Elizabeth George

Wer Strafe verdient

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Die Bürger des englischen Städtchens Ludlow sind zutiefst entsetzt, als man den örtlichen Diakon eines schweren Verbrechens beschuldigt und ihn verhaftet. Kurz darauf wird er in Polizeigewahrsam tot aufgefunden. Im Auftrag Scotland Yards versucht Sergeant Barbara Havers Licht ins Dunkel um die geheimnisvollen Vorfälle zu bringen. Zunächst weist tatsächlich alles auf den Selbstmord eines Verzweifelten hin – doch Barbara und mit ihr DI Thomas Lynley trauen dieser Version der Ereignisse nicht. Gemeinsam werfen sie einen genaueren Blick hinter die idyllische Fassade Ludlows – und entdecken, dass fast jeder hier etwas zu verbergen hat …

Ein guter neuer Fall für Inspector Thomas Lynley

Von: Buch und Ton Datum: 09. December 2018

Der aktuelle Roman der amerikanischen Kriminal-Autorin Elisabeth George rund um ihre Hauptfigur, Inspector Thomas Lynley, trägt den Titel "Wer Strafe verdient" und ist zugleich der 20. Fall für den eigenwilligen Ermittler. Das Buch ist über seine mehr als 850 Seiten hinweg gut strukturiert. Zu Beginn skizziert die Autorin das Leben im kleinen englischen Städtchen Ludlow vielleicht ein wenig zu intensiv, allerdings kann man sich als Leser dadurch sehr gut in das spezielle Leben der dortigen Einwohner hineindenken und im weiteren Verlauf des Romans dann auch die beschriebenen Verhaltensweisen diverser Einwohner besser nachvollziehen und verstehen. "Wer Strafe verdient" dreht sich um ein mysteriöses Verbrechen, dessen der örtliche Diakon des kleinen Ortes beschuldigt wird. Aufgrund der ersten Wahrnehmungen deutet bei dem Todesfall, dessen sich Sergeant Barbara Havers gemeinsam mit DI Thomas Lynley annimmt, alles auf einen Selbstmord hin. Doch nichts ist bekanntlich auf den ersten Blick so, wie es scheint. Nicht der Fall als solches und auch nicht die scheinbare Idylle des kleinen Städtchens Ludlow. Und mehr tiefer die beiden Ermittler in das kleine Städtchen, seine Hierarchien und die Besonderheiten der Verhältnisse der Einwohner eintauchen, umso seltsamer erscheinen die Dinge plötzlich. Elisabeth George hat mit "Wer Strafe verdient" nicht nur einen neuen und zugleich sehr spannenden und recht kurzweiligen Roman rund um Sergeant Barbara Havers und DI Thomas Lynley verfasst, sie zeigt mit den angesprochenen Umständen und Verhaltensweisen der Figuren des Romans zugleich einmal mehr die gesellschaftlichen Abgründe der heutigen Zeit auf.

Komplexes Beziehungsgeflecht

Von: Elke Heid-Paulus Datum: 21. November 2018

In Kürze, weshalb ich auch darauf verzichte, näher auf den Inhalt einzugehen: Ich kann die vielen negativen Rezensionen nicht nachvollziehen. Von Elizabeth George darf man keinen gemütlichen englischen Landhauskrimi der Sorte Mord-Ermittlung-Entlarvung des Täters erwarten. Und das Ganze am besten auf 250 Seiten, damit es schnell runtergelesen werden kann. Aber das hat sie ja bereits hinlänglich in den Vorgängerbänden der Reihe bewiesen. Ihr Anliegen ist es, das komplizierte Beziehungsgeflecht im Umfeld des Verbrechens darzustellen, und das gelingt ihr auch in "Wer Strafe verdient" perfekt. Ja, und das benötigt Raum - in diesem Fall stark über 800 Seiten. Natürlich sind nicht alle Informationen für die Aufklärung relevant, aber so kann sich der Leser ein wesentlich besseres Bild von den Umständen machen, die zu dem Verbrechen führen. Und auch die Befindlichkeiten und persönlichen Probleme der Protagonisten von Scotland Yard - Havers, Lynley und Ardery - gehören meiner Meinung dazu, steht es doch außer Frage, dass diese die Ermittlungsarbeit gehörig beeinflussen. Für mich war dieser Band jedenfalls wieder das beste Beispiel für einen aus der Masse hervorstechenden englischen Whodunit, der wieder einmal mehr beweist, dass Elizabeth George zurecht als Queen of Crime zu bezeichnen ist. Punkt!

Strafe - mehr als verdient

Von: Foxis Bücherschrank Datum: 07. November 2018

Was schreibe ich jetzt, ohne zu viel zu verraten? Es ist schwierig, denn wenn ich jetzt auf das Buch eingehe, kann ich das nicht, ohne evtl. einen Spoiler loszulassen. Da ich das nicht möchte sage ich hier nur so viel: Der Autorin ist wieder mal ein Volltreffer gelungen. Um die umfangreichen Ermittlungen herum, beschreibt sie die oft komplizierten Familienangelegenheiten in erstaunlicher Vielseitigkeit.  Man fühlt sich in vielen Situationen hineinversetzt.  Die Beschreibungen der Ortschaften sind wie immer so präzise, dass man ohne weiteres als Tourist jeden Weg wieder erkennen kann. Die Handlung selbst ist aktuell und keineswegs an den Haaren herbeigezogen. Lynley und Havers agieren Gottseidank wieder in gewohnter Weise. Elizabeth George gelingt es immer wieder. Das erste Buch war damals keinesfalls auch der erste Fall, sondern ich habe mit dem Dritten Fall begonnen, ohne zu wissen das es eine Reihe ist. Da kam ich aber schnell hinter. Ermittlungstechnisch könnte man die Bücher ja lesen wie man will, aber da auch das Privatleben der beiden Ermittler immer mehr in den Fokus rückt, ist es ratsamer mit Teil 1 anzufangen. Man kann nur sagen, hauen Sie in die Tasten und lassen Sie den Leser weitere Fälle aufklären, Frau George. Perfekt für den Herbst. Ist wirklich so. Für mich sind die Bücher von Elizabeth George Herbst-Bücher.

In aller Breite und Ruhe gut erzählt, aber auch mit manchen Längen versehen

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 05. November 2018

Ein Diakon, einer, der Geistlicher werden wollte, aber die Abschlussprüfungen nicht bestanden hat. Einer, der zum „Bürger des Jahres“ gerade gewählt wurde, der sich einsetzt, für Kinder, für Arme, für die Gemeinde. Und ein anonymer Hinweis, genau dieser Diakon eine ungesunde Nähe zu Kindern pflegen soll. IN der heutigen Zeit ist klar, dass da nachgegangen wird. Verhaftung, warten auf „echte“ Polizisten in Ludlow (aufgrund der allgemeinen Einsparungen sind im Ort nur Hilfspolizisten ohne große Befugnisse zu Gange). Und dann wohl Suizid im Polizeirevier. So die offizielle Lesart, daher die Vernachlässigung weiterführender Ermittlungen. Wobei die örtlichen Polizeikräfte die Rechnung ohne den Vater des Diakons gemacht haben. Der Verbindungen hat. Und so wird die Chief-Superintendentin Ardery aus London zur Prüfung geschickt. Und Ihr Barbara Havers an die Seite gestellt. Nicht ohne Hintergedanken, denn Sir Hillier, der Polizeichef, sucht seit Längerem Material, um Havers, aber auch ihren verbundenen Vorgesetzten Lynley So verlaufen die Ermittlungen eher gegeneinander als miteinander zwischen Havers und Ardery, die zudem noch mit mindestens zwei gravierenden Problemen zu kämpfen hat, wovon das eine in Flaschenform und das andere durch ihren ehemaligen Ehemann den Alltag belastet. Doch alle Versuche, die Sache rasch abzuschließen und Havers das ein oder andere ans Zeug zu flicken Scheitern in ersten Hauptteil des Kriminalromans, bis im zweiten Hauptteil dann die Ermittlungen an das eingespielte Duo Havers – Lynley fallen. „Unter jedem Stein, den man umdreht, kommen neue Beziehungen zu Tage“. Was eine Stärke dieses Falles ist, denn mehr und mehr Details aus dem Hintergrund der vielen Figuren und damit mancher möglicher Verdächtiger treten zu Tage, immer wieder erhält der Leser neue Impulse, die Sachlage aus einer leicht geänderten Perspektive zu betrachten und bis dato sicher scheinende „Geschichten“ zur Tat nee zu bewerten. Und genauso passt es dieses Mal ganz gut, eine doch lange Wegstrecke der Lektüre einmal weniger mit Lynley und mehr mit seiner ehemaligen Geliebten und Kollegin Ardery zu verbringen. In Teilen allerdings erzählt George, worauf bereits der reine Seitenumfang des Werkes hindeutet, doch zu breit, zu ruhig und, was das Privatleben der Ermittler angeht mit zu viel Nebensächlichkeiten, um den Lesefluss ungestört aufrecht zu erhalten. Zwar finden sich temporeiche Passagen zu Beginn, zum Schluss und an verschiedenen anderen Stellen der Lektüre, aber ein „Page-Turner“ ist das im gesamten nicht, sondern vor allem eine ruhige, durchaus kluge Ermittlungsgeschichte zu einem aktuellen Thema der Zeit, was den Missbrauch an Kindern angeht, die viel Raum für ihre Personen lässt und damit dem Leser ein teils zu umfassendes Bild der je persönlichen Verhältnisse und Belastungen vermittelt. Hier wäre weniger mehr gewesen. Während im Gesamten trotz der Schwächen doch eine durchaus anregende Lektüre am Ende verbleibt, die mit dem Werk Georges vertrauten Lesern wieder einige neue Details und Seiten an den Hauptpersonen vermittelt.

Der 20. Fall für Lynley und Havers

Von: Harakiri Datum: 23. September 2018

Der 20. Fall für Lynley und Havers Barbara Havers steht immer noch auf der Abschussliste ihrer Vorgesetzten bei Scotland Yard. Nun wird sie mit Isabelle Ardery zu einem Fall nach Ludlow gerufen, um zu klären, ob die örtlichen Behörden den Selbstmord eines Priesters korrekt gelöst haben. Barbara muss sich sehr zusammenreißen, damit sie nicht in die von Ardery gestellten Fallen tappt und so wird sie stark an ihren Ermittlungen gehindert. Denn ihr kommt der Selbstmord sehr gestellt vor. Erst als sie mit Lynley erneut nach Ludlow reist, bekommt sie freie Hand um ihrem Verdacht nachzugehen. Und auf einmal sieht alles ganz anders aus… Havers bekommt immer mehr Raum in Georges‘ Büchern, was ich mit gemischten Gefühlen lese. Einerseits mag ich ja Lynley sehr gern, aber auch Barbara ist für mich eine super Polizistin und ihre Wandlung zu verfolgen macht auch einfach Spaß. Der neue Roman von Elisabeth George hat mir wieder besser gefallen als der letzte, in dem ich einfach nie richtig angekommen bin. Dieser Fall hat mich viel mehr gefesselt. Ein Dorf, in dem jeder mauert, keiner die Wahrheit sagt – das ist für mich ein sehr realistisches Szenario. Und so wundert es auch nicht, dass Lynley und Havers anfangs eher auf der Stelle treten. Mühsam setzen sie ein Puzzleteil nach dem anderen zusammen, aber erst als jemand sein Schweigen bricht kommen die beiden richtig weiter. Ein wenig überhandgenommen hat mir in diesem Buch das Privatleben von Ardery. Ich mochte die Frau eh noch nie, aber nun war sie bei mir dann voll untendurch. Man darf aber hoffen, dass sie sich in Zukunft ändert. Auch das Liebesleben der WG-Gruppe fand ich etwas zu ausschweifend, wohingegen ich Missas Geschichte sehr herzlich fand. Fazit: Sehr gelungener Fall in einer Kleinstadt, der es auf fast 900 Seiten schafft, den Leser gut zu unterhalten.