Ladina Bordoli

Das Fundament der Hoffnung

Das Fundament der Hoffnung Blick ins Buch

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1956, Comer See. Als ihr Bruder bei einem tragischen Unfall stirbt und ihr Vater vor Trauer gelähmt ist, liegt auf einmal alle Verantwortung bei Aurora Mandelli. Mit neunzehn Jahren ist sie von einem Tag auf den anderen die Geschäftsführerin eines Bauunternehmens und kämpft um das Überleben ihrer Familie. Skepsis und Ablehnung wehen der jungen Frau von den Arbeitern und den Kunden entgegen. Nur der Maurer Michele scheint an ihrer Seite zu stehen. Und Aurora verliebt sich unsterblich in ihn. Doch als ein weiterer Schicksalsschlag die Familie Mandelli erschüttert, muss sich Aurora fragen, ob sie Michele wirklich vertrauen kann.

starke junge Frau geht ihren Weg

Von: ren_bookslounge Datum: 16. January 2022

Das wunderschöne Cover hat mich sofort in den Bann gezogen. Eine junge Frau mit aufrechtem Gang und stolzen Blick kommt uns entgegen, im Hintergrund der Comer See. 1956 - Wir dürfen die junge Aurora kennenlernen die mit ihrer Familie im kleinen Dörfchen Cerano lebt. Der Zusammenhalt in der Familie Mandelli ist stark spürbar und das Familienunternehmen soll bald an den Bruder übergeben werden. Doch es kommt alles anders als gedacht und als der Bruder von Aurora in jungen Jahren aus dem Leben gerissen wird, kämpft Aurora um das Familienunternehmen. Doch als Frau in dieser Zeit ist es mitunter sehr schwer Fuß zu fassen und sich zu beweisen um von den Menschen erst genommen zu werden. Die Rollen sind streng verteilt und der Kampf beginnt. Die Kunden sind es in dieser Zeit ja doch gewohnt, dass die Männer an der Firmenspitze stehen und die Frauen zu Hause am Herd u bei der Familie sind ... Aurora hat mich sehr beeindruckt, in dieser Zeit und so jung hat sie alles versucht um das Familienunternehmen am Laufen zu halten. Schon in ihrer Kindheit war sie gerne mit auf der Baustelle und kannte sich sehr gut aus. Mit Michele hat sie einen jungen Mann an ihrer Seite und nach sehr kurzer Zeit heiraten die beide. Doch dann ändert sich so einiges .... Es wird dem Leser deutlich vor Augen geführt, wie schwer es für Frauen in der damaligen Zeit war und wie sie kämpfen mussten. Es ist eine wichtige Botschaft verpackt in dieser Geschichte. Die Autorin hat einen sehr flüssigen und lebendigen Schreibstil, verpackt mit vielen Details im wunderschönen Italien. Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen, es hat mich sehr fasziniert. Ich habe mir sofort Band 2 gekauft und bin sehr gespannt wie es weitergeht. So eine fesselnde, berührende und vor allem tiefgründige Saga! Große Leseempfehlung von mir!

Wundervoller Start in eine geniale Trilogie

Von: HEIDIZ Datum: 19. November 2021

Dieser überaus kurzweilig spannende Beginn einer wundervollen Trilogie um die Familie Mandelli hat mich echt gepackt, ist super flüssig und fesselnd lebendig zu lesen. Wir lernen Aurora Mandelli kennen, die Tochter von Daniele und Schwester von Tommaso, der stirbt und sie mit ihrem Vater und der Firma allein lässt. Sie heiratet Michele Tunesi - der in der Firma als Handwerker angestellt ist. Ich fand während des Lesens besonders interessant und schön, dass man das italiensiche Flair und Lebensgefühl so schön spürte, das hat die Autorin sehr gut transportiert. Wir befinden uns im Jahr 1956 anfänglich - im Sommer darauf heiratet Aurora. Sie versucht, weil der Vater in seiner Trauer gefangen ist, das Unternehmen aufrecht zu erhalten, das ist nicht einfach - aber sie hat Talent ... Mehr möchte ich garnicht verraten, um nicht die Spannung und die Geschichte vorwegzunehmen. Das Buch ist ein hervorragender Einstieg in die Trilogie um die Bauunternehmerfamilie. Schön beschrieben auch - wie die Traditionen und das Denken der Menschen damals war, und wie es Aurora das Leben und den Kampf um die Existenz der Firma schwierig machte. Leseprobe: ======== Aurora legte lachend den Kopf in den Nacken und umarmte ihren Mann. Sein Duft strömte in ihre Nase, und eine wohlige Wärme durchfloss ihren gesamten Körper. "Ich liebe dich, Michele", dachte sie unablässig und von Stolz erfüllt, ... Eine rundherum gelungene Geschichte, die mit dem ersten Band wundervoll spannend und glaubwürdig beginnt, italienischen Charme versprüht und die Zeit, in der sie spielt, sehr gut transportiert. Ich habe das Buch mit bester Unterhaltung gelesen, die Charaktere wurden sehr gut in ihrer Trauer, ihren Sorgen, ihrer Liebe dargestellt, glaubwürdig und lebendig und ebenso die Geschichte, die mit einem perfekten Spannungsbogen behaftet ist. Bin schon auf Band zwei "Das Bauwerk der Sehnsucht" gespannt.

Ein atemberaubender Auftakt der Manelli-Saga

Von: Nadys Bücherwelt Datum: 05. October 2021

Meine Meinung: Ein atemberaubender Auftakt der Manelli-Saga aus der Feder von Ladina Bordoli. Der Roman beginnt gleich mit einem unheimlichen Schicksalsschlag der Familie. Der Sohn und Erbe Tommaso stirbt nach einen Unfall unerwartet. Der kompletten Familie zieht es den Boden unter den Füßen weg. Aurora verliert ihren geliebten Bruder, versucht aber für ihre Eltern und Großmutter dazu sein. Ihre Mutter verkriecht sich in ihre Hausarbeit, ihr Vater verfällt in eine tiefe Depression und nimmt seine Umgebung kaum noch war. Das Bauunternehmen, welches Tommaso eigentlich mal erben sollte, scheint dem Untergang geweiht, da sich niemand mehr um die bestehenden Aufträge oder neue Aufträge kümmert. Da fällt Aurora einen entscheidenden Entschluss. Sie versucht mit ihren bescheidenen Mitteln, dass Unternehmen zu retten. Gott sei Dank steht ihr Michele, der einzige Angestellte der Firma, hilfreich zur Seite. Da bleibt es nicht aus, dass Aurora und Michele ein Liebespaar werden. Um dem Tratsch der Dorfbewohner zu entgehen, heiraten die beiden recht kurzfristig. So schaffen sie es, dass Bauunternehmen zu retten und Auroras bauliche Ideen bekommen immer mehr Anklang. Sehr zum Verdruss von Michele. Als Auroras Vater dann endlich aus seiner Lethargie zu erwachen scheint, wird der Stand von Michele, der sich schon als Erbe der Firma sah, immer schwerer. Ladina Bordoli hat einen wundervollen, bildlichen Schreibstil und die Charaktere sind unheimlich gut ausgearbeitet. Aurora ist eine tolle Protagonistin, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Genauso wie ihr Vater, der das wahre Talent seiner Tochter zu erkennen scheint. Von mir bekommt dieser 1. Band 5 von 5 Sternen und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung der Mandelli-Saga.

Ein Lesehighlight

Von: Tiaras Bücherzimmer Datum: 29. September 2021

1956, Comer See: Auroras Bruder stirbt durch einen tragischen Unfall. Da ihr Vater seinen Tod einfach nicht verwinden kann und sich auch nicht mehr um das Baugeschäft kümmert, wird Aurora die neue Geschäftsführerin des Bauunternehmens und kämpft um das Überleben ihrer Familie. Doch als Frau stößt sie nur auf Ablehnung. Einzig der verbliebene Maurer Michele scheint noch zu ihr zu halten ... Ich habe diese Geschichte geliebt. Ich war mit Aurora so verbunden und konnte ihre große Liebe und ihr Geschick fürs Baugewerbe absolut nachvollziehen. Bereits im Sandkasten hat sie schon die tollsten Gebilde gebaut und in den Ferien nahm sie ihr Vater immer mit auf den Bau. Man merkt auch ihr besonderes Geschick, wenn sie vor Ideen nur so übersprudelt. Ladina Bordoli's Schreibstil ist so bildhaft, ich konnte mir die Visionen von Aurora so gut vorstellen und mir hat es in den Fingern gekribbelt, mit ihr diese Träume zu verwirklichen. Mir tat es in der Seele weh, wenn sie als Frau nur auf Ablehnung gestossen ist und hintenrum sogar über sie hergezogen wurde, egal ob es der Wahrheit entsprach oder nicht. Meine Lieblingprotagonisten waren der Anwalt Lorenzo und ihr Cousin Antonio, der immer gut gelaunt war. Von ihm würde ich sehr gerne noch mehr lesen. Auch ihre Freundin Marisa mochte ich sehr, man konnte immer auf sie zählen. Fazit: Eine sehr schöne, abwechslungsreiche und spannende Familiensaga, mit sehr gut ausgearbeiteten Charakteren. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 5/5 Sterne. Vielen Dank an den Heyne Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Eine junge Frau kämpft um Akzeptanz

Von: Klaudia K. Datum: 19. August 2021

Mit dem Auftakt "Das Fundament der Hoffnung " beschreibt die junge Autorin Ladina Bordoli wie die junge Frau Aurora Mandelli das Familiengeschäft vor dem Ruin rettet. Als im Jahre 1956 am Comer See Auroras junger Bruder Tommaso auf einer Baustelle verunglückt trifft das die ganze Familie wie ein Schock. Auroras Vater wollte die Baufirma eigentlich in die Hände Tommasos übergeben. Die familiäre Not vor Augen trifft Aurora eine bemerkenswerte und für eine so juge Frau recht ungewöhnliche Entscheidung: Sie will die Leitung der Firma übernehmen, damit diese der Familie nicht verloren geht. Der Maurer Michele, ein Angestellter der Firma, geht der noch unerfahrenen Aurora mit Rat und Tat zur Hand. Auch vertrauen die Kunden eher dem ihnen bereits bekannten Michele als der jungen Frau. Als sich Michele und Aurora verlieben und dann auch noch heiraten wollen, ist Auroras Vater zunächst nicht besonders begeistert. Jedoch möchte er Michele dennoch eine Chance geben. In dieser ungewöhnlich schönen Geschichte erlebt der faszinierte Leser die widrigen Umstände hautnah mit, die einer jungen Frau im Baugewerbe der 1950er Jahre begegnen. Obwohl sie sehr gute Ideen in die Berufswelt einbringt, den notwendigen unternehmerischen Kampfgeist hat und ihre Steine mit sehr viel technischem Rafinesse in magische und herrliche Bauwerke verwandeln kann, wird es ihr schwer gemacht das Vertrauen der für ihr Geschäft notwendigen Kunden zu gewinnen. Sie ist eine Frau - und das war in dieser Zeit Grund genug zur Ablehnung. Der wunderschön lesbare Stil Ladina Bardolis zeichnet sich durch lebendige Dialoge, einfühlsame emotionale Beschreibungen und eindrucksvoll malerische Darstellungen aus. Die Protagonistin Aurora wird jeder Leser sofort lieb gewinnen. Auch Signor Baroni, der ihr immer hilfreich zur Seite steht, ist eine besonders sympathische Romanfigur. Alle Charaktere - auch die der weniger sympathischen Akteure - sind von der Autorin hervorragend in all ihren lebensecht wirkenden Facetten ausgearbeitet und für ihre Rollen perfekt inszeniert. Die Story fesselt ihre Leser bis zum Schluss sehr und lässt schon jetzt mit Neugierde auf den zweiten Teil hoffen, der sich dann um das Leben der Tochter Auroras handeln wird. Ich freue mich schon jetzt darauf. Einen herzlichen Dank an den Heyne Verlag für den wunderschönen Roman

Eine spannende Familiensaga

Von: Helgas Bücherparadies Datum: 07. August 2021

Bei Bauarbeiten ist Tomasso Mandelli ums Leben gekommen. Die Trauer ist sehr groß. Sein Vater ist nicht mehr in der Lage, das Bauunternehmen weiterzuführen. Aurora ist schon als kleines Kind auf Baustellen großgeworden und übernimmt kurzerhand die Führung des Unternehmens. Leider stößt sie auf Ablehnung, da sie eine Frau ist. Der Maurer Michelle ist ihr eine große Hilfe und sie verliebt sich in ihn. Können sie gemeinsam die Firma retten? Dies ist der erste Teil der Trilogie von Ladina Bordoli. Sehr gut ist der Autorin gelungen, die damalige Zeit einzufangen. Gleichzeitig aber auch die Ablehnung gegen arbeitende und selbständige Frauen. Aurora möchte das Familienunternehmen retten und stößt überall auf eine Mauer der Ablehnung. Sie zeigt trotz allem Stärke, Mut und Ehrgeiz. Von ihrer Ehe mit Michelle erhofft sie sich viel. Kann er den Erwartungen gerecht werden oder spielt Michelle ein falsches Spiel? Aurora hat mir sehr gut gefallen. Auch den anderen Charakteren wurde Leben eingehaucht und die Trauer, Verzweiflung und Gefühle wurden ausdrucksstark dargestellt. Es liest sich sehr leicht und dank der bildgewaltigen Sprache lässt alles sehr gut vor Augen erscheinen. Allerdings fand ich das Ende ein wenig zu abrupt. Trotzdem bin ich schon auf die Fortsetzung gespannt. Fazit: Eine schöne Familiensaga mit sehr gut ausgearbeiteten Charakteren. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 💥💥💥💥

Eine starke Frau

Von: hope23506 Datum: 02. August 2021

MEINE MEINUNG: Das Buch beginnt sehr tragisch und emotional und so bin ich sehr gut in die Geschichte gestartet. In der ersten Umschlagseite gibt es auch einen Stammbaum, welches mir das Lesen immer noch einmal erleichtert und mich noch neugieriger auf die Geschichte macht. Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen und ist sehr verständlich, was einen tollen Lesefluss macht. Die Autorin hat dem Leser Zeit gegeben, die Charaktere kennenzulernen, wobei sie im Laufe des Buches auch einige Überraschungen für die Entwicklung der Personen bereithält. Ich fand besonders die Figur von Aurora sehr interessant. Sie wird zu einer starken Frau und lässt sich dann doch auch sehr beeinflussen. Für mich ist auch der Zeitgeist von damals sehr gut wiedergegeben worden. Einige Meinungen und Ansichten waren auch schon damals Grenzwertig, aber es gab innerhalb der familie auch kein Entkommen. Man musste sich unterordnen. Ich fand, der Fortlauf der Geschichte wurde immer interessanter und oftmals wollte ich Aurora auch einfach nur meine Meinung sagen oder sie etwas leiten. Aber ich musste sehen, wie sie ihren Weg dann gefunden hat und dieser hat mir dann sehr gut gefallen. Es war ein Entwicklungsprozess von ihr, es war ihr Weg. Das Ende konnte mich dann mit ihr und ihren Weg versöhnen und macht viel Lust auf den nächsten Teil.

Langatmig: Das Fundament der Hoffnung

Von: Erdhaftig schmökert Datum: 24. July 2021

Der erste Band einer Familiengeschichte. Sie spielt am Comer See Mitte der 1950-er Jahre als sich ein Unfall ereignet und die neunzehnjährige Aurora versucht das Familienunternehmen zu retten. Viel Unterhaltung ohne Tiefgang Bei Romanen mag ich es sehr, wenn sie gut recherchiert sind. Wenn Autoren ihren Lesenden außer unterhaltsamen Verwicklungen zusätzlich historische, landschaftliche und regional typische Besonderheiten verknüpfen. Ich mag Romane bei denen ich noch etwas Wissen erhalte. Das fehlt mir hier sehr. Das Buch ist seicht geschrieben, locker zu lesen, aber der Tiefgang fehlt gänzlich. Zudem erzählt die Autorin immer weitschweifiger und schmückt vieles zusätzlich aus. Das verwässert wiederum die Geschichte sehr und sie langweilte mich ab der Mitte sehr. Dazu kommen viele Klischees und die Figuren ändern sich im Lauf des Romans. So ist Aurora beruflich eine toughe Person, privat aber ein scheues Mauerblümchen. Und dies wird detailliert seziert. Statt ihrer Tätigkeit als Maurerin in den fünfziger Jahren wenigstens etwas mehr Gewicht zu verleihen und mehr Substantielles einzubauen. Sehr schade!

Viel Gefühl, zu wenig Tiefgang

Von: heinoko Datum: 23. July 2021

Mehrbändige Familien-Sagas sind gerade sehr in Mode. Wenn sie gut recherchiert sind, erfährt man neben den familiären Gefühlsgeschichten auch etwas über den historischen, landschaftlichen und beruflichen Hintergrund, sodass neben dem Unterhaltungswert auch ein wenig Wissenszugewinn das Lesen sinnvoll macht. Im vorliegenden 1. Band der Mandelli-Saga habe ich allerdings Mühe, diesen Wissenszugewinn zu entdecken. Wir befinden uns im Jahr 1956 am Comer See. Aurora ist 19 Jahre alt, als ihr geliebter Bruder den Unfalltod stirbt. Der Vater, der zusammen mit seinem Sohn ein kleines Bauunternehmen führte, ist gebrochen. Um der Familie das Überleben zu sichern, versucht Aurora, die schon immer ein Faible für die Arbeit als Maurerin, als muratore, hatte, die Firma weiterzuführen und glaubt, am langjährigen Mitarbeiter Michele einen treuen Beistand zu haben. Doch Aurora scheint am gesellschaftlichen Druck zu zerbrechen… Allem vorangeschickt sei, dass das Buch wunderbar zu lesen ist. Man wird von Anfang an von der Geschichte eingefangen und kann die Gefühle, die Aurora und ihre Familie bewegen, stets mitempfinden. Ladina Bordoli schreibt zwar in einer sehr malerisch-ausschmückenden und weitschweifigen Erzählweise, dennoch wurde mir beim Lesen nie langweilig. Schade fand ich, dass recht viele Klischees bemüht werden, was zum Beispiel beim schnellen Wandel des Michele vom hilfsbereiten, freundlichen Menschen zum extrem widerwärtigen, saufenden, jähzornigen Ekel sichtbar wird. Merkwürdig empfinde ich auch die Darstellung von Aurora, die eine emanzipierte Seite hat und sehr selbstsicher ihre Gestaltungsvorstellungen darlegt, andererseits aber so stumm-leidend und selbstunsicher in ihren Beziehungen ist. Und leider, leider wird über die Arbeit von Aurora wenig Substantielles berichtet. Nur über ihre außerordentlich besonderen Fähigkeiten, Gegebenheiten aufzunehmen und sofort im Geist Entwürfe der Umgestaltung präsentieren zu können, erfahren wir. Wissenszugewinn wie oben erwähnt, ist im Buch nicht zu finden, weder was die Örtlichkeiten, was die schwierige Zeit der Fünfziger Jahre noch was die schwere Arbeit der Muratore betrifft. Das Buch erschöpft sich in schweigendem Ertragen, im detaillierten Beobachten und in diversen Gefühlslagen. Schön zu lesen, doch ein wenig mehr Tiefgang hätte dem Roman gut getan.

Auftakt einer Familien-Saga

Von: Sylvia Hertel / cybergirl Datum: 21. July 2021

Bei einem Unfall kommt Tommaso Mandelli ums Leben. In ihm lag die ganze Hoffnung der Familie, er sollte das Bauunternehmen seines Vaters einmal weiterführen. Der Vater fällt nach dem Tod seines Sohnes in eine tiefe Depression. Michele, der einzige Angestellt der Firma kann die Aufträge nicht alleine bearbeiten. Auch kann er keine neuen Aufträge annehmen. So hängt es an der erst 19jährigen Aurora Mandelli die Firma und somit das Auskommen der Familie zu retten. Aurora stößt überall auf Ablehnung, weder die Bewohner des kleinen Ortes noch die Kunden haben Verständnis für eine Frau die sich in eine von Männern dominierte Welt begibt. Einzig ihr Angestellter Michele steht zu ihr und versichert ihr seine volle Unterstützung. Aurora verliebt sich in Michele und möchte mit ihm zusammen die Firma leiten. Meint es Michele wirklich ehrlich mir Aurora oder sieht er nur seinen Vorteil? „Das Fundament der Hoffnung“ ist der Auftakt der Mandelli Saga von Ladina Bordoli. Angesiedelt ist die Geschichte in Italien, in einem kleinen Ort in der Nähe des Comer Sees. Die Handlungsorte werden sehr schön beschrieben. Auch die Protagonisten gefallen mir durchweg gut. Die Geschichte beginnt mit der Trauer um Tommaso Mandelli. Die Trauer der Familie ist zum greifen nahe. Man spürt sie in jedem Satz. Auch die Tradition der Aufbahrung, die Kondolenzbesuche und die Beerdigung selbst unterscheidet sich doch von dem was man in Deutschland kennt. Nach dem Tod seines Sohnes ist der Vater Daniele Mandelli in eine tiefe Depression gefallen. Aurora, die als Kind schon immer ein Gefühl für Steine gehabt hat und auch die besten Sandschlösser gebaut hat sieht ihre Berufung darin die Firm vor dem Untergang zu retten. Aurora durchlebt in dieser Geschichte eine große Entwicklung. Vom jungen Mädchen wird sie zu einer erwachsene Frau. Sie Entwickelt ein einzigartiges Talent für die Gestaltung von Bauwerken und Gärten. Aber sie kann nicht jeden überzeugen, viele stören sich daran, dass sie eine Frau ist und in einen Männerdomäne eindringt. Auch Daniele Mandelli durchläuft in der Geschichte einer Entwicklung und kann sich gegen seine Gefühle nach dem Tod seines Sohnes nicht wehren. Michele der einzige Angestellt der Firma sichert Aurora seine volle Unterstützung zu. Ihm habe ich nicht immer so getraut. Ob das berechtigt war müsst ihr selbst lesen. Die Zeit der 1950er Jahre wird sehr gut widergespiegelt. Die Voreingenommenheit der Menschen, vor allem in kleineren Ortschaften wird gut und authentisch wiedergegeben. Ich denke mal hier in Deutschland war das auch nicht viel anders. Einige Traditionen unterscheiden sich dennoch ziemlich von den unseren. So ist eine Trauerzeit mit Kondolenzbesuchen oder auch eine Hochzeit in ihrem Ablauf anders als in Deutschland. Ladina Bordoli erzählt die Geschichte von Aurora Mandelli sehr gefühlvoll. Dabei ist ihr Schreibstil gut verständlich und fließend. Ich finde es immer schön wenn, wie hier einige italienische begriffe in den Text mit einließen. Es macht das Ganze rund und authentisch. Einziges Minus an dieser Geschichte ist das Ende. Ich will nicht Spoilern, nur so viel es ging zum Schluss doch alles ein bisschen zu schnell. Mit seiner Fantasie kann der Leser zwar die Geschehnisse nachvollziehen, dennoch hätte ich es mir etwas ausführlicher gewünscht. Jetzt freue ich mich auf den 2. Band „Das Bauwerk der Sehnsucht“ der im September 2021 erscheinen wird.

Wenn aus einer Raupe ein Schmetterling wird…

Von: Merlins Bücherkiste Datum: 18. July 2021

Mit „Das Fundament der Hoffnung“ startet die Schweizer Schriftstellerin Ladina Bordoli in die Mandelli-Saga und verdeutlicht ihre Ideen von starken Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen. Im Jahre 1956 geschieht ein Unglück. Auroras großer Bruder verunglückt auf der Baustelle und hinterlässt eine große Leere in der Familie. Mit einem Mal ist ihr Vater von Trauer zerfressen, ihre Mutter kann kaum noch einen klaren Gedanken fassen und die Firma fährt fast vor die Wand. In größter Not trifft Aurora die Entscheidung, sich selbst um das Unternehmen zu kümmern. Gemeinsam mit Michele, dem angestellten Mauerer, wagt sie sich an ihre ersten Aufträge, wird dabei aber schnell mit Ablehnung und Vorurteilen bombardiert. Kann Aurora die Firma retten, Michele vertrauen und das Leben ihrer Familie vor dem Ruin retten? In diesem Werk verdeutlicht Ladina Bordoli die Stellung der Frau in den 1950er Jahren Italiens und bringt mit einfühlsamen und geschickten Worten die Kulisse zum Leben. Im Fokus dieser Geschichte steht die junge Aurora, die mit noch nicht einmal zwanzig Jahren eine große Entscheidung zu fällen hat. Nachdem ihr Vater von Trauer zerfressen ist, bleibt es an ihr, das Unternehmen zu retten. Schon seit ihrer Kindheit ist sie mit der Tätigkeit vertraut, doch niemals hätte sie geglaubt, tatsächlich in die Fußstapfen ihres Bruders treten zu müssen. Aurora ist dabei unglaublich mutig und trotzt allen Entgegnungen. Sie ist eine Frau, die Stärke und Dynamik demonstriert und für ein Frauenbild eintritt, das bis dato noch gar nicht existiert hat. Die Handlung selbst baut sich logisch und nachvollziehbar auf. Die Autorin verwendet dazu eine moderne Sprache, die sich flüssig und einprägsam liest. Es ist einfach, einen guten Bezug zu der Protagonistin aufzubauen und sich ihr Dilemma und ihre Gedanken vorzustellen. Alles wirkt vertraut und stimmig, auch die bildliche Atmosphäre fügt sich wunderbar in die Erzählung ein. Wenn ich nun an die Geschichte zurückdenke, kommt mir allerdings weniger die eigentliche Handlung in den Sinn, sondern vielmehr die Umstände und Widrigkeiten, mit denen Aurora zu kämpfen hat. Diese bilden den roten Faden in der Geschichte. Auroras Wille und ihr Geschick sind das wahre Erlebnis in der Handlung, die mich vollkommen begeistert hat. Ich bin von dem Werk restlos angetan, denn es ist ein Weckruf für alle Frauen der heutigen Zeit. Es ist ein Schaubild für wahre Emanzipation. Auroras Erlebnisse verdeutlichen lebhaft, wie schwer es Frauen in der damaligen Gesellschaft hatten und mit welchen Vorurteilen sie kämpfen mussten. Leider müssen wir auch heute noch an vielen Ecken mit derlei Diskriminierung leben, weshalb das Thema nach wie vor aktuell ist. Ich selbst bin in einem eher männlichen Arbeitsumfeld selbstständig aktiv und erlebe ähnliche Situationen auch noch im Jahre 2021. Deshalb befürworte ich dieses Werk von ganzem Herzen und empfehle es allen, die sich aufmunternde Motivation wünschen. Insgesamt fällt meine Bewertung nur positiv auf. Die Autorin schreibt herrlich lebendig und einfühlsam, die junge Protagonistin ist mir durchweg sympathisch erschienen und ihre Erlebnisse sind mir unter die Haut gegangen. Zwischendurch habe ich immer wieder mit Unverständnis gerungen, wenn Aurora keine Unterstützung erhalten hat. Zeitgleich habe ich mich gerade zum Ende hin immer mehr für sie gefreut. Ich konnte mich von der Erzählung ganz einnehmen lassen und habe Auroras Geschichte innerhalb weniger Stunden verschlungen. Deshalb empfehle ich den Roman sehr gerne und kann meine Vorfreude auf die nächsten beiden Bände sehr gerne aussprechen.

Eine Familiensaga am Comer See

Von: friederickes bücherblog Datum: 07. December 2021

Das Cover: Das Cover passt sehr gut, hat etwas zu erzählen und präsentiert das Buch zusammen mit dem Klappentext hervorragend. Die Geschichte: Da ist Aurora mit ihren zarten 19 Jahren, deren Bruder stirbt, den sie sehr vermisst. Ihr Vater zieht sich in seinem Schmerz zurück und vernachlässigt die kleine Baufirma. Die Mutter steht hilflos daneben. Einzig der Mitarbeiter Michele mahnt die Führung an. Aurora müht sich und versucht, in die Männerdomäne einzutreten. Aus Dankbarkeit fühlt sie sich zu Michele hingezogen und heiratet in. Doch die Gesellschaft und auch er haben etwas dagegen. Meine Meinung: Das Buch hat mich etwas nachdenklich gemacht. Allen voran Aurora, die sich von Michele derart schlecht behandeln ließ. Das war mir doch an einigen Stellen zu naiv. Hervorragend fand ich die zeitgeschichtliche Einarbeitung. Besonders die gesellschaftlichen Verhaltensweisen der 50-er Jahre gegenüber Frauen überhaupt und erst recht, wenn sie die Schwelle zur Männerdomäne überschritten. Auch die italienische Lebensweise und Familientradition sind sehr präsent. Die Autorin schreibt in einer leicht lesbaren und flüssigen Sprache. Die Schauplätze sind wunderbar beschrieben. Der Spannungsbogen ist durchgehend vorhanden. Mein Fazit: Eine schöne Familiensage, die mich an den Comer See mitgenommen hat und italienische Atmosphäre verbreitet. Gerne empfehle ich das Buch und bin auf den zweiten Teil gespannt. Heidelinde von friederickes bücherblog

Ein unterhaltsamer und spannender 1. Band der Mandelli-Saga

Von: Annette Traks Datum: 09. October 2021

Die Familie Mandelli wohnt in dem norditalienischen Städtchen Cerano d'Intelvi am Comer See, wo sie ein kleines Bauunternehmen besitzt. Als der 22-jährige Sohn und Erbe im Jahr 1956 einen tödlichen Arbeitsunfall erleidet, stürzt dies den Vater und Firmeninhaber in eine schwere Depression, die ihn handlungsunfähig macht. Um den Betrieb zu retten und somit das Überleben der Familie zu gewähr-leisten, übernimmt die 19-jährige Tochter Aurora die Geschäftsführung. Von Kindheit an hat sie sich sehr für das Handwerk interessiert, lässt sich von dem seit Jahren für die Firma arbeitenden Maurer Michele in die Arbeiten einweisen und packt kräftig mit an. Nach Feierabend macht sie sich noch mit den Geheimnissen der Buchführung vertraut. Damit verstößt die junge Frau jedoch gegen das starre Rollenverständnis der damaligen Zeit, und auch ihre innovativen Gestaltungsideen finden bei den Kunden wenig Gegenliebe. Doch Michele ist stets an ihrer Seite und setzt sich für die Interessen des Betriebs ein. Aurora verliebt sich in den gut aussehenden, hilfsbereiten Mann, und sie heiraten schließlich. Doch die Skepsis einiger Personen gegenüber dieser Verbindung ist nicht unbegründet. Resümee: Das Buch gibt am Beispiel der Familie Mandelli einen kleinen Einblick in die wirtschaftliche Lage Italiens ab dem Jahr 1956, in das Rollenverständnis der damaligen Zeit sowie in die italienische Lebensweise. Im Mittelpunkt steht dabei Aurora, die Tochter der Bauunternehmers Daniele Mandelli. Ihre Person ist ambivalent angelegt: Wenn es um den Erhalt der Firma sowie die Planung und Ausführung von Aufträgen geht, ist sie emanzipiert, couragiert, hat klare Vorstellungen und erträgt den gesellschaftlichen Widerstand. In ihrer Ehe mit Michele ist sie jedoch oft verhaltensunsicher, wenig selbstbewusst und entscheidungsfreudig und erträgt die schlimme häusliche Situation mit zunehmender Verzweiflung. Diesen Gegensatz und die damit jeweils einhergehenden Emotionen hat die Autorin klar und überzeugend herausgearbeitet, sodass sich letztlich ein stimmiges Bild ergibt. Was seine Beziehung zu Aurora angeht, wird im Laufe der Handlung die Taktik Micheles immer durchschaubarer, wenn auch nicht in ihrer ganzen Tragweite. Aber auch in Bezug auf ihn ist der Leser – ebenso wie einige Akteure – durchaus im Zwiespalt: Einerseits ist es anerkennenswert, dass er nach dem Tod von Auroras Bruder und der anschließenden Krankheit des Chefs der Firma die Treue hält, sich um die Geschäfte kümmert und nicht nur akzeptiert, dass Aurora mitarbeitet, sondern sie auch gegenüber anderen verteidigt. Andererseits lässt er nach der Heirat sehr schnell – für mich zu abrupt – die Maske fallen, mutiert vom fürsorglichen, liebevollen Verehrer zum jähzornigen, Alkohol trinkenden Ehemann, offenbart unmissverständlich seine eigentlichen Interessen und hat kein Interesse mehr an Aurora. Die Entwicklung der zunächst rein geschäftlichen Beziehung Auroras zu Micheles Antagonisten, dem Anwalt Lorenzo Baroni, ist absehbar. Man gönnt sie Aurora von Herzen, und sie legt „das Fundament der Hoffnung“ (siehe Titel) nicht nur für ihr Privatleben, sondern auch für den Fortbestand der Firma. Die Autorin erzählt das Geschehen sehr lebendig und lässt quasi als Würze immer wieder Landschafts- und architektonische Beschreibungen einfließen – und zwar so anschaulich, dass vor dem geistigen Auge des Lesers ein realistischer Film abläuft. Durch Auroras Cousin Antonio, der in die Schweiz ausgewandert ist, um dort als Bauarbeiter ein besseres Einkommen zu erzielen, entsteht bereits eine Verbindung zu dem Land, die im Folgeband eine bedeutende Rolle spielen wird. Fazit: ein unterhaltsamer, ebenso lebendiger wie spannender 1. Teil der Mandelli-Saga