David Foenkinos

Das geheime Leben des Monsieur Pick

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Im bretonischen Finistère, am wind- und wellenumtosten »Ende der Welt«, gibt es eine ganz besondere Bibliothek. Sie sammelt Bücher, die nie erscheinen durften. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, und der Roman wird zum Bestseller. Der Autor, Henri Pick, war der Pizzabäcker des Ortes. Seine Witwe beteuert, er habe zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als die Einkaufslisten – ob er ein geheimes Zweitleben führte? Diese verrückte Geschichte spornt viele Menschen an, selbst Neues zu wagen: Paare trennen sich, Liebende finden unerwartet zueinander, und so manche Gewissheit wird auf den Kopf gestellt.

Ein französisch-charmanter Roman über die Liebe, verlorene Träume und den Mut, sein Leben in die Hand zu nehmen. Leicht, beschwingt und voller Witz.

Verfilmung unter dem Titel »Der geheime Roman des Monsieur Pick« - zurzeit im Kino!

Die Liebe zu den Büchern erwärmt die Herzen!

Von: Ulrike Anna Neuberger Datum: 02. November 2017

In einem kleinen Ort in der Bretagne übernimmt Jean-Pierre Gourvec in seiner Bibliothek Werke von Autoren, die von Verlagen abgelehnt worden sind, die Bibliothek der unerwünschten Manuskripte. Nach Gourvecs Tod übernimmt seine einzige Angestellte, Magali Croze, die Bibliothek. Magali ist unglücklich und wird immer dicker. Als ein junger, blonder Autor sein Manuskript bei ihr abgibt und sie näher kennenlernen möchte, gibt sie nach. Sie kann sich nicht vorstellen, dass so ein junger, schöner Mann gerade sie will! Die erfolgreiche Lektorin Delphine Despero und ihr Lebensgefährte Frédéric, ein erfolgloser Schriftsteller, entdecken diese nie erschienene Manuskripte und interessieren sich für das des Pizzabäcker Henry Pick. Doch weder die Witwe des Autors, Madeleine, noch seine Tochter Joséphine können sich vorstellen, dass Henry ein Buch geschrieben haben soll. Das Buch wird verlegt und ist ein voller Erfolg. Doch der Journalist und Literaturkritiker Jean-Michel Rouche beginnt zu recherchieren und hat seine Zweifel daran, dass Monsieur Pick wirklich der Autor ist… David Foenkinos schafft es auch in diesem Roman die Leser zu fesseln. Obwohl sehr viele Personen vorkommen, werden alle sehr gut beschrieben. Auch Nebenfiguren, wie Magali, werden liebevoll gezeichnet. Man kann sich richtig das Leben der Protagonisten vorstellen und sich in sie hineinversetzen. Ich empfand Mitleid mit den Autoren, die viele Stunden an ihren Werken gearbeitet haben und niemand sollte sie lesen können! Mit Ausdrücken wie „schutzbedürftige Manuskripte“ konnte Foenkinos mein Herz berühren. Das Buch ist für jeden, der Bücher liebt, ein ganz liebenswerter Roman und ein Leseerlebnis.

Charmante Geschichte über Bücher mit etwas enttäuschendem Ende

Von: Susanne Edelmann Datum: 18. May 2017

Die junge Lektorin Delphine und ihr Freund, der eher erfolglose Autor Frédéric, besuchen bei einem Urlaub in der Bretagne die Gemeindebücherei von Crozon und entdecken dort eine ganz besondere Abteilung, die Bibliothek der abgelehnten Manuskripte. Diese wurde vom früheren Bibliothekar Gourvec ins Leben gerufen. Die Idee dahinter: Autoren, deren Manuskripte von Verlagen abgelehnt wurden, können diese persönlich zu ihm bringen und ihnen in seiner Bibliothek eine neue Heimat geben. Delphine und Frédéric entdecken dort ein Manuskript, das das Zeug zum Bestseller hat. Verfasser des Werkes „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ war Henri Pick, der mittlerweile verstorbene Pizzabäcker des Ortes. Dessen Witwe wundert sich: Zeit seines Lebens hat ihr Henri nie etwas anderes geschrieben als Einkaufslisten. Sie hat ihn auch nie ein Buch lesen sehen. Und ausgerechnet er soll solch ein Meisterwerk verfasst haben? Die Witwe beginnt sich zu fragen, wie gut sie ihren Mann eigentlich gekannt hat. Dennoch stimmt sie einer Veröffentlichung des Manuskriptes zu. Der Roman schlägt ein wie eine Bombe. Dabei ist es weniger das Werk selbst, das hohe Wellen schlägt, als vielmehr seine Entstehungsgeschichte: Wenn ein Pizzabäcker einen Bestseller schreiben kann, dann kann es auch jeder andere, so die Botschaft. Der Medienrummel ist enorm: Sowohl Picks Witwe als auch seine Tochter werden von Journalisten belagert und geben zahlreiche Interviews, wobei Tochter Joséphine diese auch nutzt, um eifrig Werbung für ihr Wäschegeschäft zu machen. Delphine wird als Entdeckerin des Buches gefeiert und die Bibliothek der abgelehnten Manuskripte in Crozon wird überrannt, was die jetzige Leiterin Magali vor ganz neue Herausforderungen stellt. Auch der Ort Crozon selbst profitiert von dem Besucheransturm und Picks Witwe und Tochter beschwichtigen ihre Zweifel mit der Aussicht auf die erklecklichen Gewinne aus der Umsatzbeteiligung. Doch stammt das Buch wirklich aus der Feder des Pizzabäckers Henri Pick? Zweifel daran werden immer wieder geäußert und ein abgehalfterter Journalist macht sich daran, das Geheimnis aufzudecken. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt: Es kommen sowohl Delphine als auch Frédéric, Picks Witwe und Tochter, ein Verlagsvertreter, Magali und der Journalist zu Wort und berichten, wie das Erscheinen von „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ ihr Leben nachhaltig verändert. Das ist spannend und charmant erzählt, zumal die Geschichte in einer leichten, angenehmen Erzählweise geschrieben ist. Die große Ernüchterung kam für mich mit dem Epilog, der die Auflösung des Rätsels um Monsieur Pick enthält. Diese Auflösung war für mich ebenso unerwartet wie enttäuschend, denn irgendwie fand ich sie ziemlich lieblos in wenigen Sätzen abgehandelt. Für mein Gefühl wird sie der Geschichte zuvor, die so charmant erzählt wurde, einfach nicht gerecht. Aber das ist sicherlich Geschmackssache. Ganz zum Schluss gibt es noch eine kleine Szene, die neue Fragen aufwirft und man kann sich ausmalen, wie die Geschichte daraufhin wohl weitergehen wird, aber das Ende bleibt letztlich offen. Alles in allem hat mir das Lesen durchaus Spaß gemacht, aber weil der Epilog das Vergnügen dann doch getrübt hat, vergebe ich insgesamt nur drei Sterne.

Unterhaltsam und informativ

Von: Natascha Collins Datum: 10. May 2018

Inspiriert von der Brautigan Library, in der ungewollte und unveröffentlichte Manuskripte ein Zuhause finden, eröffnet ein Franzose in der Bretagne die europäische Version dieser einzigartigen Bibliothek. Dort findet dann die junge Lektorin Delphine ein literarisches Meisterwerk, das dem örtlichen Pizzabäcker zugschrieben wird. Die Familie des Pizzabäckers ist genauso überrascht, wie die meisten anderen Leute, dass ausgerechnet dieser Mann so wundervoll von Liebe, Puschkin und den letzten Stunden geschrieben hat. Stellt sich also die Frage, hat Monsieur Pick "Die letzten Stunden einer großen Liebe" wirklich selbst verfasst? Achtung, die nachfolgende Bewertung kann Spoiler enthalten! Ich lese wirklich gerne und viel, dennoch war mir bis dato die Brautigan Library nicht bekannt. Das Buch hat mir daher auch sehr gut gefallen, denn es unterhält nicht nur, sondern informiert auch fast schon nebenher prima über viele Dinge zum Thema Literatur. Die Handlung ist größtenteils recht seicht und leicht und flott zu lesen, dennoch bleibt der Unterhaltungsfaktor nicht auf der Strecke. Der Plot bietet jede Menge Möglichkeiten, um Spannung aufzubauen, was (meiner Meinung nach stellenweise) ein bisschen besser genutzt hätte werden können. Gut gefallen hat mir auch der Sarkasmus und die Ironie des Autors (z.B. "der Kundendienst für verlassene Frauen") Die Geschichte zeigt auch, wie oberflächlich wir doch auch teilweise mit unseren Liebsten zusammenleben (oder nebeneinanderher leben) und eigentlich gar nicht begreifen, was im Inneren dieser Menschen vorgeht. Dies trifft auf so ziemlich jede Konstellation in diesem Buch zu und beschränkt sich definitiv nicht nur auf den Pizzabäcker. Leichte Sommerlektüre, die ich vor allem "Viellesern" und Literaturbegeisterten nur empfehlen kann.

Die Bibliothek der abgelehnten Manuskripte

Von: Literaturwerkstatt-kreativ / Blog Datum: 15. June 2017

„Literaturwerkstatt- kreativ“ rezensiert "Das geheime Leben des Monsieur Pick” (Hörbuch) von David Foenkinos Der Bibliothekar Jean-Pierre Gourvec lebt in Crozon, in der Bretagne. Er leitet dort die öffentliche Bibliothek. Inspiriert von einer Bibliotheksidee aus Amerika, die abgelehnte Manuskripte von Autoren beherbergt, richtete er in seiner Bibliothek auch einen Teilbereich für abgelehnte Manuskripte ein. Einzige Bedingung ist, dass die Autoren ihre nicht veröffentlichen Werke selber vorbeibringen müssen. Nach seinem Tod führt seine Bibliothekskollegin die Bibliothek weiter, hat aber kein besonderes Augenmerk mehr auf die abgelehnten Manuskripte, so dass diese mit den Jahren immer mehr verstauben. Bis eines Tages die erfolgreiche Pariser Lektorin Delphine Despero mit ihrem Freund Frederic - einem erfolglosen Schriftsteller - der Bibliothek einen Besuch abstatten. Dabei stoßen sie auf ein abgelehntes Manuskript „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ von einem Autor namens Henri Pick. Die Lektorin Delphine sieht in dem Manuskript großes Potenzial und veröffentlicht es. Das Buch wird ein Erfolg. Natürlich auch, weil sich viele Geheimnisse um den Autor ranken. Henri Pick, - mittlerweile zwei Jahre tot -, war Pizzabäcker in Crozon und hat laut seiner Frau nie ein Buch gelesen und sie hat ihn auch nie schreiben sehen. Wie konnte er dann solch einen Roman zustande bringen? Der Erfolg des Romans wirbelt das Leben vieler Menschen durcheinander. Ein mittlerweile erfolgloser Journalist ist davon überzeugt, dass Monsieur Pick das Buch nicht selber geschrieben hat und beginnt mit eigenen Nachforschungen. Er erhofft sich so ein Comeback, wenn er den wahren Autor ermittelt. Fazit: Es ist mein erstes (Hör)Buch, das ich von von David Foenkinos kennengelernt habe. Der Autor hat einen sehr lockeren, leichten und witzigen Stil. Ich fühlte mich gut unterhalten, vor allem bei seinen vielen Seitenhieben und Anspielungen auf den Literaturbetrieb, die allemal sehr amüsant sind. Wie schnell ein Bestseller entstehen kann, wenn an den richtigen Fäden gezogen wird, lässt einen doch schmunzeln. Seine Protagonisten hat der Autor alle sehr schön, liebenswert und charmant beschrieben und all ihre Stärken, Schwächen und Eitelkeiten hervorragend herausgearbeitet. Dabei haucht die Stimme von Axel Milberg – Erzähler und Sprecher dieses Hörbuches - den Akteuren Leben ein. Mit seiner wunderbaren sanften, melodischen Stimme schafft es es hervorragend jedem Einzelnen eine eigene Persönlichkeit zu geben. Ob ernst, heiter, melancholisch, erotisch, ärgerlich, verletzt oder romantisch schafft er es immer wieder sich in die einzelnen Personen hineinzuversetzen. Ich war von Axel Milberg, als Sprecher mehr als positiv überrascht. Das zart wirkende Cover, mit den kleinen zum Roman passenden Bildern, macht für mich erst nach dem kennenlernen des Buches Sinn. Im Vorfeld hat sich das Cover für mich nicht sofort erschlossen und auch mein Interesse nicht geweckt. Da David Foenkinos jedoch in der Literaturszene einen sehr guten Namen hat, wollte ich den Autor näher kennen lernen. Ich habe es nicht bereut! „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ mit seinem französischen Charme hat mir viel Freude bereitet und ich kann es nur weiter empfehlen. Eine absolute (Hör) - Leseempfehlung !!! Dank an den Hörverlag für das Rezensionsexemplar.

VERWIRRUNG DER BUCHSTABEN

Von: Ulrike Sokul Datum: 27. May 2017

Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul © Wechselwirkungen zwischen Literatur und Leben sind ein unermüdliches und spannendes Thema für Romane. Von einer solchen literarischen Spurensuche, ihren heiter bis wolkigen zwischenmenschlichen Verstrickungen, nebst schelmischen Bezügen zu verlegerischen Buchvermarktungsstrategien, handelt auch „Das geheime Leben des Monsieur Pick“. Der Roman von David Foenkinos spielt in dem kleinen Küstenort Crozon in der Bretagne. Jean-Pierre Gourvec, der ungesellig-junggesellige Leiter der örtlichen Leihbibliothek richtet eine Sonderabteilung für abgelehnte Manuskripte ein. Per Inserat in einschlägigen Buchhandelsmagazinen lädt er Schriftsteller dazu ein, ihre von Verlagen für druckunwürdig bis unleserlich befundenen Werke in der „Bibliothek der abgelehnten Manuskripte“ persönlich abzugeben und sich auf diesem Wege endgültig von ihnen zu verabschieden. Im Verlauf von zehn Jahren stranden dort fast tausend Manuskripte. Delphine Despero, die als junge Lektorin bei einem renommierten Pariser Verlag arbeitet, hat bereits zwei unbekannte Autoren entdeckt und ihnen zu Bestsellerruhm verholfen. In den dritten unbekannten Schriftsteller, den sie entdeckt, verliebt sie sich auf den ersten Blick. Während sie die Verlagsvertragskonditionen besprechen, stellt sich heraus, daß diese Liebe erwidert wird. Frédéric und Delphine werden ein Paar. Traditionell verbringt Delphine die Sommerferien bei ihren Eltern in der Bretagne, und Frédéric kommt selbstverständlich gerne mit. Delphine hat einen Stapel Manuskripte zu lesen, und Frédéric schreibt weiter an seinem zweiten Buch. Zur Entspannung unternehmen sie einen Ausflug in die Bibliothek der abgelehnten Manuskripte. Sie blättern und schmökern einen ganzen Tag darin herum und finden ein Romanmanuskript, das sie unerwartet gelungen und bemerkenswert halten: „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ von Henri Pick. Sie recherchieren, und es stellt sich heraus, daß Henri Pick der vor zwei Jahren verstorbene Pizzabäcker von Crozon war. Delphine sucht Picks Witwe auf, eine bodenständig-herzhafte alte Dame von achtzig Jahren, die zunächst nicht glauben kann, daß ihr Henri einen Roman, noch dazu ein Meisterwerk, geschrieben haben soll. Schließlich hatte er ihres Wissens niemals ein Buch gelesen, geschweige denn eines geschrieben. Die geheimnisvolle Entstehungsgeschichte und das rätselhafte, verborgen gebliebene schriftstellerische Parallelleben Henri Picks werden werbewirksam vermarktet, und der Roman „Die letzten Tage einer großen Liebe“ entwickelt sich zu einem sensationellen Erfolg. Der Erfolg führt zu weiterem Medienrummel, Fernseh- und Zeitungsinterviews mit der Witwe und der Tochter Henri Picks. Erste Fans pilgern in die ehemalige Pizzeria und zum Grab des Autors ... David Foenkinos spielt mit möglichen Wahrheiten und glaubhaften Lügen. Geschickt verknüpft er Lebensfäden, Leidensknoten und Liebesschleifen seiner Figuren. Seine charakterisierenden Beschreibungen sind detailreich, einfühlsam und anschaulich. Ein Chor vieler Stimmen und vieler Wahrheiten wird von ihm zu einem charmanten, heiter-melancholischen Einklang geführt. Der Vorleser Axel Milberg liest diesen Roman sehr angenehm und unaufgeregt-akzentuiert sowie mit einer warmherzigen Verbundenheit, die den unterschiedlichen Charakteren und ihren emotionalen Gestimmtheiten sehr gut gerecht wird. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/05/01/das-geheime-leben-des-monsieur-pick/

VERWIRRUNG DER BUCHSTABEN

Von: Ulrike Sokul Datum: 27. May 2017

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/05/01/das-geheime-leben-des-monsieur-pick/ VERWIRRUNG DER BUCHSTABEN Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul © Wechselwirkungen zwischen Literatur und Leben sind ein unermüdliches und spannendes Thema für Romane. Von einer solchen literarischen Spurensuche, ihren heiter bis wolkigen zwischenmenschlichen Verstrickungen, nebst schelmischen Bezügen zu verlegerischen Buchvermarktungsstrategien, handelt auch „Das geheime Leben des Monsieur Pick“. Gleich zu Beginn seines Romans nimmt David Foenkinos Bezug auf ein anderes Buch, in dem der Held als Bibliothekar in einer „Bibliothek der abgelehnten Manuskripte“ arbeitet. Diese kuriose Bibliothek ist ein fiktiver Ort in Richard Brautigans Roman „Die Abtreibung“. Nachdem sich der Autor 1984 das Leben genommen hatte, gründete ein begeisterter Leser zu Ehren Richard Brautigans wirklich eine Bibliothek, die sich der von Verlagen abgelehnten Manuskripte annimmt. Der Roman von David Foenkinos spielt in dem kleinen Küstenort Crozon in der Bretagne. Jean-Pierre Gourvec, der ungesellig-junggesellige Leiter der örtlichen Leihbibliothek richtet nach dem Vorbild Brautigans eine Sonderabteilung für abgelehnte Manuskripte ein. Per Inserat in einschlägigen Buchhandelsmagazinen lädt er Schriftsteller dazu ein, ihre von Verlagen für druckunwürdig bis unleserlich befundenen Werke in der „Bibliothek der abgelehnten Manuskripte“ persönlich abzugeben und sich auf diesem Wege endgültig von ihnen zu verabschieden. Im Verlauf von zehn Jahren stranden dort fast tausend Manuskripte. Nach dem Tod Gourvecs versinkt die Bibliothek der abgelehnten Manuskripte in einen Dornröschenschlaf, denn die Nachfolgerin Gourvecs vernachlässigt die Pflege dieses Nischensektors. Delphine Despero, die als junge Lektorin bei einem renommierten Pariser Verlag arbeitet, hat bereits zwei unbekannte Autoren entdeckt und ihnen zu Bestsellerruhm verholfen. In den dritten unbekannten Schriftsteller, den sie entdeckt, verliebt sie sich auf den ersten Blick. Während sie die Verlagsvertragskonditionen besprechen, stellt sich heraus, daß diese Liebe erwidert wird. Frédéric und Delphine werden ein Paar. Doch leider findet Frédérics Roman nach der Veröffentlichung nicht das erhoffte Echo beim Lesepublikum, ja, er findet eigentlich fast überhaupt keine Leser. Traditionell verbringt Delphine die Sommerferien bei ihren Eltern in der Bretagne, und Frédéric kommt selbstverständlich gerne mit. Delphine hat einen Stapel Manuskripte zu lesen, und Frédéric schreibt weiter an seinem zweiten Buch. Zur Entspannung unternehmen sie einen Ausflug in die Bibliothek der abgelehnten Manuskripte. Sie blättern und schmökern einen ganzen Tag darin herum und finden ein Romanmanuskript, das sie unerwartet gelungen und bemerkenswert halten: „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ von Henri Pick. Sie recherchieren, und es stellt sich heraus, daß Henri Pick der vor zwei Jahren verstorbene Pizzabäcker von Crozon war. Delphine sucht Picks Witwe auf, eine bodenständig-herzhafte alte Dame von achtzig Jahren, die zunächst nicht glauben kann, daß ihr Henri einen Roman, noch dazu ein Meisterwerk, geschrieben haben soll. Schließlich hatte er ihres Wissens niemals ein Buch gelesen, geschweige denn eines geschrieben. Nachdem Madeleine Pick das Manuskript gelesen und durchaus einige verborgene Bezüge zur ihrer Beziehungsgeschichte mit Henri darin gefunden hat, ist sie geneigt, der unwahrscheinlichen Wahrscheinlichkeit einer heimlichen schriftstellerischen Tätigkeit ihres Mannes etwas mehr Glauben zu schenken. Nach Rücksprache mit ihrer Tochter Joséphine stimmt sie einer Veröffentlichung zu und wird von Delphine professionell betreut. Um eventueller Skepsis gegenüber abgelehnten Manuskripten kompetent entgegentreten zu können, sammelt Delphine Beispiele aus der Literaturgeschichte. So wurde beispielsweise Marcel Prousts erster Band von „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ zunächst vom Verlag Gallimard nicht veröffentlicht. André Gide, der dort als Lektor mitwirkte, lehnte Prousts Manuskript ab und attestierte ihm „Sätze, so lang wie eine schlaflose Nacht.“ Nach einigen Umwegen erschienen Prousts Romane dann doch bei Gallimard, und für den zweiten Band von „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ erhielt Marcel Proust 1919 den Prix Goncourt. Die geheimnisvolle Entstehungsgeschichte und das rätselhafte, verborgen gebliebene schriftstellerische Parallelleben Henri Picks werden werbewirksam vermarktet, und der Roman „Die letzten Tage einer großen Liebe“ entwickelt sich zu einem sensationellen Erfolg. Der Erfolg führt zu weiterem Medienrummel, Fernseh- und Zeitungsinterviews mit der Witwe und der Tochter Henri Picks. Erste Fans pilgern in die ehemalige Pizzeria und zum Grab des Autors. Die Bibliotheksabteilung der abgelehnten Manuskripte füllt sich mit Nachschub … Die Verkaufszahlen des Romans wachsen und wachsen. Andere Verlage folgen dem neuen Buchmodetrend und trachten danach, abgelehnte Manuskripte zu publizieren. Jean-Michel Rouge, ein karrieregeknickter, ehemaliger Literaturkritiker, glaubt nicht, daß Henri Pick der Autor von „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ ist und forscht akribisch-ungeschickt nach der Wahrheit. Er findet heraus, wer noch als Autor in Frage kommen könnte … Ein Buch kann tatsächlich das Leben dramatisch beeinflussen, und für einige Personen im unmittelbaren und mittelbaren Einflußbereich der pickschen Meisterwerksaura ändern sich unverhofft Beziehungen, Perspektiven oder auch einfach nur Gewohnheiten. David Foenkinos spielt mit möglichen Wahrheiten und glaubhaften Lügen. Geschickt verknüpft er Lebensfäden, Leidensknoten und Liebesschleifen seiner Figuren. Seine charakterisierenden Beschreibungen sind detailreich, einfühlsam und anschaulich. Ein Chor vieler Stimmen und vieler Wahrheiten wird von ihm zu einem charmanten, heiter-melancholischen Einklang geführt. Der Vorleser Axel Milberg liest diesen Roman sehr angenehm und unaufgeregt-akzentuiert sowie mit einer warmherzigen Verbundenheit, die den unterschiedlichen Charakteren und ihren emotionalen Gestimmtheiten sehr gut gerecht wird. „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ handelt beiläufig auch davon, wieviel man als Leser in eine Geschichte hineinlesen kann, um sich darin bestätigend wiederzufinden. Der Autor gewährt dem Leser zudem einen wahrhaft köstlichen und interessanten Blick hinter die Kulissen des Buchmarkts und die Mechanismen medialer Vermarktung. Als Buchhändlerin und Rezensentin kann ich bestätigen, daß diese Elemente des Romans keineswegs fiktiv oder übertrieben sind.