Teresa Simon

Die Fliedertochter

Die Fliedertochter Blick ins Buch

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Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht ganz am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Doch als Jüdin fühlt sie sich nicht mehr sicher und verlässt Berlin in Richtung Wien. Sie verliebt sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel, doch schon bald wird klar, dass Luzie auch in Wien nicht sicher ist ...

Berlin 2018. Paulina Willke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Sie ahnt nicht, dass die Reise nach Wien ihr Leben verändern wird ...

Ganz stark!

Von: unclethom Datum: 13. May 2019

„Die Fliedertochter“ ist der nunmehr vierte Band der Reihe aus der Feder von Teresa Simon, in der sie jedes Mal eine starke Frau zur Hauptfigur macht. Der mir hier vorliegende vierte Band ist zugleich, für mich der stärkste. Das Buch ist weitestgehend in zwei Erzählsträngen erzählt, der eine im heute, mit der Hauptfigur der Paulina, einer jungen Frau für die am Ende des Buches nichts mehr so ist wie zu Beginn. Und der zweite Erzählstrang, mit der Hauptfigur der Luzie, spielt von Mitte/Ende der dreißiger Jahre, bis etwa zum Ende des zweiten Weltkriegs. Ganz so wie man es von Teresa Simon kennt, gelingt es ihr den Leser schnell zu fesseln. Es gelang mir nur selten das Buch aus der Hand zu legen, zu neugierig machte mich die Story. Für mich das Highlight waren die Einträge aus Luzies Tagebuch, welches Paulina zu lesen bekam. Großartig gezeichnet die beiden Frauen, die bei sehr real und echt wirken. Auf der einen Seite die junge Paulina im heute, die man oft in Luzie wiederentdeckte. Und auf der anderen Seite Luzie, deren Schicksal im dritten Reich sehr betroffen machte. Den wie üblich toll beschriebenen Schauplätzen konnte man sehr gut folgen und wie gewohnt hatte ich direkt ein Bild vor Augen. Das Buch ist kein Buch welches man mal eben so weg lesen sollte, sondern vielmehr sollte man es lesen und insbesondere Luzies Geschichte sollte man zum Anlass nehmen darüber nachzudenken. Luzies Geschichte soll mahnen, dass dies wie im dritten Reich nie wieder geschehen darf. Es ist auch eine Geschichte wider dem Vergessen. Insgesamt wurde ich wieder aufs Beste unterhalten und so ist es logisch, dass ich hier 5 von 5 Sternen sowie eine Leseempfehlung vergebe.

packende Liebesgeschichte im Wien der Nazi-Zeit

Von: MargareteRosen Datum: 05. May 2019

Der neuesten Roman von Terese Simon spielt in Wien zu Zeiten des zweiten Weltkrieges. Die Geschehnisse haben mich so in ihren Bann gezogen, dass ich nur kurz das Buch aus den Händen legen konnte. Wieder präsentiert die Autorin eine absolut stimmige Geschichte. Zwei Zeitstränge, 1936 und 2018, verweben sich zu einer sehr berührenden Geschichte um zwei Frauen – zwei Leben. 1936 zeigt sich auch Wien schon bald im Nazi-Glanz und bringt die Härten und Greuel des Regimes mit sich. Für viele von uns sind die “wienerischen Härten gegen die Juden” unbekannt. Paulina macht sich 2018 ungewollt auf die Suche nach ihren Wurzeln. So verbinden sich die Leben von Luzie und Paulina zu einer rundum gelungen Geschichte. Und auch in diesem Buch finden sich im Anhang leckere Rezepte. Diesmal sind es pikante und süße Gerichte aus Wien. Ich habe einige ausprobiert und finde besonders die Wiener Serviettenknödel erwähnenswert. Fazit: Teresa Simon schafft es, gänzlich ohne den Finger zu erheben, in ihren Romanen den Krieg in all seinen Greueln und Qualen für die Menschen zu zeigen. Alles in mir ruft: NEIN, nie wieder Krieg. Leute macht die Augen auf, nichts rechtfertigt diese Grausamkeiten! Allen, die einen guten Roman mit viel Geschichte und Leben lesen möchten, kann ich diese Bücher ans Herz legen. Tipp: Wer mehr von Teresa Simon lesen möchte, dem lege ich noch “Die Frauen der Rosenvilla”, “Die Holunderschwestern” und "Die Oleanderfrauen" ans Herz.

Konnte nicht überzeugen

Von: Michas-wundervolle-welt-der-Bucher Datum: 27. April 2019

Meinung Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen und sehr bildlich , Die Story spielt in zwei Zeitzonen Vergangenheit und Gegenwart . Es wird immer wieder auf Tagebuch Einträge eingegangen die im Buch auch zu lesen sind , diese werden durch eine andere Schriftart hervorgehoben.. Lieder kann das Buch nicht an die vorherigen Bücher der Autorin anknüpfen , stellenweise war die Geschichte extrem in die Länge gezogen und Langweilig , das ich mehr als einmal den Faden verloren habe. Mit den Charakter bin ich dadurch auch nicht richtig warm geworden . Schaden den der Klappentext hatte sich vielversprechend angehört

Emotional, packend und gut recherchiert

Von: Christina Boersch Datum: 24. April 2019

„Die Fliedertochter“ von Teresa Simon ist ein Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt und zeigt, wie sehr die Vergangenheit die Gegenwart beeinflussen kann. m ersten Erzählstrang lernen wir Paulina kennen, eine junge Frau, die 2018 in Berlin wohnt und arbeitet. Sie hat schon in jungen Jahren ihren Vater verloren und ist bei ihrer Mutter aufgewachsen, zu der sie ein inniges Verhältnis hat. Aber nicht nur ihre Mutter spielt eine große Rolle in ihrem Leben – auch eine mütterliche Freundin namens Antonia.  Antonia ist eine ältere Frau, gesundheitlich etwas angeschlagen, und hat Paulina in ihrer Kindheit begleitet. Von dieser wird Paulina nun nach Wien geschickt, da dort ein Tagebuch aufgetaucht ist, welches im Bezug zu Antonia stehen soll. Paulina begibt sich auf die Reise und taucht in Wien in das Tagebuch einer Luzie Kühn ein – und deckt damit eine tragische Familiengeschichte auf. Der zweite Erzählstrang spielt zu Anfang auch in Berlin, allerdings im Jahr 1936: Die junge Sängerin Luzie Kühn steht zwar noch ganz am Anfang ihrer Karriere, aber sie fühlt sich als Halbjüdin alles andere als sicher: Die Nazis ergreifen die Macht, für die jüdische Bevölkerung wird das Leben immer entbehrungsreicher und vor allem gefährlicher. Luzies Großvater schickt sie schließlich zu Verwandten nach Wien, denn dort soll Luzie in Sicherheit sein. Luzie findet in Wien ihre große Liebe, baut sich mühsam eine Existenz auf – doch all das kippt, als Österreich dem Deutschen Reich angegliedert wird und Luzie sich damit wieder in Gefahr befindet. Nach „Die Frauen der Rosenvilla“, „Die Holunderschwestern“ und „Die Oleanderfrauen“ liegt mit „Die Fliedertochter“ endlich das vierte Buch von Teresa Simon vor. Ich lese ihre Bücher so gerne und habe mich auch mit dem neuen Buch bestens unterhalten gefühlt. Alle Bücher von ihr sind einzelne, abgeschlossene Geschichten. Der Erzählstrang aus der Vergangenheit ist größtenteils in Form eines Tagesbuchs gehalten – damit schafft es die Autorin, dass die Figuren und vorallem die Handlung sehr lebendig werden. Es wird alles so greifbar und an manchen Stellen rührte mich Luzies Schicksal zu Tränen.  Aber auch der Erzählstrang in der Gegenwart glänzt mit sympathischen Figuren und einer packenden Handlung. Ich empfand ihn allerdings nicht als ganz so emotional wie den anderen Erzählstrang – das mag daran liegen, dass nicht aus der direkten Perspektive erzählt wird. Teresa Simon verbindet die beiden Stränge absolut glaubhaft zu einer großen, tragischen Familiengeschichte. Ich konnte mich teilweise nur noch schwer von dem Buch lösen: So wie Paulina das Tagebuch von Luzie nicht mehr aus der Hand legen konnte, musste auch ich immer weiter lesen. Ein wahrer Pageturner. Auch wenn ich persönlich schon ganz zu Anfang geahnt habe, in welche Richtung die Handlung geht, hat es meinen Lesegenuss nicht negativ beeinflusst. Haupt-Handlungsort in beiden Erzählsträngen ist Wien.Hier beschreibt die Autorin auf beiden Ebenen mit viel Herz und Elan. Man merkt, wie sehr die Autorin dem Charme dieser Stadt erlegen ist. Nach dem Lesen habe ich nun richtig Lust auch nach Wien zu reisen und dort die Schauplätze (vorallem die liebevoll beschriebenen Cafés) zu besuchen. Die Autorin hat gründlich recherchiert und gibt dem Leser zahlreiche Informationen über Sehenswürdigkeiten, Kultur und Geschichte an die Hand. Eine Kritik gibt es aber von meiner Seite: Das Cover. Es lässt eine leichtere, sommerliche Lektüre erwarten. Es steckt aber soviel mehr in dem Buch: Gut recherchierte Geschichte, Tragödien und ein großes Schicksal zu Zeiten des Nationalsozialismus. Das Cover passt zwar perfekt zu den anderen Büchern der Autorin, allerdings nicht zum Inhalt. Fazit: Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen – es ist äußerst emotional geschrieben. Tolle, spannende Charaktere, sehr gut recherchiert und eine packende Handlung. Abgerundet wird das Buch durch ein ausführliches Nachwort und vielen Rezepten aus Wien. Was möchte das Leserherz mehr?

Die Fliedertochter – für mich ein Lesehighlight!

Von: Christiane Gutschker Datum: 18. April 2019

Nachdem ich letztes Jahr im Urlaub zu den „Oleanderschwestern“ griff, diese nur schwer zur Seite legen konnte und nur kurze Zeit später „Frauen der Rosenvilla“ und „Holunderschwestern“ begeistert las, setzte ich Teresa Simon auf meine immer wieder erweiterte Liste, von derzeitigen „Lieblingsautoren“. Allerdings hatten Freundinnen, mit ähnlichem Lesegeschmack, auch bereits die Romane der Autorin lobend hervorgehoben. Als Leser hat man ja immer wieder die Qual der Wahl zwischen den Neuerscheinungen. Die Cover ähneln sich und es gibt eben auch viele auf zwei Zeitebenen erzählende Romane. Bestimmten Autoren „vertraut“ man blind und weil ich viel zu viele ungelesene Bücher habe, stelle ich mir auch immer wieder die Frage, warum ich schon wieder zu einem neu erschienenen Buch greife und nicht mal die bereits zuhause stehenden lese. Die Büchersucht! Man greift zum aktuellen Schmöker und freut sich auch schon lange vor Erscheinen auf das neue Buch, weil man auf die Fähigkeiten bestimmter Autoren vertraut. Bücher, die in Wien spielen, gehören normalerweise nicht unbedingt zu meinem Beuteschema. Ich war schon in Wien, allerdings ist diese Urlaubswoche auch schon wieder fast 30 Jahre her. Was vergeht die Zeit doch schnell, dort sah ich z.B. „Cats“. Ich bin als Norddeutsche aber immer ein bisschen skeptisch, wie viel Mundart ich lesen möchte. Mir geht es da weniger um Begriffe, mehr um dann verfälschten Satzbau für meine Ohren und Augen. Beide Protagonistinnen sind Berliner Frauen, die eine lernt man beim Lesen ihres Tagebuchs kennen, welches aber herübergleitet in die Schilderung weiterer Szenen, die Luzie damals erlebt hat. Die 23-jährige Luzie, aufgewachsen bei den jüdischen Großeltern, zieht nach Wien in die Familie ihrer Tante. Dort macht sich auch außerhalb der Wohnung die braune Luft bald breit und bringt die Halbjüdin in Gefahr. Die Berlinerin Antonia wird über 70 Jahre nach Kriegsende von einer Wiener Familie eingeladen, die Luzies Tagebuch vom verstorbenen Vater/ Großvater erhalten hat, nach Wien zu kommen, um ihr das Tagebuch der ihr Unbekannten zu übergeben. Sie hat keinen Bezug zu Wien und da sie gesundheitlich gerade nicht auf der Höhe ist, bittet sie die befreundete 30-jährige Paulina, zu reisen. Paulina liest das Tagebuch staunend und nimmt die Spuren auf und besucht nebenbei die Schauplätze. Was weiß man als Deutsche schon über die Rolle und Ereignisse um Österreichs Kriegseintritt? Ist doch die deutsche Vergangenheit schon unmessbar erschütternd. Der Roman nimmt den Leser in das dunkle Kapitel mit. Das Thema ist düster und traurig, es gelingt der Autorin im Buch keine durchgehend traurige Stimmung einzuführen. Durch Paulinas Erlebnisse vor Ort wird man in das Jetzt zurückgeholt, begegnet hilfreichen Menschen und lernt eine bemerkenswerte Luzie kennen. Schnell fühlt Paulina sich auch mit ihr verbunden, rätselt aber natürlich über mögliche Zusammenhänge. Paulina möchte gern schnell weiterlesen, um mehr zu erfahren und so ging es mir natürlich auch. Wenn auch mit jeder Seite Lektüre der verbleibende Teil weniger wird. Während des Lesens hatte ich zwar schon einige Vermutungen, warum Antonia das Tagebuch von Luzie erhalten soll, war mir aber nicht sicher, bzw. konnte es nicht schlüssig begründen. Luzie ist mir schnell ans Herz gewachsen, steht ihr Schicksal und ihre Spuren für das Leben vieler Bürger in der Zeit. Ob Soldat, Jude oder Christ, Parteimitglied, Schauspieler, Mönch oder Fabrikant, Willkür im Leben, Gewalt auf der Straße, Gefahr aus der Luft – alle waren betroffen und das Leben gefährdet. Mir hat der Roman sehr gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf die nächsten Bücher der Autorin. Der Roman ist auch sehr schön gestaltet, das Taschenbuch hat Klappen und ein Lesezeichen. Auf diesem ist ein Kuchenrezept abgedruckt, weitere Rezepte im Buch und das Nachwort der Autorin runden die Romanhandlung an. Die Typografie der Tagebucheinträge ist gut gewählt, weil die Schrift angenehm lesbar ist.

Ein schöner Schmöker für zwischendurch

Von: Katrin Datum: 17. April 2019

Als ich das neue Buch von Theresa Simon sah, konnte ich einfach nicht daran vorbeigehen. Zwar konnte mich das letzte Buch nicht überzeugen, aber die beiden ersten Romane haben mir sehr gut gefallen. Es verbindet drei Aspekte für einen Wohlfühlroman, der genau das Richtige für zwischendurch ist: 1. Eine Handlung auf zwei Zeitebenen Wie auch schon in ihren vorherigen Romanen spielt die Fliedertochter auf zwei Zeitebenen, zum einem in der Gegenwart, wo sich Pauline auf die Suche nach einem Familienerbstück ihrer Freundin Antonia macht. Und wir reisen in das Jahr 1936 , wo sich in Berlin die Sängerin Luzie Kühn Hoffnung auf eine große Kariere als Sängern macht. Da sie aber Jüdin ist, reist sie nach Wen und findet dort unter Verschleierung ihrer jüdischen Identität Unterschlupf. Natürlich spielen auch Männer und die Liebe in beiden Geschichten eine große Rolle. 2. Geschichtliche Hintergründe. Die historische Handlung spielt von 1936 – 1942 und handelt davon, wie die Nazis nach und nach Wien eingenommen haben und es auch den Juden immer schwieriger gemacht wurde. Man erhält einen guten Überblick über die Entwicklungen in dieser Zeit und ich konnte den ein oder anderen Aspekt lernen. 3. Es spielt in Wien Okay, ich bin vielleicht ein wenig voreingenommen, aber ich finde es toll, wie die Stadt heute und in der Vergangenheit gezeigt wird und man erhält auch noch den oder anderen (neuen) Tipp. Und last but not least, sogar die österreichische Band Wanda kommt in dem Buch vor, also was will man mehr? Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und es ist ein schöner Schmöker für zwischendurch.

Luzies Tagebuch

Von: die.buecherdiebin Datum: 15. April 2019

Inhalt: Berlin 1936. Luzie Kühn ist Halbjüdin und wächst nach dem Tod ihrer Eltern bei ihren liebevollen jüdischen Großeltern auf. Um in Nazi-Deutschland nicht als Halbjüdin enttarnt zu werden, flüchtet Luzie zu Verwandten nach Österreich. Sie träumt von einer Karriere als Sängerin. Doch schon bald ändert sich in Österreich die politische Lage und auch in Wien ist Luzie nicht mehr vor den Nazis sicher. Berlin 2018. Paulina Wilke wird von ihrer großmütterlichen Freundin Antonia gebeten, für sie ein Erbstück aus Wien abzuholen. Dieses Erbstück entpuppt sich als das Tagebuch von Luzie Kühn und bald wird Paulina von den Einträgen so sehr in den Bann gezogen, dass sie sich Luzie sehr nah fühlt. Meine Meinung: Zu diesem Buch gibt es fast nur positive Rezensionen, aber ich habe tatsächlich über hundert Seiten gebraucht, mich mit der Geschichte, dem Erzählstil und auch den Protagonisten anzufreunden. Doch ganz allmählich zog mich dann doch die dramatische und spannende Geschichte in der Vergangenheit völlig in ihren Bann. Die Situation in Österreich und Luzies Erlebnisse sind erschreckend und beklemmend. Es ist Teresa Simon gut gelungen, historische Ereignisse und Informationen in die Geschichte einfließen zu lassen. Luzie führt in Wien ein für die Zeit ziemlich unkonventionelles Leben, fällt dadurch auf und macht sich angreifbar. Doch zum Glück gibt es auch tolle Menschen, die fest zu ihr halten, obwohl sie so selbst in Gefahr geraten könnten. Die Geschichte in der Gegenwart fand ich dagegen schwächer und teilweise zu konstruiert. Nicht alle Charaktere haben mir von Anfang an gefallen, vor allem Moritz und Belá mochte ich nicht. Auch Luzie war mir zuerst nicht besonders sympathisch, aber je mehr sie erlebte, desto lieber mochte ich sie und konnte mitfühlen. Luzies Großeltern, den katholischen Priester, Marie und Peter fand ich sofort sympathisch. Fazit: Eine Geschichte, die nach einiger Zeit rasant an Fahrt zunimmt und unter die Haut geht. Teresa Simon schildert in unterhaltsamer Romanform erschreckende und erschütternde Kriegsgeschehnisse sehr glaubhaft

Spannend, intensiv, berührend und sehr emotional

Von: Schubi Datum: 14. April 2019

Für mich war es mein erster Roman von Teresa Simon. Und ich bin ganz ehrlich, es war für mich auch hauptsächlich das Cover, das mich angesprochen hat und der Klappentext. Was mich dann erwartet hat, war anders als vorgestellt. Trotzdem habe ich es nicht bereut dieses Buch gelesen zu haben, im Gegenteil. Ein Roman, der noch lange lange bei mir nachwirkt. Selten hatte ich beim Lesen eines Buches so oft Tränen in den Augen. Tief berührt, sehr emotional, sehr intensiv. Zwei Geschichten mit historischem Hintergrund. Zwei Frauen in zwei verschiedenen Zeiten und Welten und doch den gleichen Orten. Zwei so verschiedene Frauen, die man nach und nach immer besser kennenlernt. Durch den stetigen Wechsel von Luzie zu Paulina steigt die Spannung auf mehr, mehr von beiden zu erfahren. Gekonnt beendet die Autorin manche Abschnitte/Wechsel mit einem Cliffhanger, so steigt die Spannung ins Unermessliche. Und doch braucht man die Wechsel. Um durchzuatmen. Der Roman ist für mich ein Zeitzeugnis. Sehr gut recherchiert erfahren wir hier sehr viel über die Zeit der Judenverfolgung nicht nur in Berlin, sondern auch in Wien. Hier lernen wir Luzie kennen, eine so bemerkenswerte Frau, die sich trotz aller Schicksalsschläge nicht unterkriegen lassen hat. So viel Leid, so viel Trauer und Schmerz und doch auch so viel Liebe, so viel Hoffnung in ihr. Eine starke Frau, die zu keiner Zeit aufgibt, sich nicht unterkriegen lässt. Wir treffen Menschen, die sie lieben und die sie hassen. Menschen, die sie vernichten wollen, Menschen, die ihr helfen, egal ob der Gefahr, in der sie sich selber begeben. Und in der Gegenwart ist da Paulina, am Anfang noch etwas ängstlich, entwickelt sie sich. Beim Lesen des Tagebuches von Luzie entdeckt sie Wien, findet Freunde, erfährt so vieles von der Zeit, sieht die historischen Orte von damals und fühlt sich so Luzie immer näher. Beide Frauen sind sehr realistisch und menschlich dargestellt, mit kleinen Ecken und Kanten und doch so sympathisch, das man mit ihnen mitfiebert, leidet, weint, lacht und liebt. Wien, so wunderbar dargestellt, ich konnte diese Stadt bildlich vor Augen sehen. Das Wien von damals und das Wien von heute. Der Schreibstil hat mich von Anfang an eintauchen lassen, abtauchen lassen. Teresa Simon beherrscht wunderbar die bildliche Beschreibung von den Orten, den Protagonisten und der Zeit. Ich bin sofort abgetaucht in beiden Zeiten und hatte teilweise das Gefühl dabei zu sein, an der Seite von Luzie und auch an der Seite von Paulina. Ein Roman gegen das Vergessen. Eine spannende Familiengeschichte. Ein ganz ganz wundervoller berührender, emotionaler und intensiver Roman. Gut gefallen haben mir auch die tollen Rezepte am Ende des Buches, von denen ich bestimmt das eine oder andere ausprobieren werde. Dieser Roman verdient 5 Sterne und ist eine klare Leseempfehlung.

Zwei starke Frauen in Wien

Von: Alexa Kaufmann Datum: 13. April 2019

Teresa Simons neuer Roman "Die Fliedertochter" handelt von zwei starken Frauen und spielt hauptsächlich in Wien. Im Jahre 2018 reist Paulina im Auftrag ihrer mütterlichen Freundin Antonia nach Wien, um dort ein altes Tagebuch in Empfang zu nehmen, was Antonia überraschenderweise vererbt worden ist. Paulina beginnt in diesem alten Tagebuch zu lesen und lernt so die Geschichte der Halbjüdin Luzie kennen, die im Jahre 1936 nach Wien flüchten musste. Der ganze Roman spielt abwechelnd auf diesen zwei Zeitebenen. Der Leser erfährt sowohl die furchtbaren Geschehnisse während des zweiten Weltkrieges und Luzies Erlebnisse zu dieser Zeit. Und er begleitet Paulina durch das Wien der heutigen Zeit und erlebt mit ihr den Beginn einer schönen Liebesgeschichte. Die beiden Handlungsstränge sind eng miteinander verbunden und fügen sich sehr gut ineinander ein. Ich habe "Die Fliedertochter" , wie auch schon die anderen Bücher der Autorin, wieder sehr gerne gelesen. Die Schreibweise der Autorin ist wie gewohnt sehr flüssig, angenehm und lebendig und ich habe mich richtig in Wien hineinversetzt gefühlt und konnte alles vor meinem inneren Auge vor mir sehen. Das romantische, hübsche Cover passt meiner Ansicht nach nicht ganz zu der zum Teil sehr düsteren, traurigen und bewegenden Geschichte von Luzie. Ihre Erlebnisse während des 2. Weltkrieges in Wien haben mich sehr berührt und zu Tränen gerührt. Es ist eine sehr traurige und depremierende Geschichte. Deswegen hat es mir um so besser gefallen, dass die Handlung rund um Paulina in der Gegenwart fröhlich und glücklich ist. Luzie war mir während der ganzen Lektüre wesentlich näher als Paulina, auch wenn ihr Handlungsteil für mich nicht immer leicht zu lesen war. Für mich war das Buch ein wunderbarere Schmöker, den ich kaum aus den Händen legen konnte und in kürzester Zeit ausgelesen habe. Ich freue mich schon auf weitere Bücher von Teresa Simon. Der Roman bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung!

Spannende Reise in die Vergangenheit

Von: Angelika Müller Datum: 11. April 2019

Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich von Anfang an so fesselte. Ich habe bewusst langsam gelesen und mir immer wieder Auszeiten aufgezwungen damit ich länger an dem Buch hatte. Es geht um die verwobene Geschichte der zwei Hauptprotagonistinnen: Luzie lebte als Jüdin in der Wiener Nazizeit und Paulina findet auf einer Reise nach Wien durch das Tagebuch von Luzie nicht nur sich selbst sondern viele spannende Geheimnisse heraus. Das Thema Nazizeit ist sehr einfühlsam behandelt und man spürt die Hilflosigkeit aller Menschen damals ob Jude oder Nichtjude. Es geht um Liebe, Drama, Krieg, Familie, Beziehungen und .....Schneekugeln.

Zwischen Berlin und Wien – 1936 und 2018 – eine Lebensgeschichte

Von: Ines Datum: 11. April 2019

Berlin 2018 – Paulina wird von ihrer Nenn-Oma Toni nach Wien geschickt, um ein Erbe anzutreten. Berlin 1936 – Sängerin und Tänzerin Luzie träumt von einer Karriere als Schauspielerin und schlägt sich auf der Bühne als Tingel-Tänzerin durch. Die Jüdin flüchtet wegen des steigenden Einflusses der Nazis nach Wien zum nicht-jüdischen Teil ihrer Familie und es gelingt dort, ihre Herkunft zu verschleiern. Nach dem Tod ihrer jüdischen Mutter in Berlin wurde sie von ihrer in Wien lebenden christlichen Tante väterlicherseits schon vor vielen Jahren adoptiert. Sie kommt als Jugendsünde der Tante, die ab dem Moment offiziell ihre Mutter ist, nach Wien und wird Teil der Familie, zu der auch Sohn Peter gehört. Wien 1936 und 2018 – Du begleitest beim Lesen Luzie auf ihrem Weg durch die Nazizeit in Wien bis zum Winter 1943/44. Es ist die Welt des Theaters, aber auch die der verschlungenen Liebe zu zwei Männern und der Gefahr durch Verfolgung. Das Erbstück, das Pauline in Wien abholen soll, ist das Tagebuch von Luzie, was sie verschlingt. Überreicht wird das Tagebuch von Lena, Peters Tochter. Pauline verbringt einige Tage bei der Familie, die einen Sohn, Moritz, in wiederum ihrem Alter hat. Zusammen mit dem Künstler Moritz und seinem Freund Tamás erkundet sie die Spuren Luzies in Wien. Doch was hat ihre Nenn-Oma mit der Geschichte zu tun? Lies selbst! Das Buch hat 496 Seiten. Die ersten 100 habe ich in einem Rutsch verschlungen, die nächsten 150 auch, dann zog es sich ein wenig und am Ende wurde es mir ein bisschen zu kitschig. Dennoch habe ich es gerne gelesen. Es bringt einen Einblick in diese Zeit der Geschichte, den ich noch nie aus Wiener Sicht betrachtet habe.

Eine herzergreifende Geschichte

Von: hope23506 Datum: 01. April 2019

INHALT: Berlin 1936: Als Jüdin wird es Luzie immer schwerer in der Hauptstadt. Dabei möchte sie doch einfach nur Sängerin werden und die Menschen glücklich machen. Als die Zeiten immer unsicher werden, verlässt sie Berlin und macht sich auf den Weg nach Wien. Dort angekommen verliebt die sich in den Künstler Bela Krol und ist glücklich mit ihm. Leider ändern sich auch die Zeiten in Wien nicht zum Guten und bald merkt Luzie, dass sie auch hier nicht mehr sicher ist... Berlin 2018: Paulina hat eine mütterliche Freundin, Antonia, die sie schon ihr Leben lang kennt und auch sehr liebt. Eines Tages bittet Antonia Paulina für sie nach Wien zu reisen. Dort liegt ein Erbstück bereit, das sie abholen soll. Paulina macht sich auf den We und ahnt dabei noch nicht, dass diese Reise ihr ganzes Leben verändern wird. MEINE MEINUNG: Dies ist nicht mein erstes Buch der Autorin, aber für mich bisher ihr bestes. Es fiel mir unheimlich leicht in die Geschichte hineinzukommen, mich wiederzufinden und für mich kam auch ganz schnell dieses Knistern auf, welches mir sagt, da kommt noch viel mehr. Wir haben hier wieder eine Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt. Beide gefielen mir sehr gut, wobei mich der Vergangenheitsstrang noch mehr fesseln konnte. Es wird von dem Leben von Luzie erzählt und ich rutschte immer mehr in ihre Gefühle und ihre Gedanken und in ihre Person. Teresa Simon erzählt so bildhaft, so real und so fesselnd von dieser schweren Zeit, dass ich nicht aufhören konnte, zu lesen. Immer wieder hatte man den Gedanken, dass da noch viel mehr kommt, immer schwebte das Ungewisse mit. Was die Autorin dann daraus gemacht hat, war für mich schon sehr besonders. Mit diesem Ausgag konnte sie mich überraschen. Ich hätte nicht gedacht, dass die Protagonisten solch einen Weg gehen. FAZIT: Interessant, spannend, fesselt und ein überraschender Ausgang.

Die rätselhafte Schneekugel

Von: milkysilvermoon Datum: 29. March 2019

Wien im Jahr 2018: Auf den Wunsch ihrer mütterlichen Freundin Antonia Ostermann (75), einer Illustratorin, fährt Paulina Wilke in die österreichische Hauptstadt. Dort soll sie ein Erbstück abholen. Ihre Schneekugel, die das Wiener Riesenrad abbildet, nimmt sie mit auf die Reise. Sie ist für Paulina eine Art Talisman. In der Stadt an der Donau angekommen, übergibt ihr Lena Brunner das Tagebuch einer gewissen Luzie Kühn. Paulina hat noch nie etwas von ihr gehört. Doch das Schicksal der jüdischen Sängerin zieht sie in ihren Bann. Welche Verbindung besteht zwischen Luzie und Antonia? „Die Fliedertochter“ ist ein bewegender Roman von Teresa Simon. Meine Meinung: Der Roman besteht aus 23 Kapiteln. Eingerahmt werden sie von einem Prolog, der im Jahr 1999 spielt, sowie einem Epilog, der im September 2018 angesiedelt ist. Es gibt mehrere Erzählstränge auf unterschiedlichen Zeitebenen. Der erste wird aus Sicht von Paulina in der Gegenwart geschildert. Ein weiterer betrifft Luzie und spielt in der Vergangenheit. Später wird zudem ein dritter Erzählstrang eingeführt, der Paulinas Mutter Simone und die Gegenwart betrifft. Eingestreut sind außerdem Briefe und Tagebucheinträge. So wechselt immer wieder die Perspektive. Durch einheitliche Orts- und Zeitangaben ist die Orientierung dennoch nicht schwer. Der Schreibstil ist angenehm, anschaulich und süffig. Durch viel wörtliche Rede und gelungene Beschreibungen wirkt das Geschehen sehr lebhaft. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht. Zwei Frauen stehen im Vordergrund des Romans. Zum einen ist es Paulina, die eine moderne, selbstbewusste junge Frau ist. Ich kann nicht behaupten, dass sie mir unsympathisch ist. Allerdings bin ich beim Lesen mit ihr nicht richtig warmgeworden. Anders ist das bei Luzie, mit der ich von Beginn an mitgelitten und -gefiebert habe. Die Charaktere wirken durchweg realitätsnah. Bei der Vielzahl an Personen ist stellenweise ein konzentriertes Lesen gefragt, um den Überblick zu behalten. Nach dem Prolog, der sehr neugierig macht, braucht die Geschichte etwas, um in Fahrt zu kommen. Trotz der recht hohen Seitenzahl wird der Roman jedoch nie langweilig und kann immer wieder mit spannenden Momenten unterhalten. Die Auflösung wirkt absolut schlüssig, ist leider jedoch größtenteils vorhersehbar. Ich hatte mir noch die eine oder andere überraschende Wende erhofft. Die Idee, den Vergangenheitsstrang in der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs anzusiedeln, ist nicht neu. Allerdings konnte mich vor allem das Geschehen um die als Jüdin verfolgte Luzie immer wieder emotional berühren. Ihr Schicksal macht betroffen. Interessant ist dazu das Nachwort der Autorin, in dem sie auf die historischen Hintergründe des Romans eingeht. Mir hat es gut gefallen, dass darin die Recherche und die tatsächlichen Begebenheiten beleuchtet werden. Ein Pluspunkt des Romans ist die Sammlung mit typischen deftigen und süßen Rezepten von Wiener Spezialitäten. Eine schöne Idee. Das Cover finde ich wunderhübsch. Es passt sehr gut zum Genre. Der prägnante Titel klingt poetisch und ansprechend. Mein Fazit: Mit „Die Fliedertochter“ konnte Teresa Simon meine Erwartungen nicht in Gänze erfüllen. Trotz der kleineren Kritikpunkte hat mir der Roman schöne Lesestunden bereitet, weshalb ich mir nun auch die anderen Bücher der Autorin anschauen werde.

Abwechslungsreicher Roman mit Tiefgang

Von: vielleser18 Datum: 29. March 2019

Der neue Roman von Teres Simon (Die Oleanderfrauen, die Holunderschwestern) spielt wieder auf zwei Zeitebenen. 1936, die Lage in Deutschland wird für die Sängerin und Halbjüdin Luzie immer gefährlicher, noch weiß keiner von ihren jüdischen Wurzeln, denn nach dem frühen Tod ihrer Eltern, wuchs sie zwar bei den Großeltern in Berlin auf, doch ihre Tante in Wien hatte sie damals formal adoptiert. Gedrängt von den Großeltern begibt sie sich auf die Fahrt ins Unbekannte. In Wien bekommt sie schnell Anschluß an Familie, ein neues Engagement und lernt den charismatischen Bela kennen und lieben. Doch es dauert nicht lange, da fangen auch in Wien die Probleme an und durch den Anschluß Österreichs an das Dritte Reich und den ausbrechenden Weltkrieg wird Luzies Lage von Jahr zu Jahr prekärer. 2018 macht sie Paulina Wilke von Berlin auf nach Wien. Sie ist auf Spurensuche, sie reist für ihre mütterliche Freundin Toni, die gesundheitlich nicht in der Lage dazu ist. Das Tagebuch von Luzie wartet in Wien auf sie. Was hat es damit auf sich, warum soll Toni es unbedingt bekommen, aber vor allem, was hat Luzie alles erlebt? Die Autorin nimmt den Leser durch Paulina mit auf die Reise in die Vergangenheit. Immer wieder, Stück für Stück, liest Paulina in dem Buch, dadurch wird das Leben von Luzie wieder aufgerollt. Paulina hingegen entdeckt nebenbei Wien, geht mit Tamás und Moritz auf Spurensuche, entdeckt die Stätten, die Luzie in ihrem Tagebuch beschreibt. Meinung: Das Tagebuch mit der Geschichte von Luzie geht unter die Haut, man fühlt mit, man leidet vor allem mit, man taucht tief in die Geschichte ein. Die Erlebnisse von Paulina sind emtional schwächer, sie kommt mir etwas farbloser vor, dabei geht es auch um ihre eigene Spuren, für sie wird durch diese Reise sich ebenfalls viel verändern. Dei Verknüpfung der verschiedenen Frauenschiksale im Roman macht ist aber sehr gut gelungen und passt zusammen. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist, dass es ein paar kleinere Stellen gibt, die m.E. unrealsistisch sind, die man allerdings als Autorenfreiheit interpretieren kann, um die Geschichte aufzupeppen oder die beiden Epochen schriftstellerisch verbinden zu können. Man kann als Leser der Dramaturgie wegen allerdings auch darüber hinwegsehen. Sehr gut gefallen hat mir übrigens der kleine Nebenstrang, der sich um Paulines Mutter Simone dreht und der derm aktuellen Zeitgeschehen doch noch einen sehr gefühlvollen Touch gibt. Die Autorin Teresa Simon weiß mit Worten umzugehen, man liest die fast 500 Seiten relativ zügig, weil eine Grundspannung immer vorhanden ist. Durch die immer wieder einsetztenden Perspektivwechsel möchte man kaum aufhören zu lesen, da man schon früh ahnt, dass es auch sehr bittere und sehr traurige Abschnitte geben wird. Und die kommen auch. Je weiter man in das Leben der Frauen eingedrungen ist, desto mehr möchte man erfahren, aber fürchtet auch das Ende. Ein Nachwort der Autorin rollt die Geschichte noch einmal kurz auf und beleuchtet ihre Recherchen. Abgerundet wird das Buch mit leckeren österreichischen Rezepten zum Nachkochen und Nachbacken. Ein Roman, den ich gerne weiterempfehle und den ich mit 4,5 Sternen bewerte.

Wieder ein Lesehighlight und in voller Erwartung auf den neuen Roman...

Von: Ayda Datum: 23. March 2019

LESEHIGHLIGHT! Ich habe mich so lange darauf gefreut wieder ein neues Buch von der Autorin zu lesen. Es ist nun der 4. Roman,den ich von Teresa Simon lese und er hat mich wieder begeistern können. Wie auch die anderen Bücher, hat auch "Die Fliedertochter" ein wunderschönes Cover und ist gemeinsam mit dem Titel sehr passend zum Inhalt gestaltet. Die Farben sind wunderschön und mit viel Herz entworfen,man spürt es einfach und kann schon durch das Cover in die Geschichte eintauchen. Schauplätze im Roman sind Berlin und Wien. Wir befinden uns in zwei Zeitebenen, einmal im Mai 2018 und einmal im Jahre 1936. In der Gegenwart lernen wir Paulina kennen, die von einer guten alten Freundin Toni, der es gesundheitlich nicht so gut geht, gebeten wird nach Wien zu reisen,um dort etws für sie zu recherchieren. Somit begibt sich Paulina auf die Reise nach Wien und trifft dort eine Familie, die ihr ein Tagebuch überreicht. Sobald Paulina das Tagebuch aufschlägt reisen wir zurück in das Jahr 1936 zu unserer anderen Hauptprotagonistin und lernen die sympathische Luzie Kühn. Auch Luzie lebt in Zeit in Berlin bei ihren bezaubernden Großeltern. Luzie ist sehr extrovertiert und möchte am liebsten Schauspielerin und Sängerin werden. Auch wenn Berlin der ideale Ort für ihre Träume ist, muss Luzie sich auf die Flucht vorbereiten, denn Luzie ist Jüdin und auch ein Goebbels hat es auf sie abgesehen. Es wird nur noch zur Gefahr, wenn sie in Berlin bleibt. Sie hat noch die Möglichkeit sich in Wien in Sicherheit zu bringen und macht sich somit auf den Weg dorthin. Sie kommt dort auch schnell an, lebt sich ein und findet einen Job am Theater. Sie lernt Menschen kennen und verliebt sich auch in einen Mann. Anfänglich scheint alles gut zu gehen, doch auch in Wien wird bald nichts mehr so sein wie es ist und eine dramatische Wendung nimmt seinen Lauf... Es gibt noch einen kleinen dritten Erzählstrang in der Gegenwart,wo wir zwei Frauen begleiten,die auch wichtig für den Ausgang der Geschichte ist. Ich habe diesen Roman auf beiden Zeitebenen unheimlich gerne gelesen,wobei mir die Handlung in der Vergangenheit noch mehr gefallen hat. Der Schreibstil ist einfach traumhaft wunderschön, viele tolle, herzliche und dramatische Szenen,die ich miterleben durfte. Teresa Simon hat ein großes Talent ihre Geschichten sehr realistisch zu erzählen und fesselt mich immer von der ersten Seite an. Ich kann sagen, dass ich ein richtiger Fan geworden bin :) Wir bekommen, wie auch in ihren anderen Büchern, viele interessante, authentische und historische Einblicke in die Vergangenheit. Wie begleiten Luzie Kühne über mehrere Jahre und erleben natürlich die Schreckenszeit der NS-Diktatur. "Die Fliedertochter" gehört mit zu den besten in diesem Genre und ich kann es sehr sehr empfehlen und vergebe volle 5 Sterne!!! Ich bedanke mich ganz herzliche bei der Autorin Teresa Simon,bei lovelybooks und dem Heyneverlag.

Die Fliedertochter

Von: hereIam-Andrea Datum: 21. March 2019

 Eine geheimnisvolle Schneekugel. Das Erbe einer starken Frau. Eine Liebe, die sich nie erfüllt hat. Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht ganz am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Doch als Jüdin fühlt sie sich nicht mehr sicher und verlässt Berlin in Richtung Wien. Sie verliebt sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel, doch schon bald wird klar, dass Luzie auch in Wien nicht sicher ist ... Berlin 2018. Paulina Willke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Sie ahnt nicht, dass die Reise nach Wien ihr Leben verändern wird ...  Die Flieder Tochter ist bereits der zweite Roman, den ich von der Autorin Teresa Simon lese. Nachdem mich „Die Frauen der Rosenvilla“ vor einigen Wochen in seinen Bann gezogen hatte, wollte ich unbedingt weitere Bücher der Schriftstellerin lesen. Auch in diesem Buch spielt die Geschichte, wie so oft, in verschiedenen Epochen. Der Hauptteil des Romans „Die Flieder Tochter“ spielt in Wien zur Zeit des Nazi – Regimes. Eine dunkle Zeit, vor allem für Menschen mit der „falschen“ Herkunft bzw. Abstammung. Und eine Zeit, in der Personen, die sich ungerecht behandelt fühlen, endlich die Chance witterten, endlich zu „ihrem Recht“ zu kommen. Zu Macht, die diese Menschen nicht verdienten aber missbrauchten; zu Geld, das ihnen nicht gehörte und das sich doch gerne genommen haben. Eine Zeit für Personen, die andere unterdrücken wollten und jegliches Mitgefühl vermissen gelassen haben. Der Roman von Teresa Simon hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn die Story düstere Abgründe zeigt und Wendungen, die mir Tränen in die Augen getrieben haben. Viele Schicksale in dieser Zeit nahmen bekanntlich keinen guten Ausgang. Aber irgendwie ist es stets weiter gegangen. Ich konnte mich gut in die junge Luzie Kühn hineinversetzen, Die Hoffnung, dass alles doch ein gutes Ende nehmen würde. Die „Fehler“, die sie gemacht hat und sich damit ein ums andere Mal in schwierige Situationen gebracht hat. Und die Traurigkeit, wenn sie sicher ihrer eigenen Hilflosigkeit bewusst wird. Neben der berührenden Geschichte tritt die Abhandlung von Paulina in der Gegenwart zunehmend in den Hintergrund, was der Handlung aber keinen Abbruch tut. Wie bereits erwähnt, ist der Roman „Die Flieder Tochter“ für mich ein sehr lesenswertes Buch mit einer ergreifenden Geschichte. Es ist flüssig zu lesen und die Hintergründe der Nazi – Zeit sind gut recherchiert. Für mich auf jeden Fall eine Buchempfehlung und ich gebe dem Roman von Teresa Simon 5 von 5 Sternen. Ich freue mich jetzt schon darauf, ein weiteres Buch der Autorin zu lesen und bin gespannt, für welchen ihrer Romane ich mich entscheiden werde.

Von: Sarah P. Datum: 18. March 2019

Es ist das erste Buch, welches ich von Teresa Simon gelesen habe und ich bin sehr begeistert. Ich muss sagen, dass ich mich bisher nicht so richtig an Bücher über diese sehr dunkle Zeit gewagt habe. So war ich auch hier etwas skeptisch, doch nach den ersten Seiten war ich gefesselt. Mir hat es sehr gefallen, wie ich ins Wien der 30er/40er eintauchen durfte und bei meinem nächsten Besuch dort, werde ich wohl mein Augenmerk noch auf ein paar andere Dinge legen außer auf die üblichen Sehenswürdigkeiten. Das Schicksal der Luzie Kühn hat mich mitgerissen. Hier und da war ich zu Tränen gerührt und habe an anderen Stellen mitgefiebert, wie es denn nun weitergeht. Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus und werde die anderen Bücher auf jeden Fall auch selbst noch lesen.

Eine berührende, zu Herzen gehende Geschichte

Von: zauberblume Datum: 17. March 2019

"Die Fliedertochter" ist nun bereits der dritte Roman, den ich von der Autorin Teresa Simon lese. Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin, die gerne reist (auch in die Vergangenheit) und eine Katzenliebhaberin ist. Ihr neuer Roman entführt uns von Berlin nach Wien und ich tauche in eine Geschichte ein, die mich nicht mehr loslässt. Der Inhalt: Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Als sie sich als Jüdin in Berlin nicht mehr sicher fühlt, wird sie von ihren Großeltern zu Verwandten nach Wien geschickt. Dort verliebt sie sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel. Doch der Krieg macht auch vor Wien nicht halt und bald ist sie auch hier nicht mehr sicher. Berlin 2018. Pauline Wilke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Pauli ahnt nicht, dass diese Reise nach Wien ihr Leben verändern wird..... Wow! Noch jetzt, nach Beendigung dieses berührenden, zu Herzen gehenden Buches habe ich feucht Augen. Vor meinem inneren Auge läuft diese Geschichte, die in zwei Handlungssträngen erzählt wird, wie ein Film ab. Wenn ich die Augen schließe befinde ich mich in Wien. Und durch die herrlichen Beschreibungen der Autorin wird diese Stadt für mich lebendig. Man merkt einfach die Liebe der Autorin zu dieser Stadt. Ich begleite Pauline auf ihrer Reise nach Wien. Und als sie dort in Luzies Geschichte eintaucht, geht es mir wie Pauli, mich lässt sie einfach nicht mehr los. Wir lernen eine junge Luzie kennen, die voller Begeisterung für ihren Traum lebt. Und dann durchleben wir mit ihr die Grauen des Krieges und das geht mir wirklich unter die Haut. Noch jetzt habe ich Gänsehautfeeling, wenn ich daran denke. Die Autorin hat die Charaktere auch so herausragend beschrieben. Ich kann mir alle Mitwirkenden wunderbar vorstellen. Was für starke Frauen spielen hier eine tragende Rolle und auch eine geheimnisvolle Schneekugel, die schon Generationen überlebt hat, gibt uns Rätsel auf. Für mich spiegelt sich in dieser besonderen Lektüre ein Feuerwerk an Emotionen. Mich hat Luzies Geschichte wirklich bis in die Seele berührt und zu Tränen gerührt. Für mich ist diese berührende Lektüre ein wahres Meisterwerk. Eine Lesevergnügen der Extraklasse und ein ganz herausragendes Lesehighlight. Das Cover ist ein echter Hingucker und den Duft von Flieder habe ich jetzt noch in der Nase. Begeistert bin auch auch von den Wiener Rezepten am Ende des Buches. Selbstverständlich vergebe ich gerne 5 Sterne.

Das Erbe einer starken Frau...eine bewegende Zeitreise zwischen Berlin und Wien!

Von: dreamlady66 Datum: 14. March 2019

(Inhalt, übernommen) Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht ganz am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Doch als Jüdin fühlt sie sich nicht mehr sicher und verlässt Berlin in Richtung Wien. Sie verliebt sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel, doch schon bald wird klar, dass Luzie auch in Wien nicht sicher ist ... Berlin 2018. Paulina Willke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Sie ahnt nicht, dass die Reise nach Wien ihr Leben verändern wird ... Zur (genialen) Autorin: Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin, die mit ihrem Mann in München lebt. Sie reist gern – auch in die Vergangenheit -, ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, hat sich schon seit Jugendtagen für die aufregende Geschichte der Schokolade interessiert und liebt die wunderschöne Elbmetropole Dresden, aus der ein Teil ihrer mütterlichen Linie stammt. Gesamteindruck/Schreibstil/Fazit: Danke an Teresa Simon für die Teilnahme an dieser besonderen Leserunde, dies war mein Erstlingsroman von Dir bei 472 Seiten und 23 Kapiteln, dazu ein sehr romantisches Cover (passend zum Inhalt) sowie leckere Rezepte im Anhang aus der österreichischen Küche... Die Autorin schreibt einen historischen (Generationen)Roman, der abwechselnd zwei verschiedene Zeitebenen erzählt. Es handelt sich um Luzies Vergangenheit und Paulinas Gegenwart. Der Schauplatz ist (vorrangig) Wien und, erst eine Schneekugel, ein Erbstück, führt Alles zusammen und bringt Licht ins dunkle Geschehen... Teresa Simon beschreibt das Leben von Luzie unter dem Regime der Nazis und Paulina erlebt das Grauen aus dem Tagebuch von Luzie. Beide Ereignisse werden so hautnah miteinander verbunden. Die Autorin hat gut recherchiert, Alles wurde sehr authentisch beschrieben und dargestellt. Der Schreibstil ist bildhaft, lebendig und fesselnd, ich fühlte mich sogleich mitten ins Geschehen versetzt. Ein sehr spannendes und historisches Buch über vier starke Frauen durch die Kriegs- und Nachkriegszeit, das den Leser sehr berührend aber auch nachdenklich zurücklässt. Ich habe es sehr genossen und vergebe hierfür gerne und uneingeschränkt die Höchstpunktzahl!

Tolle Familiengeschichte

Von: Franzi-liest Datum: 12. March 2019

Anlass: Ich mochte schon Die Oleanderfrauen sehr, deshalb habe ich mir auch ihr neues Buch vom Heyne Verlag gewünscht und bekommen. danke dafür! Inhalt: Wie für Teresa Simon üblich, ist das hier ein Zwei-Ebenen-Roman: wir werden eingeführt im Jahr 2018, als Paulina nach Wien reist, um für ihre schwerkranke ältere Freundin Toni ein Testament anzuhören. Daraus entspinnt sich dann eine Rückblickgeschichte nach Berlin und Wien 1936-1944 der Schauspielerin Luzie Kühn, der Paulina verblüffend ähnlich sieht. Fesselnd entrollen sich zwei Frauenleben vor uns, die Sogwirkung entfalten: Luzie, die vor dem Bock von Babelsberg 1936 nach Wien flieht und sich dort als verschollene Tochter ihrer Tante ausgibt, in zwei sehr ungleiche Brüder verliebt und ihr Glück sucht. Und Paulina, die nicht ganz entschieden getrennt nach Wien kommt, Luzies Geschichte mittels deren Tagebuch noch einmal durchlebt und von zwei Freunden hofiert wird. Dazu gibt es ein sehr dunkles Kapitel Wiener Geschichte, das mich stellenweise an Marlene erinnert hat – ohne so im Detail grausam zu sein. Und Die Fliedertochter feiert die Kultur, den Glamour des Nachtlebens, stellenweise die Mode und immer wieder die Frauen. Meinung: Ich bin begeistert! Wer Kate Morton und Lucinda Riley mag, wird auch Teresa Simon fesselnd finden. Ich mochte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und empfehle es heftig für lange, ungestörte Zugfahrten und Co. Für wen: Fans der oben genannten Damen, ideal auch schon als Ostergeschenk….

Berührende Geschichte über eine starke Frau in einer sehr traurigen Zeit

Von: Fanti2412 Datum: 11. March 2019

Antonia „Toni“ erhält eine Nachricht aus Wien, dass sie eine Erbschaft gemacht hat, die sie allerdings selbst abholen muss. Da sie sich gesundheitlich nicht in der Lage fühlt, die Reise anzutreten, bittet sie Paulina nach Wien zu reisen und die Angelegenheit zu regeln. Paulina erfüllt ihrer mütterlichen Freundin den Wunsch, ist doch ihr Talisman aus Kindertagen eine Schneekugel mit dem Wiener Prater-Riesenrad. Die Familie Brunner in Wien händigt Paulina als Erbstück ein altes Tagebuch aus, das eine gewisse Luzie Kühn verfasst hat. Als Paulina im Haus der Brunners die gleiche Schneekugel entdeckt, wie sie sie selbst besitzt, beschließt sie, das Tagebuch während ihres Aufenthalts in Wien zu lesen. Im zweiten Handlungsstrang erleben wir also die Geschichte der Luzie Kühn, die teilweise als Luzies Tagebuch in der Ich-Form und teilweise in der Erzählform geschrieben ist. Im Oktober 1936 lebt Luzie als Halbjüdin, deren Eltern bei einem Schiffsunglück ums Leben kamen, in Berlin und träumt von einer Karriere als Sängerin. Als Deutschland für sie zu unsicher wird, reist sie nach Wien zur ihrer Tante Marie, die sie adoptiert und ihre jüdische Herkunft verschleiert. Luzie verliebt sich in den Künstler Bela Król und genießt ihr Leben. Aber die Zeiten werden schlechter und die Nationalsozialisten breiten sich auch in Österreich immer mehr aus, was Luzies Lage wieder verschlimmert. In ihrem sehr lebendigen und mitreißenden Schreibstil erzählt die Autorin sowohl Luzies als auch Paulinas Geschichte. Beide Handlungsstränge wechseln und verknüpfen sich im Laufe der Geschichte immer mehr. Der Schwerpunkt liegt aber auf Luzies Geschichte, die ich gebannt verfolgt habe. Durch die Tagebucheinträge konnte ich schnell eine große Nähe zu Luzie herstellen und ihre Empfindungen miterleben. Ich habe mit ihr gebangt, gelitten, gehofft und ihr Schicksal hat mich sehr berührt. Die Schrecken der Naziherrschaft werden von der Autorin sehr authentisch dargestellt und an Luzies Geschichte deutlich gemacht. Das geht schon sehr unter die Haut. Aber es gibt für Luzie glücklicherweise auch schöne und romantische Momente, die man mit ihr genießen kann. Im zweiten Handlungsstrang erleben wir Paulina im Wien der Gegenwart. So wie sich Paulina kaum von Luzies Tagebuch lösen kann und nächtelang durch liest, so konnte ich mich kaum von dem Buch trennen. Denn Luzies Schicksal und die Verbindung in die Gegenwart haben mich sehr gefesselt. Die Wechsel zwischen den Handlungssträngen sind so geschickt gesetzt, dass sich das Buch schnell zum Pageturner entwickelt. Mit Paulina dürfen wir auch das heutige Wien erkunden und erleben allerlei schöne Schauplätze, wie das Riesenrad im Prater, das Café Demel und das Grab von Mozart. Dabei gibt es auch einige Parallelen zu Luzies Erkundungen im damaligen Wien. Die Autorin beschreibt das alles sehr bildhaft und man spürt deutlich, dass sie die Stadt Wien liebt, was sie in ihrem Nachwort auch bestätigt. Auch lesen wir von typischen Wiener Köstlichkeiten wie Wiener Schnitzel, Serviettenknödel und Sachertorte. Hierfür gibt es im Anhang zum Buch auch noch einige Rezepte. Es gibt auch noch einen kleinen dritten Handlungsstrang, in dem wir Paulinas Mutter erleben, die mit ihrer Freundin auf einer Pilgerreise in Italien ist und mit dieser über ein Familiengeheimnis spricht. Damit schafft die Autorin noch zusätzliche Spannung. Teresa Simon ist eine großartige Erzählerin, die es versteht, ihren Figuren Leben einzuhauchen und deren Geschichten mitreißend zu erzählen. Sie schafft in diesem Buch eine ganz besondere Atmosphäre, die mir ausnehmend gut gefallen hat. Trotz der Schrecken des 2. Weltkrieges ist „Die Fliedertochter“ eine wunderschöne Geschichte, mit zwei unterschiedlichen Frauen, deren Schicksal ich gespannt verfolgt habe. Diese fesselnde und sehr berührende Familiengeschichte vor historischem Hintergrund hat mich bewegt und lange nicht losgelassen - ein Lesehighlight! Fazit: 5 von 5 Sternen

Die Fliedertochter

Von: madl_books86 Datum: 10. March 2019

Meine Meinung: „Die Fliedertochter“ ist mittlerweile, nach „Die Holunderschwestern“ und „Die Oleanderfrauen“, der dritte Roman den ich von Teresa Simon gelesen habe. Dieses hat, wie auch ihre vorherigen Bücher, wiedereinmal ein wahnsinnig schönes Cover und einen Titel der hervorragend zum Inhalt , sowie auch zu ihren bisher erschienen Romanen passt. Teresa Simon nimmt uns in ihrem Roman größtenteils mit nach Wien in den Jahren 1936 – 1945. Mitten hinein in den zweiten Weltkrieg. Auch wenn ich mittlerweile schon einige Romane gelesen habe, die in dieser Zeit spielen, so spannend, aufregend und schockierend finde ich es trotzdem immer wieder in diese Zeit abzutauchen. Und Teresa Simon schafft es auch hier wieder etwas Besonderes daraus zu machen. Nicht nur, dass mich in diesem Roman die Geschichte um Luzie zutiefst berührt und mitgenommen hat, auch hat es mein geschichtliches Wissen wieder um einiges bereichert. Die Autorin schafft es mit ihrem Schreibstil Wien in all seiner Pracht, aber auch die Schattenseiten zu dieser Zeit, sehr schön und emotional zum Leben zu erwecken. Erzählt bekommen wir Luzies Geschichte in Form eines Tagebuchs, welches Paulina in Wien überreicht bekommt. Gemeinsam mit Paulina erfahren wir Seite für Seite von den schrecklichen Geschehenisse zur Besetzungszeit der Nazis in Wien. Genau wie Paulina, die einige Abende bis hinein in die Nacht, gespannt in Luzies Tagebuch liest, so ging es mir mit dem gesamten Buch. Die Geschichte hat mich komplett abgeholt. Einmal angefangen, flog ich nur so durch die Seiten und konnte es schwer aus der Hand legen. So gefesselt hat es mich. Die Charaktere, vor allem aber Luzie mit der ich geweint, gehofft, gelacht und wieder und wieder gelitten habe, waren so toll ausgearbeitet. Aber nicht nur die Vergangenheit konnte mich zu 100 Prozent überzeugen, auch die Gegenwart. Ich fand es wieder großartig wie die Autorin die einzelnen Fäden geschickt miteinander verknüpft hat und so das Gesamtbild am Ende für mich rundherum stimmig war. Fazit: Eine tolle und lesenswerte Geschichte, mit Charakteren und einem Schreibstil der einen ganz für sich einnimmt. Ich kann es jedem, der vor allem Geschichten auf zwei Zeitebenen sehr gern liest, uneingeschränkt empfehlenswert.

Starke und mutige Frauen und das Geheimis eines Erbes

Von: Ariettas Bücherwelt Datum: 10. March 2019

Inhaltsangabe: Quelle Heyne-Verlag Eine geheimnisvolle Schneekugel. Das Erbe einer starken Frau. Eine Liebe, die sich nie erfüllt hat. Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht ganz am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Doch als Jüdin fühlt sie sich nicht mehr sicher und verlässt Berlin in Richtung Wien. Sie verliebt sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel, doch schon bald wird klar, dass Luzie auch in Wien nicht sicher ist ... Berlin 2018. Paulina Willke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Sie ahnt nicht, dass die Reise nach Wien ihr Leben verändern wird ... Meine Meinung zur Autorin und Buch: Teresa Simon hat es mal wieder mit viel Herzblut geschafft mich mit ihrem neusten Roman über starke Frauen und einer Geschichte voller Geheimnisse in den Bann zu ziehen. Eine Geschichte die einem sehr zu Herzen geht. Voller dunkler, dramatischer, trauriger aber auch freudiger Ereignisse. Sehr schön hat sie die verschiedenen Zeitebenen miteinander verwoben. Ihr Sprach-und Schreibstil, ist wie immer sehr flüssig und Bildhaft. Ihr scheinen beim Schreiben, nur so die Wörter aus der Feder zu fließen. Man spürt beim Lesen, die leidenschaftliche Historikerin, alles ist Akribisch recherchiert. Das historische ist deshalb auch so Authentisch, das geschehen zu der damaligen Zeit, unter dem Hitler Regime und seinen Nazi-Schergen. Alles ist sehr logisch und nachvollziehbar aufgebaut, man verschmilzt mit ihren Figuren. Freut sich und leidet mit ihnen mit. Ihre einzelne Figuren und deren Charaktere, sind sehr gut herauskristallisiert. Es sind Menschen wie du und ich, aus Fleisch und Blut. Es war wunderschön mit ihr durch die Zeit zu Reisen, von Berlin bis Wien, und ein Teil dieser Geschichte zu sein. Auch noch einmal vielen Dank für das sehr ausführliche Nachwort, und die tollen Rezepte, für die leckeren Schmankerl. Ein Roman der einem zufrieden zurück lässt, den am Ende lösen sich alle offenen Geheimnisse angefangen vom Tagebuch, bis zur Schneekugel auf. Durch einen Brief an Antonia, Paulinas mütterliche Freundin, die beide in Berlin 2018 leben, in dem Antonia etwas in Wien erbt, lernen wir diese Luzie Kühn kennen. Da aber Antonia Gesundheitlich nicht gut dran ist, reist Paula für sie nach Wien, im Gepäck ihre heißgeliebte Schneekugel, mit den Riesenrad, auch ein Erbstück. In Wien wird sie sehr liebevoll von ihrer Gastfamilie Brunner empfangen. Bei ihnen steht die gleiche Schneekugel, was Paulina stutzig macht. Auch das Tagebuch das wir gemeinsam mit ihr lesen, ist voller dramatischer und Geheimnisvoller Ereignisse. Es war sehr spannend mit Paulina dieses Tagebuch von Luzie zu lesen, ihrer Zeit als Sängerin in Berlin 1936, da sie Halb-Jüdin ist wird der Boden sehr heiß für sie in Berlin. Sie reist nach Wien, und findet dort Unterschlupf, als wieder heimgekehrte Tochter getarnt. Sie lernt den Künstler und Juden Bela Krol kennen. Eine zarte, große und aufkeimende Liebe beginnt. Alles alles so schön sein könnte, wird es auch in Wien sehr brenzlig, den Hitler marschiert, auch dort ein. Österreich wird zur Ostmark und die große Jagd auf die Juden und was nicht arisch, und gesund ist beginnt. Es wird sehr spannend und bewegend, und ich konnte gut verstehen, das Paulina ab und zu mal aussetzen musste beim Lesen. In Lena Brunner findet sie eine Freundin, auch ihr Sohn Toni, und dessen Freund Tamas, sind Feuer und Flamme für Paulina, beide umwerben sie. Die drei beschließen einen Film über Luzie Kühn zu drehen, in dem Paulina sie spielen soll, den sie sieht ihr zum verwechseln ähnlich. Es wird immer mysteriöser, den die Schneekugel, birgt ein Geheimnis, und nicht nur die auch Paulinas Mutter und Antonia hüten eines. Was verrate ich nicht, auch nicht ob Tamas oder Toni, das Herz von Paulina gewinnt. „ Ein großartiger und facettenreicher Roman, und ein Stück Zeitgeschichte“

Ein packendes Stück Geschichte

Von: Kathrin Nievelstein Datum: 08. March 2019

Die Münchner Autorin Teresa Simon nimmt uns dieses Mal auf eine Städtereise mit: In zwei Zeitebenen, nämlich zu Zeiten des zweiten Weltkriegs und in 2018 - reisen wir von Berlin nach Wien und schweifen auch mal auf einen Pilgerweg in Umbrien/Italien ab. Warum? Nun, weil wir die Geschichte der jungen, ambitionierten Sängerin & Tänzerin Luzie Kühn erfahren, welche sich zur Zeit der Judenverfolgung als „Vierteljüdin“ ins vermeindlich sichere Exil nach Wien begibt... um genau dort dann nicht nur die Liebe ihres Lebens, sondern auch den Horror ihres Lebens zu finden. All dies liest 2018 die ungebundene Paulina Willke in einem Tagebuch, welches ihr überraschend im Auftrag der Erbin Antonia zu treuen Händen übergeben wird. Und während ihre Mutter sich auf Pilgerreise befindet, ihre Freundin Antonia im Krankenhaus weilt, erlebt Paulina in Wien nicht nur eine unbekannte Stadt mit vielen kulinarischen Genüssen (selten habe ich Protagonistinnen so viel essen sehen ;-)), sondern erlebt durch das Tagebuch fast hautnah die Gräuel der Geschichte im zweiten Weltkrieg. Verstärkt werden die Gefühle durch den Besuch der verschiedenen Orte; sie lernt zwei junge Männer (Moritz, den Sohn ihrer Gastgeberfamilie, und Tamàs, den Freund von Moritz) kennen, die ihr all die Gebäude, Straßen und Plätze zeigen, die das Gelesene dann besonders intensiv und lebendig machen... und genau das Gefühl, welches Paulina beim Lesen von Luzies Tagebuch hat, spiegelt sich bei mir beim Lesen des Romans wider: ich habe immer wieder das Gefühl, als Zuschauerin mit im Geschehnis zu stehen und das erzeugt in manchen Situationen wirklich Gänsehaut! So manches Kapitel kommt bei mir so intensiv an wie damals mein erstes Lesen von „Anne Franks Tagebuch“... und dieses wurde im Laufe der Jahre ein geschichtsträchtiges Highlight in der Bücherwelt. Die Kunst liegt wohl darin, dass der Tagebuchstil Luzies ohne Abstand von Person und Erlebten geschrieben ist – keine Verkünstelung der Worte, sondern man hat den Eindruck, das Gedachte wird „einfach so“ niedergeschrieben... und das macht den Roman so beeindruckend. Hinter der „Fliedertochter“ verbirgt sich ein wichtiges Kapitel europäischer Geschichte – vorgetragen von einer Autorin, die sich nicht nur an die Fakten gehalten hat, sondern auch gekonnt die Orte, Menschen und kleinen wie großen Geschichten zusammengetragen hat – Hut ab! Für mich ist der neuste Roman von Teresa Simon das Highlight des Monats Februar – fesselnd bis zum letzten Moment; mit Überraschungen im Ablauf und eine nachvollziehbaren Lösung am Ende des Romans. Ein Buch, welches ich sicherlich wieder in die Hand nehmen werde und auf jeden Fall jedem, der gute Historienromane der neueren Zeit schätzt, ans Herz legen möchte. Danke, dass ich die Reise von Berlin nach Wien mit Luzie und Paulina machen durfte!

Eine gehimenisvolle Schneekugel

Von: Martinas Buchwelten Datum: 06. March 2019

Teresa Simon zählt zu meinen Lieblingsautorinnen, wenn es um Romane auf zwei Zeitebenen geht. Ich habe "Die Frauen der Rosenvilla", "Die Holunderschwestern" und "Die Oleanderfrauen" gelesen und alle drei geliebt. Deshalb habe ich schon ungeduldig auf ihren neuen Roman gewartet, der sogar in meiner Heimat Österreich, nämlich in Wien spielt. Wie gewohnt verfolgt man als Leser wieder zwei Frauen auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart reist die 30jährige Paulina von Berlin nach Wien, um für ihre mütterliche Freundin Toni, die erkrankt ist, ein Tagebuch abzuholen. Es soll sich um ein Vermächtnis eines Bekannten handeln. Paulina, gerade auf "Beziehungspause" von ihrem (Ex?)freund, will noch ein paar Tage anhängen, um auszuspannen und sich betreffend ihrer Gefühle klar zu werden. Im Gepäck hat sie ihren Talisman: eine Schneekugel mit dem Wiener Riesenrad aus dem Jahre 1936. In Wien wird sie liebevoll von der Familie Brunner aufgenommen, die ihr die Aufzeichnungen einer Luzie Kühn überreichen. Paulina vertieft sich in das Tagebuch aus dem Nachlass von Lena Brunners Vater und begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit.... Es sind die Jahre 1936-1944 und wir lernen diese ominöse Luzie Kühn kennen, die ebenfalls von Berlin nach Wien reist. Die junge Soubrette ist Waise und wurde von ihren jüdischen Großeltern aufgezogen. Als Halbjüdin raten sie ihr Berlin zu verlassen und bei ihrer arischen Tante Marie unterzukommen. Diese gibt sie als ihre Tochter aus und nimmt sie liebevoll in die Familie auf. Doch auch in Österreich wendet sich die Bevölkerung immer mehr gegen die Juden und als Hitler einmarschiert wird Wien für Luzie ebenfalls zur Gefahr... In einem weiteren Handlungsverlauf aus der Gegenwart treffen wir auf Simone, Paulinas Mutter, die sich mit ihrer Freundin in Italien auf dem Pilgerweg und den Spuren von Franz von Assisi befindet. Während Paulina im Tagebuch liest, packt sie die Luzies Lebensgeschichte immer mehr. Sie ist erschüttert über den Judenhass und die grausame Verfolgung der Menschen, die sich gegen das Regime stellen. Die Einträge aus dem Tagebuch werden in der Ich-Form von Luzie erzählt und durch weitere Erzählungen aus der Vergangenheit ergänzt, die in der 3. Person aus Luzies Sicht dargestellt werden. Die Autorin hat hier wieder hervorragend recherchiert. Der Schauplatz des Romans ist Wien. Teresa Simon hat den Charme und den Flair unserer Bundeshauptstadt wunderbar eingefangen. Ich wanderte mit Paulina durch den ersten Bezirk, besuchte die Konditorei Demel und sah mir das Mahnmal der österreichischen jüdischen Opfer der Schoah am Judenplatz an. Genauso schlemmte ich Wiener Schnitzel mit Erdäpfelsalat, besuchte das Mozartgrab am Sankt Marxer Friedhof und fuhr im Prater Riesenrad. Teresa Simon hat neben den grauenhaften Erzählungen aus der Zeit während des zweiten Weltkrieges den Leser auch an einer Reise durch das Wien von heute teilhaben lassen. Sie hat so bildhaft und lebendig erzählt, dass sie in jedem Leser die Sehnsucht weckt den nächsten Flug oder die nächste Bahnfahrt in die österreichische Hauptstadt zu buchen. Den Vergangenheitsstrang fand ich wie meistens bei Büchern auf zwei Zeitebenen gelungen. Trotzdem fand ich Luzie anfangs etwas flatterhaft, überschwänglich und naiv. Luzies Verhalten änderte sich mit dem Einmarsch von Hitler in Österreich. Die Liebesgeschichte, die fast in einer Dreiecksgeschichte endet, konnte mich nicht zu 100% überzeugen. Auch Paulina wuchs mir nicht richtig ans Herz. Es gab viele Parallelen zu Luzie und auch hier überzeugte mich die Liebesgeschichte nicht wirklich. Einige Entwicklungen fand ich etwas vorhersehbar und verblüffen konnte mich die Autorin diesmal nur mit einer überraschenden Wendung. Für mich als Teresa Simon Fan war das neu...vorallem, wo der Roman auch noch in meiner Heimat spielt. Das hört sich jetzt alles viel negativer an, als es wirklich ist, denn ich habe an die Romane der Autorin immer sehr, sehr große Erwartungen.... Die restlichen Leser der Leserunde waren begeistert und ich kann ehrlich nicht sagen, warum mich "Die Fliedertochter" diesmal nicht 100ig überzeugen konnte... Fazit: Wieder ein gelungener Familienroman auf zwei Zeitebenen, allerdings konnte er mich diesmal nicht hundertprozentig überzeugen. Ich wurde mit beiden Protagonisten nicht ganz glücklich und fand auch einiges an der Geschichte vorhersehbar. Die bildhaften Beschreibungen von Wien und seinen schönsten Plätzen, sowie all den Köstlichkeiten, die man bei uns schlemmen kann, waren allerdings ausgezeichnet geschildert. Für mich leider das schwächste Buch der Autorin, aber trotzdem ein toller Roman.

Fesselnde Darstellung einer dunklen Epoche

Von: Svenja Krause Datum: 04. March 2019

Fesselnde Darstellung einer dunklen Epoche Es gibt Bücher die man einfach nicht aus der Hand legen kann und die einen deshalb intensiv begleiten.  Die Bücher von Teresa Simon sind so welche. Auch das neuste Werk hat es wieder geschafft mir spannende Lesezeit zu schenken.  Die Autorin schafft es dass man gefühlt alles miterlebt und so sehr nah an den Protagonisten ist. In diesem Buch hat mir der Part in der Vergangenheit sogar stellenweise noch besser gefallen als die Gegenwart.  Er spielt in einer Zeit mit der man sich einfach auseinandersetzen muss egal wie dunkel sie war. Das ist es was jedes Buch der Autorin so besonders macht . Zeitgeschehen live zu erleben als wäre man mitten im Geschehen.  Ich hoffe der Autorin gehen nie die Städte mit Geschichte aus damit noch viele Werke folgen können 

Eine ergreifende, emotionale Geschichte

Von: Sissy0302 Datum: 03. March 2019

Berlin 2018: Paulina wird von ihrer großmütterlichen Freundin Antonia gebeten, für sie nach Wien zu reisen und ein Erbstück abzuholen, da sie selber aus gesundheitlichen Gründen diese weite Strecke nicht auf sich nehmen kann. Das Erbstück entpuppt sich als das Tagebuch einer Luzie Kühn - einer jungen Frau, mit jüdischen Wurzeln. Luzie fühlte sich in Berlin nicht mehr sicher und tauchte 1936 bei ihrer Tante Marie in Wien unter. Marie war keine Jüdin und hatte Luzie nach dem Tod deren Eltern adoptiert. Doch was hat diese Luzie mit Antonia zu tun? Teresa Simon entführt uns anhand von Luzies Tagebuch in die Jahre 1936 - 1944. Auch in diesem Buch versteht sie es wieder geschickt, Geschichte an den Leser zu bringen. Ich habe in diesem Buch nochmals viel gelernt - zum einen über Wien, zum anderen über Österreich im 2. Weltkrieg. Die Autorin beschreibt die grauenvolle Zeit anhand dieses Tagebuchs ohne zu sehr ins Detail gehen zu müssen. Stellenweise ist das Gelesene so bedrückend, das ich eine kurze Auszeit gebraucht habe. Diese Verschnaufspause hat mir zum Glück immer die Geschichte von Paulina gewährt, die mit mir zusammen aus den Tagebuchaufzeichnungen aufgetaucht ist. Dieses Buch ist keine leichte Kost, auch wenn das Titelbild so herrlich romantisch aussieht. Aber es ist ein Buch, das gelesen werden muss. Eine Zeit der deutschen Geschichte, die man nicht vergessen darf. Eigentlich sollte so ein Buch in den Geschichtsunterricht gehören. Denn so eine Geschichte zu lesen ist viel beeindruckender als in Geschichte einfach nur die Fakten dargelegt zu bekommen.

Hommage an Wien vor düsterer Kulisse des Nationalsozialismus

Von: Lesendes Federvieh Datum: 02. March 2019

1936 steht die Sängerin Luzie Kühn in Berlin am Anfang ihrer Karriere und hat große Träume von einem glamourösen Leben im Rampenlicht. Als Jüdin fühlt sie sich allerdings bald nicht mehr sicher und verlässt Berlin in Richtung München, wo sie sich in den charismatischen Bela Król verliebt. Jedoch wird schon bald offensichtlich, dass Luzie auch in Wien nicht sicher ist. 2018 wird Paulina Willke in Berlin von ihrer erkrankten Freundin Antonia gebeten, stellvertretend für sie in Wien ein Erbstück abzuholen. Zu diesem Zeitpunkt ahnt Paulina nicht, wie sehr diese Reise ihr Leben verändern wird. Nachdem mir "Die Oleanderfrauen" von Teresa Simon ziemlich gut gefallen hat, war ich natürlich neugierig auf ihr neuestes Werk "Die Fliedertochter", womit sie sogar noch eine Schippe drauflegen konnte. Die Erzählung spielt auf zwei Zeitebenen, zum einen in der Gegenwart, zum anderen im Zeitraum von 1936 bis 1944/45 und thematisiert dabei die Judenverfolgung im Dritten Reich mit allen Facetten der Grausamkeiten. Dennoch - soviel schon einmal vorneweg - handelt es sich hier keineswegs um ein düsteres Kriegsbuch, das nur mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend zu lesen ist, denn es bildet vielmehr den historischen Hintergrund als Kulisse für die mitreißende Handlung. Im Mittelpunkt der Erzählung steht die junge Paulina, die von ihrer mütterlichen Freundin gebeten wird für sie nach Wien zu reisen, um dort ein Erbstück für sie in Empfang zu nehmen, da sie aufgrund einer Krankheit verhindert ist. Dabei handelt es sich um ein Tagebuch der aufstrebenden Sängerin Luzie Kühn aus der Zeit des Nationalsozialismus, das Paulina in Wien bei der außerordentlich gastfreundlichen Familie zu lesen beginnt. Sie begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit und geradewegs in ein abscheuliches Kapitel deutscher und auch österreichischer Geschichte, was ich besonders interessant zu lesen fand, da mir nicht mehr bewusst war, dass die Judenverfolgung in Wien die Grausamkeiten der Deutschen an Intensität und Brutalität noch bei weitem übertraf. Ohne Rücksicht auf Verluste und scheinbar ohne jegliches Mitgefühl, ganz zu schweigen von Mitleid wurden sie schonungslos verraten, verfolgt sowie niedergemetzelt und das in solchem Ausmaß, dass sogar Adolf Hitler sich gezwungen sah sie einzubremsen. Wie eingangs erwähnt ist es trotz der Thematisierung dieses dunklen Kapitels unserer Geschichte kein düsteres Buch, sondern eine Hommage an die Stadt Wien und ihre Bewohner samt liebenswürdigen Eigenheiten. Denn wenn Paulina das Tagebuch von Luzie, die von Berlin nach Wien floh, um Göbbels Avancen und der Verfolgung wegen ihres Glaubens zu entgehen, gerade nicht liest, verbringt sie gemeinsam mit dem Sohn der Familie und dessen Freund Zeit in Wien, wo sie inspiriert von Luzies Tagebuch in ihrer Originalkleidung Dokumentationsfilme drehen. Die darin eingeflochtenen "Dialektfetzen" sowie die authentische Schilderung des Wiener Lebens, der zahleichen gemütlichen Cafés und des leckeren Essens waren natürlich genau nach meinem Geschmack, denn so befand ich mich förmlich mit Paulina, Moritz und Tamas vor Ort und genoss die lebendige Wiener Atmosphäre. "Die Fliedertochter" ist ein Roman, der trotz des düsteren Themas des Nationalsozialismus rundherum für Lesegenuss sorgt, denn abseits der Gräueltaten skizziert Teresa Simon authentische Charaktere und schildert sehr anschaulich das Wiener Leben.

Ein echtes Juwel für uns Leser!

Von: Monika Schulte Datum: 02. March 2019

Das tragische Leben einer jungen Sängerin Wir schreiben das Jahr 1936. Die junge Sängerin Luzie Kühn träumt davon, auf den Bühnen der Welt ihr Können zu zeigen, doch Luzie ist Halbjüdin und lebt in Berlin. Die Nazis kommen an die Macht. So verlässt Luzie schweren Herzens ihre Großeltern, bei denen sie lebt und Berlin und macht sich auf nach Wien, wo sie wieder von ganz von vorne anfangen muss. Sie lebt nun bei ihrer Tante Marie, die sie adoptiert hat. Luzie verliebt sich in Bela Król, der so wunderbare Musik schreibt, doch auch in Österreich marschieren die Nazis auf. 1938 dann der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Hitler wird in Wien von einem tosenden Menschenmeer mit dem Deutschen Gruß empfangen. Ist Luzie hier wirklich noch sicher? Im Jahr 2018 bekommt Pauline Willke von ihrer großmütterlichen Freundin Toni den Auftrag, in ihren Namen nach Wien zu reisen, um sich dort um ein Erbstück zu kümmern. In Wien angekommen, wird Pauline ein altes blaues Tagebuch ausgehändigt, darin geschrieben die Geschichte der Luzie Kühn. Pauline beginnt das Tagebuch zu lesen und taucht so sehr in die Geschichte der jungen Sängerin ein, dass sie alles um sich herum zu vergessen scheint. Fotos tauchen auf. Wie kommt es, dass Pauline so eine frappierende Ähnlichkeit mit Luzie zu haben scheint? "Die Fliedertochter" - was für eine Geschichte! Was für ein spannender Roman! So, wie Pauline nicht mehr von dem Tagebuch lassen konnte, so konnte ich nicht mehr von der Geschichte lassen. Es ist eine spannende und tief bewegende Geschichte. Sie fesselt mit präziser Sprache, sie begeistert, sie macht fassungslos. Teresa Simon entführt den Leser anhand Luzies Tagebuch in das Wien der Nazi-Herrschaft. Die bedrückende Stimmung ist beinahe greifbar. Die Angst der Menschen, vielleicht bald unter denen zu sein, die einfach abgeholt und weggebracht werden. Man spricht von Transporten in Konzentrationslagern, doch niemand weiß etwas Genaues, doch immer mehr Menschen verschwinden. Männer, Frauen, Kinder, Kranke und schließlich auch die Alten. Die Autorin setzt sich sehr einfühlsam mit dem Thema auseinander. Dem Leser begegnen vielschichte und interessante Persönlichkeiten, nicht nur zu Zeiten des Krieges, sondern auch in der Gegenwart, der Zeit von Pauline und ihrer Familie. In dieser Zeit erleben wir ein wiedererwachtes bezauberndes Wien. Ein Wien mit einladenden Kaffeehäusern und unzähligen Sehenswürdigkeiten. Wir wandeln als Leser aber auch auf den Spuren der Vergangenheit "Die Fliedertochter" - eine wunderbares Buch, voller Tragik, voller Leben, aber auch voller Liebe. Ein echtes Juwel für uns Leser! Unbedingt lesen!

Die Fliedertochter

Von: MarySophie Datum: 01. March 2019

Handlung: Berlin 1936 Luzie´s größter Traum ist es, eines Tages eine berühmte Sängerin am Theater zu sein. Den ersten Schritt dazu hat sie schon erfolgreich hinter sich, sie hat einen Job in einem Berliner Varieté. Doch Luzie lebt in einer gefährlichen Zeit, als Jüdin fühlt sie sich auf den Bühnen der Hauptstadt nicht mehr sicher und zieht nach Wien zu ihrer Tante. Schon nach kurzer Zeit kann sie dort berufliche Erfolge verbuchen, sie fühlt sich wohl bei ihrer Verwandtschaft und Luzie sieht eine wunderbare Zukunft zusammen mit Bela vor sich. Doch auch in Wien werden die politischen Fronten härter und für Luzie beginnt eine schwere Zeit... Berlin 2018 Paulina reist im Auftrag ihrer mütterlichen Freundin Antonia nach Wien, wo sie für die ältere Dame ein Erbstück abholen soll. Dabei handelt es sich um ein Tagebuch und Paulina fühlt sich magisch angezogen von den darin beschriebenen Erlebnissen der aufstrebenden Schauspielerin. Dabei weiß sie nicht, wie stark die Zeit in Wien und mit dem Tagebuch ihr Leben verändern wird. Meinung: Die vier bisher erschienenen Werke der Autorin haben alle einen hohen Wiedererkennungswert, so gliedert sich auch dieser Roman perfekt an die bisherigen Cover an. Es wurden leichte, sehr frühlingshafte Farben gewählt, die dem Cover Frische und Schwung geben. Viele kleine Details geben Hinweise auf den schon im Titel vorkommenden Flieder und insgesamt wirkt alles sehr stimmig und rund. Das Lesen hat mir aufgrund der wirklich angenehmen und einfachen Schreibweise großen Spa0 gemacht, einmal in die Handlung versunken, konnte ich das Buch nicht so schnell aus der Hand legen. Es gab viele schmückende Umschreibungen von Wien und Sehenwürdigkeiten, die die Stadt lebendig machen und direkt dazu einladen, einen spontanen Kurztrip dorthin zu machen. Als Setting dient das wunderschöne Wien, welches in leuchtenden Farben beschrieben wurde und durch die ausführlichen und genauen Beschreibungen lebendig wurde. Ich habe viele Orte danach im Internet gesucht und war baff, wie originalgetreu sie beschrieben wurden. Chapeau! Unterteilt wurde der Roman in zwei zeitliche Ebenen. Zum einen begleiten wir Luzie durch Berlin und Wien während der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Dies geschieht durch Tagebucheinträge, die als Tagebucheintrag beginnen und schließlich umgewandelt werden, sodass man als Leser zeitgleich mit Luzie viele Dinge erlebt und sich von ihr ein genaues Bild machen kann, wie sie im Umgang mit anderen Menschen handelt. Zum anderen begleitet man Paulina in der Gegenwart auf ihrer Reise nach Wien und auch auf der Reise in die Vergangenheit. Beide Erzählstränge hatten ihren Reiz, lange Zeit war nicht deutlich, wie sie am Ende ein Stück weit zusammengeführt werden, sodass die Spannung bis zum Ende anhielt. Für mich waren die Abschnitte von Luzie Kühn stets spannender und ich habe auf diese hingefiebert, weil mich ihr Schicksal wirklich mitgenommen hat. Während der Handlung habe ich mit ihr mitgelitten und mich mit ihr gefreut,einige Handlungen aber auch etwas hinterfragt. Im Nachhinein kann ich aber sagen, dass sie mein Lieblingscharakter war und gerade Paulina, die die zweite große Hauptrolle neben ihr einnimmt, blass dastehen lässt. Die Protagonisten waren meist klar gezeichnet, besonders durch Gespräche und Handlungen konnte man sich als Leser ein genaues Bild von ihnen machen. Viele waren herzlich und lebendig dargestellt, sodass mir das Lesen Spaß gemacht hat und ich habe mich über jedes Wiedersehen mit diesen Personen gefreut. Wie schon erwähnt, die Figur von Luzie ist für mich am besten gelungen. Sie ist eine starke junge Frau, die ihren Weg geht und aus Schicksalsschlägen nur noch stärker hervorgeht. Auf ihre Kapitel habe ich mich gefreut, mit Luzie habe ich mitgefiebert und mitgelitten. Bei ihrem Charakter wurde auch eine Entwicklung am deutlichsten, während sie anfangs manchmal noch etwas naiv wirkt, wird daraus eine selbstbewusste Frau, die den unbändigen Wunsch hat, den Krieg zu überleben und endlich mit ihrem Liebsten zusammenzuleben. Als andere Dame steht Paulina im Vordergrund. Mit ihr hatte ich während des ganzen Romans meine Probleme. Sie wirkte blass und nicht immer authentisch, hatte für mich etwas zu wenig Charakter und Stärke. Vielleicht haben mir Luzie´s Abschnitte auch so gut gefallen, weil darin viele wichtige, spannende, grausige und für mich neue historische Details geschildert wurden. Über den Kriegsverlauf in Österreich habe ich leider nur wenig Wissen, vieles war für mich Neuland und hat dazu verleitet, dass ich mich im Internet tiefer in die Marterie eingelesen habe. Insgesamt waren die historischen Ereignisse eindrucksvoll und eingängig geschildert, sodass der Zweite Weltkrieg beim Lesen wieder lebendig wurde. Fazit: Wow. Wieder mal hat Teresa Simon ein spannendes, toll recherchiertes und gut durchdachtes Werk geschrieben, dass mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Fast alles hat gepasst und eine runde Geschichte ergeben, wo keine Fragen offen bleiben. Mein einziger Kritikpunkt ist die Darstellung von Paulina, mit der ich einfach nicht warm wurde und die für mich kein Charakter ist, über den ich nachgedacht habe. Ansonsten bin ich rundum zufrieden und kann auch diesen Roman der Autorin wärmstens empfehlen. Eine wunderbar feinfühlige und mitreißende Geschichte, die mich in ihren Bann gerissen hat.

Ein typischer Teresa Simon Roman

Von: eulenmatz liest Datum: 01. March 2019

INHALT: Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht ganz am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Doch als Jüdin fühlt sie sich nicht mehr sicher und verlässt Berlin in Richtung Wien. Sie verliebt sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel, doch schon bald wird klar, dass Luzie auch in Wien nicht sicher ist ... Berlin 2018. Paulina Willke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Sie ahnt nicht, dass die Reise nach Wien ihr Leben verändern wird ... MEINUNG: Die Fliedertochter ist Teresa Simons vierter Roman. Bis auf den letzten habe ich alle gelesen. Ich finde es wunderbar, dass der Verlag bisher alle Bücher in der gleichen Art gestalten ließ. Man erkennt sofort, dass es die Bücher von Teresa Simon sind. Der Roman spielt wieder auf zwei Zeitebenen: 2018 verfolgen wir Paulina Wilke, wie auf den Spuren des Vermächtnisses ihrer mütterlichen Freundin Antonia in Wien wandelt. Außerdem kommt diesmal noch ihre Mutter Simone dazu, die mit einer Freundin auf dem Pilgerweg in Italien wandelt, der eng an die Erinnerung einer Freundin von Simone geknüpft ist. In der Vergangenheit begleiten wir die junge Jüdin Luzie Kühn, die 1938 von Berlin nach Wien zieht, da es für Juden zu dieser Zeit in Berlin schon schwierig wird. Der historische Teil ist wieder erstklassig recherchiert. Ich fand es äußerst spannend zu erfahren, wie diese schlimme Zeit für die Wiener erlebt worden ist. Die Autorin knüpft ihre Erzählung eng an die geschichtlichen Ereignisse. Gepaart ist das ganze außerdem mit viel lokalen Eindrücken. Man spaziert quasi imaginär durch Wien und erfährt sehr viel über diese schöne Stadt an der Donau. In Teresa Simons Bücher mochte bisher meistens immer die Frau im Vergangenheitsteil lieber. Diesmal war es umgekehrt. Mit Paulina konnte ich mich diesmal besser identifizieren bzw. anfreunden als mit Luzie. Paulina fast nicht sofort Vertrauen zu jedem, sondern ist erstmal etwas zurückhaltender, auch was ihre Privatleben angeht. Vor allem als sie in Wien eintrifft und bei der Familie Brunner wohnen darf, die ihr das Tagebuch von Luzie aus dem Nachlass von Lena Brunners Vaters gibt, welches sie dann beginnt zu lesen. Sie weiß was sie will und hat als eine Art Raumgestalterin einen wirklichen spannenden Job. Man merkt manchmal, dass sie ihren Platz im Leben noch nicht so ganz gefunden hat und dass sie noch auf der Suche ist. Das mochte ich. Luzie dagegen empfand als äußerst überschwänglich, impulsiv und vor allem manchmal wirklich naiv. Luzie hat früh ihren Eltern verloren und wuchs mit bei Großeltern mütterlicherseits in Berlin auf. Offiziell ist sie allerdings von ihrer Tante Marie in Berlin als deren Tochter eingetragen und damit nicht offiziell Jüdin. Luzie setzt diesen Schutz aber ziemlich häufig aufs Spiel, besonders dann als es wirklich brenzlig wird und bringt sich und andere damit in Lebensgefahr. Beim Lesen hat mich das wirklich häufig aufgeregt, wie sie so handeln konnte. Es braucht ganz lange bis sie das endlich versteht und anfängt vorsichtiger zu sein. Die Liebesgeschichte fand ich auch schwierig, denn ihr Herz schlägt nicht nur für Bela. Ich konnte ihr Handeln hier nicht nachvollziehen. Ich finde generell wird hier über einige zwischenmenschliche Konflikte (in beiden Zeiten) sehr schnell hinweg gegangen, was nicht besonders realistisch und teilweise überzogen finde. Hier kommen viele Sachen ans Tageslicht, für die manch einer erstmal Zeit zum Verdauen braucht. Besonders am Ende als alles auf einmal rauskommt, was diesmal für mich recht schnell vorhersehbar war, wird den Charakteren keine Zeit gegeben sich mit den neuen Bekenntnissen vertraut zu machen. Aufbegehren dagegen wird schnell im Keim erstickt. FAZIT: Wer die Romane von Teresa Simon bereits kennt, wird bei Die Fliedertochter auf altbekanntem Muster treffen: Zwei junge Frauen, zwei unterschiedliche Zeiten, ein Tagebuch und sehr gut recherchierter historischer Hintergrund. Die Geschichte war wie immer sehr unterhaltsam, spannend, aber für leider diesmal auch vorhersehbar. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Ein geheimnisvolles Tagebuch,Das geheimnisvolle Tagebuch - Vorsicht Spoiler!

Von: Petra Radtke Datum: 28. February 2019

Die Autorin gehört zu meinen Lieblingsschriftstellerinnen und da ich auch die anderen Bücher in dieser Reihe mit Begeisterung gelesen habe, war ich schon sehr gespannt auf diese neue Geschichte. Ich wurde nicht enttäuscht. Durch ihre lebendige Schreibweise wurde ich von der ersten Seite an in diese sehr bewegende Geschichte gezogen und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen... Die Geschichte wird in mehreren Erzählsträngen dem Leser nahe gebracht. Es geht um drei Generationen von Frauen, die durch eine Familiengeschichte, die einige Geheimnisse birgt, miteinander verbunden sind. Da ist Paulina, eine junge Frau, die im Auftrage von Toni 2018, nach Wien reist, da sie selbst gesundehitlich nicht mehr dazu in der Lage ist. Toni ist für Paulina wie eine Ersatzoma. Die alte Frau hat Post aus Wien bekommen, dass auf sie dort ein Erbstück wartet. Paulina wird von der Wiener Familie liebevoll aufgenommen und bekommt ein Tagebuch einer jungen Frau überreicht, die Halbjüdin war und zu ihrem Schutz während der Nazizeit von Wiener Verwandten als ihre Tochter aufgenommen wurde. Durch die Tagebuchaufzeichnungen erfährt Paulina viel vom Schicksal dieser jungen Frau. Paulinas Mutter hingegen, wahrt ein Geheimnis, in dem Paulina eine wichtige Rolle spielt. Doch sie findet nie den richtigen Zeitpunkt ihr das Geheimnis mitzuteilen, denn sie weiß, dass es Paulinas Leben durcheinanderwirbeln wird...Als Leser begleitet man die Mutter auf ihrer Wanderung auf dem Jakobsweg und erfährt viel Persönliches aus deren Leben. Diese 3 Erzählstränge bringen viel Spannung in die Geschichte. Aber besonders haben mich die Tagebuchaufzeichnungen, beginnend 1936 und das schwere Schicksal von Luzie berührt. Am Anfang findet sie schnell in Wien eine Heimat und ihre große Liebe. Dazu wird sie noch als junge Schauspielerin am Theater begeistert aufgenommen. Alles scheint in Ordnung und voller Glücksmomente. Bis der Zeitpunkt kommt, als die deutschen Faschisten in Wien einmarschieren und alles in Luzies Leben zerstören. Besonders grausam ergeht es den jüdischen Bürgern der Stadt. Mit ihrer ganz besonders ansprechenden Art des Schreibens bringt die Autorin dem Leser auch die geschichtlichen Hintergünde der damaligen Zeit näher. Ich habe mit Luzie gebangt, gehofft, gelacht und geweint. Die Geschichten der vier Frauen werden auf den letzten Seiten zusammengeführt und man erfährt als Leser, welchen Zusammenhang das Tagebuch mit dem Leben von Toni, Pauline und ihrer Mutter hat. Auch warum der Titel "Die Fliedertochter" heißt, erfährt man in diesem lange nachhallenden Buch. Man lernt viel von der Stadt Wien und ihren Einwohnern kennen. Besonders im Erzählstrang, der die Erlebnisse von Paulina beschreibt und ihre Entdeckungen in den Straßen von Wien, bringt einem beim Lesen diese Stadt näher. Schön finde ich am Ende des Buches die Rezepte von leckeren österreichischen Gerichten, die direkt zum Nachkochen und Nachbacken anregen. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der mehr über die Zeit des Faschismus, besonders in Wien, erfahren möchte und gleichzeitig viel Interessantes aus dem Wien der heutigen Zeit.

Luzie und Paulina

Von: Philiene Datum: 26. February 2019

Paulina wird von einer alten Freundin der Familie gebeten nach Wien zu reisen und dort eine Erbschaft entgegenzunehmen. In Wien angekommen erhält Paulina ein altes Tagebuch, das sie nicht mehr loslässt. Das Tagebuch erzählt die Geschichte von Luzie die 1936 nach Wien kommt, da sie als Halbjüdin in Berlin nicht mehr sicher ist. Die Geschichte von Luzie hat mich von Anfang an gefesselt. Sie war sehr emotional und herzzerreissend aber es gab immer wieder Momente der Hoffnung in dieser dunklen Zeit. Zwischendurch durfte der Leser mit Paulina Wien entdecken ,ein wenig durchatmen un die kulinarischen Schätze Wiens entdecken. Teresa Simon schafft es den Leser in eine andere Zeit zu entführen und dabei alle Personen so lebendig zu beschreiben, das man das Gefühl hat mitten in der Geschichte zu sein. Ein durch und durch gelungener Roman.

unterhaltsam und berührend

Von: Ulla Leuwer Datum: 26. February 2019

Meine Meinung: Bisher hat mich Teresa Simon mit ihren Büchern begeistern können und deshalb war ich natürlich neugierig auf dieses neue Buch von ihr. Wie gewohnt nimmt sie uns Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit und verbindet Ereignisse der Gegenwart wunderbar mit denen aus der jüngeren Vergangenheit. Paulina Wilke reist im Auftrag einer sehr lieben Freundin nach Wien, um dort ein Erbstück für sie abzuholen. Keine ahnt, dass es ein Tagebuch ist und was es alles bewirkt. Im Wechsel konnte ich mit Paulina im Tagebuch von Luzie Kühn lesen. Luzie musste Berlin verlassen und reiste zu Verwandten nach Wien. Niemand durfte erfahren, dass sie Jüdin ist und so erfuhr ich nebenher wieder sehr vieles über das, was damals leider geschehen ist. So war ich dann mehrmals in Wien, mit Luzi Ende der 30er und Anfang der 40er Jahre und mit Paulina jetzt in der Gegenwart. Die Autorin hat es wieder einmal bestens verstanden und alles sehr fesselnd geschildert. Ich war genau so neugierig wie Paulina und am Ende wie sie überrascht. Obwohl ich als Leserin einen Wissensvorsprung hatte und mir einige Entwicklungen schon gedacht hatte. Das Buch hat mich also gefesselt, neugierig gemacht und berührt. Jeder weiß, was damals alles passiert ist, aber mit einer Protagonistin, die mein Leserherz erobert hat, habe ich so richtig mitgelitten. Luzie musste Entscheidungen treffen, die uns sicher auch schwer gefallen wären und dann gibt es noch andere Personen, sie sich im Laufe der Jahre sicher immer wieder gesagt haben, was wäre gewesen, wenn.... Wobei ich darauf jetzt nicht eingehen möchte, es sollte jeder selber lesen und sich Gedanken machen. Fazit: Ein gelungenes Buch, das unterhält, informiert, einen berührt und vieles mehr. Mir hat es sehr gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter.

Eine wunderschöne Geschichte

Von: Bettina Hertz Datum: 25. February 2019

Die Flieder Tochter Autor: Teresa Simon Eine geheimnisvolle Schneekugel. Das Erbe einer starken Frau. Eine Liebe, die sich nie erfüllt hat. Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht ganz am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Doch als Jüdin fühlt sie sich nicht mehr sicher und verlässt Berlin in Richtung Wien. Sie verliebt sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel, doch schon bald wird klar, dass Luzie auch in Wien nicht sicher ist ... Berlin 2018. Paulina Willke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Sie ahnt nicht, dass die Reise nach Wien ihr Leben verändern wird ... Teresa Simon ihre Romane versprechen schon im Vorfeld Emotionen pur, Historie zum Anfassen und eine Geschichte, die Spuren hinterlässt, zum Nachdenken anregt und eine Botschaft vermittelt. So auch im neuesten Werk „Die Fliedertochter“. Optisch ist das Buch ein echter Hingucker, ein wunderschönes Cover lädt zum sofortigen Lesen ein und traditionsgemäß findet man im Anhang die köstlichsten Rezepte, dieses Mal aus der Wiener Küche. Es ist eine literarische Reise nach Wien und durch einen sehr lebendigen und bildhaften Schreibstil ist man Teil der Geschichte, stiller Betrachter, Begleiter sowohl an Luzies Seite in der Vergangenheit, als auch an Paulinas Seite in der Gegenwart. Wir erleben Luzies Geschichte in einem wohl dunkelsten Kapitel von Wien. Man liest die Jahreszahl 1936 (Luzies Ankunft in Wien als künftigen Wohnsitz), um dem Hitler Regime den Rücken zu kehren und weiß als Leser in diesem Augenblick, was da auf Luzie und auf ganz Wien bzw. Österreich zurollt. Es werden Original Schauplätze (Heldenplatz, Judenplatz, Steinhaus u.v.m.) zum Leben erweckt, dass einem nur vom Lesen heiß und kalt wird. Und was ich als Leser immer im Hinterkopf hatte: Es ist nicht fiktiv, diese Dinge sind vor etwas mehr als 80 Jahren tatsächlich passiert! Nur Luzies Familie ist fiktiv und perfekt in die Handlung/Historie eingebettet. Als Leser leidet, hofft und bangt man mit allen Beteiligten aus Luzies Umfeld mit. Die Gegenwart – Paulinas Geschichte – nimmt etwas weniger Raum ein, trotzdem finde ich sie sehr gelungen, wir erleben zusammen mit Paulina Wien im Hier und jetzt, natürlich gibt es Verbindungen zur Vergangenheit, die der Leser selbst herausfinden sollte. Und Teresa Simon wäre nicht Teresa Simon, wenn sie uns bis zu den letzen Kapiteln zappeln lässt und die letzten Puzzleteile offenbart. Ich bin von diesem Roman schwer beeindruckt, es ist eine schöne und tief traurige Geschichte, die einem bis in den letzten Winkel seines Herzen dringt. Eine Geschichte gegen das Vergessen! Ich kann nur sagen: „Lest es, es wird euer Herz berühren und wahrscheinlich noch viel mehr.“ Dafür gibt es natürlich volle Punktzahl.

Ein fesselnder Familienroman

Von: Rebecca K. Datum: 22. February 2019

Paulina Wilke wird von einer Freundin der Familie gebeten nach Wien zu reisen um eine Erbstück für sie abzuholen. Als Paulina in Wien ankommt wird sie sehr herzlich von der Familie Brunner empfangen. Bei den Erbstück handelt es sich um das Tagebuch einer gewissen Luzie Kühn. Während der Lektüre des Tagebuchs taucht Pauline immer mehr in die Welt der NS-Zeit in Wien ein und auch ihr Leben verändert sich immer mehr. Die Romane von Teresa Simon haben mich schon immer gereizt aber leider konnte ich mich bis heute noch nicht durchringen auch einen zu lesen. Bei diesem Roman hier hatte mich der Klappentext mehr als nur etwas angesprochen und so hatte ich mich schon sehr darauf gefreut das Buch zu lesen. Mir ist der Einstieg ins Buch mehr als leicht gefallen und so war ich innerhalb kürzester Zeit so in die Geschichte eingetaucht, dass ich das Buch innerhalb von nur zwei Tagen gelesen hatte. Die Geschichte des Buches ist auf zwei Zeit- und somit auch auf zwei Erzählstränge aufgebaut und zwar auf den in der Gegenwart von Paulina und in der Vergangenheit von Luzie. Luzie musste Berlin aus ganz bestimmten Gründen verlassen und geht nach Wien, aber auch dort kommt die NS-Zeit an. So wohl sie sich zuerst dort gefühlt hat und auch ihr Glück gefunden hat, so schnell musste sie auch dort um ihr Leben fürchten und dabei hat sie noch einen Feind der alles tun würde um sie zu vernichten. Paulina möchte eigentlich nur einer älteren Dame einen gefallen tun und taucht dabei immer mehr in die Welt von Luzie ein und ja findet dadurch vielleicht auch mehr zu ihren Wurzeln. Mich persönlich hat gerade Luzies Geschichte richtig in ihren Bann gezogen und deshalb konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen da ich Wissen wollte wie es weitergeht. Dem Handlungsverlauf konnte man immer sehr gut folgen und da auch der Spannungsbogen immer sehr gut gespannt war konnte man sich so auch seine Gedanken machen wie wohl alles Enden würde. Gut ich hatte recht schnell durch die Einschübe von Paulinas Mutter einen Verdacht, aber ich war mir nie ganz Sicher ob auch alles so passt. Anhand der sehr detaillierten Beschreibungen der Figuren des Romans konnte ich mir diese während des Lesens alle sehr gut vorstellen. Wien ist eine Stadt die ich Liebe und da auch hier die Ortsbeschreibungen sehr ausführlich waren, hatte ich keinerlei Probleme mir diese vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. Da mich dieser Roman wirklich in seinen Bann gezogen aht und ich somit mehr als unterhaltsame Lesestunden hatte habe ich mir gleich einen weiteren Roman von Teresa Simon besorgt und bin gespannt wie mir dieser gefallen wird. Sehr gerne vergebe ich für den Roman alle fünf Sterne.

Starke und mutige Frauen und das Geheimis eines Erbes

Von: Ariettas Bücherwelt Datum: 22. February 2019

Inhaltsangabe: Quelle Heyne-Verlag Eine geheimnisvolle Schneekugel. Das Erbe einer starken Frau. Eine Liebe, die sich nie erfüllt hat. Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht ganz am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Doch als Jüdin fühlt sie sich nicht mehr sicher und verlässt Berlin in Richtung Wien. Sie verliebt sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel, doch schon bald wird klar, dass Luzie auch in Wien nicht sicher ist ... Berlin 2018. Paulina Willke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Sie ahnt nicht, dass die Reise nach Wien ihr Leben verändern wird ... Meine Meinung zur Autorin und Buch: Teresa Simon hat es mal wieder mit viel Herzblut geschafft mich mit ihrem neusten Roman über starke Frauen und einer Geschichte voller Geheimnisse in den Bann zu ziehen. Eine Geschichte die einem sehr zu Herzen geht. Voller dunkler, dramatischer, trauriger aber auch freudiger Ereignisse. Sehr schön hat sie die verschiedenen Zeitebenen miteinander verwoben. Ihr Sprach-und Schreibstil, ist wie immer sehr flüssig und Bildhaft. Ihr scheinen beim Schreiben, nur so die Wörter aus der Feder zu fließen. Man spürt beim Lesen, die leidenschaftliche Historikerin, alles ist Akribisch recherchiert. Das historische ist deshalb auch so Authentisch, das geschehen zu der damaligen Zeit, unter dem Hitler Regime und seinen Nazi-Schergen. Alles ist sehr logisch und nachvollziehbar aufgebaut, man verschmilzt mit ihren Figuren. Freut sich und leidet mit ihnen mit. Ihre einzelne Figuren und deren Charaktere, sind sehr gut herauskristallisiert. Es sind Menschen wie du und ich, aus Fleisch und Blut. Es war wunderschön mit ihr durch die Zeit zu Reisen, von Berlin bis Wien, und ein Teil dieser Geschichte zu sein. Auch noch einmal vielen Dank für das sehr ausführliche Nachwort, und die tollen Rezepte, für die leckeren Schmankerl. Ein Roman der einem zufrieden zurück lässt, den am Ende lösen sich alle offenen Geheimnisse angefangen vom Tagebuch, bis zur Schneekugel auf. Durch einen Brief an Antonia, Paulinas mütterliche Freundin, die beide in Berlin 2018 leben, in dem Antonia etwas in Wien erbt, lernen wir diese Luzie Kühn kennen. Da aber Antonia Gesundheitlich nicht gut dran ist, reist Paula für sie nach Wien, im Gepäck ihre heißgeliebte Schneekugel, mit den Riesenrad, auch ein Erbstück. In Wien wird sie sehr liebevoll von ihrer Gastfamilie Brunner empfangen. Bei ihnen steht die gleiche Schneekugel, was Paulina stutzig macht. Auch das Tagebuch das wir gemeinsam mit ihr lesen, ist voller dramatischer und Geheimnisvoller Ereignisse. Es war sehr spannend mit Paulina dieses Tagebuch von Luzie zu lesen, ihrer Zeit als Sängerin in Berlin 1936, da sie Halb-Jüdin ist wird der Boden sehr heiß für sie in Berlin. Sie reist nach Wien, und findet dort Unterschlupf, als wieder heimgekehrte Tochter getarnt. Sie lernt den Künstler und Juden Bela Krol kennen. Eine zarte, große und aufkeimende Liebe beginnt. Alles alles so schön sein könnte, wird es auch in Wien sehr brenzlig, den Hitler marschiert, auch dort ein. Österreich wird zur Ostmark und die große Jagd auf die Juden und was nicht arisch, und gesund ist beginnt. Es wird sehr spannend und bewegend, und ich konnte gut verstehen, das Paulina ab und zu mal aussetzen musste beim Lesen. In Lena Brunner findet sie eine Freundin, auch ihr Sohn Toni, und dessen Freund Tamas, sind Feuer und Flamme für Paulina, beide umwerben sie. Die drei beschließen einen Film über Luzie Kühn zu drehen, in dem Paulina sie spielen soll, den sie sieht ihr zum verwechseln ähnlich. Es wird immer mysteriöser, den die Schneekugel, birgt ein Geheimnis, und nicht nur die auch Paulinas Mutter und Antonia hüten eines. Was verrate ich nicht, auch nicht ob Tamas oder Toni, das Herz von Paulina gewinnt. „ Ein großartiger und facettenreicher Roman, und ein Stück Zeitgeschichte“

Luzie und Paulina

Von: Kristall86 Datum: 21. February 2019

Luzie Kühn startet gerade durch. Ihre Karriere als Sängerin beginnt im Jahr 1936 in Berlin. Eine Stadt die unter der Führung Adolf Hitlers steht. Das Hakenkreuz ist allgegenwärtig. Luzie fühlt sich schon lange nicht mehr sicher in Berlin, denn sie ist Jüdin. Sie verlässt Berlin und geht nach Wien. Schnell verliebt sie sich in Bela. Aber auch hier scheint sie nicht sicher zu sein. Im Jahr 2018 wird Paulina von Antonia gebeten, in Wie. Ein Erbstück abzuholen. Es ist etwas ganz besonderes was dort auf sie wartet. Diese Reise wird ihr ganzes Leben verändern. Es gibt keine Autorin die die Zeitenwechsel besser beherrscht wie sie: Teresa Simon. Ihr neuer Roman „Die Fliedertochter“ ist wieder ein absolutes Meisterwerk aus der Feder der Autorin. Die Geschichte um Luzie lässt uns als Leser in eine Zeit eintauchen die einfach unbeschreiblich schrecklich war. Simon bringt den Charakter und die Seele von Luzie dem Leser sehr nahe. So nahe, das es einem die Tränen in die Augen treibt und wir einfach mit ihr mitfiebern müssen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Emotionen sind hier so gut geschildert, das es einem Gänsehaut beschert. Ich habe selten ein Buch, bei dem ich am Anfang schon weinen musste. Und dann kommt wieder der Zeitensprung ins hier uns jetzt und da begegnen wir Paulina. Sie ist einfach nur sympathisch. Ich mochte sie sofort und war genau so neugierig wie sie auf sie Schneekugel. Was sie dann allerdings alles erlebt, hat mich wieder komplett fasziniert. Simon kann so gut Dinge unvorhergesehen einführen, das man als Leser immer wieder sprachlos ist. Die Art und Weise wie dann alle beiden Zeiten zum Ende hin verwoben werden, ist einfach nur grandios. Ihr Schreibstil ist dabei wieder sauber und klar, alle Situationen kommen unverschnörkelt daher. Sie weiß einfach wie es geht. Nach ihren drei Knaller-Romanen „Die Frauen der Rosenvilla“, „Die Holunderschwesten“ und „Die Oleanderfrauen“ ist dies nun ein würdiger Teil der sich auch optisch perfekt in die Reihe einfügt. Ich muss gestehen,mir fehlen vor lauter Begeisterung wirklich die Worte bei diesem Buch! Es ist einfach nur Wow! Ich danke dem Verlag und Frau Schindler für das Rezensionsexemplar! Dieses Buch ist für mich ein Lese-Highlight 2019!

Ein bewegender Pageturner

Von: Biggi Friedrichs Datum: 20. February 2019

Teresa Simon schreibt auch diese historische Familiengeschichte über das Leben Luzie Kühns und Paulina Wilkes von Anfang an spannend und fesselnd. Sofort ist man mitten in der Geschichte. Erzählt wird über drei Handlungsstränge, Paulinas Reise nach Wien 2018 und das Leben von Luzie Kühn, die als Halbjüdin 1936 von Berlin nach Wien geflüchtet ist, um den Nazis zu entgehen. Ein weiterer Erzählstrang handelt von der Wanderung von Simone, der Mutter von Paulina, die mit einer Freundin unterwegs ist. Insbesondere die Erlebnisse von Luzie, die teilweise in Form von Tagebucheinträgen, dann wieder aus der Ich-Perspektive erzählt werden, sind sehr bewegend und spannend zu lesen. Wie das Schicksal von Luzie, Simone, Antonia und Paulina zusammenhängen, ist sehr interessant zu lesen. Alle Charaktere sind sehr lebensecht dargestellt. Man bekommt Lust, nach Wien zu reisen und sich die Orte anzuschauen, von denen hier erzählt wird, auf die Wiener Spezialitäten, wie z. B. die Sachertorte, und man bekommt viel von der Geschichte Österreichs während der Nazizeit so nebenbei erzählt. 5/5 Sterne für diesen fesselnden Pageturner.

Stimmungsvolle und fesselnde Lesereise nach Wien

Von: Patno Datum: 18. February 2019

Frauen in drei Generationen stehen im Mittelpunkt ihrer Geschichten. Es sind Familienschicksale, die mit dramatischen Ereignissen des Krieges verknüpft sind. Tagebücher spielen eine wichtige Rolle. Schauplätze wie Dresden, Hamburg und München habe ich mit ihr bereits literarisch bereist. Die Rede ist von Teresa Simon, die mich mit ihrem neuen Roman „Die Fliedertochter“, der am 11.2.2019 beim Heyne Verlag erschienen ist, nach Wien entführt. Wieder ein stimmungsvoller historischer Schauplatz! Teresa Simon ist übrigens das Pseudonym einer bekannten Münchner Autorin. Für meinen Geschmack ist das Cover eine Spur zu verspielt, dabei ist die Geschichte absolut nicht kitschig, eher ergreifend und bewegend. „Paulina Wilke kam erst richtig dazu durchzuatmen, als sie auf ihrem Platz in der ersten Klasse des ICE 93 saß. Sie war tatsächlich auf dem Weg nach Wien, worum Antonia sie gebeten hatte.“ (Auszug aus „Die Fliedertochter“) Toni, wie sie alle liebevoll nennen, hat einen seltsamen Brief aus Wien bekommen. Ein gewisser Peter Matusek hat ihr ein Erbstück hinterlassen. Da Toni jedoch gesundheitlich nicht in der Lage ist, die lange Fahrt nach Wien zu stemmen, schickt sie Paulina als Vertretung. Peters Tochter Lena übergibt Paulina das Tagebuch einer Luzie Kühn. Obwohl Paulina diesen Namen noch nie gehört hat, beginnt sie darin zu lesen. Luzie ist eine junge Sängerin. Ihre Aufzeichnungen gehen ins Jahr 1936 zurück. Gefesselt liest Paulina ihre tragische Geschichte und versucht herauszufinden, warum Toni dieses Tagebuch geerbt hat. Als sie im Wohnzimmer ihrer Gastfamilie eine Schneekugel entdeckt, die der ihrigen ähnelt, fragt sich Paulina, ob auch ihr Schicksal mit Luzies Geschichte zusammenhängt. Es mag komisch klingen, aber irgendwie bin ich beim Lesen in die Rolle der Pauline geschlüpft, verfolge gebannt Luzies schockierende Erzählungen und bin unfähig, das Buch aus der Hand zu legen. Als Paulina endlich eine Lesepause einlegt, bleibt mir Zeit zum Durchatmen. Paulines frische Art, ihr Charme und ihr Wissensdurst gefallen mir. Gedanklich begleite ich sie auf der Spurensuche durch Wien. Kein Wunder, dass ihr die Männerwelt zu Füßen liegt. Ähnlich muss es Luzie damals ergangen sein und ich entdecke beim Lesen Parallelen zwischen den beiden Geschichten. Ob die beiden mehr verbindet? Geheimnisvolle Buchatmosphäre! Teresa Simon schreibt gefühlvoll und lebendig in starken Bildern, meisterhaft in Sprache und Stil. Die Handlung ist komplex, gekennzeichnet durch mehrere Erzählstränge, die sowohl in der Vergangenheit als ich in der Gegenwart spielen. Am Ende fließen sie schlüssig ineinander. Obwohl es eine fiktive Story ist, fühlt sie sich echt an, was vermutlich auch an den interessanten historischen Fakten liegt, die Teresa Simon hier einbindet. Ich bin beeindruckt, wie gekonnt sie ihre Recherchen und ihr Fachwissen einarbeitet, ohne dass es langatmig wirkt. Interessant und lehrreich! Das Setting ist perfekt gewählt. Besonders interessant finde ich Mozarts Grab in Szene gesetzt. Es ist umgeben von Fliedersträuchern, die sich im Titel des Romans widerspiegeln. Auch kulinarisch hat Wien das eine oder andere Schmankerl zu bieten, auf die im Buch an verschiedenen Stellen hingewiesen wird. Appetitanregend! Für alle Hobbyköche sind im Anhang einige Rezepte abgedruckt. Geschmackvolle, bildende und fesselnde Lesekost für „Frau“ mit Anspruch!

Lesenswert-berührend und mit Tiefgang

Von: Susanne Nowak Datum: 17. February 2019

Paulina, die Protagonistin des Romans wird von Toni, einer engen Freundin um einen gefallen gebeten, da Toni selbst nicht reisefähig ist, soll Paulina für sie in Wien ein Erbstück abholen und sie macht diese Reise gerne und nimmt ihre Schneekugel, ihren Talismann mit auf die Reise. In Wien wird sie von der Familie Matusek herzlich aufgenommen und ist völlig verwundert, als sie dort die gleiche Schneekugel entdeckt, die ein Zwilling ihrer Schneekugel sein könnte. Lena Matusek übergibt Paulina das Erbstück, ein altes blaues Tagebuch und sie beginnt zu lesen…. Teresa Simon hat einen wunderbaren Schreibstil, er holt den Leser ab und zieht ihn in seinen Bann, ist dabei flüssig und leicht lesbar geschrieben. Der Roman ist in zwei verschiedenen Zeitebenen geschrieben, die sich zum Ende harmonisch auflösen, zugleich aber auch fesselnd eine Zeit Epoche ab dem Herbst 1936 in Wien beschreiben, einer Epoche, die für mich zu einer der dunkelsten des vergangenen Jahrhunderts gehörte. Teresa Simon bringt diese Zeit dem Leser auf eine ihr sehr eigene Art und Weise nahe, sie berührt emotional. Im Gegensatz dazu ist die Epoche des Frühlings 2018 das Gegenteil, nicht ganz so spannend, bildet aber durch seine Unaufdringlichkeit das Pardon zu der Vergangenheitsepoche. Ich habe mit den Charakteren mitgefiebert, mitgelitten, ich habe mit Ihnen geweint und gelacht und voller Spannung Seite um Seite verschlungen. „Die Fliedertochter“, ist der vierte Roman von Teresa Simon und erinnert an eine Zeit, die wir nie vergessen sollten, die leider jetzt in der Gegenwart wieder sehr aktuell ist, es ist aber auch eine spannende, tragische und zugleich berührende Familiengeschichte, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Danke an Corinna Schindler vom Freelance Team und an den Heyne Verlag.

LeseMaus liest

Von: Teresa Wagener Datum: 16. February 2019

#Beendet #Rezensionsexemplar 🐭 🐭 🐭 🐭 🐭 Teresa Simon "Die Fliedertochter" - Roman - "Eine geheimnisvolle Schneekugel. Das Erbe einer starken Frau. Eine Liebe, die sich nur erfüllt hat." Teresa Simon schafft es, den Leser einzupacken und zu entführen. Diesmal geht die Reise nach Wien. Wie schon bei den vorherigen Büchern bin ich kopfüber in die Geschichte gefallen. Von Beginn an trifft man auf eine sympathische Protagonistin, die ich neugierig von Seite zu Seite begleitet habe. Emotionen und Regungen sind ohne jede Übertreibung gut getroffen und lassen den Leser mitfühlen. Die Autorin weiß, wie man Vergangenes mit der Gegenwart verknüpft ohne die Geschichte und den Lesefluss zu unterbrechen. Auch das Wienerische fügt sich gut ein und passt zum Stil, der flüssig und schnörkellos ist. Eine rundherum gelungene Geschichte, die ans Herz geht ohne kitschig zu sein, und die wirklich empfehlenswert ist. Mein erstes Highlight in 2019.

Spannend, anrührend, toll erzählt

Von: Leben. Lieben. Lachen. Lesen. Datum: 15. February 2019

Paulina reist für ihre alte und kranke Freundin Toni nach Wien, um dort für sie ein Erbstück abzuholen. Was sie vorfindet, wir ihr Leben verändern. Denn sie lernt die Geschichte von Luzie kennen, die im Dritten Reich vor den Nazis aus Berlin nach Wien geflohen ist. Doch auch bald ist Wien für eine Frau mit jüdischen Wurzeln bald nicht mehr sicher... Das vierte Buch von Teresa Simon ist für mich ihr bestes und ich mochte die ersten drei schon wirklich. Aber mit der Fliedertochter hat die Autorin sich und ihre Erzählkunst noch einmal übertroffen. Bei der Geschichte um Luzie und Paulina stimmt einfach alles: tolle Charaktere, eine fast greifbare Stimmung und in der Geschichte ein gelungener Mix aus Spannung und Emotionaliät. Die Protagonistinnen Luzie und Paulina sind beide sehr sympathisch und man wünscht ihnen zu jeder Zeit nur das Beste. Ganz besonders hat mich die erzeugte Stimmung durch das Buch getragen. Das Wien der 1930er und 1940er Jahre und das aktuelle Wien standen mir immer vor dem geistigen Auge, auch wenn das ob der historischen Ereignisse manchmal beklemmend war. Die Geschichte wird auf diesen beiden Zeitebenen erzählt, zum Teil mit Tagebucheinträgen von Luzie. Zu keinem Zeitpunkt bin ich beim lesen durcheinander gekommen oder war auch nur eine Sekunde gelangweilt. Das ist große Erzählkunst. Für Leser, die historische Romane mit Tiefgang mögen, die dabei leicht erzählt sind, ist "Die Fliedertochter" das perfekte Buch.

Unbedingt empfehlenswert...!!!

Von: Britta Huber Datum: 13. February 2019

Buchempfehlung „Als Paulina von ihrer mütterlichen Freundin Toni (die zwar nicht mit ihr verwandt ist, aber doch irgendwie zur Familie gehört) gebeten wird nach Wien zu fahren um dort ein Erbstück für diese abzuholen, übernimmt sie diese Aufgabe. Ihren Talisman, eine Schneekugel mit dem Wiener Riesenrad, nimmt sie mit auf die Reise. In Wien übergibt ihr Lena Matusek ein altes Tagebuch aus den Vorkriegs- und Kriegsjahren des 2. Weltkrieges, in dem die tragische Geschichte der Luzie Kühn aufgezeichnet ist. Außerdem entdeckt Paulina im Wohnzimmer der Matuseks exakt die gleiche Schneekugel, die sie selbst im Gepäck hat...“ „Die Fliedertochter“, der neue und vierte Roman von Teresa Simon, wurde von mir sehnsüchtig erwartet. Das Buch wurde, wie bereits seine drei Vorgänger, vom Heyne-Verlag veröffentlicht. Wie schon bei den anderen Büchern der Autorin faszinierte mich die Art des Schreibstils und ich wurde von Anfang an in seinen Bann gezogen. In zwei Zeitebenen, in diesem Fall Frühling 2018 und die Zeit ab Herbst 1936, bringt die Autorin uns Gegenwart und Vergangenheit sehr nahe. Das Wissen und Nicht-Vergessen um diese Zeit ist gerade heutzutage äußerst wichtig und Teresa Simon schafft es den Lesern dies sehr gelungen nahezubringen. Ich habe mit den Protagonistinnen aus beiden Zeitsträngen mitgefühlt, hab zwischendurch geweint, aber auch mal schmunzeln bzw. lachen können und genau das ist es, was ein gutes Buch braucht. Dieser emotionale Roman wird von mir definitiv uneingeschränkt weiterempfohlen!

Wahnsinnsbuch -mehr fällt mir dazu nicht ein

Von: katikatharinenhof Datum: 13. February 2019

Paulina bekommt von einer guten alten Freundin den Auftrag, ein Erbstück für sie aus Wien zu holen. Die Reise dorthin ist schon mit vielen Geheimnissen behaftet, doch erst einmal in Wien angekommen, nehmen die Ereignisse ihren Lauf. Und irgendwie hängt alles mit der Schneekugel zusammen, die wie ein Talisman Pauline bisher durch ihr ganzes Leben begleitet hat. Die Schneekugel führt Pauline zurück in das dunkelste Kapitel der Geschichte und noch ahnt sie nicht, wie tief sie mit den damaligen Ereignissen verwurzelt ist... Es gibt Bücher, die atmet man regelrecht ein, so sehr ist man von der Geschichte fasziniert. Und Teresa Simon ist ein Garant für eben solche Bücher, die mich Zeit und Raum vergessen lassen, mich vom ersten Buchstaben an direkt in die Erzählung hineinziehen und nicht mehr loslassen, bis ich das Buch mit einem Seufzer zu Ende gelesen habe und zuklappe. Die Autorin spielt geschickt mit den Ereignissen auf beiden Zeitebenen und nimmt mich an der Hand, damit ich an Paulines Seite all das erlebe, was hier brillant und stilistisch absolut perfekt zu Papier gebracht wird. Ausgereifte Figuren bewegen sich in den historischen Szenen und lassen die Gräueltaten der Nazis wieder aufleben. Die Angst und er Schrecken sind allgegenwärtig, ich habe immer wieder ein beklemmendes Gefühl im Bauch und kann nicht fassen, was dort im Namen des braunen Sumpfes alles ausgeführt wird. Dann der makellose Sprung in die Gegenwart, in der es Pauline und ihren Freunden gelingt, dank eines Tagebuches den Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Es ist wie ein Lesepuzzle, in dem sich langsam aber beständig alle Kleinteile zu einem ungewöhnlichen Schicksal zusammenfügen und mir immer wieder die Tränen in die Augen treibt. Mit stimmungsvollen Bildern, aufrüttelnden Szenen und ganz viel Herzblut erschafft Teresa Simon eine eigene Welt - wie in einer Schneekugel - und erweckt die Fliedertochter für mich zum Leben. Die beiden Romanzen lockern unterhaltsam die packende Familiengeschichte auf und aus jeder Zeile merkt man das Herzblut, mit der sie verfasst wurden. Die Liebe zu Wien ist allgegenwärtig zu spüren und so wird aus diesem emotionalen Buch eine kleine Hommage an die Stadt an der Donau mit ihren geschichtsträchtigen Bezirken und Sehenswürdigkeiten. Für Liebhaber von guter Wiener Küche sind im Anhang die Rezepte von den Gerichte aufgeführt, die die Akteure im Verlauf des Buches genießen dürfen. Ein zusätzliches Schmankerl,dass zum Nachkochen und -backen einlädt und so noch lange das Gelesene mit Genuss verbindet. Für mich schon jetzt ein Highlight 2019 ! Herzlichen Dank an Corinna Schindler vom Freelance-Team und an den Heyne-Verlag für die kostenfreie Bereitstellung dieses Leseexemplares. Diese Tatsache hat jedoch nicht meine ehrliche Lesermeinung beeinflusst.

Zeitgeschichte der besonderen Art

Von: Britta Huber Datum: 13. February 2019

„Als Paulina von ihrer mütterlichen Freundin Toni (die zwar nicht mit ihr verwandt ist, aber doch irgendwie zur Familie gehört) gebeten wird nach Wien zu fahren um dort ein Erbstück für diese abzuholen, übernimmt sie diese Aufgabe. Ihren Talisman, eine Schneekugel mit dem Wiener Riesenrad, nimmt sie mit auf die Reise. In Wien übergibt ihr Lena Matusek ein altes Tagebuch aus den Vorkriegs- und Kriegsjahren des 2. Weltkrieges, in dem die tragische Geschichte der Luzie Kühn aufgezeichnet ist. Außerdem entdeckt Paulina im Wohnzimmer der Matuseks exakt die gleiche Schneekugel, die sie selbst im Gepäck hat...“ „Die Fliedertochter“, der neue und vierte Roman von Teresa Simon, wurde von mir sehnsüchtig erwartet. Das Buch wurde, wie bereits seine drei Vorgänger, vom Heyne-Verlag veröffentlicht. Wie schon bei den anderen Büchern der Autorin faszinierte mich die Art des Schreibstils und ich wurde von Anfang an in seinen Bann gezogen. In zwei Zeitebenen, in diesem Fall Frühling 2018 und die Zeit ab Herbst 1936, bringt die Autorin uns Gegenwart und Vergangenheit sehr nahe. Das Wissen und Nicht-Vergessen um diese Zeit ist gerade heutzutage äußerst wichtig und Teresa Simon schafft es den Lesern dies sehr gelungen nahezubringen. Ich habe mit den Protagonistinnen aus beiden Zeitsträngen mitgefühlt, hab zwischendurch geweint, aber auch mal schmunzeln bzw. lachen können und genau das ist es, was ein gutes Buch braucht. Dieser emotionale Roman wird von mir definitiv uneingeschränkt weiterempfohlen!

Eine Familiengeschichte, die unter die Haut geht

Von: friederickes bücherblog Datum: 26. March 2019

Die Geschichte (Achtung Spoiler!) Paulina fährt 2018 auf Bitten ihrer mütterlichen Freundin Antonia nach Wien. Sie soll für sie ein Erbstück abholen. Die junge Frau ahnt nicht, was sie antrifft und wie ihre Reise dorthin ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird. Die junge Sängerin Luzie Kühn arbeitet in Berlin an ihrer Karriere und träumt wie so viele Künstler vom Erfolg. Doch wir schreiben das Jahr 1936. Als Jüdin ist die Si-cherheit in Berlin nicht mehr gegeben. Mithilfe ihrer Großeltern bricht sie ihre Zelte ab und fährt nach Wien. Sie verliebt sich in Bela und ist im siebten Himmel. Aber auch Wien bietet keine Sicherheit. Meine Meinung Tauche ich ein Buch von Teresa Simon ein, so ist die Erwartungshaltung gleich ganz nach oben geschraubt, weil ich schon mehrere Bücher aus ihrer Feder gelesen habe. Wie immer spielt die Geschichte in zwei Zeitebenen. Da ist einmal die Gegenwart mit Paulina, die in Wien ein Tagebuch von einem Bekannten ihrer mütterlichen Freundin Antonia abholen soll. Sie wird dort herzlich begrüßt und beginnt vor Ort das Tagebuch von Luzie zu lesen. In den folgenden Tagen durchstreift sie Wien und alle Plätze, die in Luzies Leben eine Rolle gespielt haben. So kann sie vieles erahnen, erfühlen und das Leben Luzies nachvollziehen. Die zweite Ebene in der Vergangenheit ergibt sich aus den Tagebucheinträgen zwischen 1936 bis 1944/45. Es ist die Geschichte und das Leben von Luzie. Dieser Teil wird natürlich aus der „Ich“ Perspektive des Tagebuches erzählt. Die Protagonisten machen es mir in Büchern von Teresa Simon immer leicht. Sie öffnen sich und laden die Leser ein mit ihnen ihre Lebensgeschichte zu durchle-ben. Luzie hat mich auf ihrem Lebensweg ebenso wenig losgelassen, wie Paulina, die das alles noch einmal nachvollzog. Manchmal hatte ich das Gefühl dabei zu sein. Und auch was die Zeitgeschichte anbelangt, muss ich mich wiederholen. Sie ist so akribisch recherchiert und fließt mit so viel Feinfühligkeit und kleinen Gesten in die Geschichte ein, dass man die Autorin für ihre Arbeit nur bewundern kann. Wir kennen die dunkelste Zeit der Geschichte, aber diese an Beispielen einzelner Pro-tagonisten befestigt, eingewoben, gezeigt und erlebbar gemacht, zeigt um ein vieles mehr, was damals geschehen ist und nie wieder geschehen darf. Teresa Simon schreibt wie immer in einer wundervollen, leichten und spannenden Sprache. Der Spannungsbogen ist durch die unterschiedlichen Zeitebenen und die wechseln-den Perspektiven von Anfang bis Ende hoch. Und dennoch erzählt das Buch keine ausschließlich dunkle Kriegsgeschichte. Nein, es eine Geschichte, die uns Wien und seine Menschen mit all ihren Gepflo-genheiten und ihrer Lebensart näherbringt. Es zeigt uns Straßen und Plätze, sowie Cafés und andere Sehenswürdigkeiten. Von den köstlichen Rezepten ganz zu schweigen. Eine ausgesprochene Liebeserklärung der Autorin an Wien. Und ob ein bisschen Liebe unter den Protagonisten unterwegs ist, werden wir beim Lesen sehen. Wie immer habe ich das Buch kaum aus der Hand legen können. Es ist einfach ein Buch, das man gelesen haben sollte und es reiht sich mit ein, in meine Highlights 2019. Das Buch bekommt eine ausdrückliche Leseempfehlung. friedericke von "friederickes bücherblog"

Sehr bewegende Lektüre

Von: Susanne Edelmann Datum: 21. February 2019

Was für eine Geschichte! Gleich mal eine Warnung vorab: Trotz des eher lieblichen Titels handelt es sich hier um eine sehr aufwühlende Lektüre, die mich so manches Mal zum Weinen und noch häufiger zum Nachdenken gebracht hat. Worum geht es? Die Berlinerin Paulina reist im Jahre 2018 nach Wien, um damit Antonia, einer alten Freundin der Familie, einen Gefallen zu tun. Denn Antonia hat von einem ihr Unbekannten ein Vermächtnis geerbt, das sich bei Paulinas Ankunft als Tagebuch entpuppt. Dieses Tagebuch gehörte einer gewissen Luzie Kühn und umfasst die Jahre 1936 bis 1944. Paulina beginnt zu lesen und gerät dabei immer mehr in den Sog dieser bestürzenden Lektüre. Luzie war eine junge Berliner Sängerin, eine Halbjüdin, die nach dem Unfalltod ihrer Eltern bei ihren jüdischen Großeltern aufwuchs. Leider fand Joseph Goebbels Gefallen an ihr. Um ihm auszuweichen und ihre Großeltern nicht in Gefahr zu bringen, flüchtete Luzie nach Wien zu ihrer arischen Tante. In Wien fand sie ein Engagement am Theater und verliebte sich in den Ungarn Bela. Doch auch in Österreich war zu dieser Zeit der Nationalsozialismus auf dem Vormarsch: 1938 wurde das Land zur Ostmark und damit an das Deutsche Reich angeschlossen. Der Judenhass entlud sich mit voller Gewalt, die Grausamkeit kannte keine Grenzen. Auch Luzie musste um ihr Leben fürchten. Umso mehr, seit sie die Avancen eines SA-Mannes zurückgewiesen hatte der daraufhin auf Rache sann. Und diese Rache war fürchterlich: Nach einem tätlichen Angriff verlor sie nicht nur ihr ungeborenes Kind, sondern wurde in die psychiatrische Anstalt am Steinhof eingewiesen, wegen angeblicher „moralischer Debilität.“ Erst nach etlichen Monaten gelang es Luzies Familie, sie dort herauszuholen. Doch die Schreckensnachrichten rissen nicht ab: Die Großmutter starb, Bela und Luzies Großvater kamen ins Konzentrationslager, viele andere Freunde und Bekannte verschwanden spurlos. In all diesem Wahnsinn verliebte Luzie sich erneut, doch auch mit Richard war ihr kein Glück vergönnt, denn er wurde zur Wehrmacht eingezogen und auf den Russlandfeldzug geschickt. Luzie wurde wieder schwanger und nahm eine neue Identität an, um sich und ihr Kind zu schützen. Als auch diese Vorsichtsmaßnahme nicht mehr ausreichte, musste sie eine folgenschwere Entscheidung treffen… Kein Wunder, dass Paulina dieses ergreifende zeitgeschichtliche Dokument nicht mehr aus der Hand legen kann, zumal sie sich Luzie immer näher fühlt: Sie besitzt die gleiche Schneekugel wie einst Luzie und deren alte Kleider, die Paulina durch Zufall entdeckt, passen ihr wie angegossen. Als dann auch noch alte Fotos von Luzie auftauchen, tritt die frappierende Ähnlichkeit der beiden Frauen zutage. Doch wie kann das sein? Zu Beginn der Lektüre habe ich Luzie als etwas naives Mädchen empfunden, das nur eines will: tanzend und singend auf der Bühne stehen. Im Laufe der Ereignisse wandelt sich Luzie zu einer reifen Frau, die mutig über sich selbst hinauswächst, wenn es darum geht, ihre Lieben zu schützen, auch wenn sie selbst daran fast zerbricht. 80 Jahre später wird die Geschichte auch für Paulina zu einem Wendepunkt in ihrem Leben. Wie schon erwähnt, hat mich die Geschichte ziemlich mitgenommen. Ich habe mit Luzie gelitten und geweint über all die schrecklichen Verluste und Erniedrigungen, die sie erdulden musste. Natürlich wusste ich aus dem Geschichtsunterricht, was damals passiert ist, aber anhand eines solchen Einzelschicksals empfindet man die Greueltaten nochmal ganz anders – denn obwohl Luzies Geschichte fiktiv ist, so hat sie sich so oder ähnlich doch viel zu häufig tatsächlich zugetragen. Beim Lesen musste ich ab und zu bewusst eine Pause einlegen, um das „Erlebte“ erstmal sacken zu lassen. Bei aller Beklemmung wuchs dabei auch meine Überzeugung: Niemals wieder! Wehret den Anfängen, die sich leider auch heute wieder bemerkbar machen. Diese entsetzliche Geschichte darf sich nie, nie, niemals wiederholen! Der blumige Titel täuscht (wie übrigens auch schon bei Sylvia Lotts Roman „Die Fliederinsel“, wo es ebenfalls um Judenverfolgung geht), hat aber durchaus seine Berechtigung: Denn im Laufe der Geschichte versprach Luzie ihrer ungeborenen Tochter, ihr den blühenden Flieder am Grab von Wolfgang Amadeus Mozart zu zeigen, was ihr auch tatsächlich noch gelang. 80 Jahre später stehen Antonia und ihre Familie an diesem Ort – und bei dieser Szene habe ich wirklich Rotz und Wasser geheult. Aber dies wäre kein Roman von Teresa Simon, wenn er nicht noch einen versöhnlichen Abschluss finden würde und zwar in Form von leckeren Rezepten, wie sie in keinem ihrer Bücher fehlen dürfen. Wer die österreichische Küche liebt, wird hier fündig: Wiener Schnitzel, Tafelspitz, Saftgulasch, Kaiserschmarrn und viele andere Gerichte mehr können damit nachgekocht werden.

Memories....

Von: Diane Jordan Datum: 16. March 2019

Es regnet und stürmt in einer Tour. Das Wetter vor der Tür ist einfach BÄH und daher ziehe ich mich gemütlich mit einer Tasse Tee und meinem neuesten Hörbuch „Die Fliedertochter“ zurück aufs warme Sofa. Auf den ersten Blick ist das Cover recht hübsch und ansprechend. Ein altes, großes Gutshaus sieht man da, einen Weg den links und rechts Stauden in den verschiedensten Lilatönen schmücken. Am Linken Rand steht eine filigrane, zarte, blonde Frau. Ihr Kleid ist ebenfalls im zarten Rosa mit fliederfarbener Spitze abgesetzt. In der rechten Hand hält sie hinter dem Rücken einen Fliederzweig. Ihr Blick geht in Richtung Haus und ist von mir abgewandt. Der Titel ist in hübscher, leicht verschnörkelter, lila Schrift gut platziert. Daneben finden sich verstreut einige Fliederblüten, die dem Ganzen einen leicht frühlingshaften Hauch verleihen. Ich drehe das Cover um und lese.... Eine geheimnisvolle Schneekugel. Das Erbe einer starken Frau. Eine Liebe, die sich nie erfüllt hat. Flugs setze ich mir meine Kopfhörer auf die Ohren und tauche in die Geschichte ein, die recht tragisch zu sein scheint. In zwei Zeitebenen , nämlich 1936 und 2018 wird eine Familiengeschichte, die in Berlin spielt, aufbereitet. Es geht um ein Geheimnis, Krieg, Wiener Künstler und historische Vergangenheit. Ab und an kommen mir die Tränen, denn die Geschichte ist sehr, sehr traurig. Mein Tipp wäre daher rechtzeitig Taschentücher parat legen, um nicht wie ich schniefend auf dem Sofa zu sitzen. Die Protagonisten Luzie Kühn (1936) sowie Paulina Willke und Antonia (Toni) (2018) sind vortrefflich ausgewählt und von der Autorin Teresa Simon detailreich beschrieben. Ich liebe und leide, wie auch bei jedem anderen guten Buch, bei diesem Hörgenuss mit. Manchmal läuft es mir eiskalt über den Rücken, denn die Geschichte ist so irre realistisch geschildert. Und fast kommt es mir so vor, dass die beiden CDs politisch und rassistisch gesehen, auch ein wenig ins „Hier und Jetzt“ passen würden. Allerdings eher als Infomaterial und zur Abschreckung. Gedanklich ziehe ich den Hut vor der Autorin, denn ihr ist es gelungen, dieses doch heikle Thema, zwischen Ideologie, Terror und Propaganda kunstvoll in eine Geschichte drum herum zu verpacken, die man einfach lesen oder so wie ich hören sollte. Und vielleicht weckt es in dem einen oder anderen Leser/Zuhörer ja genau wie bei mir den Wunsch, eine eigene Schneekugel zu besitzen. Zum Schütteln und vor–sich-hin Träumen.... Fazit: 5 Sterne***** Die Fliedertochter MP3-CD ist im Random House Audio Verlag erschienen. Die zwei Tonträger haben eine ungefähre Laufzeit von fast 10 Stunden und werden wunderschön, mit angenehmen Tonfall von Christiane Marx vorgetragen.

Sehr stimmungsvolles Buch über die Nazizeit in Wien

Von: Domics Pinnwand Datum: 21. April 2019

Hat mir sehr gefallen, obwohl "Flieder-Frühling-Wien" vielleicht ein bissle arg viel Klischée ist? Aber ich war selbst anno 1994 für drei Monate in Wien, genau zu der Zeit, von April bis Juni. Wie der Klappentext schon sagt, spielt das Buch auf zwei Zeitebenen, einmal im Wien der Nazizeit und einmal in dem der Neuzeit. Die beiden Zeitebenen sind auch im Hörbuch deutlich getrennt, ich wusste immer, wo ich mich gerade zeitlich befinde, das kann bei Hörbüchern ja schon mal schwierig sein. Das Geschehen der Nazizeit erfährt man zum größten Teil aus Luzies Tagebuch, das Paulina vor Ort liest. Ich wusste zwar schon, dass die Österreicher nicht alle gleich Hurra und Heil geschrien haben, als die Nazis das wollten, aber wie kontrovers das tatsächlich war, war mir nicht bewusst. Da kann ich auch viel besser nachvollziehen, dass auch die Volksabstimmung zum EU-Beitritt Österreichs, die gerade lief, als ich da war, von vielen mit sehr gemischten Gefühlen betrachtet wurde. Es ist natürlich toll, dass ich an vielen Plätzen, die im Buch beschrieben werden, persönlich war und sogar zur gleichen Jahreszeit. Falls Du demnächst einen Besuch in Wien planst, würde sich das Buch sehr gut als "Reiseführer" eignen!