Sylvia Lott

Die Fliederinsel

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In ihrem Ferienhäuschen auf der idyllischen dänischen Insel Fünen entdeckt die Urlauberin Celia ein wunderschönes Fliedergemälde, das seit Jahrzehnten als verschollen galt. Ihre Vermieterin ist beim Anblick des Bildes tief bewegt und erzählt Celia die Geschichte ihrer Mutter, der jüdischen Malerin Ruth Liebermann.

Im Jahr 1938: Das frisch verheiratete Paar Ruth und Jakob Liebermann muss aus Berlin fliehen, auf Fünen finden die beiden im ehemaligen Sommerhaus von Ruths Familie Zuflucht. Trotz der schwierigen Situation erleben sie glückliche Jahre, Ruth kann mit ihrer Passion, dem Malen, sogar die Familie ernähren. Als sie erneut zur Flucht gezwungen sind, müssen Ruth und Jakob die folgenschwerste Entscheidung ihres Lebens treffen …

Bewegend

Von: Bücher in meiner Hand Datum: 10. February 2019

"Dieser verdammte Rotwein!" - selten habe ich solch einen coolen ersten Satz gelesen wie in diesem Roman! Dieser Ausruf stammt von Celia, die für einige Tage zum Arbeiten auf die dänische Ostseeinsel Fünen in ein hübsches Ferienhaus zieht. Gleichzeitig möchte sie gerne mehr über ihren Grossvater erfahren. Alles was sie von ihm hat, ist ein altes Foto einer Fliederallee. Genau so eine, wie in ihrem Feriendomizil. Doch zuerst bringt Celia das in einem Hausversteck gefundene Bild zu ihrer Vermieterin Inger Olsen - die ist erstaunt, erfreut und betroffen zugleich und erzählt Celia nach und nach was es mit diesem Bild auf sich hat. Ingers Erzählung handelt von Ruth und Jacob Liebermann, die nach dem Auftauchen der Nazis aus Berlin fliehen wollen. Ihre aufregende Lebensgeschichte ist zentraler Teil dieses Romans und berichtet vom Leben jüdischer Flüchtlinge in Dänemark und Schweden. Eigentlich wollen die beiden nach Amerika, vor allem Jacob hofft so sehr darauf. Aber die Einreiseerlaubnis trifft einfach nicht ein und auch kein positiver Bescheid aus Kopenhagen, wo Ruth Verwandte hat. Doch dann ist höchste Eile angesagt und sie dürfen zumindest temporär nach Dänemark ausreisen. Beide hadern auf ihre Weise mit dem kargen neuen Leben im Exil, dass sie sich aufbauen müssen. Kein Vergleich zu der offenen Theater- und Künstlerwelt in Berlin in der sie sich beide wohl gefühlt haben. Besonders Jacob zerbricht fast an dem eintönigen Leben, auch neue Bekanntschaften aus der Künstlerszene lassen seinen Wunsch, nach Amerika zu reisen, nicht vergessen. Ruth hingegen packt an, kann mit der Situation sehr viel besser umgehen und sorgt für ihren gemeinsamen Lebensunterhalt. Die Autorin zeigt uns in diesem erneut top recherchierten Roman wie unterschiedlich die Menschen mit ihrem Los umgegangen sind. Jacob war mir sehr unsympathisch in seinem Festhalten an seinem Beruf als Schriftsteller, ihn hätte ich öfters schütteln können. Ruth mochte ich sehr und ich konnte auch ihre späteren Ängste verstehen. Bald stehen sie vor einer wichtigen Entscheidung, die ihnen niemand abnehmen kann und bleiben mit der Frage zurück, ob sie richtig oder falsch entschieden haben. Sylvia Lott hat nicht nur diese eine wichtige Entscheidungsfrage und den Konflikt darüber berührend geschildert, sie nimmt auch die Leser emotional mit auf die Reise von Ruth und Jacob, lässt mitbangen und mithoffen, lässt die gemalten Bilder und die ganze Atmosphäre - nicht nur die auf Fünen - mitsehen und miterleben. Trotz der traurigen Thematik liest sich "Die Fliederinsel" schnell und fliessend, man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Fazit: Ein bewegender und hoffnungsvoller Pageturner über ein düsteres Stück Zeitgeschichte, der uns stellvertretend die Schicksale der Menschen, die das Grauen miterlebt haben, näher bringt. 5 Punkte.

Eine bewegende Geschichte mit historischem Hintergrund an einem wunderschönen Schauplatz

Von: friederickes bücherblog Datum: 24. July 2017

Das Cover: Das Cover ist in überwiegend zarten, hellen Farben gehalten und zeigt im Vordergrund einen üppigen Fliederstrauß auf einem hellen Tisch vor einer Strandkulisse. Es könnte sich somit um das große Gemälde mit dem Fliederstrauß handeln, das Celia beim Stöbern in ihrem Ferienhaus entdeckt und das im Mittelpunkt der Geschichte steht. Allerdings ist für meinen Geschmack das Cover ein wenig zu sonnig, zu freundlich gehalten, denn den Leser erwartet eine doch sehr bewegende, dramatische Geschichte aus einer dunklen Zeit des 20. Jahrhunderts. Aber das ist nur mein ganz subjektives Empfinden. In jedem Fall fängt das Cover auf sehr gelungene Weise den wunderschönen Schauplatz ein, an dem sich die Geschichte größtenteils abspielt, sodass man sich beim Betrachten gleich dorthin versetzt fühlt. Die Geschichte (Achtung: Spoiler!): Die Geschichte entwickelt sich auf zwei Erzählebenen zu unterschiedlichen Zeiten. Einmal ist da die Gegenwart, in der Celia ihren Urlaub in einem Ferienhaus auf der dänischen Insel Fünen verbringt. Inspiriert von einem Foto im Nachlass ihrer Großmutter, das ein Haus inmitten von blühenden Fliederbüschen zeigt, hat es sie beinahe schon auf magische Weise dort hingezogen, und so mietet sie ein Ferienhaus, von dem sie sich sicher ist, dass es sich um genau dieses Haus auf dem Foto handelt. Durch Zufall entdeckt sie dort ein großes Gemälde mit einem Fliederstrauß vor einem geöffneten Fenster. Als sie es ihrer Vermieterin Inger zeigt, ist diese sehr berührt und erzählt Celia die Geschichte ihrer jüdischen Mutter Ruth Liebermann, die das Bild einst gemalt hat. Durch Ingers Erzählungen entfaltet sich die zweite Zeitebene des Romans, die im Jahr 1938 beginnt. Ruth ist jung verheiratet und lebt in Berlin, gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem jüdischen Schriftsteller Jakob Liebermann. Nach der Reichskristallnacht fliehen die beiden vor den Nazis nach Fünen, wo Ruth ein Sommerhäuschen besitzt, das sie von ihrer Großmutter geerbt hat. Ein paar Jahre lang leben sie dort unbehelligt und zufrieden. Ihre Tochter Inger wird geboren, und Ruth macht sich einen Namen als Malerin vor allem mit ihren Fliederbildern, die viele Interessenten finden. Doch im Jahre 1943 sind Ruth und Jakob dann auch in Dänemark nicht mehr vor den Nazis sicher, und so entschließen sie sich zu einer erneuten Flucht, diesmal nach Schweden. Sie stehen vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: Sollen sie ihre kleine Tochter mit auf dieses gefährliche Unterfangen nehmen oder sie in der Obhut von Ruths Jugendfreund Eric und dessen Ehefrau Svea zurücklassen, bis sie hoffentlich eines Tages wohlbehalten zurückkehren können? Wie Ruths und Jakobs Geschichte ausgeht und was Celia mit alldem zu tun hat, soll an dieser Stelle jedoch nicht verraten werden. Meine Meinung: Ein Qualitätsmerkmal eines Buches ist für mich ganz subjektiv, dass ich mich auch noch längere Zeit nach Beendigung der Lektüre gedanklich damit beschäftige. Und das war bei diesem Roman eindeutig der Fall. Nicht nur die persönliche Geschichte von Ruth, Inger und Celia hat mich sehr berührt, sondern auch die historischen Hintergründe der Judenverfolgung im Dritten Reich, die von der Autorin sorgfältig recherchiert und mit viel Feingefühl im Buch aufgearbeitet wurden. Mit Ausnahme von Jakob, mit dem ich irgendwie nicht hundertprozentig warm werden konnte, sind die Charaktere – auch die Neben- und Randfiguren – sehr authentisch und nachvollziehbar gezeichnet. Man kann sich beim Lesen wunderbar in sie hineinversetzen. Schade fand ich nur, dass man nicht mehr erfahren hat, was aus Ruths Berliner Freundin Ilse geworden ist. Auch die Beschreibung der Schauplätze, vor allem der Insel Fünen, ist der Autorin überaus gut gelungen. Ich konnte beim Lesen die blühenden Fliederbüsche geradezu riechen und das Meer vor mir sehen. Die beiden Zeitebenen des Romans verknüpft die Autorin auf eine sehr angenehme Weise, sodass es einem beim Lesen leicht fällt, gedanklich zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her zu springen. Hervorheben möchte ich auch, dass es für mich recht lange nicht vorhersehbar war, wie genau Celia mit Ruths und Ingers Familie verbunden ist, auch wenn man sich schon denken kann, dass da irgendwelche Bande bestehen müssen. Es gelingt der Autorin gut, die Spannung bis zur endgültigen Auflösung – auch im Zusammenhang mit Svea – aufrechtzuerhalten. Etwas langatmig fand ich die Beschreibungen des Lebens von Ruth und Jakob auf Fünen vor ihrer zweiten Flucht nach Schweden. Hier schafft die Autorin zwar durch ihre Erzählweise eine sehr harmonische Atmosphäre und viele eindrückliche Stimmungsbilder, allerdings plätschert für mein Gefühl die Handlung in diesen Passagen ein wenig dahin, sodass ich beim Lesen dann doch etwas ungeduldig wurde. Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft, eingängig und flüssig. Sie schafft es vorbildlich, den Leser zu berühren und Emotionen bei ihm hervorzurufen, sodass sich der Roman vor allem in der zweiten Hälfte für mich zu einem echten „Pageturner“ entwickelt hat. Insgesamt ein sehr bewegender und emotional erzählter Roman, der viel mehr ist als nur eine bloße Liebesgeschichte und für den ich sehr gerne eine Leseempfehlung ausspreche. Susanne von „friederickes Bücherblog“

Berührend, spannend und unterhaltsam – ein toller Sommerroman mit historischem Hintergrund

Von: Leben. Lieben. Lachen. Lesen. Datum: 30. June 2017

Celia macht Urlaub in dem Haus in Dänemark, das sie auf einem alten Foto entdeckt hat. Im Haus findet sie ein wunderschönes Fliedergemälde. Ihre dänische Vermieterin Inger erzählt ihr daraufhin die Geschichte des Bildes und damit auch ihre eigene Familiengeschichte. Und die hat es in sich – Inger ist die Tochter deutsch-jüdischer Flüchtlinge, die in den 1930er-Jahren nach Dänemark flohen und hofften, Frieden zu finden. Doch dem sollte nicht so sein, denn der zweite Weltkrieg hat auch irgendwann schreckliche Folgen für die Juden in Dänemark… Sylvia Lott erzählt diese tolle Geschichte auf 544 Seiten auf zwei Zeitebenen und genau dieser Sprung zwischen den Jahrzehnten macht die Lektüre kurzweilig. Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet, Ruth, Inger und Celia sind allesamt starke, bewundernswerte Frauen, mit denen ich gerne befreundet wäre. Die Geschichte ist spannend, wenn gelegentlich durch die Härte schwer zu ertragen. Ich wurde zuweilen selbst sauer über die Ungerechtigkeiten des Krieges, ungeduldig, weil nichts klappte und habe immer mitgefiebert, dass alles ein gutes Ende nimmt. Sylvia Lott hat ganz offenbar nicht nur die Umstände hervorragend recherchiert, sie hat es auch noch geschafft, eine emotional packende Handlung zu erzählen. Der Flieder zieht sich als roter Faden durch das Buch – für micht symbolisch für das Schöne, egal, wie hässlich alles drum herum ist. Ein absolut empfehlenswertes Buch für alle Fans von Geschichten mit historischem Hintergrund.

Fünen – Glück, Trennung und Entbehrung

Von: Frau Goethe Datum: 09. June 2017

Celia verbringt ihren Urlaub ohne ihre Familie auf der dänischen Insel Fünen, nachdem sie ein Haus aufgrund einer alten Kindheitserinnerung recherchiert hatte. Zu ihrem Glück ist das Haus immer noch zu mieten. Auf der Veranda des Ferienhauses entdeckt sie ein Gemälde, das lange verschollen galt. Es zeigt einen Strauß Flieder, wie er für die Gegend typisch ist. Um mehr über dieses Bild zu erfahren, fragt Celia ihre Vermieterin Inger nach dessen Herkunft. Daraufhin wird ihr nach und nach die Geschichte von Ingers Eltern erzählt. Sylvia Lott hat ein weiteres Mal eine berührende Familiengeschichte auf zwei Zeitebenen als Grundlage für ihren Roman genommen. Sie führt die junge Frau Celia ein, die nun den Anstoß für den Rückblick nach 1938 bis Kriegsende gibt. Während dieser Zeit ist die junge Malerin Ruth frisch verheiratet mit dem Schriftsteller Jakob Liebermann. Das Paar mit jüdischen Wurzeln bekommt in Nazi-Deutschland die Ablehnung zu spüren und flüchtet nach Dänemark. Jakob wünscht sich zwar eine Auswanderung in die USA, was aber von den Behörden abgelehnt wird. Da Ruth ein Haus – Celias Ferienhaus – auf Fünen geerbt hat, klingt es nur vernünftig, dass beide dorthin ziehen. Ruth schafft es, mit ihren Bildern so viel Geld zu verdienen, dass es zum Überleben reicht. Als die gemeinsame Tochter Ingrid geboren wird, scheint das Familienglück perfekt zu sein. Doch dann sickert durch, dass die Deutschen alle Juden in Dänemark in der Nacht des jüdischen Neujahrsfestes in ihren Wohnungen festnehmen und in Konzentrationslager bringen wollen. Ruth und Jakob müssen ihre schwerste, eine folgenschwere Entscheidung treffen. Die tragische Geschichte wird in Rückblicken aus Ingers Sicht erzählt. Es wird nicht nur die Familiengeschichte erzählt, sondern auf eine wichtige historische Entscheidung aufmerksam gemacht. Obwohl Dänemark unter der deutschen Besetzung litt, konnten nahezu alle Juden durch die Flucht nach Schweden gerettet werden. Dieser nationale Zusammenhalt beschreibt die Gesellschaft auf sympathische Weise. Es zeigt auf, wie trotz der grausamen Zeiten die Menschlichkeit siegte. Man ist als Leser sehr nah an den Figuren in diesem Handlungsstrang, um mit ihnen mitfühlen zu können, ihre Sorgen und Entbehrungen werden greifbar und vor allem die psychische Belastung. Dass das so ist, ist natürlich auch die schriftstellerische Leistung von Sylvia Lott. Das berührende Thema wird dennoch mit einem außergewöhnlich leichten Erzählstil vorgetragen. Fiktive Personen treffen dabei auf Persönlichkeiten wie Berthold Brecht oder Karin Michaelis, die ebenfalls auf Fünen lebten. Das Buch fesselt vor allem mit dem historischen Teil. Es ist keine leichte Kost für zwischendurch, sondern hallt gerade wegen der bedrückenden Umstände nach. Manchmal wäre ich gerne früher zu Celia und Inger zurückgekehrt, um einfach eine Verschnaufpause zu haben. Aber dann hätte Ruths Geschichte an Intensität verloren. Sie verdient diese Bühne auf alle Fälle, die vom Flieder und dem idyllischen Fünen eingerahmt wird. Der Roman bekommt von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Lieblicher Titel, packender Inhalt

Von: Susanne Edelmann Datum: 26. May 2017

Hinter diesem lieblichen Buchtitel verbirgt sich ein packender Roman rund um ein jüdisches Paar auf der Flucht vor den Nazis. Ruth und Jakob Liebermann sind frisch verheiratet und leben in Berlin, sie arbeitet als Modezeichnerin, er feiert erste Erfolge als Autor von Theaterstücken. Doch die Herrschaft der Nationalsozialisten bringt sie immer mehr in Bedrängnis und nach der Reichskristallnacht bittet Ruth Jakob inständig, mit ihr nach Dänemark zu flüchten, denn auf der dänischen Ostseeinsel Fünen hat Ruths Familie ein kleines Sommerhaus. Jakob gibt Ruths Drängen nur zögerlich nach, zu sehr hängt er an dem Leben in der Großstadt. Doch schließlich verlassen beide Deutschland in Richtung Dänemark. Auf Fünen, wo Ruth die Sommer ihrer Kindheit verbracht hat, werden die beiden herzlich aufgenommen und erfahren viel Hilfsbereitschaft, vor allem durch ihre Nachbarsfamilie Larsson. Nach und nach gelingt es Ruth, das Sommerhaus in ein Heim zu verwandeln. Die herrliche Fliederblüte, für die Fünen bekannt ist, inspiriert sie zu wundervollen Bildern und so macht sie sich allmählich einen Namen als Malerin und kann mit ihren Gemälden schließlich sogar den Lebensunterhalt für ihre kleine Familie bestreiten. Auf Fünen wird nämlich aus dem Ehepaar Liebermann die Familie Liebermann, denn hier kommt Tochter Ingrid zur Welt, ausgerechnet an dem Tag, als der Zweite Weltkrieg ausbricht. Zunächst hat dieser allerdings nur wenig Auswirkungen auf das friedliche Inselleben. Doch der Widerstand der Dänen gegen die Nazis wächst, immer mehr Juden suchen hier Zuflucht und so gibt es schließlich immer mehr Aufstände und Protestaktionen im „Musterprotektorat“. 1943 kommt es zu einer groß angelegten, nächtlichen Aktion der Nazis, bei der alle Juden in Dänemark „festgesetzt“ werden sollen. In letzter Minute gelingt Ruth und Jakob die Flucht nach Schweden, doch ihre Tochter Ingrid müssen sie schweren Herzens bei den Larssons zurücklassen. Erst nach Kriegsende ist die Familie wieder vereint, aber das Wiedersehen verläuft alles andere als erhofft. Dieses Zitat aus dem Buch beschreibt die Situation meiner Meinung nach sehr gut: „Ich hab immer nur bis zum Ende des Krieges gedacht“, sagte Ruth unvermittelt. „Irgendwie hab ich geglaubt, wenn der Krieg vorbei ist und die Nazis besiegt sind, dann wird auf einen Schlag alles gut, wunderbar und herrlich. Wir werden wieder eine glückliche Familie sein und überhaupt… Ich hab durchgehalten. Aber jetzt sind meine Reserven verbraucht. Mir fehlt die Kraft.“ Jahrzehnte später mietet die Deutsche Celia das Sommerhaus, nachdem sie sich auf einem Foto in das schmucke Gebäude verliebt hat. Vor Ort findet sie nicht nur ein verschollen geglaubtes Fliederbild von Ruth Liebermann, sondern kommt auch einem Geheimnis aus ihrer eigenen Vergangenheit auf die Spur. Mich hat dieser Roman von der ersten Seite an gefesselt. Durch die wechselnden Perspektiven und die zwei Zeitebenen verliert die Geschichte nie an Spannung, im Gegenteil: So manches Kapitel endet mit einem Cliffhanger, der es absolut unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen. Ich habe mit Ruth gemeinsam gebangt, gelitten, geweint und gelacht. Ich vermeinte, den Duft des Flieders zu riechen und für mich steht nun fest, dass ich unbedingt selbst mal nach Fünen reisen muss. Darüber hinaus habe ich aber auch jede Menge gelernt. Denn ich muss gestehen, dass ich vorher absolut keine Ahnung von der Rolle Dänemarks im Zweiten Weltkrieg hatte. Noch viel weniger wusste ich von der beispiellosen Rettungsaktion, in der viele Dänen ihre jüdischen Mitmenschen vor dem Zugriff der Nazis gerettet haben. Wie ich dem Nachwort der Autorin entnehmen konnte, ist diese Aktion in Skandinavien hingegen nicht nur allgemein bekannt, sondern nahezu legendär und identitätsstiftend. Immerhin haben 99 Prozent der Juden in Dänemark diese schreckliche Zeit überlebt und das nicht zuletzt auch dank der großen (aber nicht immer selbstlosen) Unterstützung durch die dänische Bevölkerung. Allerdings teilten viele der damaligen Flüchtlinge das Schicksal von Ruth und Jakob, ihre Kinder bei Verwandten oder Freunden zurück lassen zu müssen. Welche Auswirkungen das auch noch auf nachfolgende Generationen hatte, wird in dem Roman ausgesprochen einfühlsam geschildert. Auf die Autorin Sylvia Lott wurde ich vor gut zwei Jahren aufmerksam, als ich ihren Roman „Die Glücksbäckerin von Long Island“ gelesen habe. Schon dieses Buch hatte mich begeistert, so dass ich mit Spannung auf „Die Fliederinsel“ gewartet habe. Und ich wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil! Ich kann dieses Buch all jenen von Herzen empfehlen, die einen gut recherchierten, spannend geschriebenen Familienroman in historischem Kontext zu schätzen wissen. Und ganz nebenbei: Ist dieses Buchcover nicht einfach nur zum Verlieben?

ein traumhaftes Cover, thematisch leider etwas zäh,ein traumhaftes Cover, thematisch leider etwas zäh

Von: Miss Lila Datum: 06. April 2018

Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen. Ich selber liebe Flieder in allen Farben und die mit Flieder gefüllte Vase vor dem Hintergrund des Meeres und dem Leuchtturm hat etwas sehr gemütliches und sieht sehr schön aus. Auch thematisch hat mich dieses Buch vom Klappentext sehr interessiert und angesprochen. Ich lese viele Bücher rund um das Thema 2. Weltkrieg und Nationalsozialismus, deshalb ging ich sehr gespannt an diesen Roman heran. Auch die Beschreibung der Orte und Landschaften hat mir gut gefallen. Das Ferienhaus inmitten der Fliederbäume kann man sich so richtig gut vorstellen und meinst fast, den wunderbar blühenden Flieder riechen zu können, so schön sind die Beschreibungen. Der Start in den Roman war ganz gut, ich kam schnell in die Geschichte rein. Nur nach dem guten Start hatte ich irgendwann leider das Gefühl, dass sich nicht mehr viel tut und das das Geschehen mehr oder weniger vor sich her dümpelt. Dieses Gefühl zieht sich leider durch den ganzen Roman. Hinzu kommt der Schreibstil mit dem ich nicht wirklich warm wurde. Ich empfand ihn teils eher etwas holprig, was sehr schade ist. Die Geschichte verspricht spannend zu werden, als die Vermieterin Inger Olsen ins Spiel kommt und ein weiterer Handlungsstrang entsteht. Ich lese gerne Romane, in denen die Gegenwart sich immer mehr mit der Vergangenheit verwebt und schlussendlich in einer Geschichte endet, jedoch hat mich das Geschehen in diesem Fall leider nicht berührt. Gewünscht hätte ich mir, dass die Geschichte mich packt und mitreißt Leider musste ich mich an einigen Stellen eher überwinden, weiter zu lesen. Da das Buch nicht gerade dünn ist, war es dann schon auf Dauer schwierig hier immer am Ball zu bleiben. Fazit Ich hatte vom Klappentext her recht hohe Erwartungen – leider hat mich das Buch nicht berührt.

Eine wundervolle, herzergreifende Geschichte!

Von: Marens Bücherwelt - Miss Letter Datum: 23. December 2017

Ich gebe dem Roman "Die Fliederinsel" 5/5 verdiente Herzen. Mit dem Gemälde, das seit dem Krieg als verschollen galt, wird die Geschichte von der Jüdin Ruth Liebermann im zweiten Weltkrieg neu aufgerollt. Ein fesselnder und sehr emotionaler Erwachsenenroman, den ich jedem Leser nur ans Herz legen kann! Ich verspreche ein Leseerlebnis, bei dem man das ein oder andere Tränchen vergießt und das Leben im Hier und Jetzt noch mehr schätzen lernt! Story 5/5, Charaktere 5/5 , Gefühle 5/5, Spannung 4/5, Schreibstil 5/5, Ende 5/5 Als die Urlauberin Celia durch ein tollpatschiges Missgeschick das längst verschollene Fliedergemälde in ihrem Ferienhäuschen entdeckt, kann es ihre Vermieterin Inger einfach nicht fassen. Das Fliedergemälde ihrer Mutter Ruth Liebermann ist nach vielen Jahrzehnten endlich wieder aufgetaucht. Für Inger bedeutet dieses Kunstwerk, dass sie ihrer verstorbenen Mutter ein Stück nähergekommen ist. Celia hingegen ist wahnsinnig neugierig auf die Geschichte, da sie selbst nach Fünen gereist ist, um mehr über ihren unbekannten Großvater zu erfahren und das große schwarze Loch in ihrer Ahnenreihe zu schließen. Die sympatischen Frauen setzen sich zum Tee auf die Veranda und Inger erzählt die unglaublich emotionale Geschichte über ihre Mutter Ruth. Die Jüdin Ruth, die zu Hitlers Zeiten die grausamen Seiten des zweiten Weltkrieges zu Gesicht und am eigenen Leib zu spüren bekommen hat: Die Judenverfolgung. Wer den Schreibstil von Nicholas Spark liebt, wird hier begeistert sein, denn Sylvia Lott nutzt zum Erzählen für ihre Familiengeschichte auch zwei Zeitebenen. In der Gegenwart in Dänemarkt treffen sich die beiden Frauen Celia und Inger, um mehr über Ruth Liebermann zu erfahren. Für ca. 80% der Geschichte springen wir in das Jahr 1938. Allein zu wissen, dass Ruth schon längst verstorben ist, hat mich als Leser schon schon völlig fertig gemacht. Als ich die erste Seite mit der liebenswürdigen Ruth gelesen habe, wusste ich sofort, dass auf mich eine spannende, aber auch unglaublich traurige Geschichte wartet. Ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch konnte ich nicht mehr aus den Händen legen, denn die Liebesgeschichte von Ruth und Jakob inmitten all des Schreckens und der Unmenschlichkeit hat mich sehr berührt. Ruth und Jakob sind frisch verheiratet und über beide Ohren ineinander verliebt. Ruth, begeisterte Malerin und Jakob, leidenschaftlicher Schriftsteller, genießen das Künstlerleben in der deutschen Hauptstadt Berlin und leben in den Tag hinein. 1938 erleben wir zusammen mit den herzensguten Menschen, wie die Jagd auf die Juden langsam eröffnet wird. Synagogen werden angezündet, die Kriminalität auf den Straßen steigt, die Verbote für Juden mehren sich, plötzlich heißt es: Alle Juden sind vogelfrei. Ruth und Jakob wissen, dass sie in tödlicher Gefahr schweben und entscheiden, aus Deutschland zu flüchten. Mit ihrer Flucht beginnt ein Leben voller Angst, Armut, Tränen und Hass. Doch Ruth und Jakob lassen sich nicht unterkriegen. Zwischendurch gibt es immer wieder Hoffnungsschimmer, an denen sie sich verzweifelt klammern und auf eine bessere, faire Zukunft warten. Ihr größter Wunsch: Ein Leben in Frieden. Sylvia Lott hat eine wundervolle herzergreifende Geschichte geschrieben! Im Nachwort betont die Autorin, viel und lang recherchiert zu haben. Das macht sich auf jeden Fall bemerkbar. "Die Fliederinsel" ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern fasst die Judenverfolgung in Deutschland und international kompakt zusammen. Ihr erzählerische Stil ist unglaublich fesselnd!Und auch, dass das Cover des Romans das berühmte Fliedergemälde von der Hauptprotagonistin Ruth Liebermann darstellen soll, finde ich eine absolut klasse Idee von Sylvia Lott.

Eine wundervolle, herzergreifende Geschichte!

Von: Marens Bücherwelt - Miss Letter Datum: 23. December 2017

Ich gebe dem Roman "Die Fliederinsel" 5/5 verdiente Herzen. Mit dem Gemälde, das seit dem Krieg als verschollen galt, wird die Geschichte von der Jüdin Ruth Liebermann im zweiten Weltkrieg neu aufgerollt. Ein fesselnder und sehr emotionaler Erwachsenenroman, den ich jedem Leser nur ans Herz legen kann! Ich verspreche ein Leseerlebnis, bei dem man das ein oder andere Tränchen vergießt und das Leben im Hier und Jetzt noch mehr schätzen lernt! Story 5/5 Charaktere 5/5 Gefühle 5/5 Spannung 4/5 Schreibstil 5/5 Ende 5/5 Rezension: Als die Urlauberin Celia durch ein tollpatschiges Missgeschick das längst verschollene Fliedergemälde in ihrem Ferienhäuschen entdeckt, kann es ihre Vermieterin Inger einfach nicht fassen. Das Fliedergemälde ihrer Mutter Ruth Liebermann ist nach vielen Jahrzehnten endlich wieder aufgetaucht. Für Inger bedeutet dieses Kunstwerk, dass sie ihrer verstorbenen Mutter ein Stück nähergekommen ist. Celia hingegen ist wahnsinnig neugierig auf die Geschichte, da sie selbst nach Fünen gereist ist, um mehr über ihren unbekannten Großvater zu erfahren und das große schwarze Loch in ihrer Ahnenreihe zu schließen. Die sympatischen Frauen setzen sich zum Tee auf die Veranda und Inger erzählt die unglaublich emotionale Geschichte über ihre Mutter Ruth. Die Jüdin Ruth, die zu Hitlers Zeiten die grausamen Seiten des zweiten Weltkrieges zu Gesicht und am eigenen Leib zu spüren bekommen hat: Die Judenverfolgung. Wer den Schreibstil von Nicholas Spark liebt, wird hier begeistert sein, denn Sylvia Lott nutzt zum Erzählen für ihre Familiengeschichte auch zwei Zeitebenen. In der Gegenwart in Dänemarkt treffen sich die beiden Frauen Celia und Inger, um mehr über Ruth Liebermann zu erfahren. Für ca. 80% der Geschichte springen wir in das Jahr 1938. Allein zu wissen, dass Ruth schon längst verstorben ist, hat mich als Leser schon schon völlig fertig gemacht. Als ich die erste Seite mit der liebenswürdigen Ruth gelesen habe, wusste ich sofort, dass auf mich eine spannende, aber auch unglaublich traurige Geschichte wartet. Ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch konnte ich nicht mehr aus den Händen legen, denn die Liebesgeschichte von Ruth und Jakob inmitten all des Schreckens und der Unmenschlichkeit hat mich sehr berührt. Ruth und Jakob sind frisch verheiratet und über beide Ohren ineinander verliebt. Ruth, begeisterte Malerin und Jakob, leidenschaftlicher Schriftsteller, genießen das Künstlerleben in der deutschen Hauptstadt Berlin und leben in den Tag hinein. 1938 erleben wir zusammen mit den herzensguten Menschen, wie die Jagd auf die Juden langsam eröffnet wird. Synagogen werden angezündet, die Kriminalität auf den Straßen steigt, die Verbote für Juden mehren sich, plötzlich heißt es: Alle Juden sind vogelfrei. Ruth und Jakob wissen, dass sie in tödlicher Gefahr schweben und entscheiden, aus Deutschland zu flüchten. Mit ihrer Flucht beginnt ein Leben voller Angst, Armut, Tränen und Hass. Doch Ruth und Jakob lassen sich nicht unterkriegen. Zwischendurch gibt es immer wieder Hoffnungsschimmer, an denen sie sich verzweifelt klammern und auf eine bessere, faire Zukunft warten. Ihr größter Wunsch: Ein Leben in Frieden. Sylvia Lott hat eine wundervolle herzergreifende Geschichte geschrieben! Im Nachwort betont die Autorin, viel und lang recherchiert zu haben. Das macht sich auf jeden Fall bemerkbar. "Die Fliederinsel" ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern fasst die Judenverfolgung in Deutschland und international kompakt zusammen. Ihr erzählerische Stil ist unglaublich fesselnd! Und auch, dass das Cover des Romans das berühmte Fliedergemälde von der Hauptprotagonistin Ruth Liebermann darstellen soll, finde ich eine absolut klasse Idee von Sylvia Lott.

Eine wunderbare Geschichte

Von: Sonja Datum: 30. October 2017

Dieses Buch handelt hauptsächlich von der Geschichte des Ehepaares Ruth und Jacob Liebermann. Beide sind in Deutschland geborene Juden, die 1938/39 aus Berlin fliehen müssen. Da Ruths Großmutter ihr ein kleines Haus auf Fünen, einer dänischen Insel, überschrieben hat, flüchten die beiden dorthin. Zunächst läuft alles gut, denn auch Jacob, der eigentlich nicht fliehen wollte bzw. wenn dann nach Amerika, gewöhnt sich an Dänemark und fühlt sich dort immer wohler. Doch 1943 ereilt sie der nächste Schicksalsschlag und sie müssen eine folgenschwere Entscheidung treffen. Ich muss ehrlich gestehen: als ich dieses Buch im Bloggerportal des Randomhouse Verlages angefragt habe, habe ich 1. nicht damit gerechnet, dass es mir genehmigt wird und 2. das es mir so gut gefallen würde. Ich bin unglaublich froh, dass ich dieses Buch angefragt und genehmigt bekommen habe. Mein erstes Rezensionsexemplar hat meine Erwartung weit übertroffen. Tausend Dank an den blanvalet Verlag, ich habe mich riesig gefreut! Zum Cover: Auch wenn ich schon viele Rezensionen gelesen habe, in denen einige gesagt haben, sie hätten das Buch wegen des Covers gelesen, hat mich das Cover eher abgeschreckt, da es für mich nach den typischen Frauenromanen aussieht, die meistens alle in etwa gleich sind. Zum Glück ist dieses Buch etwas ganz anders und ganz besonderes. Bei diesem Buch hatte ich ein bisschen Angst, dass es genauso ist, wie die meistens Bücher und leider meine ich das nicht im positiven Sinne. Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass die Handlung, welche auf dem Klappentext beschrieben ist, meist erst auf Seite 70 oder sogar noch später richtig los geht und der Teil davor eigentlich nur langweilig ist. Nicht so bei diesem Buch. Nach nicht einmal 15 Seiten begann die richtige Handlung und nahm auch direkt Fahrt auf. Es fing direkt so spannend an, dass ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte (was ich auch nicht gemacht habe). Der Spannungsbogen der Geschichte wurde vom Anfang bis zum Ende die ganze Zeit nicht nur gehalten, sondern auch immer weiter gesteigert. Keine noch so kleine Nebenhandlung in diesem Buch war so uninteressant, dass ich das Buch auch nur für 5 Minuten oder zum Essen weglegen wollte. In den wenigen Momenten, in denen ich nicht gelesen habe, war ich trotzdem so sehr im Bann der Geschichte gefangen, dass ich mich immer gefragt habe: Wie geht es gerade wohl Ruth? Was macht Jacob? Wie geht es weiter? Dazu beigetragen hat übrigens auch der unglaublich gute Schreibstil der Autorin. Ich habe gelacht, geweint, mitgefiebert, hatte Angst und war traurig. Sylvia Lott schafft es den Leser so in die Geschichte zu ziehen, dass man das Gefühl hat, Teil des Buches zu sein. Sie schreibt emotional, aber an den passenden Stellen auch schonungslos ehrlich. Was mir außerdem gut gefallen hat? Dass dieses Buch so gut recherchiert war. Man merkt, dass Sylvia Lott als freie Journalistin arbeitet. Zwar sind die Personen und auch die Handlung frei erfunden, aber sämtliche historische Fakten und Ereignisse haben sich genauso abgespielt, wie im Buch beschrieben. Dass die Haupthandlung (also die Geschichte von Ruth und Jacob) noch eine Rahmenhandlung bekommen hat, fand ich zwar angenehm zu lesen, aber gebraucht hätte die Geschichte es nicht unbedingt. Am Anfang und am Ende war es zwar sehr schön wieder in die Realität/die Jetzt-Zeit geführt zu werden, aber die Sprünge während des Buchs fand ich meistens sehr gestelzt geschrieben und diese wurden auch (vermutlich) nur eingeführt, um die Rahmenhandlung am Laufen zu halten und mehr historische Fakten einzubauen. Da diese Sprünge meist nur 3-4 Seiten lang waren, haben sie trotzdem nicht gestört und sind für mich auch kein richtiger Kritikpunkt. Alle in der Geschichte vorkommenden Charaktere sind sehr gut durchgedacht und passen sehr gut in die Geschichte. Ich habe mich mit Ruth immer wieder in Jacob verliebt, habe Ruth bewundert und mit allen Charakteren mitgelitten. Außerdem hatte ich zeitweise wirklich das Gefühl Teil der Geschichte zu sein. Am liebsten würde ich jetzt Ruth einen Brief schreiben oder sie anrufen und mit ihr plaudern, denn ich habe das Gefühl durch diese Geschichte mit ihr verbunden zu sein. Abschließend kann ich nur eine klare Leseempfehlung aussprechen, da mir dieses Buch sehr (sehr sehr) gut gefallen hat. Nur selten schaffen es Bücher mich in ihren Bann und in die Geschichte zu ziehen und dieses Buch hat es geschafft. Ich liebe das Buch und die Gesichte! Ihr solltet es unbedingt (!!) lesen!

Geheimnisvolle Familiengeschichte

Von: Chrissi66 Datum: 22. October 2017

Zu diesem Buch habe ich mal wieder aufgrund des Covers gegriffen. Ein Fliederstrauß, Meer und ein Leuchtturm – das versprach eine schöne Urlaubslektüre für mich zu werden… Beschreibung des Buches: „Die Fliederinsel“ von Sylvia Lott ist 2017 im blanvalet Verlag als Taschenbuch erschienen. Das Buch hat 540 Seiten. Auf dem Titelbild ist ein wunderschön gemalter Fliederstrauß abgebildet, im Hintergrund sieht man einen Leuchtturm und das Meer, alles passend zum Inhalt ausgewählt. Kurze Zusammenfassung: Die junge Celia macht Urlaub auf der dänischen Insel Fünen. In ihrem Ferienhaus entdeckt sie durch einen Zufall ein Fliedergemälde. Als sie das Bild ihrer Vermieterin zeigt, werden in Inger Olsen Erinnerungen wach. Das Gemälde galt lange Zeit als verschollen. Es wurde von ihrer Mutter Ruth Liebermann, einer jüdischen Malerin gemalt, die 1938 mit ihrem Mann Jakob aus Berlin fliehen musste. Inger beginnt Celia die Geschichte ihrer Familie zu erzählen… Mein Leseeindruck: Dieser Roman ist in zwei Zeitebenen geschrieben, das ist Sylvia Lotts Leidenschaft. Ihre Romane sind nicht einfach nur Liebesgeschichten, sondern sie erzählen auch immer die Entwicklung der Personen. Hier handelt es sich um die Familiengeschichte der jüdischen Familie Liebermann. Die eine Zeitebene spielt im Jahr 2016 auf der dänischen Insel Fünen. Hier entdeckt Celia das Fliedergemälde, welches in der Erzählung ihrer Vermieterin Inger Olsen eine besondere Bedeutung erlangt. Dieser Erzählstrang, die zweite Zeitebene, beschreibt die Jahre 1938 bis zum Ende des zweiten Weltkrieges. Mich hat das Buch gefesselt. Ich fand die Familiengeschichte sehr spannend. Die geschichtlichen Hintergründe um jüdische Flüchtlinge in Dänemark und Schweden waren mir vorher nicht in ihrer Dimension bekannt. Hier hat die Autorin offensichtlich eine gute Recherchearbeit geleistet. Sylvia Lott hat die Lebensverhältnisse der kleinen Familie (Ruth, Jakob und Inger) sehr anschaulich beschrieben. Man fühlt sich in die Geschichte hineinversetzt. Sie hat sehr unterschiedliche Charaktere geschaffen, die sie sehr gut herausgearbeitet hat und die der Geschichte eine gewisse Lebendigkeit verleihen. Die Wirrungen vor und während des zweiten Weltkrieges werden in ihrem Roman schonungslos, aber ohne zu belehren, dargestellt. Eine weitere Thematik in diesem Buch behandelt das Trauma, was den Eltern als auch die Kinder mit diesem Krieg widerfährt. Hier ganz konkret die Trennung der Eltern von der kleinen Tochter, die bei guten Freunden und Verwandten aufwächst. Es lässt sich nur schwer vorstellen, was ein kleines Kind dabei empfunden haben muss, wenn die Eltern plötzlich nicht mehr da sind – um dann unvermittelt nach langer Zeit wieder aufzutauchen. Das Leben konnte einfach nicht ohne Misstrauen und Verlustängsten weitergehen. Mich wird die Geschichte um Ruth, Jakob und Inger so schnell nicht mehr loslassen… Fazit: Die Erzählweise der Autorin ist packend, gefühlvoll und spannend. Hat man das Buch einmal angefangen, so kann man es schwer wieder weglegen, es fesselt und berührt.

Unterhaltungslektüre, mehr leider nicht

Von: Liesa (Immer mit Buch...) Datum: 08. October 2017

Die Fliederinsel (Sylvia Lott) Erschienen 15. Mai 2017 Seitenzahl: 544 Verlag: Blanvalet Verlag Gebunden: 9,99 € ISBN: 978-3734103353 Die Autorin Die freie Journalistin und Autorin Sylvia Lott ist gebürtige Ostfriesin. Sie schreibt für verschiedene Frauen-, Lifestyle- und Reisemagazine und veröffentlichte bei Blanvalet bereits die Romane »Die Rose von Darjeeling«, »Die Glücksbäckerin von Long Island«, »Die Lilie von Bela Vista« und »Die Inselfrauen“. (Amazon) Die Fliederinsel Celia macht Urlaub in einem wunderschönen Ferienhäuschen, was verträumt auf der idyllischen Insel Fünen, in Dänemark liegt. Versteckt hinter großen Fliederbüschen, liegt das Haus traumhaft abgelegen. Zufällig entdeckt sie eines Tages ein hübsches Fliedergemälde, was ihr wahnsinnig gut gefällt. Als sie es ihrer Vermieterin zeigen möchte, ist diese tief bewegt, denn mit diesem Bild verbindet sie eine tiefgehende Geschichte um ihre Mutter, der jüdischen Malerin Ruth Liebermann. 1938: Ruth und Jakob Liebermann sind frisch verheiratet und entschließen sich aus Berlin zu fliehen. In Dänemark, auf Fünen, erhoffen sie sich ein neues Leben auf zubauen. Im ehemaligen Sommerhaus von Ruths Familie finden die beiden nach einigen Umwegen Zuflucht und erleben dort einige glückliche Jahre zusammen. Als sie jedoch erneut fliehen müssen, treffen Ruth und Jakob eine folgenschwere Entscheidung… Fazit Ein unglaublich tolles Cover, welches durch seine sommerlichen und pastelligen Farben sehr an Sommer, Leichtigkeit und Inselfeeling erinnert. Ein perfektes Buch für den Spätsommer, dachte ich. Auch den Klappentext fand ich sehr ansprechend. Auf den ersten Seiten folg ich nur so dahin, die Landschaftsbeschreibungen waren sehr gut gelungen, man konnte den Flieder förmlich riechen, so nah war man als Leser im Geschehen verankert. Nach einigen Seiten flaute dieses Gefühl jedoch mehr und mehr ab. Als die Vermieterin von Celia, Inger, ins Spiel kommt, nimmt die Geschichte noch einmal Fahrt auf. Ich mochte die zwei Handlungsstränge, wobei ich den Handlungsstrang in der Vergangenheit um Ruth und Jakob Liebermann deutlich lieber mochte. Er schien mir spannungsvoller und ansprechender, während der Gegenwartsstrang um Celia und Inger immer langgezogener wirkte. Ich fieberte dann der Vergangenheit förmlich hinterher. Die beiden Protagonisten den Gegenwart Celia und Inger scheinen für mich nur Randfiguren der Rahmenhandlung zu sein und bleiben dies leider auch im gesamten Buch. Dies ist eigentlich kein Problem, jedoch hätte das Buch für mich dann auch nur in der Vergangenheit spielen können. Die beiden Charaktere sind eher farblos und nicht wirklich fesselnd. Ganz anders Ruth und Jakob, deren Geschichte von der ersten Seite an faszinierend und ansprechend ist. Als Leser wollte ich immer mehr über die beiden erfahren. Besonders Ruth, die als passionierte Künstlerin arbeitet, allerdings nur in der Freizeit, hat es mir sehr schnell angetan. Durch seine über 500 Seiten ist das Buch ein richtiger Wälzer, was es mir schwer gemacht hat am Ball zu bleiben. Ich habe es trotzdem beendet und glaube, dass es mir leider nicht lang in Erinnerung bleiben wird. Wer jedoch eine nette Unterhaltungslektüre sucht, wird hier definitiv fündig.

Die Fliederinsel

Von: Katja Ezold Datum: 05. September 2017

Mit ihrem neuen, aktuellen Buch hat es die Autorin einmal mehr geschafft. Sie hat es geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Sie hat es geschafft, dass ich das Buch liebe und – für die Stärke des Buches – es relativ schnell ausgelesen hatte. Mit Ruth und Jakob sowie Celia und Inger schafft Sylvia Lott Figuren, die authentisch und glaubhaft sind. Die menschlich und so lebensnah sind, dass man sich von ihnen gern mit in die Vergangenheit und die Gegenwart entführen lässt. Sylvia Lott gelingt es, eine Geschichte zu weben, die alles miteinander verbindet. Eine großartige Liebesgeschichte mit tiefer Freundschaft, Verzweiflung und Hoffnung, Vertrauen und Verluste. Sie lässt ihren Roman in der heutigen Zeit spielen, in der Celia ein Bild findet, mit Inger darüber spricht und damit tiefe Emotionen und lang verschwiegene Erinnerungen weckt. Erinnerungen an Ruth und Jakob, das jüdische Ehepaar, das vor der Nazi-Verfolgung nach Dänemark flüchtet, sich hier ein neues Leben aufbaut und dann doch alles wieder zurücklassen muss. Wir erleben den Schrecken der Naziherrschaft, wir erleben die Vertreibung und die Angst; die Hoffnungslosigkeit und dann wieder den Glauben und die Hoffnung an das Gute; das alles wieder gut wird und man in Frieden leben kann. Sylvia Lott verwebt viele historische Fakten, gerade was das Leben der Juden in Dänemark angeht, mit einer wunderbaren Geschichte und dabei gelingt ihr etwas meisterliches: ihr gelingt dies nämlich ohne den sprichwörtlichen „erhobenen Zeigefinger“. Sie schafft es, allein durch ihre Sprachgewaltigkeit und ihren Schreibstil, Betroffenheit zu wecken und den Leser mitfiebern zu lassen. Ich mochte Ruth und Jakob – ich mochte wie Ruth ihren Liebsten lenkt und leitet und ich mochte seine Kraft, sie immer wieder aufzubauen. Beide haben sich verdient; beide gehörten bis zu einem gewissen Punkt zusammen. Ein Zitat gleich am Anfang des Buches, hat mir besonders gut gefallen: »Eine gute Ehefrau hat natürlich das zu tun, was ihr Mann für richtig hält«, sagte sie. »Aber eine kluge Ehefrau lässt sich etwas einfallen.« Ich konnte die Verzweiflung von Ruth verstehen, als sie gezwungen war eine Entscheidung zu treffen und ich habe mich oft gefragt, wie ich mich entschieden hätte. Hätte ich die Kraft dazu gehabt? Was mir ebenfalls richtig gut gefallen hat, was ich aber auch aus den anderen Büchern der Autorin bereits kannte waren die detailhaften Beschreibungen. Dadurch ist man mit der Autorin direkt in Gedanken an den Ort gereist und konnte sich alles sehr bildlich vorstellen. Die Orte, die Gebäude, die Fliederblüte … all das erwachte vor dem inneren Auge allein durch den Schreibstil der Autorin. Für mich war das Buch wieder eine Leseempfehlung. Daher vergebe ich für dieses Buch 5 von 5 möglichen Sternen und sage Danke für die schönen Lesestunden.

Die Fliederinsel

Von: Nik75 Datum: 22. August 2017

Meine Meinung: Wenn man den Titel liest und sich das Cover anschaut könnte man meinen, dass es sich um einen leichten Sommerroman handelt. Ist es aber nicht. Dieser Roman geht viel tiefer. Sylvia Lott schreibt über Jakob und Ruth, zwei Juden, die aus Deutschland fliehen und in Dänemark vorübergehend ein neues zu Hause finden. Erzählt wird die Geschichte von ihrer Tochter Inger, die sie einer jungen Frau, die in Ruths Häuschen Sommerurlaub macht, erzählt. Dieser Roman gefiel mir wahnsinnig gut, denn der Schreibstil von Frau Lott ist sehr flüssig und fesselnd. Die Geschichte von Ruth und Jakob ist faszinierend, aber auch sehr traurig. Traurig weil es schrecklich war, wie Menschen mit anderem Glauben behandelt und dass sie getötet wurden. Ruth und Jakob hatten ja noch Glück, weil sie flüchten konnten und in Dänemark weitgehend sicher waren. Mich hat dieser Roman von Anfang an gefesselt. Ich mochte Ruth und Jakob und habe mit ihnen die ganze Zeit mitgefiebert und mitgelitten. Als Außenstehender kann man sich den zweiten Weltkrieg gar nicht richtig vorstellen, aber es muss für alle Beteiligten sehr schlimm gewesen sein. Frau Lott hat einen sehr emotionalen Roman geschrieben, der einem diesen Krieg wieder nahe gebracht hat. Beim Lesen wird einem erst richtig bewusst, wie schlimm die Zeit gewesen sein muss. Ich fand aber auch wunderschön, dass Ruth und Jakob viele schöne Momente in Dänemark erleben durften und ich war ganz fasziniert von den Fliederbildern, die Ruth gemalt hat. Ich wusste gar nicht, dass es in Dänemark eine richtige Fliederinsel gibt. Ich war auf alle Fälle fasziniert von den Beschreibungen der Landschaft und würde am liebsten auch mal nach Dänemark fahren. Der ganze Roman hat mich von Anfang bis zum Ende gefesselt. Es ist ein ganz besonderes Buch, das nicht nur schöne, sondern auch traurige Seiten hat, aber wenn jemand daran interessiert ist, wie es Juden im 2. Weltkrieg ergangen ist, dann sollte er auf alle Fälle dieses Buch lesen. Von mir gibt es für diesen emotionalen Roman 5 Sterne.

Berührend, bewegend und emotional

Von: Conny G. Datum: 09. August 2017

Celia findet in alten Familienfotos eine Aufnahme, die ein kleines Häuschen in einem Garten zeigt, das durch eine blühende Fliederallee aufgenommen wurde und in dessen Hintergrund man noch das Meer erkennen kann. Dieses Foto fasziniert Celia schon lange und nach einigen Recherchen findet sie genau dieses Häuschen als Ferienhaus auf der Insel Fünen in Dänemark. Als ihr Mann und ihr Sohn sich eine gemeinsame Angelwoche wünschen, mietet Celia spontan das Ferienhaus und reist nach Fünen, um herauszufinden, ob es eine Verbindung zu ihrer Familie gibt und wenn ja welche. In einem kleinen Kämmerchen im Ferienhaus findet Celia zufällig ein wunderschönes, großes Gemäde von blühendem Flieder. Sie bringt das Gemäde ihrer Vermieterin Inger, die von diesem Fund sehr berührt ist und Celia daraufhin ihre Familiengeschichte erzählt. Hier eröffnet sich der zweite Handlungsstrang, beginnend im Jahr 1938, als Ingers Eltern, das jüdische Künstlerehepaar Ruth und Jakob Liebermann, aus Berlin fliehen müssen und im ehemaligen Sommerhaus von Ruths Familie Unterschlupf finden. Wie öfter bei solchen Romanen hat mich der zweite Handlungsstrang aus der Vergangenheit noch mehr gefesselt und vor allem auch berührt. Dieser nimmt in den ersten beiden Dritteln des Buches auch deutlich mehr Raum ein. Die Autorin verarbeitet hier ein Stück Zeitgeschichte und erzählt am Beispiel des fiktiven Ehepaars Liebermann das Schicksal der in Dänemark lebenden Juden im und nach dem zweiten Weltkrieg. Mich hat diese Geschichte sehr bewegt, denn sie erzählt auch, dass die dänischen Juden und die dorthin aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei geflüchteten Juden zur Zeit der deutschen Besatzung erneut fliehen mussten und nach Schweden gingen. So entstanden für viele Familie wirklich tragische Schicksale. Die Autorin hat umfangreich recherchiert, wie sie in ihrem Nachwort auch erläutert und das merkt man beim Lesen auch, denn die Handlung wirkt sehr authentisch. Der andere Handlungsstrang in der Gegenwart gewinnt dann im letzten Drittel des Buches an Bedeutung und hält noch einige Überraschungen, auch für Celia, bereit. Der Schreibstil der Autorin ist mitreißend, emotional und fesselnd, so dass mich die Geschichte der Familie Liebermann schnell in ihren Bann gezogen hat. Ich habe mit ihnen gelitten, gehofft und gebangt. Die Charaktere sind alle sehr authentisch dargestellt und jeder ist auf seine Art einzigartig und wichtig. Sehr gelungen fand ich auch die wunderschönen bildhaften Beschreibungen der Insel Fünen mit ihren langen Fliederhecken, die Ruth Liebermann zu ihren Bildern inspiriert haben. Man sieht nicht nur alles genau vor dem inneren Auge sondern hat beim Lesen auch den Duft des Flieders in der Nase. Dieser wunderbare Roman hat mich sehr berührt und bewegt und er hallt noch lange nach. Trotz der teilweise dramatischen und tragischen Schicksale weiß die Geschichte auch gut zu unterhalten und vermittelt besonders in den Sommern auf Fünen eine besondere Atmosphäre. Insgesamt empfehle ich den Roman gerne weiter, denn diese Geschichte hat es verdient, gelesen zu werden! Fazit: 5 von 5 Sternen

Die Idylle trügt...

Von: Eliza Datum: 30. July 2017

Sylvia Lott hat ein Buch geschrieben, welches unter die Haut geht. So lieblich und schön das Cover daher kommt, so schwere Kost ist das Buch an einigen Stellen. Wer hier eine leichte Sommerlektüre erwartet, wird enttäuscht werden. Wer allerdings gerne Bücher mit Tiefgang liest, die auch zum Nachdenken anregen, der ist hier genau richtig. Wie schon gesagt, das Cover ist sehr schön und stimmungsvoll. Die Farben sind ein Traum und man hat das Gefühl den Fliederstrauch riechen zu können. Sylvia Lott erzählt in alter Manier ihre Geschichte auf zwei Zeit-Ebenen, sie kann somit wunderbar Parallelen aufzeigen und die Spannung steigern, auch dies gelingt ihr wieder sehr gut. Der Erzählstrang in der Vergangenheit hat mich wesentlich mehr bewegt, als der in der Gegenwart, auch waren mir die Figuren in der Vergangenheit näher, als die in der Gegenwart. Besonders mit Celia konnte ich nichts anfangen. Sie blieb mir den ganzen Roman lang etwas fremd. Umso mehr vereinnahmte mich Ruth, sie ist eine tolle, facettenreiche Persönlichkeit, die vor allen Dinge mit ihrer Individualität besticht. Aber auch mit Jakob, Ruths Mann, ist der Autorin ein glaubhafter Zeuge seiner Zeit gelungen. Im Mittelpunkt stehen die emigrierten Juden, die in Dänemark Zuflucht gefunden haben. Die Solidarität der dänischen Bevölkerung mit den Emigrierten und ihre Hilfsbereitschaft. Ein besonderes Augenmerk hat die Autorin auf das Schicksal der Kinder gelegt und genau dieses Schicksal geht unter die Haut. Die Geschichte wird jeweils chronologisch auf beiden Ebenen erzählt, sicherlich die Erzählung in der Vergangenheit mehr gerafft, als die der Gegenwart. Der Roman wird von der Autorin schlüssig und sehr bewegt dargestellt. Die Dialoge wirken authentisch und echt. Der Schreibstil ist flüssig, sehr angenehm zu lesen und dabei hoch emotional. Als Zielgruppe sind hier sicherlich die Leserinnen zu nennen, dennoch könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass auch geschichtlich interessierte Männer ihre Freude an dem Roman haben können, denn wie bereits erwähnt, lernt man sehr viel über Dänemark und die Menschen dort zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Ein überaus gelungener Roman, der noch sehr lange nachhallt, weil er so ein bewegendes Schicksal in den Mittelpunkt stellt. Dieser Roman ist sicherlich keine leichte Strandlektüre, dennoch bin ich mir sicher, dass dieser Roman in diesem Sommer seine Leser finden wird. Denn unsere Geschichte ist immer ein Teil von uns und diese Geschichte dürfen wir nicht vergessen oder verdrängen, wir müssen sie lebendig halten, dies sind wir unseren Vorfahren schuldig. Eine glasklare Lese- und Kaufempfehlung von mir, ein Roman der es verdient hat, ganz viele Leserinnen und Leser zu erreichen. Vielen Dank an den blanvalet Verlag und an die Verlagsgruppe Random House.

Beeindruckend,tiefgehend

Von: JoBasBLOG Datum: 16. July 2017

ein beeindruckendes Buch!!!!!!!! ----------------------------- Celia,Berufstätige, Mutter eines sechs Jährigen , fährt zu einem Ort , auf einer Postkarte. Auf Fünen besucht Sie den Lebensmittelpunkt Ihrer Großeltern. -------------------------- Der Einband ,des Buches täuscht. Die Geschichte, in die uns Sylvia Lott, mit Die Fliederinsel, entführt ist eine Lebensgeschichte, die tief mit dem politischen Zeitgeschehen , des letzten Jahrhunderts verbunden ist. Ruth und Jakob mussten aus Berlin fliehen. Jakob verliert seine Familie in Auschwitz. Ruth entdeckt die Malerei, als Lebensinhalt und kann die Familie mit Ihren Bildern überleben lassen. Es gibt ein am unerwartetes Ende, dass Mut macht! ---------------------------------------- Sylvia Lott, schaffte es durch Ihren unterschnörkelten, klaren Stil Teil der Geschichte sein zu lasssen. Ich hbae gelacht,geweint und gehofft.... Werde es sicher noch mals lesen.

Eine aufregende, berührende und spannende Familiensaga

Von: Hanne / Lesegenuss Datum: 12. July 2017

B̲̲u̲̲c̲̲h̲̲a̲̲n̲̲f̲̲a̲̲n̲̲g̲̲ DIESER VERDAMMTE ROTWEIN! Warum war sie auch so dumm und kaufte in einem dänischen Minimarkt am Ende der Welt ausgerechnet Rotwein! ❀• Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ •❀ Der neue Roman "Die Fliederinsel" von Sylvia Lott wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Es ist eine teils sehr berührende, unglaubliche Geschichte, deren dramatische Ereignisse als auch tollen Protagonisten den Leser in eine andere Welt eintauchen lassen. Auch wenn die Handlung in zwei Zeitebenen erzählt wird, findet man sich gut zurecht und beginnt die - wenn auch fiktiven - Personen ins Herz zu schließen. Gegenwart: Die berustätige Celia lebt in Hamburg. Während ihr Mann mit dem sechsjährigen Sohn eine Woche zusammen auf Angelurlaub gehen, macht diese sich auf nach Dänemark. Dort hat sie auf der Insel Fünen ein Ferienhaus gemietet. Bewusst hat sie sich für eins entschieden. Ihr Aufenthalt dort hatte schon einen familiären Hintergrund. Ihren Großvater hatte Celia nie persönlich kennengelernt. Das Thema wurde innerhalb der Familie totgeschwiegen, bzw. ihre Mutter wußte sehr wenig darüber. Auf Fünen angekommen, findet Celia beim Säubern der Veranda ein Geheimversteck, worin ein Gemälde versteckt war. Ein üppiger Fliederstrauß, gemalt in den schönsten Farben, so lebendig dargestellt, dass man fast den Duft riechen konnte. Über dieses Gemälde kommt sie mit ihrer Vermieterin, Inger Olsen, ins Gespräch und erfährt nach und nach die Geschichte um das Ferienhaus, um das Gemälde und den Menschen, die dort gelebt haben. Die Malerin des Bildes war die Mutter von Inger Olsen gewesen. Ende der Dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts: Ruth und Jakob Liebermann leben in Berlin und sind bedingt durch die Judenverfolgungen bei ihrer Freundin Ilse untergetaucht. Ruth ist leidenschaftliche Malerin und Jakob Schriftsteller. Dieser hofft noch immer auf die Ausreisegenehmigung in die USA. Doch letztendlich müssen sie nach Dänemark fliehen, wo Ruths Familie auf der Insel ein Sommerhäuschen besitzt. Aber die Angst bleibt und 1943 müssen sie erneut fliehen. Viele Deutsche waren in die nordischen Länder geflüchtet. Doch das Naziregime greift weit und hat die Deportation der ausländischen Juden veranlasst. Hin und hergerissen muss die junge Familie sich entscheiden. Für eine Mutter eine herzzerreißende Angelegenheit. Und genau diese Entscheidung prägt das weitere Leben der Protagonisten. Der Autorin ist es auf bewundernswerte Art gelungen, den Leser emotional leiden und bangen zu lassen, wie die Menschen im Roman selbst. Es ist ein Auf und Ab der gefühle. Sylvia Lott greift auf wichtige historische Ereignisse aus dem Dritten Reich zurück. Beeindruckend ihre Recherchearbeit zu diesem Roman. "Die Fliederinsel" ist eine tiefgründig erzählte Familiengeschichte mit geschichtlichem Hintergrund, die ich allen Lesern dieses Genre empfehle. Ein Must-Read so oder so für alle Sylvia Lott Fans☺

Zum Malen inspiriert ;O)

Von: get lucky Datum: 06. July 2017

Inspiriert hat mich einzig und allein dieses Buch, schon beim Lesen hat es mich in den Fingern gejuckt, mal wieder Farben herauszuholen, zwar nicht für ein Fliederbild, aber Juni und Juli gehören den Rosen! Die Fliederinsel --- Sylvia Lott Die Entdeckung eines wunderschönen Fliederbildes in einem idyllischen Ferienhaus auf Fünen, das als verschollen galt, bildet den Rahmen zum Inhalt dieses Romans. Celia erfährt und hört so die Geschichte ihrer Mutter Ruth Liebermann, einer jüdischen Malerin. Als frisch verheiratetes Paar müssen Ruth und Jakob 1938 aus Berlin fliehen, und finden auf der dänischen Insel Fünen Unterschlupf in einem Sommerhaus. Dort verbringen sie trotz aller widriger Umstände sehr glückliche Jahre, und Ruth kann mit ihren Fliederbildern sogar die Familie ernähren. Als sie erneut fliehen müssen, steht eine folgenschwere Entscheidung an, die die beiden fällen müssen. Mich hat der Schreibstil der Autorin, der Schauplatz auf dieser dänischen Insel und das Thema absolut in den Bann geschlagen. Spannende Lesestunden hat mir das Eintauchen in eine mir unbekannte Thematik des 2. Weltkrieges beschert. (Ich möchte nicht zu viel vorwegnehmen, doch es war mir zuvor nicht bekannt, dass Dänemark so viele Jüdische Flüchtlinge aufgenommen und gerettet hat.) Es hat mich nachdenklich gemacht, mich natürlich mit den Hauptfiguren hoffen lassen. Ein absolut lesenswertes Buch, einer mir bisher unbekannten Autorin, das ich nur empfehlen kann! Ein herzliches Dankeschön dem Verlag für diese Exemplar.

Eine Wahnsinnsgeschichte!

Von: zauberblume Datum: 22. June 2017

In ihrem neuesten Roman "Die Fliederinsel" - für mich ein absoluter Bestseller - entführt uns die Autorin in den hohen Norden nach Dänemark. Hier dürfen wir auf Fünen wunderschöne und hoch interessante Tage verbringen, die mich sehr nachdenklich gemacht haben. Die Geschichte: 2016 entdeckt Celia Brandes auf einem Foto ihres Großvaters ein Ferienhaus in Dänemark. Sie fühlt sich davon magsich angezogen und beschließt ihren Urlaub dort zu verbringen. Sie ist beeindruckt von dem schönen Häuschen und der traumhaften Landschaft. Zufällig entdeckt sie im Haus ein unglaubliches Fliederbild. Als sie ihrer Vermieterin davon erzählt, zieht es Inger den Boden unter den Füßen weg. Ist dies doch ein verschollenes Bild ihrer verstorbenen Mutter Ruth. Und dann beginnt Inger Celia ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Und wir befinden uns auf einmal im Jahr 1943 wieder. Und was in dieser Zeit passiert ist, ist fast nicht in Worte zu fassen. Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen, so tief eingetaucht bin ich in die Geschichte von Inger und ihrer Mutter Ruth. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich mich auf der Veranda des Ferienhäuschens auf Fünen und lausche der unglaublich Geschichte von Inger, die ihr nach 70 Jahren noch schwer zu schaffen macht. Doch irgendwie kommt jetzt Licht ins Dunkel. Ich sehe Ruth und ihren Mann Jakob, die ja als Juden aus Deutschland flüchten mußten, bei ihrer Ankunft in Dänemark. Wie sie sich bemüht haben, hier Fuß zu fassen. Diese traumhafte Natur habe ich vor meinen Augen, diese Ruhe und Zufriedenheit. Und dann dieses außergewöhnlichen Fliederbilder, die Ruth gemalt hat und mit denen sie sich einen Namen gemacht hat. Ich habe den Fliederduft jetzt noch in der Nase.Alles hätte so schön sein können. Doch das wärt nicht lange, denn die Judenverfolgen macht ja auch vor Dänemark nicht halt. Die Panik der Menschen ist ja förmlich zu spüren. Und wie muss Ruth das Herz geblutet haben, als sie ihre kleine Tochter zurückgelassen hat. Irgendwie ist ja zu verstehen, das Inger dieses Schicksal ihr ganzes Leben lang verfolgt hat. Da waren aber Erik und Svea, die sich liebvoll um die Kleine gekümmert haben. Und nach zwei Jahren als Ruth und Jakob wieder zurück nach Dänemark gekommen sind, kann ich mit Ruth mitfühlen. Irgendwie lief es mir kalt den Rücken hinunter. Ihre große Enttäuschung, die förmlich zu spüren war. Und dann Inger - wie muss sich dieses Kind gefühlt haben. Hin und hergerissen zwischen zwei Frauen. Eine schreckliche Zeit. Die Geschichte ist mir wirklich sehr nahe gegangen und hat mich bis in die Seele berührt. Hochinteressant fand ich auch die geschichtlichen Hintergründe. Obwohl ich auch schon einiges über die Judenverfolgung gelesen habe, war mir die Vertreibung der Juden aus Dänemark und ihre Aufnahme in Schweden nicht so bewusst. Wirklich alles hochinterssant. Und Menschenschicksale, die dem Leser heute noch Nahe gehen. Für mich ein absolutes Lesehighlight für unterhaltsame, aber auch nachdenkliche Lesestunden. Ich bin und war wieder einmal restlos begeistert. Das Cover ist auch ein echter Hingucker - einfach wunderschön. Selbstverständlich vergebe ich gerne 5 Sterne und freue mich schon jetzt auf das nächste Buch der Autorin.

Das Wichtigste zurückzulassen ist nicht einfach!

Von: Schneeflocke2013 Datum: 19. June 2017

Autor: Sylvia Lott Verlag: blanvalet ISBN: 978-3-7341-0335-3 Erschienen: 2017 Preis: 9,99 € Seiten: 539 Zitat: Irgendwann muss es doch mal aufhören" [S. 316, Z. 32 f] Inhalt: Celia folgt einer Postkarte aus der Familie, was sie auf die dänische Insel Fünen führt. Sie mietet ein Ferienhaus, findet ein wunderschönes Fliedergemälde und lernt dadurch ihre Vermieterin Ingen kennen. Die ihr eine tragische Geschichte erzählt. Das Leben von Ruth und Jakob Liebermann, die im Jahr 1938 aus Berlin fliehen müssen - denn sie sind Juden. Meine Meinung: In meinen Augen bisher das beste Buch der Autorin! Ich habe alle ihre Geschichten gelesen und bin hin und weg! Die Details, Beschreibungen, Dialoge... sie alle erschaffen ein komplettes Buch was nicht aus der Hand gelegt werden kann. Celia, Inger, Ruth, Jacob, Svea, Erik und Trine. Sie sind so tolle Charaktere und wunderbar ausgearbeitet. Inger ist eine alte Frau die ihr ganzes Leben auf der Insel verbracht hat. Dort geboren und aufgewachsen wollte sie auch nicht irgendwo anders leben. Ihre Kindheit war sehr aufregend, aber auch zermürbend. Weshalb genau möchte ich euch nicht verraten. Celia ist noch recht jung, kommt aus Hamburg und versucht etwas über ihren Großvater zu erfahren, der das schwarze Loch in ihrer Ahnenreihe ist. Das kann ich übrigens sehr gut nachvollziehen. Dunkle Flecken oder Nebel in der Familiengeschichte kann einen schon verrückt machen. Man will einfach Bescheid wissen, egal was dabei raus kommt. Ruth und Jacob sind Ingers Eltern,. Im Laufe des Buches stellt sich das alles etwas komplizierter raus als gedacht. Wirklich verworren. Das Buch ist auf zwei Zeitebenen geschrieben. 1938 und der Gegenwart. Die ältere Zeitebene ist der längere Part. Was einfach mit der Geschichte zusammen hängt. Dazwischen kamen immer Phasen in der Gegenwart. Ich muss zugeben, dass ich zum Teil vergessen habe wo ich mich befand. Das Buch aus der Hand legen kam nicht in Frage. Mitten in Berlin und dann auf dem Weg nach Dänemark wollte ich nicht in der Normalität aufwachen. Die Geschichte war zu den Juden nicht nett. Ganz und gar nicht. Doch alle die sich mit Europa auskennen wissen bestimmt, welche Länder bei dem Ganzen nicht mitgemacht haben: Skandinavien. So ist es nicht verwunderlich, dass Ruth und Jacob dahin fuhren. Gut eigentlich wollte Jacob nach Amerika, nur war Ruth damit nicht einverstanden. Jacob war Schriftsteller und Ruth Malerin. eine Bekannte noch dazu, als eins ihrer Fliedergemälde in die richtige Wohnung einzog. Im Gegensatz zu ihrem Mann hatte sie Erfolg. Ein starker Dämpfer für seinen Stolz. Ruth verdiente den Unterhalt für sie beide und später auch Inger. Darüber gab es auch kleine Streits. Doch nach allem was ihnen passiert ist war das rein gar nichts. Natürlich konnten die zwei nicht wissen wie gut sie es, trotz dem was ihnen fehlte, haben. Gerade durch die Geschichte von Ruth und Jacob habe ich noch mal einen anderen Blick darauf bekommen was es heißt zu einer Gruppe Menschen zu gehören die immer gejagt werden. Die man ausrotten wollte - anders ist das nicht zu betiteln. Ich habe sehr viel gelernt. Bin Achterbahn in meinen Gefühlen gefahren und wollte noch viel mehr erfahren. Und auch wenn ich es oben schon geschrieben habe. Keins ihrer Bücher hat mich so tief berührt. Obwohl ich sie alle geliebt habe! Hoffentlich kommen noch mehr solcher Geschichten! 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung!!

Für mich eines der Romane des Jahres 2017

Von: Kathrin N. Datum: 12. June 2017

Die gebürtige Ostfriesin Sylvia Lott siedelt ihre neuste Familiengeschichte nun hauptsächlich nach Dänemark, genauer gesagt auf die Insel Fünen. Es ist nach „ Die Inselfrauen“ (erschienen März 2016 bei Blanvalet) zwar wieder eine „Inselgeschichte“, aber eine völlig andere... und wie ich vorweg nehmen möchte, noch eindrücklichere. Warum? Nun, das hat vielleicht etwas mit dem Basisthema zu tun: es geht um den Beginn des Zweiten Weltkriegs und das Thema „Drittes Reich & die Juden“. Es geht um die letzten Momente in Deutschland, eine Flucht nach Dänemark und Schweden... und dabei auch um eine ganz persönliche Familiengeschichte, die sich von damals ins heute zieht: Die Urlauberin Celia findet im Nachlass ihrer Großmutter ein Foto mit einem reetdachgedeckten Haus inmitten von Fliederbüschen. Nach einigen Recherchen findet sie heraus, dass sich dieses Haus auf der Insel Fünen befindet und durch Zufall kann sie dort einen kleinen Urlaub buchen. Sie lernt die Vermieterin kennen, findet ein lang verschollenes Fliederbild im Ferienhaus und gibt so den Anstoß zu tagelangen Erzählungen... wir tauchen in die zweite Zeitebene ein: die der jüdischen Malerin Ruth Liebermann und ihrem Mann, dem Autor Jakob Liebermann. Wir erleben in einer sehr bildhaften, deutlichen Sprache die Geschehnisse der Reichsprogromnacht, der Flucht nach Dänemark, das scheinbare Ankommen auf der Insel Fünen, der weiteren Flucht nach Schweden mit einer extrem belastenden Familienentscheidung... und der Rückkehr ins Häuschen mit den Fliederbüschen. Dazwischen blendet die Autorin immer wieder zur Erzählerin Inger und der Urlauberin Celia zurück und im Laufe des Buches wird auch klar, warum: es gibt eine Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Die Vergangenheitsgeschichte ist ausgezeichnet recherchiert und liest sich überhaupt nicht trocken. Das mag vermutlich auch an den einzeln – passend – eingestreuten Zitaten liegen wie z.B. von Kierkegaard (S. 83): „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“. Auch Verbindungen zu dem dänischen Märchenerzähler Hans Christian Andersen finden sich immer wieder in den Reisen von Ruth und Jakob, in den Bildern und Erzählungen. Das bringt eine gewisse Frische in das an sich doch schwere Thema. Und ja, wieder mal schafft es die Autorin mit packendem, tempo- und stimmungsverändertem Schreibstil mich mitzunehmen. Es fällt mir wirklich schwer, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen und nicht nur einmal bleiben meine Gedanken danach noch lange an dem soeben Gelesenen hängen. Mal begeisterte mich der Optimismus von Ruth, mal belastet mich die Schwermut Jakobs und ich habe Tränen in den Augen bei der Entscheidung, welche die Liebermanns vor der Flucht nach Schweden treffen mussten... Sicherlich haben wir in unserer Generation schon viele (Spiel-) Filme rund um das Dritte Reich gesehen, vielleicht sogar noch Großeltern zuhören dürfen... dieses Buch arbeitet das Thema aber so interessant auf, dass einem die Schwere der Geschichte bewußt wird, man dennoch aber an das Positive und die Zukunft glaubt... meine Hochachtung dafür! Für mich ist „Die Fliederinsel“ eines der besten Romane in diesem Jahr und mit Sicherheit ein Buch, welches ich mehrmals lesen werde. Hut ab, liebe Sylvia Lott für dieses fantastische „Werk“!

Eine sehr bewegende Geschichte

Von: Tiaras Bücherzimmer Datum: 07. June 2017

Inhaltsangabe: Celia macht alleine Urlaub auf der dänischen Insel Fünen und entdeckt dort in ihrem Ferienhäuschen ein wundervolles Fliedergemälde. Neugierig geworden zeigt sie es ihrer Vermieterin. Die ist zunächst sprachlos, handelt es sich bei dem Gemälde doch um ein Bild ihrer Mutter, das schon ewig als verschollen galt. Da erzählt sie Celia die traurige und bewegende Geschichte ihrer Mutter Ruth, einer jüdischen Malerin. Meine Meinung: Ich habe schon viele Geschichten über die Judenverfolgung und den Krieg gelesen und jedes dieser Bücher beschäftigt mich nachhaltig. So wie auch "Die Fliederinsel" von Sylvia Lott. Ich habe so mit Ruth und Jakob mitgebangt, ob sie die Flucht auf die Insel Fünen schaffen. Es gelingt und die beiden finden Zuflucht im ehemaligen Sommerhaus von Ruths Familie. Auch hier haben sie es zunächst nicht leicht, verbringen dort aber viele glückliche Jahre. Ruth geht so richtig in ihrer Malerei auf und mit ihren wunderschönen Fliedergemälden kann sie sogar die Familie ernähren. Doch dann bricht der Krieg aus und die beiden müssen erneut fliehen. Doch diesmal müssen sie auf ihr Liebstes verzichten und wissen nicht, ob diese Entscheidung richtig war. Sylvia Lott hat einen schönen flüssigen, einfühlsamen und sehr bildhaften Schreibstil. Ich konnte die Fliederinsel richtig vor mir sehen und hatte den berauschenden Duft in der Nase. Aber auch die Ängste der beiden konnte ich gut nachvollziehen und muß sagen, ich weiß selber nicht, wie ich in dieser schwierigen Situation reagiert hätte und vor allem, was hier das Beste gewesen wäre. Die Autorin beschönigt nichts und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Ruth, auch als der Krieg vorbei war, noch lange nicht glücklich werden konnte. Ich habe das Buch dieses Pfingstwochenende verschlungen und konnte es nicht mehr weglegen, weil man natürlich wissen will, wie alles ausgeht. Mir wird das Buch noch lange in Erinnerung bleiben und vor allem werde ich immer daran denken, wenn ich im Garten unseren Flieder betrachte. Von mir gibt es 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung.

Kunst-Genuss

Von: Diane Jordan Datum: 05. June 2017

Die Fliederinsel Rezension Diane Jordan Malen mit Licht :-), als Fotografin versuche ich das schon jahrelang . Da es, meines Erachtens, mit dem Pinsel noch viel, viel schwerer ist, mit dem selbst Geschaffenen zufrieden zu sein. Faszinierend allemal und diesen kreativ Schaffern gilt meine volle Bewunderung. Kunstwerke einiger Porträts und Landschaftsmaler habe ich erst letztens, mit meinem lieben Mann Karsten, in der Künstlerkolonie Worpswede angesehen und war von der Stimmung dort schwer beeindruckt. Ein außergewöhnlicher Ort mit vielen Werken von tollen Malern, Grafikern und Designern. Und nicht nur so namhafte Künstler, wie Paula Modersohn-Becker und das nahgelegene Teufelsmoor verlocken zum erneuten Besuch. Gerne lese ich aber auch Romane über Familiengeschichten und „so könnte es gewesen sein“. Deshalb habe ich mich besonders gefreut, als ich jetzt das Taschenbuch „Die Fliederinsel“ von Sylvia Lott entdeckt habe. Das Cover ist ein Traum. Der üppig arrangierte Flieder, der in den verschiedenen Lilatönen, überwältigend ist. Ich habe mir zwischendurch eingebildet ihn zu riechen und die salzige Meerluft der dänischen Insel Fünen zu riechen, denn dort spielt sich alles ab. Die Sonne auf der Haut und mit dem Buch im Liegestuhl im heimischen Gärtchen, himmlisch sage ich euch. Die Geschichte ist sehr gut geschrieben und hat mich schnell in den Bann gezogen, aber stellenweise auch frösteln lassen, obwohl es kein Krimi war. Die Protagonisten haben mich sehr berührt und taten mir sehr, sehr leid. Am liebsten wäre ich in den Roman gehüpft und hätte geholfen, das Leid zu lindern. Seufz … Aber lest bitte selber es lohnt sich! By the way: Ich habe jetzt selber zwei Fliederbüsche in den Garten gepflanzt. Ratet mal in welcher Farbe J?? Inhalt: Sie mussten fliehen, um ihr Leben zu retten. Doch das Kostbarste ließen sie zurück … In ihrem Ferienhäuschen auf der idyllischen dänischen Insel Fünen entdeckt die Urlauberin Celia ein wunderschönes Fliedergemälde, das seit Jahrzehnten als verschollen galt. Ihre Vermieterin ist beim Anblick des Bildes tief bewegt und erzählt Celia die Geschichte ihrer Mutter, der jüdischen Malerin Ruth Liebermann. Im Jahr 1938: Das frisch verheiratete Paar Ruth und Jakob Liebermann muss aus Berlin fliehen, auf Fünen finden die beiden im ehemaligen Sommerhaus von Ruths Familie Zuflucht. Trotz der schwierigen Situation erleben sie glückliche Jahre, Ruth kann mit ihrer Passion, dem Malen, sogar die Familie ernähren. Als sie erneut zur Flucht gezwungen sind, müssen Ruth und Jakob die folgenschwerste Entscheidung ihres Lebens treffen … Autorin: Die freie Journalistin und Autorin Sylvia Lott ist gebürtige Ostfriesin. Sie schreibt für verschiedene Frauen-, Lifestyle- und Reisemagazine. und veröffentlichte bei Blanvalet bereits die Romane »Die Rose von Darjeeling«, »Die Glücksbäckerin von Long Island«, »Die Lilie von Bela Vista« und »Die Inselfrauen«. Mehr Lesestoff: »Die Rose von Darjeeling«, »Die Glücksbäckerin von Long Island«, »Die Lilie von Bela Vista« und »Die Inselfrauen«. Fazit: 5 Sterne***** für diesen tollen Roman mit den wirklich bewegenden Bildern und der beeindruckenden Handlung. „Die Fliederinsel“ ist im Blanvalet Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 544 Seiten und kostet 9,99 Euro.

Ein Buch, dass zum Nachdenken anregt

Von: Biancas-Zeilenliebe Datum: 04. June 2017

Ich weiß nicht recht wo ich anfangen soll. 1. Es ist definitv ein Jahreshighlight für mich! 2. Diese Geschichte regt so sehr zum Nachdenken. Ich liebe generell Bücher in denen es um Kunst und Geschichte geht. Ich glaube eine bessere Mischung gibt es gar nicht. Auch das Cover finde ich wunderschön und man bekommt sofort ein Sommergefühl.

Eine interessante Geschichte über die Zeit des zweiten Weltkrieges

Von: Jessi Datum: 01. June 2017

Schreibstil Es war mal wieder Zeit für etwas leichte Lektüre, da meine Konzentration gerade nicht sonderlich gut ist. "Die Fliederinsel" von Sylvia Lott kam da ganz gelegen, denn der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach gehalten, was einen sofort in die Geschichte katapultiert. Mit vielen interessanten geschichtlichen Fakten verbindet die Autorin in "Die Fliederinsel" mit einer lockerleichten Familiengeschichte. Sie wechselt zwar zwischen Vergangenheit und Gegenwart, doch nimmt die Zeit um 1938 einen viel größeren Raum ein und verdrängt ein wenig die kleine Geschichte der Gegenwart. Mir hat dies aber gut gefallen, da ich in den meisten Büchern dieses Genres die Vergangenheitssicht eh bevorzuge. So war es auch hier. Charaktere - Ruth - Ruth ist Jüdin und lebt zu Beginn dieser Geschichte mit ihrem Mann noch in Berlin. Das Leben ist schwer, obwohl sie beide nicht gerade arm sind und bis dahin eigentlich ein angenehmes Leben geführt haben. Urplötzlich ändert sich alles und Ruth und Jakob beschließen zu fliehen - eine gute Idee, nur wo soll es hingehen? Während Jakob noch auf eine Einreiseerlaubnis aus Amerika wartet, will Ruth zu ihren Verwandten nach Dänemark, doch auch dies erweist sich als recht schwierig. Als die beiden es dennoch schaffen, erwartet sie ein ganz anderes Leben ... Ein Leben in Armut und ein Leben auf der Flucht ... Ruth selbst ist eine Künstlerin. Sie malt und illustriert und ist eine sehr starke Persönlichkeit. Beinahe die gesamte Geschichte verliert sie ihren Sinn für das "Schöne" nicht, obwohl sie selbst diese düstere Zeit miterlebt hat. Das habe ich an ihr bewundert, allerdings fehlte mir zu ihr eine gewisse emotionale Bindung. Ich hatte Mitgefühl mit Ruth und ihrer Geschichte, fand sie interessant und toll charakterisiert, doch es war schade, dass ich keine richtige Nähe zu ihr habe aufbauen können. - Jakob - Jakob ist Ruths Mann und er ist selbst Künstler. Er schreibt und ist ein sehr aufgeschlossener Mensch. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass Ruth und er nicht so recht zusammenpassen wollen und daraus hat sich eine gewisse Abneigung entwickelt. - Celia - Celia ist die Urlauberin aus der Gegenwart, die in das Ferienhaus kommt und von der Vermieterin nach und nach Ruths und Jakobs Geschichte erfährt. Celia selbst bleibt nur Nebenfigur, als Leser erfahren wir so gut wie nichts über sie, was ich ein klein wenig schade fand. Meine Meinung "Die Fliederinsel" ist ein Buch, das durch den leichten Schreibstil und der interessanten Thematik sofort in den Bann zieht. Zu Beginn begleiten wir Celia, die nach Dänemark kommt und in dem Ferienhaus, das auch für sie eine Bedeutung zu haben scheint, ein altes Bild finde. Sie fragt bei der Vermieterin nach und bekommt sofort bereitwillig die Geschichte von Ruth und Jakob erzählt. Diese Geschichte ist das Kernstück dieses Romans. Ich muss sagen, dass es mir zu Beginn etwas zu flott ging, denn die Gegenwartssicht wird schnell abgehandelt, um endlich mit der Hauptgeschichte anzufangen zu können. Letztendlich fand ich dies jedoch passend, da ich in den meisten Büchern dieses Genres die Vergangenheitssicht eh viel aufregender finde. So war es auch hier. Ruths Geschichte ist tragisch. Sie beginnt kurz vor dem zweiten Weltkrieg und erzählt ihre Flucht aus Deutschland und der Suche nach einem neuen Leben. Interessant fand ich hier die geschichtlichen Fakten, die Sylvia Lott geschickt eingebaut hat. Es war spürbar, wie intensiv sie sich mit der Thematik auseinandergesetzt hat. Ich habe beim Lesen einiges lernen können. Unter anderem, wie die damalige Situation in Dänemark war und wie mit Juden in anderen Ländern umgegangen wurde. Es war schön, hier auch eine menschliche Seite zu sehen und zu erfahren, dass es damals auch Mitgefühl und ehrlichen Zusammenhalt gab. Der Aufbau der Geschichte hat mir gut gefallen. Zwar habe ich schon geahnt, wohin sich alles entwickelt, aber das hat dem Lesegenuss keinen Abbruch getan. Das Ende und die Überleitung zur Gegenwart fand ich gelungen und ich habe das Buch mit einem guten Gefühl zuschlagen können! Fazit "Die Fliederinsel" ist ein interessante Einblick in die Zeit vor und während des zweiten Weltkrieges. Ruths und Jakobs Geschichte konnte mich zwar emotional nicht direkt berühren, aber ihre Flucht, die Suche nach einem neuen Leben und die ganzen Hürden, die sie meistern müssen, um endlich "anzukommen" konnten mich in den Bann ziehen!

Die Fliederinsel

Von: fraeulein_lovingbooks Datum: 30. May 2017

Inhalt In ihrem Ferienhäuschen auf der idyllischen dänischen Insel Fünen entdeckt die Urlauberin Celia ein wunderschönes Fliedergemälde, das seit Jahrzehnten als verschollen galt. Ihre Vermieterin ist beim Anblick des Bildes tief bewegt und erzählt Celia die Geschichte ihrer Mutter, der jüdischen Malerin Ruth Liebermann. Im Jahr 1938: Das frisch verheiratete Paar Ruth und Jakob Liebermann muss aus Berlin fliehen, auf Fünen finden die beiden im ehemaligen Sommerhaus von Ruths Familie Zuflucht. Trotz der schwierigen Situation erleben sie glückliche Jahre, Ruth kann mit ihrer Passion, dem Malen, sogar die Familie ernähren. Als sie erneut zur Flucht gezwungen sind, müssen Ruth und Jakob die folgenschwerste Entscheidung ihres Lebens treffen … (Quelle: Bloggerportal ) Meine Meinung Zuerst möchte ich mich beim Bloggerportal und dem Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken. Celia hat ein Bild von einem Ferienhaus aus Fünen in den Erinnerungen ihrer Familie gefunden und möchte dort gerne hin. Sie recherchiert und findet schließlich exakt das Haus – ihr Mann und ihr Sohn möchten sie nicht begleiten, weswegen sie den Weg allein antritt. Sie fühlt sich dort in Dänemark sehr wohl und schließt ihre Vermieterin, Inger, ins Herz. Als sie durch einen Zufall ein Bild entdeckt und es zu Inger bringt, ist diese zuerst sprachlos und erzählt dann ihre Geschichte. Die Geschichte zu dem Fliederbild und die Geschichte ihrer Familie…die sie auch mit einem Familienmitglied wieder versöhnt. Celia scheint ein unglaublich netter und einfühlsamer Mensch zu sein, der sehr an der Geschichte der eignen Familie und die ihrer Mutter interessiert zu sein scheint. Das gibt es heute wirklich selten. Inger ist eine wirklich gute Erzählerin und da bleibt Celia auch nichts anderes übrig, als gespannt zu lauschen. Leider fand ich es etwas schade, das Celias Geschichte sehr in den Hintergrund gedrängt wurde, da Ruths Geschichte so umfangreich behandelt wurde. Man erfährt zwar was über Celia, aber sie blieb schon etwas farblos im Gegensatz zu Inger, Ruth und den anderen Charakteren. Ruth ist mit dem älteren Autor Jakob liiert, beide haben jüdische Wurzeln und fühlen sich in Deutschland nicht mehr wohl. Jakob möchte das Land nicht verlassen, weil er es als seine Heimat ansieht, und eine Auswanderung würde nur in die USA in Frage kommen. Ruth dagegen drängt auf einen Länderwechsel und schlägt Dänemark vor – dort hat sie Verwandte und die beiden hätten gute Startbedingungen, da Ruth ein kleines Häuschen auf Fünen gehört. Als es schließlich immer schlimmer wird, fiehen sie 1938 nach Fünen und dort entdeckt Ruth ihre Leidenschaft zur Malerei, der Flieder hat es ihr angetan und sie hat schnell Erfolg. Als Töchterchen Ingrid auf die Welt kommt, ist das Familienglück perfekt, doch 1943 erreicht die Judendeportation auch Dänemark und das Ehepaar muss wieder fliehen – neues Ziel wird Schweden. Ingrid lassen sich bei Svea und ihrem verlobten Erik und die beiden lieben das Mädchen wie eine eigene Tochter. Aus Ingrid wird Inger und sie wird eine waschechte Dänin, und als die Eltern 24 Monate später zurückkommen, erkennt Inger sie nicht mehr…. Ich habe mit Ruth gelitten – sie möchte nur das Beste und wird immer wieder von Jakob sabotiert. Er will sich nicht ihren Plänen fügen und geht immer gegen an. Ruth verdient lange alleine den Unterhalt und er dankt es ihr mit keinem Wort. Ich freue mich aber sehr, das sie am Ende doch noch glücklich geworden ist. Der Schreibstil ist schlicht und einfach gehalten, sodass man die Geschichte ohne Verständnisprobleme lesen kann. Erzählt wird aus der Sicht von Celia und Ruth, was einen guten Einblick in die jeweilige Gefühls- und Gedankenwelt gibt. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, was ich liebe – man lernt zwei Frauen kennen, die unterschiedlicher nicht sein können. Zwei Generationen, die eine ungeahnte Verbindung haben… Im letzten Jahr habe ich „Die Inselfrauen“ gelesen und habe dort die fehlende Spannung bemängelt – hier ist Spannung vorhanden von Seite 1 bis zum Ende. Ich konnte das Buch nicht aus den Händen legen und habe es in einem Zug durchgelesen. Die Thematik ist sehr gut recherchiert und ich finde dieses Buch bringt einem das Thema Nationalsozialismus und Judendeportation viel näher als jeder Geschichtsunterricht. Man hat das Gefühl mitten in der Geschichte zu sein und mit Ruth den schweren Weg zu gehen. „Die Fliederinsel“ ist eines meiner Lieblingsbücher geworden und ich werde die Geschichte nie vergessen können. Vielen Dank für dieses überragende Buch, Sylvia Lott. Von mir gibt´s eine Lese- und Kaufempfehlung. 🌟🌟🌟🌟🌟 Sterne

Die Fliederinsel

Von: Erdhaftig schmökert Datum: 23. May 2017

Was nach einem locker-luftigen Strandroman ausschaut, entpuppt sich als historischer Roman mit Tiefgang. In zwei Erzählsträngen - einer heute, einer zwischen 1933 und 1945 handelnd - beschreibt Sylvia Lott wie jüdische Familien aus Deutschland in Dänemark aufgenommen; und wie sie innerhalb einer Nacht größtenteils außer Landes ins neutrale Schweden gebracht wurde. Dies gelang, weil die Dänen zusammenhielten, mit der Denkart der Nazis nichts gemein hatten und sich als ein Volk ansahen. Die Erzählstränge Diese Haltung und wie es zu dieser Nacht kam, beschreibt die Autorin anhand eines Ehepaares, das im Laufe der Zeit zur kleinen Familien wächst. Die Flucht aus Berlin ebenso wie das Leben auf der dänischen Insel Fünen als auch das Überleben macht den zweiten Erzählstrang aus. Ich fand sowohl die Geschichte Dänemarks im Umgang mit den Emigranten als auch die Haltung der dänischen Bevölkerung hochspannend, habe bereits viel zu dieser Zeit gelesen und mir war vieles völlig unbekannt. Der erste Erzählstrang bewegt sich in der Gegenwart und lässt ahnen, dass es sich auch noch um eine Familiengeschichte handelt. Die jüngere Akteurin stellt die für die heutige Generation "richtigen" Fragen während eine ältere Dame erzählt und ihre Rolle im zweiten Strang später ebenfalls sehr interessant wird. Denn es wird ein weiteres Phänomen jener Zeit beschrieben, dass noch heute Auswirkungen auf deren Nachkommen hat. Sehr spannend und teilweise auch noch mit vergnügtem Unterton. Hut ab vor der Autorin! Cover und Titel sind übrigens gut gewählt: die Insel Fünen, auf der die Handlungen größtenteils angesiedelt sind, ist für ihre Fliederhecken bekannt.

gelungenes Geschichtsportrait, das einen in damalige Zeiten versetzt und zum Nachdenken anregt

Von: Gudrun Datum: 22. May 2017

Das Cover spiegelt die Landschaft und die Atmosphäre, die die Geschichte schafft, gelungen wider. Beim Lesen habe ich mich immer wieder dabei ertappt, das Buch zu schließen und das Bild auf mich wirken zu lassen und es findet sich ja auch eine Beschreibung hierzu in der Geschichte. Optimal gelungen und passend. Der Schreibstil der Autorin ist von Anfang bis Ende einnehmend und nimmt einen mit ins Geschehen. Hier werden Gefühle, Ereignisse und Landschaften gekonnt in Szene gesetzt. Dieses Buch konnte ich nicht mehr weglegen, da mich die Vorkommnisse und Erläuterungen von Beginn an gefesselt haben. War voll und ganz im Geschehen. Die Protagonistin Ingrid erzählt im Jahr 2016 in Fünen der Urlauberin Celia ihre Familiengeschichte. Diese umfasst die Zeit kurz vor Ausbruch und bis nach dem Ende des zweiten Weltkrieges. Dabei wechselt die Handlung immer wieder zwischen den Zeiten und wird somit zu einem authentischen und vollkommenen Bild. Die Szenerien, die dabei entstehen, können somit hervorragend nachvollzogen und verstanden werden. Die Gefühle und Vorkommnisse werden lebhaft dargestellt. So kann man sich als Leser ein klares und einleuchtendes Bild der damaligen Zeit machen. Die Darstellung der Hintergründe und örtlichen Begebenheiten lassen auf eine intensive und genaue Recherchearbeit der Autorin schließen. Hier wird Geschichte gelebt. Mein Fazit: gelungenes Geschichtsportrait, das einen in damalige Zeiten versetzt und zum Nachdenken anregt

Beeindruckende Geschichte

Von: AntjeDomenic Datum: 20. May 2017

" Die Fliederinsel " Sylvia Lott Verlag: blanvalet ISBN: 978-3-7341-0335-3 Preis: 9,99 Euro Veröffentlichung: 15. Mai 2017 Gestaltung des Buches: Einfach wundervolle Farben wurden für das Cover genommen. Die unterschiedlichen Farben des Flieder sind toll gestaltet. Im Hintergrund der Leuchtturm sowie das Meer. Einfach traumhaft diese Kulisse. Der Flieder ist in verschiedenen Farben und Tönen. Man kann beim Anschauen des Covers den Flieder riechen und fühlt sich an einem tollen Ort. Ich liebe Flieder und in meinen Kindheitstagen, im Garten der Großeltern, war es herrlich den Flieder zu sehen und zu riechen. Meinung zum Buch: Es war mein erstes Buch der Autorin, aber sicher auch hier nicht das letzte Buch, was ich lesen werde. Die Autorin hat eine feine Ader, die Geschichte zu verdeutlichen und beeindruckend zu schreiben. Nie hätte ich gedacht, das dieser Roman so eine Geschichte beinhaltet. Sie regt sehr zum Nachdenken an. Von meinem Großvater habe ich viel über Geschichte gelernt, da er die am eigenen Leib erfahren hat und auch Geschichtslehrer war. Durch diesen Roman habe ich mich meinem Großvater sehr nahe gefühlt. Es ist nicht immer eine schöne Geschichte, jedoch gehört dies im Leben dazu und für mich hat die Autorin das Schreiben der Geschichte auf den Punkt gebracht. Danke an das Bloggerportal und den Blanvalet Verlag für die Zusendung. Mein Fazit: 5 von 5 *

wunderschön und beeindruckend geschrieben

Von: Ulla Leuwer Datum: 18. May 2017

Meine Meinung: Dieses Buch war jetzt das fünfte, das ich von Sylvia Lott gelesen habe und wieder bin ich sowas von begeistert! Ich mag Flieder, ich finde die vielen verschiedenen Farben toll und atme den Duft jedes Jahr auf neues gerne ein. Und nun würde ich am liebsten die Fliederinsel besuchen, wenn es dort blüht und duftet. Oder zumindest ein Gemälde mit einem Fliederstrauß bewundern können. Aber die Autorin hat mich nicht nur neugierig auf Fünen gemacht, sie hat auch dafür gesorgt, dass ich mein Wissen erweitern konnte. Mir war nicht bekannt, wie die Juden zur Nazizeit in Dänemark gelebt haben und was dort noch alles geschehen ist. Diesen durchaus wichtigen Teil der schlimmen Zeit hat sie wunderbar in einen Roman verpackt und mich so sehr an das Buch gefesselt, dass ich mal wieder Nachtlesestunden eingelegt habe, damit ich das Buch in einem Rutsch lesen konnte. Celia macht in einem Ferienhaus auf Fünen Urlaub und entdeckt dabei eine Leinwand mit einem wunderschönen gemalten Fliederstrauss. Ihre Vermieterin ist berührt und erzählt Celia, was ihre jüdischen Eltern erlebt haben. Ich fand es ungemein interessant etwas über das Leben von Ruth und Jakob Liebermann zu erfahren. Ich habe mit ihnen gebangt, gezittert und das schlimmste befürchtet. Aufregend war es, sie und ihre Freunde zu begleiten. Schaffen sie die Flucht? Aber es hat mir auch weh getan, welche Rückschläge sie vorher erleben mussten. Ich war mal wieder mittendrin im Geschehen. Ich bin ganz begeistert, dass Sylvia Lott Informationen, die sie bei einer Reisereportage in Dänemark bekommen hat, in Romanform an uns Leser weitergibt. Das zeigt mir dann auch mal wieder, dass es noch vieles gibt, was wir aus dieser schrecklichen Zeit nicht wissen. Das Buchcover gefällt mir sehr gut und wenn ich nicht sowieso nach Büchern von Sylvia Lott Ausschau halten würde, wäre ich durch dieses Cover darauf aufmerksam geworden. Fazit: Ein wunderschönes Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle. Allerdings könnte das Verlangen die Insel Fünen zu besuchen extrem groß werden. Das Buch fesselt einen und berührt durch die Erlebnisse, ganz besonders über den Zusammenhalt eines ganzen Volkes und deren Hilfsbereitschaft, das hat mich ganz besonders beeindruckt.