Maria Semple

Wo steckst du, Bernadette?

Wo steckst du, Bernadette? Blick ins Buch

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Bernadette Fox ist chaotisch, überfordert – und ungeheuer liebenswert. Ihr Ehemann Elgie, der neue Hoffnungsträger bei Microsoft, mag ihren Witz. Und ihre verrückten Ideen. Irgendwie auch ihre Unsicherheit, wenn sie mal wieder von quälenden Ängsten heimgesucht wird. Die anderen Mütter, allesamt perfekt organisiert, halten Bernadette allerdings für eine Nervensäge. Verantwortungslos. Schließlich beschäftigt sie online eine indische Assistentin, die den Alltag für sie regelt. Zum Stundensatz von 0,75 Dollar reserviert Manjula den Tisch im Restaurant, erledigt mal eben die Bankgeschäfte und bucht den Familienurlaub in die Antarktis. Und für ihre 15jährige Tochter Bee, die kleine Streberin, ist Bernadette, na ja, eine Mutter. Bee kennt ja keine andere. Doch irgendwann beschließt Bernadette auszubrechen. Ihr wird das alles zu viel. Und auf einmal ist sie verschwunden …

Bist auch du eine Bernadette?

Von: lovelyliciousme Datum: 20. January 2016

Worum geht es in dem Buch? Bernadette Fox, chaotisch, leicht überfordert in manchen Dingen, Architektin ihrer Zeit und unglaublich liebenswert. Sie lebt mit ihrem Ehemann Elgie, erfolgreicher Microsoft Angestellter und Tochter Bee in einer ehemaligen Mädchenanstalt. Doch das Haus ist sehr heruntergekommen und droht zu verfallen. Denn Bernadette hat ihren Glauben an sich und ihre Fähigkeit Häuser neu zu erschaffen verloren. Doch Elgie und Bee sehen darüber hinweg, denn sie lieben Bernadettes Humor, Witz und ihre ganz eigene Art zu leben! Doch Bernadette wird des Öfteren heimgesucht von quälenden Ängsten. Solche die sie dazu veranlassen in eine Schockstarre zu verfallen und nicht weiter machen zu können. In solchen Momenten findet sie andere Mütter ganz besonders perfekt organisiert und hält diese für tierische Nervensägen. Um in solchen Momenten dennoch Dinge erledigt zu bekommen, beschäftigt sie eine Assistentin. Sie korrespondiert online mit Manjula, denn diese sitzt in Indien und arbeitet für 0,75 Dollar die Stunde, alle Dinge ab, die Bernadette ihr aufträgt. Angefangen über Restaurant Buchungen bis hin zu Bankgeschäften und der Planung des gemeinsamen Familienurlaubes, in die Antarktis! Antarktis? Bee, ihrerseits Streberin, hat über Monate an diesem Thema in der Schule gearbeitet und möchte nun alles in Natura sehen. Laut ihren Eltern hat sie sich dies auch mehr als verdient. Sie sieht Bernadette als Mutter an, nicht perfekt, nicht Mutter spezifisch, aber ihre Mutter und sie will auch keine andere. Doch plötzlich ist Bernadette verschwunden? Sie ist ausgebrochen aus ihrem Leben und hat sich auf und davon gemacht? Wo kann sie nur sein?! Wurde ihr alles zu viel? Wer ist Maria Semple? Maria Semple reiste die ersten Jahre ihres Lebens mit ihren Eltern kreuz und quer durch Europa, bevor sie nach Los Angeles und später nach Colorado zog. Sie studierte am Bernard- College und reichte nach erfolgreichem Abschluss ein Skript bei Twentieth Century Fox ein. Somit zog es sie nach LA. Mittlerweile lebt sie mit Tochter und Ehemann in Seattle. Schreibt Bücher, studiert nebenbei und hat es geschafft mit „Wo steckst du, Bernadette?“ 30 Wochen auf der NY-Times Bestsellerliste zu stehen! Wie hat mir das Buch gefallen? Ausgesucht habe ich mir das Buch, weil mich das Cover direkt angesprochen hat. Es war nur zweitrangig der Klappentext, denn viel interessanter fand ich Bernadette mit ihrer großen Sonnenbrille und dem Buchtitel. Umso erfreuter war ich, als ich bereits nach wenigen Seiten feststellen musste, genau mein Ding! Da liest sich ein Buch fast von alleine. Maria Semple, hat nicht einfach ein Buch geschrieben, nein! Sie hat ein Buch geschrieben welches eine Kombination aus Brief- und Dialogform bildet. Briefe und E-Mails, die zwischen den einzelnen Protagonisten geschrieben werden und die Erzählungen bzw. Dialoge werden aus der Sicht von Bee dargestellt. Aus der Sicht einer 15 jährigen! Das Buch ist eine wunderbare Komödie. Es hat doch einen recht schwarzen Humor, der in vollen Zügen in den Briefen und E-Mails ausgelebt wird. Des Öfteren gerät man ins schmunzeln und fragt sich zurecht immer wieder, das steht da nicht wirklich, oder? Das lesen alleine bereitet einem unendlich viel Freude und Spaß, denn die Abwechslung die dieses Buch mit sich bringt ist enorm. Maria Semple, legt ein ungeheures Tempo vor, gute Dialoge…vor allem wenn Bee sie wiedergibt und in ihren Gedanken durchspielt. Aber oftmals werden sogar Dialoge in Briefform abgebildet, indem kurze E-Mails ausgetauscht werden. Alleine, diese haben Pfeffer im Popo und schaffen es, binnen Sekunden das Blatt der gesamten Geschichte zu drehen. Dieses Buch ist voller Wendungen und glaubwürdiger Windungen, dass man in manchen Momentan in sich gehen muss um zu überlegen, ja wie war das nun wirklich?! Es ist eine Geschichte mit Ecken und Kanten, eine Geschichte die eigentlich traurig ist, wenn man darüber nachdenkt. Denn Bernadette hat sich in sich selbst verloren. Sie ist gescheitert mit einem Projekt und dieses hat ihr so zugesetzt da sie auch Jahrzehnte danach nicht in der Lage ist, ihren Glauben an sich selber wiederzufinden. Sie muss erst ausbrechen! Ausbrechen aus ihrem Leben, aus ihrer Familie, etwas alleine erleben und nachdenken. Erst dann begreift sie was wichtig ist und sie macht sich frei von dieser Last! Sie lernt was es heißt geliebt zu werden, dass Menschen an sie glauben und dass der wahre Glaube an sich selbst in ihr verborgen ist! Das alles erfährt Bernadette als sie ausbricht, wegläuft und unauffindbar ist. Eigentlich ist sie es nicht, denn sie hat eine Fährte hinterlassen, die ihre Tochter Bee anfängt zu verfolgen. Denn Bernadette wäre nicht Bernadette wenn sie sich nicht doch ein Hintertürchen offenhalten würde. Maria Semple hat grandiose Protagonisten erschaffen. Lediglich eine kleine Auswahl stelle ich vor, denn viele muss man lesen, aus dem Kontext verstehen lernen und begreifen was sie für ein Bindeglied in dieser Geschichte voller schwarzer Humor darstellen. Natürlich ganz weit vorne Bernadette. Sie trägt stets eine Sonnenbrille. Egal bei welchem Wetter, sie trägt stets die gleichen leicht altbackenen Klamotten (Capri Hose, Slipper und seit neustem eine Anglerweste unter ihrer Jacke). Ist ein wenig exzentrisch, vor allem dann wenn es um andere Mütter geht, ist unendlich liebevoll und sehr stolz auf ihre Tochter Bee, hat sich nach ihrem Architektendesaster nicht mehr verwirklicht, sondern verkriecht sich in einer Art Selbstmitleid. Ihr scheitern sitzt zu tief, dass sie an diesem kaputt geht! Rettet die Antarktis Bernadette oder fällt der Urlaub ins Wasser, weil sie ihre Ängste nicht in den Griff bekommt? Dann ist da noch Bee. 15 Jahre jung, talentierte Musikerin, Streberin und behält immer einen kühlen Kopf. Kühler zumindest als ihre Mutter! Die ganze Geschichte ist aus der Sicht von Bee erzählt und man erfährt gerade zum Ende des Buches vieles, was sie bewegt, wie sie zu Dingen steht und vor allem was sie an ihrer Mutter / Eltern liebt und schätzt. Bee ist für ihr Alter zwar klein und schmächtig aber von ihrem Verstand her eine ganz Große! Mehr will ich nicht verrate, außer dass es sich lohnt in dieses aberwitzige Buch, mit viel schwarzem Humor, ein wenig kriminalistischen Passagen und ganz viel Liebe einzutauchen. Ich vergebe 4 Herzen, für diese grandiose Entdeckung und vor allem für ein Buch was sich zu lesen lohnt. Mein Fazit: Jeder der sich neu entdecken will, jeder der eine Bernadette in sich hat (auch ohne Sonnenbrille) sollte dieses Buch zur Hand nehmen und anfangen darin zu lesen. In die einzelnen Protagonisten eintauchen, sich mitreißen lassen von der Schnelligkeit und hineinziehen lassen in eine Welt, die jedem von uns bekannt ist! Zudem macht dieses Buch total Lust auf einen Urlaub in der Antarktis!  Dieses Buch ist ein wahres Lesevergnügen und absolut gerechtfertigte 30 Wochen auf der NY Times Bestsellerliste! Hast auch du eine Bernadette in dir? XoXo Maren

Maria Semple - Wo steckst du, Bernadette?

Von: buecherherz Datum: 05. August 2016

Die Grundgeschichte an sich ist nicht sonderlich neu und besonders. Aber die Figuren sind es. Bernadette Fox, ihr Mann Elgie Branch und ihre Tochter Bee leben in einer ehemaligen Mädchenerziehungsanstalt, die mittlerweile ziemlich heruntergekommen ist. Nicht nur deswegen ist der Ruf der Familie nicht der beste. Elgie ist selten da und dann steht er auch noch voll und ganz hinter den seltsamen Verhaltensweisen seiner Frau. Und diese gefallen den Nachbarn und den Müttern von Bees Mitschülern ganz und gar nicht. Bernadette redet nämlich nicht mit ihnen, hält sich von Schulaktivitäten fern und wirkt auch ansonsten nicht sehr herzlich. Immerhin lässt sie ihr krankes Kind in einer Bruchbude wohnen. Und dann lässt sie Manjula auch noch ihren kompletten Alltag planen. Zum Beispiel die Reise, die die Familie auf Bees Wunsch hin antreten will – in die Antarktis... Bis das titelgebende Ereignis eintritt, sind schon gut zwei Drittel des Buches vorbei. Und in diesen zwei Dritteln lernt man das Leben von Bernadettes Familie sehr genau kennen. Immer wieder taucht man in die Vergangenheit ein, um die Charaktere voll erfassen zu können. Vor allem, um zu verstehen, warum Bernadette so verschroben und seltsam ist. Die Geschichte kann man dabei vor allem über E-Mails, Briefe, Krankenakten und handschriftliche Zettel verfolgen. Allein durch die Kürze vieler dieser Schriftstücke liest sich das Buch schnell und wirkt rasant. Immer neue Entwicklungen aus den Perspektiven verschiedener Leute. Zusammengehalten werden diese Einzelteile von Bees übergreifender Erzählung. Für mich persönlich schafften diese kurzen Briefe auch die Spannung. Es ging immer weiter, aber nur die wichtigsten Dinge wurden mitgeteilt. Trotz des Austausches zwischen zwei Buchfiguren war man mitten in der Geschichte. Auch die Figuren mit all ihren Besonderheiten waren spannend. Ich wollte entdecken und aufdecken, auf das Verschwinden zusteuern. Doch umso weiter die Geschichte voranschritt, umso länger wurden die Briefe. Die verschiedenen Schichten der Figuren waren auch relativ schnell aufgedeckt. Man hörte immer wieder von denselben Charakteristiken, nur durch andere Menschen. Vor allem die Skurrilitäten von Bernadette waren am Ende immer dieselben. Verschiedene Menschen brachten nur ähnliche Beispiele, um alles zu untermauern. Das Verschwinden von Bernadette brachte dann noch einmal ein wenig Schwung in die Geschichte und auch die Spannung stieg wieder. Nun wollte ich doch wissen, wo sie war und wie sie so einfach spurlos verschwinden konnte. Ich mochte die 15-jährige Bee sehr gern, doch alle Erwachsenen in ihren Umfeld – Eltern wie Nachbarn – waren anstrengend. So besonders und individuell die Charaktere auch waren, sympathisch waren sie nicht. Vor allem durch die ungewöhnlichen Eigenschaften ist es schwer, sich in sie hineinzuversetzen. Insgesamt macht das Ungewöhnliche den Reiz des ganzen Buches aus. Doch spätestens nach der Hälfte scheint alles entdeckt und erklärt. Dann lässt auch die Spannung nach, die erst zum Schluss noch einmal aufkommt. Ich musste zwar weder wirklich lachen, noch war ich tief berührt, aber ich fühlte mich sehr wohl mit dem Buch.

Ein Genuss für Fans von Büchern in Brief- und Tagebuchform

Von: Alexandra (The Read Pack) Datum: 16. July 2016

Von einem Tag auf den anderen verschwindet Bernadette Fox aus dem Leben ihrer Tochter und ihres Mannes. Die sensible, liebevolle und etwas chaotische Mutter scheint wie vom Erdboden verschluckt. Was es mit Bernadettes Verschwinden auf sich hat, erzählt “Wo steckst du, Bernadette?” von Maria Semple in ganz ungewöhnlicher Form. Aus Zeitungsartikeln, e-Mails und Notizen ergibt sich ein Ablauf von Ereignissen, der zu Bernadettes Verschwinden mündet. Nur wenige erzählerische Abschnitte lassen zwischendurch “direkt” am Geschehen teilhaben, Großteils wühlen wir uns durch die Spuren einer ungewöhnlichen Frau. Beinahe detektivisch setzt der Leser sich mit jeder neuen Quelle ein Stück des Bildes von Bernadette zusammen. Das mag anfangs verwirrend wirken, übte auf mich aber einen unwiderstehlichen Sog aus. Es kommen viele Stimmen rund um Bernadette zu Wort, die Lästereien der Nachbarin geben genau so einen Einblick in ihre Persönlichkeit wie ein Interview mit ihrem Mentor aus Studienzeiten. Durch Bernadettes Mailverkehr bekommt dann auch die Verschwundene selbst eine Stimme. Vor allem diese Abschnitte sind urkomisch und herrlich skurril. Diese Protagonistin ist so wunderbar unangepasst und chaotisch, dass ich sie einfach mochte. Ein Papagei im Taubenschlag! Neben diesem sehr unterhaltsamen und humorvollen, bunten Chaos von Buch versteckt sich in “Wo steckst du, Bernadette?” aber auch eine schöne und gefühlvolle Geschichte. Eine Geschichte darüber, wie wenig man doch Menschen manchmal kennt, auch wenn man glaubt alles über sie zu wissen. Es müssen keine “Leichen im Keller” sein, die uns entgehen. Vielmehr sind es die wahren Gefühle und Gedanken, die wir wohl häufig übersehen. Darauf macht dieses Buch ganz locker und dennoch sensibel aufmerksam. Eine schöne Botschaft. Ein bisschen geht es in diesem Buch auch um das Überwinden von Grenzen. Dafür sinnbildlich steht in der Geschichte die geplante Antarktisreise der Familie Fox. Auf Drängen der Tochter geplant und von Bernadette vorbereitet, wird diese Reise zu einem echten Abenteuer für alle Beteiligten. Unterm Strich, man merkt’s vielleicht, habe ich mich ein bisschen in dieses Buch verliebt. Locker flockig und trotzdem nicht inhaltlos, hat es mich gepackt. Ein Buch für den Liegestuhl im Sommerurlaub genauso wie für ruhige Abende im Winter. Für neugierige Leseratten wie mich, die Bücher in Brief- und Tagebuchform lieben ein echtes Herzstück.

Liebenswert durchgeknallt

Von: Eva Datum: 19. June 2016

Worum geht es? Bernadette Fox ist schräg. Sehr schräg - aber auch sehr liebenswert. Sie lebt mit ihrem Ehemann Elgie -ein Manager bei Microsoft- und der Tochter Bee -eine liebenswerte Streberin- in Seattle. Mit den überengagierten Müttern in der Nachbarschaft kann sie sich überhaupt nicht anfreunden. Genau diese Mütter sind es, die Bernadette für unorganisiert, unverantwortlich und verrückt halten, wodurch es immer wieder zu äußerst amüsanten Auseinandersetzungen kommt. Bernadette engagiert eine indische Online-Assistentin, die sämtliche organisatorischen Aufgaben für sie und ihre Familie übernimmt. Eines Tages wird Bernadette jedoch einfach alles zu viel. Und auf einmal ist sie verschwunden... Meine Meinung Mannomann! Ein unheimlich durchgeknalltes, schräges Buch, welches durch viele humorvolle Dialoge und eine schwungvolle Lebhaftigkeit besticht. Kaum hat man angefangen die Geschichte zu lesen, nimmt diese auch schon ein unheimliches Tempo auf. Einmal in die Geschichte eingesogen, ist es unmöglich dieses Buch nocheinmal aus der Hand zu legen. Fazit Ich bin total verknallt. Sowieso in Bernadette, Eglie und Bee. Aber auch die anderen Charakteren in dem Buch werden ganz wunderbar beschrieben. Da gibt es schrullige Nachbarn, seltsame Mitschüler von Bee, freundliche Lehrer... Die Erzählung in Brief- und Dialogform hat mir äüßerst gut gefallen und ich kann mich nicht erinnern einmal einen ähnlichen Stil gelesen zu haben. Super Urlaubslektüre für eine beschwingte Zeit! Für Liebhaber von schrägem Humor absolut empfehlenswert!

Wunderbare und spritzige Geschichte einer fliehenden Mutter

Von: Nina Wacht Datum: 20. May 2016

Eine Antarktisreise. Das wünscht sich Bee von ihren Eltern, als sie die geforderten hervorragenden Schulnoten nach Hause bringt. Ihre Mutter, Bernadette Fox, ist alles andere als begeistert von dieser Idee, doch kann sie ihrer Tochter nichts abschlagen, wo diese doch einen so schweren Start ins Leben hatte. So erklärt sich Bernadette - ehemaliger aufgehender Stern am Architektenhimmel, der nach einem kurzen Eklat verglüht ist - kurzerhand zur Reiseleiterin und nimmt die Planung - mit Hilfe einer vorzüglichen, ausländischen Sekretärin - für dieses Unterfangen in die Hand. Ihr Mann Elgie, Angestellter bei Microsoft und Verantwortlicher des neuen Projektes "Samantha 2" überlässt ihr diese Aufgabe gern, immerhin hat er mit seinem Projekt genug zu tun und ist mehr im Büro als Zuhause bei seiner Familie. Eigentlich könnte das Leben so richtig schön sein, wären da nicht die Vorstadt-Gnitzen, wie Bernadette die gehobene Nachbarschaft und Society in Seattle nennt, die ihr das Leben immer wieder versalzen. Dabei möchte Bernadette Fox doch nur eines: in Ruhe gelassen werden und ihren Alltag mit sämtlichen Herausforderungen meistern - zum Wohle von ihr und ihrer Tochter Bee. Doch dann geschieht etwas unvorhergesehenes und - obwohl Bernadette nur im Sinne einer Gnitze gehandelt hat - ihr ganzes Leben, wie es einst mal war, wird von Gnitzen, dem FBI und von ihrem Mann total auf den Kopf gestellt. Das ist der Moment, in dem es für Bernadette kein Zurück mehr gibt. Und auf einmal ist sie spurlos verschwunden - zwei Tage vor Weihnachten. Eine fieberhafte Suche beginnt ... Das Buch dreht sich wirklich um Bernadette, um ihr vorheriges Leben als aufstrebende Architektin, die umjubelt wird und einen sagenhaften Preis gewinnt, und die dann plötzlich - von heute auf morgen - nur noch Mutter ist und ihre sagenhaften Fähigkeiten gänzlich aus den Augen verliert. Sie gibt sich ganz ihrer Mutterrolle hin und ist, in den Augen ihrer Tochter Bee, doch eher eine Art "Übermutter" - immer da und stets von der totalen Kontrolle begleitet. Sie mag für den Leser eine undurchschaubare Person sein und vielleicht sogar unsympathisch daher kommen. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall. Im Laufe der Geschichte lernen wir die wahre Bernadette erst richtig kennen und lieben. Ihr Mann Elgie hingegen, gibt sich vollends in die Hände von Microsoft und lebt sein Leben und seinen Traum als Entwickler. Von ihm bekommt man zu Beginn der Geschichte nicht viel mit, da er stets unterwegs ist und sich lediglich seiner "Samantha 2" widmet. Wen wundert es, dass er nicht nur seine Frau aus den Augen verliert und auf der Reise - der Suche nach seiner Frau - erst lernt, was ihm im Leben wichtig ist. Bee ist eine aufgeweckte junge Dame und nicht nur klug, sondern auch abenteuerlustig. Sie ist hilfsbereit und charmant, aber auch nicht auf den Mund gefallen. So wundert es den Leser im Laufe der Geschichte auch nicht, weswegen sie sich die Reise in die Antarktis gewünscht hat. Erst die vielen Hinweise, die sie für uns in dem Buch zusammengepackt hat, führt sie letztendlich an das Ziel in eine liebende Umarmung. Ja, nicht nur die Charaktere gehen auf Reise und entwickeln sich weiter. Auch der Leser tut es. Ungewöhnlich ist - neben diesen starken Charakteren - auch der Schreibstil der Autorin. Sie erzählt die Geschichte nicht einfach so runter und schmeißt dem Leser Fakten an den Kopf, nein, sie macht das Ganze doch eleganter. Wie in einem modernen Märchen à la "Hänsel und Gretel" wirft sie dem Leser Brotkrumen in Form von Mails und Briefen hin, damit dieser sich ein genaueres Bild von Bernadette und ihrem Umfeld machen kann. Sie hat ein wirklich amüsantes Versteck-Spiel entworfen und nimmt den Leser mit auf die Suche.

Großartige Geschichte

Von: Lesetante Datum: 02. May 2016

Bernadette Fox, Anfang 50, hat sich selbst verloren, nachdem sie ihren größten Erfolg den Bach herunter gehen sah. Sie hat sich in Seattle verkrochen, in sich verschanzt und gibt sich ihrem eigenen alltäglichen Wahnsinn hin. Auf der einen Seite lässt sie ihr Leben von einer Assistentin in Indien managen. Niemand weiß, wie sie an Manjula gekommen ist, doch sie zahlt ihr großzügige 0,75 Cent Arbeitslohn die Stunde, dafür übergibt sie ihr sämtliche Vollmachten für ihr bescheidenes Dasein. Auf der anderen Seite hasst sie die Vollzeitmuttis, die sie boshaft Gnitzen nennt. Ihr eigenes Engagement für die Schule ihrer Tochter Bee besteht aus jährlichen Checks, für deren Deckung ihr Mann zuständig ist. Die Abneigung zu den Vorstadtfrauen beruht auf Gegenseitigkeit. Da die Gnitzen Bernadette nicht einfach in Ruhe lassen können, kommt es zu einem Krieg, aus dem Bernadette einfach spurlos verschwindet. Vorher wird ihr Vertrauen noch maßlos enttäuscht, als sie erfährt, dass Manjula nicht wirklich eine Assistentin aus Indien ist. Die Geschichte ist wir ein ICE, sie rast von dannen und man hat keine andere Chance als auf den Zug durch Bernadettes Fox Leben aufzuspringen. Man begegnet einer Frau, die hoch bejubelt wurde, wobei sie das selbst nie nachvollziehen konnte, denn alles, was sie tat, tat sie als Freigeist, der darauf erpicht war, Dinge zu optimieren. Sie ist nicht der Star, den man aus ihr machen wollte, fühlt sich jedoch um einen echten Erfolgsmoment, um ihre eigene Zufriedenheit betrogen, als ein reicher Hollywood-Schnösel IHR Haus kauft und einfach abreißt - weil er es kann. Das Leben meinte es seit diesem Vorfall nicht gut mit ihr und schenkte ihr nur eine Tochter, die die ersten fünf Lebensjahre auch ums Überleben kämpfte. Bernadette verliert sich, ihren Esprit, ihre Kreativität, den Bezug zur Realität und flüchtet sich in abstruse Ängste, die sie selbst behandelt. Die Protagonistin ist sehr liebevoll gezeichnet, in all ihrer Verschrobenheit, vermeintlichen Schwäche und Unentschlossenheit. Sie brauchte einen echt harten Tritt vor's Schienbein, bis sie sich endlich aufmachte, um sich wieder zu finden. Dass das in der Antarktis sein würde, hätte weder sie noch der Leser je gedacht. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Bee, der 14jährigen Tochter, die allerdings nur selten die Chance bekommt, die Geschichte darzubieten, denn dem Leser liegt ein FBI-Dossier vor, das aus etlichen Briefen, Berichten, Emails etc. besteht, die uns Bernadette vorstellen. Gespräche der Gnitzen, der Email-Kontakt mit Indien, Beschwerden, Anzeigen, Arztberichte zeigen uns eine Frau, über deren Scharfsinn man lachen muss, die man aufgrund ihres Gutmenschentums bedauert und auf die man ab und zu auch wütend ist, weil sie ihren Allerwertesten nicht hoch bekommt. Eine wirklich tolle Geschichte, die ich so noch nicht gelesen habe. Die Machart ist grandios, vor allem, dass die Autorin ihren Stil so durchgehalten hat. Am Ende wächst zusammen, was zusammen gehört und das mit sehr viel Liebe, Freiraum und Freiheit. Eine unbedingte Leseempfehlung! Vielen Dank dem Random House Verlag und dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. *****

Unglaublich unterhaltsames Buch!

Von: missgetaway Datum: 13. April 2016

Meiner Meinung nach ist "Wo steckst du, Bernadette?" ein unheimlich lustiges und spannender Roman der zum lachen, weinen und mitfiebern einlädt. Absolut perfekt als leichte Abendlektüre für den Frühling/Sommer!

skurril aber liebenswert

Von: Märchenbuch Datum: 25. March 2016

Bernadette Fox ist eine chaotische und völlig schräge Hausfrau, die mit ihrem Mann Elgie und ihrer 14-jährigen Tochter Bee, in Seattle lebt. Die Familie kann sich einen großzügigen Lebensstandard leisten, denn Elgie ist ein hohes Tier bei Microsoft, doch Bernadette kann sich nicht aufraffen, ihr heruntergekommenes Zuhause, ein ehemaliges Mädcheninternat in bester Lage, zu renovieren. Lieber flüchtet sich die Mitvierzigerin in ihren Wohnwagen, der am Grundstück des Hauses parkt und kommuniziert heimlich mit ihrer indischen Assistentin Manjula, die Bernadettes komplettes Leben regelt. Ihre virtuelle recht Hand, bestellt Kleidung für die Familie, reserviert Tische in diversen Restaurants, erledigt die Bankgeschäfte und soll nun auch den Familienurlaub in die Antarktis organisieren. Bernadette ist zu solchen Höchstleistungen nicht im Stande, denn sie geht Menschen nach Möglichkeit aus dem Weg und die Super-Mütter in ihrer Nachbarschaft, allesamt engagiert und organisiert, kann Bernadette nicht ausstehen. Sie denkt nicht mal dran, sich ehrenamtlich für die Galer Street Privatschule ihrer Tochter nützlich zu machen und es ist ihr auch reichlich egal, dass sie sich damit keine Freunde macht. Ihren ehemaligen Beruf hat sie schon lange an den Nagel gehängt, doch sie kümmert sich fürsorglich um ihre kluge Tochter Bee. Die kleine Streberin, die eigentlich Balakrishna heißt, liebt ihre einmalige und skurrile Mutter und steht stets hinter ihr, wenn diese von den anderen Eltern, als verantwortungslos und arrogant abgestempelt wird. Als sich Bee eines Tages wünscht, mir der Familie Urlaub in der Antarktis zu machen, wird Bernadette von ihren üblichen Ängsten heimgesucht. Die Organisation überlässt sie schließlich Manjula, doch kurz vor der Abreise verschwindet Bernadette spurlos. „Wo Steckst du Bernadette?“ war eine großartige Überraschung, denn ich vermutete hinter der pinken Covergestaltung zunächst einen kurzweiligen und durchschnittlichen Frauenroman, aber bereits nach den ersten paar Seiten war ich vom Schreibstil der Autorin, von den schrägen Charakteren und vom Aufbau des Romans absolut begeistert. Besonders gelungen fand ich die Tatsache, dass sich die gesamte Geschichte aus Briefen und Nachrichten zusammensetzt. Mal erzählen Nachbarn und ehemalige Arbeitskollegen von den Geschehnissen, ein anderes Mal kommt Bernadette selbst zu Wort, oder wir verfolgen ihren E-Mail-Verlauf mit der indischen Sekretärin. Die Schilderungen aus der Sicht von Bernadettes Tochter Bee, gehen meist genauer auf die verschiedenen Ereignisse ein und liefern ein paar klärende Erläuterungen. So ist stets für Spannung gesorgt und man erhält als Leser vielschichtige Sichtweisen auf das Leben der durchgeknallten Persönlichkeit. Diese besondere Erzählweise machte das Buch für mich zu einem kleinen Highlight. Hinzu kommt der amüsante Schreibstil der Autorin und die humorvollen Dialoge, die mich einerseits zum Lachen, aber andererseits auch zum Nachdenken gebracht haben, denn hinter der Fassade aus schwarzem Humor, steckt sehr viel Tiefe. Nach und nach erfährt man mehr über Bernadettes Vergangenheit und es wird deutlich, dass auch die organisierten Elite Mütter, ganz und gar nicht perfekt sind. Beispielsweise Audrey Griffin, die untadelige Übermutter und Nachbarin, die mit ihrer besten Freundin Soo-Lin Lee-Segal in regem E-Mail Verkehr steht und über Bernadette böse tratscht und urteilt. Mit der Zeit erfahren wir aber auch, wie sich Bernadette und Elgie kennengelernt haben und warum aus der Hausfrau, diese scheue Persönlichkeit wurde, warum es Bee nicht immer leicht hatte und warum die Familie in dem verschlissenen, ehemaligen Mädcheninternat lebt. Als die Abreise in die Antarktis immer näher rückt, nimmt die Geschichte einen turbulenten Aufschwung, denn schlagartig scheint sich alles und jeder gegen Bernadette verschworen zu haben. Manjula ist nicht mehr erreichbar, Elgie will seine Frau in eine psychiatrische Anstalt stecken und plötzlich ist auch noch die russische Mafia auf dem Weg nach Seattle. Bernadette verschwindet schließlich spurlos und bis zum Schluss war ich gespannt, ob, wo und wann die durchgeknallte Ehefrau und Mutter, wieder auf der Bildfläche erscheint.

Ein ungewöhnliches Buch über eine ungewöhnliche Familie

Von: Bearnerdette Datum: 15. February 2016

Hätte mir vorher jemand gesagt, dass "Wo steckst du, Bernadette?" von Maria Semple zum größten Teil aus Email-Nachrichten und Berichten besteht, hätte ich das Buch vielleicht nicht gelesen. Das wäre jedoch ein großer Fehler gewesen. Umso mehr freue ich mich darüber, unbekümmert und unvorbelastet an dieses Buch herangegeangen zu sein - siehe da, es hat mich gepackt! Worum geht's? Im Mittelpunkt des Buches steht eine Familie. Sie besteht aus Bee, der herzkranken aber aufgeweckten Tochter, Vater Elgie, der bei Microsoft arbeitet und als Genie gilt und Mutter Bernadette, eine exzentriche Ex-Architektin, die mit den Müttern von Bees Mitschülern auf Kriegsfuß steht. Als diese Außeinandersetzungen Bernadette immer mehr in Rage bringen und ihr Mann immer mehr in Sorge um ihre geistige Gesundheit gerät, droht ein Eklat. Ist das Buch also ein Fanilienroman? Schwer zu sagen... Ich finde das Buch überschreitet immer wieder Genregrenzen, ist manchmal so amüsant wie ein Comedy-Roman, oft pointierte Sozialkritik, dann wieder berührendes Portrait einer unkonventionellen Familie. Irgendwie ein bisschen von allem. Das hätte Chaos bedeuten können, aber es funktioniert. Der Roman schafft die schwierige Balance zwischen den Genres, fesselt und fasziniert. Der, wie bereits erwähnt, ungewöhnliche Aufbau des Buches - eine Mischung aus kurzen erzählerischen Passagen, Schriftverkehr in elektronischer und Papierform, Arztberichten, Rundschreiben und Zeitungsartikeln verschafft den Lesern ein rundes Bild der Charaktere, denn so ist die Autorin nicht auf eine Sicht der Dinge beschränkt. Außerdem schafft es Semple uns zu überraschen, denn so mancher Charakter ist ander als zunächst gedacht, so manches kommt absolut unerwartet. "Wo steckst du, Bernadette?" ist ein ungewöhnlicher Roman, den ich mit nichts vergleichen kann, was ich bisher gelesen habe. Das Buch ist beim btb Verlag erschienen und in Buchhandlungen und online erhältlich.

Tolle Idee, aber...

Von: Lisa Datum: 06. February 2016

Die Geschichte Der Klappentext hatte mich von Anfang an richtig neugierig gemacht. Ich erwartete einen locker geschriebenen Roman mit Höhen und Tiefen und wollte unbedingt erfahren, wieso Bernadette, die Mutter der Protagonistin Bee, sich einfach in Luft aufgelöst hat. Dieses Verschwinden trat leider erst nach etwas 200 Seiten auf, weshalb ich schon sehr enttäuscht war. Denn erst ab da fing mir die Geschichte an zu gefallen. Die Seiten zuvor fand ich sehr in die Länge gezogen, da ich das Gefühl hatte, dass die Charakteren einfach nur so vor sich hin lebten. Ich weiss aber auch, dass gerade diese Seiten sehr wichtig waren um die Zusammenhänge und gewisse Handlungen zu verstehen. Ich hätte es daher besser gefunden, wenn diese etwas spannender gestaltet gewesen wären. Ansonsten hat mir die Idee der Geschichte aber super gut gefallen. Es ist auch ein Buch bei dem man sehr gut mitdenken kann. Am Ende hätte ich mir vielleicht noch einen Epilog gewünscht, der gezeigt hätte, wie es weitergegangen wäre. Sonst war das Ende aber zufriedenstellend. Die Charaktere Da ich jemand bin, der mit vielen Charakteren schnell überfordert ist, hatte ich etwas Schwierigkeiten in die Geschichte reinzufinden. Besonders weil die Figuren nicht groß beschrieben werden, da der größte Teil des Buches aus Briefen und Mails besteht. Bee, die Protagonistin und Tochter von Bernadette, kommt auf den ersten 200 Seiten nur selten zu Wort, weshalb ich mir von ihr nicht wirklich ein Bild machen konnte. Sie wirkte aber dennoch sehr authentisch und ihre Handlungen waren nachvollziehbar. Der Schreibstil Wie bereits erwähnt besteht der größte Teil des Buches aus Briefen und Mails, was für mich ein großes Plus ist, da ich Abwechslung liebe. Manchmal war es mir aber dennoch etwas anstrengend zu lesen. Der Titel Der Titel war auch Schuld daran, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. Ich finde er klingt sehr spannend und aufregend. Das Cover Das Cover finde ich richtig toll! So habe ich mir Bernadette genau vorgestellt. Es ist definitiv zu einen meiner Lieblings-Cover geworden. Fazit Das Buch hat mich von der Art her sehr an Ich und Earl und das Mädchen erinnert, wovon ich nicht sehr begeistert war. Wo steckst du, Bernadette fand ich etwas besser, auch wenn ich mir mehr erhofft hatte. Dennoch ist es ein gelungener Roman mit einem zufriedenstellenden Schluss. Bewertung 3 von 5 Sternen.

Verwirrend gut

Von: Simone Weichenhain Datum: 07. September 2015

Chaotisch? Das trifft es, das Buch klang lustig, daher habe ich es gern rezensieren wollen. Bernadette Fox ist anders als andere Mütter, im Laufe des Buches erfährt man, durch welche Schicksalsschläge aus der gefeierten Stararchitektin die Bernadette wurde, die die anderen Mütter, die "Gnitzen der Galer Street Privatschule", nicht leiden können. Der Schreibstil ist verwirrend, er besteht aus einem Mix: Erzählung durch die Tochter Bee, die eigentlich Balakrishna heißt, E-Mails und handschriftliche Zettel. Die Ereignisse überschlagen sich und werden so konfus, dass sie tatsächlich passiert sein könnten. Ich war permanent hin und her gerissen, ob mir das Buch nun gefällt oder nicht. Es war anders als erwartet, nicht so lustig , aber doch so schräg, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen wollte, ich wollte doch wissen, was tatsächlich mit Bernadette passiert ist und was die merkwürdige Audrey, und ihr gestörter Sohn damit zu tun haben. Nach etwa 2/3 des Buches ist mir ein Licht aufgegangen, alles ergab einen Sinn und meine Sympathien haben sich doch arg verändert. Im Endeffekt war mir Soon-Li, die Admin von Elgie bei Microsoft die unsympathischste Person von allen. Elgie ist etwas unkonventionell und läuft im Büro und auch auf offziellen Veranstaltungen auf Socken rum, ein liebenswerter Spleen. Es missfällt ihm, dass seine Frau eine virtuelle Assistentin in Indien beschäftigt und verbietet ihr diese. Doch Bernadette, beschäftigt Manjula heimlich weiter und vertraut ihr alle sensiblen Daten an. Bis sich herausstellt, dass hinter der Firma die russische Mafia steckt, die die Bonusmeilen geklaut hat und sich auf dem Weg nach Seattle befindet... FAZIT Ich bin immer noch unschlüssig, ob ich das Buch mag oder nicht. Noch nie habe ich ein Buch derart verschlungen, obwohl ich zwiegespalten war. Doch! Ich würde es bereuen, dieses Buch nicht gelesen zu haben: ein verwirrend guter Edelstein.

Ein wahres Highlight! :)

Von: Sternenstaub Buchblog Datum: 24. August 2015

Hier haben wir endlich einmal ein Buch, welches mir rein durch den Inhalt aufgefallen ist. Das Cover ist passend, aber doch eher der typische Stil vom LYX Verlag. Bernadette lebt seit einem, für sie, schlimmen Erlebnis wie eine Einsiedlerin und lässt den Alltag von ihrer indischen Allroundhilfe Manjula regeln. Für den Fall, dass sie auf ihren Mann und ihre Tochter ebenfalls einmal keine Lust hat, kann sie sich in ihren Wohnwagen hinterm Haus zurückziehen. Da ihre Tochter Bee an einer Schule ist die für Gemeinschaft steht, ist sie den anderen Müttern ein Dorn im Auge. Jeder bringt sich in den Schulalltag mir ein, nur Bernadette und Elgie nicht. Elgie ist zu beschäftigt. Als hohes Tier bei Microsoft ist er immer zu 100 Prozent bei seinem Projekt und somit selten zu Hause. So kommt es, dass er gar nicht mitbekommt, wie seine Frau und das Haus verkommen und Bernadette einen kleinen Nachbarschaftskrieg anzettelt. Als die perfekte Nachbarin Audrey mit dem nicht so perfekten Sohn ihn dann darauf hinweisen, sieht Elgie nur noch einen Ausweg: Bernadette muss in Psychatrische Behandlung, am besten in Madrona Hill - einer Nervenheilanstalt. Und plötzlich ist eben diese wie vom Erdboden verschluckt. Mein Gott, dieses Buch ist unglaublich! Ich muss sagen, bei diesen Übermüttern in der Nachbarschaft, würde ich mich auch verkriechen :D Bernadette ist eine sympathische, etwas verschrobene Mutter und ehemalige Stararchitektin. Ihre Tochter Bee ist ein intelligentes und aufgewecktes Mädchen, das es nicht immer leicht hatte. Elgie ist der typische, schwerbeschäftigte Vater und Ehemann. Er geht in seiner Arbeit voll auf und finanziert somit den zurückgezogenen Lebensstil seiner Frau. Dieses Buch hat so viel Charm, Witz und Spannung, dass ich es kaum aus den Händen legen wollte. Auch ist es eine geniale Abwechslung, dass es zu einem Großteil aus dem Schriftverkehr der Protagonisten untereinander besteht. Irgendwie wird das Buch dadurch persönlicher und die einzelnen Charaktere realer. Ich konnte mich auch sehr gut mit Bernadette identifizieren, da ich ebenfalls nicht unbedingt der Norm entspreche wenn es um gewisse Dinge geht. Die ganze Geschichte wirkt unglaublich kompliziert, ist aber dennoch einfach und verständlich. Die Antarktisreise hat die Autorin so toll geschrieben, dass ich das Gefühl habe, selbst dabeigewesen zu sein. Ich wünschte, ich hätte dieses Buch schon früher in die Hände bekommen. Definitiv eines meiner Monatshighlights! Fazit Wer Geheimnisse und Nachbarschaftskriege unter Frauen mag (Desperate Housewives Fans aufgepasst), dann solltet ihr diesem Buch eine Chance geben!:) Der Humor kommt hier ebenfalls nicht zu kurz

Eine herrlich leichte, fröhliche Sommerlektüre!

Von: Nele / bunt, gestreift und hüpfig Datum: 06. July 2015

Bernadette Fox ist nicht die angenehmste Person auf Erden. Sie ist ungern unter Menschen, nicht immer freundlich, schimpft gern beim Autofahren und hilft nicht ehrenamtlich in der Schule ihrer Tochter mit. Aber sie ist auch eine geliebte Ehefrau und Mutter, die Humor und verrückte Ideen hat. Sie legt im stetigen Clinch mit den anderen Müttern an der Privatschule ihrer 15jährigen Tochter Bee, und für einen winzigen Stundenlohn leistet sie sich eine virtuelle Assistentin in Indien, die ihr Alltagsdinge abnimmt und von der ihr Mann nichts wissen darf. Zum Schuljahresabschluss will die Familie auf eine Kreuzfahrt in die Antarktis fahren – doch dann ist Bernadette plötzlich verschwunden… Das Buch “Wo steckst du, Bernadette?” von Maria Semple wurde mir zunächst von der besten Freundin empfohlen, die das ganze im “Book Club” in Kanada auf dem Programm stehen hatte. Und ich kann verstehen, warum es ihr Spaß gemacht hat! Es handelt sich hier nämlich um keinen klassischen Roman, erzählt von einer Person. Zwar gibt es einen grundsätzlichen Erzähler: Bee, die Tochter der titelgebenden Bernadette. Doch die mischt sich eigentlich nur zwischenzeitlich ein. Zum Großteil besteht das Buch aus einzelnen Abschnitten: Emails, die Bernadette an Freunde geschrieben hat. Emails, die andere Mütter aus der Schule sich über Bernadette geschrieben haben. Emails von Bernadette an ihre indische Assistentin, die für 75 Cent in der Stunde alles organisiert, wofür Bernadette ansonsten unter Menschen gehen müsste. Berichte, Briefe, Akten, Erinnerungen – auf den ersten Blick wirkt vieles ganz zusammenhangslos, doch nach und nach ergibt sich ein immer deutlicheres Bild! Dabei steuert die Geschichte tatsächlich auf einen Höhepunkt zu, auch wenn es zunächst nicht so wirkt. Und dann wird es noch richtig spannend! Mir hat die Lektüre auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht, weil es mal etwas anderes war. Keine “schwere Kost”, klar – aber das möchte man ja im Urlaub vielleicht auch gar nicht unbedingt. Ich habe das Buch an einem entspannten Strandtag komplett geschafft (bzw. habe abends in der Badewanne den Rest gelesen) und mir herrlich unterhalten gefühlt. Manches Mal konnte ich laut auflachen, und auf jeden Fall habe ich mitgerätselt. Tatsächlich gibt es zum Schluss eine Auflösung, das ist ja auch nicht selbstverständlich bei solchen Themen. Wer also keine Bücher mit offenen Enden mag, kann hier ruhigen Gewissens zugreifen (mir persönlich hätte es “offen” ja besser gefallen, aber nun gut, es hat dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan). “Wo steckst du, Bernadette?” ist somit auf jeden Fall meine persönliche “leichte Lektüre des Sommers”, wenn ich ein Buch nominieren müsste!

Einfach nur großartig!

Von: die Selbermacherin Datum: 21. June 2015

Bernadette Fox ist eine völlig überforderte Hausfrau in einem heruntergekommenen Haus in Seattle. Alles was sie und ihre Familie so brauchen, lässt sie von ihrer indischen Assistentin Manjula per email organisieren. Elgie ihr Mann ist ein angesehener Programmierer bei Microsoft und fast immer bei der Arbeit. Und die 14 jährige Tochter Bee ist verdammt klug und gewitzt. Es könnte also alles so schön sein! Leider kann Bernadette so gar nichts mit den anderen durchorganisierten und perfekten Müttern der anderen Schüler anfangen. Diese halten Bernadette sowieso für eine durchgeknallte und verantwortungslose Mutter/Frau... Oh Mann! Dieses Buch hat mich nicht mehr losgelassen! Der Schreibstil ist ganz ausgefallen, da sich Erzählung, email-Verkehr und Gesprächsnotizen abwechseln.Sei es nun zwischen Bernadette und ihrer indischen Assistentin Manjula, Briefe von der Schule aber auch emails, die sich andere Mütter schreiben. Immer tiefer und tiefer taucht man ein und versteht Bernadette immer besser. Vor allem auch, warum sie plötzlich verschwindet. Diese Spannung! Boah! Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen! Immer wieder gibt es eine Wendung, die man einfach nicht hat kommen sehen! "Liebe Maria Semple, tun sie mir den großen Gefallen und schreiben Sie noch viele solch tolle Bücher!!" Dieses Buch bekommt eine sooo klare Empfehlung von mir! 6 von 5 Sterne! Grandios!

Lustig, unterhaltsam und regt zum Nachdenken an!

Von: Sabrina Datum: 14. June 2015

Bernadette ist Ehefrau, Mutter und eigentlich eine sehr gute Architektin, jedoch hat sie aufgrund vieler verschiedener Faktoren, die ineinander verwoben sind, etliche Niederschläge einstecken müssen, die sie nie richtig verarbeitet hat. Und die bringen ihr nun Probleme über Probleme ein. Sie haust nicht nur mit ihrer Familie trotz ihrer prächtigen Finanzlage in einem verwahrlosten Haus in Seattle, sondern hat beispielsweise auch eine indische Assistentin über das Internet engagiert, die ihr das Leben erleichtern sollte. Und da sind auch noch die ganzen Gnitzen (Supermoms) die ihr das Leben nicht gerade leichter machen… Aus der Bahn wirft sie der Wunsch der Tochter Bee in die Antarktis zu fahren. Bernadette widerstrebt der Gedanke und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Das Buch hat einen ganz besonderen, etwas außergewöhnlichen Stil, da es nicht "einfach" herunter geschrieben ist, sondern sich verschiedenster Kommunikationsformen und Wege bedient. Es werden Briefe, E-Mails, Schulbenachrichtigungen und Ähnliches gekonnt zusammengepackt, sodass zumindest zu Beginn keinerlei Langeweile entsteht. Trotz der vielen Sprünge sowohl räumlich, als auch zeitlich und personell, führt die Autorin gut verständlich die Fäden zusammen. Die Sprache ist leicht verständlich und gut zu lesen. Positiv anmerken möchte ich die meist sehr gut gelungene Charakterisierung der Protagonisten (auch wenn sie mir nicht alle sympathisch waren), sowie die vielen gelungenen Witze und die aufgebaute Spannung, denn je weiter man liest, umso dringender will man wissen, wo Bernadette ist. Unter dem Strich ein meist lustiges, unterhaltsames Buch, dass zum Nachdenken anregt. Aufgrund einige Längen, die zwar nicht sehr ins Gewicht fallen, aber nun mal da sind, sowie der einen oder anderen offene Frage zum Ende des Buches(z.B. wie geht´s weiter?) verteile ich vier Sterne.

Anders als erwartet

Von: Anna's Bücher Datum: 14. June 2015

Ich bin ehrlich gesagt davon ausgegangen, dass es ein witziger und schneller Roman wird, doch es war anders. Bernadette ist sehr abgedreht und dadurch auch sehr witzig allerdings wird einem im laufe des Buches klar, dass es einen ernsten Hintergrund hat. Eine Künstlerin die sich selbst verloren hat und sich dann letztendlich in der Antarktis sucht. Ihre Tochter erzählt die Geschichte rund um ihre Familie, gespickt mit Briefen, Faxen, E-Mails, Post it Notizen und SMS Nachrichten machen das Lesen nicht unbedingt einfach aber wirklich interessant! Einiges hätte man weg lassen können, da es einfach naja uninteressant ist, deswegen habe ich das Buch auch nicht an einem Stück gelesen sondern zwischendurch immer mal ein anderes. Letztendlich kommt das dicke Ende und das reist das Ruder rum und genau ab da habe ich das Buch geliebt und verstanden. Für mich ist es kein locker, leichter, witziger Roman bzw nicht nur, denn dazu ist der Hintergrund zu ernst. Die Aktionen die Berndatte bringt sind hingegen doch sehr lustig und da habe ich auch oft tränen gelacht, allein schon wenn sie von den "Gnitzen" erzählt oder eben auch mal von "Mercedes Eltern" die Rede ist. Der Titel ist auch mehr als passend, da ich im laufe des Buches das Gefühl hatte, das mehr wie nur nach dem Aufenthaltsort gefragt wird. Für mich eine absolute Kaufempfehlung und ich glaube ich habe sogar ein neues Lieblingsbuch ;)

Witzig, schräg und ganz besonders!

Von: Bücherwunder Datum: 31. May 2015

Lange habe ich nicht mehr ein so unterhaltsames Buch gelesen. Die Zusammensetzung aus Briefen, Faxen und den Erzählungen aus der Sicht von Bernadettes Tochter alleine machen dieses Buch schon zu einem Erlebnis. Hinzu kommt dann noch ein unglaublich witziger Schreibstil, schräge und dadurch absolut liebenswerte Charaktere, die aber trotzdem immer eine gewisse Tiefe haben. Absolut empfehlenswert!

sehr ungewöhnlicher, aber passender Erzählstil

Von: Caröchen Datum: 15. May 2015

Inhalt Die 15-jährige Bee hat ein tolles Teenagerleben. Zwar sieht sie ihren Vater nicht besonders häufig, da er ein hohes Tier bei Microsoft ist, doch dafür hat sie immer noch Bernadette, die beste Mutter der Welt. Bernadette jedoch hat mehr Probleme, als sie alle ahnen. Die Mütter auf Bees Schule meiden sie, den Haushalt regelt eine Inderin übers Internet und die Geister der Vergangenheit lauern ihr auf Schritt und Tritt auf. Und eines Tages, wird ihr das alles zu viel und sie verschwindet spurlos. Eigene Meinung Das Buch setzt sich größtenteils aus Emails, Briefen und Erzählungen von Bee zusammen. Zuerst hat mich die Erzählweise etwas irritiert und ich habe immer darauf gewartet, dass es endlich zu einem „normalen“ Erzählstil wechselt, bis mir irgendwann ein Licht aufgegangen ist, dass das das ganze Buch über so bleiben wird. Hat man sich erst einmal dran gewöhnt, macht es unglaublichen Spaß. Zwar hätten einige Briefe, insbesondere von Bernadette gekürzt werden sollen, da sie dann doch ziemlich langweilig waren, aber ansonsten war das Zusammenspiel der verschiedenen Elemente echt klasse. Vor allem aber ist das Buch unterschwellig sehr witzig. Bernadette hat einen so trockenen Humor, der mir besonders im Zusammenhang mit den anderen Müttern sehr gefallen hat. Mehr als einmal musste ich herzlich lachen. Sehr amüsant war auch, wenn die anderen Mütter Vorfälle mit Bernadette total übertrieben dargestellt haben und im Anschluss daran Bee alles wieder richtig stellt. Das Buch strotzt nur so vor Sarkasmus und trockenem Humor! Einige Stellen habe ich doch tatsächlich doppelt gelesen, weil sie so gut gelungen sind. Fazit Viel mehr möchte ich auch nicht über das Buch sagen, da man es selber erlebt haben muss. Ein dramatisches und gleichzeitig witziges Buch über die Suche nach der liebenswerten Bernadette, der alles ein bisschen zu viel wurde.

[Rezension] „Wo steckst du, Bernadette?“

Von: Ninespo Datum: 15. April 2015

Das Buch in drei Worten? Humorvoll, chaotisch, versteckt. Wie ist das Cover? Auf dem Cover zu „Wo steckst du, Bernadette?“ sieht man eine Frau. Nein, man erahnt sie. So, wie man Bernadette im Laufe des Romans an jeder Ecke, an jedem Seitenende erahnt. Die Beschreibung Bernadettes durch Bee, ihrer Tochter, passt haargenau zu dem Cover: Bernadette trägt in der Öffentlichkeit oftmals ein Kopftuch und eine charakteristische und riesen große Sonnenbrille. Das Cover ist schon Mal sehr gut gelungen. Wie war die Handlung? Die Handlung hat mir sehr zugesagt. Ich hatte durch den Titel eine Beschreibung Bernadettes Flucht erwartet. Ich hatte erwartet, dass ich zusammen mit Bernadette verschwinden würde. Ich hatte vermutet, dass ich, sollte ich nicht mit Bernadette verschwinden, doch zumindest im Roman nach ihr Suchen würde. Ich bekam von allem etwas und doch etwas völlig anderes. Dieser Roman erinnert an die Briefromane der Autoren der deutschen Romantik. Ich hatte dieses Buch nicht kommen sehen und wurde positiv überrascht. Es kam keine Erzählung der Handlung im herkömmlichen Sinne; es war so viel mehr. Aber davon möchte ich euch nichts verraten. Lasst euch selbst überraschen. Die Handlung hat es in jedem Fall in sich, mit all ihren skurrilen Wendungen, Offenbarungen und ihrem charmanten Humor. Wie waren die Figuren? Ich mochte die Figuren in „Wo steckst du, Bernadette?“. Am besten gefielen mir Bernadette und Bee. Bernadette, die recht zurückgezogen lebt, hegt eine Scheu vor menschlichem Kontakt und hat eine indische Assistentin. Ich fand das anfangs ein wenig abgedreht, aber durchaus komisch. Bee ist einfach ein Schatz. Beide haben mir den Roman enorm versüßt. Auch die ganzen „Gnitzen“ haben mir sehr gefallen. Keine Figur war zu viel, jede hatte ihre Bestimmung. Das hat mir gefallen. Bernadette sticht jedoch im gesamten Roman heraus, da mir ihre komische, sarkastische Art sehr gut gefallen hat. Wie war der Schreibstil? Ich habe mich ohne große Probleme und lange Eingewöhnungsphase an den Schreibstil angepasst. Maria Semple schreibt flüssig und humorvoll, weiß es, mit ihrer Wortwahl zu begeistern und hat bei mir für einige Lacher gesorgt. Ich hatte richtig Spaß an diesem Buch, was neben Bernadette vor allem an Schreibstil und Wortwahl lag. Was war gut? Ich fand die Idee gut, dass eine Mutter plötzlich verschwindet, und nach und nach ihre Geheimnisse ans Licht kommen. Die ganzen Wendungen und Entwicklungen haben mir sehr gut gefallen und ich konnte mich prima mit Bernadette gegen die „Gnitzen“ verbünden. Gibt es etwas Außergewöhnliches? Die Aufmachung des Buchs ist außergewöhnlich. Ich habe selten Briefromane gelesen, und dieser Roman geht eindeutig in Richtung der Briefromane. Er ist eine Zwischenform, ein Hybrid, der mir so gut gefallen hat, dass ich Maria Semple auf jeden Fall weiterverfolgen werde. Die Einschübe, die Briefromancharakter hatten, haben das Leseerlebnis aufgelockert, konnten Informationen zusteuern, die der Leser ansonsten nicht gehabt hätte und waren einfach nur lustig. Kann ich das Buch weiterempfehlen? Ich habe mich beim Lesen von „Wo steckst du, Bernadette?“ köstlich amüsiert. Ich wurde enorm überrascht, hatte ich doch mit solch einer Art Roman nicht gerechnet. Die Aufmachung des Romans ist außergewöhnlich und hat mir beim Lesen viel Spaß bereitet. Jeder, der humoristische Romane, mit geheimnisvollen, sarkastischen und selbstironischen Figuren mag, sollte diesem Roman eine Chance geben! Vielen herzlichen Dank an den btb Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

ine wirklich gute Idee, eine tolle flüssige Schreibweise, allerdings ohne eine recht ersichtliche Handlung.

Von: Carlys Buchsucht Datum: 30. March 2015

Die Erzählweise des Buches ist anders. Sie setzt sich zusammen aus Briefen, Emails und der Schilderung eines vierzehnjährigen Mädchens, das die Tochter von Bernadette ist. Anfangs hat mich genau diese Erzählweise gereizt. Mit ihrem Humor und der Andersartigkeit schien sie genau meinen Nerv getroffen zu haben. Alledings wird es nach einer Weile anstrengend, sich die Handlung aus den verschiedenen "Schnipseln" zusammenzusetzen. Manche Briefe oder Nachrichten sind so lapidar, dass man sie auch getrost weg lassen könnte. Einige Male musste ich mich sogar bremsen, um sie nicht zu überfliegen, bis endlich mal wieder die Handlung vorwärts geht. Trotz der Langatmigkeit ist das Buch sehr lustig geschrieben. Die Charaktere sind total verschroben und merkwürdig und ahnen nichts davon, dass sie nicht ganz der Norm entsprechen. Wenn solche Charaktere aufeinander knallen, kann es nur noch gut werden. Jedenfalls denkt man das und so wirkt es auch bis zu einem gewissen Punkt. Dann setzt die bereits erwähnte Langatmigkeit ein und die Spannung, die nur von den Charakteren und der verschwundenen Bernadette aufrecht gehalten wird, flacht ziemlich schnell ab. Die Konstruktion der Handlung hat sicherlich ziemlich viel Zeit beansprucht, so komplex, wie sie aufgebaut ist. Dennoch hat mir eine Handlung stellenweise gefehlt. Die Charaktere ziehen ihr Ding durch, die Handlung plätschert langsam vor sich hin und Bernadette ist zum Totlachen. Man hat das Gefühl auf heißen Kohlen zu sitzen, allerdings passiert lange nichts Relevantes. Dann gibt es noch einige Klischees, die mir überhaupt nicht gefallen haben. Zum Beispiel eine indische Assistentin, die für den Stundenlohn von 0,75 US-Dollar arbeitet und sich mit lächerlichen Aufgaben abgeben muss. Ich möchte nicht länger darauf eingehen, aber diese übergezeichnete Klischee-Ausländerfigur, die wohl satirisch wirken soll, hat bei mir seine Wirkung vollkommen verfehlt. Bewertung: Eine wirklich gute Idee, eine tolle flüssige Schreibweise, allerdings ohne eine recht ersichtliche Handlung. Nach einer Weile flacht der Witz leider ab und das Buch wirkt zu sehr gewollt spritzig. Schade eigentlich, da es vielversprechend anfängt, ♥♥♥ Herzchen.

Vom Verschwinden: Wo steckst du, Bernadette? - Maria Semple

Von: Klaudia bloggt Datum: 30. March 2015

Der erste Gedanke beim Lesen ist: Ok, wohin wird diese Reise wohl führen? Bernadette ist weg, Oder? Irgendwie doch nicht, denn die Geschichte setzt vor ihrem Verschwinden an. Nur vereinzelt bringt uns Bee aus der Ich-Perspektive ihre Familie näher, viel mehr erfahren wir jedoch durch ein Sammelsurium an Briefen, Faxen, Emails, Gutachten und Abschriften von Lesungen bzw. Vorträgen. Bee lebt mit ihren Eltern in Seattle, geht auf eine gute Privatschule, ihr Vater arbeitet bei Microsoft und ihre Mutter beschäftigt sich hauptberuflich mit den Gnitzen (Müttern von Bees Schulkameraden), Fünfachkreuzungen und den Widrigkeiten im Zwischenmenschlichen Kontaktbereich, als dem Verfallen ihres Hauses (dabei ist sie doch Architektin). Während Bee genau diese Eigenschaften an ihrer Mutter mag, erfahren wir sehr bald, dass Bees Vater Elgie sich eher Sorgen macht um seine Frau – es beginnt ein spannendes Leseabenteuer. Und überhaupt, wer ist eigentlich diese indische Assistentin Manjula? Bernadette ist eine Schrulle. Anders kann man sie kaum beschreiben, aber in ihrer schrulligen Art ist sie herrlich sympathisch. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, ist erfrischend ehrlich zu ihren Mitmenschen und unglaublich liebevoll zu ihrer Tochter Bee. Elgies gute Anstellung bei Microsoft erleichert den dreien das Leben natürlich enorm, sie bleiben jedoch durch ihr verwildertes und von Brombeersträuchern bewuchertes Grundstück immer das Gesprächsthema Nr. 1 in der Stadt und vor allem bei den Gnitzen. Auch wenn das Lesen zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig ist und das Sammelsurium an nacheinander aufgereihten Materialien willkürlich erscheint lacht man stellenweise wirklich Tränen. Maria Semple hat es mit ihrem außergewöhnlichen Erzählstil geschafft, aus einer Art Tagebuch bzw. Sammlung aus Erinnerungsstücken eine Geschichte mit so viel Tiefe, Humor und auch dem ein oder anderen Abstecher in die tiefen Abgründe der menschlichen Psyche zu schaffen, dass man das Buch verschlingt. Zwei Tage habe ich für „Wo steckst du, Bernadette“ gebraucht – ich konnte es einfach nicht weg legen :).

Bezaubernd

Von: CogitoLeider Datum: 30. March 2015

Meine Güte, ich konnte das Buch einfach nicht aus den Händen legen! Erst war es ein bisschen ungewohnt, weil es über lange Strecken aus e-Mails, Zetteln und anderen Texten besteht, und nur ab und zu ein 'richtiger' Text. Doch insgesamt ist das Buch so interessant und spannend, dass diese Form nicht weiter gestört hat, im Gegenteil, denn schließlich werden die Protagonisten so mit sehr viel mehr Tiefe ausgestattet, als wenn sie 'nur' beschrieben würden. Davon profitiert gerade Audrey, wie ich finde. Ansonsten bietet die Geschichte so einiges an Absurdität, manche nennen es auch Leben, und Spannung, vorallem gegen Ende. Ich habe so mitgefiebert, dass ich nicht ins Bett gehen konnte, bevor ich nicht wusste, wo Bernadette denn nun steckt. Und das Aufbleiben hat sich gelohnt, denn das Finale ist einfach wunderbar emotional. Stilistisch finde ich das Buch sehr gelungen, gelingt es Maria Semple doch, den unterschiedlichen 'Erzählern' sehr eigene Ausdrucksmöglichkeiten zu bieten. Da ist zum Beispiel Bee, die Erzählerin, vierzehn Jahre alt, die eher einfach gestrickte Sätze formuliert, während Bernadette auf einem ganz anderen Niveau ihre Meinung kundtut. Diese Feinheiten machen den besonderen Charme von 'Wo steckst du Bernadette' aus und haben mir sehr viel Freude bereitet. Fazit? Ein tolles Buch, dass besonders durch seine stilistischen Eigenart besticht.

Top oder Flop?

Von: Daniela Bertelt / Cuty Datum: 22. March 2015

Top oder Flop? Einband : Taschenbuch Preis : 9,99€ Verlag : Heyne Autorin: Maria Semple Seiten : 383 Ich habe euch vor einigen Tagen schon ein neues Buch aus meinem SUB vorgestellt. Ich bin hin und her gerissen ob ich es nun weiter lese oder voller Langeweile zurück in mein Bücher Regal stelle. Es geht um dieses Schätzchen hier Der Klappentext sowie das Titelbild haben mich von Anfang an total angesprochen. Die Schreibweise ist auch recht einfach gehalten, nur die Art wie die Autorin Maria Semple das Buch aufteilt und die Geschichte erzählt ist sowas von grausam – inzwischen nervt mich das Buch mehr als das es mir Freude bereitet. Balakrishna Branch – wird von ihrer Mutter Bernadette Fox nur Bee genannt, da sie damals bei ihrer Geburt unter streß und hat ihr deswegen so einen außergewöhnlichen Namen gegeben. Ihr Vater arbeitet bei Microsoft und ist da, soweit ich es aus den Zeilen lesen konnte – Entwickler und hat dafür auch schon mehr als 20 Preise gewonnen. Nun zurück zu Bee, Bee ist eine (wie die Lehrer an ihrer Schule vermuten) Hochbegabte Schülerin, mit einem angeborenen Herzfehler und leidet unter Asthma. Durch ihre Krankheit wird sie von der Schulkrankenschwester ständig vorzeitig nach Hause geschickt – obwohl sie sich super fühlt und nur weißen Schleim ausspuckt. JAAA Pardon, hört sich ekelig an, steht aber auch so im Buch!!! Ach, was ich vergaß zu erwähnen – Bee ist eine super Schülerin und hat mit ihren Eltern eine Wette abgeschlossen, wenn sie dieses Schuljahr nur gute Noten hat, fahren sie mit ihr in den Weihnachtsurlaub EGAL wohin. Bee`s Idee in die Arktis zu fahren trifft bei Bernadette nicht gerade auf große Freude… Nun was kann ich noch sagen – es werden ständig E-Mails ausgetauscht. UND GENAU das ist mein Problem, ich blicke da einfach nicht mehr hinter, diese vielen, teils komischen Mails gehen mir total auf den Senkel. Bernadette schreibt mit ihrer Indischen – Angestellten die 0,75$ die Stunde und im Monat 30$ an Vergütung für ihre Arbeit bekommt. Ihre Nachbarin (?!) Audrey Griffin eine sogenannte “Gitze” schreibst ständig mit ihrer besten Freundin Soo-Lin Lee-Segal und dann gibt es da noch Olli-O mit seinen Blitz Mails AHHH!!! Umso weiter ich “blätter” kommen immer mehr Protagonisten ins Spiel, die alle eine Geschichte zu erzählen haben. Sorry, aber so macht das Lesen doch keinen Spaß mehr. Ich bin total enttäuscht. Ich würde es trotzdem jedem weiter empfehlen, der ein Superhirn hat und sich 100 Charaktere auf einmal merken kann ohne sich Notizen machen zu müssen. Ach, falls ihr den Klappentext noch haben möchtet :-) : Mom löst sich zwei Tage vor Weihnachten einfach in Luft auf? Klar ist das kompliziert. Aber dass man meint, nie alles über einen anderen Menschen wissen zu können, heißt noch lange nicht, das man´s nicht versuchen kann. Ich vergebe dem Buch einen einsamen Stern !

Was ein witzig-spritziges Buch!

Von: Anna S. Datum: 18. March 2015

Das Buch ist recht ungewöhnlich aufgebaut, es besteht aus unterschiedlichsten Fragmenten, durch die der Leser mehr über Bernadette und die Personen in ihrem Umkreis, u.a. ihre Tochter und ihren Mann, ihre indische Assistentin, aber auch unliebsame Menschen wie z.B. Lehrer und andere Mütter (lustigerweise meist nur „Gnitzen“ genannt) erfährt. Diese Fragmente können Emails, Faxe, Briefe, Protokolle etc. sein. So bekommt der Leser eine Vielzahl von Perspektiven geboten und muss teilweise selbst entscheiden, wem er denn Glauben schenken mag. Zwischendurch wendet sich Bee, Bernadettes Tochter, selbst an den Leser. Bee ist ein tolles Mädchen, die trotz der ganzen Schwierigkeiten einfach nur zum Knuddeln ist (auch als teils trotziger Teenager ;)). Ich dachte zu Beginn, dass Bernadette von Anfang an verschwunden sei, ist sie aber gar nicht! Das war aber überhaupt nicht schlimm, denn ich habe insbesondere ihre Emails an ihre indische Assistentin nur zu gerne gelesen. Dadurch, dass Bernadette zunächst noch präsent ist, erfährt man als Leser, wie sich die Situation langsam zuspitzt bis sie schließlich verschwindet und natürlich ist die spätere Suche ein zentrales Thema. Viel mehr möchte ich zur Geschichte eigentlich auch gar nicht verraten, da ich niemandem den Spaß beim Lesen nehmen will. Ich fand es unglaublich toll gemacht, wie sich die einzelnen Fragmente, ähnlich wie Puzzleteile, langsam zu einem großen Ganzen zusammensetzten. Dabei geht es zum Einen natürlich um Bernadette, ihre Vergangenheit und ihre Beziehung zur Familie, aber auch um die Leben der anderen Personen. Herrlich fand ich z.B. die Emails und Faxe, die sich zwei der sogenannten „Gnitzen“ geschrieben haben! Dadurch, dass die Perspektiven auf die Geschehnisse immer wieder wechseln, erkennt man doch, wie unterschiedlich Dinge von Personen wahrgenommen werden können. Meine Meinung über manche der Personen musste ich daher doch während der Lektüre revidieren, da ich mich in die Irre führen ließ. Für mich gibt es nur einen kleinen Kritikpunkt, der sich darauf bezieht, dass ich manche Passagen ein klein wenig langatmig empfand, z.B. wenn es um die Protokolle der Arbeit von Bernadettes Mann ging. Das kann man aber sicherlich verschmerzen ;) Mich hat das Buch durch seine ganz ungewöhnliche Art wirklich überrascht! Zwar behandelt das Buch teilweise nicht ganz einfache Themen, aber im Grunde ist es doch sehr humorvoll und einfach spritzig-witzig geschrieben. Dazu hat mir der Entwurf der einzelnen Personen einfach richtig gut gefallen!

Maria Semple – Wo steckst du, Bernadette?

Von: Debütliteratur Datum: 05. March 2015

Als ich “Wo steckst du, Bernadette?” in der Verlagsvorschau entdeckt habe, war ich mir nicht sicher, ob das Buch etwas für mich sein könnte. Der Klappentext klang für mich schon ziemlich verrückt und ich wusste nicht so recht, was ich mit diesem Buch anfangen sollte. Die Bewertungen der Originalausgabe “Where’d You Go, Bernadette” waren aber so positiv und auch einige Blogger, denen ich folge, hatten das Original so überzeugend besprochen, dass ich einfach immer neugieriger wurde. Und nachdem ich das Buch vor ein paar Tagen beendet habe, bin ich sehr froh, ihm eine Chance gegeben zu haben. Obwohl ich sagen muss, dass ich den Anfang etwas gewöhnungsbedürftig fand. Als Leser wird man förmlich hineingeschmissen in ein Sammelsurium an Emails, Notizen, Arztberichten, Gutachten – denn aus mehr besteht die Handlung fast gar nicht. Fast wahllos erscheint die Aneinanderreihung von Fakten und einzelnen Szenen, mit denen man zunächst nur wenig anfangen kann. Auch muss man sich erst einmal einen Überblick über die Personen verschaffen, denn direkt zu Beginn des Buches wird man mit Charakteren konfrontiert, die zwar im Verlauf des Buches eine große Rolle spielen, aber zum Beispiel im Klappentext nicht erwähnt werden und daher zunächst nur schwer einzuschätzen sind. Dazu kommt, dass in diesem Buch sehr selten wirklich “erzählt” wird. Nur an einigen Stellen tritt die 15jährige Ich-Erzählerin Bee, Bernadettes Tochter, auf, um den Leser ein wenig an die Hand zu nehmen und das eine oder andere zu erklären. Aber ansonsten ist dieses Buch eine Sammlung von Schnippseln, die man als Leser zu einem großen Ganzen zusammenfügen muss. Es fällt zunächst schwer, sich zurecht zu finden und sich einen Überblick zu verschaffen. Aber nach und nach kommt man doch rein in die Handlung und vor allem rein in die Welt von Bernadette. Denn obwohl das Buch nicht aus ihrer Perspektive geschrieben ist, war sie für mich die absolute Hauptperson in diesem Debüt von Maria Semple und gleichzeitig auch meine Lieblingsfigur. Alles dreht sich um Bernadette, die völlig überfordert ist mit sich selbst, ihrem Leben und ihrer Vergangenheit. Da es bis auf Bee keinen richtigen Erzähler in diesem Buch gibt, sondern die Handlung nur anhand von Notizzetteln oder Emails vorangetrieben wird, gibt es auch niemanden, der die Figuren beschreibt und charakterisiert. Das passiert indirekt bzw. muss man es als Leser selbst übernehmen und schafft sich dadurch sein ganz eigenes Bild von den Figuren. Dabei ist das Buch rückblickend aufgebaut, denn zu Beginn des Buches weiß man direkt, dass Bernadette verschwunden ist. Wie es dazu kam und vor allem, wo Bernadette steckt, wird sich im Laufe des Buches bzw. erst ganz zum Schluss erklären. ;-) Dabei hat die Autorin Großes geleistet, denn dieses Debüt ist einfach nur genial und großartig konstruiert. Es ist faszinierend, wie wunderbar durchdacht die Handlung ist, wie wichtig selbst das kleinste Detail für die Auflösung des Buches ist und wie spannend dieser Roman doch tatsächlich auch ist. Denn obwohl er sich mit dem Alltag einer Familie beschäftigt, steckt doch so viel hinter diesem Buch. Und das fängt damit an, dass der Alltag von Bernadette, Elgie und Bee alles andere als normal ist. Elgie ist ein Workoholic, Bee ist ein enorm wissbegieriges Kind und Bernadette ist eine Einzelgängerin, die deswegen bei den Eltern der Schule, die Bee besucht, gar nicht gut ankommt. Denn Engagement der Eltern wird dort enorm hochgeschrieben. Und so nimmt alles seinen Lauf. Bis zu dem Punkt, an dem Bernadette einfach verschwindet. Stellenweise liest sich “Wo steckst du, Bernadette?” wie eine Satire, denn es gibt viele Szenen, bei denen ich nur mit dem Kopf schütteln konnte und nicht wusste, ob ich lachen oder weinen soll. Die Autorin hat einen gewissen Hang zur Übertreibung. Doch außerhalb des Möglichen liegt es nicht, was Maria Semple in ihrem Debüt beschreibt. Gerade in Amerika kann ich mir vorstellen, dass es die Unikate dieses Buches auch als reale Personen gibt. So genial ich die Konstruktion des Buches, seine Durchdachtheit und auch die Charaktere mochte, gab es für mich doch die eine oder andere Länge. Manche Emails waren mir einfach zu ausschweifend, manche Gutachten zu umfangreich. Dazu kommt, dass ich mir die Auflösung um Bernadettes Verschwinden doch spektakulärer vorgestellt hatte. Zwar ist das Ende total stimmig und passt auch perfekt zu den Charakteren, aber es war mir fast etwas zu einfach. Davon abgesehen war das Lesen von “Wo steckst du, Bernadette?” ein ganz tolles Erlebnis. Ich habe zusammen mit den Charakteren viel erlebt und werde die Autorin Maria Semple auf jeden Fall im Auge behalten. Auf ihre weiteren Veröffentlichungen bin ich schon jetzt sehr gespannt. Mein Fazit * * * * * * “Wo steckst du, Bernadette?” war für mich ein ganz besonderes Buch mit einem ganz besonderen Aufbau, einer ganz besonders durchdachten Handlung und ganz einzigartigen Charakteren.

Wo bist du, Bernadette?

Von: Monika Stutzke Datum: 11. January 2015

Bernadette Fox war eine Stararchitektin, von der man noch heute redet, obwohl sie nicht mehr in ihrem Beruf tätig ist. Ihr Mann Elgie hat einen verantwortungsvollen Posten bei Microsoft, so dass Geld bei ihnen zu Hause nie ein Thema ist. Es wird aus dem Vollen geschöpft. Sie sind vor Jahren nach Seattle gezogen, in ein Haus, das früher ein Mädchenpensionat war und das sehr renovierungsbedürftig war. Obwohl Architektin, kann sie sich nicht aufraffen, aus dem Haus etwas zu machen. Im Gegenteil, Bernadette ist unfähig, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Sie hat sich in Indien online eine "Sekretärin" gesucht, die so gut wie alles für sie organisiert, egal, ob es um Tischreservierungen geht oder um Reisebuchungen. Sie selbst tritt nicht in Erscheinung. Ihre 15-jährige Tochter Bee ist ihr ein und alles, trotzdem denkt sie nicht daran, in der Schule ehrenamtlich, wie all die anderen Mütter, für bestimmte Dinge in Erscheinung zu treten. So macht sie sich natürlich auch keinerlei Freunde unter den anderen Müttern, aber das ist ihr egal. Bee, die mit sehr guten Noten glänzt, wünscht sich, mit der Familie in die Antarktis zu fliegen. Die Organisation dazu soll Manjula, die indische Sekretärin, dafür erledigen. Kurz vor dem angesagten Urlaub verschwindet Bernadette... spurlos... Bernadette ist ein Frau, die das tägliche Leben nicht mehr auf die Reihe bekommt. Unfähig, persönliche Kontakte zu halten bzw. zu pflegen, sucht sie sich lieber eine Assistentin in Indien, die für sie für $ 0,75 die Stunde für sie alle lästigen Pflichten erledigt. Der Kontakt zu Manjula erfolgt per E-Mail und sie ist mit ihrem Arrangement mehr als zufrieden. Als sie von einer Mutter einer Schülerin aus der Klasse ihrer Tochter gebeten wird, doch die Brombeersträucher zu entfernen, die deren Garten verunziert, nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Der Roman setzt sich größtenteils aus Handnotizen und E-Mails zusammen. Zwischendurch gibt es ein paar klärende Worte von Bee, Bernadettes Tochter. Anfänglich verwirrte mich das ganze ein wenig, obwohl ich schon Briefromane gelesen habe. Aber hier schien es mir irgendwie sehr konfus zu sein. Zettel, in denen es um Brombeerpflanzen geht und Mails, die scheinbar völlig aus dem Zusammenhang gerissen sind. Aber sie sind alles andere als aus dem Zusammenhang gerissen, denn das ganze entpuppt sich als Vorgeplänkel zu einem einheitlichen Ganzen. Die Ereignisse überschlagen sich und nehmen ein Tempo an, dass man zu tun hat, Schritt halten zu können. Alles scheint sich gegen Bernadette verschworen zu haben. Rückblickend hat das Schicksal es aber auch nicht gut mit ihr gemeint, obwohl sie einiges durch ihre Arroganz selbst zu verschulden hatte. Aber die Lawine, die nunmehr auf sie einstürmt, machte mich als Leser schon betroffen, zumal sie doch nicht immer schuldig war. Als sie dann plötzlich eines Tages verschwand, hat man selbst als Leser ein großes Fragezeichen in den Augen, denn man selbst hat es ebenfalls nicht vorausgesehen und Null Idee, was denn nun passiert sein könnte. Aus einer anfänglich eher unsympathischen und unnahbaren Protagonistin konnte ich mich im Laufe der Zeit mit ihr anfreunden. Sie ist jetzt zwar nicht der Typ, den man gleich in sein Herz lässt, aber sie durchaus Potenzial dazu. Bee war für mich die Sympathisantin schlechthin. Sie hielt zu ihrer Mutter, egal was war. Sie war es auch, die intensiv die Suche nach ihr vorantrieb und versuchte, jeden bekannten Schritt von ihr nachzuvollziehen, um zu erkennen, wo sie denn abgeblieben war. Ein unterhaltsames Buch mit ungewöhnlichem Schreibstil, aber wenn man sich erst einmal eingelesen hat, mag man es gar nicht mehr aus der Hand legen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten wollte ich genauso wissen, wo Bernadette abgeblieben war, wie alle anderen. Ein Buch, dass ich sehr gern gelesen habe.