Stephen King

Erhebung

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Scott nimmt rasend schnell ab. Sein korpulentes Aussehen ändert sich trotzdem nicht. Und noch unheimlicher: Wenn er auf die Waage steigt, zeigt sie jeweils das gleiche Gewicht an, egal wie viel er momentan trägt, ob Kleidung oder gar Hanteln. Scott hat Angst, dass man ihn zum medizinischen Versuchskaninchen macht. Aber er muss es jemand erzählen. Zu Dr. Ellis hat er Vertrauen, aber auch der weiß keinen Rat.

In seiner netten Wohngegend in der Kleinstadt Castle Rock gerät Scott in einen eskalierenden Kleinkrieg. Der Hund der neuen Nachbarn – zwei Lesben – verrichtet sein Geschäft ständig bei ihm im Vorgarten. Die eine Frau ist eigentlich recht freundlich, die andere aber eiskalt. Die beiden haben gerade ein Restaurant eröffnet, von dem sie sich viel erhoffen. Die Einwohner von Castle Rock wollen aber nichts mit Homopaaren zu tun haben, da ist großer Ärger vorprogrammiert. Als Scott endlich kapiert, was Vorurteile in einer Gemeinschaft anrichten, überwindet er den eigenen Groll und tut sich mit den beiden zusammen. Merkwürdige Allianzen, der jährliche Stadtlauf und Scotts mysteriöses Leiden fördern bei sich und anderen eine Menschlichkeit zutage, die zuvor unter einer herzlosen Bequemlichkeit vergraben lag.

King mal ganz anders - ein feinfühliger Kurzroman über Akzeptanz

Von: Hannah von queerBUCH Datum: 12. December 2018

Auf diesen 144 Seiten, die als Roman betitelt werden, für mich aber eher seinen Novellen oder Kurzgeschichten gleichen, hat sich Stephen King verhältnismäßig kurz gehalten. Dies tut der Geschichte allerdings keinen Abbruch; vielmehr würde es an mancher Stelle in seinen anderen Büchern auch nicht schaden. Erhebung ist keine Horrorgeschichte. Scotts Gewichtsverlust stellt zwar ein nicht erklärbares, übernatürliches Element dar, jedoch bleibt die Stimmung auf das menschliche Miteinander fokussiert. Deirdre und Missy haben schon viel ertragen müssen und fallen nun insbesondere durch die Tatsache, dass sie miteinander verheiratet sind, in der konservativen Kleinstadt negativ auf. Sie sind beide Powerfrauen und talentiert in dem, was sie tun. Das Essen in ihrem Restaurant schmeckt vorzüglich und Deirdre ist eine begnadete Läuferin. Hätten sich die beiden mit ihrer Sexualität bedeckt gehalten, hätte Castle Rock das verkraftet, doch mit ihrer Heirat scheinen sie ein Statement setzen zu wollen, das den Bürgern nicht passt. Stephen King lässt das Ende der Geschichte offen; wir erfahren nicht, woher Scotts stetiger Geichtsverlust rührt. Vielmehr erinnert mich der Roman an eine Parabel, die in vielerlei Richtungen gedeutet werden kann. Scott wird immer leichter, bis er sich schließlich in einer Art Schwerelosigkeit befindet. Er fühlt sich dabei nicht schlecht – im Gegenteil – er fühlt sich erleichtert oder auch »erhaben«, wie sich auch Deirdre beim Laufen fühlt. Er fühlt sich vielleicht sogar erhaben über das Irdische, indem er sowohl seine Last von den Schultern nimmt, als auch Deirdre durch seine Freundschaft ein Stück der Last von ihren Schultern nimmt, die sie seit jeher begleitet. Vielleicht ist Scotts Überwindung auch ein Schritt der Erhebung der Gesellschaft, die irgendwann über der Diskriminierung unterschiedlicher Sexualitäten steht. Diese Geschichte gibt den Anstoß zum Weiterdenken und gibt Impulse zum Umdenken des konservativen Kleinbürgers. Doch was hat den Autor dazu bewogen, seine üblichen Muster der Darstellung von Homosexualität in seinen Büchern zu durchbrechen? Fand er es an der Zeit, der homophoben Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten und einem lesbischen Paar ein Happy End zuzugestehen, noch dazu in einer mehrheitlich Trump-wählenden Kleinstadt Amerikas? Spielt vielleicht auch die Homosexualität seiner Tochter eine Rolle, die selbst mit einer Frau verheiratet ist? Die Geschichte ist zwar aus Scotts Sicht geschrieben, jedoch entwickeln sich die beiden Frauen zu Hauptnebencharakteren; denn der Fokus liegt hier mehr auf Scotts Beziehung zu ihnen als auf seinem Gewichtsverlust und damit drohendem Ende. Fazit Mit Erhebung hat Stephen King keine klassische Horrorgeschichte geschrieben, sondern eine liebevolle Novelle, in der er mit seinen üblichen Mustern bricht und einem lesbischen Paar ein Happy End schenkt. Dabei fließt als übernatürliches Element Scotts schwindendes Gewicht ein, das zwar nicht erklärbar ist, durch seine »Erleichterung« und sein »erhabenes« Gefühl allerdings viel Deutungsspielraum erzeugt und durch den Parabel-Charakter zum Nachdenken anregt. Erhebung ist nicht das, was man von einem King typischerweise erwartet, hat mich jedoch bestens unterhalten und mein Herz erwärmt. Eine schöne Geschichte für zwischendurch, die die wachsende Bereitschaft der Gesellschaft zu Akzeptanz auf besondere und etwas unerklärliche Weise erlebbar macht.

Stephen King funktioniert auch kürzer: Rezension zu Erhebung

Von: Aufziehvogel (Marcel) Datum: 10. December 2018

USA 2018 Erhebung Originaltitel: Elevation Autor: Stephen King Verlag: Heyne Übersetzung: Bernhard Kleinschmidt Genre: Novelle, Fantasy, Mystery Stephen King bezeichnet seine Story "Erhebung" eindeutig als eine Novelle. Wie könnte es auch anders sein. Mit rund 150 Seiten ein Leichtgewicht. Auch wenn es hier nicht wenige Autoren gibt, die ihre ganze Karriere zwischen 150-200 Seiten pro Roman schreiben und diesen auch so vermarkten. Bei Stephen King ist diese Seitenanzahl beinahe schon vom Format Kurzgeschichte anzusiedeln. Die Verlage, die "Erhebung" publizieren, publizieren diese Novelle jedoch als Roman. Wieso die Verlage diesen Weg gehen, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit daran, einen Roman wesentlich attraktiver vermarkten zu können. Denn, noch immer haben Kurzgeschichten oder die etwas längeren Novellen ein etwas schweres Standing unter westlichen Lesern. Aber ob Erhebung nun eine Novelle oder ein Roman ist spielt keine Rolle. Was Stephen King bewiesen hat, er ist auch in kürzerer Prosa mal wieder erstaunlich gut. "Mal wieder" sage ich dabei aus gutem Grunde: King ist für mich besonders stark, wenn er es etwas kürzer angeht. Erhebung reiht sich für mich nahtlos in diese Kategorie ein. Bei unter 200 Seiten schafft es King, ohne sich dabei neu zu erfinden, eine Geschichte mit einem besonderen Konzept zu präsentieren. Diese Geschichte besitzt eigentlich auch alle Essenzen, die Kings großen Romanen anhaftet. Unglaublich aber wahr, so besitzt die Geschichte einen Anfang, ein Mittelteil und ein Ende. Jedoch kommt King hier wesentlich schneller zu Punkt. Ich bin mir dabei sogar sicher, wenn er gewollt hätte, hätte er dieses Konzept auch auf über 500 Seiten ausweiten können, doch dies war bei dieser Novelle überhaupt nicht nötig. Die Geschichte des übergewichtigen Webdesigner Scott Carrey, der aus unerklärlichen Gründen täglich Gewicht verliert (und kurioserweise mit schwerer Kleidung genau so viel wiegt wie ohne) ist kompakt geschrieben, wirkt aber auf keiner Seite abgemagert. Und wer auch die kürzeren Werke von King in seiner Laufbahn als Schriftsteller verfolgt hat, der merkt, dies ist eine seiner ganz großen Stärken. In Erhebung führt uns der Autor zurück in seine fiktionale Stadt Castle Rock in Maine. Castle Rock war schon immer ein zentraler Punkt für King-Schauplätze und ist in all den Jahren auch ein beliebter Ort für die Werke anderer Schriftsteller und Filmemacher geworden. Wir haben es hier mit einer amerikanischen Kleinstadt zu tun, die nicht ganz 2000 Einwohner zählt. In dieser Stadt lebt Scott Carrey, der bei seinem Freund Bob Ellis, ein ehemaliger Arzt der vor einiger Zeit in Rente gegangen ist, Rat aufsuchen will. Mit seinen fast 2 Metern und einem üppigen Bauchansatz wiegt Scott mehr als er sollte. Seit einiger Zeit purzeln die Pfunde jedoch, täglich, ohne, dass Scott seine Ernährung umgestellt hat. Doch etwas seltsames geschieht. Etwas, was Scott nicht seinem behandelndem Arzt erzählen kann, da er sich vor den Konsequenzen fürchtet. Er vertraut sich Bob Ellis an, bei dem er hofft, von dem Rentner einen ärztlichen Rat zu erhalten. Doch genau wie Scott selbst steht Bob vor einem Rätsel. Die Waagen beider Männer zeigen das gleiche Gewicht mit und ohne Bekleidung an. Neben den körperlichen Veränderungen hat Scott noch mit einer Scheidung zu kämpfen, einen großen Job, den er an Land gezogen hat und muss sich zusätzlich noch mit seinen lesbischen Nachbarinnen auseinandersetzen, deren Hund immer sein Geschäft auf Scotts Grundstück verrichtet. Wer den blanken Horror hier sucht, der sollte direkt sein Unterfangen entweder umlenken oder es bleiben lassen. Viel mehr kehrt King hier zurück zu seinen Ursprüngen. Erhebung ist eine ruhige Geschichte, die zwar das Übernatürliche als Kernthema besitzt, aber die gesellschaftlichen Aspekte wie aber auch die Gesellschaftskritik noch wesentlich mehr in den Vordergrund stellt. Obwohl nicht als Anti-Trump-Geschichte gedacht, so sind gewisse Seitenhiebe an die derzeitige amerikanische Gesellschaft unverkennbar. Das wichtigste ist jedoch, King driftet glücklicherweise nicht in irgendwelche gesellschaftlichen Klischees ab, die derzeit beliebt sind. Auch will King dem Leser seine politische Sicht nicht aufzwingen. Die subtile Kritik entfaltet sich dadurch wesentlich natürlicher und ungezwungen. Fazit "Erhebung", ob nun eine Novelle oder ein Roman, es ist eine Story, die unglaublich gut funktioniert. Mit Scott Carrey präsentiert uns Stephen King eine sympathische Figur aus dem Alltag, die genau so unwissend ist wie wir selbst. Die mysteriösen Ereignisse sind wieder einmal nur Teil einer größeren Sache. Die Abstriche zu einem großen King-Roman fallen überraschend gering aus. Es imponiert mir daher in großen Maßen, wie der Altmeister es nach all den Dekaden noch immer schafft, relevant zu bleiben, mit der Zeit zu gehen, sich treu zu bleiben und bei all dem sich nicht sich und seine Karriere selbst parodieren muss. Wer nach einer langen King-Abstinenz mal wieder was von ihm lesen möchte, der wird mit "Erhebung" und der Rückkehr nach Castle Rock kaum einen passenderen Zugang finden.

Die Leichtigkeit des Seins

Von: Dr. Nathan Warszawski Datum: 10. December 2018

Das wunderbare und neuste Buch von Stephen King lässt sich an einem Abend lesen. Die Kürze ist notwendig. Denn das Buch ist so schön und spannend, dass der Leser es nicht aus der Hand legen wird. Stephen King: Erhebung Heyne Verlag (12. November 2018) ISBN-10: 3453272021 144 Seiten; 12 € Eigentlich darf man nichts Essentielles verraten. Ansonsten wird das Büchlein weniger Freude bereiten. Nur soweit: Es ist ein gutes Buch, das nach dem Lesen nachdenklich macht. Es ist ein fantastisches Buch ganz ohne Horror. Man kann nach dem Lesen gut schlafen. Es ist ein spannendes Buch. Der Rezension des Deutschlandfunks Kultur kann ich nicht folgen. Stephen King schreibt kein politisches, erst recht kein hochpolitisches Weihnachtsmärchen, sondern ein Weihnachtsmärchen mit aktuellem gesellschaftlichen Bezug. Ah ja: Präsident Trump wird einmal kurz erwähnt. Das Buch liest sich sehr angenehm. Der Leser empfindet Lust, selber ein derartiges Buch zu schreiben. „Die politisch progressiv eingestellte Minderheit sprach von Klimakatastrophe, die konservative Mehrheit von einem besonders schönen Herbst; alle genossen es.“ Soviel zur Politik. Ganz am Ende des Buches wird klar, warum der Held Scott Carey heißt.

Ein etwas anderer King

Von: Sizz Datum: 09. December 2018

https://sizzliest.wordpress.com/2018/12/09/rezension-stephen-king-erhebung/ Als „Erhebung“ mich erreichte und ich den Klappentext las, war ich erstmal etwas skeptisch. Auf dem Cover steht, dass es ein Roman ist, ich selbst würde es eher als Novelle bezeichnen. So ein dünnes Buch von Stephen King hatte ich zuletzt in der Hand als ich die sechs einzelnen Teile von „The Green Mile“ gelesen habe. Aber nur weil ein Buch kurz ist, heißt es ja nicht, dass es nicht gut sein kann. Ich hatte eine längere Busfahrt vor mir, also beschloss ich es bei der Fahrt zu lesen. Zwar hat die Fahrt nicht gereicht um es komplett zu lesen, aber zu Hause angekommen, war ich schnell mit dem Rest fertig. Die Geschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Seite komplett in ihren Bann gezogen. Auch wenn es kein Horror war, oder auf sonst irgendeiner Weise gruselig, hat der kleine Funken Mystery gereicht um das Buch bis zum Ende sehr kurzweilig zu halten. In der Geschichte geht es um Scott, einem stämmigen Mann, der plötzlich aus heiterem Himmel anfängt sehr rasant Gewicht zu verlieren. Er sucht seinen alten Hausarzt auf, der eigentlich nicht mehr praktiziert, und schildert ihm sein Problem. Der weiß allerdings auch keinen Rat. Die meisten Menschen würde es nicht stören soviel abzunehmen, Scott natürlich auch nicht, wenn da nicht ein klitzekleines Detail wäre. Scott nimmt zwar ab, aber man kann es ihm nicht ansehen. Sogar wenn er seine Jackentaschen voll mit Münzen packt, ändert sich das Gewicht nicht. Alles was er berührt, verliert sein Gewicht und wiegt nichts mehr. Er fängt damit an, den Gewichtsverlust zu dokumentieren und der Prozess irgendwann anfängt sich zu beschleunigen, rechnet er sich aus, wann der Tag Null sein wird. Was dann allerdings passieren wird, kann er sich noch nicht vorstellen. Im Laufe der Geschichte kommen einige sehr interessante Charaktere zum Einsatz. Es sind nicht viele, die wichtig sind, aber für Scott spielen sie eine große Rolle. Da wären zum Beispiel Missy und Deirdre. Das lesbische Pärchen aus seiner Nachbarschaft. In Castle Rock, der Stadt in der die Geschichte sich abspielt, haben die zwei Frauen, die ein Restaurant betreiben, keine große Fangemeinde. Das liegt wohl daran, dass die beiden verheiratet sind und Castle Rock sehr republikanisch eingehaucht ist. Einmal mehr zeigt uns King, dass er kein Fan von Donald Trump und seiner Politik ist. Scott und die Frauen haben Anfangs kein so gutes Verhältnis, aber nach und nach entsteht eine Freundschaft, die sehr wichtig für dieses Buch ist. Mir hat diese Wendung sehr gefallen und auch der Titel ist sehr passend gewählt. Warum, werde ich nicht verraten. Das müsst ihr selbst herausfinden. Für mich war „Erhebung“ eine Geschichte über Freundschaft, Vergebung und Dinge die man am Herzen hat und unbedingt erledigt werden sollten. Es ist auf jeden Fall sehr lesenswert!

Herzlich und leicht

Von: Jill von Letterheart Datum: 09. December 2018

Ich bin ein großer Fan von Herrn King und freue mich über jede Neuerscheinung. Nachdem mich Gwendys Wunschkasten letztes Jahr schon trotz seiner Kürze begeistern konnte, war ich auch auf diese Kurzgeschichte wieder sehr gespannt. "Ein King mit Herz" Die Bücher vom King of Horror sind ja für einiges bekannt, nur meistens nicht für ihre Feinfühlig- oder Herzlichkeit. Der Großteil seiner Bücher konnte mir nicht einmal Charaktere liefern, die wirklich als Sympathieträger durchgehen, weil bei jedem auch die Schwächen beleuchtet werden. Mit der Bill Hodges Reihe hatte sich das für mich geändert und dennoch war ich von diesem Werk hier ganz besonders überrascht. Natürlich sind auch die Bewohner von Castle Rock nicht alles gute Menschen, dennoch ergreift hier eine Feinfühligkeit und so viel Wärme die Überhand, dass ich ein wenig überrascht war. So ist diese Geschichte für mich zwar eher ein wenig untypisch für den Autor, aber dennoch sehr empfehlens- und lohnenswert. Trotz der wenigen Seiten, wird hier eine greifbare Handlung aufgebaut, die durchaus einiges zu bieten hat… "Die unglaubliche Leichtigkeit des Seins" Stephen King greift häufig und gerne Probleme unserer Gesellschaft auf, ob es sich hierbei nun um Sexismus, Homophobie oder Rassismus handelt. Häufig werden diesbezüglich aber nur Spitzen mit eingestreut, die unser Verhalten aufgreifen und selten beschönigen. Selten habe ich erlebt, dass der Fokus so stark auf diese Richtung gelegt wurde und muss sagen, dass mir das ungemein gut gefallen hat. Auch Castle Rock ist nicht von Vorurteilen befreit und so stellt sich die Gemeinschaft doch fast einstimmig gegen die beiden neuen Bewohnerinnen, die offen in einer homosexuellen Beziehung leben. Die Probleme, die hier angesprochen werden, sind alles andere als überspitzt und gehören leider noch lange nicht der Vergessenheit an. Aber natürlich ist jeder Mensch einfach nur ein Mensch und so kann es Unstimmigkeiten von vielen Seiten aus geben – das Zusammenspiel, dass Stephen King hier erschaffen hat, konnte mich wirklich einnehmen. Was das alles mit der Veränderung von Scott zu tun hat? Hier ist dem Leser viel Raum gegeben, um seine eigenen Schlüsse zu ziehen und sich die Geschichte zu Herzen zu nehmen. Dass die Werke des Autors zum Nachdenken anregen, ist kein Geheimnis, doch mit Erhebung hat er in meinen Augen einen neuen Punk für sich erreicht. Da die Story aber teils sehr abstrakt gestaltet ist, kann ich auch nachvollziehen, dass sie einigen zu oberflächlich rüberkommt – hier muss man den Stil einfach mögen. FAZIT Stephen King hat mit Erhebung für seine Verhältnisse eine neue Art von Geschichte erschaffen, die sich auf jeden Fall sehen lassen kann. Mit einer wortwörtlichen Leichtigkeit und ungewohnt viel Herz wird hier ein Thema aufgegriffen, dass leider immer noch nicht zur Vergangenheit zählt und zum Nachdenken anregt.

Mal ein anderes King-Werk!

Von: Lales Bücherwelt Datum: 09. December 2018

Inhalt: Eigentlich ist Scott ganz zufrieden mit seinem Leben. Er hat ein schönes Haus, Freunde und einen guten Job. Es wäre alles so normal, wenn da nicht dieses merkwürdige Phänomen auftreten würde. Seit Tagen sinkt sein Gewicht - egal was er trägt oder wie viele Gewichte er an seinem Körper hat - rapide und ohne dass sich sein Äußeres verädnert. Keiner kann sich das erklären, so etwas hat es noch nie gegeben. Unweigerlich sinkt sein Körpergewicht weiter und er fragt sich was passieren wird, wenn die Waage eines Tages nichts mehr misst... Meine Meinung: Zunächst war Scott ziemlich überrascht von dieser erschreckenden Entwicklung. Doch mittlerweile findet er den Prozess faszinierend und hat sich bis zu dem „Tag Null“ gewisse Ziele gesetzt. Seine Ehe ist schön kaputt, da gibt es nichts mehr zu retten, aber es möchte ein gutes Verhältnis zu seinen Nachbarn - ein lesbisches Ehepaar - aufbauen, an einem Ausdauerlauf teilnehmen und gemütliche Stunden mit seinen Freunden verbringen. Doch der fortschreitende Prozess des sinkenden Gewichts lässt sich nicht ignorieren. Was wird an dem unvermeidlich kommenden Tag geschehen? Die Geschichte „Erhebung“ erzählt auf mehreren Ebenen eine spannende Geschichte, in der es unter anderem um die Frage des Seins geht. Äußerlich ergibt das Buch mit Cover, Titel und Inhaltsbeschreibung eine stimmige Einheit, die das letzte Bild, was der Leser von Scott erhält, ergänzt. Anfangs habe ich nicht gedacht, dass knapp 200 Seiten eine so bewegende, zum Nachdenken anregende und trotzdem noch unterhaltsame Geschichte erzählen können - aber Stephen King hat es mal wieder geschafft! Die Handlung wird durchgängig aus der Perspektive des Protagonisten Scott erzählt. Durch den schlichten Schreibstil erfährt der Leser das Wesentliche, wichtige Gedanken und Gefühle sind dargestellt, sodass sich der Leser ein Bild machen kann, auf weiter ausschweifende Details wurde verzichtet. So ist der Lesefluss an sich sehr flüssig und wirklich auf den Kern der Geschichte beschränkt, aber trotzdem fließen teilweise andere Themengebiete mit ein, sodass die Handlung nicht zu monoton wird. Was die Idee der Geschichte angeht, ist sie wirklich originell, von etwas vergleichbarem habe ich bisher noch nicht gelesen. Im Laufe der Handlung kommt dem Leser vielleicht auch die Vermutung, dass dieses Phänomen etwas mit Außerirdischen zu tun hat, jedoch ist die Geschichte tatsächlich eher an der Realität orientiert, die vielleicht übersinnliche - im Sinne von nicht rational erklärbare - Phänomene miteinbezieht. Das macht es für viele leichter, sich in die Situation hineinversetzen. Scott an sich wurde meines Erachtens nach als eine sympathische und authentische Figur dargestellt. Seine anfängliche Skepsis sowie im Verlaufe der Handlung die Akzeptanz waren für mich als Leser nachvollziehbar. Ansonsten wurde viel Raum zum Nachdenken gelassen, es wurden viele Denkanstöße gegeben, die vielschichtig in die Tiefe gehen. Fazit: Alles in allem eine mysteriöse und gefühlvolle Geschichte, die sich deutlich von den anderen Werken King´s abhebt. Einfühlsam und zum Nachdenken anregend, bietet das Buch mehr als eine Unterhaltung für zwischendurch.

Tolle Kurzgeschichte, nur zu kurz!

Von: Sabs Bookparadise Datum: 05. December 2018

Wir begleiten Scott, der immer mehr an Gewicht verliert – und wir treffen auch auf das homosexuelle Ehepaar, das Scott durch seinen Charme nach und nach für sich gewinnen kann. Mehr möchte ich zum Inhalt dieser kurzen Geschichte nicht sagen – lasst euch einfach darin fallen. Mein Vorhaben, dieses Jahr meinen Stephen King SUB abzubauen, ist gescheitert. Aber ich musste unbedingt die neue Kurzgeschichte von ihm lesen! Ich wurde von Beginn an von seinem wundervollen Schreibstil gepackt und nachdem mich eine starke Erkältung ausgebremst hat, habe ich nach meiner Genesung die Geschichte in einem Rutsch durchgelesen. Bei 144 Seiten ist das gut drin, besonders, wenn man wissen will, wie es weiter geht. Durch die Kürze des Buches, wird man direkt in die Geschehnisse geworfen, was ich gut gemacht fand. Dennoch hätte ich mir etwas mehr von Scott gewünscht, der die Tatsache seines Gewichtsverlustes doch ziemlich schnell akzeptiert hat. Ich denke, das ist der Länge der Geschichte zu verschulden. In diesen paar Seiten kann man nicht jeden Aspekt ausarbeiten und das ist das Einzige, was mir hier gefehlt hat. Besonders am Ende habe ich einige Tränen vergossen. Für mich waren die Zeilen wirklich emotional und ich konnte mit den einzelnen Personen mitfühlen, als wäre ich selbst dabei gewesen. Alles in allem eine tolle Kurzgeschichte, aus der Stephen King aber mit ein paar hundert Seiten mehr, einen tollen Kurzroman hätte zaubern können. Das Cover ist wunderschön, gefällt mir sehr sehr gut. Fazit Von mir bekommt das Buch, weil es einfach zu kurz war, gute 4 Sterne.

Ein Roman über Akzeptanz und Hoffnung

Von: Madita Datum: 03. December 2018

Scott ist groß und ziemlich kräftig gebaut. Umso überraschter ist er also, als seine Waage plötzlich immer weniger anzeigt. Denn äußerlich bleibt er unverändert, die Kleidung passt wie eh und je und ihm fallen zudem noch andere seltsame Dinge auf... Auch sein ehemalige Arzt Doctor Bob weiß keinen Rat. Doch Scott lässt sich nicht unterkriegen und kämpft vehement gegen die Ungerechtigkeit, die in Castle Rock vor sich geht... Ein kurzer Roman, der von Anfang bis Ende überzeugen kann - mit einer Geschichte, die weniger von dem Horror, der einem Albträume beschert, gespickt ist, sondern vielmehr dem Horror des Alltäglichen. Trotz der tragischen Grundgeschichte bleibt der Roman aber irgendwie total freundlich, ist voller Akzeptanz und Zuversicht und hinterlässt ein gutes Gefühl. Ein Buch, das vor allem ein Statement ist - gegen aktuelle Politik, gegen Vorurteile und gegen die kühle Gesellschaft der heutigen Zeit. Die Themen, die King hier anspricht, sind so vielzählig und wichtig, wie man es von ihm gewohnt ist. Hier treffen Homosexualität, gleichgeschlechtliche Ehe, Diskriminierung, Vorurteile, Gewichtsprobleme, Trumps Politik, aber eben auch Freundschaft, Freiheit, Akzeptanz und Tod aufeinander. Trotz alledem bereitet das Büchlein einem ein großes Lesevergnügen, da es eben keine (An-) Klageschrift ist, sondern eher mit Hoffnung und Zuversicht überzeugen kann, einen aber auch sehr zum Nachdenken bringt. Ein kleiner, aber feiner Roman, der sehr tiefgründig ist, viele wichtigen Themen anspricht, aber auch einfach Spaß macht und zum Nachdenken anregt. Gepaart mit Kings tollem, bildhaften Schreibstil ergibt das einen wunderschönen Roman, den man schnell gelesen hat, der einen aber trotzdem lange nicht loslassen wird. Das Ende fand ich absolut überragend! Fazit Kein Horror im klassischem, sondern eher alltäglichem Sinne. Eine gelungene Story, die mit aktuellen Themen aufwartet, aber dennoch voller Akzeptanz und Hoffnung ist. Dieser kurze Roman regt zum Nachdenken an und kann auf ganzer Linie überzeugen!

Eine neue Geschichte aus Castle Rock.

Von: Bücherserien.de Datum: 03. December 2018

Irgendwas stimmt nicht mit Scott Carey. Seine Waage zeigt dem eigentlich übergewichtigen Mann täglich an, dass er abnimmt. Aber er sieht immer noch genauso aus wie vorher – und ob er sich mit oder ohne Kleidung wiegt, macht keinen Unterschied. Ist die Waage kaputt, oder gehen hier andere Dinge vor sich? Das Theater mit seinen Nachbarn kann Scott jetzt eigentlich gar nicht gebrauchen, aber offenbar hat die ganze Stadt etwas gegen das lesbische Pärchen, das neben Scott wohnt und ausgerechnet ein vegetarisches Restaurant eröffnet. Da Scott immer weiter abnimmt, glaubt er bald, dass er nicht mehr viel zu verlieren hat. Vielleicht ist es möglich, die Nachbarschaft wieder zusammenzubringen? Scott fasst einen Plan … Kritik zu Stephen Kings „Erhebung“: Zurück nach Castle Rock heißt es in „Erhebung“. Fans von Stephen King kennen den erfundenen Ort in Maine nur zu gut – hier wütete unter anderem Cujo. Zuletzt las man in „Gwendys Wunschkasten“ von Castle Rock. Da ging es unter anderem auch ums Abnehmen, genauso wie übrigens in „Der Fluch“, einer alten, als Richard Bachmann veröffentlichten Geschichte, in welcher ein Zigeunerfluch verantwortlich ist für die ungewöhnliche Gewichtsabnahme. Tatsächlich erzählt „Erhebung“ etwas anderes. Stephen King hat sich in den letzten Jahren, unter anderem auf Twitter, immer wieder politisch geäußert. Der erklärte Demokrat benötigt in seiner neuen Novelle keine übernatürlichen Ereignisse, um seine Botschaft loszuwerden – vielleicht findet er auch, dass die Realität schlimm genug ist. Denn die alltägliche Diskriminierung von Minderheiten ist Programm in den USA, und Stephen King ist einer, der sich positioniert. Nicht nur hat er offenkundig etwas gegen Donald Trump, sondern auch gegen das Klima der Vorurteile gegen alles Andersartige, was dieser Präsident mit sich bringt. Schon vor vielen Jahren hat sich gezeigt, dass Stephen King sehr viel mehr kann als nur Horror-Geschichten. Doch gerade dieses Image haftet ihm noch immer an; als großer amerikanischen Romancier wird er sich wohl nicht mehr etablieren. Daher ist es gut möglich, dass so mancher von dieser kleinen, aber durchaus feinen Story enttäuscht sein wird, schließlich kommt sie ohne Thrill, Grusel oder gar Horror aus. Mein Fazit: Spannung ist hier Fehlanzeige: Alles in Allem ist "Erhebung" ausgesprochen unspektakulär. Doch die nette, gut lesbare Geschichte hat ihren Reiz - ein Grund, warum ich die 144 Seiten, ohne mich auch nur ansatzweise zu langweilen, in einem Rutsch durchgelesen habe. Scott Carey macht sich gut als "Retter" einer kleinen Stadt, wenn auch mit etwas viel Zuckerguss. Und wer bei der Widmung am Anfang des Buches aufpasst, weiß auch, woher er den Namen kennen könnte: Aus Richard Mathesons alter Story „Die seltsame Geschichte des Mr. C". Da wird der gleichnamige Held geschrumpft. Irgendwie weniger wird er auch in "Erhebung", und gleichzeitig so viel mehr. Darin liegt so viel Symbolik, dass ich Stephen King den Verzicht auf das Übernatürliche und die gewohnte Spannung ausnahmsweise verzeihe.

Dranbleiben lohnt sich

Von: G.Siema Datum: 02. December 2018

„Erhebung“ von Stephen King, ein Hörbuch, gelesen von David Nathan, 2018 Random House „Es liegt an den Klamotten“ Webdesigner Scott Carey, 1,93m, mit Wampe, spielt Tennis, besucht regelmäßig den Fitnessclub, vermied es jedoch auf die Waage zu steigen. Bisher. Denn bisher wog er trotz seiner sportlichen Aktivitäten 110 kg und fühlte sich „schlurfig“. Heute Morgen zeigte seine Waage 97 kg an. Eigentlich ein Grund zur Freude. Scott ist aber voller Sorge, denn es liegt an den Klamotten. Aus diesem Grund stattet er seinem Freund Dr. Bob Ellis einen Besuch ab. Er glaubt nicht, dass dieser ihm helfen könnte. Er möchte das, was gerade mit ihm passiert teilen und demonstriert dem Doktor seine Situation, indem er mit Klamotten, die Taschen mit Geldstücken gefüllt, anschließend nur mit Socken und Shorts auf eine geeichte Waage steigt. Scotts Gewicht bleibt immer gleich. „Vegetarische Lasterhöhle“ Während Scott seinen Gewichtsverlust beobachtet, kann er auch beobachten, wie die Hunde seiner beiden Nachbarinnen ihr Geschäft auf seinem Rasen verrichten. Die Frauen haben sich durch ihre Heirat als gleichgeschlechtliches Paar geoutet, was in der kleinen (fiktiven) Stadt keinen großen Anklang findet. Die Leute boykottieren die Lesben, indem sie das Restaurant, das die zwei führen, nicht besuchen. Es steht schlecht um die „vegetarische Lasterhöhle“. Der Marathonlauf Scott futtert täglich 3 – 4000 Kalorien, nimmt immer weiter ab, aber nur auf der Waage. Äußerlich verändert er sich kein bisschen. Darum muss er mit scheelen Blicken rechnen, als er an einem Marathonlauf teilnimmt. Mit Ameisen in den Beinen und Hummeln im Hintern, verblüfft er viele, die er beim Lauf überholt. Schließlich geschehen einige denkwürdige Dinge, als Scott seiner Nachbarin wieder auf die Beine hilft, als sie beim Marathonlauf kurz vor dem Ziel stürzt. Dies könnte die Erklärung für seinen Gewichtsverlust sein! Tag Null Die Schwerkraft wirkt bei Scott nicht mehr, die Abneigung der Menschen in der Kleinstadt gegen die beiden Lesben wirkt bei Scott auch nicht. Der Webdesigner, einige seiner Mitmenschen, mit ihm die Stimmung in der Stadt, verändern sich. Es ist nur logisch, dass sich Scott Carey seinen Tag „Null“ ausrechnet. Kommt dieser Tag „Null“, oder können ihn die liebevollen Freundschaften wieder auf die Erde zurückholen? Bewirkt die Veränderung seiner Einstellung, das Loslösen von manchem, was ihn beschwert hatte, Besserung, oder gar Heilung? Fazit Der Originaltitel von diesem Hörbuch ist „Elevation“ und im Original liest Stephen King seine Novelle selbst. Außerdem kann man auf dieser CD eine Kurzgeschichte von ihm hören, die er „Laurie“ nennt. Diese gibt es auch übersetzt zum gratis Downloaden. Der Anfang des Hörbuches wird dem Rest nicht gerecht, denn dreiviertel von Stephen Kings Novelle hört man gebannt und interessiert zu. Er schafft es mit seinen Vergleichen (Etwa das Vergleichen eines nassen Pferdeschwanzes mit einem Fisch) und Wortkreationen, Situationen so zu beschreiben, dass man sich mittendrin zu befinden glaubt. Die Beschreibung des Marathonlaufes hat mich sehr beeindruckt. Ich bin mit Scott bis ins Ziel mitgelaufen. Einige von Scotts philosophischen Ergüsse kann ich nachvollziehen und teilen. Nach dem Lauf sagt er, dass, wie man abschneide, nichts mit dem zu tun habe, was man verdiene. Spannend, aber nicht von Anfang an, das Dranbleiben lohnt sich!

Mein erster King

Von: Romina Datum: 02. December 2018

Stell dir vor, du verlierst Gewicht, siehst aber immer noch genau gleich aus wie vorher. Egal ob du nackt oder mit Wintersachen auf der Waage steht, du bist gleich schwer. Du kannst essen so viel du willst und verlierst trotzdem täglich Gewicht. Was ist, wenn du bei Null angekommen bist? Lebst du dann überhaupt noch? Scott ist genau dies geschehen und versucht damit klar zu kommen. Man denkt sich jetzt vielleicht nur 144 Seiten? Diese Geschichte ist sicher total unvollständig und es hat sicher die ein oder anderen Logikfehler. Doch da kann ich dich beruhigen. Es ist mein erster King und kann mir vorstellen, dass es bessere Bücher von ihm gibt, doch für mich war es der beste Einstieg, um mit einem King zu beginnen. Dieses Buch hat mir super gefallen. Es ist nicht nur eine Geschichte, sondern eine die Vorurteile zeigt, die sich nicht bewahrheiten.Am Schluss musste ich mir sogar Tränen unterdrücken, da man alle Gedanken von Scott mitbekommt. Der Schreibstil war super toll zu lesen, besonders da es aus der Ich-Perspektive von Scott geschrieben war... Den allerletzten Teil dann von Deirdre. Ich habe diese Buch gelesen, als ich es super stressig hatte in der Schule und freute mich jedes mal aufs neue, wenn ich in diesem Buch weiterlesen durfte. Fazit: Mein erster King und sicher nicht mein letzter, darum 5/5 Sternen ;)

Rückkehr nach Castle Rock

Von: Luilines Blog Datum: 02. December 2018

In dieser Novelle kehren wir wieder nach Castle Rock zurück und ich war sehr gespannt, was King sich diesmal hat einfallen lassen. Die Beschreibung ist für eine Kurzgeschichte schon recht lang, aber ich finde sie fasst die Geschichte sehr gut zusammen, ohne zu viel zu verraten. Es hat mich ein wenig an "Der Fluch" erinnert, ein Buch, das King unter seinem Pseudonym Richard Bachman veröffentlicht hat. Ich habe aber schnell gemerkt, dass der Gewichtsverlust hier ganz anders thematisiert wird. Das Buch kommt ohne Horrorelemente aus und ich habe sie auch nicht vermisst. King zeigt hier, dass er auch ernste Geschichten erzählen kann, die eine wichtige Botschaft haben. Der Gewichtsverlust des Protagonisten Scott ist aber ein übernatürliches Element, welches in keiner Geschichte von King fehlen darf. Er verarbeitet auf knapp 140 Seiten Themen wie Vorurteile gegenüber Homosexuellen, das Leben in einer Kleinstadt und Freundschaft. Er schneidet die Themen aber nur oberflächlich an. Mir gefallen die langen Bücher von King generell besser, da er dort seine Charaktere richtig ausarbeitet. Dies kommt hier zu kurz. Trotzdem mochte ich Scott als Protagonisten sehr gerne. Es gibt auch kleine Hinweise auf seine anderen Werke und man kann immer etwas entdecken. Das Ende hat meiner Meinung nach gut zur Geschichte gepasst. Manche Enden von King Büchern sind nicht immer so toll, aber hier hat er es gut gelöst. Ich fand es auch sehr berührend und musste auch ein wenig darüber nachdenken. Fazit: Mir hat die Novelle gut gefallen und sie war sehr kurzweilig. Ich würde die Geschichte King-Fans empfehlen. Wenn man noch kein Buch von King gelesen hat, dann sollte man aber eher nicht mit einer Novelle starten.

Etwas anders als sonst und wie immer glänzend erzählt

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 29. November 2018

Eine Kurzgeschichte, die King wie nebenbei in letzter Zeit vielleicht auch noch geschrieben hat, neben seinem vor kurzem erschienen, wie sonst üblich sehr umfangreichen Roman. Aber ein echter „King“ das ist keine Frage, denn die Eckpunkte sind allesamt wieder gut zu erkennen. Das sich immer tief einlassen auf die Figuren, was King, in der Regel und auch hier, nicht durch psychologisieren oder monologische Darstellungen dem Leser nahe bringt, sondern durch das Erzählen seiner Geschichte und das beständige Handeln der Personen in dieser. Wie dabei die Hauptfigur Scott bei einem 12 Kilometer Lauf jener Frau „unter die Arme greift“, die ihn als Nachbarin ansonsten überaus von oben herab behandelt, das sagt allemal deutlich mehr aus als es andere Versuche von Erläuterungen hinbekommen hätten. Das Leben in einer kleinen Stadt, die gleichgeschlechtliche Liebe, die freie Entscheidung eines Mannes, seinen Weg auf seine Weise zu gehen, Reibungen und Auseinandersetzungen, das geduldige „sich vertraut machen“, viele Elemente lässt King, wie gewohnt, spielerisch auf die eher wenigen Seiten miteinfließen, so dass dem Leser ein plastisches, klarer, emotional dichtes Bild der Handlung und der Personen vor Augen geführt wird, das, ebenfalls wie immer, den Leser auf Anhieb mitten hinein in diese besondere Geschichte zieht. Bei der, das ist für Stephen King nicht unbedingt üblich, die „Ursache“ für das fast „metaphysische“ (im wahrsten Sinne des Wortes) Geschehen nicht weiter erwähnt und noch nicht einmal Andeutungen zu einer möglichen Ursache vermerkt. Was, und darin zeigt sich die Kunst des flüssigen Erzählers, überhaupt nicht weiter ins Gewicht fällt oder stört oder ablenkt. Scott wird immer leichter. Aber nicht so, wie in einem andren, alten Werk Kings, das dies auch zu sehen wäre im anorektischen Sinne. Der Körper bleibt unverändert, die Kleidungsgrößen ebenfalls, kein Gürtel muss enger geschnallt werden. Mehr noch, alles, was dieser Scott in die Hand nimmt, verliert ebenfalls sein reales Gewicht. Wohin das führen mag? Das kann man mit Spannung lesen, Seite für Seite. Wobei jene eher unscheinbare Szene nebenbei, als es fast zu einer handfesten Prügelei vor einem Diner kommen könnte, eine Art Dreh- und Angelpunkt der Entwicklung darstellt. Bei der gutmütige, freundliche, aber auch seinen Ärger wenig wahrnehmende, eher defensive Scott sich mehr und mehr so sehr „erleichtert“ fühlt, endlich auch hartnäckig für sich und das, was ihm wichtig ist, einzutreten. Ein Prozess, der mit einer „Erhebung“ gleichzusetzen ist. Wörtlich und im übertragenen Sinne. Mit den Schmerzend es Loslassens ebenso, wie mit dem „traurigen Glück“, einander seinen Weg zuzugestehen und einander auch gehen lassen zu können.

Von der Leichtigkeit des Seins

Von: buecherweltentdecker Datum: 28. November 2018

Scott hat folgendes Problem: Er nimmt rapide ab. Aber da sich bei ihm äußerlich nichts ändert, scheint es nur die Zahl auf der Waage zu sein, die sinkt. Und das ist noch nicht alles: Wenn er sich mit Gewichten auf die Waage stellt, scheint das zusätzliche Gewicht schwerelos zu sein. Ein wirklich seltsames Phänomen, wie auch sein Freund Doktor Bob findet. So ein Fall ist ihm in seiner Laufbahn noch nie begegnet, sodass Scott sich dazu entschließt keine sinnlosen Untersuchungen über sich ergehen zu lassen und sein Leben so normal wie möglich weiterzuführen. Jetzt wo seine letzten Tage gezählt sind und er wesentlich entspannt damit umgeht, bleibt auch nicht mehr viel Platz für Vorurteile und Intoleranz. Es dauert schließlich nicht lange, dass er auf einmal mit seinen lesbischen Nachbarn in Kontakt kommt, was all die Wochen und Monate zuvor nie geklappt hat. Und was er Jahre zuvor nie verstanden hat und jetzt erst merkt, ist, dass Vorurteile sich nur in den seltensten Fällen bewahrheiten. Für mich persönlich habe ich festgestellt, dass ich einen ausführlicheren King lieber mag, als seine Kurzgeschichten. Ich liebe einfach seine detaillierten Charakterbeschreibungen und sein Auge fürs Detail. Aber nichtsdestotrotz ist dieses Buch mit seiner Dicke von nur 140 Seiten wirklich sehr berührend und aussagekräftig. Es liest sich sehr schnell und ist unfassbar gut geschrieben, aber da sind wir ja von King auch nichts anderes gewöhnt.

In einem Rutsch durchgelesen

Von: U. Pflanz Datum: 27. November 2018

Eine ungewöhnlich kurze Geschichte von Stephen King. Aber sie hat mich trotzdem richtig gepackt und ich hab sie in einem Rutsch durchgelesen. Ich war einfach so neugierig wie es ausgeht, bzw. was Scott alles erlebt und ob sie herausfinden was ihm fehlt. Der Schreibstil ist toll, wie man es von dem Autor auch gewohnt ist. Was ich ebenfalls sehr gut fand, ist die Botschaft die der Autor versucht uns zu übermitteln. Man sollte jeden, auch wenn er anders ist, respektieren und ihm beistehen. Von mir gibt es eine glasklare Leseempfehlung und volle 5 von 5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Kurz und Knackig

Von: Emma´s Bookhouse Datum: 26. November 2018

Erhebung – Stephen King Verlag: Heyne Gebundene Ausgabe: 12,00 € Ebook: 9,99 € ISBN: 978-3-453-27202-6 Erscheinungsdatum: 12. November 2018 Genre: Thriller / Fantasy Seiten: 144 Inhalt: Scott nimmt rasend schnell ab. Sein korpulentes Aussehen ändert sich trotzdem nicht. Und noch unheimlicher: Wenn er auf die Waage steigt, zeigt sie jeweils das gleiche Gewicht an, egal wie viel er momentan trägt, ob Kleidung oder gar Hanteln. Scott hat Angst, dass man ihn zum medizinischen Versuchskaninchen macht. Aber er muss es jemand erzählen. Zu Dr. Ellis hat er Vertrauen, aber auch der weiß keinen Rat. In seiner netten Wohngegend in der Kleinstadt Castle Rock gerät Scott in einen eskalierenden Kleinkrieg. Der Hund der neuen Nachbarn – zwei Lesben – verrichtet sein Geschäft ständig bei ihm im Vorgarten. Die eine Frau ist eigentlich recht freundlich, die andere aber eiskalt. Die beiden haben gerade ein Restaurant eröffnet, von dem sie sich viel erhoffen. Die Einwohner von Castle Rock wollen aber nichts mit Homopaaren zu tun haben, da ist großer Ärger vorprogrammiert. Als Scott endlich kapiert, was Vorurteile in einer Gemeinschaft anrichten, überwindet er den eigenen Groll und tut sich mit den beiden zusammen. Merkwürdige Allianzen, der jährliche Stadtlauf und Scotts mysteriöses Leiden fördern bei sich und anderen eine Menschlichkeit zutage, die zuvor unter einer herzlosen Bequemlichkeit vergraben lag. Mein Fazit: Zum Cover: Auf dem Cover sehen wir einen Ausschnitt von Castle Rock, King liebt diese Stadt, ist es doch in den meisten seiner Bücher der Ort seiner Geschichten. Ansonsten ist es dunkel gehalten und oben steht er Titel, im unteren Drittel haben wir den Autorennamen und darunter kommt Castle Rock. Mir gefällt es. Zum Buch: Scott verliert immer mehr Gewicht und trotzdem bleibt seine Statur die gleiche. Er vertraut sich seinem langjährigem Arzt, Doctor Bob an, dieser rät ihm in ein Krankenhaus zu gehen, doch Scott lehnt ab. Er möchte kein Versuchskaninchen werden. Scott hat irgendwie Probleme mit seinem Nachbarinnen und weiß eigentlich nicht mal warum. Er versucht sich gut mit ihnen zu stellen doch bei einer kommt er damit nicht weiter. Dieses Buch ist voller Klischees und mir gefällt wie es geschrieben und wie damit umgegangen wird. Nicht jedes Klischees muss sein und Scott versucht dagegen anzugehen. Ich als großer Stephen King Fan, liebe seinen Schreibstil, er verliert sich gerne in Details und arbeitet immer sehr gut seine Protagonisten heraus. Hier allerdings nicht ganz so stark, aber es ist auch eher eine Novelle anstatt eine große Geschichte. Hier ist alles flüssig geschrieben und man ist leider viel zu schnell durch das kleine Buch durch. Schade ich hätte gern mehr gelesen. Auch seinen kleinen Hinweise auf anderen Büchern oder Protagonisten aus anderen Geschichten hat mir sehr gefallen und mich zeitweise wirklich zum schmunzeln gebracht. Die Charaktere sind sehr gut dargestellt und man gewinnt sie auf dieser kurzen Reise lieb. Besonders gut hat mir Deirdre McComb gefallen, hat sie doch mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, aber auch Scott gefiel mir sehr gut, wie er mit alldem umgeht und auch er hat sehr mit den Vorurteilen zu kämpfen. Alles in allem wieder sehr gut von King geschrieben. Bildlich gesehen ist alles perfekt für mich gewesen, allerdings kam mir persönlich das Ende zu schnell und plötzlich, wer das Buch gelesen hat, weiß sicherlich was ich meine. Eine kleine, feine Geschichte für zwischendurch. Ich gebe hier 4 von 5 Sternen, weil wie gesagt das Ende für mich zu plötzlich da war

Kurzgeschichte auf höchstem Niveau

Von: Vicisbookblog Datum: 25. November 2018

Im November ist von Stephen King die Kurzgeschichte Erhebung rausgekommen. Das Bloggerportal hat mir dieses Buch zur Verfügung gestellt und dafür möchte ich mich bedanken. Ich habe von Stephen King bisher nur ein Buch gelesen und dies hat mich echt fasziniert. Also hatte ich ziemlich große Erwartungen an die neue Kurzgeschichte. Inhalt Klappentext: Scott nimmt rasend schnell ab. Sein korpulentes Aussehen ändert sich trotzdem nicht. Und noch unheimlicher: Wenn er auf die Waage steigt, zeigt sie jeweils das gleiche Gewicht an, egal wie viel er momentan trägt, ob Kleidung oder gar Hanteln. Scott hat Angst, dass man ihn zum medizinischen Versuchskaninchen macht. Aber er muss es jemand erzählen. Zu Dr. Ellis hat er Vertrauen, aber auch der weiß keinen Rat. In seiner netten Wohngegend in der Kleinstadt Castle Rock gerät Scott in einen eskalierenden Kleinkrieg. Der Hund der neuen Nachbarn – zwei Lesben – verrichtet sein Geschäft ständig bei ihm im Vorgarten. Die eine Frau ist eigentlich recht freundlich, die andere aber eiskalt. Die beiden haben gerade ein Restaurant eröffnet, von dem sie sich viel erhoffen. Die Einwohner von Castle Rock wollen aber nichts mit Homopaaren zu tun haben, da ist großer Ärger vorprogrammiert. Als Scott endlich kapiert, was Vorurteile in einer Gemeinschaft anrichten, überwindet er den eigenen Groll und tut sich mit den beiden zusammen. Merkwürdige Allianzen, der jährliche Stadtlauf und Scotts mysteriöses Leiden fördern bei sich und anderen eine Menschlichkeit zutage, die zuvor unter einer herzlosen Bequemlichkeit vergraben lag. Meinung Als ich das Buch als erstes in den Händen gehalten hab, war ich erstaunt, dass es sich nur um eine Kurzgeschichte handelt. Denn nach dem Klappentext habe ich mit einer echt umfangreichen Geschichte gerechnet. Trotzdem kann ich sagen, dass mir das Buch sehr gefallen hat. Stephen King, der mich schon in Joyland mit seinen umfangreichen Charakteren begeistert hat, schafft es auf 144 Seiten genau dasselbe zu tun. Scott ist ein offener Mann, der versucht immer das Beste in Personen zusehen. Auch die Nebencharaktere wachsen einen in so kurzer Zeit ins Herz. Es ist erstaunlich, wie man sich in so kurzer Zeit in Personen verlieben kann und ihnen ein anderes Schicksal wünscht. Das politische Statement wird klar ausgedrückt und King geht auf aktuelle/wichtige Themen in unserer Gesellschaft ein. Die Handlung verläuft auch recht spannend, nur das Ende war mir zu einfach. Ich hätte gerne Gründe und mehr Informationen für die Dinge, die geschehen bekommen. Dennoch habe ich ein paar Tränen verdrückt. Zum Schreibstil habe ich nichts zu sagen, dieser war flüssig und man konnte die Geschichte in einem Stück lesen. Fazit Erhebung ist eine gelungene Kurzgeschichte für zwischendurch, die aber auch sehr emotional werden kann. Das Ende ist jedoch etwas lasch und es fehlte mir an einer Aufklärung. Von mir bekommt Erhebung von Stephen King 4,5 Sterne.

Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt

Von: Selina N Datum: 22. November 2018

Meine Meinung: Stephen King hat es erneut geschafft, mit seiner Erzählkunst zu begeistern. Zwar handelt es sich dieses Mal um keinen seiner üblichen Wälzer, sondern eher um eine Kurzgeschichte, das tut der Spannung jedoch keinen Abbruch. Zur eigentlichen Handlung möchte ich hierbei gar nichts mehr hinzufügen, da die Inhaltsangabe schon recht ausführlich ist und ich bei gerade mal 144 Seiten befürchte, ich könnte dem Leser etwas vorwegnehmen. Was ich jedoch betonen kann, ist das es sich in dieser Geschichte einmal nicht um eine Horror lastige Story handelt, sondern es sich viel mehr um Themen wie Akzeptanz und Toleranz dreht. Dennoch gibt es natürlich auch in diesem Buch ganz King-typisch ein paar unerklärliche Begebenheiten. Was immer wieder erstaunend ist, ist wie King es schafft, dem Leser selbst auf wenigen Seiten, solch ein lebendiges Bild vor Augen zu führen. Die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet, authentisch und mir unglaublich sympathisch, auch wenn ich gern ein wenig mehr über den ein oder anderen erfahren hätte. Fazit: Eine wirklich spannende und zum Nachdenken anregende Geschichte, die sich in einem Rutsch wegließt.

Erhebung

Von: Manuela Hahn Datum: 22. November 2018

Inhalt: Tag für Tag steigt Scott auf die Waage und täglich zeigt sie weniger an. Was normalerweise für die Meisten ein Grund zur Freude ist, ist für Scott erschreckend, denn er hat weder etwas an seiner Lebensweise geändert noch macht seine Kleidung oder das was er in den Händen hält einen Unterschied. Ob er nun nackt ist oder sich die Taschen mit Gewichten vollstopft, die Waage zeigt immer dasselbe und täglich weniger. Weder er noch ein befreundeter Arzt haben eine Erklärung dafür. Aber fast noch mehr als das Phänomen stören ihn die Hunde der neuen Nachbarinnen die fast täglich ihr Geschäft auf seinem Rasen verrichten und die Art wie die beiden Frauen darauf reagieren Das ist nun nicht viel mehr als der Klappentext verrät, aber die Geschichte wird auf gerade mal 144 Seiten erzählt, ruck zuck ist zu viel verraten. Meine Meinung: Als ich mich das erste Mal mit dem Inhalt des Buches beschäftigte, kam mir natürlich der Gedanke: Das hatten wir doch schon mal, Billy Halleck der Anwalt aus Der Fluch, wurde ja auch immer dünner ohne zunächst eine Erklärung dafür zu haben, wer glaubt denn schon an Flüche?Aber der Meister, wäre nicht der Meister wäre diese Geschichte nicht völlig anders, es geht nicht um Rache oder Schuld, es geht um Toleranz und ein friedliches Miteinander um Freundschaft und vielleicht auch ein klein bisschen daraum sein Schicksal anzunehmen. Ich habe immer mehr das Gefühl, das es dem Autor in seinen Novellen mehr darum geht seinen Lesern eine Botschaft zu vermitteln als sie das Gruseln zu lehren, die übersinnlichen Phänomene sind eher schückendes Beiwerk und machen die Story natürlich ungleich spannender. Ich vergebe für Die Erhebung eine absolute Leseempfehlung.

Stephen King: “Erhebung” (Heyne)

Von: Christian Funke Datum: 21. November 2018

Die unglaubliche Leichtigkeit des Seins Scott Carey, erfolgreicher Innenausstatter, der in der Kleinstadt Castle Rock lebt, hat ein merkwürdiges Problem. Bei gleichbleibender Statur verliert er rapide an Körpergewicht. Noch merkwürdiger ist der Umstand, dass selbst schwere Kleidung, bei der die Taschen noch mit Gewichten gefüllt sind, auf der Waage keine Gewichtsveränderung anzeigt. Eine physikalische Unmöglichkeit, die ihm jedoch keine großen Sorgen bereitet, da er sich durch den Gewichtsverlust von Tag zu Tag fitter und belastbarer fühlt. Viel mehr Stress bereitet ihm eher das angespannte Verhältnis zu seinen beiden Nachbarinnen, deren Hunde ihr Geschäft immer in seinem Vorgarten verrichten, die Hundehalterinnen jedoch bei Ansprache sehr unwirsch und uneinsichtig reagieren. Erst als er bemerkt, dass man dem lesbischen Pärchen in der Kleinstadt mit Misstrauen und offener Homophobie begegnet, versucht er dem entgegenzuwirken… Stephen King, der sich im Verlauf seiner Karriere kontinuierlich entwickelt und oftmals neu definiert und erfunden hat, präsentiert sich in seinen letzten Geschichten und Romanen regelmäßig als großer Humanist, der mit Politik und gesellschaftlichen Umgangsformen kritisch ins Gericht geht. Auch, oder vielleicht gerade hier, in dieser vorliegenden Novelle Erhebung beginnt er wie eine klassische King-Geschichte, entwickelt sich jedoch schnell in eine Richtung, die sich offen und leidenschaftlich für zwischenmenschliche Akzeptanz und Toleranz einsetzt. Anhand der sehr emotional geschriebenen Entwicklung seines eigentlich bemitleidenswerten Protagonisten zeigt King, wie dieser vor seinem offensichtlich unausweichlichem Ende beginnt, sich offen für ein verständnisvolles Miteinander einzusetzen, auch wenn er dies gegen bestehende Widerstände tun muss. Es ist ein Aufruf zu mehr Zivilcourage, eine Andeutung, wie leicht es doch eigentlich sein sollte, fair miteinander umzugehen. Dadurch hebt sich die Geschichte, die auch erzählerisch gut zu unterhalten vermag, aus der Menge an Veröffentlichungen deutlich hervor. Stephen King ist und bleibt ein Meister seines Fachs, der sich seiner machtvollen Möglichkeiten als erfolgreicher Autor bewusst ist und dies verantwortungsvoll nutzt! Erhebung (Originaltitel: Elevation, USA 2018) erscheint bei Heyne als gebundenes Buch mit Pappband in einer Übersetzung aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt (144 Seiten, €12) Der Autor Stephen King beweist mit der vorliegenden Novelle Erhebung erneut sein Talent, eine Geschichte auf den Punkt genau zu erzählen, dabei auf der breiten Klaviatur der Emotionen zu spielen und mit einer scheinbaren Leichtigkeit den Leser in eine andere, andersartige Welt zu entführen, bei der man gewillt ist, auch die unwahrscheinlichsten Ideen zu akzeptieren, weil sie so plausibel beschrieben sind, dass man einfach erfahren möchte, wie es weitergeht und die Erzählung endet. Herausgekommen ist dabei eine phantastische, sehr humanistische Erzählung, die einem zeigt, wie einfach es mit einer kleinen Geste und ein bisschen Zivilcourage sein kann, Großes zu bewirken und die Welt damit zu einem ein kleines bisschen besseren Ort zu machen! Eine schöne, sehr gut erzählte und etwas melancholisch stimmende Geschichte, die man hervorragend lesen, aber auch verschenken kann! Christian Funke

Mini-King, der einen in seinen Bann zieht.

Von: Linda liest Datum: 21. November 2018

Castle Rock ist eine Kleinstadt, in der sich die meisten Menschen vorzugsweise um ihre eigenen Bedürfnisse kümmern oder sich mit ihren Vorurteilen hinter heimlichen Gerede verstecken. Auch Scott hat seine eigenen Probleme. Scott besucht seinen Freund, Bob Ellis, der zwar kein enger Freund aber zumindest ein Freund ist. Außerdem ist Ellis pensionierter Arzt. Und Scott möchte Rat einholen, da er ungewöhnliche Dinge an sich beobachtet. Scott verliert Gewicht, nimmt immer weiter ab. Doch das ist nicht das Kuriose, denn das allein wäre ja noch ganz nett. Er hat schon über zehn Kilo verloren – laut Waage – doch seine Kleidung sitzt wie vorher und auch sein Körper wirkt nach außen gleich. Ellis wirkt sprachlos. Von solch einem Fall hat er noch nie etwas gehört oder gelesen. Scott will abwarten und Ellis auf dem Laufenden halten. Das neue Werk von Stephen King ist eher ein Mini-Werk. Eigentlich kann dieses Werk von ihm kaum als Buch bezeichnet werden. Es ist eine Kurzgeschichte, eine schöne und originelle Geschichte, aber eben doch nur eine Kurzgeschichte – wie sie Stephen King sonst in Sammelwerken veröffentlicht. Üblicherweise habe ich tagelang etwas von neuen Stephen King Büchern, einfach weil sie unfassbar viele Seiten haben, doch das war dieses Mal anders. Das Buch hat mir nur 2-3 entspannte Lesestunden an einem Samstagnachmittag auf der Couch verschafft. Eine Abwechslung zu den üblichen King Büchern. Mir hat es gefallen. Die Geschichte ist schön und regt zum Nachdenken an. Mir fällt es schwer in Worte zu fassen, wie King es gelungen ist, diese scheinbar kuriosen Elemente des Buches – Vorurteile in der Kleinstadt und der übernatürliche Gewichtsverlust – in Einklang zu bringen. Doch es ist ihm gelungen. Auf eine Art, wie ich sie sonst noch nirgends gelesen habe. Die Geschichte ist stimmig und geht auf. Auch der Titel Erhebung ist passend gewählt, in zweierlei Hinsicht. Eine wird mitten im Buch erklärt, eine Art Hochgefühl, das sich in einem zusätzlichem Kraftschub oder Adrenalinkick äußert und sich mitten in einem Marathon einstellt. Die andere wird erst zum Ende des Buches deutlich und deswegen möchte ich darauf auch hier nicht eingehen, um nicht zu spoilern. Alles in Allem hat mich der Mini-King gelungen unterhalten und ich bin mir sicher, dass mir diese faszinierende Geschichte noch länger im Gedächtnis haften bleibt. Für so ein kurzes Buch ein absoluter Erfolg.

Interessante Kurzgeschichte

Von: Lea's Lesezauber Datum: 20. November 2018

Ein richtig tolles Cover, ich mag die Nachtaufnahme in Kombination mit dem Titel, ist ein absoluter Hingucker und passt vor allem wunderbar zu der Geschichte. Eigentlich ist mir bei dem Autor auch der Inhalt und das Cover relativ egal, denn ich lese eigentlich jedes neue Buch und auch hier musste ich einfach zugreifen. Allerdings muss ich die Verpackung loben, denn trotz der kürze des Buches ist es wirklich ganz toll gestaltet. Die Geschichte geht sofort los und ich hatte auch keine Schwierigkeiten in den Textfluss hinein zu kommen, der Autor kommt auf den Punkt und erzählt ohne Schnörkel. Natürlich wäre es nicht Stephen King wenn die Geschichte nicht etwas verrücktes hätte und eigentlich ist das Buch nicht wirklich "spannend" im sinne von "Spannung" aber ich konnte das Büchlein nicht weg legen. Scott wird zwar nicht sonderlich ausführlich beschrieben aber man bekommt doch einen guten Einblick in sein Leben und ich konnte ihn mir ganz gut vorstellen. Ich würde ihn nicht unbedingt als sympathisch beschreiben aber er hat mich soweit neugierig gemacht, dass ich die Geschichte gerne zu Ende gelesen habe. Das Ende hatte ich so nicht erwartet, ich weiß auch nicht so recht wie ich mir den Ausgang hier vorgestellt hatte aber so habe ich es nicht kommen sehen. Alles in allem war es eine sehr unterhaltsame Geschichte und ich bin wirklich froh dieses Buch gelesen zu haben. Es ist sowohl für King Fans als auch für "Neulinge" etwas. Fazit: Eine tolle Kurzgeschichte für zwischendurch, die irgendwie völlig unwirklich ist aber trotzdem ist man gezwungen einfach weiter zu lesen. Als Stephen King Fan nehme ich eigentlich fast alles von dem Autor mit, was ich kriegen kann und auch bei diesem Büchlein bereue ich es nicht. Ein kleines Manko ist der Preis, zwölf Euro für ein doch so kurzes Lesevergnügen ist eigentlich nicht so toll.

Hübsche kleine Story die zum nachdenken anregt...

Von: Mundolibris Datum: 19. November 2018

Erhebung ist eine hübsche kleine Story des Meisters Stephen King. Es ist eine ideale Geschichte um sich mit der Schreibweise des Autors anzufreunden, spannend, mystisch und nicht zu grausam, genau das richtige für Anfänger. Wie man es kennt von Stephen King sind die Figuren und Schauplätze sehr schön beschrieben und wirken wie immer sehr real. Das Ende ist dieses Mal leicht vorauszusehen, und das ist in der Tat anders als man es gewohnt ist. Dennoch ist es eine Story, die den Leser von Beginn an bis zum Ende fesselt und man liest es in kurzer Zeit durch ohne es auch nur einmal abzusetzen. Doch ich denke, wichtiger als die Story an sich, ist die Botschaft die uns der Autor mit auf den Weg geben möchte. Es ist eine Geschichte die um Toleranz wirbt, um das Miteinander zwischen denen die „normal“ sind und denen die etwas „anders“ sind, wie zb Homosexuelle. Darum dass man niemanden ausgrenzen sollte. Gerade in der heutigen Zeit, in der viele wegen ihrer sexuellen Ausrichtung oder ihres Glauben ausgegrenzt werden ist eine solche Botschaft sehr wichtig. Insgesamt sind das für mich 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung

Ein Buch zum Nachdenken

Von: Bücherflamingo Datum: 17. November 2018

Cover Das Cover finde ich ganz hübsch. Es ist schlicht aber schön mit diesen Häusern unten. Was ich noch speziell finde das der Name vom Autor gross gehalten ist und der Titel ist kleiner. Vertauscht. Normalerweise ist es bei vielen umgekehrt. Aber ist alles gut gewählt. Charaktere Scott Carey ist ein ganz nomaler durchschnittlicher Typ. Also abgesehen von seinem unerklärlichen Gewichtsverlust. Er war locker drauf, immer freundlich und sehr sympathisch. Ein toller Charakter. Missy Donaldson ist sehr zurückhaltend. Fast wie ein Kind. Es sah so aus als würde Deirdre sie unterdrücken und dominieren. Aber sie war freundlich und liebenswert. Deirdre McComb war mir am Anfang sehr unsympahtisch. Weil sie einfach immer unfreundlich war egal was derjenige Gegenüber gesagt hat. Das änderte sich dann aber noch und so mochte ich sie am Schluss doch. Sie kam auch dominant rüber, sehr ehrgeizig und selbstbewusst. Gestaltung Das Buch ist mit seinen 144 Seiten ja recht dünn. Also eher eine längere Kurzgeschichte. Trotzdem konnte Stephen King mit dieser Geschichte viel sagen und einen zum Nachdenken anregen. Er zeigt damit wie verklemmt manche Menschen sein können und gemein gegenüber Homosexuellen. Weil die ja nicht ,,normal" sind. Leider kommt das ja oft vor und das finde ich schade. Jeder soll leben und lieben wie er will. Und King zeigt das in diesem Buch sehr gut auf das man lieber offener sein sollte und man damit viel bewirken kann. Die Geschichte noch dazu mit dem geheimnissvollen Gewichtsverlust von Scott ist typisch für King. Aber dennoch war es sehr interessant. Die Geschichte ging rasch voran und der Schreibstil war sehr flüssig zu lesen. Die Charaktere waren glaubwürdig und das Ende sehr traurig fand ich. Der Gedanke zum Ende und allgemein zur Situation wegen Scott fand ich erschreckend. Einfach unglaublich. Trotzdem hat das Ende alles schön abgerundet. Fazit Ein Buch zum Nachdenken und dabei noch mit einem interessanten und spannendem Aspekt geschmückt. Ein tolles Buch für zwischendurch das ich jedem ans Herz lege. Mir gefiel es wirklich sehr und ich kann nicht wirklich viel negatives dazu sagen. Deshalb gibt es von mir auch 5/5 Sternen.

Erhebung

Von: Niklas' Leseblog Datum: 17. November 2018

ERHEBUNG (Stephen King). 🌃 Scott nimmt rasend schnell ab. Sein korpulentes Aussehen ändert sich trotzdem nicht. Und noch unheimlicher: Wenn er auf die Waage steigt, zeigt sie jeweils das gleiche Gewicht an, egal wie viel er momentan trägt, ob Kleidung oder gar Hanteln. Scott hat Angst, dass man ihn zum medizinischen Versuchskaninchen macht. Aber er muss es jemand erzählen. Zu Dr. Ellis hat er Vertrauen, aber auch der weiß keinen Rat. In seiner netten Wohngegend in der Kleinstadt Castle Rock gerät Scott in einen eskalierenden Kleinkrieg. Der Hund der neuen Nachbarn – zwei Lesben – verrichtet sein Geschäft ständig bei ihm im Vorgarten. Die eine Frau ist eigentlich recht freundlich, die andere aber eiskalt. Die beiden haben gerade ein Restaurant eröffnet, von dem sie sich viel erhoffen. Die Einwohner von Castle Rock wollen aber nichts mit Homopaaren zu tun haben, da ist großer Ärger vorprogrammiert. Als Scott endlich kapiert, was Vorurteile in einer Gemeinschaft anrichten, überwindet er den eigenen Groll und tut sich mit den beiden zusammen. Merkwürdige Allianzen, der jährliche Stadtlauf und Scotts mysteriöses Leiden fördern bei sich und anderen eine Menschlichkeit zutage, die zuvor unter einer herzlosen Bequemlichkeit vergraben lag. Ein typischer und doch untypischer Stephen King ist dieses kleine Büchlein. Auf den 144 Seiten brennt der Autor kein Horror-Spektakel ab, sondern liefert eine tiefgründige Kurzgeschichte. King-typisch: vielschichtige Charaktere, die sich selbst über einen so kurzen Zeitraum entwickeln; dazu ein übernatürliches Element. King-untypisch: offensichtliche Gesellschaftskritik, die aktueller nicht sein könnte: Diskriminierung wird so offen wie in keinem anderen Buch des Autors angeprangert.

Erheben wir uns mit! Meisterlich!

Von: Nicole Rensmann Datum: 16. November 2018

Als ich den Klappentext las, dachte ich Stephen King hätte "Thinner" in eine aktuelle Handlung gepackt. Nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, fürchtete ich, Stephen King präsentiert nun eine Alt-Herren-Story aus Castle Rock. Aber es kommt anders. Optisch ein kleines, feines Hardcover mit 143 Seiten. Zum Inhalt Scott arbeitet als Webdesigner, lebt von seiner Frau getrennt, hat eine Katze und ist übergewichtig. Das ist soweit nicht ungewöhnlich. Doch Scott hat ein Problem, er nimmt jeden Tag ein halbes Kilo ab. Das ist in jedem Fall besorgniserregend, aber wir wären nicht in einer Geschichte von Stephen King, wenn dieses Problem weitere mit sich bringen würden: Er wiegt nackt genauso viel wie angezogen, auch wenn er einen Zentner Kartoffeln mit auf die Waage stellt. Scott wird also nicht dünner, er verliert die Bodenhaftung. Er sucht Rat bei Dr. Bob, der pensionierte Arzt ist jedoch ratlos. Und da wäre noch das lesbische Pärchen - Scotts Nachbarn - deren Hunde auf seinen Rasen ... na, du weißt schon. Das möchte er gerne unterbinden. Verständlich. Dann bekommt er mit, dass Missy und Deirdre Probleme in Castle Rock haben. Sie führen ein Restaurant - vegetarisch -, doch die Einwohner meiden sie. Scott ist ein wirklich netter Typ, einer mit Herz und Courage. Er will ihnen helfen. Warum? Einfach so, sagt er selbst. Ob es ihm gelingt, was er anstellt, um Frieden in Castle Rock zu stiften und ob es ein Happy End für ihn gibt, wird an dieser Stelle nicht verraten. Langes Fazit Wow, Steve, wow, dachte ich am Ende. Was für eine großartige, kleine Geschichte, die du da rausgehauen hast. Stephen King packt in »Erhebung« mehrere gesellschaftliche Themen in eine Novelle: Homosexualität, Übergewicht, Religion, Ernährung, Vegetarismus, Oberflächlichkeit, Mobbing, Vorurteile. Kurz: Erhebung ist ein Buch über das Anders-sein und die fehlende Toleranz in unserer Gesellschaft. Ein Statement an die Gesellschaft. Stephen King erhebt sich und macht auf seine persönliche Art auf unsere gesellschaftlichen Missstände aufmerksam. Mit diesem Buch erreicht er mehr Menschen - weltweit -, als wenn er auf die Straße gegangen wäre. Ein sehr guter Schachzug. Bewundernswert nahezu! »Erhebung« ist aber auch eine wunderbare Geschichte über Mut und Freundschaft, voller Ehrlichkeit und Warmherzigkeit - denn auch das ist unsere Gesellschaft. Und während ich die letzten Zeilen schreibe, bekomme ich wieder eine Gänsehaut und mir schießen die Tränen in die Augen. Fazit »Erhebung« ist eine kleine Geschichte mit einer großen Botschaft. Hier und da habe ich genickt, geschmunzelt und am Ende geweint. Mehr geht auf 143 Seiten nicht. Großartig! Absolute Leseempfehlung! Originalrezension unter: https://www.nicole-rensmann.de/2018/11/16/rezension-erhebung-von-stephen-king-heyne-verlag/

Unfassbar berührend

Von: Buchperlenblog Datum: 16. November 2018

Stephen King. Dieser Name steht für Horror, Grusel, Übernatürliches. Aber auch für Menschen. Denn kaum ein anderer Autor unserer Zeit versteht sich so vortrefflich darauf, Charaktere zu zeichnen, die in all ihren Facetten erscheinen. So lernen wir Scott Carey kennen, einen modernen amerikanischen Menschen mit zu viel Speck auf den Rippen. Er lebt in der wohlbekannten Kleinstadt Castle Rock im Bundesstaat Maine, USA. Doch nicht nur sein Gewichtsverlust beschäftigt ihn. Das lesbische Ehepaar in der Nachbarschaft, das frisch hergezogen und vom Kleinbürgertum der Stadt ignoriert und schlimmer noch gemieden wird, zum Beispiel. Auch gegen Vorurteile dererseits hat er zu kämpfen. Doch ein Akt der Freundschaft, bei dem er Deidre McComb, dem tougheren Part der Beziehung, zu Hilfe kommt, lässt ein Band zwischen einigen Menschen entstehen, die aufgrund Äußerlichkeiten sonst nicht zueinander gefunden hätten. So lächerlich im ersten Moment der Grundgedanke der Geschichte auch anmutet, so ernst nimmt man ihn nach nur wenigen Seiten. Da Scotts Körper weiterhin der eines schwergewichtigen Mannes von außen ist, behält er auch seine Muskelkraft. Nur ist diese für sein reales Gewicht viel zu viel, er kann nicht damit umgehen, springt grotesk durch die Wohnung in hohen Sätzen und kann kein Lebewesen mehr berühren, wenn er es nicht durch die Luft schleudern will. Die Absurdität des Ganzen wird mit einer großen Portion Menschlichkeit überdeckt, die mich tatsächlich auf den letzten Seiten immer wieder zu Tränen gerührt hat. Das Thema Gewicht lässt sich vielschichtig interpretieren. Vom allgegenwärtigen Kampf um sein Eigenes in unserer modernen Welt, in der es zu viele übergewichtige Menschen gibt, bis hin zu jenem Gewicht auf unseren Schultern, dass wir mit uns herumtragen müssen. So gibt Scott etwas von seiner selbstgefundenen Leichtigkeit an seine Freunde ab, löst alte Gedankenmuster auf und erhebt sich schließlich selbst über alles irdene. Fazit Das King auch anders kann, hat er schon mehrfach unter Beweis gestellt. Mit diesem Kurzroman hat er eine Geschichte geschrieben, die zu Herzen geht, die einen innehalten lässt und nachwirkt. Kritik an unserem Gesellschaftsdenken, besonders in republikanisch gestimmten Trump-Gegenden Amerikas, mischt sich mit der Kunst des Übernatürlichen. Lesenswert, auch für King-Neulinge.

Bei diesem Buch denkt man noch länger drüber nach

Von: Nadine1986 Datum: 14. November 2018

Ich mag Stephen Kings Bücher, auch wenn mal das ein oder andere dabei ist, welches mich nicht komplett überzeugen konnte. Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, da ich wissen wollte woran Scott nun leidet? Denn wie kann es möglich sein abzunehmen ohne dünner zu werden?? Fand ich sehr interessant. Da das Buch nur 144 Seiten hat wird die Geschichte dementsprechend schnell auf den Punkt gebracht und schnell erzählt. Aber nicht so, dass man nicht mit kommt. Den Schreibstil von Stephen King muss ich nicht weiter beschreiben, da dieser einfach großartig ist. Finde ich.  ;-) Obwohl das Buch so kurz ist, konnte man alle Protagonisten sehr gut kennen lernen. Scott mochte ich von Anfang an sehr gerne und den Arzt Ellis, der ja im Ruhestand ist und sich Scotts Problem annimmt, ist einfach nur goldig. Ellis Frau mochte ich am Anfang nicht so gerne leiden, aber dazu sage ich nichts, weil ich sonst zu viel verrate. Scott ist zu allen immer ehrlich und versucht immer das Richtige zu tun. Wenn etwas Unrechtes geschieht und er dies mitbekommt, setzt er sich auch für andere ein.  Dann gibt es da noch in seiner Nachbarschaft das lesbische Pärchen mit zwei Hunden, welches dann auch noch ein Restaurant besitzt und von allen in der Stadt gemieden wird, da sie nunmal lesbisch sind. Ja, hier sind auch viele Vorurteile in dem Buch zu finden. Ob es nun um Lesben geht, um zu dicke Menschen, um andere Meinungen, es wird vieles auf den "wenigen Seiten" behandelt.  Vielleicht habe ich nicht alles in dem Buch verstanden, denn ich weiß bis zum Ende hin nicht weshalb Scott so rapide abgenommen hat? Dies ist meiner Meinung nach nicht ersichtlich oder ich habe einfach etwas zwischen den Zeilen überlesen... Dennoch kann ich diese Kurzgeschichte jedem empfehlen und wünsche viel Spaß beim Lesen.

Eine wunderbar Herz erwärmende Erzählung und ein Plädoyer für mehr Toleranz

Von: Dirk Hoffmann Datum: 13. November 2018

Eigentlich sollte der Webseitenentwickler Scott Carey mit seinem Gardemaß von über 1,90 Meter und der Wohlstandswampe locker über hundert Kilo auf die Waage bringen, doch in den letzten Wochen hat er auf unerklärliche Weise dreizehn Kilo abgenommen, ohne dass es ihm anzusehen wäre. Als er seinem Freund, dem pensionierten Hausarzt Bob Ellis, davon berichtet, muss dieser erstaunt feststellen, dass Scott sowohl mit Klamotten als auch nackt genauso viel wiegt. Da Bob von so einem Fall noch nie gehört hat, kann er seinem Freund auch nicht helfen, aber er versteht, dass Scott keinen regulären Arzt aufsuchen will, um nicht zu einem medizinischen Versuchskaninchen Zudem hat er auch noch Probleme mit dem lesbischen Nachbarehepaar Deidre McComb und Missy Donaldson, das seine Hunde beim Joggen regelmäßig auf seinem Rasen ihre Geschäfte verrichten lässt. Seine Bemühungen, die beiden Damen für das Problem zu sensibilisieren, schlägt allerdings fehl. Auf der anderen Seite kann Scott es aber auch nicht ertragen, wie die übrige Bevölkerung von Castle Rock über die beiden Restaurantbetreiberinnen herzieht. Der jährliche Stadtlauf trägt allerdings viel dazu bei, das weithin geächtete Paar doch in die Gemeinschaft zu integrieren. Und Scott hat damit begonnen, seinen Frieden mit dem unaufhaltbaren Prozess seines Gewichtsverlustes zu machen. „Scott hatte Angst – alles andere wäre töricht gewesen -, war jedoch auch neugierig. Und noch etwas. Glücklich? War es das? Ja. Wahrscheinlich war das irrsinnig, aber es traf eindeutig zu. Auf jeden Fall fühlte er sich irgendwie auserwählt. Doctor Bob hätte das wohl für verrückt gehalten, aber Scott war da anderer Ansicht. Wieso sollte er sich schlecht fühlen, was er doch nicht ändern konnte?“ (S. 75) Ob nun als Autor unzähliger Kurzgeschichten oder von (selten) kürzeren und (in der Regel) umfangreichen Romanen, Stephen King hat sich seit seinem Durchbruch Mitte der 1970er Jahre zu einem vielseitigen Erzähler, der seine Leser in jeder Hinsicht zu packen versteht. Das gelingt ihm auch mit der Novelle „Erhebung“ auf Anhieb. Sein sympathischer Protagonist Scott weckt beim Leser sofort Neugier für sein außergewöhnliches Problem und Mitgefühl für das Schicksal, das ihm offensichtlich droht. Doch „Erhebung“ – der Titel deutet es bereits an – drückt überhaupt nicht auf die Tränendrüse, sondern versteht sich als Plädoyer für Toleranz und Offenheit, was gerade in Zeiten von Trumps Präsidentschaft und weltweit populistischer Umtriebe ein wohltuendes Zeichen setzt. Wie sich Scott und die beiden zunächst etwas feindselig wirkenden Damen anfreunden und damit die ganze Stadt zu einem lebensfreundlicheren Ort machen, ist einfach bezaubernd geschrieben.

Leider habe ich zu viel erwartet, oder?

Von: Buecherliebe98 Datum: 12. November 2018

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, da ich King sehr gerne lese, vor kurzem habe ich bereits eine Kurzgeschichte gelesen. Kurzgeschichten sind nicht perfekt und ich finde, man kann diese nicht zu einhundert Prozent wie ein richtiges Buch bewerten, wie ich es bei meinen anderen Rezensionen über eine Kurzgeschichten getan habe. Das Buch habe ich sofort nach Erhalt gelesen, da ich mich, wie gesagt, sehr darauf gefreut habe und es ja bloß ca 140 Seiten hat. Der Schreibstil ist klasse, eben wie in jedem Buch von Stephen King. Die Geschichte muss schneller auf den Punkt kommen, weswegen alles generell schneller passiert, dennoch wusste ich bei über die Hälfte nicht, worauf dieses Buch rausläuft. Das Thema wurde im Klappentext und auch sofort am Anfang klar gestellt, dennoch wurde ich mit der Geschichte nicht warm. Den Protagonisten Scott mochte ich sehr gerne, genau wie seinen Arzt, der bereits im Ruhestand ist, das Thema selber finde ich sehr interessant und es wurde auch ganz gut umgesetzt. In der Geschichte geht es aber um mehr, als um Scott's Problem, denn es geht um Freundschaft, Vertrauen und auch darum, sich gegenseitig beizustehen, oder eben sich aus andere Angelegenheiten raus zu lassen, dass Ausgrenzung nicht okay ist. Fazit: Das Buch war für mich bis zum Ende hin nicht ganz schlüssig, vielleicht habe ich auch einfach zu viel erwartet, da "Der Outsider" mich sehr begeistert hatte.

Erhaben

Von: Blaxy's Little Book Corner Datum: 12. November 2018

Scott hat nicht gerade die Statur eines Athleten, dessen ist er sich bewusst. Umso mehr erfreut es ihn, dass die ihm verhasste Waage beginnt ein paar Kilo weniger anzuzeigen. Doch aus ein paar Kilo werden immer mehr, egal was er zu sich nimmt oder auch was er an seinem Körper trägt... Weder er, noch sein Freund Dr. Ellis können sich einen Reim daraus machen, geschweige denn der Tatsache, dass Scott sich rein optisch nicht verändert. Als Scott sich näher mit dem homosexuellen Paar in seiner Nachbarschaft auseinander setzt, ist sein Gewicht nicht mehr das Einzige, was eine Veränderung durchläuft.. Ein Mann, der stetig abnimmt, obwohl er fleißig isst?  Hatten wir das nicht schonmal von Stephen King?! Ja und nein; auch wenn die Geschichte zunächst an "Der Fluch", was King unter seinem Pseudonym "Richard Bachmann" veröffentlichte, erinnert, geht "Erhebung" in eine ganz andere Richtung. Statt Rache begegnen wir hier Akzeptanz und Toleranz. Ich möchte gar nicht groß auf den Inhalt eingehen; bei 144 Seiten ist meine Angst dem Leser etwas wegzunehmen ein wenig zu groß. Dafür möchte ich deutlich machen, dass King es ein weiteres Mal geschafft hat, wundervolle und eindrucksvolle Bilder vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen. Ein wichtiger Teil der Geschichte ist ein schicksalshafter Marathonlauf, der im geschriebenen Worte so gut dargestellt wurde, dass ich bildlich mitlief. Auch wenn der Roman recht kurz ist, habe ich es genossen einen Abend lang Platz zu nehmen und mich dem Schicksal von Scott anzunehmen, in seine Welt abzutauchen und mich mit weiteren Charakteren anzufreunden. Auch fand ich es generell sehr schön, der kleinen Stadt Castle Rock wieder einen Besuch abstatten zu können. Ein Stück weit schwingt Melancholie in "Erhebung" mit, was aber bestens zur dunklen Jahreszeit zur Veröffentlichung passt. Einzig mit dem Ende konnte ich mich nicht ganz anfreunden. Aber da dies eine Geschmackssache ist und auf Meckern auf höchstem Niveau meinerseits hinausläuft, sollte dies kein Grund für Irgendjemanden sein nicht zu diesem Werk zu greifen. 4,5 von 5 Sternen! Ich bedanke mich bei der Verlagsgruppe Random House für das Rezensionsexemplar und hoffe auch in Zukunft auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Schöne Geschichte, aber manchmal etwas langweilig

Von: Bines-Buecherwelt Datum: 10. December 2018

Ich habe viele gute Bücher von Stephen King gelesen, dies war das erste Hörbuch von ihm, das ich mir angehört habe. Die Stimme von David Nathan ist mir sehr bekannt und ich mag sie. Das Cover von Erhebung finde ich ebenfalls sehr schön. Es passt zu der Erzählung und zeigt die Häuser in Castle Rock, wahrscheinlich ist es angelehnt auf eine Szene im Buch. Nachdem man den Klappentext gelesen hat, vermutet man vielleicht etwas anderes, wie das, was letztendlich in der Geschichte um Scott passiert. Zwar steht sein Gewichtsverlust im Vordergrund, aber letztendlich wollte Stephen King hier vermutlich nur ein politischen Statement abgeben, verpackt in einer Kurzgeschichte. Es geht um die Unterdrückung von Minderheiten, um Menschlichkeit und um Zusammenhalt. King zeigt wie wichtig es ist, dass jeder Mensch gleich ist und das jeder gleich behandelt werden soll, denn in schweren Zeiten ist es wichtig, Unterstützung zu haben und zusammenzuhalten. Auf die Charaktere geht er nicht sehr genau ein, was für eine Kurzgeschichte aber völlig in Ordnung ist. Richtig spannend fand ich die Geschichte nicht, spätestens nach etwa der Hälfte kann man sich vorstellen, worauf es am Ende hinausläuft. Fazit: Mir ist es etwas schwer gefallen in die Geschichte rein zu finden. Mit Scott wurde ich nicht so richtig warm, er war viel zu gelassen für das, was mit ihm passiert. Auch wenn ich das politische Statement in der Geschichte gut finde und auch unterstütze war ich froh, als das Hörbuch zu Ende war. Was mir wirklich sehr gut gefallen hat, war der Schluss, der Rest war nicht so meins.

tiefgründige Fantasy-Geschichte

Von: Der Büchernarr Frank Datum: 13. November 2018

Nein, dies ist keine Neuauflage des Romans “Der Fluch”, in dem der Protagonist verflucht wurde und daraufhin an Gewicht verliert. “Erhebung” erzählt eine gänzlich andere Geschichte, auch wenn der Grundtenor identisch ist. +++ Philosophisch +++ Die Ursache für den Gewichtsverlust des Protagonisten Scott bleibt bis zum Ende im Dunkeln, wodurch meiner Meinung nach die Novelle in einem gänzlich anderen Licht zu betrachten ist. Wer einfach nur die Geschichte liest, ohne diese zu hinterfragen, wird vermutlich enttäuscht sein. Nur weil diese Geschichte von Stephen King geschrieben wurde, bedeutet es nämlich nicht, dass diese nicht tiefgründig sein kann. Ganz im Gegenteil steckt in diesem vorliegenden Werk deutlich mehr. Vor allem, wer den Gewichtsverlust metaphorisch zu verstehen weiß. +++ Bodenständig +++ Wer nicht so viel in den Roman interpretieren möchte, wird dennoch unterhalten werden. Die Charaktere sind wie bei King so oft aus dem Leben gegriffen und versprühen dadurch einiges an Authentizität. Ebenso wie gehabt gibt es in dem Buch zahlreiche Verweise zu anderen Werken (wie z.B. die eingestürzte Selbstmordtreppe aus Gwendys Wunschkasten) oder zur aktuellen politischen Lage in den USA (die Trump’sche Diplomatie als negative Steigerung zu einer schlechten Diplomatie). Auch finden sich Themen wie gesellschaftliche Polarisierung und Vorverurteilung in diesem Buch wieder. Beides etwas, was nicht nur in den USA aktuell Beachtung findet. +++ Fazit +++ Diese kleine Fantasy-Novelle vermag es durchaus, seinen Leser zum Nachdenken anzuregen. Zumindest wer dazu bereit ist. Ein Umstand, den man vielleicht von Stephen King nicht erwartet, weswegen ich denke, dass viele Leser, die eine Horror-Geschichte erwarten, von der “Erhebung” eher enttäuscht sein dürften. Alle anderen dürfen sich auf eine erstaunlich tiefgründige Fantasy-Geschichte freuen.

Eine gelungene Kurzgeschichte!

Von: Nicoles Bücherwelt Datum: 12. November 2018

Rückkehr nach Castle Rock… Scott Carey führt ein ruhiges Leben in dem kleinen Städtchen Castle Rock. Doch eines Tages bemerkt er Seltsames: Er nimmt rasend schnell ab – jedoch ändert sich sein eher korpulentes Äußeres nicht. Und es wird noch unheimlicher: Egal ob er mit oder ohne Bekleidung auf die Waage steigt – sie zeigt immer exakt das gleiche an. Sogar mit schweren Hanteln. Scott ist zunehmend ratlos und hat Angst, dass er, wenn er sich medizinisch untersuchen lässt, zu einem Versuchskaninchen wird. So wendet er sich schließlich an seinen guten Freund und pensionierten Arzt Bob Ellis. Der hat jedoch auch keinen hilfreichen Rat. Zudem gerät Scott eher unfreiwillig in einen städtischen Kleinkrieg – seine beiden Nachbarinnen werden von den Einwohnern gemieden – diese mögen keine Frauen, die lesbisch und zudem noch verheiratet sind. Nach und nach erfährt Scott, was Vorurteile anrichten und stellt sich auf die Seite der beiden Frauen. Weitere interessante Geschehnisse, Scotts mysteriöser Gewichtsverlust und der alljährliche Stadtlauf in Castle Rock fördern schließlich etwas zutage, was schon längst als verloren galt… „Wie viele Leute mit einem zum Tode führenden Zustand konnten von sich behaupten, sich völlig gesund zu fühlen? Manchmal musste er an einen Spruch denken, den Nora von ihren AA-Meetings nach Hause gebracht hatte: Die Vergangenheit ist Geschichte, die Zukunft ein Geheimnis. Das schien ganz gut zu seiner jetzigen Situation zu passen.“ – Seite 50, eBook Nach der Novelle „Gwendys Wunschkasten“ kehrt Stephen King mit einer weiteren Kurzgeschichte in das Städtchen Castle Rock zurück, in dem schon u.a. die Romane „Needful Things“ und „Cujo“ gespielt haben. In „Erhebung“ lernen wir zunächst die Hauptfigur Scott Carey kennen, der mit einem mysteriösen Leiden kämpft: Er nimmt rasend schnell ab, ohne das man es ihm ansieht – und egal ob er sich mit oder ohne Bekleidung auf die Waage stellt, sie zeigt exakt das gleiche Gewicht an. Was steckt dahinter? Doch dieses ist nicht das Einzige, was in dieser Geschichte eine Rolle spielt. Obwohl nur 144 Seiten lang, hat die Handlung einiges zu bieten – starke Charaktere, detaillierte Schauplatzbeschreibungen und ein mysteriöses Phänomen, das unaufhaltsam weiterschreitet. Der Schreibstil ist angenehm – man befindet sich sofort mitten in der Geschichte, die sich interessant entwickelt. Es ist kein typischer King-Horror, sonder eher ein ruhiges Buch mit guter Mystery. „Das Lächeln kam zum Vorschein, so vorhersehbar wie der Sonnenaufgang im Osten. Es war ihre Rüstung. Vielleicht verbarg sich dahinter eine Frau, die ebenso verletzt wie zornig war, aber beschlossen hatte, dass niemand auf der Welt das zu sehen bekam.“ – Seite 57, eBook Mein Fazit: Ein gelungenes Buch, das auf nur wenigen Seiten den Leser in seinen Bann zieht. Es geht zurück in die Stadt Castle Rock, in dem neben einem unheimlichen Phänomen auch interessante und starke Charaktere auftauchen. Die Novelle ist nur 144 Seiten lang, aber sie ist toll ausgearbeitet mit gelungener Mystery und einem überraschenden Ende. Sehr lesenswert!

Politisches Statement verpackt in einer Kurzgeschichte

Von: binesbuecherwelt Datum: 30. November 2018

Ich habe viele gute Bücher von Stephen King gelesen, dies war das erste Hörbuch von ihm, das ich mir angehört habe. Die Stimme von David Nathan ist mir sehr bekannt und ich mag sie. Das Cover von Erhebung finde ich ebenfalls sehr schön. Es passt zu der Erzählung und zeigt die Häuser in Castle Rock, wahrscheinlich ist es angelehnt auf eine Szene im Buch. Nachdem man den Klappentext gelesen hat, vermutet man vielleicht etwas anderes, wie das, was letztendlich in der Geschichte um Scott passiert. Zwar steht sein Gewichtsverlust im Vordergrund, aber letztendlich wollte Stephen King hier vermutlich nur ein politischen Statement abgeben, verpackt in einer Kurzgeschichte. Es geht um die Unterdrückung von Minderheiten, um Menschlichkeit und um Zusammenhalt. King zeigt wie wichtig es ist, dass jeder Mensch gleich ist und das jeder gleich behandelt werden soll, denn in schweren Zeiten ist es wichtig, Unterstützung zu haben und zusammenzuhalten. Auf die Charaktere geht er nicht sehr genau ein, was für eine Kurzgeschichte aber völlig in Ordnung ist. Richtig spannend fand ich die Geschichte nicht, spätestens nach etwa der Hälfte kann man sich vorstellen, worauf es am Ende hinausläuft. Fazit: Mir ist es etwas schwer gefallen in die Geschichte rein zu finden. Mit Scott wurde ich nicht so richtig warm, er war viel zu gelassen für das, was mit ihm passiert. Auch wenn ich das politische Statement in der Geschichte gut finde und auch unterstütze war ich froh, als das Hörbuch zu Ende war. Was mir wirklich sehr gut gefallen hat, war der Schluss, der Rest war nicht so meins.

Willkommen in Castle Rock

Von: Buchstabensalat Datum: 24. November 2018

Stephen King Erhebung Ungekürzte Lesung Scott nimmt rasend schnell ab. Sein Körperumfang ändert sich trotzdem nicht. Und noch unheimlicher: Wenn er auf die Waage steigt, zeigt sie das gleiche Gewicht an, egal wie viel er trägt, ob Kleidung oder gar Hanteln. In seiner netten Wohngegend in der Kleinstadt Castle Rock gerät er zudem in einen eskalierenden Kleinkrieg. Es entstehen merkwürdige Allianzen, doch der jährliche Stadtlauf und Scotts mysteriöses Leiden fördern bei sich und anderen eine Menschlichkeit zutage, die zuvor unter herzloser Bequemlichkeit vergraben lag. Mit David Nathan haben Kings Meisterwerke ihren kongenialen Interpreten gefunden. (1 mp3-CD, Laufzeit: ca. 3h 8) Eine Kurzgeschichte vom König. Eine wirklich aktuelle Geschichte hat er da geschrieben. Aktuell was das Weltgeschehen angeht, das er komprimiert nach Castle Rock verlagert. Verwoben mit dem mysteriösen Leiden von Scott, der, ohne sich optisch zu verändern, immer weniger wiegt. Weniger und weniger und weniger.... Erinnert euch das etwa an Sinner? Leider nein, hat gar keine Ähnlichkeit damit! Es ist was völlig anderes und ist vom Anfang bis zum letzten Satz klasse geschrieben. Und wenn David Nathan liest kann es eigentlich nur gut werden. Definitiv eine Empfehlung von mir und deshalb fünf von fünf Sternen.

Kurzweiliges, aber tolles Hörvergnügen

Von: Vanessa´s Bibliothek Datum: 13. December 2018

Ein sehr kurzweilige Geschichte, warum es wahrscheinlich ein Grund war, dass es mir so gut gefallen hat. Ich bin nicht so Fan von 1000 Seiten Büchern, auch wenn Stephen King Bücher einiges hergeben. Ich muss auch sagen, dass ich mittlerweile die Bücher lieber höre, als sie zu Lesen, auch wegen David Nathan. Das Buch ist politisch und gesellschaftskritisch, was mir sehr gefallen hat. Ich mag es, wenn jemand klar seine Meinung äußert und mitdenkt, so wie auch kritisiert. Was ich mich etwas gestört hat, mir war das Ende etwas zu offen, was die Aufklärungen angeht. Da hätte ich mir schon etwas mehr gewünscht, auch wenn ich das Ende so an sich gut gelöst. Ebenso etwas plötzlich war der Umschwung der Frau des Arztes, mit dem Scott schon lange befreundet. Die Frau ändert zu schnell ihre Einstellung. Da hat mir etwas die Erklärung gefehlt. Vielleicht war die Geschichte auch einfach zu kurz, um die Charaktere so intensiv auszuarbeiten, wie man es von King gewöhnt ist. Ebenso hab ich mich über Castle Rock gefreut, denn ich wollte unbedingt etwas über die Stadt erfahren, da ja bald eine Serie kommen soll. Bin ich auch schon gespannt. Also wer eine kurze, aber interessante Beschäftigung für 3 Stunden sucht, ist mit diesem klasse gesprochenen Hörbuch genau richtig.