Teresa Simon

Die Lilienbraut

Die Lilienbraut Blick ins Buch

Jetzt bestellen:

Buch
Hörbuch

€ 9,99 [D] inkl, MwSt, | € 10,30 [A] | CHF 14,50 * (* empf, VK-Preis)

oder hier kaufen:

€ 9,95 [D]* inkl, MwSt, | € 9,95 [A]* (* empf, VK-Preis)

oder hier kaufen:

Köln in den Vierzigerjahren. Die junge Nellie Voss hat gerade eine Stelle bei 4711 angetreten. Schnell wird ihr klar, dass sie ein untrügliches Gespür für Düfte hat. Ab und zu vergisst sie darüber sogar, dass ein schrecklicher Krieg tobt. Doch noch mehr beschäftigt sie ihre aussichtslose Liebe zu einem Mann, den sie nicht haben darf ...

Köln in der Gegenwart: Nach ihrer schmerzhaften Trennung eröffnet Liv einen kleinen Laden für Seifen und Düfte im Stadtviertel Ehrenfeld. Eines Tages begegnet sie auf der Straße zufällig einer geheimnisvollen weißhaarigen Dame, die bei ihrem Anblick regelrecht erschüttert ist und sie beschimpft. Wer ist sie, und was verbindet sie mit Liv?

Vergangenheitsstrang überzeugt vollends

Von: RoRezepte Datum: 12. November 2020

„»Ich glaube ja, die Liebe macht einfach, was sie will.«“ Mit Teresa Simons neuen Roman Die Lilienbraut reisen wir nach Köln, auf zwei Zeitebenen mit guten Zeitenwechseln. Die Autorin hat einen Faible für den 2. Weltkrieg und ich bin immer gespannt, aus wessen Sicht wir Geschichte wieder neu erleben. In der Gegenwart lernen wir eine alleinerziehende junge Mutter kennen, welche gerade frisch aus den Niederlanden eingewandert ist und nun im Kölner Stadtteil Ehrenfeld lebt. Liv hat von ihrer Tante Geld geerbt und erfüllt sich ihren Traum von einem kleinen Laden für Düfte und Naturkosmetik. Einzig warum ihre Tante sich wünschte, dass sie nach Ehrenfeld gehe, verstand Liv nicht. Zu den typischen Startschwierigkeiten in einer neuen Stadt, hat es außerdem auch noch jemand auf sie und ihren Laden abgesehen. Doch Liv ist nicht auf sich allein gestellt und lernt schnell Menschen kennen, die es gut mit ihr und ihrem Sohn Thijs meinen. Im zweiten Strang erleben wir die Geschichte von Nellie Voss in die 1940er: ein junges Mädchen und Angestellte bei dem Parfümhersteller 4711. Sie lebt in einfachen Verhältnissen mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder Martin zusammen, nachdem der Vater bereits im Krieg gefallen ist. Wir sind mitten in der Kriegszeit, erleben Nellies geheime und unerfüllte Liebe zu Pastor Benedikt, wie ihre beste Freundin gezwungen wird einen Nazi zu heiraten und wie Martin immer weiter in die Widerstandsgruppe der Edelweißpiraten hineingezogen wird. Die authentischen und lebhaften Haupt- und Nebenprotagonisten erzeugen eine ergreifende und personenbezogene Geschichte. Wir erleben die Not und das Elend der Kriegszeit deutlich intensiver, als wären wir ein Teil der Geschichte. Zum Glück lässt die Historie einen Hoffnungsschimmer für die leise Liebe und wahre Freundschaft zurück. Die Autorin schafft eine gelungene Verwicklung der einzelnen Geschichten der Protagonisten. Mit viel Tiefgang überzeugt der neue Teresa Simon Band wieder auf voller Linie. Der bewegende, fesselnde Roman lässt den Leser über viele Spannungsmomente mitreisen. Besonders die Tragik im Vergangenheitsstrang, sowie der steigende Spannungsbogen lässt den Leser das Buch schwer aus der Hand legen. Während mich der Vergangenheitsstrang vollends überzeugte, habe ich mehr Potential für den Gegenwartsstrang gesehen. „Man sieht nur, was man weiß.“ Die Rezepte zu "Die Lilienbraut" findet ihr unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/die-lilienbraut-teresa-simon/

Leider ein zu schnelles Ende

Von: rubyredbooksa Datum: 27. October 2020

In „Die Lilienbraut“ geht es um Liv, die durch ein Erbe und die Trennung ihres Verlobten und Vater ihres Sohnes, einen Neustart in Köln - Ehrenfeld wagt. Die junge Mutter macht sich mit einem kleinen Laden, in dem sich alles um Düfte dreht, selbstständig. Eines Tages wird Liv von einer, für sie fremden, älteren Frau namens Lilo, auf offener Straße beschimpft. Was Liv mit Lilo verbindet? Das erzählt die Autorin auf zwei Zeitebnen. Eine spielt im heutigen Köln und der zweite Erzählstrang spielt zu Zeiten des zweiten Weltkrieges ebenfalls in Köln. Dies war mein erstes Buch von Teresa Simon und wurde mir empfohlen, weil ich Bücher, die auf zwei Zeiteben spielen gern lese. Der Schreibstil von Teresa Simon war mit teilweise etwas zu ausführlich bzw. zu ausschweifend. Wie die Autorin die beiden Protagonisten verwoben hat fand ich gut. Auch die historischen Hintergrundinformationen über Köln im zweiten Weltkrieg, die Edelweißpiraten haben mir gut gefallen. Was ich allerdings sehr Schade fand, war das Ende. Die Autorin hat so gut darauf hingearbeitet, einiges sehr ausführlich dargestellt - doch das Ende war mir etwas zu abrupt, ich hätte das gerne ausführlicher gehabt. 3,5 von 5 Sternen

Mit „Die Lilienbraut“ hat Teresa Simon wieder einmal eine emotionsgeladene und spannungsvolle Geschichte kreiert.

Von: Ricarda Datum: 27. October 2020

Alle bisher erschienen Bücher der Autorin habe ich bisher verschlungen und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht.  Mit „Die Lilienbraut“ hat Teresa Simon wieder einmal eine emotionsgeladene und spannungsvolle Geschichte kreiert. Ich liebe ihren Stil ihre Geschichte auf zwei Zeitzonen zu verteilen und damit Spannungsbögen und Verbindungen zu knüpfen. Mit Nellie entführt sie uns in die vierziger Jahre und dann begegnen wir Liv im Heute. Dort eröffnet diese in Ehrenfeld das „Göttliche Düftchen“, mit dem sie sich nach der Trennung vom Vater ihres Kindes einen Lebenstraum erfüllt. Schnell fasst sie Fuß und hat schon bald einen kleinen Kundenstamm zusammen.  Doch ein Anschlag macht sie sehr nachdenklich. Hat sie Feinde? Auch Nellie hatte Feinde, denn in den Kriegswirren des zweiten Weltkrieges verliebt sich sich unsterblich. Doch diese Liebe ist so wahr sie ist gefährlich und anderen Menschen ein Dorn im Auge! Teresa Simons Figuren sind immer von Fazettenreichtum und Glaubwürdigkeit geprägt. Sie macht es einem sehr einfach ihre Charaktere realistisch zu betrachten und bisher habe ich alle ihre Bücher nicht aus der Hand legen können, bis ich sie ganz verschlungen hatte. Dass man mit ihren Figuren mitleidet, ist dabei selbstverständlich und so nah mir Köln-Ehrenfeld auch ist. Mit „Die Lilienbraut“ war es mir noch näher, weil ich während des Lesens diese lebhafte Viertel direkt vor Augen hatte!

Wieder ein tolles Zeitdokument

Von: Svenja Krause Datum: 10. October 2020

Bücher der Autorin sind immer etwas Besonderes . Sie verbindet wunderbar die Zeiten miteinander und man kann vor Spannung nicht mehr aufhören zu lesen. Man fliegt durch die Seiten da es nie langweilig wird und man immer was dazu lernt. Tolles Leseerlebnis

Eine tiefgehende Familiensaga

Von: friederickes bücherblog Datum: 14. August 2020

Das Cover: Das Cover zeigt eine junge Frau und Lilien. Die Abbildung ist an die Reihe der Teresa Simon-Bücher angelehnt, sodass man gleich die Verbindung herstellen und die Vorfreude genießen kann. Die Geschichte: Köln, während des 2. Weltkrieges. Nellie lebt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder zusammen. Sie betreiben mehr recht als schlecht die kleine Familienkneipe. Zusätzlich arbeitet Nellie bei 4711, wo sie ihre zufällig entdeckte feine Nase für neue Düfte einsetzen darf. Und wäre der Krieg nicht schon schlimm genug, verliebt sie sich auch noch in einen Mann, der ihr verwehrt bleiben müsste. Jahrzehnte später eröffnet Liv in Ehrenfeld einen kleinen Laden für Düfte und Seifen. Sie trifft eines Tages zufällig auf eine Frau, die sie aufgeregt mit einem anderen Namen anspricht. Wer ist sie und was will sie von ihr? Meine Meinung: Ein Teresa Simon Roman, der mich in gewohnter Weise von der ersten Seite an mitgenommen hat. Die Protagonisten sind wie immer sehr stimmig und fein gezeichnet. Auch einige Nebendarsteller gehören für mich in diesem Buch zu den absoluten Gewinnern. Sie bewegen sich alle sehr authentisch in ihrem Umfeld und lassen mich intensiv spüren, wie es ihnen gerade geht. Die Geschichte wird über zwei Ebenen erzählt. Nellie, berichtet überwiegend aus der „Ich“-Perspektive, aus ihrem Tagebuch während der 40-er Jahre und Liv ist in der Gegenwart unterwegs. Das Ganze meisterhaft erzählt von Teresa Simon. Einzig, die langen kursiven Einschübe, finden meine Augen anstrengend, auch wenn ich weiß, dass manche Texte gekennzeichnet werden müssen. Die Schauplätze sind bis ins kleinste Detail beschrieben und die Einarbeitung der Zeitgeschichte ist wie immer exzellent. Beides bestätigt die gewohnt intensive Recherche, die uns dieses Mal tief in die Zeiten des 2. Weltkrieges in Köln blicken lässt. Auch Wissenswertes über die Unternehmen Farina und 4711, sowie andere Organisationen ist hervorragend eingeflochten, was ich sehr lehrreich finde. Daneben hat es mir Freude bereitet, viel über Düfte und ihre Zusammensetzung erfahren. Interessant auch der Blick auf die gleiche Gegend und ihre jeweiligen Bewohner in verschiedenen Epochen. Darin eingebunden zwei zarte Liebesgeschichten zu unterschiedlichen Zeiten, mit unterschiedlichen Fragen und Antworten. Mein Fazit: Wieder ein Buch von Teresa Simon, das ich mit sehr viel Freude gelesen habe. Schön auch das beigefügte Lesezeichen und die Rezepte. Eine zu Herzen gehende spannende Familiengeschichte, die ich sehr gerne weiterempfehle. Heidelinde von „friederickes bücherblog“

Ein duftiges Vergnügen mit Tiefgang

Von: Lesendes Federvieh Datum: 02. August 2020

Köln in den Vierzigerjahren, der Zweite Weltkrieg stellt die Bewohner Kölns vor große Herausforderungen. Zu dieser Zeit arbeitet die junge Nellie Voss als Schreibkraft bei 4711. Dort wird ihr auch bewusst, dass sie ein außergewöhnliches Talent für Düfte hat. Doch über allem steht ihre schier aussichtslose Liebe zum jungen Kaplan Benedikt... Köln 2019. Liv zieht nach ihrer Trennung mitsamt ihrem kleinen Sohn aus den Niederlanden nach Köln-Ehrenfeld. Dort eröffnet sie einen kleinen Laden für Seifen und Dürfte. Als sie auf der Straße zufällig einer alten Dame begegnet, die glaubt sie sei Nellie und sie übel beschimpft, begibt sie sich auf Spurensuche... Teresa Simon ist mit "Die Lilienbraut" ein unterhaltsamer und kurzweiliger Roman gelungen, der mich von der ersten Seite an begeistern konnte. Wer etwas für Düfte erübrigen kann, an Liebesgeschichten nicht abgeneigt ist und Interesse an historisch gut recherchierten Geschichten hat, ist bei diesem Buch genau richtig. Die Autorin verknüpft dabei geschickt in zwei Handlungssträngen die Erlebnisse von Nellie im Köln der 1940 er Jahre und die von Liv im Köln der Gegenwart. Durch den steten Wechsel zwischen den Zeiten bleibt das Buch richtig fesselnd, denn ich wollte ja immer wissen, wie es weitergeht. Besonders toll fand ich hier auch, dass beide Erzählstränge von gleich guter Qualität sind, das ist ja nicht unbedingt selbstverständlich. Die Charaktere sind hervorragend skizziert und wirken absolut authentisch. Sie hauchen der Geschichte Leben ein, so wie im Film. Die lockere, fluffige Schreibweise der Autorin ließen die Seiten im Nu verfliegen. Neben einer gelungenen Handlung, ansprechenden Charakteren und einem angenehmen Schreibstil habe ich viel Neues und Interessantes zum Thema Köln im Zweiten Weltkrieg und Düfte gelernt. Schade nur, dass es Livs "Göttliches Düftchen" nicht wirklich gibt. Fazit: Ein duftiges Vergnügen mit Tiefgang

Düfte, verbotene Liebe und Indianer ... lasst euch überraschen!

Von: Isabel (engi) Datum: 26. July 2020

Mit der Lilienbraut hat Terese Simon in ihrer Reihe um starke Frauen mal wieder eine sehr ansprechende Geschichte kreiert. Mit dem gegenwärtig sehr beliebten Stil, eine Familiengeschichte auf zwei Ebenen zu schaffen, entführt uns die Autorin, die dem ein oder anderen Leser vielleicht als Brigitte Riebe ein Begriff sein mag, nach Köln – einmal mit Nellie in die vierziger Jahre und einmal Liv in die Gegenwart. Köln ist groß und genauer gesagt landen wir in dem heute hippen, multikulturellen Stadtteil Ehrenfeld, in dem Liv sich im hier und heute durch die Erbschaft eine Tante einen Traum erfüllen kann. Sie eröffnet das „Göttliche Düftchen“, das jedoch durchaus nicht bei allen Bewohnern auf Zustimmung stößt. Doch sie ist mutig und ehrgeizig und hat Gott weiß ein Quäntchen Glück verdient, nachdem der Vater ihres kleinen Sohnes Thijs einen unschönen Abgang aufs Parkett gelegt hat … Der zweite und für mich viel wichtigere und auch ein wenig interessante Teil schickt uns achtzig Jahre in die Vergangenheit, als in genau diesem Stadtviertel und auch im restlichen Deutschland der Zweite Weltkrieg wütet. Nelli, ihre Mamm und ihr jüngerer Bruder Martin versuchen dort nach dem traurigen Verlust ihres geliebten Babs ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und halbwegs unversehrt durch diese schlimme und gefährliche Zeit zu schliddern. Doch die Nazigrößen haben andere Pläne und dann verliebt sich die junge Nelli in den richtigen und dennoch falschen Mann … Sehr anschaulich und intensiv beschreibt die Autorin das heute schon ein wenig berühmte Stadtviertel Ehrenfeld. Hach, was hätte ich Lust dort beim Marokkaner einen starken Kaffee und beim Inder eine schöne Portion Falafel zu genießen. Doch fasst scheint die Kunst des Riechens ein Fluch und auch ein Segen zu sein, damals wie heute. Mir hat der Ausflug nach Köln viel Spaß gemacht und natürlich habe ich mit gelitten mit Nellie, deren Herz sich einer Liebe verschrieben hatte, die niemals sein durfte. Gerne vergebe ich vier von fünf Sternen und bin schon gespannt, was Teresa Simon als nächstes für uns bereit halten wird.

Highlight

Von: Meine Herzensbücher Datum: 06. July 2020

Seit fast 14 Jahren ist nun der Kölner Stadtteil Ehrenfeld unsere Heimat und ich war überrascht, genau diesen in einem Klappentext eines Buches zu lesen. Mein Interesse war geweckt und auch wenn ich sagen muss, dass es mein erstes Buch von Teresa Simon war (die anderen liegen noch ungelesen auf meinem SuB), war ich mehr als positiv überrascht. Klar, es gibt unendliche Romane, die auf zwei Zeitebenen spielen und teilweise sind die Handlungen stets dieselbe, aber wenn die Geschichte einen fesselt, ist es doch wieder ein ganz anderes Lesegefühl <3 So auch hier: Köln in den Vierzigerjahren, das Leben ist nicht leicht und die Menschen kämpfen um das Überleben. Nellie Voss ist eine der Protagonisten, die mir so stark ans Herz gewachsen sind, dass ich jedes Mal gehofft und gebangt habe. Eine Liebe die nicht sein darf, nie akzeptiert werden würde, und ein Krieg, der einem alles nimmt. Schon in den Erzählungen hatte ich ein Bild von Köln vor den Augen, wie es einmal war. Jede Ecke kenne ich sehr gut, diese aber durch eine andere Sichtweise wahrzunehmen, war ein Gefühl, das man nicht beschreiben kann. Die Ängste, die Bombenangriffe, das Leid...alles war plötzlich so real. Nellie Voss ist eine sehr starke Frau, sie setzt sich für andere ein und dennoch kämpft sie mit sich selbst. Köln in der Gegenwart: Liv kommt von Holland nach Köln - Ehrenfeld. Ein Stadtviertel, das sich von allen anderen abhebt. Genau das liebte ich so an Köln, als wir selbst hierhergezogen sind. Es ist so anders, als alles was ich bisher kannte. Die Menschen sind so hilfsbereit und freundlich, als würde man schon ewig dazugehören. Und genau dieses Feeling wurde in dem Buch so beschrieben. Jeder würde sich in dieses Veedel verlieben. Genauso wie Nellie hat Liv ein Gespür für Gerüche. So eröffnet sie auf Wunsch eines Testamentes genau hier hier ,, Göttliches Düftchen" bei dem sie Parfum herstellt, welches auf die Menschen zugeschnitten ist. Als sie aber nach und nach einer sehr alten Familientragödie auf die Spur kommt, versteht sie vieles, was man nie aufdecken wollte. Köln, eine Stadt mit einer großen Geschichte. Nicht nur Fröhlichkeit und Lebenslust finden wir hier in diesem Buch, sondern auch Leid, welches mir öfters eine Träne entlockt hat. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Gegend mittlerweile wie aus meiner Westentasche kenne. Den Bunker in der Körnerstraße, die katholische Kirche St. Joseph, das 4711 Haus, welches wieder erbaut wurde, der Tierpark in Lindenthal, bei dem man ein schönes Stückchen Natur mitten in der Stadt hat und entspannen kann …..alles Orte, an denen mein täglicher Weg zur Arbeit oder zum Einkauf vorbeiführt. Nicht zu vergessen, das Denkmal an die Edelweißpiraten, welches nur ca 2 Minuten von mir entfernt ist, die dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus angehörten. Ich habe bemerkt, dass ich Ehrenfeld mit ganz anderen Augen sehe, ich mir vorstellte, wie es gewesen sein muss, als der Tausend-Bomber-Angriff stattgefunden hat. Als alles zerstört wurde und nun glänzt Ehrenfeld wieder von Neuem, dennoch findet man an jeder Straßenecke Hinweise, die an diese Zeit erinnert. Ein Buch mit einer absoluten Leseempfehlung. Bestimmt werde ich dieses Buch irgendwann wieder einmal lesen, nur um mir die Zeit vor Augen zu führen, die man nie vergessen sollte.

Der Duft von Köln

Von: Eliza Datum: 04. July 2020

Die Romane von Teresa Simon sind immer ganz besondere Romane, denn sie haben ihren eigenen Zauber. Die Lilienbraut ist eher ein nachdenklicher, melancholischer Roman über eine unerfüllte Liebe. Das Cover hat einen guten Wiedererkennungswert zu den anderen Büchern der Autorin. Der Klappentext macht es schon deutlich, dass der Roman auf zwei Zeitebenen spielt. Allerdings ahnt man zu Beginn noch nicht, wie die beiden Geschichten zusammenhängen. Genau hier birgt sich die zusätzliche Spannung der beiden Geschichten, wobei auch jede einzelne Geschichte ihre eigene Spannung hat. Die Personenzeichnung der Autorin ist wieder sehr liebevoll. Ich muss gestehen, dass mir Nellie ein wenig ferner geblieben ist als Liv. Aber vielleicht liegt dies daran, dass ich und Liv in derselben Zeit leben und wir beide starke, selbstständige Frauen sind. Die Männer bleiben in diesem Roman blass, da wir keinen Einblick in ihr Seelenleben bzw. in ihre Gedankenwelt bekommen. Genau dies wäre für mich spannend gewesen. Wie empfindet ein Mann der nicht lieben darf? Ins Herz geschlossen und meine Lieblingsfiguren sind Thijs, der kleine Sohn von Liv, und Nouria, ihre Angestellte. Beide bereichern den Roman ungemein. Nouria bring es mit ihren Weisheiten und Sprüchen ihrer Heimat oft auf den Punkt. Der Roman wird innerhalb der beiden Erzählstränge chronologisch erzählt, wobei durch die Tagebucheinträge, die Liv dann später liest die Verbindung zu Nellie hergestellt wird. Der Roman hat drei große Themen: erstens die Welt der Düfte die Nellie und Liv verbindet. Nellie arbeitet bei 4711 und Liv hat ihren eignen Duftladen. Zweitens die Edelweißpiraten, die sich aktiv am Widerstand gegen das NS-Regime beteiligt haben und drittens die Rolle der katholischen Kirche in der Gesellschaft zur Zeit des Nationalsozialismus. Aber natürlich geht es auch um Familie, Erbe, Vermächtnis, Zusammenhalt und Liebe. Der Roman ist sehr gut zu lesen, die Seiten fliegen nur so dahin. Die vielen Dialoge machen den Roman sehr lebendig, zudem beschreibt die Autorin sehr bildhaft die Welt der Düfte, sodass dies für den Leser nachvollziehbar ist. Im Anhang des Romans finden sich Rezepte zum Nachkochen und -backen, denn natürlich bekommen wir wie in allen Büchern einen Einblick in die regionale Küche. Ein historisches Nachwort rundet den Roman ab. Die Lilienbraut ist ein wunderbarer Sommer-Frauenroman, den ich sehr gerne weiterempfehle, denn er verbindet Vergangenheit und Gegenwart und erinnert uns so an das Vermächtnis unserer Eltern und Großeltern. Ich bedanke mich sehr bei Teresa Simon für die sehr gelungene Unterhaltung, Corinna Schindler und dem Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

Willkommen im alten Köln.

Von: Alicia Datum: 29. June 2020

Meine Meinung: Mittlerweile habe ich alle Bücher von Teresa Simon zuhause, da sie einen einfach immer wieder aufs neue begeistern kann und natürlich weil die Cover einfach immer unglaublich schön sind. Dieses Buch war für mich nochmal etwas besonderes, da die Geschichte in Köln spielt, wo ich herkomme: Daher fand ich gerade den Teil der Vergangenheit wahnsinnig spannend. Es war wirklich toll vieles aus der Zeit von Köln zu erfahren, was man so noch nicht wusste. Wie auch die anderen Bücher der Reihe spielt das Buch abwechselnd in der Vergangenheit und in der Gegenwart. In der Vergangenheit und in der Gegenwart geht es um zwei junge Frauen. Beide Geschichten laufen nebeneinanderher. Nach einer Zeit verknüpfen sie sich aber und der Leser findet nach und nach heraus, was die Geschichte gemeinsam haben bzw. was die beiden Frauen miteinander verbindet. In beiden Geschichten spielen Düfte eine große Rolle und so wird man mit in eine erstaunliche Welt gezogen und erfährt immer mehr über die Düfte Kölns und was es damit auf sich hat. Dazu kommt das Nellies Geschichte im vom Krieg zerstörten Köln spielt. Es war wirklich keine einfache Zeit und sie hatte sehr zu kämpfen. Auch hier war es sehr spannend aber auch schockierend zu erfahren, wie die Menschen in dieser Zeit lebten und wie das alte Köln wirklich war. Livs Geschichte fand ich aber eher etwas langweilig, da ständig etwas wiederholt wurde und ziemlich uninteressante Sachen (wie Momente mit ihren Kind) total in die Länge gezogen wurden. Hier hätte ich mir definitiv mehr Spannung gewünscht. Die Protagonisten mochte ich beide sehr. Sie sind beide sehr starke Persönlichkeiten, die für sich einstehen und für ihre Träume kämpfen. Wie oben schon erwähnt hat mir Nellies Geschichte allerdings viel besser gefallen. Der Schreibstil war wie immer sehr gut. Ich konnte gut in die Geschichte eintauchen und mich vom Geschehen mitreißen lassen. Das Buch war spannend geschrieben und gemischt mit historischen Fakten und Geschichte war es eine interessante und spannende Geschichte, in der man viel lernen kann. Es handelt sich zwar nicht um das beste Werk der Autorin, hat mir aber wieder ein sehr schönes Lesevergnügen beschert. Fazit: Eine spannende und romantische Geschichte, wo auch der geschichtliche Aspekt nicht zu kurz kommt. Es hat mir gut gefallen, war aber nicht das beste Buch der Autorin.

Wunderschön und emotional

Von: hope23506 Datum: 29. June 2020

INHALT: 40 ziger Jahre in Köln: Deutschland befindet sich im Krieg. Die junge Nellie kann das manchmal sogar verdrängen, denn gerade hat sie eine Stelle bei 4711 angetreten und erkennt, dasssie ein untrügliches Gespür für Düfte hat. Doch ihre aussichtslose Liebe zu einem Mann beschäftigt sie viel mehr, denn diese Liebe darf nicht sein. Köln in der Gegewart: Liv eröffnet einen kleinen Laden in Ehrenfeld. Nachdem sie sich von ihrem Freund getrennt hat. Sie und ihr kleiner Sohn wollen einen Neuanfang wagen. Dort begegnet ihr eine alte Frau, die sie wüst beschimpft und bei ihrem Anblick völlig erschüttert ist. Was verbindet diese Frau mit Liv? MEINE MEINUNG: Wieder ein Buch von Teresa Simon, welches auf zwei Zeitebeben spielt und wieder ein Buch, welches mich fesseln konnte und welches ich liebe. Kaum angefangen zu lesen, hat mich die Geschichte aufgenommen und mich nicht mehr losgelassen. Die Autorin schafft es immer wieder , mich zu entführen und mich die Zeit vergessen zu lassen. Der Schreibstil liest sich einfach perfekt. Sie baut immer wieder die Kölsche Mundart ein, was das Buch sehr auflockert, aber nie zuviel ist. Die Schicksale der Protagonisten wirken sehr authentisch und gehen ans Herz und vom ersten Satz schon fühlt man mit ihnen und kann nicht erwarten, zu erfahren, was ihnen widerfahren ist. Und diese Schicksale sind sehr emotional. Im Vergangenheitsstrang natürlich noch viel mehr, als in der Gegewart, wobei ich beide Stränge gleichermassen interessant fand. Am Ende schafft sie es immer wunderbar, Brücken zu bauen, alles aufzuklären und alles perfekt miteinander zu verknüpfen. Es entsteht eine sehr runde und hochemotionle Geschichte, die bei mir immer noch sehr lange nachwirkt. FAZIT: Wunderschön, interessant und fesselnd und sehr bewegend. Teresa Simon ist immer lesenswert und hat 🌟🌟🌟🌟🌟 Sterne verdient.

Duftliebe in Köln...

Von: Ayda Datum: 24. June 2020

„Die Lilienbraut“ ist das fünfte Buch, das ich von Teresa Simon gelesen habe und ich bin mal wieder restlos begeistert. Immer wenn ich mitbekomme, dass die Autorin ein Buch veröffentlicht, freue ich mich sehr und fiebere schon entgegen. Nun steht schon die Vorfreude für 2021, wo im Februar „Glückskinder“ erscheint;) In „Die Lilienbraut“ reisen wir nach Köln in die 40er Jahre. Dort lernen wir Nellie Voss kennen, die ganz frisch im Duftunternehmen 4711 beginnt. Es sind schwere Zeiten, das bestialische NS Regime verängstigt die Menschen. Nellie ist eine junge mutige Frau, die viele Dinge hinterfragt und sich auch noch in einen Kaplan verliebt... In der Gegenwart sind wir ebenfalls in Köln und lernen Liv kennen, die mit ihre kleinen Sohn Thijs einen Neustart in Köln beginnt, nachdem sie von ihrem Partner und Vater des Kindes wegen einer anderen Frau verlassen wurde. In Köln eröffnet sie einen kleinen Duftladen für Seifen im lebhaften Stadtteil Ehrenfeld. Eines Tages trifft sie auf eine ältere Damen, die Liv sehr beschimpft, jedoch kann Liv verständlicherweise die ganze Situation überhaupt nicht verstehen, dann wird auch noch ein Anschlag auf ihren neu eröffneten Duftladen verübt... Der Schreibstil ist mal wieder fabelhaft zu lesen. Man schwingt durch die Seiten, wechselt immer wieder die Zeitebenen und kommt dem Geheimnis immer näher. Wie auch in den vorherigen Romanen, baut die Autorin fundierte historische Hintergrundinformationen mit in die Geschichte ein, die mich immer sehr interessieren, wie bspw. die Geschichte um die Edelweißpiraten, eine damalige Widerstandsgruppe mit jungen Leuten. Wir tauchen ein in das frühere und heutige Köln und um die Aufarbeitung der damaligen Bombardierung der Stadt. Die Kapitel sind sehr packend und man will immer wissen wie es weitergeht. Das Buch ist auch sehr hübsch aufgemacht, ein tolles und passendes Cover. Der Schriftzug in der Vergangenheit ist kursiv und dick gehalten, da weiß man immer gleich in welcher Zeit man liest ;) Für mich sind die Bücher der Autorin immer ein Lesegenuss! Ernste, wichtige Themen werden in einem emotionalen Roman thematisiert und man taucht ab in eine andere Welt. Auch wenn die Themen sehr bewegen und erschüttern, kann das Buch an einem sonnigen Tag auf dem Balkon gelesen werden, da es einem; sobald man es zur Hand nimmt und anfängt zu lesen, einen süßlichen sommerlichen Flair beschert. Auch dieses Buch ist ein Lesehighlight! Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin und spreche eine große Leseempfehlung für ihre Bücher aus ;)

Köln heute und zur Zeit des Zweiten Weltkriegs ist Schauplatz dieses packenden Romans:

Von: Susanne Edelmann Datum: 19. June 2020

Schon seit langem bin ich ein großer Fan der Romane von Teresa Simon. Hinter den blumigen und vermeintlich lieblichen Buchtiteln verbergen sich ergreifende, oftmals erschütternde Geschichten, die meist auf zwei Zeitebenen spielen, einmal in der Gegenwart und einmal in der Zeit des Ersten oder Zweiten Weltkriegs. Die Romane sind jeweils in einer anderen für mich interessanten Stadt angesiedelt, nämlich in Dresden („Die Frauen der Rosenvilla“), in München („Die Holunderschwestern“), in Hamburg („Die Oleanderfrauen“) und zuletzt in Wien („Die Fliedertochter“). Der neueste Roman spielt nun in Köln und ich muss zugeben, dieser Schauplatz interessierte mich zunächst herzlich wenig. Das hat sich dank der Lektüre aber geändert. Im Erzählstrang der Gegenwart eröffnet Liv, die aus den Niederlanden stammt, in Köln-Ehrenfeld einen Laden für edle Düfte, Seifen und Naturkosmetik. Obwohl sie schon bald viele neue Kundinnen gewinnt, hat sie auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen, denn sie ist alleinerziehend und die Betreuung ihres kleinen Sohnes Thijs stellt sie oftmals vor große Herausforderungen. Dazu kommt, dass jemand sie offenbar wegekeln möchte, denn auf ihren Laden wird ein Anschlag mit Buttersäure verübt. Und dann gibt es da noch diese alte Frau, die sie mit Nellie anredet und wüst beschimpft, doch Liv hat keine Ahnung, mit wem diese Frau sie da offensichtlich verwechselt. Parallel dazu wird die Geschichte von Nellie Voss in den Jahren 1940 bis 1945 erzählt: Nellie lebt mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder Martin in einfachen Verhältnissen in Köln-Ehrenfeld. Sie liebt ihre Arbeit bei 4711, erst recht, als sie dem Chef-Parfümeur als Assistentin zugeteilt wird. Und dann ist da auch noch dieser junge Mann, in den sie sich unsterblich verliebt hat, doch leider ist Benedikt ein katholischer Priester und damit für Nellie tabu – eigentlich. Denn Benedikt erwidert ihre Gefühle, beide fühlen sich immer stärker zueinander hingezogen, aber niemand darf von ihrer Liebe wissen. Zugleich hat der Krieg immer stärkere Auswirkungen auf Nellies Leben und das ihrer Lieben: Jüdische Nachbarn werden deportiert, Nellies beste Freundin muss einen ungeliebten Nazi heiraten und Martin schließt sich der Widerstandsgruppe „Edelweißpiraten“ an. Die beiden Erzählstränge wechseln sich in jedem Kapitel ab, was von Anfang an für Spannung sorgt. Ich kam auch gleich gut in die Geschichte hinein, fand sowohl Nellie als auch Liv sympathisch und konnte mit beiden mitfiebern. Im Laufe der Erzählung nimmt die Dramatik in beiden Erzählsträngen zu, besonders natürlich in der Geschichte von Nellie, denn Not und Elend der Kriegsjahre steigern sich stetig. Das war so beklemmend zu lesen, dass ich danach immer ganz dankbar und demütig am Esstisch saß, in dem Bewusstsein, wie gut es uns heutzutage doch geht. Die Verbindung zwischen Nellie und Liv offenbart sich beim Lesen ganz allmählich und wird erst ganz am Ende komplett enthüllt – da gibt es einige Szenen, in denen ich so bewegt war, dass ich die Tränen kaum zurückhalten konnte. Schade nur, dass Nellies Geschichte 1945 endet, ich hätte sehr gerne noch erfahren, wie das Leben dieser tapferen Frau nach dem Krieg weiter gegangen ist, hier bleibt vieles der Fantasie des Lesers überlassen. Alles in allem ein sehr bewegender, fesselnder Roman in bester Teresa-Simon-Manier. Ich habe bei der Lektüre wieder einmal viel gelernt: zum einen über die Edelweißpiraten, von denen ich zuvor noch nie gehört hatte, zum anderen über die beiden konkurrierenden Kölner Parfümhersteller 4711 und Farina. Bis jetzt war „Kölnisch Wasser“ für mich ein typisches „Oma-Parfüm“, diese Meinung habe ich nun etwas revidiert. Schön fand ich, dass die Autorin sehr einfühlsam das Thema Zölibat aufgegriffen hat, und neugierig gemacht hat mich der Roman zudem auf Köln-Ehrenfeld, jenes „Veedel“, das hier so liebevoll beschrieben wird, dass ich große Lust darauf bekommen habe, es einmal selbst zu erkunden.

Gelungene Verknüpfung zweier Erzählebenen, bei denen Düfte eine Rolle spielen

Von: Ingrid Eßer Datum: 18. June 2020

Die 23-jährige Kölnerin Nelly Voss ist „Die Lilienbraut“ für den von ihr geliebten Mann, denn nach dessen Meinung bringt sie einen Raum zum Leuchten sowie die entsprechenden Blumen. Ihr Problem im gleichnamigen Roman von Teresa Simon, der in der Zeit des Zweiten Weltkriegs spielt, ist die Aussichtslosigkeit, die ihre Liebe begleitet, denn es darf nicht sein, dass sie mit ihrem Geliebten zusammenlebt und ihre Liebe darf nicht öffentlich bekannt werden. Das Cover ist entsprechend der Geschichte romantisch gestaltet, aber Nelly lebt nicht, wie die Aufmachung vermuten lässt, in herrschaftlichen Verhältnissen, sondern ihre Mutter ist Kneipenwirtin, ihr Vater längst verstorben. Sie selbst arbeitet im Büro der Parfümerie-Fabrik Mülhens. Aber auf der Handelsschule hat sie Greta Farina kennengelernt, die Tochter des berühmten Unternehmers, der das Eau de Cologne erfunden hat. Gegenseitig geben die beiden sich Halt in den schweren Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Auf einer zweiten Zeitebene erzählt Teresa Simon die Geschichte der jungen Biologin Liv van Geeren, die in der Gegenwart spielt. Liv hat einen kleinen Sohn und ist frisch getrennt. Eine Erbschaft führt sie aus Maastricht nach Köln, wo sie in Ehrenfeld ein Geschäft für Düfte eröffnet. Durch Zufall trifft sie eine ältere Frau von der sie als „Nellie“ angesprochen und beschimpft wird. Hier ergab sich für mich schon ein Bezug zu der Geschichte der Nellie Voss. Doch bevor ich erfuhr, wie beide Erzählebenen ineinandergreifen musste ich noch viele Seiten lesen. Eigenständig laufen beide Geschichten nebeneinander her und konnten mich auf ihre je eigene Art begeistern. Sie sind nicht nur über die besondere Nase ihrer jeweiligen Protagonistin für Düfte verbunden. Die Autorin fasst in ihre Erzählungen historische Fakten ein und umkleidet sie gekonnt mit Fiktion, die sich so liest, als ob die Ereignisse tatsächlich geschehen wären. Sie lässt Nellie in weiten Teilen die Begebenheiten in Tagebuchform erzählen und ich konnte mich auf diese Weise die tiefen Gefühle ihrer Protagonistin zu ihrem Liebsten nachvollziehen. Es ist aufwühlend, vom Leben der Bevölkerung und den gegebenen Umständen im kriegszerstörten Köln zu lesen. In einem Nachwort greift die Autorin bestimmte Begriffe auf und erklärt sie im historischen Kontext. Zur weiteren Einbettung in das Kölner Umfeld gehört auch das zeitweilige Kölsche Platt bei Gesprächen beispielsweise in der Kneipe und der Verzehr typischer Speisen und Getränke. Eine treffende Auswahl dazu, die mir, als im Rheinland geborene, bekannt und empfehlenswert sind, findet sich im Anhang in Form von Rezepten zum Zubereiten wieder Sowohl Nellie wie auch Sophie sind junge Frauen mit starkem Charakter, die ihre Ideale verfolgen, auch wenn sie gegen allgemein übliche Konventionen handeln und damit rechnen müssen, kritisiert zu werden. Auf beiden Erzählebenen hat Teresa Simon einige überraschende Wendungen eingefügt, die dem Roman eine hintergründige Spannung verleihen. Die ansprechenden Geschichten, unterstützt durch den ständigen Perspektivenwechsel, sorgen für ein schnelles Lesen um zu erfahren, wie beide Erzählstränge zusammenfließen und verbunden sind. Der Roman „Die Lilienbraut“ von Teresa Simon hat mich bestens unterhalten und daher empfehle ich ihn gerne weiter.

Absolut empfehlenswert!

Von: leseratte1310 Datum: 14. June 2020

Liv hat gerade eine Trennung hinter sich. Da kommt ihr das Erbe ihrer Tante Wimmi gerade recht. Allerdings ist das mit besonderen Bedingungen verknüpft, aber es ist auch eine Chance für Liv. Sie hat einen besonderen Geruchssinn und erfüllt sich einen Traum, indem sie in Ehrenfeld einen kleinen Laden „Göttliches Düftchen“ eröffnet. Sie hat sich noch nicht einmal eing4elbt, als sie auf der Straße von einer alten Frau beschimpft wird, die sie offensichtlich für jemand anders hält. Was hat Liv mit dieser Frau zu tun? In einem weiteren Handlungsstrang begleiten wir Nellie, die schwere Zeiten in Köln im Zweiten Weltkrieg mitmacht. Nellie arbeitet im Büro bei 4711 und hat ein untrügliches Gespür für Düfte, was sie in die Giftküche von Chefparfümeur Luuk van Geeren bringt. Ihr jüngerer Bruder Martin bereitet Nellie Sorgen und sie selbst ist verliebt ihn einen Mann, den sie nicht haben darf. Dies war mein erstes Buch der Autorin Teresa Simon, aber sicherlich nicht mein letztes. Diese Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt. Obwohl beide Handlungsstränge wirklich ansprechend sind, hat mich Nellies Geschichte doch mehr berührt. Interessant fand ich auch, dass die Edelweißpiraten thematisiert wurden, auf die ich vor vielen Jahren durch einen Song der Bläck Fööss aufmerksam wurde. Obwohl sie Widerstand gegen das Naziregime leisteten, sind sie gar nicht so bekannt. Gut gefallen hat mir, dass ich auch einiges über Düfte und Duftkompositionen erfahren habe. Die Örtlichkeiten wurden auch schön beschrieben. Ich kenne Köln ganz gut und konnte mich daher gut orientieren. Es sind die Frauen, die in dieser Geschichte eine wichtige Rolle spielen und die stark genug sind, mit Schwierigkeiten fertig zu werden. Liv wurde verlassen und muss nun ihr Leben mit dem kleinen Thijs meistern. Kaum hat sie ihren Laden eröffnet, gibt es auch schon Probleme. Zum Glück findet sie schnell Freunde, die sie unterstützen. Aber auch Nellie hat es nicht leicht, denn neben ihrem Job unterstützt sie auch noch ihre Mutter in der Kneipe und sorgt sich um ihren Bruder Martin. Aber sie hat auch ein Herz für andere. Und dann gibt es da noch die Liebe, die nicht sein darf. Dann gibt es da auch noch Nellies Freundin Greta, deren Schicksal ziemlich erschütternd ist. Aber auch all die anderen Charaktere sind lebendig und facettenreich ausgearbeitet. Es ist eine spannende und sehr berührende Geschichte mit interessanten Charakteren, die sehr lesenswert ist.

Ein wirklich lesenswerter Roman

Von: Rebecca K./ Meine Leseecke Datum: 13. June 2020

Liv eröffnet nach der Trennung von ihrem Partner einen ganz exklusiven Laden für Seifen und Düfte in Köln-Ehrenfeld. Durch Zufall begegnet sie auf der Straße einer alten Frau die von ihrem Anblick sehr erschüttert ist und sie beschimpft, nur Liv kennt diese Frau gar nicht. In Köln zu Zeiten des 2. Weltkrieges lebt Nellie mit ihrer Familie, sie arbeitet bei 4711 und kommt durch puren Zufall dazu ihre Nase zu Schulen um vielleicht eine Parfümeurin zu werden. Aber nicht nur der Krieg sondern auch ihre Liebe zu einem Mann den sie nicht Lieben darf halten Nellie schwer beschäftigt. Dieser Klappentext hat mich gleich von der ersten Seite an angesprochen und da mir die Romane die ich von Teresa Simon gelesen habe alle sehr gut gefallen haben, war ich auch auf diesen hier sehr neugierig. Bevor ich aber auf das Buch eingehe möchte ich kurz auf etwas hinweisen: Im Klappentext heißt die Protagonistin der Gegenwart „Nina“ doch im gesamten Roman ist ihr Name „Liv“ nur damit niemand denkt ich wäre durcheinander oder jemand anderes durcheinander kommt. Mir war klar, dass es sich hier um einen fiktiven Roman handelt der aber einen Teil unserer Geschichte erzählt auf den man wirklich nicht Stolz sein kann. Liv weiß z.B. gar nichts davon da sie in den Niederlanden aufgewachsen ist und wirklich nicht jeder damals für die Person war der Deutschland an sich gerissen hat. Nellie hat versucht das Beste aus der Situation zu machen und hat auch denen geholfen wo doch so übel mitgespielt wurden damals. Auch die Edelweißpiraten wurden erwähnt, hierzu kann ich den Roman von Dirk Reinhardt nur empfehlen. Mir ist der Einstieg ins Buch wirklich sehr leicht gefallen und obwohl ich nie lange am Stück gelesen habe um alles sacken zu lassen kam ich doch sehr schnell voran da mich die Geschichte nicht mehr losgelassen aht. Obwohl unter jedem Kapitel die Jahreszahl stand wurde sogar für die zwei Zeitebenen zwei unterschiedliche Schriftarten verwendet, was ich wirklich gut finde nur mit der Schrift aus der Vergangenheit hatte ich so meine Probleme da sie mir des Öfteren vor den Augen beim Lesen verschwommen ist. Obwohl es zwei Handlungsstränge gab ist es mir nie schwergefallen ihnen zu folgen, ebenso konnte ich die Entscheidungen die getroffen wurden immer sehr gut nachvollziehen da wirklich immer alles logisch durchstrukturiert war. Die Spannungsbögen waren auch immer bis zum Ende gespannt und ja auch wenn einiges Vorhersehbar war so war es nie zu langatmig oder gar zu langweilig, für mich aht alles genauso gepasst wie es sein sollte. Obwohl ich schon in Köln war, aber hier eben ganz Touristin nur in der Innenstadt musste ich mir die Lage von Ehrenfeld erst auf der Karte anschauen aber den Rest konnte ich mir wirklich sehr gut während des Lesens vor dem inneren Auge entstehen lassen. Man konnte sich alle Figuren durch die detaillierten Beschreibungen der Autorin gut vorstellen beim Lesen und ja Nellie und Liv hatte ich schnell in mein Leserherz geschlossen gehabt. Mein persönlicher Held war allerdings Thijs diese Figur konnte man einfach nur liebhaben. Mir persönlich hat dieser Roman wirklich sehr gut gefallen da ich mit ihm auch kurzweilige Lesestunden verbracht habe und deshalb vergebe ich sehr gerne alle fünf Sterne für den Roman.

Die Lilienbraut

Von: Gabriela Riep Datum: 12. June 2020

Was habe ich erwartet als ich mir dieses Buch vorbestellte hatte?? Die Autorin Teresa Simon ist mir durch ihre Bücher bekannt. Sie reist gerne in die Vergangenheit. Sie bewegt sich damit an der Grenze wo Zeitgeschichte zum Historischen Roman wird. Eine Zeitreise in die Zeit , unser Eltern & Groß & Urgroßeltern. Eine Zeit, wo es nach dem Krieg in den Familien mehr Fragen als Antworten gab, denn keiner wollte mehr darüber reden. Und genau da setzt der Roman die Lilienbraut an. Ein Roman mit Tiefe, mit Zeitgeschichte, mit Antworten und wenn man es so will auch mit Lernfaktor in Bereich der Duftherstellung. Ein Roman der in den Vierzigerjahren & in der Gegenwart in Köln spielt und einen in die Welt der Düfte verführt. Mit zwei Hauptpersonen, der junge Nellie in den Kriegsjahren & der jungen Liv in der Gegenwart. Zwei Frauen die sich nie persönlich kennen gelernt haben, aber mit einander verwandt sind und beide haben ein untrügliches Gespür für Düfte, Zwei Frauen die ihre eigene Geschichte haben, die unterschiedlicher nicht sein kann, auf Grund unterschiedlichen Jahrzehnte. Ein Buch was man nicht aus der Hand legt, denn man würde es gerne in einem Rutsch zu Ende lesen. So erging es jedenfalls mir

Wieder ein fesselndes Werk der Autorin

Von: Flotter Anton Datum: 12. June 2020

Mit diesem Werk nimmt uns Teresa Simon mit nach Köln und gibt uns einen Einblick in die Welt der Düfte. Normalerweise finde ich bei einem Buch mit einem historischen und einem gegenwärtigen Strang fast immer den historischen Teil interessanter, aber bei dieser Geschichte vermag ich mich nicht zu entscheiden, welcher Teil mir besser gefiel. Im historischen Strang begegnen wir Nellie und ihrer Familie und erleben an ihrem Schicksal und dem ihrer Freunde und Bekannten sozusagen hautnah die Schrecken des Zweiten Weltkriegs mit. Hinzu kommt Nellies nicht nur aussichtlos erscheinende, sondern auch verbotene Liebe zu dem Mann ihrer Träume. In diesem Teil der Geschichte durchlebte ich das ganze Spektrum der Emotionen. Angst und Schrecken, Not und Elend sowie Hass und Rassismus, aber auch Hilfsbereitschaft und Freude sowie die unterschiedlichen Formen der Liebe. Im gegenwärtigen Strang spielt Liv die Hauptrolle und es ist nicht weniger interessant, denn sie stößt auf ein Familiengeheimnis. Auch hier gibt es ein Auf und Ab der unterschiedlichsten Gefühle. Sehr geschickt ist es der Autorin gelungen, beide Stränge zu einem einheitlichen Werk zu vereinen. Hierzu auch Tagebucheinträge zu nutzen, fand ich eine klasse Idee. Schreibstil! Was soll ich zum Schreibstil sagen? Er ist flüssig und fesselnd – für mich einfach grandios. In beiden Zeitebenen spielen Düfte und Parfüme eine große Rolle. Da ich mich bisher mit dieser Materie noch nie intensiver beschäftigt habe, fand ich diese Einblicke sehr interessant. Wieder einmal beeindruckt hat mich das breit gefächerte Wissen der Autorin über die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges. So gab es auch für mich wieder neue Informationen wie z. B. über die Edelweißpiraten. Neben fünf (mehr geht leider nicht) glanzvollen Sternen bekommt das Buch von mir eine unbedingte Leseempfehlung.

Dufte Lesezeit

Von: get lucky Datum: 08. June 2020

Ich bin duftverliebt in mein Holundergelee und habe einen dufte Buchtipp (Werbung) für euch dabei: Die Lilienbraut ~ Teresa Simon: Köln in den Vierzigerjahren. Die junge Nellie Voss hat gerade eine Stelle bei 4711 angetreten. Schnell wird ihr klar, dass sie ein untrügliches Gespür für Düfte hat. Ab und zu vergisst sie darüber sogar, dass ein schrecklicher Krieg tobt. Doch noch mehr beschäftigt sie ihre aussichtslose Liebe zu einem Mann, den sie nicht haben darf ... Köln in der Gegenwart: Nach ihrer schmerzhaften Trennung eröffnet Liv einen kleinen Laden für Seifen und Düfte im Stadtviertel Ehrenfeld. Eines Tages begegnet sie auf der Straße zufällig einer geheimnisvollen weißhaarigen Dame, die bei ihrem Anblick regelrecht erschüttert ist und sie beschimpft. Wer ist sie, und was verbindet sie mit Liv? habe auf dem Blog bereits zwei ihrer Bücher vorgestellt, Die Oleander Frauen und Die Holunder Schwestern, na klar ist da die Freude groß, wenn man ein Neues rezensieren darf! Ich habe schnell hineingefunden in eine spannende Geschichte in Form eines Tagebuchs im zweiten Weltkrieg - schön fna ich die dafür gewählte Schriftart! Die Gegenwart irritierte mich zunächst ein bisschen, bis ich dann dahinter kam, dass Nina vom Klappentext, Liv im Buch darstellt ;0) Die Charaktere der Vergangenheit fand ich dieses mal sympathischer und die Geschichte bei weitem nicht so konstruiert, wie die aus der Neuzeit, das war mir oft ein bisschen „too much“ ! Ich hatte aber auf alle Fälle feinen Lesestoff - 4 Sterne ⭐️ dafür ! Lieben Dank @bloggerportal und @heyne.verlag für das Rezensionsexemplar!

Wieder ein wunderbares Buch der Autorin

Von: Britta H. Datum: 07. June 2020

In ihrem neuesten Roman nimmt Teresa Simon ihre Leserinnen und Leser wieder mit auf eine Zeitreise in zwei Zeitebenen, diesmal in das Köln der 1940er-Jahre und Köln in der Gegenwart. Ich war auch bei diesem Buch von Anfang an gefesselt vom gefühlvollen und spannendem Schreibstil der Autorin. Die Geschichte um Nelli und Nina ist wirklich sehr beeindruckend geschrieben und recherchiert. Teresa Simon hat es erneut geschafft mich für ihr Buch zu begeistern und ich werde es definitiv oft und gern weiterempfehlen.

Eine vernotene Liebe

Von: Martinas Buchwelten Datum: 06. June 2020

Voller Vorfreude habe ich bereits auf den neuen Roman von Teresa Simon gewartet. Bisher habe ich alle ihre Bücher verschlungen. Auch der neue Roman spielt auf zwei Zeitebenen, wie bereits die Vorgänger. Im Gegenwartsstrang sind wir in Köln 2019. Die junge Niederländerin Liv hat eine schmerzhafte Trennung hinter sich. Da kommt ihr das Erbe ihrer verstorben Tante Wimmi gerade recht, um ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Gemeinsam mit ihrem Sohn Thijs zieht sie von Holland nach Deutschland, denn die Erbschaft erhält sie nur, wenn sie nach Köln zieht. Im hippen Stadtteil Ehrenfeld eröffnet sie ihr kleines Duftparadies. Mit Duftseminaren möchte sie Interessenten anlocken. Ihr Ziel sind persönliche Duftkreationen für ihre Kundinnen. Ihr anfänglicher Erfolg scheint einigen Menschen jedoch nicht wirklich zu gefallen und schon bald muss sie sich mit feigen Attacken auf ihr Geschäft auseinandersetzen.... In der Vergangenheit lernen wir Nellie kennen, die als Bürokraft bei 4711 arbeitet. Chefparfumeur Luuk van Geelen entdeckt, dass Nellie "eine Nase" ist und Duftessenzen eines Parfums erkennen kann. Er gibt ihr die Chance als seine Assistentin mehr über Düfte zu lernen und eigene Ideen und Kreationen herzustellen. Als der Krieg ausbricht benötigen die Menschen eher Lebensmittel als Duftkreationen und die Arbeitsplätze bei 4711 werden immer weniger. Zusätzlich muss sich Nellie Sorgen um ihren jüngeren Bruder machen und selbst leidet sie an einer unerreichbaren Liebe, die keine Zukunft haben kann.... Durch den lebendigen Schreibstil der Autorin ist man sofort mitten im Geschehen. Teresa Simon hat sich diesmal etwas intensiver mit dem Zweiten Weltkrieg auseinandergesetzt. Die Bombennächte in Köln werden sehr lebendig und eindringlich beschrieben. Ich habe mit Nellie und ihrer Familie gebangt, konnte den Hunger und das Leid durch die Zeilen spüren. In beiden Zeitsträngen erfährt man mehr über die verschiedenen Methoden der Duftherstellung, was ich faszinierend fand. Als Leser erfährt man hier viel Neues und Interessantes. Die facettenreichen Charaktere hat man schnell ins Herz geschlossen. Liv ist eine sympathische Frau, die sich liebevoll um ihren Sohn kümmert, vor Ideen nur so sprüht und trotz Anfeindungen nicht so schnell die Flinte ins Korn wirft. Nouria, die ihr im Laden zur Hand geht, sprüht vor Leben und ist die geborene Verkäuferin. Ihre Familie geht ihr über alles, auch wenn sie mit den alten Traditionen nicht viel anfangen kann und rebelliert. Besonders ins Herz geschlossen habe ich den kleinen Thijs mit seinem Kuscheltier Pinki. Nellie ist eine offene, aber ein bisschen naive junge Frau, die auch während des Krieges, dem Elend und der Not nicht so schnell aufgibt. Sie sorgt sich besonders wegen ihres Bruders Martin, der sich den sogenannten Edelweiß-Piraten anschließt und sich in Gefahr begibt. Aber auch ihre beste Freundin Greta schlägt im Krieg Wege ein, die Nellie nicht gutheißen kann. Auch wenn man nicht immer mit den Schicksalen einiger Figuren zufrieden ist, weil sie uns während der Geschichte verlassen müssen, habe ich mit ihnen gebangt, gezittert und gehofft... Während die verbotene Liebe von Nellie im Vergangenheitsstrang einen großen Teil einnimmt und mich sehr berühren konnte, war mir der Love Interest in der Gegenwart weder richtig sympathisch, noch konnte ich die aufkeimende Liebe zwischen den Beiden fühlen. Lange fragt man sich wie die beiden Frauenschicksale zusammen hängen könnten. Ein paar Vermutungen hatte ich, die auch eintrafen. Bei einigen hatte ich wiederum überhaupt keine Ahnung. Teresa Simon ist es perfekt gelungen zum Schluss alle losen Enden zusammenzuführen. Es bleiben keinerlei Fragen offen. Gerne empfehle ich "Die Lilienbraut" weiter. Am Ende findet man ein historische Nachwort zur Firma 4711 und erfährt mehr über die Edelweißpiraten und die Bombardierungen Kölns. Auch die gewohnten Rezepte, die man in jedem Buch der Autorin finden kann, dürfen nicht fehlen. Diesmal sind es Speisen aus der Kölner Region. Fazit: Eine duftende Reise in das Köln von damals und heute. Zwei starken Frauenfiguren, die man schnell ins Herz schließt und ein Familiengeheimnis, das beide verbindet. Wieder eine gelungene Story von Teresa Simon, die ich gerne gelesen habe, aber nicht an mein Lieblingsbuch der Autorin herankommt.

Der Krieg und eine verbotene Liebe

Von: Marakkaram Datum: 05. June 2020

"Die Lilienbraut" ist mein erster Roman von Teresa Simon. Eine Autorin, die unter ihrem richtigen Namen für historische Romane bekannt ist und diese fundierte Recherche merkt man auch hier. Köln in den 40-iger Jahren und die täglichen Gräuel des Krieges sind großartig und unheimlich realistisch geschildert. Und auch die kurzen Einblicke in die Dufthäuser Farina und 4711 sind sehr interessant. Allerdings hätte ich mir im Nachhinein weniger Themen und dafür tiefere Einblicke z.B. zu den Edelweißpiraten oder auch 4711 gewünscht. Es gibt - wie in dem Genre üblich - zwei Zeitebenen. So beginnt die Vergangenheit immer mit einem Tagebucheintrag von Nellie, der dann irgendwann in die 3. Person übergeht. Das ist gut gewählt, denn es bringt einem die junge Frau, die aus einfachen Verhältnissen stammt und heimlich in den hübschen jungen Kaplan verliebt ist, ein wenig näher. Nellie ist ein starker, authentischer aber auch recht einfacher Charakter. Und obwohl es emotionale Momente gab, die mich schon sehr berührt haben, blieb ihre Geschichte zuweilen etwas distanziert und die Liebesgeschichte konnte mich nicht ganz überzeugen - vielleicht auch weil sie irgendwann eher im Hintergrund ablief. In der Gegenwart geht es um Liv. Die in Holland aufgewachsene junge Frau ist grade frisch getrennt und mit ihrem kleinen Sohn nach Köln gezogen. In Ehrenfeld hat sie sich ihren Traum erfüllt und das "göttliche Düftchen" eröffnet. Kein einfacher Plan in dieser Gegend, vor allem, weil jemand gezielt etwas gegen sie oder ihr Geschäft zu haben scheint. Auch hier gibt es die obligatorische Liebesgeschichte, die es (meiner Meinung nach) absolut nicht gebraucht hätte. Denn so entstanden Themen, die den Wichtigeren gefühlt irgendwie den Platz weggenommen haben, Themen bei denen ich gerne mehr in die Tiefe gegangen, mehr erfahren hätte. Dazu kommt, dass ich mit Liv auch nicht so wirklich warm wurde. Als Hauptprota bleibt sie recht blass und ein paar Ecken und Kanten hätten ihr ganz gut getan. Die Geschichte hat allerdings auf beiden Zeitebenen großartige Nebencharaktere, die wirklich begeistern - wie Nellies Freundin Greta Farina. "Die Lilienbraut" ist ein toll recherchierter Familienroman, die Geschichte mutiger junger Frauen in den Zeiten des Krieges, einer verbotenen Liebe und wunderbaren Duftkompositionen. Leider etwas überladen und dadurch mit zu wenig Tiefe und Emotionen. Mir gefallen bislang die Romane unter ihrem Klarnamen deutlich besser - aber ich bin auch gespannt auf die Vorgängerromane unter Teresa Simon. Dieser bekommt gute 3 Sterne von mir.

Eine Lektüre voller Geheimnisse

Von: zauberblume Datum: 05. June 2020

In ihrem neuen Roman entführt uns die Bestsellerautorin nach Köln. Und hier ins Stadtviertel Ehrenfeld verschlägt es unsere Protagonistin Liv, denn das war die Voraussetzung um das Erbe von Tante Wimmi anzutreten. Und so verlässt Liv mit ihrem Son Thjis, nach einer schmerzlichen Trennung von ihrem Lebensgefährten, Maastricht und verwirklicht sich im Stadtviertel Ehrenfeld den Traum von einem eigenen Laden. Ihr „Göttliches Düftchen“ ist wirklich ein absolutes Schmuckstück. Doch dann begegnet ihr eine alte Dame, die bei ihrem Anblick regelrecht erschüttert ist und sie beschimpft. Liv steht vor einem Rätsel. Wir dürfen aber auch eine Reise in die Vergangenheit machen und befinden uns in den Vierzigerjahren in Köln. Hier lernen wir die junge Nellie Voss kennen, die eine Stelle bei 4711 angetreten hat. Nellie hat ein ganz besonderes Gespür für Düfte und sie liebt ihre Arbeit. Doch das Land befindet sich im Krieg. Außerdem verliebt sich Nellie – doch diese Liebe darf nicht sein… Wow! Der Schreibstil der Autorin ist einfach super. Diese Geschichte spielt ja auch zwei Zeitebenen. In der Vergangenheit befinden wir uns in den Jahren 1940-45. Wir erleben Nellie als junge Frau, sie erlebt die erste Liebe und freut auf ihre Arbeit im Labor, wo sie beim Kreieren neuer Düfte mithelfen darf. Doch wir lernen auch die dunklen Schatten dieser Zeit kennen. Das Land befindet sich im Krieg. Und so macht auch das Schicksal vor Nellies Familie nicht halt. Die Autorin lässt einfach Geschichte wieder lebendig werden. Und man erlebt sie mit all ihren Grausamkeiten. Doch dann befinden wir uns wieder im hier und jetzt und lernen Liv, eine äußerst liebenswerte Protagonistin kennen. Ihren Sohn Thijs habe ich sofort ins Herz geschlossen. Liv ist eine bemerkenswerte junge Frau und in ihrem Laden – den man am liebsten nicht mehr verlassen will – taucht man in die geheimnisvolle Welt der Düfte ein. Ich habe einiges über Herz- und Kopfnote gelernt und was bei der Zusammenstellung einzelner Düfte wichtig ist. Interessant, dass es für jeden Mensch den passenden Duft gibt. Und dann ist da Jan, ein sympathischer Mann, der Thijs Herz im Sturm erobert hat und der auch bei Liv Gefühle weckt. Ich habe mit Nellie und Liv, zwei ganz besonderen Frauen mitgelitten, gehofft und gebangt, doch leider können nicht alle Träume wahr werden. Und am Ende gibt es ja noch eine ganz besondere Überraschung, denn es kommt ein Geheimnis ans Licht. Ein Lesevergnügen der Extraklasse, ein absolutes Lesehighlight, das mich zum Teil tief berührt hat. Ich hatte absolute Traumlesestunden. Außerdem werden wir noch mit tollen Rezepten am Ende des Buches verwöhnt. Das Cover gefällt mir auch sehr. Gerne vergebe ich für diese Traumlektüre 5 Sterne.

Zauberhafte Welt der Düfte

Von: Tanja W. Datum: 04. June 2020

Klappentext: Köln in den Vierzigerjahren. Die junge Nellie Voss hat gerade eine Stelle bei 4711 angetreten. Schnell wird ihr klar, dass sie ein untrügliches Gespür für Düfte hat. Ab und zu vergisst sie darüber sogar, dass ein schrecklicher Krieg tobt. Doch noch mehr beschäftigt sie ihre aussichtslose Liebe zu einem Mann, den sie nicht haben darf ... Köln in der Gegenwart: Nach ihrer schmerzhaften Trennung eröffnet Liv einen kleinen Laden für Seifen und Düfte im Stadtviertel Ehrenfeld. Eines Tages begegnet sie auf der Straße zufällig einer geheimnisvollen weißhaarigen Dame, die bei ihrem Anblick regelrecht erschüttert ist und sie beschimpft. Wer ist sie, und was verbindet sie mit Liv? Meine Meinung: Ich mag die Bücher von Teresa Simon sehr, besonders den sehr gut recherchierten historischen Teil. Ich finde es sehr wichtig, dass die Zeit vor dem Krieg und während des Krieges nicht in Vergessenheit gerät. So etwas darf sich nicht wiederholen. Ich muss gestehen, dass es auch immer wieder Dinge gibt in ihren Romanen, die ich noch nicht wusste. In "Die Lilienbraut" gibt es zwei Erzählstränge, einmal ab 1940 und einmal in der Gegenwart. 1940 geht es um Nellie, die mit ihrer besonderen Gabe eine Stelle im Büro bei 4711 antritt. Ziemlich rasch entdeckt der Chefparfümeur Luuk van Geeren ihre besondere Gabe für Düfte und nimmt sie unter seine Fittiche. Unterdessen spitzt sich die politische Lage immer mehr zu. Doch Nellie sorgt sich nicht nur deswegen, sie ist unglücklich in einen Mann verliebt, den sie nicht lieben darf... In der Gegenwart lernen wir Liv kennen, die nach einer schmerzhaften Trennung ein neues Leben mit ihrem kleinen Sohn in Ehrenfeld beginnt. Liv eröffnet einen besonderen Läden für selbstkreierte Düfte. Doch sie macht sich nicht nur Sorgen um ihren Laden. Eine mysteriöse, alte Dame beschimpft sie immer wieder. Was will die Dame von Liv? Zum Glück gibt es da noch Jan, der Liv nicht mehr aus dem Kopf geht. Die beiden Erzählstränge werden abwechselnd erzählt, was zusätzlich Spannung aufbaut. Der Schreibstil von Teresa Simon ist so besonders, man fühlt z. B. richtig die Angst bei den Bombenanschlägen. Nellie und Liv sind beide sehr sympathische, junge Frau mit einem besonderen Gespür für Düfte und die mutig ihr Leben in die Hand nehmen. Beide sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich habe mit ihnen gelitten, gehofft, gebangt und gelacht, an manchen Stellen musste ich auch ein paar Tränchen verdrücken. Ich vergebe für diesen wunderschönen, historischen Roman 5 ⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐ von 5 Sternen und freue mich schon sehr auf das nächste Buch von Teresa Simon.

Himmlische Düfte

Von: Klaudia K. Datum: 02. June 2020

Der in zwei Zeitebenen verlaufende Roman "Die Lilienbraut " von Teresa Simon spielt zum einen in der Vergangenheit zwischen 1940 - 1945 sowie der Gegenwart im Jahr 2019. In den Kriegsjahren arbeitet Nellie in Köln als Büroangestellte in der Manufaktur "4711". Der Chefparfümeur Luuk van Geeren entdeckt bei Nellie die Begabung außergewöhnliche Düfte zu kreieren und entschließt sich der jungen Frau eine Chance als seine Assistentin zu geben, um neue Düfte zu erfinden während in der Zwischenzeit der Krieg im Land tobt. Nellie ist in einen Priester verliebt, der ihre Liebe in aller Heimlichkeit erwiedert. Die beiden Menschen gestehen sich ihre Liebe, auch wenn sie vom Klerus verboten ist... In der zweiten Zeitebene, die im Köln im Jahr 2019 spielt, beginnt Liv kurz nach ihrer Trennung von Hendrik ein neues Leben in dieser großen Stadt. Im Stadtteil Köln - Ehrenfeld eröffnet sie ein eigenes Geschäft mit dem Namen "Göttliches Düftchen". Die notwendigen Mittel stammen aus ihrem Erbe, das ihr Tante Wimmi hinterließ. Liv hat einen süßen kleinen Sohn, Thijs, der sein Stofftier Pinki, ein kleines Schweinchen, über alles liebt. Sie begegnet Nouria, einer toughen jungen Frau, die sie kurzerhand als Hilfe für ihr kleines Geschäft einstellt, beide Frauen verstehen sich sehr gut und bilden ein harmonisches Arbeitsteam. Als Liv schließlich Jan begegnet, erwachen bei ihr schon längst vergessene Gefühle, obwohl sie mit Männern, durch ihre schlechten Erfahrungen mit Hendrik, nichts mehr zu tun haben wollte. Wird sie sich auf eine neue Beziehung einlassen? Was sie sehr erstaunt ist, dassJans Großmutter Karin eine erstaunliche Geschichte über ihre Familie weiß. Liv kreiert in ihrem Laden himmlische Düfte. Es ist schon erstaunlich, dass unser Geruchssinn über eine Billion Gerüche wahrnehmen kann - was mehr emotionale Eindrücke bewirkt als Augen und Ohren zusammen wahrnehmen könnten. Liv ist eine herzliche und fürsorgliche Mutter, die mit beiden Beinen im Leben steht und sich trotz ihrer Fehlschläge nicht vom Leben unterkriegen lässt. Jan hat braune Augen und beeindruckt Liv über seine frische und freche Art. Es rührt Liv sehr, wie Jan mit dem kleinen Thijs umgehen kann und ihr damit ein wenig Zeit verschafft, wenn es in ihrem Geschäft terminlich eng wird. Jan ist selbst Teilhaber eines Restaurants "Delirium" das ausgesprochen leckere Speisen anbietet. Ganz besonders interessant fand ich an diesem Roman die vielen Einblicke in Methoden zur Kreation neuartiger Düfte. Die Kriegsthematik des zweiten Weltkriegs hingegen wurde in vielen Romanen schon mehr oder weniger erschöpfend und in so ausgedehnter Weise beleuchtet, so dass es mir sehr wünschenswert erscheint, wenn sich die Romane möglichst auch in andere Richtungen orientieren würden, zumal historische Romane in den entsprechenden Epochen und menschlichen Gegebenheiten viele weitere und für die Leserschaft weitaus ansprechendere Motive und Anregungen finden könnten als das mittlerweile recht langweilig wirkende Kriegsgeschehen des zweiten Weltkriegs. Das beigelegte Lesezeichen ist wunderschön; auch die Rezepte im Anhang verführen zum Ausprobieren. Das Cover ist frisch und weist auf die symbolträchtigen Lilien hin, es ist ein bezaubernder Hingucker. Insgesamt empfand ich den Roman "Die Lilienbraut " als den schwächsten der Reihe. Dabei habe ich schon so sehr auf sein Erscheinen hingefiebert und wurde, ganz besonders durch das wirklich erschöpfend beleuchtete und erneute zweite Weltkriegsthema, sehr enttäuscht. Mit den in diesem Roman vorgestellten Charakteren konnte ich auch nicht so recht warm werden. Eine kleine Bemerkung möchte ich noch zum Cover des in 2021 angekündigten Buches von Teresa Simon machen. Ich finde es passt gar nicht zu der bisherigen Reihe, was mich auch recht enttäuscht. Einen herzlichen Dank an den Heyne Verlag für das Leseexemplar.

Zwei verschiedene Frauen und eine Gemeinsamkeit

Von: Ulla Leuwer Datum: 29. May 2020

Meine Meinung: Bücher von Teresa Simon habe ich bisher immer mit Begeisterung gelesen und deshalb freute ich mich auf ein weiteres Buch von ihr. Ihrem Stil treu bleibend, hat sie in der Hauptsache über zwei Frauen geschrieben, die in verschiedenen Zeiten lebten, über Nellie in den Vierzigerjahren und Liv in der heutigen Zeit. Irgendetwas musste die Frauen verbinden, denn beide hatten eine sehr gute Nase und ein besonderes Gespür für Düfte. Im Wechsel habe ich dann einiges über das Leben von Nellie und Liv erfahren. Beides fand ich sehr interessant, gab es doch gleichzeitig auch den Zeitgeist, besonders bei Nellie wieder. Wobei ich allerdings gestehen muss, diesmal fand ich alles rund um Liv wesentlich interessanter. Ereignisse im Leben und der Umgebung von Nellie waren für mich nicht neu, verschiedenes hatte ich in der letzten Zeit schon öfter gelesen. Tatsache ist allerdings, dass damals viele solche Erlebnisse wie Nellie hatten. Ok, eine wahrscheinlich nicht so unbedingt und die erinnerte mich etwas an das Buch Die Dornenvögel. Liv stand vor mehreren Rätseln, weshalb musste sie das Erbe der Tante in Köln-Ehrenfeld antreten?Sie konnte sich nicht erklären, weshalb ihr Steine in den Weg gelegt werden und weshalb eine Dame so merkwürdig reagiert. Wir beide müssen lange warten, bis wir erfahren Antworten auf alles bekommen. Bis dahin muss Liv auch mit dem ganz normalen Alltag einer berufstätigen Mutter fertig werden. Wobei ich ihre Arbeit sehr interessant fand und zu gerne mal an einem Seminar teilgenommen hätte. Die Einblicke, die mir die Autorin gewährt hat, waren sehr interessant. Mich hat das Buch mal wieder gut unterhalten, am Ende war ich dann auch mit allem zufrieden. Fazit: Zwei Frauen mit einer besonderen Begabung, beide haben mit Düften zu tun. Geheimnisse werden aufgedeckt, geschichtsträchtige Erlebnisse werden erwähnt und für beide Frauen gab es romantische Zeiten. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung.

Ein Buch, welches man einfach lesen muss!

Von: Bettina Hertz Datum: 27. May 2020

Inhalt: „Köln in den Vierzigerjahren. Die junge Nellie Voss hat gerade eine Stelle bei 4711 angetreten. Schnell wird ihr klar, dass sie ein untrügliches Gespür für Düfte hat. Ab und zu vergisst sie darüber sogar, dass ein schrecklicher Krieg tobt. Doch noch mehr beschäftigt sie ihre aussichtslose Liebe zu einem Mann, den sie nicht haben darf … Köln in der Gegenwart: Nach ihrer schmerzhaften Trennung eröffnet Liv einen kleinen Laden für Seifen und Düfte im Stadtviertel Ehrenfeld. Eines Tages begegnet sie auf der Straße zufällig einer geheimnisvollen weißhaarigen Dame, die bei ihrem Anblick regelrecht erschüttert ist und sie beschimpft. Wer ist sie, und was verbindet sie mit Liv?“ Mit ihrem neuen Roman „Die Lilienbraut“ präsentiert uns Autorin Teresa Simon wieder eine einmalige und sehr bewegende Geschichte. Schauplatz ist Köln und sein Stadtviertel Ehrenfeld. Teresa Simon hat mich mit ihrem wunderbaren, bildhaften und lebendigen Schreibstil von der ersten Seite an mitgerissen. Es ist alles an Erzählkunst vorhanden, was sich der Leser nur wünschen kann, eine spannende Story, Historie, Romatik, Humor, Tragik und absoluter Tiefgang. Die Geschichte wechselt sich in zwei Zeitebenen kapitelweise ab. So lernen wir in der Vergangenheit Nellie und in der Gegenwart Liv kennen. Beide Frauen verbindet die Welt der Düfte und den Handlungsort Köln-Ehrenfeld. Besonders das Leben in Ehrenfeld, seine Atmosphäre ist hier sehr gut zu spüren. In der Vergangenheit natürlich vom Grauen des Krieges geprägt, die Menschen gezeichnet an Leib und Seele. Aber auch das jetzige Köln-Ehrenfeld, ein quirliges, kulturelles Miteinander ist hier wunderbar eingebettet. Und man ist sich sehr bewusst, wie gut es uns in der heutigen Zeit geht. Ich fand beide Erzählstränge gleichermaßen spannend. Die ersten Fäden werden in den Vierziger Jahren bei Nellie gezogen und laufen in der Gegenwart achtzig Jahre später in Liv‘s „Göttliches Düftchen“ zusammen. Stück für Stück bekommen wir das ganze Ausmaß der Verbindung zwischen Nellis und Liv’s Familie präsentiert. Das war unglaublich emotional. Die Charaktergestaltung ist Teresa Simon durch und durch gelungen. Alle Figuren wirken auf mich authentisch. Nellie und Liv sind zwei starke, selbstbewusste Frauen. Ich hab sie sehr gemocht. Auch ihre Familien sind mir schnell ans Herz gewachsen. Die historische Kulisse untermauert Teresa mit reichlich Fakten, die man mitunter als Laie kaum erfahren würde. So lernte ich hier z. B. die „Edelweißpiraten“ kennen. Auch die enorm vielen Bombenangriffe auf Köln waren mir in diesem Maße nicht bewusst. Diese Bombennächte erleben wir mit Nellie und ihrer Familie und Freunden hautnah mit – sehr extrem und erschütternd. Das Kölner Unternehmen 4711 (Produktionsstätte in Ehrenfeld!) in die Geschichte mit einzubetten, finde ich nahezu genial. Überhaupt ist die Welt der Düfte sehr interessant in Szene gesetzt. Zu all diesen Fakten merkt man eine akribische Recherchearbeit zum Buch. Das Buch selbst hat ein tolles Cover, auf dem ich Nellie erkenne. Cover und Titel haben einen wunderbaren Bezug zum Buch, einmal an dieser Lesestelle angekommen, bekommt man wirklich Gänsehaut. Ein aufschlussreiches Nachwort inkl. toller Rezepte zum Nachbacken und Kochen rundet dieses kleine, große Buchwunder ab. Ich habe bis zum allerletzten Buchstaben gelesen und wollte nicht, dass es endet. „Die Lilienbraut“ hat mir so tolle Lesestunden bereitet, dass ich es kaum mit Worten beschreiben kann. Das Buch gehört definitiv zu meinen Jahreshighlights 2020. Es halt sehr lange nach und regt zum Nachdenken an. Ein Buch, welches man einfach lesen muss! Dafür gibt es fünf Sterne Plus.

Ein Buch, welches man einfach lesen muss!

Von: Bettina Hertz Datum: 27. May 2020

Inhalt: „Köln in den Vierzigerjahren. Die junge Nellie Voss hat gerade eine Stelle bei 4711 angetreten. Schnell wird ihr klar, dass sie ein untrügliches Gespür für Düfte hat. Ab und zu vergisst sie darüber sogar, dass ein schrecklicher Krieg tobt. Doch noch mehr beschäftigt sie ihre aussichtslose Liebe zu einem Mann, den sie nicht haben darf … Köln in der Gegenwart: Nach ihrer schmerzhaften Trennung eröffnet Liv einen kleinen Laden für Seifen und Düfte im Stadtviertel Ehrenfeld. Eines Tages begegnet sie auf der Straße zufällig einer geheimnisvollen weißhaarigen Dame, die bei ihrem Anblick regelrecht erschüttert ist und sie beschimpft. Wer ist sie, und was verbindet sie mit Liv?“ Mit ihrem neuen Roman „Die Lilienbraut“ präsentiert uns Autorin Teresa Simon wieder eine einmalige und sehr bewegende Geschichte. Schauplatz ist Köln und sein Stadtviertel Ehrenfeld. Teresa Simon hat mich mit ihrem wunderbaren, bildhaften und lebendigen Schreibstil von der ersten Seite an mitgerissen. Es ist alles an Erzählkunst vorhanden, was sich der Leser nur wünschen kann, eine spannende Story, Historie, Romatik, Humor, Tragik und absoluter Tiefgang. Die Geschichte wechselt sich in zwei Zeitebenen kapitelweise ab. So lernen wir in der Vergangenheit Nellie und in der Gegenwart Liv kennen. Beide Frauen verbindet die Welt der Düfte und den Handlungsort Köln-Ehrenfeld. Besonders das Leben in Ehrenfeld, seine Atmosphäre ist hier sehr gut zu spüren. In der Vergangenheit natürlich vom Grauen des Krieges geprägt, die Menschen gezeichnet an Leib und Seele. Aber auch das jetzige Köln-Ehrenfeld, ein quirliges, kulturelles Miteinander ist hier wunderbar eingebettet. Und man ist sich sehr bewusst, wie gut es uns in der heutigen Zeit geht. Ich fand beide Erzählstränge gleichermaßen spannend. Die ersten Fäden werden in den Vierziger Jahren bei Nellie gezogen und laufen in der Gegenwart achtzig Jahre später in Liv‘s „Göttliches Düftchen“ zusammen. Stück für Stück bekommen wir das ganze Ausmaß der Verbindung zwischen Nellis und Liv’s Familie präsentiert. Das war unglaublich emotional. Die Charaktergestaltung ist Teresa Simon durch und durch gelungen. Alle Figuren wirken auf mich authentisch. Nellie und Liv sind zwei starke, selbstbewusste Frauen. Ich hab sie sehr gemocht. Auch ihre Familien sind mir schnell ans Herz gewachsen. Die historische Kulisse untermauert Teresa mit reichlich Fakten, die man mitunter als Laie kaum erfahren würde. So lernte ich hier z. B. die „Edelweißpiraten“ kennen. Auch die enorm vielen Bombenangriffe auf Köln waren mir in diesem Maße nicht bewusst. Diese Bombennächte erleben wir mit Nellie und ihrer Familie und Freunden hautnah mit – sehr extrem und erschütternd. Das Kölner Unternehmen 4711 (Produktionsstätte in Ehrenfeld!) in die Geschichte mit einzubetten, finde ich nahezu genial. Überhaupt ist die Welt der Düfte sehr interessant in Szene gesetzt. Zu all diesen Fakten merkt man eine akribische Recherchearbeit zum Buch. Das Buch selbst hat ein tolles Cover, auf dem ich Nellie erkenne. Cover und Titel haben einen wunderbaren Bezug zum Buch, einmal an dieser Lesestelle angekommen, bekommt man wirklich Gänsehaut. Ein aufschlussreiches Nachwort inkl. toller Rezepte zum Nachbacken und Kochen rundet dieses kleine, große Buchwunder ab. Ich habe bis zum allerletzten Buchstaben gelesen und wollte nicht, dass es endet. „Die Lilienbraut“ hat mir so tolle Lesestunden bereitet, dass ich es kaum mit Worten beschreiben kann. Das Buch gehört definitiv zu meinen Jahreshighlights 2020. Es halt sehr lange nach und regt zum Nachdenken an. Ein Buch, welches man einfach lesen muss! Dafür gibt es fünf Sterne Plus.

Göttliches Düftchen

Von: Tiaras Bücherzimmer Datum: 25. May 2020

Inhaltsangabe: Köln in den Vierzigerjahren: Hier treffen wir auf Nellie Voss, die gerade bei 4711 zu arbeiten begonnen hat. Nellie hat ein gutes Gespür für Düfte und bekommt somit die Möglichkeit weiter ausgebildet zu werden. So gut es in der Arbeit läuft, steht sie privat vor einer aussichtslosen Liebe, denn die gehört einem Mann, den sie leider niemals haben kann..... Köln in der Gegenwart: Liv hat eine schmerzhafte Trennung hinter sich und lebt von da an mit ihrem Sohn alleine. Im Stadtviertel Ehrenfeld eröffnet sie einen kleinen Laden für Seifen und Düfte. Ihre Spezialität sind einzigartige Düfte, die sie nur für die jeweilige Person kreiert. Eines Tages begegnet sie einer älteren Dame, die bei ihrem Anblick erstarrt und sie wüst beschimpft..... Meine Meinung: Teresa Simon hat es wiedereinmal geschafft, mich mit ihrer Geschichte von der ersten Seite an zu begeistern. Ich kann mich gar nicht entscheiden, ob mir die Gegenwart oder die Vergangenheit besser gefallen hat. Beide Erzählstränge haben ihren besonderen Reiz, beide Frauen habe ich sehr in mein Herz geschlossen, da sie nie aufgeben und sehr stark sind. Ihnen wird wirklich nichts geschenkt und sie müssen hart um ihr Glück kämpfen. Die Liebe zu den Düften verbindet sie und ihre Begeisterung schwappte auch auf mich über. Teresa Simon beschreibt alles so wunderbar, ich konnte soviel lernen bei Liv in ihren Kursen und hatte stets die wohltuenden Gerüche in der Nase. Auch geschichtlich konnte ich mich weiterbilden, was die Autorin aber sehr geschickt in die Handlung eingebaut hat, ohne langweilig zu wirken. Natürlich ist die Geschichte auch sehr emotional, es herrscht Krieg, viel Leid, was mir stellenweise richtig unter die Haut ging. Man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen, fiebert und leidet richtig mit den Protagonisten mit und ich war sehr gespannt, welches Geheimnis sich um Liv und Nellie verbirgt. Ich liebe einfach den Schreibstil der Autorin, der einerseits sehr leicht und unbeschwehrt ist, aber andererseits auch viel Tiefgang hat und mich zu Tränen rührte. Das Buch kommt auf jeden Fall auf meine Jahresbestenliste, erhält 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung. Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar.

Köln, Duft und Krieg

Von: monerl Datum: 25. May 2020

Meine Meinung Mit ihrem neuen Roman nimmt die Autorin ihre Leser*innen nun mit nach Köln. Wie gewohnt begleiten wir in zwei Handlungssträngen die Protagonist*innen in der Gegenwart auf der Suche nach ihren Wurzeln in der Vergangenheit. Beide Handlungsstränge verbindet ein Geheimnis, das über Tagebucheinträge nach und nach aufgedeckt wird. Dabei tauchen wir mit der Protagonistin Liv in die Geschichte Kölns zur Zeit des 2. Weltkriegs ein, beginnend im Mai 1940, und erleben lesend die beiden furchtbaren Angriffe “Tausend-Bomber-Angriff” sowie den “Peter-und-Paul-Angriff” in Köln mit. Dieses Mal werden wir von besonderen Düften verzaubert und erfahren einiges über das Unternehmen 4711, das vielen durch den gleichnamigen Duft als – Kölnisch Wasser – bekannt ist. Wie Nellie lernen wir, wie Düfte kreiert werden und was Kopf-, Herz- und die Basisnote bedeuten. Auch in diesem Roman ist die intensive Recherche von Teresa Simon zu Historie, Stadt und Themen zu erkennen. Das macht zu einem großen Teil das besondere Lesevergnügen aus. Kantige Charaktere vervollständigen das Buch und lassen die Geschichte authentisch wirken, in der historische Fakten mit der Fantasie der Autorin wundervoll harmonieren. Dieses Mal lernen wir eine ganz besonders vielfältig bunte Mischung an Figuren kennen, deren Herkunft ihre eigenen Geschichten schreibt. Teresa Simon ist das Pseudonym einer sehr bekannten deutschen Autorin, auf deren gekonnte Umsetzung ich mich immer verlassen kann, wenn es um Familiengeschichten, Geheimnisse und Geschichten #GegenDasVergessen geht. Fazit Ein Unterhaltungsroman auf hohem Niveau, der durch Sprache, Ortskenntnis, Spannung und Tragik besticht. Im historischen Nachwort erfahren Leser*innen u. A. auch über die Edelweißpiraten, für die es in Köln-Ehrenfeld eine Gedenktafel gibt. Und wer nach dem Lesen Hunger bekommen hat, kann die Rezepte ausprobieren, die sich als Schmankerl am Ende des Buches befinden.

Köln in der Vergangenheit und der Gegenwart – die emotionale Geschichte zweier Frauen

Von: Lesemaus199 Datum: 25. May 2020

‚Zauberhafte Düfte, eine Frau mit einem besonderen Talent und eine schicksalhafte Liebe‘ Bei dem berühmten Dufthersteller 4711 darf Nellie Voss ihre Stelle antreten. In Mitten der Kriegsjahre kann sie mit dem kleinen Auskommen der Familie etwas unter die Arme greifen. Ihre feine Nase ermöglicht ihr, die Freude an Düften zu erkunden. Doch wie lange kann dies noch gutgehen in den Zeiten von Krieg, Tod und Entbehrungen? Liv eröffnet in Köln in der Gegenwart ein Geschäft für ausgewählte Seifen und Düfte. Auch Workshops zur Herstellung von Düften bietet sie an. Auch wenn sie und ihr Sohn neu in der Stadt sind, knüpfen sie schnell Freundschaften. Doch nicht alle sind ihr wohlgesinnt. Werden Liv und ihr Sohn es schaffen, sich in Köln ein neues Leben aufzubauen? Wie schon in den vorherigen Büchern schafft es Teresa Simon den Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitzunehmen. Von Wut und Hass bis bedingungslose Liebe sind alle Gefühle in dem Buch vertreten und projiziert sich beim Lesen auf den Leser. Man vergisst das hier und jetzt und verliert sich in den beiden Geschichten. Eine ganz klare Leseempfehlung gibt es von mir für dieses wunderschöne Buch.

Im Rausch der Düfte und Emotionen

Von: Kristall86 Datum: 24. May 2020

!ein Lese-Highlight 2020! Köln, damals in den 1940er Jahren: Nellie Voss hat eine Arbeit beim Unternehmen 4711 erhalten. Der Duft des Unternehmens hat sie eingenommen und man merkt schnell das sie ein besonders Gespür für Düfte hat - und das alles in Kriegszeiten. Die Stadt ist schwer getroffen und jeder kämpft um sein Leben. Wenn da nicht auch noch die Liebe wäre.. Eine Liebe mit schweren Tücken... Köln, heute: Liv‘s Eröffnung ihres kleinen Duftladens ist gerade der richtige Seelentröster in ihrem gebeutelten Leben. Sie kann sich so gut wegträumen in den Düften und irgendwie geben sie ihr ein bisschen Halt. Bis eines Tages eine Dame in ihr Leben tritt, bei der ihr der Atem stockt... Autorin Teresa Simon ist bekannt für ihre wundervollen Romane. Mittlerweile ist es der fünfte dieser „Reihe“ den ich gelesen habe. Fazit: Wenn man denkt, Simon schreibt sehr gut und einnehmend, der irrt, denn es geht noch besser und der sollte unbedingt auch diese Geschichte lesen, denn diese hier, ist wieder ein absolutes Highlight! Gleich zu Beginn der ersten Seiten taucht man als Leser wieder völlig ab. Der Einstieg ist fesselnd, bildhaft beschrieben und man kann gar nicht anders als immer weiter zu lesen. Wenn man dann Nellie und später auch Liv kennen gelernt hat, entsteht ein großes Puzzle und im immer währenden Lesesog erahnt man dann so langsam wie sich alles zusammensetzt. Simon überrascht dann dennoch immer wieder mit besonderen Passagen und hält den Leser ganz fest und kontinuierlich bei Lese-Laune. Der rote Faden der Geschichte ist schnell erkannt und bei den ganzen Beschreibungen kommt man nicht drumherum mal selbst an die eigene Parfumauswahl zu gehen und zu schnüffeln. Simons Charaktere nehmen viel Raum ein und füllen diesen perfekt. Sie zeigen Gefühle, Emotionen aber auch die damalige und auch die heutige Zeit wieder. Die Geschichte Kölns zu Kriegszeiten war schon sehr detailliert geschildert und das passt so gut zu Nellie und ihrer Welt. Aber auch Livs Leben heute ist realistisch gestaltet. Hier und da etwas vorhersehbar aber das ist auch völlig in Ordnung. Das Leben bietet einen manchmal Chancen, die man nutzen sollte. Teresa Simon ist wirklich unglaublich mit ihrer Geschichtenwahl. Es macht so viel Freude und Lust in ihren Büchern abzutauchen, den Figuren zu folgen, mit ihnen zu lieben und zu leiden. Ich habe selten so eine hervorragende Autorin erlebt wie sie! Diese Geschichte entwickelt einen Sog. Man kann sich nicht entziehen! Für dieses kleine große Meisterwerk vergebe ich 5 von 5 Sternen, wobei das noch viel zu wenig ist ;-)

Die Lilienbraut

Von: Monika Windthorst Datum: 24. May 2020

Das neue Buch von Teresa Simon entführt den Leser in die magische Welt der Düfte. Mit Liv und Nellie hat sie wieder 2 zwei starke Frauenchar Die Lilienbraut Das neue Buch von Teresa Simon entführt den Leser in die magische Welt der Düfte. Mit Liv und Nellie hat sie wieder 2 zwei starke Frauencharaktere geschaffen, die mit ihrer Lebensgeschichte in den Bann schlagen. Krieg, Hunger und Bombennächten stehen Liebeskummer, die finanzielle Sicherheit, aber auch das freie Leben unserer Tage gegenüber. Aber Teresa Simon wäre nicht Teresa Simon, wenn die beiden Frauen nicht ein schwerwiegendes Geheimnis miteinander verbinden würde.... Ein wunderbarer Mix der alten Formel: Glaube, Liebe, Hoffnung - eine sehr, sehr spannende Lektüre, die für Zuversicht und Stärke steht.

Duft der Liebe...

Von: nicigirl85 Datum: 23. May 2020

Die Autorin hat mich schon mit zahlreichen Büchern begeistern können, weshalb ich mittlerweile blind jede Neuerscheinung von ihr erwerbe, so auch diese. In der Geschichte geht es um Liv, die gerade in Köln einen Neuanfang wagt, nachdem sie eine schmerzhafte Trennung hinter sich hat. Als sie einer weißhaarigen Frau begegnet, die sie mit anderem Namen anspricht, ist sie doch sehr verwundert, schließlich hat sie in Köln keine Verwandten, oder etwa doch? Der Roman besteht aus zwei Handlungssträngen. In der Gegenwart begleiten wir Liv, in der Vergangenheit wandeln wir im Köln der 40er Jahre zusammen mit Nellie. Gelungen fand ich, dass Nellies Abschnitt aus ihrer Sicht in Form von Tagebucheinträgen aufgezeigt wird, während Livs Leben über einen beobachtenden Erzähler vermittelt wird. So weiß man auch ohne die Zeitangaben am Anfang eines jeden Kapitels bei welcher Figur man ist. Mir geht es meist so, dass ich die Handlung in der Vergangenheit faszinierender finde, aber hier waren beide Zeiten sehr spannend dargestellt. Die Kriegsgeschehnisse, vor allem die Schilderungen der Bombennächte, habe ich als sehr authentisch empfunden. Nellie ist als Protagonistin eine starke Frauenfigur, die trotz aller Umstände ihren Weg geht und sich nicht von diesem abbringen lässt. Ich mochte, dass sie an ihre Liebe glaubt, auch wenn diese eigentlich nicht sein darf, aber Gefühle kann man bekanntlich nicht steuern. Über Liv bekommt man sehr schön mit, dass die Liebe in der heutigen Zeit auch nicht unbedingt einfach ist. Mir hat gefallen mit wie viel Liebe sie sich um ihren Sohn kümmert und sich trotz Steinen im Weg nicht unterkriegen lässt. Im ganzen Buch geht es nebenbei immer wieder um Düfte, aus was sie bestehen und wie sie entstehen. Darüber hatte ich mir zuvor keine Gedanken gemacht, weshalb ich durch die Lektüre nicht nur gut unterhalten wurde, sondern auch noch etwas dazu gelernt habe. Fazit: Ein Roman, der dafür sorgt, dass man mal alles um sich herum vergisst. Er hat sich kurzweilig lesen lassen, weshalb ich gern eine Empfehlung ausspreche.

Mitreissend und spannend- Gegenwart & Zukunft

Von: Kathrin-Marie Datum: 23. May 2020

Mit „Die Lilienbraut“ erschien kürzlich der neue Roman von Teresa Simon. Vielen Dank an den Heyne-Verlag , der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat. Klappentext: „ Köln in den Vierzigerjahren. Die junge Nellie Voss hat gerade eine Stelle bei 4711 angetreten. Schnell wird ihr klar, dass sie ein untrügliches Gespür für Düfte hat. Ab und zu vergisst sie darüber sogar, dass ein schrecklicher Krieg tobt. Doch noch mehr beschäftigt sie ihre aussichtslose Liebe zu einem Mann, den sie nicht haben darf … Köln in der Gegenwart: Nach ihrer schmerzhaften Trennung eröffnet Liv einen kleinen Laden für Seifen und Düfte im Stadtviertel Ehrenfeld. Eines Tages begegnet sie auf der Straße zufällig einer geheimnisvollen weißhaarigen Dame, die bei ihrem Anblick regelrecht erschüttert ist und sie beschimpft. Wer ist sie, und was verbindet sie mit Liv?“ Historische Romane habe ich erst vor einiger Zeit für mich entdeckt. Die Bücher von Teresa Simon aber mag ich sehr. „Die Lilienbraut“ spielt, wie schon im Klappentext erwähnt, in Köln in den Zeiten des Weltkrieges, aber auch in der Gegenwart. In den 1940er Jahren lernen wir Nellie kennen, sie arbeitet bei 4711 und entdeckt ihr Talent für besondere Düfte, so ausgeprägt ist ihr Geruchssinn. Dadurch erhält sie eine bessere Stellung und arbeitet fortan im Labor von 4711, entwickelt mit ihren Kollegen neue Düfte. In der Gegenwart hingegen treffen wir auf Liv, alleinerziehende Mutter und Erbin des Geschäftes „Göttliches Düftchen.“ Die Autorin verwebt beide Erzählstränge gekonnt miteinander. Beide Frauen verbindet die Liebe zu Düften- und immer wieder gleiten wir zwischen der Vergangenheit und der Gegenawrt mühelos hin und her. Ihre beiden Geschichten sind miteinander verknüpft. Ein Buch, welches sich so flüssig und einfühlsam liest. Es macht Spaß, das Leben der beiden Protagonistinnen zu entdecken, ihren Weg mitzugehen. Sie haben Sorgen, ihr Leben ist nicht leicht. Und genau diese Gefühle transportiert die Autorin perfekt. Außerdem hat die Autorin viele Informationen rund um die Duftherstellung und 4711 einfliessen lassen. Und auch Fakten der Realität und Geschichte sind zu lesen. „Die Lilienbraut“ vereint ernste Themen mit Gefühl, die Autorin schildert die Geschehnisse einfühlsam, aber aich mitreissend. Berührend und wunderbar unterhaltend. 4/5 *

Die Liliebraut

Von: MarySophie Datum: 22. May 2020

Handlung: Köln in den 1940er Jahren Zufällig lernt Nellie Voss einen Mann kennen, den ersten, zu dem sie sich jemals hingezogen fühlt und mit dem sie sich eine Zukunft vorstellen könnte. Doch beide wissen, dass ihre Liebe aussichtslos ist und sie diese niemals frei ausleben dürfen. Trotzdem träumt Nellie heimlich davon und nur wenige Dinge können sie ablenken. Dazu zählt zum einen natürlich der Krieg, zum anderen ihre Arbeit bei 4711, wo sie immer mehr ihr feine Nase zu verstehen lernt und ihr Interesse für verschiedene Düfte kennenlernt. Köln in der Gegenwart Liv zieht zusammen mit ihrem Sohn aus Maastricht nach Köln, um dort ein Erbe anzutreten. Denn dieses sieht vor, dass sie dort wohnen muss, um das Geld für einen eigenen Laden zu erben. Liv ist Biologin und beschäftigt sich am liebsten mit der Herstellung und dem Verkauf von Seifen und Düften. Und genau dies möchte Liv in ihrem eigenen Geschäft tun. Eigentlich fühlt sie sich in der Großstadt auch wohl, bis sie auf eine merkwürdige ältere Dame trifft. Diese hält sie für eine andere und ist erschüttert von Liv's Auftauchen. Wen meint die Dame wirklich und was hat diese Person mit ihr zu tun? Meinung: Das Cover finde ich in Ordnung. Es gibt viele Ähnlichkeiten zu den vorherigen Bänden, ich war bereits kurz verwirrt und dachte, dass ich das Buch aufgrund des ähnlichen Aufbaus mit Blumen, sowie einer Dame bereits besitze. Bei den Lilien wird auf den Titel des Buches Bezug genommen, sie sind geschmackvoll am Rand angeordnet und nehmen nicht zu viel Platz weg. Im Hintergrund ist ein Haus mit Garten zu sehen, ein schönes Bild, welches sehr idyllisch und somit auch einladend erscheint. Dazu ist auf dem Bild noch eine Dame zu sehen, die auf das Haus zurückblickt und so dem Leser abgewandt ist. Im Grunde ein sehr stimmiges Gesamtbild und ich finde es auch schön, aber langsam habe ich das Gefühl, diese Komposition schon zu oft gesehen zu haben, als das es mich noch vom Hocker reißen könnte. Ich habe ausnahmslos jeden Roman von Teresa Simon gelesen und mochte sie immer recht gerne. Mir gefallen Erzählungen auf zwei Zeitebenen, dazu noch gut recherchierte historische Details und ein großes Familiengeheimnis, voilà ein perfekter Roman ist geschaffen. Sie haben nicht den allergrößten Anspruch, sind aber auch nicht zu locker und einfach geschrieben und bilden für mich immer eine angenehme und abwechslungsreiche Lektüre. Und als ich letztes Jahr bereits den Titel gehört hatte, wurde ich allein davon angesprochen. Irgendwie hat mich das Wort Braut angesprochen, ich habe sehr wenige oder sogar gar keine Bücher, wo das Wort schon im Titel auftaucht. Und als ich dann noch von dem Inhalt gelesen habe, wanderte das Buch direkt auf meine Wunschliste. Das Buch dann tatsächlich vom Bloggerportal gestellt zu bekommen war einfach traumhaft und ich möchte mich dafür noch mal ganz herzlich bedanken! Es gibt wieder einen spannenden und viele Fragen aufgebenden Prolog, der natürlich dazu dient, dass man das Buch erst mal gar nicht aus der Hand legen möchte und dem großen Geheimnis der Schreiberin auf den Grund gehen möchte. Genau das kennt man schon von anderen Büchern der Autorin und auch hier war es wieder passend. Es regt die Spannung an, gibt Platz zum nachdenken und erste Details werden genannt. Danach beginnt eine sich abwechselnde Handlung der jetzigen Zeit, sowie der Zeit während des Zweiten Weltkrieges. Beide Handlungsebenen spielen in Köln, einer wunderschönen Stadt, von dem der Charme und das Lebensgefühl gut eingefangen wurde. Auch bei diesem Roman hat mich die Schreibweise wieder voll überzeugen können. Es gibt viele detaillierte Beschreibungen von Orten, aber auch von Gefühlen. Sie war locker und einfach gehalten und ist somit leicht verständlich und fix lesbar. Durch den Schreibstil konnte ich mir viele Situationen, aber auch das Setting recht gut vorstellen und die Handlung wirkte so direkt lebendiger. Ich fand es hier besonders, dass gerade in der Vergangenheit die wörtliche Rede stark im Hintergrund steht und sich Nellie fast ausschließlich anhand von Tagebucheinträgen ausdrückt. Hat mir sehr gut gefallen, so wirkt ihr Charakter sehr stark, man kommt ihrem Wesen nahe und ich konnte sie von allen Protagonisten am besten einschätzen. Es gibt eine gute und solide Recherche, sowohl über das Parfüm, seine Entstehung und Zusammensetzung, als auch über historische Ereignisse. Ich nutze zwar selber gerne Parfüm, habe mich aber nie groß mit den Zutaten oder Duftnoten beschäftigt. Und als ich dann immer wieder davon gelesen hatte, dass man verschiedene Zutaten herausriechen kann, habe ich mich mehr mit meinen Parfüms beschäftigt. Zwar konnte ich dabei nicht viel erkennen, doch es war interessant, darüber nachfolgend ein wenig zu recherchieren und manches selbst auszuprobieren. Man konnte deutlich herauslesen, dass sich die Autorin hierüber informiert hat und ihr Wissen auch an ihre Leser weitergeben kann. Und auch über die Politik und den Zweiten Weltkrieg, gerade im Zusammenhang mit einer nicht so gut bekannten Widerstandsgruppe gab es allerhand Informationen. Von manchem habe ich selbst noch nichts gehört und war überrascht über einige Entwicklungen. Bei beiden Handlungssträngen hat mir die Darstellung des Settings gut gefallen. Es gibt zahlreiche, detailreiche Bilder, die ein lebendige Handlungsorte erschaffen. In der Kriegszeit bekommt die Geschichte anhand der zahlreichen Details über zerbombte Häuser einen sehr authentischen Charakter und man konnte die Angst der Protagonisten, dass sie plötzlich wohnungslos und ohne Besitz dastehen könnten, sehr gut spüren. Das waren für mich fast die einzigen Textstellen, in denen ich mitgelitten habe und wo ich eine gewisse Verbindung zu den handelnden Personen gespürt habe. Ich muss aber sagen, dass ich gerade am Anfang oft den Eindruck hatte, dass das Köln der Vergangenheit für mich schon fast einen dörflichen Charakter verströmt. Es erscheint mir nicht wie eine Großstadt, sondern aufgrund mancher Aussagen hatte ich ein Bild mit viel grüner Landschaft und Feldwegen vor Augen. Im Grunde habe ich mir anfangs genau das Gegenteil von Köln vorstellen können, bis sich die Bilder zu einem ganzen, realistischeren Bild zusammengefügt haben. In der Gegenwart merkt man deutlich einen lebensfrohen, moderneren und aufgeschlosseneren Charakter. Köln ist aufgeblüht, es haben sich allerhand Geschäfte in den Straßen niedergelassen und es herrscht eine große kulturelle Vielfalt. Obwohl ich bisher erst einmal in dieser Stadt war, habe ich sie sehr ähnlich wahrgenommen und würde, anhand der Zeichnung der Stadt, verschiedene Orte am liebsten mit eigenen Augen sehen und entdecken. Beginnen wir mit der Vergangenheit. Normalerweise finde ich diese zeitliche Ebene immer spannender und interessanter. Sie erweist sich abwechslungsreicher und ich tauche gerne in das Leben früherer Generationen ein. Und auch hier hat mich diese Geschichte mehr gepackt. Sie war nicht so umfangreich wie sonst und drückt sich meist über Tagebucheinträge von Nellie aus. Nur selten gibt es dann noch einige Seiten, die direkt eine Szene der Protagonisten zeigen. Einerseits mochte ich es, dass man Nellie und ihre Familie, aber auch andere Charaktere fast nur anhand dessen kennenlernen konnte. Viele Abschnitte von ihr wirkten dadurch sehr authentisch und wahrheitsgetreu, zudem habe ich so auch ab und an Mitleid oder Freude für die Protagonisten verspürt. Gleichzeitig hätte ich mir gewünscht, dass Nellies Kapitel umfangreicher ausfallen und deutlicher im Mittelpunkt stehen. Immerhin dreht sich um ihre Person das große Geheimnis und in diesem Sinne ist ihre Geschichte wichtiger als die in der Gegenwart. Mich konnte der Gegenwartsstrang nur schwer überzeugen. Ich mochte nur ein – zwei Protagonisten davon ganz gerne, doch gerade Liv fand ich merkwürdig. Sie ist für mich kein sympathischer Hauptcharakter und bei ihr habe ich einiges hinterfragt. Diese Geschichte hätte für mich gut und gerne kompakter sein können. Mir wäre es lieber, wenn sie weniger Raum eingenommen hätte und stattdessen mehr Kapitel von Nellie vorhanden gewesen wären. Und wie auch schon bei der Handlung, verhält es sich bei den Protagonisten ähnlich. Ich mochte die in der Vergangenheit mehr, sie wirkten bodenständiger und natürlicher. Zudem konnte man an ihnen mehr Emotionen ablesen und sie waren von ihrem gesamten Wesen für mich interessanter. Sie hatten mehr Tiefe und zeigten auch mal einige Züge, die sie ansonsten tief in ihrem Inneren verborgen haben. Sie handelten nicht immer so wie erwartet und treffen auch mal Fehlentscheidungen. Es gibt keinen, den ich von seiner Darstellung furchtbar finde, in vielen Protagonisten wurde der Zahn der Zeit getroffen. Leider haben mir die Charaktere in der Gegenwart nicht so gut gefallen. Allen voran fand ich Liv nicht sehr sympathisch. Sie war mir nicht ernsthaft genug, wirkte in ihrer Zeichnung blass und zu blauäugig. Geheimnisse und Probleme wurden immer direkt verraten, Liv stellt wenige Tage nach der Eröffnung eine Mitarbeiterin ein, klagt aber im selben Zug immer wieder über das Geld, welches auch bei ihr mal knapp ausgeht. Und trotzdem gönnt sich Liv immer wieder kleine Vergnügen, die nicht zu dem Bild passen, dass Liv sparen muss. Es gibt einige weitere Beispiele, warum ich ihren Charakter nicht mag, die ich aber nicht alle aufzählen möchte. Auch Liv's Freundin Nouria ist mir suspekt. So sehr ich es mochte, dass sie immer wieder neuen Wind in den Roman bringt, fand ich einige Aussagen zu wiederholend. Immer wieder tauchte die Redewendung auf, was man in ihrer Heimat oder bei ihr zu Hause sagt. Weiterhin hat sie zu viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, indem sie dachte, dass mögliche Aussagen oder Taten nur wegen ihr geschehen sind. Anfangs empfand ich Nouria noch als erfrischend, nach einiger Zeit ging sie mir immer mehr auf die Nerven. Fazit: Irgendwie ist die Geschichte für mich nicht ganz rund. Mir wurde das Ende zu schnell herbeigeführt, viele Fragen wurden nicht richtig beantwortet, sondern es wurde eine einfache, aber nicht vielsagende Lösung angeboten. Mich hat das nicht zufrieden gestellt und irgendwie kann ich mich dadurch nur schwer damit abfinden, dass die Geschichte wirklich zu ende ist. Mit der Vergangenheit bin ich recht zufrieden, sie war für mich deutlich interessanter und ich mochte auch die Charaktere mehr. Hier will ich lediglich noch mal anmerken, dass diese Abschnitte gerne größer und ausführlicher hätten stattfinden können. Die Gegenwart hat mir nur in wenigen Aspekten gefallen. Lediglich die Recherche über Parfüms und verschiedene Düfte, als auch die Schreibweise und das Setting hat mir gefallen. Die Protagonisten fand ich eher schwierig und für mich war die Handlung nicht sonderlich überzeugend. Alles in allem hatte ich mehr erwartet und bin daher leider ein wenig enttäuscht. Das Buch ist trotzdem gut und hat seine Reize, war für mich aber nicht so durchdacht, wie andere Werke aus der Feder der Autorin. Und auch weil ich bereits gesehen habe, dass es bereits allerhand positive Meinungen gibt, bin ich wirklich traurig, dass ich nicht auch so empfinde. Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sterne

Mitreißende Familiengeschichte

Von: Stefanie K. Datum: 21. May 2020

"Die Lilienbraut" erzählt eine interessante Geschichte auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Zum einen geht es um Nellie, die während des 2. Weltkrieges in Köln lebt und bei 4711 arbeitet. In der Gegenwart zieht Liv mit ihrem kleinen Sohn nach Köln, um dort einen Laden rund um Düfte zu eröffnen. Mit haben beiden Geschichten wirklich gut gefallen und ich habe die Erlebnisse von Nellie und Liv wirklich gerne verfolgt. Nellies Geschichte war dabei aber deutlich emotionaler und eindrücklicher durch die Beschreibungen des Krieges. Nellie ist eine starke Frau, die sich um ihre Familie kümmern muss und verliebt sich in den falschen Mann. Bei Liv steht eher ihre Familiengeschichte und ihr Laden rund um Düfte im Vordergrund. Ihr Wissen und die Beschreibungen der Düfte fand ich sehr interessant. Auf die Spuren ihrer Familiengeschichte gerät sie eher zufällig. Ich mochte sowohl Liv und Nellie mit ihren verschiedenen Leben sehr gerne und habe mich von der Geschichte sehr gut unterhalten gefühlt. Auch der Schreibstil der Autorin ist wieder sehr flüssig und sehr angenehm zu lesen.

Sinnliches Buch

Von: Christina Boersch Datum: 19. May 2020

Das Buch „Die Lilienbraut“ von Teresa Simon handelt von zwei Frauen, die auf zwei Zeitebenen durch eine tragische Familiengeschichte und einem besonderen Gespür für Düfte miteinander verbunden sind. Köln in den 40er Jahren: Nellie Voss, eine junge Frau aus Köln und mit einem besonderen Gespür für Düfte, tritt eine Stellung bei 4711 an. Ihre Mutter führt eine Kneipe im Stadtviertel Ehrenfeld, ihr Bruder Martin ist ein guter Schüler. Der Vater ist schon seit einigen Jahren tot. Dann ist da aber noch eine Liebe zu einem Mann, die nicht sein darf. Und das alles, während sich die halbe Welt im Krieg befindet. Köln in der Gegenwart: Nina eröffnet, nach einer schwierigen und schmerzhaften Trennung von ihrem Freund, ein kleines Geschäft für Düfte und Seifen im Kölner Stadtviertel Ehrenfeld. Als Alleinerziehende schon schwer genug, aber dazu kommt noch, dass Nina Feinde haben muss: Eine ältere Frau beschimpft sie auf offener Straße und auch auf ihr Geschäft wird ein fieser Anschlag verübt. Den Büchern von Teresa Simon fiebere ich schon Monate vor dem Erscheinungstermin entgegen. Ich liebe Bücher, die auf zwei Zeitebenen spielen und damit Vergangenheit und Gegenwart zusammen führen. Dadurch wird Geschichte nochmal ‚greifbarer und fühlbarer‘. Teresa Simon gehört für mich ganz klar zu den absoluten Meisterinnen dieses Genres – all ihre Bücher sind äußerst emotional, aber äußerst gut recherchiert. Daher musste ich das Buch „Die Lilienbraut“ einfach sofort lesen. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an den Heyne Verlag für die Zusendung als Rezensionsexemplar. Das Buch handelt und erzählt, wie schon erwähnt, auf zwei Zeitebenen. Der Zeitstrang, der in den 40er Jahren in Köln spielt, ist größtenteils in Tagebuchform geschrieben. Mit einem Teil des Tagebuchs beginnt dieser Roman und zog mich damit von der ersten Seite an in die Geschichte. Durch das Erzählen in Ich-Form kamen mir die Geschichte und die Figuren gleich sehr nah, ich konnte direkt eine Verbindung zu den Charakteren aufbauen. Die drückende Stimmung während des Zweiten Weltkrieges wurde sehr intensiv und realistisch dargestellt. Was war das für die Menschen eine schreckliche Zeit, wenn man am Abend ins Bett ging und nicht wusste, ob man am nächsten Morgen noch lebt. Der zweite Erzählstrang erzählt eine Geschichte in der Gegenwart. Auch wenn ich den Figuren hier nicht direkt nahe kam – ich musste sie erst richtig kennenlernen – empfand ich alle Figuren absolut authentisch und lebensnah beschrieben. Auch die Stimmung in der Stadt Köln, die Lebensart der Kölner sprühte mir regelrecht entgegen. Eine der Hauptfiguren ist die junge Nellie Voss, die in den 40er Jahren in Köln wohnt. Der frühe Verlust des Vaters hat ihr Leben geprägt, sie versucht aber trotzdem ihr Leben zu leben und auch oft das Gute in Allem und Jedem zu sehen. Der jüngere Bruder Martin, der ihr immer mehr entgleitet, ihre Mutter, die sie in der Kneipe als Bedienung braucht, ihre Stellung in einer Parfümfabrik, ihre beste Freundin, die in eine unglückliche Ehe gedrängt wird und ihre eigene Liebe zu einem Mann, die nicht sein darf – all das muss Nellie in ihrem Leben stemmen. Ein Leben, welches immer wieder unter dem Schrecken des Zweiten Weltkrieges und dem Nazi-Regime steht. Eine Zeit, in der man sehr gut aufpassen musste, was man sagt. Die Figuren, die um Nellie Voss agieren, sind alle samt Charaktere, die bei mir einen großen Eindruck hinterlassen haben. Benedikt, Nellies heimliche Liebe, ist zerrissen zwischen zwei Welten. Er hat sich eigentlich für seinen Lebensweg entschieden, aber Leben ist bekanntlich das, was passiert, wenn man sich etwas anderes vorgenommen hat. Nellies Mutter ist eine so starke, selbstbewusste Frau. Sie lässt sich nicht unterkriegen, nimmt aber auch Hilfe dankend an. Martin, Nellies Bruder, empfand ich als einen der Charaktere, der die größte Wandlung in diesem Roman durchgemacht hat: Von einem unbedarften Jungen zu einem Kämpfer. Doch auch Greta, Nellies Freundin, macht eine große Wandlung durch und wird zu einer Figur, die man einfach nur noch in den Arm nehmen möchte. Es gibt noch eine überschaubare Anzahl an Figuren, die mehr oder weniger am Rande eine Rolle spielen. Aus diesen Figuren sticht aber vor allem der Parfümeur Luuk heraus. Ein warmherziger und guter Charakter. Im zweiten Erzählstrang ist die junge Nina im Mittelpunkt der Geschichte: Von ihrem Partner wegen einer anderen Frau verlassen, und damit allein erziehende Mutter eines kleinen Sohnes, hat sie ihre Zelte in den Niederlanden abgebrochen und ist in Köln-Ehrenfeld gelandet. Dort eröffnet sie, mit dem Nachlass ihrer Tante, einen kleinen Laden. Nina ist ein sehr lebendiger und ehrgeiziger Charakter. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck und gibt alles für ihren Sohn, möchte aber auch etwas in ihrem Leben erreichen. Ihr kleiner Sohn Thijs hat mein Herz im Sturm erobert. Er bringt in die Geschichte eine ganz besondere Note mit rein – er ist einfach nur zum liebhaben. Auch in diesem Erzählstrang gibt es noch eine Reihe von Figuren, die um Nina herum agieren. Jede Figur hat so viele Facetten und eine absolut glaubhafte Geschichte. Diese Figuren machen das Buch so bunt, freundlich und lebensecht. Es gibt aber auch Figuren, die erst mal schwer zu durchschauen sind und sehr missgünstig sind. Teresa Simon hat eine wunderbare Sprache. Eine Sprache, in der man versinken kann und all seine Alltagssorgen komplett vergessen kann. Ich empfand auf keiner Seite Langeweile und auch die beiden Erzählstränge verbinden sich harmonisch zu einer großen Geschichte. Der geschichtliche Hintergrund ist das Köln zu Beginn des Zweiten Weltkrieges. Der Krieg scheint Anfangs zwar präsent zu sein, aber noch weit weg. Im Laufe der Handlung kommt der Krieg aber immer näher und auch direkt nach Köln – es folgen die Bombenangriffe der Britischen Armee. Es zeigt aber auch die ganze Brutalität des Nazi Regimes und der Kampf des Widerstandes gegen dieses Regime. Ich habe nochmal sehr viel über die „Edelweißpiraten“ gelernt – eine Widerstandsbewegung, die sehr im Schatten der ‚Weißen Rose‘ steht, mindestens aber genau so interessant ist. Ein anderes großes Thema ist die Welt der Düfte. Mit den vielen Beschreibungen der Düfte konnte ich mir viele Düfte so gut vorstellen und sie auch teilweise richtig riechen. Hier merkt man, wie sehr und wie gut Teresa Simon recherchiert hat. Fazit: Ein sehr sinnliches Buch, welches aber auch den Schrecken des Zweiten Weltkriegs näher bringt. Sehr lesenswert! Bemerkung: Dieses Buch habe ich vom Heyne Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar bekommen – es hat meine Meinung aber nicht beeinflusst.

Ein großartiger Roman!

Von: Mareike Datum: 18. May 2020

Ich war sehr gespannt auf das neue Buch von „Teresa Simon“ und jetzt nachdem ich es gelesen habe, kann ich sagen, dass diese Geschichte wieder sehr, sehr schön ist. Die Autorin hat einen ganz tollen Schreibstil, richtig mitreißend, fesselnd, emotional und vor allem sehr bildhaft. Ich habe zwei wundervolle Frauen kennengelernt, Liv in der Gegenwart und Nellie in der Vergangenheit. Es wird also auf zwei Zeitebenen erzählt und die Geschichte beginnt im Mai 2019 in Köln im Stadtteil Ehrenfeld, wo Liv einen Neuanfang wagen möchte und wo ihr Hobby zum Beruf wird. Sie hat vorher in der Maastricher Innenstadt gewohnt, doch die gemeinsame Wohnung die sie dort mit Hendrik ihrem Partner hatte, ist nach dessen überstürztem Auszug zu groß und zu teuer für sie und ihren kleinen Sohn Thijs. Aber eigentlich blieb ihr auch gar keine andere Wahl, denn Tante Wimmi hatte in ihrem Testament den Umzug nach Köln, genauer gesagt nach Köln-Ehrenfeld als Bedingung genannt, um das Erbe anzutreten, das Liv erhalten hat. Liv war sehr froh darüber, denn die Eintönigkeit als Biologin in einem mittelständischen Pharmaunternehmen zu arbeiten, hat ihr gar nicht mehr gefallen. Sie eröffnet dann in diesem Stadtteil Ehrenfeld einen eigenen Laden, den sie „Göttliches Düftchen“ nennt und wo sie ausgefallene Düfte aus hochwertigen Inhaltsstoffen, edle Seifen, ausgewählte Naturkosmetik und Make-up Produkte verkauft. Liv hatte schon immer ein unglaubliches Gespür für Düfte und genauso ging es damals Nellie, die in den Vierzigerjahren diese besondere Gabe auch hatte und die bei 4711 gearbeitet hat. Doch das Land befindet sich im Krieg und sie hat nicht mehr die Möglichkeit sich zu verwirklichen. Bei ihr gehören Hunger und Not zur Tagesordnung und die Angst vor den Bombennächten ist für die Menschen unerträglich. Die ständige Angst um ihren jüngeren Bruder und auch um ihre Mutter bringen Liv noch um den Verstand. Doch noch viel mehr, beschäftigt sie ihre aussichtslose Liebe. Eine Liebe die nicht sein darf und die auch keine Zukunft hat... Ich habe Nellie total bewundert, sie ist eine so liebenswerte junge Frau, die niemals ihre Zuversicht verliert. Man leidet während des Lesens regelrecht mit ihr mit, man bangt und hofft und wünscht ihr nur das Allerbeste. Bei beiden Handlungssträngen blieb die Spannung bis zum Schluss und so nach und nach wird erklärt, warum Liv ausgerechnet nach Köln musste, um dort ihr Erbe anzutreten. Die Gegenwart und die Vergangenheit waren großartig miteinander verwoben. Ich habe sehr viel Neues über die faszinierende Welt der Düfte erfahren und auch was damals alles in der Stadt Köln geschah. Im Anhang des Buches findet man noch ein paar kölsche Rezepte. Ein absolut lesenswerter Roman, den ich gerne weiterempfehlen möchte.

Eine schicksalhafte Liebe in Köln mit einem Hauch von 4711

Von: Margarete Rosen Datum: 18. May 2020

Teresa Simon nimmt uns wieder mit in einen Taumel der Gefühle. Sie switcht gekonnt zwischen zwei Zeitsträngen, Köln in den Vierzigerjahren und von Heute. Zwei Frauenschicksale werden verknüpft. Ihre Leidens- und Liebeswege folgte ich fast schon atemlos. Wie geht es weiter, was muß noch geschehen? Wer wie ich mit 4711 als Frauenduft groß geworden ist, erhält im Buch viele schöne Informationen rund um diesen Duft. Ich mag den einfühlsamen Schreibstil von Teresa Simon. Bisher hat mich jedes Buch überrascht und in eine sehr gut recherchierte Zeit zurück geführt. Nicht nur das Zeitgeschehen, sondern auch die Details rund um die Stadt, das Werk 4711 und das Leben in dieser Zeit sind überzeugend realistisch. Das Buch ist mehr als "nur" ein Roman, es ist ein Zeitzeuge, ein kleiner Reiseführer und eine kölsche Rezeptsammlung. Teresa Simon bringt uns mit ihrem Roman die Greuel des 2. Weltkrieges nahe. So sanft, wie eine Brise Eau de Cologne und so tiefgehend wie es keine Geschichtsstunde schaffen könnte. Ganz besonders interessant fand ich das historische Nachwort, in dem die Autorin tiefer eingeht auf Eau de Cologne, Edelweispiraten, Zölibat und natürlich auf Köln. Fazit: Wer schon Bücher von Teresa Simon kennt, hat mit diesem Buch wieder einen absolut fantastischen Roman in der Hand. Wer noch kein Buch von ihr kennt, dem kann ich dieses wärmstens empfehlen.

Familiengeheimnis und Duft

Von: Franzi liest Datum: 17. May 2020

Ich habe schon einiges von Teresa Simon gelesen und euch hier vorgestellt. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich ihr neuestes Buch vom Heyne Verlag zur Verfügung gestellt bekam. Wie jedes Buch von ihr ist es eine zwei Zeitebenen-Geschichte mit einem Familiengeheimnis, weshalb ich denke, dass Fans von Kate Morton oder Lucinda Riley auch Teresa Simon mögen würden. Köln 1940-1945: die junge Nellie Voss verliebt sich in den jungen katholischen Priester Benedikt, ihre beste Freundin Greta soll einen von ihr ungeliebten Mann heiraten und ihr jüngerer Bruder sympathisiert mit dem Widerstand. Währenddessen wird es in Köln immer gefährlicher, nicht nur durch britische Bomben, sondern auch wegen Denunzianten, der Gestapo und der zunehmenden Knappheit. Köln 2019: Die junge Mutter Liv zieht mit ihrem kleinen Sohn aus Holland nach Köln, um dort ihren Lebenstraum, einen Laden für außergewöhnliche, maßgeschneiderte Parfums zu eröffnen. Als sie auf einem Kirchenfest gerade Freundschaften schließt, starrt eine alte Frau sie an, als wäre sie ein Geist und beschimpft sie wüst. Was verheimlicht Livs Vater ihr über die Kölner Zeit seines Lebens? Die Lilienbraut hat mich nicht enttäuscht: ein vergrabenes Familiengeheimnis, Spannung, Liebe, Freundschaft und Tragik zusammen mit etwas Geschichte machen einen Mix aus, der für Lesevergnügen sorgt.

Packende Geschichte - Auf geht`s nach Köln!

Von: Kathrin N. Datum: 16. May 2020

Kennt ihr „Halve Hahn“, „Soleier“, „Himmel und Ääd“ oder „Arme Ritter“? Diese und weitere Rezepte findet ihr in „Die Lilienbraut“, dem neusten Roman von der Münchner Bestseller-Autorin Teresa Simon. Die vorgenannten Gerichte werden/wurden typischerweise in Köln serviert und da diese Geschichte rund um Nellie und Liv in diese wunderschönen Stadt spielt, bekommen wir gleich eine ganze Auswahl an typisch kölschen Gerichten am Ende des Buches geschenkt. Aber nun von Beginn an ;) Liv ist Holländerin und erbt von ihrer Tante viel Geld mit der Option, in Köln-Ehrenfeld eine Pafümerie zu öffnen. Sie zieht mit ihrem Sohn dorthin und fügt sich nach und nach – auch mit Hilfe von der Marokkanerin Nouri – in das Veedel ein. Parallel dazu lesen wir Episoden aus dem Tagebuch der jungen Nellie, die zu Zeiten des 2. Weltkriegs in der Duftfabrik von 4711 arbeitet und mit Mutter und Bruder über einer kölschen Kneipe wohnt, die ihrer Mutter gehört. Diese Auszüge sind kursiv gedruckt und in Ich-Form geschrieben, gehen aber dann auch wieder in die Form des Erzählers über, so dass sie nicht ganz alleine für sich stehen, sondern auch grafisch in das gesamte Geschehen eingebunden sind. „Ich weiß, dass er verzweifelt an, einem neuen Duft feilt. Doch wer soll den kaufen, jetzt, wo so viele um ihr Leben fürchten müssen? 'Es soll etwas sein, das die Seele erhebt. Etwas, das Mut macht und die Leichtigkeit des Seins zurückbringt.' 'Jetzt, mitten im Krieg?' frage ich zweifelnd. 'Gerade mitten im Krieg, Außerdem wird nicht für immer Krieg sein, Nellie.' 'Spätestens dann nicht mehr, wenn Deutschland die ganze Welt erobert hat...'“ (S. 220) Gekonnt verbindet die Autorin diese beiden Zeiten, in denen viel passiert. Sie arbeitet die typischen Charaktere der Kölner in diesem Viertel heraus und verwebt die Ereignisse von Krieg und Liebe gekonnt mit der Gegenwart. Dies gelingt ihr mit weitere Personen, die nach und nach eingeflochten werden und alle ihren Platz in der Geschichte finden. Erneut fesselt mich Teresa Simon nicht nur mit ihrer Recherche, sondern auch mit ihrer Sprache: leicht verständlich und flüssig ist der Roman zu lesen; dabei verwendet die Autorin klare und ungekünstelte Worte, die einem nicht fremd erscheinen und dabei in beiden Zeitebenen so treffend sind, dass sie mich immer wieder mitnehmen. Ich halte den Atem an, ich fühle mit... ja, nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich packt mich „Die Lilienbraut“! Das Rätsel, welches die beiden Ebenen miteinander verbindet, wird erst zum Ende hin gelöst und auch hier nimmt die Autorin immer wieder einen Faden auf, den sie einspinnt... sicherlich hat man als LeserIn schon das ein oder andere geahnt, aber das Finale ist doch absolut lesenswert und rundet die Geschichte mit einer Leichtigkeit ab, die zwar nicht zum Kriegsthema passt, aber der Stadt Köln mehr als gerecht wird. Für mich ist „Die Lilienbraut“ ein absolut lesenswerter Roman, der mich sehr gut unterhalten und in eine meiner Lieblingsstädte (vor allem wegen seiner Menschen und unterschiedlichen Veedel) mitgenommen hat. Ich habe das ein oder andere Neue gelernt und viel Altbekanntes wiedergefunden. Daher mein Lesetipp für alle Köln-Freunde, die gerne auch etwas über die junge Historie lesen. Ein Wort zum Buchcover: Einerseits sind für mich solche Buchcover mit „Frau schaut in Hintergrund auf Herrenhaus“ auswechselbar und daher kein Eyecatcher für mich, der mich in der Buchhandlung zum Roman greifen lässt. Aber stellt man die Reihe der „Blumenromane“ von Teresa Simon nebeneinander, sieht man den hohen Wiedererkennungswert der Reihe, welche nicht als „Reihe“ gekennzeichnet ist ;) Gefreut hätte ich mich allerdings, wenn die abgebildeten Lilien auch tatsächlich weiß gewesen wären... Warum? Na, bitte im Roman nachlesen :-)

Farina

Von: hasirasi2 Datum: 13. May 2020

Farina steht nicht nur für eine berühmte Kölner Parfüm-Firma und deren Duft, sondern ist auch das italienische Wort für Familie. Und um Familien und deren Geschichten geht es auch in Teresa Simons neuem Buch „Die Lilienbraut“. Liv ist Parfumeurin und stammt aus den Niederlanden. Als ihr Verlobter sie und ihren gemeinsamen kleinen Sohn verlässt, wagt sie dank dem Erbe ihrer Tante Wimmi einen Neuanfang in Köln Ehrenfeld und eröffnet eine kleine Parfumerie, in der sie Duftseminare gibt und individuelle Parfums für ihre Kundinnen herstellt. An ihrem neuen Wohnort fallen ihr immer wieder Hinweise auf die Edelweißpiraten auf, sie ist neugierig und fasziniert. Liv weiß, dass ein Teil ihrer Familie von hier stammt und Deutschland nach dem 2. WK verlassen hat, aber es wurde nie über die Gründe dafür geredet. Als sie dann von einer alten Dame beschimpft wird, weil diese sie für „Nellie“ hält, beginnt sie nachzuforschen und stößt auf ein altes Familiengeheimnis. Köln in den 40er Jahren: Nellie arbeitet als Sekretärin bei 4711 und trägt damit maßgeblich zum Unterhalt ihrer Familie bei. Ihre Mutter betreibt seit dem Tod des Vaters die kleine Kölsch-Kneipe der Familie und ihr jüngerer Bruder Martin geht noch zur Schule. Die Familie ist streng katholisch und Nellie weiß, dass der Mann, in den sie verliebt ist, sie nie heiraten dürfen wird – aber „Liebe fragt nicht, Liebe ist“ … Trost findet sie in der Arbeit mit Luuk van Geeren, dem Chef-Parfumer von 4711. Als dieser entdeckt, dass Nellie ein Gespür für Düfte hat, bildet er sie entsprechend aus. Persönlich mag Nelli den Duft Farina am liebsten, der von der Konkurrenzfirma hergestellt wird und den sie durch ihre beste Freundin Greta seit ihrer Kindheit kennt. Teresa Simon hat es wieder geschafft, dass mich die Schicksale der beiden Frauen sofort in ihren Bann gezogen haben. Ich habe mit ihnen mitgefiebert, gebangt und gehofft und gleichzeitig wieder viel Neues über die Entwicklung von Düften und über Köln und seine Vergangenheit im Nationalsozialismus gelernt. Nellie und ihr Bruder Martin haben es als Katholiken in der damaligen Zeit besonders schwer. Köln ist eine Nazi-Hochburg, alles Andersartige soll ausgemerzt oder gleichgeschaltet werden. Die katholische Jugendbewegung als Gegenstück zur Hitlerjugend ist der Obrigkeit ein Dorn im Auge. Die Jugendlichen werden immer wieder überfallen und brutal misshandelt. Viele schließen sich aus Protest den Edelweißpiraten an. Auch Martin sucht deren Nähe, Nellie und ihre Mutter wissen kaum wohin mit ihrer Angst um ihn. Außerdem unterstützen sie heimlich ihre jüdischen Nachbarn und versuchen, wenigstens deren Kinder vor den Transporten in die Ungewissheit zu retten. Es ist diese Hilfe, der Widerstand im Kleinen, mit denen sie sich in Gefahr bringen, der mich besonders beeindruckt hat. Sie bleiben bei dem ganzen Wahnsinn ringsum mitfühlende, hilfsbereite Menschen. Besonders bewegt hat mich auch das Schicksal von Nellies Freundin Greta. Ihre Familie stammt ursprünglich aus Italien und obwohl sie schon seit Generationen in Deutschland leben, werden sie immer noch als Ausländer angesehen. Um die Firma zu retten, fügt sich Greta pflichtbewusst in die Ehe mit einem ungeliebten Nazi-Funktionär. Die Beziehung droht sie zu zerbrechen, kann sie sich retten? Wenn ja, um welchen Preis? In der heutigen Zeit kämpft die junge Muslima Nouria, Livs Freundin und Angestellte, um ein freies und selbstbestimmtes Leben. Sie will sich von ihrer Familie abnabeln, ohne deren Rückhalt und die Bindung zu verlieren – eine sehr interessante Persönlichkeit. Neben den starken Frauenfiguren, die Theresa Simons Romane für mich immer so interessant und spannend machen, hat es mir diesmal auch eine männliche Nebenfigur angetan. David ist ein Sinto mit berühmten Vorfahren und Familienmitgliedern. Über die Geschichte seiner Familie hätte ich gern noch mehr erfahren – vielleicht spielt ja im nächsten Buch der Autorin die Hauptrolle?! Leider habe ich auch die „Lilienbraut“ wieder viel zu schnell ausgelesen. Es war ein Wechselbad der Gefühle, sehr emotional, und hat mich gleichzeitig traurig und froh zurückgelassen. Traurig, weil einige meiner Lieblingsfiguren nicht überlebt haben und froh, weil Teresa Simon in ihren Büchern auch zeigt, dass man die Hoffnung und seine Menschlichkeit nie verlieren soll. Ein Lesehighlight und besonderes Herzensbuch. #gegendasvergessen

Köln damals und heute, 2 starke Frauen und die Welt der Düfte - großartig erzählt!

Von: Fanti2412 Datum: 08. July 2020

Liv zieht nach ihrer Trennung vom Vater ihres kleinen Sohnes nach Köln-Ehrenfeld und eröffnet einen kleinen Laden für selbst kreierte Düfte und Seifen. Möglich macht ihr dies eine Erbschaft ihrer Tante Wimmi, deren Bedingung aber war, dass Liv nach Ehrenfeld gehen muss. Liv eröffnet ihr Geschäft und sucht Anschluss im Stadtteil. Zufällig begegnet sie einer alten Dame, die offenbar verwirrt ist und sie mit jemandem verwechselt, denn sie beschimpft Liv. Was hat das zu bedeuten? In einem zweiten Handlungsstrang befinden wir uns ebenfalls in Ehrenfeld in den 1940er Jahren im 2. Weltkrieg. Dort lebt Nellie Voss, deren Mutter ein kleines Lokal betreibt, während Nellie im Haus 4711 arbeitet und feststellt, dass sie eine „besondere Nase“ hat und ein Gespür für Düfte. Neben den Auswirkungen des Krieges, Hunger, Bombenangriffe quält Nellie ihre verbotene Liebe. Wird diese Liebe eine Chance haben? Ich liebe Romane auf zwei Zeitebenen und so hat mich auch dieser Roman schnell gefesselt. Gut gefallen hat mir, dass der Roman in Köln spielt. Da ich selbst in Bonn lebe, also nahe bei Köln, kenne ich den einen oder anderen Schauplatz. Wie öfter bei solchen Romanen, ist der zweite Handlungsstrang in der Vergangenheit der stärkere. Nellie zu begleiten ist aufwühlend und bewegend. Ihr Leben wird teilweise in Tagebuchform erzählt, was eine große Nähe zu Nellie bringt. Die Autorin beschreibt das Kriegsgeschehen und die Situation der Menschen sehr authentisch. Gekonnt verknüpft sie dabei Reales mit der fiktiven Geschichte. So gibt es die Duftfirma 4711 ja tatsächlich und auch die Firma Farina, in der das Eau de Cologne erfunden wurde, existiert. Im Roman lässt die Autorin Nellies beste Freundin Greta der Familie Farina angehören. Auch die Edelweißpiraten, Gruppierungen deutscher Jugendlicher, die sich im Deutschen Reich unangepasst und oppositionell verhalten haben, gab es wirklich. In Ehrenfeld erinnert ein Wandgraffiti als Gedenkstätte an sie. Aber auch in der Gegenwart beschreibt die Autorin das Leben in dem Kölner Stadtteil Ehrenfeld sehr authentisch. Köln ist nicht nur eine Stadt sondern auch ein Gefühl und eine Lebensweise. Das erlebt Liv, als sie nach Ehrenfeld zieht, was heute ein Multi-Kulti-Viertel ist, und dort die Menschen kennenlernt. Aber offenbar gibt es auch jemanden, der sie dort nicht haben möchte, denn es geschehen merkwürdige Dinge. Auch die alte Frau, die Liv beschimpft und Nellie genannt hat, begegnet ihr immer wieder. Dadurch ergab sich für mich schon ein Bezug zur Handlung in der Vergangenheit. Auch Liv beginnt irgendwann nachzuforschen und das wird sehr spannend. Was sich dann am Ende rausstellt, war überraschend für mich und auch für die Beteiligten. Passend zum Schauplatz lebt Nellie in der Vergangenheit in einfachen Verhältnissen und ihre Mutter betreibt eine Kölsch-Kneipe. Hier gibt es typische Kölsche Speisen und ab und zu lässt die Autorin auch den Kölschen Dialekt einfließen. Zu etlichen der typischen Gerichte gibt es im Anhang zum Buch Rezepte zum nachkochen. Mit Nellie und Liv hat die Autorin zwei tolle Figuren geschaffen. Beide Frauen sind starke Charaktere, die ihren Weg gehen und sich nicht einschüchtern lassen. Nellie war mir etwas näher, was aber auch daran liegt, dass die Handlung in der Vergangenheit mehr Raum einnimmt. Aber auch die Nebenfiguren sind alle gut gelungen, besonders mochte ich Livs keinen Sohn Thijs und ihre Mitarbeiterin Nouria. Während anfangs beide Handlungsstränge mehr nebeneinander herlaufen, verknüpfen sie sich später immer mehr. Die Vergangenheit war bewegend und Nellies Lebensgeschichte hat mich sehr berührt. Die Gegenwart war eher spannend, denn es gilt ja so einige Geheimnisse zu lüften. Aber auch Livs Geschichte wird später emotional. Insgesamt hat mich dieser tolle Roman begeistert, weil er so vielfältig und authentisch ist und unterschiedliche Themen aufgreift. Die Gemeinsamkeit der beiden Handlungsstränge, die Welt der Düfte, ist sehr interessant und es gibt vielerlei Informationen in diesem Bereich. „Die Lilienbraut“ bietet tolle Unterhaltung und Teresa Simon ist eine großartige Erzählerin, so dass ich ein wunderbares Leseerlebnis hatte! Fazit: 5 von 5 Sternen

Toller Roman auf zwei Zeitebenen

Von: streifisbuecherkiste Datum: 02. July 2020

Teresa Simon bringt in diesem Roman wieder zwei Zeitebenen miteinander in Verbindung. Einmal das Köln in den Kriegsjahren, in denen Nellie Voss mit ihrer Familie ums Überleben kämpft. Und dann Das Köln der heutigen Zeit, in dem Liv einen kleinen Laden für Seifen und Düfte eröffnet. Das Geld dafür hat sie von ihrer Tante geerbt, unter der Bedingung den Laden in Köln Ehrenfeld zu eröffnen. Schon bald trifft sie dort eine alte Frau, die sie offensichtlich zu verwechseln scheint und sehr aufgebracht wirkt. Nach und nach erfährt der Leser, wie die beiden Handlungsstränge zusammen gehören. Nellie arbeitet bei 4711 und bekommt dort die Möglichkeit ihre Nase ausbilden zu lassen. Die Zeit in Köln mit den immer mehr werdenden Luftangriffen und dem immer größeren Mangel an allem ist gut beschrieben. Auch Nellies persönliche emotionalen Verwirrungen konnte ich gut nachvollziehen. Ihr Bruder sympathisiert mit den damals agierenden Edelweißpiraten, die damit auch wieder in Erinnerung gerufen werden. Ich hatte ja letztes Jahr schon den Briefroman "Wo die Freiheit wächst" zu diesem Thema gelesen, daher waren sie mir durchaus schon ein Begriff. In der Gegenwart muss Liv erst einmal Fuß fassen in Köln. Mit ihrem kleinen Sohn muss die Ladneeröffnung und den Neuanfang im Kindergarten schaffen. Als Alleinerziehende ohne jemanden, auf den sie mal zurückgreifen kann sicher schwierig. Allerdings findet Liv schnell Anschluss und Thijs, ihr kleiner Sohn, ist wirklich herzallerliebst. So finden sich gleich mehrere Unterstützer, die ihr durch den Alltag helfen. Mir hat die Geschichte in der Gegenwart fast ein bisschen besser gefallen, als die in der Vergangenheit. Irgendwie mochte Liv einen Ticken mehr als Nellie. Gelesen habe ich dennoch beide Abschnitte gerne. Von daher gibt es von mir eine Leseempfehlung für dieses interessante Buch!