Jana Voosen

Für immer die Deine

Für immer die Deine Blick ins Buch

Jetzt bestellen:

Buch
eBook

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 14,50 [CH]

oder hier kaufen:

€ 9,99 [D] | CHF 12,00 [CH]

oder hier kaufen:

Altes Land, 1939: Es ist ein Skandal, der das Dorf Jork wochenlang in Atem hält. Die erst 17-jährige Tochter des wohlhabenden Obstbauern Landahl erwartet ein Kind vom Sohn des Pfarrers. Trotz überstürzter Hochzeit und angekratztem Ruf ist das junge Paar glücklich. Doch als der Zweite Weltkrieg ausbricht, muss Fritz an die Front, und Klara schlägt sich mit ihrem Sohn alleine in einer kleinen Wohnung in Hamburg durch. Als sie entdeckt, dass der alte Mann in der Dachgeschosswohnung nicht der ist, für den er sich ausgibt, trifft Klara eine folgenschwere Entscheidung.

Hamburg, 2019: Die frisch getrennte Journalistin Marie stößt bei Recherchen zu einem Artikel auf die Lebens- und Liebesgeschichte von Klara und Fritz Hansen. Sie ahnt nicht, dass die Begegnung mit den beiden ihr eigenes Leben maßgeblich beeinflussen wird.

Für immer die Deine

Von: madl_books86 Datum: 12. November 2019

Ich muss gleich zu beginn gestehen, dass mich die geringe Seitenzahl von 350 Seiten die dieses Buch umfasst, zunächst etwas irritiert und skeptisch gemacht hat. Denn eine Geschichte die auf zwei Zeitebenen spielt, wovon eine im zweiten Weltkrieg angesiedelt ist, braucht für mich meist etwas mehr Raum, um glaubhaft und emotional erzählt werden zu können. Aber Jana Voosen hat es geschafft, mir doch das Gegenteil zu beweisen. Denn mit „Für immer Dein“ bekomme ich zwar eine kurzweilige Geschichte, aber deswegen nicht weniger intensiv und überzeugend. Der Schreibstil und ihre Protagonisten ziehen mich von der ersten Seite ins Buch und lassen mich bis zur letzten nicht mehr los. Innerhalb von zwei Tagen habe ich die Geschichte regelrecht verschlungen. Ich fand es sehr gut, dass sich der Hauptteil der Geschichte um Klara und Fritz gedreht hat. Denn diese zwei haben es mir besonders angetan. Ihre Liebesgeschichte, die ein ganzes Leben gehalten und diesen fürchterlichen Krieg überstanden hat, war für mich so real erzählt, dass ich mir gut vorstellen kann, dass es genau solche Geschichten im wirklichen Leben gegeben hat. Die Gegenwartsgeschichte von Marie hat mich dagegen leider etwas weniger interessiert, da sie nur einen ganz geringen Anteil an Aufmerksamkeit bekommen hat und mir dadurch als Person zu blass geblieben ist. Aber dies fand ich weniger schlimm, denn die Aufmerksamkeit sollte und ist dadurch ganz bei Klara und Fritz geblieben. Die „stillen Helden“ des zweiten Weltkrieges. Von mir eine Leseempfehlung für alle, die gerne Bücher aus dieser Zeit lesen. Aber auch für diejenigen, die sich gerne einmal in diesem Genre ausprobieren möchten. Denn dafür ist diese Geschichte absolut gut geeignet, da sie kurzweilig, intensiv und wunderschön erzählt wurde.

„Für immer die Deine“

Von: LinesLieblingsbuecher Datum: 10. November 2019

Vielen Dank an das @bloggerportal für die Bereitstellung dieses Buches! Autorin: Jana Voosen Verlag: Heyne Verlag Erschienen am: 8.Juli 2019 Eine glaubwürdige und berührende Geschichte, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Zum Inhalt: Bei ihren Recherchen für eine Dokumentation über den Kriegsbeginn 1939 sucht die Journalistin Marie Zeitzeugen und trifft dabei auf Klara und Fritz Hansen. Gemeinsam machen sie eine Reise in die Vergangenheit und Marie erfährt nach und nach die Lebens- und Liebesgeschichte der Eheleute. Diese Geschichte ist einerseits schrecklich und unfassbar grausam und andererseits voller Liebe, Mut und Zivilcourage! Denn während Fritz an der Front kämpft muss Klara für ihren gemeinsamen Sohn und ihr Überleben kämpfen. Sie trifft dabei auf Jal, der einer Minderheit angehört und von den Nazis verfolgt wird. Die Lage in Deutschland wird immer prekärer und Klara trifft Entscheidungen, die sowohl ihr Leben, als auch das Leben ihrer Liebsten maßgeblich verändern. Fazit: Jana Voosen hat mich mit dieser Geschichte absolut überzeugt! Ich bin mir sicher, dass es Menschen gab, die eine solche oder ähnliche Geschichte erlebt haben. Während des Lesens wurde ich emotional aufgewühlt und ich hatte keine Idee, wie die Protagonisten ihre Situation meistern würden. Für mich war alles, was hier durchlebt wurde glaubwürdig und ich bin froh, dass es Autoren gibt, die mit solchen Geschichten gegen das Vergessen anschreiben! Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und man fliegt geradezu durch die kurzen Kapitel. Jana Voosen hat es geschafft, dass man sofort in die Geschichte/n eintauchten kann und die Figuren sind authentisch und ich habe mich sofort mit ihnen verbunden gefühlt. Ich bin froh Klara, Fritz und Jal kennengelernt zu haben und bedanke mich, dass ich an ihrem Schicksal, ihrer Stärke und ihrem Mut teilhaben durfte!

Jeder Krieg hinterlässt Spuren

Von: Marie's Salon du Livre Datum: 27. October 2019

1939: Die überstürzte Hochzeit von Klara und Fritz sorgte wochenlang für Klatsch und Tratsch im Alten Land. Diverse Gerüchte machen die Runde, die schließlich bei der Geburt des Kindes der beiden sehr jungen Eltern zum Teil bestätigt werden. Die zwei genießen ihre Liebe und das Familienglück. Als jedoch im September der Krieg ausbricht, wird Fritz eingezogen und Klara bleibt alleine in Hamburg zurück. Zunächst ändert sich das Leben kaum, aber als die Luftangriffe beginnen, muss Klara eine Entscheidung treffen. Knapp 80 Jahre später recherchierte die Journalistin Marie für eine Spezialausgabe. Die Anzeige zum 79. Hochzeitstag eines Ehepaars bringt sie auf eine einzigartige Spur, um Auskünfte über das Leben in den Kriegsjahren zu erhalten. Anfangs stößt sie bei Klara und Fritz auf eine Mauer der Ablehnung, aber mit Einfühlungsvermögen und Hartnäckigkeit gelingt es Marie, die zwei älteren Herrschaften zu überzeugen, ihre Erinnerungen mit ihr und den Lesern der Zeitung zu teilen. Wie hat es mir gefallen? Die Lit.Love rückt immer näher und der Klappentext dieses Buches hat mich sofort angesprochen. Vielen Dank an das Bloggerportal bzw. den Verlag für das Rezensionsexemplar. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, was ich persönlich sehr gerne mag. Marie steht im Mittelpunkt der Gegenwart. Neben ihrer Arbeit für die Zeitung, dreht sich auch recht viel um ihr Privatleben. Sie lebt getrennt von ihrem Mann und knabbert immer noch daran. Als sie Klara und Fritz kennen lernt, die seit knapp 80 Jahren miteinander verheiratet sind, möchte sie wissen, was ihr Geheimnis ist. Wie sie es geschafft haben Höhen und Tiefen zu überstehen. Ehrlich und ohne die Dinge zu beschönigen erzählen sie ihre Geschichte. Beginnend mit ihrer Kindheit und Jugend, als sie sich ineinander verliebt haben. Über die Hochzeit und das kurze Familienglück, bis zum Kriegsbeginn als Fritz eingezogen wurde und die schweren Kriegsjahre. Keine einfachen Erinnerungen sondern furchtbare und schmerzhafte. Anfangs die zwei Jugendlichen zu beobachten, wie sie sich verlieben, war so unschuldig und liebenswürdig. Die Liebesgeschichte hätte so schön sein können, wurde aber durch den Krieg zerstört und veränderte unzählige Leben. In diesem Roman bleibt das Augenmerk völlig auf Klara. Wie sie ums Überleben kämpft, Entscheidungen für sich und ihr Kind treffen muss. Dazu fand ich die Sätze auf Seite 148 sehr bezeichnend: Die Masse der Bevölkerung kämpfte schlicht ums nackte Überleben. Zurückgeworfen auf die grundlegendsten Bedürfnisse, gab es zu wenige, die das große Ganze noch in den Blick bekamen. Zu sehr war man damit beschäftigt, sich selbst und die Familie zu retten. Damit möchte ich nicht die Gräueltaten, die begangen wurden, entschuldigen. Dieses Buch beschäftigt sich mit Klara, Fritz und Marie. Der Krieg wird als das dargestellt, was er ist/war. Grausam für all jene, die ihren Alltag unter Bomben leben müssen. Ich fand "Für immer die Deine" ausgesprochen gelungen. Die Mischung aus unschuldiger Liebe, Familie, Krieg und Leben haben mich überzeugt. Sowohl sprachlich als auch die Handlung, die mich überrascht hat. Ich freue mich sehr darauf die Autorin bei der Lit.Love kennen zu lernen und mit ihr über den Roman zu sprechen.

Spannend und mitreißend

Von: elisalorenz Datum: 27. October 2019

Eine traurige, spannende und mitreißende Geschichte. Alles in einem. Momentan lese ich sehr viele solcher Bücher, auch, weil meine Großeltern noch selbst den Krieg miterlebt - und nach wie vor ein Ehepaar sind! Es ist einfach so wundervoll, dass es dieses Phänomen der ewigen Liebe wirklich noch im wahren Leben zu finden ist! Meine Großeltern sagen immer, es gäbe kein Geheimnis der wahren Liebe. - Man sollte immer nur über seinen eigenen Stolz stehen und bereit sein, Kompromisse einzugehen! Nur so lebt man selbst und miteinander Glücklich! Irgendwie habe ich beim Buchtitel, sowie beim Klappentext etwas anderes vermutet. Aber ich wurde keinesfalls enttäuscht. Eher noch mehr als positiv überrascht. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen. Die ganze Story war, über das ganze Buch, so mitreißend und spannend. Ich möchte hier keinesfalls eine Kurzfassung des Buches schreiben - da sich jeder ein eigenes Bild über den Klappentext bilden sollte und dann überrascht sein wird. Dies war auch das erste Buch, welches ich von der Autorin gelesen habe. Werde aber definitiv weitere Bücher von ihr lesen! Ich kann das Buch echt nur weiterempfehlen. Eines meiner absoluten Lieblingsbücher, welches ich in letzter Zeit gelesen habe!

Das Buch hat mich wirklich berührt

Von: Stephi Datum: 19. October 2019

Dieses Buch hat mich tief bewegt und das obwohl oder gerade weil sein Inhalt sich auf weniger Seiten zusammenfassen lassen würde. Es ist ein Buch der leisen Töne und gerade deshalb hat es mich so beeindruckt und berührt. Ich möchte nicht zuviel vorweg nehmen, aber ich finde es wirklich beindruckend, was Klara erlebt und wie sie gehandelt hat. Ich möchte mir nicht vorstellen, was ich an ihrer Stelle getan hätte. Aber ich finde es wichtig, dass solche Geschichten erzählt werden und deutlich machen, was das Handeln einzelner bedeutet kann und wie mutig sie manchmal sind, aber auch was es bedeuten kann auf sein Gewissen zu hören. Zum Glück gab es auch während der NS Zeit solche Menschen - ihre Leben lässt niemanden kalt denke ich. Außerdem ist das Buch ein wundervolles Beispiel dafür was Liebe bedeuten kann und welche Kraft sie hat...  es hat mich sehr nachdenklich gemacht. Könnte ich auch so handeln und was kann ich in meinem Leben tun? Und so ging es dann ja auch Marie. Ich kann das Buch absolut weiterempfehlen!

Eine Geschichte mit unheimlich viel Tiefgang!

Von: Martina - Schmökerwelten Datum: 05. October 2019

Was für ein Buch! "Für immer die Deine" ist mein erster Roman von Jana Voosen und einer, mit dem ich voll ins Schwarze getroffen habe. Dieses Buch beinhaltet alles, was ich an einem guten Buch schätze: eine Story mit vielen verschiedenen Facetten, Spannung, ein zeitgeschichtlicher Hintergrund, Emotionen und eine Liebesgeschichte, aber nie mit dem Hang zum Kitsch. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, die gegen Ende zusammenfließen. In der gegenwärtigen begegnen wir der Journalistin Marie, die während ihrer Recherchen auf ein altes Ehepaar trifft, die nun ihren 80. Hochzeitstag feiern, deren Liebe Jahrzehnte überdauert hat und die zeigt, was wahre Liebe auszuhalten im Stande ist. Deren Geschichte zwingt Marie dazu, ihre eigene gescheiterte Beziehung zu hinterfragen und ihren Standpunkt zu überdenken. Und diese Geschichte wird eine Reise in die Vergangenheit. Vor dem Hintergrund des 2. Weltkrieges treffen wir auf Klara und Fritz. Klara ist eine für diese Zeit außergewöhnlich selbstbewusste und mutige junge Frau, die ganz genau weiß, was sie will, und eben nicht will. Als ihr Ehemann Fritz an die Front berufen wird, ist Klara mit ihrem kleinen Söhnchen Paul auf sich allein gestellt. Während einer Zeit voller Entbehrungen - in der Jana Voosen sehr eindringlich zeigt, dass es nicht nur an Materiellem mangelt, sondern dass auch die fehlende menschliche Nähe, die so unglaublich wichtig ist, die Seele leiden lässt. In dieser Zeit wächst Klara über sich hinaus und beweist, was ein bisschen Menschlichkeit bewirken kann. In "Für immer die Deine" treffen wir auf Protagonisten, die man automatisch ins Herz schließt, die ihr Innerstes nach Außen kehren. Die aber nicht perfekt sind, sondern auch Fehler machen, und nicht immer unbedingt nachvollziehbare. Mit einem sehr angenehmen und mitreißenden Schreibstil hat Jana Voosen eine wahnsinnige Atmosphäre eingefangen, die uns diese bedrückende Stimmung, die Angst und Verzweiflung, das ganze Grauen des Krieges mit unheimlich viel Tiefgang nahe bringt. Sie hat mich mit dieser Geschichte vollkommen gefangen genommen und ich möchte unbedingt mehr von Jana Voosen lesen.

Für immer die Deine

Von: The Book Storys Datum: 22. September 2019

Obwohl die Social Media-Welt viel Negatives mit sich bringt, bin ich doch immer wieder froh so einfach und leicht an grandiose Buchempfehlungen zu kommen, was etwas sehr Positives ist. So war es nämlich auch bei diesem Roman, denn ich kannte die Autorin Jana Voosen vorher überhaupt nicht und bin nun umso glücklicher sie als eine neue Autorin in meiner Lesewelt entdeckt zu haben. Jana Voosen lässt uns mit diesem Buch in eine ganz besondere und abenteuerliche Liebesgeschichte eintauchen, welche zwar keine Neuheit in der Liebesroman Sparte ist, jedoch aber etwas ganz Besonderes, was mir sehr gut gefiel. Wir verfolgen in dieser Geschichte komplett verschiedene Leben zu zwei verschiedenen Zeiten, denn ein Mal befinden wir uns im Jahr 1939 kurz vor Beginn des Krieges und dann gibt es noch die Gegenwart, welche 2019 spielt. Klara und Fritz, zwei junge Erwachsene leben im Jahre 1939 und führen eine heimliche Liebesbeziehung, jedoch hält der Segen nicht lange, denn Klara wird unerwartet Schwanger. Da zu dieser Zeit uneheliche Kinder äußerst brisant waren, müssen Klara und Fritz heiraten und von heute auf morgen führen die beiden jungen Leute ein eigenständiges Leben. Wie alle jungen Männer wird Fritz einberufen und Klara muss das ganze erst einmal alleine stemmen. Klara möchte nicht einfach nur wegsehen und möchte helfen, weshalb sie dem alten Mann, welcher über ihnen in der Dachgeschosswohnung lebt hilft, indem sie seine Einkäufe erledigt. Doch dann trifft Klara auf eine unerwartete Situation und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Im hier und jetzt, also 2019, verfolgen wir die junge Journalistin Marie, welche selbst in Scheidung lebt und mit ihrem Leben nicht allzu im Reinen ist. Sie arbeitet bei dem Zeitgeist Verlag, welcher zu einem Kriegsjubiläum eine Sonderausgabe rausbringen möchte. Als Klara dann auf die Zeitungsannonce von Klaras und Fritz Hochzeitstag trifft und sie sieht, dass die beiden schon ihr ganzes Leben miteinander verbracht haben, möchte sie wissen: Worin liegt das Geheimnis einer Lebenslangen Ehe? Doch Klara weiß nicht, dass die Geschichte von Klara und Fritz ihr eigenes Leben verändern wird. Die Geschichte birgt viele Wendungen und Geschehnisse mit welchem man am Anfang überhaupt nicht rechnet, dass hat mich das ein oder andere Mal schlucken lassen. Denn Jana Voosen beschreibt alle Ereignisse, Entscheidungen und Situationen dermaßen Emotional und Realistisch, dass man diese direkt auf sich selbst überträgt. Jedes Buch hat für den Leser, welcher es gerade liest, eine andere Bedeutung aufgrund seiner Vergangenheit. Mich konnte das Buch sehr berühren und wäre ich nah am Wasser gebaut hätte ich bestimmt auch das ein oder andere Tränchen vergossen. Vom Schreibstil war ich ab der ersten Seite sehr überzeugt, denn obwohl er ruhig, sachlich und detailliert ist wird es nie langatmig oder öde. Im Gegenteil es bleibt dauerhaft spannend und man möchte seinen offenen Fragen einfach nur beantwortet bekommen. Ebenso die Charaktere, welche durch ihre realistischen Handlungen und Beschreibungen ausgezeichnet sind, möchte man als Leser nicht mehr gehen lassen. Das Ende hat mich richtig gefreut, denn ich war so glücklich wie schon lange nicht mehr. Ich denke, dass viele Leute dieses Ende nicht mögen würden und ich kann auch verstehen warum, aber ich habe es gemocht. Und ich bin auch vollends mit der Entscheidung von Fritz und Klara zufrieden gewesen. Das Ende ist eben ein Thema um das es sich streiten lässt, aber ich denke jeder Mensch muss das mit sich vereinbaren, es gibt für diese Entscheidung einfach kein richtig oder falsch. Eine große Empfehlung von mir, für alle die gerne historisches mit der Liebe vereint sehen.

Jahreshighlight!

Von: Judikos Welt Datum: 19. September 2019

Stille Helden Im Nachwort erzählt die Autorin, wie vielen Menschen es gelang, sich der Verfolgung durch die Nazis zu entziehen. Möglich war dies nur durch die Unterstützung sogenannter „Stiller Helden“, worum es unter anderem auch in diesem Buch geht. Wir haben hier eine Geschichte über zwei Zeitebenen, die vorwiegend im Alten Land spielt. Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges hält ein Skandal die Gemeinde York in Atem. Die gerade erst 17 jährige Klara erwartet ein Kind vom Pfarrerssohn Fritz, mit dem sie seit Kindheitstagen befreundet ist. Das Paar ist trotz des Geredes aber so glücklich und widersetzt sich dem Tratsch und heiratet. Gemeinsam ziehen sie in eine kleine Wohnung nach Hamburg. Doch leider hält das Glück nicht lange an. Auch Fritz wird in den Krieg gezogen und Klara muss in dieser harten Zeit für sich und den gemeinsamen Sohn alleine sorgen. Eines Tages macht sie mit einem Nachbarn, aus der Dachgeschosswohnung, Bekanntschaft und stellt schnell fest, dass er nicht der ist, für den er sich ausgibt. Daraufhin trifft Klara eine folgenschwere Entscheidung. In der Gegenwart, soll die Journalistin Marie, anlässlich des 80 jährigen Gedenktages zum Beginn des ersten Weltkrieges, Zeitzeugen suchen, da bald diese Möglichkeit, hautnah und vor allem bewusst diesen erlebt zu haben, nicht mehr besteht. So trifft sie auf Klara und Fritz, die ihre Geschichte erzählen... An dieser Stelle kann ich schon verraten, man braucht Taschentücher. Ich kann kaum in Worte fassen, was das Buch mit mir gemacht hat. Ich hatte richtig Herzschmerz und ich habe mitgelitten. Oftmals habe ich mir die Frage gestellt, was ich selbst gemacht hätte, wäre ich an Klaras Stelle. An einem Punkt angekommen, ob richtig oder falsch, wusste auch ich nicht weiter und so hatte ich keine Wunschvorstellung mehr für das Ende. Ich habe es genommen, wie es kam und ich bin glücklich damit, auch wenn es wirklich traurig war. Ich möchte jeden dieses Buch ans Herz legen, der, auch wie ich, Geschichten über zwei Zeitebenen mag, denn diese ist wirklich etwas Besonderes. Fazit: Dieses Buch ist ein absolutes Jahreshighlight für mich. Die Helden darin sind mutig, stark, sehr gefühlvoll und liebenswert. Noch lange werde ich an diese Geschichte denken und jedem, ob er will oder nicht, sie empfehlen. Jahreshighlight!

Lebenslange Liebe.

Von: Booklove15_11 Datum: 18. September 2019

Die frisch getrennte Journalisten Marie stößt bei Recherchen über den Zweiten Weltkrieg ein altes Foto von Klara und Fritz Hansen und ein Bericht die ihren 80. Hochzeitstag feiern wollten. Fasziniert von der lebenslangen Liebe, macht Marie sich auf den Weg nach Altes Land, um ein altes Ehepaar nach deren Liebe und Leben interviewen. Obwohl Fritz dagegen war, schüttelt Klara ihr Herz an Marie aus. Marie erfährt, wie damals 17-jährige Tochter, des wohlhabenden Obstbauern, sich in den Sohn des Pfarrers verliebt und von ihm schwanger wurde. Sie erfährt, als der Zweite Weltkrieg ausbrach, als der Fritz an die Front musste, wie Klara in den schrecklichen Zeiten allein, mit ihrem kleinen Sohn in Hamburg durchschlägt. Doch die Pärchen tragen viel mehr Geheimnisse mit sich, dass auch Maries Leben beeinflussen wird. WOWW! Was für eine intensive vor allem sehr ergreifende Liebesgeschichte, die mich durch und durch tief in das Herz berührt hat. Der Autorin hat eine wunderbare, bildhafte Schreibstil, die Leser nach schönen Altes Land und nach Hamburg mit nimmt. Ich, als Hamburgerin, kenne ich die Bilder von zerbombten Hamburg von damals sehr gut und ich sage euch, in das Buch ist das alles genau so geschildert wie in den Bildern. Und sie nennt auch paar Fakten (Ich möchte nicht Spoilern), welches mir nicht bekannt war und mich vollkommen überrascht hat. Die Charaktere sind vielfältig und am meistens mochte ich die Klara sehr. Sie ist lebensfroh, hilfsbereit, stark. Eine echte, stille Heldin, die ich schon von ersten Seiten an in meinem Herz geschlossen hab. Die Sichtwechsel zwischen Vergangenheit(Klara) und Gegenwart(Marie) hat richtig gut gelungen, aber was ich persönlich toll fand, die zwischen Kapiteln von Nebencharaktere. So konnte ich die all die beteiligten kennenlernen und deren Gefühls-Gedankenwelt ohne Verständnisprobleme folgen können. Dieses Buch verdient definitiv viel mehr als 5 Sterne! Eine absolute Leseempfehlung von mir!!

Liebe ein Leben lang?

Von: Martinas Buchwelten Datum: 18. September 2019

Der Klappentext dieses Romans hat mich schon in der Verlagsvorschau angesprochen und deswegen habe ich mich sehr gefreut, als ich bei Lovelybooks das Buch für die Leserunde gewonnen habe. Auf zwei Zeitebenen begleiten wir zwei Frauen und ihren Schicksalen, wobei der Gegenwartsstrang eher Rahmenhandlung bleibt. Zum 80. Jahrestag des Kriegsbeginns möchte das Hamburger "Zeitgeist"-Magazin eine Sonderausgabe bringen und Zeitzeugen interviewen. Diejenigen, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben, werden immer weniger und das Aufspüren dieser Personen ist gar nicht so einfach. Die Journalistin Marie, die zuvor bei einer Frauenzeitschrift gearbeitet hat, sieht ihre Chance gekommen, endlich ihren Chef zu überzeugen, dass sie auch für ein renommiertes Blatt, wie den Zeitgeist, schreiben kann. Doch noch fehlt ihr eine passende Geschichte. Da erfährt sie von einem Pärchen im Alten Land, das ihren unglaublichen 79. Hochzeitstag gefeiert hat. Marie sieht ihre Chance gekommen und macht sich auf den Weg zu Klara und Fritz Hansen ins Alte Land.... Das Versprechen des erst 6-jährigen Fritz an seine kleine Freundin Klara, sie später einmal zu heiraten, trifft schneller ein, als geplant. Als die 17-jährige Tochter des größten Obstbauern vom Pfarrersohn schwanger wird, müssen die Beiden heiraten. Ein kleiner Skandal im Alten Land im Jahre 1939. Doch Fritz und Klara sind glücklich. Kurze Zeit nach der Hochzeit bricht jedoch der Zweite Weltkrieg aus und Fritz wird eingezogen. Klara bleibt mit dem gemeinsamen Sohn Paul in Hamburg, wo sie sich eine Wohnung genommen haben. Der Krieg dauert immer länger und als die Versorgungslage immer schlechter wird, sorgt sie sich um den alten Mann im Obergeschoß des Wohnhauses. Sie kauft für ihn mit ein und entdeckt sein wahres Geheimnis.... Jana Voosen hat mit ihrem neuen Roman auf zwei Zeitebenen, der größtenteils während des Zweiten Weltkrieges und davor spielt, in ein für sie neues Genre "hineingeschnuppert" und das ist ihr gelungen! Eine Liebe, die ein Leben lang hält, ist in unserer schnelllebigen Zeit äußert selten geworden. Auch Marie ist seit zwei Jahren nach einem Seitensprung ihres Mannes von ihm getrennt. Die Autorin greift in "Für immer die Deine" das Thema Vergebung und verzeihen an, welches sich als roter Faden durch beide Handlungsstränge zieht. In Rückblenden erzählt Klara Marie in sehr eindringlichen Worten ihre Lebensgeschichte. Diese konnte mich berühren und vollends überzeugen, auch wenn ich mit Klaras Verhalten nicht immer konform ging. Man lebt und leidet mit ihr mit, hofft und bangt und freut sich über positive Dinge. Die Autorin greift auch das Thema der Zwangssterilisation von Roma und Sinti auf, die für die Nazis "minderwertiges Leben" sind. Die Gräuel und Wirren des Krieges werden Teil von Klaras und Fritz Leben. Der Gegenwartsstrang konnte mich hingegen nicht ganz überzeugen. Hier fühlte ich mich außen vor und es fehlte mir an Emotionen. Schreibstil: Jana Voosen hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil, der mich schnell inm Buch versinken ließ. Die Charaktere, bis hin zu allen Nebenfiguren, sind facettenreich und lebendig gezeichnet. Besonders im Vergangenheitsstrang lebte ich mit ihnen richtig mit. Im Gegenwartsstrang hatte ich allerdings ein bisschen Mühe damit. Hier blieb mir Marie etwas zu blass und sie fungierte eher nur als Chronistin. Die Kapitel sind eher kurz gehalten. Über jedem einzelnen stehen Orts- und Zeitangabe. Fazit: Eine ergreifende Lebens- und Liebesgeschichte mit historischem Hintergrund, die mich berühren konnte und zum Nachdenken anregt. Ich empfehle sie gerne weiter!

80 Ehejahre voller Höhen und Tiefen

Von: Internetmaus Datum: 16. September 2019

Für immer die Deine Jana Voosen Klappentext: Wie hält man zusammen, auch wenn die Welt um einen herum zerbricht? Altes Land, 1939: Es ist ein Skandal, der das Dorf Jork wochenlang in Atem hält. Die erst 17-jährige Tochter des wohlhabenden Obstbauern Landahl erwartet ein Kind vom Sohn des Pfarrers. Das junge Paar ist glücklich, doch als der Zweite Weltkrieg ausbricht, muss Fritz an die Front, und Klara schlägt sich mit ihrem Sohn alleine in einer kleinen Wohnung in Hamburg durch. Als sie entdeckt, dass der alte Mann in der Dachgeschosswohnung über ihr, nicht der ist, für den er sich ausgibt, trifft Klara eine folgenschwere Entscheidung. Hamburg, 2019: Die frisch getrennte Journalistin Marie stößt bei Recherchen zu einem Artikel auf die Lebens- und Liebesgeschichte von Klara und Fritz Hansen. Sie ahnt nicht, dass die Begegnung mit den beiden ihr eigenes Leben maßgeblich beeinflussen wird………………………………… Ein berührender Roman der auf 2 Zeitebenen spielt wobei die heutige Zeit eher als Rahmenhandlung dient. Das Buch hat ein sehr schönes Cover, was sehr gut zur Handlung passt. Die Apfelblüten stehen für das wiedererwachen der Natur. Auch die Menschen, die im Buch so viel Leid erfahren müssen, gestalten ihr Leben neu. Jana Voosen nimmt die Leser mit und lässt sie teilhaben an den ganzen Gräueltaten der Nazizeit. Ihr Schreibstil ist sehr flüssig. Die handelnden Personen kann man sich bildlich vorstellen, ihre Geschichte miterleben. Noch im Jahr der Hochzeit von Klara und Fritz beginnt der Zweite Weltkrieg. Sie leben mittlerweile in Hamburg in einer kleinen Wohnung. Dort wird der kleine Paul geboren. Schon die ersten Kriegsjahre bringen viele Entbehrungen für die Menschen mit sich. Auch Fritz muss an die Front und für Klara mit ihrem Sohn beginnt ein Überlebenskampf. Ein Hamburger Zeitungsverlag hat im Jahre 2019 eine Sonderausgabe geplant, die zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges erinnern soll. Dazu will man Zeitzeugen befragen. Nur werden diese immer weniger. Die Zeit drängt also. Die Journalistin Marie erfährt von dem Ehepaar Fritz und Klara Hansen. Sie leben im Alten Land und begehen in diesem Jahr ihren 80. Hochzeitstag, was eine Seltenheit ist. Marie schreibt ihre Erinnerungen auf, mit allen Höhen und Tiefen, mit den Wirren des Krieges, mit der Verfolgung von Juden, Roma und Zigeunern. Tief tauchen wir im Buch in diese furchtbare Zeit der deutschen Geschichte ein. Diese Lebensgeschichte, die auf einer sehr tiefen und bedingungslosen Liebe beruht, kann ich nur jedem empfehlen. Man darf nicht immer gleich aufgeben. Man muss was für seinen Partner tun und auch mal verzeihen können. Das Buch bringt uns das sehr nahe. Jana Voosen ist ein sehr ergreifendes Buch gelungen.

Ein wunderbarer zeitgeschichtlicher Roman, über die Liebe und deren Tücken

Von: Birgit Pirker Datum: 13. September 2019

Schon als Kinder waren Klara und Fritz unzertrennlich. Zusammen machten sie die heimischen Höfe unsicher, spielten „Vater-Mutter-Kind“ und Fritz versprach seiner Klara schon damals „Wenn ich groß bin heirate ich nur dich“. Aus diesem Versprechen wurde die ganz große Liebe! Doch der Beginn des Zweiten Weltkrieges setzt dem jungen Glück ein jähes Ende: Fritz muss an die Front! Klara bleibt alleine mit ihrem gemeinsamen Sohn Paul in Hamburg zurück und macht das Beste aus ihrer Situation. Sie freundet sich mit dem älteren Herrn aus der Wohnung über ihr an, doch muss sie schon bald feststellen, dass er nicht der ist, für den er sich ausgibt. Klara trifft eine folgenschwere Entscheidung die ihr Leben in den Grundfesten erschüttern wird! „Für immer die Deine“ ist ein wunderbarer zeitgeschichtlicher Roman, über die Liebe und deren Tücken. Die Handlung ist so gefühlvoll und herzschmeichelnd erzählt, dass sich mir viele Szenen ins Herz gebrannt haben! Die Geschichte wird dem Leser in Rückblenden aus Klaras Sicht während eines Interviews wiedergegeben. Wir begleiten Sie und ihren Mann durch alle Stationen ihres Lebens, erleben mit wie sich aus der Kinderfreundschaft zuerst Verliebtheit und danach die große Liebe entwickelt und am Ende beide für ihre Gefühle und ihre Zukunft kämpfen müssen. Vor der Kulisse des Zweiten Weltkrieges, der ja ohnehin schon viele Entbehrungen mit sich bringt, spinnt Jana Voosen eine sehr interessante und aufwühlende Geschichte. Dabei verlor Klara zwar bei mir einiges an Sympathie, die Autorin findet aber einen sehr guten Weg aus der Dramatik und konnte auch mich am Ende wieder mit unserer Protagonistin versöhnen. Fritz wird in Polen schwer verwundet und auch die Szenen im Lazarett konnte mir die Autorin sehr glaubwürdig näher bringen, was für einen Liebesroman in meinen Augen nicht alltäglich ist. Der Marsch der jüdischen Bewohner ins Ghetto, ein Schuss im Wald! Schmerzhaft realistisch dargestellt! Das natürlich auch die Journalistin Marie ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen hat, muss ich vermutlich nicht dazusagen. Ihre Geschichte ist zwar nicht direkt mit der von Fritz und Klara verstrickt, Marie steht aber vor vielen Entscheidungen und versucht aus Klaras Erzählungen für sich selbst eigene Antworten abzuleiten. So intensiv die Lebensgeschichte im Zweiten Weltkrieg dargestellt wurde, so oberflächlich und in meinen Augen auch falsch fand ich die Geschichte um Marie! Das Interview ist natürlich der Leitfaden durch das Buch, aber ich hätte mir mehr davon erwartet. „Für immer die Deine“ zeigt eine Liebe, die trotz aller schicksalhafter Wendungen niemals aufgehört hat zu bestehen und die uns vielleicht auch ein bisschen als Vorbild dienen sollte!

Stille Heldin

Von: hasirasi2 Datum: 11. September 2019

„Wenn ich groß bin, dann wirst Du meine Frau.“ (S. 14) verspricht Fritz 1928 seiner Klara beim Mutter-Vater-Kind-Spiel. Und 11 Jahre später, mit 17, heiraten die beiden wirklich, denn Klara ist schwanger. Es ist eine Sandkastenliebe, die Fritz und Klara verbindet. Sie ist die Tochter eines großen Obstbauern im Alten Land und er der Sohn des Pfarrers. Fritz möchte Medizin studieren, doch er muss Geld für seine kleine Familie verdienen und als der Krieg ausbricht, wird Fritz eingezogen. Klara bleibt mit Söhnchen Paul allein in Hamburg zurück. Die Versorgungslage wird immer schwieriger und sie beginnt, auch für den alten Herrn Wiechert in der Wohnung über ihr mit einzukaufen. Doch dann entdeckt sie dessen Geheimnis, und muss entscheiden, ob sie weiter wegsieht, oder hilft, ob sie sich und ihre Familie für einen Fremden in Gefahr bringt ... 2019 möchte ein Hamburger Magazin ein Sonderheft zum 50. Jahrestag des Beginns des 2.Weltkrieges mit Zeitzeugenberichten herausbringen. Marie ist relativ neu dort und möchte sich unbedingt profilieren. Sie erzählt ihrem Fast-Ex-Mann Simon davon und er berichtet ihr von Freunden seiner Oma, die letztes Jahr ihren 79. Hochzeitstag gefeiert haben – sie haben also kurz vor Kriegsbeginn geheiratet. Es sind Klara und Fritz, bei den Marie kurz darauf vor der Tür steht und sie um ein Interview bittet. Jana Vossen hat eine sehr berührende Liebesgeschichte über ein Paar geschrieben, welches sich schon sein ganzes Leben, also fast 100 Jahre, kennt und immer noch verheiratet ist. Journalistin Marie, deren Ehe gerade gescheitert ist, möchte wissen, wie sie das geschafft haben, was das Geheimnis einer langen Beziehung ist. Ich mochte die Geschichte sehr. Jana Vossen schreibt sehr flüssig und empathisch, ich konnte jederzeit mit Klara und Fritz mitfühlen. Klara ist zu Beginn von Hitlers Machtergreifung noch sehr naiv. Sie ist froh über ihr Glück mit Fritz und versucht ansonsten, sich aus allem rauszuhalten. Aber als Herr Wiechert ihr sein Schicksal erzählt, beweist sie echte Courage und wird zu einer stillen Heldin. Bei Fritz haben mir vor allem sein leiser Humor gefallen und seine Fähigkeit, zu Verzeihen: „Man muss Kompromisse schließen. Und wenn man unterschiedlicher Meinung ist, dann muss einer nachgeben.“ (S. 125) Die Dreiecksgeschichte zwischen Marie, Simon und Jost (ihrem Liebhaber) hat mich nicht wirklich gepackt, die hätte das Buch für mich auch nicht gebraucht. Marie kommt viel zu blass rüber, fungiert nur als Chronistin und auch die beiden Männer tauchen jeweils nur kurz auf. Die Grauen des Krieges, die (Selbst-)Vorwürfe, Zweifel und Ängste ihrer Protagonisten beschreibt die Autorin sehr anschaulich und nachvollziehbar. Besonders Herrn Wiecherts Schicksal hat mich sehr erschüttert. Leider waren mir einige Aspekte der Geschichte zu vorhersehbar und das Ende nicht wirklich überraschend. Fazit: Eine sehr berührende Liebes- und Lebensgeschichte auf zwei Zeitebenen, aber der Erzählstrang der Jetztzeit konnte mich nicht durchgängig fesseln.

Für immer die Deine

Von: MarySophie Datum: 09. September 2019

Handlung: Altes Land 1939 Von klein auf waren Fritz und Klara beste Freunde und aus der Freundschaft wurde eine ernste Beziehung, die sie aber vor den Eltern geheim halten. Bis Klara und Fritz ertappt werden und sich schon bald heraustellt, dass Klara mit ihren 17 Jahren schwanger ist. Sie heiraten, gründen eine kleine Familie und sind glücklich mit ihrem Leben. Doch der zweite Weltkrieg macht auch vor ihrem Glück nicht Halt und Fritz muss an die Front. Klara bleibt mit dem Sohn allein zurück in Hamburg. Dabei lernt sie den mysteriösen, alten Mann aus der Dachgeschosswohnung kennen. Klara ist von ihm mehr als irritiert und erkennt, dass er nicht der Mann ist, für den er sich ausgibt. Hamburg 2019 Passend zum Jahrestag des Beginn des Zweiten Weltkriegs will das Magazin Zeitgeist eine Sonderausgabe zu diesem Thema herausbringen. Der Inhalt: Zeitzeugen berichten. Voller Energie stürzt sich Marie auf diese Aufgabe und lernt während ihrer Recherche Fritz und Klara kennen. Marie ist nicht nur von deren Leben fasziniert, sondern auch der Ehe, die seit fast 80 Jahren Bestand hat. Bei den Gesprächen mit dem Ehepaar überdenkt auch Marie einige Entscheidungen. Meinung: Das Cover gefällt mir wirklich gut, gefühlt ist es in natura noch schöner als auf Bildern. Es vereint gleichzeitig altmodische, romantische Akzente durch kleine, ausgewählt Details. Die eigentliche Hintergrundfarbe ist sehr schlicht gehalten, es wurde sich bei der Gestalltung mehr auf die Blüten, sowie das junge Pärchen konzentriert. Gerahmt wird das gesamte Bild von Blumenzweigen, die wunderschön sind und einen altmodischen Hauch verströmen. Als Blickfang dient ein junges Paar, dass nur Augen füreinander hat und sich scheinbar durch nichts ablenken lässt. Insgesamt gefällt mir das Gesamtbild richtig gut, es ist sehr stimmig und wirkt besonders. Tatsächlich habe ich das Buch schon oft gesehen, vor allem auf Instagram und habe dort nur positive Stimmen gehört. Und immer, wenn ein Buch so arg gelobt wird und für mich auch interessant klingt, will ich es selbst unbedingt lesen. Genau das war auch hier der Fall und durch Zufall konnte ich an der Leserunde auf Lovelybooks teilnehmen und das Buch lesen, aber auch diskutieren. Ohne Ausnahme war die Schreibweise sehr gut und auf einem gleichbleibend angenehmen Niveau gehalten. Für mich war sie einfach zu lesen, mit vielen kleinen Beschreibungen, die Lebendigkeit hereingebracht haben. Dazu gab es ganz fantastische Beschreibungen, die ich mir oft bildlich vorstellen konnte. Ich hatte nur bei der Handlung in der Gegenwart ab und an das Gefühl, dass sie nicht so ausführlich und detailiert beschrieben wurde, sondern sich auf vor allem auf die Vergangenheit konzentriert wurde. Ich fand es wirklich unglaublich, wie die Geschichte von Klara und Fritz, aber auch von dem unbekannten Mann aus dem Dachgeschoss geschildert wurde. Mit einfachen Worten wurden Umstände, Geschehnisse bildhaft beschrieben, die sich in dem Moment ins Gehirn eingebrannt haben. Während des Lesens haben mich die Geschichten einfach nicht losgelassen und ich wollte das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen. Um die Rezension zu schreiben, habe ich ein paar Tage gebraucht. Direkt nach der letzte Seite war mein Hirn gefühlt leer und ich habe nicht sofort Worte gefunden und musste mir auch erst mal überlegen, welche Bewertung ich dem Buch geben möchte. Die Handlung findet auf zwei Zeitebenen statt, einmal in der Gegenwart, einmal zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Vorrang hatte eindeutig die Geschichte von Klara und Fritz, diese hat mehrere Kapitel gefüllt und bildete die Grundlage des Romans. Meiner Meinung nach haben sich Maries Abschnitte darum entwickelt und sie waren auch immer kürzer, knapper gehalten. Durchweg fand ich den Zeitstrang in der Vergangenheit interessanter. Ich habe begierig auf diese Kapitel gewartet und sie verschlungen. Die Handlung wurde lebendig beschrieben und das ganze Schicksal von Klara und Fritz emfand ich als berührend. Als Setting dienen ganz unterschiedliche Orte. Es gibt eine Überscheidung bei den Handlungsorten, das Gutshaus von Klaras Vater. Dieses war wirklich mein Lieblingsort, es war ganz wunderbar atmosphärisch beschrieben und war unglaublich bildhaft. Außerdem sind dort einige, wichtige, teils unterhaltsame Dinge passiert. Leider haben mir die weiteren Handlungsorte der Gegenwart nicht ganz so gut gefallen. Sie waren etwas leblos und nicht mit ganz so schmückenden Worten beschrieben. Ganz anders sah es mit den Lokalitäten der Zeit um den Zweiten Weltkrieg aus. Diese Orte konnte ich mir richtig gut vorstellen, sie haben auch immer ein Stück der Stimmung der Bewohner ausgedrückt. Wenn Klara in ihren vier Wänden glücklich war, hat sich das auch auf die Beschreibung oder Einrichtungsgegenstände übertragen. Auch bei schlechter Laune oder einer bedrückten Stimmung war dies spürbar und herauszulesen. Im Grunde gibt es drei Hauptcharaktere, Klara, Fritz und Marie. Mit allen war ich nicht durchweg glücklich, von Zeit zu Zeit hatte ich mit allen mal ein Problemchen. Ich fange mal bei Klara an. Als Kind, Jugendliche und auch als junge Mutter fand ich sie unglaublich sympathisch, sie war lebensfroh, gutmütig und gewitzt. Klara hatte die Begabung, Menschen um ihren Finger zu wickeln und genau das war auch bei mir anfangs der Fall. Bis sie sich weiterentwickelt hat, was eigentlich eine gute Sache ist. Und ich fand es auch interessant, zu sehen, wie sie von einem kleinen Mädchen aufgewachsen ist und zu was für einer Person sie im hohen Alter von ungefähr Mitte 90 geworden ist. An sich fand ich die Entwicklung wirklich gut, es wurde gezeigt, was der Krieg mit einem Menschen macht. Sie ist schnell erwachsen geworden, hat Verantwortung übernommen und ist die Dinge mit Elan angegangen. Doch sie hat ihre sympathischen Züge größtenteils verloren. Zugegebermaßen kam das auch etwas durch Handlungen, die ich wahrlich nicht gutheiße, aber dafür will ich Klara nicht verurteilen. Als alte Dame hat sie mir dann wieder recht gut gefallen, sie wirkte etwas blass dargestellt, im Großen und Ganzen hat sie am Ende wieder gezeigt, dass sie eigentlich ein toller Mensch ist. Und dabei auch wieder jugendlicher, nicht so ernst gewirkt. Fritz empfand ich eigentlich als angenehmsten der drei Hauptcharaktere. Ein ruhiger Geselle, mit dem man ernsthaft reden kann, aber auch Pferde stehlen kann. Eigentlich hat er mir durchweg gut gefallen, auf jeden Fall gab es keine Stelle, an der ich ihn nicht sympatisch fand. Leider war seine Figur etwas blass gezeichnet. Während der ganzen Handlung hat er keine schlechte Seite gezeigt, wirkte nie sonderlich verletzt, war im Grunde zu gut für die Welt. Fritz hat nur wenig Gefühle gezeigt, was mir gefehlt hat. Als junger Bursche war er dazu in der Lage und plötzlich war dies weg. So ging auch ein Stück Lebendigkeit flöten. Gerne hätte ich an ihm mehr Ecken und Kanten gesehen. Marie stand nie so arg im Mittelpunkt wie die anderen beiden, bereits besprochenen Charaktere. Und ein wenig hat sich das auch auf ihren Charakter ausgewirkt. Mit Marie bin ich nie auf einer Wellenlänge gewesen, sie war charakterlich etwas schwächer dargestellt. Viele ihrer Aussagen und Handlungen fand ich gut, habe aber leider nie einen Draht zu ihrem Charakter gefunden. Beruflich macht sie zwar mit ihrem eigenwilligen Einsatz Nägel mit Köpfen, privat fehlt mir dieser Einsatz. Ich glaube, wenn sie da etwas stärker durchgegriffen hätte und eher Entscheidungen getroffen hätte, wäre sie mir sympathischer gewesen. Fazit: Die eigentliche Geschichte hat mir richtig gut gefallen, es wurden Fakten genannt, die mir bisher noch nicht so bekannt waren. An vielen Stellen war die Handlung so perfekt ausgefeilt, dass ich vollkommen begeistert war. Angefangen von der wirklich interessanten Grundgeschichte, über die wunderbare Schreibweise mit hervorragenden Beschreibungen. Oft wurde die Stimmung der jeweiligen Charaktere durch wenige Worte an den Leser geleitet, was der Handlung Authentizität und Lebendigkeit verliehen hat. Es gibt einige, kleine Kritikpunkte, für die ich gesamt einen Punkt abziehe. Dazu zählen für mich ab und an die Charaktere, mit denen ich nicht ganz zufrieden war, aber auch der nicht ganz so interessante Handlungsstrang in der Gegenwart.

Klara und Fritz

Von: Kristall86 Datum: 09. September 2019

Wir bewegen uns im Buch „Für immer die Deine von Jana Voosen auf zwei Zeitebenen. Einerseits erleben wir wie im Alten Land bei Hamburg im Jahr 1939 der Dorf-Skandal perfekt wird, als Klara, die Tochter von Obstbauer Landahl, mit ihren 17 Jahren ein Kind erwartet....und der Vater ist der Pfarrerssohn. Die Hochzeit der beiden wird überstürzt vollzogen aber der Zweite Weltkrieg macht auf vor diesem Flecken Erde nicht halt. Auf der anderen Zeitebene, im Hier und Jetzt des Jahres 2019 erleben wir Marie die ihr Liebesleben erstmal auf Eis legt aber durch ihren Job als Journalistin auf die Liebesgeschichte von Klara und Fritz Hansen stößt. Eine Begegnung der besonderen Art....das wird Marie schnell klar. Der Wechsel zwischen den beiden Ebenen ist Voosen mehr als perfekt gelungen. Ihre Charaktere dürfen im Buch richtig Leben und Gefühle zeigen. Klara und Fritz wachsen einem ab der ersten Begegnung sofort ans Herz. Alles wirkt real und nachvollziehbar. Die Kriegsszenen sind nervenaufreibend und gefühlvoll dargestellt. Auch die Nebendarsteller tragen die Geschichte wunderbar mit weiter und auch die bildhaften Darstellungen der Landschaft lassen uns Leser entführen. Jana Voosen hat eine sehr emotionale und tiefgründige Geschichte geschrieben die unheimlich nachhallt. Zum Ende hin liefen sogar ein paar Tränen...dieses Buch berührt, fesselt, hallt nach und nimmt einen mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Alles ist so stimmig das man als Leser richtig hin und weg ist. Nichts wirkt kitschig oder gekünstelt. Dieses Buch ist ein echtes Jahreshighlight 2019. Ich hoffe, wir lesen noch viel mehr von Jana Voosen. Sie hat die Messlatte jedenfalls ziemlich hoch gelegt...

Eine tragisch schöne Geschichte in Zeiten des Krieges

Von: Kitty's Kiste Datum: 05. September 2019

Bei ihrer Recherche zu einem Artikel über den Zweiten Weltkrieg, stößt die Hamburger Journalistin Marie auf Klara und Fritz, ein Ehepaar im Alter von knapp einhundert Jahren. Nach erstem Misstrauen gegenüber der jungen Frau öffnet sich Klara ihr gegenüber und erzählt ihr, wie sie mit siebzehn unverhofft schwanger wurde, Fritz heiratete, welcher kurze Zeit später in den Krieg ziehen musste und von einem alten Mann, der nicht der war, der er vorgab zu sein. Sie erzählt Marie ihre ganze tragische aber auch romantische Geschichte, welche auch Auswirkungen auf deren Leben hat. Wäre ich nicht auf Instagram mit dieser Geschichte konfrontiert und wäre nicht so sehr von ihr geschwärmt worden, ich bin ehrlich, wäre ich niemals an diesem Buch hängen geblieben. Und dennoch bin ich wahnsinnig froh, dass ich sie gelesen habe, denn auch ich muss mich den positiven Stimmen anschließen. Erzählt wurde die Geschichte in verschiedenen Zeitsträngen und aus verschiedenen Perspektiven. Dadurch bekommt man einen sehr guten Gesamteindruck von den einzelnen Charakteren, ihren Gedanken und ihren Gefühlen, auch wenn sie nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Ansonsten ist Jana Voosens Schreibstil zwar recht niveauvoll und stilsicher, aber auch leicht und einfach zu lesen, weshalb ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Die Handlung in diesem Roman war einfach wundervoll, romantisch, dramatisch und emotional und obwohl sie nicht besonders aufregend war, war sie dennoch sehr interessant und konnte mich absolut in ihren Bann ziehen. Dabei ist sie nicht nur eine Familiengeschichte und auch nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern spricht viele verschiedene Themen an, wie zum Beispiel junge, ungestüme Liebe, Familie, Vergebung und das Überleben in Kriegszeiten. Es erzählt von einer starken Frau, Zivilcourage und stillem Heldentum und davon, wie eine Liebe auch durch dramatische Zeiten hindurch bestehen kann. All das hat mir einfach keine Ruhe gelassen und ich musste das Buch einfach in beinahe einem Rutsch durchlesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte von Klara und Fritz ausgeht. Und auch Maries Schicksal hat mich nicht kalt gelassen. Wobei ich auch schon bei den Charakteren wäre. Diese fand ich zwar nicht alle unbedingt sympathisch, aber das machte mir gar nichts aus, waren sie doch alle sehr gut und nachvollziehbar geschrieben. Für mich wirkten sie durchweg realistisch und greifbar. Klara ist eine selbstbestimmte, starke Frau, egal ob in der Jugend oder im Alter, Fritz hingegen eher ruhig und bodenständig. Zusammen ergeben sie ein süßes Paar, welches ich sehr mochte. Marie hingegen fand ich nicht ganz so sympathisch, aber dennoch nicht weniger gut beschrieben. Für mich ist dieser Roman auf jeden Fall eine absolute Empfehlung und auch, wenn er mich trotz einiger emotionalen Stellen, nicht zum Weinen gebracht hat, so hat er mich doch berührt. Wer also gern emotionale, realistisch wirkende Geschichten mit historischem Hintergrund liest, sollte hier unbedingt zugreifen.

Vergebung

Von: Baroness Datum: 04. September 2019

„Vorsicht Spoiler!“ Marie ist auf der Suche nach einer Story für die Zeitung. Die Sonderausgabe ist dem Zweiten Weltkrieg gewidmet. Geschichten von Zeitzeugen werden gesucht und das ist nicht so einfach. Zudem will Marie endlich einen Schlussstrich in Bezug auf ihre Ehe ziehen. Viel zu lang ist sie mit ihrem Mann schon getrennt. Simon möchte aber keine Scheidung, sondern versucht mit allen Mitteln, einen Neuanfang für sie beide. Klara und Fritz sind seit Kindheitstagen befreundet. Als Jugendliche wird daraus Liebe, obwohl ihre Eltern nicht davon begeistert sind. Klara ist schwanger, sodass die Beiden schnellstens heiraten müssen. Für das junge Paar ein Vorteil, denn endlich dürfen sie zusammen sein. Nach der Hochzeit erhalten sie eine kleine Wohnung in Hamburg. Als das Baby kommt, ist das Glück perfekt. Aber nicht lange, denn Fritz wird eingezogen. Die Zeit ist bedrückend, denn Hamburg wird bombardiert. Die Essensrationen sind knapp und viele Menschen werden verfolgt. Dann lernt Marie im Haus einen alten Mann kennen. Weil er nicht gut zu Fuß ist, hilft Klara Herrn Wiechert. Aber dann muss Marie feststellen, dass alles eine Lüge war. Die Begegnung hinterlässt Spuren, sodass ihrem Leben waghalsiges Unheil droht. „Das ist was ganz anderes, als zu verdrängen, dass irgendwo da draußen etwas Unrechtes geschieht.“ Ich möchte euch nicht jede Episode erzählen, denn dann fehlt die Neugier und das wäre schade. Meine Meinung: Der Titel und der Klappentext hat mein Interesse geweckt. Es ist kein schnulziger Liebesroman, wie man vielleicht vom Titel vermutet. Sondern es werden Schicksale erzählt, die in einer bedrückenden Aufeinanderfolge agieren. Es gibt zwei Handlungsstränge. Die Gegenwart ist kürzer gehalten, der historische Hergang ist länger. Beide Ereignisse verbinden sich. Die Protagonisten sind gut gewählt und sehr glaubhaft. Gerade Klara gefällt mir gut. Sie ist jung, möchte leben und lieben, muss aber Verzicht leisten, weil der Krieg es nicht zulässt. Schuld? Sühne? Nein, sie ist einsam und verletzlich. Dazu der Krieg, der nicht nur Menschenleben fordert. Aber auch Fritz muss seine Entscheidung treffen. Er ist verwundbar durch die Kriegserlebnisse, aber dennoch feinfühlig. Ebenso Jal, der versucht am Leben zu bleiben. Es ist die Zeit, die die Wunden verursacht und die Menschen beeinflusst. Die Beweggründe sind nachvollziehbar und gut beschrieben. Nicht direkt der Kriegsverlauf steht im Vordergrund, sondern die Menschen, die davon betroffen sind. Aber auch die Atmosphäre ist gut offenbart. Es ist eine bewegende Geschichte, die in zwei Zeitebenen spielt. Beide Handlungsstränge haben ihre emotionalen Seiten. Gerade in der Gegenwart kann man sich gut hineinversetzen. Es gibt mit Sicherheit viele Paare, die vor der gleichen Situation standen. Das Geschehen ist in Kapiteln unterlegt, die Zeitebene wird angezeigt. Der Titel passt hervorragend, das Cover überzeugt auch. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und ist dramatisch bis zum Schluss. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und deswegen vergebe ich 5 Sterne. Fazit: Eine gelungene Geschichte, dass mit ihrem Geschehen und der Historik überzeugend ist. Die Charaktere der Protagonisten sind glaubhaft, ebenso die Darstellung des Umfeldes ist effektiv gelungen.

Wie viel kann eine Liebe aushalten?

Von: Pharo72 Datum: 28. August 2019

Der Hamburger „Zeitgeist“-Verlag will eine Sonderausgabe zum Beginn des Zweiten Weltkrieges bringen, der sich zum 80. Mal jährt. Die nach wie vor nicht so ganz ernst genommene Journalistin Marie sieht hier ihre Chance, sich zu profilieren. Ihr Noch-Ehemann Simon weist sie auf eine Anzeige hin, in der das Ehepaar Hansen ihr 79. Ehejubiläum feiert. Das betagte Paar wäre genau der richtige Aufhänger für eine spannende Geschichte, denkt sich Marie und macht sich auf den Weg ins Alte Land. Klara ist erst 17, als sie von ihrem Jugendfreund Fritz schwanger wird. Um den Skandal möglichst gering zu halten, heiraten die beiden. Ihr Glück währt nicht von langer Dauer, denn der Zweite Weltkrieg bricht an und Fritz muss an die Front. Klara schlägt sich mehr schlecht als recht mit ihrem kleinen Sohn Paul in Hamburg durch. Sie hilft dennoch ihrem älteren Nachbarn, der allerdings ein Geheimnis hegt. Dieses bringt sie in große Gefahr und ihre Ehe ins Wanken. Meine Meinung: Ich lese immer wieder gern Geschichten, die zu Kriegszeiten spielen, wo manche Menschen über sich hinausgewachsen sind. Daher hat mich die Buchbeschreibung von „Für immer die Deine“ auch sofort angesprochen. Das Buch hat mir dann letztlich mehr gegeben, als ich mir davon versprochen hatte. Die dramatische Lebens- und Liebesgeschichte des Ehepaares Hansen zieht den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann. Die wenigen glücklichen Zeiten, die die beiden vor Kriegsbeginn miteinander haben, berühren ebenso wie die dann folgenden Entbehrungen, einschneidenden Veränderungen und grausamen Ereignisse. Klara ist nicht ohne Fehler, aber genau das macht sie so authentisch. Bis zuletzt bangt man um die große Liebe der Hansens und auch Marie wird klar, dass Verzeihen einen Großteil zu einer langjährigen Lebensgemeinschaft beiträgt und überträgt es auf ihr eigenes Leben. Ich war wie Klara beim Lesen hin- und hergerissen zwischen Verantwortung, schlechtem Gewissen, aber auch überbordenden Gefühlen in einer Welt, wo nichts mehr ist, wie es mal war. Jana Voosens Roman hat mich tief bewegt und einmal mehr gewisse Wertevorstellungen überdenken lassen. Uneingeschränkte Empfehlung für Leser tiefgründiger Liebesgeschichten, die einen so schnell nicht loslassen.

Liebe verzeiht ein paar Schmerzen

Von: Frau Goethe liest Datum: 21. August 2019

1937 erschüttert die Bewohner im Alten Land ein Skandal: Die 17-jährige Tochter des wohlhabenden Obstbauern bekommt ein Kind vom Sohn des Pfarrers. Klara und Fritz kennen sich schon von Kindesbeinen an. Fritz ist der beste Freund von Klaras Bruder Willi. Es ist klar, dass die beiden auch heiraten werden. Um dem Gerede im Heimatdorf Jork zu entkommen, sucht sich die kleine Familie in Hamburg ein neues Zuhause. Ihr gemeinsamer Sohn ist kaum zwei Jahre alt als am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbricht. Fritz muss als Soldat an die Front. 80 Jahre später recherchiert die Journalistin Marie für das Magazin Zeitgeist eine Reportage über Zeitzeugen zum Zweiten Weltkrieg. Sie stößt auf Klara und Fritz. Das betagte Paar lebt in Jork und feiert demnächst Eichenhochzeit. Sie könnten den Bericht mit ihren persönlichen Erlebnissen bereichern. Doch Fritz gibt sich zunächst verschlossen. Marie muss ihre Bitte mehrmals vortragen, bevor sie eine ergreifende Lebensgeschichte erzählt bekommt. Die Liebe war auch in den vorherigen Romanen von Jana Voosen ein großes Thema. Nun hat sie erstmals eine zweite Zeitebene hinzugenommen. Sie macht dabei jeweils Klara und Marie zur Protagonistin. Je tiefer man in die Geschichte eintaucht, desto deutlicher wird die unterschiedliche Wertschätzung einer Beziehung in den jeweiligen Zeiten. Marie lebt nach fünf Jahren Ehe bereits wieder getrennt von ihrem Mann. Sein Betrug hat sie tief verletzt, sodass sie seine Entschuldigung schon mehrmals zurückgewiesen hat. Stattdessen tröstet sie sich immer mal wieder mit einem Kollegen aus dem Verlag. Glücklich ist sie trotzdem nicht. Erst Klaras Schilderungen stoßen in Marie etwas an, dass sie über eine zweite Chance für ihre Ehe nachdenken lässt. Klara beschließt, Marie die Fragen zu beantworten, die sie für ihre Reportage benötigt. Sie erzählt ungeschönt, wie sie das Überleben in der Kriegszeit gemeistert hat. Sie berichtet von den Bombenangriffen über Hamburg, von der Lebensmittelknappheit und von der permanenten Angst um Freunde und Familie. Sie lässt vor allem den Leser nachfühlen, wie sich die junge Frau allein in einer bombardierten Stadt gefühlt haben muss. Damit ihrem Sohn Paul nichts passiert, brachte sie ihn zu ihren Eltern nach Jork. Dank der dortigen Obstplantagen hatte Klara ein paar zusätzliche Äpfel zu ihren rationierten Lebensmitteln. Sie lässt den Leser mitfühlen, wie willkürlich mit den Menschen umgegangen wurde. Dazu kommt die Ungewissheit, wie es wohl den nahestehenden Familienmitgliedern an der Front ergeht. Nicht jeder kehrte zurück. Der Zusammenhalt unter der Nachbarschaft ist lebenswichtig und auch gefährlich, weil man immer damit rechnen muss, dass ein Verräter darunter ist. Durch Zufall entdeckt Klara, dass sich ein junger Roma hinter der Identität eines älteren Nachbarn versteckt. Sie ist bereit, ihn zu verstecken. Dabei gefährdet sie auch ihr eigenes Leben. Es kommt allerdings noch schlimmer: Ihre Affäre bleibt nicht ohne Folgen. Als Fritz von der Front heimkehrt, scheint ihre Ehe am Ende. Diese persönlichen Erinnerungen lesen sich, als würde Klara es uns ebenfalls erzählen. Sie tragen dazu bei, dass ein Verständnis für jedermanns Handeln aufgebaut wird. Die Epoche wird dadurch lebendig und regt zum Vergleich mit der Gegenwart an. Die Werte haben scheinbar nicht mehr dasselbe Gewicht, wenngleich sie immer noch dieselben sind. Am 1. September jährt sich der Ausbruch des Weltkrieges zum 80. Mal. Die dunkle Geschichte sollte vor allem darum nicht vergessen werden, weil sie sich keinesfalls wiederholen darf. Der Mut und die Entbehrungen, die jeder aufzubringen hatte, sind sonst umsonst gewesen. Der Roman erinnert daran und lässt auch die heutige Generation daran teilhaben, auch wenn die Zeitzeugen immer weniger werden.

Eine Liebe die allen Stürmen trotzt

Von: Rebecca K. Datum: 20. August 2019

Klara ist erst siebzehn Jahre alt als sie schwanger den Sohn des Pfarrers heiratet und das auch noch im Alten Land im Jahr 1939, Die Beiden sind glücklich, nur Leider wird das junge Glück vom Ausbruch des zweiten Weltkriegs gestört da Fritz eingezogen wird. Klara schlägt sich mit ihrem Kind alleine durch, doch als sie dem alten Mann über ihr Hilft macht sie eine Entdeckung von der sie nicht weiß was sie davon halten soll. Im Jahr 2019 in Hamburg stößt die Journalistin Marie bei der Recherche zu einem Artikel auf Klara und Fritz Hansen, dabei konnte Marie nicht ahnen wie die Begegnung mit diesen zwei Personen auch ihr Leben beeinflussen wird. Ich wurde auf den Roman im Internet bei meinem Stammbuchhändler aufmerksam und da ich gerne Romane lese die vielleicht nicht zu 100% Historisch belegt sind aber doch wahre Hintergründe haben. Hier behandelt der Roman die NS-Zeit wo es für niemand leicht war, gut vielleicht für die ganz treuen Parteigenossen aber sonst nicht. Ja, die Geschichte ist fiktiv aber man kann sich schon vorstellen, dass es das genau so früher gegeben hat. Klara und Fritz sind nur sehr jung als sie Heiraten und der Weg war nicht einfach für sie und doch haben sie es geschafft zusammen zu bleiben und Kompromisse einzugehen. Gerade Klara die plötzlich für sich und ihr Kind Sorgen muss und ganz langsam erkennen muss wie perfide der Plan ist welcher Hitler verfolgt. Die Handlung des Romans war auf zwei Handlungsspielräume aufgebaut, zum einen die Vergangeheit ab 1939 der Hauptsächlich von dem Handlungsstrang von Klara erzählt wird. Dann gab es auch noch die Gegenwart die fast vollständig aus der Sicht von Marie erzählt wurde bis auf zwei Kapitel. Man konnte dem Handlungsverlauf immer sehr gut folgen, da es bei Wechseln auch immer die genauen Angaben als Kapitelüberschrift, sprich Ort, Monat und Jahr, gab. Auch die Entscheidungen die getroffen wurden waren für mich immer vollständig nachvollziehbar und plausibel. Der Spannungsbogen war auch bis zum Schluss gespannt und ganz ehrlich mit diesem Ende hätte ich dann doch nicht gerechnet. Nur war aus Klaras Schwester wurde hätte mich noch interessiert. Die Figuren des Romans waren mit soviel Liebe zum Detail beschrieben, so dass ich sie mir während des Lesens nicht nur vorstellen konnte sondern sie fast schon zu Freunden wurden mit denen ich mitgefiebert und gelitten habe. Obwohl ich noch nie im Alten Land geschweige denn in der City von Hamburg war konnte ich mir alle Handlungsorte problemlos vor dem inneren Auge entstehen lassen. Alles in allem hat mich der Roman von Jana Voosen nicht nur etwas berührt, nein, er ist mir an die Nieren gegangen und ich habe am Ende mehr als nur eine Träne verdrückt was bei mir eher selten vorkommt. Für mich ist es ein Roman den ich nicht missen möchte und zu 100% in mein Bücherregal gehört und einer meiner Lieblingsromane 2019 ist. Natürlich vergebe ich für den Roman alle fünf Sterne, gerne noch mehr wenn dies gehen würde.

Leseempfehlung für einen wunderbaren Roman

Von: Susanne Nowak Datum: 18. August 2019

Es war das Cover, was mich sofort angesprochen hat und der Klappentext versprach eine etwas andere Liebesgeschichte…und ich wurde nicht enttäuscht. Wenn auch zu Beginn alles ein wenig vorhersehbar erscheint, nimmt die Geschichte nach kurzer Zeit völlig ungeahnte Wendungen. Jana Voosen schreibt flüssig, leicht lesbar und versteht es, spannend und vor allen Dingen so fesselnd zu schreiben, dass man den Roman am liebsten nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Charaktere wirken authentisch und man kann ihre Emotionen gut nachvollziehen und auch verstehen. Der Wechsel zwischen den beiden Erzählsträngen, Gegenwart und Vergangenheit ist wunderbar gelungen und weist immer wieder gewisse Parallelen auf, die sich dem Leser aber erst allmählich nach und nach erschließen. Klara, die Protagonistin der Vergangenheit ist meine Heldin, ihr Mut, ihre Unerschrockenheit, ihr zweifeln und nicht aufgeben sind einzigartig, dabei ausgestattet mit einem gesunden Selbstbewusstsein und ihrer unerschütterlichen Liebe zu Fritz….echte Liebe erträgt auch Schmerz…. Der Roman spielt im Jahr 1939, einer Zeit, die für mich die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte ist und Jana Voosen hat diese Zeit ebenso nachvollziehbar wie auch emotional beschrieben. Wir sind alle nicht unfehlbar, manchmal liegen Herausforderungen vor uns, die zu meistern Mut und auch Liebe erfordern, eine wahre und tiefe Liebe hält auch Stürmen stand…. Eine klare Empfehlung für eine spannende und fesselnde Liebesgeschichte der etwas anderen Art.

Ergreifende Geschichte, welche vielleicht nicht aktueller sein könnte

Von: lalaundfluse Datum: 15. August 2019

Selten eine so gute Zeitgeschichte gelesen, welche Gegenwart und Vergangenheit zusammenbringt. Durch die Darstellung der damaligen Nöte, wird einem wieder bewusst, was wir nicht wiederholen sollten, wobei die Alltagsprobleme, neben den politischen Eskapaden, neuzeitlich sind. Herzergreifend und sehr präzise geschrieben.

Eine große Liebe

Von: diebuecherdiebin Datum: 09. August 2019

„Wie hält man zusammen, auch wenn die Welt um einen herum zerbricht?“ Altes Land / Hamburg 1928 - 1943. Klara und Fritz sind schon seit ihrer frühen Kindheit eng befreundet. Irgendwann wird aus der Freundschaft Liebe und als Klara mit erst 17 Jahren schwanger wird, heiraten die beiden und leben in einer kleinen Wohnung in Hamburg. Die kleine Familie ist glücklich, doch als der 2. Weltkrieg ausbricht, muss Fritz schon bald an die Front. Klara bleibt mit ihrem kleinen Sohn Paul allein in Hamburg zurück. Ab und zu macht sie für den alten Mann in der Dachgeschosswohnung kleine Besorgungen, doch dann macht sie eine Entdeckung, die ihr ganzes Leben verändern wird… Hamburg 2019: Zum 80. Jahrestag des Beginns des 2. Weltkriegs sucht die frisch getrennte Journalistin Marie nach Zeitzeugen und einer ganz besonderen Geschichte. Dabei stößt sie auf Klara und Fritz, die fast achtzig Jahre verheiratet sind. Während Fritz sich sehr zurückhaltend verhält, erzählt Klara Marie bereitwillig von ihren Erlebnissen während des Krieges. Es geht in diesem Buch zwar um eine Liebesgeschichte, aber es ist soviel mehr und kommt ganz ohne Kitsch aus. Der Titel „Für immer die Deine“ wird darum dieser tiefgründigen Geschichte überhaupt nicht gerecht. Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt und bis zur letzten Zeile nicht mehr losgelassen. Jana Voosen schreibt so lebendig, mitreißend und berührend, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich habe mich sehr mit den Protagonisten verbunden gefühlt, vor allem mit Klara, aber ich glaube, uns ist es heute - zum Glück - gar nicht wirklich möglich, uns in die grausame und bedrückende Zeit hineinzuversetzen. Sicher war nicht alles richtig, was Karla gemacht hat, aber in ihrer Situation durchaus nachvollziehbar. Der Wechsel zwischen den Zeiten hat mir auch sehr gut gefallen. Maries Geschichte ist geschickt integriert und Klaras Erzählungen bringen sie dazu, ihr eigenes Verhalten zu überdenken. Das Ende hat mich besonders berührt. Fazit: Eine eindringliche und sehr berührende Liebesgeschichte über den Mut einer Frau und über Liebe und die Stärke Fehler zu vergeben. Eine wundervolle Geschichte, die mich nachdenklich gemacht hat und die ich nicht so schnell vergessen werde.

Eine wunderschöne bewegende Geschichte

Von: Buchtempel Datum: 03. August 2019

Inhalt: Fritz und Klara sind schon von Klein auf befreundet. Später dann sehr verliebt. Als Klara mit ihren 17-Jahren von Fritz schwanger ist, ist es ein Skandal. Daher heiraten die zwei schnell und ihr Traum wird wahr. Doch der Zweite Weltkrieg bringt das junge Ehepaar auseinander. Fritz muss an die Front und Klara mit dem kleinen Paul alleine in Hamburg. Als sie ein Geheimnis eines Nachbarn entlarvt, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. Meine Meinung: In „Für immer die Deine“ von Jana Voosen geht es um Klara und Fritz. Diese Liebe begann schon im Jugendalter und ist auch nie verblasst. Wir befinden uns in Hamburg im 2. Weltkrieg, Fritz ist an der Front und Klara mit dem gemeinsamen Sohn alleine. Man erlebt wie alles zwischen Klara und Fritz begonnen hat, seit wann sie sich kennen, die heimlichen Treffen und die plötzliche Schwangerschaft. Vor jedem Kapitel steht die Jahreszahl, damit man genau erkennt, wo wir uns befinden. Denn wir lernen auch die Journalistin Marie im Jahre 2019 kennen. Sie möchte einen Artikel über die zwei schreiben. Wie Klara ihre Geschichte schildert ist sehr berührend. Man fühlt mit ihr mit, versteht oft ihre Beweggründe und auch ihren Ausrutscher konnte ich zwar gewissermaßen verstehen, allerdings nicht gutheißen. Sie ist eine selbstbewusste Frau und nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie ist stark und sehr hilfsbereit. Dadurch begibt sie sich selber in Gefahr. Die bedrückende und ängstliche Stimmung des 2. Weltkrieges wird auf einen Transportiert. Die Autorin hat hier die richtige Atmosphäre vermittelt. Bombenanschläge die dazu führen stundenlang im Bunker im Keller zu sitzen, kaum vorhandener Lebensmittel mit denen man haushalten muss und dann noch stark zu sein, für den Sohn, den Klara später zu ihren Eltern bringt. Das alles meistert die junge Frau unglaublich gut. Später im Lazarett wurde auch alles detailliert beschrieben und ich konnte ahnen, wie Klara sich fühlen muss, vor allem weil auch hier einschlagende Erinnerungen zurückbleiben. Um nicht viel zu verraten, möchte ich gar nicht großartig auf die Geschichte eingehen. Klara ist eine stumme Heldin, obwohl sie dafür fast alles verloren hätte. Sie denkt nicht nur an sich, sondern hat ein großes Herz. Fritz selber hat dieses übrigens auch und ich habe es stark bewundert, wie er mit alldem umgegangen ist. Sehr schön, fand ich auch, dass wir Marie näher kennengelernt haben. Sie denkt plötzlich selber über ihr Liebesleben nach. Die Mischung hat mir gut gefallen. Diese Geschichte hat mich stark bewegt und beeindruckt. Das Buch konnte ich kaum zur Seite legen. Zu sehr wollte ich wissen, wie es mit Klara und Fritz endet. Dieses Ende hat mich zufrieden, wenn auch traurig zurückgelassen. Fazit: „Für immer die Deine“ von Jana Voosen hat mich umgehauen. Es ist eine Geschichte, die einen so schnell nicht loslässt. Bewegende Momente, eine große Portion Mut, tägliche Angst durch Bombenangriffe und eine unendliche Liebe, die alles übersteht.

Das Geheimnis einer glücklichen Ehe - warmherziger und sehr authentischer Liebesroman vor dem Hintergrund der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs

Von: schnäppchenjägerin Datum: 29. July 2019

Das Hamburger Magazin "Zeitgeist" plant eine Sonderausgabe anlässlich des 80. Jubiläums des Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Die junge Journalistin Marie möchte dafür einen Artikel über das Ehepaar Hansen schreiben, die kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geheiratet haben und noch immer gemeinsam ihren Hochzeitstag feiern könnten. Der Herausgeber ist zunächst skeptisch, ob diese Liebesgeschichte das richtige Format ist, aber Marie fährt trotzdem in das Alte Land, wo sie das betagte Paar interviewt. Während Fritz Hansen zurückhaltend ist, erzählt Klara ganz offen, was sich in den Jahren 1939 bis 1943 ereignet hat, wie sie ihren Jugendfreund Fritz heiratete und ihn während der Kriegsereignisse fast verloren hätte. Die berührende Geschichte über die Liebe und was diese aushalten kann, wird zum Vorbild für Marie, die ihre Entscheidung, sich von ihrem Mann zu trennen, zu überdenken beginnt. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen - 2019 in der Gegenwart und während des Zweiten Weltkrieges in der Vergangenheit - erzählt, wobei die Lebens- und Liebesgeschichte von Klara und Fritz Hansen den größten Anteil ausmacht. Die Jugend und die ersten Jahre der Ehe von Klara und Fritz sind lebendig und sehr authentisch geschildert. Man kann problemlos in die Gefühlswelt von Klara, ihre Liebe zu Fritz, aber auch ihre Angst und Entbehrungen während der ersten Kriegsjahre eintauchen. Nach der Geburt von Paul muss Fritz an die Front nach Polen und Klara ist daraufhin allein in der Wohnung in Hamburg unter der Bombardierung der Alliierten. Sie arbeitet als Fahrscheinkontrolleurin, schlägt sich darüber hinaus mit Näharbeiten durch und hilft sogar noch ihrem älteren Nachbarn. Als sie herausfindet, dass dieser nicht der ist, der er vorgibt zu sein, beweist sie Mut, gefährdet damit aber ihr eigenes Lebens- und Liebesglück. "Für immer die Deine" ist in erster Linie eine Liebesgeschichte, geht aber vor dem Hintergrund der erschütternden Taten der Nationalsozialisten noch tiefer. Es ist bewegend, was Marie erlebt und welche Entscheidungen sie trifft, die sie am Ende zu einer "stillen Heldin" des Zweiten Weltkriegs machen. Dabei ist sie aber ein Mensch, der nicht perfekt ist, der Fehler macht, was diese facettenreiche Geschichte so authentisch wirken lässt. Die große Frage nach der Existenz der ewigen und einzigen Liebe und des Erfolgsrezepts einer glücklichen Ehe wird anhand der fiktiven Geschichte des Paares Klara und Fritz Hansen für die kurz vor der Scheidung stehenden Marie erklärbar. Es ist ein ergreifender Roman, der fließend zwischen den Zeiten wechselt, der warmherzig ohne Pathos und Kitsch erzählt ist und den Leser insbesondere durch die lebendige Schilderung der Vergangenheit packt. Bis zuletzt bleibt dabei spannend wie Klara und Fritz die Kriegsereignisse überstehen und wie sie ihren Bund der Ehe bis in die Gegenwart retten können.

Ein wunderbarer Roman, der Spuren hinterlässt

Von: Daniela Datum: 21. July 2019

Gemeinde Jork im alten Land 1928. Ilse, Klara und Fritz spielten schon als Kinder immer zusammen. Bei einem Spiel flüstert Fritz so leise, dass Ilse es nicht mitbekam: „Wenn ich groß bin, dann wirst du meine Frau. Versprochen.“ – Zitat Seite 14. Altes Land 1939. Klara ist die Tochter des wohlhabenden Obstbauern Landahl und Fritz der Sohn des Pfarrers. Als die 17-jährige Klara ein Kind vom Fritz erwartet, müssen die beiden schnell heiraten. Klara bringt einen Jungen zur Welt. Ihr Glück scheint perfekt. Der Zweite Weltkrieg bricht aus und Fritz bekommt am Tag seines neunzehnten Geburtstages den Einberufungsbefehl. Klara muss sich mit ihrem Sohn Paul in Hamburg durchschlagen. Sie sehnt sich nach dem Elternhof und würde gerne mit Paul zu ihren Eltern, auf dem Landahl-Hof, verreisen. Da Klara zum Reichsarbeitsdienst eingezogen wurde, kann sie nicht freigestellt werden. Schweren Herzens bringt sie ihren Sohn Paul zu den Großeltern und kehrt alleine nach Hamburg zurück. In ihrem Wohnhaus trifft sie auf den älteren Robert Wiechert, für den sie ab und zu Einkäufe tätigt. Der zurückgezogene Robert ist allerdings nicht der, für den er sich ausgibt. Klara muss sich entscheiden und diese Entscheidung verändert ihr Leben… Klara erlebt ein Gefühlswirrwarr, sie fühlt sich mit Fritz verbunden und wird zur stillen Heldin… Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen und ich hatte überhaupt keine Probleme, mich in den verschiedenen Erzählsträngen einzufinden. In der Gegenwart steht Marie im Mittelpunkt. Sie arbeitet als Journalistin für den Zeitgeist-Verlag und bei ihren Recherchen stößt sie auf einem Artikel über Klara und Fritz Hansen. Es beeindruckt sie, dass Klara und Fritz schon fast achtzig Jahre lang verheiratet sind und den Zweiten Weltkrieg gemeinsam überlebt haben. Marie lebt getrennt von ihrem Mann und hat eine Affäre mit einem Kollegen. In der Vergangenheit habe ich mich sehr wohl gefühlt, weil sie authentisch und dicht in der Atmosphäre war. Die Lebensgeschichte, die Klara der Journalistin Marie erzählt, hat mich berührt. Wir erleben wie Klara und Fritz für ihre Liebe kämpfen. Die Liebe treibt sie an und lässt sie nicht aufgeben, trotz aller Grausamkeiten des Zweiten Weltkrieges. Die Autorin hat ihre Charaktere liebevoll ins Leben gerufen und sympathische Protagonisten geschaffen. Ich konnte mich gleich in sie hineinversetzen, habe jedes Gefühl von ihnen förmlich spüren können, die Liebe, die Zerrissenheit und die Gefahr. Jana Voosen´s Schreibstil ist fabelhaft, sie schafft eine Handlung, die zum Nachdenken anregt. Schon der Klappentext und das Cover haben mich sehr angesprochen. „Für immer die Deine“ wird noch lange in mein Gedächtnis bleiben und ich kann es nur jedem empfehlen, der emotionale Romane mag. Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

Mein Lieblingsroman 2019!

Von: katikatharinenhof Datum: 09. July 2019

Klara und Fritz stecken schon als Kinder immer die Köpfe zusammen und Fritz verspricht ihr "Wenn ich groß bin heirate ich dich". Aus diesem Versprechen als Kind wird die große Liebe und Klara bringt als junges Mädchen einen Buben zur Welt. Doch der Beginn des Zweiten Weltkrieges setzt dem jungen Glück ein jähes Ende, denn Fritz muss, wie so viele an die Front. Klara muss in Hamburg alleine mir ihrem Sohn Paul durchs Leben kommen und entdeckt dabei einen Mann, der nicht der ist, für den er sich ausgibt. Klara trifft eine Entscheidung die ihr Leben verändern wird... "Für immer die Deine" ist für mich mein absoluter Lieblingsroman 2019, denn ich habe mich in dieses Buch wirklich verliebt. Die Geschichte von Klara und Fritz ist so gefühlvoll und sensibel erzählt, hat viele Szenen, die sich mir auf Dauer ins Herz gebrannt haben, sodass ich dieses Buch sofort nach dem Beenden wieder zu Hand genommen und erneut zu lesen begonnen habe. Ich begleite Klara und Fritz durch alle Stationen ihres Lebens, erlebe mit wie sich aus der Kinderfreundschaft die eine große Liebe entwickelt und beide für ihre Gefühle und ihre Liebe kämpfen müssen. Vor der Kulisse des Zweiten Weltkrieges, der ohnehin schon viele Entbehrungen mit sich bringt, spinnt Jana Voosen das Leben von Karla und Fritz weiter. Dabei wird Klara zur stillen Heldin und wächst über sich hinaus. Dass sie dabei ihre Liebe zu Fritz verrät und dieser Verrat Folgen trägt, lässt mich in eine Wechselbad der Gefühle eintauchen und die ganze Tragik miterleben. Die Bilder im Lazarett, als Klara den verwundeten Fritz besucht, haben sich mir tief eingebrannt - der Marsch der jüdischen Bewohner des Ghettos, der Schuss im Wald - ich merke jetzt noch, wie ich zusammenzucke, wenn ich an die Szenen denke. Die Rückblenden, die Klara der Journalistin Marie erzählt, sind so eindringlich geschildert, sodass das Erlebte für mich lebendig wird und ich zu Klara werde und so ihre Geschichte wahrnehmen, fühlen und spüren kann. Die leisen Worte, die Klara beim Erzählen ihrer Lebens- & Liebesgeschichte wählt, berühren mich, schildern aber mit aller Grausamkeit, was damals wirklich passiert ist. Ein Leben, das von Verzeihen und Liebe geprägt ist. Die letzten Kapitel lassen die Tränen nicht versiegen - eine Liebe, die trotz aller Schicksalswendungen niemals aufgehört hat und die uns Leser als Vorbild dienen sollte. 1.Kor 13,7-8a Die Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf.

Dramatisch und mitreissend

Von: Nadine Dietz Datum: 07. July 2019

Die Autorin Jana Voosen war mir schon von früheren Werken positiv in Erinnerung und ich war deshalb gespannt auf diesen Roman, der dieses Mal in zwei Zeitebenen spielt. Er spielt hauptsächlich in den 40er Jahren zur Kriegszeit und die Geschichte über Klara, Fritz und Jal hat mir gut gefallen und ich fand es spannend. Die Schreibweise war sehr flüssig, bildhaft und dramatisch. Das Cover hat mir auch sehr gut gefallen, es ist romantisch und weist auf einen historischen Roman hin. Die Charaktere wurden sehr authentisch dargestellt, vor allem Klara hat mich berührt. Journalistin Marie aus der Gegenwart, nahm eine kleinere Rolle ein, die Idee der zwei Zeitebenen hat mir aber wieder gut gefallen. Fazit: Eine sehr schöne (Liebes-)geschichte in Kriegszeiten, die mich gut unterhalten und berührt hat.

Nett geschrieben, guter Zeitvertreib

Von: Morganland Datum: 17. April 2019

Dieses Buch ist toll, wenn man nach einem seichten Zeitvertreib sucht. Stylistisch toll, sehr ansprechende Geschichte. Ich habe jede Seite gerne gelesen.

Liebe im Dritten Reich und in der Gegenwart

Von: Lesehunger1111 Datum: 09. September 2019

Die beiden Zeitebenen in dieser Geschichte sind am Anfang klar abgegrenzt und verschmelzen zum Ende immer mehr. Marie interviewt ein altes Ehepaar, das im Dritten Reich gelebt hat. Deren Geschichte ist voller Schwierigkeiten - miteinander und mit der damaligen Zeit. Klara hatte schon immer einen Sturkopf und kann sich schwer anpassen,  Fritz dagegen ist sehr geduldig, stößt aber auch an seine Grenzen. Ihre Erlebnisse im Krieg sind schrecklich, und realitätsnah. Ich finde es sehr wichtig mal wieder auf die damalige Zeit mit Rassismus, Hunger und Krieg hinzuweisen. Aber auch die Verbindung der "alten" Eheprobleme mit der heutigen Situation von Marie ist lesenswert. Es wird nie der Zeigefinger erhoben, sondern eher berichtet - aber trotzdem mit Gefühl. Ich frage mich wie ich in diesen Situationen reagiert hätte - und gerade dieses zum Denken anregen macht die Geschichte nicht nur unterhaltsam sondern sehr gut.

Packender und bewegender historischer Roman

Von: Susanne Edelmann Datum: 24. August 2019

Am 1. September 2019 jährt sich der Beginn des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Das bedeutet: Wer zum Zeitpunkt des deutschen Einmarsches in Polen zehn Jahre alt war, ist heute 90 – die Zahl der noch lebenden Zeitzeugen nimmt naturgemäß rasant ab und bald wird es niemanden mehr geben, der nachfolgenden Generationen aus erster Hand erzählen kann, wie das damals war. Umso wichtiger ist es, dass es Bücher gibt wie dieses, die die Erinnerung lebendig halten und das auf packende, ja unterhaltsame Weise. Zur Handlung: Die Journalistin Marie arbeitet beim Hamburger Magazin „Zeitgeist“, das eine Sonderausgabe zum 80. Jahrestag des Kriegsbeginns plant. Bei ihren Recherchen stößt Marie auf eine alte Anzeige zum 79. Hochzeitstag von Klara und Fritz Hansen. Die beiden haben demnach im Mai 1939 im Alten Land geheiratet. Maries journalistischer Spürsinn ist geweckt, sie reist nach Jork und bemüht sich um ein Interview mit den beiden. Während Fritz zunächst abweisend ist, willigt Klara schließlich in ein Gespräch ein und erzählt Marie ihre Lebensgeschichte: Klara und Fritz waren schon als kleine Kinder befreundet und aus Freundschaft wurde Liebe. Als Klara mit 17 schwanger wurde, was das natürlich ein riesiger Skandal, doch Fritz und sie heirateten und zogen mit dem kleinen Sohn Paul nach Hamburg. Ihr Glück währte allerdings nicht lange, denn Fritz wurde eingezogen und musste als Soldat an der Ostfront kämpfen. Wie so viele andere Frauen auch, musste Klara den Alltag mit ihrem kleinen Kind ganz alleine stemmen. Als Hamburg immer häufiger Ziel von verheerenden Bombenangriffen wurde, entschloss sie sich schweren Herzens, Paul zu ihren Eltern ins relativ sichere Alte Land zu bringen – wohlwissend, dass sie dabei noch Glück hatte, denn viele andere Eltern, die ihre Kinder aufs Land schickten, hatten nicht wie sie die Gewissheit, dass der geliebte Nachwuchs bei den eigenen Großeltern in den besten Händen war. Zu gerne wäre Klara ebenfalls im Alten Land geblieben, doch ihre Arbeit bei der Bahn wurde als kriegswichtig eingestuft, man ließ sie nicht gehen. Also blieb sie einsam und allein in Hamburg zurück. Im obersten Stock ihres Mietshauses wohnte ein gebrechlicher alter Mann und aus Gutherzigkeit bot Klara ihm ihre Hilfe an. Sie ahnte nicht, dass sie damit ein Geheimnis aufdecken würde, das sie in große Gefahr bringen und auch ihre Ehe auf eine harte Probe stellen würde. Denn als Fritz 1943 schwer verletzt nach Hamburg zurückkehrte, drohte die Situation zu eskalieren… Je weiter Marie in die Geschichte von Klara und Fritz eintaucht, umso mehr überdenkt sie auch ihr eigenes Leben. Denn sie hat sich zwei Jahre zuvor von ihrem Mann getrennt, nachdem der sie betrogen hat. Seitdem kämpft er darum, dass sie ihm verzeiht, doch das gelingt Marie bislang nicht. Erst das bewegende Schicksal von Klara und Fritz lässt sie manches in einem neuen Licht betrachten. So ist dieser Roman auch ein Appell ans Verzeihen, ans nicht Aufgeben und an das Festhalten an einer großen Liebe. In erster Linie aber ist diese Geschichte ein aufrüttelndes Dokument aus einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Obwohl fiktiv, gab es damals doch genug Geschichten, die sich so oder ähnlich zugetragen haben. Viele Menschen wurden zu stillen Helden, indem sie Verfolgten halfen, sie vor den Nazis versteckten oder ihnen zur Flucht verhalfen. Klara ist mir im Laufe des Romans sehr ans Herz gewachsen. Von einem lebenslustigen, etwas naiven Backfisch entwickelt sie sich zu einer anpackenden jungen Frau mit einem großen Herz, die nicht immer vorher das Für und Wider ihrer Taten abwägt und sich damit so manches Mal in Schwierigkeiten bringt. Aber genau dieses spontane Handeln, das Hören auf ihr Herz, ist es auch, was sie so liebenswert macht. Deshalb habe ich am Ende des Romans auch wirklich Rotz und Wasser geheult, als… nein, das verrate ich hier nicht, das müsst Ihr unbedingt selber lesen. Ich lege Euch dieses Buch nämlich ganz, ganz dringend ans Herz, es wird Euch packen und so bald nicht mehr loslassen.

Berührende Geschichte

Von: Streifis Buecherkiste Datum: 21. July 2019

Maria ist Journalistin und auf der Suche nach Zeitzeugen. Ihre Zeitschrift möchte zum Jahrestag des Kriegsbeginns ein Spezial machen, in dem Zeitzeugen von damals zu Wort kommen. Dabei fällt ihr ein Zeitungsartikel in die Hände, in dem von Klara und Fritz berichtet wird, die 1939 geheiratet haben. Auch aus Neugierde darauf, was eine so lange Ehe ausmacht, macht Maria sich auf und kann Klara und Fritz davon überzeugen, ihr ihre Geschichte zu erzählen. Die beiden sind Jugendfreunde, bei denen schon sehr bald aus Freundschaft Liebe wurde. Als Klara mit 17 schwanger wird, heiraten beide, kurz darauf muss Fritz in den Krieg. Klara bleibt in dem vom Bombenangriffen gezeichneten Hamburg zurück. Eines Tages stellt sie fest, dass der alte Mann, dem sie die Einkäufe mit erledigt, nicht der ist, für den er sich ausgibt. Daraufhin wird sie vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt. Ich habe das Buch innerhalb eines Tages verschlungen. Die Autorin erzählt lebendig vom Leben im alten Land, der Freundschaft von Klara, Fritz und Ilse und von den Entbehrungen, die alle während des Krieges zu erleiden haben. Ich konnte mir sowohl das alte Land, als auch Hamburg lebhaft vorstellen und die Geschichte, die vor allen Dingen Klara zu erzählen hat, geht unter die Haut. Was tun, wenn man entdeckt, dass es manchmal mehr braucht als sich nur durch zu wurschteln. Dass man manchmal eben auch Gefahren eingehen muss, um anderen zu helfen. Und was, wenn diese Entscheidungen das Leben, wie man es kennt, komplett auf den Kopf stellt. In dem Buch geht es um stille Helden und darum, Fehler anderer auch vergeben zu können. Die Frage, die Maria den beiden stellt: Was braucht es um eine so lange und augenscheinlich glückliche Ehe zu führen? beantwortet Fritz ganz lapidar mit: Man darf sich nicht scheiden lassen. Dass genau das nicht immer so einfach ist, zeigt auch dieses Buch. Nicht alle Entscheidungen, die Klara trifft sind gut, aber man kann sie verstehen und auch Fritz‘ Entscheidungen bleiben für den Leser nachvollziehbar. Am Ende bleibt es spannend, wie die beiden es schaffen trotz aller Erlebnisse fast 70 Jahre verheiratet zu bleiben. Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es war sehr spannend zu lesen und auch Marias Geschichte, die immer wieder in Einschüben erzählt wird, passt perfekt in das gesamte Konzept. Von daher von mir eine absolute Leseempfehlung!