Jodi Picoult

Der Funke des Lebens

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An einem warmen Herbsttag wird der Polizeiunterhändler Hugh McElroy zu einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen. Ein verzweifelter Schütze war in die Klinik eingedrungen, hatte das Feuer eröffnet und die Anwesenden als Geiseln genommen. Als McElroy im Begriff ist, mit dem Geiselnehmer zu verhandeln, kommt auf seinem Handy eine schockierende Nachricht an: Seine 15-jährige Tochter Wren befindet sich in der Klinik. McElroy setzt alles daran, Wren und die anderen Geiseln zu befreien - Frauen in Not, engagierte Ärzte und Krankenschwestern, bedroht von einem fanatischen Abtreibungsgegner, selbst Vater einer Tochter im Teenageralter, der Amok läuft, um sich Gehör zu verschaffen ...

Jodi Picoult, eine der furchtlosesten Schriftstellerinnen unserer Zeit, befasst sich in diesem packenden Roman mit einem komplexen Thema: Wie können wir das Selbstbestimmungsrecht von Frauen mit dem Schutz des ungeborenen Lebens in Einklang bringen? Was bedeutet es, gute Eltern zu sein? Der Funke des Lebens wird Diskussionen anregen und für Verständnis werben in einer erhitzten Debatte.

Der Funke des Lebens

Von: Jennifer Fischer Datum: 02. June 2020

Sobald ich ein Jodi Picoult Buch in den Händen halte, ist meine Erwartung immer hoch! Sie schreibt nicht nur ausgesprochen gut, sondern immer über gesellschaftskritische Themen. Dieses Mal ging es um das Thema Abtreibung. In vielen Ländern ist sie verboten und in den USA richtet es sich sogar nach dem Bundesstaat. Ein Amokläufer befindet sich in ihrem neuesten Werk „der Funke des Lebens“ in einer solchen Klinik und hält die Tochter des Unterhändlers unter anderem als Geisel. Das allein reicht schon für einen Konflikt. Hinzu kommen aber die unterschiedlichen Meinungen zum Thema Abtreibung. Jeder Charakter zeigt seine Meinung im Buch und deren Handlungen sind durchweg authentisch. Wren ist ein Teenager und wird dennoch als äußert starke Person beschrieben. Sie weiß, dass ihr Vater vor der Klinik ist und alles dafür tut den Amokläufer zum Aufgeben zu überreden. Besonders mit ihr als Protagonistin habe ich dem Ende des Buches entgegengefiebert. Wie immer konnte mich auch dieses Buch von ihr überzeugen. Besonders der Schreibstil war wieder sehr schön! Die Kapitel waren dieses Mal nicht nach Protagonist sondern Uhrzeit sortiert. Dadurch wechselte der Hauptprotagonist im laufenden Kapitel oftmals schon nach einer Seite. Dadurch brauchte man teilweise ein paar Zeilen um zu erkennen, um wen es gerade geht. Eventuell gefielen mir andere Bücher deshalb inhaltlich besser von ihr. „Der Funke des Lebens“ war trotzdem wieder ein gelungenes Buch und für jeden Fan ein muss!

Hochaktuell, emotional und spannend - ein typisches Jodi-Picoult-Buch

Von: Madita Datum: 31. May 2020

In einer Abtreibungsklinik in Jackson, Mississippi eröffnet George das Feuer, tötet und verletzt Menschen und nimmt Geiseln. Hugh McElroy, ein Polizeiunterhändler, versucht mit ihm zu verhandeln, als ihn die erschreckende Nachricht erreicht, dass seine 15-jährige Tochter und seine Schwester in der Klinik sind. „Als Hugh die ersten Schritte auf die Eingangstür der Klinik zu machte, dachte er an den Tag, an dem Wren geboren wurde. Er und Annabelle hatten sich zu Hause einen Harry-Potter-Marathon angesehen, als ihre Wehen einsetzten. Sie folgten immer dichter aufeinander, aber Annabelle weigerte sich aufzubrechen, bevor sie "Die Kammer des Schreckens" zu Ende gesehen hatten. Ihre Fruchtblase platzte während des Abspanns." S. 57 Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig und leicht zu lesen. Die Handlung beginnt in der Gegenwart um 17 Uhr, als die Tat bereits geschehen ist und von da an läuft die Uhr rückwärts und man erfährt so nach und nach, was in der Vergangenheit geschehen ist und was dazu geführt hat, dass George zum Täter wurde oder warum Wren, Bex, Joy, Izzy, Janine, Olive oder Dr. Ward in der Klinik waren. Durch diese achronologische Erzählweise bleibt die Spannung immer auf einem soliden Niveau und man erfährt immer etwas Neues, was einem einen anderen Blickwinkel ermöglicht und alles in einem anderen Licht erscheinen lässt. Es wäre kein Buch von Jodi Picoult, wenn es einfach wäre, oder man es in schwarz & weiß oder richtig & falsch einteilen könnte. So läuft es bei ihr nie und so ist es auch hier. Statt aus dem Schützen einen simplen Bösewicht zu machen, den man hassen kann, ist er ein Mann, ein Vater, der sich Gehör verschaffen will, der keinen anderen Weg zu sehen scheint als diesen. Picoult schafft es wieder einmal, ein äußerst schwieriges Thema - in diesem Fall die Abtreibungsdebatte - anhand von vielen Einzelschicksalen aufzuzeigen, ohne dabei zu belehren oder mit dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen. Sie hat sicherlich ihre eigene Meinung zu dem Thema, zwingt diese dem Leser aber nicht auf, sondern überlässt es jedem selbst, sich einen eigenen Standpunkt zu bilden. Durch die verschiedenen Charaktere und ihre Entscheidungen und Hintergründe sieht man, wie unterschiedlich die Ansichten sein können und man fühlt sie alle mit, anstatt nur darüber zu lesen. Die Autorin hat ein außerordentliches Gespür dafür, einem auch die Gedanken und Gefühle näherzubringen, von denen man dachte, dass man sie eigentlich nicht nachvollziehen kann - was sie für mich zu einer der besten Autorinnen unserer Zeit macht und zu einer meiner Lieblingsautoren schlechthin. „Das bedeutet es, Mensch zu sein. Wir sind alle nur Leinwände für unsere Narben." S. 122 Die Charaktere sind - wie für Jodi Picoult üblich - sehr detailliert ausgearbeitet und haben alle viel Tiefe. Es geht um die 15-jährige Wren, die es von allen wohl am wenigsten "verdient" hat, sich in dieser Tragödie wiederzufinden; um ihren Vater Hugh McElroy, der alle polizeilichen Grundsätze ignoriert, um seine Tochter zu schützen; um George, der Rache, aber vor allem auch jemanden will, der ihm zuhört; um Pro-Life-Aktivisten, die für ihre Überzeugungen kämpfen; um einen Abtreibungsarzt, dessen Arbeit nicht nur Arbeit ist, sondern der Versuch, Frauen in Not zu helfen, die keinen anderen Ausweg wissen; um ebendiese Frauen, die Hilfe benötigen; um ein Mädchen, das des Mordes angeklagt wird, weil niemand ihr helfen wollte und sie nicht wusste, dass eine eigene, medikamentöse Abtreibung illegal ist; um eine Frau, deren einziges Anliegen eine Vorsorgeuntersuchung war - und sie alle treffen an diesem Tag, der ihr Leben für immer verändern wird, aufeinander. Dadurch, dass jeder dieser Charaktere Ecken und Kanten hat und einfach menschlich ist, kann man sich gut in sie hineinfühlen, mit ihnen mitfiebern, sich sorgen und von ihnen und ihren Überzeugungen einwickeln lassen. Wie immer, wenn man ein Buch von Jodi Picoult liest, kommt man ins Grübeln und denkt über seine eigene Meinung nach - ist mein Standpunkt wirklich der richtige? Der einzige? Gibt es nicht vielleicht auch noch andere Betrachtungsweisen, die ihre Daseinsberechtigung haben? In diesem Fall hat das Buch meine Meinung letztlich nicht verändert, aber es hat zumindest dafür gesorgt, dass ich die andere Seite ein kleines bisschen besser verstehe, auch wenn ich es immer noch nicht richtig finde, wie sie sich verhalten. „Man schaut nicht auf den Teller des anderen, um zu sehen, ob dieser mehr hat als man selbst. Man vergewissert sich, ob er genug hat." S. 158 Dieses Buch ist nicht nur spannend zu lesen, sondern auch hochaktuell. Man sollte meinen, dass im Jahr 2020 das Thema Abtreibungen zu genüge durchdiskutiert wurde, aber es gibt immer wieder Angriffe auf das Selbstbestimmungsrecht der Frau. Anschläge auf Frauenkliniken, Verschärfung von Gesetzen, Attentate auf "Abtreibungsärzte" - beim Lesen des Buches ist mir wieder einmal klar geworden, wie glücklich wir uns schätzen können, in Deutschland zu leben. Hier ist längst nicht alles gut und auch beim Thema Abtreibungen gibt es noch sehr vieles, was man verbessern kann, aber im Vergleich zu anderen Ländern haben wir einen großen Vorsprung. Dass aber auch hier hitzige Debatten zu dem Thema geführt werden, hat man zuletzt beim Streit um den "Abtreibungsparagraphen" 219a gesehen, der die "Werbung" für Schwangerschaftsabbrüche verbietet. Ein Thema also, das bis zum heutigen Tage brisant und aktuell ist und längst nicht an Gültigkeit verloren hat. "Der Funke des Lebens" bringt etwas Menschlichkeit in die Debatte und zeigt die verschiedenen Standpunkte auf, ohne belehrend zu werden. „Denken Sie etwa, ich wollte das? Denken Sie, man wacht auf und sagt sich: Heute Morgen werde ich eine Abtreibung vornehmen lassen? Das ist der letzte Ausweg. Das ist der Ort, wohin man geht, nachdem man alle Szenarien durchgegangen ist und einem klar wird, dass die einzigen Menschen, die behaupten, es gebe einen anderen Weg, diejenigen sind, die keinen positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten. Ich habe es getan. Ich bedauere es nicht. Aber das bedeutet nicht, dass ich nicht jeden Tag meines Lebens daran denken werde." S. 176 Fazit Ein typisches Jodi-Picoult-Buch, das einen emotional unglaublich mitnimmt, spannend von Anfang bis zum Schluss ist und ein hochaktuelles Thema behandelt. https://lucciola-test.blogspot.com/2020/05/books-jodi-picoult-der-funke-des-lebens.html

Ein Buch, dass mich sehr nachdenklich zurückließ

Von: brigitta Datum: 30. May 2020

Inhalt: Wren ist 15 Jahre alt und schwanger. Während sie sich in einer Abtreibungsklinik auf ihre Abtreibung vorbereitet demonstrieren draußen vor der Klinik Abtreibungsgegner. Einem dieser Gegner reicht es nicht zu demonstrieren, er läuft in der Klinik Amok. Hugh McElroy wird als Unterhändler eingesetzt, er soll den Amokläufer dazu bewegen aufzugeben. Doch aus einem rein beruflichen Einsatz wird dieser Amoklauf für Hugh McElroy schnell zu einer ganz persönlichen Geschichte: Wren ist seine Tochter und auch in der Hand des Amokläufers .... Fazit: Als ich den Klappentext gelesen habe, erwartete ich einen hochspannenden Thriller in dem es förmlich um Leben und Tod geht. Um Leben und Tod geht es, aber dieses Buch ist kein hochspannender Thriller, sondern leiser, stiller Roman und doch gleicht er einem lauten Aufschrei. Im Zentrum steht nicht der Amoklauf, er ist vielmehr fast das Ende der Geschichte. Im Zentrum steht das selbstbestimmte Leben der Frau, oder eben die Unmöglichkeit das Leben selbst zu bestimmen. Wir kennen bestimmt alle die restriktive Abtreibungspolitik in den USA und in "Der Funke des Lebens" wird diese Politik in eine fesselnde Geschichte gepackt, in der Frauen, die unter dieser Politik leiden ein Gesicht und eine Stimme bekommen. Ich konnte mich sehr gut in den Roman einfühlen, denn ich wohne in der Nähe einer Stadt, die letztes Jahr durch eine Frauenärztin bekannt wurde, die unerlaubte Werbung für Abtreibungen auf ihrer Homepage veröffentlicht haben soll. Nachdem sie eine gewisse Bekanntheit erlangte und die Prozesse um ihre "Werbung" durch die Presse ging, fühlten sich Abtreibungsgegner dazu berufen vor ihrer Praxis zu demonstrieren. Ich habe einige dieser Demonstrationen miterlebt und dort wurden Frauen beschimpft und schlecht behandelt, die zu dieser Ärztin gingen um Hilfe zu bekommen. Vielleicht kamen sie wegen einer Blasenentzündung, oder zur Krebsvorsorge oder vielleicht suchten sie Unterstützung oder Beratung, weil sie ungewollt schwanger wurden. Für alle Frauen war der Besuch dieser Praxis wochenlang ein Spießrutenlauf und ich selbst war fassungslos als ich diese aufkochenden und eskalierenden Emotionen gesehen habe. Aber trotzdem haben wir das Recht eine Schwangerschaft abzubrechen und solche Demonstrationen sind nicht die Regel. In "Der Funke des Lebens" wurde deutlich gemacht das es aber Regionen auf unserer Erde gibt in denen eine Abtreibung nicht so einfach möglich ist und dass Frauen dort zum Teil blanker Hass entgegen gebracht wird. Der Roman beschäftigt sich auf erzählerische Weise auch mit der Frage, ob wir das Recht haben ein ungeborenes Leben zu beenden oder ob es erst ein Funke von Leben ist und das Recht der Frau auf Selbstbestimmung hier schwerer wiegt. Jodi Picoult hat sich einem brisanten und sehr kontroversen Thema angenommen und meiner Meinung nach sehr gut bearbeitet. Der Roman regt zu eigenen Gedanken an und hat mir auch gezeigt, wie frei ich hier in Deutschland lebe.

Leider ist der Funke diesmal bei mir nicht übergesprungen

Von: Martinas Buchwelten Datum: 28. May 2020

Jodie Picoult ist eine meiner Lieblingsautorinnen, trotzdem ist bei ihrem neuen Roman "Der Funke des Lebens" der Funke nicht übergesprungen. Dabei ist der Plot wirklich sehr interessant und wie von der Autorin bekannt, ein Thema, das für Diskussionen sorgt. Das Problem beginnt eigentlich gleich zu Beginn. Jodie Picoult konfrontiert den Leser mit jeder Menge an Protagonisten, die man anfangs sehr schwer zuordnen und auseinanderhalten kann. Man kennt diese noch nicht richtig und hat noch keinen richtigen Zugang zu ihnen. Das zweite Problem ist, dass der Roman eigentlich mit dem Ende beginnt, da er rückwärts erzählt wird. Die Problematik an der Geschichte liegt meiner Meinung nach aber nicht nur an der Art der Erzählung, sondern der Umsetzung. Ich habe erst vor kurzem einen Roman von Julie Cohen gelesen (leider gibt es noch keine Rezi dazu...wird folgen), der sich ebenfalls dieser Erzählart bedient und ich muss sagen Julie Cohen ist es absolut gelungen mich zu überraschen. Jodie Picoult gelang dies allerdings nicht. Bei ihr nimmt die Rückwärtserzählung für mich die komplette Spanung raus. Doch worum geht es eigentlich? Wir starten mit einer Schießerei und Geiselnahme in einer Frauenklinik in Mississippi, den Südstaaten der USA. Die Klinik ist die einzige im Staat, die Abtreibungen vornimmt. Eine der Geiseln ist Wran, eine fünfzehnjährige Schülerin, deren Vater Hugh als Polizeiunterhändler vor der Klinik steht und versucht mit dem Amokläufer zu kommunizieren und seine Tochter zu retten. Ein Wahnsinnsplot, der mich sofort gefangen genommen hat, als ich den Klappentext gelesen habe. Außerdem gehört Picoults Buch "19 Minuten" über einen Amoklauf in einer Schule zu meinen Lieblingsbüchern von ihr. Doch zu Beginn ist sowohl die Stürmung der Klinik, als auch die Geiselnahme bereits passiert und der Leser hat die aufregendesten Sekunden versäumt. Mit der Rückwärtserzählung erfahren wir zwar dann weitere Geschehnisse, die bereits im Vorfeld passiert sind, aber das Hauptaugenmerk liegt beim Kennenlernen der Figuren, die involviert sind oder waren. Neben Wran wäre da noch ihre Tante Bex, die das Mädchen in die Klinik begleitet hat; Joy, die eine Abtreibung hinter sich hat; Janine, die sich als Abtreibungsgegner in die Klinik geschmuggelt hat; Olive, die einen Befund besprechen möchte; die schwangere Krankenschwester Izzy; Doktor Louie Ward, der die Abtreibungen vornimmt und Vonita, die Inhaberin der Klinik, sowie die Krankenschwestern Harriet und Rachel und die Sozialarbeiterin Graciela. Und natürlich der Geiselnehmer George......also wirklich jede Menge Protagonisten! In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir noch Beth kennen, die im Gefängnis sitzt und der ein Prozess wegen Abtreibung ihres Kindes bevorsteht. Mit dem langsamen Kennenlernen gelingt die Zuordnung all dieser Charaktere zwar mit der Zeit besser, aber man ist zu Beginnn definitiv überfordert. Was mich aber am meisten gestört hat ist, dass es keine plötzlichen Wendungen und Überraschungen (bis auf ein kleines Aha-Erlebnis, welches aber mit einem Sachverhalt abseits der Geiselnahme zu tun hat), mehr gibt. Der große Knall bleibt völlig aus! Der Cut mit Cliffhanger nach dem ersten Abschnitt wurde am Ende des Buches in 2-3 Sätzen abgehandelt. Ich musste diese Zeilen nochmals lesen, um es wirklich glauben zu können, dass es damit abgetan war. Zusätzlich habe ich einige Mängel in der Übersetzung gefunden, die sprachlich nicht wirklich gebräuchlich sind - also im Alltag verwendet werden. Positiv ist, dass sich Picoult wieder einem Thema gewidmet hat, welches polarisiert und zu Diskussionen anregt. Fassungslos habe ich gelesen, dass man Minderjährige für 20 Jahre wegen Mordes ins Gefängnis steckt, weil sie Medikamente (die man per Internet bestellen kann!) genommen haben, damit es zu einem Abort kommt. Immer wieder musste ich den Kopf schütteln über Menschen, die jede Frau bedrohen, die in diese Klinik geht....dabei ist das keine Abtreibungsklinik, sondern ein Gebäude mit einer normalen Frauenarztpraxis, die man auch zu (halb)jährlichen Untersuchungen besucht. Menschen campen vor der Klinik und werden gegenüber aller Patienten oftmals handgreiflich. Der Weg wird für die Frauen zu einem Spießrutenlauf. Einfach unbegreiflich für uns Europäer! Man stelle sich vor bei seinem nächsten Frauenarztbesuch muss man durch eine Ansammlung von Menschen, die einem mit Tomanten und Eiern bewerfen und beschimpfen, weil man eine Routineuntersuchung hat!! Den Leser nachdenklich zu stimmen ohne dabei selbst zu werten - das beherrscht die Autorin und deswegen greife ich auch immer wieder zu ihren Romanen mit kontroversen Themen. Doch in Europa kommt sie meiner Meinung mit dieser Geschichte, der leider völlig die Spannung fehlt und wohl eher auf das Thema Abtreibung und nicht auf die Geiselnahme aufgebaut ist, nicht wirklich an. Zu unterschiedlich sind die Systeme... Auch der Rassismus wird angesprochen, denn mit rund 38% der Bundesstaat mit dem größten Anteil Schwarzer und Afroamerikaner. Tolle Recherche, facettenreiche Charaktere, kontroverses und komplexes Thema, guter Plot mit interessanten Denkanstößen für die Leser, kein erhobener Zeigefinger....all das sind wir von der Autorin gewohnt und sind Pluspunkte. Doch diesmal ist die Umsetzung in meinen Augen leider schief gegangen. Die drei Sterne bekommt der Roman aufgrund der oben angegebenen Punkte, sonst hätte ich eher noch abgerundet... Fazit: Der Funke ist bei mir diesmal leider nicht übergesprungen. Mit der Erzählweise hat die Autorin für mich die Spannung gekillt. Das Thema ist wieder eines, das zu Diskussionen einlädt, jedoch in Europa und den USA sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Weil die Bewertungen sehr differenzieren, empfehle ich jeden sich selbst ein Bild zu machen und empfehle das Buch eingeschränkt weiter.

Etwas schwächer als gewohnt

Von: gedankenbuecherei Datum: 27. May 2020

MEINE MEINUNG: Im Grunde ist Der Funke des Lebens mit Sicherheit kein schlechter Roman. Er hat mich auch nicht zu Tode gelangweilt. Trotzdem finde ich dieses Jodi Picoult-Werk bis jetzt am schwächsten, im Gegensatz zu den vorherigen Geschichten. Wieder einmal geht es um ein gesellschaftlich wichtiges und vor allem schwieriges Thema, das Jodi Picoult aber in jeder Hinsicht wunderbar diskutieren kann. Wie der Klappentext verrät, behandelt das Buch einen Amoklauf in einem Frauencenter, der aber auf keinen Fall im Fokus des ganzen Plots steht. Vielmehr geht es um die Frage nach dem Warum, die Begründung für das, was geschieht und das ist nun mal die Tatsache, dass in diesem Frauencenter Abtreibungen vorgenommen werden. Was ich anfangs spannend fand, mit dem Fortschreiten der Geschichte aber immer problematischer fand, ist das Aufrollen der Geschichte von hinten. Es startet quasi am Ende der ganzen Geschichte und erzählt dann rückwärts, was in den Stunden vorher passiert ist. Im Endeffekt hat sich das für mich als ziemlich spannungshemmend erwiesen, weil ich das Gefühl hatte, ich weiß doch sowieso schon, wie es ausgeht. Mir war zwar klar, dass es hier nun einmal nicht um den Amoklauf an sich gehen soll, vielmehr um die Emotionen und die Einstellung der verschiedenen Protagonisten, aber dennoch war für mich nach einiger Zeit leider die Luft raus. Wir haben in diesem Buch eine Reihe von Charakteren, der Amokläufer, seine Geiseln, Verletzte und der Unterhändler Hugh, die alle zu Wort kommen und alle unterschiedliche Meinungen zum Thema Abtreibung und dem Leben haben. Jodi Picoult versteht es wie immer meisterhaft, all diese verschiedenen Denkweisen authentisch und realistisch zu formulieren und die Figuren mir als Leser nahezubringen. So bekommt man dieses schwierige Thema aus allen möglichen Blickwinkeln geschildert. Da sind die extremen Gegner, der Amokläufer und die Aktivistin Janine, die sich gegen Abtreibungen starkmacht, aber auch der Arzt Louis oder die verzweifelte Joy, die gerade eine Abtreibung hat vornehmen lassen. Viele unschuldige Personen und weniger unschuldige Personen kommen zu Wort und jeden einzelnen kann man, trotz eigener Überzeugungen, verstehen. Das ist das, was für mich Jodi Picoults Bücher ausmachen und das habe ich auch hier wiedergefunden. Jeder der unterschiedlichen Charaktere ist glaubhaft und bekommt ein Gesicht, was mich diese Geschichte auch teilweise mit Spannung folgen ließ. Leider nur teilweise, denn für mich hatte die Geschichte einige Längen, was den ganzen Roman sehr zäh erscheinen ließ. Einige Passagen hätte ich am liebsten übersprungen, da ich mir oft dachte, diese tragen nun wirklich nicht zu einer Handlung bei. In Der Funke des Lebens begleitete mich eine sehr gefühlvolle, emotionale Stimmung. Das Ende hätte ich mir doch sehr viel ausgebauter gewünscht. Der Epilog ist mir leider viel zu schmal ausgefallen, dafür, dass vorher so viel erzählt wurde. FAZIT: Ich bin hin- und hergerissen, was dieses Buch betrifft. Auf der einen Seite hat es mich zeitweise leider etwas gelangweilt und ich hätte mir mehr Spannung gewünscht, auf der anderen Seite überzeugt die Autorin wie immer mit einem sehr emotionalen Schreibstil und einer schönen Sprache, sodass ich das Buch auch gerne gelesen habe.

Eine ausweglose Situation mit vielen emotionalen Hintergründen

Von: Aliqua Lux Datum: 27. May 2020

Inhalt: Hugh McElroy wird als Polizeiunterhändler zu einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen, als ein verzweifelter Schütze Geiseln in einer Frauenklinik genommen hat. Als wäre das nicht schon schlimm genug, erfährt McElroy auch noch, dass seine 15-jährige Tochter in der Klinik ist. Der Geiselnehmer ist ein Abtreibungsgegner und Vater einer Teenager Tochter und versucht sich Gehör zu verschaffen. Meinung: Mit „Der Funke des Lebens“ hat Jodi Picolut mich bereits nach den ersten Seiten vollkommen mitgerissen. Abtreibung, ein Thema, so alt und bekannt und doch immer wieder verschwiegen. Ab wann beginnt Leben und ab wann hat das Leben ein Recht auf eine Stimme? Konfrontiert mit diesem Thema, aus vielen Seiten erläutert, wird man durch das Buch gezogen und kann nicht sagen was richtig und was falsch ist – zumindest erging es mir so. Der klare, aber vor allem natürliche Schreibstil hat mir gut gefallen. Die vielen verschiedenen Charaktere waren allerdings eine kleine Herausforderung für den Leser. So gab es viele Hauptprotagonisten. Jeder hat seine eigene Geschichte und sein Päckchen zu tragen. Jede ihrer Handlungen hat eine Auswirkung, die ihnen vielleicht erst später oder auch niemals bewusst wird. Mit all diesen Entscheidungen müssen sie letztendlich leben. Jodi Picoult hat uns mit diesem Buch eine facettenreiche und dramatische Geschichte geliefert, die zum Nachdenken anregt. Den Mut zu haben so offen über Abtreibungen zu sprechen, auch die rechtlichen Folgen zu erläutern, hat mich beeindruckt und mir klar gemacht, dass dieses Thema nicht nur positiv oder negativ betrachtet werden kann. Für mich war „Der Funke des Lebens“ definitiv ein Jahreshighlight und ich würde es weiterempfehlen. Es ist eben nicht alles so, wie es scheint und wir kennen nicht immer alle Geschichten unserer Lieben.

Ein heikles Thema sehr gut wertneutral verpackt

Von: bookishhearts Datum: 21. May 2020

Da ich Jodi Picoults Romane bislang meistens sehr genossen habe, war ich auf "Der Funke des Lebens" bereits sehr gespannt. Zumal der Klappentext erneut einen wirklich emotionalen und dramatischen Roman verspricht. Und dieses Versprechen wird auch mehr als gehalten. Jodi Picoult schafft es erneut mit einer sehr neutralen Herangehensweise ein sehr emotionales und scharf diskutiertes Thema wie Abtreibung in eine Romanhandlung zu verknüpfen und ihre Leser so zum Nachdenken anzuregen. Dabei schlägt die Autorin sich auf keine Seite. Weder proklamiert sie Abtreibung als einfache Sache, noch verteufelt sie es. Vielmehr beleuchtet sie dieses Thema innerhalb des Romans durch die verschiedenen Charaktere und lässt diese mit verschiedene Sichtweisen das Thema beleuchten. Am Ende des Romans muss dann jeder für sich entscheiden, wie er zum Thema steht. Neben dem Amoklauf an sich, dreht sich in diesem Roman alles um die verschiedenen Charaktere und ihre aktuellen und bisherigen Leben, die sie zu diesem Ereignis geführt haben. Und auch wenn ich anfangs leichte Schwierigkeiten hatte zwei Figuren voneinander zu unterscheiden, hat dies nicht wirklich das Lesevergnügen geschmälert, da man jede Figur genau in diesem Roman kennen lernt und sich sehr gut in sie hineinversetzen kann. In ihrem Roman rollt Jodi Picoult die Ereignisse von hinten auf. Der Roman beginnt mit der vor dem Ende stehenden Geiselnahme und arbeitet sich dann Stunde um Stunde des Tages zurück. Anfangs war ich kurz darüber irritiert. Allerdings ergibt dies hier sogar einen großen Sinn. Nach und nach lernt man so die Figuren besser kennen, Man erfährt mehr zu ihren jeweiligen Sichtweisen auf die Geschehnisse und das Thema Abtreibung im Allgemeinen und deren Gründe dahinter. Jodi Picoult Schreibstil ist einmal mehr nüchtern und emotional zu gleich. Durch ihre sehr wertneutrale Beschreibung der Ereignisse geht man unvoreingenommen an diese heran und wird automatisch zum Nachdenken angeregt. Man hat beim Lesen das Gefühl alles als stiller Beobachter mitzuerleben. Die Autorin schafft es durch genaue Beschreibungen der einzelnen Charaktere und vor allem deren Gedankengänge, dass man Sympathien für diese entwickelt, auch wenn diese vielleicht auf den ersten Blick nicht die eigene Wertvorstellung teilen. Durch ihre sehr tiefgehenden Beschreibungen wird ein genaues Bild der Figuren geschaffen. Fazit: Jodi Picoult schafft es mit "Der Funke des Lebens" einmal mehr ein heikles Thema in einem Roman total wertneutral mit einfließen zu lassen und ihre Leser zum Nachdenken anzuregen. Von Anfang bis Ende fesselt dieser Roman, so dass man ihn kaum aus den Händen legen mag. Am Ende bleibt man zwar fragend zurück. Aber dies macht hier sogar Sinn, da jeder sich die Frage stellen sollte, wie er zum Thema Abtreibung steht. Für mich ist dieser Roman ein Lesehighlight für 2020 und hat eine mehr als unbedingte Leseempfehlung verdient! Note: 1 (💗💗💗💗💗)

Es gibt nicht nur schwarz oder weiß

Von: Elame Datum: 17. May 2020

Der Polizeiunterhändler Hugh McElroy wird zum Center einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen. Ein Attentäter hält dort Geiseln, unter anderem Hughs Schwester Bex und seine Tochter Wren. Das Buch behandelt ein heikles Thema: Abtreibung ja oder nein? Abtreibungsgegner gegen Befürworter. Jodi Picoult fasst hier ein "heißes Eisen" an und verdeutlicht mit ihrem Buch, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt. Ich mag den Schreibstil, die Figuren werden ausführlich beschrieben, man kann sich in die jeweilige Person einfühlen. Etwas ungewöhnlich ist es, dass die Geschichte rückwärts erzählt wird. Die Spannung bleibt aber bis zum Schluss erhalten. Von mir gibt es eine Kaufempfehlung und daher volle Punktzahl.

Die Frage nach dem Leben

Von: Buchwoerter Datum: 14. May 2020

• DER FUNKE DES LEBENS • Vorab: Jodi Picoult ist eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Ich kenne tatsächlich alle ihre Romane und konnte das Erscheinen von “Der Funke des Lebens” kaum erwarten. Picoult schafft es immer wieder gesellschaftskritische Themen gut zu recherchieren und gekonnt in Romane zu schnüren. Dies geschieht nicht mit einem erhobenen Zeigefinger, sondern der Leser soll sich möglichst selbst eine Meinung bilden. So auch in diesem Roman. Das umstrittene Thema ist in diesem Fall “Abtreibungen”. So werden einem schnell die juristischen, gesellschaftlichen und emotionalen Hürden mithilfe von verschiedenen Charakteren vermittelt. Was ich an dem Buch wirklich mag ist, dass all diese Meinungen zulässig sind. Das Thema ist unfassbar wichtig und man lernt viel über diverse Standpunkte und Interpretationen von Leben. Dieser Spagat macht den Roman zu etwas besonderen. An einigen Stellen ist mir das Lesen schwer gefallen, denn die Autorin räumt von hinten die Geschichte auf. Zu Beginn bin ich auch bei den Charakteren durcheinander geraten, da die Personenerzählungen nur durch einen Absatz getrennt wurden. Für mich ein wichtiges Buch mit kleinen Schwachstellen. Ich habe es sehr gerne gelesen, allerdings ist es nicht der stärkste, emotionalste und faszinierendste Roman von Jodi Picoult.

Ein Buch, wo einem der Mund offen stehen bleibt

Von: Buchseele Datum: 11. May 2020

"Es geht nicht um die Frage, ob wir Extremisten sein wollen, sondern vielmehr darum, welche Art von Extremisten wir sein wollen. Wollen wir Extremisten des Hasses oder der Liebe sein?" (Quelle: Reverend Dr. Martin Luther King JR., Der Funke des Lebens) Jodi Picoult, eine Schriftstellerin, die es wie keine andere schafft, schwierige und gesellschaftskritische Themen in einen Roman zu verwandeln. Auch hier wieder ein Roman, der einen eine Problemlage aufzeigt, von der ich zunächst nichts wusste und auch nichts geahnt hätte. Amerika, ein Land wo die Meinungen zu einer Abtreibung, sich oft im allgemeinen Hass widerspiegelt. Dieses Problem und die verschiedenen Aspekte, welche für und gegen eine Abtreibung sprechen könnten, beschreibt die Autorin sehr gut in diesem Buch. Es ist daher ein Buch, welches spannend mit jeder Seite ist. Es ist fesselnd zu erfahren, warum Frauen diese Schritt wagen und warum andere Menschen genau dagegen sind. Fazit: Ein gesellschaftlicher Aspekte, wo es kein Richtig und kein Falsch gibt, wird hier beleuchtet und begleitet den Leser auch noch, wenn das Buch bereits beendet wurde.

Leben und sterben lassen

Von: Marlen Blume Datum: 10. May 2020

Wann beginnt menschliches Leben und ab welchem Zeitpunkt der Schwangerschaft ist ein Kind ein Kind? Seit Ewigkeiten streiten Wissenschaftler und Moralisten darüber, wann ein Embryo zum Mensch, zum Kind wird. Und genau so lange schon gibt es den Streit darüber, ob und in welchen Situationen schwangeren Frauen die Möglichkeit gegeben werden muss, frei zu entscheiden, ob sie Mutter werden wollen. Dieses schwierige Thema greift Jodi Picoult in ihrem neuesten Gesellschaftsroman auf und lässt innerhalb des von ihr entworfenen Plots sowohl Abtreibungsärzte und betroffene Frauen als auch Abtreibungsgegner und Aktivisten zu Wort kommen. Das Buch beginnt mit der kritischen Phase eines Geiseldramas in einer Abtreibungsklinik. Am Morgen war George Goddard in die Klinik gestürmt, hatte Bedienstete und Besucher erschossen bzw. verletzt und die sich im Gebäude befindlichen Personen als Geiseln genommen. Darunter sind sowohl Frauen, die gerade einen Abbruch planen als auch solche, die soeben einen haben durchführen lassen. Darunter ist aber auch eine Frau, die vermutet, Gebärmutterhalskrebs zu haben. Oder ein junges Mädchen, das sich zur Empfängnisverhütung beraten lassen will und zu diesem Termin als seelischen Beistand ihre Tante mitgebracht hat. Sie alle sind seit Stunden in einem Mikrokosmos gefangen, schwanken zwischen Angst und Hoffnung, immer in dem Bewusstsein, dass sie eventuell den nächsten Tag nicht mehr erleben werden. Und nun soll Unterhändler Hugh McElroy die Situation endlich deeskalieren. Er ist als ausgebildeter Polizist für Krisengespräche derjenige, der seit Stunden versucht, emotional und psychisch an den Attentäter heranzukommen, seine Motive herauszuarbeiten, seine Denkweise zu verstehen – und das Drama möglichst ohne weitere Tote zu beenden. Und dafür hat er eine ganz besondere Motivation: seine Tochter und seine Schwester befinden sich in der Klinik. Jodi Picoult schält die emotionalen Schichten der Figuren in diesem Buch langsam ab wie bei einer Zwiebel. Im Laufe des Buches kommen bei allen immer mehr Details ans Licht, die ihre Motive, Sehnsüchte und ihren Antrieb zu bestimmten Handlungen besser begreifbar machen. Etwas schwer hat sie es mir als Leser aber mit der Struktur des Romans gemacht, denn er erzählt den Tag des Geiseldramas quasi verkehrt herum. Er beginnt mit den Geschehnissen um 17 Uhr und schreitet dann im Stundentakt voran bis zu den Ereignissen von 8 Uhr. Auf den allerletzten Seiten gibt es einen Nachklapp, der um 18 Uhr des gleichen Tages spielt. Diese ungewöhnliche Erzählstruktur fiel mir nicht leicht. Oft habe ich die Handlungen der Personen in Frage gestellt, bis mir einfiel, dass ich als Leser ja besser informiert war als die Personen in der Geschichte und wusste, was später passieren wird. Deshalb erschien mir vieles etwas unlogisch, aber klar – zu dem Zeitpunkt wussten die Figuren ja noch nicht, was ich als Leser wusste. Dies immer wieder zu verknüpfen und mir bewusst zu machen, welches Ereignis wann am Tag passiert war, hat den Lesefluss ziemlich gebremst. Es ist definitiv kein Buch, das man mal so wegliest – weder vom Thema noch vom Aufbau her. Dennoch ist es – wie bisher alle Bücher von Jodi Picoult, die ich bisher gelesen habe – ein wichtiges Buch, das sehr zwie-spältige Themen anpackt und sie versucht von allen Seiten zu beleuchten. Der Autorin gelingt es dabei, anhand ihrer Figuren viele unterschiedliche Meinungen so zu beschreiben und herzuleiten, dass sie – auch wenn sie vielleicht nicht meiner eigenen Überzeugung als Leser entsprechen –doch zumindest verständlicher werden. Und sie zeigt die Missstände in ihrer Heimat USA auf, wo in jedem Bundesstaat unterschiedliche Gesetze für Abtreibungen existieren, von recht liberalen bis zur Anklage auf Mord für die Schwangere, die ihre Schwangerschaft frühzeitig medikamentös beendet. Das Buch ist aus meiner Sicht nicht ihr Bestes (was unter anderem an der schwierigen Struktur liegt), aber es legt auch diesmal den Finger wieder auf die Wunden des modernen Amerika und der moralischen Fragen, die damit einhergehen. Lesenswert ist dieser Roman daher auf jeden Fall!

Emotionales und wichtiges Thema

Von: fabulabooks Datum: 08. May 2020

Jodi Picoults neues Werk "Der Funke des Lebens" beschäftigt sich erneut mit einem komplexen Thema und zwar mit Schwangerschaftsabbrüchen. Ein Polizist wird zu einer Abtreibungsklinik gerufen, in der ein Mann um sich schießt. Beim Eintreffen erfährt er, dass sich auch seine Tochter und seine Schwester in dieser Klinik befinden. Ab diesem Zeitpunkt tut er alles dafür, sie dort lebend wieder heraus zu bekommen. Die Erzählung der Ereignisse erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Diese Tatsache hat es mir immer wieder erschwert, das Geschehene richtig einzuordnen. Ein paar mal bin ich sogar so durcheinander gekommen, dass ich einige Seiten zurückblättern musste, um Geschehenes noch einmal nachzulesen. Erschwerend kam hinzu, dass aus vielen verschiedenen Perspektiven der beteiligten Personen berichtet wurde. Mit der Zeit habe ich mich aber daran gewöhnt und im Nachhinein finde ich sogar, dass diese Herangehensweise die Geschichte zusätzlich unterstützt. Zusammenhänge werden dadurch nach und nach miteinander verbunden und das Thema von vielen Seiten beleuchtet. Durch den intensiven Einblick in die Empfindungen der Charaktere habe ich mit ihnen mitfühlen und jede ihrer Entscheidungen nachvollziehen können. Die verschiedenen Blickwinkel und Argumente der Befürworter und Gegner von Abtreibungen haben zudem dazu geführt, mich selbst mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen und mit Menschen in meiner Umgebung darüber zu sprechen. Ein Roman, der mich sehr mitgenommen hat und sich mit einem Thema auseinandersetzt, das in unserer Gesellschaft immer noch viel zu sehr tabuisiert wird.

Das erste Jodi Picoult Buch, das mir nicht so gefiel

Von: Judikos Welt Datum: 07. May 2020

Wer einmal einen Roman von Jodi Picoult gelesen hat, der weiß, was ich an der Autorin schätze. ⁣ - Ihren sehr klugen Schreibstil. ⁣ - Brisante Themen, die sie immer aufgreift. ⁣ - Wendungen, die man oft nicht erwartet. ⁣- Dass man aus ihren Büchern immer etwas mitnimmt.⁣ - Gedankenanstöße die sie gibt, Dinge auch mal anders zu beleuchten.⁣ - Konfliktfragen, mit dem man sich als Leser auseinander setzt. ⁣ - Ihre sehr gute Recherche, z.b war sie für diesen Roman sogar bei einer Abtreibung dabei. ⁣ All das, was mir so gut gefällt, macht sie stets mit ganz viel Gefühl. Da bleibt kein Auge trocken. Bisher habe ich bei jedem Buch geweint.⁣ Klar, dass ich nach soviel Lob mich wahnsinnig auf das neueste Buch gefreut habe. ⁣ ⁣ Zum Inhalt:⁣ Es ist 17 Uhr, in Jackson (Mississippi), als das Ende eines schrecklichen Amoks naht. In einem Center für Frauen, hat Stunden zuvor ein Mann sich gewaltsam Gehör verschafft. Dabei sind Menschen verletzt und sogar getötet worden. Unter ihnen auch die 15 jährige Wren, die ausgerechnet an diesem Tag, mit ihrer Tante da war. ⁣ Sie ist die Tochter des Polizei Unterhändlers Hugh McElroy, der Vermittler diesen Amoklaufs. Schafft er es, seine Tochter und Schwester zu retten? Zwei Väter, zwei Töchter und die Frage nach dem Funke des Lebens. ⁣ ⁣ Eigene Meinung:⁣ ⁣ An sich finde ich es sehr interessant, dass zwei Themen miteinander verknüpft sind, nämlich Amok und Abtreibung. Dennoch muss ich leider zugeben, dass mich dieses Mal, das Buch nicht überzeugen konnte. ⁣ Lange musste ich überlegen, woran es lag und lange wusste ich auch keine Antwort darauf. Auch jetzt kann ich nur vermuten, dass es wohl an der Rückwärtserzählung gelegen hat. Wie schon erwähnt, beginnt das Buch mit dem nahenden Ende des Amoks. Dann springt der Leser im Stundentakt in die Vergangenheit. Für mich fehlte dann die Spannung, da ich ja schon wusste, wer verletzt und wer tot war. ⁣ ⁣ Aber, mir fehlte auch der Bezug zu den Protagonisten. Es waren so viele, dass ich anfänglich nicht mal richtig in die Geschichte fand. Nach und nach lernt man die Personen und deren Geschichte zwar kennen, aber da war ich emotional nicht mehr so bei ihnen. ⁣ ⁣ Ich glaube auch, dass das Thema Abtreibung, hier in Deutschland, nicht so diskutabel ist, wie z.B. in einigen Bundesstaaten von Amerika. ⁣ Deswegen konnte ich auch nicht wirklich etwas Neues für mich, aus dieser Geschichte ziehen. ⁣ ⁣ Obwohl ich die Bücher der Autorin, wie oben schon erwähnt, sehr mag, konnte mich ihr neuestes Werk also nicht begeistern, was mich wirklich sehr traurig stimmt. Sehr gerne hätte ich es gemocht. Nun hoffe ich auf das nächste Buch. ⁣ Auch, wenn ich dieses Mal der Geschichte nicht viel abgewinnen konnte, bleibt Jodi Picoult trotzdem einer meiner Lieblingsautorinnen.⁣ ⁣ Fazit:⁣ Der besagte Funke, aus dem Titel, ist leider nicht übergesprungen. ⁣ Da es aber doch sehr viele positive Meinungen zum Buch gibt, vergebe ich eine eingeschränkte Leseempfehlung! Die einen mögen es anscheinend, andere wiederum nicht. ⁣

Ein kontrovers diskutiertes Thema gut in Szene gesetzt

Von: Lilli33 Datum: 06. May 2020

Inhalt: Geiseldrama in einer Abtreibungsklinik in Jackson, Mississippi. Der Polizist Hugh McEnroy muss entsetzt feststellen, dass seine 15-jährige Tochter Wren und seine Schwester Bex sich zusammen mit anderen in der Gewalt eines bewaffneten Mannes befinden. Der Täter ist selbst Vater einer minderjährigen Tochter, die ihr Kind abgetrieben hat. Er sinnt auf Rache für sein ungeborenes Enkelkind … Meine Meinung: Abtreibung ja oder nein? Kaum eine Entscheidung fällt einer Frau in Not schwerer als diese. Und es gibt sicherlich ebenso viele Argumente dafür wie dagegen. Jodi Picoult gelingt es mal wieder sehr gut, beide Seiten zu Wort kommen und ihre Argumente darlegen zu lassen. Es ist ein Dilemma, das jeder für sich lösen muss. Auch das wird in diesem Roman klar. Was für die eine Frau die richtige Lösung ist, muss es nicht für die andere sein. Oder sogar: Was vor Jahren die richtige Lösung war, ist es heute vielleicht nicht. Mir gefiel, wie die Autorin anhand mehrerer Protagonist*innen in ganz verschiedenen Lebenssituationen das Problem von allen Seiten rundum beleuchtet und analysiert. Dies geschieht sehr einfühlsam und bewegend. Bis zu einem gewissen Maß kann man sogar den Täter verstehen, auch wenn man seine Tat natürlich nicht gutheißen kann. Picoults Schreibstil ist wie immer großartig. Sie trifft mit ihren Worten den Nagel auf den Kopf und vermag die Leserschaft zu fesseln. Die Charaktere sind tiefgründig ausgearbeitet und wirken sehr authentisch. Nach und nach werden ihre Geheimnisse freigelegt. Was mir allerdings nicht behagte, war das „Aufzäumen von hinten“. Die Erzählung beginnt mit der Stunde zwischen 17 und 18 Uhr, um dann auf 16 Uhr zu springen und so weiter im Stundentakt rückwärts bis früh morgens. So passiert es oft, dass man Dinge, die dann zu einer früheren Stunde am Tag geschehen (also hinten im Buch), schon weiß, weil sie Auswirkungen auf die zeitlich späteren Ereignisse hatten und deshalb schon vorne im Buch erwähnt werden mussten. Diese Erzählweise scheint mir etwas unglücklich gewählt. Trotzdem ist es insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt und dabei Informationen bereithält, aber auch unterhaltsam zu lesen ist.

Der Funke des Lebens

Von: elena_liest Datum: 03. May 2020

In einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, läuft ein Mann Amok. Als der Polizeiunterhändler Hugh McElroy an den Tatort gerufen wird, erhält er eine schockierende Nachricht auf seinem Handy: seine Tochter befindet sich unter den Geiseln des Amokläufers. Ein atemberaubender Kampf um Verständnis und Gehör beginnt - und fordert seine Opfer. Jodi Picoult macht mit "Der Funke des Lebens auf ein sehr heikles Thema aufmerksam: Abtreibung. Dabei versteht sie es, weder die Seite der Abtreibungsbefürworter, noch die Seite der Abtreibungsgegner in Verruf zu bringen. Vielmehr versucht sie, die drängendste Frage in diesem Konflikt zu beantworten: Wie kann das Selbstbestimmungsrecht von Frauen mit dem Schutz des ungeborenen Lebens in Einklang gebracht werden? Dabei setzt die Autorin wie gewohnt auf starke Protagonisten und einen besonderen Erzählstil. Die Geschichte wird vom Ende zum Anfang hin erzählt. Der Leser weiß somit von Anfang an, wie das Buch ausgehen wird (bis auf kleine Details). Trotzdem fand ich es sehr spannend zu lesen, was dem Täter während des Amoklaufs durch den Kopf ging und welche Gedanken die Geiseln und Todesopfer hatten. Im Buch erhält jede an der Tragödie beteiligte Person eine Stimme, was manchmal dazu führte, dass ich nicht sofort wusste, um wen es gerade geht (zumal die Namen auch sehr ähnlich waren). Insgesamt war das aber nicht so schlimm. Jodi Picoult bringt die Gedanken gegen die Abtreibung auch in den Kontext des Rassismus und hat mir so nochmals ganz andere Gedankengänge zu dem Thema eröffnet. Generell regt ihr Buch sehr zum Nachdenken an und hilft, sich der eigenen Position zum Thema klar zu werden. Vor allem ihr Nachwort zum Buch war sehr interessant. Ein Manko beim Lesen waren aber die Fehler bei der Übersetzung. Ich bin leider öfter über grammatikalisch nicht korrekte Stellen im Text gestolpert. Sowas finde ich einfach super schade, zumal mir gerade der Schreibstil der Autorin auch eigentlich sehr gut gefällt. "Der Funke des Lebens" ist sicherlich nicht Picoults stärkstes Buch, trotzdem hat es mir wieder gut gefallen und ich kann ihre Werke sehr empfehlen. Ich vergebe 3,5 / 5 ⭐ und werde jetzt definitiv wieder mehr Bücher der Autorin lesen.

Fantastisch

Von: Issy Datum: 02. May 2020

Ich habe das Buch erst 20 Minuten gelesen und konnte nicht mehr aufhören. Dadurch, dass es immer aus verschieden Perspektiven geschrieben wird, war es am Anfang sehr verwirrend. Man liest sich aber ziemlich schnell ein und bekommt ein Gefühl für das Buch. Ich fand es sehr toll, dass das Thema worum es in dem Buch handelt, ein Thema ist, worüber man sich meistens keine Gedanken macht. Dieses Buch hat mich total in den Bann gezogen,weil ich unbedingt wissen wollte über die Geiselnahme ausgeht. Ich lese selten so gute Bücher und das ist einer meiner absoluten Favoriten geworden. Die Schreibweise und die Geschichte ist einfach nur richtig gut geworden. Ich kann es nur weiterempfehlen!

Der Funke des Lebens

Von: LinesLieblingsbuecher Datum: 01. May 2020

Vielen Dank an das @bloggerportal für die Bereitstellung dieses Buches. Autorin: Jodi Picoult Verlag: C.Bertelsmann Erschienen am: 27.04.2020 Ich habe wirklich schon viele Geschichten der Autorin gelesen. Und was mir bei fast allen in Erinnerung bleibt, ist der innere Konflikt, in den die Autorin ihre Leser bringt. Daher wollte ich auch diese Geschichte unbedingt lesen. Zum Inhalt: Eines morgens erlebt eine Frauenklinik in Jackson einen wahren Alptraum. Ein bewaffneter Mann betritt die Klinik, schießt um sich und nimmt die anwesenden Patienten als Geisel. Der erfahrene Polizist McElroy wird hinzugezogen, um mit dem Täter zu verhandeln. Als McElroy vor Ort ist erfährt auch er seinen persönlichen Alptraum, denn unter den Geiseln ist auch seine 15jährige Tochter, die er mit allen Mitteln zu retten versucht. Fazit: Jodi Picoult hat die Fähigkeit brisante Themen zu durchleuchten und kontroverse Meinungen offenzulegen, wie kaum eine andere Autorin. Eben dies habe ich mir auch von „Der Funke des Lebens“ erhofft. Ich hatte gehofft, dass mir unterschiedliche Überzeugungen zum Thema Abtreibung näher gebracht werden und an meiner persönlichen Haltung gerüttelt wird. Das hat die Autorin für mich hier allerdings nicht geschafft. Denn ich bin zu keinem Zeitpunkt wirklich in die Geschichte eingestiegen. Ich hatte wirklich Schwierigkeiten, die unterschiedlichen Personen kennenzulernen und mich in diese einzufühlen. Das die Autorin die Geschichte in zeitlichen Rückblicken erzählt, hat mich leider ebenfalls gestört. Ich empfand dies nicht zuträglich zur ohnehin mühsamen Geschichte. Eigentlich gräbt Jodi Picoult ganz tief in ihren Geschichten, entdeckt dabei Dinge, die normalerweise verborgen bleiben und beleuchtet diese dann aus verschiedenen Richtungen. Für mich blieb dies in der Geschichte leider aus. Obwohl die Autorin wieder ein brisantes Thema in den Mittelpunkt stellt, hat mir die Umsetzung diesmal leider nicht ausgereicht. Trotzdem bleibt Jodi Picoult für mich eine der stärksten Autorinnen unserer Zeit.

Überragend

Von: Jenny Datum: 29. April 2020

Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen. Den das große Thema, welches über diesem Buch steht ist das Recht auf Abtreibung. Da ich selber eine Frau bin, die nicht einfach ein Kind bekommen kann, da dies gesundheitlich nicht möglich ist, fand ich das Thema für mich besonders interessant. Aber bei Abtreibung geht es nicht einfach nur um Leben und Tod. So viele Themen preschen zusammen und müssen beachtet werden, genau das macht dieses Thema auch so schwierig. Es gibt kein ja und kein nein, kein so macht man es richtig und so macht man es falsch. Es gibt Gegner und es gibt Menschen die eine Abtreibung verstehen und vielleicht sogar in Betracht ziehen. Dieses Thema ist so komplex und schwer... aber ich finde Jodi Picoult ist genau die richtige Autorin dafür. Ihre Bücher sind meistens keine einfach Kost. Aber Jodi Picoult lässt dieses Thema so weit offen, dass sie keinen Belehrt und man aus dieser Geschichte nur nachdenklich herausgeht und nicht mit einer Meinung, die dem Leser aufgezwungen wurde. Die einzelnen Schicksale gehen sofort ans Herz. Ich habe versucht mich in alle hineinzuversetzen. Und ja, es ist schwer, aber wenn man genug Empathie aufbringen kann, dann versteht man manches einfach. Und man grübelt. Man grübelt, ob man das darf, ob das so in Ordnung ist. Vielleicht hatten manche Menschen schon vorher eine Meinung zu diesem Thema und sehen jetzt doch einige Punkte einfach anders. Das ist das faszinierende an Büchern. Sie geben einem manchmal die Möglichkeit, sich mit mehr Perspektiven auseinanderzusetzen. Es wäre kein Jodi Picoult Buch wenn nicht am Ende noch eine große Wendung kommen würde. Einfach ein Meisterwerk, mit einem sehr schweren Thema und keine leichte Kost, aber es lohnt sich so sehr dieses Buch zu lesen. Dieses Thema und alles drum herum noch mal zu beleuchten und mal hinter die Kulissen zu gucken, anstatt gleich mit dem Zeigefinger auf jemanden zu zeigen. Spannung, Charaktere die ihre eigenen Geschichten haben, ein Thema, welches so umstritten ist und zum Nachdenken anregt. Was will man mehr von einem richtig guten Buch? 5 von 5 Sterne.

Unglaublich spannend und einfach richtig, richtig gut!

Von: Andrea B. Datum: 27. April 2020

Alles scheint simpel: ein Mann ist in Jackson, Mississippi in eine Frauenklinik eingedrungen und hat dort das Feuer eröffnet, Menschen verletzt, getötet und Geiseln genommen. Polizeiunterhändler Hugh McElroy versucht zu verhandeln, als ihn die Nachricht erreicht, dass seine eigene fünfzehnjährige Tochter in der Klinik ist, sie ist eine der Geiseln. Doch es handelt sich hier um ein Buch von Jodi Picoult, das bedeutet nichts ist simpel und nichts ist so, wie es zunächst scheint. Es geht um eine Debatte, die auf der ganzen Welt immer wieder geführt wird, mal mehr, mal weniger sachlich, mal mehr, mal weniger gewalttätig. Welten prallen aufeinander und es geht um Grundsatzdiskussionen. Hier jedoch geht es nicht um die Theorie, es geht um Menschen, die direkt betroffen sind. Es geht um das Recht auf Abtreibung. Wieder einmal hat sich Jodi Picoult eines Themas angenommen, bei dem es kein „richtig“ und kein „falsch“ gibt. Abtreibung ist eines der sensibelsten und umstrittensten Themen unserer Zeit. Das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper trifft auf das Recht auf Leben, auf Religion, auf persönliche Schicksale. Wer darf was, wer hat welche Rechte und wie bringt man all das unter einen Hut? Genau damit beschäftigt sich der Gesetzgeber auf der ganzen Welt schon seit vielen, vielen Jahrzehnten. Jeder hat seine eigene Meinung zu dem Thema, viele waren auf die ein oder andere Art schon davon betroffen. Picoult schafft es mal wieder eine Debatte zu entfachen, indem sie ein großes Thema herunterbricht auf das Leben von einer Handvoll Menschen. Man hört die unterschiedlichen Standpunkte nicht nur, man erlebt sie. Picoult agiert nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Sie belehrt nicht. Sie zwingt einem nicht ihre Meinung auf. Das ist der Grund, warum sie zu meinen Lieblingsautorinnen zählt. Sie lässt jeden Leser selbst entscheiden woran er oder sie glauben will und auf welcher Seite er oder sie steht. Konkret geht es in diesem Buch um den Schützen, der sich mit seiner Tat Gehör verschaffen will und natürlich Rache, um einen Unterhändler, der Leben retten will – vor allem das seiner Tochter Wren. Es geht um ebendieses Mädchen, das sich in der Klinik befindet, erst 15 Jahre alt. Es geht um eine Krankenschwester, einen Arzt, eine Pro-Leben-Aktivistin, die sich als Patientin eingeschleust hat und jetzt selbst den Hass zu spüren bekommt, den sie predigt. Und um ein Mädchen, dass wegen Mordes angeklagt wird, weil ihm keiner helfen wollte. Es geht um Menschen, die an diesem Tag aufeinandertreffen als Sinnbilder für einen Konflikt. Die Charaktere reißen einen direkt in die Geschichte hinein und lassen einen nicht mehr los. Man wird mitgerissen von der Handlung, berührt von den jeweiligen Gefühlen und Schicksalen. Man macht sich Sorgen und man fängt an, sich von der entstehenden Debatte, von den jeweiligen Positionen einnehmen zu lassen. Ja, es geht in erster Linie natürlich um die Handlung, aber man kann kein Jodi Picoult Buch lesen, ohne selbst ins Grübeln zu kommen. Das Buch ist unglaublich spannend. Es dauert nur wenige Sätze und schon lässt einen die Spannung nicht mehr los. Man hat Angst um die Charaktere, vor allem Wren, man fragt sich, wie das alles enden wird. Gibt es ein Happy End? Oder bleibt am Ende nur Blut und Tod übrig? Dann kommt kurz vor Schluss noch die Wendung und so vieles ergibt auf einmal Sinn. Einfach nur wow! Fazit: Ich bin total fertig. Das Buch hat mich echt emotional durch die Mangel gedreht. Es ist unglaublich spannend, berührend, tragisch, schön und vor allem unbeschreiblich gut. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten, geweint und sehr viel nachgedacht. Wenn man jemanden auf der Straße auf das Thema Abtreibung ansprechen würde, ich denke jeder hätte eine Meinung dazu. Die Debatte wird nicht nur hierzulande leidenschaftlich geführt. Nehmen wir nur mal Polen, dort wird das Abtreibungsrecht konsequent immer mehr verschärft. Inzwischen ist es quasi nicht mehr existent. In den USA ist das Thema besonders brisant. Es gibt jedes Jahr Anschläge auf Abtreibungskliniken oder Frauenkliniken, in denen auch Abtreibungen angeboten werden. Es gibt Verletzte und Tote im Namen von Religion, Fanatismus und persönlichen Gefühlen. Man mag von der Abtreibung und den rechtlichen Rahmenbedingungen halten was man will, aber es ist ein Thema, das jeden beschäftigt, jeder hat eine Meinung dazu. Dieses Buch greift die verschiedenen Positionen auf und überträgt sie auf die Charaktere. Man erlebt durch sie die verschiedenen Argumente und Überzeugungen. Gleichzeitig jedoch wachsen sie einem sehr schnell ans Herz, besonders Wren und ihr Vater. Man kann sich der Diskussion nicht entziehen, ebenso wenig aber auch der menschlichen Komponente. Was mir besonders gut gefiel war neben der genialen Wendung, dass die Zeit im Buch rückwärtslief. Es beginnt um 17 Uhr, das nächste Kapitel startet um 16 Uhr, dann 15 Uhr und so weiter. Ich mag sowas sehr gerne. Ich bin jetzt jedenfalls total am Ende und muss mich erstmal erholen. Das Buch konnte mich vollkommen überzeugen und erhält wohlverdiente 5 Sterne.

Sehr beeindruckend

Von: Nadine Dietz Datum: 27. April 2020

Wer die Romane von Jodi Picoult kennt, weiss, dass sie immer ein kontroverses Thema aufgreift. Das Thema Abtreibung wird hier von mehreren Standpunkten, eingebettet in eine spannende Geschichte und authentische Charaktere, sehr einfühlsam beleuchtet. Das gesamte Seelenleben wird einfühlsam offengelegt und dem Leser nahegebracht. Ich konnte mich gut in sie einfühlen und spürte ihre Not. Der Schreibstil ist packend und es erfordert viel Konzentration, um den doch recht vielen Figuren und Handlungssträngen zu folgen. Der Roman macht nachdenklich und hat mich sehr beeindruckt. Das Cover ist wunderschön gestaltet und passend gewählt. "Der Funke des Lebens" macht Mut und ich war sehr auf den Ausgang gespannt. Fazit: Ein berührender, einfühlsamer und kluger Roman. Vielen Dank dafür. Ich vergebe 4,5/5 ⭐

Ein Drahtseilakt zwischen Gefühlt

Von: Nessi Datum: 24. May 2020

„Der Funke des Lebens“ war für mich das erste Buch der Autorin Jodi Picoult. Aus den verschiedensten Perspektiven spricht sie die heikle Thematik der Abtreibung an, indem sie ohne eigene Wertung sämtliche Meinungen oder Konflikte zwischen Glaube und Logik durch ihre Figuren ausdrückt. Diese traten leider zu Beginn des Romans so gehäuft auf, dass es dem Leser nicht leichtfällt, alle Personen und Lebensgeschichten auseinanderzuhalten. Die enorme Tiefe und Vielschichtigkeit der Charaktere war dabei eher ein Hindernis als eine Stütze, da bereits im ersten Kapitel alle Figuren eingeführt und mit zahlreichen vergangenen und aktuellen Details versehen werden. Mit einem enormen Fingerspitzengefühl schafft es Picoult, das Thema Abtreibung vollständig zu beleuchten und so gut wie jede Perspektive verständlich zu machen. Trotzdem stehen die Figuren und ihre Lebensgeschichten im Vordergrund, welche sie auf die eine oder andere Weise zum Zeitpunkt des Geschehens in die Klinik geführt haben. Interessant sind dabei auch die völlig verschiedenen Altersgruppen der Protagonisten. Inhaltlich ist „Der Funke des Lebens“ ein vielseitiger Roman über Liebe, Schmerz, Leid und den Glauben an das Leben. Gleich zwei Vater-Tochter-Beziehungen stehen im Mittelpunkt der dramatischen Ereignisse, welche Gemeinsamkeiten, aber auch große Unterschiede aufweisen. Jedoch hat mich der Handlungsaufbau vor ein schwerwiegendes Problem gestellt: Die Geschehnisse rund um die Frauenklinik werden rückwirkend erzählt, also mit der Auflösung des Konfliktes vor Ort beginnend. Zwar war es interessant, die bewegenden Geschichten der Figuren und schließlich im Epilog noch kleinere Showdowns zu erleben, jedoch hat die Erzählweise für mich jegliche Spannung aus dem Handlungsaufbau genommen.

Großartiger Roman!

Von: Recensio Online Datum: 12. May 2020

Wer, wenn nicht Jodi Picoult, ist dazu prädestiniert, ein solch sensibles Thema in einem Roman zu verarbeiten? Ihr gelingt es bei jedem Thema, über das sie schreibt, dem Leser das Urteilen selber zu überlassen. Nie repräsentiert sie nur eine Meinung, sondern gibt immer genug Stoff, sich selbst Gedanken zu machen und die Situation zu bewerten. „Was aus einem Blickwinkel wie Gewalt aussah, sah aus einem anderen wie Gnade aus.“ (Zitat) Und genau aus diesem Grund schafft sie es, die Protagonisten so komplex zu gestalten. Während der Geiselnahme in der Frauenklinik, in der sowohl Abtreibungen vorgenommen werden als auch zu Empfängnisverhütung beraten wird, lernen wir die Frauen und ihre Beweggründe kennen. Sie alle hier vorzustellen, würde den Rahmen sprengen. Aber um es in Jodi Picoults Worten zu sagen: „Wo wir die Linie ziehen, verändert sich – nicht nur jene zwischen denen, die Gegner, und jenen, die Befürworter eines Schwangerschaftsabbruchs sind, sondern auch die jeder einzelnen Frau, abhängig von ihren Lebensumständen.“ (Zitat) Jede Frau bringt ihre eigene Geschichte mit. Abtreibungsgegner und -befürworter kommen hier gleichermaßen zu Wort. Man neigt dazu, vorschnell über die Frauen zu urteilen. Doch je besser man sie kennen lernt, ihre Beweggründe und ihr Leben, desto besser versteht man sie. Dazu sei gesagt, dass die Abtreibungsgesetze in den USA gänzlich anders geregelt sind als hier in Deutschland. Das beginnt schon damit, dass jeder Staat sein eigenes Alter setzt, bis zu dem ein Fötus abgetrieben werden kann. Auch die soziale Absicherung ist in den Staaten eine ganz andere als hier – nämlich kaum vorhanden. Außerdem steht Empfängnisverhütung aus religiösen Gründen nicht urteilsfrei zur Verfügung – so dass es überdurchschnittlich oft zu Abtreibungen kommt. „Gesetze sind schwarz und weiß. Das Leben von Frauen besteht aus tausend Grautönen.“ (Zitat) Wieder einmal besticht der Roman von Jodi Picoult durch lückenlose Recherche und spannende Aufarbeitung des Themas. Informativ, aber auch schockierend bringt sie dem Leser beide Seiten einer Medaille zur Beurteilung und überlässt es ihm, die Figuren positiv oder negativ zu empfinden. Einziger Kritikpunkt ist für mich die Erzählweise – die mochte ich persönlich einfach nicht, bringt die Story aber voran, und es ist nachvollziehbar, weshalb sie keine zeitlich chronologische Erzählung gewählt hat. Die Geschichte wird rückwärts erzählt – vom Zeitpunkt der Geiselnahme als Startpunkt bis zur Öffnung der Klink am Morgen am Ende. Persönliches Fazit: Jodi Picoult bringt die eigenen Glaubenssätze ins Wanken und regt zum Nachdenken an. Ihr ist wieder einmal ein Drama gelungen, welches Diskussionen entfachen und die Gemüter erhitzen wird.

Ich werde mehr von Jodi Picoult lesen

Von: Davina Datum: 10. May 2020

Es war mein erstes Buch von Jodi Picoult. Der Schreibstil hat mich sofort gefesselt und ich habe das Buch in sehr kurzer Zeit zu Ende gelesen. Ich war überrascht, dass das Buch kurz vor dem Ende beginnt und dann zurück in die Stunden vor dem Geiseldrama springt. Aber das hat mir gefallen. Das Thema Abtreibung ist nicht neu, aber es war gut, sich mal wieder damit auseinander zu setzen und mir wurde durch das Buch wieder bewusst, wie viele Perspektiven es doch gibt. Es hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Der Schreibstil verlangt einem jedoch eine gewisse Konzentration ab. Von einem Absatz zum nächsten springt man in die Schilderungen der unterschiedlichen Charaktere und muss kurz überlegen - wer war das jetzt noch mal? was war der Hintergrund? Aber das war vollkommen ok. Ich habe das Buch gemocht. Es hat mich gut unterhalten und war auch noch in meinem Kopf, wenn ich nicht gerade gelesen habe. Bevor ich ein neues Buch danach anfangen konnte, musste ich mir erst ein paar Tage Zeit geben. Einen Stern Abzug gab es, weil ich beim Lesen manchmal das Gefühl hatte, dass sich Themen der Charaktere wiederholten, auch, wenn jedes Mal ein neues Puzzleteil hinzu kam, so dachte ich manchmal, "nicht schon wieder". Ich glaube, das Buch kann unterschiedlichste Personen gut ansprechen. Die Hintergründe scheinen mir gut recherchiert. Ich werde das Buch weiter empfehlen.

interessante Erzählweise

Von: Harakiri Datum: 09. May 2020

Jodie Picoult greift wieder ein heißes Eisen an: Mit dem Thema illegale Abtreibung traut sie sich in Gebiete vor, die normalerweise kein Gegenstand von Romanen sind. Aber gerade hier liegt ja Picoults Stärke. Für ihr neues Buch „Der Funke des Lebens“ hat die Autorin wieder total gut recherchiert und bringt auch geschichtliche Hinweise mit ein, die ich sehr interessant fand. Z.B. wurden schon im Altertum Abtreibungen mit heißem Zwiebeldampf versucht oder dann im Mittelalter mit verschiedenen Kräutern. Im Mittelpunkt der Handlung steht Hugh, der seine Tochter in den Händen eines Geiselnehmers weiß. Dieser ist in die Abtreibungsklinik eingedrungen und hat wild um sich geschossen. Erzählt wird die Geschichte rückwärts. Der erste Abschnitt beginnt mit dem Höhepunkt der Geiselnahme und endet dann mit einem Cliffhanger, der erst ganz am Ende – und da für meine Augen ein wenig zu lapidar – wieder aufgenommen wird. Ein Buch rückwärts zu erzählen ist ja nicht einfach und ich hätte es mir auch zeitlich andersherum gewünscht, weil man so ja schon weiß, was als nächstes mit den Personen geschieht. Andererseits war es interessant, die Geschichten der Beteiligten dann näher kennenzulernen. Allerdings blieben am Ende noch einige Fragen offen, u.a. eine sehr wichtige, was mich ein wenig geärgert hat. Teilweise hat sich das Buch ein wenig in die Länge gezogen, dennoch war es sehr interessant zu lesen. Da es in den USA teilweise noch illegal ist, sein Kind abzutreiben, bekam die Geschichte mit Beth noch zusätzliche Brisanz. Fazit: Sehr interessante Geschichte über das Thema Abtreibung und die psychischen Folgen für Frauen, gekonnt verpackt in die Handlung und teilweise auch spannend erzählt.

Etwas gewöhnungsbedürftiger Aufbau !!

Von: Die-Rezensentin Datum: 08. May 2020

Auch diesmal sich Jodi Picoult wieder an ein brisantes Thema herangewagt. Abtreibung in den USA- in manchen Staaten unter Umständen geduldet, in anderen strengstens verboten. Hugh McElroy wird als Unterhändler zu einer Geiselnahme in eine Frauenklinik gerufen. Als er beginnt, mit dem Geiselnehmer zu verhandeln, bekommt er die erschreckende Nachricht, dass sich seine Tochter Wren unter den Geiseln befindet. Ich liebe die Bücher von Jodi Picoult, weil sie die Geschichte meist aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Bei `Der Funke des Lebens` fand ich es allerdings etwas verworren. Der Aufbau der Handlung war für mich sehr gewöhnungsbedürftig, er ist nicht im üblichen Sinne chronologisch, sondern beginnt um 17 Uhr, wenn quasi schon alles zu Ende ist. Die Kapitel laufen rückwärts und gehen stundenweise zurück. 17 Uhr, 16 Uhr, 15 Uhr usw. Das hat mir nicht wirklich gefallen. Vor allem hat es erstmal mehrere Kapitel gebraucht, bis ich das kapiert hatte. Dazu kommt, dass sehr viele verschiedene Personen vorgestellt werden, das fand ich zusammen mit den rückwärts laufenden Kapiteln etwas too much. Die Kernfrage ist aber: Abtreibung ja oder nein? Die Geiseln sitzen in der Klinik fest, alle aus verschiedenen Gründen und jede von ihnen hat eine Geschichte. Doch was treibt den Geiselnehmer überhaupt an? Fragt man sich während des Lesens, was die verschiedenen Handlungsstränge miteinander zu tun haben, darf man sich auf das letzte Kapitel- 18 Uhr und ein überraschendes, gut ausgetüfteltes Ende freuen. Das hat mich wirklich wieder versöhnt mit dem beschwerlichen Anfang. Allerdings konnte `Der Funke des Lebens` mich lange nicht so fesseln, wie viele ihrer anderen Bücher. Da gibt es weitaus spannendere Romane von Jodi Picoult.