Anne Freytag

Den Mund voll ungesagter Dinge

Den Mund voll ungesagter Dinge Blick ins Buch

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Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

Liebe ist doch was schönes!

Von: Lina Franke Datum: 24. October 2019

"Den Mund voll un gesagt er Dinge" ist ein wirklich hezzerreißend, romantisch und einfühlsamer Roman. Die Autorin hat das Buch sehr Realitätsnähe geschrieben, sodass man die Gedanken der Protagonistin total nachvollziehen kann. Eine Sache stört mich allerdings ein bisschen: Das vorletzte Kapitel isg wirklich sehr dramatisch und aufregend, aber mich ärgert etwas an dem letzten Kapitel, dass dann einige Wochen später spielt. Ich finde es etwas schade, dass nicht wirklich mehr auf den Konflikt eingegangen wurde und oder die Lösung des Problems weiter geschildert wurde. Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen, da ja nicht immer nur eine Liebesgeschichte zwischen einer Frau und einem Mann beschrieben werden müssen. ; )

Tolles Buch

Von: Tamy Datum: 30. September 2018

Eigene Meinung: "Einzelne dicke Tropfen fallen aus den Baumkronen, der Boden spiegelt die Welt." An erster Stelle möchte ich mich bei dem Heyne Verlag bedanken, dass ich das Buch vorab lesen durfte. Ich hatte mich riesig über die Überraschung gefreut. An zweiter Stelle möchte ich erwähnen, dass ich „Where is my mind“ von Maxence Cyrin höre, während ich diese Rezension schreibe. Die Melodie kommt im Buch vor und ich habe mich direkt in die sanften Töne verliebt. Sophie wurde direkt nach der Geburt von ihrer Mutter in Stich gelassen. Also existiert sie für Sophie nicht. Weil sich ihr Vater neu verliebt hat, ziehen sie von Hamburg nach München, zu Lena und ihren zwei Söhnen Valentin und Leon. Darauf hat Sophie natürlich keine Lust, da sie ihre Freunde zurücklassen muss und eine Umgewöhnung ist eben nie einfach. Ich habe Sophie direkt in mein Herz geschlossen. Während des Lesens habe ich mich gefühlt, als wäre ich sie selbst. So tolle und gefühlvolle Gedankengänge, die mich mehr als einmal bewegen konnten. Auch konnte ich mir ein paar Tränen nicht verkneifen. Allein die Freundschaft zwischen Lukas und Sophie wurde sehr echt beschrieben und kein bisschen überheblich. Im Laufe der Geschichte trifft Sophie auf Alex. Und auf einer Party verändert ein scheinbar unbedeutender Kuss alles. Die Beziehung zwischen Alex und Sophie, fand ich so toll beschrieben und es wirkte auf mich sehr echt, so als wäre ich hautnah dabei. Ich hatte während dem Lesen, nicht das Gefühl, als würde ich ein Buch lesen. Dieses Buch hat mich zum Lachen, Weinen, Mitfühlen und zum Nachdenken gebracht. Ich hatte mehr als einmal Gänsehaut und hab die Seiten förmlich verschlungen. Die Geschichte wirkte auf mich sehr echt und realitätsnah, da es einfach die Realität ist. Es geht um so viel mehr als nur um Liebe. Es geht um Freundschaft, die erste richtige Liebe, Selbstzweifel, Homosexualität und die alltäglichen Problemen in der Familie. Ich war mittendrin und als es zu Ende war, hat es mich doch etwas mitgenommen. Auch jetzt schwirrt mir die Geschichte noch im Kopf rum. Das Thema „Homosexualität“ wird in dem Buch sehr gut erfasst, da es heute immer noch Vorurteile gibt. Ich weiß nicht, was ich noch schreiben soll. Teilweise bin ich überwältigt, was für eine tolle Geschichte Anne Freytag zu Papier gebracht hat und hier mit uns teilt. Dieses Buch zählt zu meinen bisherigen Highlights in diesem Jahr. Ich kann euch das Buch nur ans Herz legen, wundervoll und ergreifend. Schreibstil: Der Schreibstil ist sehr gefühlvoll und emotional. Man fliegt durch die Seiten. Ich konnte nicht mehr aufhören. Cover: Das Cover finde ich sehr schön gestaltet. Mir gefällt die Schrift, die im Vordergrund steht, da sie nicht perfekt gerade ist. Denn was ist schon Perfekt? Auch die Gestaltung der Klappbroschur finde ich richtig schön. Bei jeder Kapitelüberschrift, findet man auch kleine Illustrationen, was mir auch sehr gut gefallen hat. Am Ende, findet man eine Playlist vor, da sind wirklich schöne Songs dabei. Buch Zitate: „Ach, man kann nicht erklären, warum man etwas liebt. Man tut es einfach.“ S. 81 „Es liegt an mir. Mir fehlt was. Ich weis nicht. Ich ticke nicht richtig.“ ( Alex ) S. 245 „Ich habe den Mund voll ungesagter Dinge. Und ganz gleich, wie oft ich sie runter schlucke, sie kommen jedes mal zurück.“ S. 254 „Ich bin ein trauriger Teenager mit einem glücklichen Gesicht.“ S. 357 „Als wir vor etwa über eineinhalb Stunden hier angekommen sind, war ich wütend. Und verletzt. Jetzt bin ich auf eine erfüllte Art leer. Als wäre meine Wut abgelaufen.“ S. 123

Tolles Buch

Von: Tamy Datum: 30. September 2018

Eigene Meinung: "Einzelne dicke Tropfen fallen aus den Baumkronen, der Boden spiegelt die Welt." An erster Stelle möchte ich mich bei dem Heyne Verlag bedanken, dass ich das Buch vorab lesen durfte. Ich hatte mich riesig über die Überraschung gefreut. An zweiter Stelle möchte ich erwähnen, dass ich „Where is my mind“ von Maxence Cyrin höre, während ich diese Rezension schreibe. Die Melodie kommt im Buch vor und ich habe mich direkt in die sanften Töne verliebt. Sophie wurde direkt nach der Geburt von ihrer Mutter in Stich gelassen. Also existiert sie für Sophie nicht. Weil sich ihr Vater neu verliebt hat, ziehen sie von Hamburg nach München, zu Lena und ihren zwei Söhnen Valentin und Leon. Darauf hat Sophie natürlich keine Lust, da sie ihre Freunde zurücklassen muss und eine Umgewöhnung ist eben nie einfach. Ich habe Sophie direkt in mein Herz geschlossen. Während des Lesens habe ich mich gefühlt, als wäre ich sie selbst. So tolle und gefühlvolle Gedankengänge, die mich mehr als einmal bewegen konnten. Auch konnte ich mir ein paar Tränen nicht verkneifen. Allein die Freundschaft zwischen Lukas und Sophie wurde sehr echt beschrieben und kein bisschen überheblich. Im Laufe der Geschichte trifft Sophie auf Alex. Und auf einer Party verändert ein scheinbar unbedeutender Kuss alles. Die Beziehung zwischen Alex und Sophie, fand ich so toll beschrieben und es wirkte auf mich sehr echt, so als wäre ich hautnah dabei. Ich hatte während dem Lesen, nicht das Gefühl, als würde ich ein Buch lesen. Dieses Buch hat mich zum Lachen, Weinen, Mitfühlen und zum Nachdenken gebracht. Ich hatte mehr als einmal Gänsehaut und hab die Seiten förmlich verschlungen. Die Geschichte wirkte auf mich sehr echt und realitätsnah, da es einfach die Realität ist. Es geht um so viel mehr als nur um Liebe. Es geht um Freundschaft, die erste richtige Liebe, Selbstzweifel, Homosexualität und die alltäglichen Problemen in der Familie. Ich war mittendrin und als es zu Ende war, hat es mich doch etwas mitgenommen. Auch jetzt schwirrt mir die Geschichte noch im Kopf rum. Das Thema „Homosexualität“ wird in dem Buch sehr gut erfasst, da es heute immer noch Vorurteile gibt. Ich weiß nicht, was ich noch schreiben soll. Teilweise bin ich überwältigt, was für eine tolle Geschichte Anne Freytag zu Papier gebracht hat und hier mit uns teilt. Dieses Buch zählt zu meinen bisherigen Highlights in diesem Jahr. Ich kann euch das Buch nur ans Herz legen, wundervoll und ergreifend. Schreibstil: Der Schreibstil ist sehr gefühlvoll und emotional. Man fliegt durch die Seiten. Ich konnte nicht mehr aufhören. Cover: Das Cover finde ich sehr schön gestaltet. Mir gefällt die Schrift, die im Vordergrund steht, da sie nicht perfekt gerade ist. Denn was ist schon Perfekt? Auch die Gestaltung der Klappbroschur finde ich richtig schön. Bei jeder Kapitelüberschrift, findet man auch kleine Illustrationen, was mir auch sehr gut gefallen hat. Am Ende, findet man eine Playlist vor, da sind wirklich schöne Songs dabei. Buch Zitate: „Ach, man kann nicht erklären, warum man etwas liebt. Man tut es einfach.“ S. 81 „Es liegt an mir. Mir fehlt was. Ich weis nicht. Ich ticke nicht richtig.“ ( Alex ) S. 245 „Ich habe den Mund voll ungesagter Dinge. Und ganz gleich, wie oft ich sie runter schlucke, sie kommen jedes mal zurück.“ S. 254 „Ich bin ein trauriger Teenager mit einem glücklichen Gesicht.“ S. 357 „Als wir vor etwa über eineinhalb Stunden hier angekommen sind, war ich wütend. Und verletzt. Jetzt bin ich auf eine erfüllte Art leer. Als wäre meine Wut abgelaufen.“ S. 123

Wunderschön poetisch

Von: BookPrincess by Sarah Datum: 12. September 2018

Worum geht’s? Als ihr Vater plötzlich den Umzug von Hamburg nach München zu der neuen Lebensgefährtin und ihren Kindern verkündet, fällt Sophie aus allen Wolken. Sie will nicht umziehen, sie will keine neue Familie. In München angekommen trifft sie auf das Nachbarsmädchen Alex und zum ersten Mal erfährt Sophie, was wahre Freundschaft ist, hatte sie doch bisher nur ihren besten Freund an ihrer Seite. Alex hat ihren Freund, ihr Vater seine neue Freundin und der beste Freund seine Freundin in Frankreich. Doch Sophie selbst war noch nie verliebt, auch wenn sie nicht unerfahren ist, doch beim Flaschendrehen ändert sich plötzlich alles, als es zum Kuss kommt, der alles verändert. Wie gefällt es mir? Sophie ist als Ich-Erzählerin eine Teenagerin, die kurz vor ihren Abiturprüfungen steht und umziehen muss. Konsequent findet sie alles und jeden doof, was als Teenager ihr gutes Recht ist, wie ich finde. Jedoch steckt sie alle Welt gleich in Schubladen und quillt vor Vorurteilen beinahe über. Sie macht sich viele Gedanken zu sich selbst und hat nicht so wirklich jemanden, dem sie sich anvertrauen könnte, da sie außer ihrem besten Freund, der in Frankreich ist, keine Freunde hat. Aus diesem Grund weiß sie nicht, wie man Freunde findet. Diese Ecken und Kanten, die Sophie hat, machen sie sehr greifbar, was mir mehr als gut gefällt. Sehr positiv finde ich ihre vielen Gedanken, denn sie wünscht, sie könnte sich anders verhalten was Freundschaft und Jungs und ihre Vorurteile angeht, sie wünscht, sie wäre jemand anders. Wie auch in Hamburg fühlt sie sich fremd, seltsam und nicht so richtig zugehörig, doch mit Alex als Freundin geht es langsam bergauf. Ich denke, auch das ist typisch Teenager, seinen Platz in der Welt finden zu wollen. Ihr seht, die Protagonistin ist sehr vielschichtig, absolut nicht perfekt, was sie sehr real und greifbar für den Leser macht. Top! Alex führt in Sophies Augen das perfekte Leben, aber je besser man sie kennen lernt, desto deutlicher wird, dass hier nur der äußere Schein bewahrt wird: Freund, Familie, Haus, Pool. Doch Alex’ Familie ist bei Weitem nicht so perfekt, wie es den Anschein hat, denn auch sie hat Probleme, Sorgen, Ängste. Dabei scheint sie erwachsener als Sophie zu sein, bleibt aber noch Teenager. Die ganze Geschichte thematisiert verschiedenste Bereiche wie Patchwork-Familien, Freundschaft oder soziales Umfeld. Der Autorin ist dieses normale Umfeld mit sämtlichen Facetten, wie Hoffnung, Glück, Verzweiflung, Unsicherheit, Angst, mehr als gut gelungen, denn diese Geschichte kann und passiert wahrlich jedem. Dem einen mehr, dem anderen weniger. Ich habe schon einige Geschichten gelesen, die ich “aus dem Leben gegriffen” fand, aber dies ist bisher das Einzige, bei dem die Figuren keine allzu dramatische Vergangenheit haben, die sie auf ihre Weise besonders machen. Denn hier haben die Figuren alltägliche Probleme, somit wird sich wirklich jeder Leser in dieser Geschichte auf die ein oder andere Art wieder entdecken. Der Schreibstil von Anne Freytag ist außerordentlich poetisch und einfach wunderschön. Dadurch hat sie es geschafft, dass die vielen Gedankengänge der Protagonistin keineswegs als langweilig empfunden werden. Der Spannungsbogen baut sich ganz sanft auf, reißt den Leser aber auch durch unvorhersehbare Handlungsstränge durchweg mit. Zitat Ach, man kann nicht erklären, warum man etwas liebt. Man tut es einfach. (Den Mund voller ungesagter Dinge von Anne Freytag) Auf den Punkt gebracht Eine wunderschön poetisch verfasste Geschichte mit einem außerordentlich sanftem Spannungsbogen, alltäglichen Problemen und Sorgen und einer sehr vielschichtigen Protagonistin. Grandios! Daten Titel: Den Mund voller ungesagter Dinge Autor: Anne Freytag Verlag: Heyne Verlag Seiten: 400 Seiten (TB) Preis: € 14,99 (TB)

Authentisch, aber etwas fehlt...

Von: Madita Datum: 24. July 2018

Sophie ist absolut nicht einverstanden mit dem Umzug von ihrer Heimatstadt Hamburg nach München. Sie will zurück in ihr altes Leben, in dem es nur sie und ihren Vater gab. Doch jetzt ist da noch Lena. Und Leon und Valentin und Carlos. Ihre neue Familie. Doch davon will Sophie nichts wissen, denn sie will sich nicht an diese neue Stadt gewöhnen und auch nicht akzeptieren, dass sie nun Teil einer größeren Familie ist. Und dann lernt sie Alex kennen, das Mädchen aus dem Nachbarshaus und Sophies Leben stellt sich völlig auf den Kopf... Die Protagonistin ist sehr eigensinnig, sturköpfig und pubertär. Klar, sie ist ja auch 17. Oftmals ist sie wirklich unausstehlich und geht mit den Menschen in ihrer Umgebung wirklich mies um, vor allem mit Lena, ihrer neuen "Stiefmutter", die sich wirklich Mühe gibt, ihr das Leben einfach zu machen. Sie ist also nicht gerade die klassische Sympathieträgerin, aber sie war gut und vielschichtig dargestellt und beschrieben. Wie alle anderen Charaktere der Autorin hat sie Ecken und Kanten und lässt sich nicht in eine simple Schublade einsortieren. Sie hat Fehler, die man nicht gut heißen muss, die aber nunmal menschlich sind. Besonders in der Pubertät... Die Denkweise von Teenagern ist meiner Ansicht nach super dargestellt und sehr realistisch. Immerhin heißt es nicht umsonst, dass man während der Pubertät eine "Baustelle im Kopf" hat, man kann einfach nicht immer logisch denken und macht Dummheiten und verhält sich bescheuert. Das haben wir alle. Und zum Glück wächst man irgendwann da raus und wird wieder "normal" ;) Die Versagensängste von Sophie, der Leistungsdruck, ihre Einsamkeit, die Suche nach sich selbst, das Ablösen von den Eltern - und das gleichzeitige Bedürfnis nach Liebe von ihnen - das alles ist realistisch und gut beschrieben und sehr authentisch. Ich hab mit Sophie gelacht und geweint, war wütend und traurig und zickig. Anne Freytag schafft es, den Leser mit den Personen fühlen zu lassen, und das obwohl die Charaktere allesamt keine typischen Sympathieträger und perfekten Protagonisten sind. Im Gegenteil. Aber genau das macht die Sache authentisch. Sehr schade fand ich die Darstellung von Fremdgehen - das wird einfach als viel zu normal und als in Ordnung dargestellt. Fremdgehen ist schlichtweg niemals in Ordnung. Punkt aus. Für mich gibt es da nichts zu diskutieren und finde es sehr schade, dass in diesem Buch beinahe jeder fremdgeht und es dadurch beinahe alltäglich und eben normal wird. Der Schreibstil von Anne Freytag ist wunderschön und einfach zu lesen. Sie erzählt in vielen, wundervollen Metaphern, die das Leseerlebnis sehr steigern und einfach Spaß machen. Anne Freytag kann wirklich wundervoll schreiben! Durch die bildhafte Sprache hat man gleich beim Lesen einen "Film im Kopf" und fühlt mit den Figuren mit. Die Geschichte ist aus der Perspektive von Sophie geschrieben, dadurch bekommt man einen guten Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Die Entstehung der Freundschaft und Beziehung zwischen Sophie und Alex ging mir teilweise zu schnell und zu unreflektiert. Die Erlebnisse der beiden sind toll geschildert und die beiden sind einfach süß zusammen, aber irgendwie hat da trotzdem etwas die Tiefe gefehlt. Ein Großteil meines Freundeskreises ist lesbisch oder schwul und sie alle haben eine lange Odyssee hinter sich, bis sie sich selbst darüber im Klaren wurden und vor allem bis sie es akzeptieren konnten. Und bis sie sich getraut haben, es ihrer Familie oder ihren Freunden zu sagen verging noch viel mehr Zeit. Insgesamt wurde das Thema Outing hier viel zu wenig angesprochen und zu schnell abgehandelt. So etwas passiert nicht in zwei Zeilen und dann ist alles in Ordnung und jeder akzeptiert es und findet es gut - meistens läuft es leider ganz anders ab. Ich kenne viele, die von ihren Familien regelrecht verstoßen wurden oder die sich nur langsam wieder mit ihren Eltern aussöhnten. Oftmals hat es Jahre gedauert, bis die Eltern es einigermaßen akzeptiert haben. Hier wurde leider viel Potential verschenkt und eine große Chance vergeben, die Problematik darzustellen, mit der Homosexuelle leider bis heute zu kämpfen haben. Das ist sehr schade, aber vielleicht ist es ein Anfang. Vielleicht ist es einfach das erste Buch seiner Art von einer deutschen Autorin und es werden weitere folgen. Autoren oder Autorinnen, die sich mehr trauen und reflektierter mit dem Thema umgehen. Die tiefer graben und weniger auf Klischees geben. Also vielleicht war dieses Buch einfach nötig, um den ersten Schritt zu tun. Fazit Trotz einiger Schwächen hat mir das Buch gut gefallen. Der Schreibstil ist fantastisch und die Denkweise von Teenagern ist sehr authentisch wiedergegeben. Leider wurde beim Thema Outing viel Potential verschenkt, da es zu schnell abgehandelt wurde. Ein bisschen mehr Problematik beim Erkennen der eigenen Sexualität, der Herausforderung der Akzeptanz, des Outings und der Nicht-Akzeptanz der Gesellschaft hätte hier nicht geschadet und aufgezeigt, wie schwierig es bis heute für die LGBT-Community ist.

Wundervoll

Von: Anika F Datum: 25. June 2018

#Rezension Anne Freytag - Den mund voll ungesagter Dinge ___ Klappentext: Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert. ___ Mein Fazit!! Ich habe bereits von Anne Freytag das Buch "mein bester letzter Sommer " gelesen und als ich dieses Buch sah, wusste ich das kommt mit .. Der Schreibstil von ihr ist so gut und so mitreissend. Auch in diesem Buch wurde ich nicht enttäuscht... ich liebe die Ausarbeitung aller Charaktere. Die Protagonisten wachsen einen so ans Herz ... man lacht, weint und schreit mir ihnen .. ich habe jegliche Emotion mit erlebt ... unfassbar, wie ein Buch einen so mit reissen kann ... Unter anderem auch ein sehr tolles Thema was die Autorin hier angeht ... jeder gedankenkrieg den Sophie führt wurde so toll ausgearbeitet . Ich ziehe mein Hut vor dieser Leistung. So nah an der Realität und ein grandioses Thema.. ich habe das am Anfang wirklich nicht gedacht, dass die Story sich in diese Richtung entwickelt ... 5 von 5 Sterne und eine klare #leseempfehlung von mir ... ____ #AnneFreytag #DenMundVollUngesagterDinge #büchereule #bücherliebe #leseverrückt #liebsteshobby #leseratte #leseliebe #lesewahnsinn #buchblog #buchbloggerin #bücherliebhaberin #lesenistliebe #derrealitätentfliehen #bücherjunkie #büchernerd #bücherwurm #ohnebücherohnemich #lesewurm #meineleidenschaft #lesesucht #lesesüchtig #büchersüchtig

Und vor mir das Nichts (Vorsichtig Spoiler)

Von: Das Yogamädchen - Yogini, Lesetante, Zweifachmama Datum: 22. June 2018

Sophie muss mit ihren Vater von Hamburg nach München ziehen. Vorher gab es immer nur sie beide, bis plötzlich Lena in das Leben ihres Vaters tritt und alles veränderte. Sie ist fest entschlossen, alles, was mit ihrer neuen Heimat zu tun hat, nicht zu mögen. Was ihr dann gar nicht so leicht fällt. Als ich das erste Mal von dem Buch erfahren habe, hatte es mir der Titel und die Gestaltung des Buches direkt angetan. Auch beim lesen fällt die Illustration des ganzen Buches positiv auf. Sehr gefällt mir, dass Musik sehr präsent ist. Hinten im Buch sind mehrere Playlists abgebildet. Das Buch hat etwas von selbstgemacht/handgeschrieben und ist sehr authentisch. Auch die Kapitelüberschriften sowie die zeitliche Gliederung gefällt mir sehr. Außerdem gefällt mir sehr die Entwicklung von Sophie sowie der ganzen Geschichte. Es lässt sich fließend lesen. Ich habe es verschlungen.

Sophie... Aufruhr, Liebe, Leben, Gefühl

Von: ikatzhorse2005 Datum: 22. February 2018

"Den Mund voll ungesagter Dinge" von Anne Freytag Alles ist plötzlich anders. Sophies Vater beschließt sein altes Leben in Hamburg hinter sich zu lassen und freut sich auf ein Leben zusammen mit seiner neuen Freundin und deren Kindern in München. Tochter Sophie 17 Jahre hat keiner gefragt. Es geht nicht um das, was sie will! Doch die neue Stieffamilie ist gar nicht so schlimm, wie gedacht. Und dann ist da noch das Mädchen von nebenan, Alex. Wahrheit oder Pflicht bringt Gefühle ans Tageslicht, die sich Sophie nicht erklären kann. Die Chance sich im Strudel ihrer Gefühle fallen zu lassen, nutzt sie zaghaft im wachsenden Gefühlschaos, um im nächsten Augenblick mit aller Macht von der Realität überrollt zu werden. Zwischen Kindheit und Erwachsen werden, Selbstzweifeln und Ironie findet sich Sophie im turbulenten Ausnahmezustand auf dem Weg zum Glück. Anne Freytag schreibt herzzerreißend schön, romantisch, aufregend, bunt und leicht, so echt, wie aus dem Leben. In gewaltigen emotionsgeladenen Zeilen versinkt man gedankenschwer, fiebert mit, lacht und weint zugleich. Die Geschichte von Sophie und Alex hat mich glatt umgehauen und mitten ins Herz getroffen! "Den Mund voll ungesagter Dinge" ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher!

Wenn aus Freundschaft Liebe wird…

Von: nicigirl85 Datum: 16. January 2018

„Den Mund voll ungesagter Worte“ ist mein erstes Buch von Anne Frytag gewesen, aber ich habe schon so viel Positives über sie gehört, dass ich mal eines ihrer Bücher lesen musste. Und was soll ich sagen? Ich wurde regelrecht umgehauen und habe den Jugendroman durchgesuchtet. In der Geschichte geht es um Sophie, die von Hamburg nach München ziehen muss, weil ihr Vater unbedingt zu seiner neuen Flamme ziehen will. Ihre Mutter kennt sie nicht, denn diese hat sie als kleines Baby im Stich gelassen. Sophie, alias Motte, ist frustriert, muss sie schließlich ihre Freunde und ihr Zuhause, in dem sie aufgewachsen ist, zurücklassen. Zu allem Überfluss spielt sich Papas Neue auch noch als Ersatzmutter auf. Warum nur muss sie diesen ganzen Blödsinn ertragen? Alle sind glücklich, nur sie nicht. Doch dann tritt Alex in ihr Leben und alles wird anders. Ist sie vielleicht doch in der Lage zu lieben? Die Handlung wird uns durch Sophie als Ich- Erzählerin nahegebracht. Bereits auf den ersten Seiten wird klar, dass sie ein Charakter mit Ecken und Kanten ist. Hier fand ich besonders beeindruckend, dass der Autorin die inneren Konflikte von Sophie unglaublich gut gelungen sind. Ihre Gefühle, Ängste und Sorgen haben mir, obwohl ich fast doppelt so alt bin wie sie, aus der Seele gesprochen. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl sie zu sein, einfach weil ich mich so sehr mit ihr identifizieren konnte. Die Akteure um Sophie drum rum werden ebenfalls ausführlich zur Geltung gebracht, so dass man sich von ihnen ein Bild machen kann. Es ist von allem etwas dabei, vom Weiberheld bis hin zum Nerd. Die eingeflochtene Liebesgeschichte kaufe ich absolut ab, an den Gefühlen der beiden habe ich absolut keinen Zweifel. Frau Frytag gelang es zudem mich an der Nase herumzuführen, dachte ich doch anfänglich, dass es sich bei Alex um einen Jungen handelt. Ich bin nicht so die Klappentextleserin, denn sonst wäre es mir sicher eher aufgefallen. Besonders sticht in der Handlung Sophies Einsamkeit hervor, die ich so intensiv mitfühlen konnte, dass es mir beim Lesen fast schon weh getan hat. Das Geschriebene ging mir so nahe, dass ich teilweise feuchte Augen beim Lesen bekommen habe. Fazit: Ein emotionaler Jugendroman über Freundschaft, Liebe und das Leben an sich, der den Leser einfach nur umhaut. Klasse! Ich kann nur meine absolute Leseempfehlung aussprechen. Für mich ganz klar ein Highlight.

Das Ding mit dem Erwachsenwerden

Von: Komm mit ins Bücherwunderland Datum: 12. January 2018

Nach dem mir so viele Leute von diesem Buch vorgeschwärmt haben, dass ich dieses Buch doch endlich von meinem Sub befreien müsste, habe ich dass dann auch endlich mal getan. Ich hatte an die Geschichte nicht so viele Erwartungen, da ich bisher sowohl von der Autorin als in die LGBT Richtung noch kein Buch gelesen habe. Ich kann mir gut vorstellen, dass gerade die LGBT Richtung von einigen Lesern kritisch gesehen werden könnte. Für mich persönlich ist dieses Thema völlig „normal“, denn es gehört, wie ich finde, auf dem Weg durch die Pubertät einfach dazu, dass man sich fragt zu welchem Geschlecht man sich hingezogen fühlt und dass man Sachen eben einfach ausprobiert. Ich war auf jeden Fall neugierig, wie mir diese Geschichte gefallen würde. Was mir direkt nach den ersten paar Seiten schon sehr positiv aufgefallen war, ist der unglaublich gute Schreibstil der Autorin. Sie schreibt einerseits so locker und leicht, dass man gut durch die Seiten kommt, und andererseits auch so einnehmend, dass selbst einfache Alltagssituationen unglaublich spannend sind und man viel aus ihnen mitnehmen kann. In Buch geht es thematisch einfach um das Leben. Es geht darum als Teenager langsam erwachsen zu werden und auf dem Weg sich selbst zu finden. Als Leser begleitet man die Protagonistin Sophie auf diesem Weg. Ich mochte sie als Protagonistin der Geschichte von Anfang an super gerne. Sie war einfach ein „normales“ Mädchen mit den ganz alltäglichen Problemen und einem Charakter mit Ecken und Kanten. Für mich wurde sie und auch der Rest der Geschichte dadurch sehr authentisch. Sophies Gedanken und Gefühle brachten mich ihr als Charakter wirklich sehr nah, da ich sie in vielen Situationen sehr gut verstehen konnte. Gerade die Situationen, in denen sie über sich und Alex nachdenkt spiegeln meiner Meinung sehr gut das Gefühlschaos wieder, dass während des Erwachsenwerdens nun mal im Kopf wütet. Besonders die Frage danach, was in der heutigen Zeit eigentlich als „normal“ gilt, ist für den Leser ein Denkanstoß. Mir hat die Beziehung zwischen Alex und Sophie auf jeden Fall sehr gut gefallen, da sie sich langsam und gefühlsmäßig sehr natürlich entwickelt hat. Man erlebt beim Lesen Höhen und Tiefen, Streit und Versöhnung und ganz viele Gefühle. Mein Fazit: Nach dem Lesen bin ich froh, dass ich auf meine Freundinnen gehört, und dieses Buch endlich gelesen habe. Ich kann dieses wirklich jedem empfehlen, der gerne ein Jugendbuch mit großen und kleinen Gefühlen, sehr authentischen Charakteren und einem genialen Schreibstil lesen möchte! Ich vergebe 4 von 5 möglichen Büchern!

Eine wundervolle Geschichte, mit so viel Liebe.

Von: Bina van Book Datum: 27. December 2017

Klappentext: Wenn Sowie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat, und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit deiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie Inder neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert … Die Autorin: Anne Freytag, geboren 1982, hat International Management studiert und für eine Werbeagentur gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die Autorin veröffentlichte mehrere Romane für Erwachsene, unter andrem unter ihrem Pseudonym Ally Taylor. Mit ihrem ersten Jugendbuch, Mein bester letzter Sommer, schrieb sie sich direkt in die Herzen ihrer Leser und wurde von der Presse gefeiert. Anne Freytag liebt Musik, Serien sowie die Vorstellung, durch ihre Geschichten tausend und mehr Leben führen zu können. In diesem Leben wohnt und arbeitet sie im München – wenn sie nicht gerade in ferne Länder und Städte reist. Manchmal auch nur in Gedanken. Der erste Satz: Es schüttet. Meine Meinung: Nachdem ich Teska aus Mein bester letzter Sommer, immer noch tief im Herzen mit mir trage, wird auch Sophie und Alex einen Platz darin haben. Anne Freytag schafft es mich von der ersten Seite an zu packen und mitzureisen. Sie schreibt so lebensnah und echt, als ob genau diese Situationen sich gerade nebenan abspielen. Auch in Den Mund voll ungesagter Dinge erschuf sie wieder wundervolle Charaktere die man bei einem Spaziergang in München so gerne treffen würde. Einfach um ein kurzes Pläuschchen zu halten oder sie einmal ganz fest zu drücken. Meiner Meinung nach schafft dies kein anderer Autor so wie Anne Freytag. Danke. Ein Sommerbuch das ich jedem sehr ans Herz legen möchte – unbedingt lesen. Fazit: Eine wundervolle Geschichte, mit so viel Liebe.

Einfach herrlich erfrischend!

Von: buchverliebt Datum: 12. November 2017

Dies ist die Geschichte von Sophie, die sich in einer neuen Stadt, in einem neuen Leben, mit neuer Familie und neuen Gefühlen wiederfindet. Sie fühlt sich von ihrem Vater verlassen, obwohl er nur ein paar Räume weiter schläft und von der neuen Familie um ihre Vater-Tochter-Beziehung betrogen. Dies ist die Geschichte von Sophie, die sich mürrisch und schlecht - eben ganz Teenager - in ihr neues Leben fügt und zähneknirschend den Haushund Carlos und ihre beiden neuen kleinen Brüder ins Herz schließt. Dies ist die Geschichte von Sophie, die eben den ganz normalen Wahnsinn des Erwachsenwerdens durchlebt. Vollkommen und mit ganz viel Anlauf. Sophie, die neue Freunde findet und ihren besten Freund schmerzlich vermisst. Sophie, die sich verliebt. Nur eben nicht in einen Jungen ... Und wieder einmal habe ich zu einem Buch gegriffen, ohne zu wissen was mich erwartet, einfach der Autorin wegen. Ähnlich habe ich es bereits bei Anne Freytags "Mein bester letzter Sonner" gehandhabt und wurde in ein willkommenes emotionales Chaos gestürzt. Wieso sollte ich es also nicht wieder riskieren?! Die Geschichte um Sophie war auf jeden Fall überraschend, aufwühlend und auch wundervoll. Es ist einfach erfrischend einmal von einem Mädchen zu lesen, welches sich in ein Mädchen verliebt und ich glaube, dass eben dies den besonderen Charm der Geschichte ausmacht. Denn hätte Sophie sich in einen Jungen verguckt, wäre das aus meiner jetzigen Sicht nur falsch gewesen. Alex passt einfach perfekt in Sophies Leben und bringt Veränderung und Selbstfindung. Neben all den Problemen, die eine siebzehnjährige hat, gehört Liebeskummer einfach dazu. Mir gefiel auch, dass kein Problem daraus gemacht wurde, dass Sophie homosexuell ist, denn genau das sollte es grundsätzlich sein: Kein Problem. Es wurde also Zeit dieses Buch zu schreiben. Aus welchen Gründen auch immer. < Ich habe den Mund voll ungesagter Dinge. Und ganz gleich, wie oft ich sie runterschlucke, sie kommen jedes Mal zurück. Manchmal wünschte ich, sie wurden endlich überlaufen. Aber dann lasse ich es doch nicht zu. > (S. 254) Das Wortgezauber von Anne Freytag gefiel mir wieder einmal richtig gut. Sie findet die richtigen Worte zwischen Glück und Melancholie und weiß mich damit mitzureißen, wie es nur wenige tun. Wie immer ist mein Buch voller Merkzettel für tolle Zitate, die ich in erster Linie für mich markierte um später noch einmal in wundervoll formulierte Passagen einzutauchen. Und selbstverständlich werde ich das nächste Mal wieder einfach lesen, was die Autorin schreibt und mich überraschen lassen, in welche Welt es mich dann verschlägt. Neben Sophie steht natürlich Alex, die ich zunächst überhaupt nicht einschätzen konnte, weil wir ja die Geschichte aus Sophies Sicht erleben, allerdings hat Anne Freytag auch hierfür eine wundervolle Lösung gefunden und den Leser auf andere Art hinter die Fassade der herzstehlenden, schönen, kopfverdrehenden Nachbarin schauen lassen. Ich denke, genau deswegen hat das Ende dann auch wunderbar gepasst. Ich bin froh Den Mund voll ungesagter Dinge gelesen zu haben und ich bin ebenfalls froh, dass Alex ein Mädchen ist und Sophie damit mehr zu sich selbst finden kann. Ich bin auch froh, dass dies kein Boy meets Boy Roman ist, denn davon gibt es weiß der Himmel genug (auch wirklich gute) Storys. Es wurde Zeit für Sophie. Und genau so ist es stimmig und wundervoll. Punkt.

Rezension zu: Den Mund voll ungesagter Dinge- von Anne Freytag

Von: Michaela Datum: 15. October 2017

Ich liebe dieses Buch, ich fand es wirklich ganz ganz toll und würde es am liebsten nochmal lesen. Ich konnte mich in Sophie gut hineinversetzen, wie sie mit ihren Gedanken und Gefühlen zu Alex umging. Ich vertiefte mich richtig in die Geschichte. Meine Lieblingsszene war die, als Sophie beim Flaschendrehen ihre wahren Gefühle zu Alex entdeckte. Und es ist auch mal eine etwas andere Geschichte, als die Geschichten über Beziehungen mit Junge und Mädchen. Es gibt auch gleichgeschlechtliche Liebe, denn es sind ja auch nur normale Menschen und das wird finde ich in dem Buch so gut verdeutlicht. Echt tolle Geschichte und der Schreibstil gefällt mir auch super!! :)

Eins meiner Jahreshighlights 2017!

Von: Lenny Datum: 03. October 2017

Ich habe etwas Angst vor dieser Rezension, denn ich glaube, ich kann meine Begeisterung, meine Liebe und meinen Respekt für diesen Roman gar nicht in Worte zum Ausdruck bringen. Und das ist wirklich ein blödes Gefühl, immerhin mache ich das schon eine Zeit lang :D Aber immer dann, wenn ein Buch so richtig einschlägt, von vorne bis hinten überzeugt und nicht nur den Blogger in mir befriedigt, sondern mir direkt ins Herz geht, dann kann die Rezension dazu niemals meine Gefühle wiederspiegeln, so wie ich es gern hätte. Dennoch muss ich mich einfach mitteilen, denn ich bin wirklich begeistert! Anne Freytag geistert schon seit Jahren in der Buchwelt rum und veröffentlicht seit letztem Jahr auch Jugendromane. Ihr erstes Buch in diesem Genre, "Mein bester letzter Sommer", schlug ein wie eine Bombe und auch der Nachfolger, um den es hier geht, hat für viele begeisterte Stimmen gesorgt. Ich persönlich hatte bis dato noch kein Buch von ihr gelesen, kannte lediglich einige Auszüge aus dem Werk, weil ich bei der Lesung zum Buch auf der Leipziger Buchmesse 2017 war und mich direkt in die Geschichte verschossen hatte. Anne lieferte eine tolle Lesung, die das Herz berührte und erklärte im Anschluss auch wirklich großartig, wie es dazu kam, was sie mit dem Buch sagen wollte und welche Gespräche sie gerne rund um das Buch hören möchte. Auf mich machte sie wirklich einen zuckersüßen Eindruck und machte mich komplett gespannt auf die Story. Und so kam sie mit mir in den Urlaub und wurde von mir innerhalb weniger Stunden verschlungen. Inhaltlich geht es um Sophie, die mit ihrem Vater nach München zu seiner neuen Freundin und ihren beiden Söhnen zieht. Natürlich ist Sophie damit gar nicht einverstanden und zählt schon die Tage ab, bis sie ihr Abitur in der Tasche hat und so schnell wie möglich wieder aus der Patchwork-Familie ausbrechen kann. Doch dann lernt sie Alex kennen und scheint sich sofort in sie zu verlieben - dabei ist Alex doch ein Mädchen und Sophie überhaupt nicht bereit für sowas... oder? Schnell wird aus den langweiligen restlichen Tagen bis zum Abitur die intensivste Zeit ihres bisherigen Lebens. Die Geschichte klingt schon wundervoll und genau das ist sie auch: Durch Sophie als Protagonistin erlebt man die Geschichte aus dem wirklich unperfektesten Blickwinkel, aber genau das macht den Charme aus! Die Autorin hat gar nicht den Anspruch, dass die Charaktere sympathisch oder nett rüberkommen, sondern zeigt einfach Figuren, die sind wie sie sind, mit all ihren Fehlern - und genau damit punktet sie beim Leser, denn ich habe mich sofort wohl gefühlt, sowohl mit Sophie als auch mit Alex oder den "neuen Brüdern" von Sophie. Ich hatte das Gefühl, ich blicke wirklich in das Leben einer Familie in München, die gar nicht fiktiv ist, sondern die ich hautnah miterlebe und die mir einfach Einblicke gewähren. Ich habe zwischenzeitlich wirklich komplett vergessen, dass ich gerade lese, weil mir alles so realistisch vorkam. Das muss man erstmal schaffen! Passend deshalb, dass sich die beiden Mädchen an einer Stelle im Buch fragen, ob sie wohl gute Buchcharaktere wären. Nicht nur literarisch ist das irgendwie beeindruckend, auch was die realistische Umsetzung der Charaktere angeht, trägt dieses Gespräch dazu bei, sich noch mehr in die beiden zu verlieben. Dabei finde ich es ganz großartig, wie Anne das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe aufgreift. Ich mag den Begriff "LGBTQI-Romane" überhaupt nicht, denn irgendwie suggeriert das, dass es was besonderes wäre, wenn sich zwei Frauen bzw. zwei Männer lieben. Und eben weil es was besonderes ist, ist es eine eigene Sparte in der Bücherwelt. Für mich völlig unnötig, denn eigentlich geht es doch wirklich nur um eine Sache: dieLiebe. Zwischen wem sie stattfindet ist doch völlig egal. Und genau das suggeriert Anne Freytag mit der Art und Weise wie sie die Geschichte erzählt: Nämlich, dass es einfach vollkommen egal ist wen man liebt, solange man liebt. Im gesamten Buch kommt der Begriff "lesbisch" wahrscheinlich nicht mal fünf Mal vor. Sie werden angesprochen, aber gleich gesagt, dass es eine Kategorie sei, die völlig unnötig ist. Nicht, dass ich vollkommen gegen die Begriffe der LGBTQI-Community bin, ich selbst benutze sie ja als Teil dieser ständig, aber prinzipiell finde ich, dass solche Kategorien gar nicht nötig wären. Macht das irgendeinen Sinn? Ich hoffe. Und genau deshalb finde ich es auch gut, dass nirgendwo steht, es wäre ein "Coming Out-Roman" oder ein LGBTQI-Roman. Denn das ist es nicht. Es ist ein Roman, der eine Liebesgeschichte erzählt. Nicht mehr und nicht weniger. Mein Fazit: Für mich ist "Den Mund voll ungesagter Dinge" ein wahres Lesehighlight des laufenden Jahres und ich kann mir sehr gut vorstellen, das Buch noch einmal zu lesen - ein Zeichen dafür, dass es mir wirklich gefallen hat. Unvergesslich unperfekte Charaktere, eine authentische Geschichte und eine Art und Weise die Geschichte zu erzählen, die Anne Freytag sehr eigen macht, lassen mich diesen Roman wahrscheinlich nie vergessen und bleiben ganz tief in meinem Herzen als Eindrücke bestehen. Großes Kino und deshalb auch fünf Sterne PLUS wert. Das hier wird zu einem meiner Lieblingsbücher EVER, ganz, ganz sicher!

“Ich wusste nicht, dass man so glücklich sein kann.”

Von: Buchgeschnipsel Datum: 10. September 2017

Per Zufall habe ich in den Events der Buchhandlung Wittwer geschaut und gesehen, dass es eine Lesung geben wird. Von Anne Freytag zu ihrem neuen Jugendbuch #DenMundVollUngesagterDinge Das Cover hat mich so neugierig gemacht, dass ich es haben musste. Am Samstag habe ich mich auf dem Weg gemacht und es in der Buchhandlung geholt. Die Tochter meiner Buchhändlerin, hat es mir mit “Herzchenaugen” empfohlen. Wie sich heraustellte, habe ich mich Hals über Kopf in das Buch verliebt. Ja, ich wurde fast zum Fangirl. Es ist so leicht und locker geschrieben, so frei von Stereotypen, Kitsch und Klischees. Ich durfte mich zwei Tage lang noch einmal 17 fühlen und habe es in vollen Zügen genossen. “Es kommt mir total komisch vor, mich jemandem vorzustellen, dessen Hinter ich schon mal gesehen habe […]” Ich habe mich ein wenig in Sophie wiedergefunden und auch einige Aspekte von Alex habe ich auch in mir wiedererkannt. Manchmal vergisst man wie alt man ist oder wer man wirklich ist, oder man merkt gar nicht wie viele verschiedene Seiten in uns stecken. Man hat wirklich den Kopf so voll mit Dingen die einem den ganzen Tag herumschwirren, dass man sie nicht in Worte fassen kann. “Ich verdränge die Wahrheit und sammle Erinnerungen für eine Zeit, in der es uns nicht mehr geben wird — von der ich insgeheim hoffe, dass sie niemals kommt.” Sophie nimmt uns mit, auf die Reise zu sich selbst und es ist wunderschön. Ich musste selbstverständlich auch #BlauIstEineWarmeFarbe anschauen und konnte die Parallelen zum Buch nicht ausblenden, jedoch unterscheidet sich die Geschichte von Sophie und Alex zum Film. Ich denke es war eine gute Inspirationsquelle. Ich habe Alex’ Doughnut Frisur und Ihre Zahnlücke erkannt, manche Szenen wieder erlebt und den Zusammenhang gefunden. Das alles nimmt dem Buch aber nichts weg. Ich finde es toll, die Playlist am Ende zu entdecken und die Überraschung (welche ich euch nicht verraten werde), die hinter dem tollen Cover steckt. Lesen, lesen, lesen! “Ich wusste nicht, dass man so glücklich sein kann. Ich habe es in Filmen gesehen und in Büchern davon gelesen, aber ich habe es nie gefühlt. Bis jetzt.” Besuche meinen Blog: buchgeschnipsel.wordpress.com

Rezension zu Den Mund voll ungesagter Dinge - Anne Freytag

Von: lebenslesezeit Datum: 26. August 2017

Ich hatte Anfang des Jahres schon den Vorgängerroman von Anne Freytag gelesen (Mein bester letzter Sommer). Leider konnte mich dieser erst auf den letzten 5o Seiten überzeugen. Deswegen war ich zuerst skeptisch, ob ich den neuen Roman von Anny Freytag lesen soll. Ich hatte ihn zwar auf der Wunschliste stehen und im Buchhandel öfter in der Hand gehabt aber nie mitgenommen. Dann gab es ihn bei uns in der Bücherei und ich hab ihn mitgenommen - zum Glück! Zuerst mal zur Gestaltung des Buches. Selbst jetzt weiß ich noch nicht, ob ich das Cover liebe oder eher weniger. Das Mädchen vorne drauf passt zwar perfekt. Aber die Schrift ... damit tue ich mir ein wenig schwer. Einerseits passt sie unfassbar gut zum Buch aber andererseits ... hmmm ... Ich kann es nicht richtig greifen. Dafür macht die innere Gestaltung alle Vorbehalte des Covers gegenüber wieder wett. So liebevoll. Voller Details und Bezüge zum Buch. Wunderschön ♥ Kommen wir zu den Charakteren. Ich mochte sie alle. Es wird zwar nicht mit Klischees gespielt aber es werden auch keine völlig weltfremden und komischen Charaktere ins Spiel geworfen. Nein, sie sind alle echt. Jeder davon könnte uns beim Bummel durch München über den Weg laufen. Denn genau dort spielt das Buch und ... ich liebe München! Das Setting passt auch perfekt zur Handlung. Es fügt sich ohne Probleme in das große Ganze ein und spielt seine Rolle leise und trotzdem präsent. Nun die Handlung. Schon im Klappentext erfährt man, dass es sich hier um ein Buch über eine gleichgeschlechtliche Liebe handelt. Ein Thema, was momentan in der Jugendliteratur sehr häufig ausgeführt wird, weswegen ich ein wenig skeptisch war. Total zu Unrecht. Anne Freytag schafft eine perfekte Liebesgeschichte, die romantisch und süß aber nicht kitschig und Zuckerwatte ist. Sie ist echt. Lebendig. Man hofft und wünscht und liebt mit. Alles ist so authentisch. Ohne irgendwelcher billigen Klischees zu bedienen zeigt uns die Autorin auf, wie es halt heutzutage ist. Hier wird es niemandem unnötig schwierig gemacht, nur um Spannung zu erzeugen oder Mitgefühl. Wie schon gesagt. Alles ist authentisch. Es klingt nicht erfunden sondern so, als würden wir hier eine Geschichte nacherzählt bekommen. Ganz großes Kino! Bei "Den Mund voll ungesagter Dinge" handelt es sich bei mir auf jeden Fall um ein Jahreshighlight aus dem Jahre 2017. Ich kann das Buch jedem empfehlen, den zum einen die Thematik interessiert oder der einfach gerne eine süße, tolle und echte Liebesgeschichte lesen mag. Zusätzlich finde ich, ist das Buch eine "Hilfe" für all jene, denen es wie Sophie geht - egal, ob Junge oder Mädchen. Das Buch ist eine Unterstützung für all jene, ungeachtet des Geschlechts oder des Alters, die sich unsicher sind, was ihre eigenen Gefühle angeht oder die Angst, vor der Reaktion des Umfeldes habe. Auf jeden Fall empfehle ich das Buch all jenen, die es gerne sensibel, leise und emotional haben aber nicht auf Authentizität und Lachen verzichten möchte.

Eher etwas für junge Leserinnen

Von: lebens[leseliebe]lust Datum: 29. July 2017

Inhalt Sophies Vater hat sich nach langer Zeit verliebt und deswegen steht ihr ein neues Leben in einer neuen Stadt bevor. Alles wäre so viel leichter, wenn sie normal wäre. Zum Glück gibt es da diese eine Person, die ihr Glück und Geborgenheit bietet und eh sie sich verliebt, ist Sophie bis in die Zehenspitzen verliebt. Doch schnell muss Sophie merken, dass Liebe niemals einfach ist. Wie hat's mir gefallen Diese Rezension fällt mir leicht und schwer zugleich. Einerseits muss ich spoilern, was mir sehr widerstrebt, aber da das Thema in anderen Rezensionen oft angesprochen wurde und meine Kritik nicht ohne ein paar Spoiler funktionieren, muss ich alle bitten, die noch gar nichts über das Buch wissen (und NICHTS wissen wollen) nun meine Rezension nicht weiter zu lesen. Ich habe das Buch begonnen und NICHT den Klappentext gelesen - geschweige denn eine Rezension. Aufgrund des steten Regenwetters freute ich mich auf eine emotionale Liebesgeschichte und griff spontan nach diesem Buch. Schon nach wenigen Seiten wurde deutlich, dass Sophie sich in Alex verliebt und Alex ein Mädchen ist. Ich las den Klappentext, doch fand hier keine eindeutigen Hinweise, obwohl es im Buch so eindeutig schon zu Anfang beschrieben wird und wurde wütend. Wieso kann man nicht ehrlich dem Leser sagen, dass es sich hierbei um eine gleichgeschlechtliche Liebe handelt. In einigen Rezensionen las ich später, dass es hier besonders gut herauskommt, dass es egal ist, in welches Geschlecht man sich verliebt. Aber ich empfinde die ganze Machart des Buches leider anders: es verdeutlicht aufgrund der Verheimlichung auf dem Klappentext (und im Inhalt, doch dazu später mehr) zu sehr, dass es nicht so ist. Und das ist schade. Denn es ist wirklich egal, wen man liebt. Hauptsache man liebt. Aber diese Botschaft habe ich leider nirgendwo gefunden, auch nicht zwischen den Zeilen. Das machte mich traurig. Wütend machte mich aber vor allem, dass man als Leser nicht weiß, worauf man sich einlässt. Nein, ich bin nicht engstirnig und nein ich habe nichts gegen Homosexuelle. Aber wenn man sich auf eine Liebesgeschichte freut und dann ein Coming-Out-Buch bekommt, geht man mit völlig falschen Erwartungen heran. Denn das Buch für sich ist gut, hat mir sehr gefallen und hätte viel mehr Sterne bekommen, wenn der Klappentext ehrlich gewesen wäre. Nun gut, sei es so. Wie ihr schon gelesen habt, geht es um das junge Paar Alex und Sophie. Die Liebesgeschichte von den beiden ist knisternd, schön, stürmisch, emotional und doch wird sie stets und ständig geheim gehalten. Ich hätte mir von Sophie mehr Mut gewünscht. Dann muss ich leider noch ein paar Worte zu den Sexszenen verlieren, denn auch diese machten mich wütend. Nicht die Szenen an sich, denn diese waren äußerst geschmackvoll und prickelnd geschrieben, sondern die Quintessenz: jedes Mädchen aus dem Buch berichtet, dass Sex mit Männern gefühllos und leer ist, das man sich wie ein Brett hinlegt, alles über sich ergehen lässt und die ach-so-groben-Männer würden alles falsch machen. Und wieso sagt kein Mädchen, dass der Mann etwas anders machen soll? Nicht der Mann ist schuld, dass dass Mädel teilnahmslos daliegt. Gerade jungen Leserinnen wird hier ein völlig falsches Bild von Sex gegeben, was ich fragwürdig und schade finde. Die Protagonistinnen sind keine 15 Jahre alt, sodass man sagen könnte, sie wüssten es nicht besser. Obwohl ich eine Vorliebe für den Underdog habe, so wurde ich aufgrund vieler Umstände nicht mit Sophie warm. Trotz allem glaube ich, dass das Buch von mir mit fünf Sternen bewertet worden wäre, wenn ich es vor zehn Jahren gelesen hätte. Mir hätten diese Rebellion, diese Freiheit und diese echten Gefühle imponiert. Ich hätte alles an diesem Coming-of-Age-Roman gefeiert und es sicher hoch gelobt. Doch ich habe schon so viele Bücher aus diesem Genre gelesen und muss gestehen, dass mit der Thematik "Coming-Out" wenig originell umgegangen wurde. Es suggeriert viel mehr eine Welt, in der man sich verstecken muss. Das mag vielleicht auf dem Dorf so sein, aber nicht in einer Großstadt wie München. Schade. Aber trotz aller Kritik, die vielleicht etwas harscher klingt, als sie sollte, muss ich den wunderbaren Schreibstil der sympathischen Autorin loben. Sie hat ein wahres Talent, Dinge zu beschreiben und Szenen lebendig zu machen. Zudem beschreibt Anne Freytag wunderbar das Setting, sodass man sich gleich zurechtfindet und wohlfühlen kann. Auch wenn ich Songlisten in Büchern nicht mehr sehen kann, da es geradezu inflationär benutzt wird, so schaffen die Lieder einen angenehmen Rahmen für die Handlung. Und auch das Ende hat mich mit dem Buch versöhnt, denn es war anders als erwartet und so wunderbar frei und leicht. Ich werde ganz bald wieder ein Buch der Autorin zur Hand nehmen, denn dieses war grandios - nur nicht für eine 28-Jährige Frau, sondern eher für einen Teenager, der solche Bücher aufsaugt, wie andere die Luft zum atmen. Mein früheres Ich hätte es geliebt. Für Fans von * "Einfach nur Liebe" von Marlies Arnold * "Paris, du und ich" von Adriana Popescu Fazit Junge Leser/innen werden hier ihre wahre Freude haben und sich in vielen Dingen wiederfinden. Ich fand zwar die Thematik nicht unspannend, wurde aber mit der Umsetzung dieser nicht recht warm. Vielleicht hat man schon zu viel aus diesem Bereich gelesen, vielleicht wäre ein klärender Klappentext besser gewesen. Dennoch erwartet einen hier ein leichter und jugendlicher Schreibstil, der so einige Mängel in der Umsetzung wett macht. Bewertung 3/5

Rot ist eine kalte Farbe

Von: Herr Booknerd Datum: 13. July 2017

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich diese Rezension schreiben soll. Ich habe mir (sehr viele) Notizen zu dem Buch gemacht. Habe mir die Woche über die Zeit genommen, meine Gedanken und Gefühle zu diesem Buch abkühlen zu lassen, sie zu sortieren und irgendwie in Worte zu fassen. Das Ergebnis davon war, eine Rezension die ich gestern vorbereitet habe und die einfach mal über 3000 Wörter umfasst, und sich auf sechs Word-Seiten verteilt. Viel zu viel. Deswegen habe ich die Rezension wieder gelöscht. Sie hat nicht auf den Punkt gebracht, was ich eigentlich sagen wollte. Also, doch irgendwie schon, aber es war einfach von allem zu viel. Zu viele Ausführungen, etwa warum ich die Autorin nicht leiden mag. Oder dass es mir unheimlich schwer fällt, zu verstehen, warum so viele Bloggerkollegen, so voll des Lobes für dieses Buch sind, und scheinbar nicht reflektieren, was sie da empfehlen. Es waren zu viele Anmerkungen, die eigentlich keinerlei Relevanz haben. Zu viele kleine Seitenhiebe auf die Autorin, den Verlag usw. Das muss nicht sein. Deswegen schreibe ich diese Rezension jetzt quasi "live" und direkt und ungefilterte (was wahrscheinlich, nicht unbedingt die beste Idee ist), hier rein. Ich hoffe ihr seht es mir nach, aber ich glaube so funktioniert es für mich einfach am besten. Einige werden sich jetzt sicher einen Rant erhoffen, hab ich ja auch so angekündigt. Die Sache ist die, ich könnte das Buch jetzt zerreißen. Ganz easy sogar. Brauche ich keine fünf Minuten für, dann wäre das Buch durch. Aber das will ich nicht. Nicht um jetzt irgendwie gönnerhaft zu wirken, sondern weil es niemandem etwas bringen wird. Klar, es ist immer ein bisschen unterhaltsamer, wenn man mit Sarkasmus nur so um sich ballert, aber ich möchte, das Leute (und allen voran oben genannte Bloggerkollegen), wirklich verstehen können, warum dieses Buch auf so vielen Ebenen einfach nur problematisch und falsch ist. Es fängt schon damit an, dass Sophie (die 17-jährige Protagonistin in diesem Roman), eine wirklich unausstehliche Person ist. Und das nicht, weil sie (wie es im Buch geschildert wird), ein negatives, verkopftes und launisches Mädchen ist. Nee, sondern weil sie eine extrem voreingenommene, vorverurteilende, verzogene, präpubertäre Pute ist. Sie steckt Menschen, die sie überhaupt nicht kennt, mit denen sie noch kein Wort (oder nur wenige Worte), gewechselt hat, auf Grund von Äußerlichkeiten in Schubladen und verpasst ihnen irgendwelche Label. Wer macht so was? Jeder hat irgendwelche Vorurteile. Kann man gar nicht leugnen. Aber was Sophie macht, ist einfach nur unfair. Sie gibt niemandem eine Chance, und findet es auch noch okay so. Ob es jetzt Lena ist (die neue Freundin ihres Vaters), oder die Freunde des Nachbarsmädchen Alex (Clemens, Nikals und Jasmin), sie alle werden von Sophie bewertet, kategorisiert und in Schubladen gesteckt. Und das nur, wegen dem wie sie aussehen. Der nächste Punkt, der es mir schwer gemacht hat Sympathie für Sophie zu empfinden oder sie irgendwie ernst zu nehmen, ist der, dass sie sich andauernd einfach nur selbst widerspricht. Auf der einen Seite, ist die wütend auf ihren Vater, der mit ihr von Hamburg nach München zieht, auf der anderen Seite sagt sie aber selbst, dass sie in Hamburg (nachdem ihr BFF Lukas nach Frankreich gegangen ist), keine Freunde oder sonst was mehr hat. Ja, was denn nu? Wenn in Hamburg doch eh nichts mehr ist, das sie hält warum flippt sie dann so aus? Oder auch die Sache mit ihrem Vater. Sie ist sauer, weil er sie (nachdem sie in München angekommen und bei Lena und ihren beiden Kindern eingezogen sind), ständig alleine ist. Erwähnt dann aber, dass sie in Hamburg ja auch immer alleine war, und es daher gewohnt ist alleine zu sein? Dass ihr Vater ständig seine Versprechen bricht ist eine Sache, ihm aber Vorwürfe zu machen, wegen einer Sache mit der sie sich eigentlich schon längst abgefunden hat, erscheint mir nicht sonderlich schlüssig. Wo ich ihn gerade erwähnt habe, Lukas, Sophies bester Freund. Sein "Spitzname" für sie ist "Das Flittchen". Weil Sophie mal eine lange Zeit roten Lippenstift getragen hat, und Lukas der Meinung war, dass sie damit aussehe wie, "eine Märchenprinzessin mit wütendem Blick und obszönen Mund" Fragt mich nicht, wie ein Mund obszön sein kann. Sophie sagt zuvor auch, dass ihre Mutter den Mund einer Hure habe. Kein Ahnung, wie so ein Hurenmund aussehen soll, und worin er sich von normalen Mündern unterscheidet. Lukas nennt seine beste Freundin aber nicht nur deswegen Flittchen. Sondern auch deswegen, weil Sophie sexuell sehr aktiv ist. Andere mögen das vielleicht irgendwie lustig finden oder sonst was, aber für mich ist es Slut-shaming. Wer jetzt denkt, okay, wenn die Autorin dieses Fass aufmacht, dann wird sie doch sicherlich auf das Thema eingehen, und die Gelegenheit nutzen, ihren Lesern durch diese Sache zu vermitteln, dass es total egal ist mit wie vielen Jungen ein Mädchen schläft. Dass es ihr Körper ist, mit dem sie anstellen kann was sie möchte und dass sie niemand deswegen als Schlampe oder Flittchen zu bezeichnen hat. Ist aber nicht der Fall. Stattdessen wird munter und fröhlich weiter ge-slut-shamed. Sophie, sagt im späteren Verlauf sogar einmal selbst, nachdem sie auf einer Party einen Jungen und Alex (oben genanntes Nachbarsmädchen) geküsst hat, dass sie kein "Schlampenimage" haben möchte. Mal davon abgesehen, dass einen zwei Küsse wohl kaum zu einer Schlampe machen würden, was soll das bitte? Welches Signal oder welche Message soll denn damit, an die (vor allem jungen, weiblichen) Leser gesendet werden? Kommen wir zum Kern des Buches. Als ich gesehen habe, dass der Roman sich um ein lesbisches Paar drehen würde, war ich sofort begeistert. LGBT-Charaktere, gerade lesbische Mädchen bekommen im YA-Bereich einfach zu wenige Aufmerksamkeit. Und wir brauchen definitiv mehr solcher Geschichten! Also, jetzt nicht Geschichten wie diese hier, aber mit lesbischen, schwulen, bisexuellen oder trans Charakteren. Ich weiß natürlich nicht, inwiefern und wie intensiv Anne Freytag für dieses Buch recherchiert hat. Das Buch lässt mich vermuten, dass sie sich absolut nicht informiert hat. Mit niemandem gesprochen hat, der etwas derartiges durchlebt hat, oder sich sonst irgendwie mit dem Thema beschäftigt hat. Ich glaube ja, dass sie lediglich den Film "Blau ist eine warme Farbe" gesehen hat (inhaltlich gibt es auch einige sehr offensichtliche Parallelen), und sich dann gedacht hat, okay cool, so was mache ich jetzt. Der Film zeigt ja wie lesbischer Sex funktioniert, mehr muss ich nicht wissen. Und der Verlag ist wohl drauf angesprungen, weil es ja gerade eh ein "Trendthema" ist. Darf ich an dieser Stell kurz erwähnen, wie krass ich es einfach finde, wenn die Sexualität von Millionen von Menschen einfach zum "Trend" erklärt wird, und gar nicht berücksichtigt wird, dass diese Menschen täglich diskriminiert und marginalisiert werden? Hier sind wir auch schon beim größten Problem des Buches, es geht total am Thema vorbei. Ja, Sophie und Alex sind lesbisch. Bisexuell sind sie nicht, weil ihnen der Sex mit Jungs absolut keinen Spaß bereitet. Und ich würde Frau Freytag jetzt auch einfach mal unterstellen, dass ihr sowohl das Fingerspitzengefühl, als auch die Empathie fehlen um über solche Themen zu schreiben. Man kriegt es zwar nicht so mit, weil der Fokus oft auf Schwulen-, Lesbischen- und Trans-Personen liegt, aber Bisexuelle werden ebenfalls krass diskriminiert. Entweder wird ihnen ihre Existenz abgesprochen, weil man kann ja nur Homo oder Hetero sein. Oder es wird ihnen unterstellt, einfach alles und jeden nageln zu wollen, oder gar keine Ahnung zu haben, was sie eigentlich wollen. Jedenfalls bleibt das Buch die ganze Zeit über auf der sexuellen Ebene. Sophie und Alex schlafen die ganze Zeit miteinander (was ja total klar geht), aber was sie aneinander finden, bleibt offen. Noch viel wichtiger aber ist der Punkt, dass all diese wichtigen Fragen die man sich als homosexueller Teenager stellt, komplett ausgeklammert werden. Sie werden einfach ignoriert. Aus Erfahrung kann ich euch sagen, das Sex in dieser Zeit eine eher untergeordnete Rolle spielt. Und dass man nicht erst eine Person des eigenen Geschlechts küssen muss (so wie es in dem Buch dargestellt wird), um zu wissen ob man schwul oder lesbisch ist. Das ist einem schon früher bewusst. Sehr viel früher. Aber damit umzugehen, sich einzugestehen dass man es ist, zu realisieren was es für einen selbst und das Umfeld bedeutet, ist das, was einen in dieser Zeit wirklich beschäftigt. Was ist wenn es jemand merkt? Wie kann ich es am besten verheimlichen? Soll ich es jemandem sagen? Wenn ja, wann und wem? Was passiert, wenn meine Eltern mich deswegen verstoßen? Was mache ich, wenn sich meine Freunde deswegen von mir abwenden? In diesem Buch wird sich einfach nicht damit befasst. Es wird einfach nicht erwähnt, dass der Weg zum Coming-Out mit Selbstzweifeln, Selbsthass, Selbstverleugnung und Angst gepflastert ist. Es wird nicht geschildert, wie unfassbar schwer es ist, sich zu öffnen, zu diesem kleinen Teil zu stehen der zu einem gehört. Wie schwer es ist, offen schwul oder lesbisch zu leben, weil man im Alltag ständig damit konfrontiert wird, dass es nicht normal ist, dass man diskriminiert, marginalisiert und generell angefeindet wird. Wüsste Anne Freytag, hätte sie sich ernsthaft dem Thema genähert. Aber lieber darüber schreiben, dass die beiden Mädels sich durch halb München vögeln, das wirkt dann sicher für viele realistischer und man ist so super progressive, wenn man über gleichgeschlechtlichen Sex schreibt. Dann ist da noch die Sache mit dem Fremdgehen. Ich weiß nicht woher dieser Trend kommt, aber was zur Hölle soll das einfach? Seit wann ist denn in Ordnung, jemanden zu betrügen? Und kann man nicht, wenn man als Autor/in dagegen ist, das auch so in das Buch reinschreiben? Dass es eben nicht okay ist? Warum rechtfertigt man betrügen damit, dass die beiden ja verliebt sind und hach, es ist doch so schön wenn sie endlich zusammen sein können. Fun fact, sie könnten die eine Sache auch erst beenden und dann zusammen sein. Der Mindfuck an der Sache in diesem Buch ist aber, dass Alex darunter leidet dass ihr Vater ihre Mutter mit einer jüngeren Frau betrügt, und die Familie deswegen verlassen will. Und nicht nur das, Niklas einer ihrer Freunde, betrügt seine Freundin Jasmin am laufenden Band. Alex ist also von Menschen umgeben, die ohne Ende cheaten und stört sich nur bei ihrem Vater daran, macht dann aber genau das, was ihr Vater macht? Wie soll man das ernst nehmen? Wie soll ich Alex wegen ihrer Familienverhältnisse bedauern, wenn sie das gleiche Arschlochtum an den Tag legt, wie ihr Vater? Als letzten Punkt, möchte ich noch über den Sex in diesem Buch sprechen. Ich bin total dafür, dass Autoren in Jugendbüchern Sex thematisieren und zu einem Bestandteil machen. Jugendliche haben nun mal eben Sex, ob es den Erwachsenen passt oder nicht. Und vor allem gleichgeschlechtlicher Sex, sollte viel öfter dargestellt werden. Jetzt nicht in diesen hirnverbrannten, PWP-Gay Romance Trashbüchern. Aber sonst so. Was ich in diesem Buch aber problematisch finde, ist einfach die Art und Weise wie Sex hier instrumentalisiert wird. Sophie hat keinen Spaß am Sex mit Jungs, an sich total okay. Wenn sie merkt, dass es sie nicht kickt, gut für sie. In dem Buch sagt Sophie, dass sie aber trotzdem immer und immer wieder (besoffen) mit Jungs gebumst hat, einfach weil sie in ihrem Kopf ein paar Fantasien hatte, die sich nicht in der Realität bestätigt haben. Und zwar deswegen nicht, weil beim Sex zwischen Mann und Frau, ja sowieso nur der Penis des Mannes im Vordergrund steht, Jungs per se ja ehe kein Plan haben, was sie da eigentlich machen, und Mädchen den Mund beim Sex natürlich nur öffnen können, wenns um Blowjobs geht. Aber sagen, was einem gefällt, was einem Spaß macht oder so geht ja nicht. Lieber regungslos auf dem Rücken liegen, und es über sich ergehen lassen, so wie Sophie (und auch Alex) in diesem Buch. Problematisch daran ist aber, dass es im Kern so wirkt, als wären Sophie und Alex deswegen lesbisch, weil Jungs es ihnen ja eh nicht richtig besorgen könnten, und das ist einfach so dumm und falsch, da ist mir bei der Lektüre echt die Luft weggeblieben. Der Umkehrschluss dessen wäre nämlich, dieses dumm aber immer wieder herangezogene Klischee, dass Lesben ja nur lesbisch seien, weil sie noch nicht den richtigen Mann hatten. Dass sie ja nur mal von dem passenden Mann richtige gebumst werden müssen, um wieder "normal" zu werden. Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass Anne Freytag schreiben kann. Ist einfach so, kann man ihr nicht absprechen. Es gab auch durchaus Stellen in diesem Buch, die ich vom Stil her echt gut fand. Aber der Schreibstil ist nur die halbe Miete. Wenn der Rest, wie in diesem Fall, einfach nur problematischer Bullshit ist, dann hilft einem eine tolle Schreibe auch nicht weiter. Meine vorherrschenden Gefühle im Moment sind Angst und Wut. Wütend bin ich deswegen, dass der Verlag und auch die Autorin sich ihrer Verantwortung anscheinend überhaupt nicht bewusst sind. Oder dass es ihnen egal ist, wie dieses Buch vielleicht bei Leute ankommt, die sich in einer ähnlichen Situation wie Sophie befinden. Und Angst habe ich davor, dass ein junges Mädchen (das in dieser ganz besonderen Selbstfindungsphase ist, die heterosexuelle Menschen zum Glück nicht durchleben müssen), in die Buchhandlung geht um vielleicht dort ein paar Antworten zu finden. Oder ein paar aufmunternde, trostspenden Worte. Das zu diesem Buch greift, weil es denkt, es ginge um sie. Das dieses Buch liest und keine Antworten, keinen Trost, keine Bestärkung findet. Sondern das Gegenteil. Und so was, sollte eigentlich nicht sein.

Nachdenkliche Geschichte, mit toller Protagonistin ...

Von: dieSeitenfluesterer-unserBuchblog Datum: 10. July 2017

Anne Freytags Werk ist bereits im März 2017, im Heyne fliegt Verlag, erschienen. 400 Seiten beschreiben den neuen Lebensabschnitt von Sophie. Sophie musste ohne Mutter aufwachsen und nun auch noch von ihrer Heimat Hamburg nach München ziehen. Sie traut sich nicht je irgendwas auszusprechen, oder ihre Sorgen von der Seele zu reden. Doch nun im neuen Zuhause ist plötzlich jemand da, mit der sie sich einen neuen Weg vorstellen kann - das Nachbarmädchen Alex … “Ich habe den Mund voll ungesagter Dinge. Und ganz gleich, wie oft ich sie runterschlucke, sie kommen jedes Mal zurück” (Position 63%) Anne Freytags Werk habe ich bereits im März gelesen und war hin und weg von ihrer Sophie. In dieser neuen Geschichte widmet sich die Autorin dem Thema Homosexualität und anders als bei den meisten, im Handel erhältlichen Büchern, wird hier die Seite der Lesben beleuchtet. Sophie, als Protagonistin, hat es gleich zu Beginn nicht leicht sich der neuen Situation anzupassen. Denn ihr Vater bringt sie einmal quer durch Deutschland, zu seiner neuen Frau und ihren kleinen Kindern. Sich von Hamburg nach München umzuorientieren, ist hier nicht das Schlimmste. Sondern seine gewohnte Umgebung und natürlich die Freunde zurückzulassen, quält sie viel mehr. Immer interessanter wird es, als Sophie das neue Nachbarmädchen inflagranti beim Liebesspiel erwischt. Doch diese Alex ist mehr an Sophie interessiert, als das sie ihr eine Szene macht. Da man zu Beginn der Geschichte noch nicht weiß, wohin die Reise gehen soll, verfolgt man als Leser gespannt den weiteren Verlauf. Wie jeder, als Teenager, beginnt auch Sophie ihre Sexualität zu entdecken und man merkt, dass sie selbst schockiert ist, sich zu Alex hingezogen zu fühlen. Anne Freytag macht hier einen entscheidenden Schritt - ihre Figur wächst mit diesen Unsicherheiten. Die Erforschungen zwischen Alex und Sophie gehen bis ins Detail … in kleine, erotische Detail. Als Leser fühlt man jede dieser Szenen mit und spürt die aufkeimende Liebe genauso deutlich, wie die Veränderungen, welche mit Sophie einhergehen. Von den sonst zu zurückhaltenden Mädchen beginnt zu verstehen, dass sie aussprechen muss, was ihr auf der Seele lastet. Für mich war es jedoch nicht nur die Geschichte an sich, die mich faszinierte. Sondern die Wortkonstellationen und perfekt abgestimmte Dialoge, die Anne Freytags Figuren so lebendig werden ließen. Sie hat den Mut dazu gehabt ihre Figuren an den Leser zu bringen und ein leider immer noch heikles Thema so zu formen, dass sich hoffentlich viele Menschen so fasziniert in Sophies Welt fallen lassen, wie ich es tat. Man wird von dieser nachdenklich und einfühlsamen Geschichte einfach begeistert sein müssen! “Den Mund voll ungesagter Dinge” formt eine nachdenkliche Story mit so viel wohlgesetzten Worten, dass man gern Sophie durch diese neue und schöne Liebe, begleitet! Rezension unter: www.dieSeitenfluesterer-unserBuchblog.blogspot.de Copyright: dieSeitenfluesterer-unserBuchblog

Den Mund voll ungesagter Dinge - Anne Freytag

Von: janalovesboooks Datum: 29. June 2017

Das Cover: Ersteinmal: Ich finde die Farbe von dem Cover super! Das Rot ist ein richtiger Blickfang und sorgt dafür, dass man noch mindestens einen zweiten Blick auf das Buch wirft. Auch der Schriftzug sieht toll aus, da er nicht einfach nur ,,langweilig" weiß ist, sondern farbig ist. Das Mädchen auf dem Cover weckt Interesse. Im Allgemeinen ein tolles Cover wie ich finde!😍 Meine Meinung: Dieses Buch ist das erste Buch was ich von Anne Freytag gelesen habe. Ich finde ihren Schreibstil sehr schön. Ich habe dieses Buch quasi ,,durchgesuchtet", es wollte mich nicht gehen lassen. Somit wurde es ganz schnell zu einer meiner Lieblingsbücher. Die Geschichte war total fesselnd und wunderschön. Da es ja in dem Roman um ein homosexuelles Päärchen handelt, wurde meine Neugier erst richtig geweckt, und ich war schon fast froh, dass es sich nicht um eine heterosexuelle Beziehung handelt wie eigentlich sonst fast immer. Man konnte sich richtig gut in die Personen hineinversetzen und mitfühlen. Ich habe mit den Personen geweint und gelacht, ein richtiges Gefühlschaos! Es ist sehr interessant zu lesen welche Probleme entstehen können, wenn man sich seinen Gefühlen nicht hingibt und diese verheimlicht. Sophie selber kannte diese Situation auch nicht und war zunächst selber damit total überfordert. Wie man sieht, man fiebert durchgehend mit! Fazit: Ein sehr sehr schöner Roman den ich wirklich nur empfehlen kann! Er könnte ggf. auch Menschen helfen, die sich selber nicht sicher sind auf welches Geschlecht sie stehen und/oder wie sie ihrer Familie kund geben sollen, dass sie nicht hetero sind. Aber natürlich kann und sollte auch jeder andere diesen Roman lesen, da man wirklich einiges aus dieser Geschichte lernen kann. ❤

Ganz großartig!

Von: Janine Gimbel Datum: 26. June 2017

Sophie ist 17 Jahre alt und steht direkt vor ihren Abiturprüfungen, als es ihrem alleinerziehenden Vater einfällt, dass jetzt ein guter Zeitpunkt für einen Umzug wäre. Er will die Zelte in Hamburg abbauen und zu seiner Freundin und deren zwei Söhnen nach München ziehen – zehn Wochen vor Sophies Abiturprüfungen! Mürrisch lässt sich Sophie darauf ein und ist in München die Neue, die keiner kennt. Doch dann lernt sie das gleichaltrige Nachbarsmädchen Alex und deren Freunde Clemens und Nik kennen und die Geschichte scheint eine Wendung zu nehmen. Alex nimmt sich freundlich Sophie an und selbst die Freundin ihres Vaters, Lena, scheint sich für das Mädchen zu interessieren. Anne Freytag begeisterte junge wie nicht mehr ganz so junge Leser und Leserinnen im Vorjahr mit ihrem tollen Roman „Mein bester letzter Sommer“. Ihr neustes Werk steht diesem Highlight in nichts nach! „Den Mund voll ungesagter Dinge“ ist ein flott zu lesendes Buch über eine Vater-Tochter-Beziehung und die Suche nach der eigenen Identität. Schon nach wenigen Seiten kommt es einem dabei vor, als kenne man Sophie. Das liegt nicht nur am Schreibstil der Autorin, sondern auch daran, dass Sophie wie aus dem Leben gegriffen wirkt. Ein Mädchen wie du und ich, mit Macken und Wünschen. Sie will geliebt werden und sich selbst kennenlernen. Sophie fühlt sich nach einigen Wochen zu Alex hingezogen und weiß mit diesen Gefühlen kaum umzugehen. Ist sie nun lesbisch? Oder nicht normal? Und was ist mit Alex‘ Freund Clemens? Anne Freytag nähert sich dem Thema sensibel und genau im richtigen Tempo. Sie gibt dabei keine Antworten vor, sondern lässt ihre Figuren und Leser eigenständig nach diesen suchen. Ein ganz großartiger Roman für Jugendliche ab 16 Jahren!

DEN MUND VOLL UNGESAGTER DINGE. ANNE FREYTAG.

Von: buecherkompass Datum: 15. June 2017

INHALT Als Sophies Vater beschließt, mit ihr zu seiner Freundin nach München zu ziehen, bricht für Sophie eine Welt zusammen. Doch in München angekommen lernt sie das Nachbarsmädchen kennen, Alex. Alex ist anders, mit ihr kann man gut reden und gut schweigen zugleich. Mit Alex an ihrer Seite blüht Sophie auf – gemeinsam sind sie stark und unbezwingbar. Und so scheint sich letztlich doch noch alles zum Guten zu wenden, bis ein Kuss alles verändert. MEINUNG Den Mund voll ungesagter Dinge ist bislang mein erstes (gelesenes) Buch von Anne Freytag und obwohl ich es bereits seit Februar besitze (vielen Dank an dieser Stelle an Heyne fliegt für die überraschende Zusendung), kam ich jetzt erst dazu es zu lesen. Und was soll ich sagen? Ich bin völlig überwältig von der Vielzahl an Emotionen, die ich beim Lesen durchlaufen habe. Aber fangen wir am besten vorne an: Ich war natürlich wahnsinnig gespannt darauf, welche Geschichte, sich wohl hinter dem knallroten Einband verbergen würde. Schließlich wusste ich absolut nicht, was ich zu erwarten hatte, mit Anne Freytag habe ich (sozusagen) literarisches Neuland betreten. Einmal aufgeschlagen konnte ich das Buch jedoch nicht mehr aus der Hand legen. Sophie habe ich, trotz oder gerade wegen ihrer Art, bereits früh ins Herz geschlossen und Alex muss man einfach gern haben. Die Mädchen sind jung und unerfahren und keineswegs perfekt und das ist gut so, weil man nur so die Möglichkeit dazu hat sie auf ihrer Reise zu sich selbst zu begleiten. Besonders schön ist es, die Charakterentwicklungen mitzuerleben, die sich im Verlauf des Buches vollziehen. Zu Beginn der Geschichte trifft man auf zwei Mädchen, die ihre Unsicherheiten so gut es geht zu verbergen versuchen. Doch ihre Freundschaft lässt sie aufblühen, sie kommen zu neuem Selbstbewusstsein, werden erwachsen. Der Schreibstil von Anne Freytag steckt voller Emotion und ist zur gleichen Zeit so leicht, dass man mit Hochgefühlen durch die Seiten schwebt. Selbst die traurigsten Stellen haben mich beim Lesen positiv berührt. Es ist schwer in Worte zu fassen, doch die Geschehnisse wirken niemals beklemmend oder bedrückend, es werden zu keinem Zeitpunkt negative Gefühle geschürt – das Buch steckt voll Hoffnung und Lebensfreude. Während ich häufig mit Buchtiteln hadere, weil sie nicht so recht zur Geschichte passen wollen, könnte der Titel des Buches bei diesem Werk nicht passender gewählt sein. Allzu viel möchte ich hier jedoch nicht vorweg nehmen. Wer noch zögert das Buch zu lesen, dem möchte ich es an dieser Stelle unbedingt ans Herz legen. Anne Freytag zeigt, dass es manchmal nur den Mut braucht zu sich selbst zu stehen, um Dinge für sich selbst und andere zum Positiven zu wenden und Schönes zu schaffen.

Mein neues Lieblingsbuch

Von: szebrabooks Datum: 03. June 2017

In diesem Roman geht es um die siebzehnjährige Sophie, die von ihrer Mutter direkt nach der Geburt verlassen wurde. Seit dem lebt sie mit ihrem Vater allein in Hamburg bis dieser sich plötzlich dazu entscheidet zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Sophie ist total unglücklich mit der Entscheidung ihres Vaters bis sie Alex, das Nachbarsmädchen, kennen lernt. Alex ist auch 17 und geht auf dieselbe Schule wie Sophie und ziemlich schnell entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden. Sophie schafft es endlich sich auf einen anderen Menschen einzulassen, als ihren besten Freund, und plötzlich ist ihr Leben ganz anders. Bei einer Party kommt es dann zu einem Kuss, der dann alles verändert und erst da wird Sophie klar, was wirklich los ist... Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Dieses Buch hat mich so sehr in den Bann gezogen und ich kann gar nicht formulieren wie ich während dem Lesen empfunden habe! Was ich sagen kann, ist, dass dieses Buch es geschafft hat mein Lieblingsbuch zu werden. Bevor ich es gelesen habe, konnte ich nie die Frage "Was ist dein Lieblingsbuch?" beantworten, aber jetzt kann ich es! Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt und ich wollte es einfach nicht weglegen und die ganze Zeit darin weiter lesen. Es war mal was ganz anderes, da es plötzlich um zwei Mädchen geht, die sich lieben. Ich muss sagen, dass ich sehr neugierig war, denn in den bisherigen Büchern waren homosexuelle Pärchen immer Nebencharaktere, aber hier hatte man diese als Hauptcharaktere. Außerdem war es nicht klischeehaft und es wurden zwei Jungen genommen, nein, es waren zwei Mädchen und ich muss sagen, dass ich dieses Buch gerade deshalb lesen wollte (und weil es das neue Buch von Anne Freytag war und nach "Mein bester letzter Sommer" wollte ich natürlich mehr von ihr lesen!) Nicht nur die Idee war perfekt, sondern auch die Umsetzung. Ich hatte eigentlich die ganze Zeit das Gefühl, dass ich Sophie bin, weil ich mich einfach so gut in sie hinein versetzen konnte! Ich habe mit ihr mitgefühlt, habe ich mich gefreut, wenn sie sich gefreut hat und war traurig, wenn sie traurig war. Was will man mehr, wenn man quasi der Buchcharakter sein kann?! Was ich jetzt auch noch loswerden muss, ist, dass ich eigentlich fast jede zweite Seite mit bunten Zettelchen hätte markieren können, weil es einfach so schön geschrieben war. Man hatte nicht nur den Inhalt mit den wunderbaren Szenen, sondern auch noch Sätze, die außerhalb des Kontext des Buchs wunderbar sind. Sätze, bei denen man lächeln muss und sich freut, wenn man sie sich durch liest. Aber es waren auch ganze Absätze dabei, die mir dieses Lächeln aufs Gesicht gezaubert haben. Ich weiß, dass ich an einem Sonntagabend beschlossen habe das Buch zu beenden und als ich dann morgens um zwei fertig war hatte ich das Bedürfnis mit aller Welt dieses Buch zu teilen und darüber zu reden. Eine Freundin hat da bei mir geschlafen und ich musste mich zurück halten sie nicht zu wecken, um mit ihr über das Buch zu reden, denn sie hat es ja parallel zu mir gelesen, war aber schneller fertig als ich. Aber ich konnte einfach nicht mehr einschlafen, weil ich die ganze Zeit an das Buch denken musste. Das hat dazu geführt, dass ich am Montag in der Uni sehr müde war, aber das war es mir Wert. Denn für das Buch mache ich gerne eine Nacht durch. Einfach, um es am Stück genießen zu können! Ich hab ja vorhin gesagt, dass ich während dem Lesen sozusagen Sophie war und das lag vor allem auch daran, dass sie einem von der ersten Seite an sympathisch ist und man sich einfach super gut vorstellen kann sie als beste Freundin zu haben. In vielen Büchern gibt es früher oder später die Stelle, an der mir der/die Protagonist/in auf den Keks geht, aber hier war das nicht der Fall. Ich fand Sophie vom Anfang bis zum Ende toll und ich muss sagen, dass mir dieses Buch geholfen hat meine Alex zu finden...wenn ich schon mal bei Alex bin: ich habe sie von Anfang an ins Herz geschlossen und fand sie toll. Ich finde, dass sie jemand ist, den man toll findet und einfach mögen muss. Außerdem ist sie eine Freundin, die in allen Lebenslagen für einen da ist und so viel Freude ausstrahlt. Was will man mehr? So, jetzt muss ich noch was zum Cover und der Klappe innen im Buch loswerden. Das Cover springt einem sofort ins Gesicht. Wäre ich kein so großer Booknerd und würde ab und zu Bücher lesen, dann wäre mir dieses Cover trotzdem aufgefallen. Dieses rot mit der regenbogenfarbenen Schrift fällt einem sofort auf und ist wunderschön. Außerdem finde ich, dass das Mädchen mit dem gestreiften Oberteil das ganze nochmal abrundet und perfekt macht. Außerdem hat es auch eine Bedeutung - also der Titel und das gestreifte Oberteil, die man während dem Lesen herausfindet. In der Klappe sind Gegenstände abgebildet und am Anfang fragt man sich wieso, aber das klärt sich im Laufe des Lesens. Ich fand das einfach genial. Das war schon bei "Mein bester letzter Sommer" so und ich habe mich so gefreut, dass es bei "Den Mund voll ungesagter" auch so war! Das freut einen beim Lesen einfach noch mehr und macht das Ganze einfach noch spannender! Ich könnte einfach stundenlang über dieses Buch schwärmen! Denn ich liebe es einfach und es macht mich unendlich glücklich, dass es so ein wunderbares Buch gibt! Anne Freytag hat es geschafft mich erneut in den Bann zu ziehen, doch diesmal ist es noch besser als letztes Mal: denn diesmal bin ich mit einem Lieblingsbuch aus der Sache raus gegangen und am Liebsten würde ich das Buch jetzt gleich nochmal lesen. Es war also nicht nur Liebe auf den ersten Blick (wegen dem Cover), sondern auch Liebe auf den ersten Read! Ich kann dieses Buch nur loben und weiter empfehlen. Man sollte es überall auf der Welt verbreiten, also muss es unbedingt übersetzt werden!!! Und es wäre doch genial, wenn Schüler in nicht allzu ferner Zukunft dieses Buch als Schullektüre lesen könnten. Ich habe das Bedürfnis mehrere Ausgaben dieses Buchs zu kaufen und sie an alle meine Liebsten zu verteilen, dass sie dieses Buch auch lesen! So, ich musste auch mal zu einem Ende kommen, und zwar ist das die Bewertung: wie ihr entnehmen konntet bin ich grenzenlos begeistert von diesem Buch und ich gebe jetzt einfach unendlich viele Sterne!!! Wenn ihr es noch nicht getan habt, dann lest es, denn auch wenn es jetzt nur 5 von 5 möglichen Sternen hat: es ist eure Zeit definitiv wert und ihr werdet dadurch nur bereichert!

Ein einzigartiges Leseerlebnis!

Von: Nine_im_Wahn Datum: 18. May 2017

Beim LovelyBooks-Treffen der diesjährigen Leipziger Buchmesse war dieses Mal Anne Freytag zu Gast und hat von ihrem neuen Buch berichtet. Ich habe es zwar schon hier und da mal entdeckt, aber nicht wirklich Lust gehabt, es mir näher anzuschauen. Erst letztes Jahr wurde ihr Buch "Mein bester letzter Sommer" absolut gehyped und nach dem Lesen war ich dem Buch gegenüber zwar positiv gestimmt, konnte den Hype aber dennoch nicht komplett nachvollziehen. Sollte es bei diesem Buch auch wieder so werden? Doch dann sprach sie bei dem Treffen über ihr Buch und mit jedem Satz hat sie mich mehr in ihren Bann genommen. Es war etwas absolut Neues, sie selbst wusste zunächst nicht, wohin es führen sollte und aus dem Nachbarsjungen Alex wurde plötzlich Alex, das Mädchen von nebenan, in das sich Sophie schließlich verliebte. Ich glaube, ich habe bisher noch nie ein Buch gelesen, in dem es komplett um Liebe zwischen Mädchen geht. Hier und da mal eine Fanfiction – ich habe auch ein paar Kurzgeschichten geschrieben – aber einen wirklichen Roman noch nie. Ich habe das Gefühl, dass es zu wenige Geschichten bisher gibt. Darum bin ich froh, dass sich Anne Freytag diesem Thema gewidmet hat und das auf so eine wunderbare Art und Weise. Es war leicht und locker, tiefgründig und melancholisch, leidenschaftlich und voller Leben. Ich habe ihr Buch verschlungen und konnte nicht genug davon bekommen. Zwei Tage bin ich vollkommen übermüdet zur Arbeit gewandelt, weil ich das Buch Abends einfach nicht aus der Hand legen wollte. Begleitet wurde es dabei von der wunderbaren Playlist, die Anne Freytag zusammengestellt hat. Alle diese Songs haben eine Bedeutung für Sophie und Alex und das fand ich so wunderbar. Und jetzt möchte ich natürlich auch noch etwas zu den Beiden sagen. Sophie ist eine Zicke, oh ja, sie denkt selten an andere. Ihr Vater hat eine neue Frau gefunden und gemeinsam ziehen sie daher von Hamburg nach München und Sophie passt das absolut nicht. Auch wenn sie in Hamburg keine Freunde hatte, seit ihr einziger und bester Freund nach Paris gezogen ist, so will sie doch sicher nicht auf heile Familie mit der Neuen ihres Vaters machen. Also gibt sie alles, faucht und grummelt und macht einfach nur schlechte Laune. Dumm nur, dass die Freundin ihres Vaters echt super lieb ist. :D OH Mann, Sophie kann einem ja schon echt auf die Nerven gehen, aber ich konnte sie so sehr verstehen und habe sie echt immer angefeuert, wenn sie bissig war. Und dann ist da noch eine Seite an ihr, die sie nicht jedem zeigt, die in mir aber etwas bewegt hat. Sophie ist so ein verzweifeltes Mädchen, das sich selbst noch nicht gefunden hat. Doch dann lernt sie Alex kennen, die ihr zunächst eine gute Freundin zu werden scheint. Die Beiden entdecken so viele Gemeinsamkeiten an sich, lernen sich näher kennen und es gibt einfach eine so tiefe Verbindung zwischen ihnen Beiden, dass die Luft zu knistern scheint. Uah, es war so hammer, so elektrisierend, ja sogar erotisch. Ihr merkt, ich bin begeistert von diesem Buch! Ja, ich war absolut gefesselt und konnte meine Finger nicht von dem Buch lassen. Aber dann flaute meine Leidenschaft gegen Ende doch leider etwas ab. Hach, es war gerade so schön, als es doch so ganz anders wurde. Bin ich zu verwöhnt? Mag sein. Das Ende war halt nicht ganz das, was ich mir erträumt habe. Doch immer noch denke ich mit so viel Wärme in meinem Bauch an dieses Buch und bin einfach nur glücklich. Ich wünschte mir jetzt fast, dass Anne Freytag doch noch einmal so ein Buch schreiben würde. Doch wahrscheinlich sollte sie es doch lieber sein lassen, damit "Den Mund voll ungesagter Dinge" ein wirklich einzigartiges Erlebnis bleibt.

Anne Freytag - Den Mund voll ungesagter Dinge

Von: Madita Hofmann Datum: 13. May 2017

Die Protagonistin ist sehr eigensinnig, sturköpfig und pubertär. Klar, sie ist ja auch 17. Oftmals ist sie wirklich unausstehlich und geht mit den Menschen in ihrer Umgebung wirklich mies um, vor allem mit Lena, ihrer neuen "Stiefmutter", die sich wirklich Mühe gibt, ihr das Leben einfach zu machen. Sie ist also nicht gerade die klassische Sympathieträgerin, aber sie war gut und vielschichtig dargestellt und beschrieben. Wie alle anderen Charaktere der Autorin hat sie Ecken und Kanten und lässt sich nicht in eine simple Schublade einsortieren. Die Denkweise von Teenagern ist meiner Ansicht nach super dargestellt und sehr realistisch. Ich hab mit Sophie gelacht und geweint, war wütend und traurig und zickig. Anne Freytag schafft es, den Leser mit den Personen fühlen zu lassen, und das obwohl die Charaktere allesamt keine typischen Sympathieträger und perfekten Protagonisten sind. Im Gegenteil. Aber genau das macht die Sache authentisch. Sehr schade fand ich die Darstellung von Fremdgehen - das wird einfach als viel zu normal und als in Ordnung dargestellt. Fremdgehen ist schlichtweg niemals in Ordnung. Der Schreibstil von Anne Freytag ist wunderschön und einfach zu lesen. Sie erzählt in vielen, wundervollen Metaphern, die das Leseerlebnis sehr steigern und einfach Spaß machen. Anne Freytag kann wirklich wundervoll schreiben! Die Entstehung der Freundschaft und Beziehung zwischen Sophie und Alex ging mir teilweise zu schnell und zu unreflektiert. Die Erlebnisse der beiden sind toll geschildert und die beiden sind einfach süß zusammen, aber irgendwie hat da trotzdem etwas die Tiefe gefehlt. Ein Großteil meines Freundeskreises ist lesbisch oder schwul und sie alle haben eine lange Odyssee hinter sich, bis sie sich selbst darüber im Klaren wurden und vor allem bis sie es akzeptieren konnten. Und bis sie sich getraut haben, es ihrer Familie oder ihren Freunden zu sagen verging noch viel mehr Zeit. Insgesamt wurde das Thema Outing hier viel zu wenig angesprochen und zu schnell abgehandelt. So etwas passiert nicht in zwei Zeilen und dann ist alles in Ordnung und jeder akzeptiert es und findet es gut - meistens läuft es leider ganz anders ab. Ich kenne viele, die von ihren Familien regelrecht verstoßen wurden oder die sich nur langsam wieder mit ihren Eltern aussöhnten. Oftmals hat es Jahre gedauert, bis die Eltern es einigermaßen akzeptiert haben. Hier wurde leider viel Potential verschenkt und eine große Chance vergeben, die Problematik darzustellen, mit der Homosexuelle leider bis heute zu kämpfen haben. Das ist sehr schade, aber vielleicht ist es ein Anfang. Vielleicht ist es einfach das erste Buch seiner Art von einer deutschen Autorin und es werden weitere folgen. Autoren oder Autorinnen, die sich mehr trauen und reflektierter mit dem Thema umgehen. Die tiefer graben und weniger auf Klischees geben. Also vielleicht war dieses Buch einfach nötig, um den ersten Schritt zu tun. Fazit Trotz einiger Schwächen hat mir das Buch gut gefallen. Der Schreibstil ist fantastisch und die Denkweise von Teenagern ist sehr authentisch wiedergegeben. Leider wurde beim Thema Outing viel Potential verschenkt, da es zu schnell abgehandelt wurde. Ein bisschen mehr Problematik beim Erkennen der eigenen Sexualität, der Herausforderung der Akzeptanz, des Outings und der Nicht-Akzeptanz der Gesellschaft hätte hier nicht geschadet und aufgezeigt, wie schwierig es bis heute für die LGBT-Community ist.

Berührende Geschichte aus dem echten Leben

Von: Buchschatzjägerin Datum: 10. May 2017

WORUM GEHT ES? Sophie ist 17 Jahre alt, kurz vor ihrem Abitur und wird genau jetzt von ihrem Vater dazu gezwungen, von Hamburg nach München, zu seiner neuen Freundin und ihren zwei Söhnen zu ziehen. Davon ist Sophie natürlich alles andere als begeistert. Sie will keine neue Familie, will nicht für ein paar Wochen die Neue an ihrer neuen Schule sein und auch sonst nichts an ihrem Leben ändern. Immerhin ist doch alles gut so, wie es ist! Irgendwie wünscht sie sich, dass ihr Leben um so vieles einfacher wäre. Dann müsste sie nämlich nicht ihr Leben in Hamburg hinter sich lassen, hätte noch eine Mutter, die sie nicht einfach so aus dem Staub gemacht hätte und ihr bester Freund Lukas wäre auch immer noch bei ihr und nicht bei seiner Freundin in Frankreich. Doch Sophies Leben ist nun mal nicht so einfach und so muss sie in München komplett von vorne anfangen. Als sie dann aber das Nachbarsmädchen Alex kennenlernt, scheint ihr neues Zuhause gar nicht mehr so schlimm zu sein. Durch Alex lernt Sophie Einiges, aber vor allem, dass "normal" für jeden etwas Anderes ist und dass "Anders sein" nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss. REZENSION Bereits kurz nach dem Erscheinen von Anne Freytags Den Mund voll ungesagter Dinge wurde der Roman viel diskutiert und kritisiert. Ich habe das zwar etwas verfolgt, wollte mir aber mein ganz eigenes Bild davon machen und habe deshalb auch ganz unvoreingenommen mit dem Lesen begonnen. Besonders schön finde ich bereits die Aufmachung des Romans. Allein das Cover polarisiert bereits durch die Farbenvielfalt - dem roten Hintergrund, sowie der regenbogenfarbenen Schrift. Die Bedeutung des Rot und des abgebildeten Mädchens erfährt man innerhalb des Romans. Klappt man die linke Hälfte des Umschlags auf, sieht man ein paar Zeichnungen, die sich im Roman auch über den einzelnen Kapitelüberschriften wiederfinden. Jede dieser Zeichnungen hat etwas mit dem Roman zu tun und je weiter man liest, desto mehr findet man sie dort wieder. Im rechten Umschlag findet man zwei Playlisten, die man aus den Romanen von Anne Freytag bereits gewohnt ist. Die Songs der beiden Listen spielen auch in der Geschichte eine Rolle und begleiten das Geschehen ein wenig. Der Roman ist mit seinen 400 Seiten wirklich schnell gelesen. Die Kapitel sind teilweise kurz und knackig, was aber keineswegs schlimm ist, denn mich hat das eher noch zum Weiterlesen animiert - ganz nach dem Motto: "Ach, ein Kapitel schaffe ich noch!". Die Geschichte wird aus Sophies Sicht, in der Ich-Perspektive erzählt. Dadurch erhalten wir beim Lesen ein viel tieferen Einblick in Sophies Charakter, was mir besonders gut gefallen hat. Sophies nachdenkliche Art, ihre Neigung zu viel nachzudenken, konnte man damit perfekt einfangen. Für viele wirkt Sophie bestimmt nicht gleich sympathisch, kommt sie manchmal doch sehr mürrisch oder furchtbar stur daher. Doch gerade Sophie hat mir besonders gut gefallen, denn ich konnte mich ganz oft in ihr wiederfinden. Manchmal war ich wirklich total erschrocken, weil Sophie und ich uns wirklich in vielerlei Hinsicht ähneln. Aber gerade das hat mir das Gefühl vermittelt, dass die Autorin mich und natürlich auch all die anderen, die sich in Sophie wiederfinden, versteht. Demnach waren Sophies Handlungen für mich eigentlich gut nachvollziehbar. Wenn man nicht weiß, wo man selbst hingehört und wer man selbst ist, dann ist man nun mal unzufrieden und macht Dinge, die man nicht tun sollte. Und man hält den Mund, wenn man es vielleicht nicht tun sollte. Für mich hat Anne Freytag diese innere Zerrissenheit und vor allem Sophies Drang, über alles nachdenken zu müssen, wahnsinnig gut getroffen und gerade das macht diesen Charakter so wunderbar echt. Doch mir haben auch die anderen Charaktere gut gefallen. Ich bin ohnehin ein großer Fan von Freundschaften zwischen Mann und Frau, die ganz ohne sexuelle Anziehung auskommen. Kein Wunder also, dass mir Sophies und Lukas Freundschaft gefallen hat. Aber nicht nur das Zusammenspiel der Beiden gefällt, sondern auch, dass diese Freundschaft zeigt, dass man nicht immer ständig zusammen sein muss, um befreundet zu sein. Auch wenn die eine in Hamburg oder München wohnt und der andere in Frankreich, heißt das nicht, dass man unerreichbar ist und den Kontakt verlieren muss. Besonders berührt hat mich jedoch Lenas Geschichte. Anfangs hatte ich sie völlig anders eingeschätzt, vermutlich eher so, wie Sophie sie gesehen hat. Doch als Lena sich Sophie öffnet und ihr ihre Geschichte erzählt, hat sich mein Bild von ihr wahnsinnig geändert und ich habe in ihr eine sehr starke, lebensfrohe und vor allem liebenswürdige Frau gesehen. Dadurch, dass die Geschichte aus Sophies Sicht erzählt wurde, konnte man auch gut mitbekommen, wie sich auch ihr Verhältnis zu Lena ganz schleichend verändert hat. Natürlich hat auch Alex ihren ganz besonderen Charme mit in die Geschichte gebracht. Sie wirkte wie das coole, toughe Mädchen von nebenan. Es schien so, als wüsste sie ganz genau, wer sie war und wohin sie gehörte, ganz anders als Sophie. Doch Alex zeigt uns, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Es ist einfach, nach außen hin so zu tun, als wäre alles perfekt, obwohl es das nicht ist. Alles in allem beschreibt Anne Freytag in Den Mund voll ungesagter Dinge die Geschichte zweier Mädchen, die mich sehr berührt hat. Eine Geschichte aus dem echten Leben mit durchweg greifbaren Charakteren. Einer Protagonistin, die ihren Platz noch nicht gefunden hat und deshalb nicht weiß, wohin sie gehört oder ob sie überhaupt irgendwohin gehört. In erster Linie geht um die Liebe, jemanden zu lieben und zurück geliebt zu werden, weniger um die Frage nach der Sexualität. Es geht darum, sich selbst zu finden und dass man manchmal falsche Wege gehen muss, um den richtigen zu finden. Ich habe mich in dem Roman sehr oft wiedergefunden, weshalb die Geschichte mich eindeutig in ihren Bann gezogen hat. Ich wünschte, es hätte diesen Roman schon eher gegeben, denn hätte ich ihn in Sophies Alter gelesen, als ich selbst eigentlich nur "normal" sein wollte, hätte mir Roman sicher gezeigt, dass man nicht zwanghaft andere zufrieden machen muss, wenn man selbst mit sich zufrieden ist. Aber auch jetzt nehme ich Einiges aus dieser Geschichte mit - nicht zuletzt die Freudentränen nach Beenden der letzten Seite, weil ich selten eine so schöne, bewegende und vor allem echte Geschichte gelesen habe, die mich einfach nur glücklich gemacht hat. FAZIT Mit Den Mund voll ungesagter Dinge hat Anne Freytag einen All Age Roman geschrieben, der wahnsinnig vielseitig und schön erzählt ist. Die Autorin erzählt eine Geschichte aus dem wahren Leben, spricht eine wichtige Thematik an, die mit Höhen und Tiefen verbunden ist und einer Protagonistin, deren Innenleben vielleicht nicht für jeden, aber auf jeden Fall für mich zugänglich ist. Dennoch bin ich sicher, dass jeder sich irgendwo ein Stück weit in diesem Roman wiederfindet. Für mich ist dieser Roman definitiv einer meiner Highlights dieses Jahr, weshalb ich nicht weniger als fünf von fünf Sternen vergeben kann.

Feinfühles Thema, mitten ins Herz

Von: AntjeDomenic Datum: 07. May 2017

Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre Ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat, und endet damit, dass Sophie´s Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert ... Gestaltung des Buches: Durch das Rot des Buches, fällt es immer und überall auf, zurecht. Das Cover ist sehr gelungen und wirklich ansprechend. Das Mädchen mit dem Dutt habe ich sofort gemocht und es erinnert mich an die Autorin. Die Zeichnung wirkt realistisch und der Titel in Regenbogenfarben paßt zum Hintergrund. Meine Meinung: Es war mein erstes Buch der Autorin und nach der tollen Lesung auf der Leipziger Buchmesse 2017 mußte ich es direkt Lesen. Es klingt vielleicht komisch, aber beim Lesen erinnerte ich mich sehr genau, wie die Autorin es vorlas. Es war mir sofort wieder warm ums Herz, denn den Schreibstil und auch das Vorlesen der Autorin ist einfach zum Wohlfühlen. In das feinfühlige Thema, was aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde, konnte ich mich direkt hineinversetzen. Die Schreibweise der Autorin ist für mich real und lebendig. Das Thema hat Anne Freytag super verdeutlicht und beim Lesen waren meine bildlichen Vorstellungen sehr reell. Ein Anzeichen, das dieses Buch mich berührt hat. Die Handlung über die Erkundung der eigenen Sexualität ist besonders. Anne Freytag konnte es Umsetzen und bringt dies den Lesern nahe. Leider ist dieses Thema nicht für jeden Menschen selbstverständlich, was ich sehr schade finde. Daher meinen Respekt, das Anne Freytag dies in einem Buch umgesetzt hat. Von mir daher 5 von 5 * und das von ganzem Herzen! Liebe Anne, ich wünsche Dir weiterhin wundervolle Momente beim Schreiben und das wir noch viele Deiner Bücher Lesen können!

Keine echte Rezension, nur meine bescheidene Meinung

Von: Danisnotontop Datum: 06. May 2017

[enthält kleine Spoiler] Ich habe das Buch gelesen, weil ich mich mit dem Klappentext identifizieren konnte. Die Autorin kannte ich nicht. Nach all den Geschichten (und vor allem Fanfiction) zu gleichgeschlechtlicher Liebe, die ich im Internet gelesen habe, war das hier etwas ganz anderes. Man kommt durch drei viertel des Buches, ohne dass das Wort "lesbisch" erwähnt wird - lange nach dem ersten Kuss und auch dem ersten Sex von Alex und Sophie. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Ich bin schon lange raus aus dem Kleiderschrank, und zwar lange vor meinem ersten Kontakt mit anderen Mädchen. Ob es auch Leute gibt, die da tatsächlich so wenig darüber nachdenken, dass sie erst mal Sex haben und dann ihrer Sexualität einen Namen geben (oder auch nicht) - kann schon sein. Aber Sophie denkt viel nach. Und die allermeisten Menschen, die durch ein Coming Out gehen, beschäftigen sich intensiv mit dem Thema, recherchieren online, entdecken auch Begriffe wie "Bisexualität" oder "Pansexualität" und können am Ende trotzdem zu dem Schluss kommen, sich kein Label zu geben. Um all das ging es in dem Buch nicht. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, (und halte es aus Sophies Sicht auch für sinnvoll), deswegen fehlt ein Stern. Und ich sage jetzt hier nicht, dass die Gedanken und Gefühle von Sophie zu ihrem Coming Out oder allgemein zum Wort lesbisch nicht nachvollziehbar waren, das waren sie. Es hätte nur mehr geben müssen. Tatsächlich war das Buch aber in jeder anderen Hinsicht so großartig, dass ich es trotzdem sehr zu schätzen weiß. Der Schreibstil ist wirklich schön, ich glaube sogar, ich könnte ihn wiedererkennen, und die Handlung ist überzeugend und spannend. Ich mochte Sophie, auch wenn sie am Ende nicht die war, mit der ich mich am meisten identifizieren konnte - das war Alex. Es gab auch schöne Nebenfiguren, das größte Lob von mir geht aber an die beiden Hauptcharaktere Sophie und Alex. Und es war tatsächlich nicht kitschig. Das muss man ihr lassen, es war wirklich romantisch und kein bisschen kitschig. Die Atmosphäre war toll, vor allem der Regen, aber eigentlich immer. Im Gegensatz zu meiner Internetlektüre war es völlig anders. Die Menge an Sex war überraschenderweise ähnlich, aber weniger graphisch beschrieben als im Internet. Mit 14 hätte es mich vermutlich trotzdem sehr verunsichert. Alles in Allem mochte ich das Buch sehr, auch wenn es nicht ganz das war, was ich erwartet hatte.

Über das Erwachsenwerden

Von: Jutta Datum: 26. April 2017

Sophies Mutter hat sie und ihren Vater direkt nach der Geburt im Stich gelassen. Was für eine Mutter macht so etwas? Dementsprechend eng ist das Verhältnis zwischen Sophie und ihrem Vater. Doch nun ist ihr Vater mit Lena zusammen und die beiden ziehen 10 Wochen vor dem Abitur von Hamburg nach München um (hier ist das Buch doch unwahrscheinlich, denn wie kann man problemlos so kurz vor dem Abitur nach Bayern wechseln und dort das Abi machen? Die Voraussetzungen sind schließlich nicht identisch - aber das nur am Rande). Sophie hat keine Lust auf den Umzug, auch wenn ihr einziger Freund, ihr Seelenverwandter Lukas seit einiger Zeit in Paris bei seiner Freundin lebt. Die täglichen Skype Anrufe sind da nicht immer ein guter Ausgleich. Die neue Freundin ihres Vaters möchte sie nicht mögen, genausowenig wie die Söhne von Lena, aber das ist einfacher als gesagt. Überhaupt ändert sich ihr Leben sehr. Und da ist auch noch ihre neue Freundin Alex, die im Nachbarhaus wohnt... Anne Freytag hat wieder ein wunderbares Buch geschrieben über das Erwachsenwerden, über Liebe und Freundschaft und natürlich das Leben. Die Selbstzweifel und Unsicherheit von Sophie werden gut deutlich, doch es gibt auch sehr viele schöne Momente. Ein Schreibstil, der so leicht daherkommt, dass man in dem Buch versinkt und die Seiten nur so fliegen. Trotz großer Gefühle kein kitschiges Buch mit Protagonisten, die nicht den Klischees entsprechen - wie sie selbst feststellen und wo die Autorin deutlich aus den Zeilen heraus spricht. Ich freue mich schon auf weitere Bücher von Anne Freytag.

Den Mund voll ungesagter Dinge

Von: Rosisamazinglibrary Datum: 23. April 2017

Den Mund voll ungesagter Dinge von Anne Freytag Allgemeines Titel: Den Mund voll ungesagter Dinge Autorin: Anne Freytag Format: Taschenbuch Seitenzahl: 400 Seiten Verlag: Heyne Verlag Genre: Jugendbuch Preis: 14,99 € Inhalt Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert. Meine Meinung In diesem Buch geht es um Sophie. Sophies Mutter hat Sophie und ihren Vater nach ihrer Geburt sitzen lassen. Ihr Vater ist Chirurg und nur selten zuhause trotzdem zieht er Sophie alleine auf. Nach 17 Jahren trauter Zweisamkeit, zieht ihr Vater jedoch mit Sophie und gegen ihren Willen zu seiner neuen Freundin und ihren Kindern von Hamburg nach München. Dazu ist auch ihr bester Freund zu seiner großen Liebe nach Paris gezogen. Sie fühlt sich von allen im Stich gelassen und das passt Sophie gar nicht. Sie hasst alles in München und stellt sich komplett Quer. Doch dann lernt sie das Nachbarsmädchen Alex kennen und auf einmal gibt es doch etwas tolles in München. Sie verbringt sehr gerne Zeit mit Alex und auf einer Party kommt es dann zum Kuss... Sophie ist ein 17 jähriges Mädchen, das schon viel mit machen musste in ihrem Leben. Sie wurde von ihrer Mutter verlassen und hasst sie dafür, doch gleichzeitig vermisst sie auch und das macht ihr mehr zu schaffen als sie eigentlich zugeben will, da sie die Frau ja nie wirklich kennen gelernt hat. Und seit ihr Vater eine neue Freundin hat, beginnt auch ihr Verhältnis zu ihm zu bröckeln und der Umzug gibt dem ganzen dann den Rest. Ihr bester Freund ist dazu auch noch nach Paris zu seiner großen Liebe gezogen. Sophie fühlt sich einfach nur allein, ungeliebt und weiß nicht was sie will und fühlt sich leer und versucht dies mit Sex mit verschiedenen Männern zu bessern. Doch danach geht es ihr noch schlechter. Erst als sie Alex trifft, beginnt sie wieder zu leben und sieht auch wieder das positive im Leben. Alex zieht Sophie mit ihrer lebensfrohen Art aus ihrem tiefen, dunklen Loch. Doch auch Alex hat private Probleme und zusammen helfen sie sich gegenseitig das gute in den Tagen zu sehen. Alex mochte ich wirklich sehr, denn sie ist ein aufgeschlossener manchmal etwas überdrehter Mensch. Doch auch sie hat ihre Geheimnisse und Laster mit sich rum zu schleppen und je besser sie Sophie kennen lernt, umso mehr vertraut sie ihr und öffnet sich ihr gegenüber. Ich hatte den manchmal den Eindruck, dass auch Alex nicht wirklich weiß wo sie im Leben hingehört und kam mir manchmal etwas verloren vor. Ich glaube auch deshalb können die zwei Protagonisten sich gegenseitig so gut helfen und ihr Leben gegenseitig bereichern. Sie machen das Leben des jeweils anderen um einiges besser, was man in der Geschichte wirklich sehr gut sehen kann und es ist schön mit anzusehen wie sie sich langsam verändern. Die Geschichte wird aus Sophies Sicht erzählt und Anne Freytag hat es auch in diesem Buch geschafft eine schöne und spannende, reale Geschichte zu erschaffen. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten was die Spannung an manchen Stellen noch weiter herausgezögert hat. Trotzdem hat mir in dem Buch das gewisse etwas gefehlt. Ich konnte mich einfach nicht so gut hineinversetzten wie in das andere Buch „Mein bester letzter Sommer“ was ich von der Autorin gelesen habe. Ich konnte manchmal einfach gewisse Handlungen und Gedanken der Protagonisten nicht nachvollziehen. Trotzdem ist es mit so viel Gefühl und Liebe erzählt, dass man es einfach gelesen haben muss. Das Cover finde ich sehr schlicht aber trotzdem schön auffällig was mir sehr gut gefallen hat! Und wie ich finde auch gut zu der Geschichte passt. Ich hätte es nur gerne in Gebunden und frage mich warum es nur als Taschenbuch herausgekommen ist. Was jedoch noch besser ist als das Cover, ist die Innengestaltung des Buches. Am Anfang des Buches gibt es kleine Zeichnungen, die alle eine besondere Beziehung zu der Geschichte haben und am Ende gibt es wieder eine sehr schön illustrierte Song Liste, mit Songs die alle im Buch vorkommen. Wie ich es schon aus dem anderen Buch der Autorin kenne (Und kleiner Fun-Fakt: Wer die Playlist hören möchte der findet diese unter dem Titel des Buches bei Spotify). Man merkt wie viel Mühe sich die Autorin gegeben hat und was alles dahinter steckt und dies ist auch das Resultat daraus. Ein wunderschönes und realistisches Buch, dass man in nur wenigen Tagen verschlingt. Bewertung Alles in allem handelt es sich hier um eine wirklich schöne Geschichte mit sehr viel Gefühl, die zum abschalten und abtauchen in ein anderes Leben einlädt. Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen der gerne Liebesgeschichten und Jugendromane liest. Deshalb gebe ich diesem Buch auch vier von fünf Herzen.

Glaubwürdige Geschichte über gleichgeschlechtliche Liebe und die Erkundung eigener Sexualität

Von: Laura von Skyline Of Books Datum: 23. April 2017

Klappentext „Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.“ Gestaltung Da rot meine Lieblingsfarbe ist, finde ich das Cover natürlich ziemlich cool! Mir gefällt auch die Skizze des Mädchens mit Dutt sehr gut, da die Haare sehr realistisch gezeichnet sind und da das Mädchen vor dem einfarbigen Hintergrund gut zur Geltung kommt. Die Schrift ist zwar sehr gradlinig und einfach, fällt aber durch die Regenbogenfarben auf. Insgesamt gefällt mir das Cover sehr gut, auch wenn ich finde, dass der Titel vor dem roten Hintergrund besser zu lesen wäre, wenn der Titel etwas dicker geschrieben wäre. Meine Meinung „Den Mund voll ungesagter Dinge“ ist mein erstes Buch von Anne Freytag, die schon durch ihren Jugendroman „Mein bester letzter Sommer“ große Bekanntheit in der Jugendbuchszene erlangt hat. Darum war ich natürlich sehr gespannt, was hinter all dem Lob für ihren Schreibstil und ihre literarischen Werke steckt. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Protagonistin Sophie erzählt. Dabei fand ich es sehr beeindruckend, wie Anne Freytag erzählt, denn durch ihre Wort- und Satzwahl wurde die Geschichte für mich nahezu lebendig. Sie kombiniert lange und kurze Sätze und erzeugt so, wenn beispielsweise eine der Figuren rennt, das Gefühl, als würde ich als Leser mitrennen. So fühlte ich mich beim Lesen sehr nah an den Geschehnissen, denn sie wirkten für mich sehr real. Die Handlung ist eine besondere, denn sie behandelt die Erkundung der eigenen Sexualität. Dabei wird hier besonders auf Homosexualität eingegangen, denn Sophie verliebt sich in ein Mädchen, in Alex. Diese Thematik ist zwar nichts Neues, denn sie findet sich heutzutage immer mal wieder in (Jugend-)Büchern, aber trotzdem ist es wichtig und gut, dass die Autorin es aufgreift. Viele junge Menschen sehen sich mit den Fragen, die sich Sophie im Buch stellt konfrontiert und darum bietet das Buch einiges Identifikationspotenzial. Was ich sehr gerne an der Geschichte mochte war, dass ich durch Sophies Handlungen immer wieder überlegt habe, wie ich mich an ihrer Stelle verhalten würde. Würde ich genauso reagieren? Was würde ich an ihrer Stelle tun? Anne Freytag regt den Leser dazu an, sich intensiv mit Sophie und ihren Erlebnissen sowie Gefühlen auseinander zu setzen. Dabei fand ich es klasse, wie die Autorin Sophies Identitätskrise bzw. ihre Entwicklung dargestellt hat, denn dies war für mich sehr glaubhaft. Es kamen viele Gefühle vor, die man selber noch aus seiner Jugendzeit kennt: Glück, Unsicherheit, Zweifel, Liebe… Was mir vielleicht etwas zu viel war, war der Sex zwischen Sophie und Alex. Beim Lesen hatte ich den Eindruck, dass sie sehr oft miteinander schlafen. Sophie war für mich auch eine sehr realistische Protagonistin. Sie ist menschlich und reagiert so, wie 17jährige reagieren würden (oder wie ich in dem Alter vermutlich auch reagiert hätte). Da hier mit der gleichgeschlechtlichen Liebe etwas beschrieben wurde, das ich nie selbst so empfand, musste ich mich hier auch sehr auf Sophie verlassen, denn ohne sie, hätte ich nie einen Einblick in die Gefühlswelt eines Menschen, der sein Coming Out noch vor sich hat, werfen können. Dies hat die Autorin in meinen Augen sehr gut gelöst und beschrieben, denn ich habe zu keinem Zeitpunkt an Sophie oder ihren Handlungen gezweifelt. Sie erschienen für mich sehr authentisch. Fazit Mein erstes Buch von Anne Freytag hat mir sehr gut gefallen, denn der Schreibstil der Autorin hat mir die Erlebnisse der Figuren sehr nah gebracht. „Den Mund von ungesagter Dinge“ ist eine Geschichte über die Erkundung der eigenen Sexualität und über gleichgeschlechtliche Liebe, die aus meinen Augen sehr authentisch und glaubwürdig geschildert wurde, auch wenn es für meinen Geschmack etwas zu viel Sex gab. Die emotionale Berg- und Talfahrt hat die Geschichte dafür aber sehr spannend gemacht und mir die Identitätsentwicklung von Sophie sehr glaubhaft dargestellt. 4 von 5 Sternen! Reihen-Infos Einzelband

Liebe ist Liebe ist Liebe

Von: Sarah Rawrpunx Datum: 20. April 2017

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert. Ein kleiner Hype ist um dieses Buch entstanden und wie es so ist, siegt meine Neugier und ich muss es auch lesen. So war ich anfangs recht skeptisch, das Thema ist jetzt nicht neu aber schon nach ein paar Kapiteln war klar: Das kann was! Der Schreibstil von Anne Freytag ist fesselnd, authentisch und schlicht. Die Geschichte ist weder überdramatisiert noch ins kitschige gezogen worden. Bei New Adult ist das ja immerhin so eine Sache. Eines davon, wenn nicht eh beides, hat man immer. Aber man muss auch klar sagen, dass "Den Mund voll ungesagter Dinge" wirklich eine Geschichte über zwei Mädchen ist, die sich verlieben und die üblichen (Teenager) Probleme durchleben. Es ist definitiv keine Coming Out Story, hier wird nicht lang und breit über Vorurteile diskutiert oder das Gefühlsleben von lesbischen Frauen erklärt. Es ist ganz schlicht und einfach eine moderne Liebesgeschichte. Und das ist gut so! Denn genau das ist es ja auch: normal. Sophie zieht mit ihrem Vater von Hamburg nach München, zu einer neuen Familie. Ihre leibliche Mutter hat sie nie kennengelernt und so muss Sophie nun das schlimmste durchstehen. Eine neue Heimat, neue Schule, eine Stiefmutter und zwei Halbbrüder. Zudem ist ihr bester Freund nach Paris gezogen und kann ihr somit nur mehr über Skype Sessions beistehen. Ihre neue Nachbarin Alex lernt sie über ein witziges Ereignis kennen und wird von ihr gleich mal für Schule und Freizeit eingespannt. Die beiden kommen sich näher, doch Alex hat einen Freund und Sophie weiß diese neuen Gefühle erstmal nicht einzuordnen. Die Autorin hat wirklich ein Händchen für gefühlvolle Situation, die einem erstmal völlig alltäglich erscheinen und einem dann voll eins auf die Tränendrüse hauen. Ich sag es gern nochmal, das Thema mag nicht neu sein, aber die Umsetzung allemal. Aber dennoch gab es ein paar Punkte die mich ein bisschen störten. Zb der Spitzname für Sophie. Nope, dafür bin ich dann wohl schon zu alt. Auch die Erklärung, weshalb sie so genannt wird, machte es nicht besser. Auch ein Zitat fand ich unpassend, ich sag da nur Autobahn dazu. (Ich will nicht spoilern, aber nach dem Lesen wisst ihr bestimmt was ich gemeint habe.) Hätte man weglassen können. Ansonsten kann ich nicht meckern, ein unterhaltsames New Adult Buch mit dementsprechender Handlung. Ich werde sicherlich noch das ein oder andere Buch von Anne Freytag lesen.

Die Augen voll ungeweinter Tränen

Von: Gisela Simak Datum: 18. April 2017

Nachdem ich in das Buch hineingelesen habe, war ich mir sicher, dass mir das Buch gefallen wird. Mit einer so emotionalen Story habe ich jedoch nicht gerechnet. Es gibt viele Bücher, die den Leser mit auf die Reise nehmen. Nur wenige Bücher haben es jedoch bisher geschafft, dass ich mich gefühlt habe, als wäre ich ein Teil davon. Mir ging der alte Schlager von Chris Roberts durch den Kopf: >>Du kannst nicht immer siebzehn sein.<< Das stimmt! Aber, bei "Den Mund voll ungesagter Dinge" war ich wieder siebzehn. 400 Seiten lang. Sophie muss mit ihrem Vater von Hamburg nach München ziehen. Sie ist sehr unglücklich darüber. Ihr Vater Christian hat dort seine große Liebe gefunden. Sophie musste erst Abschied von ihrem besten Freund Lukas nehmen. Lukas hat seine große Liebe in Paris gefunden. Für Sophie ein schwerer Verlust. Lukas ist eigentlich das für sie, was man beste Freundin nennt. Sophie ist eine Einzelgängerin, mit vielen Gedanken im Kopf. Mit vielen ungesagten Dingen im Mund. Sie macht Dinge, die sie eigentlich nicht will. Lukas skypt mit ihr jeden Tag. Es ist für sie ein Ersatz, der sie mit Wehmut erfüllt. >>Seit er weg ist, bin ich allein. Davor war ich einfach nur seltsam.<< (Seite 12) Sophie verspürt Sehnsucht nach ihrer Mutter, die sie nie kennengelernt hat. Sie hat sie nach der Geburt verlassen. Sie kann nicht aussprechen, wie sie das mitnimmt. Sie erfindet Dinge, die sie mit ihrer Mutter erlebt hat. Sophie möchte Christians Freundin hassen. Das ist gar nicht so leicht. Lena ist eine warmherzige Person, die ihr Freiraum gewährt. Lena buhlt nicht um Sophies Sympathie. Lena ist einfach nur feinfühlig. Lena tut das, was ihre eigene Mutter versäumt hat: Sie ist für sie da. Ich mag Sophie sehr gerne. Sie ist eine direkte Person; jedoch vermeidet sie, die Gefühle anderer Menschen zu verletzen. Sophie kann sich bei der Liebe nicht so fühlen, wie in ihrer Phantasie. Sophie tut Dinge, die sie eigentlich nicht mag. Lena war mir von Anfang an sympathisch. Sie und ihre beiden Söhne, haben Sophie von Anfang an herzlich in die Familie aufgenommen. Bei Lena darf Mensch sein, wie Mensch ist. Von Christian habe ich anfangs nicht viel gehalten. Er hätte seiner Tochter mehr helfen müssen. Ich verstehe, dass ein Chirurg wenig Zeit hat. Aber, mehr Mitgefühl hätte er Sophie schon entgegenbringen können. Sophie freundet sich mit dem Nachbarsmädchen Alex an. Alex hat einen Freund. Alex und Sophie sind von einander fasziniert. Auf einer Party müssen sie sich beim Flaschendrehen küssen. Von da ab ist nichts mehr, wie es vorher war. Fazit: Ich empfand Sophie sehr reif für ihr Alter. In der Schule bringt sie gute Leistungen. Mit anderen Menschen geht sie meist taktvoll um. Ihre neue Familie hat einen großen Fehler: Sie ist einfach nicht so schrecklich, wie sie sich das vorgestellt hat. Auch der Mischlingshund Carlos bringt ihr uneingeschränkte Liebe entgegen. Alex und Sophie verbringen wunderschöne zwei Wochen im Mai. Mit dem Roller fahren sie durch München und zum Zelten an einen See. Ich hatte stets das Gefühl, mit dabei zu sein. Ich habe gelacht. Ich habe geweint. Besonders bei einer Szene, so ziemlich am Schluss. Ich habe ein wunderschönes Klavierstück gehört. Ich habe vielen Songs aus Sophies Playlist gelauscht. Die Musik und diese wunderbare Geschichte, haben mich an allem teilhaben lassen. Der Schreibstil ist magisch. Emotional und ohne übertriebene Rührseligkeit. Aus der Sicht von Sophie erzählt. Die Autorin hat ein brisantes Thema aufgegriffen. Sie räumt mit Vorurteilen auf. Sie gibt der Thematik die Selbstverständlichkeit, die sie auch verdient hat. Ihre direkte Ausdrucksweise gefällt mir. Sie schafft das, ohne dabei taktlos zu werden. Ohne die Romantik zu zerstören. Die Ernsthaftigkeit kommt voll zum Ausdruck. Der Sarkasmus von Sophie ist einfach nur köstlich. Sophie gibt sich nach außen selbstbewusst und unnahbar. >>Es ist schwer, Schwäche zu zeigen, wenn alle denken, dass man stark ist.<< (Seite 290) Ein Sommer in München mit Regen, Sonne, Lachen, Weinen und viel Liebe. Ein Sommer, der eigentlich nie vergehen sollte. Einmal lag Sophie in ihrer "Dienstbotenkammer" auf dem Bett und hat ein Klavierstück gehört. Es war mein Lieblingsstück aus Sophies Playlist. Es hat die melancholische Stimmung von Sophie perfekt eingefangen. "Where is My Mind" von Maxense Cyrin. Warum Dienstbotenkammer? Also, das war so ..... Ach ... und Christian! Was ich dir noch sagen wollte ... am Ende fand ich dich super. Warum nicht gleich so?! Danke Anne Freytag.

WAHNSINNIG GUT!!!

Von: Agathe Knoblauch Datum: 17. April 2017

Anne Freytag hat sich mit ihrem neuen Werk mal wieder selbst übertroffen! Sie geht unheimlich zart und bewusst mit einem empfindlichen Thema um und legt dabei einen zauberhaften Schreibstile an den Tag. Es war mal wieder ein Buch, dass ich am liebsten niemals mehr aus der Hand gelegt hätte!

Eine besondere und bittersüße Geschichte, die die Wahrheit sagen und nichts beschönigen will.

Von: Buchmagie Datum: 17. April 2017

Das ist Sophie. 17 Jahre alt. Von ihrer Mutter als Baby verlassen und seitdem auf der Suche diesen Verlust irgendwie auszugleichen. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, verkündet ihr Vater plötzlich, dass er mit Sophie von Hamburg nach München zu seiner neuen Freundin und ihren zwei kleinen Söhnen ziehen will. Aus ihrem alten Leben herausgerissen, fühlt sich Sophie wie der am meisten missverstandene Mensch auf diesem Planeten. Was haben die Leute bloß immer mit dieser Liebe? Sophie selbst war noch nie verliebt, es gab da schon ein paar Jungs, doch nach ihren Erfahrungen brachten ein paar Jungs auch immer ein paar Probleme mit sich. Doch dann tritt Alex, das Nachbarsmädchen mit den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen, in Sophies Leben. Und dieses Leben wird besser und aufregender. Bis ein Kuss alles verändert... Schon im Vorfeld habe ich einige Meinungen zu dem neuen Roman von Anne Freytag "Den Mund voll ungesagter Dinge" zu lesen und zu hören bekommen. Und anders als bei ihrem Jugendbuchdebüt "Mein bester letzter Sommer" waren auch einige negative Stimmen mit dabei. Viele mochten die Protagonistin nicht, oder waren mit der Art und Weise nicht einverstanden, wie einzelne Themen in der Handlung angegangen wurden. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Meinungen war ich natürlich dementsprechend neugierig wie mir "Den Mund voll ungesagter Dinge" gefallen würde, und schlussendlich noch überraschter, dass es mir sogar besser als "Mein bester letzter Sommer" gefallen hat. Dabei kann ich sogar die Kritikpunkte nachvollziehen, ich hatte auch meine Probleme mit Sophie. Ich fand sie egoistisch und konnte nicht fassen, wie sie in vielen Situationen reagiert hat. Kurz darauf habe ich mir allerdings schon wieder die Frage gestellt, wie ich reagiert hätte, wenn ich mit 17 Jahren, von der Mutter als Kind verlassen, von meinem Vater aus vertrauter Umgebung gerissen in eine fremde Stadt, in ein fremdes Haus mit fremden Menschen gezerrt worden wäre. Mit meinen 28 Jahren würde ich natürlich denken, dass mein Vater eine neue Liebe verdient hat, dass ich nun einmal jetzt zurückstecken müsste, um mich bestmöglich mit der neuen Situation zu arrangieren. Aber junge Menschen denken eben nicht so. Für sie ist so eine Situation die größte Ungerechtigkeit, die passieren kann, und da denkt man egoistisch und fühlt sich schlecht behandelt. Aus dieser Sicht betrachtet, fand ich Sophies Verhalten nicht unbedingt nachvollziehbar, aber doch realistisch. Sie ist nun einmal keine Protagonistin zum Liebhaben, sondern eine mit Ecken und Kanten, aber was ich allerdings noch einmal betonen möchte, mit vielen liebevollen Charakterzügen. Und dann ist da noch die Geschichte an sich, die mich besonders im ersten Teil richtig verzaubert hat. Auf eine unglaublich liebevolle, zarte und vor allem ehrliche Art und Weise tastet sich die Autorin an das Thema gleichgeschlechtliche Liebe heran. Eine Liebe voller Missverständnisse, Emotionen und Glücksmomenten. Und- große Überraschung - plötzlich bekommen wir eine ganz neue Seite von Sophie zu sehen, die sich das erste Mal wirklich auf einen anderen Menschen einlässt. Beim Lesen habe ich die Momente, in denen sich Sophie und Alex begegnen richtig herbeigesehnt, weil es so gewirkt hat, als wäre bei beiden etwas kaputt gegangen, was nur der jeweils andere wieder reparieren kann. Und was war das für eine Anziehungskraft zwischen den beiden. Ich habe mich zwischendurch gewundert, dass die Funken nicht aus dem Buch heraus geflogen sind. Anne Freytag ist eine ehrliche, leichte und zarte Liebesgeschichte gelungen, die auf jeder Seite ohne Kitsch auskommt. Zudem erzählt "Den Mund voll ungesagter Dinge" noch so viel mehr. Es geht um das Erwachsen werden, um die schwierige Findungsphase von Jugendlichen zwischen den Fragen "Wer bin ich?" und "Wer möchte ich sein?", es geht um Lebenssituationen, in denen man plötzlich völlig fremde Menschen als 'Familie' bezeichnen soll. Es geht um das Erleben, ums Bereuen, um das Entdecken und ums Glücklich sein. Eine besondere und bittersüße Geschichte, die die Wahrheit sagen und nichts

Wichtiges und wunderbares Buch

Von: Rebecca Feist Datum: 15. April 2017

Cover: Dieses Cover ist einfach wunderbar. Ich bin regelrecht verliebt. Das Rot ist total intensiv, ebenso wie die Geschichte. Der Titel ist in keiner einheitlichen Größe, als wäre er mutig und unsicher zugeich. Die Buchstaben sind nicht nur veredelt, auch der Farbverlauf bildet einen schönen Kontrast zum Hintergrund. Und der gezeichnete Hinterkopf? Einfach, aber wirkungsvoll! Meinung: Wenn Freytag draufsteht, muss ich es einfach lesen. Das liegt zum einen an der sympathischen Autorin selbst und zum anderen daran, dass mir bisher immer gefallen hat, was aus ihrer Feder kam. Dennoch hat mich dieses Buch überrascht. Überrascht, weil ich vorher nicht wusste, wie sich die Story entwickelt, denn ich machte mich ohne große Vorabinfo an diesen Roman. Ich lernte also Sophie kennen, die gerade mit ihrem Vater zu dessen Freundin und deren Söhnen zieht. Schon diese ersten Szenen empfand ich als sehr emotional. Ich fühlte plötzlich die Wut und die Traurigkeit, hatte selbst das Gefühl, das 5. Rad am Wagen zu sein in dieser neuen Familie. Den Konflikt zwischen Vater und Tochter hat Anne Freytag sehr nachvollziehbar dargestellt. Sophie hat mir als Charakter wirklich sehr gut gefallen. Der Leser merkt allerdings schon früh, dass sie nicht nur mit der neuen Wohnsituation unzufrieden ist. Ihr fehlt etwas. Keine konkrete Person oder etwas Materielles - eher ein Stück eigene Identität. Die findet sie als sie die Nachbarstochter Alex kennenlernt. Natürlich passiert das nicht über Nacht. Und genau das hat mir so gut gefallen. Da sind zwei Mädchen, die Freundinnen werden und schließlich mehr finden, als sie zu suchen glaubten. Sophies innere Zerrissenheit war deutlich zu spüren. Anne Freytag schreibt locker, lustig und leicht, dabei aber auch sehr gefühlvoll. Ich vergaß sehr schnell, dass es hier um zwei Mädchen geht und sah nur noch die Gefühle zweier Menschen. Ich denke, dass es vielen Lesern so gehen wird wie mir. Ich konnte das Buch kaum beiseite legen. Fazit: Dieser Roman hat mich komplett abgeholt. Protagonisten und Handlung wirkten auf mich absolut authentisch.Gewohnt humorvoll, aber auch voller Gefühl erzählt Anne Freytag die Geschichte von Sophie und Alex. Eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, Selbstfindung und auch Selbstakzeptanz. "Den Mundvoll ungesagter Dinge" ist ein wichtiges Buch, finde ich und ich kann es euch ohne Wenn und Aber ans Herz legen. Klare Leseempfehlung!

Eine wunderbare Geschichte die einen nicht mehr los lässt

Von: Anni_book Datum: 11. April 2017

Klappentext... Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert. Meine Meinung... Als ich gesehen habe das es von Anne Freytag ein neues Buch gibt, stand für mich fest, dass ich es haben MUSS! Und ich wurde nicht eine Sekunde enttäuscht. Das Cover und die einzelnen Kapitel sind wunderschön gestaltet und die Playlist finde ich sehr gelungen. Ich habe mir beim Lesen einige der Lieder angehört und hatte dabei das Gefühl, ich würde neben Sophie sitzen. Der Titel Den Mund voll ungesagter Dinge passt sehr gut zum Buch, denn man merkt das Sophie vieles sagen möchte und es dann doch nicht tut. Der Schreibstil ist locker leicht und man kann das Buch super fix lesen. Die einzelnen Charaktere werden einfach toll beschrieben. Nehmen wir nur einmal Lena als Beispiel. Erst dachte ich da kommt eine Stiefmutter, wie wir sie aus vielen Büchern und Filmen kennen, doch das genaue Gegenteil war der Fall. Ich fand Lena von ersten Moment an Sympathisch. Auch Sophies Vater wird toll beschrieben und ich konnte ihn in einzelnen Situationen wirklich sehr gut verstehen, in anderen dachte ich mir aber: „Sie ist deine Tochter, solltest du nicht versuchen sie ein bisschen mehr zu verstehen? Solltest du nicht mehr auf sie eingehen? Zu Sophie kann ich nur sagen Ich liebe Sie! Sie ist ein so bezaubernder Charakter. Genau wie ihr bester Freund, der sie liebevoll „Flittchen“ nennt. Und auch Alex, alle drei werden mit so viel Liebe beschrieben, dass ich mich fühlte als würde ich dazu gehören. Mit Sophie habe ich gelacht, geweint, gehofft und andere verflucht. Sie versucht sich selbst zu finden und niemanden vor den Kopf zu stoßen und sind wir doch mal ehrlich, haben wir das nicht alle in unserer Pubertät versucht? Versuchten wir nicht alle jemanden zu gefallen und wollten wir nicht alle einfach wir selbst sein? Das Thema, dass zwei Mädchen sich in einander Verlieben, habe ich so in noch keinem anderen Buch gelesen und fand es sehr gut gewählt! Ich glaube, dass gerade junge Mädchen sich mit diesem Buch gut identifizieren können. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es euch nur empfehlen. Lasst euch von Sophie ihre Welt zeigen und vertraut darauf, dass sie das richtige tut

Du bist gut so, wie du bist! Schrei es in die Welt.

Von: Jil Aimée Datum: 11. April 2017

‚Den Mund voll ungesagter Dinge‘ bekam ich als Überraschungspost aus dem Heyne Verlag – und ich habe mich sehr darüber gefreut, da das Buch eh auf meiner Wunschliste stand. Ich weiß noch, wie mich das kleine Päckchen erreicht hat. Es war der perfekte Zeitpunkt. Auch für das Lesen dieser einzigartigen, echten und einfach absolut klaren Geschichte. Dazu aber gleich mehr. Zunächst ganz kurz, was Inhalt der Geschichte um Sophie ist. Das ist nämlich der schöne Name der Protagonistin – und er geht unter die Haut, wie ihre Story selbst. Sophie steht für Weisheit, und genau das vermittelt die Geschichte auch. Die Weisheit, was es bedeutet zu wissen, wer man ist. Und dies auch sagen zu können. In die Welt zu schreien. Sophie ist einer dieser Namen, die zu meinen persönlichen Lieblingen gehören. Einfach, weil es sich richtig anfühlt. Und das tut es auch in Bezug auf den Charakter, den Sophie verkörpert. Sie ist 17 und muss unfreiwillig aus ihrer Heimat fortziehen. Ihr Dad hat sich neu verliebt. Und damit ändert sich nicht nur sein, sondern auch vor allem ihr Leben. Sie tauscht die eine Großstadt im Norden Deutschlands gegen eine andere im Süden. Sie muss neue Freunde finden. Sich ein anderes Leben aufbauen. Und erlebt dabei viele erste Male. Und das so knapp vorm Abitur. Natürlich weigert sie sich zunächst, ihre „neue“ Familie – des Vaters Freundin und deren Kinder – zu mögen. Sie gibt sich dabei alle Mühe, nur leider gelingt es ihr nicht. Sie wird sie mögen, ins Herz schließen. Alles verändert sich, sie sich selbst vielleicht am meisten. Vielleicht sieht sie sich selbst aber auch nur in der neuen Lebenssituation das erste Mal richtig – so wie sie ist. Entdeckt sich und immer wieder neue Seiten ihres Lebens, ihrer Person. Natürlich findet Sophie neue Freunde, allen voran ihre Nachbarin. Doch ist es wirklich nur Freundschaft, die die zwei verbindet? Findet es heraus und begebt Euch auf ein Abenteuer durch das Leben, das Erwachsenwerden und zu sich selbst ... „Das Mädchen, das tief in seinem Inneren Angst davor hat, dass Verlassenwerden der rote Faden seines Lebens sein könnte.“ Anne Freytag erzählt mit ‚Den Mund voll ungesagter Dinge‘ eine in mehrere Monate gegliederte – ja für mich ist es eine besondere! – Coming of Age Story, die tief berührt, ungeschönt daherkommt und einfach in ihrer Klarheit und Echtheit überzeugt. Voll verwirrender Gefühle, die eigentlich nicht verwirrend sind, sondern nur dem gesellschaftlichen Label dessen unterliegen, was womöglich anders sein könnte. Anders sind wir aber alle und anders ist nicht schlecht. Das bringt diese Geschichte auf wunderbare Art und Weise zum Ausdruck. Sie handelt von Gefühlen, die echter nicht sein könnten und die den Weg zu sich selbst – in diesem Fall für Sophie – ebnen. Es ist eine wundervolle Liebesgeschichte eines Teenagers, der lernt, sich selbst so lieben, wie er ist. Denn erst wenn man sich selbst wirklich akzeptiert und liebt, können es auch die anderen tun. Egal, was die Welt vielleicht sagen könnte. Es ist eine Geschichte über Mut. Den Mut zu seinen Gefühlen zu stehen und Veränderungen anzunehmen. Sei es im Umfeld oder in sich selbst. Der Ton des Romans ist dabei entspannt und doch voller Tempo. Gehaltvoll, tiefschichtig und weitsichtig. Er wirkt in jeder Zeile ehrlich, und das überzeugt. Jeden Charakter des Buches kann man sich in seinem persönlichen Leben exakt so vorstellen. Mit all den Entwicklungen, Wendungen und Überraschungen. Daher hat man beim Lesen auch das Gefühl, auf Bekannte zu treffen. Das wiederum ist – denke ich – identifikationsstiftend für viele Leser. „Die Luft ist noch getränkt von Leben. Sie ist wie eine Erinnerung, die man riechen kann.“ Anne Freytags neues Buch ist anders, auch als ich es erwartet habe. Dabei weiß ich gar nicht so genau, was ich erwartet habe. Ich musste es einfach lesen. Allein der Titel hat bei mir schon für Gänsehaut gesorgt. Es ist einer dieser seltenen Titel, die direkt etwas im Herzen auslösen, die man nicht mehr vergisst. Ein Titel, der eine Redewendung sein könnte. Ein Titel der einfach perfekt passt. Und das Cover ist einfach ein absoluter Hingucker. Rot wie die Lippen und doch bunt wie das Leben. Das Leben hat eben mehr als eine Farbe und ein Mensch mehr als eine Seite. Das alles drücken Titel und Cover und Geschichte für mich aus. Übrigens finden sich im Buch viele kleine Bildchen, die direkt verbunden mit dem Charakter von Sophie, ihrer Leidenschaft des Zeichnens und der Geschichte selbst stehen. Das finde ich einfach klasse. Es ist das Gesamtpaket, das mitreißt. Ja, das Buch ist einfach anders, auf eine sehr positive Art. Doch sind wir nicht alle anders. Mehr als das, zu dem uns Familie und Gesellschaft machen. ‚Der Mund voll ungesagter Dinge‘ ermutigt dazu, die Hauptrolle im eigenen Leben zu spielen. Es zeigt aber auch, wie schwer der Weg zu sich selbst sein kann. Vor allem im Erwachsenwerden. Sophies Geschichte hilft dabei, zu erkennen, wer man selbst ist – lange noch, bevor man es in die Welt schreien kann. Und dass man genau gut so ist, wie man eben ist. Das Buch macht frei von Labeln, auf geschickte und vielleicht auch provokative Art, denn die Prota verteilt ja einige davon, aber genauso bricht sie auch mit diesen, die unsere Gesellschaft eh schon zu sehr zerdrücken. Es ist einfach echt. Und absolut lesenswert.

Rezension: Den Mund voll ungesagter Dinge

Von: everythingsadream Datum: 08. April 2017

Klappentext: Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert. Eigene Inhaltsangabe: Als die 17-jährige Sophie mit ihrem Vater von Hamburg nach München zu dessen neuer Freundin zieht ändert sich ihr Leben schlagartig. Es gab schon einige Jungs in ihrem Leben, aber Liebe? Fehlanzeige! Doch dann trifft sie in München auf Alex das Nachbarsmädchen und der Kuss zwischen Sophie und ihr stellt plötzlich ihre beiden Leben völlig auf den Kopf. Meinung zum Cover: Gleich zu Beginn möchte ich mal ein paar Worte zum Cover sagen, denn da hat sich wirklich jemand Gedanken darüber gemacht. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein ganz normales Buchcover, doch auf den zweiten erkennt man einige Details. Beginnen wir mal mit der Farbe des Covers: rot! Das rot könnte einerseits für die Wut, die Sophie zu Beginn verspürt stehen, oder auch für Liebe, denn rot ist ja bekanntlich die Farbe der Liebe. Auf dem Cover sieht man außerdem ein Mädchen, das offensichtlich Sophie darstellen soll. Glücklicherweise sieht man das Mädchen aber nur von hinten, so dass sich der Leser trotzdem seine eigenen Gedanken machen kann, wie Sophie wohl aussieht. Die Farbe des Titels ist in Regenbogenfarben geschrieben, was für Homosexualität steht. Vor allem ersteres und letzteres sind Details, auf die man nicht sofort achtet, an denen man aber merkt, dass das Cover nicht nur irgendein Cover ist, sondern dass auch etwas dahinter steckt. Meinung zum Titel: Der Titel ist meiner Meinung nach auch wahnsinnig gut gewählt worden, denn Sophie hat den Mund wirklich voll ungesagter Dinge, was man im Laufe des Buches immer wieder merkt. Meinung zur Idee: Die Idee an sich ist wahnsinnig gut und hat mich auch direkt neugierig gemacht, denn ich habe schon viele Bücher über Liebe gelesen. Wenige davon handelten von zwei Jungen und kein einziges davon handelte von zwei Mädchen. Keine Ahnung warum es so gut wie keine Bücher darüber gibt, aber ich bin froh, dass Anne Freytag eines geschrieben hat, denn auch wenn Homosexualität mittlerweile etwas ganz normales sein sollte ist es das leider immer noch nicht und Menschen fühlen sich immer noch von der Gesellschaft dazu verpflichtet, sich zu outen. Umsetzung: Nachdem sich die Idee wahnsinnig gut angehört hat, war ich gespannt auf die Umsetzung. Ich muss sagen, es war anders als ich es erwartet habe, aber keineswegs schlecht. Die Umsetzung ist der Autorin also auf jeden Fall gut gelungen. Meinung zum Schreibstil: Der Schreibstil von Anne Freytag war so gut! Ich habe mit dem Buch angefangen und bin über die ersten 200 Seiten und auch die danach nur so geflogen und ich war einfach komplett in dem Buch gefangen. Keine Ahnung wie die Autorin es geschafft hat mich mit ihren Worten so zu fesseln, aber sie hat es getan und ich bin ihr wahnsinnig dankbar dafür, denn das ist genau das was ich am Lesen so liebe, wenn ich einfach komplett in eine Welt eintauchen kann und erst wieder auftauche, wenn ich mit dem Buch fertig bin. Aber nichtmal da bin ich aufgetaucht, da mich Anne Freytags Worte noch nachwirkend berührt haben. Meinung zum Verlauf der Geschichte: Nachdem ich die Punkte davor nur gutes zu berichten hatte, kommt hier erstmal ein wenig negatives. Aber keine Angst, das Buch war trotzdem wahnsinnig gut. Ich fand nämlich dass sich die Geschichte zwischen Alex und Sophie anfangs schön langsam entwickelt hat, aber an einem gewissen Punkt ging es mir viel zu schnell und ich hätte mir persönlich einfach gewünscht, dass die Beiden es langsamer angegangen wären. Ist jetzt kein besonders schlimmer Kritikpunkt, aber das ist so das einzige, dass mich wirklich gestört hat. Meinung zur Protagonistin: Ich finde Sophie war wirklich eine tolle Protagonistin und mir ist es sehr leicht gefallen sie zu verstehen, ihre Gedankengänge nachzuvollziehen und sie vor allem ins Herz zu schließen. Diese Wut die sie zu Beginn des Buches verspürt hat, konnte ich gut nachvollziehen und auch diese Leere die sie verspürt hat, denn so ist es mir auch schon einmal gegangen. Sophie ist nicht perfekt. Sie hat Ecken und Kanten und genau das macht eine gute Protagonistin aus. Und auch wenn sie auf den ersten Blick schwach erscheint ist sie wenn man genauer hinschaut eigentlich stark. Meinung zu Nebencharakteren: Einer der wichtigsten Nebencharaktere ist natürlich Alex. Ich habe sie genau wie Sophie in mein Herz geschlossen. Das selbe gilt auch für Lukas, den besten Freund von Sophie. Und ich fand die Entwicklung von Sophie's Vater auch schön zu sehen. Generell haben alle Charaktere eine tolle Entwicklung hingelegt und Anne Freytag hat hier wirklich tolle Personen erschaffen. Zitate: Bis jetzt habe ich noch nie Zitate in Büchern makiert, aber ich möchte das ab jetzt machen und so ist dieser Punkt zustande gekommen. Also hier kommen die meiner Meinung nach fünf besten Zitate des Buches: S.81: "Ach man kann nicht erklären, warum man etwas liebt. Man tut es einfach" S.195: "Und während er sich Viannes Antwort zuwendet, frage ich mich, wieso man eigentlich auf die Frage "Wer bist du?" mit seinem Namen antwortet. Ich meine, ein Name ist doch nicht alles was man ist. Klar ich bin Sophie, aber das sind tausend andere auch. Und keine von ihnen ist wie ich. Oder ich wie sie. Und trotzdem geben wir auf die Frage, wer wir sind, alle dieselbe Antwort. Sophie. Als wären wir unser Name. Ich bin Sophie, 17 Jahre und mache bald Abitur. Ist das wirklich alles? Bin ich nicht mehr als das?" S.260: "Ich rede nicht von Sachen wie Jeans oder Schuhen, die man ab und zu wirklich braucht, sondern von dem ganzen Kleinkram, den man sich nur kauft, weil man insgeheim hofft, dass er einen glücklich machen wird. Wenigstens für den Moment. Wenn auch nur einen Wimpernschlag lang. Es waren Dinge, von denen ich gehofft habe, dass sie die Leere füllen, die mich manchmal komplett eingenommen hat. Aber das haben sie nie." S.382: "Du und ich, wir sind sehr verschieden. Auf den ersten Blick könnte man denken, dass ich die Selbstsichere von uns beiden bin, aber auf den zweiten wird klar, dass du es bist - und das ganz ohne es zu merken. Ich bin viel weniger stark als du. Ganz im Gegenteil zu meinen Gefühlen zu dir. S. 394: "Und ich bin lesbisch. Und ich bin nicht lesbisch. Und ich bin unsicher. Und ich bin selbstsicher. All das bin ich. Ich bin nicht nur eine Sache. Ich bin das alles. Und das ist erst der Anfang." Fazit: Nachdem ich viel Gutes über das Buch gehört habe und auch über ihr anderes Buch Mein bester letzter Sommer , welches ich leider immer noch nicht gelesen habe, und mir auch der Klappentext super gut gefallen hat, hatte ich wahnsinnig hohe Erwartungen an das Buch. Diese wurden auch defintiv erfüllt, bis auf den kleinen Kritikpunkt zum Verlauf der Geschichte. Leseempfehlung? Ich kann dieses Buch absolut jedem der es gerne lesen möchte nur weiterempfehlen! Bewertung: Natürlich bekommt das Buch von mir 5 von 5 Sterne!

ein ganz wunderbarer Roman

Von: Manja Datum: 04. April 2017

Kurzbeschreibung Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert. (Quelle: Heyne Verlag) Meine Meinung Bereits vor „Den Mund voll ungesagter Dinge“ war mir Anne Freytag ein Begriff. Nun hatte ich die Chance ihr neuestes Werk zu lesen. Der Klappentext und das Cover machten mich sehr neugierig, so begann ich gespannt mit dem Lesen. Die Protagonistin Sophie hat mir auf Anhieb sehr gefallen. Sie ist sehr direkt und ihr Kopf ist voll mit Dingen, die niemals raus dürfen. Man kann sich als Leser hier sehr gut mit ihr identifizieren. Sie ist 17 Jahre alt und gerade erst mit ihrem Vater von Hamburg nach München gezogen. Man begleitet sie als Leser wie sie Erfahrungen macht und auch Fehler. Auf mich wirkte sie authentisch und sehr glaubhaft, eben jemand den man gern haben muss. Neben Sophie mochte ich Alex noch sehr gerne. Sie ist lebensfroh, fröhlich und richtig klasse beschrieben. Weniger gemocht habe ich sowohl Nik als auch Clemens. Beide wirkten auf mich irgendwie unsympathisch, sie sind Menschen denen ich auch so nicht unbedingt gerne begegnen möchte. Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar leicht und flüssig zu lesen. Bereits nach ein paar Seiten hatte Anne Freytag mich gefangen genommen und erst am Ende kam ich wieder in der Realität an. Geschildert wird das Geschehen aus Sophies Sichtweise, was sie dem Leser noch viel näherbringt. Man bekommt so einen richtig guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle. An die Handlung hatte ich so einige Erwartungen und ja sie wurden erfüllt. Mehr noch, das Buch hat es geschafft sie zu übertreffen. Es geht hier um ein Thema, das eigentlich normal ist, irgendwie aber auch als etwas betrachtet wird, das nicht sein sollte. Anne Freytag schafft es hier sich die gleichgeschlechtliche Liebe authentisch rüberzubringen. Man merkt sie hat sich mit diesem Thema genauestens befasst, hat recherchiert, sich der Menschen angenommen. Es geht hier emotional zu, es werden auch Dinge wie Freundschaft und Familie aufgegriffen. Das Ende ist einfach perfekt. Es schließt das Buch sehr gut ab, macht es rund. Und die Playlist ganz am Ende unterstreicht die Geschichte wirklich super. Fazit Kurz gesagt ist „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag ein Jugendroman, der mich von Beginn an fesseln konnte. Wirklich vorstellbare Charaktere, ein leicht und flüssig zu lesender Stil der Autorin sowie eine Handlung, die sich nicht nur mit den Themen Familie und Freundschaft befasst sondern auch ein Tabu-Thema, das keines mehr sein sollte, aufgreift, haben mich ganz wunderbar unterhalten und mich rundum überzeugt. Wirklich zu empfehlen!

Den Mund voll ungesagter Dinge

Von: Vanessa Chase Datum: 03. April 2017

Autorin: Anne Freytag Preis: 14,99€ Verlag: Heyne Verlag 2017 Seitenzahl: 399 Seiten Klappentext Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat, und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis aus Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert… Meinung Das Cover ist einfach nur traumhaft schön! Ich liebe es. Auch die Innengestaltung ist wunderschön! Würde schon wieder zu eines der Cover-Kauf Bücher gehören. :D Der Titel passt auch super zu dem Buch. Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen. Man kam wirklich sehr schnell durch. Ich habe dieses Buch in 2 Tagen durchgelesen und konnte es gar nicht aus der Hand nehmen. Allerdings haben mich ein paar Wörter gestört die Anne Freytag in diesem Buch benutzt hat. Das empfohlene Alter ist 14 und ich bin mir nicht sicher, ob es da passend ist.. Meiner Meinung nach sollte es erst ab 16 sein. Ich muss sagen, dass ich dachte das Lena zu der fiesen Stiefmutter Sorte gehörte und ich dann wirklich froh drüber war, dass es einmal nicht so ist. Sie war mir in diesem Buch die Sympathischste von allem. Allgemein passen aber die Charaktere zu diesem Buch wirklich gut. Es geht darum, dass Sophie von Hamburg nach München zieht, mit ihrem Vater und es ihr überhaupt nicht passt. Sie fühlt sich dort sehr einsam und am falschen Platz. Sie kann Lena überhaupt nicht leiden, obwohl sie total nett zu ihr ist. Sophie schläft mit Jungs, aber fühlt sich danach immer so leer. Dann trifft sie auf das Nachbarsmädchen Alex und alles verändert sich.. Man konnte in diesem Buch merken, dass Sophie in der Pubertät ist, denn sie fängt oft an sich mit ihrem Vater zu streiten, findet vieles doof, vieles passt ihr nicht usw... Sie verschweigt auch vieles, anstatt es laut auszusprechen, weshalb der Titel auch gut zu dem Buch passt. Sophie kam mir sympathisch rüber, aber manchmal dann auch irgendwie nicht, bei dem was sie manchmal tut.. Ich habe mitgelacht und mitgeweint bei Sophie. Ich denke, dass das Thema sehr wichtig ist, vor allem für junge Leute. Dennoch ist es heutzutage oftmals noch ein Tabu-Thema.. In diesem Buch wurde es sehr toll umgesetzt. Außerdem finde ich, dass das Buch zeigt, das man sich in die Person liebt und da ist es egal, ob es dasselbe Geschlecht ist. Dieses Buch zeigt das Leben einer Jugendlichen, also eine Mischung aus Liebe, Freundschaft, Familie und natürlich auch die Probleme. Fazit Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil war super, die Handlung toll und dazu auch prima umgesetzt. Das Einzige was ich zu bemängeln habe, ist die Wortwahl, die ab und zu vielleicht nicht so passend waren für ein Jugendbuch ab 14. Bewertung 5 von 5 Sternen Extras 1. Alex war ursprünglich ein Junge, aber dann hat die Autorin es geändert. 2. Das Buch beinhaltet eine Playlist.

LOVE!

Von: N.A. Datum: 01. April 2017

Ich kann euch das Buch nur wärmstens empfehlen! Die Geschichte ist wirklich außergewöhnlich und wunderschön geschrieben und ich kann sie auch jeder Altersgruppe empfehlen! 5/5 Sterne! ICH LIEBE DIESES BUCH SOOOOOOO SEHR

Schwierig.

Von: Influenza Bookosa Datum: 01. April 2017

Anne Freytags Buch hat Ecken und Kanten. Und wie das mit Ecken und Kanten so ist, werden sich die einen mehr und die anderen weniger an ihnen stoßen. Vom Spitznamen „Flittchen“, über viel Sex ohne Verhütung und Fremdgehen ohne schlechtes Gewissen, bis hin zu voreingenommenen Teenager-Highschool-Gezicke, es ist für jeden etwas dabei. Ich für meinen Teil, bin zu dem Schluss gekommen, dass es bei all dem um zwei Dinge geht. Die Hauptthematik, die die Autorin aus meiner Sicht nur oberflächlich angeschnitten hat, und um die Frage: Kaufe ich ihr die Geschichte ab? Glaube ich, dass diese Dinge, über die sie schreibt, so passieren? Ist das alles echt? Für mich gibt es hier nur ein klares Ja. Ja, Dinge geschehen so, auch wenn sie mir nicht gefallen. That’s life.

Eine wundervolle Geschichte

Von: pia_liest Datum: 30. March 2017

Das Cover des Buches gefällt mir schon mal richtig gut. Es ist einerseits schlicht, andererseits aber wegen den kräftigen Farben auch auffällig. Von innen ist das Buch mit vielen Zeichnungen und einer Playlist wirklich liebevoll und einzigartig gestaltet. Als ich einmal in der Geschichte drin war, hat mich der flüssige, leichte Schreibstil förmlich mitgerissen. Ich habe das Buch fast an einem Stück verschlungen und habe alles andere komplett ausgeblendet. Wie auch in "Mein bester letzter Sommer" ist der Schreibstil der Autorin sehr bildhaft und die ganze Geschichte wirkt daher richtig "lebendig". "Figuren, die so echt sind, dass sie einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Mit echten Problemen und echten Abgründen. Wenn ich einen Film schaue oder eine Serie oder eben ein Buch lese, dann will ich, dass es sich so anfühlt, als wäre ich Teil der Handlung. Wie eine unsichtbare Nebenfigur. Ich will vergessen, dass jemand sich das alles nur ausgedacht hat." S.294 In diesem Buch traut sich Anne Freytag an ein Thema, von dem es im deutschen Bereich fast gar keine Bücher gibt. Eine Geschichte in der es darum geht, dass zwei Mädchen/Frauen einander lieben. Die Autorin hat dieses Thema meiner Meinung nach perfekt umgesetzt. Der Autorin zeigt, dass es egal ist, wen man liebt, dass man nicht so engstirnig sein sollte und anderen Menschen Akzeptanz entgegenbringen sollte. Am Anfang des Buches verhält sich Sophie wie eine trotzige 17-jährige und findet in München grundsätzlich alles blöd. Egal wie sehr sich Lena, die Freundin ihres Vater, bemüht, macht sich Sophie erst gar nicht die Mühe sie kennen zulernen. Mit den beiden jüngeren Söhnen versteht sich Sophie allerdings von Anfang an richtig gut und auch der Hund der Familie Carlos wächst Sophie sofort ans Herz. Die Autorin hat die Nebencharaktere der Geschichte wirklich gut ausgearbeitet und rundet die Geschichte damit perfekt ab. Doch je länger Sophie in München lebt, taut sie immer mehr auf und als sie dann Alex kennen lernt, beginnt sie sich dort richtig wohl zufühlen. "Das Schlimme daran, Menschen so sehr zu lieben, ist, wie sehr man sie vermisst, wenn sie nicht da sind." S.208 Sophie hat mir als Protagonistin direkt von Anfang an gut gefallen. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und habe ihre inneren Konflikte wirklich nachvollziehen können. Als Sophie das Nachbarsmädchen Alex kennen lernt, ist sie ihr auf Anhieb sympathisch und die beiden freunden sich an. Doch Alex geht Sophie gar nicht mehr aus dem Kopf und sie muss ständig an sie denken. Mehr als nur an eine gute Freundin. Der Kuss von Sophie und Alex ändert dann alles zwischen den beiden. Sophie muss lernen mit ihren Gefühlen umzugehen und der Wahrheit ins Auge blicken. "Ich habe den Mund voll ungesagter Dinge. Und ganz gleich, wie oft ich sie runterschlucke, sie kommen jedes Mal zurück. Manchmal wünschte ich, sie würden endlich überlaufen. Aber dann lasse ich es doch nicht zu." S.254 Fazit: Eine perfekte Geschichte für den Frühling und Sommer. Dank des grandiosen Schreibstils fliegt man förmlich durch die Geschichte. Die Charaktere und generell die ganze Geschichte fühlen sich so echt und authentisch an, dass ich, obwohl ich das Buch schon vor ein paar Tagen beendet habe, immer wieder an die Geschichte denken muss. Das zeigt nur nochmal, wie gut mir das Buch gefallen hat und ich werde es bestimmt bald nochmal lesen. Von gibt es eine klare Leseempfehlung. "Den Mund voll ungesagter Dinge" ist damit mein Highlight aus dem Monat März. Vielen Dank an den Heyne Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Eine tolle, besondere und süchtig machende Liebesgeschichte

Von: Ruby Datum: 29. March 2017

Cover Im Grunde ist das Cover natürlich wirklich eher einfach gehalten. Auch wenn durch die Farbe natürlich sofort eine Signalwirkung entsteht. Dennoch hat er bei mir irgendwie gleich einen Nerv getroffen. Vielleicht lag es auch am Titel. Immerhin kennt das sicher jeder. Wenn man den Kopf voller Worte hat, aber schon weiß das es entweder unpassend wäre die nun auszusprechen, oder man zu Mister und Miss unnett gekürt wird. Handlung Sophie hasst einfach alles hier in ihrem neuen Zuhause, das einfach nicht zu ihr passen will. Das Haus, ihre neue Stiefmutter, München. Vielleicht sind der Hund und ihre kleinen neuen Brüder keine vollendeten Minuspunkte. Aber der Rest. Sie hasste das alles hier. Wollte das alles hier hassen. Doch dann trifft sie durch einen recht peinlichen Zufall die Nachbarstochter Alex und ihre Freunde. Irgendwie schafft sie es sich da nicht vollkommen zurückzuziehen. Denn Alex ist recht hartnäckig und nett und als auf einer Party etwas passiert, weiß Sophie plötzlich nicht mehr ein noch aus. Alles scheint neu. Anders. Ist sie irgendwie seltsam? Oder kommt doch alles zu einem guten Ende. Charaktere Sophie ist wie so viele Mädchen und ich selber auch. Direkt, mit so wahnsinnig vielen Gedanken im Kopf, die nie hinaufdürfen. Mit tausenden Fragen zur Welt, dem Leben, den ersten Schmetterlingen im Bauch. Kurz um, sie ist ein Mädchen, mit denen sich wahnsinnig viele sehr leicht identifizieren können. Einfach mit Macken, Kanten, Ecken und Launen. Auch Alex fand ich toll. Ein Mädchen, das viel versteckt hält und heile Welt spielt, was aber wirklich los ist, zeigt sich erst. Gleichzeitig steigen die Probleme, denn eigentlich ist da noch Clements, ihr Freund. Mein Liebling der Nebencharas war übrigens Lukas. Ein so toller Junge, den ich einfach mögen musste. Er war für seine beste Freundin da. War cool. Verständnisvoll und rundete das so genial ab. Diese Beziehung zwischen ihm und Sophie ist wirklich eine sehr besondere. Ich glaube, einem Band von ihm wäre ich auch nicht abgeneigt. Schreibstil Von den ersten Seiten an bin ich vollkommen fasziniert von diesem Buch gewesen. Einfach weil irgendwie alles gestimmt hat. Die Charaktere, aber vorallen dieser tolle Stil. Ehrlich, wie erlebt sozusagen.. Einfach toll. Die Charaktere werden durch fließende Dialoge, haltlose Gedanken und eine Natürlichkeit so wunderbar lebendig. Der Stil der Autorin verlieht jeder Szene diese Nähe, das ein hineinversetzen so einfach ist. Ich fieberte mit, konnte mir ein verzücktes Quietschen nicht verkneifen, wenn die Spannung bis zum nächsten Gipfel kaum erträglich war. Ich habe dieses Buch nicht nur gelesen, ich habe darin gelebt. Mit den Charakteren, mit den Gefühlen. Traumhaft. Meinung Dieses Buch enthält eine besondere Liebesgeschichte. Eine Geschichte so zartfühlend erzählt wie Libellenflügel. Mit Worten, die die Verwirrung aufzeigen, die Gefühle, die Unsicherheit. Was es heißt nicht dem "typischen" Muster zu entsprechen. Und ich habe jede Seite wahnsinnig geliebt. So sehr, das ich das Bedürfnis hatte, mir das Buch einzuteilen damit es länger hält und doch gleichzeitig wissen wollte, wie es weiter geht. Fantastisch. Jeder der also eine tolle, tiefgründige, fantastische Liebesgeschichte lesen möchte, greift einfach mal nach diesem Buch. Lässt sich fallen und bekommt dieses zufriedene Lächeln nicht aus dem Gesicht. Das einzige was mich etwas gestört hatte, war das ein Typ relativ hartnäckig um Sophie herumgetänzelt ist und dann aber einfach so aus dem Blick verschwunden war. Das hätte man vielleicht etwas eleganter Lösen können. Wirkte für mich so als wäre einfach etwas vergessen worden. Er war zwar ein Idiot, aber hat er das verdient??

Rezension: "Den Mund voll ungesagter Dinge" von Anne Freytag

Von: Anna Neumann Datum: 29. March 2017

Ich habe irgendwie ein Händchen dafür, mir vielversprechende Bücher auszusuchen, die dann überhaupt nicht meinem Geschmack entsprechen. Wie auch immer ich das gerade hinbekomme. Ich wollte also UNBEDINGT „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag lesen, weil es sich so toll anhört: Ein Mädchen, was umziehen muss, sich in der neuen Stadt mit neuer Familie zurechtfinden muss und gleichzeitig entdeckt, dass sie auf ein Mädchen steht, was völliges Neuland für sie ist. Momentan ploppen immer mehr der „Diversity“-Bücher auf, denn das Thema interessiert offenbar viele und das auch zurecht. Denn wenn nur weiße, heterosexuelle Mädels und der obgligatorische Bad Boy in einem Buch existieren, schließt das schon ziemlich viele, ziemlich coole Menschen aus. Also hoffte ich, dass das Thema Repräsentation, die Angst vor Andersartigkeit, die Gedanken über die Sexualität hier gut eingefangen wären. Aber: Pustekuchen. Bibliographische Daten: Autor: Anne Freytag Genre: Jugendbuch, LGBT Verlag: heyne fliegt Seitenzahl: 395 S. Kurzbeschreibung: Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat, und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert… Vielen Dank an den Heyne-Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares! Eigene Meinung: POSITIV Denkweise von Teenagern ist gut repräsentiert! Ich bin selber noch Teenager, dementsprechend kann ich an diesem Punkt wirklich sagen: Die Denkweise von Teenagern ist wirklich sehr gut abgebildet. Die Versagensängste, die verschiedenen Stufen der Einsamkeit, der Suche nach sich selbst, der Ablösung von den Eltern und natürlich der immer währende Leistungsdruck wurden in diesem Buch gut dargestellt und manche Gedanken hätten original aus meinem Kopf stammen können. Man kann also durchaus sagen, dass die Denkweise von Jugendlichen supertoll eingefangen wurde und dem ganzen eine Authentizität verleiht, die bemerkenswert ist. Viele wunderschöne Metaphern! Der Schreibstil in diesem Buch ist wirklich bemerkenswert. Ich habe mich immer wieder dabei erwischt, wie ich darüber gestaunt habe, wie passend und vor allem gut ausgearbeitet die verschiedensten Metaphern sind, wie toll die Autorin formulieren konnte und wie flüssig die Sätze ineinander verflossen sind. Am Schreibstil sind mir wirklich kaum Mängel aufgefallen, er hat tolle Bilder erschaffen, Kontraste und Gegensätze aufgezeigt und natürlich viele Filme im Kopfkino erzeugt. Zum Schreibstil kann ich nur sagen: YESSAH! Ganz toll! Charaktere mit Ecken und Kanten Auch wenn ich es nicht so recht zugeben will (für Näheres den negativen Part lesen), haben Freytags Charaktere Ecken und Kanten. Sie sind in keinem Fall glattgebügelt, lassen sich nicht in Schubladen einsortieren und haben alle ihre Macken, ihre Fehler und das macht sie absolut menschlich und natürlich auch authentisch. Gerade Sophie mit ihren negativen Gedanken, ihrem Sarkasmus, ihrer direkten Art aber auch der gleichzeitigen Verschlossenheit, hat mir sehr gut gefallen, auch weil sie viele Fehler macht, die man nicht gut finden muss, aber (meistens) wenigstens nachvollziehbar sind. Viele süße Insider und eine tolle Freundschaft Auch die Freundschaft zwischen Sophie und Alex hat mir total gut gefallen. Die beiden entwickeln sich in ihrer Beziehung immer weiter, erleben Vieles zusammen, und haben bald eine ganze Liste von Dingen, die sie aneinander knüpfen und mit denen sie tolle Geschichten verbinden. Die Entstehung und Fortführung dieser Freundschaft erschien mir nicht immer logisch, ging mir manchmal zu schnell und zu unreflektiert, aber ansonsten waren es sehr süße und tolle Gespräche, die die beiden führten und die Erlebnisse, die die beiden hatten waren auch toll geschildert. NEGATIV The Fuck? Was ist das für eine Repräsentation? Das größte Problem mit diesem Buch ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass das hier eine angemessene Repräsentation der LGBTQ-Community (vor allem dem L-Teil) ist, denn ganz ehrlich: Nein. Vorweg: Ich kenne niemanden, der lesbisch ist, ich bin selber rein hetero, habe also keine Referenzen um meine Behauptungen zu belegen. Ich bitte also um Erklärung, falls irgendetwas hier von so nicht stimmen sollte. Aber hier ist meine Meinung aus der Sichtweise, dass gerade LGBT-Jugendbücher Akzeptanz und Mut vermitteln sollen: Wenn jemand im gesamten Buch nicht akzeptiert, dass sie lesbisch ist, wenn sie selbst es nur als Phase abtut, wenn sie original sagt: „Es hat Vorteile, sich in ein Mädchen zu verlieben. Aber ich befürchte, die Nachteile überwiegen.“, dann sitze ich fassungslos in meinem Lesesessel. Wenn es in der Hälfte des Buches nur darum geht, wie absolut toll der Sex mit einem Mädchen ist, wie sie miteinander rummachen und generell eh nur an sich interessiert sind, wenn der lesbische Sex als Heilung dargestellt wird, ganz nach dem Motto: Wenn du Sex mit Jungs nicht magst, dann schlaf halt mit einem Mädchen. Wenn die Mädchen sich nicht prinzipiell lieben, sondern eher nur zusammen schlafen, weil es halt so toll ist, wenn Homosexualität immer noch rückständig als verpönt dargestellt wird, dann habe ich damit grundsätzlich Probleme. Ich wollte dieses Buch lieben, aber gerade diese Dinge haben es für mich wahnsinnig schwer gemacht, denn das kann ich einfach nicht akzeptieren. Schon wieder: Betrügen, Hintergehen, FREMDGEHEN! Ich habe es schon so oft kritisiert, aber dieses Mal muss ich es hinaus schreien: WARUM DENKEN AUF EINMAL ALLE JUGENDBUCH-AUTOREN, DASS ES OK WÄRE, DEN PARTNERN FREMDZUGEHEN? UND DAS ES ABSOLUT KEIN PROBLEM WÄRE? Klleine Sache: Fremdgehen ist scheiße. Egal unter welchen Umständen. Sei doch wenigstens ehrlich mit deinem Partner und sag ihm, dass es jemand anderen gibt. Versteck es nicht hinter seinem Rücken und benimm dich wie der letzte Hinterwäldler. Ich weiß nicht, wie oft ich es noch betonen muss, aber fremdgehen ist ein No Go. Basta! Es macht die ganze Sache natürlich auch nicht besser, dass Alex einen Freund hat, der aber während der ganzen Aktivitäten mit Sophie einfach mal vergessen wird und als Alibi herhalten muss, weil sie sich nicht traut, es offen zuzugeben Kein Umgang mit dem Outing oder den Folgen Wenn man an ein Buch denkt, dass sich mit anderen Sexualitäten von Jugendlichen beschäftigt, denkt man doch immer, dass das Outing behandelt wird. Die Folgen davon, der Umgang des Umfeldes damit, das Gefühl, offen da zu stehen und sich selbst entblößen zu müssen. Nichts davon wird in diesem Buch angesprochen. SPOILER! Das Outing passiert zwei Zeilen vor dem Ende des Buches und auf einmal macht es keinem mehr etwas aus, alle tun so, als wäre das nur eine Phase und es wird von Grund auf ignoriert. SPOILER ENDE! Ja, ne. So hab ich mir das ganz und gar nicht vorgestellt. Klischees, die kritisiert werden, aber selber benutzt werden Ich wusste wirklich nicht, ob das Buch sich selbst auf den Arm nimmt, oder ich hysterisch lachen sollte. In einem Teil des Buches wird sich darüber unterhalten, dass Buchcharaktere immer gewisse Klischees erfüllen, vor allem die meisten Protagonistinnen aus Jugendbüchern. Und dagegen hab ich auch gar nichts einzuwenden. Ich finde diese Erwähnung sogar ok. Aber wenn man sich dann von all diesen Klischees losspricht, obwohl man sie SELBST IM BUCH ANWENDET, habe ich ein Problem damit. Ein großes. Sophie weiß nämlich selbst mal wieder nicht, wie toll sie aussieht, wie schlau sie ist und so weiter und so fort. Aber das wird…vergessen? Offensichtlich hat da irgendwer nicht vernünftig aufgepasst, denn sich selbst in so großem Maße zu widersprechen ist schon eine Meisterleistung. Außerdem wird festgestellt, dass die besten Protagonisten immer Ecken und Kanten haben und nicht zwingend Sympathieträger sein müssen. Und das stimmt. Das ist vollkommen richtig. Aber weder Alex, noch Sophie sind Sympathieträger, noch haben sie Ecken und Kanten, die wirklich realistisch und authentisch sind. Lukas nennt sie „Flittchen“ Ihr verdammter bester Freund! Ihr BESTER Freund! Er nennt sie Flittchen. Und zwar nicht nur manchmal, sondern immer. Das soll wohl lustig wirken, hat aber genau den gegenteiligen Effekt. Ich kenne es selbst von mir, dass ich und meine Freunde uns verrückte Spitznamen geben, aber „Flittchen“? Ernsthaft? Wie respektlos ist das denn bitte? Und woher kommt das? Sophie hat mal ganz schön viel roten Lippenstift getragen, hat schwarze Haare und ist ziemlich blass: Wie Schneewittchen. Aber weil das ihrem besten Freund zu nuttig aussah, hat er es einfach in „Schneeflittchen“ und irgendwann in die Kurzform abgewandelt. Aha. Ja, ne. So geht man nicht mit seinen besten Freunden um. Das kann man mir beim besten Willen nicht als „süß“ oder „neckend“ verkaufen. Das ist dumm. Wie soll sich ein Mädchen in der gleichen Situation fühlen? Und nun kommen wir zu dem, was mir wirklich am allermeisten am Herzen liegt. An alle, die das Buch gelesen haben und/oder meine bisherigen Kritikpunkte nachvollziehen können: Wie denkt ihr, würde sich ein Mädchen fühlen, welches gerade entdeckt, dass sie vielleicht auf Mädchen steht? Wie würde sie sich fühlen? So als könnte sie damit an die Öffentlichkeit gehen? Als wäre es ok, anders zu sein und dies offen zur Schau zu stellen? Denkt ihr wirklich, dass dieses Mädchen nach der Lektüre dieses Buches mehr Mut hat, sich mit sich selbst und den Reaktionen ihres Umfelds auseinander zu setzen? Denkt ihr, dass dieses eine Mädchen, welchem vielleicht dieses Buch in die Hände fällt, sich akzeptiert und wohl in ihrer Haut fühlt? Dass sie nun weiß, dass das, was sie tut, komplett in Ordnung ist und nicht schlimm? Ich denke nicht. Ich denke, dieses Mädchen wird immense Probleme haben. Dieses Mädchen wird sich noch viel weniger trauen, die eigene Sexualität nicht akzeptieren, sich selbst verleumden. Und das alles, weil ein Buch ihr unterschwellig mitgeteilt hat, dass es zwar ganz in Ordnung ist, auf Mädchen zu stehen, das aber auf keinen Fall öffentlich gemacht werden darf, man am besten noch einen Alibi-Freund haben sollte und natürlich, dass es unendlich viele Nachteile hat. Sowas will ich nicht verantworten müssen. Fazit: „Den Mund voll ungesagter Dinge“ (Man, was ein Zungenbrecher-Titel) ist ein Buch, welches ich voller Spannung erwartete und auf das ich mich riesig gefreut habe. Und es dann einfach nur in den Sand gesetzt hat. Viele Stellen sind wunderschön geschrieben, voller toller Metaphern und Gedanken, die so jedem Teenagerkopf entspringen könnten. Allerdings hatte es so einige Probleme: Angefangen bei manchen Aussetzern im Schreibstil, weiter über die nicht glaubwürdige Liebesgeschichte, die misslungene Repräsentation von LGBTQ und die schließliche Ambivalenz beziehungsweise das elende Thema „Fremdgehen“. Dies macht es für mich zu einem Buch mit riesigem Potenzial, das ganz und gar nicht ausgeschöpft wurde und sich teilweise selbst torpedierte. 2,5 von 5 Tintenklecksen!

Den Mund voll ungesagter Dinge - Im wahrsten Sinne des Wortes

Von: Denise_H Datum: 28. March 2017

Inhalt Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert. Quelle: Heyne Verlag Meine Meinung Überraschend, gut geschrieben, nicht ganz das was ich erwartet habe, teilweise gut umgesetzt, aber teilweise eben auch nicht! Vorweg möchte ich auf jeden Fall sagen, dass dieses Buch zwar nicht atemberaubend war, aber die negativen Meinungen die im Social Media kursieren finde ich dann doch etwas übertrieben. Aber jetzt weiß ich, dass es nicht nur eine Antwort gibt. Genauso wie es nicht nur ein tolles Lied gibt. Oder ein gutes Essen. Oder ein schönes Land. Ich glaube, ich hab’s jetzt verstanden…ich bin nicht nur eine Sache. Ich bin tausend Sachen. Nachdem "Mein bester letzter Sommer" mich nicht ganz von sich überzeugen konnte, wollte ich Anne Freytag mit dem sehr interessant klingendem "Den Mund voll ungesagter Dinge" noch eine Chance geben. Ob ich es bereue? Nicht ganz, aber zufrieden bin ich leider auch noch nicht. In ihrer neuen Geschichte hat es nicht an Originalität oder Realität gefehlt, nein, aber die Protagonistin war schlichtweg nervig, naiv und teilweise auch sehr egoistisch. Mit einem guten, manchmal etwas langatmigen Schreibstil, konnte mich die Autorin jedoch bis zum Schluss am Ball halten und so wurde ich dann am Ende doch noch Zeugin einer einzigartigen Liebesgeschichte. Und zum Schluss dann noch folgendes: Ja sie wird von ihrem besten Freund liebevoll Flittchen genannt, aber schlussendlich ist es doch wichtiger, wie mit ihr umgegangen wird, als was für ein Name dabei entstanden ist. Lukas und Sophie haben eine einzigartige Freundschaft, da konnte ich bei dem, zugegen etwas grotesken Spitznamen, schnell hinwegsehen. Fazit Auch wenn ich noch nicht ganz zufrieden bin, so hat es doch Spass gemacht über Sophie und ihre Erfahrungen lesen zu können. Ich kann euch nicht sagen, ob die Darstellung von LGBT der Wahrheit entspricht, aber für mich hat es sich auf jeden Fall so angefühlt. Als Bonus gibt es noch die passende, von der Autorin zusammengestellte Playlist zum Buch, vom Verlag zusammengestellt, bei Spotify, was ich auch tatkräftig ausgenützt habe. Manchmal glaube ich, dass die Monster, die früher unter meinem Bett gewohnt haben, irgendwann unbemerkt in meinen Kopf gezogen sind. Und da bleiben sie jetzt, weil da oben immer was los ist.

Ein echtes Buch über das echte Leben

Von: Lilli33 Datum: 20. March 2017

Inhalt: Die siebzehnjährige Sophie lebt mit ihrem Vater in Hamburg. Ihre Mutter hat sie gleich nach der Geburt verlassen. Doch nun hat der Vater Lena kennen- und liebengelernt und beschlossen, mit Sophie zu Lena nach München zu ziehen. Obwohl vieles perfekt scheint, sträubt Sophie sich gegen die heile Patchworkfamilie, sehnt sich danach, ungeteilt und bedingungslos geliebt zu werden. Zwar gab es schon den ein oder anderen Jungen in Sophies Leben, aber keiner hat ihr wirklich etwas bedeutet. Erst durch die Freundschaft zu dem Nachbarsmädchen in München, Alex, gelingt es Sophie, sich neu zu entdecken und ihren Weg zu finden. Meine Meinung: Anne Freytag hat es drauf! Sie versteht es, Menschen genau zu beobachten. Worüber sie schreibt, das ist so echt, das könnte jeder von uns selbst erfahren haben. Sehr präzise legt sie das Seelenleben von Sophie, aber auch von Alex und anderen Jugendlichen offen. Nicht zu wissen, wo man hingehört, erleben wohl die meisten Pubertierenden irgendwann einmal. Dieses Gefühl, von aller Welt verlassen zu sein, Liebeskummer im höchsten Grad … wer hat das nicht selbst schon erlebt? Und dann noch die Irritationen, weil man irgendwie anders ist als die anderen, anders, als alle es von einem erwarten, sogar man selbst. Ich habe mit Sophie mit gelitten, mich mit ihr gefreut, ich hatte Schmetterlinge im Bauch und Herzschmerz pur. Die Emotionen, die Anne Freytag erzeugt, gehen unter die Haut und mitten ins Herz. Dieses Buch beherbergt eine Achterbahn der Gefühle. Ich konnte mich nicht davon losreißen, zumal mir die Protagonistin Sophie sehr sympathisch war, obwohl oder vielleicht auch gerade weil sie zuweilen etwas zickig ist, aber das war für mich sehr gut nachvollziehbar. Sie wirkte auf mich einfach hundertprozentig authentisch. Die inneren Unsicherheiten der Protagonisten, das nicht Aussprechen gewisser Dinge kann man sehr gut verstehen. Manchmal möchte man die jungen Leute trotzdem schütteln, weil sie sich dadurch nur selbst im Weg stehen. Zum Glück erfährt Sophie aber sehr viel Rückhalt und Verständnis von ihrer Umwelt. Sehr süß ist dabei auch ihr kleiner Nicht-Bruder Leon, der für einen Sechsjährigen erstaunlich viel Durchblick hat. Am liebsten hätte ich den Kleinen die ganze Zeit geknuddelt. 🙂 Dieses Buch hat mich total geflasht. Ich habe mich beim Lesen zwischen den Seiten verloren. Ich habe alles um mich herum ausgeblendet, weil mir diese Geschichte fast wirklicher vorkam als die Wirklichkeit. Am Ende habe ich es zufrieden zugeklappt und noch lange nachwirken lassen. Fazit: „Den Mund voll ungesagter Dinge“ ist ein wunderbar warmherziges und emotionales Jugendbuch mit Charakteren, die wie mitten aus dem Leben gegriffen wirken. Ein Stück von ihnen steckt wohl in jedem Leser.

Perfekt

Von: Hedwigs Bücherstube Datum: 17. March 2017

Manchmal hat das Leben das perfekte Timing. Manchmal stimmt einfach alles. Gerade ist so ein Moment. Erster Satz: Es schüttet. Wasser fällt in Strömen aus dem Himmel, und die harten Tropfen treffen wie Nadeln auf mein Gesicht. Das Cover ist einfach klasse und fällt durch das Rot einem gleich ins Auge. Dieses Buch ist wieder was ganz besonders. Es ist einfach wunderschön, genau wie schon der Vorgänger "Mein bester letzter Sommer". Man merkt hier wirklich die Liebe zum Detail. Es hat so viele tolle kleine Bilder in dem Buch, was das ganze einem anderen Blick auf das Buch gibt. Es lockert das ganze ein wenig auf. Was ich persönlich sehr schön finde. Der Einband hat von Innen eine tolle Illustirere Zeichnung. Dort ist auch die Playlist vorhanden zum Buch, die perfekt zur Story passt. Der Schreibstil ist einfach klasse. Ich bin dann immer mittendrin in der Story. Er ist locker und leicht. Man hat auch keine Probleme sich die Dinge vorzustellen. Durch Zufall habe ich gesehen, das was von neues von Anne Freytag kommt und es war schnell klar, das muss ich lesen. Den ihre Bücher sind immer was besonders. Also das Buch dann da war, wurde es auch gleich verschlungen. Ich war mittendrin im Buch. Das Thema was das Buch aufgreift, kommt nicht so oft vor. Somit ist es schon einzigartig. Und leider manchmal auch noch ein Tabu-Thema. Aber es ist sehr gut umgesetzt. Mich hat es sehr bewegt. Eine Mischung auf Freundschaft, Liebe und Familienprobleme. Für mich ein sehr tolles und emotionensvolle Jugendbuch. Die Charakter sind liebevoll ausgewählt und sie harmonieren sehr gut zusammen. Zum Inhalt werde ich nichts weiter sagen, den dieses Buch muss man auf jeden Fall gelesen haben. Es ist was ganz besonders. Vielen Dank an den Heynefliegt-Verlag für das Rezensionsexemplar. Das Buch bekommt 5 von 5 Sterne von mir. Leider geht ja nicht mehr.

Eine zauberhafte Liebesgeschichte!

Von: averylittlebook Datum: 15. March 2017

Titel: Den Mund voll ungesagter Dinge Autorin: Anne Freytag Verlag: Heyne fliegt Preis: 14.99€ Seiten: 400 Genre: Jugendbuch, Liebe Vielen Dank an den Heyne Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars! Klappentext: Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert. Meinung: Das Cover gefällt mir wirklich richtig gut! Es ist schlicht und auch irgendwie nicht. Der bunte Schriftzug gefällt mir total gut und ich finde auch das Mädchen in der Ecke total hübsch. Wirklich ein absolut tolles Cover, besser geht es nicht! Sophies Vater hat eine neue Frau kennengelernt, weswegen die beiden nun nach München zu ihr und ihren beiden Kindern ziehen werden. Sophie hat darauf absolut keine Lust. Sie will in Hamburg bleiben, aber natürlich muss sie trotzdem gehen. Glücklich ist sie da allerdings nicht. Auch mit der Liebe läuft es nicht. Sie war noch nie verliebt, bis sie Alex, das Nachbarsmädchen, kennenlernt. Aber das sagt sie ihr natürlich nicht, denn Sophie steht schließlich auf Jungs, denn sie ist doch ein ganz normales Mädchen… Sophie ist am Anfang immer ziemlich schlecht gelaunt, weil sie mit der Situation absolut unzufrieden ist. Die Arme hat mir wirklich leidgetan und ich fand es auch gemein, dass ihr Vater manchmal ziemlich abweisend ihr gegenüber reagiert hat und fast nur noch Augen für seine neue Freundin, Lena, hatte. Sophie kann Lena auch überhaupt nicht leiden, egal wie sehr sich diese anstrengt. Allerdings taut Sophie je länger sie dort ist immer mehr auf und als sie dann Alex kennenlernt, beginnt sie sich in München richtig wohlzufühlen. Sophie versucht ihre Gefühle, die einfach anders sind als freundschaftliche, zuerst zu verleugnen, aber irgendwann muss sie sich eingestehen, dass sie mehr für sie empfindet. Das fängt schon damit an, dass sie total eifersüchtig auf Clemens, Alex Freund, ist. Diese Verwirrung die Sophie wegen ihrer Gefühle empfindet, wird wirklich unheimlich realistisch und gut rübergebracht, denn es ist natürlich immer ein hartes Stück für einen selbst, wenn man merkt, dass man nicht heterosexuell ist; vom Mainstream abweicht. Sophie ist ein Charakter, der unheimlich gut ausgearbeitet ist und deswegen hat man das Gefühl als würde sie wirklich existieren. Ihre Entwicklung in dem Buch ist auch beachtlich und hat mir wirklich gut gefallen. Sophie ist ein sehr sympathischer Charakter, den ich über das Buch hinweg einfach total lieben gelernt habe. Alex ist ein sehr liebes und offenes Mädchen, das Sophie sofort unter ihre Fittiche nimmt. Sie ist schon lange mit ihrem Freund Clemens zusammen und scheint eigentlich auch glücklich zu sein, aber dahinter steckt einfach so viel mehr, das niemand weiß, denn Alex schämt sich manchmal für ihre Gedanken und behält diese deshalb für sich selbst. Für sie ist es einfach wichtig nach außen hin gut rüberzukommen. Ich finde es so toll, wie sie sich um Sophie kümmert und man merkt einfach, wie wichtig sie ihr ist und es ist toll, wie schnell die beiden sich angefreundet haben. Allerdings ist bei den beiden immer ein gewisses Prickeln im Spiel, was es in normalen Freundschaften nicht gibt. Auch Alex ist ein toller Charakter, den ich absolut ins Herz geschlossen. Die Autorin war bei diesem Buch wirklich mutig, denn dadurch dass hier eine homosexuelle Liebesgeschichte erzählt wird, werden bestimmt auch viele ablehnend reagieren. Ich persönlich finde es toll, dass sich die Autorin ein solches Thema ausgesucht hat! Es gibt im deutschen Bereich nämlich fast gar keine Bücher, in denen es darum geht, dass zwei Mädchen/Frauen einander lieben. Die Autorin hat dieses Thema hier perfekt umgesetzt. Die Story wirkt nämlich total realistisch und bei der Liebe sollte es ja wohl egal sein, in wen man sich verliebt, solange es für einen selbst die oder der Richtige ist. Allerdings ist in unserer Gesellschaft immer noch verankert, dass es nicht normal ist, wenn man auf das gleiche Geschlecht steht, was wirklich total schwachsinnig ist! Und dieses Buch zeigt das einfach auf eine tolle Art und Weise! Die Liebesgeschichte ist ergreifend und total mitreißend, weil man unbedingt wissen will, ob die beiden sich ihre wahren Gefühle gestehen. Auch der Schreibstil ist sehr angenehm, wodurch sich das Buch sehr leicht lesen lässt. Als ich einmal mit diesem Buch begonnen hatte, konnte ich gar nicht mehr mit Lesen aufhören, denn die Geschichte ist unheimlich fesselnd und ich habe total mit der Protagonistin, Sophie, mitgefühlt! Ich würde empfehlen, das Buch erst ab 14 zu lesen, denn es kommen schon ein paar Sexszenen vor, die das Ganze einfach realistischer erscheinen lassen! Fazit: Ein Tabu Thema unheimlich realistisch in eine Geschichte verpackt! Denn dieses Buch soll zeigen, dass es bei der Liebe vollkommen egal ist, ob man sich nun in einen Mann oder eine Frau verliebt, Hauptsache es ist der oder die Richtige für einen selbst. Die beiden Protagonistinnen sind beide unheimlich sympathisch und ich habe die beiden total in mein Herz geschlossen! Die Story und der Schreibstil sind auch toll! Dieses Buch enthält mal eine etwas andere Liebesgeschichte, die absolut lesenswert ist. Ich kann euch das Buch nur empfehlen und meiner Meinung nach ist dieses Buch einfach ein absolutes Must-Read, weil man sich so auch mal wirklich in eine solche Situation hineinversetzten kann! Bewertung: 5 von 5 Sternen

Einfach echt.

Von: Bookalicious Datum: 13. March 2017

Es war mein erster LGBT - Roman [Lesbian, Gay, Bisexuell, Transgender], aber nicht mein erster Roman von Anne Freytag. Zu Anfang lernen wir Sophie kennen und es beginnt direkt mit dem Umzug von Hamburg nach München, wo sie überhaupt gar nicht hin will, aber dort warteten eine Stiefmutter und zwei neue, kleine Brüder auf sie - und ein neues Leben. Sophie ist Sophie. Sie ist nicht perfekt, sie hat Ecken, sie hat Kanten. Sophie ist echt. Genau deshalb war sie einem irgendwie nah. Als sie Alex, das Nachbarsmädchen, kennenlernt beginnt für Sophie eine verwirrende Zeit. Alex scheint das fröhliche und perfekte Mädchen von nebenan zu sein. Sie hat einen Freund, geht gern schwimmen und lebt in einem großen Haus mit perfekter Familie. Sie ist niedlich, ja, das ist sie. Die Nebencharaktere fand ich auch alle ganz toll, besonders Lena - Sophies Stiefmutter - mochte ich sehr. Sie war so bemüht und herzlich. Ich mochte die Geschichte total gern. Sie war authentisch, aus dem Leben gegriffen, echt. Ich kann mir richtig vorstellen, dass es dort draußen eine Sophie und eine Alex gibt. Anfangs war der Schreibstil etwas holprig für mich - viele kurze Sätze. Aber daran gewöhnt man sich schnell und es liest sich gut. Sophies innerer Konflikt war spürbar. Wenn eine Autorin es schafft, die Gefühle rüberzubringen, dann hat sie für mich, sowieso schon alles richtig gemacht. Die wenigen, aber dennoch erotischen Szenen sind für mich auch sehr angenehm zu lesen gewesen. Es war nicht too much, sondern wirklich gut beschrieben gewesen. Anne Freytag hat Sophies Gefühlswirrwarr meiner Meinung nach sehr gut beschrieben und dargestellt. Lesbisch (oder schwul) sein ist heute kein Grund mehr, sich schämen zu müssen, dennoch ist es immer noch viel zu sehr ein Tabuthema. FAZIT Anne Freytag hat einen (weiteren) wundervollen Roman geschrieben, den ich sehr schätze. Es war eine authentische Geschichte, welche mich berührt hat. Die Protagonistinnen haben Ecken und Kanten, sie sind nicht perfekt. Für mich macht es dieses Buch wiederum perfekt. Es ist einfach echt. Es hat mir einige schöne Lesestunden beschert und besticht mit einer Message an alle, die sich selbst für anders halten. Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen.

Wer bist du wirklich?

Von: Tintenkinder Datum: 12. March 2017

~Ich habe den Mund voll ungesagter Dinge., Und ganz gleich, wie oft ich sie runterschlucke, sie kommen jedes Mal zurück.~ Würde es nach Sophie gehen wäre ihr Leben ganz anders und um einiges einfacher. Ihr bester Freund Lukas hätte sich nie verliebt und wäre nie nach Frankreich gezogen, ihre Mutter hätte sie und ihren Vater nie verlassen und sie würden alle glücklich in Hamburg leben, da ihr Vater nie Lena kennen gelernt hätte. Aber das Leben gibt uns nicht immer das was wir wollen. Deswegen lebt Lukas nun in Frankreich und ihr alleinstehender Vater lernt Lena kennen und lieben und beschließt zu ihr nach München zu ziehen – was alle Beteiligten glücklich macht, außer Sophie. Generell kann Sophie das ganze komplett der Liebe nicht nachvollziehen – den in ihrem Leben gab es bisher nur Jungs ohne das schönste Gefühl der Welt. Doch dann begegnet ihr Alex, das freundliche Nachbarsmädchen mit der Zahnlücke, den funkelnden grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Alex – der erste Mensch seit Lukas der ihr das Gefühl gibt normal zu sein und sie akzeptiert wie sie ist. Und doch ist es mit Alex ganz anders als mit Lukas, den Alex gegenüber kann Sophie sich vollständig öffnen, das erste Mal kann Sophie sich auf einen Menschen einlassen und sich fallen lassen – plötzlich ist für Sophie alles möglich und das Leben aufregend wie nie zuvor. Doch dann kommt es zu diesem einen Kuss – der Kuss der alles für immer verändert. Anne Freytags neuster Roman ist ein großartiger Roman der eines der bewegendsten Themen behandelt: wer bin ich wirklich und was macht mich aus? Was als klischeehafte Teenie-Geschichte beginnt entwickelt sich zu einer ernsten Story über die Liebe, Freundschaft, die Dinge du uns zu dem Menschen machen der wir sind und was die eigene Persönlichkeit ausmacht. Doch durch den lebhaften und realistischen Schreibstil verliert trotz der teilweisen sehr ernsten Handlung nichts von seiner Leichtigkeit. Voller Humor und mit vielen Gänsehautmomenten lädt Anne Freytag ihre Leser ein mit den Protagonisten mit zu fiebern, zu fühlen und auch zu leiden ein. Entgegen dem was Sophie über sich selbst sagt ist sie eine wahre Sympathieträgerin – sie ist sympathisch, liebenswert und voller Selbstzweifel. Gerade ihre Ecken und Kanten machen sie und auch alle anderen Charaktere lebensnah und es einem so leicht sie ins Herz zu schließen. Das Cover ist einfach hinreißend und passt perfekt zum Inhalt des Buches. Auf einem lebhaften Hintergrund erstrahlt der Titel des Romas in Regenbogenfarben. In der unteren rechten Ecke sieht man ein Mädchen von hinten welches stark an Sophie erinnert – komplett in schwarz-weiß bis auf das Oberteil. Doch die besonderen Gestaltungshighlights liegen auf den Innenseiten der Klappbroschur. Auf Rückseite des Buchdeckels finden sie lauter Miniaturen der unterschiedlichsten Gegenstände, vom Hund über einen BH bis zu einer Muschel – all dies sind wichtige Elemente der erzählten Geschichte und die Darstellung dieser spielt noch einmal eine besondere Rolle. Auf der hinteren wurden zwei Playlists zusammengestellt, die mit allen in dem Buch vorkommenden Songs und die gemeinsame Playlist der Protagonistinnen Sophie und Alex. Ein wahrhaft einzigartiger Roman den man gelesen haben sollte. Oder um es mit den Worten der Autorin zu sagen: „Sie ist einseitig und ohne jeden Kitsch. Wunderschön und traurig zugleich“. 5 von 5 Tintenklecksen

Perfekt

Von: meggie Datum: 12. March 2017

Sophie zieht mit ihrem Vater vom heimischen Hamburg ins bayerische München. Ungewollt. Nur, weil ihr Vater eine neue Beziehung führt. Sophie ist bockig, sträubt sich gegen jegliche guten Ratschläge und möchte nur zurück in ihr altes Leben. Sie versinkt fast in ihrem Selbstmitleid. Als die das Nachbarsmädchen Alex kennenlernt, kommt Sophie langsam aus ihrem Schneckenhaus heraus. Sie lernt wieder Lachen und hat Spaß. Bis auf einer Party ein Kuss ihr ganzes neues Leben nochmals gehörig auf den Kopf stellt und Alex aus eben diesem nicht mehr wegzudenken ist. Es gibt Bücher, gegen die sträubt man sich zu Anfang. So ging es mir mit "Den Mund voll ungesagter Dinge". Ich bin kein Liebesroman-Fan. Und als ich von buecher.de aufgrund der Buchflüsterer-Aktion den Roman zugesandt bekam, legte ich diesen erst mal beiseite. Ich hatte ja noch Zeit zum Lesen. Ist nicht dringend. Ich schiebe ihn nochmals eins runter in meinem SuB. Nun rückte der Abgabetermin der Rezension immer näher. Also machte ich mich doch ans Lesen... Aber was mich da erwartete, ließ mir den Mund offen stehen und auch voll ungesagter Dinge bleiben. Bis zur letzten Seite... In rasantem Tempo habe ich diese Geschichte verschlungen, mich jede freie Minute an das Buch geklammert und mich auf diese wundervolle, wunderbare, wunderschöne Geschichte eingelassen, die mich mit der unverwechselbaren Art der Autorin so sehr in den Bann gezogen hat, dass ich wirklich Mühe habe (ja, immer noch habe) mich nun auf ein anderes Buch, eine andere Geschichte einzulassen. Das Buch ist zu kurz - es hat 400 Seiten und ist einfach zu kurz. Sophie, Alex und all die anderen wunderbaren Charaktere, die sich hier verewigt haben, können doch noch so viel mehr. Viel mehr von sich zeigen, viel mehr reden, viel mehr Sein. Ich hätte wirklich ewig weiterlesen können, so sehr haben mich alle für sich einnehmen können. Sophie, die Protagonistin des Buches, kam mir zu Anfang wie ein gequälte Seele vor. Ein Mensch, der emotionslos und passiv wirkt, sich nicht entfalten kann, nicht aus sich raus kann, sich selbst immer in den Schatten stellt. Bis sie auf Alex trifft, ein Mädchen voll Energie, voll Lebenslust und vor allem voller Sympathie. Sophie merkt dies auch und lässt sich auf Alex ein. Das Schneckenhaus wird zu eng, Sophie klettert daraus hervor und wird zu dem Mädchen, dass sie sein muss. Und so startet ein funkensprühendes Feuerwerk an Emotionen, gepaart mit liebevollen Anekdoten, detailreichen Momenten und einer wunderschönen Hommage an das jugendliche Leben. Ich bin wirklich geflasht von der Geschichte, da mich Anne Freytag damit aus einem Tief herausgeholt hat. Aus einem Tief voll uninteressanter Bücher, die ich in den letzten Wochen angefangen und wieder weggelegt habe. Sie hat mir gezeigt, dass diese Bücher einfach zum falschen Zeitpunkt zu mir kamen und ich (ein Hoch auf die Deadline bei der Rezensionsabgabe) nur einen doch so verhassten und nun geliebten Liebesroman gebraucht habe. Der Schreibstil ist unverwechselbar Anne Freytag, die mich ja auch schon mit "Mein bester letzter Sommer" so ins Herz treffen konnte. Ich habe gelacht, geliebt und mehr als einmal eine Träne vergossen. Gerade die letzten Seiten sind anrührend schön und hinterlassen tiefe Spuren. Für jeden, wirklich jeden, der ein wenig Herzschmerz, eine gefühlvolle Lovestory oder nur einen Roman über Freundschaft, Vertrauen und Liebe braucht, ist dieses Buch einfach das Ding. Lasst Euch verzaubern und mitnehmen. Fazit: Perfekt.

Bewegendes Thema wundervoll umgesetzt, jedoch mit Schwächen (3,5 Sterne)

Von: Noemi Datum: 10. March 2017

Meinung Seit "Mein bester letzter Sommer", welches eins meiner Jahreshighlights geworden ist, habe ich vorfreudig darauf gewartet, dass ein neues Werk von Anne Freytag erschien. Als ich dann von "Den Mund voll ungesagter Dinge" erfuhr und es dann auch noch als Überraschungspost erhalten habe, war ich begeistert. Ich habe bisher nur wenige LGBT-Storys (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender) gelesen, was ich aber vermehrt tun möchte, und war mir sicher, dass Anne Freytag diesen Inhalt erneut authentisch und ergreifend verpackt. Die Liebesgeschichte ist in der Tat überaus gelungen! Sie baut sich zart, aber spürbar auf und erreicht ein stürmisches Crescendo. Stets begleitet von all den Unsicherheiten, dem verzweifelten Verlangen, den Tränen der Enttäuschung; gleichzeitig aber auch vom hellen Ton des Glücks, Momenten der Freude und tiefer Verbundenheit. Anne Freytag erzeugt in mir ein plastisches Bild der Emotionen und setzt das Thema berührend um. Die Chemie zwischen Sophie und Alex stimmt, sowohl ihre Freundschaft als auch ihre Liebe haben mich beeindruckt. Thematisiert wird auch das Thema Familie, ebenfalls mit Hoch und Tiefs, wie es eben der Fall ist. Sehr schön fand ich die Annäherung von Sophie an ihre neuen Familienmitglieder, obwohl es ihr anfangs schwer fällt. Ganz zu schweigen von ihrer Freundschaft mit ihrem besten Freund Lukas - die musste ich sehr bewundern. Soweit dazu. Jetzt kommen die Dinge, die ich nicht hundertprozentig loben kann. Das Buch mag mit LGBT eine neue Schublade öffnen, doch das hindert es nicht daran, selbst eine Handvoll Klischees zu erfüllen - was es stellenweise recht vorhersehbar macht. Zunächst Sophie. Bei ihr bin ich etwas zwiegespalten. Ich fand es doch schon ziemlich ironisch, wie Sophie sich darüber auslässt, unter welchem Klischee weibliche Buchcharaktere stehen und dabei selbst so viele Punkte davon erfüllt. Sie ist ein Teenager, okay, geht durch recht schwierige Zeiten und sowieso ist es für den Leser manchmal gar nicht erforderlich, die Protagonisten zu mögen. Ich hatte nichtsdestotrotz das Gefühl, dass die Autorin es vorziehen würde, dass Sophie von den Lesern gemocht wird, gerade wegen ihrer problematischen Eigenschaften. Naja, bei mir hat es nicht geklappt. Sie hat ihre sympathischen Seiten und manchmal fühlte ich mich ihr regelrecht nah, trotzdem muss ich anmerken, dass sie auch unreif und furchtbar egozentrisch ist. Ja, womöglich machen diese Ecken und Kanten ihren Charakter echt, aber sie sind auch etwas, woran ich mich negativ gestoßen habe (um es wie auf Seite 294 auszudrücken). Die Kapitel sind kurz gehalten, der Stil flüssig, sodass ich das Buch an einem Tag beenden konnte. In Ausnahmefällen sind die Kapitel jedoch für meinen Geschmack zu kurz und nicht aussagekräftig genug, sodass dort mehr Handlung gut getan hätte. Vereinzelte Längen sind durch Wiederholungen oder unnötige Beschreibungen entstanden; das hält sich aber wirklich im Rahmen. Die Sprache ist oft obszön und deutlich jugendlicher als in Mein bester letzter Sommer, dabei hatte ich mich schon auf Poesie und wundervolle Zitate gefreut. Die finden sich hier zwar auch in Ansätzen, aber insgesamt hat mich der Schreibstil dieses Mal nicht sonderlich umgehauen. Allerdings gibt es auch in diesem Buch wieder eine Playlist und die Kapitelaufmachung mit den kleinen Zeichnungen ist wirklich süß. Fazit "Den Mund voll ungesagter Dinge" war trotz meiner großen Kritikpunkte eine lohnenswerte Leseerfahrung, was vor allem der Entwicklung der hervorragend ausgestalteten Liebesgeschichte zu verdanken ist. 3,5 Sterne

Wie lernt man jemanden kennen?

Von: Marie's Salon du Livre Datum: 09. March 2017

Sophie ist fast 18 Jahre alt und hat keine Wahl. Da ihre Mutter niemals Teil der kleinen Familie war, bzw. es nicht sein wollte, beschließt ihr Vater zu seiner Freundin Lena nach München zu ziehen. Zwar hält Alex nicht sehr viel in Hamburg seit ihr allerbester Freund der Liebe wegen nach Paris gegangen ist. Aber begeistert über den Umzug ist sie auch nicht. So kurz vor dem Abitur in eine neue Schule zu wechseln, entspricht nicht dem Versprechen, das ihr Vater gegeben hat. Wird sie sich im neuen zu Hause bei Lena und deren zwei Söhnen auch willkommen fühlen? Kann sie ihr altes Ich zurücklassen und einen Strich unter ihrer Vergangenheit ziehen und in München einen Neuanfang wagen? Ist ein Neustart überhaupt notwendig? Fragen, die sie sich stellt und die ihr im Kopf herumschwirren. Wie hat es mir gefallen? Vorab - ich denke, jeder sollte sich den Vergleich mit "mein bester letzter sommer" sparen. Die zwei Geschichten könnten nicht unterschiedlicher sein. Sie haben nur das Genre gemeinsam und die Autorin, aber sonst nichts mehr. Die Geschichte greift neben einem Tabuthema (ein Wort, das mir persönlich überhaupt nicht gefällt, denn es sollte keine Tabus in dieser Hinsicht geben) auch das Thema Erwachsen werden auf. Sophie ist eine vielleicht nicht ganz typische fast 18 jährige junge Erwachsene. Sie schlägt sich mit üblichen Problemen herum, aber gleichzeitig fragt sie sich selbst, ob sie nicht einfach nur recht seltsam ist. Sie macht Dinge, die sie im nachhinein mehr als nur bereut. Die neue Familie, mit Vater, (Stief)Mutter und zwei (Stief)Brüdern überfordern sie. Ihr Kopf ist voller unbeantworteter Fragen und sie vertraut niemandem außer ihrem besten Freund, den sie leider nur via Skype sprechen kann. Sie hat einfach das Gefühl völlig auf sich alleine gestellt zu sein. Selbst ihr Vater entgleitet ihr immer mehr, zumindest empfindet sie es so. Seine Freundin Lena versucht Sophie in die Familie zu integrieren. Das fällt ihr aber nicht so leicht. Alex ist die gleichaltrige Tochter der Nachbarsfamilie. Sie besuchen die gleiche Schule und ganz langsam entsteht sowas wie eine Freundschaft. Beide Mädchen sind darauf bedacht nicht zu viel von sich selbst preis zu geben, um nicht verletzt zu werden. Zwar sind seit meiner Teenager Zeit schon einige Jährchen ins Land gezogen, aber die Gefühle und Gedanken, die ich damals hatte, sind immer noch präsent. Denn nur weil man erwachsen wird, ändern sich manche Fragen nicht. So zum Beispiel die wichtige Frage "Wie lerne ich jemanden kennen?" Ist das etwas, das wir als Kinder im Kindergarten oder in der Schule lernen und damit niemals wieder vergessen? Wieso fällt es mir jetzt als Frau von 45 Jahren dennoch so schwer Freundschaft zu schließen. Woher erlernt frau es Mutter zu sein, wenn frau selbst niemals eine Mutter hatte? Gibt es ein Muttergen, das sich im richtigen Moment entwickelt? Wie merke ich, dass ich "normal" bin? Was ist denn eigentlich normal? Dafür hätte ich wahnsinnig gerne so was wie einen Leitfaden, mit Punkten, die ich abhacken kann, um nicht aufzufallen. Die Geschichte bewegt auf jeden Fall. Egal, ob normal oder seltsam. Mich hat sich dazu angeregt, über eigentlich einfache Fragen, nachzudenken. Mich selbst und meine Entscheidungen zu hinterfragen, um schließlich zu Erkenntnis zu kommen, dass es gut ist, wie es ist. Vielen Dank an den Verlag für das Überraschungspaket mit diesem ganz besonderen Buch.

Die Liebe zweier Mädchen

Von: die.buecherdiebin Datum: 08. March 2017

Sophie ist 17 und steht kurz vor dem Abitur, als ihr Vater mit ihr gegen ihren Willen von Hamburg nach München zieht. Sie ziehen zu Lena, der neuen Freundin ihres Vaters, und deren beiden Söhnen. Sophie will weder Lena mögen, noch die Kinder, das Haus und den Hund schon mal gar nicht. Ihr bester Freund Lukas, dem sie alles anvertrauen konnte, ist kurz zuvor nach Paris zu seiner Freundin gezogen und so kann sie mit ihm nur noch skypen. Sophie ist unglücklich, fühlt sich ungeliebt und allein. Bis sie ihre neue Nachbarin Alex kennenlernt und sich alles verändert… Anne Freytag hat einen wunderschönen, sehr berührenden Liebesroman geschrieben. Es geht um ein Thema, das in Jugendromanen eher ungewöhnlich ist, nämlich um die Liebe zwischen zwei Mädchen. Schon dieses Thema hebt das Buch von der großen Masse ab. Das Cover ist richtig schön und passt perfekt zu der Geschichte. Schon auf der ersten Seite hat mich die Autorin mit ihrem wunderbaren Schreibstil und der Protagonistin Sophie gepackt. Sie beschreibt sehr authentisch Sophies Gedanken und Gefühle. Zuerst das Herausgerissen werden aus ihrem gewohnten Alltag und der Umgebung, der erzwungene Neuanfang mit völlig fremden Menschen, die neue Schule und dann die wachsenden Gefühle zu einem Mädchen. Das Buch enthält keine langen, überflüssigen Passagen. Alles passt. Obwohl ich nicht der Zielgruppe des Buches entspreche (ich habe schon selber erwachsene Kinder) konnte ich mich gut in Sophie hineinversetzen und habe mit ihr gelitten und mich mit ihr gefreut. Alle Charaktere sind sehr gut gewählt und die meisten sympathisch. Über den Vater habe ich mich manchmal geärgert, aber dafür habe ich den kleinen Leon geliebt. Fazit: Ein sehr empfehlenswerter Roman über das Erwachsenwerden, der sehr gut und mit viel Gefühl die inneren Ängste und Selbstzweifel eines jungen Mädchens auf der Suche nach sich selbst beschreibt.

So berührend. So echt. So besonders.

Von: Sophie Bichon Datum: 08. March 2017

Sophies Leben entspricht ganz und gar nicht ihren Wunschvorstellungen. Wenige Wochen vor den ersten Abiturprüfungen beschließt ihr Vater plötzlich, dass ein Umzug von Hamburg nach München zu seiner Freundin gerade jetzt das Richtige ist. Ehe Sophie sich versieht, findet sie sich in einem monströsen Haus mit einer Stiefmutter, zwei Nicht-Brüdern und einem zotteligen, schwarzen Hund wider. Alle sind super glücklich mit der Situation. Nur sie nicht. Doch dann lernt sie Alex kennen, das Nachbarsmädchen. Das fröhliche Mädchen, das aussieht wie eine blone Elfe und Sophie mit ihrer Fröhlichkeit in den Bann zieht. Das erste Mal in ihrem Leben lässt sich Sophie auf einen Menschen ein, erzählt über sich, fasst Vertrauen. Aber dann kommt ein Kuss dazwischen, der alles verändert- Und plötzlich hat Sophie den Mund voll ungesagter Dinge. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass mein Herz überquellen müsste von all den Gefühlen, die ich dabei hatte. Einfach deshalb, weil Alex´ und Sophies Liebesgeschichte so echt und wahrhaftig ist und kein Stück kitschig. Es sind Figuren mit Ecken und Kanten und allem, was dazwischen liegt. Menschen wie du & ich. Die beiden fühlen sich verloren in ihren Leben, schlagen sich mit Fragen nach dem eignen Ich umher und finden doch keine Antwort darauf. Sophie ist meistens mürrisch und ist lieber alleine. Sie ist stark und auch selbstsicher, nicht schüchtern, aber die Einsamkeit zieht sie dennoch vor. Vor allem weil alle Jungs nur das schöne Schneewittchen in ihr sehen. Oder eben das Schneeflittchen. Alex hingegen sprudelt über vor Fröhlichkeit mit ihren funkelnden seegrünen Augen und dem breiten Lächeln. Aber eigentlich ist es ihr viel zu wichtig, was andere über sie denken. Alex und Sophie. Zuerst sind sie Nachbarn. Dann Freundinnen. Und dann kommt da dieser Kuss dazwischen, der alles verändert. Da sind Gefühle, die (noch) keinen Namen kennen oder auch nicht gesehen werden wollen. Anne Freytag erzählt ganz behutsam und dennoch mit genau der richtigen Prise Humor von all den Facetten, die das Leben und die Liebe haben. Den Mund voll ungesagter Dinge bekommt doch den Mund auf und lässt all die Dinge heraussprudeln, die gesagt werden müssen. Es ist ein Plädoyer dafür, dass es nicht wichtig, ist in wen man sich verliebt, und dass jeder diese Entscheidung selbst treffen darf. Wichtig ist nur, dass man liebt und dieses Gefühl auskostet. Bis jetzt ist dies mein allerschönstes Buch 2017. So zart. So authentisch. So wichtig. Ein Lieb-Hab-Buch und ein Das-Verschenk-Ich-Buch. Und ein Lest-es-alle-Buch.

Geht ganz tief unter die Haut!

Von: Anni-chan Datum: 07. March 2017

Kurzbeschreibung Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert. (Quelle und Bildcopyright liegen bei Heyne Fliegt) Äußere Erscheinung Der Großteil des Covers ist ganz einfach rot und in einer bunten Druckschrift und dünnen Buchstaben zieht sich der Titel über fast das ganze Cover. Bis auf eine Ecke, in der Mann ein Mädchen sieht. Sie ist gezeichnet und der hohe, unordentliche Dutt erinnert mich ein wenig an den, den das Mädchen auf dem Cover von »Mein bester letzter Sommer« trägt. Das weiß-rot-gestreifte Top, das man noch ein wenig sieht, ist sehr schön gewählt, da es auch im Buch selbst Erwähnung findet. Meine Meinung Schreibstil: Annes Schreibstil kann man nur mit einem Wort beschreiben. Einzigartig. Kaum hat man die erste Seite aufgeschlagen, ist man gefangen in einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Tränen sind unausweichlich, genauso wie Schmunzeln, breites Grinsen und verträumtes Aufseufzen. Binnen weniger Augenblicke verschwimmt die Realität und alles, was noch zählt, ist die Geschichte, die sie auf den Seiten erzählt. Nur wenige Autoren schaffen es, mich die Wirklichkeit wahrhaftig vergessen zu lassen – und Anne Freytag gehört definitiv dazu. Handlung: Auf dieses Buch habe ich lange, lange, LANGE hingefiebert, weil ich auf Anhieb das Gefühl hatte – Anne Freytag ist die richtige Autorin um eine solche Liebesgeschichte geschickt zu verpacken. Lesbian Romance gibt es auf dem deutschen Jugendbuchmarkt nicht sehr oft, weshalb es zwar wenig Vergleichswerte gibt – aber die Messlatte hat die Autorin mit diesem Buch definitv ziemlich weit noch oben gelegt. Dabei passiert handlungstechnisch nicht viel. Das muss es aber auch gar nicht. Der Fokus liegt auf dem Charakterdevelopement. Es geht nicht darum, dass Sophie mit ihrem Vater umzieht, zu dessen Freundin und ihren Kindern und auch nicht darum, wie sie sich in der neuen Schule schlägt, mit ihren neuen Freunden und und und. Es geht um Sophie und um Alex und um Gefühle, die beide zunächst nicht offen zeigen. Es geht um eine Liebe, die langsam erblüht und die so berührend ist, dass man gar nicht anders kann, als sich ein Happy End für beide zu wünschen Charaktere: Sophie ist die erste Protagonistin und Ich-Erzählerin, daher lernen wir sie am besten kennen. Sophia sagt selbst im Buch, dass sie als Buchcharakter keine Sympathieträgerin ist, weil sie nicht perfekt ist, weil sie Ecken und Kanten hat – aber genau deshalb fällt es dem Leser unglaublich leicht, sich in sie einzufinden und sie zu mögen. Sie ist nicht perfekt, aber das muss sie auch gar nicht sein. Sie ist echt, das reicht schon. Sophie plagen viele Ängste, vermindertes Selbstwertgefühl und immer wieder ist sie, ohne es zu wollen, so tiefgründig wie es nur geht. Sie ist nicht das Mädchen, das viele in ihr sehen, sondern lebt, wie es ihr gefällt. Sie kämpft um das, was sie will – aber ob sie es auch bekommt? Alex wirkt auf den ersten Blick stark, selbstbewusst und lebensfroh. Sie hat immer die richtigen Worte, wie es scheint und hilft damit Sophie mehr, als sie (und Sophie) es sich bewusst sind. Auf mich wirkt sie nicht wie das typische Mädchen von nebenan – dafür ist sie viel zu … unnormal. Aber im positiven Sinne. Von ihr zu lesen löst wahrliche Glücksgefühle aus, so viel Lebenslust wie sie ausstrahlt, aber der Schein trügt, denn auch Alex trägt einiges an Last mit sich herum. Diese versteckt sie gekonnt, aber wenn sie mal hervorkommt, dann lernt man eine andere Seite an ihr kennen und diese ist mindestens genauso berührend, wie Sophies Hintergrund. Fazit Aufgekratzt, zu tiefst berührt und bewegt – das bin ich nach dem Ende dieser wundervollen Geschichte. Ich habe mitgefiebert, mit geweint und mitgelacht. Ein schwieriges Thema hat die Autorin so gekonnt in eine Liebesgeschichte gepackt, wie sie nur das Leben schreiben kann. Bewertung 5/5

Tolle Geschichte

Von: The infinite Bookshelf Datum: 07. March 2017

Klappentext Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat, und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neune Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert... Meine Meinung Zuerst einmal vielen vielen Dank an den Heyne Verlag für diese tolle Überraschung. Denn dieses Buch habe ich nicht beim Verlag angefragt, sondern es kam ungefragt vom Verlag als Überraschungspost zu mir. Ich hab echt richtig doof geguckt :D Ich hatte das Buch davor noch gar nicht auf dem Schirm und jetzt nachdem ich es gelesen habe, bin ich wirklich froh darüber! Also DANKE! In diesem Buch geht es um Sophie. Sophie wurde nach der Geburt von ihrer Mutter im Stich gelassen und wurde von ihrem Vater alleine aufgezogen. Nach 17 Jahren trauter Zweisamkeit, zieht ihr Vater jedoch mit Sophie und gegen ihren Willen zu seiner neuen Freundin und ihren Kindern von Hamburg nach München. Das geht Sophie gehörig gegen den Strich und sie hasst einfach alles dort. Doch dann lernt sie das Nachbarsmädchen Alex kennen und auf einmal gibt es doch etwas tolles in München. Sie verbringt sehr gerne Zeit mit Alex und auf einer Party kommt es dann zum Kuss. Wie es danach weiter geht mit den Beiden und wie Sophie mit ihrer neuen Familie zurecht kommt, dass müsst ihr schon selbst lesen :) Sophie ist ein 17 jähriges Mädchen, das schon viel mit machen musste in ihrem Leben. Sie wurde von ihrer Mutter verlassen und hasst sie dafür, doch gleichzeitig vermisst sie auch und das macht ihr sehr zu schaffen. Seit ihr Vater eine neue Freundin hat, beginnt auch ihr Verhältnis zu ihm zu bröckeln und der Umzug setzt dem ganzen dann noch die Krone auf. Sophie weiss nicht was sie will und fühlt sich ungeliebt und leer und versucht dies mit Sex mit verschiedenen Männern zu bessern. Doch danach geht es ihr meistens noch schlechter. Erst als sie Alex trifft, beginnt sie wieder zu leben und sieht auch wieder das positive im Leben. Alex zieht Sophie mit ihrer lebensfrohen Art aus ihrem tiefen, dunklen Loch. Alex mochte ich wirklich sehr, denn sie ist ein aufgeschlossener manchmal etwas überdrehter Mensch. Doch auch sie hat ihre Geheimnisse und Laster mit sich rum zu schleppen und je besser sie Sophie kennen lernt um so mehr vertraut sie ihr und öffnet sich ihr gegenüber. Ich finde es sehr schön wie die zwei Protagonisten sich gegenseitig helfen und ihr Leben bereichern. Sie machen das Leben des jeweils anderen um einiges besser, was man in der Geschichte wirklich sehr gut sehen kann und es ist schön mit anzusehen wie sie sich langsam verändern. Die Geschichte wird aus Sophies Sicht erzählt und Anne Freytag hat es wieder einmal geschafft mich an ein Buch zu fesseln. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten was mir sehr gut gefallen hat und gleichzeitig auch in den Wahnsinn getrieben hat, denn ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Abends im Bett hab ich immer auf ein längeres Kapitel gehofft um es als Ausrede zu nehmen, für heute das Buch beiseite zu lesen, aber es ging einfach nicht. Trotzdem muss ich sagen, dass mir das gewisse Etwas gefehlt hat und für mich war es einen Ticken schwächer als 'Mein bester letzter Sommer', das andere Buch das ich von Anne Freytag schon gelesen habe. Aber auch in dieser Geschichte erzählt die Protagonistin wieder mit viel Gefühl und man fühlt sich in die Geschichte rein und lebt die Geschichte, was ich wirklich sehr schön fand. Man musste einfach mit Sophie mit fühlen :) Das Cover finde ich absolut gelungen. Es ist eigentlich recht schlicht, aber es passt einfach perfekt. Und was ich noch besser finde als das Cover, ist die Innengestaltung des Buches. In der Vorderen Klappe gibt es kleine Zeichnungen, die alle eine besondere Beziehung zu der Geschichte haben und in der hinteren Klappe gibt es wieder eine sehr schön illustrierte Song Liste, mit Songs die alle im Buch vorkommen. Auch die Kapitel sind mit kleinen Zeichnungen verziert. Man sieht wie viele Gedanken bei der Gestaltung gemacht hat und es ist wirklich gelungen und das Ergebnis einfach zauberhaft. Alles in allem handelt es sich hier um eine wirklich schöne Geschichte mit sehr viel Gefühl, die zum abschalten und abtauchen einlädt. Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen der gerne Liebesgeschichten, vor allem auch denen die gerne LGBT Geschichten liest. Es ist wirklich ein tolles Buch und ich bin wirklich sehr froh es gelesen zu haben.

so echt, so wahr und so unglaublich berührend

Von: Magische Momente Datum: 06. March 2017

Anne Freytag gehört für mich seit jeher zu den Autorinnen, bei denen ich kein Buch verpasse und die mir einfach so unheimlich viel mit auf den Weg geben. Jedes mal berührt sich mich aufs neue so unendlich und so tief, wie nur sie es schafft, auf ihre ganz spezielle und gefühlvolle Art und Weise. Und jedes mal denke ich, besser kann es nicht mehr werden und doch schafft sie es immer wieder. Am Ende liegen ich einfach nur noch in einem Meer aus Tränen und frage mich, wie ich mich daraus noch lösen soll. Auch mit ihrem neuesten Werk hat sie mich komplett unter Strom gestellt und defintiv absolut und unwiderbringlich sprachlos gemacht. Sie erzählt hier auf sehr gefühlvolle Art und Weise die Geschichte von Sophie. Eine Geschichte über ein Mädchen, das mir unsagbar unter die Haut gegangen ist. Aber es ist nicht nur ihr Leben. es ist Sophie die alles verändert. Die unsagbar verletzlich, aber auch stark ist und sich im Umbruch ihres Lebens befindet. Es ist die Zeit die alles spätere entscheidet und die ihr offenbart, wer sie wirklich ist. Sophie hat es ganz richtig gesagt. Sie ist nicht nur Sophie. Sie ist so viel mehr. Sie besteht aus Gefühlen, inneren Ängsten, Entscheidungen und aus einem stetigen Kampf, der ihr das Leben aufgibt. Ich hab mich ihr so unendlich nah gefühlt. Hab unendlich viel gelacht. Mit Sophie, mit Lukas und auch mit Alex. Diese drei Menschen sind etwas ganz besonderes, die mir Sonne ins Herz gebracht haben, aber auch Leichtigkeit, Sehnsucht und auch ein Stück weit Traurigkeit. Eine Sehnsucht die ich mit jeder Faser meines Herzens spüren konnte. Die mich vor Glück taumeln und am Ende zusammenbrechen ließ. Ich hab geweint, ich hab gelitten und war so unendlich verzweifelt. Aber auch Sophies Familie hab ich so sehr ins Herz geschlossen, allen voran Lena. Eine Frau, die einfach ganz besonders ist. Diese Geschichte ist mir so unsagbar unter die Haut gegangen. Dabei ist es nicht mal unbedingt wegen dem, was sie hier behandelt., sondern wie sie es tut. Auch wenn ich dies wirklich als enorm wichtig erachte. Denn mit viel Gefühl und Intensität lenkt sie den Fokus auf wichtige Themen, die oftmals totgeschwiegen werden. Weshalb man auch nie ergründen kann, wie sich die Menschen dabei fühlen und vor allem auch, was es mit den Menschen in ihrer Umgebung macht. Was es in ihnen auslöst. Jetzt weiß ich es. Denn ich konnte in ihre Seele blicken. Konnte die traurigen und lachenden Augen sehen, ihre Leidenschaft und ihr ganzes Sein spüren. Aber nein, was mich besonders berührt hat, waren die Menschen in diesem Buch. Sie sind so lebendig, das ich dass Gefühl hatte, sie stünden neben mir und ich bräuchte nur die Hand auszustrecken, um sie zu berühren. Mit diesem Buch wurde mir wieder gezeigt, das es mehr gibt, als man auf den ersten Blick sieht., Jeder Mensch hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Jeder muss auf seine Weise, sich den Prüfungen des Lebens stellen. Manchmal erscheint uns das nicht normal. Doch was wirklich wichtig dabei ist, daß wir uns wohlfühlen. das es uns glücklich macht. Das wir uns selbst gefunden haben und das Leben so leben, wie es uns gefällt. Alles andere kann doch dann egal sein, oder? An Sophies Seite begreift und verinnerlicht man, was Zweifel, Ängste und innere Zerrissenheit bedeuten und ja, man fühlt mit ihr. Man teilt ihre Emotionen und genau deshalb, berührt es auch so sehr. Jetzt am Schluss bin ich glücklich. Anders, vollständig und es hat mich auch zum nachdenken gebracht. Hier bei geht es um das Leben, die Liebe mit all ihren Facetten. Das Erwachsenwerden und das sich selbst finden. Für mich ein endloser Sog aus Emotionen, dem ich hilflos ausgeliefert war. Ich liebe es, auch wenn es mich an den Rande der Verzweiflung getrieben hat. Sie hat uns hier Menschen mit Ecken und Kanten gezeigt und auch das dahinter und was sie ausmacht. Für mich ist es defintiv mein Highlight in diesem Monat. Vielen Dank für dieses absolut großartige und bewegende Leseerlebenis, das man mit Worten eigentlich kaum beschreiben kann. Hierbei erfahren wir die Perspektive von Sophie, was ihr mehr Raum und Tiefe verschafft. Die Charaktere sind ausdrucksstark, authentisch und nehmen für sich ein. Ihre Handlungen und Gedankengänge sind gut nachvollziehbar gestaltet. Die einzelnen Kapitel sind normal gehalten. Die Illustrationen in dem Buch haben dem ganzen gleich viel mehr Leben eingehaucht. Der Schreibstil ist fließend und intensiv, aber auch mitreißend und bildgewaltig gehalten. Das Cover und der Titel passen gut zum Inhalt des Buches. Fazit: Für mich eine emotionale Achterbahntalfahrt, die mich glücklich sein ließ, aber auch völlig zerstört hat. Ein Buch das auf sehr gefühlvolle Art und Weise wichtige Themen behandelt, so das man sie versteht und auch über diese nachdenkt. Sophie, Alex und Lukas haben mir etwas ganz besonderes gegeben und dies werde ich im Herzen behalten. Ein Buch, das einfach jeder lesen sollte. Nicht weil es so sehr berührt, sondern weil es auch viel über das Leben, die Lieben und das Erwachsenwerden erzählt. Es zeigt uns, was wir sind und was wir sein können.

Gefühlvoll, berührend, unbedingt lesen ...

Von: Sharon Baker Datum: 06. March 2017

Sophie kann es nicht fassen, sie fühlt sich unverstanden, ungeliebt und jetzt auch noch eine neue Stadt. Ihr Vater hat nämlich beschlossen alles in Hamburg zu verkaufen und bis auf ein paar Kartons im Wagen nach München zu seiner Freundin zuziehen. Sie will keine neue Stadt, keine neue Familie und ein Vater, der sie nicht mehr sieht. Reicht es nicht, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt verlassen hat, ist sie dazu bestimmt, immer einsam zu sein. Aber wenn sie was sagt, ist sie eine Spielverderberin und so muss sie sich in ihr Schicksal fügen, verkriecht sich und will in dieser heilen Welt nicht mitspielen. Liebe ist doch total überbewertet. Bis sie auf einmal beim Gassi gehen, auf das Nachbarsmädchen Alex trifft, da spürt Sophie, Interesse und den Wunsch nicht mehr einsam sein zu müssen. Sophie lässt sich zum ersten Mal völlig auf einen Menschen ein und genießt das neue Gefühl. Bis zu dieser Party, wo ein Flaschendrehspiel aus dem Ruder läuft und ein Kuss ihr Leben auf den Kopf stellt. Wen muss Sophie küssen? Und welche Auswirkungen kann ein Kuss haben? Ein neuer Anne Freytag Roman ist da und ich total im Vorfreuderausch. Immerhin ist es ein Original Freytag und das bedeutet, Herzklopfen, kribbelnde Schmetterlinge im Bauch und anschleichende Gänsehaut, die sich wie ein Sturm ausbreitet. Bei ihren Büchern weiß man einfach vorab, dass man sie nicht nur liest, sondern direkt mitfühlt und mich, hat diese Geschichte in eine Zeitmaschine gesetzt und mich wieder als Teenager entlassen, mit all seinen Problemen, Sorgen und Nöten. So war ich dickköpfig, uneinsichtig und fühlte mich, mit dem ganzen Erwachsen werden überfordert und genau da lernt man Sophie kennen. Wer ist schon begeistert, wenn die Eltern das eigene Leben noch mehr auf den Kopf stellen. Aus dem Team Vater und Tochter soll jetzt eine Patchworkfamilie entstehen und jeder soll damit begeistert einhergehen. Sophie findet es absolut unverschämt. Immerhin muss sie mitten im letzten Schuljahr, die Klasse wechseln, in eine neue Stadt ziehen und sich doch bitte nicht so anstellen. Aber das ist ja wohl leichter gesagt und verlangt, als umgesetzt. Sophie ist verletzt, traurig, wütend, bockig und alles ist absolut nachvollziehbar. Dazu kommt, dass sie sich unglaublich unverstanden fühlt und sehr einsam ist. Ihr bester Freund lebt in Paris und naja, Jungs wollen ja eh nur das Eine. Nicht, dass sie was gegen Jungs hätte, aber irgendwie fühlt es sich nicht richtig an. So wirbelt es in Sophies Leben und nirgendwo ein Halt oder Arme, die sie auffangen, bis Alex in ihr Leben tritt. Ich konnte mich super in Sophie hineinversetzen und sie verstehen, herausgerissen aus ihrer Umgebung und mit soviel Neuen einfach überfordert. Ihre Gefühlswelt war absolut greifbar und ihre Unsicherheiten so verständlich. Sophie spiegelt, das eigene erwachsen werden wieder und das hat mir richtig gut gefallen. Aber es geht ja nicht nur um den Umzug, die neue Familie, die fremde Stadt oder die neue Schule, sondern um Gefühle, seinen Platz im Leben und die Suche nach dem Glück. Anne Freytag hat sich nämlich hier einem wichtigen Thema angenommen, nämlich zu sich zu stehen, Gefühle zu zulassen, auch wenn es sich im ersten Moment komisch anfühlt. Denn Sophie verliebt sich nämlich in ein Mädchen und das führt unweigerlich zu Problemen. Zuerst das eigene Unverständnis, dann die Angst, ob man nicht normal ist und wie die andere darauf reagiert. Aber das Wichtigste werden die Gefühle überhaupt erwidert, oder lebt sie in einer Traumblase. Sehr ruhig und sensibel geht hier die Autorin vor, und obwohl ich sonst nicht so der Leser von gleichgeschlechtlicher Liebe bin, war ich gefesselt, gebannt und habe sehr mit gebibbert, gelitten und gehofft. Dass mich diese Geschichte so erreichen konnte, hat natürlich mit dem Schreibtalent von Anne Freytag zu tun, denn sie schaffte es immer Gefühle so zu transportieren, das man sie einfach selber spürt. Mit ihrem zweiten Jugendbuch legt die Autorin wieder fantastisch nach und sie scheut die schweren Themen nicht, ganz im Gegenteil, sie schildert diese so klasse, das man versteht, darüber nachdenkt und einen ganz anderen Blickwinkel bekommt. Liebe ist nun Mal ein starkes Gefühl, und wenn Anne Freytag ihre Finger im Spiel hat, wird es zu einem Mutmacher und zur besonderen Wertschätzung. Ob nun Mädchen oder Junge, ganz egal, Hauptsache man ist glücklich. Es geht nicht immer um das Geschlecht, sondern den Menschen dahinter. Eine tolle Geschichte und eine Wichtige noch dazu, steht zu euren Gefühlen und werdet glücklich, der Rest kommt von allein und habt den Mund nicht voll ungesagter Dinge, sondern sprecht es einfach aus, das Leben hat nämlich viele Überraschungen parat.

Emotional und Aufwühlend

Von: Liberiarium Datum: 06. March 2017

PLOT Sophie hat die Nase gestrichen voll. Mit ihrem Vater soll sie zu seiner neuen Freundin nach München ziehen. Sie vermisst Hamburg und ihr altes Leben, auch wenn sogar dort nicht immer alles perfekt war: ihre Mutter hat sie nach der Geburt verlassen, Sophie war noch nie richtig verliebt gewesen und bis auf Lukas, der aber mittlerweile in Frankreich lebt, hat sie kaum Freunde. In München fühlt sie sich einsamer denn je – bis sie das Nachbarsmädchen Alex trifft. Eigentlich möchte sich Sophie ihr nicht öffnen, sondern schmollen und einfach zurück nach Hamburg gehen, doch Alex hat etwas an sich, dass Sophie nicht loslässt. Und auf einmal wird durch einen Kuss alles anders. MEINUNG Als ich von Den Mund voll ungesagter Dinge erfuhr, war ich hellauf begeistert. Ich schätze Anne Freytag als Autorin sehr und war gespannt auf die Umsetzung ihrer Idee. Deshalb habe ich mich gefreut, als die Überraschungspost vom Verlag vor einiger Zeit bei mir eintraf. Der Titel umfasst an die 400 Seiten und folgt der Perspektive der siebzehnjährigen Sophie aus der ersten Person Singular, sodass man sich trotz ihres Missmuts sofort mit ihr identifizieren kann. Der Text wird ab und an von Chatverläufen unterbrochen, doch nie so stark, dass der Bezug verloren gehen könnte. Ganz im Gegenteil, die WhatsApp und Facebook Nachrichten lockern die Atmosphäre meist auf und sorgen dafür, dass man sich fühlt, als stünde man mitten in Sophies Leben. Sophie ist die Protagonistin der Geschichte, die uns Leser auf ihre Reise mitnimmt. Ich habe ihre Charakterdarstellung als eher ungewöhnlich empfunden: sie scheint von allem genervt zu sein und ist auf alle sauer (ob auf ihren Vater, seine neue Freundin, Schulkollegen…). Augenscheinlich wirkt sie dadurch auf den ersten Blick nicht gerade sympathisch, doch Sophie trägt viele innere Konflikte mit sich selbst aus, was dazu führt, dass der Leser einen enormen Einblick in ihre Gedankenwelt erhält. Man weiß sofort, was Sophie genau an ihrem Umfeld und ihrem Leben stört, doch sie hat nicht den Mut, die Dinge laut auszusprechen. Deshalb wirkt sie unnahbar und regelrecht scheu – eine Protagonistin, wie man sie eben nicht oft findet und das genau macht sie zu etwas ganz Besonderem. Sophie muss man einfach in sein Herz schließen. Anne Freytag schafft es, neben Sophie weitere enorm starke Frauenfiguren zu zeichnen. Man könnte meinen, das Nachbarsmädchen Alex wäre ein krasses Gegenstück zu der oft schlecht gelaunten Sophie: sie ist redseliger und weniger launisch, dafür aktiv und sportbegeistert. Aber auch bei Alex geht nicht immer alles im Leben gut. Die Autorin entwickelt interessante Konzepte unterschiedlicher Frauen, die nicht das sind, was sie im ersten Moment zu sein scheinen. Man wird überrascht und gleichermaßen verzaubert. Neben Alex und Sophie gefiel mir Lena sehr gut, die neue Freundin ihres Vaters. Ihr Schicksal rührte mich zu Tränen und machte mich regelrecht sprachlos. Es ist besonders interessant zu sehen, wie sich die Beziehung von Sophie und Lena entwickelt und ich war sehr glücklich über die Auseinandersetzung mit der Familiensituation von Sophie. Die männlichen Charaktere rückten sich für mich durch die starken Frauenfiguren eher in den Hintergrund. Sophies Vater, Lukas und ihre Schulkollegen sowie die männlichen Mitglieder ihrer neuen Familie sind zwar nicht weniger originell, doch sie haben eben auch mit einer enormen Konkurrenz um das Leserherz zu kämpfen. Anne Freytag bündelt viele Themen in ihrem Roman: es beginnt mit einem ungewollten Umzug und die Angst vor dem Umgebungswechsel. Wie fühlt es sich an, wenn man alles stehen und liegen lassen und in eine unbekannte Stadt ziehen muss? Sophie hat keine Lust auf eine neue Schule, wo sie doch kurz vor dem Abitur steht und erst recht will sie nicht in dem Haus wohnen, in dem die Freundin ihres Papas mit ihren Kindern lebt. Familie ist ein wichtiger Aspekt, der Sophies Leben einen Halt geben könnte – wenn sie es nur zulassen würde. Als Ansprechpartner fungiert nur ihr bester Freund, der aber seit einiger Zeit in Frankreich lebt. Die Autorin thematisiert auch, wie schwer es sein kann, in einer fremden Stadt neue Freunde zu finden. All das begleitet Sophie auf ihrem steinigen Weg zum Erwachsenwerden. Stetig stellt sie sich die Frage, wer sie eigentlich ist. Was mache ich mit meinem Leben? Wo will ich hin? Bin ich eigentlich so, wie ich immer dachte? Dazu gehören auch die neuen Gefühle, die für Alex aufkeimen. Sophie stand bisher nur auf Jungs und fühlt sich nun das erste Mal zu einem Mädchen hingezogen. Wie muss es sich anfühlen, wenn die eigene Sexualität infrage gestellt wird? Sophie fällt es schwer, die Gefühle zuzulassen. Spannend fand ich auch, wie vor diesem Hinblick das sogenannte Slutshaming aufgegriffen wird. Die Kapitel sind meist recht kurz, was dazu führt, dass man schnell noch ein Kapitel lesen will und auf diese Weise regelrecht durch die Seiten fliegt. Ich habe das Buch innerhalb von drei Tagen gelesen, weil ich es einfach nicht aushielt, nicht zu wissen, wie es weitergeht. Aus mal eben ein Kapitel wurden dann kurzerhand 150 Seiten Lesegenuss. Das liegt aber auch daran, dass Anne Freytag einen fantastischen Schreibstil hat. Poetisch und doch klar. Sie bringt alles genau auf den Punkt und schafft es trotzdem, dem Geschriebenen Schnörkel und Rundungen zu geben. Ich bin absolut verliebt in Anne Freytags schriftstellerische Poesie. Die äußere Coveraufmachung hat mich sofort angesprochen – sie erinnert rein optisch durch die Zeichnung an Anne Freytags Mein bester letzter Sommer, unterscheidet sich aber gleichzeitig stark von dem Titel. Das Rot des Hintergrunds greift nicht nur unterschwellig die aufgestaute Wut der Protagonistin auf, sondern bezieht sie sich auch auf die Farbe von Sophies Lippenstift. Erst auf den zweiten Blick erkennt man das angedeutete Regenbogen-Muster in der Schrift, was mir besonders gut gefiel. Dadurch wird nämlich sogleich auch auf die Regenbogenfahne, ein Zeichen für Toleranz, angespielt. Aber nicht nur äußerlich hat der Titel etwas zu bieten, denn schon innerhalb der Klappenbroschur ist eine Sammelillustration mit unterschiedlichen Gegenständen (wie beispielsweise ein Glückskeks oder ein Regenschirm) vorzufinden. Einige dieser Objekte tauchen auch als Vignetten über einer Kapitelüberschrift auf. Viele Kapitelüberschriften sind übrigens an Filmtitel angelehnt, was mich häufig zum Schmunzeln brachte. Wie bei Anne Freytags Romanen üblich, enthält auch Den Mund voll ungesagter Dinge eine Playlist zum Buch. Musik spielt nicht nur für Sophie, sondern auch für die Beziehung zu Alex eine relevante Rolle. Immer wieder tauchen innerhalb der Geschichte Anekdoten zu Songs auf oder man erlebt, dass die Figuren Musik hören. Man kann die Musik zwischen den Seiten förmlich spüren – Gänsehaut-Feeling garantiert! Da ist es besonders schön, dass man die Songs noch einmal alle am Romanende gesammelt vorfindet. Die Playlist könnt ihr euch übrigens hier über ANNE FREYTAGS WEBSITE anhören. Den Mund voll ungesagter Dinge beendete ich mit vielen Tränen in den Augen, weil ich sprachlos war, wie gut mir der Titel gefiel. Ich war überglücklich, so eine großartige Geschichte entdecken zu dürfen, die mir so viel gegeben hat. Sie hat mir auch geholfen, einen besseren Einblick in introvertierte und stillere Menschen zu erhalten. Eine emotionale Achterbahnfahrt, nicht nur für Alex und Sophie, sondern auch für mich. FAZIT In diesem Jahr habe ich noch nichts gelesen, das an Den Mund voll ungesagter Dinge herankommt. Das Buch hat mich ergriffen, mich zum Lachen und zum Weinen gebracht und mich ganz und gar abgeholt. Die Figuren sind interessant und vielschichtig, die Erzählung ist spannend und aufregend. Die Themen sind wichtig und aus dem echten Leben gegriffen. Man kann dieses Buch gar nicht aus den Fingern legen! Ich vergebe deshalb an Den Mund voll ungesagter Dinge von Anne Freytag fünf von fünf Lesebrillen!

Anne Freytag hat den Dreh raus!

Von: Miris Bücherstübchen Datum: 06. March 2017

Mein bester letzter Sommer war für mich lebensverändernd, wie könnte also das neue Buch von Anne Freytag sein. Natürlich nichts anders außer mindestens genauso gut! Unsere tapfere Heldin Sophie hat es nicht leicht, als sie gezwungenermaßen nach München ziehen muss. Es passt ihr alles gar nicht - Die neue Familie: blöd, das neue Haus: blöd, alles ist für sie einfach nur blöd. Dann trifft sie aber auf die Nachbarin, Alex. Schnell ist etwas zwischen den beiden, aber Sophie will sie nicht wollen und hat Angst vor ihren Gefühlen. Sophie durchläuft einen Selbstfindungsprozess in Mitten des Chaos ihrer Gefühle. Es geht also nicht nur um eine Liebesgeschichte, sondern auch um Freundschaft, Familie und das Problem der Selbstfindung bei Jugendlichen. Wie auch schon bei ihrem letzten Buch erzählt Anne Freytag mit einen einzigartigen und wunderbar-angenehmen Schreibstil. Für mich ist dieser genau richtig: Man erhält so viel Einblick in die Gefühlswelt und in die Gedanken der Protagonistin. Und gerade bei diesem Thema ist dies wunderbar, da es das ganze Gefühlschaos noch intensiviert. Sophie hat Angst vor dem, was in ihr passiert und man kann dank des Schreibstils die Entwicklung ihrer Gefühle miterleben. Schon lange gab es kein Buch mehr, welches mich zu lachen, grinsen und weinen bringen konnte. Geschweige denn alles gleichzeitig. Anne Freytag ist eine der wenigen Autoren, welche allein mit geschriebenen Worten solche Gefühle hervorrufen kann. Sie hat es perfektioniert, schmunzelnde Leser mit auf eine Achterbahn der Tränen zu nehmen. Man einer wird zunächst etwas angeschreckt von der Art der Liebesschichte sein. Dennoch finde ich es wahnsinnig toll, dass die Autorin diesen Schritt mit einem gleichgeschlechtigen Liebespaar gemacht hat und es so natürlich und selbstverständlich rüberkommt wie es sein sollte. Es war keineswegs schräg oder unangenehm, eine Lesben-Liebesgeschichte zu lesen. Genau im Gegenteil, denn so süß könnte meiner Meinung nach keine Liebesgeschichte zwischen einem Mädchen und einem Jungen beschrieben werden. Natürlich ist die Liebe etwas anders als in sonstigen Büchern, aber dafür ist sie nicht weniger mitreißend. Auch das ganze Gefühlschaos und die Unsicherheit von Sophie erschien mir herrlich realistisch und am liebsten hätte ich sie einfach nur in die Arme geschlossen und ihr gesagt, dass alles okay ist. Noch zu erwähnen erscheint mit Lukas, Sophies bester Freund. Er wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben mit seiner Art und der fast schon überirdischen Verbindung mit Sophie. Nur zu gerne hätte ich auch so einen besten Freund. Denn jedes Mal wenn es eine Szene von den beiden Figuren gab, war ich echt neidisch auf Sophie. Die weiteren Nebenfiguren wie beispielsweise die neue Stiefmutter von Sophie waren mindestens genauso sympathieerregend. Nur allein Sophies Vater erschien mir oftmals ungerecht. Wegen ihm hat sich Sophie mehrmals missverstanden gefühlt, sodass ich am liebsten mitgeweint hätte. Dies ist aber auch ein Beispiel für die beiden Seiten des Buches: Man hat beim Lesen immer ein lachendes und ein weinendes Auge. Was erwartet man von Anne Freytag anderes, als ein lockenloses Gefühlschaos, welches keine Gelegenheit offen lässt, einen zum Weinen oder Lachen und Mitfiebern zu bringen? Falls ich nach Mein bester letzter Sommer noch nicht dazu überzeugt gewesen war, dass diese Autorin einfach den Dreh raus hat, dann hat es nun Den Mund voll ungesagter Dinge getan.

Sehr süße Liebesgeschichte

Von: MissGoldblatt Datum: 06. March 2017

Es ist schon ein Weilchen, ja, fast ein ganzes Jahr her, als mich Anne Freytag mit „Mein bester letzter Sommer“ begeistern und in emotionale Untiefen stürzen konnte. Ich war deswegen so gespannt, als es dann hieß, dass sie ein neues Jugendbuch veröffentlicht. Meine Öhrchen fingen schon fast an zu schlackern, als es dann auch noch hieß, dass es um ein junges lesbisches Mädchen gehen würde. In Zeiten von lauten Stimmen unter den Bloggern, die Diversität und Authentizität fordern, hat man es als Autor nicht immer leicht, den jeweiligen Ansprüchen der Leser und/oder Bloggern gerecht zu werden. Und gerade wenn es um Gay und Lesbian Romance geht, kann es unglaublich schwierig werden den richtigen Ton für die breite Masse zu finden. Wenn es nach mir geht, hat Anne Freytag das mit Den Mund voll ungesagter Dinge geschafft. Sie hat wieder ein sehr junges Buch, mit einer ebenso jungen Protagonistin erschaffen, die es einem nicht immer leicht macht, sie vollkommen zu mögen. Und der eine oder andere Vergleich zu dem Film „Blau ist eine warme Farbe“ bleibt nicht aus. Denn Sophie und Alex scheinen den beiden Mädchen aus dem Film manchmal zu ähnlich. In der Hinsicht kamen mir manchmal die Gedanken inwieweit die Idee zum Buch Den Mund voll ungesagter Dinge eigenständig war. Jeder der den Film kennt, kann sich da ein eigenes Bild machen. Ich mag da nicht zu viel vorweg nehmen, finde aber persönlich, dass ein gewisser Abschnitt und bestimmte Aspekte der Autorin offensichtlich als Inspirationsquelle gedient haben. Aber es sei auch dazu gesagt, dass sich beide Geschichten im weiteren Verlauf ungemein stark unterscheiden, deswegen sollte man das Buch nicht vorschnell verurteilen. Als Leser leben wir das Leben der Sophie. Ein junges Mädchen, kurz vor dem Abitur. Seit sie denken kann gibt es nur sie und ihren Vater. Dieses Bild wird jäh zerbrochen, als Sophie und ihr Vater zu Lena, der Freundin des Vaters, nach München ziehen. Das ruft so ein paar Spannungen und Probleme auf den Plan, die hier und da im Verlauf der Geschichte eingestreut werden. Mal mehr, mal weniger. Zum einen sind da die inneren Konflikte, die Sophie mit sich selbst ausmacht. Nämlich die Enttäuschung, dass ihre Mutter sie als kleines Baby verlassen und sie mit dem Vater allein gelassen hat; die Trauer darüber, dass diese besondere Zweisamkeit zwischen ihr und dem Vater durch Lena gestört wird und sie sich plötzlich tatsächlich in einer intakten Familie wiederfindet. Dass dabei ein Schulwechsel ansteht und ihr bester Freund Lukas in Paris verweilt, macht die Sache nicht unbedingt besser. Was passiert mit einer Freundschaft, wenn eine dritte Person, in Form eines Partners, auftaucht? Was passiert mit der Familiendynamik, wenn sich zwei Patchwork-artig zusammenschließen? Wann spürt man denn, dass man homosexuell ist und nicht vielleicht bisexuell? All diese Fragen tauchen in dem Buch auf. Und sie werden nicht immer 100%-ig beantwortet, aber das ist, meiner Meinung nach, auch nicht die Aufgabe der Autorin. Obwohl Sophie wirklich nicht die Art Protagonist ist, dem die Sonne aus’m Arsch scheint, habe ich sehr schnell eine Sympathie für sie entwickelt. Vielleicht auch gerade weil sie etwas sperrig, zynisch und düster ist. Hier und da ist die Interaktion mit Sophie zwar etwas klischeehaft und ich könnte mir auch gut vorstellen, dass das den einen oder anderen Leser etwas nervt, aber wenn man Sophie offen gegenüber tritt und dem Buch mehr als 100 Seiten Zeit lässt sich zu entfalten, wird man mit einer wunderbaren jungen Liebesgeschichte belohnt. Die 400 Seiten des Buches haben sich für mich unfassbar leicht und zügig gelesen und obwohl es insgesamt auch ein eher ruhigeres Buch ist (bis auf die kleinen, fast schon obligatorischen Dramaspitzen), hatte ich permanent über die vier Tage in denen ich das Buch gelesen habe, enorme Lust weiterzulesen. An der Stelle auch noch ein kleines Lob an Frau Freytag, dass sie sich getraut hat, lesbische Liebesszenen oder auch einfach weibliche Körper im Detail zu beschreiben und dem Leser nicht irgendetwas schwammiges vor die Füße geklatscht hat. Das hatte in dem Zusammenhang eine wunderbare Eindringlichkeit und auf besondere Weise, etwas Intimes. Und damit meine ich nicht auf sexueller Ebene. Sondern es hat gewisse Szenen atmosphärisch bereichert. Und dazu kam, dass ich Sophies Gedanken zu ihrer Anziehung zu Alex nachvollziehen konnte und deswegen unglaublich authentisch fand. Niemand der heterosexuell ist, kann sich zu 100 % in die Gedanken- und Gefühlswelt eines homosexuellen einklinken. Aber die Autorin ist dem, denke ich, sehr nahe gekommen. Denn diese innere Zerrissenheit, die Ungläubigkeit und das eigene Anzweifeln seiner Gedanken und auch die Schilderung eben die Bequemlichkeit und Komfortzone eines „normalen“ heterosexuellen Lebens zu verlassen kamen hier sehr glaubwürdig rüber. Natürlich tauchen auch Probleme und Stolpersteine zu diesem Thema auf, zum Beispiel befindet sich Alex in der Beziehung zu einem Jungen. Allerdings fand ich es schon erfrischend gut ein Buch über eine junge Liebe zwischen zwei Mädchen zu lesen. Rundherum ist Den Mund voll ungesagter Dinge eine Geschichte aus dem alltäglichen Leben eines jungen Menschen. Zauberhaft geschrieben mit Anne Freytags gefühlvollem und leichtem Schreibstil. Wenn auch das Ende letztendlich sehr schnell kam. Fazit Ich habe das Gefühl dem Buch gar nicht richtig gerecht zu werden in dieser Rezension. Ich kann das Buch nur empfehlen. Es hat mich emotional nicht so durchgerüttelt wie Anne Freytags letztes Jugendbuch, allerdings hätte ich das hier auch als fehlplatziert empfunden. Den Mund voll ungesagter Dinge ist nicht gänzlich unkitschig, allerdings war hielt es sich noch im Rahmen, weswegen ich die gesamte Geschichte eher als süß und erfrischend empfand.

Dieser Roman ist einfach einmalig! Bin unendlich begeistert von der herzzerreißenden Geschichte!

Von: Katha von Buecher_Bewertungen1 Datum: 06. March 2017

Zusammenfassung Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert. Cover Das Cover zu "Den Mund voll ungesagter Dinge" ist wirklich unglaublich schön. Wer auch immer es entworfen hat, WOW! Alles ist stimmig, die Farben, die Gestaltung, alles passt perfekt zu der Geschichte! Genauso wie bei "Mein bester letzter Sommer" findet man hinten eine Playlist, diesmal sogar zwei, die ich mir natürlich gleich am iPhone erstellt und beim Lesen gehört habe. Ein großes Lob für das Cover, das einen sofort ins Auge fällt. Kathas Meinung OMG dieses Buch hat mich so geflashed! Ehrlich! Bin immer noch total hin und weg! Aber fangen wir einfach ganz von vorne an 😄 denn die Geschichte, wie ich zu diesem Buch gekommen bin ist mehr als interessant. Eines Abends als ich auf dem Heimweg von der Arbeit nach Hause war, hat mir mein liebes Patenkind Sonia ein Bild von dem Cover "Den Mund voll ungesagter Dinge" mit dem Vermerkt "Das wäre doch was für dich!" geschickt. Hab mir eigentlich nur kurz das Cover gesehen und dachte mir, ach naja Cover ist sehr schön aber weiß nicht, muss mir erst den Klappentext dazu durchlesen. Zuhause angekommen hat mich ein kleines Päckchen erwartet, ich habe mich schon gewundert, denn eigentlich habe ich keine Bücherpost erwartet. Naja, aber als ich es aufgemacht habe, musste ich schon fast weinen. Denn es war genau DIESES Buch, mit einem kleinen Brief vom Verlag und einem roten Lippenstift. Einfach so, ich hatte nämlich die Ehre, dieses wundervolle Buch vor Erscheinen lesen zu dürfen. Und darüber bin ich wirklich mehr als dankbar! Ich war so überrascht, konnte mein Glück gar nicht fassen und hab mich soooo sehr darüber gefreut, das glaubt ihr gar nicht. Als ich mein damaliges Currentlyreading beendet hatte, wusste ich sofort was ich als nächstes lesen werde, natürlich "Den Mund voll ungesagter Dinge" und ab der ersten Seite hatte mich die Geschichte. Sie wird aus der Ich-Perspektive von Sophie erzählt. Was mir persönlich immer gut zusagt, denn so kann ich mich am besten in die Charaktere einfühlen. Aber hier war es irgendwie anders, besser! Denn sofort habe ich mich mit Sophie verbunden gefühlt, ich hatte das Gefühl es passiert alles neben mir. Ich konnte mich so gut in Sophie und ihre ganze Gefühlswelt so gut hineinversetzen, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Dieses Buch hat 400 Seiten und ich habe es innerhalb eines Tages einfach mal durchgesuchtet!! Als die Geschichte dann vorbei war, wollte ich gar nicht, dass sie vorbei ist. Ich habe so sehr mit Sophie und auch Alex mitgefiebert, geweint und gelacht, dass ich noch viel mehr von den Beiden haben wollte. Die Geschichte ist so authentisch geschrieben, die Charakter sind perfekt ausgearbeitet und der Schreibstil von Anne Freytag hat mir hier noch 10000% besser zugesagt als damals bei "Mein bester letzter Sommer". Wobei das Buch auch sehr gut war, keine Frage, aber dieses hier, das ist einfach nur einmalig, ein richtiges Meisterwerk. Sophie ist ein normales Mädchen, aber was ist denn schon normal? Als Sophie zusammen mit ihrem Vater zu seiner neuen Flamme nach München zieht, sind alle glücklich, nur Sophie nicht. Sie will die neue Freundin ihres Vaters nicht mögen, und erst recht nicht ihre zwei kleinen Söhne oder den Hund. Doch schon nach paar Tagen wachsen ihr die zwei kleinen Jungs und der Hund ans Herz. Aber mit der neuen Freundin will Sophie nicht viel zu tun haben, obwohl sie so eine herzensgute Person ist. Und dann lernt Sophie das Nachbarsmädchen Alex kennen. Mit ihr freundet sie sich relativ schnell an, und durch Alex lernt sie auch paar neue Freunde in der Schule kennen. Denn wie es der Zufall so will, gehen die zwei Mädchen auf die gleiche Schule. Die Beiden fangen an, immer mehr Zeit miteinander zu verbringen, und Sophie fängt an, sich bei Alex immer mehr zu öffnen. Als es dann zwischen Alex und Sophie zu einem unerwarteten Kuss, ändert sich einfach alles zwischen den beiden Mädels. Nicht nur die Freundschaft der Beiden aber auch Sophie fängt an, zu erkennen, wer sie wirklich ist und was sie fühlt. Was folgt, ist eine richtige Achterbahn der Gefühle! Hach ich sags euch, Emotionen pur bei dieser Geschichte! Ich liebe dieses Buch einfach, und ich weiß, dass es eins meiner Bücherhighlights in diesem Jahr sein wird, ach was sag ich da? Es IST eins meiner Lieblingsbücher jetzt schon!! Wer "Mein bester letzter Sommer" von Anne Freytag gelesen hat, wird dieses Buch einfach lieben! In dieser Geschichte steckt so viel Gefühl, Realität und Sehnsucht, dass ich es wahrlich spüren konnte. Ich würde am liebsten 100000 Sterne dafür vergeben!!

Ein Buch, das unsere Welt ein bisschen besser macht.

Von: Bookaholic. Datum: 05. March 2017

Familie. Freundschaft. Einsamkeit. Erwachse werden. Wer bin ich ? Anne Freytag ist mit dieser Geschichte ein Buch gelungen, das vieles gibt und noch mehr hinterlässt. Eigentlich sollte dieses Buch in jeder Buchhandlung leicht schimmern, damit es von jedem entdeckt wird - von Jungs & Alt. Tabu Themen, die keine sind , greift sie mit viel Fingerspitzengefühl auf und das ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Unverblümt. Echt. Und genau das ist das erste Wort, das mir einfällt, wenn ich an die Geschichte vom Sophie & Alex denke. Die Geschichte ist vieles, aber vor allem "echt" und wichtig. " Also, wenn ich einen Film schauen oder eine Serie oder eben ein Buch lese, dann will ich, dass es sich so anfühlt, als wäre ich Teil der Handlung. Wie eine unsichtbare Nebenfigur. Ich will vergessen, dass jemand sich das alles nur ausgedacht hat" [ Seite 294] & das ist der Autorin hier gelungen. Mit liebevollen Details hat sie Charakter erschaffen, die bleiben. Ich hatte das Gefühl, dass ich wirklich Schritt für Schritt mit Ihnen gehe. Vor allem und natürlich hat Sophie es mir angetan. Ich war in ihrem Kopf, hab verstanden und gefühlt. Dann war ich ihr Kopf. Sie war da. Ich war innerlich zerrissen. Oder war das Sophie? Es passiert so selten, dass man als Leser nicht nur von oben draufschaut - sondern mittendrin ist. Und plötzlich versteht. Ich bin Anne Freytag dankbar. Ich bin dankbar dafür, dass sie den Lesern die Verständnis suchen - Verständnis entgegenbringt. Dass sie den Lesern, die nicht verstehen, Verständnis beibringt. Bei Fragen , hinter denen schon lange ein Punkt stehen sollte, setzt sie ein Ausrufezeichen! Die Botschaft ist einfach. Es geht ums verstehen. Verständnis. Für Mich. Für Dich. Für Uns. Offener. Ehrlicher. Echter. Sich selber finden ist nicht leicht. Es ist wie ein Labyrinth bei dem es keinen Ausgang gibt. Eine ewige Aufgabe, voller Hürden. Keine Schublade passt. Kein Muster genug. Seltsam? Seltsam ist anders. Und anders ist besonders. & genau so soll es sein. " Den Mund voller ungesagter Dinger" ist ein Buch mit einer Botschaft , die die Welt braucht und von denen es noch viel mehr geben müsste. Die Geschichte von Sophie & Alex macht unsere Welt ein bisschen besser. Anne Freytag ich ziehe meinen Hut. & Danke für "Where is my mind". Und all das andre. ______________ "Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert."

Dieses Buch ist einfach pur , … ohne Kitsch und dennoch so wundervoll!

Von: Gedankenlabor Datum: 30. May 2019

„Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag - ehrlich gesagt war ich eine Weile unschlüssig, ob das ein Buch für mich ist. Die Protagonistin Sophie ist noch recht jung und ich hatte ein bisschen die Befürchtung es könnte hier eher ein Buch für Teenager sein, das eben eher für die jüngeren Leser gemacht ist. Doch die Autorin Anne Freytag hat hier eine Geschichte über das sich selbst finden geschrieben, die nach meinem Empfinden für jung und alt absolut lesbar und wichtig ist! Denn letztlich müssen wir uns im Leben immer wieder selbst finden, es gibt so viele schwierige Phasen, in denen wir neu erkunden müssen wer wir sind, was wir wollen und was nicht, dass es letztlich kaum eine Rolle spielt in welchem Alter man sich befindet. Anne Freytag hat mich hier von der ersten Zeile an gehabt! Der Schreibstil ist einfach unglaublich toll! Locker, leicht, voller Lebendigkeit und absolut ehrlich, das hat mir unglaublich gut gefallen, weswegen ich dringend bald den nächsten Freytag lesen muss ;-) „Den Mund voll ungesagter Dinge“ kann ich absolut empfehlen, es ist ein Buch mit ganz vielen Ecken und Kanten, mit ganz viel Liebe, Wut, Selbstzweifel, Hoffnung, Ängsten, halt, Freundschaft und Ehrlichkeit – es einfach pur , … ohne Kitsch und dennoch wundervoll! Definitiv ein Lese-Highlight für mich dieses Jahr!

Eine außergewöhnlich und berührende Geschichte über Liebe, Freundschaft und das Erwachsenwerden

Von: Lily Louise Datum: 19. March 2019

Inhalt: Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert. Meine Meinung: Da mir das Buch bis dahin völlig unbekannt war und ich noch keine Meinungen darüber gehört oder gelesen hatte bin ich ohne große Erwartungen ans Lesen herangegangen und wurde schließlich umso mehr begeistert und überrascht von der Geschichte selbst und den Protagonisten. Während des Urlaubs habe ich das Buch innerhalb von zwei Tagen regelrecht verschlungen und konnte es kaum aus der Hand legen. Die Farbe macht das Cover zu einem richtigen Blickfang und zu einem wunderschönen Buch für das Bücherregal. Es verrät durch die schlichte aber sehr schöne Gestaltung mit dem Regenbogen-Schriftzug und der Zeichnung nicht zu viel oder zu wenig. Auch beim Titel passt meiner Meinung nach perfekt zum Buch. Der Schreibstil des Buches gefällt mir sehr gut. Er war leicht und flüssig lesbar, wodurch ich schon nach den ersten Seiten mitten in die Geschichte abtauchte und die Seiten nur noch so dahinflogen. Auch die Kapitellänge war für mich genau richtig – nicht zu lang und nicht zu kurz. Die Charaktere des Buches haben mich wirklich begeistert. Anne Freytag hat so liebenswerte Protagonisten erschaffen, die sie durch deren eigenen Charakter mit Ecken und Kanten für den Leser lebensnah und realistisch erscheinen lässt. Ich konnte mich mit der Protagonistin Sophie unerwartet gut identifizieren und habe sie, wie nach und nach auch die anderen Charaktere, immer mehr ins Herz geschlossen. Besonders Alex und Sophies neue Familie haben es mir mit der Zeit immer mehr angetan. Alle Charaktere waren lebendig, vielseitig und wirklich liebenswert. Die Handlung der Geschichte bringt sowohl eine tolle Idee, als auch zentrale und aktuelle Thematiken mit sich. Der Roman beschäftigt sich mit Liebe und Freundschaft, Coming Out und auch mit der Frage nach der eigenen Identität und dem Anders sein während des Prozess des Erwachsenwerdens. Als einzigen Kritikpunkt des Romans empfinde ich Sophies Spitznamen den ihr bester Freund ihr gegeben hat. Hierbei handelt es sich jedoch wirklich nur um eine kleine Nebensache, welche jedoch mich persönlich trotz der nachvollziehbaren Erklärung etwas gestört hat. Fazit: Das Buch hat in meinen Augen eine 5 Sterne Bewertung mehr als verdient. Ich kann das Buch wirklich jedem weiter empfehlen der auf der Suche nach einer berührenden, facettenreichen, Geschichte über Liebe, Freundschaft und das Erwachsenwerden ist.

Eine wundervolle und besondere Geschichte über die Liebe und das Erwachsen werden.

Von: Ninas Bücherchaos Datum: 06. December 2018

Meine Meinung Ich hatte das Buch schon oft gesehen und mir genauso oft schon überlegt, es zu lesen. Warum ich es bisher nicht gemacht habe, weiß ich eigentlich auch nicht. Aber was ich weiß ist, dass ich es schön längst hätte lesen sollen. Der Schreibstil hat mir von Anfang sehr, sehr gut gefallen. Es gab viele amüsante Stellen, aber auch Stellen, die mich zu Tränen gerührt haben. Ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Was ich sehr amüsant fand, waren die Kapitelüberschriften. Die Kapitellänge war perfekt. Sophie konnte ich anfangs nicht so ganz einschätzen und fand sie deswegen ein bisschen nervig, ABER das hat sich schnell geändert. Man spürt, wie verzweifelt und einsam sie eigentlich ist, sie stößt alle von sich, damit dies keiner bemerkt. Außer ihre besten Freund, Lukas, der in Paris lebt. Die beiden haben eine sehr enge Bindung zueinander, das merkt man schnell, ihre liebevollen Neckereien sind sehr amüsant. Die beiden skypen regelmäßig. Er ist ihr sicherer Hafen, den sie sehr vermisst. Das erste „Aufeinandertreffen“ mit Alex ist sehr witzig. Die beiden Mädchen sind eigentlich sehr verschieden, aber vielleicht verstehen sie sich gerade deshalb so gut. Sophie hat nie verstanden, was es mit der Liebe auf sich hat, bis sie Alex trifft. Alex, die sie wirklich kennen lernen möchte und gerne Zeit mit verbringt. Die keine Vorurteile gegen sie hat, mit der sie lachen und über alles reden kann. Doch dann verändert ein Kuss alles? Sie ist teilweise mit sich und ihren Gefühlen total überfordert? Denn bisher hat sie immer nur mit Jungs geschlafen, doch auf einmal sind da Gefühle für Alex, ein Mädchen. Ihr Vater versucht für sie da zu sein, aber sie stößt ihn immer wieder von sich. Mit viel Mühe findet Lena, die neue Freundin ihres Vaters, einen Zugang zu ihr. Bewertung Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, da mich die Geschichte von Sophie und Alex so sehr berührt hat. Die Beziehung der beiden ist etwas besonderes, vor allem, da man miterleben darf, wie sie sich entwickelt. Es ging nicht nur um zwei Mädchen, die sich ineinander verlieben, es geht um so viel mehr. Es geht um die Fragen „Wer bin ich?“, „Wen liebe ich?“, „Wen darf ich lieben ?“ und "Wer entscheidet, wen man lieben darf?" Sollten wir nicht selbst entscheiden, für wen unser Herz schneller schlägt, bei wem wir glücklich sind? Natürlich spielen auch die Themen Coming Out und die Reaktion darauf eine zentrale Rolle. Denn ist nicht vielleicht das schwerste daran, sich selbst einzugestehen, „anders“ zu sein (als alle von einem erwarten)? Ich denke Bücher wie „Der Mund voll ungesagter Dinge“ sind unglaublich wichtig, damit Jugendliche verstehen, dass es in Ordnung ist, schwul, lesbisch, bisexuell … zu sein. Dass sie dadurch nicht weniger Wert sind oder sich verstecken müssen. Denn niemand wacht eines morgens plötzlich auf und entscheidet sich dafür, nein, wir sind so wie wir sind und wen wir lieben ist ein Teil unserer Persönlichkeit. Liebe ist Liebe, egal wer wen liebt, solange diese Personen glücklich sind, ist alles richtig. Denn die Liebe kennt kein richtig oder falsch. Ich finde, jeder sollte die Gefühle akzeptieren, niemand hat ein Recht, über die Liebe anderer zu urteilen oder sie sogar zu verabscheuen. Denn nicht diese Liebe oder die Gefühle sind falsch, nein, die Gesellschaft macht an diesem Punkt Fehler, da vielen Menschen die Akzeptanz, das Verständnis und das Einfühlungsvermögen fehlt. Deswegen wird um das Thema Outing so ein Trubel gemacht, da die Personen Angst vor Unverständnis, Zurückweisung oder Ablehnung haben. Aber keiner von uns möchte unglücklich sein oder sich verstecken, nur weil man nicht in die gesellschaftliche Norm passt. Wir möchten doch alle nur Menschen finden, die uns verstehen und akzeptieren, so wie wir sind. Jeder von und ist perfekt, so wie er ist, mit seinen Ecken und Kanten, denn Diamanten sind auch nicht perfekt. Wir alle haben unsere Ängste, manche sind verständlich, andere nicht. Denn haben wir nicht alle manchmal den Mund voll ungesagter Dinge? Vielen lieben Dank an Anne Freytag für diese wundervolle und besondere Geschichte über die Liebe und das Erwachsenwerden. Dieses Buch hat 5 Sterne verdient.

 Ein Jugendbuch, das unter die Haut geht

Von: Sonja Datum: 23. April 2017

INHALT: Sophie steckt mitten in den Abiturvorbereitungen als ihr Vater ihr verkündet, dass er zu seiner Freundin von Hamburg nach München ziehen wird und Sophie mit muss. Die Zweisamkeit von Sophie und ihrem Vater wird durch die neue Stiefmutter plus zwei kleine Söhne und plus Hund Carlos Knall auf Fall zerstört. Eine neue Schule, neue Mitschüler und überhaupt hat Sophie das alles nicht gewollt. Mit dieser Einstellung kommt Sophie jedoch weder bei den Jungs noch bei dem Nachbarsmädchen Alex weiter.....ein Kuss nach einem Partyspiel wird alles ändern.... FAZIT: Sophie steckt mitten in der Pubertät und irgendwie läuft alles anders, als gedacht: Sie kann sich nicht an eine Mutter wenden, denn die hat sie nie gewollt. Ihr bester Freund, ist derzeit in Paris und dann kommt der Umzug von Hamburg nach München und die Zweisamkeit von Vater und Tochter wird zu bunten Patchworkfamilie mit Hund. Das alles führt bei Sophie auf anschauliche Weise zu einer Art Weltuntergangsstimmung. Obwohl die neue Stiefmutter eigentlich alles richtig macht, ihre kleinen neuen Brüder sie lieb haben und sogar der Hund Carlos sie in sein pelziges Herz geschlossen hat, kann Sophie sich nicht einleben. Als die Nachbarstochter Alex aus dem Urlaub kommt, finden beide nach einigen Zwischenfällen zueinander; mehr als anfänglich gedacht und nun steht die Gefühlswelt richtig Kopf und das bisherige Chaos ist fast nebensächlich, so dass man mit Sophie dank des Schreibstils der Autorin richtig mitfühlen kann. Das Buch ist aus der Sichtweise von Sophie geschrieben und lässt sich leicht und locker lesen. Ich konnte es nicht aus der Hand legen. Dank des Wochenende hatte ich es an 2 Tagen durch, denn ich musste unbedingt wissen, wie es für Sophie und Alex ausgeht. Das Buch enthält innerhalb der Handlung eine Art Playlist und den ein oder anderen Song hab ich mir gleich angehört und gespeichert. Anne Freytag schafft es in diesem Buch meisterlich das Gefühlschaos und die Bedenken von Sophie (und am Ende auch von Alex) darzustellen. Ein Jugendbuch, das unter die Haut geht und dem Leser zusätzlich ein Thema zum Nachdenken gibt. Toleranz bezüglich lesbischer Liebe oder generell Anderssein ist leider nicht jedem gegeben und können die Schulzeit und das spätere Leben durch Mobbing oder auch nur durch schiefe Blicke zur Hölle machen. Volle Punktzahl. http://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/2017/04/anne-freytag-den-mund-voll-ungesagter.html