicht nur die Sprache, sondern auch die Verwendung der französischen Nationalfarben. Ein Bürgermeister reagiert so: „...Das Elsass gehörte zwei Jahrhunderte lang zu Frankreich. Ich lasse mich nicht dazu zwingen, mir nichts, dir nichts zu einem strammen Preuße zu werden...“ Für Franz ist die Situation besonders kompliziert. Eigentlich ist er von mütterlicher Seite aus Franzose. Gleichzeitig ist er im Elsass immer in Gefahr, verhaftet zu werden, weil er auf Seiten der Franzosen gekämpft hat. Sein Vater hat ihm allerdings ohne sein Wissen einen deutschen Pass besorgt. Und das lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Damit speziell seine Tante Ottilie den Mund hält, wird der Onkel als Leiter des Weinguts großzügig bezahlt. Durch Irene lerne ich die Arbeitsbedingungen in einer Tuchfabrik kennen. Es zählt nur der Gewinn. Die Bezahlung der Arbeiterinnen ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Deshalb schicken sie schon ihre kleinen Kinder mit in die Fabrik, damit die Familienkasse geringfügig aufgebessert wird. Arbeitsschutz ist kein Thema. Wer sich verletzt, ist selbst Schuld. Die Männer ertränken ihren Frust im Alkohol und werden dann häufig gewalttätig. Die Reaktion des Betriebsleiters auf einen schweren Unfall eine Jugendlichen liest sich so: „...Jetzt schauen Sie sich doch mal diese Schweinerei an! Mindestens ein Ballen Wolle ist verloren, und es wird einen Tag dauern, bis hier alles geputzt ist...“ Dass es auch anders geht, erfährt Franz in einer Eisengießerei. Hier gibt es eine Sozialkasse für die Arbeiter. Betriebsunfälle führen zu einer Rentenzahlung. Erste Streiks und deren wenig befriedigendes Ende werden ebenfalls thematisiert. Sehr ausführlich wird auch die Arbeit auf dem Weingut beschrieben. Franz gelingt es, Eiswein zu produzieren. Gleichzeitig aber wird deutlich, dass Witterungsunbilden und zu späte Fröste zu hohen Verlusten führen können. Der Roman hat mir ausgezeichnet gefallen. Die vielschichtige Handlung vermittelt einen guten Eindruck von den Zeitverhältnissen. Genaue Beschreibungen der Örtlichkeiten, gut ausgearbeitete Gespräche und die unterschiedlichen Charaktere der Protagonisten, die für eine innere Spannung in der Handlung sorgen, machen das Lesen zum Vergnügen.

Die Zeit nach dem Deutsch-Französischen Krieg

Von: franzip86 Datum: 26. April 2019

nhalt: Nach der unfassbaren Nachricht von Franz's Vater, sieht Irene keine Zukunft mehr mit Franz. Sie bringt alleine ihren gemeinsamen Sohn zur Welt. Muss schlecht bezahlte Arbeit annehmen und lebt unter schlechten Bedinungen. Als sie Josef kennen lernt, scheint ihr Leben wieder vorwärtskommen. Aber kann sie jemals Franz vergessen? Auch dieser Teil hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte um Irene und Franz ging spannend weiter. Man will eigentlich immer wissen, ob sie sich je wieder treffen... Marie Lacrosse hat über die Zeit sehr gut recherchiert, über die Arbeitsbedingungen in den Fabriken und auch über die ersten Streiks. Es wurden auch Themen wie Gewalt von den Männern gegenüber der Frauen angesprochen. Ich finde auch, dass der Weinanbau sehr gut beschrieben wurde. Das Buch bekommt von mir 4 von 5 Sternen. Den Sternabzug gibt es, da es für mich zwischendurch etwas langatmig war. Aber es ist ein großartiges Buch und auf jeden Fall lesenswert. Ich bedanke mich, dass ich das Buch in der Leserunde mitlesen durfte und freue mich auf den 3. Band der im September 2019 erscheinen wird. Ich bin schon so gespannt wie es mit Irene und Franz weitergeht!

Äußerst gut recherchierter und emotionaler Roman

Von: Christina Boersch Datum: 24. April 2019

Im zweiten Teil der mitreißenden „Weingut-Saga“ beschreibt Marie Lacrosse die Zeit und die Veränderungen im Elsass nach dem Deutsch-Französischen Krieg. Da der zweite Teil genau da anfängt, wo der erste Teil endet, war ich gleich wieder in der Geschichte angekommen. Das ehemalige Dienstmädchen Irene bringt ihren kleinen Sohn zur Welt – fernab ihres Geliebten Franz. Sie glaubt Franz für immer verloren, da ihre Liebe verboten ist. Um sich und ihren kleinen Sohn zu ernähren, muss sie sich in einer Textilfabrik verdingen – dort herrschen furchtbare Arbeitsbedingungen und Irene muss bis zur totalen Erschöpfung 16 Stunden am Tag arbeiten. Auch mit der Sicherheit in der Fabrik steht es nicht zum Besten, immer wieder kommt es zu dramatischen Unfällen. Da regt sich unter den Arbeiterinnen und Arbeitern Widerstand gegen den Fabrikherren. In diesen Kämpfen um bessere Arbeitsbedingungen lernt Irene den Arbeiterführer Josef kennen –er gibt ihr Geborgenheit und Kraft. Doch noch immer überschattet ihre Liebe zu Franz diese neue Beziehung, Irene kann ihn einfach nicht vergessen. Franz ist nach dem Krieg versehrt auf das Weingut zurückgekehrt. Auch wenn das Elsass nun dem Deutschen Kaiserreich zugefallen ist, fühlt Franz sich nach wie vor als Franzose. Sein Vater tut alles dafür, dass es absolut geheim bleibt, dass Franz im Krieg auf Französischer Seite gekämpft hat, da er um die Zukunft des Weinguts bangt. Franz möchte nun in das Weingut einsteigen, um sich eine Zukunft aufzubauen.Doch auch Franz hat Irene nicht vergessen. Endlich hatte das Warten ein Ende – endlich konnte ich den zweiten Teil der „Weingut-Saga“ in den Händen halten und erfahren, wie es weiter geht. Wie im ersten Teil beschreibt Marie Lacrosse ihre Figuren wieder sehr intensiv und lebensnah. Viele Figuren (vorallem Irene) habe ich sehr ins Herz geschlossen, sie ist eine so starke Persönlichkeit – eine Frau, die man sich als Freundin an seine Seite wünscht. Sie kämpft nicht nur für ihr persönliches Glück – sondern auch gegen die fürchterlichen Lebensumstände der Menschen in ihrem Umfeld. Sie schaut nicht weg. Es kommen aber auch einige neue Figuren hinzu – nicht nur gute, sondern auch teils sehr unsympathische Personen. Die von Marie Lacrosse geschaffenen Personen bilden ein gutes Bild der Bevölkerung im 19. Jahrhundert ab. Der Stil des Buches ist äußerst packend: Es fiel mir teilweise so unendlich schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Hier wird Geschichte so lebendig, so lebensnah rübergebracht. Marie Lacrosse hat eine absolut beeindruckende Sprache: Mit dieser Sprache schafft sie es schreckliche Lebensumstände zu beschreiben, aber auch immer viel Hoffnung und Zuversicht mitschwingen zu lassen. Die großen Themen in diesem Buch sind der Weinbau, vorallem aber die grausamen Arbeitsbedingungen in Fabriken und der Umgang mit psychisch-kranken Menschen im 19. Jahrhundert. Zu diesen großen Themen hat die Autorin sehr viel und intensiv recherchiert – das merkt man. Ich habe mich sehr gefreut, dass in diesem Teil der Weinbau eine größere Rolle gespielt hat als im ersten Teil. Das Thema Industrialisierung und die Arbeitsbedingungen in den Fabriken machen einen Großteil des Buches aus. Hier musste ich beim Lesen teilweise sehr schlucken. Es ist heutzutage (zumindest in der westlichen Welt) einfach unvorstellbar, wie hart das Leben der Menschen damals war, wie sehr sie unter den Fabrikherren litten und vor allem was diese Herren sich rausnehmen konnten. Wenn ich mir vorstelle, dass es in vielen Ländern auf dieser Erde noch immer in Fabriken so zugeht, wird es mir anders… Aber auch die Beschreibungen zum Umgang mit psychisch-kranken Menschen haben mich sehr oft fassungslos zurück gelassen. Marie Lacrosse beschönigt hier nichts. Fazit: Ganz klare Leseempfehlung! Authentische und packende Handlung mit vielschichtigen Figuren. Ein ganz besonderes und beeindruckendes Buch.

Spannende Fortsetzung der Saga

Von: Nadine Dietz Datum: 14. April 2019

Ich habe mich sehr auf den 2.Teil der Weingut-Saga gefreut. Leider steht die Liebe von Irene und Franz unter keinem guten Stern und der Leser fiebert fast die ganzen 700 Seiten mit den beiden mit. Die Kapitel erzählen abwechselnd aus der Sicht von den beiden und Pauline, der Mutter von Franz. Die Spannung bleibt durchweg bestehen. Marie Lacrosse hat die Gabe, den Leser vollkommen zu fesseln. Es machte Freude, neues über das Weingut und die geschichtlichen Ereignisse und das Leben zu damaliger Zeit zu erfahren. Das Cover ist ähnlich des ersten Teils und ich finde es perfekt gestaltet. Obwohl die Saga wieder viele Seiten umfasst, hatte ich es recht schnell verschlungen. Meiner Meinung nach hätte es noch dicker sein dürfen, da der Schreibstil wieder sehr flüssig und bildhaft ist. Fazit: Ich freue mich sehr auf Teil 3, der im September 2019 erscheinen wird und vergebe begeisterte 4,5/5 ⭐

Die Zeiten waren nicht nur stürmisch, sondern geradewegs grausam ...

Von: Isabel Rommel Datum: 21. August 2018

Mit ihrem opulenten Romanwerk hat mich die überaus sympathische Autorin Marie Lacrosse, vielen von uns besser bekannt als Marie Spang, in die Zeit des deutsch-französischen Kriegs im Jahr 1870 entführt. Sie nahm mich mit in eine Welt, in der ich mich dank dieser Geschichte nun recht gut auskenne, vielleicht besser als mir lieb ist? Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, sie erspart uns als LeserInnen lediglich einige der ganz grausamen Details. Ich gestehe, ich musste das Buch ein paar Mal zur Seite legen, um die schlimmen Kriegsgeschehnisse in meinem Kopf zu verarbeiten. Warum, fragt man sich unweigerlich, haben wir daraus nichts gelernt und einige Jahrzehnte später mit dem ersten und zweiten Weltkrieg weiter gemacht? Doch wer sich nun abgeschreckt fühlt, dem sei versichert, dass es auch schöne Zeiten im Leben der Protagonistin Irene und dem jungen Franz Gerban gibt, die sich hoffnungslos in einander verlieben. Von Seiten des Vaters und der Schwester Mathilde werden jedoch Intrigen gesponnen, die ihresgleichen suchen. Mit aller Macht versuchen sie die beiden Liebenden zu trennen. Wird es am Ende ein Happy End geben? Diese spannungsgeladene Geschichte liest sich an manchen Stellen fast wie ein Kriminalroman. Geschickt lässt die Autorin das Buch mit einem Cliffhanger enden, so dass ich nun vor Neugier umkommend und Fingernägel kauend bis zum nächsten Frühjahr ausharren muss. Der nächste Band ist für mich ein absolutes Muss. Schon dieser erste Band bekommt eine wohlverdiente Leseempfehlung. Mit ihrem opulenten Romanwerk hat mich die überaus sympathische Autorin Marie Lacrosse, vielen von uns besser bekannt als Marie Spang, in die Zeit des deutsch-französischen Kriegs im Jahr 1870 entführt. Sie nahm mich mit in eine Welt, in der ich mich dank dieser Geschichte nun recht gut auskenne, vielleicht besser als mir lieb ist? Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, sie erspart uns als LeserInnen lediglich einige der ganz grausamen Details. Ich gestehe, ich musste das Buch ein paar Mal zur Seite legen, um die schlimmen Kriegsgeschehnisse in meinem Kopf zu verarbeiten. Warum, fragt man sich unweigerlich, haben wir daraus nichts gelernt und einige Jahrzehnte später mit dem ersten und zweiten Weltkrieg weiter gemacht? Doch wer sich nun abgeschreckt fühlt, dem sei versichert, dass es auch schöne Zeiten im Leben der Protagonistin Irene und dem jungen Franz Gerban gibt, die sich hoffnungslos in einander verlieben. Von Seiten des Vaters und der Schwester Mathilde werden jedoch Intrigen gesponnen, die ihresgleichen suchen. Mit aller Macht versuchen sie die beiden Liebenden zu trennen. Wird es am Ende ein Happy End geben? Diese spannungsgeladene Geschichte liest sich an manchen Stellen fast wie ein Kriminalroman. Geschickt lässt die Autorin das Buch mit einem Cliffhanger enden, so dass ich nun vor Neugier umkommend und Fingernägel kauend bis zum nächsten Frühjahr ausharren muss. Der nächste Band ist für mich ein absolutes Muss. Schon dieser erste Band bekommt eine wohlverdiente Leseempfehlung.

Eine Dramatische und berührende Geschichte

Von: Ariettas Bücherwelt Datum: 02. May 2019

Meine Meinung zur Autorin und Buch Marie Lacrosse , alias Marita Spang unter dem richtigen Namen sie historische Romane schreibt, ist schon mit ihrem Debüt im 1. Band ein großartiger Spagat gelungen. Man spürt schon beim Lesen, wie viel Liebe, Herzblut, Arbeit und Recherche sie auch in den 2. Teil wieder gesteckt hat. Diesmal geht es um die bürgerliche Gesellschaft, die Kinderarbeit, die Arbeitsbedingungen in den Tuchfabriken Ende des 19. Jahrhunderts. Auch der Arbeiterführer Josef Hartmann, eine fiktive Person spielt eine tragende Rolle. Den traurigen Verhältnissen in den Irrenanstalten. Auch die Arbeit in den Weinbergen und die Liebe kommen nicht zu kurz. Ebenso die Nachkriegsfolgen und deren Auswirkungen. Sie beschreibt alles so Bildhaft und schonungslos, das man schockiert ist, besonders was die Kinderarbeit und die Irrenanstalten betrifft. Da kamen einem beim Lesen schon mal die Tränen, und man hätte gerne die Menschen in den Arm genommen. Sie hat Fiktives und Wahrheit, und die verschiedenen Erzählstränge wunderbar miteinander verwebt.Ihr Schreibstil ist wie immer, klar, kraftvoll und Einfühlsam. Sie nimmt einem an der Hand, und lässt uns eintauchen in die Geschichte. Ihre Figuren sind so real und lebendig beschrieben, das man mit ihnen verschmilzt, lacht und weint. Was habe ich mitgelitten mit Pauline, in der Irrenanstalt Klingenmünster, wie konnte man nur so brutal mit den Patienten umgehen. Es war ja, wie Folter im Mittelalter, besonders dieser Doktor Dietrich,bei dem hatte ich das Gefühl, das es ihm Freude und Genuss bereitet. Ich habe gebetet und gehofft, das es ihrem Sohn Franz gelingt, sie daraus zu befreien. Jedenfalls Paulines Mann wird nichts dafür tun, weshalb und warum erfahren wir beim Lesen. Was Irene und Franz, betrifft hatte ich wenig Hoffnung, besonders nachdem Herr Gerban ihr eröffnet hat, Franz sei ihr Halbbruder. Eine Lüge, oder will er sie auch nur aus dem Weg haben? Irene ist schwanger von Franz, und verschwindet bei Nacht und Nebel um sich eine andere Arbeit in Lambrecht zu suchen. Der Weg ist steinig und hart, die Arbeitsbedingungen, mörderisch, brutal und Unterbezahlt. Besonders die Kinderarbeit, fand ich entsetzlich, das ging mir besonders sehr nah, der Hunger, das Elend und die Armut, können wir uns heute nicht mehr vorstellen. Es ging mir unter die Haut. Kein wunder das es den Arbeitsführer Josef Hartmann, auf den Plan ruft, der für Streiks und eine Arbeiterpartei wirbt. Irene lernt durch ihre Kollegin Emma, diesen Josef kennen, und lässt sich mit der Zeit von ihm und seinen Gedanken anstecken. Josef ist sehr angetan von Irene, und auch ihrem Schicksal. Er würde sie gerne heiraten, und dem kleinen Fränzel ein guter Vater sein. Den Irene hat ihre mühe und Not sich mit dem Kind durchzubringen, es wäre ein Ausweg, aber tief im Herzen liebt sie Franz noch, es ist so spürbar, das man ihr gerne helfen würde. Aber auch das Leben von Franz, steht vor großen Veränderungen, mit 21 ist er volljährig, ihm steht das Erbe seiner Mutter Pauline zu. Hier lernte ich Franz von einer ganz anderen Seite kennen, ein Mann der die Ärmel hoch krempelt, sich für seine Arbeiter einsetzt, und seinem Vater, endlich die Stirn bietet. Aber in Gedanken ist er oft bei Irene, er kann sie nicht vergessen, und fragt sich warum sie heimlich verschwand. Er versucht sie zu suchen, es ist wie eine Stecknadel im Heuhaufen. Nur seine Mutter Pauline könnte ihm vielleicht helfen, und die ist in der Irrenanstalt. Ein Roman voller unvorhergesehener Wendungen, über zwei Menschen die sich verzweifelt lieben , und es nicht schaffen über den Verlust hinweg zukommen. Ob sich zum Schluss, noch alles zum guten wenden wird, Pauline ihre Freiheit genießen kann, oder ob sich Irene und Franz in die Arme schließen können ? Findet ihr vielleicht beim Lesen heraus, also, bangen, hoffen und zittern.