Gabrielle Zevin

Die Widerspenstigkeit des Glücks

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Amelia ist Verlagsvertreterin und lernt dabei die eigenwilligsten Buchhändler kennen. Genau so einer ist A. J. Fikry. In seinem Herzen haben nur turmhohe Bücherstapel Platz. Bis er einen ungebetenen Gast entdeckt: Eines Morgens sitzt die zweijährige Waise Maya in der Kinderbuchecke seiner Buchhandlung. Gegen seinen Willen nimmt sich A. J. des kleinen Mädchens an, das sein Leben kurzerhand auf den Kopf stellt. Und auch Amelia wird er nicht so schnell vergessen können …

Die Macht der Bücher

Von: Ascari Datum: 07. February 2016

Aufgrund einiger Rezensionen "begegnete" mir dieses Buch eigentlich schon vergangenes Jahr das erste Mal, ich las damals auch eine Leseprobe, die mir durchaus gefiel, aber irgendwie sollte es damals wohl nicht sein ... Wahrscheinlich zu viele andere Bücher, die ebenfalls meine Aufmerksamkeit forderten. Dass das Buch jetzt doch seinen Weg zu mir fand, habe ich Betty zu verdanken, die mir vorschlug, doch wieder ein Buch gemeinsam zu lesen. Und als ich ihren SuB auf Lovelybooks entdeckte, fand ich dieses Buch bei ihr :). Zum Inhalt: A.J. Fikry ist ein Eigenbrötler. Frisch verwitwet, führt er die Buchhandlung seiner Frau weiter fort und weiß nicht so recht mit seiner Trauer umzugehen. Zu diesem Zeitpunkt lernt er Amelia, die neue Verlagsvertreterin von Knightley Press kennen. Aus anfänglicher Abneigung wird im Lauf der Zeit mehr, aber so richtig beginnt A.J. erst wieder aufzuleben, als er eines Tages ein zweijähriges Mädchen bei sich aufnimmt, das in seiner Buchhandlung zurückgelassen wurde ... Meine Meinung: Der Inhalt klingt auf den ersten Blick nicht weiß Gott wie spektakulär und das Buch braucht auch eine Weile, um seinen Charme zu entfalten.Auf 288 Seiten entfaltet sich eine Geschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann - mit allen Auf und Abs, die man sich nur vorstellen kann. Wer Bücher um ihrer selbst willen liebt, wird auf jeden Fall mit diesem Buch voll auf seine Kosten kommen, da die Literatur und die Liebe zu ihr hier eine tragende Rolle spielt. Alle Figuren leben und lieben rund um Bücher, lernen sich durch Bücher und ihre Geschichten kennen ... Am besten hat mir wohl folgendes Zitat gefallen: Alles, was du über einen Menschen wissen musst, erfährst du aus der Antwort auf die Frage: Welches ist dein Lieblingsbuch? Gut, in Wirklichkeit ist es wahrscheinlich nicht so einfach, aber es zeigt schön auf, wie sehr das Leben der Charaktere mit Literatur verflochten ist, mal mehr, mal weniger, aber alle werden irgendwie von Büchern beeinflusst. Selbst der Schluss endet meiner Meinung nach mit einer kleinen Liebeserklärung an die Literatur! Kommen wir zu dem, was mir an dem Buch nicht so gut gefallen hat - die Länge. Kann man sagen, dass einem ein Buch zu kurz sein kann? Ja, kann man, finde ich. Denn als ich mich in die Geschichte und die Charaktere erst einmal verliebt hatte, hatte ich immer wieder das Gefühl, die Geschichte wird einfach zu schnell erzählt. Die Handlung entwickelt sich zu schnell, die Figuren altern zu schnell - und manches bleibt irgendwie unerzählt in der Luft hängen. Hier hätte ich mir wirklich gewünscht, dass das Buch wenigstens 400 Seiten gehabt hätte - und nicht nur 288! Aus diesem Grund tue ich mich jetzt auch schwer, das Buch zu bewerten. Ja, ich mochte es sehr, hatte aber immer wieder das Gefühl, als ob man nur Teile aus dem Leben der Figuren erzählt bekommt. Ein echtes Begleiten ist es nicht, vor allem weil die zeitlichen Sprünge leise und unauffällig passieren. Mein Fazit: Das Buch erzählt eine wunderschöne Geschichte, in die man sich ohne Probleme verlieben kann, die aber für meinen Geschmack zum Teil viel zu hastig erzählt wird. Etwas weniger Geschwindigkeit - und ich hätte ohne Schwierigkeiten die volle Sternezahl vergeben.

Märchenhaft Real

Von: Klene123 Datum: 13. December 2015

Das ganze Buch ist irgendwie magisch genau so wie ein Buch eben sein soll und gleichzeit so real, dass es wirklich wie ein kleines Märchen ist. Die Geschichte spielt auf Alice Island, eine etwas abgelegene Gegend, die immer wieder die Gefühle der Protagonisten widerspiegelt durch Nebel oder Sonnenschein. Was wirklich alles sehr mystisch macht. Fikry, der eigenwillige Buchhändler wurde von mir sofort ins Herz geschlossen, er verkörpert für mich viele Werte wieso ich es so liebe zu lesen und auch konnt ich mir genau vorstellen wie es ist meine Nase in ein Buch in seinem Buchladen zu stecken :) Er ist ein Eigenbrödler, trinkt und geht ein bisschen in Selbstmitleid unter seit seine Frau gestorben ist, doch durch Maya gestaltet sich sein Leben doch anders als gedacht. Die schlaue 2jährige Maya stiehlt sich in sein Herz und er beschließt sie bei sich aufzunehmen. Dadurch blühen beide gemeinsam auf und ändern auch das Leben in der Stadt ein bisschen. Als dann Amelia die Verlagsvertreterin wieder kommt, wird auch sie die Veränderungen nicht loslassen können. Der Schreibstil ist malerisch und emotionsgeladen. Ich habe die Zeit wirklich genossen, die ich mit den Figuren verbringen konnte. Es fließt einem einfach so von der Hand und ich finde man sieht hier und da wieder die Kleinigkeiten im Leben genauer.Island Books wurde zu meiner eigenen kleinen Insel, zu der ich zum Abschalten gereist bin. Fazit: Ein schönes, unkompliziertes aber auch sehr emotionales Buch, das einen in märchenhaft reale Einblicke mitnimmt.

Die Widerspenstigkeit des Glücks

Von: nana Datum: 08. September 2015

Klappentext: Amelia ist Verlagsvertreterin und lernt dabei die eigenwilligsten Buchhändler kennen. Genau so einer ist A. J. Fikry. In seinem Herzen haben nur turmhohe Bücherstapel Platz. Bis er einen ungebetenen Gast entdeckt: Eines Morgens sitzt die zweijährige Waise Maya in der Kinderbuchecke seiner Buchhandlung. Gegen seinen Willen nimmt sich A. J. des kleinen Mädchens an, das sein Leben kurzerhand auf den Kopf stellt. Und auch Amelia wird er nicht so schnell vergessen können. Meine Meinung: Ich habe es wirklich genossen, das Buch zu lesen. Erstmal grundsätzlich: ich liebe es, Bücher über Buchläden zu lesen. Es macht einfach Spaß. Die Geschichte spielt auf Alice Island, weit ab vom Schuss, aber immerhin ein Ort mit einem schönen Buchladen. Die Charaktere waren mir von Anfang an sehr symphatisch. Fikry, der sich nach dem Tod seiner Frau immer weiter zurück gezogen hat, nach getaner Arbeit im Buchladen zu Hause alleine sitzt und trinkt, findet plötzlich ein kleines Mädchen bei sich im Buchladen, gemeinsm mit einem kurzen Brief, dass die Mutter ihr Kind bei ihm lassen möchte. Kurze Zeit später wird eine Leiche angespült, die sich als Mutter des Kindes entpuppt. Daraufhin erklärt sich Fikry dazu bereit, Maya bei sich aufzunehmen und sie großzuziehen. Er wird von den Bürgern beobachtet, sie glauben nicht daran, dass er den Schneid hat, ein Kind allein großzuziehen. Doch er belehrt sie eines Besseren und Maya liebt ihren Daddy heiß und innig. Im Laufe der Zeit lernt Fikry Amelia kennen. Sie ist Verlagsvertreterin und somit treffen sich die beiden in regelmäßigen Abständen immer wieder. Der Schreibstil ist wirklich eingängig, es macht einfach Spaß das Buch zu lesen! Man kann die Liebe zu Büchern geradezu spüren, das macht es einfach so schön für mich. Es ist eher rational, ohne großes Trara geschrieben, was es besonders toll macht! Es ist ein schönes, ehrliches, trauriges und ergreifendes Buch, das vor allem fü Buchliebhaber ein Muss sein sollte!

Sachlich-Emotionales Buch über Bücher und das Leben

Von: Julia Hillebrandt Datum: 12. August 2015

Im Original ist der Roman von Gabrielle Zevin unter dem Titel The storied Life of A. J. Fikry (übersetzt: Das erzählte Leben des A. J. Fikry) erschienen. Im Nachhinein erscheint mir der Originaltitel als passender, wenngleich Die Widerspenstigkeit des Glücks gut gewählt ist. Einer meiner Lieblingsfilme ist Alex und Emma, der mich auch beim fünfunddreißigsten Mal noch mit seinem Ton und seiner Erzählweise besticht. Für diejenigen, die sich ein Bild davon machen möchten, verlinke ich den Trailer. Warum ich jetzt davon anfange? Weil der Schreibstil von Gabrielle Zevin sehr dem Erzählstil von Alex im Film ähnelt. Ich hatte von Anfang an beim Lesen seine Stimme im Kopf, die vorliest, Wort für Wort setzt und eine wunderbare Geschichte etwas sachlich-distanziert erzählt. Die Geschichten selbst, Film und Buch, gleichen sich nicht, ähneln sich nicht einmal. Aber es geht mir um den Tonfall. Die Widerspenstigkeit des Glücks ist die Geschichte eines Buchhändlers, der das Glück verloren glaubt und dann ein kleines Mädchen in seiner Buchhandlung findet. Trotz seiner eigentlich eher schroffen Art baut er eine Beziehung zu dem Kind auf und nimmt sich seiner an. Oder vielleicht ist es auch das Mädchen, das sich des Mannes annimmt. In jedem Fall besticht die Erzählung auf ihren 288 Seiten mit ihrer Einfühlsamkeit und den außergewöhnlichen Charakteren. A. J. Finkry ist mit Leib und Seele Leser, er liebt die Worte und die Seele, die manchmal in Büchern wohnt. Zu Menschen hat er kein so gutes Verhältnis, vor allem, wenn sie nicht lesen. Seine Tochter Maya ist ein außergewöhnliches Mädchen, die dem Leser viel Identifikationspotential bietet. Und last but not least gibt es da Amelia, eine Verlagsvertreterin. Mit ihrem eigenwilligen Kleidungsstil und ihrer ebenso eigenwilligen Art hat sie mich schnell für sich eingenommen. A. J.'s Geschichte wird immer wieder unterbrochen von seinen Gedanken zu Kurzgeschichten, die er in Briefform festhält. Er bringt sie in Bezug zu seinem Leben und dem, was ihm wichtig ist, und so erfährt man nicht nur etwas über den Buchhändler, sondern auch über literarische Werke. Mich persönlich hat das Buch sehr angesprochen, da im Buch auch immer wieder Bezug zur Literatur oder zu Erzählstilen genommen wird. Es verleitet dazu, noch mehr zu lesen, um die literarische Lebensreise von A. J. verfolgen zu können. Leider hatte ich keinen Zugriff auf die genannten Kurzgeschichten, habe mir aber fest vorgenommen, sie zeitnah zu lesen oder spätestens bis zu einem zweiten Lesedurchgang von Gabrielle Zevins Werk greifbar zu haben. Die Widerspenstigkeit des Glücks ist berührend und wunderbar erzählt. Da mir diese Art sehr liegt, vergebe ich volle fünf von fünf Gedankenschnörkeln. Ich rate aber jedem, der nicht sicher ist, ob ihm der eher sachliche Stil liegt, zunächst einmal den Trailer von Alex und Emma zu sehen.

Ganz viel Buchbegeisterung

Von: LiteraturLese Datum: 09. August 2015

Die Widerspenstigkeit des Glücks ist vor allem ein Roman über das Lesen und die Liebe zu Büchern, zur Literatur. Protagonistin ist eine Buchhandlung und ihr Personal: Der exzentrische Buchhändler A.J. Fickry, seine Tochter Maya und Verlagsvertreterin Amelia Loman. Ein Roman also, der bei begeisterten Lesern sofort auf Interesse stößt. Dementsprechend sind auch schon viele, viele Rezensionen auf Bücher-Blogs zu finden… Verlagsvertreterin Amelia Loman ist noch relativ neu in ihrem Job, als sie nach Alice Island fährt, um dem Besitzer der Buchhandlung “Island Books” das Herbstprogramm ihres Verlags vorzustellen. Buchhändler A.J. Fickry zeigt sich nicht sehr zugänglich, die Bücher entsprechen nicht seinem Geschmack und Höflichkeit gehört nicht zu seinen Tugenden. Trauernder Witwer, spezieller Literaturgeschmack A.J. leidet immer noch unter dem Tod seiner Frau, mit der gemeinsam er die Buchhandlung gegründet hat. Fast widerwillig führt er das Geschäft weiter, denn die Käufer seiner Bücher haben leider keinen so exklusiven Literaturgeschmack wie er. A.J. wird erst wieder menschlicher, als er eines Tages in seinem Laden die zweijährige Maya findet. Auf einem Zettel bittet ihre Mutter, dass er sich um das Mädchen kümmert. Zurück ins Leben Maya ist sehr aufgeweckt und liebt Bücher ebenso sehr wie ihr Adoptivvater. Der entdeckt dann auch, nachdem er sie vier Jahre kennt, wie interessant er Amelia findet. Aus ihnen wird ein Paar, später auch ein Ehepaar. Den Weg zur Liebe ebnen viele Gespräche über Bücher und Literatur. Auch in die Buchhandlung zieht wieder Leben ein, mehrere Buchclubs tagen in “Island Books”, A.J. wird auch weniger streng in seinen Anforderungen an seine Kunden. Das Happy-End des Romans befindet sich irgendwo in der Mitte des Buches, am Ende wechselt “Island Books” den Besitzer und die Gründe sind nicht sehr erfreulich. Oberflächlich erzählte Handlung Wie man an dieser knappen Zusammenfassung schon erkennen kann, umspannt die Handlung mehrere Jahre, der Roman aber nur knapp 180 (E-Book-)Seiten. Da bleibt kein Platz für Beschreibungen von Orten oder Menschen, kein Platz für Details, die sich nicht auf Bücher beziehen, kein Platz für Gefühle oder ausführliche Charakterisierungen. Was und wie es erzählt wird, ist wirklich gut, die Menschen werden einigermaßen lebendig, aber leider bleibt die Geschichte recht oberflächlich. Als Leser erfährt man vom Leben der Protagonisten quasi “in groben Zügen”. Oft kann man aus dem Verhalten natürlich auf Charaktereigenschaften oder Gefühle schließen, aber leider viel zu selten. Weiterführende Lektüre empfohlen Am meisten über A.J. und Amelia lernt man vermutlich, wenn man ihre bevorzugten literarischen Werke kennt. Und vermutlich eröffnen sich neue Perspektiven auf den Roman, wenn man den Literaturempfehlungen A.J.s für Maya folgt, die sich am Beginn jedes Kapitels befinden. Vermutlich sollte man alle diese Romane und Kurzgeschichten ebenfalls lesen, um Die Widerspenstigkeit des Glücks besser schätzen zu können. Aber, Hand aufs Herz, wer von uns “normalen” Lesern wird das schon machen? Sehr viel Buchbegeisterung Wenn also auch die Menschen in diesem Roman ein wenig zu kurz kommen, so hat die Literatur hier doch einen großen Auftritt. Die meisten Leser werden deshalb ein wenig ihrer eigenen Begeisterung für Bücher in diesem Roman wiederfinden und ihn vermutlich schon deshalb lieben. Gabrielle Zevin. Die Widerspenstigkeit des Glücks. München: Diana, 2015. | Original: The Storied Life of A. J. Fikry. Chapel Hill, NC: Algonquin, 2014. Übersetzung Renate Orth-Guttmann.

Die Widerspenstigkeit des Glückes

Von: Pia Datum: 27. June 2015

Rezension: "Die Widerspenstigkeit des Glücks" von Gabrielle Zevin Verlag: Diana Verlag Erscheinungsdatum: 11.Mai 2015 Preis: 12,99€ Seitenzahl: 288 Seiten Reihe od. Einzelband: Einzelband Bewertung: 5 von 5 Schmetterlingen Gabrielle Zevin ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Sie absolvierte Havard. Ihr erstes Buch "Elsewhere" erregte Aufsehen in der Kritik und wurde in 16 Sprachen übersetzt. Auf der Fähre nach Alice Island lackierte Amelie Loman ihre Nägel gelb, und während sie darauf wartet, dass sie trocknen, überfliegt sie die Notizen ihres Vorgängers. A.J. Fikry ist ein etwas verschrobener, anfangs recht unsympatischer, Buchhändler, der einzigen Buchladen auf einer Insel betreibt. Sein Herz gehört der Literatur, doch er ist nicht glücklich. Seit seine Frau verstorben ist, hat er nichts in seinem Leben mehr im Griff, trinkt zu viel Alkohol und verzeichnet große Umsatzeinbußen. Eines Morgens jedoch erwartet ihn ein Ereignis, das alles verändert. In seinem Buchladen entdeckt er ein zweijähriges Mädchen namens Maya, die einen Brief mit der Bitte, dass A.J. sie bei sich aufnehmen solle bei sich trägt. "Ich glaube nicht an Gott, ich bin nicht fromm. Aber diese Buchhandlung ist für mich so etwas wie eine Kirche. Sie ist ein heiliger Ort" (S. 285) "Alles, was du über einen Menschen wissen musst, erfährst du aus der Antwort auf die Frage: Welches ist dein Lieblingsbuch?" (S.207) Die Widerspestigkeit des Glücks ist eine grandiose Geschichte für Bücherliebhaber, denn in der Geschichte geht es vor allem um eines: die Liebe zu Büchern. A. J. Fikry ist ein sehr anspruchsvoller Leser, der alle möglichen Arten von Literatur verabscheut, während er von anderen nicht genug bekommen kann. Es ist herzerwärmend zu lesen, wie er über Bücher schwärmt, und seine zu Beginn abweisende und miesepetrige Art macht ihn nicht zum durchschnittlichen Romanhelden. Mir war er Anfangs etwas unsymptatisch, doch seine Liebe zu Büchern machten dies wieder wett. Die anderen Charaktere sind herzallerliebst und mir sogleich ans Herz gewachsen. Selbst die Nebencharaktere haben ihren ganz eigenen Charme und ihren persönlichen kleinen Platz im Gefüge des Romans. Maya, das Waisenmädchen, ist aufgeweckt, intelligent und liebt Bücher genauso innig wie A. J. Die beiden geben also ein unschlagbares Team ab und es ist wunderbar zu beobachten, wie Maya ihren Adoptivpapa verändert und wie sie die Welt um sich herum kennenlernt. Auch der Polizist Lambiase ist einmalig: Zu Beginn besucht er A. J. bloß in seinem Laden, um zu schauen, wie es Maya geht, und so wird der wenig lesefreudige Chief auf einmal zu einem Bücherwurm, der kurz darauf einen Buchclub mit seinen Kollegen gründet. Ebenfalls liebgewonnen habe ich die Verlagsvertreterin Amelia, die so herzlich und außergewöhnlich (und Besitzerin eines Hermine Granger-Wackelkopfs) ist, dass ich mich sofort in ihr wiedergefunden habe. Auch sie ist – wie sollte es anders sein? – eine unverbesserliche Literaturliebhaberin. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Besonders toll fand ich die Literaturempfehlungen von A. J., die er Maya zu Beginn jedes Kapitels gibt. Ich muss definitiv so einiges davon lesen! Schön war, dass ich einige Werke schon gelesen habe und daher genau wusste, wovon A. J. schreibt – das hat das Ganze noch lebendiger gemacht. Insgesamt ist der Geschichte eine besondere Dynamik zu eigen. Das Tempo ist trotz der Zeitsprünge nicht rasant, sondern gemächlich und irgendwie gemütlich, kuschelig. Ich habe mich unglaublich wohl in dem Buch gefühlt und konnte es einfach nicht weglegen. Die Geschichte ist ehrlich, authentisch, witzig und berührend. Gabrielle Zevin hat mitDie Widerspenstigkeit des Glücks ein tiefgründiges und wunderschönes Werk geschaffen, das einen zum Lachen und Weinen, zum Freuen und Nachdenken bringt. Ich kann diese Geschichte jedem Buchliebhaber nur empfehlen, es hat seinen ganz eigenen Charme!

Ein Buch über die Liebe zu Büchern

Von: Julias Buchblog Datum: 20. June 2015

Ein Buch, das in einer Buchhandlung spielt und in dem es viel um Bücher und Literatur geht, das klingt für Leseratten wie mich sehr verführerisch, und tatsächlich wimmelt es von literarischen Zitaten und Anspielungen. Um diese allerdings einigermaßen einordnen und genießen zu können, hilft es, wenn man zumindest eine Ahnung vom zeitgenössischen angelsächsischen Literaturgeschehen hat und auch ein paar Klassiker gelesen hat. Dass Bücher im Roman einen so breiten Raum einnehmen, hat aber auch den Nachteil, dass nicht mehr viel Platz für anderes übrig bleibt, denn die Geschichte ist verhältnismäßig kurz, obwohl sie einen langen Zeitraum abdeckt, was immer wieder zu recht abrupten Zeitsprüngen führt. Auch die Charakterentwicklung kommt etwas kurz, gerade die Protagonisten bleiben abgesehen von ihrer Bücherliebe eher blass. Wer also eine nette romantische Geschichte erwartet, wird enttäuscht werden, wer aber Bücher und (angelsächsische) Literatur mag, dürfte viel Freude an der „Widerspenstigkeit des Glücks“ haben, denn in diesem Roman sind die Bücher das Zentrale und die Figuren nur Beiwerk.

Das Glück sucht dich

Von: Frau Goethe Datum: 30. May 2015

Der eigenwillige Buchhändler A J. Fikry hat seinen Laden für gehobene Literatur auf der Ferieninsel Alice Island. Um seinen Anspruch an Bücher zufriedenzustellen muss man schon sehr genau suchen. Der Witwer ist Anfang 40 und lieber allein, als dass er mit Leuten zusammen ist, die er nicht mag. Er guckt zu tief ins Glas, ist oft mürrisch und kümmert sich nicht um die Belange anderer. Eines schönen Sommertages gerät seine beschauliche Welt jedoch ins Wanken. Zuerst stellt er den Diebstahl seiner Erstausgabe von Tamerlane fest und dann wurde offenbar ein Kleinkind bei ihm in der Buchhandlung ausgesetzt. Obendrein muss er sich nun auch noch an einen anderen Verlagsvertreter gewöhnen. An diesem Punkt tritt Amelia Lomann in das Leben des Eigenbrödlers. Sie ist nun die neue Verlagsvertreterin und soll nun zweimal jährlich mit Fikry sein Bestellsortiment durchsprechen. Die Vielleserin wurde durch die unzähligen romantischen Romane für die reale Männerwelt verdorben. Jedenfalls ist das die Meinung ihrer Mutter, wenn sie sich über Amelias nichtvorhandenes Liebesleben auslässt. Irgendetwas zieht sie an A. J. an und auch er kann es spüren. Die geschäftlichen Gespräche wecken bei den beiden die Vorfreude auf ein neues Wiedersehen. Die Drehbuchautorin Gabrielle Zevin gelang mit diesem Roman der Durchbruch. Die Idee, die hinter der Geschichte steckt, ist vielschichtig. Der vom Leben enttäuschte Mann wird durch die Veränderungen in seinem Leben gezwungen, eine Entscheidung über den weiteren Verlauf seines Lebens zu treffen. Er wiegt die einzelnen Komponenten ab und nutzt dazu sein Wissen über die Literatur. Jedes Kapitel beginnt mit einem Eintrag aus seinem Lesetagebuch, aus dem der Leser nicht nur kurz über seine Gedanken zum Gelesenen informiert wird, sondern schon bald auch Bezug zu seinem Leben hergestellt wird. Aus diesen kurzen Texten ahnt der Leser schnell, dass hinter der harten Schale ein durchaus liebenswerter Mensch steckt. Der verwendete Schreibstil ist ideal, um sich langsam an diese Wendung zu gewöhnen. Die Wortwahl ist stets geeignet, dem Protagonisten bis auf den Grund seiner Seele zu schauen. Ebenso wird Bezug auf die Umwelt genommen. Officer Lambiase, der zunächst nur den Diebstahl untersuchen soll, entwickelt sein Interesse für Bücher. Das eröffnet ihm eine ganz neue Welt, in der auch er neue Entscheidungen treffen muss. Diese Beispiele sind auf einer kleinen Insel bestens platziert, da ansonsten kaum Ablenkung geboten wird. Der Roman wird die Leserschaft sicherlich spalten. Die Eintönigkeit des Alltags zwingt den Leser dazu, es sich gemütlich zu machen und die Geschichte an sich vorbeiziehen zu lassen. Es werden tiefgehende Gedanken aufgeworfen, die man sich bald nicht mehr entziehen kann. Das setzt aber Interesse und die Fähigkeit, sich manchen Aussagen unvoreingenommen hinzugeben, voraus. Dann eröffnen sich Überlegungen, ob es tatsächlich Auswirkungen auf das eigene Leben hat, in welchem Geschäft man sich wiederfindet. Der wohl schönste Satz ist: Kein Mensch ist wie eine Insel; jedes Buch ist eine Welt. Wer diesen Gedanken zustimmt, wird viel Spaß mit dem Roman haben.

Die Formel für Glück liegt in dieser Geschichte!

Von: Gisela Simak Datum: 17. May 2015

Zum Inhalt A. J. Fikry ist ein liebenswerter Eigenbrötler. Nachdem er seine Frau bei einem Autounfall verloren hat, verfällt er dem Alkohol. Als er einmal seinen Rausch ausschläft, verschwindet ein wertvolles Buch, dass seinen Ausstieg aus dem Arbeitsleben ermöglichen hätte sollen. Der Buchhändler hat nicht mehr viel Freude an seinem Buchladen. Das wertvolle Buch ist weg; dafür bekommt er einen Brief und die zweijährige Maya. Das süße Mädchen hat eine verzweifelte Frau in seinem Laden ausgesetzt. Amelia ist Verlagsvertreterin und lernt viele schrullige Buchhändler kennen. Sie hat den Auftrag A. J. den neuen Katalog vorzustellen. Als sie die Buchhandlung auf der Ostküsteninsel Alice Island betritt, ist sie erst einmal schockiert, über die am Boden gestapelten Bücher. Der Buchhändler A. J. erweist sich als total unfreundlicher Nerd. Und trotzdem ... sprühen da nicht irgendwie Funken? Meine Meinung Ich habe mich auf Anhieb in dieses Cover verliebt. Der Klappentext hat mir ein Buch versprochen, das zu hundert Prozent auf uns Leseratten zugeschnitten ist. Ich habe mich nicht getäuscht! Ein paar Seiten habe ich gebraucht, um mit der Geschichte warm zu werden. Der Erzählstil ist sehr eigen. Fast schon sachlich. Trotzdem hat mich die Story voll gepackt. Wie kann man ein Buch so nüchtern schreiben; dennoch so viel Wärme vermitteln? Die Autorin hat das geschafft. A. J. war mir sehr sympathisch. Er hat sich auf Anhieb in die kleine Maya verliebt. Die Kleine hat ihn seinen Verlust, von der wertvollen Ausgabe Tamerlane, vergessen lassen. Die Verantwortung tut ihm regelrecht gut und hält ihn vom Alkohol fern. Ich war sehr gespannt, ober er das Kind behalten wird (darf)! A. J. liebt Short Storys. Amelia liebt die Biographie Späte Blüte von Leon Friedman. A. J. mag keine Autorenlesungen in seinem Buchladen. Amelia schafft es, dass A. J. Leon Friedman zu einer Lesung einlädt. Ich war sehr überrascht, was da an´s Tageslicht kam ..... Die Protagonisten in dieser Geschichte wirken glaubhaft . A. J. und Amelia unterhalten sich viel über Literatur. Des öfteren sind Bemerkungen über Buchtitel gefallen, die ich sofort erkannt habe. Lambiase ist ein geschiedener Polizist, der die Liebe zur Literatur entdeckt hat. Ja, nicht nur zur Literatur! Er lernt die unglückliche Schwägerin von A.J. näher kennen .......... Amelia stellt fest, dass A.J. eigentlich ein ganz Lieber ist ....... Fazit Ein Buch über Bücher, das mich begeistert hat. Protagonisten mit denen ich gerne mal einen Bummel durch Bücherläden machen würde. Noch lieber wäre mir ein Besuch bei Island Books! Ein Schreibstil der nüchtern anmutet und doch so emotional ist. Autoren die alles andere als erfolgreich und seriös sind und uns einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen. Das widerspenstige Glück zeigt uns genau den Weg zu selbigen. Das Ende hat mir wieder einmal den Griff zu Taschentüchern beschert. Ich war richtig fassungslos! Ich empfand es als Cliffhanger. Eine Fortsetzung könnte ich mir gut vorstellen. Liebe Gabrielle Zevin, wird es eine geben? Vielen Dank für dieses wundervolle Buch. Eine absolute Empfehlung von mir und 5 Sterne

Ein wunderbarer Schreibstil und eine Geschichte mit Ecken

Von: die Selbermacherin Datum: 11. May 2015

Der grummelige und eher ruhige Buchhändler A.J. Fikry lebt in seiner Welt. In seinem Buchladen türmen sich zwar die Bücher (wortwörtlich) aber man findet nicht unbedingt die neuesten Bestseller. Er mag nur ganz bestimmte Bücher und Verlagsvertretern macht er es nicht wirklich leicht ihm Bücher zu empfehlen. So ergeht es auch Amelie. Einer jungen und engagierten Vertreterin eines kleinen Verlags namens Knightley Press. Eines Tages sitzt plötzlich ein 2 jähriges Mädchen mutterseelenallein in der Kinder-Buch-Ecke. Und auch Amelie geht ihm immer wieder durch Kopf... Nun muss sich A.J. Fikry entscheiden. Will er seinem Leben eine neue Wendung geben? Will er sich öffnen und auch seinen Schmerz überwinden? Ganz klar muss ich bei diesem Buch den absolut liebevollen Schreibstil hervorheben. Dieser fällt ab den ersten Zeilen wirklich auf und zieht sich durch das ganze Buch. So etwas mag ich! Was mich allerdings immer wieder gestört hat, waren die Sprünge. Gerade spricht A.J. Fikry noch mit einer Kundin und im nächsten Satz schießt er ganz ohne Übergang die Türe der Buchhandlung ab. Ebenso fand ich die Handlungen und Geschehnisse manchmal zu "konstruiert". Die Geschichte fließt nicht richtig. Klar wollte ich wissen, wie es ausgeht, aber manchmal hat mich nur der tolle Schreibstil am Weiterlesen gehalten. Schade.. A.J. Fikry (der Name naja) ist als Person toll und ich habe mit ihm gelitten und mich auch mit ihm gefreut. Maya der kleine Wonneproppen ist super! Da gibt es nix zu deuteln. Dieses Persönchen muss man einfach lieben. Und auch Amelie ist interessant und liebendwert. Und immer wieder der wahnsinnig gute und liebevolle Schreibstil :-) Ja, da schwärme ich echt *grins* Die Autorin Gabrielle Zevin hat definitiv Potential. Ich hoffe wirklich, dass die Autorin in ihrem nächsten Buch ihrem Schreibstil treu bleibt. Dazu dann noch eine fließende Geschichte. Dann wäre es wirklich perfekt. Ich würde 3 von 5 Punkten geben

Eine Liebeserklärung an die Bücher

Von: Grenzenlos Datum: 12. January 2019

Es gibt nichts Schöneres als selbsternannter Büchernerd Bücher über Büchernerds zu lesen. Und von denen gibt es gleich drei in dieser Geschichte. Irgendwie gehts dann gar nicht anders, als diese Bücher zu mögen. Es ist eine Liebeserklärung an die Bücher. Und es war einfach schön darüber zu lesen, wie Bücher so viele unterschiedliche Menschen zusammenbringen können. A.J. Fikry ist anfangs nicht so ganz sympathisch, was aber glaub ich gewollt ist. Er hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich und findet erst im Laufe des Buches wieder richtig zurück ins Leben. Und so entwickelt er sich erst mit der Zeit zu einem liebenswerten Charakter. Er ist der Hauptcharakter im Buch, jedoch wird manchmal zu anderen Personen im Buch gewechselt, die dann ebenfalls viel zum Verlauf der Geschichte beizutragen haben. Die Perspektivenwechsel haben meiner Meinung nach gut hineingepasst und alles etwas aufgelockert. Die Entwicklung der Figuren ist wirklich gelungen. Es ist nämlich so, dass es zwei/drei große Zeitsprünge gibt und man nicht wirklich alles von der Entwicklung mitbekommt. Man merkt aber einen vorher/nachher Unterschied. Das Buch ist in zwei Teile eingeteilt und vor jedem Kapitel gibt es Rezensionen von A.J. oder geschriebene Nachrichten an seine Familie, die manchmal schon etwas vorwegnehmen und man im Laufe des Kapitels dann die Erleuchtung bekommt, was damit im Vorhinein gemeint war. Die Geschichte an sich ist wirklich sehr schön und auch traurig. Ich hab fast alles in einem Rutsch durchgelesen. Nur am Anfang hab ich länger gebraucht, eben bis ich mich an A.J. gewöhnt habe. Es lohnt sich aber. Der Schreibstil ist wirklich schön und flüssig zu lesen. Zevin verwendet eine schöne Sprache und weiß genau, was Bücherliebhaber lesen wollen, damit sie sich angesprochen fühlen. Fazit Ein Buch, das ich jedem Bücherliebhaber empfehlen kann. A.J.s Geschichte und wie er nach einem tragischen Vorfall wieder zurück ins Leben und zur Liebe findet, ist wirklich herzerwärmend. Die gelungenen Charaktere und der tolle Schreibstil machen dieses Buch zu einem einmaligen Leseerlebnis.

Flatterhaft wie ein Schmetterling

Von: Fräulein Briest bloggt Datum: 14. March 2017

Alice Island ist eine idyllische Insel, mit gutmütigen Bewohnern. Die einzige Buchhandlung der Insel, Island Books, betreibt A.J. Fikry, dessen Ehefrau bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Schwermütig wendet er sich dem Alkohol zu und badauert sich und sein Dasein. Doch plötzlich ändert sich einiges: A.J.s wertvollstest Buch, „Tamerlane“, das einen 6stelligen Wert hat, verschwindet, und ein zweijähriges Kind wird von seiner Mutter mit einem Brief an ihn in der Buchhandlung zurück gelassen: „An den Besitzer dieser Buchhandlung: Das ist Maya. Sie ist fünfundzwanzig Monate alt. Sie ist SEHR GESCHEIT, ungewöhnlich sprachgewandt für ihr Alter und ein liebes, süßes Mädchen. Ich möchte, dass sie später ihre Liebe zum Lesen entdeckt, ich möchte, dass sie in einer Umgebung mit vielen Büchern aufwächst und unter Menschen, denen solche Dinge wichtig sind. Ich liebe sie sehr, aber ich kann mich nicht mehr um sie kümmern. Der Vater hat in ihrem Leben nichts zu sagen, und ich habe keine Familie, die helfen könnte. Ich bin verzweifelt. Gruß Mayas Mutter“ A.J.s Leben ändert sich schlagartig. Er wendet sich dem Leben wieder zu, adoptiert Maya und zieht seinen „kleinen Nerd“ zu einer intelligenten und schreibbegabten jungen Frau auf. Genau. Frau. Die fehlt dem Buchhändler. Doch dann erinnert er sich an Amelia, die ihn mehrfach pro Jahr besucht, denn sie ist Verlagsvertreterin…. „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ ist ein kleiner, feiner Roman über das Leben, was es mit sich bringt und wie schnell sich alles ändern kann. Verpackt in einer kleinen Geschichte rund um die Buchhandlung Island Books, A.J., Maya und Amelia. Und alle anderen Bewohner von Alice Island. Die Autorin Gabriele Zeven schlägt in dem Roman einen ruhigen Ton an, überstürzt nichts an Handlungen und lässt die Geschichte vor sich hinplätschern. Es gibt weder Höhen noch Tiefen. Selbst nicht bei dem kleinen Finale, das sich so ganz anders entwickelt, als das, was der Leser erwartet. Ein nicht vorhandenes Happy End. Die Figuren des Romans werden nie so beschrieben, dass der Leser keine Fantasie mehr aufbringen müsste, um sich ein Bild zu machen. Ihnen zu folgen ist teilweise, durch große Zeitsprünge etwas schwierig. Vieles muss sich zusammen gereimt werden, bis die tatsächlichen Ereignisse der Zeitlücke erklärt werden. Dies lässt die Autorin meist durch A.J. geschehen. Denn der schreibt zu jedem Buch, das ihm am Herzen liegt, einen kurzen Hinweis für seine Adoptivtochter Maya – verbunden mit einem väterlichen Rat für’s Leben: „Das Glück von Roaring Camp – 1868 von Bret Harte Ziemlich sentimentale Geschichte […]. Gelesen – und zwar völlig ungerührt – habe ich sie zum ersten Mal in Princeton in einem Seminar […] […], dass es wichtig ist, bestimmten Erzählungen in genau dem richtigen Lebensalter zu begegnen. Denk daran, Maya: Das, was uns mit zwanzig gefällt, ist nicht notwendigerweise das, was uns mit vierzig anspricht, und umgekehrt. Das gilt für Bücher und auch für’s Leben.“ Die Widerspenstigkeit des Glücks ist ein wunderschöner Roman, der es schafft, den Leser mit in eine andere Welt zu nehmen. Dennoch viel mir, nachdem ich den letzten Satz gelesen habe, als erstes ein: Flatterhaft wie ein Schmetterling. Das mag an der Leichtigkeit liegen, mit der die Autorin diese doch teils schweren Themen verarbeitet, vielleicht auch daran, dass sich die Geschichte zum Ende hin auflöst – wie Luft. Kaum etwas bleibt übrig von dem, was einen über 287 Seiten begleitet hat. Vielleicht ist dies das Geheimnis der Geschichte: alles ist vergänglich, wie im wahren Leben? Die Autorin Gabrielle Zevin wurde in New York geboren und studierte Literatur in Harvard. Sie hat bereits mehrere Romane und Drehbücher veröffentlicht, die in über zwanzig Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet wurden. Heute lebt die Autorin in Los Angeles.* *Quelle: DIANA Verlag

'Die Widerspenstigkeit des Glücks' von Gabrielle Zevin

Von: paper.and.poetry Datum: 02. March 2017

Manchmal stolpert man durch Zufall über ein kleines Büchlein und ist erstaunt, welche Wirkung dieses auf einen auszuüben vermag. „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ von Gabrielle Zevin ist ein solches Buch, welches ich vermutlich nicht allzu sehr beachtet hätte, hätte ich nicht die vielen positiven Stimmen dazu gehört und gelesen. Daraufhin musste auch ich unbedingt wissen, worum es geht und ob es auch mir so gut gefallen würde. Da es mein erstes Buch von Gabrielle Zevin war, die mit ihrem Debütroman ‚Anderswo‘ ('Elsewhere') bekannt wurde und mittlerweile erfolgreiche (Drehbuch)-autorin ist, konnte ich relativ unvoreingenommen an das Buch gehen. Dennoch hatte ich natürlich aufgrund der Begeisterung anderer eine gewisse Erwartung an das Buch – und wurde nicht enttäuscht! In „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ geht es um A.J. Fikry, Buchhändler und Inhaber von ‚Alice Books‘, einer kleinen unabhängigen Buchhandlung auf der Insel Alice Island, der recht eigen und starrsinnig versucht sein Leben nach dem Tod seiner geliebten Frau fortzuführen. Dieser lernt die Verlagsvertreterin Amelia kennen, die noch neu in ihrem Job ist, weder A.J. noch seinen Geschmack kennt und ihm deshalb prompt die falschen Bücher empfiehlt. So haben die beiden logischerweise keinen guten Start. Als dann auch noch nach einer durchzechten Nacht der wertvollste Besitz A.J.s gestohlen wird und er stattdessen das zweijährige Waisenmädchen Maya bei sich zu Hause ausgesetzt vorfindet, gerät A.J. Fikrys Leben endgültig aus den Fugen. Nach und nach findet er sich mit seinem neuen, unerwarteten Schicksal ab und die kleine Maya schafft es tatsächlich, ihm Leben und Bücher wieder näher zu bringen. Doch immer wieder muss er an Amelia denken… Zunächst hatte ich Bedenken, dass es sich bei ‚Die Widerspenstigkeit des Glücks‘ um eine arg kitschige, stark auf die Tränendrüse drückende Geschichte handeln könnte. Das ist aber zum Glück nicht so. Klar sind viele Stellen in dem Buch ziemlich weichgespült und mit Zuckerstreuseln dekoriert, aber es ist nicht so, dass es zum Augenrollen übertrieben wirkt, sondern macht das Buch vielmehr zu einem bezaubernden märchenhaften Leseerlebnis. Als die kleine Maya auftaucht, hatte ich kurzzeitig Angst, das Buch doch noch aus der Hand legen zu müssen, denn oft läuft es dann nach dem gleichen Schema ab. (Kleines Wesen ändert komplett das Leben der unglücklichen Person und alles wird schlagartig gut – so oder so ähnlich.) Hier tendenziell auch, aber irgendwie wirkt es nur ein paar Seiten lang überspannt. Die Autorin schafft es einfach ihren Figuren einen zauberhaften Charme einzuhauchen, sodass man ihr das gar nicht wirklich übelnehmen kann. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir zudem nicht schwer, denn durch die einzelnen, klar gegliederten Kapitel wird sofort deutlich, aus welcher Perspektive das Geschehen geschildert wird. Gabrielle Zevins Schreibstil ist noch dazu locker leicht und liest sich sehr gut weg. Es handelt sich dabei zwar um keine „hohe Literatur“ und es ist kein um-die-Ecke-denken nötig, aber das muss ja auch nicht immer sein. So gelingt der Autorin eine feinfühlige Geschichte, in die man sofort ein- und gar nicht mehr wieder auftauchen möchte. Besonders schön sind die briefartigen Zusammenfassungen von Kurzgeschichten vor den einzelnen Kapiteln, die A.J. Maya empfiehlt zu lesen. Dadurch ist bestimmt nicht nur meine Leseliste um einige tolle Titel reicher geworden! Es ist einfach so wunderbar in dem Buch auf gleichgesinnte Buchliebhaber und liebevolle Nerds zu treffen, dass ich immer noch davon schwärmen muss. Zusammenfassend kann ich also guten Gewissens sagen: Dieses großartige Buch ist eine Hommage an alle Bücherfreunde und solche, die es noch werden wollen!

Gabrielle Zevin "Die Widerspenstigkeit des Glücks"

Von: Liesa Datum: 21. February 2017

Manchmal ist es wirklich erstaunlich, wie mitreißend und wohlig warm ein so kleines dünnes Büchlein sein kann. „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ umfasst gerade mal 288 Seiten, liest sich auch unglaublich schnell, aber trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen – war es ein so einzigartiges und besonderes Buch. Nicht zuletzt, weil es im Endeffekt ein Buch über Bücher ist, eine Wertschätzung und ein Aufruf über die Wichtigkeit von Büchern, unabhängigen Buchhandlungen und lesenden Personen. Im Mittelpunkt steht dabei der eigensinnige und leicht misanthropische Buchhändler A. J. Fikry, der die perfekte Inkarnation von „harte Schale, weicher Kern“ ist und dem man bei seiner Arbeit in der Buchhandlung nur allzu gerne über die Schulter blickt. Doch auch die anderen Charaktere fühlen sich so real an und durchleben spannende und erstaunliche Entwicklungen. Was das Buch – neben der Liebe zu Büchern – aber auch noch ausmacht, sind die Beziehungen zwischen den Charakteren und besonders auch, wie diese sich entwickeln und verfestigen. Trotz der Knappheit des Buches, hatte ich nicht das Gefühl, dass die Figurenentwicklungen und -beschreibungen zu kurz kamen oder dass man den Figuren nicht nahe kam. Jede hat ihren eigenen Charme und unterscheidet sich auch deutlich von den anderen. Die Handlung kommt richtig in Fahrt, als A. J. die zweijährige Maya in seiner Buchhandlung findet – nur mit einem Zettel und ihrem Elmo-Kuscheltier. Von da an folgen wir den beiden über eine ziemlich lange Lebensspanne, denn zum Ende des Buches besucht Maya bereits das College. Diese Zeitsprünge empfand ich keineswegs als unangenehm oder störend, im Gegenteil, dadurch gab es keine langweiligen Passagen, in denen gar nichts passierte, sondern es gab immer wieder Überraschungen. Vor jedem Kapitel gab es außerdem stets eine Empfehlung einer Erzählung von A.J. an Maya, was mir wirklich gefiel. Besonders schön ist es auch, zu beobachten, wie A. J., der anfangs sehr grummelig und unglücklich ist, durch Maya ein wenig zurück ins Leben findet und auch positiver wird. Ich kann gar nicht genau sagen, was ich erwartet habe, aber „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ war irgendwie ganz anders, als ich gedacht hätte – gerade mit den Wendungen, die das Buch gegen Ende nimmt, hatte ich nicht gerechnet, aber sie rundeten die Geschichte wirklich gelungen ab. Das Leben ist nicht immer nur Friede Freude Eierkuchen, es kann immer Schicksalsschläge geben, man weiß einfach nie, wie das Leben einem mitspielt. Gerade wegen dieser Nähe zur Realität, der zwischenmenschlichen Beziehungen und dem anschaulichen, lebendigen Schreibstil, konnte dieser kleine Roman mich von sich überzeugen und hat einen bleibenden Platz in meinem Lieblingsbuchregal bekommen. „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ von Gabrielle Zevin ist ein Buch, das so bittersüß ist, von der ersten Seite an das Herz erwärmt und fesselt, den Leser auf eine so unglaublich spannende, schöne und auch tragische Reise mitnimmt, dass ich es euch allen – ob jung oder alt und egal welches Lieblingsgenre ihr habt – von ganzem Herzen nur empfehlen kann. Für mich ist es – auch wenn es durchaus einige traurige Momente hat – ein richtiges Wohlfühlbuch, das ich jetzt erstmal an sämtliche Familienmitglieder verleihen muss! 5/5