Brigitte Riebe

Marlenes Geheimnis

Marlenes Geheimnis Blick ins Buch

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Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage …

Familenbande

Von: michas-wundervolle-welt-der-buecher Datum: 15. April 2019

Meinung Der Roman spielt in der Gegenwart am Bodensee und in der Vergangenheit unter anderem der Kriegszeit in Tschechien . Die Schauplätze sind der Autorin wunderbar bildlich zu beschreiben gelungen Für mich war der Roman auch recht interessant und auch zeitgleich erschreckend mit den Rückblicken , da auch ich Verwandte aus Tschechien habe die damals im Krieg fliehen mussten . Die Autorin hat hier sehr gut recherchiert. Der Roman lässt sich flüssig lesen und es kommt durch die vielen Ereignisse die den Roman begleiten nie zur Langeweile . Nach und nach werden verschiedene Familiengeheimnisse ans Licht gebracht , doch ob diese helfen werden die Familie wieder zusammenzubringen . Ein gelungener Roman von Anfang bis Ende .

Eine Familie, drei Generationen und ein Geheimnis

Von: Rebecca K. Datum: 11. April 2019

Als Marlenes Mutter Eva stirbt kehrt Nane, ihre Nichte, zum ersten Mal nach vielen Jahren auf den Hof am Bodensee zurück. An den Bodensee kam Marlene zusammen mit ihrer Mutter um nach dem Krieg sich hier eine neue Heimat aufzubauen. Nane erhält als Vermächtnis ihrer Oma Aufzeichnungen aus ihrem recht langen und bewegten Leben und durch diese Lektüre deckt Nane so nach und nach ein gut gehütetes Familiengeheimnis auf. Auf diesen Roman wurde ich schon Aufmerksam als dieser als Hardcover erschienen ist, nur war ich immer etwas skeptisch ob mir der Roman auch wirklich gefallen würde und habe deshalb auf das Taschenbuch gewartet. Von Brigitte Riebe habe ich schon das eine oder andere Buch gelesen, eben auch einige Bücher welche unter Pseudonym veröffentlicht wurden. Mir ist der Einstieg ins Buch erstaunlich leicht gefallen und obwohl ich mir viel Zeit für die Lektüre nehmen wollte und auch eingeplant hatte war ich viel zu schnell mit dem Buch durch. Mich hatte die Geschichte von Eva und somit auch die von Marlene so gefesselt, dass ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte da ich einfach erfahren wollte wie es weitergeht. Gut hat mir gefallen, dass der Roman auf zwei Zeitebenen gespielt hat und man so immer abwechselnd in der Vergangenheit und ich der Gegenwart war und man so alle Figuren kennenlernte egal ob positiv oder negativ. Evas Geschichte wenn hier auch fiktiv steht für so viele wahre Lebensgeschichten die nach dem 2. Weltkrieg ihrer Heimat beraubt wurden und sich im zerstörten und besetzten Deutschland eine neue Heimat aufbauen mussten. Die Figuren empfand ich während des Lesens als so gut beschrieben, dass man sie sich während des Lesens sehr gut vorstellen und auch ins Leserherz schließen konnte. Da der Spannungsbogen bis zum Schluss gespannt war, konnte man sich beim Lesen so seine Gedanken machen wie wohl alles Enden wird und wie alles Zusammenhängen konnte. Auch die Handlungsorte konnte man sich aufgrund der Beschreibungen sehr gut vor dem inneren Auge entstehen lassen während des Lesens. Alles in allem ein Roman der mich sehr nachdenklich zurückgelassen hat und mich schon während des Lesens sehr berührt hat. Sehr gerne vergebe ich alle fünf Sterne für das Buch.

Die Vertreibung aus dem Sudetenland

Von: franzip86 Datum: 03. April 2019

Inhalt: Nane reist für die Beerdigung ihrer Großmutter Eva an den Bodensee. Sie erbt die Aufzeichnungen ihrer Großmutter aus Kriegszeiten. Eva schrieb über ihr Leben im Sudetenland (Tschechien) während des 2. Weltkrieges und mit dem Ende des Krieges auch die Vertreibung der Deutschen aus dem Land. Ihre Tante Marlene hat dies alles hinter sich gelassen, gemeinsam mit ihrer Mutter Eva haben sie in ein neues Leben starten können. Doch durch die Aufzeichnungen kommt ein lang gehütetes Geheimnis zu tage... Meinung: Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es hat sich super lesen lassen und man hat wieder etwas über ein Kapitel deutscher Geschichte gelernt. Die Charaktere waren mir alle sehr sympathisch. Ich vergebe dem Buch 5 Sterne von 5. Ich danke dem Random Verlag für das kostenfreie Rezenssionsexemplar. Es hat mir viel Spaß bereitet, das Buch zu lesen.

Eine Aufwühlende und bewegende Geschichte über eine mutige Frau

Von: Ariettas Bücherwelt Datum: 18. March 2019

Kurzmeinung: Eine wundervolle und bewegende Geschichte, und das tragische Schicksal einer mutigen Frau. Eine Geschichte voller Emotionen und Geheimnisse Eine Aufwühlende und bewegende Geschichte über eine mutige Frau Meine Meinung zur Autorin und dem Buch: Autorin: Brigitte Riebe hat es verstanden mich wiedereinmal zu verzaubern mit ihrem neusten Roman, der mich zutiefst berührte und beim Lesen unter die Haut ging. Es war mir ein großes literatisches Vergnügen, diesen ungewöhnlichen, facettenreichen Roman mit großem historischen Hintergrund zu lesen. Sie ist eine Ausdrucksstarke Autorin mit einem ganz eigenen Stil. Sie besitzt eine aufmerksame Beobachtungsgabe. Man spürte beim Lesen das eine promovierte Historikerin zugange war. Wie sie von der Vertreibung und Flucht der Menschen aus Osteuropa schrieb. Es war so Bildhaft geschildert das man es mit eigenen Augen sah, es war wie Kopfkino. Ihr Sprach und Schreibstil, ist sehr flüssig, klar und kraftvoll. Das historische ist sehr korrekt und gewissenhaft recherchiert. Alles kommt sehr logisch und schlüssig daher, das man sich sehr gut hinein versetzen kann. Am Ende der Geschichte laufen alle Fäden in einem großen ganzen zusammen, es blieben keine Fragen offen. Auch der Spannungsbogen blieb von Anfang an bis zum Ende hoch und sehr fesselnd. Es erwarten einem beim Lesen, immer wieder sehr überraschende Wendungen, besonders der Schluss war mehr als überraschend, mit einem Ende das man nicht erwartet hätte. Ihre Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet , auch die einzelnen Charaktere hat sie sehr glaubhaft und real heraus gearbeitet. Es sind Menschen aus Fleisch und Blut. Die historische Authentizität und Wahrheit ist präzise wiedergegeben. Sie hat Wahrheit und Fiktion gekonnt miteinander verknüpft, ebenso die verschiedenen Zeitebenen. „ Eine tragische und facettenreiche Geschichte, die einem tief berührt und zu Herzen geht, einach Brillant und gekonnt erzählt“ Zum Inhalt: Man lernt drei Frauen und Generationen kennen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine jede hat sein Päckchen zutragen, ihr Leben ist auf Lügen aufgebaut, deren wahren Hintergrund man so richtig erst am Ende erfährt, wo alle Fäden zu einem großen ganzen zusammen laufen. Es fängt alles mit Nane der Enkelin an, die an den Bodensee zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva fährt. Tante Marlene die Schwester ihrer Mutter Viktoria, kommt sehr kühl und eisig rüber, Viktoria erscheint einem sehr flippig,ganz das Gegenteil von ihrer Schwester, die mit beiden Beinen im Leben steht. Die Beziehung zwischen den zwei Schwestern, ist sehr zerrüttert, Marlene scheint ihre kleine Schwester zu hassen. Was ist vorgefallen und warum ist es so unterkühlt ? Gibt es etwas aus Evas leben, das nicht ans Tageslicht sollte ? Marlene übergibt Nane eine großen Umschlag von ihrer Großmutter Eva, darin befindet sich eine Art Tagebuch, in dem wir mit Nane Abtauchen in Evas Vergangenheit. Eine Vergangenheit die mehr als erschütternd war. Eva lebte mit ihren Eltern in Reichenberg in der Tschechei, ihr Vater ein Apotheker, die Mutter eine ehemalige Opernsängerin aus Ungarn, die todunglücklich in dieser neuen Heimat ist. Eva dagegen scheint aufzublühen, da ist der geliebte Garten mit den köstlichen Äpfeln, aus der sie und Ihr Vater Schnaps brennen. Evas erste und große Liebe Jan, vom dem sie schwanger wird und tragisch endet. Wie alles als es am schönsten ist, findet ein jähes Ende durch Hitler, den 2. Weltkrieg und die Vertreibung der Deutschen am Ende des Krieges. Der Vater Tod, oder vermisst, es bleiben ihr nur ihre beste Freundin Molly und die Mutter. Sie werden aus dem Land vertrieben und werden mit den anderen Flüchtlingen in Waggons gesperrt, wie Vieh. Der Hass auf die Deutschen ist groß das bekommen sie zu spüren. Schon schlimm diese Flucht und die Lager, der Hunger, die Kälte und der Tod. Eva und Molly sind Kämpferinnen, ich habe Eva bewundert. Dann ist da noch die kleine Leni, um die sie sich sorgt, der sie all ihre Liebe und Wärme gibt.In Deutschland werden die Flüchtlinge Zwangs eingewiesen, man spürt deutlich die Ablehnung der Menschen wo sie unterkommen. Evas und Lenis Flucht endet am Bodensee, der Obstbauer Toni Aubelein erbarmt sich ihrer. Mit ihm baut Eva eine Florierende Schnapsbrennerei auf. Aber das ist noch die Bentele, der Junge Bentele hat auch ein Auge auf die schöne und rassige Eva geworfen. Was hat es mit ihm auf sich und warum hast, Marlene diese Familie so?

Alles Geheime bleibt nicht für immer verborgen

Von: claudi-1963 Datum: 09. May 2019

"Versuche nichts zu verbergen, denn die Zeit, die alles hört und sieht, deckt es doch auf." (Sophokles) Nach Kriegsende muss die junge, schwangere Eva Sudetenland, der jetzigen Tschechoslowakei verlassen, wie viele andere ebenso. Durch Umwege kommt sie zusammen mit Marlene (Leni) an ihrer Seite am Bodensee an. Wie die anderen Vertriebenen findet sie Obhut und so kommen die beiden bei Toni Auberlin einem Obstbauern aus Rickenbach unter. Die Apfelplantagen und das Brennen von Schnaps war ja schon immer Evas große Leidenschaft, die sie von ihrer Mutter gelernt hatte. So bleibt es auch nicht aus, das aus der kleinen Schnapsbrennerei recht schnell ein florierender Betrieb wurde. Viele Jahre später führt Marlene Auberlin den Betrieb nach Evas Tod weiter. Zur Beerdigung von Eva kommt nicht nur ihre Schwester Vicky, sondern auch deren Tochter Christiane (Nane) zu ihr. Im Nachlass ihre Großmutter Eva findet Nane dann Aufschriebe aus der Vergangenheit. Da sie nach einer Krise körperlich angeschlagen ist bleibt sie weiter bei Marlene. Beim Lesen der Tagebücher taucht sie immer mehr in die Vergangenheit ihrer Großmutter ein, bis ein lang gehütetes Geheimnisse zu tage kommen. Meine Meinung: Das herrliche Cover mit dem Blick auf den Bodensee, der Klappentext und die vielen schönen Rezensionen hatten mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Obwohl ich die Autorin bis dahin nicht kannte, war ich sofort von ihrem Schreibstil angetan. Die beiden Handlungsstränge die immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her springen machten mich zusehends neugieriger. Auch wenn ich nach und nach etwas vermutete, erfuhr ich erst am Ende des Buches das ganze Ausmaß der damaligen Geschehnisse. Im Plot ging es um die Nachkriegszeit, Vertreibung, Liebe und natürlich um das Geheimnis. Doch es blieb nicht bei einem Geheimnis, den auch der verstorbene Nachbar hatte Geheimnisse, die es zu entdecken gab. Die Zeit der Vertreibung und wie sich Eva zusammen mit ihrer Freundin Molly und der kleinen Leni durchschlagen mussten, hat mich am meisten fasziniert. Ich denke das die Autorin das sehr gut recherchiert hatte, wen sie es nicht sogar aus der eigene familiären Vergangenheit her wusste. Dass es die Menschen auch damals nicht leicht hatten, obwohl sie Deutsche und keine Migranten waren, hat mich schon sehr bewegt und aufgewühlt. Die Charaktere sind ebenfalls bis auf wenige Ausnahmen sehr herzlich dargestellt und ausgedacht. Natürlich gefiel mir am besten Nane, sie hatte eine ganz besondere natürliche sympathische Art. Nach einem Hörsturz wollte sie nun ihr Leben neu überdenken, was sicher ganz gut für sie war. Da kam die Auszeit bei ihrer Tante Marlene gerade zur rechten Zeit. Marlene wirkte auf mich, wie eine Frau, die viel durchgemacht hatte, man merkte, dass sie schon immer hart kämpfen musste und gut alleine zurechtkam. Von Vicky der Schwester und Nanes Mutter bekam man zu wenig mit, als das ich sie groß hier beschreiben möchte. Traurig fand ich nur, das am Anfang die Familie so entzweit war, zum Glück änderte sich das ja am Ende. Sympathisch war mir auch sofort der Tierarzt Fabio Rossi und sein Mitbewohner Brian. Niedlich war auch das Einflechten in die Geschichte von Souki dem Hund den Nane unterwegs fand, es machte das ganze noch etwas lockerer und herzlicher. Ein bemerkenswertes Buch über die Vertreibung der Sudetendeutschen, gepaart mit einer netten Liebesgeschichte, die von mir 5 von 5 Sterne bekommt.

FAmiliensaga und Krieg und Vertreibung

Von: Andrea Hübner Datum: 26. January 2018

Roman Als Eva Auberlin in Rickenbach gestorben ist, versammelt sich die ganze Familie, um Abschied zu nehmen. Christiane, ihre Enkelin, von ihrer Familie zeitlebens liebevoll Nane genannt, reist ebenfalls an. Unterwegs von einer verletzten, alleingelassenen Hündin aufgehalten, schafft sie es trotzdem noch rechtzeitig mit dieser anzukommen. Auch Nanes Mutter Vicky und deren Schwester Marlene wollen der Mutter die letzte Ehre erweisen. Schon kurz nach der Beisetzung flammt zwischen den beiden Schwestern erneut ein alter Streit auf, sodass Vicky Hals über Kopf wieder abreist. Marlene überreicht Nane im Laufe des weiteren Aufenthaltes Notizen von Eva, welche Nane so schnell wie möglich lesen möchte. Sie sucht sich jemanden, der in der Lage ist, ihr das Lesen der Sütterlinschrift beizubringen und dann kann sie einer mehr aufhalten. Eva erzählt über den Krieg, ihre erste große Liebe Jan, der in Tschechien den Krieg nicht überlebte, noch bevor die beiden heiraten konnten. Flucht und Vertreibung, Konzentrationslager, Hunger und Angst. Aber sie hielt durch, sie wollte, dass die kleine Marlene an ihrer Seite ein besseres Leben haben wird. Kurz nachdem ihre Mutter starb, nahm ihr Vater wieder Kontakt zu ihr auf und erklärte ihr in einem Brief, wie sie nach Rickenbach kommt, wo er nun lebt. Eine abenteuerliche Reise begann, die Eva mit Marlene schaffte. Schnell fand sie auch in Rickenbach Unterkunft und Arbeit, somit war auch Marlenes Zukunft etwas rosiger, als es ihre eigene einmal war. Nane war wie gefangen von der Vergangenheit ihrer Großmutter und schob ihre Abreise immer weiter hinaus. Weil sie erst die Notizen zu Ende lesen wollte, weil ihr der Aufenthalt sehr gut tat und nicht zuletzt, weil sie Menschen kennen lernte, denen sie vertrauen konnte. Jetzt war ihr der Job unwichtig und sie kündigte um in Rickenbach zu bleiben. Als sie dann noch auf Simon, ihre Jugendliebe traf, dessen Großvater ebenfalls vor kurzem verstarb und sie feststellte, dass die Vergangenheit ihrer Großmutter und Simons Großvater verbunden ist, wollte sie herausfinden, was es ist…. Brigitte Riebe zeigt mit diesem Roman einmal mehr, dass sie ein schriftstellerisches Chamäleon ist. Egal in welche Zeit, sie taucht ein und schreibt darüber, als hätte sie diese selbst erlebt. Jedes Wort ist glaubwürdig. Ihre lebendige Schreibweise nimmt einen mit und lässt einen in die beschriebene Welt eintauchen und mitleben. Es fällt unheimlich schwer, das Lesen zu unterbrechen, denn obwohl es nicht um Mord und Totschlag geht, so ist Brigitte Riebe trotzdem in der Lage, den Leser mitleben zu lassen und ihm das Gefühl zu geben, dass es nichts spannenderes gibt, als jede Person, jeden Ort und jede Begebenheit selbst zu kennen und auch diesem scheinbar nichtssagenden, normalen Leben, das Millionen von Menschen im Krieg und der Nachkriegsszeit führten, Spannung abzugewinnen. Das Cover wurde perfekt gewählt. Eine Frau mit Kind, die sich vom Betrachter weg bewegen. Das Ganze ohne große Farbkontraste, sodass es etwas Schwermütiges und Trauriges übermittelt. Marlenes Geheimnis ist wieder mal ein Buch von Brigitte Riebe, das ich guten Gewissens empfehlen kann.

Tragisches Flüchtlingsschicksal in den 1940ern, eingebunden in einen Familienroman

Von: Ingrid Eßer Datum: 02. January 2018

Christiane Auberlin, genannt Nane, ist 34 Jahre alt und die Nichte von Marlene, der Titelfigur des Romans „Marlenes Geheimnis“ von Brigitte Riebe. Das, was Marlene im und nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat, ist in Vergessenheit geraten. Erst Nane bringt die Ereignisse in Bewegung, die dazu beitragen, die Vergangenheit wieder ans Licht zu holen. Nicht nur die Erzählung sondern schon das Cover nahm mich mit an den Bodensee, einer Gegend mit hohem Bestand an Obstwiesen. Auch Familie Auberlin profitiert davon, denn sie verarbeiten Äpfel, Birnen, Kirschen und ähnliches hauptsächlich zu wohlschmeckendem Obstbrand. Nach einem Pharmaziestudium ohne Abschluss verdingt sich Nane seit mehreren Jahren als Vertreterin für Diätprodukte. Seit geraumer Zeit hat sie gesundheitliche Probleme. Der Tod ihrer Großmutter Eva führt sie zur Beerdigung in die Heimat an den Bodensee ins Haus ihrer unverheirateten Tante Marlene, die die Schnapsbrennerei der Familie weiter fortführt. Auch ihre Mutter Vicky reist an und sofort brechen die alten Streitigkeiten der Geschwister untereinander wieder auf. Verwundert ist Nane über die große Ablehnung ihrer Tante gegenüber den Nachbarn mit deren mit ihr in etwa gleichaltrigen Kindern Lukas und Simon sie früher immer gern gespielt hat. Bei einem Treffen bittet Simon sie, ihm zu helfen, den Nachlass seines Großvaters zu ordnen. Einige Papiere sind in Sütterlin geschrieben und Nane soll den Text entziffern. Kurze Zeit vorher hat Marlene ihrer Nichte ein Notizbuch mit den Lebenserinnerungen von Eva übergeben, die diese für ihre Enkelin aufgezeichnet hat. Während ihre Mutter schon bald wieder abreist, beschließt Nane zu bleiben und in die Vergangenheit der Familie einzutauchen. Brigitte Riebe hat ein bewegendes Stück deutscher Geschichte in ihrem Roman verarbeitet, das mir bisher nicht präsent war. Ihr Blick in die Vergangenheit führte mich zurück in das Protektorat Böhmen und Mähren nach Reichenberg, dem heutigen Liberec. Stadt und Stadtkreis waren 1939 dem Deutschen Reich eingegliedert worden, doch im Mai 1945 wurden sie der wiedererrichteten Tschechoslowakei zugeordnet. Die ansässigen Deutschen wurden enteignet und vertrieben. Die Wurzeln der Autorin selbst liegen in dieser Gegend. Als promovierte Historikerin hat sie selbstverständlich die damaligen Ereignisse exakt wieder gegeben. Sie wertet dabei nicht über die beteiligten Seiten. Zudem hat sie rund um die historischen Daten eine glaubhafte Geschichte gesponnen, die mich berührt hat. Im Roman wechseln sich Gegenwart und Vergangenheit ab. Von Beginn an baut die Autorin eine gewisse Spannung auf, denn bereits durch den Titel habe ich ein Familiengeheimnis erwartet und war neugierig darauf, dass dieses aufgedeckt wird. Geschickt setzt Brigitte Riebe einige Cliffhanger sowohl im Heute wie im Damals. Sie begründet die Handlungen ihrer Charaktere und versieht sie mit jeweils eigenen Befindlichkeiten. Insgesamt hat mich die Art der Darstellung gefesselt. Das tragische Flüchtlingsschicksal hat mich emotional sehr berührt. Die Heimatverbundenheit der Menschen ungeachtet ihrer Nationalität in den verschiedenen beschriebenen Gegenden war deutlich zu spüren. Ich fühlte mich bestens unterhalten und vergebe gerne dazu eine Leseempfehlung.

Marlenes Geheimnis

Von: Nik75 Datum: 24. December 2017

Meine Meinung: Der Roman von Brigitte Riebe hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein Roman der die Familiengeschichte von Eva und ihrer Tochter Marlene erzählt. Nane, Evas Enkelin bekommt nach Evas Tod ihre Tagebücher und sie deckt beim Lesen einiges auf. Es ist eine spannende Geschichte, die den Ursprung im 2. Weltkrieg hat. Wir lernen eine starke Eva kennen, die alles tut um den Krieg zu überleben. Sie erlebt viele schreckliche Dinge, die man sich heute gar nicht vorstellen kann. Doch Eva bleibt stark und kann sich sogar ihre eigene Firma am Bodensee aufbauen. Die Geschichte ist von Anfang an spannend geschrieben und ich mochte die Protagonisten sehr. Sie sind alles starke Persönlichkeiten und besonders Nane und Marlene sind mir sofort ans Herz gewachsen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und emotional. Man taucht in Evas Erlebnisse im 2. Weltkrieg richtiggehend ein und muss einfach mit ihr mitleben und mitfiebern. Auch im Hier und jetzt erfährt man, dass auch Marlene so ihre Geheimnisse hat, was den Roman noch spannender macht. Marlenes und Evas Geheimnisse sind miteinander verwoben und drängen beim Lesen immer mehr in den Vordergrund. Wer Familiengeheimnisse liebt und auch in der Zeit zurückreisen will ist hier genau richtig. Ich war fasziniert und gefesselt vom Roman und bin froh, dass ich diese bewegende, emotionale und spannende Geschichte lesen durfte.

Familäre Geschichte mit Herz und Drama

Von: Svenja Datum: 06. December 2017

Eine Geschichte über zerstrittene Familien, verstorbene Familienmitglieder und deren Vergangenheit vor, während und nach dem Krieg. Gefüllt mit viel Gefühl, starken Persönlichkeiten und vielen Geheimnissen. Obwohl ich keine Geschichten über den Krieg mag, hat mir das Buch sehr gefallen. Es geht um eine junge Frau, die die Geheimnisse ihrer Familie aufdeckt und nebenbei ihr Leben umkrempelt. Teilweise ist es herzzerreißend aber, obwohl die Geschichte vom Tod, Leid und Krieg vieler Menschen erzählt, macht es einen nicht wehmütig. Die Geschichte ist so gewählt geschrieben, dass einem zwar ab und zu die Luft eng wird, man aber nicht großartig Tränen verdrückt, weil die Geschichte dafür einfach viel zu spannend ist. Mit Drama, Familie, Freunde und ein wenig Liebesglück gefüllt ist die Geschichte für jeden, der gerne Spannung in seinen Büchern findet und eine seichte Geschichte für zwischendurch sucht. Ich würde sogar behaupten, dass das Buch einen darüber zum nachdenken bringt, was der Krieg für die Familien bedeutet hat, wie grausam manche Menschen waren/sind und wie stark jemand sein muss, der trotz so vielem Leid noch glücklich wird. Es ist eine wirklich tolle Geschichte, die einem vieles näher bringt und trotz ihren über 400 Seiten flüssig zu lesen ist. Ich würde dem Buch 4,5 von 5 Sternen geben.

Sehr bewegend

Von: World of books and dreams Datum: 01. December 2017

Nane kehrt nach einer langer Zeit in ihre Heimat an den Bodensee zurück, doch der Grund, aus dem sie dort ist, ist alles andere als erfreulich, denn ihre geliebte Großmutter Eva ist verstorben. Ihre Tante Marlene und ihre Mutter verstehen sich nicht so gut, den Grund dafür kennt Nane nicht. Als nach der Beerdigung Nanes Mutter wieder abreist, beschließt Nane sich eine Auszeit bei ihrer Tante zu gönnen. Dabei bekommt sie Evas Aufzeichnungen aus längst vergangenen Tagen in die Hand und neugierig beginnt Nane mit dem Lesen dieser. Dabei versinkt sie sehr schnell in der Vergangenheit und durch einen Zufall kommt Nane einem Geheimnis immer näher auf die Spur. Meine Meinung: Ich bin ja ein großer Fan von Familiengeschichten, die zeitenübergreifend erzählt werden und dabei auch noch Geheimnisse verhüllen und so wurde ich schon sehr neugierig auf Brigitte Riebes Roman Marlenes Geheimnis. Bisher kannte ich noch keine Bücher der Autorin, doch dies werde ich auf jeden Fall noch ändern. Der Einstieg in den Roman fällt leicht, denn man befindet sich gleich mitten in der Geschichte und begleitet Nane, eine der Protagonistinnen in der Gegenwart, auf die Heimreise. Schon hier spürt man, dass man es sehr bald schon mit Geheimnissen rund um die Familiengeschichte zu tun bekommt und genau so verhält es sich auch. Doch Brigitte Riebe gibt natürlich nur langsam und Stück für Stück Preis, worum es hier wirklich geht und was das Geheimnis ist. Die Geschichte lädt geradezu zum Mitraten und Miträtseln ein und ist absolut fesselnd, immer wieder gibt es Wendungen, die das Buch zu einem Pageturner werden lassen, da man wissen muss, wie es weitergeht. Fesselnd ist auch der Schreibstil der Autorin, denn sie schreibt wunderbar leicht und mitreißend, so dass man einfach tief darin versinken kann. Dabei schafft sie es ganz wunderbar, gerade bei den Rückblenden in die Vergangenheit die Geschehnisse lebendig werden zu lassen. Genau diese verschiedenen Zeiten, in der die Geschichte spielt, macht das Buch auch zu etwas besonderem. Wir lernen Eva Menzel und ihr Familie kennen und zwar in der Zeit des zweiten Weltkriegs. Dabei erlebt man hautnah, wie diese Familie, die einst wohlhabend und angesehen war, plötzlich vor dem Verlust von allem steht. Sie werden aus ihrer Heimat, dem Sudetenland, vertrieben und es folgt eine Zeit voller Entbehrungen, aber auch voller Freundschaft. Dieses Schicksal ist sehr berührend erzählt und man fühlt mit Eva und fühlt sich auch mit ihr verbunden. Brigitte Riebe lässt diese Zeit sehr lebendig werden und man spürt, dass die Autorin hier gute Arbeit bei der Recherche geleistet hat. Sie verknüpft geschickt ihre fiktive Geschichte mit wahren Begebenheiten, so dass man den Eindruck hat, etwas Reales zu betrachten. Durch einen Erzähler in der dritten Person verfolgt der Leser das Erlebte, dabei hat man durchaus das Gefühl, geradezu die Ereignisse anzusehen, da es sehr lebendig geschildert wird. Man durchläuft viele, unterschiedliche Gefühle beim Lesen und trifft auf Grausamkeiten, aber auch Menschlichkeit, wenn man gerade nicht damit rechnet. Die Charaktere waren ganz großartig, auch wenn man das Gefühl hat, dass man Eva Menzel, später Auberlin, deutlich näher kennenlernt, doch das liegt auch daran, dass das Geheimnis der Familie aus der Zeit stammt, in dem Eva selbst noch jung ist. Eva fand ich großartig, sie wirkte durch und durch authentisch und lebendig, Aber auch die anderen Personen nehmen wichtige Rollen ein, gerade auch Evas beste Freundin Molly nimmt hier eine äußerst wichtige Rolle ein. Aber auch die Personen der Gegenwart, die zwar etwas mehr im Hintergrund bleiben, sind trotzdem voller Leben, so dass man auch hier durchaus den Eindruck hat, mit ihnen gemeinsam dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Mein Fazit: Ein Buch, das mich sehr berühren und bewegen konnte. Die Charaktere machten die Geschichte sehr lebendig und wirkten auf mich authentisch und glaubwürdig. Viele Wendungen und Ereignisse, die den Leser in Atem halten, machen die Geschichte atmosphärisch und ich fühlte mich in die Zeit zurückversetzt. Eva ist eine tolle Persönlichkeit und ihre Entwicklung innerhalb der Geschichte wirkte absolut nachvollziehbar. Aber auch die weiteren Charaktere haben mir gut gefallen und ich konnte die Geschichte zufrieden beenden. Von mir gibt es hier eine klare Leseempfehlung!

Sehr bewegende Familiengeschichte

Von: lenisvea Datum: 24. November 2017

€ 19,99 [D] inkl. MwSt. € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empf. VK-Preis) Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-453-29205-5 NEU Erschienen: 11.09.2017 Drei Frauen, drei Generationen und ein Geflecht aus Lügen Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage … Bestsellerautorin Brigitte Riebe ist zurück – mit einem bewegenden Roman über ein deutsches Familienschicksal Meine Meinung: Ich bin durch die vielen positiven Meinungen auf dieses Buch aufmerksam geworden. Freundlicherweise wurde mir dieses vom Verlag zur Verfügung gestellt. Durch Lucinda Riley und Corinna Bomann habe ich Romane mit Familiengeheimnissen für mich entdeckt. Seitdem wage ich mich auch langsam an historische Romane heran. Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen. Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Geschichte ist von Anfang an so interessant und spannend, dass man sehr schnell durch das Buch kommt. Man lernt Nane kennen, die mit ihrer Mutter Vicky zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva reist und im Anschluss ein paar Tage bei ihrer Tante Marlene verbringen möchte. Kurz nach der Beerdigung gelangt sie an Aufzeichnungen ihrer Großmutter, die alles verändert. Es kommen Familiengeheimnisse ans Licht. Für mich selbst kann ich sagen, dass mir das Buch die damalige Zeit sehr gut näher bringen konnte. Es hat mich einfach total in den Bann gezogen, Eva und Marlene durch diese sehr schlimme Zeit zu begleiten. Alles in allem kann ich hier nur eine ganz klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen. Mich konnte das Buch von der ersten Seite an begeistern und bekommt von mir daher auch sehr gute 4,5 Sterne.

Guter historischer Roman

Von: eulenmatz iest Datum: 09. November 2017

INHALT: Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage … MEINUNG: Auf Grund der sehr vielen positiven Meinungen im Vorfeld habe ich mich sehr auf das Buch gefreut. Bisher habe ich von Brigitte Riebe noch nichts gelesen, aber es war für mich so kleiner persönlicher Anstoß endlich mehr historische Romane zu lesen. Marlenes Geheimnis ist ein ideales Buch, um einen ersten Einstieg in das Genre zu finden. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart begleiten wir Christiane, genannt Nane, und in der Vergangenheit die junge Eva, Nanes Großmutter. Zunächst war etwas irritiert wegen des Titels und den Zusammenhang der beiden Frauen mit Marlene, aber im Verlauf der Geschichte stellt sich heraus, das Evas Geschichte zum Teil auch Marlenes Geschichte ist. Eva und Evas Geschichte haben mir sehr gut gefallen. Man erfährt viel über Sudetendeutschland und die Auswirkungen nach dem zweiten Weltkrieg. Auch wenn es meine Familie auch betroffen hat, hatte ich immer ein zwiegespaltenes Verhältnis zu den ganzen Organisationen und Zusammentreffen „der Vertriebenen“. Das Buch hat mich allerdings etwas milder gestimmt, denn im Grunde konnte die Deutschen, die dort wohnte und deren Heimat diese Gegend war, ja nichts für politischen Ereignisse. Ich möchte hier mit keinem tauschen. Eva, die einst ein junges, recht naives Mädchen war, muss in den Wirren des Zweiten Weltkrieges schnell erwachsen werden, denn am Ende zählt nur das reine Überleben. Mit Nane hingegen bin ich nicht sonderlich warm geworden. Nane kommt zu Beerdigung von Eva und bringt ein Sack voll eigenes Probleme mit, die natürlich immer wieder Thema sind. Alles in allem war das für mich allerdings recht uninteressant, genauso wie die sich anbahnende Liebesgeschichte. Evas Geschichte nimmt hier einfach sehr viel Raum ein. Nane ist nur der Schlüssel, um an besagtes Geheimnis zu kommen. Dem Buch fehlte es in meinen Augen ein wenig an Sogwirkung/ Spannung. Man hat bis zum Schluss nicht den Eindruck irgendeinem Geheimnis auf der Spur zu sein. Es liest sich mehr wie ein Zeitzeugenbericht, was keinesfalls schlecht ist, aber mich hat es etwas enttäuscht. Am Schluss kommen ein paar Sachen ans Licht, die man sich dann schon gedacht hat. Generell fand ich den Schluss sehr überstürzt. In wenigen Seiten löst die Autorin alles auf. Die Art der Auflösung hat mir auch nicht wirklich gefallen. Treibende Kraft ist dabei Nane. Um Lichts ins Dunkel zu bringen liest sie ein privates Tagebuch vor, was ich nicht wirklich in Ordnung fand. FAZIT: Ein wirklich interessantes Buch über die Zeit in Sudetendeutschland vor und nach dem zweiten Weltkrieg. Was die Spannung und Sogwirkung anging, konnte mich das Buch dennoch nicht restlos überzeugen. Die Aufklärung des Geheimnisses kam mir an Ende zu überstürzt und zu kurz. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

Marlenes Geheimnis

Von: Inge da Silva Datum: 06. November 2017

Brigitte Riebe hat sich wieder einmal selbst übertroffen. Ein wunderbarer Roman, der in zwei Teilen erzählt wird, einmal die Gegenwart und dann die Vergangenheit. Es geht um 3 Generationen von Frauen: Eva, Marlene, Vicky und Vickys Tochter Nane. Es geht in dem Buch um Vertreibung, Krieg und Liebe, die nicht sein durfte, und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage, nachdem Eva gestorben ist. Der Roman ist sehr emotional erzählt, sehr berührend. Man merkte, dass du mit dem Herzen geschrieben hast. Du hast alles so toll beschrieben man war beim Lesen mitten im Geschehen drin – Kopfkino pur. Ich könnte mir das Buch gut als Film vorstellen. Oft war ich sehr berührt. Diese Geschichte, wie soll ich es sagen, passt mit meiner eigenen Geschichte und der meiner Mama zusammen, die auch als 5-jährige von Aachen nach Schlesien zog, um später vertrieben zu werden. Sie hat bis heute kaum darüber gesprochen, was geschah auf der Flucht. Wenn Filme oder Dokus im Fernseher darüber kommen, schaltet sie aus. Sie sagt, sie will davon nichts mehr wissen oder hören. Es ist vorbei. Dann fließen Tränen. Das meiste, was ich darüber weiß, ist, dass ich von meinem Onkel war, der damals etwas älter war. Zurück zum Buch: Es ist brillant, einfach klasse. Bin immer noch überwältigt. Habe es in drei Tagen ausgelesen. Ich konnte es nicht aus der Hand legen – es war zu spannend erzählt. Danke nochmals! Lg Inge <3

Berührende Familiengeschichte über mehrere Generationen

Von: Laura von Eden Datum: 05. November 2017

Seit dem ich Lucinda Riley für mich entdeckt habe, habe ich eine kleine Vorliebe für Geschichten um Familiengeheimnisse, die vorzugsweise auf verschiedenen Zeitebenen spielen. Als ich dann das neue Buch von Brigitte Riebe entdeckt habe, war sofort klar, dass ‚Marlenes Geheimnis‘ genau meinen Geschmack treffen könnte. Wir begleiten Nane, die in ihren Heimatort zurückkehrt und dort auf ihre Familie und alte Freunde trifft. Dort angekommen, erhält sie Aufzeichnungen ihrer Großmutter. Durch diese Aufzeichnungen werden wir mit in die Vergangenheit genommen und erfahren wie es der Familie zu Kriegsbeginn erging. Die Familie wurde aus dem Sudetenland vertrieben und die Autorin schafft es dieses sensible Thema sehr einfühlsam und feinfühlig zu beschreiben. Doch auch in der gegenwärtigen Zeitebene schafft es die Autorin eine Familie zu zeichnen, die sich durch so manche Umstände voneinander entfernt hat. Unsere gegenwärtige Hauptfigur Nane macht keine leichte Zeit durch, und man merkt förmlich wie sie langsam wieder etwas Halt findet. Beide Handlungsstränge werden abwechselnd erzählt und ich könnte nicht sagen, welche Zeitebene ich interessanter fand, denn beide hatten ihren Reiz. Brigitte Riebe hat, wie oben schon erwähnt, eine sehr einfühlsame Art auch grausame Dinge zu schildern, außerdem kann man durch ihre sehr bildhafte Sprache sehr gut in das Geschehen eintauchen. Ihr Schreibstil liest sich sehr flüssig und lebendig. Die Geschichte hat mich emotional sehr berührt, vor allem die grausamen und nicht beschönigten Erlebnisse aus der Kriegszeit beziehungsweise Nachkriegszeit. Letztlich könnte man dem Buch wohl auch den Titel ‚Geheimnis mehrerer Generationen‘ geben, denn im Endeffekt hängt in der Familiengeschichte natürlich alles zusammen. Für mich war ‚Marlenes Geheimnis‘ ein rundum gelungener Familienroman, der berührt und auch nachdenklich macht.

Drei Frauen, drei Generationen

Von: die.buecherdiebin Datum: 01. November 2017

Inhalt: Nane reist zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva an den Bodensee. Dort hatte Eva zusammen mit ihrer ältesten Tochter Marlene eine gut florierende Schnapsbrennerei betrieben, die Marlene nun allein weiterführen muss. Eva hat ihrer Enkelin Nane die Aufzeichnungen ihrer Vergangenheit hinterlassen, beginnend im Jahr 1938. So erfährt Nane alles über Evas Erlebnisse und Gefühle während der Kriegsjahre, der Vertreibung aus dem Sudetenland und dem Neuanfang am Bodensee. Und so wird auch endlich ein lange gehütetes Geheimnis gelöst… Meine Meinung: Die Geschichte der drei Frauen; Eva, Marlene und Christiane, genannt Nane, wird auf zwei Zeit, bzw. Handlungsebenen erzählt. In der Gegenwart geht es um die 34-jährige Nane, die gesundheitliche Probleme hat und dringend eine Auszeit braucht. Sie wohnt nach der Beerdigung bei Marlene und liest in jeder freien Minute die Aufzeichnungen ihrer Großmutter Eva, die die Jahre 1938 -1953 umfassen. Diese Rückblicke in die Kriegs- und Nachkriegszeit haben mir am besten gefallen und hätten gerne noch mehr Raum in dem Buch einnehmen dürfen. Bisher habe ich noch nicht viel über die Sudetendeutschen im und nach dem Krieg gehört oder gelesen, darum fand ich diese Geschichte besonders interessant. Der Schreibstil von Brigitte Riebe ist sehr flüssig und durch den Wechsel der Zeiten fliegt man nur so durch die Seiten. Von den drei Protagonistinnen mochte ich Eva am liebsten. Aus dem aufgeweckten Kind Marlene ist eine reservierte und eigensinnige Frau geworden, die ihre Kindheitserlebnisse nie abschütteln konnte. Wenn man später ihre Geschichte kennt, versteht man ihre Verletzlichkeit. Nane konnte mich dagegen nicht so richtig überzeugen. Gegen Ende des Buches werden die Jahre 1945 - 1953 leider ziemlich überstürzt erzählt. Das hat mir nicht so gut gefallen. Doch die anschließende Auflösung von Marlenes Geheimnis fand ich richtig gut. Darauf wäre ich nicht gekommen. Fazit: Ein interessanter, informativer und auch berührender Familienroman mit einem gut recherchierten Hintergrund (Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin). Nicht perfekt, aber durchaus lesenswert.

Bewegende Geschichte dreier Generationen

Von: Petra Radtke Datum: 29. October 2017

Der Roman beschreibt die Geschichte dreier Generationen, Eva, Marlene, Marlenes Halbschwester Vicky und deren Tochter Nane. Es handelt vom Leben von Eva mit ihren Eltern im Sudetenland, der Verteibung der Deutschen nach dem Krieg, das Leben als Flüchtling und endlich angekommen in der neuen Heimat am Bodensee. Es handelt von Liebe über alle gesellschaftliche Schranken hinaus, von der Unmenschlichkeit und Elend des Krieges, von der Kraft der Menschlichkeit in dieser schrecklichen Zeit, die Stärke von Freundschaft, aber auch von Hass und Lügen, die ein Leben begleitet haben.... Mich hat der Roman von Anfang an gefesselt. Da Brigittes Riebes historische Romane mir besonders gefallen, war ich schon sehr gespannt auf dieses Buch und ich wurde nicht enttäuscht. In ihrer besonderen Schreibweise, gelingt es ihr immer wieder den Leser mit auf eine Reise zu nehmen. Man sieht die Geschehnisse direkt beim Lesen vor sich. Taucht ein in eine Welt, die nie vergessen werden darf. Man erlebt zu welcher Stärke die handelnden Frauen in einer Welt voll Entsetzen, Mord, Hunger und Zerstörung heranwachsen. Eva, die im Krieg die Liebe ihres Lebens erlebt, aber auch ihre liebsten Menschen verliert, hat immer wieder die Kraft für andere Menschen, besonders für die kleine Marlene da zu sein. Man bangt mit ihr und hofft doch noch auf ein gutes Ende. Ihre Enkelin Nane liest nach dem Tode ihrer Oma deren Aufzeichnungen und so manches Geheimnis wird dadurch aufgedeckt. Gleichzeitig hilft sie ihrer Tante Marlene bei der Apfelernte am Bodensee und durch die wunderbare Beschreibung , fühlt man sich als Leser in die wunderschöne Landschaft am Bodensee versetzt. Aber auch Nanes Mutter hat ein Geheimnis, das sie nun erst nach dem Tod der eigenen Mutter aufdecken wird...Die Geschichte lebt von Spannung, gefühlvollen, aber auch schrecklichen Momenten. Ich selbst habe viel Neues vom Leben der Sudetendeuschen und der politischen Hintergründe ihrer Vertreibung erfahren. Da meine Mutti auch als Flüchtlingskind mit meiner Oma, Uroma und ihrem kleinen damals 5 Monate alten Bruder aus Ostpreußen in die brandenburgische Stadt kam, die im Buch beschrieben ist, habe ich mich nach dem Lesen des Buches mit ihr lange darüber unterhalten.Sie erzählte mir, dass ihre Familie Glück hatte und gleich von lieben Menschen in ihrem Haus aufgenommen wurde. Auch von Soldaten der Roten Armee hat sie als Kind oft Grütze bekommen. Es gab also auch viel Menschliches nach dem Grauen des Krieges. Gerade heute ist dieses Buch sehr aktuell. Man sollte sich mehr in die Menschen reinversetzen, die ihre Heimat heutzutage wegen Krieg und Hunger verlassen müssen und sie nicht von vornherein ablehnen. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen. Diese Zeit darf nicht vergessen werden. Danke an Brigitte Riebe für spannende, berührende und historisches Wissen vermittelnde Lesestunden.

Familiengeheimnis zum weiterempfehlen

Von: Romina Datum: 29. October 2017

Autor: Brigitte Riebe 432 Seiten Verlag: Diana Hardcover Familiengeheimnis Nanes Grossmutter, Eva, ist gestorben. Alle treffen sich in Rickenbach zur Beerdigung bei der ältesten Tochter, Marlene. Marlene und Vicky sind Halbschwestern und haben sich schon immer in den Haaren, leider auch an der Beerdigung, denn direkt danach ist Vicky wieder abgereist. Nane bleibt noch ein paar Tage zur Erholung bei ihrer Tante, doch das ändert sich, als sie das Tagebuch von ihrer Grossmutter liest. Ein Familiengeheimnis kommt ans Licht. Ein tolles Familiengeheimnis, dass ziemlich in der Nähe von mir gespielt hat. Das Buch wird nämlich in zwei verschiedenen Zeiten erzählt, einmal in der Gegenwart und einmal in der Vergangenheit. Man bekommt einen Eindruck, wie es früher im Krieg in Tschechien und Deutschland ausgesehen hat und wie es zu und her ging. So erfährt man, wie es jungen Mädchen, wie Eva und Milly, ging, wo sie überall hingebracht worden sind und was sie alles erleiden mussten. Was für tragische Verluste sie machen mussten und doch immer weiter blicken mussten. Wie alle hofften es sei endlich vorüber und es doch noch weiter ging. Eine Geschichte, bei der man mitfiebert bis zur letzten Seite. Ich kam schnell in die Geschichte hinein und konnte mich gut in die Charaktere hineinversetzen. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, so kam ich, wenn ich gelesen habe, sehr gut voran. Eine tolle Idee fand ich das Tagebuch in der Geschichte, dass die Sucht zum weiterlesen aufbaute. Das Cover ist passend zum Buch gewählt, mit Blick auf den Bodensee ;) Fazit: Ein tolles Familiengeheimnis, dass sich weiterempfehlen lässt, darum 5/5 Sternen :)

Bewegende Familiengeschichte und sehr lebendige Erzählung der deutschen Geschichte anhand des Schicksals dreier Frauen

Von: schnäppchenjägerin Datum: 27. October 2017

Die 34-jährige Christiane, kurz Nane genannt, fährt anlässlich der Beerdigung ihrer Großmutter Eva in ihre Heimat an den Bodensee. Die Pharmavertreterin braucht ohnehin eine Auszeit von ihrem Leben in Frankfurt und bleibt ein paar Tage länger bei ihrer Tante Marlene, die die familiengeführte Schnapsbrennerei übernommen hat. Auch Nanes Mutter Vicky kommt zur Beerdigung, hat aber ein derart zerrüttetes Verhältnis zu ihrer Schwester, dass sie direkt wieder abreist. Eva hat ihrer Enkelin ein Buch mit ihren Memoiren hinterlassen, in denen Nane zu lesen beginnt und deren Offenbarungen über ihre Familiengeschichte sie überrascht. Durch die Aufzeichnungen von Eva Menzel im Zeitraum von 1938 bis 1953 erfährt man deren Lebensgeschichte und die ihrer Tochter Marlene. Eva wohnte zur Zeit des Nationalsozialismus in Reichenberg im Sudetenland, wo sie von ihrem Vater, einem Apotheker, das Schnapsbrennen erlernt hat, während ihre Mutter Julika dem Alkohol verfiel. Als ihr Vater letztlich doch an die Front musste, befand sich Eva stets in dem Zwiespalt, weiterhin Schnaps zu brennen, der ein begehrtes Zahlungs- bzw- Tauschmittel wurde und damit die Alkoholsucht ihrer Mutter zu unterstützen. Als 16-Jährige verliebt sie sich in den Tschechen Jan, der Ende des Zweiten Weltkriegs als Partisan gegen die Deutschen kämpfte und bei dem Versuch Eva vor den übergriffigen russischen Besatzern zu schützen, sein Leben ließ. Es folgten schwierige Jahre, geprägt von der Krankheit der Mutter, der Vertreibung aus der Heimat und der Ungewissheit, ob der Vater wieder lebend zurückkehren würde. Über verschiedene Lager in Brandenburg und Sachsen gelangt die Familie schließlich nach Rickenbach am Bodensee, wo Eva zusammen mit Marlene 1946 ein neues Leben beginnt und mit dem heimischen Äpfeln eine florierende Schnapsbrennerei aufbaut. Aus dem Flüchtlingsmädchen aus Nordböhmen wird in den 40er-Jahren die dreimalige Bodensee-Apfelkönigin. Genauso gebannt wie Nane die Lebensbeichte ihrer Großmutter liest, die damit ihre Enkelin über ihre Herkunft aufklären möchte und gleichzeitig für eine Annäherung ihrer beiden ungleichen Töchter Marlene und Viktoria sorgen möchte, ist man als Leser von den sehr authentisch wirkenden Frauenschicksalen fasziniert. Eva lernt man als warmherzige und starke Frau kennen, die sich im Leben vieles erkämpfen musste, bevor sie am Bodensee Fuß fasste und Toni, den Vater ihrer Tochter Viktoria heiratete. Marlene war ein aufgewecktes junges Mädchen und wirkt als erwachsene, über 70-jährige Frau reserviert und unnahbar. Rätselhaft ist ihre Allergie auf rohe Äpfel, die so gar nicht zu ihrem Erfolg bei der Herstellung von Obstbränden passt und ihre starke Abneigung gegen die Nachbarsfamilie Bentele, die sogar zur Beerdigung von Eva ausgeladen wird. All diese Fragen gilt es mit Hilfe von Evas Aufzeichnungen aufzuklären, bei der Nane ihrer Heimat wieder ein Stück näher kommt. "Marlenes Geheimnis" ist eine bewegende Familiengeschichte, die die Historikerin Brigitte Riebe detailreich und sehr anschaulich schildert. Gerade die Authentizität und die Leidenschaft mit der die deutsche Geschichte anhand des Schicksals von Eva bzw. Marlene wiedergegeben wird, machen den Roman zu einem emotional fesselnden, generationenübergreifenden Leseerlebnis.

,Erzählte Geschichte in Form eines Generationenromans

Von: ,Magicsunset Datum: 24. October 2017

„Die Vergangenheit verlierst du nie. Aber wenn du heute nicht lebst, dann wirst du auch die Zukunft verlieren.“ (Zitat Eva) Christiane (Nane) Auberlin ist 34 Jahre alt, lebt in Frankfurt und arbeitet als Pharmavertreterin. Als ihre Großmutter Eva Auberlin stirbt, reist sie zum Begräbnis nach Rickenbach im Bodenseegebiet. Das 1898 erbaute Auberlinhaus, die Apfelplantagen, die bekannte Schnapsbrennerei der Familie sind für Nane untrennbar mit ihren Großeltern und der Kinderzeit verbunden. Später kam es zum Bruch zwischen ihrer Mutter Vicky und ihrer Schwester Marlene, Nanes Tante, die inzwischen 77 Jahre alt ist. Während ihre Mutter sofort nach dem Begräbnis wieder abreist, bleibt Nane bei Tante Marlene. Diese übergibt ihr ein verschlossenes Kuvert, in dem sich ein dickes Notizbuch und ein Brief ihrer Großmutter befinden. Es ist ein Tagebuch und beginnt 1938. Eva, fast elf Jahre alt, schreibt über ihr Leben in Reichenberg, ihre Eltern Fritz und Julika Menzel. Während Nane während nächtlicher Lesestunden Evas Geschichte, ein Leben der Gefahr, Flucht, Neuanfänge, liest, überdenkt sie ihr eigenes bisheriges Leben und beginnt, über mögliche neue Wege nachzudenken. Doch so einfach ist das nicht, das Tagebuch enthüllt auch Familiengeheimnisse, wirft neue Fragen auf, die es zu klären gibt. Wird es einen Neubeginn für Nane und eine Versöhnung für Vicky und Marlene geben? Auch wenn die Personen des Romans, abgesehen von aus der Geschichte bekannten Persönlichkeiten, fiktiv sind, die geschilderten Ereignisse sind es nicht. Das Massaker von Lidice am 10. Juni 1942, bei welchem ein gesamtes Dort vernichtet und die Einwohner bis auf einige wenige Kinder ermordet wurden, ist Tatsache. Auch die Beneš-Dekrete und die damit verbundene Geschichte der Vertreibung und Aussiedlung der Sudentendeutschen sind historische Fakten. Auch die Schauplätze dieses Generationenromans gab und gibt es wirklich, die Gegend um Rickenbach-Salem, Region Bodensee, ist bekannt für die Obstplantagen und die alten Familienunternehmen, die feine Edelschnäpse herstellen. Die Geschichte ist in der Erzählform der dritten Person geschrieben und spielt auf zwei Zeitebenen. Das Tagebuch mit der Hauptprotagonistin Eva und später auch Marlene „Leni“ umfasst die Jahre 1938 bis 1953. In der Jetztzeit geht es vor allem um Nane. Die Kapitel wechseln zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, dadurch wird auch Spannung erzeugt. Auch wenn Männer eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen, es geht hauptsächlich um die Schicksale der drei Frauen Eva, Marlene und Nane, verbunden im Laufe der Handlung mit ihnen nahestehenden Frauen. Eva wird durch die Ereignisse früh aus der Kindheit in eine Rolle mit Verantwortung gedrängt, die sie, obwohl manchmal verunsichert, immer annimmt und nie aufgibt. Gerade dadurch, dass sie keine perfekte Heldin ist, gewinnt sie die Sympathie der Leser. Interessant ist der Charakter Marlene, zuerst verschlossen auch ihrer Nichte Nane gegenüber, ist sie im Grunde eine kluge, herzliche Frau und das enge Band, das sich zwischen Marlene und Nane entwickelt, ist nachvollziehbar und man freut sich mit diesen beiden Frauen. Vicky bleibt im Hintergrund, was sich aber auch aus ihrer Lebenseinstellung erklärt. Nane, anfangs trotz ihrer 34 Jahre in Bezug auf sich selbst etwas unsicher wirkend, scheint Kraft aus dem Tagebuch ihrer Großmutter und der Geschichte ihrer Familie zu schöpfen. So wird sie bereit, auch für sie wichtige Entscheidungen zu treffen. „Vielleicht ist aber das, was du gerade erlebst, auch nur etwas, das vielen Menschen irgendwann in der Lebensmitte zustößt: Man hält inne, freiwillig oder gezwungenermaßen, zieht Bilanz und merkt plötzlich, dass man irgendwo falsch abgebogen sein muss.“ (Zitat, Marlene zu Nane). Nicht so gut gefallen mir die zahlreichen Hinweise (hints), die von der Autorin besonders in den ersten Kapiteln des Buches gesetzt werden. „Dem Laden fehlt die Seele“, zum Beispiel. Hier scheint die Autorin die Leserschaft etwas zu unterschätzen, denn abgesehen vom etwas rasch zusammengemischten Ende ist die Entwicklung der beiden Geschichten nachvollziehbar und die Zusammenhänge erkennbar. Ich hätte mir auch beim Wechsel zwischen dem Tagebuch der jungen Eva und der Gegenwart auch einen deutlichen Wechsel in der Sprache gewünscht. Die verliebte sehr junge Eva schreibt ihre Gedanken natürlich schwärmerisch nieder, aber zu der 34 Jahre alten Nane passt das für mich nicht. Insgesamt jedoch ein sehr gut recherchierter Generationenroman über starke Frauen, die sich Ereignissen stellen müssen, dass sie sich so nicht ausgesucht haben. Sehr sympathische Protagonistinnen, eine gut und flüssig zu lesende Sprache, eine interessante, packende Geschichte und damit ein aus meiner Sicht absolut empfehlenswertes Buch.

Eine spannende und bewegende Geschichte

Von: zauberblume Datum: 18. October 2017

Brigitte Riebe hat sich mit ihrem neuen Roman "Marlenes Geheimnis" selbst übertroffen. Ich habe bisher viele ihrer wunderbaren Bücher gelesen, aber dieses ist nun mein absoluter Favorit. Die Geschichte handelt von drei Frauen, und zwar Eva, Marlene und Nane und zieht sich über drei Generationen. Sie beginnt zu Kriegsende und führt in die Gegenwart. Marlene lebt nun nach ihrer Vertreibung uns der Heimat, die nun bereits 70 Jahre zurückliegt in Rickenbach, das in der Nähe von Salem liegt, am Bodensee. Hier hat sie sich nach der Vertreibung mit ihrer Mutter Eva ein neues Leben aufgebaut. Marlene betreibt eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet. Doch als Nane, die eigentlich Christina Julika Auberlin heißt, die Aufzeichnungen ihrer Großmutter Eva liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Familiengeheimnis kommt ans Licht..... Wow! Nach Beendigung des Buches mußte ich erst einmal den dicken Kloß, der sich in meinem Hals bebildet hat, hinunterschlucken, so bewegt und berührt hat mich diese Geschichte. Man merkt beim Lesen einfach, das die Autorin eine promovierte Historikerin ist, denn die Kriegs- und Nachkriegszeit ist so genau beschrieben, dass vor meinem inneren Auge ein Film abläuft. Man wird richtig wachgerüttelt. Ich sehe die brennenden Dörfer, die verzweifelten Menschen, ihre Hilflosigkeit vor mir und die Macht der Überlegenen ist förmlich zu spüren. An vielen Stellen hatte ich beim Lesen richtiges Gänsehautfeeling, denn ich habe die verzweifelten Schreie der Menschen in meinen Ohren. Furchtbar was zu dieser Zeit alles passiert ist. Nun zu den Charakteren, die den Roman zu einem wahren Erlebnis machen. Im hier und jetzt ist Nane, die gerade an einem Scheideweg in ihrem Leben angekommen ist. Und nun kehrt sie zur Beerdigung ihrer Großmutter nach Rickenbach zurück. Eva hinterlässt Nane ein Tagebuch mit ihrer Lebensgeschichte. Und nun dürfen wir tief in die Vergangenheit eintauchen. Wir lernen Eva und ihre Familie kennen, sehen sie in ihrer alten Heimat Reichenberg. Doch dann kommt der Krieg und ändert alles. Mir geht wie Nane, ich bin gefesselt von Evas Geschichte und mir hat es wirklich den Atem verschlagen, was da alles ans Licht gekommen ist. Da gibt es für die ganze Familie einiges zu verarbeiten, wenn das Familiengeheimnis ans Licht kommt. Ich will aber nicht mehr verraten, denn so ein Wahnsinnsbuch sollte jeder selber lesen und genauso in die atemberaubende Geschichte eintauchen, wie ich es getan habe. Sie hat mich von der ersten bis zu letzten Seite gefesselt. Das Cover ist für mich auch ein echter Hingucker - es macht Mut und verbreitet Hoffnung. Selbstverständlich vergebe ich für diesen Bestseller (für mich ist es unbedingt einer) 5 Sterne (leider können es nicht mehr sein). Ein absolutes Lesehighlight.

Lügen und Geheimnisse

Von: Eliza Datum: 18. October 2017

Brigitte Riebe hat ein Buch geschrieben, dessen Thema aktuell ist und gleichzeitig aber auch die Zeit unserer Eltern und Großeltern prägte, Flucht, Vertreibung, Krieg und Hass. Gleichzeitig erzählt sie aber auch von einer Liebe, die alles überstrahlt und von familiärem Zusammenhalt, der Hindernisse überwindet. Das Cover lässt erst einmal kein schwieriges Thema vermuten, es ist die Sehnsucht der Frau zu spüren, die endlich ankommen möchte. Das Blau des Himmels spiegelt sich im Bodensee, der zum verweilen einlädt. Der Klappentext spricht hingegen von Vertreibung und Lügen, die über eine Familie hereinbrechen. Auf zwei Zeitebenen, verwoben mit Briefen und Tagebucheinträgen, erzählt die Autorin eine sehr berührende, traurige und gleichzeitig hoffnungsvolle Geschichte, die den Leser einfach anrühren muss. Sudetendeutschland für die heutige Generation kaum noch ein Begriff, aber es geht nicht nur um die Menschen die dort ihre Heimat verloren haben. Brigitte Riebe hat allen Vertriebenen mit diesem Roman ein Denkmal gesetzt, ob aus dem Sudetenland, ob aus Schlesien, dem Ermland oder anderen ehemaligen deutschen Gebieten. Eine ungewisse Zukunft stand allen bevor, sie wussten nicht, was sie in ihrer neuen Heimat erwartet. Dieser Roman ist aber auch ein Appell an Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft, denn die Meisten, die ihre Heimat verlassen haben, tun dies nicht freiwillig, sie haben ein Motiv, aber auch oft müssen sie einfach gehen, weil sie von den Besatzern nicht mehr gewollt werden. Eine sehr berührende und zugleich auch authentisch Gesichte die den Leser mitnimmt und so schnell nicht wieder loslässt. Dies liegt auch an den Figuren, die Brigitte Riebe zum Leben erweckt. Nane ist eine junge Frau, die in ihrer Zeit gefangen ist, die ihr Leben nicht lebt, sondern eigentlich nur noch funktioniert. Ihre Mutter Vicky ist eine Frau, die sowohl sprunghaft als auch höchst emotional ist, ihre Schwester Marlene, die Hauptfigur, diejenige die die Vergangenheit einholt und der es noch gelingen muss deren Schatten abzuschütteln, um wirklich frei und glücklich zu sein. Eva, die Mutter von Marlene und Vicky ist diejenige Person mit der der Leser am meisten leidet und mitfiebert, sie ist es (neben Nane), die auch mein Herz sofort im Sturm erobert hat. Romane zum Thema Nachkriegszeit sind derzeit auf dem Buchmarkt stark vertreten, dieser Roman ist sehr lesenswert, da er ein authentisches und gleichzeitig berührendes Zeugnis seiner Zeit abgibt. Ich kann diesen Roman nur allen Lesern und Leserinnen empfehlen, die gerne Romane lesen, die einen guten geschichtlichen Hintergrund haben, gleichzeitig aber auch aktuelle Themen ansprechen und eine atmosphärische Geschichte mögen, die Generationen verbindet. Eine klare Lese- und Kaufempfehlung! Ich bedanke mich bei Brigitte Riebe für diese berührende Geschichte und der Verlagsgruppe Random House und dem Diana Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

interessant, aber wenig überraschend

Von: S.D. vom Blog esdeh Datum: 15. October 2017

"Marlenes Geheimnis" von Autorin Brigitte Riebe widmet sich hauptsächlich der Zeit des Nationalsozialismus ab ca. 1942 bis nach Kriegsende und wird in Form von schriftlichen Hinterlassenschaften von Eva Auberlin an ihre Enkelin Nane aufbereitet. Die namensgebende Marlene tritt hierbei nicht als Erzählerin auf, sondern ist Bestandteil der Erzählung in der Vergangenheit und einzige aus dieser Zeit noch lebende Figur in der Gegenwart. Ich persönlich fand den Titel nicht gut gewählt, denn so ist dem Leser direkt klar, bei wem hier ein Geheimnis zu suchen ist und die Zusammenhänge können schon lange vor der eigentlichen Auflösung hergeleitet werden. Ich hätte daher ein neutraleren Titel in der Art von "Evas Erinnerungen" oder "Das tschechische Geheimnis" für besser befunden. Mir hat der Teil in der Vergangenheit ausgesprochen gut gefallen, was besonders an der Figur der Eva liegt, die von Kindheit an begleitet wird und mit der man so sehr vertraut wird. Den Anteil in der Gegenwart fand ich nicht ganz so gelungen, was hauptsächlich an den Figuren liegt. Marlene fand ich nur unzureichend beschrieben und irgendwie wird dies ihr nicht gerecht. Es gibt so viele andere Personen die sie mögen und schätzen, aber leider geht das aus den Szenen mit ihr überhaupt nicht hervor, im Gegenteil wirkt sie eher verschroben und unnahbar. Ebenfalls nicht warm wurde ich mit Christiane Auberlin, genannt Nane, die in der Gegenwart die Hauptfigur ist und die auf die Reise in den Ort des Familienbetriebes begleitet wird. Hier wurde versucht das aktuell sehr angesagte Thema „burn out“ unterzubringen, was ich nur als misslungen bezeichnen kann. Einerseits betont Nane sich selber gegenüber immer wieder wie krank sie doch wäre und das sie dies erzählen müsste, aber andererseits hat sie nur eine Woche Urlaub genommen und scheint sich nicht mal in ärztlicher Behandlung zu befinden. Das fand ich nicht glaubhaft und auch nicht denen gegenüber fair, die ebenfalls damit kämpfen ernst genommen zu werden mit ihrer Erkrankung. "Marlenes Geheimnis" widmet sich einem Kapitel der Geschichte, das auch gut zur heutigen Zeit passt. Denn nach Kriegsende waren die Deutschen und alle die auch nur entfernt damit zu tun hatten alles andere als gerne gesehen und so kam es zu großflächiger Vertreibung und Flüchtlingsströmen von Ost nach West die wenig gastlich willkommen geheißen wurden. Es wird auch ein sehr dunkles Kapitel der Kriegsgeschichte aufgegriffen und weitestgehend historisch korrekt wieder gegeben, der Rest ist dann der künstlerischen Freiheit geschuldet, aber wen die Details interessieren, der kann die Ortsnamen einfach mal nachschlagen. Nett wäre es natürlich gewesen, wenn die Autorin in einem Nachwort selber zu den historischen Fakten und der literarischen Fiktion Auskunft gegeben hätte, denn gerade bei historischen Romanen ist mir dies immer sehr wichtig. Insgesamt gesehen fand ich "Marlenes Geheimnis" interessant, aber wenig überraschend.

Ein wundervoller historischer Roman

Von: TemptationLady Datum: 14. October 2017

Mein erstes Buch der Autorin Brigitte Riebe und ich muss sagen, der Schreibstil von ihr hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte, die sie aufgeschrieben hat, hat mich in vielen Teilen sehr mitgenommen. Auch wenn ich es jetzt gelesen habe, wie es eventuell in den Auffanglagern zugegangen ist, so kann ich es mir immer noch nicht vorstellen, wie es ist. Die Menschen, die da früher lebten, haben echt einiges durchmachen müssen und ich finde, die Autorin hat das, aber auch die Gefühle sehr gut rüber gebracht. Sie hat es verstanden, mich als Leserin abzuholen, mich mit den Gefühlen zu konfrontieren, mir die Lage klar darzustellen. Und das hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere, die sie geschaffen hat, waren für ich sehr authentisch und echt. Brigitte Riebe hat ihnen Leben eingehaucht, was so toll fand. Nane hat mich beeindruckt, denn sie hat es in ihrem bisherigen jungen Leben nicht wirklich sehr einfach gehabt und muss ein paar Entscheidungen treffen um sich selber nicht zu verlieren. Nane erhält ja von Eva nach ihrem Tod ein Päckchen, in der ihre Geschichte enthalten ist. So erfuhr ich, wie die Familie Auberlin zusammen hängt und was damals so alles passiert ist. Die Geschichte rund um Eva, Marlene und Nane hat mich wirklich sehr mitgenommen. Es ist eine so tolle Geschichte, dass ich eigentlich traurig war, als sie zu Ende ging. Als alles aufgeklärt war. 5 Sterne für Brigitte Riebe und "Marlenes Geheimis".

Leseempfehlung!

Von: Lesendes Federvieh Datum: 13. October 2017

Eva und Marlene gehörten vor mehr als siebzig Jahren zu den unzähligen Flüchtlingen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Doch sie hatten Glück und konnten sich am Bodensee durch Evas Kenntnisse im Schnapsbrennen eine neue Existenz aufbauen. Als Eva stirbt, hinterlässt sie ihrer Nichte Nane Aufzeichnungen über ihre Erlebnisse in der Vergangenheit. Als diese zu lesen beginnt, stößt sie auf ein lange gehütetes Geheimnis… Brigitte Riebe ist mit ihrem Buch "Marlenes Geheimnis" eine imposante, generationsübergreifende und bewegende Familiengeschichte gelungen, die ich sehr gerne gelesen habe. Das für mich sehr interessante Thema der Kriegs-und Nachkriegszeit nach 1945 hat sie präzise recherchiert und so gut in ihrem Roman verarbeitet, dass man als Leser neben einer guten Handlung auch noch so ganz nebenbei eine gehörige Portion Geschichtswissen dazu bekam. Für mich war alles authentisch bis "in die letzte Faser" des Buches, denn die Lebensumstände und die politischen Strömungen sind im Buch super beschrieben. Dazu tragen natürlich auch die hervorragend ausgearbeiteten, lebendigen Charaktere bei. Ich konnte mir Eva, Molly, Leni und all die anderen in dieser entbehrungsreichen Zeit sehr gut vorstellen. Evas Geschichte ist hier eine von vielen Schicksalen, die es damals sicher zuhauf gab. Gleichzeitig ist sie aber auch ein kleines Denkmal für alle starken Frauen, die nicht aufgegeben haben. So sehe ich es jedenfalls. Auch blieb die Geschichte bis zum Schluss spannend. Durch immer neue unvorhersehbare Wendungen und dem Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit war ich sehr neugierig, wie es denn nun weitergeht. Da fiel es mir doch des Öfteren schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Gut gefallen hat mir auch alles Wissenswerte über die Schnapsbrennerei. Das war mal etwas Besonderes. Für mich hat beim Lesen alles gepasst und somit gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

Ein unglaublich bewegendes Buch

Von: Svanny Datum: 12. October 2017

Inhaltsangabe: Drei Frauen, drei Generationen und ein Geflecht aus Lügen Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage... Fazit: Dieses Buch hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Man steigt mit der Sichtweise von Nane in das Buch ein. Diese hat gerade ihre Großmutter verloren und kommt daher wieder in ihre alte Heimat am Bodensee. Dort findet sie das Tagebuch ihrer Großmutter und liest darin. Dadurch kommen die Zeitsprünge zustande. Es wird abwechselnd aus der Vergangenheit der Großmutter und der Gegenwart mit hauptsächlich Nanes Erlebnissen berichtet. Gerade die Erzählungen aus der Vergangenheit gingen mir wirklich sehr nahe. Die Autorin hat das ganze so gut verpackt, dass alles unglaublich authentisch wirkt und man wirklich ganz gefesselt ist von dem Buch. Wer die Zeit dafür hat, der kann dieses Buch wirklich in einem Schwung durchlesen. Durch die Zeitwechsel wird der Spannungsbogen ständig hoch gehalten. Durch die bildhafte Erzählung hat mich die Autorin so fesseln können, dass ich alles andere um mich herum vergessen habe. Es ist eine sehr bildliche und lebhafte Erzählweise. Mit dem Geheimnis, dass am Ende heraus kommt hätte ich so nicht gerechnet. Während des Lesens spinnt man sich seine Fäden zusammen und kommt auf die Idee einer familiären Verbindung, aber in dem Umfang bin ich nicht darauf gekommen. Daher war das Ende überraschend, aber nicht unvorstellbar.

Sehr ernst und dennoch unterhaltsam

Von: Dataha Datum: 11. October 2017

Christiane Auberlin, genannt Nane, fährt von Frankfurt zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva nach Rickenbach an den Bodensee (zu dem das Cover sehr gut passt). Sie wohnt bei ihrer Tante Marlene, der dort eine eigene erfolgreiche Schnapsbrennerei gehört. Eva hinterlässt Nane ein Tagebuch mit ihrer Lebensgeschichte, das die Enkelin umgehend zu lesen beginnt. Evas Geschichte beginnt 1938 in Reichenberg, dem heutigen Liberec in Tschechien. Nach Kriegsende muss sie mitansehen, wie ihre große Liebe, der Tscheche Jan, erschossen wird und wegen der politischen Ereignisse sieht sie sich gezwungen, zu fliehen. Nach einer langen Odyssee landet sie schließlich am Bodensee, wo sie sich mit Leni dauerhaft niederlassen kann. Ihre Kenntnisse über Obst und die Schnapsbrennerei helfen ihr dabei. Dies führt auch dazu, dass sie den Obstbauern Toni Auberlin heiratet. Nane selbst fühlt sich am Bodensee sehr wohl, da sie momentan in einer Krise steckt. Ihr Job gefällt ihr nicht, sie ist ausgepowert und irgendwie bekommt sie ihr Leben gerade nicht in den Griff. Außerdem bedrückt sie der Streit zwischen ihrer Mutter Vicky und Tante Marlene. Da ist es hilfreich, dass sie sich um eine verletzte Hündin, die sie Souki nennt, kümmern muss. So lernt sie den Tierarzt Fabio Rossi und seinen Assistenten Brian Reeves kennen, mit denen sie sich gleich anfreundet. Und letztendlich hat sich das Vertrauen ihrer Großmutter ausgezahlt und sie kann Licht in die Familienverhältnisse bringen. Brigitte Riebe hat hier ein sehr ernstes Thema behandelt, nämlich Flucht und Vertreibung. Dazu kommen die Gräueltaten im und nach dem Zweiten Weltkrieg. Dennoch ist es der Autorin gelungen, ein unterhaltsames Buch zu schreiben. Es macht auf jeden Fall Mut, Neuanfänge zu wagen, ob man möchte oder nicht. Mich hat dieses Buch sehr berührt und ich empfehle es gerne weiter.

Ein Lesehighlight! Einzigartig und bewegend erzählte Familiengeschichte

Von: Gina1627 Datum: 11. October 2017

Anlässlich des Todes ihrer Großmutter Eva reist Nane nach Rickenbach an den Bodensee, um im Kreise ihrer Familie am Grab von ihr Abschied zu nehmen. Ihre Oma hatte hier nach dem Krieg eine neue Heimat gefunden und mit ihrem späteren Ehemann zusammen seine Schnapsbrennerei wieder aufgebaut, die sie nach seinem Tod gemeinsam mit ihrer Tochter Marlene erfolgreich weiterführte. Nane entschließt sich dazu, ihren Aufenthalt bei ihrer Tante noch um ein paar Tage zu verlängern und ihr ein bisschen Gesellschaft zu leisten. Als diese ihr das Tagebuch ihrer Großmutter Eva überreicht, offenbart sich für Nane ein großes und bewegendes Familiengeheimnis. „Marlenes Geheimnis“ ist eine wundervolle und sehr bewegende Familiengeschichte von Brigitte Riebe, die mich mit ihrem überaus einfühlsamen und mitreißenden Erzählstil total begeistert hat. Sie versteht es perfekt eine große Spannung in ihrem Roman aufzubauen, indem sie ihre zwei Handlungsstränge jeweils in den dramatischsten und geheimnisvollsten Momenten abwechselt. Ihre Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet und mit viel Leben gefüllt worden und faszinieren einen direkt. Durch Nanes Lesen in dem Tagebuch ihrer Oma erleben wir mit Eva und ihrer kleinen Tochter Marlene sehr authentisch das grausame Kriegsgeschehen in ihrer früheren Heimat, dem Sudentenland und ihre menschenverachtende Vertreibung und den sehr leidvollen und entbehrungsreichen Weg in eine ungewisse Zukunft. Die Autorin untermauert die Geschichte der beiden mit sehr gut recherchierten wahren Begebenheiten und schafft dadurch eine sehr bedrückende und eindringliche Atmosphäre beim Lesen, die einen mitnimmt. Eva verkörpert hier all die mutigen und starken Frauen, die sich in und nach dem Krieg alleine durchs Leben kämpfen mussten und ihr Mut ist nur zu bewundern. Meine Lieblingsfigur aber war die kleine Marlene, die einem durch ihren einzigartigen Charakter direkt ans Herz gewachsen ist. Mit Nane erleben wir in dem Erzählstrang in der Gegenwart nicht nur ihre persönlichen Probleme sondern auch die Entschlüsselung des gestörten Familienbandes zwischen ihrer Tante Marlene und ihrer Mutter Vicky, durch das sich langsam und spannend herauskristallisierende Geheimnis ihrer Familie. Hier hat die Autorin viele überraschende Wendungen ins Geschehen eingebaut und einen Abschluss im Buch geschaffen, der mich zu Tränen gerührt hat. Mein Fazit: Brigitte Riebe hat mich mit „Marlenes Geheimnis“ außerordentlich gut unterhalten und emotional sehr bewegt. Eine wunderschöne Geschichte, die nachhallt und einen dankbar macht, heute leben zu dürfen. Sie hat durch ihr Buch eine Erinnerung an alle Menschen aufleben lassen, die durch unsere schreckliche geschichtliche Vergangenheit so viel Leid und Not erlitten haben, aber auch an einigen wenigen Charakteren aufgezeigt, wie die Zukunft dieser Generation sich zum Besseren gewendet hat. Ich bin sehr froh, dass ich dieses tolle Buch während einer Leserunde kennenlernen durfte und habe dabei eine neue Autorin für mich entdeckt, von der ich sehr gerne noch weitere Bücher lesen möchte. Für dieses einzigartige Leseerlebnis vergebe ich 5 Sterne.

Marlenes Geheimnis

Von: Erdhaftig schmökert Datum: 26. September 2017

Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und man merkt vielen ihrer Titel an, dass sie Hintergründe zu ihren Geschichten sehr genau recherchiert. So auch hier: Krieg und Vertreibung, Liebe in unsteter Zeit, vor über 70 Jahren und heute. Dinge, die Kinder sehen, die niemand egal welchen Alters sehen will und sollte. Dazu zwei ungeheuer gut verfasste Erzählstränge über Großmutter und Enkelin. Denn was erstere erlebte, greift noch in die übernächste Generation über. Viel wird erzählt über große Note, Mut zu handeln, humanitäre Hilfe untereinander, dem Drang manches unter den sprichwörtlichen Teppich zu kehren und dadurch eine andere Art von Elend und Missverständnissen auszulösen. Sehr, sehr lesenswert! Gerade, aber nicht nur, in Zeiten wie diesen.

Ein grossartiges Buch

Von: hope23506 Datum: 26. September 2017

REZENSION "MARLENES GEHEIMNIS" von Brigitte Riebe Lieben Dank an das @bloggerportal @randomhouse und den Diana Verlag für das Rezensionsexemplar. TITEL: Marlenes Geheimnis AUTOR: Brigitte Riebe SEITEN: 432 VERLAG: Diana Verlag ERSCHEINGSDATUM: 11.09.2017 PREIS: 19,99 (Hardcover) COVER: Durch das wunderschöne und verträumte Cover bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Mit diesem Blick ueber den Bodensee wirkt es liebevoll gestaltet. Man erkennt die Sehnsucht darin und möchte das Geheimnis ergründen. In diesem Cover kann man sich verlieren. INHALT: Nach langer Zeit kehrt Nane an den Bodensee zu ihrer Tante Marlene zurück. Der Grund dafür ist, die Beerdigung ihrer geliebten Oma Eva. Von ihrer Tante bekommt sie ein Notizbuch überreicht, welches ihre Oma geschrieben hst. Nane beginnt zu lesen und liest die grossartige, traurige und sehr bewegende Familiengeschichte und kommt dem Geheimnis von Marlene auf den Grund. MEINE MEINUNG/FAZIT: Mein erstes Buch von Brigitte Riebe und es hat mich umgehauen. Ich konnte nicht aufhören zu lesen, bis ich das ganze Geheimnis kannte. Der flüssige und fesselnde Schreibstil zieht einen immer wieder in seinen Bann. Brigitte Riebe hat sehr tiefgründig recherchiert und es authentisch umgesetzt. Das Buch spielt in zwei Zeitebenen, die kapitelweise geschrieben sind. In jedem Kapitel und jeder Zeitebene ist man sofort gefangen. Es ist sehr lebensnah geschrieben und die Charaktere waren symphatisch und ich habe so mit ihnen mitgelitten. Beim Lesen sind mir etliche Male die Tränen gekommen und ich habe Gänsehaut bekommen. Der Spannungsbogen war über das ganze Buch konstant hoch. Die Schicksale sind sehr lebendig geschrieben. Oft musste ich geschockt innehalten und konnte doch nicht aufhören zu lesen. Es ist packend und authentisch erzählt. Bei mir wirkt diese Geschichte noch lange nach. Im gesamten Buch kam keine Langeweile auf und jeder Satz und jedes Kapitel waren wichtig. Danke für dieses wunderbare und grossartige Buch. Lest es alle. Absolute Leseempfehlung und natürlich 5/5 Sternen. 🌟🌟🌟🌟🌟

Eine Geschichte, die unter die Haut geht

Von: Märchenfee/Tiara Datum: 23. September 2017

Inhaltsangabe: Marlene hat mit ihrer Mutter Eva nach dem Krieg ein neues Leben am Bodensee begonnen. Dort betreiben sie eine gut gehende Schnapsbrennerei. Doch dann stirbt Eva und Marlene händigt ihrer Nichte Nane Aufzeichnungen ihrer Großmutter aus. Dabei entdeckt Nane ein lange gehütetes Familiengeheimnis. Meine Meinung: Ich habe schon viele Romane von Brigitte Riebe mit großer Begeisterung gelesen. Doch mit Marlenes Geheimnis hat sich die Autorin nochmals selbst übertroffen. Auf sehr einfühlsame Weise erzählt sie uns Evas Leben, die aus dem Sudetenland vertrieben wurde und bei Toni Auberlin in Rickenbach bei Salem eine neue Heimat fand. Gemeinsam bauen sich die beiden eine erfolgreiche Schnapsbrennerei auf. Auch Nane hat es nicht einfach und möchte am Bodensee eine Auszeit nehmen. Sie ist total überarbeitet, leidet am Born-out-Syndrom und denkt ebenfalls darüber nach, ihr Leben grundlegend zu ändern. Die beiden Geschichten werden abwechselnd erzählt und beide konnten mich erreichen. Die Geschichte läßt einen nicht mehr los und wird bestimmt noch lange in mir Nachwirken. Brigitte Riebe beschönigt nichts und es war wirklich eine grausame Zeit, wo ich froh bin, dass ich diese nicht miterleben mußte. Man fragt sich, wieviel Leid kann ein Mensch aushalten, aber das scheint Eva und Marlene nur umso stärker gemacht zu haben. Auch in der Jetztzeit konnte ich mich gut in Nane und ihr Born-out, dass ja immer mehr verbreitet ist, gut hineinversetzen. Marlenes Geheimnis gehört zu meinen Jahreshighlights, denn diese Geschichte hatte alles, was ein gutes Buch für mich ausmacht. Ein schönes Cover, eine berührende Geschichte mit einem sehr flüssigen und fesselndem Schreibstil und da Brigitte Riebe promovierte Historikerin ist, natürlich sehr gut recherchiert. Die Autorin scheint auch sehr tierlieb zu sein, was bei mir immer noch Extrapunkte gibt. Von mir gibt es eine ganz klare Lesempfehlung und ich freue mich schon sehr auf weitere Werke der Autorin.

Eines meiner Highlights dieses Jahres!

Von: Martinas Buchwelten Datum: 23. September 2017

Die Vertreibung der Sudetendeutschen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ist leider auch noch heute ein sehr brisantes Thema. Brigitte Riebe erzählt in ihrem neuen Roman "Marlenes Geheimnis" eine bewegende Geschichte rund um diese ungewollte Ausbürgerung. Da meine Verwandten mütterlicherseits ebenfalls aus dem Sudetenland flüchten mussten, hat mich dieser Roman ganz besonders bewegt. "Marlenes Geheimnis" ist ein Roman in zwei Zeitebenen und erzählt von drei starken und bewunderswerten Frauen einer Familie. Im Gegenwartsstrang lernen wir zuerst Nane kennen, die zum Begräbnis ihrer Großmutter Eva anreist. Nach langer Zeit kommt sie wieder nach Rickenbach am Bodensee, wo sie viele schöne Tage ihrer Kindheit verbracht hat. Ihre Tante Marlene führt dort eine gutgehende Schnapsbrennerei und Obstplantage. Während sich Nane bei Eva und Marlene immer wohlgefühlt hat, gab es zwischen Nane's Mutter Vicky und der Halbschwester Marlene immer wieder Streitereien. Das ändert auch der Tod der Mutter nicht... Nane, die sich in letzter Zeit krank und in ihrem Job überfordert fühlt, nimmt sich für das Begräbnis und die Tage danach eine kleine Auszeit. Sie steht an einem Scheideweg und weiß nicht wirklich, wie ihr Leben weitergehen soll. Als ihr Marlene einen Brief und das Tagebuch ihrer Großmutter aushändigt, vertieft sich Nane in der Lebensgeschichte von Eva, der Apfelkönigin - einer Frau mit einer sehr bewegenden Lebensgeschichte, die von Not, Hunger, Leid und Vertreibung erzählt und von der Stärke nie aufzugeben... Mit viel Liebe und Engagement erzählt die Autorin, stellvertretend für viele Sudetendeutsche, im Vergangenheitsstrang die Geschichte von Eva Menzel, Tochter eines Apothekers und einer Opernsängerin, die von Prag nach Reichenberg (heute Liberec) umziehen. Dort auf dem Land fühlt sich Eva im Gegensatz zu ihrer Mutter wohl und schließt schnell Freundschaft mit Molly und Jan, in den sie sich später verliebt. Oft geht sie mit ihrem Vater in die Obstwiese und lernt die Schnapsbrennerei. Doch mit der Übernahme Hitlers ist die unbeschwerte Jugend vorbei. Nach einem Attentat auf einen hochrangigen SS-Mann, kommt es zu einer äußerst grausamen Vergeltungsmaßnahme, die das Verhalten der tschechischen Bevölkerung den Sudetendeutschen gegenüber gänzlich ändert. Auch Eva und Molly spüren die Veränderungen, den Hass und die Wut der Tschechen. Als diese beginnen alle Sudetendeutschen zu enteignen, sie in Lager zu sperren und anschließend auszusiedeln, können auch die beiden Freundinnen und ihre Eltern ihrem Schicksal nicht entgehen... In zwei Zeitebenen erzählt Brigitte Riebe vom Schicksal der Sudetendeutschen, die in Österreich und Deutschland eine neue Heimat suchen mussten und nicht übereall gerne aufgenommen wurden. Mit nichts als den Kleidern am Leib und den wenigen Habseligkeiten, die man tragen konnte, mussten diese Menschen am Ende des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat verlassen. Das Thema Flüchtlinge ist nicht nur eines von heute, das vorallem vor den Wahlkämpfen immer wieder heiß diskutiert wird, denn Heimatvertriebene gibt es schon seit jeher. Man sollte niemals vergesen, dass man selbst ebenso schnell in diese Lage kommen könnte... Trotz des ernstes Themas hat mich dieser Roman wunderbar unterhalten. Die Schilderungen, die abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit spielen, empfand ich als stimmig, wobei mich aber der Vergangeheitsstrang aus persönlichen Gründen noch mehr interessierte und einnehmen konnte. Interessant fand ich auch die Beschreibungen des Schnapsbrennens und ich mochte die Ausflüge „ins Obst“. Von der ersten Seite an fesselte mich diese Familiengeschichte, die berührt, aber auch ermahnt - jedoch nie mit dem erhobenen Zeigefinger! Ein wahrer Lesegenuss! Schreibstil: Brigitte Riebe hat einen sehr flüssigen, einfühlsamen und ausdrucksstarken Schreibstil. Man ist sofort mitten in der Geschichte und taucht erst wieder auf, wenn man die letzte Seite gelesen hat. Die Autorin hat sehr gut recherchiert. Auch die Charaktere sind sehr lebhaft beschrieben und gut gezeichnet. Sie alle haben Ecken und Kanten und sind mitten aus dem Leben gegriffen. Fazit: Eine absolute Leseempfehlung für diesen wundervollen Roman. Hier erlebt man Geschichte, die zu Unrecht nahezu vergessen ist. Ein Buch, das berührt und bewegt. Ich kann nur sagen: Lest selbst!

Für mich war es ein absolut gelungenes Lesevergnügen – ein perfektes Buch

Von: Buchrättin Datum: 22. September 2017

Ein Buch mit einer Geschichte, die voller Emotionen steckt. Überraschungen, Trauer, Verlust, Herzklopfen, Liebe. Erzählt wird hier in zwei Erzählsträngen. Nane kehrt an den Bodensee zurück. Sie kommt zur Beerdigung ihrer Großmutter und trifft hier auf Freunde, die sie als Kind kannte und auch ihre Tante, zu der eine Distanz besteht. Nane erhält nun alte Tagebücher. Tagebücher ihrer Großmutter Eva und als Leser begleite ich Nane auf dieser Reise in die Vergangenheit, die in die Zeit des 2. Weltkrieges führt und dann weiter auf die Flucht aus Tschechien bis an den Bodensee. Was mir vor allem sehr gefallen hat, ist das Abtauchen können aus der Gegenwart, der Realität mitten hinein in den jeweiligen Erzählstrang der Geschichte. Wobei ich anmerken muss, dass es mir schwerer fiel wieder aufzutauchen, als ich die Erzählstränge der Vergangenheit gelesen habe. Es ist unheimlich intensiv und nimmt einen Leser mit auf eine Kopfkinoreise und lässt mich als Leser hautnah in der Geschichte dabei sein. Das gelingt der Autorin auch durch die lebendigen Figuren, die Beschreibungen der Umgebung. Beim Lesen des Textes entsteht in meinem Kopf ein komplexes Bild. Ich mochte auch die Wendungen, die die Geschichte nahm. Aber auch die Spannung blieb während des Lesens immer vorhanden, weil es der Autorin bis zum Schluss gelungen ist, mich zu überraschen. Gut gefallen haben mir auch Szenen, die den Leser zum Nachdenken anregen. Szenen über Flüchtlinge, damals nach dem Krieg. Ihre Stellung in der Gesellschaft, die Reaktionen der damaligen Bewohner. Aber auch in dem Erzählstrang der in der heutigen Zeit angesiedelt ist, regen Szenen zum Nachdenken an. Es gab eine Szene, wo Nane über ihren Tinnitus nachdenkt, ihre Abgeschlagenheit. Das ist ein Thema der heutigen, durchaus stressigen Zeit und ich fand es sehr gelungen, dass der Leser hier kurz auch innehalten konnte und auch angeregt wurde, durch Nanes Situation darüber nachzudenken. Sehr gefallen hat mir und immer wieder für kleine Schmunzelmomente sorgte Leni, das Kind. Auch wenn auch sie schlimme Dinge erlebt hat im Krieg, ist ihre kindliche Sichtweise sehr schön dargestellt und lockert mit ihrer kindlichen Ehrlichkeit einige Szenen auf. Kleiner Tipp, gerade auf den letzten Seiten sollte man sich Taschentücher bereit legen. Ich hatte Tränen in den Augen – was für ein genial emotionales Buch. Aber auch die Gegenwartserzählung hält Überraschungen und Wendungen und auch Geheimnisse bereit. Für mich war es ein absolut gelungenes Lesevergnügen – ein perfektes Buch, mit Geschichte, die mich fesselte, die Emotionen auslöste, die lebendige Figuren beinhaltete. Perfekt!

Eine aufwühlende und bewegende Geschichte über eine mutige und starke Frau

Von: Arietta Datum: 18. September 2017

Brigitte Riebe hat es verstanden mich wieder einmal zu verzaubern mit ihrem neuesten Roman, der mich zutiefst berührte und beim Lesen unter die Haut ging. Es war mir ein großes literarisches Vergnügen, diesen ungewöhnlichen, facettenreichen Roman mit großem historischen Hintergrund zu lesen. Sie ist eine ausdrucksstarke Autorin mit einem ganz eigenen Stil. Sie besitzt eine aufmerksame Beobachtungsgabe. Man spürte beim Lesen, dass eine promovierte Historikerin zugange war. Wie sie von der Vertreibung und Flucht der Menschen aus Osteuropa schrieb. Es war so Bildhaft geschildert, dass man es mit eigenen Augen sah, es war wie Kopfkino. Ihr Sprach- und Schreibstil ist sehr flüssig, klar und kraftvoll. Das Historische ist sehr korrekt und gewissenhaft recherchiert. Alles kommt sehr logisch und schlüssig daher, so dass man sich sehr gut hineinversetzen kann. Am Ende der Geschichte laufen alle Fäden in einem großen Ganzen zusammen, es blieben keine Fragen offen. Auch der Spannungsbogen blieb von Anfang an bis zum Ende hoch und sehr fesselnd. Es erwarten einen beim Lesen immer wieder sehr überraschende Wendungen, besonders der Schluss war mehr als überraschend, mit einem Ende, das man nicht erwartet hätte. Ihre Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet, auch die einzelnen Charaktere hat sie sehr glaubhaft und real herausgearbeitet. Es sind Menschen aus Fleisch und Blut. Die historische Authentizität und Wahrheit ist präzise wiedergegeben. Sie hat Wahrheit und Fiktion gekonnt miteinander verknüpft, ebenso die verschiedenen Zeitebenen. „Eine tragische und facettenreiche Geschichte, die einen tief berührt und ans Herzen geht, einfach brillant und gekonnt erzählt“ Wer dieses Buch nicht liest versäumt etwas! Danke liebe Brigitte Riebe für dieses BUCH !!!

optimal aufeinander abgestimmte Thematik, die voll und ganz zu Herzen geht und Geschichte von damals begreiflich macht

Von: Gudrun Datum: 17. September 2017

Das Cover mit seiner wunderschönen Sicht auf den Bodensee und seinen herrlichen Farben ist so vortrefflich gewählt; stimmiger könnte es nicht sein. Dazu auch noch die Frau mit dem Fahrrad, die die Stimmung durch Kleidung und Art des Fahrrads gekonnt zum Inhalt aufgreift. Fast möchte man den Blick und das Geheimnis der Frau einfangen. Aber, genau das macht so neugierig und man wird von der ersten bis zur letzten Seite des Buches detailreich und emotionsgeladen aufgeklärt. Die Schreibweise der Autorin ist super eingängig und so lebensnah und authentisch, dass ich mich von Beginn an mitten im Geschehen fühlte. Genauso verhält es sich mit der Darstellung der Charaktere. Hier denkt man, dass man sich auf einer Ebene mit den Mitwirkenden befindet. Dieses Buch umfasst so viele Elemente, die gelungen ineinanderfließen und Emotionen der unterschiedlichsten Art hervorrufen. Auch werden Realität und Fiktion gekonnt ineinander verwoben, dass es nie Zweifel an der ganzen Geschichte gibt. Hier wird keine Zeile langweilig und wenn man denkt, dass man etwas vorhersehen könnte, hat man sich getäuscht, denn die Vorgänge schlagen hier und da immer wieder andere Wege ein und zeigen auf, wie Spannung aufgebaut und hochgehalten werden kann. Die Schilderungen, die abwechselnd durch zwei Zeitebenen erfolgen, machen zum Ende hin ein komplettes und begreifbares Bild. Dies resultiert unter anderem auch auf das wunderbare Lokalkolorith, so dass man die Orte mit Land und Leuten unmittelbar vor Augen hat. Hier wird Kriegsgeschichte so lebendig und nachvollziehbar dargestellt, dass man als Leser die Gegebenheiten und die daraus entstehenden Beweggründe und Vorkommnisse wunderbar eingängig und verständlich, nachvollziehen und begreifen kann. Der Inhalt befasst sich mit dem Kriegsgeschehen, gerade um die Vertreibung und Flucht von Sudetendeutschen und den daraus resultierenden Machtverhältnissen und wiederum den daraus hervorgehenden Konflikten und miserablen Zustände für die Bevölkerung. Hier wird dann nicht nur von einer Seite her, sondern eben aus Sicht der Flüchtigen und auch aus Sicht der ansässigen Landbevölkerung geschildert und was da in den Köpfen so vor sich geht und den daraus entstehenden Handlungen. Dieses Buch zeigt Geschichte in einer super authentischen, bodenständigen Art auf, die das Interesse an der damaligen Zeit mehr und mehr weckt. Mein Fazit: optimal aufeinander abgestimmte Thematik, die voll und ganz zu Herzen geht und Geschichte von damals begreiflich macht

Von Altlasten und Neuanfängen

Von: Goldtime Datum: 17. September 2017

Schon lange bin ich ein Riesenfan der bekannten Bestseller-Autorin Brigitte Riebe – besonders ihre Mittelalter-Romane haben es mir angetan und mir ein sehr lebendiges Bild der damaligen Zeit vermittelt. Um so gespannter war ich auf ihren neuesten Roman, der in die aktuelle Gegenwart hineinragt – und ich wurde von ihr wieder mal so richtig gefesselt und begeistert! "Marlenes Geheimnis" handelt zunächst einmal von drei Frauen, die drei Generationen widerspiegeln. Sie leben in Zeiten, die sich dramatisch verändert haben. Da ist zum Einen Eva, die mit ihrer kleinen Tochter Schreckliches durchmachen musste, als sie nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem heimatlichen Sudetenland vertrieben wurde. Aus ihrer Sicht erfahren wir viele realistisch dargestellte Gefahren, die sie durchlaufen musste, aber auch schöne, berührende Situationen, in denen sie Freunde findet, die ihr trotz aller Bedrohungen hilfreich zur Seite stehen. Tochter Marlene trägt seit dieser Zeit ein düsteres Geheimnis mit sich herum, das sich heute in ihrem abweisenden, zunächst etwas unsympathischen Verhalten zeigt. Doch dann quartiert sich nach Großmutter Evas Beerdigung ihre Nichte Nane bei Marlene ein, um etwas Abstand zu ihrem Burnout-Job zu finden. Sie lässt sich durch Marlenes Wutausbrüche nicht abschrecken, denn sie spürt eine zutiefst verletzte Seele dahinter. Und so nach und nach, wie bei einem vielschichtigen 3D-Puzzle, erfahren wir anhand Evas Tagebuch und Marlenes Erzählungen die ganze Geschichte... Mich hat dieses wunderbare Buch tagelang bewegt – ich habe es in kleineren Etappen gelesen, obwohl der Spannungsbogen dazu einlädt, es in einem Rutsch zu "verschlingen". Schon allein die traumhafte Kulisse des Bodensees, die tollen Landschaftsbeschreibungen und das Künstlerleben an diesem paradiesischen Fleckchen haben mich zum Träumen gebracht! Dazu lernen wir sympathische, nicht immer perfekte "Heldinnen" kennen, mit denen wir uns gut identifizieren können, denn durch die detaillierten Beschreibungen der verschiedenen Zeiten findet man sich ganz schnell in ihre unterschiedlichen Lebenssituationen ein. Immer wieder habe ich mich gefragt, wie ich mich verhalten hätte als Eva, auf der Flucht, ganz auf sich alleine gestellt war, als Marlene, die so vieles alleine stemmen musste oder als Nane, die es zwar vergleichsweise gut hatte, aber durch ihren Job immer mehr ausbrannte. Auch die Nebenfiguren fand ich durchweg super gelungen, auch die "Bösewichte", die nicht fehlen dürfen... :-) Sowohl für Marlene als auch für Nane ist ihre Begegnung eine Chance, mit den alten Lasten endlich abzuschließen und einen Neuanfang zu wagen. Fazit: Ein berührendes, lebendiges und einfach tolles Buch über eine Zeit, die zu Unrecht beinahe in Vergessenheit geraten ist. 5 Sterne und eine dicke Leseempfehlung!

Berührende Geschichte über einen wichtigen Teil der deutschen Geschichte

Von: Sissy0302 Datum: 16. September 2017

Nane reist zur Beerdigung ihrer Großmutter an den Bodensee. Von ihrer Tante bekommt sie einen Umschlag, in dem sich eine Art Tagebuch der Großmutter Eva befindet, in dem sie für ihre Enkelin ihre Geschichte aufgeschrieben hat. Und diese Geschichte entführt Nane und uns Leser in den 2. Weltkrieg. In das Leben im Sudetenland und die anschließende Vertreibung. Das Buch ist in zwei Zeitebenen aufgebaut. Die Vergangenheit von Eva als junges Mädchen bis zu der Zeit als sie am Bodensee ankam und die ersten Jahre dort. In der Gegenwart geht es hauptsächlich um Nane, die sich an einem Wendepunkt ihres Lebens befindet. Mir haben beide Zeitebenen sehr gut gefallen, da Nane ein sehr liebenswerter Charakter ist. Aber richtig gefangen genommen hat mich Evas Geschichte. Vielleicht hing das auch damit zusammen, das meine eigenen Großeltern Kriegsvertriebene waren. Dieses Buch bedeutete für mich einen Einblick in deren Vergangenheit, denn ähnliche Erfahrungen werden wohl alle Vertriebene gemacht haben. Brigitte Riebe hat dieses Buch äußerst interessant geschrieben. Die geschichtlichen Fakten sind sehr spannend und ergreifend erzählt. Viele Male kann man nur fassungslos den Kopf schütteln. Man weiß, wie scheußlich dieser Krieg war, aber in diesem Buch habe ich noch einmal ganz andere Dinge erfahren. Was mir auch sehr gut gefallen hat, die Gewalt wurde nicht ausgeschlachtet. Die Autorin hat es auch so geschafft, einem das Ausmaß zu vermitteln. Für mich gehört dieses Buch zu den Büchern, die man gelesen haben sollte.

Ein Buch, das seinen Leser im besten Sinne verschlingt

Von: Melo vom Bücherzoo Datum: 16. September 2017

Marlenes Geheimnis von Brigitte Riebe Beurteilung: Nane kehrt zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva an den Bodensee zurück. Schon mit der ersten Seite des Buches schafft es Brigitte Riebe eine tiefe Verbundenheit und Liebe zu diesem Ort zu vermitteln. Nane, unsere Protagonistin, ist eine junge Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht. Wenn nicht diese gesundheitlichen Probleme wären, die sie sich kaum erklären kann, die aber immer deutlicher auf einen umfassenden Richtungswechsel in ihrem Leben drängen. In Rickenbach am Bodensee treffen Nane, ihre Mutter Vicky und Tante Marlene aufeinander. Während man bereits zwischen Nane und ihrer Mutter leichte Unstimmigkeiten erfühlt, steigert sich dies um ein Vielfaches, als Tante Marlene auf der Bildfläche erscheint. Was ist zwischen den Frauen geschehen, dass solch ein mühsam unterdrückter Groll vorherrschend ist? Während Nane eher in neutraler Position steht, scheinen Vicky und Marlene sich verbal zu zerfleischen. Und man fragt sich unwillkürlich, was geschehen sein mag. Charakterlich sind die beiden schon sehr unterschiedlich. Vicky ein Freigeist, unzuverlässig, sprunghaft, während Marlene verantwortungsbewusst, klar und auch etwas streng ist. Ist die Rivalität der beiden in deren unterschiedlichen Wesen begründet? Dafür scheint der Groll jedoch zu stark zu sein. Tante Marlene ist ein absolut interessanter Charakter. Man möge mir verzeihen, wie lieblos das nun klingt. Damit möchte ich sagen, dass mich ihr Charakter am meisten beschäftigt hat. Sie bietet so viele Facetten… Sie ist stark, verantwortungsvoll, zuweilen etwas ruppig und sagt, was sie denkt. Dann wiederum zeigt sie Nane gegenüber aber auch Zuneigung und -eher ungewollt- eine sehr verletzliche Seite. Mit leisen Tönen schafft es Brigitte Riebe, Gefühle in dem Leser zu wecken, die sich festsetzen und das Gelesene nicht vergessen lassen. Und das hat sie mit dem Charakter von Tante Marlene besonders eindrucksvoll geschafft. Die Geschichte nimmt Fahrt auf, als Nane beginnt, in den Aufzeichnungen ihrer Großmutter Eva zu lesen, die diese ihr hinterlassen hat. Auch ich habe, als der erste Eintrag begann, tief Luft geholt, in Erwartung die Geschichte der Familie zu erfahren und auch dem Groll von Marlene auf die Spur zu kommen. Die Zeitsprünge beginnen im Jahr 1938. Dem Jahr, in dem das Sudetenland dem Deutschen Reich angegliedert wird und die ganze Tschechoslowakei das Grauen namens „Hitler“ zu spüren anfängt. Dank der Aufzeichnungen ihrer Großmutter erfährt Nane nicht nur, wie Eva die Kriegsjahre durchgestanden hat, sondern auch von ihrer großen Liebe Jan und dem unvorstellbaren Leid und den Verlusten, die Eva in diesen Jahren durchstehen musste. Nach und nach gerät Nane bei ihrer Lektüre zu Erkenntnissen, die ihre Kreise bis in die Gegenwart ziehen und Geheimnisse aufdecken, die viele nicht einmal ahnten. Auch die Rolle, die die in Rickenbach ansässigen „Benteles“ in der Auberlinfamilie spielen, wird allmählich deutlich. Besonders, als die kleine Marlene in der Geschichte auftaucht, war ich sehr ergriffen. Aber wie ihre Geschichte ist, sollte man sich wirklich mit aller Ruhe und Aufmerksamkeit bei der Lektüre von „Marlenes Geheimnis“ zu Gemüte führen. Das Tagebuch ihrer Großmutter hat Nane die Vergangenheit ihrer Familie näher gebracht, viele Fragen beantwortet, Geheimnisse aufgedeckt… Nun ist es an Nane, was sie mit ihren Einsichten macht. Während ich dieses Buch gelesen habe, habe ich einen kleinen Ausflug nach Rickenbach unternommen, das etwa 15 Minuten von meinem Wohnort entfernt ist. Ich bin also durch die Rickenbacher Sträßchen spaziert und habe mich so verbunden mit der Geschichte gefühlt, wie ich es noch bei keiner anderen in der Form erlebt habe. Auch deshalb war das Lesen von „Marlenes Geheimnis“ eine besondere Erfahrung für mich. Noch beim Schreiben dieser Rezension bin ich erneut und anhaltend ergriffen vom Gelesenen. Wie unsagbar stark viele Frauen, die ähnliches wie Eva erlebt haben, gewesen sein mussten. Aber welche Wahl hatten sie schon? Die Angst als ständigen Begleiter zu haben, muss so zerstörerisch wirken, dass ich es mir nicht annähernd vorstellen kann. Und Gott dankbar bin, es bisher auch nicht zu müssen. Und dann muss man irgendwie weiterleben… Mit all den schrecklichen Erfahrungen in der Seele und den schlimmen Bildern im Kopf. Man muss funktionieren, leben, im Zweifelsfall sogar versuchen zu vermitteln, dass das Leben schön sein kann, wenn man Kinder hat. All jene, die das erreicht haben, sind für mich wahre Helden, die eine unbeschreibliche Stärke in sich tragen. All jene, die es schaffen mit schrecklichen Erlebnissen weiterzuleben und das Leben zu lieben und zu schätzen. Ich danke dem Diana Verlag, der es mir ermöglicht hat, dieses Werk bereits so früh zu lesen und ich danke Brigitte Riebe für diesen Roman. Auch wenn sie vielleicht Zweifel hatte, ob ich ihr Buch zu schätzen wüsste, tue ich es zutiefst, dessen kann sie versichert sein. Vielen herzlichen Dank! 5 von 5 Äpfeln für diesen Roman

Unbedingt lesen ... meine absolute Leseempfehlung

Von: Katrin Pron Datum: 14. September 2017

Meine Rezension zu dem Buch "Marlenes Geheimnis" von Brigitte Riebe MEINE MEINUNG: Dieses Buch war für mich eine Reise. Eine Reise zurück zu den Gesprächen mit meiner Großmutter (väterlicherseits), welche damals mit dem allerletzten Güterwaggon aus Schlesien geflüchtet ist. Mit nur einem Koffer. Aus Angst ließ sie alles liegen und stehen. Weil sie nicht erahnen konnte, was passieren wird, wenn die polnische Armee mit der russischen Armee einzieht. Der Krieg hatte ihr die Heimat genommen und sie war mit 3 Kindern auf der Flucht Richtung Dresden... nicht einfach für eine alleinstehende Frau. Die Autorin Brigitte Riebe hat mich mit diesem Buch sehr oft zum Nachdenken gebracht. Das Buch hat zwei Handlungsstränge. Somit sind es zwei unterschiedliche Zeitebenen. Jede Ebene hat ihre eigene Spannung und nach und nach verweben sich die zwei Zeiten. Ich wurde von der ersten Seite an in die Geschichte regelrecht reingezogen. Was leicht anfing, entwickelte sich von Seite zu Seite in eine fühlende Richtung. Vor allen kam bei mir eine Art Kopfkino vermehrt hervor. Wo ich etwas kritisch denke (was aber für mich kein Bewertungsabzug ist) und hier zwei Punkte anbringen möchte, ist zum Beispiel der Schluss des Buches. Es kam mir vor, als wenn das Ende nicht mehr so richtig ausgearbeitet wurde. Es war mir zu abgehackt und erledigt. Ebenfalls bin ich über so manches Fremdwort gestolpert, wo ich mir selbst gewünscht hätte, dass man eine andere Wortverwendung findet, die erklärend ist. Weil es auch Leser gibt, die so manches Fremdwort nicht verstehen und dann einfach drüber lesen. Das sind jetzt nur ein paar Beispiele: Pamphlete = Schmähschrift, guttural = kehlig, probate Lösung = geeignete Lösung). Aber im Ganzen ist es der Autorin wieder einmal gelungen mich zu begeistern und ich bin gefühlsmäßig so dankbar, dass ich diese Zeit nicht miterleben musste. Ich stellte mir sehr oft die Frage „was hättest Du jetzt getan“. FAZIT: Flüssiger, leichter, aber ausdrucksstarker Schreibstil ~ sehr gut von der Autorin nachgeforscht ~ eine Verwebung aus Familiengeschichte und historischen Roman ~ ab der ersten Seite fesselnd geschrieben ~ berührend, aber auch erschreckend und sehr ermahnend ~ emotionale Buchabschnitte, wo man doch mal ein Taschentuch benötigt ~ meine absolute Leseempfehlung BEWERTUNG: 5 von 5 Krönchen

Ein absoluter Lesegenuss mit Höhen und Tiefen, den man einfach gelesen haben muss.

Von: Katis-Buecherwelt Datum: 13. September 2017

Die Autorin Brigitte Riebe war mir bereits ein Begriff durch viele ihrer erfolgreichen Veröffentlichungen. "Marlenes Geheimnis" ist mein erstes Buch, was ich von der Schriftstellerin gelesen habe und ich kann mit Garantie sagen, es werden noch weitere folgen. Als Nane informiert wird, dass ihre Großmutter Eva verstorben ist, reist sie an den Bodensee, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Dort angekommen, wird ihr das Tagebuch von Eva ausgehändigt und Nane beginnt in ihren Aufzeichnungen zu lesen. Dabei lernt sie Eva von einer anderen Seite kennen und erfährt Dinge, die sonst keiner wusste. Neben der Reise in die Vergangenheit gibt es Streitigkeiten zwischen ihrer Mutter Vicky und ihrer Tante Marlene, und Nane fängt an sich Gedanken um ihr Leben zu machen. Sie fällt eine Entscheidung und hat schlussendlich die Aufgabe, das Geheimnis von Marlene ans Tageslicht zu bringen. Was ist damals passiert und wie wird Nane`s Zukunft aussehen? Brigitte Riebe hat mich mit ihrem flüssigzulesenden Schreibstil gefangen genommen. Mit viel Einfühlungsvermögen führte sie mich an die Geschichte heran und verlor dabei zu keiner Zeit den Faden, der mich mit Hingabe und Spannung erfüllte. Der Roman lief dabei wie in einem Film vor meinem inneren Auge ab, was mir unglaublich gefallen hat. Geschrieben ist die Erzählung in der Gegenwart und in der Vergangenheit aus den Sichten von Nane und Eva. Dabei befand ich mich kurz vor dem Zweiten Weltkrieg bis einige Zeit danach. Ich lernte Eva kennen, die von ihrer Flucht aus ihrer Heimat dem Sudetenland, ihrer großen Liebe und ihrem Neuanfang am Bodensee erzählt. Anfänglich fühlte ich mich in der Gegenwart bei Nane am Wohlsten, doch schon bald wendete sich das Blatt und ich konnte es kaum erwarten, mehr von Eva zu erfahren. Die Zeit von 1938 bis 1952 waren aufregend und vorbildlich recherchiert. Ich zog jedes Detail aus der Zeit in mir auf, wie ein ausgetrockneter Schwamm. Und das, obwohl ich normalerweise kaum Bücher lese, die mir zu ausgiebig ins Geschichtliche gehen. Doch hier, habe ich Gefallen daran gefunden. Die Protagonisten habe ich alle gemocht und sie zeigten sich facettenreich. Sogar Hermann Bentele, der mir zu Beginn nicht gerade sympathisch war, stimmte mich nachdenklich. Er schaffte es meine anfängliche Abneigung ablegte. Die Story durchlebte ich mit vielen verschiedenen Emotion, die mich beim Lesen begleiteten. Es gab Szenen, in denen mein Herz vor Schreck erstarrte und ich kurz Innehalten musste, um danach gebannt weiterzulesen. Ich freute mich mit den Charakteren, oder bekam vor Rührung oder Trauer eine Gänsehaut und einen dicken Kloß im Hals. Es war alles dabei und dafür danke ich Brigitte Riebe. Am Ende zogen sich alle Erzählstränge schlüssig zusammen und das langgehütete Geheimnis, was der Leser bereits kennt, wird gelüftet. Die Aufklärung, verlief meiner Meinung nach, etwas zu ruhig und kurz ab. Trotzdem bin ich mit dem Schluss zufrieden und trennte mich nur ungern von der Geschichte, die ich in nur kurzer Zeit lieben gelernt habe. Fazit: "Marlenes Geheimnis" erzählt eine packende Familiengeschichte in der heutigen Zeit und zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Ein absoluter Lesegenuss mit Höhen und Tiefen, den man einfach gelesen haben muss. ~ facettenreiche Charaktere ~ mitfiebern bis zur letzten Seite ~ ein historischer Roman mit Herz und Leidenschaft geschrieben.

Marlene und Eva

Von: Jutta Sommer Datum: 13. September 2017

Hier möchte ich gerne meine persönlichen Eindrücke zu Marlenes Geheimnis mitteilen. Am stärksten berührt hat mich Evas Geschichte, da sie mich sehr an das erinnert, was mir meine Mutter von ihrer Flucht und Vertreibung erzählt hat. Sie ist erst vor Kurzem gestorben und hat tatsächlich erst in ihrer letzten Zeit überhaupt darüber gesprochen. In den letzten Tagen vor ihrem Tod hatte sie furchtbare Alpträume davon und wir konnten ihre Angst richtig spüren. Sie war Jahrgang 1927, musste ihr zu Hause im Frühjahr 1945 von jetzt auf gleich verlassen. Brigitte Riebe hat mit Evas Geschichte sehr gut geschildert, was zur damaligen Zeit passiert ist und wie die Bevölkerung auf beiden Seiten leiden musste. Mehr als einmal musste ich das Lesen unterbrechen, weil ich so aufgewühlt war und mir die Tränen kamen. Auch über das Geschehen in Lidice viel mir das Lesen sehr schwer, aber es ist sehr wichtig darüber Bescheid zu wissen. Eigentlich müsste man doch denken, das die Menschen daraus lernen würden. Aber wenn man so mitkriegt, was heute immer noch überall passiert, merkt man, dass dem leider nicht so ist. Aber Marlenes Geschichte war nicht nur traurig. Sie war spannend, interessant und unterhaltsam zu lesen, dass ich tatsächlich nur 2 Tage für das tolle Buch gebraucht habe. Nane und Marlene sind mir auch sehr ans Herz gewachsen und ich habe mit ihnen gerne Zeit verbracht. Vor allem, da ihre Geschichte am Bodensee spielt, wo wir letztes Jahr erst einen schönen Urlaub verbracht haben. Das Marlenes Geheimnis am Ende gelüftet wurde, fand ich vor allem für Marlene wichtig. So kann sie mit ihrer eigenen Geschichte doch jetzt gut abschließen. Auch wenn für mich recht schnell klar war, um was es bei ihrer Geschichte ging, fand ich die Auflösung doch sehr gelungen. Deine Umsetzung und deine Schreibweise fand ich wieder sehr fesselnd und genau deshalb lese ich deine Bücher auch so gerne. Ganz egal unter welchem Namen du gerade schreibst. Vielen Dank für die wunderbare Geschichte.

Ein sehr bewegender, ein sehr kluger Roman!

Von: Monika Schulte Datum: 13. September 2017

Als Eva Auberlin stirbt, treffen nach langer Zeit die Schwestern Marlene und Vicky aufeinander. Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Auch Vickys Tochter Nane kommt zur Beerdigung an den Bodensee. Nane nimmt sich vor, länger bei ihrer Tante zu verweilen, braucht sie doch dringend eine Auszeit von ihrem Job, der sie immer mehr auszehrt. Kaum am Bodensee angekommen, rettet sie einen verletzten Hund und lernt einen Tierarzt kennen. Sie fühlt sich gleich zu ihm hingezogen, doch momentan hat sie andere Sorgen. Von ihrer Tante Vicky erhält Nane einen Umschlag ihrer Großmutter. Darin enthalten ist ein Tagebuch. Als Nane beginnt zu lesen, taucht sie in die Vergangenheit der Familie ein und erfährt, wie ihre Großmutter Eva mit der damals noch kleinen Marlene  nach dem Krieg aus dem Sudetenland vertrieben wurde und an den Bodensee gekommen ist, um dort eine Schnapsbrennerei aufzubauen.  "Marlenes Geheimnis" - als das Buch bei mir ankam, wollte ich erst einmal nur ein paar Zeilen lesen. Andere Bücher warteten schließlich schon viel länger darauf gelesen zu werden, doch ich konnte nicht mehr aufhören. Ich musste immer weiterlesen. Brigitte Riebe ist die geborene Geschichten-Erzählerin und mit ihrer packenden Sprache hat sie eine Zeit zum Leben erweckt, die vielen unbekannt ist. Es geht um die Vertreibung von Menschen aus dem Sudetenland. Der Krieg ist vorüber, doch den Sudetendeutschen schlägt nur Hass entgegen. Sie müssen ihr Land verlassen. So kommt Eva an den Bodensee, wo sie den Kriegsheimkehrer Toni Auberlin heiratet und mit ihm eine Schnapsbrennerei aufbaut.  Nane und ebenso der Leser werden regelrecht in die Geschichte hineingezogen. Es ist eine bewegende, eine nachdenklich stimmende Geschichte und vor allen Dingen ist es auch ein Stück deutsche Geschichte. Als ich das Kapitel über Lidice gelesen habe, musste ich manches Mal den Atem anhalten. Spannung, Entsetzen, Rührung. Sämtliche Gefühle wechselten sich ab.  Brigitte Riebe hat es wieder einmal geschafft, dass gewaltige Bilder beim Lesen entstanden sind. Trotz aller Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges, die im Roman nicht verheimlicht werden, schafft die Autorin es, den Leser mit ihrer Geschichte und ihren Protagonisten zu verzaubern auf der Suche nach Liebe und Heimat.  "Marlenes Geheimnis" - ein sehr bewegender, ein sehr kluger Roman. Unbedingt lesen!

Bewegender und berührender Roman

Von: Miss Norge Datum: 13. September 2017

Ich kann es gleich vorweg schreiben: Ein Roman, der mich tief berührt und sehr bewegt hat. Brigitte Riebe hat mich als Leserin an den Lebenslinien von zwei Frauen entlang geführt, die einmal im "Heute" und im "Damals" angesiedelt sind. Im "Heute" begleitet man Christiane Auberlin, von allen Nane genannt, die zur Beerdigung ihrer Großmutter zurück nach Rickenbach am Bodensee kommt, an den Ort ihrer Kindheit, wo sie immer die Sommerferien verbrachte. Hier überreicht ihr ihre Tante Marlene ein kleines Päckchen, darin ein Notizbuch mit der Lebensgeschichte ihrer Großmutter. In den "Damals"-Abschnitten bekam ich dann zu lesen, wie Nanes Großmutter Eva den Krieg und die Flucht aus ihrer Heimat beschreibt. Diese Zeiten müssen sehr schlimm gewesen sein, denn das liest man aus jedem Satz der Autorin. Doch dazwischen streut Brigitte Riebe immer wieder kleine Lichtblicke ein, die mich als Leserin wieder etwas erleichtert haben. Denn die Beschreibungen von Eva gehen einem schon sehr an die Nieren, aber trotz allem bleibt sie stark und gibt niemals auf. Als Hauptcharakter hat mich die Person der Eva sehr angesprochen und fasziniert, doch Nane, ihre Enkelin blieb mir irgendwie ein bisschen fremd und etwas zu blass. Das kann auch daran gelegen haben, das allein die Geschichte um Eva, die Kriegswirren und ihr unbändiger Lebenswille mich so in den Bann gezogen haben, das Nane eine Nebendarstellerin wurde, oder besser gesagt, nur eine Erzählerin der Lebensgeschichte der Großmutter. Obwohl Nane am Ende der Geschichte klären kann, warum ihre Mutter Vicky und ihre Tante Marlene so unterschiedliche Persönlichkeiten geworden sind. Brigitte Riebe hat eine wunderbare Ausdrucksweise, die der damaligen Zeit entsprochen hat und selbst die kleinsten Nebencharaktere hat sie so angelegt, das jede Person ihren Platz in der Geschichte hatte und nicht einfach nur schnell mal am Rande erwähnt wurde. Zum Ende der Geschichte hin klären sich viele Nebensächlichkeiten auf und einige lose Verbindungen verknüpfen sich, so dass ich als Leserin zufrieden und glücklich nach dem letzten Satz das Buch zuklappen konnte. Fazit Eine mitfühlende, bewegende und tief berührende Geschichte über starke Frauen auf der Flucht, die den Krieg hautnah miterleben mussten und so manchen großen Verlust zu bewältigen hatten. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und so manches Tränchen unterdrückt beim Lesen. Ich wünsche diesem wundervollen Roman viele Leserinnen und Leser.

Wenn die Vergangenheit auf die Gegenwart trifft und die Wahrheit ans Licht kommt

Von: nirak Datum: 13. September 2017

„Marlenes Geheimnis“ beginnt damit, dass Christiane Auberlin, genannt Nane, in ihre Heimat fährt. Ihre Großmutter Eva ist gestorben. Das Erbe, welches Nane erhält, ist wohl etwas speziell zu nennen. Es sind die Aufzeichnungen einer Frau, die viel zu erzählen hat. Die Großmutter hat eine Vertreibung aus ihrer Heimat hinter sich. Mit Macht bricht die Vergangenheit ihrer Großmutter und auch ihrer Tante Marlene und ihrer eigenen Mutter über das junge Mädchen herein. „Marlenes Geheimnis“ beginnt eigentlich völlig unspektakulär und harmlos. Der Tod der Großmutter ist für Nane nur schwer zu verkraften, zumal die junge Frau eine ganze Menge eigener Probleme zu bewältigen hat. Als sie dann aber die Aufzeichnungen der Großmutter zu lesen bekommt, die Gedanken und die Geschichte in die Vergangenheit des 2 WKs gehen, bekommt die Geschichte eine dramatische Wendung. Es ist schon fast bedrückend zu nennen, wie Brigitte Riebe hier die Ereignisse der Zeit schildert. Was die Familie durchmachen musste, ist einfach unvorstellbar, es hat mich berührt und traurig gemacht. So manche Träne musste ich mir beim Lesen wegdrücken. Schrecklich, dass es so etwas gegeben hat. Meisterhaft hat es die Autorin geschafft, die Szenen immer im richtigen Moment zu wechseln, sowohl Nane, als auch den Leser aus der Vergangenheit, auftauchen zu lassen und sich der Gegenwart zuzuwenden. Dieser Handlungsstrang war zwar auch nicht immer einfach zu lesen, denn auch Nane hat einiges zu bewältigen. Trotz der vielen Ereignisse und Schrecken gelingt es der Autorin auch wieder Hoffnung durchklingen zu lassen. Mir hat gut gefallen, wie Brigitte Riebe hier ihre Geschichte erzählt hat. Ihr ist die Verbindung der Gegenwart mit der Vergangenheit wunderbar gelungen. Gerade die Pausen in der Vergangenheit haben mir gut gefallen. So konnte man beim Lesen Luft holen und genau wie Nane einmal durchatmen, bevor es weiterging. Auch das Verbinden der Vergangenheit mit der Gegenwart ist gelungen. Erst so nach und nach enthüllt sich die Vergangenheit und das ganze Schicksal der Familie kommt zu Tage. Die einzelnen Protagonisten hat die Autorin wunderbar gezeichnet und lebendig werden lassen. Für mich war der Roman stimmig. Ich habe Marlenes Geheimnis gern gelesen.

Wenn die Vergangenheit etwas preisgibt

Von: Karen Grace Holmsgaard Datum: 13. September 2017

Sehr gefreut habe ich mich, als ich „Marlenes Geheimnis“ von Brigitte Riebe in meinen Händen hielt. Erstens habe ich von dieser Autorin schon viele gute Romane gelesen und zweitens fand ich das Cover von ihrem neuesten Werk wunderschön. Aber nun zum Inhalt: Drei starke, stolze und recht unterschiedliche Frauen verschiedener Generationen. Dazu eine herrenlose Hündin und ein Geheimnis. Das ist der Stoff aus dem gute Romane sind und Brigitte Riebe ist ein großer Wurf gelungen. Nanes Großmutter Eva ist verstorben und hat ihrer Enkelin Nane etwas hinterlassen. Nein, kein Haus, kein Auto und keine Millionen. Hinterlassen hat sie der jungen Frau ihre Lebensgeschichte zusammengefasst in einem Notizbuch. So trifft also die Vergangenheit auf die Gegenwart. Und was ich da zu lesen bekam, war sehr fesselnd und ist auch noch gar nicht sooo lange her. Selbstverständlich möchte ich nun nicht zu viel verraten. Entführt werden wir in das Sudetenland, nach Nordböhmen. Die Nationalsozialisten sind an der Macht. Eine dunkle Zeit, kein Zweifel… Erst recht, wenn Bestien an der Macht sind, einem liebe Menschen genommen werden und Liebende getrennt werden. Alles wirklich spannend, aber genaueres muss der Leser selbst herausfinden. Und ab und zu geht es dann auch wieder kurz in die Gegenwart. Auch diese Zeit hat ihre Geheimnisse, wirft Ungereimtheiten auf und hat ihre Rätsel. Gott sei Dank erreicht Adolf Hitler den Endsieg nicht und wir schreiben das Jahr 1945. Leider auch schlechte Zeiten für die große Liebe und deren Folgen. Was dann folgt ist erst mal nichts für schwache Nerven, aber sehr spannend. Nach vielen grausamen Details geht es wieder in die Gegenwart. Wir treffen auf eine Hündin mit verwöhntem Gaumen. Und auch Nane muss sich über einige Dinge klarwerden. Begeben wir uns nun noch einmal in das Jahr 1945. Zwar ist der Krieg vorbei, aber es bleibt dramatisch und spannend. Das sei verraten. Storkow und Fürstenwalde? Kenne ich. Es geht also in das Bundesland Brandenburg, super! Auf einmal sind mir einige Dinge sehr vertraut gewesen, wenn sie auch nur kurz erwähnt wurden. Schließlich geht es nach Sachsen in die Textilindustrie. Unterdessen trifft Nane auch in der Gegenwart auf die Vergangenheit, diesmal in einer anderen Form. Ich sage nur: Sütterlin. Währenddessen geht es in Werdau im Jahre 1945 auf und ab. Doch bald findet sich Eva in ihrem alten Element wieder, welches sie mit Feuereifer betreibt. Die Freude darüber währt jedoch nur kurz. Wieder einmal meint es das Schicksal nicht gut. Und unsere Nane in der Gegenwart? Die ist wohl drauf und dran sich zu verlieben. In wen, das verrate ich natürlich nicht. Abgesehen davon taucht eine neue Freundin namens Alice auf und es wird spannend. Nun muss sich Nane wohl noch intensiver mit Sütterlin beschäftigen… Kurz vor dem Ende gewinnt der Roman noch einmal mächtig an Fahrt. Und schließlich geht es auch für Eva und Marlene an den Bodensee. Eine neue Heimat ist endgültig gefunden. Aber sind nun auch alle Geheimnisse gelöst? Das möge der Leser bitte selbst herausfinden. Spannend ist dieser Roman bis zur letzten Seite. Mich hat das neuste Werk von Brigitte Riebe sehr bewegt. Ich habe es ab und zu auch beiseitegelegt und nachgedacht. Daher gerne von mir fünf Sterne. Für mich persönlich ist dieses Buch sehr lehrreich gewesen. Ich stamme aus den neuen Bundesländern und da wurden die Themen Flucht und Vertreibung mehr oder weniger totgeschwiegen. Es wurde lediglich ab und zu mal von Umsiedlern gesprochen. Und Heimatverbände durften nicht gegründet werden. Zumindest habe ich es so erlebt. Karen Grace Holmsgaard

Marlenes Geheimnis

Von: Margarete Rosen Datum: 12. September 2017

Drei Frauen, ein Land, durch Krieg zerissen und zweigeteilt. Dieser Roman könnte nicht aktueller sein. Eva, ein junges Mädchen, mit all den Hoffnungen und einer Liebe, die den Kriegswirren im 2. Weltkrieg nicht stand hält. Vertrieben, auf sich allein gestellt mit einem Kind an der Hand, wird das Überleben zu einem täglichen Kampf. Von einem Auffanglager zum nächsten, Dokumente erhalten, wieder gestohlen bekommen und durch Lügen sich eine Existenz aufbauen - das sollte uns doch auch heute sehr bekannt vorkommen. Ein junger Soldat, der in eine abscheulich greuliche Tat verwickelt wird. Gebrochen und doch voller Lebenswillen baut er sich ein neues Leben auf und verzweifelt doch. Brigitte Riebe hat es geschafft die Geschichte feinfühlig und vielschichtig zu erzählen. Die Geschichte ist realistisch, es fehlen gänzlich die dramatischen Übertreibungen, selbst Schlimmes wird ruhig herübergebracht. Für mich ein absoluter Pluspunkt. Drei Generationen Frauen durch Familienbande miteinander verbunden und doch durch die Zeit entzweit, kommen sich durch ein Tagebuch wieder näher. Ich habe von Kapitel zu Kapitel mitgelebt, ja, mitgelebt, da das Erzählte vieles von Früher in mir zum Klingen brachte. Und immer wieder dachte ich, diese schöne und gut geschriebene Geschichte sollten all diejenigen lesen, die heute etwas gegen Flüchtlinge haben. Denn Flüchtlinge hatten auch einmal ein Zuhause und sind zuallererst einmal MENSCH. Die Liebe spielt auch hier viele verschiedene Rollen, so wie im richtigen Leben eben auch. Fazit: Ein wunderbares Buch, um es in ruhigen Mußestunden zu lesen. Es kommt sanft mit richtigem Tiefgang daher.

Hier wird Geschichte berührend nachvollziehbar geschildert

Von: sommerlese Datum: 12. September 2017

Dieser Roman verpackt eine Geschichte von drei Generationen einer Familie in ein Stück Zeitgeschichte, sodass man als Leser mit den Figuren alles zeitnah miterleben kann. Von Anfang an haben mich die drei Frauen aus drei Generationen mitgerissen. Es ist Brigitte Riebe ausgezeichnet gelungen, Vergangenheit und Gegenwart lebendig miteinander zu verweben. Die Rückblenden umfassen ganze Kapitel, sodass man als Leser immer die Zeit im Blick hat. Es beginnt 1938 als Eva sich in einen jungen Tschechen verliebt, zeigt wie der Hass der Tschechen auf Nazideutsche überschlägt, beschreibt den Einmarsch der Russen und die Vertreibung bis zur Ankunft am Bodensee. Die schwierige Zeit des 2. Weltkrieges und der Nachkriegsjahre werden sehr intensiv beschrieben und es wird deutlich, wie sehr auch viele Deutsche unter den Folgen der Kriegszeit zu leiden hatten. Dieser Roman führt direkt in diese schwere Zeit hinein und man ist berührt und ergriffen von den Zuständen. Es ist die Zeit der Zwangseinquartirung, der knappen Lebensmittelmarken, es gibt Malzkaffee statt Bohnenkaffee, man begnügt sich mit Streckbutter und Kernseife und der allgegenwärtige Tauschhandel zeigt deutlich wie es damals zuging. Die Erlebnisse sind fesselnd geschildert, berühren hautnah und hinterlassen einen starken und nachhaltigen Eindruck über die Zeit des Krieges, der noch lange in mir nachhallt. Die Charaktere der Familie werden mit vielen Emotionen, ergreifenden Erlebnissen und traurigen Schicksalen gezeigt und ich hatte die ganze Zeit diese Personen sehr authentisch vor Augen. Ich habe mit ihnen gelitten, geliebt, getrauert und gehofft. Dieser Roman geht mir wirklich sehr nah und wirft einen Blick in die neuste deutsche Geschichte, die viele Leser hier durch diese Figuren vielleicht erstmals erlangen. Ein beeindruckender historischer Roman, der durch Einzelschicksale dreier Frauen einer Familie Geschichte sichtbar macht und zu einem berührenden Leserlebnis führt. Dieser Roman erhält meine absolute Leseempfehlung.

Um die Gegenwart zu verstehen, muss man die Vergangenheit begreifen

Von: nef Datum: 12. September 2017

Inhalt: Nach dem Tod von Eva Auberlin machen sich ihre jüngste Tochter Viktoria und ihre Enkelin Christiane auf den Weg zum Bodensee. Der kleine Ort am Bodensee weckt viele Erinnerungen in Nane, die sich immer wieder Vorwürfe macht zu selten ihre Großmutter besucht zu haben. Nun ist es zu spät. Alles was ihr noch bleibt ist die Erinnerung und ihr Vermächtnis. Eva hat ihrer Enkeltochter ihre Geschichte hinterlassen. In einem kleinen roten Büchlein hat sie fein säuberlich notiert, wie sie einst in Reichenbach aufgewachsen ist, wie ihr Vater, eigentlich Apotheker, nebenbei das Brennen beherrschte und wie ihre Mutter, einst die große Sängerin, ihre Trauer um das Karriereende im Alkohol ertrank. Doch nicht nur das Leben von Eva breitet sich vor Nane aus. Sie erfährt viel über die Menschen von damals und muss einmal mehr erkennen, dass ihre Großmutter ein ganz besonders wunderbarer Mensch war. Nicht nur für ihre Familie, auch für andere. Im Ort begegnet Nane ihrem Jugendfreund Simon. Sein Großvater, ein verschlossener und furchteinflößender Mann, ist nur kurz vor Eva verstorben und auch seine Kinder sind dabei sein Erbe zu sichten und zu ordnen. Mit den Dokumenten und der endlosen Masse an Erinnerungen überfordert, bittet er schließlich Nane ihm zu helfen. Widerwillig lässt sich Nane für die Arbeit einspannen, doch Simon hat einen Köder. Denn im Nachlass von Hermann Bentele finden sich Ohrringe, die dieser einst für eine Frau angefertigt hat - für Eva Auberlin. Nane, mit ihrem eigenen Leben völlig überfordert hat nun gleich mehrere Probleme: da wäre die kleine Hündin, die sie auf dem Weg am Straßenrand aufgelesen hat und der ihr Herz nun gehört; dann der ewige Streit zwischen ihrer Mutter Viktoria und deren Schwester Marlene; Evas Aufzeichnungen über ihr Leben und nun auch noch die Notizen von Hermann Bentele, die in Sütterlin geschrieben und somit für sie kaum lesbar sind. Der einzige Lichtblick ist Dr. Rossi. Der charmante Tierarzt hat Nanes Herz im Sturm erobert, auch wenn dies weder die richtige Zeit noch der richtige Ort war um sich über Männer in ihrem Leben Gedanken zu machen. Und eigentlich ist Dr. Rossi doch schwul, oder? Während sie immer weiter in der Vergangenheit abtaucht und Evas Leben begleitet, scheint ihr eigenes Leben endlich ruhiger zu werden. Die Zeit bei Marlene tut gut und auch die kleine Hündin scheint alles daran zu setzen, dass Nane für einen Augenblick ihren Stress und ihre Sorgen vergisst. Ob sie sich eines Tages trauen wird über ihr Versagen zu sprechen? Wann wäre der Zeitpunkt besser als jetzt? Doch Nane hat Angst. Angst vor Marlenes Reaktion und ihrer eigenen Courage. Was sie dann in Evas Aufzeichnungen entdeckt macht es ihr beinahe unmöglich ihrer Tante gegenüber normal zu bleiben. Darf sie Marlene auf ihre Vergangenheit ansprechen? Meinung: Der neue Roman von Brigitte Riebe fesselt den Leser auf zwei Zeitschienen. Wir beginnen im Hier und Jetzt mit Nane, die auf dem Weg zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva auch zum Teil vor sich selbst wegläuft. Die zweite Zeitschiene beginnt 1938, kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges und erzählt Evas Leben. Beide Erzählstränge wechseln sich ab, was trotz des häufigen Wechsels nie verwirrend ist. Eva ist ein starker Charakter, der schon früh lernen muss auf sich selbst und ihre Familie aufzupassen. Natürlich hatten wir alle Geschichtsunterricht und kennen zu einem Teil die Vergangenheit, aber durch Evas Geschichte wird es erst lebendig. Viele, die damals schon gelebt haben, wollen darüber heute nicht mehr sprechen. Zu grausam waren Krieg und Elend. So hat auch Eva erst nach ihrem Tod ihre Vergangenheit preis gegeben. Christiane erfährt von den Strapazen der Nachkriegszeit, von Verlust und Trauer nur durch Evas Aufzeichnungen und lernt so auch ein Stück von sich selbst. Das hilft ihr, auf ihr eigenes Leben zu blicken und könnte ihr so helfen wieder Fuß zu fassen. Auch und gerade über Marlene lernt der Leser viel. So einfach wie es am Anfang schien ist es nicht und das große Geheimnis um Marlene liegt in Evas Aufzeichnungen. Was sie mir am Anfang übrigens nicht sympathischer machte. Die ewige Anzickerei mit ihrer Schwester habe ich bis zum Schluss nicht verstanden Christiane ist sympathisch, ein wenig grau, aber mit großem Potenzial. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ist gut und nachvollziehbar. So macht es Spaß sich auf beide Hauptcharaktere einzulassen. Das Buch fesselt und ziemlich schnell sind eine ganze Handvoll Seiten weggelesen, während man wissen will wie der nächste Abschnitt enden wird. Sicherlich ist 'Marlenes Geheimnis' ein Buch das zum Nachdenken anregt und vielleicht so manchen dazu bringt in sich zu gehen und zu entscheiden, was wirklich wichtig ist im Leben.

Eine Mauer des Schweigens

Von: Patno Datum: 11. September 2017

Brigitte Riebe ist für mich eine herausragende Schriftstellerin, deren Bücher inzwischen zu meiner Pflichtlektüre gehören. Ihr neuer Roman "Marlenes Geheimnis" ist am 11.09.2017 beim Diana Verlag München erschienen. Mit hohen Erwartungen bin ich in die Geschichte einer Familie eingestiegen, immer auf der Suche nach Marlenes Geheimnis. Als erstes begegnete ich Christiane Auberlin, Nane genannt, die zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva an den Bodensee reist. Dort trifft sie auf ihre Tante Marlene, die wenig von Familie hält und Nane und ihrer Mutter sehr raubeinig begegnet. Damals war Eva mit Marlene nach Kriegsende aus dem Sudetenland vertrieben worden und nach einer kräftezehrenden Flucht über Hunderte von Kilometern am Bodensee gelandet. Dort verschlägt es sie in den kleinen Ort Rickenbach, der von Obstplantagen umgeben ist. Mit dem Schnapsbrennen kennt sich Eva bestens aus und gemeinsam mit ihrem Mann Toni Auberlin gründen sie eine kleine Brennerei, die bis heute floriert und voller Stolz von Marlene weitergeführt wird. Nach Evas Beerdigung findet Nane Aufzeichnungen ihrer Großmutter und die Mauer des ewigen Schweigens scheint zu bröckeln. Wie lange kann Marlene ihr Geheimnis noch für sich behalten? Von der ersten Seite an fesselte mich die Geschichte der drei starken Frauen über drei Generationen hinweg. Ich habe bis tief in die Nacht gelesen, weil mich das Schicksal dieser Familie so interessiert und mitgerissen hat. Danach lag ich hellwach im Bett, weil mich diese Bilder einfach nicht mehr loslassen wollten und wie ein Film durch meinen Kopf schwirrten. Manches war nur schwer zu begreifen, stimmte nachdenklich und wirkte beklemmend. Der Roman ist so lebendig geschrieben, dass man meint, Teil des Geschehens zu sein. Außerdem war die Handlung selbst voller unerwarteter Wendungen, so dass man immer wieder überrascht wurde. Da standen mir schon das eine oder andere Mal die Tränen in den Augen, so sehr war ich emotional berührt. Wie ich eingangs schon schrieb, ist Brigitte Riebe für mich ein herausragendes Schreibtalent. Bei ihr stimmt einfach alles. Sie ist ausdrucksstark und stilistisch perfekt, vermag spannend und emotional berührend zu schreiben. Aus Brigitte Riebes Büchern kann man immer etwas lernen. Ihre Hintergrundstorys sind exzellent recherchiert und absolut passend in ihre fiktive Story eingearbeitet. Die Charaktere sind fein und intensiv ausgearbeitet, wobei ihr die Frauenrollen besonders liegen. Man spürt beim Lesen das Herzblut und die Emotionen der Autorin. Das alles macht Brigitte Riebe für mich so einzigartig und unvergleichbar. Sie war es auch, die mich zum Lesen historischer Romane ermutigt hat und seither lässt mich dieses Genre nicht mehr los. "Marlenes Geheimnis" hat mich rundherum begeistert, meine Erwartungen an das Buch wurden übertroffen. Eines meiner Lese-Highlights 2017, das ihr unbedingt lesen solltet! Ein Schatz in jedem Buchregal und eine tolle Geschenkidee für lesende Menschen und liebe Freunde.

So schön und berührend...

Von: unclethom Datum: 11. September 2017

Heute am 11.09.20117 erscheint Brigitte Riebes neuer Roman, den ich schon vorab lesen durfte. Es ist ein sehr bewegendes Buch, das in der Hauptsache in den ersten Nachkriegsjahren des zweiten Weltkriegs spielt. Fast jeder hat eine Tante oder sonstige Verwandte die nach dem Krieg ihre Kinder alleine durchbringen musste. Dies an sich ist schwer genug, wenn man nun auch noch aus der Heimat fliehen muss, braucht man neben Mut auch noch ein gewisses Maß an Glück. Diesen Frauen setzt die Autorin, wenn auch vielleicht ungewollt, mit diesem Roman ein Denkmal. Die Hauptfigur ist Eva, die Ihre Kindheit und Jugend im Sudetenland verbrachte und sich nun nach Kriegsende auf den langen Weg zum Bodensee begibt mit einem Umweg über die sowjetisch Besetzte Zone. Ihre Geschichte erzählt Brigitte Riebe hier. Wie man es von der Autorin gewöhnt ist sind ihre Figuren sehr echt und lebendig. Sie wirken nicht im Geringsten konstruiert und es kam mir beim Lesen immer wieder so vor als erzählte eine meiner Tanten von ihren Erlebnissen im bzw nach dem Krieg. Auch wie gewohnt setzte bei mir beim Lesen schnell mein Kopfkino ein und hörte nicht auf zu rattern bis ich das Buch zu Ende gelesen hatte. Die Autorin holte mich gleich auf den ersten Seiten ab und ich fühlte mit Eva und Leni, dem Findelkind dem sich Eva zunächst angenommen hatte. War es zunächst, die Geschichte Evas, entwickelte sich das Buch immer mehr in Richtung der Geschichte Marlenes. Sehr spannend mit vielen nicht zu erwartenden Wendungen ins heute, nach dem Tod Evas. Nachdem sich herausstellte dass es insgesamt drei Handlungsstränge gibt war ich sehr gespannt wie Brigitte Riebe diese miteinander verknüpft. Doch keine Sorge, dies ist ihr aufs Beste gelungen so dass am Ende keine offenen Fragen blieben. Die Geschichte hat mich sehr berührt und ich kann das Buch guten Gewissens empfehlen. Von mir sind das glasklare 5 Sterne.

Geheimnisvoll

Von: Katja Ezold Datum: 11. September 2017

Mit Marlenes Geheimnis habe ich – so glaube ich zumindest – das erste Buch von Brigitte Riebe gelesen. Und das, obwohl der Name natürlich ein Begriff ist. Das neue Buch von ihr reizte mich auf Grund des Themas und so griff ich begeistert zu. Die Begeisterung hielt – das ganze Buch über. Brigitte Riebe schaffte es, mit mitzunehmen. Ihr gelang es, mich voll in die Geschichte hinein zu katapultieren. Sie schaffte es, dass ich atemlos die Geschichte verfolgte, dass ich dran blieb und jeder Minute entgegenfieberte, die ich zum Lesen Zeit hatte. Worum geht es in dem Roman? Grob gesagt ist es ein Familienroman – es geht um drei Frauen aus drei Generationen und die Tatsache, wie ein Ereignis – eine Kette von Ereignissen – das Leben mehrerer Generationen beeinflussen kann. Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage … Die Autorin hat es vom ersten Moment an durch ihren Schreibstil geschafft, mich auf die Geschichte von Marlene, ihrer Mutter Eva und Nane, der Nichte von Marlene neugierig zu machen. Der Schreibstil ist packend und fesselnd, dabei so detailreich und bildhaft, dass ich immer mal wieder inne halten musste. Ganz besonders bei einigen Szenen aus der Vergangenheit, welche durch die Aufzeichnungen von Eva zum Leben erwachen, musste ich immer wieder unterbrechen. Die Grausamkeiten, die Hoffnungen und immer wieder der Kälte der damaligen Zeit – mich haben diese sprachgewaltig geschilderten Szenen auch nachts nicht losgelassen. Geschickt verwebt Brigitte Riebe Vergangenheit und Gegenwart. Kapitelweise wagt sie diese Sprünge in die unterschiedlichen Zeiten, dabei weiß der Leser aber zu jeder Zeit, wo er ist. Ich bin teilweise solchen Büchern gegenüber, die zwischen zwei Zeiten hin und herspringen, sehr skeptisch, denn ich komme da auch gerne mal durcheinander. Hier aber kam ich sehr gut mit, wusste immer wo ich mich befand und hatte Spaß an den Perspektivwechseln. Dadurch wurde die Geschichte zwar „aufgelockert“ und man konnte mal „Luft holen“. Aber man kam nicht aus der Erzählung raus, der Spannungsbogen wurde nicht unterbrochen. Die „Ruhephasen“, wenn die Geschichte im Hier und Jetzt spielte, brauchte ich als Leser auch, um nicht zu sehr in der Vergangenheit hängenzubleiben. Mich hat diese Geschichte sehr aufgewühlt und ich kann mich gut in Nane und ihre Gefühle hineinversetzen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, was sie beim Lesen der Aufzeichnungen ihrer Großmutter empfunden haben muss. Ich kann gut verstehen, wie sie das aufgewühlt hat. Ich kann gut verstehen, dass sie beim Lesen der Aufzeichnungen auch ab und zu mal raus musste. Nane war für mich ein Charakter, den ich – fast – von Anfang an mochte. Zuerst erschien sie mir ein wenig weinerlich, oberflächlich. Aber ihre Beschäftigung mit der Vergangenheit fokussierte sie in der Gegenwart und machte ihr deutlich, was wirklich wichtig ist. Dazu noch Souki, die ich von Anfang an liebte 🙂 Aber auch Marlene war ein Charakter, wie ich ihn mag. Brummig und dabei doch liebevoll und beschützerhaft den gegenüber, die sie mag. Eve lernte ich durch die Aufzeichnungen sehr gut kennen. Wusste ich am Anfang nicht so ganz, was ich von ihr halten soll … sie kam mir naiv und sprunghaft vor … nötigt sie mir im Laufe der Geschichte sehr viel Respekt ab. »Die Vergangenheit verlierst die nie« so lautete einer von Evas Lieblingssätzen. »Aber wenn du heute nicht lebst, dann wirst du auch die Zukunft verlieren.« Marlenes Geheimnis ist ein Buch, das begeistert. Ein Buch das fesselt und betroffen macht; ein Buch das mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Ein Buch, das mich dazu bringt, vielleicht doch im Familienkreis mal nachzufragen. Wie war das damals? Wie hast Du die Zeit erlebt. Und zwar nachzufragen, ehe es zu spät ist. Ehe aus dieser Generation keiner mehr eine Antwort geben kann. Liebe Brigitte Riebe; ich danke Dir für dieses tolle Buch, welches mich gefesselt und mir unruhige Nächte bereitet hat. Ich habe die Geschichte geliebt und gehasst, ich habe mich begeistern lassen. Für den wunderbaren, bewegten Roman vergebe ich 5 von 5 Sternen

Fesselnd erzählte Geschichte über zwei Frauen, die Ende des Dritten Reiches flüchten mussten

Von: Brigitte Friedrichs Datum: 11. September 2017

"Marlenes Geheimnis" hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen. Gewohnt flüssig und fesselnd beschreibt Brigitte Riebe das Schicksal dreier Frauen. Der Roman spielt auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Im ersten Erzählstrang begleiten wir Nane, die nach dem Tod ihrer Großmutter an den Bodensee zurückkehrt und sich eine Auszeit von ihrem Job nimmt. Dabei stößt sie durch das altes Tagebuch von Eva, ihrer Großmutter, auf ein Familiengeheimnis. Ein weiterer Handlungsstrang erzählt von den beiden Frauen Eva und Marlene, die Ende des Dritten Reiches aus ihrer Heimat vertrieben werden. Marlene, Nanes Tante, ist die Herrscherin über einige Obstplantagen am Bodensee. Sie verarbeitet das Obst zu Schnaps. Es ist sehr interessant zu erfahren, was die Frauen auf ihrer Flucht alles erleiden mussten. Ich glaube, fast jeder hat in seiner Familiengeschichte Vorfahren, die vertrieben wurden. Meist wollen die Betroffenen über diese leidvolle Zeit nicht reden. Um so spannender ist es, in einem gut recherchierten Roman lesen zu können, wie es damals war, ohne langweilige Geschichtsbücher wälzen zu müssen. Man ist von Anfang an mitten im Geschehen und leidet mit den Frauen. Die drei Frauen in diesem Roman sind alle sehr sympathisch und sehr lebendig und müssen in manchen Situationen über sich hinauswachsen, wie so viele Frauen in dieser Zeit. Die Liebe spielt natürlich auch eine große Rolle. 5/5 Sterne für diesen interessanten Einblick in die deutsche Nachkriegszeit.

Die Apfelkönigin

Von: hasirasi2 Datum: 11. September 2017

Bodensee 1945: Was hat Eva nur an sich, dass die Männer von Rickenbach geradezu von ihr besessen sind? Schließlich ist sie nur ein dahergelaufener Flüchtling, noch dazu mit einer Tochter, bei deren Geburt sie extrem jung gewesen sein muss. Welche Geheimnisse birgt der Umschlag, den Eva Jahrzehnte später ihrer Enkelin Nane hinterlassen hat und warum sind Nanes Mutter Vicky und deren ältere Schwester Marlene so verschieden und so zerstritten? Schließlich haben sie jetzt nach dem Tod der Mutter nur noch sich (und Nane)! Es ruckelt immer ein wenig, wenn das Leben in den nächsten Gang schaltet ...“ (S. 201) Das Buch könnte genau so gut „Evas Geheimnis“ heißen, denn Evas und Marlenes Geheimnisse sind untrennbar verbunden. Eva wächst in Reichenberg (heute Liberec) auf. Ihre Mutter war eine ungarische Opernsängerin, ihr Vater ein deutscher Apotheker. Nebenher brennt er Obstschnaps, eine Fähigkeit, die er an Eva weitergibt und die ihr im 2. WK und bei ihrem Neuanfang am Bodensee das Überleben sichert. Als sie dort ankommt, hat sie eine kleine Tochter dabei und ist Witwe, obwohl sie noch ihren Mädchennamen trägt – das sorgt natürlich für Gesprächsstoff. „Marlenes Geheimnis“ hat mich von Beginn an gefesselt und vor allem Evas Geschichte ging mir besonders nahe. Ihr Motto „Die Vergangenheit verlierst Du nie. Aber wenn Du heute nicht lebst, dann wirst Du auch die Zukunft verlieren.“ (S. 12) hat sie auch ihrer Enkelin Nane vererbt. Im Gegensatz zu ihrer Mutter und Tante will sie wissen, was Eva alles während ihrer Jugend, dem Krieg und der Zeit danach erlebt hat. Anhand von deren Tagebüchern taucht sie immer tiefer in die Vergangenheit und die damit verbundenen Dramen ein, welche Eva (und Marlene) während des Krieges und danach (üb)erleben mussten. Und am Ende beeinflusst sie damit das Leben aller Frauen der Familie - und nicht nur die ... Ich hatte beim Lesen mehrfach Gänsehaut. Evas und Marlenes Vergangenheit haben es nämlich wirklich in sich. An dem, was sie erlebt haben, wäre ich sicher zerbrochen. Brigitte Riebe schildert das Kriegsgeschehen so anschaulich, dass man das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Sie beschreibt die Grausamkeiten der Deutschen und auch die Racheakte der „Siegerstaaten“ zwar ohne zu werten, aber trotzdem so, dass sie den Schrecken unmittelbar vermittelt. Für mich hatte das Buch auch eine sehr persönliche Komponente: ein kleiner Teil der Handlung spielt in Werdau (Sachsen). Genau wie Eva haben meine Großeltern väterlicherseits dort gelebt und in einer Tuchfabrik gearbeitet haben - und die Familie meiner Großmutter kam (ebenfalls dem Krieg) ursprünglich aus Polen. Mein Fazit: Was für eine Geschichte – so kann nur Brigitte Riebe schreiben. Ihren Stil würde ich immer wiedererkennen. Ihre Geschichten sind extrem spannend, komplex und die Handlungsstränge so geschickt verwoben, dass ich sie am Ende nicht allein aufdröseln könnte. Außerdem schafft sie es immer wieder, mich durch extreme Wendungen zu verwirren – Chapeau! Wer eine wirklich berührende, fesselnde und zu Herzen gehende Geschichte mit Tiefe und viel Gefühl sucht, kommt an „Marlenes Geheimnis“ nicht vorbei. 5 Sterne und meine unbedingte Leseempfehlung! PS: Wenn Ihr wissen wollt, warum meine Rezension „Die Apfelkönigin“ heißt, müsst ihr das Buch schon selbst lesen ;-).

Der 2. Weltkrieg wirft lange Schatten...

Von: Klusi Datum: 11. September 2017

In diesem Roman gibt es zwei Handlungsstränge. Einer führt die Leser ins Sudetenland, wo man mit Eva, ihrer Familie, ihrer Freundin Molly und ihrem geliebten Jan die Zeit des 2. Weltkriegs und danach erlebt. Hier erfährt man den Krieg mit seinen Schrecken und seine Folgen aus Sicht der Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, weil die Tschechen die verhassten Deutschen nicht mehr in ihrem Land haben wollten. Ich muss gestehen, dass mir die Ereignisse aus diesem Blickwinkel bisher fremd waren, umso stärker hat mich der Roman hier berührt, denn die Charaktere sind so detailliert gezeichnet, die Schicksale der Menschen so eindringlich dargestellt, dass man sich dem einfach nicht entziehen kann. Brigitte Riebe hat ihre fiktiven Figuren in ein nur allzu reales Umfeld gestellt, und was sie da erlebten, macht mich betroffen. Der zweite Handlungsfaden verläuft in der Gegenwart. Marlene Auberlin führt am Bodensee, nach dem Tod ihrer Mutter Eva, das Familienunternehmen, eine gut gehende Schnapsbrennerei, weiter. Nach Evas Beerdigung übergibt Marlene ihrer Nichte Nane, die zur Trauerfeier angereist ist, einen Umschlag mit dem Vermächtnis der Großmutter. Als Nane die Aufzeichnungen liest, wird sie mit mehreren tragischen Familiengeheimnissen konfrontiert. An ihr ist es nun, Licht in das Dunkel der Vergangenheit zu bringen und einiges zu klären. Nane, die bei ihrer Ankunft mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, findet hier, in ihrer alten Heimat zu einer neuen Sichtweise ihres Lebens und ihrer Familie. Sie begegnet Menschen, denen sie vertrauen kann und die sehr wichtig für sie werden. Die Ruhe, Schönheit und Klarheit des Bodensees helfen ihr, die Vergangenheit ihrer Familie aufzuarbeiten und Entscheidungen zu treffen, die ihr weiteres Leben stark beeinflussen werden. Beide Handlungsebenen haben mich fasziniert und sehr berührt. Vor allem bei der Schilderung von Evas dramatischer Vergangenheit musste ich oft schlucken. Die Autorin hat gründlich recherchiert und in ihrem Roman nichts übertrieben oder aufgebauscht, denn die Wahrheit war schrecklich genug, und ähnliche Schicksale wie die hier geschilderten gab es zuhauf. Ich habe schon einige Romane von Brigitte Riebe gelesen, die mir sehr gefallen haben, aber ich finde, mit dieser fesselnden Familiengeschichte hat sie sich selbst übertroffen. Hat man einmal mit dem Buch begonnen, so fällt es sehr schwer, es zwischendurch aus der Hand zu legen, denn Evas, Marlenes und Nanes Geschichte lässt einen nicht mehr los. Vieles, was die Zukunft der Protagonisten angeht, bleibt offen, aber im positiven Sinn, und ich denke, am Ende können wir unsere lieb gewonnenen Helden beruhigt sich selbst überlassen, denn sie werden das, was auf sie zukommt, gemeinsam meistern. In Gedanken werde ich sicher noch oft bei Nane und ihren Lieben weilen, zu stark hat mich diese großartige Geschichte mit all ihren Schicksalen berührt.

Was für ein großartiges Buch!

Von: Susanne Edelmann Datum: 11. September 2017

Als Lokaljournalistin berichte ich häufig über Gratulationstermine, wenn in unserer Gemeinde jemand einen runden Geburtstag (ab 90 Jahren aufwärts) oder ein besonderes Ehejubiläum feiert und der Bürgermeister zum Gratulieren kommt. Ich übernehme diese Termine immer gerne, weil die Jubilare meist viel zu erzählen haben. Ihrem Alter geschuldet, haben sie den Krieg miterlebt, mussten häufig Flucht und Vertreibung erleiden. Oft gehen die Jubilare beim Erzählen nicht sehr ins Detail, man erfährt nur, dass sie zum Beispiel aus dem Sudentenland stammen, nach dem Krieg vertrieben wurden und dann auf vielen Umwegen in unserer Gegend landeten, wo sie sich eine neue Existenz aufgebaut haben. Oft genug reichen aber schon diese wenigen Angaben aus, dass ich mir im Stillen denke: Aus dieser Lebensgeschichte könnte man einen Roman schreiben. Die Autorin Brigitte Riebe hat genau das getan. In ihrem Roman kommt Nane nach vielen Jahren zurück an den Bodensee, wo sie einst viele glückliche Ferien bei ihrer Tante Marlene und ihrer Großmutter Eva verbracht hat. Doch nun ist Eva gestorben und bei ihrer Beerdigung treffen Marlene, Nane und Nanes Mutter Vicky nach langer Zeit wieder aufeinander. Zwischen den ungleichen Schwestern Marlene und Vicky kommt es wie so oft zum Streit und Vicky reist bald wieder ab. Nane hingegen entschließt sich, noch eine Weile zu bleiben. Eva hat ihr ein altes Tagebuch vererbt, in dem sie ihr Leben festgehalten hat. So erfährt Nane, dass Eva in Reichenberg im Sudetenland aufgewachsen ist. Sie spricht deutsch und tschechisch und weder ihre Familie noch ihre Freunde machen einen Unterschied zwischen den beiden Volksstämmen, die hier leben. Das ändert sich jedoch schlagartig mit dem Zweiten Weltkrieg: Evas Vater wird zur Wehrmacht eingezogen, ihre große Liebe Jan hingegen taucht unter und schließt sich den Partisanen an. Als die Russen einmarschieren, kommt es zu einem tödlichen Zwischenfall. Mit dem Kriegsende ist die Leidenszeit noch nicht vorbei, ganz im Gegenteil: Die Tschechen machen in ihrem Hass auf alles Deutsche keinen Unterschied zwischen Nazis und denen, die gegen den Nationalsozialismus waren, es wird gemordet, vergewaltigt, gebrandschatzt. Eva, mittlerweile schwanger von Jan, gelingt zusammen mit ihrer kranken Mutter und ihrer Freundin die Flucht, die sie von einem Auffanglager zum nächsten führt. Eva muss viele Schicksalsschläge erleiden, bevor sie schließlich am Bodensee ankommt. Auch hier wird sie als Flüchtling und unverheiratete Mutter nicht gerade mit offenen Armen aufgenommen, doch über die Jahre schafft sie es, sich hier eine neue Existenz aufzubauen. Nane ist von der Geschichte ihrer Großmutter völlig in den Bann gezogen, denn das Tagebuch enthüllt auch einige streng gehütete Familiengeheimnisse. Dann trifft Nane ihren alten Jugendfreund Simon wieder, der seinerseits kurz zuvor seinen Großvater verloren hat. Er bittet Nane, ihm beim Sichten des Nachlasses zu helfen. Dabei stößt Nane auf Aufzeichnungen, die eng mit dem Schicksal ihrer eigenen Familie verknüpft sind. Die Geschichte dreier Generationen wird nach und nach enthüllt und Nane fasst endlich den Mut, auch einige Weichen in ihrem eigenen Leben neu zu stellen. Der Roman hat mich von Beginn an gefesselt. Durch die beiden verschiedenen Zeitebenen, die sich im Buch regelmäßig abwechseln, bleibt es stets spannend und jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger. Ich konnte das Buch gar nicht mehr weglegen, habe einen Tag lang beinahe nonstopp durchgelesen und es spät am Abend dann doch beinahe bedauert, als ich das Ende erreicht hatte. Nach dem Aufwachen am nächsten Morgen galten meine ersten Gedanken wieder diesem Buch und der Geschichte, über die ich noch lange nachgegrübelt habe. Mein persönliches Fazit: Wenn mir auf einem künftigen Gratulationstermin der Jubilar wieder von Flucht und Vertreibung erzählt, werde ich vor diesem Schicksal dann wohl noch mehr Respekt haben, als ich das bislang eh schon hatte. Denn durch diesen Roman sind diese schrecklichen Erlebnisse für mich, die ich das alles ja zum Glück nicht selber erlebt habe, noch greifbarer geworden – von verständlicher will ich angesichts dieser furchtbaren Zeit lieber nicht sprechen. Und so ganz nebenbei hat der Roman in mir schöne Erinnerungen an unseren herrlichen Bodensee-Urlaub im vergangenen Jahr geweckt.

Eine berührende Geschichte über eine Starke und mutige Frau

Von: Arietta Datum: 10. September 2017

Autorin: Brigitte Riebe hat es verstanden, mich wieder einmal zu verzaubern mit ihrem neusten Roman, der mich zutiefst berührte und beim Lesen unter die Haut ging. Es war mir ein großes lateritisches Vergnügen, diesen ungewöhnlichen, facettenreichen Roman mit großem historischen Hintergrund zu lesen. Sie ist eine ausdrucksstarke Autorin mit einem ganz eigenen Stil. Sie besitzt eine aufmerksame Beobachtungsgabe. Man spürte beim Lesen, dass eine promovierte Historikerin zugange war. Wie sie von der Vertreibung und Flucht der Menschen aus Osteuropa schrieb – es war so bildhaft geschildert, dass man es mit eigenen Augen sah, es war wie Kopfkino. Ihr Sprach- und Schreibstil ist sehr flüssig, klar und kraftvoll. Das Historische ist sehr korrekt und gewissenhaft recherchiert. Alles kommt sehr logisch und schlüssig daher, so dass man sich sehr gut hineinversetzen kann. Am Ende der Geschichte laufen alle Fäden in einem großen Ganzen zusammen, es blieben keine Fragen offen. Auch der Spannungsbogen blieb von Anfang an bis zum Ende hoch und sehr fesselnd. Es erwarten einem beim Lesen immer wieder sehr überraschende Wendungen, besonders der Schluss war mehr als überraschend, mit einem Ende, das man nicht erwartet hätte. Ihre Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet, auch die einzelnen Charaktere hat sie sehr glaubhaft und real herausgearbeitet. Es sind Menschen aus Fleisch und Blut. Die historische Authentizität und Wahrheit ist präzise wiedergegeben. Sie hat Wahrheit und Fiktion gekonnt miteinander verknüpft, ebenso die verschiedenen Zeitebenen. „Eine tragische und facettenreiche Geschichte, die einem tief berührt und zu Herzen geht, einfach brillant und gekonnt erzählt.“ Zum Inhalt: Man lernt drei Frauen und Generationen kennen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine jede hat ihr Päckchen zu tragen, ihr Leben ist auf Lügen aufgebaut, deren wahren Hintergrund man so richtig erst am Ende erfährt, wo alle Fäden zu einem großen Ganzen zusammen laufen. Es fängt alles mit Nane, der Enkelin, an, die an den Bodensee zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva fährt. Tante Marlene, die Schwester ihrer Mutter Viktoria, kommt sehr kühl und eisig rüber, Viktoria erscheint einem sehr flippig, ganz das Gegenteil ihrer Schwester, die mit beiden Beinen im Leben steht. Die Beziehung zwischen den Schwestern ist sehr zerrüttet, Marlene scheint ihre kleine Schwester zu hassen. Was ist vorgefallen und warum ist es so unterkühlt? Gibt es etwas aus Evas Leben, das nicht ans Tageslicht sollte? Marlene übergibt Nane eine großen Umschlag ihrer Großmutter Eva, darin befindet sich eine Art Tagebuch, in dem wir mit Nane in Evas Vergangenheit abtauchen. Eine Vergangenheit die mehr als erschütternd war. Eva lebte mit ihren Eltern in Reichenberg in der Tschechei, ihr Vater ein Apotheker, die Mutter eine ehemalige Opernsängerin aus Ungarn, die todunglücklich in dieser neuen Heimat ist. Eva dagegen scheint aufzublühen, da ist der geliebte Garten mit den köstlichen Äpfeln, aus der sie und Ihr Vater Schnaps brennen. Evas erste und große Liebe Jan, von dem sie schwanger wird und tragisch endet. Wie alles, als es am schönsten ist, ein jähes Ende findet durch Hitler, den Zweiten Weltkrieg und die Vertreibung der Deutschen am Ende des Krieges. Der Vater ist tot oder gilt als vermisst, es bleiben ihr nur ihre beste Freundin Molly und die Mutter. Sie werden aus dem Land vertrieben und mit den anderen Flüchtlingen in Waggons gesperrt, wie Vieh. Der Hass auf die Deutschen ist groß, das bekommen sie zu spüren. Schon schlimm, diese Flucht und die Lager, der Hunger, die Kälte und der Tod. Doch Eva und Molly sind Kämpferinnen, ich habe Eva bewundert. Dann ist da noch die kleine Leni, um die sie sich sorgt, der sie all ihre Liebe und Wärme gibt. In Deutschland werden die Flüchtlinge zwangseingewiesen, man spürt deutlich die Ablehnung der Menschen, bei denen sie unterkommen. Evas und Lenis Flucht endet am Bodensee....

Eine wundervolle Geschichte einer außergewöhnlichen Frau!

Von: Christina Amberg Datum: 10. September 2017

Erst einmal möchte ich mich recht herzlich beim Diana Verlag und bei der Autorin für die Bereitstellung des Leseexemplars bedanken, das in keinster Weise meine Meinung beeinflusst. Meine Meinung: Wer Brigitte Riebes Bücher kennt, der weiß, wie gefühlvoll und mit was für einer Hingabe sie ihre Bücher schreibt. „Marlenes Geheimnis“ bildet da keine Ausnahme. Das Buch ist in zwei Zeitebenen geschrieben. Zum einen in der Gegenwart und zum anderen in der Zeit von 1938 – 1953. Den Anfang macht die Gegenwart, in der wir erstmal Nane, die eigentlich Christiane heißt, in Frankfurt lebt und für eine große internationale Pharmafirma arbeitet, kennenlernen dürfen. Da Nanes Großmutter, die am Bodensee gelebt hat, verstorben ist, macht sie sich auf den Weg in die alte Heimat und hat nicht erwartet, dass sich damit ihr ganzes Leben verändern wird. In der zweiten Zeitebene wird die Geschichte ihrer Großmutter erzählt, wie sie im Zweiten Weltkrieg fliehen mussten und wie sie sich danach ein völlig neues Leben am Bodensee aufgebaut hat. Ich bin sehr gut in "Marlenes Geheimnis" hineingekommen, aber was anderes habe ich auch überhaupt nicht erwartet. Nicht nur, dass ich gut hineingekommen bin, nein, ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite regelrecht verschlungen. Wie beschreibt man den Schreibstil der Autorin am besten? Das frage ich mich jedes Mal von Neuem, denn es ist schwer, ihn in Worte zu fassen. Ihren Schreibstil könnte man als außergewöhnlich und etwas Besonderes beschreiben, denn ihre Bücher liest man nicht nur, nein, in ihren Büchern versinkt man völlig, in ihren Büchern lebt man. Es reißt einen von der ersten bis zur letzten Seite einfach mit, man vergisst Raum und Zeit und bemerkt gar nicht, wie die Seiten nur so dahinfliegen, bis man plötzlich auf der letzten Seite angelangt ist. Sie erzeugt mit ihrem Schreibstil immer wieder Gänsehautmomente, wie z.B. in der Szene, als Vicky auf der Beerdigung „Morning has broken“ spielt. Da hatte ich nicht nur Gänsehaut, sondern richtig Tränen in den Augen. Es gibt nicht viele Autoren, die das bei mir schaffen, aber Brigitte Riebe schafft es eindeutig und das jedes Mal. Sie schafft es nicht nur, gefühlvoll zu schreiben, sondern auch die Umgebung im Buch dem Leser bildlich zu vermitteln. Ich war zwar selbst am Bodensee und habe schon ein paar Ecken gesehen, aber all jene, die den Bodensee nur aus dem Fernsehen oder aus Büchern kennen, haben hier in diesem Buch eine wundervolle Beschreibung. Hier ein kleines Zitat aus dem Buch (S.11), das sehr gut passt: „Er reicht immer weiter, als man schauen kann. Und er spiegelt den Himmel, die Veränderung des Lichts, der Farbe, der Stimmung. Alles spürt man auf einmal um vieles deutlicher …“ Als ich das gelesen habe, musste ich automatisch an meine erste Begegnung mit dem Bodensee denken … Und es stimmt!!! Genauso ist es, das ist der Bodensee! Aber auch die Ausarbeitung der Charaktere ist immer wieder erstaunlich. Man spürt deutlich, dass sich die Autorin mit jedem einzelnen Charakter richtig auseinandergesetzt und sie so ausgearbeitet hat, damit diese, wie der Nachbar von nebenan, wie die gute Freundin oder die liebe Tante richtig beim Leser ankommen, sympathisch und vor allem authentisch. So fiel es mir nicht schwer, Nane oder Fabio oder Marlene zu mögen. Aber auch die Charaktere, die in ihrem Buch nicht sympathisch rüberkommen sollten, waren genauso dargestellt. Man konnte nicht anders, als an ihnen zu zweifeln oder sie auch evtl. nicht zu mögen. Sprich, alle Charaktere im Buch kamen sehr authentisch rüber. Fazit: Ein Buch voller Gefühle und Emotionen gepaart mit der wundervollen Geschichte einer außergewöhnlichen Frau, die sich trotz widriger Umstände ein neues und glückliches Leben am Bodensee aufbaut.

Drei Frauen, drei verschiedene Schicksale

Von: Gartenkobold Datum: 09. September 2017

Ein wunderschön gelungenes Cover, eine junge Frau mit ihrem Fahrrad auf dem Weg zum Bodensee. Im Hintergrund die weit entfernte Landschaft um den Bodensee in diffuses Licht getaucht. Drei Frauen, drei verschiedene Schicksale. Marlene hat sich nach ihrer Vertreibung aus ihrer Heimat, dem ehemaligen Sudetendeutschland, am Bodensee niedergelassen und zusammen mit ihrer Mutter Eva eine erfolgreiche Schnapsbrennerei aufgebaut. Nach Evas Tod erhält ihre Nichte Nane das Tagebuch ihrer verstorbenen Großmutter Eva, denn viele Dinge weiß Nane nicht, und Stück für Stück fördert dieses alte Tagebuch ein lang gehütetes Geheimnis ans Tageslicht, verbunden mit immer noch schwelenden Familienstreitigkeiten… Der Schreibstil von Brigitte Riebe ist voller Emotionen, flüssig und fesselt den Leser von Beginn an, es fällt schwer, diesen Roman aus der Hand zu legen. In zwei unterschiedlichen Erzählsträngen, dem der Vergangenheit und Gegenwart, erfährt der Leser Stück für Stück eine sehr tragische Familiengeschichte, deren Anfänge im Jahr 1942 im damals von deutschen Truppen besetzten Reichenberg, dem heutigen Liberec, beginnen. Die Schilderungen sind mit großer Sensibilität und Feingefühl geschrieben, gehen tief ins Innere, bewegen und machen traurig. Flucht, Vertreibung, damals wie heute aktuell – doch hat die Generation damals viel verschwiegen, versucht, ihr Trauma alleine aufzuarbeiten, die Folgen tragen wir als Nachkriegsgeneration noch immer. Parallel beschreibt sie auch die Vergeltungsmaßnahmen der nationalsozialistischen Besatzmacht nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich in Prag, die vollständige Zerstörung und Ermordung der Einwohner des Dorfes Lidice in Tschechien. Brigitte Riebe hat mit den handelnden Charakteren sehr facettenreiche und vor allen Dingen sehr authentische Personen geschaffen, sie entstehen Stück vor Stück durch die Handlung, der Leser kann sie visualisieren, kann sich in sie hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Der Leser spürt, dass dieser Roman mit großem Engagement und mit starker innerer Anteilnahme geschrieben wurde. Ein außergewöhnlicher Roman mit hohem historischem Anspruch, einzigartig, tief bewegend, voller Emotionen und bis ins Innerste berührend.

Eindrucksvoller kann man eine Familiengeschichte nicht schildern!!

Von: katikatharinenhof Datum: 07. September 2017

Nane reist zur Beerdigung ihrer Großmutter in ihren alten Heimatort an den Bodensee. Dort angekommen, stolpert nicht nur ein kleiner Welpe in ihr Leben, sondern das Leben selbst beginnt zu wanken, als Nane die Aufzeichnungen ihrer Großmutter findet. Was sie dort liest, bricht wie ein Sturm über sie herein und bringt ein lang gehütetes Geheimnis ans Tageslicht. Die Vergangenheit zieht ihre düsteren Kreise und nichts ist mehr, wie es war. Der Kampf gegen verdrängte Erinnerungen, schreckliche Erlebnisse und ein Spinnennetz aus Lügen hat begonnen... Brigitte Riebe hat mit dem Buch "Marlenes Geheimnis" einen Roman geschrieben, der vor allen Dingen durch seine saubere Recherche besticht. Die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges wurden präzise und akribisch geschildert, ohne jedoch reißerisch, ketzerisch und aufgesetzt zu wirken. Der flüssige Schreibstil baut kontinuierlich an Spannung auf, sodass man förmlich in das Buch hineingezogen wird und nicht anders kann, als die Geschichte Seite um Seite zu verschlingen. Die bildhafte Beschreibung des Landschaft rund um den Bodensee lässt mich als Leser direkt an der Geschichte teilhaben und ich habe das Gefühl, vor Ort dabei zu sein, wenn nach und nach die schreckliche Wahrheit ans Licht kommt. Ich erlebe eine Achterbahn der Gefühle – habe Gänsehaut beim Lesen der Greueltaten, weine bei sehr bewegenden und emotional berührenden Ereignissen und freue mich, wenn dann doch wieder das Gute im Menschen siegt. Die beiden Erzählstränge sind perfekt miteinander verknüpft und ermöglichen mir so, mit den Protagonisten die Geschichte zu erleben. Die Charaktere sind sehr fein ausgearbeitet und bestechen durch ihre individuellen Eigenschaften, sodass sie sehr lebensnah und glaubhaft erscheinen. Egal ob Hauptgeschehen oder Nebenschauplatz – hier ist eine rundherum gelungene Geschichte entstanden, die durch ihre Präzision, ihre Emotionen und durch handwerkliches Können besticht. Ich würde so gerne 10 Sternchen vergeben, denn dieses Buch ist für mich ein absolutes Lesehighlight! Danke an Brigitte Riebe für eine Geschichte, die mich sehr berührt hat und noch lange in mir nachklingen wird!!

Eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst und der Vergangenheit

Von: Carmen Vicari Datum: 19. August 2017

Nane ist auf dem Weg zum Bodensee, aber nicht um Urlaub zu machen, sondern um sich zu verabschieden. Ihre Großmutter Eva ist gestorben. Nach einer langen Fahrt, sammelt Nane ihre Mutter Vicky in Lindau auf, um gemeinsam zu ihrer Tante Marlene zu fahren. Doch dann stolpert Nane über einen verletzten Welpen und nimmt ihn spontan mit. Kaum bei Tante Marlene angekommen, macht sich Nane auf die Suche nach einem Tierarzt und erlebt dabei die erste Überraschung. Die zweite bietet sich ihr, als sie von Marlene das Tagebuch ihrer Oma Eva überreicht bekommt. Nane, selbst unsicher, wie es in ihrem Leben weiter gehen soll, taucht ein in das Leben von Eva, deren Erlebnisse im Krieg und ihre Flucht an den Bodensee. Noch ahnt Nane nicht, dass dieser Besuch bei Marlene ihr komplettes Leben verändern wird … Die Geschichte ist zweigeteilt. Zum einen durfte ich Nane in der Gegenwart begleiten, ihre Sorgen, Ängste und Nöte kennenlernen. Mit ihr die Zweifel, aber auch Hoffnungsschimmer durchleben. Nane befindet sich gerade in einem beruflichen wie auch privaten Umbruch. Noch ahnt sie nicht, dass ihr bei ihrer Suche die Aufzeichnungen ihrer gerade verstorbenen Großmutter helfen werden. Auf der anderen Seite reiste ich zurück ins Jahr 1938, um Eva zu treffen, ihre Erlebnisse im Krieg, aber auch ihre gefährliche Flucht an den Bodensee. Nicht nur die Kriegserlebnisse, die bis ins ferne Reichenberg (heute: Liberec) in Tschechien zu spüren waren, auch die Auswirkungen auf die dort lebenden Personen wird sehr detailliert und nachvollziehbar beschrieben. Die Ängste der Menschen waren so lebhaft und plastisch beschrieben, dass ich regelrecht den Atem anhielt Regelrecht gefangen in der Geschichte, fiel es mir schwer, das Buch beiseite zu legen. Spannung, Tragik, Gefühl und Hoffnung gehen hier Hand in Hand. Das Kopfkino wird extrem gefordert. Fazit: Mir hat die Reise in die Vergangenheit, die Geheimnisse der Familie und auch die Zweifel und Unsicherheiten der Gegenwart sehr gut gefallen. Gerade so verworrene Familiengeschichten mag ich sehr gerne und bei diesem Buch kam ich voll auf meine Kosten.

Ein bewegender Roman

Von: friederickes bücherblog Datum: 16. February 2018

Das Cover Das Cover zeigt eine junge Frau, die auf einen See blickt. Die hellen zarten Farben, das Kleid, das an die Fünfziger Jahre erinnert, sowie der See mit seinen Booten und den Bergen im Hintergrund, treffen perfekt die Geschichte am Bodensee. Die Geschichte (Achtung Spoiler!) Christiane auch Nane genannt ist auf dem Weg von Frankfurt an den Bodensee. Ihre Großmutter Eva ist gestorben und sie möchte ihr die letzte Ehre erweisen. Auch ihre Mutter Victoria kommt zur Beerdigung. Allerdings versteht die sich nicht gut mit ihrer Schwester Marlene, die inzwischen die Geschäfte der Mutter übernommen hat. Deshalb reist Vicky nach der Beerdigung auch gleich wieder ab. Nane geht es persönlich gerade nicht so gut und sie entscheidet sich etwas länger bei ihrer Tante zu bleiben, um eine Auszeit von ihrem Leben in Frankfurt zu nehmen. Marlene übergibt ihr ein Buch mit den Lebenserinnerungen ihrer Großmutter Eva Menzel aus den Jahren 1938 bis 1953. Sie beschreibt darin ausführlich ihr nicht einfaches Leben in Reichenberg (Sudetenland). Während ihr der Vater das Schnapsbrennen beibrachte, wurde ihre Mutter eine Alkoholikerin. Doch dann musste ihr Vater an die Front. Von da an begann die Zeit des Krieges, die Vertreibung und die Flucht. Meine Meinung Was für ein Buch! Die Geschichte wechselt zwischen zwei Zeitebenen. Zum einem aus der Vergangenheit, aus Böhmen und Mähren, dort aus Reichenberg, dem heutigen Liberec. Im Jahre 1945 wurde das Gebiet wieder der Tschechoslowakei zugeordnet und die dort lebenden Deutschen wurden enteignet und vertrieben. Evas Aufzeichnungen berichten über die schlimme Kriegszeit und die Erlebnisse der Frauen in den Lagern, zwischen Hunger, Elend und dem Neubeginn an einem anderen Ort. Und in der Gegenwart taucht Nane in die Memoiren ihrer Oma ein und verschiebt immer wieder ihre Abreise, weil sie so fasziniert ist. Nebenbei kümmert sie sich um ihre Tante Marlene und fragt sich, warum diese und ihre Mutter sich einfach nicht verstehen. Dann trifft sie einen alten Freund, den sie aus ihrer Jugendzeit und ihren Ferienbesuchen gut kennt. Der wiederum bittet sie, ihm zu helfen, die Aufzeichnungen seines ebenfalls verstorbenen Großvaters zu entschlüsseln. Von jetzt auf gleich, treten Geheimnisse hervor, die die Vergangenheit in einem völlig anderen Licht zeigen. Die Autorin schreibt in einer leicht verständlichen und sehr fesselnden Sprache. Die Figuren sind wunderbar erarbeitet. Jeder und jede wird dem zugedachten Charakter gerecht. Besonders Nane und Eva lassen mich in ihr Leben, sie lassen mich mitfühlen und auch mitleiden. Die Schauplätze sind wunderbar beschrieben. Man darf eintauchen, als wäre man mittendrin. Gänsehaut pur! Die Perspektivwechsel tragen stets dazu bei, dass die Spannung hochgehalten wird. Nie gibt es das Gefühl zu wissen, wie es weitergeht. Immer wieder kommt eine neue überraschende Wendung. Besonders die Einbindung der gut recherchierten Zeitgeschichte, sorgt dafür, dass dieser beeindruckende Roman entstehen konnte. Mein Fazit ist, dass dieses Buch ein Stück deutsche Geschichte erzählt, sie ist perfekt integriert in eine spannende Familiensage. Drei starke Frauen, die uns letztendlich zur Dankbarkeit auffordern, in einer anderen Zeit leben zu dürfen. Dieses Buch wird 2018 bestimmt zu meinen Lieblingsbüchern gehören. Und deshalb spreche ich eine ausdrückliche Leseempfehlung aus. friedericke von "friederickes bücherblog"

Marlenes Geheimnis: unbedingt lesen

Von: Edith Götzfried Datum: 21. January 2018

Der Roman war so wunderbar, ich habe ihn in einem Stück durchgelesen: tragisch, spannend, rührend und voller Hoffnung. Ich musste oft an die Erzählungen meiner Oma denken, die mit vier kleinen Kindern und ohne Mann aus dem Sudetenland geflohen ist. Ich frage mich, woher diese Frauen ihre Stärke genommen haben und auch den Mut, dem neuen Leben wieder Freude abzugewinnen. Ich gratuliere Brigitte Riebe sehr zu dem großen Erfolg mit Marlenes Geheimnis. Sie hat das hoch verdient.

Brigitte Riebe - Marlenes Geheimnis

Von: Kerstin Junglen Datum: 27. November 2017

Kurzbeschreibung: Drei Frauen, drei Generationen und ein Geflecht aus Lügen Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage... Zur Autorin: Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche historische Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte wieder lebendig werden lässt. Mit Marlenes Geheimnis widmet sie sich nun der Kriegs- und Nachkriegszeit um 1945. Auch Riebes Familie mütterlicherseits stammt aus Nordböhmen, wo sie wie viele Sudetendeutsche nach dem Ende des Dritten Reichs das Schicksal von Vertreibung und Flucht erlitt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München. Meinung: Brigitte Riebe ist vor allem für ihre historischen Romane bekannt, jedoch unter dem Pseudonym Teresa Simon auch für die beiden Romane Die Frauen der Rosenvilla und Die Holunderschwestern, die ich begeistert gelesen habe. Die 34-jährige Christiane "Nane" Auberlin lebt in Frankfurt. Zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva kehrt sie an den Bodensee zurück. Ein Burn-Out im Anfangsstadium macht ihr zu schaffen, da sie in ihrem Job nicht glücklich ist. Sie hofft, dass sie in der großmütterlichen Heimat, die sie als Kind in ihren Ferien besucht hat, Abstand gewinnen und sich neu orientieren kann. Von ihrer Tante Marlene erhält sie am Tag der Beerdigung einen Umschlag ihrer Großmutter, der ein Notizbuch enthält. In diesem hat Eva ihre Lebensgeschichte aufgeschrieben, die so manche Überraschung bereithält. Brigitte Riebe hat mit Marlenes Geheimnis einen fesselnden Roman ersonnen, der auf zwei Zeitebenen spielt. Für solche Bücher bin ich ja immer zu haben und auch dieses hat mir wieder sehr gut gefallen. Zum einen lernt man hier Christiane, die Enkelin von Eva, kennen, die mit ihrem momentanen Leben alles andere als zufrieden ist und sich durch die Rückkehr an den Bodensee über einiges bewusst wird, in welche Richtung ihr Leben fortan zu gehen hat. Zum anderen erfährt man in Rückblenden, in denen Christiane die Lebensgeschichte ihrer Großmutter Eva liest, was in der Zeit zwischen 1938 und 1953 passiert ist. Hier lernt der Leser Eva kennen, ihre Familie, ihre erste große Liebe, ihre beste Freundin und auch das Mädchen Leni, Christianes Tante. Zentrales Thema ist die nach dem 2. Weltkrieg einsetzende Vertreibung der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei und wie es dazu kam. Dies schildert Brigitte Riebe sehr anschaulich, ohne ins Kitschige abzudriften. Da auch ich Enkelin eines Vertriebenen bin, aber mein Großvater zu Lebzeiten nie sehr viel über dieses dunkle Kapitel in seiner Vergangenheit erzählt hat, habe ich doch einiges aus dieser Geschichte für mich mitnehmen können. Die Charaktere haben mir durchweg gut gefallen, vor allem natürlich Eva, die eine charakterstarke Frau ist und trotz allem, was sie erleidet, nie den Mut verliert. Auch Christiane, ihre Enkelin, ist eine Person, deren Probleme ich gut nachvollziehen konnte. Tante Marlene war mir zwar anfangs recht unsympathisch, aber zum Schluss hin, wenn man ihre ganz eigene Geschichte kennt, erfährt man auch, warum und muss sie einfach ins Herz schließen. Für mich ist Marlenes Geheimnis wiederum eine gut gelungene Familiengeschichte mit Geheimnissen, die nach und nach aufgedeckt werden und die man durch Brigitte Riebes anschaulichen Schreibstil sehr schnell gelesen hat. Die zwei Zeitebenen, die sich abwechseln, tun dazu ihr übriges. Daher freue ich mich schon auf ihren nächsten Roman unter ihrem Pseudonym Teresa Simon, Die Oleanderfrauen, der im Januar 2018 erscheinen wird. Fazit: Für Leser, die Lucinda Riley und Geschichten auf zwei Zeitebenen lieben, ein unbedingter Lesetipp! Brigitte Riebe schreibt diese Art Romane nämlich genauso perfekt wie ihr irisches Pendant: Ein fesselnder Familienroman mit charakterstarken Frauen und einem lebensprägenden Schicksal.

Einfach nur spannend!

Von: Elke König Datum: 10. September 2017

Inhaltsangabe: Nane geht es gerade nicht gut. Als Pharmazie-Vertreterin ist sie ständig unterwegs, aber die Arbeit und die Last der schmerzlichen Erinnerung an ihr verpatztes Staatsexamen bedrücken sie und ihr Burnout ist nicht mehr wegzudiskutieren. Gerade in dieser Zeit verstirbt ihre geliebte Großmutter Eva, die damals nach dem Krieg in Rickenbach mit ihrer kleinen Tochter Marlene als Schnapsbrennerin ein neues und erfolgreiches Leben beginnen konnte. Vicky, Nanes Mutter, ist da so völlig aus der Art geschlagen und so passiert, was eigentlich immer geschieht: Es gibt Streit zwischen den Schwestern und Vicky reist ebenso abrupt wieder ab, wie sie gekommen ist. Nane jedoch bleibt in Rickenbach. Eva hat ihrer Enkelin einen großen Umschlag vermacht. Sie hat ihre Lebensgeschichte aufgeschrieben, begonnen mit 1938 in Reichenberg in Tschechien, wo sie als Tochter eines Apothekers und einer Opernsängerin ein sorgenfreies Leben führte, bis die Nazis alles auf den Kopf stellten und die Zeiten unsicher wurden. Zusammen mit Simon Bentele, den Nane aus Kindertagen kennt und der mit dem Nachlass seines Großvaters völlig überfordert ist, kann sie ein Geheimnis aufdecken, dass niemand außer Marlene geahnt hat. Dabei stellt sie sich ihren eigenen Problemen und trifft einige schwierige Entscheidungen. Mein Fazit: Erst einmal möchte ich mich ganz herzlich beim Diana Verlag bedanken, der mir das eBook zur Verfügung gestellt hat. Dies ist mein erstes Buch von Brigitte Riebe und das Cover und der Klappentext haben mich sofort angesprochen. Der Klappentext verrät nicht viel, aber doch hält er, was er verspricht. Im Vordergrund steht Nane, die auf dem Weg zur Beerdigung ihrer Großmutter ist. Sie hat nur gute Erinnerung an die starke und resolute Frau in Rickenbach, doch der Kontakt war in der letzten Zeit eher sporadisch. Die schwierige Kindheit mit der Mutter Vicky wird nicht so genau beleuchtet, es zeigt sich aber, dass sie bei Vicky nicht immer die Liebe bekam, die sie sich gewünscht hat. Der Streit zwischen den Geschwistern Vicky und Marlene flammt unverkennbar sofort wieder auf, sobald sie aufeinander treffen. Dabei zeigt sich Marlene unerbittlich und voller Zorn. Evas Spezialität war die Schnapsbrennerei und Marlene führt das Geschäft nun weiter, obwohl sie inzwischen Hilfe hat und auch nicht mehr so gut auf dem Damm ist. Und Marlenes Zorn ist ebenfalls ganz auf die Familie Bentele gerichtet. Nane versteht es allerdings nicht wirklich und trifft sich somit heimlich mit Simon. Mit Simon verbindet sie unbeschwerte Sommer in Kindertagen und sein Großvater hat ebenso seine Geheimnisse wie Eva. Nane sieht sich der Tatsache konfrontiert, dass in ihrer Familie nicht alles so ist, wie es scheint! Evas Aufzeichnungen erzählen in einigen längeren Abschnitten ihre Geschichte, wie sie in Reichenberg ihre Jugend verbringt, sich in den Tschechen Jan verliebt und nach dem Krieg plötzlich alles verliert. Ihre Familie lebte seit Jahrzehnten in Reichenberg und wurden als Deutsche angesehen und doch mussten sie für die Taten der Nationalsozialisten bezahlen, obwohl sie selbst die Gesinnung nicht geteilt haben. Die Mutter, schon vorher dem Alkoholismus verfallen, wird nur noch kränker und die Sorge um den Vater, der dann doch an die Fronst geschickt wurde, ließ sie nicht zur Ruhe zu kommen. Unter den widrigsten Umständen kämpfte Eva bis zum Umfallen. Mich hat die Geschichte sehr beeindruckt. Nicht nur Nane ist mir sympathisch, auch Eva. Die Autorin hat die Figuren sehr gut herausgearbeitet und ich konnte mit ihnen fühlen und leiden. Die Geheimnisse werden angedeutet, aber wirklich sicher sein kann man sich lange nicht sein. Ich musste meine Ahnung mindestens einmal überdenken. Die Auflösung ist so schockierend und unfassbar, auch wenn es eine fiktive Person betrifft. Aber das ganze Ausmaß des Dramas kommt erst am Ende der Geschichte heraus und leider steckt da eine traurige wahre Geschichte hinter. Der geschichtliche Hintergrund ist ohne Probleme im Internet nachzulesen und wieder einmal sah ich mich der dunklen Geschichte unseres Landes gegenüber. Natürlich weiß man von den Sudeten-Deutschen und das sie damals vertrieben wurden. Aber die genauen Hintergründe sind mir nicht bekannt gewesen und so habe ich wieder etwas gelernt, was man einfach nicht vergessen darf! Sehr geschickt hat die Autorin im flotten Schreibstil Fiktion mit Wirklichkeit miteinander verknüpft und die ausgewogenen Abschnitte zwischen Vergangenheit und Gegenwart haben mich bis zur letzten Seite mitgerissen. Es bleiben am Ende keine Fragen offen und die Liebesgeschichte, die ihre zarten Anfänge in der Gegenwart nimmt, ist auch durchaus authentisch und glaubhaft und soll wohl die Hoffnung symbolisieren – für Nane! Mich hat dieses Buch sehr bewegt und nachdenklich zurückgelassen und ich kann es uneingeschränkt empfehlen! Überzeugte fünf Sterne von mir.