Jodi Picoult

Der Funke des Lebens

Der Funke des Lebens Blick ins Buch

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Buch

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An einem warmen Herbsttag wird der Polizeiunterhändler Hugh McElroy zu einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen. Ein verzweifelter Schütze war in die Klinik eingedrungen, hatte das Feuer eröffnet und die Anwesenden als Geiseln genommen. Als McElroy im Begriff ist, mit dem Geiselnehmer zu verhandeln, kommt auf seinem Handy eine schockierende Nachricht an: Seine 15-jährige Tochter Wren befindet sich in der Klinik. McElroy setzt alles daran, Wren und die anderen Geiseln zu befreien - Frauen in Not, engagierte Ärzte und Krankenschwestern, bedroht von einem fanatischen Abtreibungsgegner, selbst Vater einer Tochter im Teenageralter, der Amok läuft, um sich Gehör zu verschaffen ...

Jodi Picoult, eine der furchtlosesten Schriftstellerinnen unserer Zeit, befasst sich in diesem packenden Roman mit einem komplexen Thema: Wie können wir das Selbstbestimmungsrecht von Frauen mit dem Schutz des ungeborenen Lebens in Einklang bringen? Was bedeutet es, gute Eltern zu sein? Der Funke des Lebens wird Diskussionen anregen und für Verständnis werben in einer erhitzten Debatte.

Eine klare Empfehlung aber keine leichte Kost!

Von: Anna von liveyourlifewithbooks Datum: 31. July 2020

INHALT Der Polizeiunterhändler Hugh McElroy wird zu einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen. Ein verzweifelter Schütze war in die Klinik eingedrungen, hatte das Feuer eröffnet und die Anwesenden als Geiseln genommen. McElroy bereitet sich auf die Verhandlungen mit dem Geiselnehmer vor, als eine schockierende Nachricht auf seinem Privathandy eingeht: seine 15-jährige Tochter Wren befindet sich ebenfalls in dieser Klinik. Obwohl der Unterhändler die Einsatzleitung abgeben sollte, arbeitet er weiter und setzt alles daran, um seine Tochter und die anderen Geiseln zu retten… Von Jodi Picoult habe ich bisher noch nichts gelesen, allerdings liegt ein Buch von ihr auf meinem SuB. Als ich den Klappentext von „Der Funke des Lebens“ gelesen habe, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen. Die Thematik hat mich sehr interessiert, da ich in meiner Meinung als Befürworterin von Abtreibungen eigentlich sehr gefestigt bin. Dennoch ist es nie ein Fehler sich auch die Argumente und Vorstellungen der Gegenseite anzuhören und genau das habe ich von diesem Buch erwartet. Die Geschichte beginnt mit dem Ende. Nicht komplett aber es ist klar, wie die Geiselnahme ausgehen wird. Denn Jodi Picoult erzählt dieses Buch von hinten nach vorne. Diese Erzählweise fand ich unglaublich spannend, weil vom Ende blieb ein kleiner Teil noch offen, deshalb wollte ich natürlich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Gleichzeitig ist es sehr spannend, wie all die unterschiedlichen Charaktere an diesen Punkt gekommen sind, an dem sie waren, als die Geiselnahme endete. Es sind so unterschiedliche Persönlichkeiten, die auf ganz unterschiedliche Weise die jeweilige persönliche Geschichte von den anderen Charakteren beeinflussen. Und all diese Zusammenhänge werden eben erst im Verlauf der Geschichte klar, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich wollte unbedingt herausfinden wie alles zusammenhängt, was die Charaktere verbindet, was sie trennt und wie sie zu denjenigen geworden sind, die sie am Ende (also am Anfang) des Buches dann sind. Jodi Picoult hat in ihrem Nachwort erzählt, wie ihre Recherche zum Thema Abtreibung war und ich habe unglaublichen Respekt vor ihr. Sie hat nicht nur Bücher zum Thema gelesen oder mit Ärzten gesprochen, sondern auch mit Frauen die Abtreibungen hatten, welche die absolut gegen Abtreibungen sind und sie hat sich auch unterschiedliche Abtreibungen angesehen. Das finde ich eine unglaublich tolle Recherche und auch für die Frauen, die sich bereit erklärt haben, bei ihrer Recherche teilzunehmen, habe ich meinen größten Respekt. So ist natürlich auch die Geschichte noch sehr viel authentischer, was mir, am Ende des Buches noch eine größere Gänsehaut bereitet hat. Die Geschichte ist aus neun unterschiedlichen Perspektiven geschrieben. Unter anderem kommt der Unterhändler Hugh zu Wort, der irgendwie versucht seine Tochter und seine Schwester vor dem Geiselnehmer zu retten ohne dass herauskommt, dass die beiden sich dort drin aufhalten, denn sonst hätte er die Leitung des Einsatzes abgeben müssen. Er erinnert sich an einige Details aus seiner Kindheit, seinem Leben mit seiner Ex-Frau und wie er sich liebevoll im Wren kümmert, die sein ein und alles ist. Ähnlich geht es Bex, seiner Schwester, die gemeinsam mit ihrer Nichte in der Frauenklinik ist. Auch ihre Sichtweise fand ich sehr interessant und vor allem am Ende wurde etwas enthüllt, das ich nicht erwartet habe. Ich fand die Beziehung zwischen Bex und Wren wirklich schön, weil Bex der Teenagerin die Mutter auf wundervolle Weise ersetzt. Es ist sehr schön, diese Beziehung durch die rückwertige Erzählweise kennen zu lernen und zu sehen. Ich habe die beiden direkt in mein Herz geschlossen und aus diesem Grund sehr mit ihnen mitgefiebert. Doch nicht nur die Geschichte der Familie hat mich sehr mitgenommen, sondern auch die der anderen Charaktere. Ein Arzt, der die Abtreibungen vornimmt, eine Krankenschwester, eine Abtreibungsgegnerin, eine ältere Dame und eine junge Frau, die frisch eine Abtreibung vornehmen hat lassen, sind von dem Geiselnehmer gefangen genommen worden. Sie alle haben auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun aber dies stimmt nicht so ganz, denn teilweise ist es doch so, dass sich die Lebenswege dieser Charaktere teilweise ähneln oder es verschiedene Berührungspunkte gibt oder gab. Teilweise habe ich als Leserin auch falsche Schlüsse gezogen, die dann erst nach und nach aufgeklärt wurden, da die Geschichte ja rückwärts erzählt wird. Eine Geschichte, die mich aber am meisten mitgenommen hat, war die von Beth. Die 17-jährige ist, zu Beginn des Buches (also eigentlich am Ende) wegen Mordes angeklagt, da sie online illegale Medikamente bestellte, um eine Abtreibung vorzunehmen. In Mississippi ist dies jedoch verboten und wird auch sehr streng geahndet. Das junge Mädchen ist am Anfang des Buches ganz allein, verzweifelt und voller Angst. Ihre Anwältin versucht sich um sie zu kümmern, doch ob sie ihr helfen kann, wird nicht klar. Ich habe sehr mit dem Mädchen mitgelitten, weil es sehr schön geschildert wurde und durch die Lücken, die ich als Leserin hatte, war es umso dramatischer. Ich wollte unbedingt wissen, wie Beth in diese Situation gelangt ist und ob es sich vielleicht noch auflösen wird, wie es mit ihr weitergeht. Grundsätzlich fand ich nicht nur die Erzählweise sehr spannend, sondern auch den Schreibstil von Jodi Picoult. Sie hat eine Art zu beschreiben, die mich sehr mitgenommen und von sich überzeugen konnte. Ich mochte die Art und Weise wie in die Handlung die Argumente für und gegen Abtreibungen eingeflochten wurden, war jedoch sehr überrascht wie dünn die Seite „Pro-Life“ ist. Ich fand die Argumente meist nicht sehr stark und weniger aussagekräftig, als die Seite „Pro-Choice“, auf der ich selbst auch stehe. Diese Seite wurde doch mit stärkeren Argumenten dargestellt und hat mich aus diesem Grund auch in meiner eigenen Meinung bestätigt. Ich fand es sehr interessant wie unterschiedlich die Abtreibungsgesetze in Amerika sind, das lässt sich ja nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen. Dennoch war es spannend zu lesen, was die Frauen in Amerika so durchmachen müssen, um eine legale Abtreibung zu erhalten und wie sehr die Menschen zu kämpfen haben, die sich für Abtreibungen aussprechen. Vor allem die Ärzte oder die Klinikleitungen, sind täglichen Schikanen ausgesetzt, was ich wirklich grauenvoll finde. Wenn ihr euch auch für dieses umstrittene Thema interessiert und gerne wissen möchtet, wie in Amerika mit Abtreibung umgegangen wird, dann macht ihr mit „Der Funke des Lebens“ nichts falsch. Es ist ein toll recherchiertes Buch, das beiden Seiten, die Abtreibungsgegner und -befürworter darstellt und aufzeigt, welche Dramatik sich innerhalb von einzelnen Familien abspielen kann. Jodi Picoult geht behutsam mit der Thematik um ist aber dabei sehr schonungslos. Sie beschönigt nichts, sie hält nichts zurück aber nutzt nichts davon um irgendwie zu schocken oder jemandem die eigene Meinung aufzuzwingen, was ich toll finde. Das Buch hat mich, trotz der Thematik, sehr gut unterhalten. Ich war komplett im Sog und habe vor allem die letzten 200 Seiten fast am Stück durchgelesen. FAZIT Dieses Buch ist keine leichte Kost. Man muss es aushalten können über Abtreibungen zu sprechen und auch nachzudenken. Jodi Picoult schont ihre Leser nicht, geht aber dennoch sehr gut mit der umstrittenen Thematik um. Ich fand die unterschiedlichen Perspektiven allesamt spannend und habe mit den einzelnen Charakteren sehr mitgefiebert. Die Erzählweise ist sehr ungewöhnlich aber sehr passend zum Thema, denn so entfalten sich all die Zusammenhänge erst am Ende und das, obwohl die Geschichte rückwärts erzählt wird. Klare Empfehlung!

Ein Roman mit Stärken und mit Schwächen, aber unverkennbar Jodi Picoult!

Von: buchsensibel Datum: 24. July 2020

„Der Funke des Lebens“ ist wieder ein typischer Picoult-Roman. Es geht um Schwangerschaftsabbrüche. Ich muss ja zugeben, dass Jodi Picoults Romanen immer ein gewisses sentimentales Pathos anhaftet (was ich aber nicht als störend empfinde) und doch staune ich immer wieder mit wieviel Reflektion, Achtsamkeit und Feinfühligkeit sie an sensible Themen herantritt. Obwohl das Thema sehr gut ist, hat es mir dieser Roman allerdings nicht ganz leicht gemacht. Ich fand es irgendwie anstrengend zu lesen. Nun habe ich das Buch zu einem Zeitpunkt erwischt, als bei mir sehr viel los war und ich mich ohnehin nicht so gut konzentrieren konnte, denke aber, dass es auch am Aufbau der Geschichte lag. Hier sind also meine Kritikpunkte: Die Geschichte wird nämlich rückwärts aufgerollt. Wir beginnen am Abend des Dramas und gehen Kapitel für Kapitel Stunde für Stunde zurück bis in den frühen Morgen. Wir sind also zu Beginn schon gleich am Ende eines Geiseldramas. Der alleinerziehende Vater Hugh ist gerade dabei, die letzte Überzeugungsarbeit dem Geiselnehmer gegenüber zu leisten, sich zu ergeben, nachdem dieser bereits Amok gelaufen ist und Menschen dabei zu Tode kamen, andere schwer verletzt wurden. Als noch ein allerletzter Schuss abgegeben wird. Und das ist leider (fast) der einzige Spannungsbogen des Buchs, denn erst am Ende finden wir heraus, welchen Weg diese Kugel nun genommen hat. Zwar gibt es ein paar kleine Überraschungseffekte, die aber irgendwie auch schon ein wenig erahnbar waren ab einem gewissen Zeitpunkt. Dennoch: ich musste mich immer wieder überwinden weiterzulesen, da einfach zu viel schon vorab preisgegeben wurde, wer gestorben ist, wer verletzt wurde usw. Und gleichzeitig musste ich dann am Ende des (eher langen) Kapitels doch oft nochmals eine Stunde zurückspringen, um erneut nachzulesen, was nun nochmal mit diesem oder jenen Charakter passiert war. Was wohl an meinem zweiten Kritikpunkt lag: es waren einfach zu viele Charaktere, die alle gleichermaßen Beachtung bekamen. Da die Autorin immer wieder durch Rückblenden Einblick in einzelne Lebensphasen und Erlebnisse aus der Vergangenheit der Personen gab, erfuhren wir zwar eine Menge zu deren Haltungen, aktuellen und früheren Lebensumständen und was dazu führte, dass sie diese oder jene Entscheidung trafen, jedoch waren es in der Summe dann einfach zu viele Lebensgeschichten auf einmal. Was mir gefiel Was mir an Jodi Picoult so sehr gefällt, ist, dass sie immer über den Tellerrand hinausschaut. Dass sie sich mit kontroversen Themen beschäftigt und die Grauzonen aufzeigt. Dass sie den Blick auch auf das wirft, was außerhalb der Norm liegt, außerhalb dessen, was erwartet wird, was sozialisiert ist. Einen Spiegel vorhält, um eingefahrene Themen neu zu überdenken. Nicht umsonst haben wir es hier, in einer Thematik, die vor allem Frauen betrifft, mit zwei alleinerziehenden Vätern in der Hauptrolle zu tun. Die Idee der Einbettung in das Geiseldrama, finde ich gut gelungen. Denn, auch wenn es zunächst scheint, als ob das Buch eine einzige Debatte über das Für und Wider eines Schwangerschaftsabbruchs ist, geht es in der Tiefe doch generell um den Wert von Leben. Es geht um Liebe in all ihren Facetten. Liebe von Paaren (und Nicht-Liebe), Liebe von Vätern und Müttern, Nächstenliebe. Liebe, die verborgen bleibt. Liebe, die Entscheidungen trifft, und treffen muss. Manchmal vielleicht auch entgegen der eigenen Überzeugungen. Liebe, die nicht verurteilt und ausgrenzt, sondern einschließt. Und es geht um Rechte. Es geht um das Einsetzen für Benachteiligte, das Recht auf Selbstbestimmung, das Recht auf Gleichwürdigkeit. Es geht um Vorurteile, um (Un-) Gleichberechtigung und um Rassismus. Auch wenn ich den Aufbau der Geschichte, was die Spannung anbelangt, etwas unglücklich empfand, fand ich sie aus psychologischer Sicht wiederum sehr gelungen. Denn auf dieser Ebene ist es ein interessanter Spiegel für diese Debatte: wie schnell wird eine Entscheidung/Haltung verurteilt, ohne den Menschen und seine Umstände und Beweggründe und die Komplexität in der Frage nach dem Wert des Lebens im Gesamten zu betrachten. Jodi Picoult bringt zahlreiche Facetten von Blickwinkeln und Empfindungen ins Gespräch – von Abtreibungsbefürwortern, von Betroffenen, von Abtreibungsgegnern, von Ärzten, von Frauen, von Minderjährigen, von alleinerziehenden Vätern und Müttern, von Schwarzen – und bringt Leser*innen dadurch zu einer wertfreien, urteilsfreien, gleichwürdigen Auseinandersetzung. Sie beleuchtet Einzelschicksale und Lebensgeschichten, die so individuell und vielfältig sind, wie die Beweggründe, diese oder jene Position einzunehmen. Zentral ist dabei stets die Frage nach Rechten und welches Leben schützenswert ist. Welches Leben hat Vorrang, wenn es auf beiden Seiten um die Rechte von Personen bzw. Benachteiligten geht. Verleiht man auf der einen Seite Rechte, nimmt man sie auf der anderen Seite. Steht es also Menschen in privilegierten Positionen überhaupt zu, ein Urteil darüber zu fällen? Die Autorin macht deutlich: hinter jeder Entscheidung – auf beiden Seiten – steckt eine persönliche Geschichte. Vorschnelle Urteile – auf beiden Seiten – sind selten reflektiert und wenig angemessen und verhärten nur den Konflikt. Ohne Empathie, ohne Einfühlung ist es unmöglich hier gleichwürdig zu diskutieren oder Haltungen zu respektieren. Und allzu schnell wird vergessen, dass Meinungen und Sichtweisen sich auch mit Veränderung von Lebensumständen und Veränderung der Voraussetzungen wandeln können – gerade, wenn man selbst auf die ein oder andere Weise betroffen ist. „Was aus einem Blickwinkel wie Gewalt aussah, sah aus einem anderen wie Gnade aus.“ (S. 186) So gelingt es der Autorin auf einfühlsame Weise, den Blick zu weiten: für ein Gewahrsein beider Seiten, für eine – im besten Falle friedvolle – Koexistenz beider Seiten, denn (so schreibt sie auch in ihrem Nachwort) zu einem Konsens wird es wohl eher nicht kommen, zu vielfältig und zu komplex sind die Gründe für unterschiedliche Sichtweisen. Hintergründe Erwähnenswert ist sicherlich auch, dass das Buch auch einen großen Teil der Debatte in den USA widerspiegelt, die Autorin lässt die Geschichte nicht ohne Grund in Mississippi spielen, wo es im gesamten Staat nur eine einzige Klinik für Frauen gibt, an denen ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen werden kann. Die Hürden in den USA sind von Staat zu Staat verschieden. Das Gesundheitssystem trägt einen nicht unerheblichen Teil dazu bei, die Situation der Frauen zu erschweren. Es werden jedes Jahr (Mord-)Anschläge auf Kliniken, Ärzte und Personen verübt, die Frauen unterstützen, die sich, aus welchem Grund auch immer, gegen eine Austragung entscheiden. Religiosität spielt dabei zu einem wesentlichen Teil eine Rolle. Aber bei weitem nicht die alleinige. Der Diskurs in dieser Thematik ist sowohl von antifeministischen und gleichzeitig auch (zumindest in den USA) von zutiefst rassistischen Denkstrukturen geprägt. Die Benachteiligung von Frauen im Allgemeinen, von Frauen aus ärmeren, sozial weniger gut gestellten Verhältnissen, und insbesondere von farbigen Frauen kommt hier im Buch zur Sprache. Wie auch im Roman deutlich wird, ist es „ein Fehler zu glauben, dass ein durch Gesetzeshürden erschwerter Schwangerschaftsabbruch (…) das Ende von Abtreibungen bedeuten würde.“ (S.433) Die Abbrüche würden verdeckt und ungeschützt weiterlaufen und können die Frauen dadurch nur in noch größeres Elend stürzen und den Wert ihres Lebens gefährden, somit bliebe erneut das Dilemma, welches Leben mehr Recht auf Schutz hat. Besonders gerne lese ich bei Jodi Picoult auch das Nachwort, in dem sie oft Persönliches oder Erlebnisse und Erfahrungen bei ihrer Recherche zum Buch teilt. Hier stellt sie auch die Überlegungen für politische Veränderungen diesbezüglich an und ergänzt diese mit Hintergrundwissen, Fakten und Daten zur Situation von Frauen (in den USA). Fazit In „Der Funke des Lebens“ bringt Jodi Picoult erneut, wie es für sie typisch ist, eine kontrovers diskutierte Thematik zur Sprache, und zwar das Thema Schwangerschaftsabbruch. Dies bereitet sie gewohnt sensibel, achtsam und urteilsfrei auf, indem sie zahlreiche Perspektiven zu Wort kommen lässt und mögliche Beweggründe dahinter aufzeigt. Eingebettet in eine dramatische Geschichte um ein Geiseldrama, die zur Frage führt, wofür es sich wirklich lohnt im Leben zu kämpfen. Eine Geschichte über die Kostbarkeit und den Wert des Lebens, über Vaterschaft, über Mutterschaft, über Rassismus, über Frauenrechte, über Liebe in all ihren Facetten und über Leben in Gleichwürdigkeit. Ein Roman mit Schwächen, ein Roman mit Stärken, aber auf jeden Fall unverkennbar Jodi Picoult.

Komplexes Thema differenziert ausgearbeitet, wenn da nur nicht die Erzählweise wäre …

Von: Jacki von "Liebe dein Buch" Datum: 23. July 2020

Inhalt: An einem warmen Herbsttag wird der Polizeiunterhändler Hugh McElroy zu einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen. Ein verzweifelter Schütze war in die Klinik eingedrungen, hatte das Feuer eröffnet und die Anwesenden als Geiseln genommen. Als McElroy im Begriff ist, mit dem Geiselnehmer zu verhandeln, kommt auf seinem Handy eine schockierende Nachricht an: Seine 15-jährige Tochter Wren befindet sich in der Klinik. McElroy setzt alles daran, Wren und die anderen Geiseln zu befreien - Frauen in Not, engagierte Ärzte und Krankenschwestern, bedroht von einem fanatischen Abtreibungsgegner, selbst Vater einer Tochter im Teenageralter, der Amok läuft, um sich Gehör zu verschaffen ... Cover: Das Cover hat etwas malerisches, was mich sehr anspricht. Der "Funke des Lebens" wird schön symbolisiert. Schlicht und doch aussagekräftig - gefällt mir! Meine Meinung: Wenn ich ein Buch von Jodi Picoult zuschlage, bin ich eigentlich immer begeistert und beeindruckt. Leider ist bei "Der Funke des Lebens" das Stichwort "eigentlich" maßgeblich. Das Thema, das die Autorin für ihren neusten Roman gewählt hat, ist keine Frage komplex, aktuell und bedeutsam. Allerdings hat mir die Art, wie die Geschichte erzählt wurde, nicht zugesagt. Wie gewohnt betrachtet die Autorin das Thema "Abtreibung" aus verschiedensten Blickwinkeln. Lässt Befürworter und Gegner zu Wort kommen. Ärzt*innen, Protestant*innen, Patientinnen - sie alle bekommen durch ihren eigenen Charakter die Chance, ihre Sicht der Dinge zu erzählen. Jodi Picoult erschafft ein komplexes Meinungsbild. Nennt Gründe, die Frauen so weit treiben können, dass sie die Abtreibung als letzten Ausweg ansehen: Armut, behinderte Föten, Schwangerschaften durch Vergewaltigung und Inzest oder Schwangere, die selbst noch Kinder sind. Gleichzeitig übt sie Kritik an mangelnder finanzieller Unterstützung durch den Staaten, an Regeln und Gesetzen, die diesen schwierigen Weg nur noch mehr erschweren. Ein wichtiges, diskutiertes Thema komplex ausgeleuchtet. So weit so gut (und beeindruckend). Nur die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wurde, konnte mich nicht begeistern. Das Buch beginnt mit dem Fast-Ende eines Amoklaufes. George Goddard stürmt bewaffnet in eine Abtreibungsklinik und schießt um sich. Polizist und Unterhändler Hugh McElroy versucht alles, damit die Geiseln überleben. Unter ihnen seine Tochter. Im weiteren Verlauf der Geschichte wird die Uhr dann allerdings zurückgedreht. Rückwärts wird uns Leser*innen erzählt, wie es dazu kam, dass all diese Personen in die Klinik kamen und was sie dort durchleben. Anfangs erschlägt einen die Anzahl der vielen Erzähler ein wenig. Mit der Zeit lernt man aber die Charaktere kennen, weiß sie zu unterscheiden und diese Vielfalt zu schätzen, denn der Perspektivenwechsel bringt Abwechslung. Ansonsten hatte die Erzählung leider nicht viel zu bieten, was die Leser*innen gebannt die Seiten umblättern lässt. Es war eine interessante Geschichte vom Thema und der Debatte her, aber Spannung habe ich vergebens gesucht. Durch die rückläufige Erzählweise wird den Leser*innen stets vorweg genommen, was noch passiert. Mein Gefühl sagt mir, dass es andersherum deutlich besser funktioniert hätte. Fazit: "Der Funke des Lebens" hat mich - wie immer bei Büchern von Jodi Picoult - mit der Themenauswahl beeindruckt. Die Autorin sucht sich immer wieder kontrovers diskutierte , politisch aktuelle und wichtige Inhalte aus. Die Geschichte wird differenziert und aus allen Blickwinkeln betrachtet. Bis hier hin habe ich nur positives zu sagen, allerdings hat die Rückwärtserzählung des Buches mich einfach nicht abholen können. Es fehlte an Spannung und einem Drang weiterzulesen - man wusste ja schon (fast) alles.

Ein Roman zu einem ernsten Thema, leider mit einigen Schwächen

Von: jasminsbooks Datum: 09. July 2020

Titel: Der Funke des Lebens Autorin: Jodi Picoult Verlag: C. Bertelsmann Seitenanzahl: 448 Seiten Vielen lieben Dank den C. Bertelsmann Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!♡ Inhalt/Klappentext: An einem warmen Herbsttag wird Polizeiunterhändler Hugh McElroy zu einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen. Ein verzweifelter Schütze war in die Klinik eingedrungen, hatte um sich geschossen und Geiseln genommen. Als McElroy mit dem Täter verhandeln will, erreicht ihn eine schockierende Nachricht: Seine 15-jährige Tochter Wren befindet sich in der Klinik. McElroy setzt alles daran, Wren und die anderen Geiseln zu befreien - Frauen in Not, engagierte Ärzte und Krankenschwestern, bedroht von einem Mann, der Amok läuft, um sich Gehör zu verschaffen.  Mein Fazit: Nachdem ich schon einige Romane der Autorin Jodi Picoult gelesen habe und immer wieder auf's Neue von ihren Geschichten begeistert war, freute ich mich auch auf ihr neuestes Werk.  Wie nicht anders von der Autorin gewohnt, behandelt sie auch in diesem Buch wieder einige ernste Themen. Hier geht es um Abtreibungen und um einen Amoklauf eines verzweifelten Vaters. Jedoch muss ich zugeben, dass mich diese Geschichte dieses mal nicht so mitreißen konnte als ihre Bücher zuvor.  Zum einen lag es an der Menge von Charakteren, mit denen man von Anfang an als Leser konfrontiert wird. Es waren einfach zu viel auf einmal und man hatte keine Zeit irgendeinen Charakter erst einmal kennen zu lernen. Dies verwirrte mich in den anfänglichen Kapiteln. Darüber hinaus viel es mir oft schwer der Handlung richtig zu folgen. Dies lag an der zeitlichen Abfolge der Geschichte. Die Handlung wird nämlich rückwärts erzählt. Dieses Zusammenspiel der vielen Charaktere und der rückwärts erzählten Handlung störten mich oft im Lesefluss. Der Schreibstil der Autorin ist darüber hinaus aber sehr angenehm zu lesen. Trotz einiger längen und dem außergewöhnlichen Handlungsablauf, kam ich in diesem Buch recht schnell voran. Auch schreibt die Autorin immer sehr einfühlsam. Was das umstrittene Thema Abtreibungen in den USA angeht , hat die Autorin sehr gut recherchiert. Argumente der Charaktere waren stehts nachvollziehbar und Ansichten wurden wirklich vielseitig präsentiert. Es wird einem wieder vor Augen geführt, wie extrem die Einstellungen in den USA hierzu sind und es auch immer wieder zu einer Gewaltbereitschaft kommen kann.  "Der Funke des Lebens" war für mich ein solider und emotionaler Roman, der mich jedoch nicht zu 100% von sich überzeugen konnte. Durch die Erzählweise ging leider auf Dauer der Spannungsbogen verloren. Ich vergebe für dieses Buch 3,5 von 5 Sterne!

Ein spannender und fesselnder Roman

Von: Büchermadl Datum: 05. July 2020

Klappentext An einem warmen Herbsttag wird Polizeiunterhändler Hugh McElroy zu einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen. Ein verzweifelter Schütze war in die Klinik eingedrungen, hatte um sich geschossen und Geiseln genommen. Als McElroy mit dem Täter verhandeln will, erreicht ihn eine schockierende Nachricht: Seine 15-jährige Tochter Wren befindet sich in der Klinik. McElroy setzt alles daran, Wren und die anderen Geiseln zu befreien - Frauen in Not, engagierte Ärzte und Krankenschwestern, bedroht von einem Mann, der Amok läuft, um sich Gehör zu verschaffen. Cover Das Cover hat mich sehr angsprochen, die Farben und auch die Schrift sind angenehm aufeinander abgestimmt. Schreibstil Der Schreibstil ist angenehm und fesselnd zugleich. Inhalt/Rezension Schon lange wollte ich etwas von Jodi Picoult lesen und mir selbst ein Bild von den hochgelobten Geschichten von ihr machen. Ihr neuer Roman hat mich trotz des ernsten Themas sehr angesprochen. Gleich zu Beginn musste ich feststellen, dass das Buch mit dem Schluss beginnt bzw der letzte entscheidende Moment bleibt noch offen, aber es startet mit 17 Uhr und wird stündlich zurück erzählt. So bekommt der Leser immer mehr Einblicke in die Personen und deren Hintergründe, das Center aufgesucht zu haben. Für mich war das erst etwas schwierig gewesen. Man wusste schon gleich zu Beginn wer stirbt, wer sich verletzt usw. es wurde nur mit der Zeit aufgeklärt wie und warum. Ich habe mich aber schnell an die Erzählweise gewöhnt und fande sogar sehr Gefallen daran. Jeder der Geiseln hat eine Geschichte, die einen berührt und auch der Geiselnehmer hat eine Seite, die einen trotz seiner Taten sehr mtifühlen lässt. Das Themen Abtreibung und Verhütung stehen im Vordergrund und da jeder in dem Roman eine andere Sichtweise und unterschiedliche Lebenserfahrungen hat, wird jede Seite beleuchtet und auch diskutiert. Mich hat das sehr zum Nachdenken und auch zum Überdenken meiner eigenen Meinung angeregt. Fazit Nach kurzer Eingewöhnungszeit hat mich der Roman gepackt und ich kann mich den positiven Meinungen über Jodi Picoult nur anschließen. Zum Buch Autorin: Jodi Picoult Verlag: C.Bertelsmann Buchlänge: 444 Seiten

Einfach mal das ganze Rückwärts lesen!

Von: Sonja /Shaaniel Datum: 30. June 2020

🖤💔Rezensionsexemplar💔🖤 (unbezahlte Werbung) -Bloggerportal Randomhouse- 💔🖤💔Der Funke des Lebens💔🖤💔 Autorin: Jodi Picoult Übersetzerin: Elfriede Peschel Verlag: C. Bertelsmann Preis: 20€, Gebundenes Buch mit Schutzumschlag Seiten: 448 Seiten ISBN: 9783570104002 Erscheinungsdatum: 27. April 2020 4 Von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐ "Das erste Buch das ich verkehrt herum gelesen habe!" 🖤💔🖤💔🖤💔🖤💔🖤💔🖤💔🖤💔🖤💔🖤💔 Inhaltsangabe: Entnommen von: Randomhouse.de Zwei Väter, zwei Töchter und die Frage nach dem Wert des Lebens 🖤 An einem warmen Herbsttag wird der Polizeiunterhändler Hugh McElroy zu einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen. Ein verzweifelter Schütze war in die Klinik eingedrungen, hatte das Feuer eröffnet und die Anwesenden als Geiseln genommen. Als McElroy im Begriff ist, mit dem Geiselnehmer zu verhandeln, kommt auf seinem Handy eine schockierende Nachricht an: Seine 15-jährige Tochter Wren befindet sich in der Klinik. McElroy setzt alles daran, Wren und die anderen Geiseln zu befreien - Frauen in Not, engagierte Ärzte und Krankenschwestern, bedroht von einem fanatischen Abtreibungsgegner, selbst Vater einer Tochter im Teenageralter, der Amok läuft, um sich Gehör zu verschaffen ... 🖤 Jodi Picoult, eine der furchtlosesten Schriftstellerinnen unserer Zeit, befasst sich in diesem packenden Roman mit einem komplexen Thema: Wie können wir das Selbstbestimmungsrecht von Frauen mit dem Schutz des ungeborenen Lebens in Einklang bringen? Was bedeutet es, gute Eltern zu sein? Der Funke des Lebens wird Diskussionen anregen und für Verständnis werben in einer erhitzten Debatte. 🖤💔🖤💔🖤💔🖤💔🖤💔🖤💔🖤💔🖤💔🖤💔 Meine Meinung: Hallo ihr Süßen 💕 Endlich konnte ich wieder ein neues Jodi Picoult Buch in meinen Händen halten, darauf hatte ich mich sehr gefreut und konnte das Lesen kaum abwarten. Doch schon beim ersten Aufschlagen, des Buches wurde mir klar das ich es nicht so lesen werde, wie es von der Autorin vorgesehen war. Und um ehrlich zu sein, war dies die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Denn dieses Mal hat die Autorin eine Chronologische Reihenfolge gewählt, die für mich absoluter Blödsinn war. Sorry das ich dies so sagen muss, aber genau das ist es. Absoluter Schwachsinn. Denn das Buch beginnt mit dem Ende, was ja nicht ungewöhnlich ist, aber dann wird das Buch auch noch von Vorne nach hinten erzählt. Bitte? Ich meine ich schaue ja auch keine Filme vom Schluss bis zum Anfang! Für mich absuluter Horror. Diese Art eine Geschichte zu erzählen, ist für mich unverständlich. Denn ich habe das Buch gelesen, Rückwärts herum! Und was soll ich sagen es was grandios! Der absolute wahnsinn. Aber ich sage es so hard wie es war, hätte ich das Buch ganz normal, wie von der Autorin vorgesehen gelesen, hätte ich es mit Sicherheit abgebrochen oder aber auch nur 1 oder 2 Sterne vergeben. Ich mache so etwas eigentlich nicht, denn irgendwas wird sich Jodi Picoult ja dabei gedacht haben ihre Geschichte genau so zu erzählen. Doch leider hätte dies für mich das Buch absolut zerstört. So wie ich es gelesen habe war es wieder ein Typischer Picoult, voller Fragen und Erfahrungen. Voller Zweifel und Gefühlen und einer Verständnis für dies Zwischenmenschlichen Gedanken. Ein Buch voller Fragen nach dem Sinn eines Lebens, nach dem Wert eines Lebens und Fragen nach dem Richtig oder falsch. Einfach ein Picoult iwe ich ihn liebe. Grandios! Hier empfehle ich ausdrücklich von hinten nach vorne zu lesen. Ganz lieben Gruß Sonja/Shaaniel

Wow. Einfach nur wow.

Von: RoxysPodcast Datum: 15. June 2020

Die Thematik des Buches hat mich direkt angesprochen und mein Interesse geweckt. Generell finde ich es erschreckend welche schrecklichen Dinge auf der Welt in Wirklichkeit passieren. Umso interessanter finde ich Bücher, die diese Thematik behandeln. Ganz am Anfang habe ich direkt gemerkt, dass ich mich wahnsinnig gut mit Wren identifizieren kann. Wir haben die gleichen Ängste und ihre Gedankengänge konnte ich auch ziemlich gut nachvollziehen. Es ist toll wie die Autorin dafür sorgt, dass wir in ganz viele verschiedene Sichtweisen hineinblicken können. Ich möchte unbedingt mehr von der Autorin lesen. „Der Funke des Lebens“ hat meine Erwartungen absolut übertroffen!

Ein tiefgründiger Roman über ein sehr kontroverses Thema.

Von: sk Datum: 14. June 2020

Meine Bewertung: Zum Cover: Das Cover gefällt mir sehr. Es ist eben nicht detailreich und doch zieht es einen als Betrachterin in den Bann, denn zu sehen sind mehrere goldene Funken, welche zum Titel dieses Romanes passen. Zum Inhalt: Eines Tages an einem warmen Herbsttag in Jackson, Mississippi, dringt ein verzweifelter Schütze in eine Frauenklinik ein und eröffnet dort das Feuer. Der Mann hat Menschen getötet und verletzt sowie die Anwesenden als Geiseln genommen. Polizeiunterhändler Hugh McElroy versucht mit dem Geiselnehmer zu verhandeln, als ihn die Nachricht erreicht, dass seine eigene 15-jährige Tochter Wren in der Klinik befindet und eine der Geiseln ist. McElroy setzt nun alles daran, Wren und die anderen Geiseln zu befreien. Konkret geht es in diesem Roman um einen Schützen, der sich mit seiner Tat Gehört verschaffen will, um einen Polizeiunterhändler, der das Leben seiner Tochter retten will. Es geht um ebendieses Mädchen, Wren, das sich in der Klinik befindet und erst 15 Jahre alt ist. Außerdem geht es um eine Krankenschwester, einen Arzt und eine Pro-Leben-Aktivistin, die sich als Patientin in die Abtreibungsklinik eingeschleust hat und jetzt selber den Hass zu spüren bekommt, den sie selber gepredigt hat. Es geht aber auch um ein Mädchen, das wegen Mordes angeklagt wird. In diesem Roman geht es um Menschen, die an diesem Tag aufeinandertreffen und als Sinnbild für einen Konflikt stehen. Die Autorin Jodi Picoult hat sich ein Thema angenommen, dass in den USA besonders brisant ist. Es gibt jährlich Anschläge auf Abtreibungskliniken oder Frauenkliniken, in den auch Abtreibungen angeboten werden. Es gibt so jährlich Verletzte und Tote im Namen von Religion, Fanatismus und persönlichen Gefühlen. Dieses Thema kennt kein "richtig" und kein "falsch." Abtreibung ist eines der sensibelsten und umstrittensten Themen unserer Zeit, denn das Recht auf Selbstbestimmung der Frau über den eigenen Körper trifft auf das Recht auf Leben. Jeder hat seine eigene Meinung zu dem Thema. Picoult schafft es eine Debatte zu entfachen, indem sie dieses Thema auf das Leben von einer Handvoll Menschen herunter bricht. Als Leserin höre ich nicht nur die unterschiedlichen Standpunkte, sondern ich erlebe sie. Picoult zwingt einem nicht ihre Meinung auf, sie ist auch nicht belehrend. Sie lässt jeden Leser und jede Leserin selber entscheiden woran er oder sie glauben will und an welchem Standpunkt man vertritt. Zum Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, bildlich, fesselnd und sehr leicht zu lesen. Dieser Roman wird auf eine ungewöhnliche Art und Weise erzählt, und zwar rückwärts. Als LeserIn erlebe ich die Ereignisse eines Tages aus zehn Perspektiven und stündlich in einer umgekehrten Reihenfolge, beginnend mit 17 Uhr, als die Tat bereits geschehen ist. So lässt sich nun nach und nach erfahren, was in der Vergangenheit passiert ist, was dazu geführt hat, dass George zum Täter wurde oder warum die einzelnen Geiseln in der Klinik waren. Durch diese achronologische Erzählweise gibt es eine unglaubliche Spannung, da man immer etwas Neues erfährt, wodurch wiederum ein anderer Blickwinkel ermöglicht wird und so alles in einem anderen Licht erscheint. Dieser zunächst etwas gewöhnungsbedürftiger Erzählstil, führte dennoch dazu, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Seiten flogen tatsächlich nur so dahin. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und detailliert ausgearbeitet worden. Es geht hier um die 15-jährige Wren, die es von allen wohl am wenigsten "verdient" hat, sich in dieser Tragödie wiederzufinden, aber auch um ihren Vater Hugh McElroy, der alle polizeilichen Grundsätze ignoriert, um seine Tochter zu retten. Als LeserIn lerne ich aber auch George kennen, der sich als Schütze nun rächt, der vor allem sich endlich Gehör verschaffen will. Zudem geht es um die Pro-Life-Aktivistin Janine, die für ihre Überzeugung kämpft. Es geht auch die Krankenschwester Izzy und den Abtreibungsarzt Louie, deren Arbeit nicht nur Arbeit im herkömmlichen Sinne ist, sondern auch der Versuch ist, Frauen in Not zu helfen, die keinen anderen Ausweg sehen. Die Charaktere umfassen ebendiese Frauen, die Hilfe benötigen, aber auch eine Frau, deren einziges Anliegen eine Vorsorgeuntersuchung war und ein Mädchen namens Beth, die des Mordes angeklagt wird, weil ihr niemand helfen wollte und sie nicht wusste, dass eine eigene, medikamentöse Abtreibung illegal ist. All diese Charaktere treffen an einem einzigen Tag, der ihr Leben für immer verändern wird, aufeinander. Jeder dieser Charaktere hat Ecken und Kanten, ist einfach menschlich. Dadurch kann ich mich als LeserIn gut in sie hinein fühlen, mit ihnen mitfiebern und mich sorgen. Die Schicksale der einzelnen Figuren bewegen und repräsentieren gekonnt die verschiedenen Sichtweisen zum Thema Abtreibung. Picoult schafft es wieder einmal, ein äußerst schwieriges Thema - in diesem Fall die Abtreibungsdebatte - anhand von vielen Einzelschicksalen aufzuzeigen, ohne dabei zu belehren oder mit dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen. Sie hat sicherlich ihre eigene Meinung zu dem Thema, zwingt diese dem Leser aber nicht auf, sondern überlässt es jedem selbst, sich einen eigenen Standpunkt zu bilden. Durch die verschiedenen Charaktere und ihre Entscheidungen und Hintergründe sieht man, wie unterschiedlich die Ansichten sein können und man fühlt sie alle mit, anstatt nur darüber zu lesen. Die Autorin hat ein außerordentliches Gespür dafür, einem auch die Gedanken und Gefühle näherzubringen, von denen man dachte, dass man sie eigentlich nicht nachvollziehen kann. Mir gefällt es besonders gut, dass kurze Sätze vorhanden sind sowie Absätze, die für einen guten Leseverlauf sorgen. Dem Ende habe ich sehr entgegengefiebert! Mein Fazit: Dieser Roman ist etwas ganz besonderes. "Der Funkte des Lebens" greift verschiedene Positionen zum Thema Abtreibung auf ohne belehrend zu werden und überträgt sie auf die verschiedenen Charaktere. So erlebt man diese Argumente und Überzeugungen und gleichzeitig wachsen die Charaktere einem sehr schnell ans Herz. Dadurch lässt sich die Diskussion um das Thema Abtreibung nicht entziehen. Insgesamt hat mich dieser Roman durch verschiedene Komponenten, aber vor allem diesen außergewöhnlichen Erzählstil beeindruckt. "Der Funkte des Lebens" ist nicht nur ein tragischer Roman, er ist sehr spannend, berührend und doch schön. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten und vor allem sehr viel nachdenken müssen. Dementsprechend gebe ich dem neusten Roman von Jodi Picoult 5 von 5 Sternen und spreche zudem eine klare Leseempfehlung aus! Danke an Bloggerportal und dem C.Bertelsmann - Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Leider konnte mich die Autorin nicht abholen

Von: LeseBlick Datum: 14. June 2020

Wie jedes Mal freute ich mich riesig auf eine Neuerscheinung von Jodi Picoult. In der Vergangenheit konnte mich die Autorin schon etliche Male tief berühren und mit ihren Themen im Buch zum Nachdenken anregen. Aber es gab auch einige Bücher in den letzten Jahren, welche mich einfach nicht mehr so überzeugt haben. Mit „Der Funke des Lebens“ erreicht Picoult bei mir persönlich nun den Tiefpunkt. Allzu lang soll meine Rezension an dieser Stelle gar nicht ausfallen, weil ich das Buch nicht schlecht reden mag. Der Grund, warum ich mich im Buch absolut überhaupt nicht wohlgefühlt habe, war der Erzählstil. Ich wage mich zu erinnern, dass die Autorin den Stil, die Geschichte rückwärts zu erzählen, zum ersten Mal angewandt hat. Meiner Meinung nach hätte sie dies, gerade bei dem Plot, sein lassen sollen. In die Geschichte startet man an einem Herbsttag um 17 Uhr. Ein Mann namens George wird durch einen Klick auf den Türöffnerknopf von der Rezeptionsdame in die Frauenklinik hereingelassen. Er zieht eine Waffe und schießt. George ist ein Vater. George ist ein Kriegsveteran. George ist ein Abtreibungsgegner. George ist dabei einen Amoklauf zu begehen. Bis zu diesen Sätzen konnte mich diese Geschichte zumindest neugierig machen. Dann wurde mir beim nächsten Kapitel, welches den Titel 16 Uhr trägt allerdings klar, was die Autorin vor hat. Sie erzählt die Geschichte rückwärts. Und nun stellt euch die Frage, was dies mit dem Thema Spannung macht? Richtig, für mich war jegliche Spannung verpufft. Man kannte das Ende. Es ist, als ob man die letzten Seiten zuerst gelesen hat. Ich weiß, dass die manche Leser machen, den Grund dafür verstehe ich allerdings nicht. Eine wichtige Rolle in der Story spielen unter anderem die 15-jährige Wren und ihr Vater Hugh. Wren hält sich in der Frauenklinik auf, während ihr Vater als Polzeiunterhändler Verhandlungen mit dem Amokläufer führt. Was Picoult in jedem ihrer Bücher allerdings schafft, ist, den Leser zum Nachdenken und Diskutieren anzuregen. Ich habe dieses Buch gemeinsam mit einer Bloggerkollegin gelesen und bei Picoults Bücher gibt es einfach immer Redebedarf. Fern ab, dass die Erzählweise mich in keinerlei Hinsicht unterhalten konnte, fanden wir dennoch unsere Worte zu der Thematik Abtreibung. Die Abtreibungslobby in den USA ist unheimlich groß´. Im Buch demonstrieren etliche Menschen und beschimpfen sämtliche Frauen, die diese Klinik betreten. Allerdings ist in den USA solch Klinik nicht nur da, um eine Abtreibung durchführen zu lassen, sondern sie beinhaltet auch viele andere Bereiche, welche für die Frauengesundheit wichtig sind. Daher kann ich diese Menschen vor der Klinik überhaupt nicht verstehen. Das Thema Abtreibung ist ein heikles Thema und wird es auch immer bleiben. Jede Frau hat meiner Meinung nach ihre eigenen Gründe für diese Entscheidung und einige stellt die Autorin in der Geschichte auch vor, man mag die verstehen oder nicht. Man mag es akzeptieren oder halt nicht. Um diese Diskussion mit Martina in unserer Leserunde zu führen, hätte es aber nicht dieses Buch geben müssen. Wir haben eher allgemein diskutiert und nur gewisse Dinge aus dem Buch einfließen lassen. Mein Fazit Für mich eine Geschichte, die großes Potenzial gehabt hätte, wenn die Autorin den Amoklauf ans Ende des Buches gesetzt hätte und nicht damit begonnen hätte. Ich kann mit dieser Erzählweise leider gar nichts anfangen. Sie mag funktionieren können. Für mich persönlich tat es das bei diesem Plot leider nicht. Für mich die große Enttäuschung unter den Büchern der Autorin.

Konnte mich leider nicht so wirklich überzeugen

Von: lenisvea Datum: 12. June 2020

Meine Meinung Ich habe ja mit den Jahren schon einige Bücher der Autorin gelesen oder gehört und daher habe ich mich auch auf den neuesten Roman sehr gefreut. In diesem Roman geht es hauptsächlich um das Thema Abtreibung, denn es geht hier um das Geschehen in einer Abtreibungsklinik im Bundesstaat Mississippi, wo natürlich auch andere Gesetze gelten als hierzulande. Es geht hier um zwei Väter mit ihren Töchtern, der eine ist der Entführer, der andere ist Polizeiunterhändler. Was die beiden verbindet ist die Sorge um ihre Töchter. Allerdings ist es mir von Anfang an schwer gefallen, der Geschichte zu folgen, da hier viele Beteiligte vor kamen. Auch kam ich nicht immer mit der zeitlichen Abfolge klar. Es war teilweise schon verwirrend, der Geschichte zu folgen. Dadurch wurde natürlich mein Lesefluss gehemmt. Als ich dann einigermaßen im Bilde war, wurde es an einigen Stellen leider doch sehr langatmig. Alles in allem war dieser Roman für mich einer der schwächeren der Autorin. Trotz des emotionalen Themas konnte es mich nicht so berühren, wie es schon andere Romane von ihr geschafft haben. Es wird mir auch nicht lange im Gedächtnis bleiben. Von mir bekommt Der Funke des Lebens 3,5 Sterne. 3,5 von 5 Sterne Cover, Buchdetails und Klappentext: ©C. Bertelsmann Verlag Infos zur Autorin: ©C. Bertelsmann Verlag Rezension: ©lenisveasbücherwelt.de

Ungewöhnliche Erzählweise

Von: rainbowly Datum: 11. June 2020

Inhalt Hugh kommt als Vermittler der Polizei zu einer Geiselnahme in einer Abtreibungsklinik. Schnell erfährt er, dass auch seine Tochter zu den Geiseln gehört und plötzlich steht noch viel mehr auf dem Spiel. Sprache Ich musste dieses Buch unbedingt lesen, denn Jodi Picoult schreibt in meinen Augen ganz besondere Bücher. Sie hat einen fesselnden Schreibstil und behandelt immer wichtige Themen, die in Büchern nicht alltäglich sind, und verpackt sie spannend und informativ zugleich. Auch hier hat sie sich wieder an ein kontroverses Thema gewagt. Es geht um Abtreibung, um das Recht der Frau und um die Frage wann das Leben beginnt. Die Thematik wird einfühlsam und aus ganz verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Es wird aber auch nichts verharmlost und beschönigt und zeigt die Verzweiflung der Frauen genauso wie die Risiken der Behandlung. Auch wenn die Geschichte meine persönliche Überzeugung nicht verändert hat, wurden doch Schicksale geteilt, die mich berührt haben. Allerdings hatte ich einige Schwierigkeiten mit der Erzählweise. Die Geschichte startet damit was um 17 Uhr passiert und wird somit beinahe vom Ende aus erzählt. Die Geiselnahme ist in vollem Gange und man weiß nicht, was bisher schon passiert ist. Wieso die Personen so handeln und in welcher Verbindung sie zueinander stehen. Dann springt die Story eine Stunde zurück und es wird erzählt, was zu dieser Zeit passiert ist. Und so geht es weiter bis man ganz am Anfang der Geschichte landet. Zum Abschluss werden dann noch die Ereignisse der letzten Stunde erzählt. Es ergibt sich nach und nach natürlich schon ein einheitliches Gesamtbild, aber es hat gedauert, bis ich die Charaktere zuordnen konnte und die Ereignisse in die richtige Reihenfolge gebracht hatte. Es war ein wenig wie puzzeln. Für manche mag diese Erzählweise vielleicht ganz besondere Spannung aufbauen, für mich hat es leider nicht funktioniert. Mir haben zu Anfang zu viele Informationen gefehlt und mit der Zeit hatte ich mir dann einiges zusammengereimt und dann eigentlich nur noch auf die Auflösung gewartet. Charaktere Es gibt hier viele verschiedene Charaktere, die ihre Geschichte erzählen. Es kommen Frauen, die eine Abtreibung durchgeführt haben, genauso zu Wort wie der Arzt, der sie durchführt, eine Krankenschwester, Abtreibungsgegner, der Geiselnehmer, der Polizist, dessen Tochter und deren Tante. Oftmals fließt auch die Vergangenheit der Personen mit in die Erzählung ein, sodass man viele Entscheidungen besser verstehen und einordnen kann. Fazit Eigentlich eine großartige Story, wäre sie doch nur von vorne nach hinten erzählt worden.

Der Funke des Lebens

Von: Jennifer Fischer Datum: 02. June 2020

Sobald ich ein Jodi Picoult Buch in den Händen halte, ist meine Erwartung immer hoch! Sie schreibt nicht nur ausgesprochen gut, sondern immer über gesellschaftskritische Themen. Dieses Mal ging es um das Thema Abtreibung. In vielen Ländern ist sie verboten und in den USA richtet es sich sogar nach dem Bundesstaat. Ein Amokläufer befindet sich in ihrem neuesten Werk „der Funke des Lebens“ in einer solchen Klinik und hält die Tochter des Unterhändlers unter anderem als Geisel. Das allein reicht schon für einen Konflikt. Hinzu kommen aber die unterschiedlichen Meinungen zum Thema Abtreibung. Jeder Charakter zeigt seine Meinung im Buch und deren Handlungen sind durchweg authentisch. Wren ist ein Teenager und wird dennoch als äußert starke Person beschrieben. Sie weiß, dass ihr Vater vor der Klinik ist und alles dafür tut den Amokläufer zum Aufgeben zu überreden. Besonders mit ihr als Protagonistin habe ich dem Ende des Buches entgegengefiebert. Wie immer konnte mich auch dieses Buch von ihr überzeugen. Besonders der Schreibstil war wieder sehr schön! Die Kapitel waren dieses Mal nicht nach Protagonist sondern Uhrzeit sortiert. Dadurch wechselte der Hauptprotagonist im laufenden Kapitel oftmals schon nach einer Seite. Dadurch brauchte man teilweise ein paar Zeilen um zu erkennen, um wen es gerade geht. Eventuell gefielen mir andere Bücher deshalb inhaltlich besser von ihr. „Der Funke des Lebens“ war trotzdem wieder ein gelungenes Buch und für jeden Fan ein muss!

Hochaktuell, emotional und spannend - ein typisches Jodi-Picoult-Buch

Von: Madita Datum: 31. May 2020

In einer Abtreibungsklinik in Jackson, Mississippi eröffnet George das Feuer, tötet und verletzt Menschen und nimmt Geiseln. Hugh McElroy, ein Polizeiunterhändler, versucht mit ihm zu verhandeln, als ihn die erschreckende Nachricht erreicht, dass seine 15-jährige Tochter und seine Schwester in der Klinik sind. „Als Hugh die ersten Schritte auf die Eingangstür der Klinik zu machte, dachte er an den Tag, an dem Wren geboren wurde. Er und Annabelle hatten sich zu Hause einen Harry-Potter-Marathon angesehen, als ihre Wehen einsetzten. Sie folgten immer dichter aufeinander, aber Annabelle weigerte sich aufzubrechen, bevor sie "Die Kammer des Schreckens" zu Ende gesehen hatten. Ihre Fruchtblase platzte während des Abspanns." S. 57 Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig und leicht zu lesen. Die Handlung beginnt in der Gegenwart um 17 Uhr, als die Tat bereits geschehen ist und von da an läuft die Uhr rückwärts und man erfährt so nach und nach, was in der Vergangenheit geschehen ist und was dazu geführt hat, dass George zum Täter wurde oder warum Wren, Bex, Joy, Izzy, Janine, Olive oder Dr. Ward in der Klinik waren. Durch diese achronologische Erzählweise bleibt die Spannung immer auf einem soliden Niveau und man erfährt immer etwas Neues, was einem einen anderen Blickwinkel ermöglicht und alles in einem anderen Licht erscheinen lässt. Es wäre kein Buch von Jodi Picoult, wenn es einfach wäre, oder man es in schwarz & weiß oder richtig & falsch einteilen könnte. So läuft es bei ihr nie und so ist es auch hier. Statt aus dem Schützen einen simplen Bösewicht zu machen, den man hassen kann, ist er ein Mann, ein Vater, der sich Gehör verschaffen will, der keinen anderen Weg zu sehen scheint als diesen. Picoult schafft es wieder einmal, ein äußerst schwieriges Thema - in diesem Fall die Abtreibungsdebatte - anhand von vielen Einzelschicksalen aufzuzeigen, ohne dabei zu belehren oder mit dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen. Sie hat sicherlich ihre eigene Meinung zu dem Thema, zwingt diese dem Leser aber nicht auf, sondern überlässt es jedem selbst, sich einen eigenen Standpunkt zu bilden. Durch die verschiedenen Charaktere und ihre Entscheidungen und Hintergründe sieht man, wie unterschiedlich die Ansichten sein können und man fühlt sie alle mit, anstatt nur darüber zu lesen. Die Autorin hat ein außerordentliches Gespür dafür, einem auch die Gedanken und Gefühle näherzubringen, von denen man dachte, dass man sie eigentlich nicht nachvollziehen kann - was sie für mich zu einer der besten Autorinnen unserer Zeit macht und zu einer meiner Lieblingsautoren schlechthin. „Das bedeutet es, Mensch zu sein. Wir sind alle nur Leinwände für unsere Narben." S. 122 Die Charaktere sind - wie für Jodi Picoult üblich - sehr detailliert ausgearbeitet und haben alle viel Tiefe. Es geht um die 15-jährige Wren, die es von allen wohl am wenigsten "verdient" hat, sich in dieser Tragödie wiederzufinden; um ihren Vater Hugh McElroy, der alle polizeilichen Grundsätze ignoriert, um seine Tochter zu schützen; um George, der Rache, aber vor allem auch jemanden will, der ihm zuhört; um Pro-Life-Aktivisten, die für ihre Überzeugungen kämpfen; um einen Abtreibungsarzt, dessen Arbeit nicht nur Arbeit ist, sondern der Versuch, Frauen in Not zu helfen, die keinen anderen Ausweg wissen; um ebendiese Frauen, die Hilfe benötigen; um ein Mädchen, das des Mordes angeklagt wird, weil niemand ihr helfen wollte und sie nicht wusste, dass eine eigene, medikamentöse Abtreibung illegal ist; um eine Frau, deren einziges Anliegen eine Vorsorgeuntersuchung war - und sie alle treffen an diesem Tag, der ihr Leben für immer verändern wird, aufeinander. Dadurch, dass jeder dieser Charaktere Ecken und Kanten hat und einfach menschlich ist, kann man sich gut in sie hineinfühlen, mit ihnen mitfiebern, sich sorgen und von ihnen und ihren Überzeugungen einwickeln lassen. Wie immer, wenn man ein Buch von Jodi Picoult liest, kommt man ins Grübeln und denkt über seine eigene Meinung nach - ist mein Standpunkt wirklich der richtige? Der einzige? Gibt es nicht vielleicht auch noch andere Betrachtungsweisen, die ihre Daseinsberechtigung haben? In diesem Fall hat das Buch meine Meinung letztlich nicht verändert, aber es hat zumindest dafür gesorgt, dass ich die andere Seite ein kleines bisschen besser verstehe, auch wenn ich es immer noch nicht richtig finde, wie sie sich verhalten. „Man schaut nicht auf den Teller des anderen, um zu sehen, ob dieser mehr hat als man selbst. Man vergewissert sich, ob er genug hat." S. 158 Dieses Buch ist nicht nur spannend zu lesen, sondern auch hochaktuell. Man sollte meinen, dass im Jahr 2020 das Thema Abtreibungen zu genüge durchdiskutiert wurde, aber es gibt immer wieder Angriffe auf das Selbstbestimmungsrecht der Frau. Anschläge auf Frauenkliniken, Verschärfung von Gesetzen, Attentate auf "Abtreibungsärzte" - beim Lesen des Buches ist mir wieder einmal klar geworden, wie glücklich wir uns schätzen können, in Deutschland zu leben. Hier ist längst nicht alles gut und auch beim Thema Abtreibungen gibt es noch sehr vieles, was man verbessern kann, aber im Vergleich zu anderen Ländern haben wir einen großen Vorsprung. Dass aber auch hier hitzige Debatten zu dem Thema geführt werden, hat man zuletzt beim Streit um den "Abtreibungsparagraphen" 219a gesehen, der die "Werbung" für Schwangerschaftsabbrüche verbietet. Ein Thema also, das bis zum heutigen Tage brisant und aktuell ist und längst nicht an Gültigkeit verloren hat. "Der Funke des Lebens" bringt etwas Menschlichkeit in die Debatte und zeigt die verschiedenen Standpunkte auf, ohne belehrend zu werden. „Denken Sie etwa, ich wollte das? Denken Sie, man wacht auf und sagt sich: Heute Morgen werde ich eine Abtreibung vornehmen lassen? Das ist der letzte Ausweg. Das ist der Ort, wohin man geht, nachdem man alle Szenarien durchgegangen ist und einem klar wird, dass die einzigen Menschen, die behaupten, es gebe einen anderen Weg, diejenigen sind, die keinen positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten. Ich habe es getan. Ich bedauere es nicht. Aber das bedeutet nicht, dass ich nicht jeden Tag meines Lebens daran denken werde." S. 176 Fazit Ein typisches Jodi-Picoult-Buch, das einen emotional unglaublich mitnimmt, spannend von Anfang bis zum Schluss ist und ein hochaktuelles Thema behandelt. https://lucciola-test.blogspot.com/2020/05/books-jodi-picoult-der-funke-des-lebens.html

Ein Buch, dass mich sehr nachdenklich zurückließ

Von: brigitta Datum: 30. May 2020

Inhalt: Wren ist 15 Jahre alt und schwanger. Während sie sich in einer Abtreibungsklinik auf ihre Abtreibung vorbereitet demonstrieren draußen vor der Klinik Abtreibungsgegner. Einem dieser Gegner reicht es nicht zu demonstrieren, er läuft in der Klinik Amok. Hugh McElroy wird als Unterhändler eingesetzt, er soll den Amokläufer dazu bewegen aufzugeben. Doch aus einem rein beruflichen Einsatz wird dieser Amoklauf für Hugh McElroy schnell zu einer ganz persönlichen Geschichte: Wren ist seine Tochter und auch in der Hand des Amokläufers .... Fazit: Als ich den Klappentext gelesen habe, erwartete ich einen hochspannenden Thriller in dem es förmlich um Leben und Tod geht. Um Leben und Tod geht es, aber dieses Buch ist kein hochspannender Thriller, sondern leiser, stiller Roman und doch gleicht er einem lauten Aufschrei. Im Zentrum steht nicht der Amoklauf, er ist vielmehr fast das Ende der Geschichte. Im Zentrum steht das selbstbestimmte Leben der Frau, oder eben die Unmöglichkeit das Leben selbst zu bestimmen. Wir kennen bestimmt alle die restriktive Abtreibungspolitik in den USA und in "Der Funke des Lebens" wird diese Politik in eine fesselnde Geschichte gepackt, in der Frauen, die unter dieser Politik leiden ein Gesicht und eine Stimme bekommen. Ich konnte mich sehr gut in den Roman einfühlen, denn ich wohne in der Nähe einer Stadt, die letztes Jahr durch eine Frauenärztin bekannt wurde, die unerlaubte Werbung für Abtreibungen auf ihrer Homepage veröffentlicht haben soll. Nachdem sie eine gewisse Bekanntheit erlangte und die Prozesse um ihre "Werbung" durch die Presse ging, fühlten sich Abtreibungsgegner dazu berufen vor ihrer Praxis zu demonstrieren. Ich habe einige dieser Demonstrationen miterlebt und dort wurden Frauen beschimpft und schlecht behandelt, die zu dieser Ärztin gingen um Hilfe zu bekommen. Vielleicht kamen sie wegen einer Blasenentzündung, oder zur Krebsvorsorge oder vielleicht suchten sie Unterstützung oder Beratung, weil sie ungewollt schwanger wurden. Für alle Frauen war der Besuch dieser Praxis wochenlang ein Spießrutenlauf und ich selbst war fassungslos als ich diese aufkochenden und eskalierenden Emotionen gesehen habe. Aber trotzdem haben wir das Recht eine Schwangerschaft abzubrechen und solche Demonstrationen sind nicht die Regel. In "Der Funke des Lebens" wurde deutlich gemacht das es aber Regionen auf unserer Erde gibt in denen eine Abtreibung nicht so einfach möglich ist und dass Frauen dort zum Teil blanker Hass entgegen gebracht wird. Der Roman beschäftigt sich auf erzählerische Weise auch mit der Frage, ob wir das Recht haben ein ungeborenes Leben zu beenden oder ob es erst ein Funke von Leben ist und das Recht der Frau auf Selbstbestimmung hier schwerer wiegt. Jodi Picoult hat sich einem brisanten und sehr kontroversen Thema angenommen und meiner Meinung nach sehr gut bearbeitet. Der Roman regt zu eigenen Gedanken an und hat mir auch gezeigt, wie frei ich hier in Deutschland lebe.

Leider ist der Funke diesmal bei mir nicht übergesprungen

Von: Martinas Buchwelten Datum: 28. May 2020

Jodie Picoult ist eine meiner Lieblingsautorinnen, trotzdem ist bei ihrem neuen Roman "Der Funke des Lebens" der Funke nicht übergesprungen. Dabei ist der Plot wirklich sehr interessant und wie von der Autorin bekannt, ein Thema, das für Diskussionen sorgt. Das Problem beginnt eigentlich gleich zu Beginn. Jodie Picoult konfrontiert den Leser mit jeder Menge an Protagonisten, die man anfangs sehr schwer zuordnen und auseinanderhalten kann. Man kennt diese noch nicht richtig und hat noch keinen richtigen Zugang zu ihnen. Das zweite Problem ist, dass der Roman eigentlich mit dem Ende beginnt, da er rückwärts erzählt wird. Die Problematik an der Geschichte liegt meiner Meinung nach aber nicht nur an der Art der Erzählung, sondern der Umsetzung. Ich habe erst vor kurzem einen Roman von Julie Cohen gelesen (leider gibt es noch keine Rezi dazu...wird folgen), der sich ebenfalls dieser Erzählart bedient und ich muss sagen Julie Cohen ist es absolut gelungen mich zu überraschen. Jodie Picoult gelang dies allerdings nicht. Bei ihr nimmt die Rückwärtserzählung für mich die komplette Spanung raus. Doch worum geht es eigentlich? Wir starten mit einer Schießerei und Geiselnahme in einer Frauenklinik in Mississippi, den Südstaaten der USA. Die Klinik ist die einzige im Staat, die Abtreibungen vornimmt. Eine der Geiseln ist Wran, eine fünfzehnjährige Schülerin, deren Vater Hugh als Polizeiunterhändler vor der Klinik steht und versucht mit dem Amokläufer zu kommunizieren und seine Tochter zu retten. Ein Wahnsinnsplot, der mich sofort gefangen genommen hat, als ich den Klappentext gelesen habe. Außerdem gehört Picoults Buch "19 Minuten" über einen Amoklauf in einer Schule zu meinen Lieblingsbüchern von ihr. Doch zu Beginn ist sowohl die Stürmung der Klinik, als auch die Geiselnahme bereits passiert und der Leser hat die aufregendesten Sekunden versäumt. Mit der Rückwärtserzählung erfahren wir zwar dann weitere Geschehnisse, die bereits im Vorfeld passiert sind, aber das Hauptaugenmerk liegt beim Kennenlernen der Figuren, die involviert sind oder waren. Neben Wran wäre da noch ihre Tante Bex, die das Mädchen in die Klinik begleitet hat; Joy, die eine Abtreibung hinter sich hat; Janine, die sich als Abtreibungsgegner in die Klinik geschmuggelt hat; Olive, die einen Befund besprechen möchte; die schwangere Krankenschwester Izzy; Doktor Louie Ward, der die Abtreibungen vornimmt und Vonita, die Inhaberin der Klinik, sowie die Krankenschwestern Harriet und Rachel und die Sozialarbeiterin Graciela. Und natürlich der Geiselnehmer George......also wirklich jede Menge Protagonisten! In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir noch Beth kennen, die im Gefängnis sitzt und der ein Prozess wegen Abtreibung ihres Kindes bevorsteht. Mit dem langsamen Kennenlernen gelingt die Zuordnung all dieser Charaktere zwar mit der Zeit besser, aber man ist zu Beginnn definitiv überfordert. Was mich aber am meisten gestört hat ist, dass es keine plötzlichen Wendungen und Überraschungen (bis auf ein kleines Aha-Erlebnis, welches aber mit einem Sachverhalt abseits der Geiselnahme zu tun hat), mehr gibt. Der große Knall bleibt völlig aus! Der Cut mit Cliffhanger nach dem ersten Abschnitt wurde am Ende des Buches in 2-3 Sätzen abgehandelt. Ich musste diese Zeilen nochmals lesen, um es wirklich glauben zu können, dass es damit abgetan war. Zusätzlich habe ich einige Mängel in der Übersetzung gefunden, die sprachlich nicht wirklich gebräuchlich sind - also im Alltag verwendet werden. Positiv ist, dass sich Picoult wieder einem Thema gewidmet hat, welches polarisiert und zu Diskussionen anregt. Fassungslos habe ich gelesen, dass man Minderjährige für 20 Jahre wegen Mordes ins Gefängnis steckt, weil sie Medikamente (die man per Internet bestellen kann!) genommen haben, damit es zu einem Abort kommt. Immer wieder musste ich den Kopf schütteln über Menschen, die jede Frau bedrohen, die in diese Klinik geht....dabei ist das keine Abtreibungsklinik, sondern ein Gebäude mit einer normalen Frauenarztpraxis, die man auch zu (halb)jährlichen Untersuchungen besucht. Menschen campen vor der Klinik und werden gegenüber aller Patienten oftmals handgreiflich. Der Weg wird für die Frauen zu einem Spießrutenlauf. Einfach unbegreiflich für uns Europäer! Man stelle sich vor bei seinem nächsten Frauenarztbesuch muss man durch eine Ansammlung von Menschen, die einem mit Tomanten und Eiern bewerfen und beschimpfen, weil man eine Routineuntersuchung hat!! Den Leser nachdenklich zu stimmen ohne dabei selbst zu werten - das beherrscht die Autorin und deswegen greife ich auch immer wieder zu ihren Romanen mit kontroversen Themen. Doch in Europa kommt sie meiner Meinung mit dieser Geschichte, der leider völlig die Spannung fehlt und wohl eher auf das Thema Abtreibung und nicht auf die Geiselnahme aufgebaut ist, nicht wirklich an. Zu unterschiedlich sind die Systeme... Auch der Rassismus wird angesprochen, denn mit rund 38% der Bundesstaat mit dem größten Anteil Schwarzer und Afroamerikaner. Tolle Recherche, facettenreiche Charaktere, kontroverses und komplexes Thema, guter Plot mit interessanten Denkanstößen für die Leser, kein erhobener Zeigefinger....all das sind wir von der Autorin gewohnt und sind Pluspunkte. Doch diesmal ist die Umsetzung in meinen Augen leider schief gegangen. Die drei Sterne bekommt der Roman aufgrund der oben angegebenen Punkte, sonst hätte ich eher noch abgerundet... Fazit: Der Funke ist bei mir diesmal leider nicht übergesprungen. Mit der Erzählweise hat die Autorin für mich die Spannung gekillt. Das Thema ist wieder eines, das zu Diskussionen einlädt, jedoch in Europa und den USA sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Weil die Bewertungen sehr differenzieren, empfehle ich jeden sich selbst ein Bild zu machen und empfehle das Buch eingeschränkt weiter.

Etwas schwächer als gewohnt

Von: gedankenbuecherei Datum: 27. May 2020

MEINE MEINUNG: Im Grunde ist Der Funke des Lebens mit Sicherheit kein schlechter Roman. Er hat mich auch nicht zu Tode gelangweilt. Trotzdem finde ich dieses Jodi Picoult-Werk bis jetzt am schwächsten, im Gegensatz zu den vorherigen Geschichten. Wieder einmal geht es um ein gesellschaftlich wichtiges und vor allem schwieriges Thema, das Jodi Picoult aber in jeder Hinsicht wunderbar diskutieren kann. Wie der Klappentext verrät, behandelt das Buch einen Amoklauf in einem Frauencenter, der aber auf keinen Fall im Fokus des ganzen Plots steht. Vielmehr geht es um die Frage nach dem Warum, die Begründung für das, was geschieht und das ist nun mal die Tatsache, dass in diesem Frauencenter Abtreibungen vorgenommen werden. Was ich anfangs spannend fand, mit dem Fortschreiten der Geschichte aber immer problematischer fand, ist das Aufrollen der Geschichte von hinten. Es startet quasi am Ende der ganzen Geschichte und erzählt dann rückwärts, was in den Stunden vorher passiert ist. Im Endeffekt hat sich das für mich als ziemlich spannungshemmend erwiesen, weil ich das Gefühl hatte, ich weiß doch sowieso schon, wie es ausgeht. Mir war zwar klar, dass es hier nun einmal nicht um den Amoklauf an sich gehen soll, vielmehr um die Emotionen und die Einstellung der verschiedenen Protagonisten, aber dennoch war für mich nach einiger Zeit leider die Luft raus. Wir haben in diesem Buch eine Reihe von Charakteren, der Amokläufer, seine Geiseln, Verletzte und der Unterhändler Hugh, die alle zu Wort kommen und alle unterschiedliche Meinungen zum Thema Abtreibung und dem Leben haben. Jodi Picoult versteht es wie immer meisterhaft, all diese verschiedenen Denkweisen authentisch und realistisch zu formulieren und die Figuren mir als Leser nahezubringen. So bekommt man dieses schwierige Thema aus allen möglichen Blickwinkeln geschildert. Da sind die extremen Gegner, der Amokläufer und die Aktivistin Janine, die sich gegen Abtreibungen starkmacht, aber auch der Arzt Louis oder die verzweifelte Joy, die gerade eine Abtreibung hat vornehmen lassen. Viele unschuldige Personen und weniger unschuldige Personen kommen zu Wort und jeden einzelnen kann man, trotz eigener Überzeugungen, verstehen. Das ist das, was für mich Jodi Picoults Bücher ausmachen und das habe ich auch hier wiedergefunden. Jeder der unterschiedlichen Charaktere ist glaubhaft und bekommt ein Gesicht, was mich diese Geschichte auch teilweise mit Spannung folgen ließ. Leider nur teilweise, denn für mich hatte die Geschichte einige Längen, was den ganzen Roman sehr zäh erscheinen ließ. Einige Passagen hätte ich am liebsten übersprungen, da ich mir oft dachte, diese tragen nun wirklich nicht zu einer Handlung bei. In Der Funke des Lebens begleitete mich eine sehr gefühlvolle, emotionale Stimmung. Das Ende hätte ich mir doch sehr viel ausgebauter gewünscht. Der Epilog ist mir leider viel zu schmal ausgefallen, dafür, dass vorher so viel erzählt wurde. FAZIT: Ich bin hin- und hergerissen, was dieses Buch betrifft. Auf der einen Seite hat es mich zeitweise leider etwas gelangweilt und ich hätte mir mehr Spannung gewünscht, auf der anderen Seite überzeugt die Autorin wie immer mit einem sehr emotionalen Schreibstil und einer schönen Sprache, sodass ich das Buch auch gerne gelesen habe.

Eine ausweglose Situation mit vielen emotionalen Hintergründen

Von: Aliqua Lux Datum: 27. May 2020

Inhalt: Hugh McElroy wird als Polizeiunterhändler zu einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen, als ein verzweifelter Schütze Geiseln in einer Frauenklinik genommen hat. Als wäre das nicht schon schlimm genug, erfährt McElroy auch noch, dass seine 15-jährige Tochter in der Klinik ist. Der Geiselnehmer ist ein Abtreibungsgegner und Vater einer Teenager Tochter und versucht sich Gehör zu verschaffen. Meinung: Mit „Der Funke des Lebens“ hat Jodi Picolut mich bereits nach den ersten Seiten vollkommen mitgerissen. Abtreibung, ein Thema, so alt und bekannt und doch immer wieder verschwiegen. Ab wann beginnt Leben und ab wann hat das Leben ein Recht auf eine Stimme? Konfrontiert mit diesem Thema, aus vielen Seiten erläutert, wird man durch das Buch gezogen und kann nicht sagen was richtig und was falsch ist – zumindest erging es mir so. Der klare, aber vor allem natürliche Schreibstil hat mir gut gefallen. Die vielen verschiedenen Charaktere waren allerdings eine kleine Herausforderung für den Leser. So gab es viele Hauptprotagonisten. Jeder hat seine eigene Geschichte und sein Päckchen zu tragen. Jede ihrer Handlungen hat eine Auswirkung, die ihnen vielleicht erst später oder auch niemals bewusst wird. Mit all diesen Entscheidungen müssen sie letztendlich leben. Jodi Picoult hat uns mit diesem Buch eine facettenreiche und dramatische Geschichte geliefert, die zum Nachdenken anregt. Den Mut zu haben so offen über Abtreibungen zu sprechen, auch die rechtlichen Folgen zu erläutern, hat mich beeindruckt und mir klar gemacht, dass dieses Thema nicht nur positiv oder negativ betrachtet werden kann. Für mich war „Der Funke des Lebens“ definitiv ein Jahreshighlight und ich würde es weiterempfehlen. Es ist eben nicht alles so, wie es scheint und wir kennen nicht immer alle Geschichten unserer Lieben.

Sie verändert die Ansicht auf das Leben

Von: Booklet Datum: 25. May 2020

Der Roman beginnt mit einer Geiselnahme im Center, einem Center für Abtreibungen. Doch wo nehmen die Handlungen der verschiedenen Menschen ihren Ursprung? Was sind ihre Beweggründe? Jodi Picoult schafft es auf einfühlsame Weise mithilfe mehrerer Akteure, die verschiedenen Ansichten über Schwangerschaftsabbrüchen zu veranschaulichen. Was zunächst simpel erscheint, entwickelt sich zu komplexen Lebensgeschichten. Ich würde den Roman immer wieder lesen, Jodi Picoult schafft es wie keine Andere, schwere Themen des Lebens anzusprechen und Denkanstöße zu geben.

Ernstes Thema spannend erzählt

Von: Anatolia Datum: 25. May 2020

In dem Buch der amerikanischen Autorin Jodi Picoult geht es primär um Abtreibung. In den USA ist dies ein höchst brisantes und immer politisch aktuelles Thema, das auch in jedem Wahlkampf als ein sehr wichtiger Punkt tief verankert ist. Es gibt dort auch sehr viele radikale Abtreibungsgegner, die vor Nichts zurückschrecken und denen jedes Mittel Recht ist, um Aufmerksamkeit zu erlangen. In Deutschland spielt das Thema eine eher untergeordnete Rolle und ist im Großen und Ganzen Privatsache. Diese Hintergrundinformation ist meiner Meinung nach wichtig zu wissen, damit man das Buch auch im richtigen Kontext lesen kann. Im Nachwort des Buches schreibt die Autorin auch noch etwas zu dem Thema. Zum Inhalt: Hugh McElroy ist Polizei-Unterhändler bei Geiselnahmen. Als er zu einer Schießerei bei einer Abtreibungsklinik gerufen wird, geht er noch davon aus, dass es sich für ihn nur um einen regulären Routineeinsatz handelt. Doch dann erfährt er, dass seine Tochter unter den Geiseln ist. Das absolute No-Go in der Polizeiarbeit. Im Laufe des nervenaufreibenden Gesprächs mit dem Geiselnehmer erkennen die beiden Männer, dass sie einiges gemeinsam haben: Beide sind alleinerziehende Väter. Und beide Töchter haben ein Anliegen, das sie in Lebensgefahr gebracht hat... Mir hat das Buch sehr gut gefallen, obwohl es nicht immer einfach zu lesen ist, was dem Erzählstil und der hohen Anzahl an Protagonisten geschuldet ist. Man sollte sich als Leser auf jeden Fall für das Thema Abtreibung und für die amerikanische Kultur interessieren. Das war das erste Buch der Autorin, wird aber bestimmt nicht das letzte bleiben, das ich von ihr lese.

Ein heikles Thema sehr gut wertneutral verpackt

Von: bookishhearts Datum: 21. May 2020

Da ich Jodi Picoults Romane bislang meistens sehr genossen habe, war ich auf "Der Funke des Lebens" bereits sehr gespannt. Zumal der Klappentext erneut einen wirklich emotionalen und dramatischen Roman verspricht. Und dieses Versprechen wird auch mehr als gehalten. Jodi Picoult schafft es erneut mit einer sehr neutralen Herangehensweise ein sehr emotionales und scharf diskutiertes Thema wie Abtreibung in eine Romanhandlung zu verknüpfen und ihre Leser so zum Nachdenken anzuregen. Dabei schlägt die Autorin sich auf keine Seite. Weder proklamiert sie Abtreibung als einfache Sache, noch verteufelt sie es. Vielmehr beleuchtet sie dieses Thema innerhalb des Romans durch die verschiedenen Charaktere und lässt diese mit verschiedene Sichtweisen das Thema beleuchten. Am Ende des Romans muss dann jeder für sich entscheiden, wie er zum Thema steht. Neben dem Amoklauf an sich, dreht sich in diesem Roman alles um die verschiedenen Charaktere und ihre aktuellen und bisherigen Leben, die sie zu diesem Ereignis geführt haben. Und auch wenn ich anfangs leichte Schwierigkeiten hatte zwei Figuren voneinander zu unterscheiden, hat dies nicht wirklich das Lesevergnügen geschmälert, da man jede Figur genau in diesem Roman kennen lernt und sich sehr gut in sie hineinversetzen kann. In ihrem Roman rollt Jodi Picoult die Ereignisse von hinten auf. Der Roman beginnt mit der vor dem Ende stehenden Geiselnahme und arbeitet sich dann Stunde um Stunde des Tages zurück. Anfangs war ich kurz darüber irritiert. Allerdings ergibt dies hier sogar einen großen Sinn. Nach und nach lernt man so die Figuren besser kennen, Man erfährt mehr zu ihren jeweiligen Sichtweisen auf die Geschehnisse und das Thema Abtreibung im Allgemeinen und deren Gründe dahinter. Jodi Picoult Schreibstil ist einmal mehr nüchtern und emotional zu gleich. Durch ihre sehr wertneutrale Beschreibung der Ereignisse geht man unvoreingenommen an diese heran und wird automatisch zum Nachdenken angeregt. Man hat beim Lesen das Gefühl alles als stiller Beobachter mitzuerleben. Die Autorin schafft es durch genaue Beschreibungen der einzelnen Charaktere und vor allem deren Gedankengänge, dass man Sympathien für diese entwickelt, auch wenn diese vielleicht auf den ersten Blick nicht die eigene Wertvorstellung teilen. Durch ihre sehr tiefgehenden Beschreibungen wird ein genaues Bild der Figuren geschaffen. Fazit: Jodi Picoult schafft es mit "Der Funke des Lebens" einmal mehr ein heikles Thema in einem Roman total wertneutral mit einfließen zu lassen und ihre Leser zum Nachdenken anzuregen. Von Anfang bis Ende fesselt dieser Roman, so dass man ihn kaum aus den Händen legen mag. Am Ende bleibt man zwar fragend zurück. Aber dies macht hier sogar Sinn, da jeder sich die Frage stellen sollte, wie er zum Thema Abtreibung steht. Für mich ist dieser Roman ein Lesehighlight für 2020 und hat eine mehr als unbedingte Leseempfehlung verdient! Note: 1 (💗💗💗💗💗)

Ein emotionaler & tiefgründiger Roman

Von: Sarahliest Datum: 18. May 2020

"Der Funke des Lebens" war mein erster Roman von Jodi Picoult, wird jedoch gewiss nicht der Letzte bleiben. Die Autorin hat einen großartigen Schreibstil und versteht es ihre Leser zu fesseln. Die Thematik dieser Geschichte ist ein Heikles - es geht um Abtreibungen, Frauen in Not und den Umgang der Gesellschaft mit diesem Thema. Picoult beleuchtet das Thema sensibel aus verschiedenen Blickrichtungen und steigert die Spannung auf den Ausgang der Geschichte mit jeder Seite. Die vielen Personen und Erzählerwechsel waren ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber meiner Meinung nach absolut notwendig, um die Geschichte so erzählen zu können. Ein emotionales, wichtiges und starkes Buch - klare Leseempfehlung!

Es gibt nicht nur schwarz oder weiß

Von: Elame Datum: 17. May 2020

Der Polizeiunterhändler Hugh McElroy wird zum Center einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen. Ein Attentäter hält dort Geiseln, unter anderem Hughs Schwester Bex und seine Tochter Wren. Das Buch behandelt ein heikles Thema: Abtreibung ja oder nein? Abtreibungsgegner gegen Befürworter. Jodi Picoult fasst hier ein "heißes Eisen" an und verdeutlicht mit ihrem Buch, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt. Ich mag den Schreibstil, die Figuren werden ausführlich beschrieben, man kann sich in die jeweilige Person einfühlen. Etwas ungewöhnlich ist es, dass die Geschichte rückwärts erzählt wird. Die Spannung bleibt aber bis zum Schluss erhalten. Von mir gibt es eine Kaufempfehlung und daher volle Punktzahl.

Die Frage nach dem Leben

Von: Buchwoerter Datum: 14. May 2020

• DER FUNKE DES LEBENS • Vorab: Jodi Picoult ist eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Ich kenne tatsächlich alle ihre Romane und konnte das Erscheinen von “Der Funke des Lebens” kaum erwarten. Picoult schafft es immer wieder gesellschaftskritische Themen gut zu recherchieren und gekonnt in Romane zu schnüren. Dies geschieht nicht mit einem erhobenen Zeigefinger, sondern der Leser soll sich möglichst selbst eine Meinung bilden. So auch in diesem Roman. Das umstrittene Thema ist in diesem Fall “Abtreibungen”. So werden einem schnell die juristischen, gesellschaftlichen und emotionalen Hürden mithilfe von verschiedenen Charakteren vermittelt. Was ich an dem Buch wirklich mag ist, dass all diese Meinungen zulässig sind. Das Thema ist unfassbar wichtig und man lernt viel über diverse Standpunkte und Interpretationen von Leben. Dieser Spagat macht den Roman zu etwas besonderen. An einigen Stellen ist mir das Lesen schwer gefallen, denn die Autorin räumt von hinten die Geschichte auf. Zu Beginn bin ich auch bei den Charakteren durcheinander geraten, da die Personenerzählungen nur durch einen Absatz getrennt wurden. Für mich ein wichtiges Buch mit kleinen Schwachstellen. Ich habe es sehr gerne gelesen, allerdings ist es nicht der stärkste, emotionalste und faszinierendste Roman von Jodi Picoult.

Ein Buch, wo einem der Mund offen stehen bleibt

Von: Buchseele Datum: 11. May 2020

"Es geht nicht um die Frage, ob wir Extremisten sein wollen, sondern vielmehr darum, welche Art von Extremisten wir sein wollen. Wollen wir Extremisten des Hasses oder der Liebe sein?" (Quelle: Reverend Dr. Martin Luther King JR., Der Funke des Lebens) Jodi Picoult, eine Schriftstellerin, die es wie keine andere schafft, schwierige und gesellschaftskritische Themen in einen Roman zu verwandeln. Auch hier wieder ein Roman, der einen eine Problemlage aufzeigt, von der ich zunächst nichts wusste und auch nichts geahnt hätte. Amerika, ein Land wo die Meinungen zu einer Abtreibung, sich oft im allgemeinen Hass widerspiegelt. Dieses Problem und die verschiedenen Aspekte, welche für und gegen eine Abtreibung sprechen könnten, beschreibt die Autorin sehr gut in diesem Buch. Es ist daher ein Buch, welches spannend mit jeder Seite ist. Es ist fesselnd zu erfahren, warum Frauen diese Schritt wagen und warum andere Menschen genau dagegen sind. Fazit: Ein gesellschaftlicher Aspekte, wo es kein Richtig und kein Falsch gibt, wird hier beleuchtet und begleitet den Leser auch noch, wenn das Buch bereits beendet wurde.

Leben und sterben lassen

Von: Marlen Blume Datum: 10. May 2020

Wann beginnt menschliches Leben und ab welchem Zeitpunkt der Schwangerschaft ist ein Kind ein Kind? Seit Ewigkeiten streiten Wissenschaftler und Moralisten darüber, wann ein Embryo zum Mensch, zum Kind wird. Und genau so lange schon gibt es den Streit darüber, ob und in welchen Situationen schwangeren Frauen die Möglichkeit gegeben werden muss, frei zu entscheiden, ob sie Mutter werden wollen. Dieses schwierige Thema greift Jodi Picoult in ihrem neuesten Gesellschaftsroman auf und lässt innerhalb des von ihr entworfenen Plots sowohl Abtreibungsärzte und betroffene Frauen als auch Abtreibungsgegner und Aktivisten zu Wort kommen. Das Buch beginnt mit der kritischen Phase eines Geiseldramas in einer Abtreibungsklinik. Am Morgen war George Goddard in die Klinik gestürmt, hatte Bedienstete und Besucher erschossen bzw. verletzt und die sich im Gebäude befindlichen Personen als Geiseln genommen. Darunter sind sowohl Frauen, die gerade einen Abbruch planen als auch solche, die soeben einen haben durchführen lassen. Darunter ist aber auch eine Frau, die vermutet, Gebärmutterhalskrebs zu haben. Oder ein junges Mädchen, das sich zur Empfängnisverhütung beraten lassen will und zu diesem Termin als seelischen Beistand ihre Tante mitgebracht hat. Sie alle sind seit Stunden in einem Mikrokosmos gefangen, schwanken zwischen Angst und Hoffnung, immer in dem Bewusstsein, dass sie eventuell den nächsten Tag nicht mehr erleben werden. Und nun soll Unterhändler Hugh McElroy die Situation endlich deeskalieren. Er ist als ausgebildeter Polizist für Krisengespräche derjenige, der seit Stunden versucht, emotional und psychisch an den Attentäter heranzukommen, seine Motive herauszuarbeiten, seine Denkweise zu verstehen – und das Drama möglichst ohne weitere Tote zu beenden. Und dafür hat er eine ganz besondere Motivation: seine Tochter und seine Schwester befinden sich in der Klinik. Jodi Picoult schält die emotionalen Schichten der Figuren in diesem Buch langsam ab wie bei einer Zwiebel. Im Laufe des Buches kommen bei allen immer mehr Details ans Licht, die ihre Motive, Sehnsüchte und ihren Antrieb zu bestimmten Handlungen besser begreifbar machen. Etwas schwer hat sie es mir als Leser aber mit der Struktur des Romans gemacht, denn er erzählt den Tag des Geiseldramas quasi verkehrt herum. Er beginnt mit den Geschehnissen um 17 Uhr und schreitet dann im Stundentakt voran bis zu den Ereignissen von 8 Uhr. Auf den allerletzten Seiten gibt es einen Nachklapp, der um 18 Uhr des gleichen Tages spielt. Diese ungewöhnliche Erzählstruktur fiel mir nicht leicht. Oft habe ich die Handlungen der Personen in Frage gestellt, bis mir einfiel, dass ich als Leser ja besser informiert war als die Personen in der Geschichte und wusste, was später passieren wird. Deshalb erschien mir vieles etwas unlogisch, aber klar – zu dem Zeitpunkt wussten die Figuren ja noch nicht, was ich als Leser wusste. Dies immer wieder zu verknüpfen und mir bewusst zu machen, welches Ereignis wann am Tag passiert war, hat den Lesefluss ziemlich gebremst. Es ist definitiv kein Buch, das man mal so wegliest – weder vom Thema noch vom Aufbau her. Dennoch ist es – wie bisher alle Bücher von Jodi Picoult, die ich bisher gelesen habe – ein wichtiges Buch, das sehr zwie-spältige Themen anpackt und sie versucht von allen Seiten zu beleuchten. Der Autorin gelingt es dabei, anhand ihrer Figuren viele unterschiedliche Meinungen so zu beschreiben und herzuleiten, dass sie – auch wenn sie vielleicht nicht meiner eigenen Überzeugung als Leser entsprechen –doch zumindest verständlicher werden. Und sie zeigt die Missstände in ihrer Heimat USA auf, wo in jedem Bundesstaat unterschiedliche Gesetze für Abtreibungen existieren, von recht liberalen bis zur Anklage auf Mord für die Schwangere, die ihre Schwangerschaft frühzeitig medikamentös beendet. Das Buch ist aus meiner Sicht nicht ihr Bestes (was unter anderem an der schwierigen Struktur liegt), aber es legt auch diesmal den Finger wieder auf die Wunden des modernen Amerika und der moralischen Fragen, die damit einhergehen. Lesenswert ist dieser Roman daher auf jeden Fall!

Emotionales und wichtiges Thema

Von: fabulabooks Datum: 08. May 2020

Jodi Picoults neues Werk "Der Funke des Lebens" beschäftigt sich erneut mit einem komplexen Thema und zwar mit Schwangerschaftsabbrüchen. Ein Polizist wird zu einer Abtreibungsklinik gerufen, in der ein Mann um sich schießt. Beim Eintreffen erfährt er, dass sich auch seine Tochter und seine Schwester in dieser Klinik befinden. Ab diesem Zeitpunkt tut er alles dafür, sie dort lebend wieder heraus zu bekommen. Die Erzählung der Ereignisse erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Diese Tatsache hat es mir immer wieder erschwert, das Geschehene richtig einzuordnen. Ein paar mal bin ich sogar so durcheinander gekommen, dass ich einige Seiten zurückblättern musste, um Geschehenes noch einmal nachzulesen. Erschwerend kam hinzu, dass aus vielen verschiedenen Perspektiven der beteiligten Personen berichtet wurde. Mit der Zeit habe ich mich aber daran gewöhnt und im Nachhinein finde ich sogar, dass diese Herangehensweise die Geschichte zusätzlich unterstützt. Zusammenhänge werden dadurch nach und nach miteinander verbunden und das Thema von vielen Seiten beleuchtet. Durch den intensiven Einblick in die Empfindungen der Charaktere habe ich mit ihnen mitfühlen und jede ihrer Entscheidungen nachvollziehen können. Die verschiedenen Blickwinkel und Argumente der Befürworter und Gegner von Abtreibungen haben zudem dazu geführt, mich selbst mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen und mit Menschen in meiner Umgebung darüber zu sprechen. Ein Roman, der mich sehr mitgenommen hat und sich mit einem Thema auseinandersetzt, das in unserer Gesellschaft immer noch viel zu sehr tabuisiert wird.

Das erste Jodi Picoult Buch, das mir nicht so gefiel

Von: Judikos Welt Datum: 07. May 2020

Wer einmal einen Roman von Jodi Picoult gelesen hat, der weiß, was ich an der Autorin schätze. ⁣ - Ihren sehr klugen Schreibstil. ⁣ - Brisante Themen, die sie immer aufgreift. ⁣ - Wendungen, die man oft nicht erwartet. ⁣- Dass man aus ihren Büchern immer etwas mitnimmt.⁣ - Gedankenanstöße die sie gibt, Dinge auch mal anders zu beleuchten.⁣ - Konfliktfragen, mit dem man sich als Leser auseinander setzt. ⁣ - Ihre sehr gute Recherche, z.b war sie für diesen Roman sogar bei einer Abtreibung dabei. ⁣ All das, was mir so gut gefällt, macht sie stets mit ganz viel Gefühl. Da bleibt kein Auge trocken. Bisher habe ich bei jedem Buch geweint.⁣ Klar, dass ich nach soviel Lob mich wahnsinnig auf das neueste Buch gefreut habe. ⁣ ⁣ Zum Inhalt:⁣ Es ist 17 Uhr, in Jackson (Mississippi), als das Ende eines schrecklichen Amoks naht. In einem Center für Frauen, hat Stunden zuvor ein Mann sich gewaltsam Gehör verschafft. Dabei sind Menschen verletzt und sogar getötet worden. Unter ihnen auch die 15 jährige Wren, die ausgerechnet an diesem Tag, mit ihrer Tante da war. ⁣ Sie ist die Tochter des Polizei Unterhändlers Hugh McElroy, der Vermittler diesen Amoklaufs. Schafft er es, seine Tochter und Schwester zu retten? Zwei Väter, zwei Töchter und die Frage nach dem Funke des Lebens. ⁣ ⁣ Eigene Meinung:⁣ ⁣ An sich finde ich es sehr interessant, dass zwei Themen miteinander verknüpft sind, nämlich Amok und Abtreibung. Dennoch muss ich leider zugeben, dass mich dieses Mal, das Buch nicht überzeugen konnte. ⁣ Lange musste ich überlegen, woran es lag und lange wusste ich auch keine Antwort darauf. Auch jetzt kann ich nur vermuten, dass es wohl an der Rückwärtserzählung gelegen hat. Wie schon erwähnt, beginnt das Buch mit dem nahenden Ende des Amoks. Dann springt der Leser im Stundentakt in die Vergangenheit. Für mich fehlte dann die Spannung, da ich ja schon wusste, wer verletzt und wer tot war. ⁣ ⁣ Aber, mir fehlte auch der Bezug zu den Protagonisten. Es waren so viele, dass ich anfänglich nicht mal richtig in die Geschichte fand. Nach und nach lernt man die Personen und deren Geschichte zwar kennen, aber da war ich emotional nicht mehr so bei ihnen. ⁣ ⁣ Ich glaube auch, dass das Thema Abtreibung, hier in Deutschland, nicht so diskutabel ist, wie z.B. in einigen Bundesstaaten von Amerika. ⁣ Deswegen konnte ich auch nicht wirklich etwas Neues für mich, aus dieser Geschichte ziehen. ⁣ ⁣ Obwohl ich die Bücher der Autorin, wie oben schon erwähnt, sehr mag, konnte mich ihr neuestes Werk also nicht begeistern, was mich wirklich sehr traurig stimmt. Sehr gerne hätte ich es gemocht. Nun hoffe ich auf das nächste Buch. ⁣ Auch, wenn ich dieses Mal der Geschichte nicht viel abgewinnen konnte, bleibt Jodi Picoult trotzdem einer meiner Lieblingsautorinnen.⁣ ⁣ Fazit:⁣ Der besagte Funke, aus dem Titel, ist leider nicht übergesprungen. ⁣ Da es aber doch sehr viele positive Meinungen zum Buch gibt, vergebe ich eine eingeschränkte Leseempfehlung! Die einen mögen es anscheinend, andere wiederum nicht. ⁣

Ein kontrovers diskutiertes Thema gut in Szene gesetzt

Von: Lilli33 Datum: 06. May 2020

Inhalt: Geiseldrama in einer Abtreibungsklinik in Jackson, Mississippi. Der Polizist Hugh McEnroy muss entsetzt feststellen, dass seine 15-jährige Tochter Wren und seine Schwester Bex sich zusammen mit anderen in der Gewalt eines bewaffneten Mannes befinden. Der Täter ist selbst Vater einer minderjährigen Tochter, die ihr Kind abgetrieben hat. Er sinnt auf Rache für sein ungeborenes Enkelkind … Meine Meinung: Abtreibung ja oder nein? Kaum eine Entscheidung fällt einer Frau in Not schwerer als diese. Und es gibt sicherlich ebenso viele Argumente dafür wie dagegen. Jodi Picoult gelingt es mal wieder sehr gut, beide Seiten zu Wort kommen und ihre Argumente darlegen zu lassen. Es ist ein Dilemma, das jeder für sich lösen muss. Auch das wird in diesem Roman klar. Was für die eine Frau die richtige Lösung ist, muss es nicht für die andere sein. Oder sogar: Was vor Jahren die richtige Lösung war, ist es heute vielleicht nicht. Mir gefiel, wie die Autorin anhand mehrerer Protagonist*innen in ganz verschiedenen Lebenssituationen das Problem von allen Seiten rundum beleuchtet und analysiert. Dies geschieht sehr einfühlsam und bewegend. Bis zu einem gewissen Maß kann man sogar den Täter verstehen, auch wenn man seine Tat natürlich nicht gutheißen kann. Picoults Schreibstil ist wie immer großartig. Sie trifft mit ihren Worten den Nagel auf den Kopf und vermag die Leserschaft zu fesseln. Die Charaktere sind tiefgründig ausgearbeitet und wirken sehr authentisch. Nach und nach werden ihre Geheimnisse freigelegt. Was mir allerdings nicht behagte, war das „Aufzäumen von hinten“. Die Erzählung beginnt mit der Stunde zwischen 17 und 18 Uhr, um dann auf 16 Uhr zu springen und so weiter im Stundentakt rückwärts bis früh morgens. So passiert es oft, dass man Dinge, die dann zu einer früheren Stunde am Tag geschehen (also hinten im Buch), schon weiß, weil sie Auswirkungen auf die zeitlich späteren Ereignisse hatten und deshalb schon vorne im Buch erwähnt werden mussten. Diese Erzählweise scheint mir etwas unglücklich gewählt. Trotzdem ist es insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt und dabei Informationen bereithält, aber auch unterhaltsam zu lesen ist.

Der Funke des Lebens

Von: elena_liest Datum: 03. May 2020

In einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, läuft ein Mann Amok. Als der Polizeiunterhändler Hugh McElroy an den Tatort gerufen wird, erhält er eine schockierende Nachricht auf seinem Handy: seine Tochter befindet sich unter den Geiseln des Amokläufers. Ein atemberaubender Kampf um Verständnis und Gehör beginnt - und fordert seine Opfer. Jodi Picoult macht mit "Der Funke des Lebens auf ein sehr heikles Thema aufmerksam: Abtreibung. Dabei versteht sie es, weder die Seite der Abtreibungsbefürworter, noch die Seite der Abtreibungsgegner in Verruf zu bringen. Vielmehr versucht sie, die drängendste Frage in diesem Konflikt zu beantworten: Wie kann das Selbstbestimmungsrecht von Frauen mit dem Schutz des ungeborenen Lebens in Einklang gebracht werden? Dabei setzt die Autorin wie gewohnt auf starke Protagonisten und einen besonderen Erzählstil. Die Geschichte wird vom Ende zum Anfang hin erzählt. Der Leser weiß somit von Anfang an, wie das Buch ausgehen wird (bis auf kleine Details). Trotzdem fand ich es sehr spannend zu lesen, was dem Täter während des Amoklaufs durch den Kopf ging und welche Gedanken die Geiseln und Todesopfer hatten. Im Buch erhält jede an der Tragödie beteiligte Person eine Stimme, was manchmal dazu führte, dass ich nicht sofort wusste, um wen es gerade geht (zumal die Namen auch sehr ähnlich waren). Insgesamt war das aber nicht so schlimm. Jodi Picoult bringt die Gedanken gegen die Abtreibung auch in den Kontext des Rassismus und hat mir so nochmals ganz andere Gedankengänge zu dem Thema eröffnet. Generell regt ihr Buch sehr zum Nachdenken an und hilft, sich der eigenen Position zum Thema klar zu werden. Vor allem ihr Nachwort zum Buch war sehr interessant. Ein Manko beim Lesen waren aber die Fehler bei der Übersetzung. Ich bin leider öfter über grammatikalisch nicht korrekte Stellen im Text gestolpert. Sowas finde ich einfach super schade, zumal mir gerade der Schreibstil der Autorin auch eigentlich sehr gut gefällt. "Der Funke des Lebens" ist sicherlich nicht Picoults stärkstes Buch, trotzdem hat es mir wieder gut gefallen und ich kann ihre Werke sehr empfehlen. Ich vergebe 3,5 / 5 ⭐ und werde jetzt definitiv wieder mehr Bücher der Autorin lesen.

Fantastisch

Von: Issy Datum: 02. May 2020

Ich habe das Buch erst 20 Minuten gelesen und konnte nicht mehr aufhören. Dadurch, dass es immer aus verschieden Perspektiven geschrieben wird, war es am Anfang sehr verwirrend. Man liest sich aber ziemlich schnell ein und bekommt ein Gefühl für das Buch. Ich fand es sehr toll, dass das Thema worum es in dem Buch handelt, ein Thema ist, worüber man sich meistens keine Gedanken macht. Dieses Buch hat mich total in den Bann gezogen,weil ich unbedingt wissen wollte über die Geiselnahme ausgeht. Ich lese selten so gute Bücher und das ist einer meiner absoluten Favoriten geworden. Die Schreibweise und die Geschichte ist einfach nur richtig gut geworden. Ich kann es nur weiterempfehlen!

Der Funke des Lebens

Von: LinesLieblingsbuecher Datum: 01. May 2020

Vielen Dank an das @bloggerportal für die Bereitstellung dieses Buches. Autorin: Jodi Picoult Verlag: C.Bertelsmann Erschienen am: 27.04.2020 Ich habe wirklich schon viele Geschichten der Autorin gelesen. Und was mir bei fast allen in Erinnerung bleibt, ist der innere Konflikt, in den die Autorin ihre Leser bringt. Daher wollte ich auch diese Geschichte unbedingt lesen. Zum Inhalt: Eines morgens erlebt eine Frauenklinik in Jackson einen wahren Alptraum. Ein bewaffneter Mann betritt die Klinik, schießt um sich und nimmt die anwesenden Patienten als Geisel. Der erfahrene Polizist McElroy wird hinzugezogen, um mit dem Täter zu verhandeln. Als McElroy vor Ort ist erfährt auch er seinen persönlichen Alptraum, denn unter den Geiseln ist auch seine 15jährige Tochter, die er mit allen Mitteln zu retten versucht. Fazit: Jodi Picoult hat die Fähigkeit brisante Themen zu durchleuchten und kontroverse Meinungen offenzulegen, wie kaum eine andere Autorin. Eben dies habe ich mir auch von „Der Funke des Lebens“ erhofft. Ich hatte gehofft, dass mir unterschiedliche Überzeugungen zum Thema Abtreibung näher gebracht werden und an meiner persönlichen Haltung gerüttelt wird. Das hat die Autorin für mich hier allerdings nicht geschafft. Denn ich bin zu keinem Zeitpunkt wirklich in die Geschichte eingestiegen. Ich hatte wirklich Schwierigkeiten, die unterschiedlichen Personen kennenzulernen und mich in diese einzufühlen. Das die Autorin die Geschichte in zeitlichen Rückblicken erzählt, hat mich leider ebenfalls gestört. Ich empfand dies nicht zuträglich zur ohnehin mühsamen Geschichte. Eigentlich gräbt Jodi Picoult ganz tief in ihren Geschichten, entdeckt dabei Dinge, die normalerweise verborgen bleiben und beleuchtet diese dann aus verschiedenen Richtungen. Für mich blieb dies in der Geschichte leider aus. Obwohl die Autorin wieder ein brisantes Thema in den Mittelpunkt stellt, hat mir die Umsetzung diesmal leider nicht ausgereicht. Trotzdem bleibt Jodi Picoult für mich eine der stärksten Autorinnen unserer Zeit.

Überragend

Von: Jenny Datum: 29. April 2020

Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen. Den das große Thema, welches über diesem Buch steht ist das Recht auf Abtreibung. Da ich selber eine Frau bin, die nicht einfach ein Kind bekommen kann, da dies gesundheitlich nicht möglich ist, fand ich das Thema für mich besonders interessant. Aber bei Abtreibung geht es nicht einfach nur um Leben und Tod. So viele Themen preschen zusammen und müssen beachtet werden, genau das macht dieses Thema auch so schwierig. Es gibt kein ja und kein nein, kein so macht man es richtig und so macht man es falsch. Es gibt Gegner und es gibt Menschen die eine Abtreibung verstehen und vielleicht sogar in Betracht ziehen. Dieses Thema ist so komplex und schwer... aber ich finde Jodi Picoult ist genau die richtige Autorin dafür. Ihre Bücher sind meistens keine einfach Kost. Aber Jodi Picoult lässt dieses Thema so weit offen, dass sie keinen Belehrt und man aus dieser Geschichte nur nachdenklich herausgeht und nicht mit einer Meinung, die dem Leser aufgezwungen wurde. Die einzelnen Schicksale gehen sofort ans Herz. Ich habe versucht mich in alle hineinzuversetzen. Und ja, es ist schwer, aber wenn man genug Empathie aufbringen kann, dann versteht man manches einfach. Und man grübelt. Man grübelt, ob man das darf, ob das so in Ordnung ist. Vielleicht hatten manche Menschen schon vorher eine Meinung zu diesem Thema und sehen jetzt doch einige Punkte einfach anders. Das ist das faszinierende an Büchern. Sie geben einem manchmal die Möglichkeit, sich mit mehr Perspektiven auseinanderzusetzen. Es wäre kein Jodi Picoult Buch wenn nicht am Ende noch eine große Wendung kommen würde. Einfach ein Meisterwerk, mit einem sehr schweren Thema und keine leichte Kost, aber es lohnt sich so sehr dieses Buch zu lesen. Dieses Thema und alles drum herum noch mal zu beleuchten und mal hinter die Kulissen zu gucken, anstatt gleich mit dem Zeigefinger auf jemanden zu zeigen. Spannung, Charaktere die ihre eigenen Geschichten haben, ein Thema, welches so umstritten ist und zum Nachdenken anregt. Was will man mehr von einem richtig guten Buch? 5 von 5 Sterne.

Unglaublich spannend und einfach richtig, richtig gut!

Von: Andrea B. Datum: 27. April 2020

Alles scheint simpel: ein Mann ist in Jackson, Mississippi in eine Frauenklinik eingedrungen und hat dort das Feuer eröffnet, Menschen verletzt, getötet und Geiseln genommen. Polizeiunterhändler Hugh McElroy versucht zu verhandeln, als ihn die Nachricht erreicht, dass seine eigene fünfzehnjährige Tochter in der Klinik ist, sie ist eine der Geiseln. Doch es handelt sich hier um ein Buch von Jodi Picoult, das bedeutet nichts ist simpel und nichts ist so, wie es zunächst scheint. Es geht um eine Debatte, die auf der ganzen Welt immer wieder geführt wird, mal mehr, mal weniger sachlich, mal mehr, mal weniger gewalttätig. Welten prallen aufeinander und es geht um Grundsatzdiskussionen. Hier jedoch geht es nicht um die Theorie, es geht um Menschen, die direkt betroffen sind. Es geht um das Recht auf Abtreibung. Wieder einmal hat sich Jodi Picoult eines Themas angenommen, bei dem es kein „richtig“ und kein „falsch“ gibt. Abtreibung ist eines der sensibelsten und umstrittensten Themen unserer Zeit. Das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper trifft auf das Recht auf Leben, auf Religion, auf persönliche Schicksale. Wer darf was, wer hat welche Rechte und wie bringt man all das unter einen Hut? Genau damit beschäftigt sich der Gesetzgeber auf der ganzen Welt schon seit vielen, vielen Jahrzehnten. Jeder hat seine eigene Meinung zu dem Thema, viele waren auf die ein oder andere Art schon davon betroffen. Picoult schafft es mal wieder eine Debatte zu entfachen, indem sie ein großes Thema herunterbricht auf das Leben von einer Handvoll Menschen. Man hört die unterschiedlichen Standpunkte nicht nur, man erlebt sie. Picoult agiert nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Sie belehrt nicht. Sie zwingt einem nicht ihre Meinung auf. Das ist der Grund, warum sie zu meinen Lieblingsautorinnen zählt. Sie lässt jeden Leser selbst entscheiden woran er oder sie glauben will und auf welcher Seite er oder sie steht. Konkret geht es in diesem Buch um den Schützen, der sich mit seiner Tat Gehör verschaffen will und natürlich Rache, um einen Unterhändler, der Leben retten will – vor allem das seiner Tochter Wren. Es geht um ebendieses Mädchen, das sich in der Klinik befindet, erst 15 Jahre alt. Es geht um eine Krankenschwester, einen Arzt, eine Pro-Leben-Aktivistin, die sich als Patientin eingeschleust hat und jetzt selbst den Hass zu spüren bekommt, den sie predigt. Und um ein Mädchen, dass wegen Mordes angeklagt wird, weil ihm keiner helfen wollte. Es geht um Menschen, die an diesem Tag aufeinandertreffen als Sinnbilder für einen Konflikt. Die Charaktere reißen einen direkt in die Geschichte hinein und lassen einen nicht mehr los. Man wird mitgerissen von der Handlung, berührt von den jeweiligen Gefühlen und Schicksalen. Man macht sich Sorgen und man fängt an, sich von der entstehenden Debatte, von den jeweiligen Positionen einnehmen zu lassen. Ja, es geht in erster Linie natürlich um die Handlung, aber man kann kein Jodi Picoult Buch lesen, ohne selbst ins Grübeln zu kommen. Das Buch ist unglaublich spannend. Es dauert nur wenige Sätze und schon lässt einen die Spannung nicht mehr los. Man hat Angst um die Charaktere, vor allem Wren, man fragt sich, wie das alles enden wird. Gibt es ein Happy End? Oder bleibt am Ende nur Blut und Tod übrig? Dann kommt kurz vor Schluss noch die Wendung und so vieles ergibt auf einmal Sinn. Einfach nur wow! Fazit: Ich bin total fertig. Das Buch hat mich echt emotional durch die Mangel gedreht. Es ist unglaublich spannend, berührend, tragisch, schön und vor allem unbeschreiblich gut. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten, geweint und sehr viel nachgedacht. Wenn man jemanden auf der Straße auf das Thema Abtreibung ansprechen würde, ich denke jeder hätte eine Meinung dazu. Die Debatte wird nicht nur hierzulande leidenschaftlich geführt. Nehmen wir nur mal Polen, dort wird das Abtreibungsrecht konsequent immer mehr verschärft. Inzwischen ist es quasi nicht mehr existent. In den USA ist das Thema besonders brisant. Es gibt jedes Jahr Anschläge auf Abtreibungskliniken oder Frauenkliniken, in denen auch Abtreibungen angeboten werden. Es gibt Verletzte und Tote im Namen von Religion, Fanatismus und persönlichen Gefühlen. Man mag von der Abtreibung und den rechtlichen Rahmenbedingungen halten was man will, aber es ist ein Thema, das jeden beschäftigt, jeder hat eine Meinung dazu. Dieses Buch greift die verschiedenen Positionen auf und überträgt sie auf die Charaktere. Man erlebt durch sie die verschiedenen Argumente und Überzeugungen. Gleichzeitig jedoch wachsen sie einem sehr schnell ans Herz, besonders Wren und ihr Vater. Man kann sich der Diskussion nicht entziehen, ebenso wenig aber auch der menschlichen Komponente. Was mir besonders gut gefiel war neben der genialen Wendung, dass die Zeit im Buch rückwärtslief. Es beginnt um 17 Uhr, das nächste Kapitel startet um 16 Uhr, dann 15 Uhr und so weiter. Ich mag sowas sehr gerne. Ich bin jetzt jedenfalls total am Ende und muss mich erstmal erholen. Das Buch konnte mich vollkommen überzeugen und erhält wohlverdiente 5 Sterne.

Sehr beeindruckend

Von: Nadine Dietz Datum: 27. April 2020

Wer die Romane von Jodi Picoult kennt, weiss, dass sie immer ein kontroverses Thema aufgreift. Das Thema Abtreibung wird hier von mehreren Standpunkten, eingebettet in eine spannende Geschichte und authentische Charaktere, sehr einfühlsam beleuchtet. Das gesamte Seelenleben wird einfühlsam offengelegt und dem Leser nahegebracht. Ich konnte mich gut in sie einfühlen und spürte ihre Not. Der Schreibstil ist packend und es erfordert viel Konzentration, um den doch recht vielen Figuren und Handlungssträngen zu folgen. Der Roman macht nachdenklich und hat mich sehr beeindruckt. Das Cover ist wunderschön gestaltet und passend gewählt. "Der Funke des Lebens" macht Mut und ich war sehr auf den Ausgang gespannt. Fazit: Ein berührender, einfühlsamer und kluger Roman. Vielen Dank dafür. Ich vergebe 4,5/5 ⭐

Eine Einladung zum Perspektivwechsel

Von: Katharina Datum: 19. July 2020

Eine Frauenklinik in Jackson, Mississippi, USA: Als der Gynäkologe Dr. Louie Ward an diesem Tag die Klinik und mit ihr seinen Arbeitsplatz betritt, ahnt er noch nicht, dass wenige Stunden später ein Kugelhagel auf ihn, seine Mitarbeiterinnen und Patientinnen niedergehen wird. Als der Arzt sich draußen vor der Klinik an den lautstark demonstrierenden Abtreibungsgegnern und selbsternannten Lebensschützern vorbei stiehlt, weiß er noch nicht, dass der spätere Amokläufer George Goddard bereits auf dem Weg zu ihm ist. Auch als Dr. Ward die erste Abtreibung an diesem Morgen vornimmt, rechnet er nicht damit, an diesem Nachmittag eine Geisel zu sein. Jodi Picoult erzählt in „Der Funke des Lebens“ einfühlsam die Geschichten der Frauen und des Arztes, die sich am Tag das Anschlags in der Frauenklinik befanden. Aus verschiedenen Perspektiven zeigt uns die Autorin ihre Beweggründe und Gedanken, die sie an jenem verhängnisvollen Tag in die Klinik führten. Im Mittelpunkt der Erzählung stehen dabei die 15-jährige Wren und ihr Vater Hugh McElroy. Wren ist ohne Wissen ihres Vaters in der Frauenklinik, als die ersten Schüsse fallen. Hugh McElroy dagegen obliegt als Unterhändler der Polizei Jackson die Verantwortung, mit dem Geiselnehmer zu verhandeln. Als er schließlich herausfindet, dass seine Tochter eine der Geiseln ist, stellt sich ihm nur eine Frage: Wie kann er Wren retten? Empathisch und differenziert greift Jodi Picoult in diesem Roman mit der Frage nach der Zulässigkeit von Schwangerschaftsabbrüchen ein Thema auf, das an gesellschaftlicher Aktualität und Zündstoff nichts eingebüßt hat. Ausgewogen werden die Argumente beider Seiten aufgegriffen; Sowohl Abtreibungsgegner als auch Abtreibungsbefürworter und betroffene Frauen werden hier gehört. Mir hat es sehr gefallen, mich in die verschiedenen Sichtweisen vorurteilsfrei hineinversetzen zu können. Dabei hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, die Autorin wolle mir eine bestimmte Meinung „aufdrücken“, sondern sie hat vielmehr wertvolle Impulse zum eigenen Nachdenken gegeben. Besonders spannend (und schockierend zugleich) fand ich persönlich die Einblicke in die amerikanische Abtreibungspolitik und die damit einhergehenden rechtlichen Beschränkungen, denen sich schwangere Frauen und Mädchen im Falle einer ungewollten Schwangerschaft ausgesetzt sehen. Jodi Picoult hat hier eine beeindruckende Recherche-Arbeit geleistet und fasst in einem kleinen Sachtext am Ende des Buches gut verständlich und übersichtlich noch einmal die aktuellen Rechtsentwicklungen zur Legalität von Abtreibungen in den USA zusammen. Diesen Text empfand ich als sinnvolle Ergänzung, der es mir ermöglichte, den soeben gelesenen Roman in einen größeren Kontext einzuordnen. Für diejenigen, die sich vertieft für das Thema interessieren, hält die Autorin am Schluss noch zahlreiche weiterführende Quellen bereit. Die Geschichte selbst wird aus den vielen verschiedenen Sichtweisen der einzelnen Protagonistinnen und Protagonisten erzählt, die sich Stück für Stück wie Puzzleteile zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Dadurch lernt man jeden der individuellen und vielschichtigen Charaktere kennen und erfährt nach und nach, welche Schicksale sie in die Frauenklinik geführt haben. Leider sind diese Hintergründe der Charaktere auch das einzige, was man aus dem fortschreitenden Leseprozess noch mitnehmen kann. Wie meine ich das? Nun, Jodi Picoult erzählt das Geschehen rückwärts. Sie beginnt um 17 Uhr und wirft die Lesenden mitten rein ins Geschehen. Man ist sofort mittendrin im Amoklauf; weiß, wer gestorben ist und wer überlebt. Anschließend begibt sich die Autorin mit jedem Kapitel eine Stunde in der Zeit zurück (16 Uhr, 15 Uhr bis 8 Uhr morgens). Zweifelsohne ist dieses Stilmittel mal etwas „neues“. Nichtsdestotrotz war bereits nach dem nach dem ersten Kapitel so ziemlich jede Spannung raus und ich las einfach nur aus Interesse an dem generellen Thema weiter. Ich konnte mit den Charakteren nicht mehr mitfiebern;

Interessant

Von: steffi17881 Datum: 10. June 2020

Dieses Buch hat mich echt aus den Socken gehauen, weil ich nicht erwartet habe das es mich so beschäftigen würde. Für jemanden der selber seit Jahren einen unerfüllten Kinderwunsch hat ist es natürlich schwierig sich in jemanden hineinzuversetzen der sein Kind abtreibt. Ich jedoch muss sagen dieses Buch ist so gut geschrieben, dass ich es absolut nachvollziehen kann und es für mich unbegreiflich ist was es dazu für Regelungen in den USA gibt. Auf der anderen Seite die Geschichte der beiden Väter zu lesen, die genau diese Gegensätze darstellen, war unheimlich spannend und packend. Der perfekte Roman, weil er unterhält und gleichzeitig zum Nachdenken anregt.

Neue Einblicke

Von: Anna Ah Datum: 25. May 2020

Das Buch gibt Einblicke in die Gedankenwelt von Frauen mit unterschiedlichsten Beweggründen und Lebensentwürfen. Doch sie haben alle gemein, dass sie sich an diesem Tag im Center befinden. Dabei lernt man auch mehr über die Abtreibungsregeln in den USA, die von Bundesstaat zu Bundesstaat variieren. Man wird zum Nachdenken angeregt, ab wann das Leben beginnen mag. Bei all dem entwickelt man zu allen Charakteren eine Verbindung, empfindet Empathie - und das, obwohl sie teilweise nicht unterschiedlicher sein könnten. Die sukzessive rückläufige Erzählweise und die wechselnden Perspektiven innerhalb der einzelnen Kapitel sind zum Teil etwas sprunghaft und verwirrend - alles in allem handelt es sich aber um einen soliden Roman, der Spannung und Information vereint.

Ein Drahtseilakt zwischen Gefühlt

Von: Nessi Datum: 24. May 2020

„Der Funke des Lebens“ war für mich das erste Buch der Autorin Jodi Picoult. Aus den verschiedensten Perspektiven spricht sie die heikle Thematik der Abtreibung an, indem sie ohne eigene Wertung sämtliche Meinungen oder Konflikte zwischen Glaube und Logik durch ihre Figuren ausdrückt. Diese traten leider zu Beginn des Romans so gehäuft auf, dass es dem Leser nicht leichtfällt, alle Personen und Lebensgeschichten auseinanderzuhalten. Die enorme Tiefe und Vielschichtigkeit der Charaktere war dabei eher ein Hindernis als eine Stütze, da bereits im ersten Kapitel alle Figuren eingeführt und mit zahlreichen vergangenen und aktuellen Details versehen werden. Mit einem enormen Fingerspitzengefühl schafft es Picoult, das Thema Abtreibung vollständig zu beleuchten und so gut wie jede Perspektive verständlich zu machen. Trotzdem stehen die Figuren und ihre Lebensgeschichten im Vordergrund, welche sie auf die eine oder andere Weise zum Zeitpunkt des Geschehens in die Klinik geführt haben. Interessant sind dabei auch die völlig verschiedenen Altersgruppen der Protagonisten. Inhaltlich ist „Der Funke des Lebens“ ein vielseitiger Roman über Liebe, Schmerz, Leid und den Glauben an das Leben. Gleich zwei Vater-Tochter-Beziehungen stehen im Mittelpunkt der dramatischen Ereignisse, welche Gemeinsamkeiten, aber auch große Unterschiede aufweisen. Jedoch hat mich der Handlungsaufbau vor ein schwerwiegendes Problem gestellt: Die Geschehnisse rund um die Frauenklinik werden rückwirkend erzählt, also mit der Auflösung des Konfliktes vor Ort beginnend. Zwar war es interessant, die bewegenden Geschichten der Figuren und schließlich im Epilog noch kleinere Showdowns zu erleben, jedoch hat die Erzählweise für mich jegliche Spannung aus dem Handlungsaufbau genommen.

Großartiger Roman!

Von: Recensio Online Datum: 12. May 2020

Wer, wenn nicht Jodi Picoult, ist dazu prädestiniert, ein solch sensibles Thema in einem Roman zu verarbeiten? Ihr gelingt es bei jedem Thema, über das sie schreibt, dem Leser das Urteilen selber zu überlassen. Nie repräsentiert sie nur eine Meinung, sondern gibt immer genug Stoff, sich selbst Gedanken zu machen und die Situation zu bewerten. „Was aus einem Blickwinkel wie Gewalt aussah, sah aus einem anderen wie Gnade aus.“ (Zitat) Und genau aus diesem Grund schafft sie es, die Protagonisten so komplex zu gestalten. Während der Geiselnahme in der Frauenklinik, in der sowohl Abtreibungen vorgenommen werden als auch zu Empfängnisverhütung beraten wird, lernen wir die Frauen und ihre Beweggründe kennen. Sie alle hier vorzustellen, würde den Rahmen sprengen. Aber um es in Jodi Picoults Worten zu sagen: „Wo wir die Linie ziehen, verändert sich – nicht nur jene zwischen denen, die Gegner, und jenen, die Befürworter eines Schwangerschaftsabbruchs sind, sondern auch die jeder einzelnen Frau, abhängig von ihren Lebensumständen.“ (Zitat) Jede Frau bringt ihre eigene Geschichte mit. Abtreibungsgegner und -befürworter kommen hier gleichermaßen zu Wort. Man neigt dazu, vorschnell über die Frauen zu urteilen. Doch je besser man sie kennen lernt, ihre Beweggründe und ihr Leben, desto besser versteht man sie. Dazu sei gesagt, dass die Abtreibungsgesetze in den USA gänzlich anders geregelt sind als hier in Deutschland. Das beginnt schon damit, dass jeder Staat sein eigenes Alter setzt, bis zu dem ein Fötus abgetrieben werden kann. Auch die soziale Absicherung ist in den Staaten eine ganz andere als hier – nämlich kaum vorhanden. Außerdem steht Empfängnisverhütung aus religiösen Gründen nicht urteilsfrei zur Verfügung – so dass es überdurchschnittlich oft zu Abtreibungen kommt. „Gesetze sind schwarz und weiß. Das Leben von Frauen besteht aus tausend Grautönen.“ (Zitat) Wieder einmal besticht der Roman von Jodi Picoult durch lückenlose Recherche und spannende Aufarbeitung des Themas. Informativ, aber auch schockierend bringt sie dem Leser beide Seiten einer Medaille zur Beurteilung und überlässt es ihm, die Figuren positiv oder negativ zu empfinden. Einziger Kritikpunkt ist für mich die Erzählweise – die mochte ich persönlich einfach nicht, bringt die Story aber voran, und es ist nachvollziehbar, weshalb sie keine zeitlich chronologische Erzählung gewählt hat. Die Geschichte wird rückwärts erzählt – vom Zeitpunkt der Geiselnahme als Startpunkt bis zur Öffnung der Klink am Morgen am Ende. Persönliches Fazit: Jodi Picoult bringt die eigenen Glaubenssätze ins Wanken und regt zum Nachdenken an. Ihr ist wieder einmal ein Drama gelungen, welches Diskussionen entfachen und die Gemüter erhitzen wird.

Ich werde mehr von Jodi Picoult lesen

Von: Davina Datum: 10. May 2020

Es war mein erstes Buch von Jodi Picoult. Der Schreibstil hat mich sofort gefesselt und ich habe das Buch in sehr kurzer Zeit zu Ende gelesen. Ich war überrascht, dass das Buch kurz vor dem Ende beginnt und dann zurück in die Stunden vor dem Geiseldrama springt. Aber das hat mir gefallen. Das Thema Abtreibung ist nicht neu, aber es war gut, sich mal wieder damit auseinander zu setzen und mir wurde durch das Buch wieder bewusst, wie viele Perspektiven es doch gibt. Es hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Der Schreibstil verlangt einem jedoch eine gewisse Konzentration ab. Von einem Absatz zum nächsten springt man in die Schilderungen der unterschiedlichen Charaktere und muss kurz überlegen - wer war das jetzt noch mal? was war der Hintergrund? Aber das war vollkommen ok. Ich habe das Buch gemocht. Es hat mich gut unterhalten und war auch noch in meinem Kopf, wenn ich nicht gerade gelesen habe. Bevor ich ein neues Buch danach anfangen konnte, musste ich mir erst ein paar Tage Zeit geben. Einen Stern Abzug gab es, weil ich beim Lesen manchmal das Gefühl hatte, dass sich Themen der Charaktere wiederholten, auch, wenn jedes Mal ein neues Puzzleteil hinzu kam, so dachte ich manchmal, "nicht schon wieder". Ich glaube, das Buch kann unterschiedlichste Personen gut ansprechen. Die Hintergründe scheinen mir gut recherchiert. Ich werde das Buch weiter empfehlen.

interessante Erzählweise

Von: Harakiri Datum: 09. May 2020

Jodie Picoult greift wieder ein heißes Eisen an: Mit dem Thema illegale Abtreibung traut sie sich in Gebiete vor, die normalerweise kein Gegenstand von Romanen sind. Aber gerade hier liegt ja Picoults Stärke. Für ihr neues Buch „Der Funke des Lebens“ hat die Autorin wieder total gut recherchiert und bringt auch geschichtliche Hinweise mit ein, die ich sehr interessant fand. Z.B. wurden schon im Altertum Abtreibungen mit heißem Zwiebeldampf versucht oder dann im Mittelalter mit verschiedenen Kräutern. Im Mittelpunkt der Handlung steht Hugh, der seine Tochter in den Händen eines Geiselnehmers weiß. Dieser ist in die Abtreibungsklinik eingedrungen und hat wild um sich geschossen. Erzählt wird die Geschichte rückwärts. Der erste Abschnitt beginnt mit dem Höhepunkt der Geiselnahme und endet dann mit einem Cliffhanger, der erst ganz am Ende – und da für meine Augen ein wenig zu lapidar – wieder aufgenommen wird. Ein Buch rückwärts zu erzählen ist ja nicht einfach und ich hätte es mir auch zeitlich andersherum gewünscht, weil man so ja schon weiß, was als nächstes mit den Personen geschieht. Andererseits war es interessant, die Geschichten der Beteiligten dann näher kennenzulernen. Allerdings blieben am Ende noch einige Fragen offen, u.a. eine sehr wichtige, was mich ein wenig geärgert hat. Teilweise hat sich das Buch ein wenig in die Länge gezogen, dennoch war es sehr interessant zu lesen. Da es in den USA teilweise noch illegal ist, sein Kind abzutreiben, bekam die Geschichte mit Beth noch zusätzliche Brisanz. Fazit: Sehr interessante Geschichte über das Thema Abtreibung und die psychischen Folgen für Frauen, gekonnt verpackt in die Handlung und teilweise auch spannend erzählt.

Etwas gewöhnungsbedürftiger Aufbau !!

Von: Die-Rezensentin Datum: 08. May 2020

Auch diesmal sich Jodi Picoult wieder an ein brisantes Thema herangewagt. Abtreibung in den USA- in manchen Staaten unter Umständen geduldet, in anderen strengstens verboten. Hugh McElroy wird als Unterhändler zu einer Geiselnahme in eine Frauenklinik gerufen. Als er beginnt, mit dem Geiselnehmer zu verhandeln, bekommt er die erschreckende Nachricht, dass sich seine Tochter Wren unter den Geiseln befindet. Ich liebe die Bücher von Jodi Picoult, weil sie die Geschichte meist aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Bei `Der Funke des Lebens` fand ich es allerdings etwas verworren. Der Aufbau der Handlung war für mich sehr gewöhnungsbedürftig, er ist nicht im üblichen Sinne chronologisch, sondern beginnt um 17 Uhr, wenn quasi schon alles zu Ende ist. Die Kapitel laufen rückwärts und gehen stundenweise zurück. 17 Uhr, 16 Uhr, 15 Uhr usw. Das hat mir nicht wirklich gefallen. Vor allem hat es erstmal mehrere Kapitel gebraucht, bis ich das kapiert hatte. Dazu kommt, dass sehr viele verschiedene Personen vorgestellt werden, das fand ich zusammen mit den rückwärts laufenden Kapiteln etwas too much. Die Kernfrage ist aber: Abtreibung ja oder nein? Die Geiseln sitzen in der Klinik fest, alle aus verschiedenen Gründen und jede von ihnen hat eine Geschichte. Doch was treibt den Geiselnehmer überhaupt an? Fragt man sich während des Lesens, was die verschiedenen Handlungsstränge miteinander zu tun haben, darf man sich auf das letzte Kapitel- 18 Uhr und ein überraschendes, gut ausgetüfteltes Ende freuen. Das hat mich wirklich wieder versöhnt mit dem beschwerlichen Anfang. Allerdings konnte `Der Funke des Lebens` mich lange nicht so fesseln, wie viele ihrer anderen Bücher. Da gibt es weitaus spannendere Romane von Jodi Picoult.