David Foenkinos

Das geheime Leben des Monsieur Pick

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Im bretonischen Finistère, am wind- und wellenumtosten »Ende der Welt«, gibt es eine ganz besondere Bibliothek. Sie sammelt Bücher, die nie erscheinen durften. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, und der Roman wird zum Bestseller. Der Autor, Henri Pick, war der Pizzabäcker des Ortes. Seine Witwe beteuert, er habe zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als die Einkaufslisten – ob er ein geheimes Zweitleben führte? Diese verrückte Geschichte spornt viele Menschen an, selbst Neues zu wagen: Paare trennen sich, Liebende finden unerwartet zueinander, und so manche Gewissheit wird auf den Kopf gestellt.

Ein französisch-charmanter Roman über die Liebe, verlorene Träume und den Mut, sein Leben in die Hand zu nehmen. Leicht, beschwingt und voller Witz.

Die Liebe zu den Büchern erwärmt die Herzen!

Von: Ulrike Anna Neuberger Datum: 02. November 2017

In einem kleinen Ort in der Bretagne übernimmt Jean-Pierre Gourvec in seiner Bibliothek Werke von Autoren, die von Verlagen abgelehnt worden sind, die Bibliothek der unerwünschten Manuskripte. Nach Gourvecs Tod übernimmt seine einzige Angestellte, Magali Croze, die Bibliothek. Magali ist unglücklich und wird immer dicker. Als ein junger, blonder Autor sein Manuskript bei ihr abgibt und sie näher kennenlernen möchte, gibt sie nach. Sie kann sich nicht vorstellen, dass so ein junger, schöner Mann gerade sie will! Die erfolgreiche Lektorin Delphine Despero und ihr Lebensgefährte Frédéric, ein erfolgloser Schriftsteller, entdecken diese nie erschienene Manuskripte und interessieren sich für das des Pizzabäcker Henry Pick. Doch weder die Witwe des Autors, Madeleine, noch seine Tochter Joséphine können sich vorstellen, dass Henry ein Buch geschrieben haben soll. Das Buch wird verlegt und ist ein voller Erfolg. Doch der Journalist und Literaturkritiker Jean-Michel Rouche beginnt zu recherchieren und hat seine Zweifel daran, dass Monsieur Pick wirklich der Autor ist… David Foenkinos schafft es auch in diesem Roman die Leser zu fesseln. Obwohl sehr viele Personen vorkommen, werden alle sehr gut beschrieben. Auch Nebenfiguren, wie Magali, werden liebevoll gezeichnet. Man kann sich richtig das Leben der Protagonisten vorstellen und sich in sie hineinversetzen. Ich empfand Mitleid mit den Autoren, die viele Stunden an ihren Werken gearbeitet haben und niemand sollte sie lesen können! Mit Ausdrücken wie „schutzbedürftige Manuskripte“ konnte Foenkinos mein Herz berühren. Das Buch ist für jeden, der Bücher liebt, ein ganz liebenswerter Roman und ein Leseerlebnis.

Charmante Geschichte über Bücher mit etwas enttäuschendem Ende

Von: Susanne Edelmann Datum: 18. May 2017

Die junge Lektorin Delphine und ihr Freund, der eher erfolglose Autor Frédéric, besuchen bei einem Urlaub in der Bretagne die Gemeindebücherei von Crozon und entdecken dort eine ganz besondere Abteilung, die Bibliothek der abgelehnten Manuskripte. Diese wurde vom früheren Bibliothekar Gourvec ins Leben gerufen. Die Idee dahinter: Autoren, deren Manuskripte von Verlagen abgelehnt wurden, können diese persönlich zu ihm bringen und ihnen in seiner Bibliothek eine neue Heimat geben. Delphine und Frédéric entdecken dort ein Manuskript, das das Zeug zum Bestseller hat. Verfasser des Werkes „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ war Henri Pick, der mittlerweile verstorbene Pizzabäcker des Ortes. Dessen Witwe wundert sich: Zeit seines Lebens hat ihr Henri nie etwas anderes geschrieben als Einkaufslisten. Sie hat ihn auch nie ein Buch lesen sehen. Und ausgerechnet er soll solch ein Meisterwerk verfasst haben? Die Witwe beginnt sich zu fragen, wie gut sie ihren Mann eigentlich gekannt hat. Dennoch stimmt sie einer Veröffentlichung des Manuskriptes zu. Der Roman schlägt ein wie eine Bombe. Dabei ist es weniger das Werk selbst, das hohe Wellen schlägt, als vielmehr seine Entstehungsgeschichte: Wenn ein Pizzabäcker einen Bestseller schreiben kann, dann kann es auch jeder andere, so die Botschaft. Der Medienrummel ist enorm: Sowohl Picks Witwe als auch seine Tochter werden von Journalisten belagert und geben zahlreiche Interviews, wobei Tochter Joséphine diese auch nutzt, um eifrig Werbung für ihr Wäschegeschäft zu machen. Delphine wird als Entdeckerin des Buches gefeiert und die Bibliothek der abgelehnten Manuskripte in Crozon wird überrannt, was die jetzige Leiterin Magali vor ganz neue Herausforderungen stellt. Auch der Ort Crozon selbst profitiert von dem Besucheransturm und Picks Witwe und Tochter beschwichtigen ihre Zweifel mit der Aussicht auf die erklecklichen Gewinne aus der Umsatzbeteiligung. Doch stammt das Buch wirklich aus der Feder des Pizzabäckers Henri Pick? Zweifel daran werden immer wieder geäußert und ein abgehalfterter Journalist macht sich daran, das Geheimnis aufzudecken. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt: Es kommen sowohl Delphine als auch Frédéric, Picks Witwe und Tochter, ein Verlagsvertreter, Magali und der Journalist zu Wort und berichten, wie das Erscheinen von „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ ihr Leben nachhaltig verändert. Das ist spannend und charmant erzählt, zumal die Geschichte in einer leichten, angenehmen Erzählweise geschrieben ist. Die große Ernüchterung kam für mich mit dem Epilog, der die Auflösung des Rätsels um Monsieur Pick enthält. Diese Auflösung war für mich ebenso unerwartet wie enttäuschend, denn irgendwie fand ich sie ziemlich lieblos in wenigen Sätzen abgehandelt. Für mein Gefühl wird sie der Geschichte zuvor, die so charmant erzählt wurde, einfach nicht gerecht. Aber das ist sicherlich Geschmackssache. Ganz zum Schluss gibt es noch eine kleine Szene, die neue Fragen aufwirft und man kann sich ausmalen, wie die Geschichte daraufhin wohl weitergehen wird, aber das Ende bleibt letztlich offen. Alles in allem hat mir das Lesen durchaus Spaß gemacht, aber weil der Epilog das Vergnügen dann doch getrübt hat, vergebe ich insgesamt nur drei Sterne.

Unterhaltsam und informativ

Von: Natascha Collins Datum: 10. May 2018

Inspiriert von der Brautigan Library, in der ungewollte und unveröffentlichte Manuskripte ein Zuhause finden, eröffnet ein Franzose in der Bretagne die europäische Version dieser einzigartigen Bibliothek. Dort findet dann die junge Lektorin Delphine ein literarisches Meisterwerk, das dem örtlichen Pizzabäcker zugschrieben wird. Die Familie des Pizzabäckers ist genauso überrascht, wie die meisten anderen Leute, dass ausgerechnet dieser Mann so wundervoll von Liebe, Puschkin und den letzten Stunden geschrieben hat. Stellt sich also die Frage, hat Monsieur Pick "Die letzten Stunden einer großen Liebe" wirklich selbst verfasst? Achtung, die nachfolgende Bewertung kann Spoiler enthalten! Ich lese wirklich gerne und viel, dennoch war mir bis dato die Brautigan Library nicht bekannt. Das Buch hat mir daher auch sehr gut gefallen, denn es unterhält nicht nur, sondern informiert auch fast schon nebenher prima über viele Dinge zum Thema Literatur. Die Handlung ist größtenteils recht seicht und leicht und flott zu lesen, dennoch bleibt der Unterhaltungsfaktor nicht auf der Strecke. Der Plot bietet jede Menge Möglichkeiten, um Spannung aufzubauen, was (meiner Meinung nach stellenweise) ein bisschen besser genutzt hätte werden können. Gut gefallen hat mir auch der Sarkasmus und die Ironie des Autors (z.B. "der Kundendienst für verlassene Frauen") Die Geschichte zeigt auch, wie oberflächlich wir doch auch teilweise mit unseren Liebsten zusammenleben (oder nebeneinanderher leben) und eigentlich gar nicht begreifen, was im Inneren dieser Menschen vorgeht. Dies trifft auf so ziemlich jede Konstellation in diesem Buch zu und beschränkt sich definitiv nicht nur auf den Pizzabäcker. Leichte Sommerlektüre, die ich vor allem "Viellesern" und Literaturbegeisterten nur empfehlen kann.

"Ich mach das total gern"

Von: Stephanie Jaeckel Datum: 06. October 2017

Hausaufgaben statt Ferienlektüre, so könnte ich mein Leseerlebnis in David Foenkinos Roman „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ zusammenfassen. Denn was als fluffige Lektüre für den Flug nach Kalifornien geplant war, entpuppte sich für mich als nach Seite 175 nicht weiter lesbar. Zum Glück hatte ich das Buch im letzten Moment wieder aus dem Rucksack genommen. Dafür liegt es nun seit Mai angelesen auf meinem Nachttisch. An der Geschichte ist nichts, wirklich nichts auszusetzen. Außer, dass sie vielleicht etwas übertrieben und vorhersehbar ist, aber im Grunde mag ich das aus alten Kindertagen, wo – zumindest in den für Kinder geschriebenen Geschichten – meist klar war, dass alles gut ausgeht. Ich mag es durchaus bei entspannter Freizeitlektüre, dass Dinge vorhersehbar sind, vielleicht auch ein Grund, weshalb ich einige Bücher immer wieder gern aufs Neue lese. Auch das Übergroße mag ich gelegentlich, ich würde eben auch mal gerne Lektorin in Paris sein, mit einem Elternhaus in der Bretagne und einer goldenen Nase, was neue Bücher angeht. Aber dann – ? Mir machte die Geschichte Spass. Klischees, Kitsch, Happy End schon auf den ersten Seiten, gemütlich, gemütlich, noch einen Kaffee, noch einen Keks. Eine tolle Idee, die von der Bibliothek der abgelehnten Manuskripte. Natürlich – wie oft bei durchgeknallten tollen Ideen, eine aus Amerika (nee, in Wahrheit war es das Ideenwunderland Kalifornien). Richard Brautigan, der sie einst erfand, gibt es wirklich, die von Foenkinos daraus aufgenommene These von der „Schönheit des Scheiterns“, doch, ja, das fand ich durchaus akzeptabel. Auch die ersten Figuren, die auf den nächsten Romanseiten erschienen, waren akzeptabel: Magali, eine Mutter von zwei Kindern, die in dem französischen Ableger der Bibliothek der abgelehnten Manuskripte anheuert, weil sie dringend einen Job braucht und Jean-Pierre Gourvec, ein stolzer, verschlossener Mann, der diese Bibliothek in Finistère, also an einem der zahlreichen Enden der Welt aufgebaut, hat. Im zweiten Teil, d.h. ab Seite 25, tauchen die wahren Helden des Romans auf, Delphine Despero, besagte Lektorin mit goldener Nase, und Frédéric Kosakas, ein mittelloser, unbekannter Schriftsteller, natürlich jung und schön, dessen Erstlingswerk von Delphine angenommen wird und dessen hübschen Körper samt Innenleben sie ebenso mühelos erst in ihr Bett und dann in ihr Leben lotst. Happy End auf Seite 32. Nein, nicht ganz, das Buch des hübschen Schriftstellers wird ein Flop. Delphine und Frédéric fahren in die Bretagne, um bei den Eltern Despero ihren Urlaub zu verbringen. Hier fängt die Geschichte noch einmal an, denn Finstère ist nicht weit, und es dauert nicht lange, bis sie dort ein ungelesenes Manuskript finden, das alle Erwartungen an einen Bestseller sprengt. Tatsächlich wird das Buch ein Hit. Delphine arbeitet Tag und Nacht an ihrem Erfolg, Frédéric wird immer blasser, er quält sich mit einem zweiten Roman, ohne wirklich weiter zu kommen. Es sieht ganz danach aus, dass die wundervolle, geradezu perfekte Romanze von den beiden ungewollt an die Wand gefahren wird. Allmählich verlagert sich das Interesse auf den unbekannten und auch schon verstorbenen Autor des brandneuen Bestsellers, den Herrn aus dem Buchtitel: Monsieur Pick. Und ab jetzt ist die Geschichte eine Art Krimi, die einmal nicht dem Mörder, sondern einem vollkommen unscheinbaren Pizzabäcker auf die Spur seiner – offenbar heimlichen – Schreiberei zu kommen sucht. Nun? Klickerts im Kopf? Auf Seite 175 habe ich das Rätsel gelöst, und jede Motivation, auch nur einen Satz weiterzulesen, erlosch. Warum? Ich glaube Foenkinos kein Wort. Nicht, weil die Geschichte konstruiert ist. Sondern weil er diese Geschichte wie eine abzuarbeitende To-Do-Liste herunter formuliert. Natürlich: reizende Details, kluge Beobachtungen, Schönes übers Scheitern. Aber – das ist leider richtig schlecht geschrieben. Zugegeben, ich habe das Buch in deutscher Übersetzung gelesen. Doch glaube ich kaum, dass hier ein Missgeschick passiert ist. Jede einzelne Passage ist im leichten Duktus runtergeschrieben, was an sich ja kein Manko sein muss. Aber wenigstens eine Überarbeitung erwarte ich dann doch, denn ein Buch, das im Belletristik-Segment erscheint, dazu in der Deutschen Verlags-Anstalt, hat einen höheren Anspruch als ein flott geschriebenes Drehbuch für einen hübschen Samstag-Nachmittag-Film. Dazu stören mich die von Foekinos verwendeten Fußnoten gewaltig: Was bloß will er uns damit sagen? Ein Verweis darauf, dass auch labbrig geschriebene Romantexte mit ebenso labbrig geschriebenen Fußnoten gleich seriöser aussehen? Dass jede/r Fußnoten verwenden kann, nicht nur Wissenschaftler/innen? Nein! Das haut beides nicht hin. Denn Foenkinos steckt in die Fußnoten Informationen, die er nicht im Text unterbringen kann. Und das ist genauso schlimm wie die Verwendung von Klammern, wenn Autor/innen zu bequem sind, eine flüssige Satzfolge für komplexe Zusammenhänge zu finden. „Von diesem gedanklichen Streifzug (Fußnote Nr. 5) kehrte Frédéric in die Gegenwart zurück: „Hast du es denn nicht satt, so viele Manuskripte zu lesen?“, fragte Fabienne ihre Tochter. „Nein, ich mach das total gern. Aber stimmt, in letzter Zeit bin ich des Ganzen doch etwas müde geworden. Ich hab auch nichts sonderlich aufregendes gelesen.“ (S. 45) Diesen Absatz habe ich eben aufgeschlagen und ohne weiter zu suchen, als Beispiel für die unterirdische Sprache abgeschrieben. Ich kenne die Debatten um schlechte wörtliche Rede, die eben das Authentische, das Deprimierende der tristen Gegenwart in die Literatur holen soll. Aber wir haben es hier keineswegs mit trister Gegenwart zu tun: wir sitzen im sonnigen Sommerfrankreich am Tisch gut situierter und durchaus denkfähiger Menschen, tja, und dann das. Die Fußnote Nr. 5 will ich auch niemandem vorenthalten, sie lautet: „Wie lange hatte er sich aus dem Gespräch ausgeklinkt? Wer vermochte das zu sagen? Der Mensch verfügt über die einzigartige Fähigkeit, immerzu mit dem Kopf zu nicken, so zu tun, als würde er der Unterhaltung folgen, und dabei doch an etwas vollkommen anderes zu denken. Daher braucht man nie zu glauben, im Blick des anderen lesen zu können.“ (ebd.) Mal davon abgesehen, dass Kopfnicken nicht im Blick des anderen stattfindet – braucht es diese Fußnote für irgendetwas? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, ich mach das total ungern, solche unpräzise formulierten Sätze weiterzulesen. Ich mag durchaus plüschige Romane, Unterhaltung, Spannung, Nettigkeiten. Nicht jedes Buch, das ich in die Hand nehme, muss literarischen Ansprüchen genügen. Im Gegenteil. Deshalb lese ich auch so gerne Kochbücher. Nein. Im Ernst: Wer unsauber schreibt, egal in welchem Genre, fliegt aus meinen Regalen raus. Ein Mensch mit einem begrenzten Wortschatz kann mit präzisen Beobachtungen und ebenso genauer Formulierung bessere Ergebnisse erzielen, als ein schnellschreibender Profi. Von letzteren gibt es leider schon viel zu viele. Deshalb stecke ich meine Nase jetzt so schnell wie möglich in eine neues Buch, in der Hoffnung, auch mal einen Schatz zu heben. Ich danke Random-House für das Rezensionsexemplar.

Das Geheime Leben des Monsieur Pick

Von: Jasmin Datum: 27. September 2017

Im beschaulichen kleinen Dorf im bretonischen Finistère hat der längst verstorbene Bibliothekar in der Gemeindebibliothek, eine Bibliothek für abgewiesene Manuskripte eingerichtet. Es war nicht seine Idee. Richard Brautigan hat in seinem Buch „Die Abtreibung“ eine solche Bibliothek geschaffen. In den 90er Jahren wurde diese Idee in den USA umgesetzt. Jean-Pierre Gourvec gefiel die Idee, Geschichten, die eigentlich in den Abfall gehörten, eine letzte Ruhestätte zu gewähren. Vielleicht erbarmt sich jemand und liest sie doch noch. Dies geschieht dann mit dem Roman von Henri Pick. Delphine, die Pariser Lektorin, ist in diesem Dorf aufgewachsen und hat in der Bibliothek Picks Roman entdeckt. Die Witwe des angeblichen Autors beteuert immer wieder, ihr Mann habe niemals etwas gelesen und schon gar nie geschrieben. Plötzlich steht die Welt in der Bretagne auf dem Kopf.  Das Buch soll mit einem Augenzwinkern auf die ganze Maschinerie, die mit der Veröffentlichung eines Buchs in Gang gesetzt wird, aufmerksam machen. Die richtige Werbestrategie und der ganze Medientross, der eine Rolle spielt wie erfolgreich ein Buch wird.    Der Schreibstil von David Foenkinos würde ich als typisch französisch bezeichnen - leicht, locker und lässt immer wieder kleine ironische Spitzen einfliessen. Der Franzose stichelt eben gerne. Gleichermassen lieben die Franzosen die verschiedenen Spielarten der Liebe. Das kommt hier auch nicht zu kurz. Sehr geliebt habe ich die Nennung von   Nebensächlichkeiten wie Chansons, Filme, Bücher und andere Geschehnisse aus der französischen Gegenwart.  Wenn man mein Fazit liest, könnte man auf einen oberflächlichen Roman schliessen. Aber dem ist überhaupt nicht so. Denn David Foenkinos ist ein Meister der Sprachbilder. In einem Satz kann er Szenen und Figuren bildhaft und punktgenau umschreiben.

Schönes Buch zum Entspannen

Von: Lovin Books Datum: 27. September 2017

Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, weil der Klappentext eine ganz besondere Geschichte verspricht. Ich mochte den Gedanken, dass es eine Bibliothek mit abgelehnten Manuskripten gibt. Wo jeder Autor sein Werk hinbringen kann und es dann vielleicht doch noch gelesen werden kann und nicht nur in der Schublade versauert. Der Einstieg ins Buch fällt eigentlich ganz leicht. Ich mochte die Stimmung und den Flair in dem Buch und hatte sofort das Gefühl selber in der Bretagne zu sein. Die Geschichte rund um Henri Pick ist in der Tat aussergewöhnlich und birgt auch viele Rätsel in sich. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was wohl dahinter steckt, dass seine Frau nichts über das Manuskript wusste und das Henri nie Bücher gelesen hätte. Weiterhin fand ich es durchaus interessant auch mal einen kleinen Einblick ins Verlagswesen zu bekommen. Delphine als Lektorin gefiel mir ganz gut. Ihr Freund Frédèric allerdings weniger. Er erschien mir launisch und zu sehr von sich selbst eingenommen. Seine Eifersüchtelein, wenn Delphine ein anderes Buch als seines verlegen lässt, fand ich sehr kindisch und unangemessen. Allerdings passt es super zu seinem Charakter. Leider bin ich der Meinung, dass alle Charaktere viel zu oberflächlich und flach dargestellt wurden. In meinen Augen fehlt ihnen einiges an Tiefgang und Emotionen. Ich konnte überhaupt keine Bindung zu den ganzen Personen aufbauen und so liessen mich ihre Lebensgeschichten auch teilweise ziemlich kalt. faz Alles in allem ist „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ ein schönes, ruhiges Buch, welches sich prima lesen lässt. Für zwischendurch oder wenn man einfach mal was zum entspannen braucht, ist es daher bestimmt genau das Richtige. Allerdings sollte man nicht zu viel Tiefgang erwarten. 4 von 5 Punkten!

Gut für einen verregneten Sonntag

Von: Klaus Daniel Datum: 23. September 2017

Gefunden! Mit Freude habe ich David Foenkinos Monsieur Pick zu mir genommen, weil ich da doch dieses Faible für Bücher habe, die in der Bücherwelt spielen. Diesmal geht die Geschichte nicht in einem Buchgeschäft, sondern an zwei Orten, nämlich einer Bibliothek und einem Verlag los. Perfekte Aussichten also, näheres über das Verlagswesen zu erlesen und ein Bisschen in Erinnerungen zu schwelgen – hatte ich schon mal erwähnt, dass ich als junger Erwachsener ehrenamtlich in einer Gemeindebücherei mitgeholfen habe? So. David Foenkino siedelt seine Geschichte im Finistère an, einer Gegend, die ich sehr gerne mag, weil sie sehr urwüchsig auf mich wirkt und ich dort schöne Urlaubszeiten verbracht habe. Na gut, und dann las ich das Buch: Im Finistère , einem Landstrich in der Bretagne, also am „Ende der Welt“, hatte Jean – Pierre Gourvec in der Gemeinde – Bibliothek eine besondere „Abteilung“, ein Regal eingerichtet, in dem er begann nie veröffentlichte Bücher (also solche, die kein Verlag veröffentlichen wollte) zu sammeln. Diese Sammlung war nicht der Rede wert und eigentlich schon fast vergessen, als die junge aufstrebende Pariser Lektorin Nicole aus eben diesem Regal ein vermeintliches Meisterwerk zaubert, und tatsächlich einen Bestseller herausbringt. Henri Pick, für alle, die ihn kannten, ganz überraschend zum Starautoren avanciert, war der Pizzabäcker des Ortes und schon seit einiger Zeit verstorben. Seine Witwe ist sicher, dass Henri Pick nie gelesen hat. Allerdings sagt sie auch, dass er vormittags oft alleine in seiner Pizzeria war. Dass er allerdings etwas anderes als die Einkaufslisten für die Pizzeria geschrieben haben solle, findet sie schon merkwürdig. Die Geschichte des zufälligen Bestsellers beschäftigt die Menschen in der Bücherwelt: Verlage suchen unter abgelehnten Schriftstellern nach weiteren unerkannten Genies und Journalisten suchen die Story hinter dem Geheimnis des Autoren. Die Aufregung um den neuen Bestseller bringt auch Bewegung in die Beziehungen der Menschen, die von der Geschichte um das Buch des Monsieur Pick betroffen sind: Die Familienangehörigen des Monsieur Pick, die Angehörigen von Nicole und ebenso die aktuelle Bibliothekarin der kleinen Bibliothek. Foenkinos hat ein sehr interessantes Buch geschrieben, dem an manchen Stellen das Feuer fehlte. Einige Protagonisten arbeiten an diesem Buch nur halbherzig mit, Beziehungsbesonderheiten hätten tiefer gehend beschrieben werden können. Und wo bleibt plötzlich .. naja, nicht vorgreifen 😉 Der Roman, obwohl auf einem witzigen Plot beruhend, gewinnt für mich nicht genug Kontur. Die Pointe wird nicht ausgekostet, manche Figuren werden angerissen und sind plötzlich verschwunden. Insgesamt war mir das geheime Leben des Monsieur Pick gut für einen verregneten Sonntag.

Charme und Witz und Lesefreude

Von: thelastpage.de Datum: 19. September 2017

Ich muss ganz ehrlich mit euch sein, es gab eigentlich gar keinen wirklichen Grund. Für mich ging es im Juli für zwei Wochen in die Toskana, wie ihr wisst, und ich war einfach nur auf der Suche nach einer Urlaubslektüre. Das Cover und der Titel sahen nach Sommer aus. Den Inhalt und Rezensionen zu diesem Roman kannte ich damals noch gar nicht. Dank des Verlages durfte ich dann aber auch diesen Roman mein eigenen nennen und mich in der Sonne Italiens mit dem Inhalt beschäftigen. Mein Eindruck Total entspannt saß ich mit diesem Roman in der Sonne, und konnte ich mich komplett auf die Geschichte einlassen. Das war nun aber auch kein Hexenwerk, denn Foenkinos Schreibstil lässt einem nichts anderes übrig. Durch ungekünstelten Witz und Charme fühlt man sich direkt lebhaft in die Bretagne versetzt. Man darf schmunzeln, die kleinen Andeutungen versuchen zu verstehen, und sich einfach nur über einen gelungen Roman freuen. Am Schreibstil gibt es also überhaupt gar nichts auszusetzen. Besonders beeindruckend empfinde ich bei diesem Roman die Charakteristika der Romanfiguren. Jede Figur hat ganz besondere aber authentische Züge. Von Liebe, die nicht einfach ist, bis hin zu unsagbar von Erfolglosigkeit verfolgten Schriftstellern. Selbst die Nebenfiguren in diesem Roman überzeugen durch Authentizität und Tiefgang. Auch hier wieder mal eine beeindruckende Arbeit von Foenkinos. Neben des Stils und den Figuren ist aber die Handlung und das Setting das ausschlaggebende Merkmal des Romans. Foenkinos bringt uns Lesern die Literaturbetrieb näher. Durch den geheimnisvollen Monsieur Pick erfahren wir von den Schwierigkeiten gute Manuskripte zu erkennen, aber auch von geheimen Leben der Schriftsteller und Literaturliebhaber. Foenkinos erzählt uns mit Witz aber einer harten Ehrlichkeit von der Überheblichkeit der Verlage heutzutage und ihrem Fokus auf den Umsatz. Er zeigt durch diese Punkte auf, dass Literatur mehr als nur Verkaufszahlen ist, besonders für Schriftsteller und auch die Leser. Die Marketingmaßnahmen von Verlagen werden in diesem Roman auch aufgegriffen und indirekt kritisiert. Je besser die Beeinflussung des Publikums, desto leichter steigen die Verkaufszahlen. Er stellt die Szene so dar, als wäre es alles mehr Schein als Sein. In diesem Roman stimmen alle einzelnen Punkte, wie Stil, Witz, Charakter und vieles mehr, und es wird zu einem runden Ganzen. Absolute Leseempfehlung! Warum sollte man dieses Buch lesen? Wir werden in diesem Roman nicht viel lernen oder ähnliches. Jedoch sollten wir diesen Roman lesen, um zu verstehen, warum Lesen und die Zeit mit einem guten Buch so toll und wertvoll sein können! Sterne: 5/5

Augenzwickern

Von: Rita Fischer Datum: 24. August 2017

Foenkinos, David: Das geheime Leben des Monsieur Pick, DVA 2016, 329 Seiten  Während Zafón in Barcelona den düsteren "Friedhof der vergessenen Bücher" hütet, lädt Foenkinos ein ins Finistère, dem Ende der Welt, in die "Bibliothek der nichtveröffentlichten Manuskripte". Crozon, eine bretonische Kleinstadt, ist Brennpunkt dieses abenteuerlichen (Schelmen-)Romans, dessen Held, der Pizzabäcker Henri Pick, posthum Meriten als Bestsellerautor erntet. Delphine, eine ehrgeizige junge Lektorin, und Frédéric, ein erfolgloser Autor, verbindet nicht nur die Liebe zueinander, sondern auch ihre bibliophile Leidenschaft. Zufällig erfahren sie von der " Bibliothek der unveröffentlichten Manuskripte" und scheinen sich mit Begeisterung durch die verstaubten Exemplare zu lesen, bis sie auf "Die letzten Stunden einer großen Liebe" stoßen. Zielstrebig recherchieren sie, wer sich hinter dem Autor Henri Pick verbirgt. Dessen Witwe und Tochter sind überrascht von dem literarischen Werk des verstorbenen Pizzabäckers und beginnen, Ehemann und Vater mit anderen Augen zu sehen. Der Roman wird veröffentlicht und ab sofort stehen das öffentliche wie literarische Leben kopf. Der Hype um den Autor beginnt Blüten zu treiben, Nachforschungen bringen neue Erkenntnisse zutage, Skepsis erwacht. Der sensationelle Coup, ein abgelehntes Manuskript die Büchercharts erobern zu lassen, ist Drehkreuz des Romans. David Foenkinos ist bekannter Bestsellerautor in Frankreich. Er weiß, wovon er spricht. Oder: Honi soit qui mal y pense, ein Schelm, wer Böses dabei denkt... Das muss man wagen können, den Ikea- Katalog gleichzusetzen mit Literatur! Tenor: Das Was ist nicht entscheidend, eher das Wie. Foenkinos streift ein bisschen Houellebecq, Marcel Proust u Trierweiler am Rande, sucht nach dem Wahren im Fiktiven und macht den Leser glauben, auch er sei mittendrin im Literaturkarusell der Eitelkeiten. Marketingstrategien versus Genius. Fragen werden beim Leser aufgeworfen: Darf man Ferrante ausfindig machen, ihr Pseudonym knacken? Darf ein Buch posthum veröffentlicht werden? Der Autor kann sich nicht mehr äußern. Neben diesen aktuellen Zeitbezügen, der "Wahrheit", spielt Foenkinos mit den (fiktiven) Charakteren, die man schon bald gut zu kennen glaubt. Die Dessous-Boutiquebesitzerin Joséphine rührt den Leser, hat doch der Eine und der Andere schon einmal Verrat und Liebe erfahren. Magalis Suche nach dem rechten Outfit für ihr Fernsehinterview könnte Teil einer Comedy-Show sein und als der gescheiterte Literaturkritiker Rouche nächtens besoffen mit der Dessousverkäuferin Mathilde folgenschwere Kopien anfertigt, steigt die Spannung wie in einem Krimi. Foenkinos baut sein Buch dramaturgisch steigernd auf: Der Romanfund steht im Mittelpunkt und dessen Wirkung mäandert durch Crozon und die Beteiligten. In der Mitte dieses Romans ist ein - verzeihbarer- Bruch. Delphine und Frédéric treten in den Hintergrund und der allwissende Erzähler greift voller Enthusiasmus zum Mittel der Überzeichnung, wobei die Existenz vom "Tag des unveröffentlichten Autors", angeblich nach einer Idee des umtriebigen ehemaligen französischen Kulturministers Lang, überprüft werden sollte... Der Schluss erfährt im Epilog noch einen interessanten Nachschlag, der hier natürlich nicht preisgegeben wird. David Foenkinos ist ein brillanter Erzähler, seine Fantasie scheint grenzenlos. Er ist mitnichten der zitierte Romancier, der Selbstmord begehen würde, sollte sein Manuskript nicht angenommen werden. Die junge Malerin, die in Auschwitz ermordet wurde und deren Leben ( zwei Zeilen Eigenwerbung) von Polanski ( wäre Wunsch des Autors) "gerade" verfilmt wird ( auch Wunschtraum), ist "seine" Charlotte, der Foenkinos den gleichnamigen Roman gewidmet hat. Sie hat gelebt, ihr Leben ist aber nicht verfilmt worden. Wahrheit und Fiktion. Ein Roman eben. Meine Note: Eins Rita Fischer im August 2017

charmante, amüsante und temporeiche Geschichte mit überraschendem Ende

Von: huckleberryfriendz Datum: 10. August 2017

In dem kleinen bretonischen Ort Crozon hatte Anfang der 90er Jahre der damalige Bibliothekar Jean-Pierre Gourvec, ganz nach dem amerikanischen Vorbild der Brautigan Library, in der Gemeindebücherei eine Abteilung geschaffen, die sich die Bücherei der abgelehnten Manuskripte nennt. Dort findet eine Junglektorin ein Manuskript in dem die letzten Stunden einer großen Liebe abwechselnd mit Puschkins Ringen mit dem Tode erzählt wird. Offensichtlich hat sie einen Schatz gefunden, der veröffentlicht werden muss.... In kurzen, dahinfliegenden Kapiteln erzählt David Foenkinos darüber, was dieses Manuskript bei der Familie des unbekannten, inzwischen verstorbenen Autors, einem ehemaligen Pizzabäcker, und anderen, vor allem auch den Bewohnern Crozons, ins Rollen bringt. Ebenso schildert er die Tätigkeiten im Verlagswesen, auch rund um die Vermarktung des Buches, was sich äußerst amüsant liest. Es geht u.a. darum, wie Legenden entstehen und dass Äußerlichkeiten in der heutigen Zeit das Eigentliche vollkommen in den Hintergrund drängen können. Aber auch die Liebe, der Geist der Vergangenheit und Verschwörungstheoretiker kommen in dieser Geschichte nicht zu kurz. Es lässt sich aber noch viel mehr in dieser witzigen, manchmal etwas grotesken Geschichte finden, denn es verhält sich ja genauso, wie der Autor im Laufe der Geschichte vermerkt: Jeder Leser ist auf der Suche nach dem, was ihn persönlich anspricht. „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ war der erste Roman, den ich von David Foenkinos gelesen habe und sicherlich nicht der letzte. Mich hat diese charmante, amüsante und temporeiche Geschichte bestens unterhalten, manchmal auf eine falsche Fährte geführt und mich mit einem ganz unerwarteten Ende bis zum Schluss überrascht und erhält selbstverständlich meine absolute Leseempfehlung.

Die Macht der Manuskripte

Von: daslesendesatzzeichen Datum: 27. July 2017

Viele Verlage überlassen es ihren Volontären oder Praktikanten, sich der unangefordert eingesandten Manuskripte anzunehmen. Unfassbare Mengen an Texten flattern tagtäglich mit der Post herein und warten darauf, beachtet zu werden. Sie liegen da in ihrer Ecke, aufeinandergestapelt und scheinen stille, stumme Schreie auszusenden: Lies! Mich! Wie viel Liebe, Herzblut und Fleiß stecken in jedem einzelnen dieser Werke? Wie viel Mut gehört dazu, sein Innerstes nach außen zu kehren und das Ergebnis den gestrengen Blicken eines Verlagsmitarbeiters auszusetzen? Je mehr man darüber nachdenkt, desto mehr bricht es einem das Herz, denn – und das ist ja nun längst kein Geheimnis mehr – die Verlage behandeln diese Quelle der Literatur mehr als stiefmütterlich. Kaum ein Titel aus dem unangefordert eingesandten Manuskript-Stapel schafft es je auf den Schreibtisch eines Lektors – und wenn doch, dann nur, um einen von einem Seufzer begleiteten Post-it aufs Deckblatt geklebt zu bekommen, auf dem dann doch wieder nur steht: „Absagen!“. Welcher Verlag hat schon das Geld und die Lust, sich für einen kompletten Neuling in der Literaturszene stark zu machen. Um wie vieles einfacher ist es, einen Bestseller aus dem Ausland einzukaufen, ihn übersetzen zu lassen und dann mit den Worten bewerben zu können „Die Nummer 1 aus …“. Wer jemals selbst die Aufgabe hatte, sich durch den Wust an hoffnungsfrohen Anschreiben inklusive Exposé oder gleich ganzem Oeuvre durchackern zu müssen, der weiß: So manche Perle schlummert dort, doch die Chance, dass sie veröffentlicht wird, geht gegen Null. Umso wunderbarer, was sich da im tiefsten Finistère in Frankreich tut: Der Bibliothekar Jean-Pierre Gourvec gründet in einer kleinen Gemeinde namens Crozon eine Bibliothek der abgelehnten Manuskripte, nach dem Vorbild von Richard Brautigan. Nach Gourvecs Tod übernimmt seine einzige Angestellte, Magali Croze, die Aufgabe, sich darum zu kümmern. Doch der Alltag hat die fleißige Frau fest im Griff, und nach und nach gerät die merkwürdige Bibliothek in Vergessenheit. Bis die junge, aufstrebende Lektorin Delphine Despero mit ihrem Freund, einem eher erfolglosen Buchautor (dessen Erstling den vielversprechenden Namen „Die Badewanne“ trägt …), für die Sommerferien in den Ort kommt, um die Eltern zu besuchen. In einem Gespräch erfährt sie von all den abgelehnten Manuskripten, die in der Dorfbibliothek schlummern. Einen Nachmittag lang durchstöbert das Pärchen die skurrilen Texte, und dabei macht Delphine Despero die Entdeckung ihres Lebens! Es gelingt ihr, ihren Arbeitgeber von der literarischen Qualität des Manuskripts zu überzeugen, das Buch wird veröffentlicht und ein riesiger Erfolg. Der Autor des Werkes ist der längst verstorbene Pizzabäcker des Örtchens, Henri Pick, – und das wirft Fragen auf. Nicht mal seine Frau kann sich so richtig vorstellen, wann und wie ihr Göttergatte dieses Wunderwerk vollbracht haben soll. Doch man glaubt ja gern, was einem gefällt, und so fügt sie sich in ihr Schicksal als „Autorenwitwe“. Doch nicht nur für sie ändert sich durch dieses Buch einiges – das Leben vieler Personen wird komplett umgekrempelt. Schnell stellt der Leser des Romans „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ von David Foenkinos fest, dass es nicht so wichtig ist, wie überzeugend die literarische Qualität des in der Bibliothek der unveröffentlichten Manuskripte gefundenen Romans „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ tatsächlich ist. Wichtig ist vielmehr, was diese Veröffentlichung bewirkt. Es scheint, als würde allein die Tatsache, dass ein braver Restaurantbesitzer ein solches Werk erschaffen konnte, und dass dieses Manuskript bis zu seiner märchenhaften Entdeckung im dunklen Keller der Dorfbücherei seinen Dornröschenschlaf schlummerte, ungeahnte Energien bei anderen Menschen freisetzen: ‚Wenn der das geschafft hat, schaffe ich auch Sachen, die mir keiner zutraut.‘ Bei den unterschiedlichsten Menschen bringt das Buch Dinge ins Rollen. "Dieses Buch konnte Leben verändern." Sei es die Tochter des Monsieur Pick, Joséphine, die durch die Entdeckung der literarischen Ader ihres Vaters plötzlich ein wenig seines posthumen Ruhmes abbekommt. Sie, die von ihrem Mann wegen einer anderen verlassen wurde, nachdem sie ihm die zwei Söhne großgezogen hatte. Sie, die sich seither, zugegebenermaßen, völlig hatte gehen lassen, die vom Leben nichts mehr erwartete. Plötzlich interessiert sich das Fernsehen für sie, sie wird interviewt und in Zeitungsartikeln erwähnt – und selbst ihr Dessousladen in Crozon läuft endlich wieder besser. Und dann will sogar ihr Ex wieder zurück zu ihr. Das alles ist wie ein verspätetes Geschenk ihres Vaters! Oder sei es Magali, die Bibliotheksleiterin, die über die Jahre immer dicker und ihr Mann, zeitgleich, immer dünner wird. Dazu ein schönes Beispiel für Foenkinos großes Talent, kleine Sachverhalte äußerst literarisch zu beschreiben: "[…] in dem Maße, wie sie immer dicker geworden war, war er immer dünner geworden, als hätte man ihnen ein gemeinsames Paargewicht verordnet, das sie nun untereinander aufteilen mussten […]" Die ältliche, biedere Magali hat die Sternstunde ihres Lebens, als ein junger Mann mit fettigem blonden Haar die Dorfbücherei betritt, um sein eigenes (erfolgloses) Manuskript dort abzugeben. Es knistert sofort zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Personen und – zack! – hat Magali die erste und einzige heiße Affäre ihre Lebens, die sie zum Glück aber nicht von ihrem Mann entfernt, sondern ihm wieder näherbringt. Eine alte Dame darf durch das Buch neue Hoffnung schöpfen, dass ihre einzige große Liebe tatsächlich auf Gegenseitigkeit beruht hat, auch wenn sie das leider erst versteht, als ihr Angebeteter bereits einige Jahre tot ist. Sie fühlt sich dennoch beflügelt und fast ein wenig glücklich. Viele Fäden, die zu Beginn des Romans lose gesponnen wurden, werden im weiteren Verlauf des Buches miteinander verknüpft, unerwartete Wendungen bringen den Lesefluss immer wieder in Bewegung, so dass nie Langeweile aufkommt. In feuilletonistischem Stil erzählt Foenkinos ein locker-leichtes Sommergeschichtchen mit anrührenden Momenten und pointierten Dialogen. Nichts für die Ewigkeit, keine nachhaltige Lektüre, aber eine, die einen beschwingt macht und ein wohliges Gefühl in der Herzgegend aufkommen lässt. Und noch etwas schafft Foenkinos scheinbar mühelos in seinen Romanen: Er erwähnt immer mal wieder am Rande reale Personen, gibt in ein paar Fußnoten kurze Informationen über sie, weckt so die Neugier und lässt einen bereichert zurück. Das macht er in seinem grandiosen Roman Charlotte ganz wunderbar (Damals war es Aby Warburg, auf den ich neugierig wurde.) und hier gelingt es ihm wieder (Wer genau war Vivian Maier? Ich möchte gerne mehr über sie wissen …). Eine großartige Sache, wenn ein Buch so nebenbei einen „Mehrwert“ entwickelt und eine Art Schneeballeffekt lostritt! Genau die richtige Lektüre für die anstehenden (oder, je nach Bundesland, bereits begonnenen) Sommerferien, in denen man zwischen Sandburgen bauen, Radeln und Spazierengehen auch noch ein nettes Buch unterbringen will.

Eine unterhaltsame und leichte Lektüre

Von: BuboBubo Datum: 15. July 2017

Im bretonischen Crozon gibt es eine Bibliothek, die anders ist als alle anderen Bibliotheken. Dort werden vom Verlag abgelehnte Manuskripte angenommen. Die junge und erfolgreiche Pariser Lektorin Delphine reist mit ihrem Partner und erfolglosem Autor Frédéric in die Bretagne um dort ihre Eltern zu besuchen. In dem kleinen beschaulichen Ort Crozon stößt sich in der Bibliothek auf einen außergewöhnlichen Fund. Dort wurde ein Manuskript von dem bereits verstorbenen Pizzabäcker Monsieur Pick hinterlegt. Jeder im Ort kennt ihn aber keiner wusste dass er Interesse an Literatur hatte, geschweige denn in der Lage dazu war, ein Buch zu schreiben. Trotz vieler Ungereimtheiten wird das Buch veröffentlicht und zieht einen enormen Erfolg mit sich. Nicht nur das Leben von Delphine verändert sich, sondern auch das Leben der Witwe von Monsieur Pick und deren Tochter Josephine. Die Grundidee finde ich grandios. Das Vorbild dieser Bibliothek ist eine Bibliothek in Amerika, die tatsächlich abgelehnte Manuskripte annimmt. Als ich auf der Autorenlesung war, hat David Foenkinos erzählt, dass es nach der Veröffentlichung von "Das geheime Leben von Monsieur Pick" Menschen gibt, die in die Bretagne reisen um dort ihre Manuskripte abgeben wollen. Ich finde es toll wenn Bücher es schaffen, Menschen zu etwas außergewöhnlichem zu bewegen. Der Autor hat es geschafft, den französischen Charme auf Papier zu bringen. Der Schreibstil von ihm in toll und lässt sich wirklich gut lesen. Was mich gestört hat, sind die Fußnoten. Der Lesefluss wurde dadurch extrem gestört und ich hatte das Gefühl in einem Sachbuch oder einem Fachbuch für die Uni zu lesen. Die Charaktere haben mir allesamt gefallen, leider hat mir ein wenig die Tiefe gefehlt, und ich konnte wenig Bindung zu den Personen aufbauen, da doch recht viele vorkamen und wir keinen Protagonisten im ursprünglichen Sinne haben. Das Ende hat mich leider enttäuscht, beziehungsweise hat mir nicht gefallen. Trotzdem kann ich sagen, dass dieses Buch leichte Unterhaltung ist die Spaß macht.

Französischer Charme und ein satirischer Seitenhieb auf den Literaturbetrieb

Von: Cornelia (Literate Wanderlust) Datum: 10. July 2017

In Finistère in der Bretagne befindet sich eine ganz besondere Bibliothek: In dieser Bibliothek gibt es ausschließlich Manuskripte, die von Verlagen abgelehnt wurden. Als die junge Lektorin Delphine ihre Eltern in Finistère besucht, stattet auch sie dieser Bibliothek aus Neugier einen Besuch ab und stößt auf ein Manuskript von unglaublicher literarischer Brillanz. Der Verfasser? Henri Pick, der Pizzabäcker des kleinen Ortes. Wie kann es sein, dass der Mann, der in seinem Leben nie mehr als einen Einkaufszettel schrieb, ein solches Meisterwerk verfasst? Führte er ein geheimes Doppelleben? Stammt das Manuskript überhaupt von ihm? Delphine macht sich daran, die Geschichte des Manuskriptes zu entwirren, und tritt dabei eine Lawine los, die nicht nur ihr eigenes Leben auf den Kopf stellt. Das geheime Leben des Monsieur Pick wird aus den Blickwinkeln verschiedener Personen erzählt, deren Leben irgendwie von der Entdeckung des Manuskriptes beeinflusst wird. Den Mittelpunkt bildet dabei jedoch stets Delphine. Mit sehr viel französischem Witz und Charme hat David Foenkinos hier die verschiedenen Charaktere gezeichnet. Mal skurril, mal verschroben, mal pragmatisch, mal verträumt, mal Optimist und mal Pessimist, aber immer liebenswert. Ganz nebenbei gelingt es Foenkinos dabei auch, dem Leser einen Einblick in die Welt der Literatur und das Verlagswesen zu gewähren. Dieses geschieht immer mit einer ordentlichen Prise Satire und auch der eine oder andere Seitenhieb bleibt nicht aus. David Foenkinos geht mit der Unterhaltungsindustrie (hier das Verlags- und Literaturwesen) durchaus kritisch ins Gericht, aber dennoch liest man stets seine Liebe zur Literatur heraus. Insgesamt legt David Foenkinos einen Roman vor, der mit viel Charme und Leichtigkeit beste Unterhaltung bietet, bei der auch die Spannung nicht auf der Strecke bleibt. Mit viel Liebe zum Detail hat er eine ganze Riege an Charakteren geschaffen, die den Leser berühren, man liebt, leidet und freut sich mit ihnen. Zwar handelt es sich bei Das geheime Leben des Monsieur Pick keinesfalls um seichte Unterhaltung, ein bisschen mehr Tiefgang hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle aber schon gewünscht. Trotzdem aber bietet das Buch schöne und erfrischende Sommerunterhaltung gepaart mit viel französischem Charme und ist damit beste Ferienlektüre!

Trockener Humor und französische Leichtigkeit

Von: yvonnen Datum: 06. July 2017

In den Vereinigten Staaten entstand Anfang der 1990er Jahre in Vancouver im Bundesstaat Washington die Brautigan Library, deren Ziel es ist, verwaiste Texte zu beherbergen. In dem Roman ‚Das geheime Leben des Monsieur Pick‘ folgt diesem realen Beispiel der Bibliothekar der bretonischen Gemeinde Crozon und gründet im Oktober 1992 die französische Version der Bibliothek der abgelehnten Manuskripte. Die erfolgreiche Lektorin Delphine besucht mit ihrem Freund, dem erfolglosen Autor Frédéric, ihre Eltern in ihrer Heimatstadt Crozon und stößt auf eben diese Bibliothek, deren Inhalt sie sich näher anschaut. „Sie lachten sich schief, wenn sie allein die Titel lasen, erlebten aber auch berührende Momente, schmökernd in Tagebüchern, die vielleicht schlecht geschrieben waren, in denen jedoch die Wahrheit der Gefühle steckte.“ (S. 55) Doch sie finden auch ein Manuskript, dessen Stil seltsam, einfach und doch poetisch ist und das sie für ein Meisterwerk halten. Dem Autor, dem vor zwei Jahren verstorbenen Pizzabäcker Monsieur Pick, der nach Aussagen seiner Frau weder gelesen noch mehr als den wöchentlichen Einkaufszettel geschrieben hat, wird dieses Werk allerdings nicht so recht zugetraut. Trotz einiger Ungereimtheiten wird das Buch verlegt und ein riesengroßer Erfolg. Nebenbei wirbelt es das Leben der achtzigjährigen Autorenwitwe, ihrer Tochter und nicht zuletzt der Lektorin ziemlich durcheinander. Und mehr mag ich an dieser Stelle gar nicht vorwegnehmen, weil man diesen mit trockenem Humor und französischer Leichtigkeit geschriebenen Roman möglichst unvoreingenommen genießen sollte. Dann fliegt man nur so durch dieses Buch. Stellenweise sind die Charaktere und die Handlung zwar etwas flach, aber das nimmt man dem Autor und der lockeren Geschichte nicht allzu übel. Einzig das Ende wollte mir nicht so recht schmecken, doch die Enttäuschung war schnell verflogen, weil der Epilog der ganzen Geschichte schließlich eine Wendung gibt, die doch noch zu einem runden befriedigenden Abschluss des Romans führt. „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ ist ein vergnüglicher Unterhaltungsroman, den ich auch besonders Lesern empfehlen kann, die gerne Bücher lesen, die von Büchern und deren Drumherum handeln.

Das geheime Leben des Monsieur Pick von David Foenkinos

Von: Munderoon Datum: 01. July 2017

Bevor ich von „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ hörte, kannte ich David Foenkinos nicht, obwohl er ja kein unbekannter Autor ist. „Nathalie küsst“ wurde zum Beispiel sogar schon verfilmt. Da ich aber berühmten und besonders gehypten Büchern immer gleich ein bisschen skeptisch gegenüber stehe und dann eher dazu tendiere, sie nicht zu lesen, war es gar nicht schlecht, dass ich ohne Vorwissen an das Buch heran gegangen bin. Denn „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ hat mich wirklich positiv überrascht und ist schon jetzt ein heißer Anwärter auf mein Highlight des Jahres! Was mich als allererstes an Foenkinos Buch faszinierte war sein Schreibstil – der ist leicht, irgendwie schnörkellos und doch gar nicht mal so unpoetisch. Er macht sich die Banalität des Alltags wunderbar zu eigen und stellt viele Ereignisse, die in anderen Büchern viel gedehnter und dramatischer dargestellt werden würden, einfach so dar wie sind: Dinge, die im Leben eben einfach passieren. Das nimmt dem Buch keineswegs die Emotionalität, denn die schaffen die Charaktere trotzdem. Für mich hauptsächlich dadurch, dass man in jedem von ihnen etwas von sich selbst wiederfinden kann. So zum Beispiel der Autor Frederice, der manchmal in den einfachsten praktischen Aufgaben im Haushalt ein kleines Glück findet, weil sein Job sonst eher einen nebligen, diffusen Aufgabenkorpus beinhaltet. Damit konnte ich mich wahnsinnig gut identifizieren, denn auch in meinem Studentenleben hat man manchmal so viel Theorie um die Ohren, dass man zur Abwechslung einfach ein bisschen Praktisches tun muss – und sei es auch nur der Haushalt. Das Buch beginnt mit einem recht kleinen Set an Charakteren, welches parallel zur Story immer weiter anwächst. Denn das Buch, was die Pariser Lektorin Delphine da in der Bretagne findet, berührt mehr und mehr Menschen – und wir erfahren von vielen von ihnen. Das schöne daran ist: es zeigt nicht nur, wie schnell und unbemerkt ein Buch einen ganz bestimmten Einfluss auf das Leben eines Menschen haben kann, sondern auch wie weitreichend dieser Einfluss sein kann. Am Ende des Buches kennen wir eine ganze Menge Charaktere und nicht jeder von ihnen muss unbedingt etwas mit Büchern zu tun haben. Und doch gehören sie alle in dieses Netz, was sich um das Buch von Monsieur Pick herum entwickelt. Die Charaktere sind es auch, die uns neben dem Plot hinter die Kulissen der Buchbranche mitnehmen. Mit Delphine, der Lektorin, sehen wir ein bisschen was vom Verlagsalltag. Mit Frederice, dem Autor, ein bisschen Schreiballtag. Es gibt Bibliothekare, so wie Gourvec, der Mann, der die Bibliothek für abgelehnte Manuskripte in der Bretagne ins Leben gerufen hat. Aber auch Journalisten, die mehr oder minder stark mit der Branche verzweigt sind. Das Buch handelt also nicht nur von dem Einfluss, den Bücher haben können, sondern auch vom technischen Aspekt unserer liebsten Gegenstände: wie sie gefunden, vermarktet und bewertet werden. „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ ist also auf jeden Fall ein Buch für jeden, der Bücher mag. Oder für die Menschen in eurer Umgebung, die Büchern eigentlich nichts abgewinnen können. Denn Foenkinos hat nicht nur eine interessante Geschichte geschrieben, sondern sorgt mit kurzen Abschnitten und Kapiteln auch noch für einen schnellen Sommerlesespaß! Bleibt nur noch die Frage: gibt’s denn auch Kritik? Ein bisschen, cuz nobody’s perfect: manchmal waren mir die Abschnitte ein bisschen zu abrupt fertig und ich habe den Gedankengang des Autors nicht zu 100% nachvollziehen können. Deshalb blieben ein oder zwei Charaktere für mich ein bisschen im Dunkeln, was aber nicht unbedingt schlecht ist. Weniger gut hat mir auch das Ende des Buches gefallen. Der finale Twist war mir einfach ein bisschen sehr schnell abgehandelt, wie es bei Büchern leider öfter der Fall zu sein scheint. Auch war ich ein bisschen skeptisch gegenüber den letzten paar Seiten gegenüber. Ob das wirklich alles so stimmte? Aber vielleicht war es auch genau diese Skepsis, die Foenkinos streuen wollte. Es ist schließlich eine verrückte Geschichte, der man gern glauben schenken möchte. Last but not least bleibt zu sagen, dass dieses Buch auf jeden Fall eine Lesung wert ist! Denn auch wenn ihr lieber Bücher lest, in denen es spannend ist und es nicht unbedingt immer um die Entwicklung im menschlichen Alltag und Leben geht, dann ist da auch jeden Fall noch das Mysterium um den Pizzabäcker aus der Bretagne: hat Henri Pick, der Mann, der zu seinen Lebzeiten niemals ein Buch angerührt oder etwas anderes als Einkaufslisten geschrieben hat, wirklich einen Bestseller verfasst? Und wenn ja, warum hat er ihn in der Bibliothek der abgelehnten Manuskripte versteckt? Die Antwort auf diese Fragen liegt in „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ verborgen! 😉

Sehr von dieser Handlung angetan und voller Euphorie habe ich dieses Buch begonnen und auch beendet.

Von: Leyla Datum: 29. June 2017

Zunächst einmal vorweg: Die Buchidee hinter diesem Roman finde ich absolut originell und überzeugend. Mit der Handlung konnte ich mich sofort anfreunden und auch von der Umsetzung war ich begeistert! Aber kommen wir erst einmal überhaupt zu der etwas anderen Handlung: Der Bibliothekar Jean-Pierre Gourvec ruft “Die Bibliothek der abgelehnten/unveröffentlichten Manuskripte“ ins Leben. Zu Beginn des Romanes lernen wir die Vorgeschichte zu dieser etwas anderen Bibliothek und somit auch die Angestellte Magali kennen, die sich inzwischen um die verkümmerten Manuskripte kümmert. Als dann die Verlagsangestellte Dephine diesen Ort besucht und dabei eine wichtige Entdeckung macht, beginnt die turbulente Geschichte rund um den Roman des Verstorbenen Henri Pick ihren Lauf zu nehmen. Doch kann der unauffällige Pizzabäcker von nebenan wirklich einen heimlichen Bestseller geschrieben haben? "Die Bibliothek der abgelegten Manuskripte war sein Lebenswerk ..." Zitat S. 52 Der Schreibstil weist die Besonderheit auf, dass es mehrere Protagonisten sind, die aus ihrer Sicht beschreiben. Diese Charaktere stehen in einer direkten Verbindung zueinander und bringen oft die Geschichte, zeitlich und von der Handlung her, weiter. Überraschend war, dass ich keine großen Probleme hatte zu erkennen, wer mir jetzt etwas beschreibt. Bei mehreren Sichtweisen habe ich oft das Problem, dass ich nicht mehr weiß, welcher Charakter hinter welchem Namen steckt. Bei diesem Roman war das nicht der Fall. Zum einen sind die Figuren so verschieden, dass ich sie nicht verwechseln könnte und zum Anderen stehen sie wirklich in enger Verbindung zueinander. Meine Gesamteindruck: Die Ausdrucksweise des Autors fand ich oft amüsant und es kam, während des Lesens, kaum langweile auf. Selten gab es mal ein paar wenige Seiten, die sich in die Länge gezogen haben und somit hatte ich viele schöne Lesestunden mit dem Roman. Das Highlight des Buches war das Ende! Es war überraschend und mal etwas Neues, was ich so niemals erwartet hätte. Nichts war so, wie es schien. Mein Fazit zum Buch: Sehr von dieser Handlung angetan und voller Euphorie habe ich dieses Buch begonnen und auch beendet. Ich war mehr als nur angetan von den vielen starken und ausdrucksvollen Persönlichkeiten dieses Buches. Daher spreche ich eine klare Leseempfehlung aus.

Leidenschaftlich unterhaltsam sowie skurril und melancholisch...

Von: Ayda Datum: 28. June 2017

Klappentext: Im bretonischen Finistère, am wind- und wellenumtosten »Ende der Welt«, gibt es eine ganz besondere Bibliothek. Sie sammelt Bücher, die nie erscheinen durften. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, und der Roman wird zum Bestseller. Der Autor, Henri Pick, war der Pizzabäcker des Ortes. Seine Witwe beteuert, er habe zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als die Einkaufslisten – ob er ein geheimes Zweitleben führte? Diese verrückte Geschichte spornt viele Menschen an, selbst Neues zu wagen: Paare trennen sich, Liebende finden unerwartet zueinander, und so manche Gewissheit wird auf den Kopf gestellt. Ein französisch-charmanter Roman über die Liebe, verlorene Träume und den Mut, sein Leben in die Hand zu nehmen. Leicht, beschwingt und voller Witz. Meine Meinung: Ich habe schon viel von dem Autor David Foenkinos gehört und war sehr gespannt auf dieses Buch und ich habe es an zwei Tagen gelesen,denn die Seiten fliegen nur so weg. Vor allem der flüssige,teils melancholische Schreibstil hat es mir sofort angetan. Wir erleben hier neben der Leidenschaft der Thematik zu Büchern sehr ausgefallene,unterschiedliche und authentisch Charaktere aber eins haben sie gemeinsam, sie sind alle auf der Suche nach der Lieben und dem Glück ob mit oder ohne Buch :) Vor allem muss man sich auf diese etwas andere Geschichte einlassen und viel Humor mitbringen. Wir lernen unterschiedliche Lebensgeschichten kennen,die teils miteinander verbunden sind. Was hat es auf sich mit dem geheimen Leben des Monsieur Pick? Ich habe mich sehr gern auf die Suche gemacht,bin auf interessante aber erwas skurrile Szenen getroffen. Insgesamt hat mich das Buch sehr gut unterhalten,an der einen oder anderen Stelle auch nachdenklich gestimmt und ich möchte auf jeden Fall noch mehr von dem Autor lesen,von mir gibt es 5 Sterne... Autor: David Foenkinos (Autor) David Foenkinos, 1974 geboren, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Paris. Seit 2002 veröffentlicht er Romane, darunter den Millionenbestseller „Nathalie küsst“, der auch als Film mit Audrey Tautou das Publikum begeisterte. Seine Bücher werden in rund vierzig Sprachen übersetzt. Der vielfach ausgezeichnete Roman „Charlotte“ hat sich allein in Frankreich rund eine halbe Million Mal verkauft, wurde auch in Deutschland zum Bestseller und wird derzeit verfilmt. "Das geheime Leben des Monsieur Pick" war in Frankreich monatelang auf der Bestsellerliste. Christian Kolb (Übersetzer) Christian Kolb wurde 1970 geboren und studierte französische Literatur und Filmwissenschaft in Berlin und Paris. Neben den Romanen von David Foenkinos übersetzte er u. a. auch Nicolas Fargues „Die Rolle meines Lebens“. Er lebt in Berlin. (www.randomhouse.de)

Das geheime Leben des Monsieur Pick

Von: Mylittlebookpalace Datum: 26. June 2017

Handlung:Monsieur Pick ist schon seit ein paar Jahren tot, doch nun hat man das Manuskript seines Buches gefunden und so gut wie jeder ist begeistert davon und es soll an einen Verlag gebracht werden, doch dazu müssen sie erst seine Frau fragen, die aber anscheinend überhaupt nichts von dem versteckten Talent ihre verstorbenen Mannes wusste, da sie ihn noch nie an einer Schreibmaschine gesehen hat. Doch sie willigt ein und immer mehr Leute werden durch die Veröffentlichung dieses Buches in die Geschichte gezogen und man erfährt die Geschichten dieser Personen. Orte:Das Buch spielt einerseits in der Bretagne in Frankreich und andererseits auch in Paris, was ich persönlich sehr schön fand, da man gleich diese Frankreich-flair gespürt hat wenn man das Buch gelesen hat. Die Orte fand ich sehr schön ausgewählt und sie haben mir persönlich sehr gut gefallen. Personen:Man hat die Geschichten der verschiedensten Menschen erlebt und immer wieder neue Charaktere kennengelernt, das fand ich sehr schön und das es trotzdem einen Protagonisten gibt, der eigentlich Tod ist aber durch die ganzen Geschichte wieder zum Leben erweckt wird. Gestaltung:MIr gefällt das Cover sehr, da es auch gleich so ein Strand und Meer Gefühl in mir ausgelöst hat und die kleinen Elemente, die etwas mit dem Buch zu tun hatten fand ich auch sehr gut ausgewählt. Schreibstil:Mir hat der Schreibstil wirklich sehr gut gefallen und es waren tolle Dialoge eingebaut, was ich auch besonders cool fand war, das es auch kleine Passagen auf französisch gab, die ich sogar halbwegs verstanden habe:) Ich konnte das Buch wirklich schnell lesen und die Seiten flogen geradezu hinweg. Geschichte:Mir hat die Geschichte an sich wirklich sooo gut gefallen und es war so ein toller Grundgedanke dahinter, ich fand es war auch wirklich sehr gut umgesetzt, auch wenn es für mich an manchen Stellen wirklich sehr langweilig geworden ist, was sich nach einer Weile allerdings wieder verflüchtigt hat. Ich fand auch die einzelnen Entwicklungen der Charaktere toll und das ende war auch sehr schön. Fazit:Ich fand dieses Buch wirklich gut, es hat mir in fast allen Aspekten wirklich wirklich gut gefallen und ich konnte mich richtig in die Geschichte hereinversetzten und fand es einfach nur toll, allerdings fand ich es persönlich an manchen Stellen echt langweilig und auch ein bisschen gestellt, weshalb ich einen Punkt abziehe und somit 4 von 5 Sternen gebe.

Die letzten Stunden einer großen Liebe

Von: Alice Datum: 11. June 2017

Titel: Das geheime Leben des Monsieur Pick Author: David Foenkinos Seitenanzahl: 329 Perspektive: personaler Erzähler aus der Perspektive verschidener Protagonisten "Die letzten Stunden einer großen Liebe", so heißt der Roman von Monsieur Pick, den Delphine, eine Lektorin beim Grasset-Verlag in Paris, in einer Bibliothek im kleinen, bretonischen Örtchen Finstere findet. Denn dort gibt es eine Abteilung für abgelehnte Manuskripte, die der nun verstorbene Bibliotheksleiter Gourvec einmal ins Leben gerufen hatte. Delphine wittert einen Bestseller und der Roman wird bei Grasset veröffentlicht. Der darauffolgende Trubel stellt allerlei Leben auf den Kopf, nicht nur Delphines und das ihres Freundes, dem Author Frederic, sondern auch das der Madame Pick und ihrer Tochter Josephine, die sich dem ganzen Trubel um den Roman des verstorbenen Ehemannes/Vaters stellen müssen. Natürlich wird sich gefragt, ob Pick den Roman wirklich geschrieben hat und diese Frage ruft den gescheiterten Journalisten Rouche auf den Plan, der in der Auflösung des Rätsels seine Chance sieht, seinen guten Ruf wieder herzustellen. So wird im Verlaufe des Romans nach des Rätsels Lösung geforscht und das Ende ist gleichsam überraschend wie äußerst zufrieden stellend. Warum gebe ich dem Buch trotz der tollen Geschichte nur drei Sterne? Die Geschichte an für sich war sehr schön und die Idee dahinter äußerst originell, jedoch hat mich der häufige Perspektivewechsel zwischen den an der Handlung teilhabenden Personen sehr gestört, denn er hat dazu geführt, dass ich die Personen nur sehr oberflächlich wahrgenommen habe und mich mit keinem Charakter richtig identifizieren konnte. Für mich muss ein gutes Buch mitreißend sein, und das geschieht meit über die handelnden Charaktere, was hier leider nicht der Fall war. Dennoch ist es ein interessantes Buch und für ein bisschen Kurzweile im Urlaub oder zu Hause im Garten würde ich es durchaus empfehlen.

Herrlich bretonisch und mit Seitenhieben auf die "Industrie" hinter der schreibenden Zunft.

Von: Burgherr Datum: 30. May 2017

Die Geschichte hinter "Das geheime Leben des Monsieur Pick" klang so wunderlich, dass ich neugierig wurde: Als Anlaufstelle für durch Ablehnungen desillusionierte Autoren sammelte der Bibliothekar der kleinen bretonischen Gemeinde Finistère Manuskripte von Büchern, die kein Verlag veröffentlichen wollte. Durch Zufall entdeckt eine Lektorin unter diesen unverhofft einen "Schatz" in Form des Romans "Die letzten Stunden einer großen Liebe". Dessen Erfolg bringt nicht nur das Leben der Familie des verstorbenen Autors gehörig durcheinander. Diverse Beziehungen werden auf die Probe gestellt und auf diese Weise verschiedene Variationen der letzten Stunden einer großen Liebe gleich mehrfach durchlebt. Der Weg zur Veröffentlichung des Romans, die Beschreibung des Erfolgs und deren Folgen sowie die Nachforschungen eines skeptischen Kritikers gestalten sich spannender, als ich erwartet hatte. Noch dazu gewährt "Das geheime Leben des Monsieur Pick" Einblicke in die Verlagswelt und in die bretonische Mentalität. Der Franzose David Foenkinos kann bereits auf sehr erfolgreiche Veröffentlichungen zurückblicken (z. B. "Nathalie küsst" und "Charlotte"). Diese Erfolge geben diesem Roman sicher Rückenwind. Doch auch davon unabhängig kann "Das geheime Leben des Monsieur Pick" bestehen: Foenkinos besticht durch subtilen Witz und Spannung. Durch viele Referenzen zu Autoren und deren Werken demonstriert er Distanz zum Literaturzirkus, während er und dieser Roman sich mitten im Auge dieses Hurrikans befinden.

Whowroteit - Das geheime Leben des Monsieur Pick

Von: Katharina Datum: 19. May 2017

"Paris ist der ideale Ort, um im Leben zu scheitern.", heißt es an einer Stelle in DAVID FOENKINOS neuem Roman DAS GEHEIME LEBEN DES MONSIEUR PICK. Ein weit besserer Ort jedoch um zu brillieren: Foenkinos, der in Paris lebt und arbeitet, ist dafür das beste Beispiel: Seine Romane NATHALIE KÜSST und CHARLOTTE sind internationale Besteller. Und auch sein neuer Roman, eine Art romantisch-kriminalistische Komöde, um jenen mysteriösen Henri Pick verspricht ein großer Erfolg zu werden ... PLOT - Whowroteit In dem kleinen bretonischen Dorf Finistère hat der Bibliothekar Jean-Pierre Gouvre eine ganz besondere Abteilung geschaffen: Die Bibliothek der abgelehnten Manuskripte. "Die Bibliothek der abgelehnten Manuskripte war sein Lebenswerk, kann man wohl sagen. Seine Errungenschaft gründet auf dem Scheitern der anderen.", erklärt Magali, die dem bibliophilen Gouvre bis zu dessen Tod zur Seite stand. Die aufstrebende junge Pariser Lektorin Delphine glaubt dort, in der bereits dem Vergessen anheimgefallenen Bibliothek der verlorenen Manuskripte, eine sensationelle Entdecktung gemacht zu haben. Sie hält den verschmähten Roman "Die letzten Stunden der Liebenden" aus der Feder eines gewissen Henri Pick, so der Autorname auf dem Manuskript, für ein literarisches Meisterwerk. Delphine hat sich nicht getäuscht, der Roman entpuppt sich als Bestseller. Ein Glückstreffer für den (real-existierenden) Verlag Grasset und dessen (ebenfalls realexistierenden) Chef Olivier Nora. Das Geheimnis um den gänzlich unbekannten Henri Pick ist das Tüpfelchen auf dem i. Aus der romantisch-gemütlichen Erzählung, entspinnt sich dann eine krimiähnliche Handlung. Eine Art whowroteit. Mit Anstieg der verkauften Exemplare nähren sich auch die Zweifel an der Autorschaft. Der verstorbene Henri Picks war der örtliche Pizzabäcker und - wie sich zeigt - auch ein Kulturverächter. Kann dieser Henri Picks den Roman tatsächlich geschrieben haben? Wenn man sich alte Einkaufslisten von Proust anschauen würde, hätte man womöglich auch Grund zu zweifeln, dass derselbe Mann die sieben Bände von Auf der Suche nach der verlorenen Zeit geschaffen hat! Der Journalist und ehemalige Literaturkritiker Jean-Michel Rouche hat seine Zweifel daran. Er wittert eine Sensationsstory hinter der Autorschaft des Romans und begibt sich auf Spurensuche ... STIL - Der gute Ton Foenkinos macht das Erzählen Spaß. Das merkt man jedem seiner Romane an. Fabulierlust, mag man es nennen. Das geheime Leben des Monsieur Pick ist - wie Foenkinos Besteller Nathalie küsst -leicht und beschwingt geschrieben, seine Sätze sind von einer seltsamen Zerbrechlichkeit. Jedoch mit einer großen Einschränkung: die Liebesszenen, die sind sicherlich Geschmackssache, ich finde sie schauderhaft. Im Bett streichelte Frédérik Delphins Beine, ihre Schenkel, und hielt dann an einem bestimmten Punkt inne. »Und wenn ich jetzt meinen Griffel hier reinstecke...? «, flüsterte er. Über die literarische Qualität von Liebesszenen hat sich dereinst das Literarische Quartett zerstritten, ein gefährliches Feld, das ich gerne für die kleinen und großen Liebesdramen, die sich mit der Geschichte verweben, verlasse. Man begegnet sich, man trennt sich, man findet sich wieder. Dabei ist Foenkinos zarter Zynismus grandios, wenn er etwa über Joséphines Liebesleben spricht: Das letzte Buch, das sie gelesen hatte, war das von Valérie Trierweiler gewesen: Danke für die Zeit. Das Thema hatte sie freilich angesprochen. Sie erkannte sich in dieser belogenen und betrogenen zu hundert Prozent wieder. Sie hätte über Marc ebenfalls ein Buch schreiben können. Aber diese Geschichte interessierte ja niemanden. Die Unbeschwertheit mit der Foeskinos erzählt, täuscht jedoch nicht über die großen Themen hinweg, die immer in seinen Romanen eine Rolle spielen: Liebe, Freundschaft und Tod. Jedoch ganz ohne Pathos. RESÜMEE Das geheime Leben des Monsieur Pick ist eine bissig-romantische Liebeserklärung an die Literatur. Bibliotheken, Verlage und Literaturkritik, berühmte (Michel Houellebecq hat einen kleinen Auftrifft) und verschmähte Schriftsteller, die großen Namen Proust, Puschkin, Flaubert, Melville und Céline und andere mehr, das Genre der Liebesgeschichte in all ihren Facetten und der Kriminalroman, alles findet seinen Platz in der Erzählung. Foenkinos Bücher machen das Lesen immer zu einem herrlichen Zeitvertreib. Lesenswert!

Vom Glück einen Bestseller zu landen, oder so ähnlich ;-)

Von: Madame Klappentext Datum: 02. May 2017

Inhalt: Finistère ist ein kleiner bretonischer Ort, über den es nichts außergewöhnliches zu berichten gibt. Die Einwohner sind ganz gewöhnliche Leute, bis auf einen: Henri Pick. Der hat der Gemeindebibliothek sein abgelehntes Manuskript zur Verfügung gestellt. Die junge Lektorin Delphine entdeckt den Roman und bringt ihn groß raus. Jetzt ist nichts mehr so, wie es einmal war und alle fragen sich, ob der verstorbene Pizzabäcker wirklich der Autor dieses großen Romans ist, schließlich hat er doch nie etwas von Bedeutung geschrieben. Die Suche nach der wahren Entstehungsgeschichte sorgt für eine Menge Durcheinander unter den Charakteren. Eine verwobene Geschichte mit vielen außergewöhnlichen Figuren nimmt ihren Lauf, denn eines ist sicher: „Dieses Buch konnte Leben verändern“ (S. 161) Leseeindruck: Ich habe das Buch zur Hand genommen, da mich die Ausgangssituation der Bibliothek der abgelehnten Manuskripte neugierig gemacht hat. Eine Abteilung in der es nur Bücher zu lesen gibt, die kein Verlag wollte. Soll das alles wirklich schlechte Literatur sein? Das kann man sich kaum vorstellen, deshalb ist es doch genauso gut möglich, dass sich eine Perle unter den abgelehnten Manuskripten versteckt hat. Man muss sie eben nur finden. Ich liebe Bücher, die sich um Bücher drehen. Und auch diese Geschichte versprüht wieder so einen Charme, den man vielleicht nur als Leseratte erkennt. Man kann sich ganz genau in die Menschen hineinversetzten, die sich von Monsieur Picks Roman verzaubern lassen. Die Faszination, die ein Roman auf die Menschen haben kann, wird zum Thema gemacht. Dabei wird auch ein Blick auf die Verlags- und Buchwelt geworfen, denn schließlich reicht es in der heutigen Zeit nicht aus, ein gutes Buch zu schreiben, um einen Bestseller zu landen. Nein, man muss auch noch kräftig die Marketingtrommel rühren, damit man in der Medienlandschaft Beachtung findet. All diese Aspekte werden auf unterhaltsame und humorvolle Weise angesprochen. Überhaupt herrscht in dem Roman ein lockerer Tonfall. Nicht zuletzt der Erzähler würzt mit seinen bissigen Kommentaren in den Fußnoten das Geschehen. Ich hatte beim Lesen einfach nur Spaß. Die einzelnen Kapitel sind in der Mehrheit sehr kurz, so kommt man schnell voran, denn genauso schnell, wie sich die Marketingmaschine rund um Monsieur Picks Buch dreht, blättert man auch die Seiten in diesem Buch um. Würde das Buch verfilmt werden, dann sicher als Episodenfilm, da bin ich mir sicher. Es gibt eine ganze Menge verschiedenster Charaktere im Buch, die alle irgendetwas mit dem Roman oder Monsieur Pick selbst zu tun haben. Das Manuskript verbindet sie alle und bringt unterschiedliche Figuren zusammen, dabei entstehen die unterschiedlichsten Paarungen. Vom ersten Flirt bis zur endgültigen Abfuhr ist alles dabei. Bei mindestens 6 verschiedenen Paaren, die sich im Laufe des Romans finden oder auch schon gefunden haben, war es nicht immer leicht den Überblick zu behalten. Dies ist vielleicht der einzige kleine Kritikpunkt den ich habe. Es fiel mir nicht immer ganz leicht, den Überblick darüber zu behalten, wer gerade in welcher Beziehung zum Gegenüber ist. Trotzdem denke ich, ist mir nichts entscheidendes entgangen, ein Punkt mit dem ich also gut leben kann. Fazit: Ein unterhaltsames Buch über das Geschäft mit den Bestsellern, aber auch über die Beziehungen ganz normaler Menschen. Eine Geschichte, die in erster Linie Spaß macht und sich doch auch kritisch mit unserer Gesellschaft auseinandersetzt, in der etwas eben nur zählt, wenn an Platz 1 ist. Ich habe über viele einzelne Stellen auch noch gelacht, nachdem ich das Buch zur Seite gelegt hatte. Für mich ist das immer ein gutes Zeichen, denn dann hat mich die Geschichte auch berührt. Und genau so ist das bei diesem Buch.

Humorvoll und poetisch

Von: buecherecke Datum: 22. April 2017

Inhalt: Über das Glück, vom Leben überrascht zu werden ... Im bretonischen Finistère, am wind- und wellenumtosten »Ende der Welt«, gibt es eine ganz besondere Bibliothek. Sie sammelt Bücher, die nie erscheinen durften. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, und der Roman wird zum Bestseller. Der Autor, Henri Pick, war der Pizzabäcker des Ortes. Seine Witwe beteuert, er habe zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als die Einkaufslisten – ob er ein geheimes Zweitleben führte? Diese verrückte Geschichte spornt viele Menschen an, selbst Neues zu wagen: Paare trennen sich, Liebende finden unerwartet zueinander, und so manche Gewissheit wird auf den Kopf gestellt. Mein Lieblingszitat: Meine Meinung: Mich hat die Idee von einer Bibliothek für zurückgewiesene Bücher sofort angesprochen und auch das Cover hat mich neugierig auf die Geschichte gemacht. Als ich einmal das Buch aufgeschlagen hatte, habe ich es fast in einem Rutsch gelesen, da David Foenkinos mit leichten, anschaulichen Worten erzählt und der Roman zudem aus einer spannenden Geschichte besteht, welche aus verschiedenen Handlungssträngen mit unterschiedlichen Personen zusammengesetzt ist. Man fragt sich die ganze Zeit, wer denn jetzt das entdeckte Buch des angeblichen Monsieur Pick geschrieben hat. Außerdem gab der Autor seinem Buch eine lustige Würze, da er oftmals passende Fußnoten hinzufügte. Auf der anderen Seite regt "Das geheime Leben des Monsieur Pick" aber zugleich zum Nachdenken an, da es offenbart, dass die Menschen sehr oft mehr auf das Drumherum, also die Hintergründe, als auf den eingentlichen Inhalt von Büchern, aber auch anderen Medien, achten. Die Protagonisten der Geschichte waren mir offen gesagt allesamt sympathisch, da jeder Charakter irgendwelche Makel hatte, jedoch trotzdem liebenswert erschien. Vor allem möchte ich die zielstrebige, gutwillige Delphine und den herzensguten Rouche, der von einem Unglück ins nächste trampelt. Das Ende war meiner Meinung nach das beste am ganzen Buch, weil es einfach unglaublich überraschend ist, und sogar eine Art Moral beinhaltet. Mein Fazit: Ein Buch mit einem besonderen, eigenen Charme, das bis zum Ende seine Spannung hält und mit sympathischen Charakteren überzeugt. Ein großes Dankeschön an die DVA für die Bereitstellung des Buches! Das geheime Leben des Monsieur Pick bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Großartig - fantasievoll, warmherzig und klug inzeniert

Von: Vanessas Bücherecke Datum: 21. April 2017

Klappentext: Im bretonischen Finistère, am wind- und wellenumtosten »Ende der Welt«, gibt es eine ganz besondere Bibliothek. Sie sammelt Bücher, die nie erscheinen durften. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, und der Roman wird zum Bestseller. Der Autor, Henri Pick, war der Pizzabäcker des Ortes. Seine Witwe beteuert, er habe zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als die Einkaufslisten – ob er ein geheimes Zweitleben führte? Diese verrückte Geschichte spornt viele Menschen an, selbst Neues zu wagen: Paare trennen sich, Liebende finden unerwartet zueinander, und so manche Gewissheit wird auf den Kopf gestellt. Meinung: In der Bretagne findet sich eine Bibliothek, die sich den Werken von Verlagen abgelehnter Manuskripte widmet, ganz nach dem Vorbild eines Romans von Richard Brautigan. In eben dieser Bibliothek findet die junge Lektorin Delphine ein Manuskript, das sie umhaut und der Meinung ist, dass man dieses Werk der Öffentlichkeit nicht vorenthalten darf. Als Autor macht sie den bereits verstorbenen Monsieur Pick ausfindig. Doch ausgerechnet der ehemalige Pizzabäcker hat sich nie wirklich für Literatur interessiert, ganz zu schweigen davon, dass seine Frau ihn jemals dabei gesehen hätte, dass er mehr als eine Einkaufsliste geschrieben habe. Doch das Buch wird ein voller Erfolg in dessen Verlauf so manche Leben von beeinflusst werden. Bücher über Bücher sind für mich als Büchernarr immer eine ganz besondere Freude. Und besonders bei diesem wirklich einnehmend erzählten Werk, konnte ich wieder in meiner Liebe zum gedruckten Wort schwelgen, denn David Foenkinos hat hier nicht nur eine unheimlich originelle, sondern auch sehr fesselnde Geschichte geschrieben. Er gewährt einen Biick hinter die Kulissen des Verlagswesens, verknüpft mit vielen liebenswerten, zum Teil skurrilen Figuren und einem typisch französischen Erzählstil. Eine Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren bevölkern die Geschichte rund um Monsieur Pick und sein literarisches Meisterwerk. Und trotz der Fülle an Figuren verliert man als Leser nicht den Überblick über das Geschehen oder die Protagonisten. Seite um Seite versucht man hier, dem Geheimnis von Monsieur Pick auf die Schliche zu kommen, und auch wenn ich letztendlich mit der Auflösung gerechnet habe, so hat das meiner Lesefreude an diesem Buch keinen Abbruch getan. Ich mochte die zum Teil sehr skurrilen Figuren unheimlich gerne und empfand die Protagonistenausarbeitung als durchaus gelungen. Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert, durchsetzt mit z. T. kurzen Kapiteln und unterschiedlichsten Blickwinkel, die alle in der dritten Person erzählt werden. So erhält man als Leser einen guten Überblick über alle Ereignisse, die Monsieur Picks Roman hervorrufen. Der Roman entwickelte sich zu einem richtigen Pageturner, den ich nur ungern aus der Hand legte und dessen Inhalt lange nachwirkte. Fazit: Französisch charmant, warmherzig und originell - ein wundervolles Buch über die Liebe zum Buch, die Liebe zum geschriebenen Wort und ein interessanter Einblick in das Verlagswesen. Von mir gibt es 5 von 5 Punkten. Vielen Dank an die DVA für das Rezensionsexemplar.

Schöne Geschichte

Von: Ritja Datum: 18. April 2017

Den Autor kannte ich schon von "Charlotte" und fand ihn sehr gut. Dieses Buch hier ist jedoch anders, ganz anders. Man darf sie nicht miteinander vergleichen. Es ist eine schöne leichte französische Geschichte und sie könnte auch ein guter Film werden. Es sind recht viele Charaktere für das schmale Buch, aber irgendwie findet jeder seinen Platz und seinen kleinen Anteil an der Geschichte. Alle Figuren haben ihren ganz eigenen Charme und nehmen den Leser mit in ihr Leben, welches von diesem einem Buch beeinflusst wird. David Foenkinos hat einen leicht zulesenden Schreibstil, der mich gut durch die Geschichte getragen hat. Es ist eine warmherzige Geschichte, die ihre etwas schrulligen Charaktere liebt. Man kann sich gut amüsieren über die Eigenheiten und Ansichten der einzelnen Figuren, über das Verhalten der Bewohner des Dorfes und über die Suche nach des Rästels Lösung. Wer ein bißchen zwischen den Zeilen liest, kann auch die Kritik des Autors an dem Literaturbetrieb und den Verlagen herauslesen. Immer wieder werden kleine Seitenhiebe verteilt, der Druck auf die Schriftsteller und seine Umgebung, die Rastlosigkeit, die Eifersucht und die vielen Rückschläge beschreibt Foenkinos mit leisen Humor und doch bleiben sie im Kopf hängen und wirken nach.

Liebevolle und schrullige Geschichte

Von: Buchmafia Datum: 15. April 2017

David Foenkinos schaut in seinem neuesten Roman mit einem Schmunzeln auf den Literaturbetrieb und den Hype um ständig neue Bestseller. Für das Buch "Das geheime Leben des Monsieur Pick" hat Foenkinos eine bretonische Bibliothek für Unveröffentlichtes erfunden, in Anlehnung an die tatsächlich existierende Brautigan Library in den USA, die wiederum auf eine Romanidee des Schriftstellers Richard Brautigan zurück geht. In einer kleinen Bibliothek im Ort Crozon in der Bretagne endet "die literarische Variante des Jakobswegs", die Wallfahrt des Scheiterns, die Schriftsteller mit ihren unveröffentlichten Manuskripten unternehmen können. Jean-Pierre Gourvec, der den Menschen ansehen könnte, welches Buch sie würden lesen wollen, richtet in seiner Bibliothek ein Regal mit abgelehnten Manuskripten ein, einen Platz, an dem auch das Scheitern bewahrt wird. Nach seinem Tod droht dies in Vergessenheit zu geraten, bis die junge Pariser Lektorin Delphine Despero in eben diesem Regal eine sensationell gute Geschichte findet und in ihrem Verlag veröffentlicht. Das Leben vieler Menschen wird dadurch völlig umgekrempelt, angefangen von den Angehörigen des aus Crozon stammenden Autors und Pizzabäckers Henri Pick bis zu Delphine selbst und ihrem Liebsten, dem Schriftsteller Frédéric Koskas, dessen veröffentlichter Roman kaum beachtet wurde. "Als müsste man mit jedem Satz zeigen, was für ein gewaltiger Schriftsteller man ist. Der erste Roman ist immer der eines fleißigen Schülers. Nur Genies sind von Anfang an faul." Witzig, ein bisschen mäandernd, aber dabei nie den Faden verlierend, mit teils scharfem Blick und wirklich gelungener poetischer Sprache wird die Geschichte aufgerollt. Die Charaktere sind liebevoll-überspitzt dargestellt, mit kritischem aber nicht maßregelndem Blick. Man amüsiert sich gleichermaßen über Pragmatismus und Wortkargheit von Madeleine, der Ehefrau des nunmehr berühmten Monsieur Pick und über den etwas wunderlichen und wegen des Rummels um ein fremdes Buch eifersüchtigen Frédéric der lieber mit sich allein als mit anderen ist: "Die Angewohnheit der Menschen, sich für eine Stunde oder zwei zu verabreden, um irgendwelche Neuigkeiten auszutauschen, erschien ihm absurd. Er tauschte sich lieber mit der Stadt aus, das heißt, er ging spazieren" Die Geschichte selbst entwickelt sich recht gemütlich. Foenkinos' Stil zeigt, dass er unverkrampft und mit viel Leichtigkeit schreiben kann, bei manchem ein bisschen zu lange verweilt, über anderes einfach hinweg springt. Das macht den Charme des Romans aus und ist gleichzeitig ein Manko im mittleren Teil, wenn die Geschichte stockt und ein paar Längen hat. Der Fokus des Romans liegt für mich zum einen in der mit zwinkerndem Auge betrachteten Literatur und im Finden und Erkennen guter Geschichten, zum anderen aber auch in der Kraft, die von Paaren ausgeht. Delphine und Frédéric zum Beispiel sind recht gegensätzlich sind dabei, mehr übereinander herauszufinden, oder Madeleine und Henrí, die sich offenbar nicht gut kannten und erst auf den zweiten Blick Gemeinsamkeiten haben. Auch hier blickt Foenkinos mit liebevollem Humor auf seien Figuren: "Ein linearer, elektrischer Lichtstrahl kündigte ihre (Delphines) Ankunft an. Frédérik schlenkerte dagegen ruckartig hin und her, seine Fahrweise hatte mehr etwas künstlerisches." So schön lassen sich Gegensätze durch Radfahren ausdrücken! "Nur für sich selbst schreiben ist, als würde man die Koffer packen, um anschließend nicht zu verreisen." Normalerweise mag ich solche rundum-Wohlfühlbücher nicht sehr, aber wegen der vielen Kleinigkeiten, die mich teilweise haben lachen lassen, der wirklich verdrehten Charaktere, die oft nicht aus ihrer Haut können und dadurch ihre ganz persönlichen kleinen Katastrophen auslösen, und der für mich doch kauzigen Art, wie der Autor Schicksal spielt und alles wieder zurecht rückt, hat mir das Buch gut gefallen. Empfehlen kann ich das Buch allen, die eine amüsante und nicht tief greifende Geschichte über die Liebe zum Lesen, die Liebe zum Leben und den Mut zur Veränderung lesen wollen.

Geheime Lesewelten,,,

Von: Angela Busch Datum: 04. April 2017

INHALT: Ein kleiner Ort in der Bretagne, Finistère beherbergt eine Besonderheit für den Literaturbetrieb. Es gibt dort eine *Bibliothek der unerwünschten Manuskripte*, die von dem Bibliothekar Jean-Pierre Gourvec angelegt wurde. Er hat sich aller nicht verlegten Autoren-Manuskripte erbarmt und bewahrt sie für den Schriftsteller und die Nachwelt auf. Die erfolg-reiche Lektorin Delphine Despero und ihr Lebensgefährte, ein erfolg-loser Schriftsteller, spüren diesen merkwürdigen Ort auf und entdecken das nie erschienene Manuskript des Pizzabäcker Henry Pick. Kann ein einfacher Pizzabäcker heimlich so ein grandioses Buch schreiben, welches nie verlegt wurde und dann in Vergessenheit geriet? Delphine und ihr Freund beginnen mit einer spannenden Recherche zu diesem Buch und Schriftsteller,,,,, MEINE MEINUNG: Die Schreibweise des Autors, locker, leicht, witzig , amüsant und mit vielen versteckten Andeutungen versehen, geht schnell in den Kopf und strengt beim Lesen selten an. Er hat eine leichte Ader zur Satire und ich musste öfters schmunzeln bei seiner Ausdrucksweise. Seine Romanfiguren hat er deutlich und unverkennbar mit verschiedenen Charakterzügen versehen. Delphine, die ihren Partner zwar liebt aber eben auch weiss, dass er erfolglos an seinem Buch schreibt und ihm das wohlwollend verzeiht. Dann der erfolglose Schriftsteller, der mit sich und der Welt hadert, dabei aber trotzdem von seinem Talent überzeugt ist, sowie viele andere liebenswerte und individuelle Nebenprotagonisten. Und er führt uns durch die ältere Madame Pick endlich zu Henry Pick und seinem Werk, das irgendwie immer hinter einem Schleier verborgen bleibt. David Foenkinos versteht es wunderbar, dem Leser die unbekannte Welt des Literaturbetriebes zu vermitteln und zwar durch Andeutungen und sehr viel Witz. Er lästert humorvoll und süffisant über die Eitelkeit und Erfolgshascherei der Verlagsmitarbeiter und Führungsetagen, die nur das Geld und hohe Verkaufszahlen wittern, egal wie gut oder schlecht das Buch beim Leser ankommt ;-) ! Sehr gut und realistisch beobachtet! Aber auch die Leser bekommen *Ihr Fett* weg. Sie schlucken anscheinend alles , wenn die Medien dahinterstehen. Magali, die Bibliotheksangestellte,verändert sogar ihr ganzes Äusseres Auftreten für einen kurzen Fernsehspot. Ich habe oft beim Lesen gedacht: „Ja, genau so leben wir alle in unserer Gesellschaft die persönlichen Eitelkeiten heimlich aus.“ Ich kann dieses grossartige Buch nur empfehlen und hatte sehr viel Spass und Freude beim Lesen und möchte es mit fünf Sternen empfehlen..den Ausgang dieser Geschichte ,,, nun das erlest Euch bitte selber! Fünf Sterne ***** Lieben Dank an die DVA für das schöne gebundene Leseexemplar. Es bekommt einen Ehrenplatz in meinem Regal.

Leider Erwartungen nicht erfüllt

Von: Weltenwandler Datum: 04. April 2017

Autor: David Foenkinos Verlag: DVA Erscheinungsdatum: 13.03.2017 Klappentext auf der Coverrückseite: Ein windumtostest Dorf in der Bretagne, in dem alles so ist, wie es schon immer war. Bis eines Tages eine junge Frau in der Gemeindebücherei ein Manuskript entdeckt, das selbst im fernen Paris für Aufregung sorgt und das Leben vieler Menschen verändert. Ein alter Bibliothekar und seine große Liebe, eine Dessousladenbesitzerin, die vom Glück überrascht wird, und ein misstrauischer Kritiker - all ihre Geschichten verweben sich durch den rätselhaften Roman eines Monsieur Pick... Das Buch begann stark mit sehr gutem Humor, ich war begeistert, es schien meine Erwartungen, zu übertreffen. Leider ging es dann Berg ab, denn nach dem Fund des Manuskriptes, verliert sich die Handlung fast nur noch in Beziehungsdramen, die aus der Entdeckung resultieren. Da hätte David Foenkinos kreativer sein können. Doch als ich mich über den Autor informierte, den ich zuvor nie gelesen hatte, wurde mir einiges klar. Liebesromane etc, scheinen halt sein Ding zu sein. Nur weckte der Klappentext auf dem Buch ganz andere Vorstellungen in mir. Dazu kommt, das diese Beziehungsgeschichten dann auch noch sehr eintönig und klischeehaft wirken. Als hätte der Autor sich von Blättchen wie »Die Bunte« oder »Gala« etc inspirieren lassen. In dem einen Drama geht es um Geld, im nächsten um die Wiederentdeckung der Jugend in sich und Abenteuer oder als drittes im Bunde, um Probleme wegen der Karriereziele eines Paares. Dafür hätte es die Entdeckung des Buches des Monsieur Pick, nicht unbedingt gebraucht. Störend empfand ich auch, die billige, Beschreibungen der Szenen, wenn es zu sexuellen Handlungen kommt, ich empfand das nicht als erotisch, sondern nur ekelig, und ich bin sicher kein Mensch, der ein Problem mit dem Thema hat. Nur die Worte, die verwendet werden, sind hier nicht gut gewählt. Die Szenen waren schlicht überflüssig. Der Schreibstil ist sehr leicht zu lesen und David Foenkinos kann sehr lustig sein, leider war es in diesem Buch nur eine richtig gute Passage. Dieser Stil war dann letztendlich der Grund, warum ich das Buch überhaupt beendet habe, denn nach dem Anfang, wurde es mir zu langweilig. Der Spannungsbogen war so dünn wie ein Spinnenfaden. Am Schluss geht der Autor dann doch noch mal näher auf die Ereignisse ein, die direkt mit dem ominösen Buch zu tun haben, aber das hat es leider nicht mehr gerettet. Fazit: Dieses Buch hat mich enttäuscht, was nicht bedeutet, dass es für bestimmte Leser kein Genuss sein könnte. Es ist eben eine sehr leichte Lektüre, wenn man nicht viel denken will. Vielleicht ist es auch mehr ein Frauenbuch und ich als Mann kann damit einfach nichts anfangen. Eine klare Kaufempfehlung kann ich guten Gewissens nicht aussprechen. Für das Cover und für den Humor den Foenkinos zustande bringt gibt es: 2 Sterne Aber das war es dann auch schon. Sehr schade. Liebe Grüße Euer Weltenwandler

Bibliothek der Verschmähten

Von: YukBook Datum: 26. March 2017

Enttäuschte Schriftsteller aufgepasst! Es gibt eine Bibliothek, die von Verlagen abgelehnte Manuskripte in ihren Bestand aufnimmt: die Richard Brautigan Library an der amerikanischen Westküste. Diese inspirierte den französischen Schriftsteller David Foenkinos dazu, eine fiktive französische Version ins Leben zu rufen, angesiedelt im bretonischen Finistère, Schauplatz seines jüngsten Werks „Das geheime Leben des Monsieur Pick“. Autoren pilgern scharenweise zu dieser Bibliothek der Verschmähten, um ihre unveröffentlichten Geschichten dort abzuliefern und ihre Hoffnung auf eine Veröffentlichung endgültig zu begraben. Die Stätte weckt auch das Interesse der Hauptfigur Delphine Despero, die nicht nur aus dieser Gegend stammt, sondern als ambitionierte Junior-Lektorin beim Pariser Verlag Grasset stets auf der Suche nach potenziellen Bestsellern ist. Mit ihrem Freund und Schriftsteller Frédéric besucht sie ihre Familie, besichtigt die Bibliothek und überrascht alle Einheimischen mit der Nachricht, sie sei auf ein wahres Meisterwerk gestoßen. Anfangs ist die Skepsis groß, ob die Geschichte „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ tatsächlich wie auf dem Manuskript vermerkt aus der Feder des verstorbenen Henri Pick stammt, zumal dieser als Pizzabäcker ein eher unauffälliges Leben führte und laut seiner Frau weder las noch schrieb. Doch der Medienrummel und das zunehmende Interesse für diese ungewöhnliche Story rund um den mysteriösen Henri Pick räumen die Zweifel allmählich aus. Dank Delphines Vermarktungskünsten wird das Werk nicht nur ein Mega-Bestseller – es verändert auch die Menschen und bringt sie dazu, ihr Leben umzukrempeln. Großes Kompliment an David Foenkinos, der nicht nur eine wunderbare Romanidee umgesetzt, sondern eine wahre Schatztruhe für Buchliebhaber zu Papier gebracht hat. Die Geschichte funkelt nur so vor Seitenhieben auf die schreibende Zunft, den Literaturbetrieb und die Leserschaft. Fast jedes Glied der Kette bekommt sein Fett weg: der Schriftsteller, der gar nicht oder nur für kurze Zeit oder völlig ohne Grund zu Ruhm gelangt; der Verlag, der mit allen PR-Raffinessen ein Manuskript auszuschlachten weiß; der Leser, der sich mehr für die Geschichte hinter der Geschichte interessiert; der abgehobene Literaturkritiker, dessen Meinung niemanden mehr interessiert. Auch die vielen Anspielungen auf die Literaturszene, zum Beispiel, dass hinter jedem erfolgreichen Schriftsteller eine starke Frau stehe, bringen den Leser zum Schmunzeln. Der Rundumschlag gelingt dem Autor mit spielerischer Leichtigkeit, Feinsinn und Expertise, gewürzt mit bretonischem Flair. Trotz des fast schelmischen Tons bringt er durch gefühlvolle Formulierungen wie „schutzbedürftige Manuskripte“ seine Liebe zum Geschriebenen immer wieder zum Ausdruck.

Ein bibliophiler Roman, eines bibliomanen Philanthropen. Einfach nur schön.

Von: Koreander.net Datum: 21. March 2017

Richard Brautigan erzählte in „Die Abtreibung: Eine historische Romanze 1966“ von einer Bibliothek, die die abgelehnten Manuskripte erfolgloser Autoren beherbergte. Eine ebenso rührende wie originelle Idee. Jeder der schreibt, weiß wie tragisch es ist, wenn man für den Mülleimer produziert, weil sich niemand findet, der die eigene Leistung zu würdigen vermag. David Foenkinos verfasst in „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ eine Hommage an Brautigans geniale Idee, indem er einen seiner Protagonisten, in einem kleinen abgelegenen Dorf in der Bretagne, ebenfalls solch eine Bibliothek eröffnen lässt. Hier müssen die Autoren persönlich erscheinen und ihr Werk einreihen, quasi auf den Friedhof der Geschichte. Der Weg in das bretonische Dorf wird so zur Wallfahrt des Eingestehens des Versagens, aber auch des Loslassens und der Erneuerung. Doch was wäre wenn sich unter den zahllosen Manuskripten ein epochales Werk verbergen würde? Was, wenn einige Lektoren nicht richtig hingeschaut hätten? Was, wenn der Zeitgeist einfach gerade ein anderer war? Und was wäre, wenn der Literaturbetrieb weniger auf die Inhalte als auf das Image, die Show und die verkaufszahlen achtet? Könnten dann nicht Meisterwerke einfach so unter den Tisch fallen – bzw. in einer Bibliothek der abgelehnten Bücher landen? Genau das geschieht im geheimen Leben des Monsieur Pick. Eine junge Lektorin entdeckt in den zahllosen Manuskripten ein geniale, wie emotionale Geschichte von Liebe, Trennung und einer historischen Reminiszenz an den Todeskampf des russischen Nationaldichters Puschkin. Jeder, der das Werk liest, ist begeistert und so bahnt sich die Sensation des Jahrhunderts im Literaturbetrieb an. Ein mehrfach abgelehntes Manuskript eines unbekannten Autors, wird zum Bestseller und zum Hauptthema der Feuilletons. Wer war dieser ominöse Monsieur Pick, der diesen außergewöhnlichen Roman geschrieben hat? Das geheime Leben des Monsieur Pick ist dabei nicht nur eine wundervolle Geschichte über das Verlagswesen und die Literaturszene, es ist zugleich eine Erzählung über die Macht des geschriebenen Wortes und manchmal auch einfach nur über die Wirkung des Zufalls – oder zumindest die Veränderungen die das Leben manchmal braucht, um es zum Besseren zu wenden. Die einfach nur schöne Geschichte ist dabei durchweg spannend, ist doch bis zum Schluss nicht klar, was es nun mit Monsieur Pick und seinem Jahrhundertroman auf sich hat. David Foenkinos ist ein Meister der vermeintlichen Nebensächlichkeiten. Man muss schon aufmerksam lesen und vielleicht auch mal ein klein wenig recherchieren, um die Anspielungen und tieferen Bedeutungen zu erkennen und sie nicht einfach als schlechten Stil abzutun, wie es in mancher Rezension geschieht. Ein wundervolles Beispiel ist das Barabara-Album „La Mal de vivre“, das eine kleine aber bedeutende Rolle spielt. Foenkinos hätte jedes andere Chanson nehmen können, aber er bezieht sich auf das Lied „Göttingen“. Es ist eine wunderschöne, geradezu philanthropische Anspielung auf aktuelle Entwicklungen in Frankreich, Europa und auch weltweit. Die Liebe ist nicht nur wesentliche Triebfeder des Romans, sie ist auch wesentliche Triebfeder des Autors. Und das kann man an zahlreichen Stellen spüren, so man sich denn auf Belletristik einlassen kann. „Er tat so, als hätte ihn das überraschende Weidersehen entzückt, und ging davon, ohne sich weiter nach ihr zu erkundigen. Sie dachte sich, er hat sich nicht verändert, alles dreht sich immer nur um ihn. Sie konnte ja nicht wissen, wie weh sie ihm getan hatte.“ Es sind diese Kleinigkeiten, die natürlich nicht immer so bedeutend sind wie bei „Göttingen“, aber sie sind auch mehr als nur eine sprachlichere Spielerei, die den Roman, den Schreibstil von Foenkinos so wundervoll machen. Diese Vorliebe für Details, für die Gedanken der Protagonisten auch abseits der Haupthandlungsstränge, das Nachreichen von Erklärungen oder Zusatzinformationen für eigentlich bereits beendete Szenen, entwickeln eine Sogkraft, die einem ein permanentes Lächeln, ob der Liebe Foenkinos für seine eigene Erzählung, ins Gesicht zaubert. Dadurch sieht man beim Lesen allerdings eventuell leicht debil aus. Das sollte man bedenken, wenn man es gewohnt ist, in der Öffentlichkeit zu lesen. Auch ist dem Buch ein sehr spezifischer Humor zu eigen. Dies gilt es ebenfalls zu beachten, sollte man gerne in einem Kaffee lesen. Denn wer bei der Lektüre laut lacht, gerät natürlich schnell in den Verdacht man würde Trivialliteratur lesen. Oder noch schlimmer irgendein Buch eines geghostwriteten Comedian. Gott bewahre. Foenkinos ist Unterhaltung. Selbstverständlich. Aber Monsieur Pick ist wundervolle Unterhaltung. Unterhaltung mit fantastischen Sprachbildern und herausragenden Formulierungen. Ich neige fast dazu, dies für eine Spezialität der französischen Literatur zu halten. Sie „schminkte sich ab, schwermütig wie eine alternde Schauspielerin nach der letzten Vorstellung.“ Den Satz kann man ruhig länger auf sich wirken lassen. Wer bibliophile Romane von einem bibliomanen Philanthropen lesen mag, ist mit „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ bestens beraten. Kurzweilig, liebevoll, einfach nur schön.

Das geheime Leben des Monsieur Pick

Von: Miss.mesmerized Datum: 20. March 2017

Im kleinen bretonischen Dorf Crozon will die Literaturagentin Delphine Despero mit ihrem Ehemann, seinerseits Autor, nur ein wenig Urlaub bei den Eltern machen. In der lokalen Bibliothek stoßen sie auf eine Kuriosität, die auf den früheren Leiter, einen gewissen Jean-Pierre Gourvec, zurückgeht: er sammelte Manuskripte abgelehnter Romane. Unter jeder Menge unbrauchbarem Text stoßen sie jedoch auf einen Schatz, der die Literaturlandschaft Frankreich verändern sollte: Henri Picks Roman „Die letzten Stunden einer großen Liebe“. Schnell machen sie auch den Autor ausfindig: der lokale Pizzabäcker, bereits seit zwei Jahren tot, hatte offenbar noch eine zweite, literarische Seite, die niemand kannte. Mit dem Erfolg des Romans steigt auch das Interesse am Autor bzw. seinen Hinterbliebenen, die gar nicht wissen, wie ihnen geschieht. Doch Erfolg ruft bekanntermaßen auch böse Geister auf den Plan, die mit daran verdienen wollen bzw. denen hauptsächlich daran gelegen ist, das Glück der anderen zu zerstören. David Foenkinos ist bekannt für seine leichtfüßig Wohlfühl-Romane, die geschickt eben nicht seicht, sondern einfach begeisternd sind. Auch mit seinem Monsieur Pick kann er diesem Ruf wieder gerecht werden. Dieses Mal steht jedoch nicht die liebe oder die Unmöglichkeit selbiger im Zentrum, sondern der Literaturbetreib als solcher. Der Roman, der offenbar unheimlich gut ist – worum es geht, erfahren wir leider nie – und nicht ohne Wirkung auf die Leser bleibt, aber auch auf alle, die mit der Entstehung oder Veröffentlichung selbigen befasst sind. Bemerkenswert entwickelt sich die Geschichte um den verkannten Pizzabäcker zum Selbstläufer und kann von niemandem mehr kontrolliert werden. Ein regelrechter Medienhype entsteht. An dieser Stelle ist Foenkinos nicht nur sehr glaubwürdig und authentisch, sondern geradezu von der Realität überholt worden. Sein Satz „Er würde (…) eine Gesellschaft kritisieren, in der alles auf eine gut verkäufliche Idee ankam und der eigentliche Text in den Hintergrund trat.“ (S. 189) Zwingt dem Leser den Gedanken um die italienische Autorin Elena Ferrante geradezu auf (wobei die Jagd nach der Auflösung des Pseudonyms im großen Stil nach der Veröffentlichung von Foenkinos Roman aufgenommen wurde). Man hat keine Schwierigkeiten mehr sich vorzustellen, dass das Interesse an der mysteriösen Person hinter dem Roman größer ist als der literarische Wert des Werkes selbst. Daneben spielt natürlich wieder die Liebe in all ihren positiven wie negativen Schattierungen eine Rolle. Des Autors wiederkehrendes Thema wird auch hier nicht als die rosarot verklärte Verliebtheit geschildert, sondern als komplexe Angelegenheit, die meist nicht ohne schmerzliche Erfahrungen auskommt. Alle Figuren lieben, auf ihre Weise, mal mehr, mal weniger, aber einfach ist es nie. Und doch finden sie irgendwie wieder ein bisschen Glück. Auch wenn der Roman krimihafte Aspekte – die Suche nach dem wahren Autor – hat, stehen für mich doch eher die Figuren mit ihren unterschiedlichen Empfindlichkeiten sowie natürlich die etwas überzeichnete Darstellung des Literaturbetriebs im Vordergrund als die Auflösung des Mysteriums (das leider im deutschen Titel nicht übernommen wurde). In einem Interview mit der französischen Magazin Express sagte Foenkinos, dass er zeigen wollte, dass ein Manuskript das Leben der Menschen verändern kann, egal ob sie auf Seite der Autorenschaft oder als Leser damit in Berührung kommen. Eine Hommage an die Literatur und die Liebe habe er beabsichtigt – das ist ihm sehr überzeugend und unterhaltsam gelungen.

Rezension: David Foenkinos, Das geheime Leben des Monsieur Pick

Von: Tina / Kill Monotony Datum: 13. March 2017

„In jedem von uns schlummert eben ein kleiner Pick.“ Heute erscheint „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ und ich durfte vor Erscheinen Lesen! „Monsieur Pick“ (kürzen wir es der Einfachheit halber mal ab) handelt von einer Bibliothek, in der abgelehnte Manuskripte aufbewahrt werden. Abgegeben werden müssen sie persönlich, dies gilt als symbolischer Akt des Loslassens und Vergessens und aus ganz Frankreich pilgern gescheiterte Schriftsteller dorthin, um ihre Werke abzugeben. Auftritt Magali: Sie soll in der Bibliothek zur Hand gehen, hat aber mit Büchern nichts am Hut. Als dann auch noch Gourvec, der Besitzer, stirbt, ist sie komplett überfordert. Nebenher erfahren wir vom Leben der Delphine, Junglektorin und immer auf der Suche nach dem neuesten Bestseller. Sie lernt über sein Buch den Schriftsteller Frédéric kennen und gemeinsam entdecken sie bei einem Besuch in der Bibliothek der abgelehnten Manuskripte einen kleinen Schatz: den Roman von Henri Pick. Diesen gilt es nun zu veröffentlichen, aber zuvor muss noch die Familie des verstorbenen Pizzeria-Inhabers ausfindig gemacht werden. "Delphine fürchtete, die Nachricht könnte einen Schock auslösen. Madeleine hatte deutlich gesagt, dass ihr Mann nie gelesen hatte. Aber vielleicht stimmte ja Frédérics Vermutung. Man würde ihr schließlich nicht eröffnen, dass es in seinem Leben eine andere Frau gegeben hatte, sondern nur einen Roman. (Für manche mag das dasselbe sein.)" Madeleine und Josephiné, Frau und Tochter des mysteriösen Monsieur Pick, können es gar nicht glauben, hat Henri doch allerhöchstens mal die Einkaufsliste geschrieben! Und schon beginnt auch schon der Hype um das Buch, jeder möchte wissen, wer Henri Pick war, womit er seine Brötchen verdient hat und was für Einflüsse er hatte. Familie Pick versinkt in einem Strudel aus Wahnsinn und 5-Minuten-Ruhm, und die Geschichten aller Charaktere beginnen sich zu verflechten… Mein Fazit: „Monsieur Pick“ ist ein kurzweiliges Buch über die Liebe zur Literatur, für alle Bibliophilen unter uns, das mit einer wahnsinnig leichten (typisch französischen?) Sprache die Geschichte von einigen sehr liebenswerten Charakteren erzählt. Teilweise waren mir die literarischen Querverweise „zu hoch“ und mit den französischen Autoren kenne ich mich auch nicht so gut aus, es war fast wie „Ready Player One“ im Literaturareal vom Name-Dropping her. 😀 "Die Geschichte des Buches, das sich unter den abgelehnten Manuskripten befunden hatte, traf einen Nerv, ein ganzes Volk dürstete nach Publikum." Foenkinos hat es geschafft, viele Charaktere einzuführen, ohne dass man verwirrt ist oder nochmal zurückblättern muss, um nachzuschauen, wer wer ist – dass das so gut klappt, kenne ich bisher nur von Martin Suter. Ein großes Plus! Außerdem hat mir der Sprachstil sehr gut gefallen, es ist dieses typisch leichte, das man vielleicht von anderen französischen Büchern kennt und das trotz Übersetzung immer erhalten bleibt. Auch wenn die Wendungen im Buch etwas vorhersehbar waren, war es doch ein Genuss, ins Leben der Charaktere einzutauchen, in die Welt, die sich aufgrund eines Buches so komplett verändert hat.

Wie gut kennt man die Seinen?

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 13. March 2017

Henri Pick ist tot. Und das schon länger. Friede seiner Seele und, vor allem, ein weiterhin und nun, nach der Trauerphase, gutes Leben seiner Witwe Madeleine. Könnte man sagen. Wenn Pick, Pizzabäcker von Beruf, großer Schweiger (salopp würden manche sagen: „Maulfaul“) nicht plötzlich wieder (eigentlich zum ersten Mal) in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Literaturwelt geraten würde. Jean Pierre Courvec liebte Bücher und ließ sich durch ein Vorbild auf eine eher abwegige Idee bringen. In seinem Laden in Crozon, Bretagne, Finistére baute er Regale, um dort Manuskripte abgelehnter Bücher aufzubewahren für die Nachwelt. Einzige Regel: Der Autor musste sein abgelehntes Werk selber zu ihm bringen, Auch das ist länger her. Das Regal verstaubt, die Idee längst begraben, die Nachfolgerin im Laden nicht motiviert, daran was zu ändern und Madeleine, die Witwe Henri Picks wieder auf einem guten Weg. Und sie ist sich gar nicht sicher, ob es ihr guttun wird, dass nun die Person ihres verstorbenen Mannes wieder in ihr Leben tritt. Denn sie hat sich eingerichtet als Witwe, fühlt sich wohl, steht dem Leben positiv gegenüber. Und aufgrund der Vorkommnisse der letzten Zeit ist es unabdingbar, gibt sie ihre Zustimmung, dass ihr Mann mehr wieder ins Leben treten würde, als zu Lebzeiten. Denn eine junge, ehrgeizige, literaturliebende Lektorin ist mit ihrem Verlobten, einem eher erfolglosen Romancier, dessen erstes Werk zwar gedruckt, das aber nun wirklich so gut wie niemand kennt, Auf Verwandtenbesuch. Und wie es der Zufall will (oder wie im Märchen, was dieser Roman nun auch in Teilen ist) hört sie von der Sammlung abgelehnter Werke, fährt hin, entdeckt ein Manuskript eben jenes Henri Pick und spürt (worin ihr umgehend der Verlagschef zustimmen wird), dass hier ein literarischer Meilenstein in ihren Händen liegt. Und umgehend nimmt die Bestseller-Industrie ihren Betrieb auf. Wobei der Leser zum einen viel über die inneren Abläufe des Literaturbetriebes erfährt, sich mit der Lektorin fragt, wie dieses Manuskript je abgelehnt werden konnte, sich dann mit der Familie fragt, ob Pick es je eingereicht hatte und zudem eine ganze Reihe weiterer Geheimnisse der Personen kennenlernen wird. Die Tochter, die unglücklich ihren Dessousladen als „Schutzmantel“ benutzt, die Witwe, die eine Affäre hatte zu Zeiten, der Autor, der zwar gedruckt aber nicht von sich überzeugt ist (zu Recht) und als roter Faden die Frage, wie gut man jene wirklich kennt, die einen im Leben begleiten. Das sind mit die stärksten Szenen im Buch, wenn Erinnerungen kommen, wenn eine Person, obwohl bereits länger verstorben, noch einmal neu entdeckt wird und ebenjene sich erinnernden Personen sich selbst dabei neu finden. Wobei der Roman auch Längen aufzuweisen hat, hier und da manche Ereignisse kaum als realistisch einzustufen sind, durchaus aber auch wieder Spannung in der Frage erzeugt, was wirklich hinter dem Manuskript steckt. Denn wo wie manche der Personen im Buch fällt es auch dem Leser schwer, je mehr er Pick kennenlernt, zu glauben, dass dieser Mann, diese Person wirklich überhaupt die Neigung hatte, etwas zu schrieben. Eine anregende, leichte Lektüre mit viel „allzu Menschlichem“, mit einigen Längen, mit durchaus tiefergehenden Erkenntnissen über das Leben und das Innere von Personen, aber auch mit weniger überzeugenden Figuren (wie jener „Autor ohne Ruhm“. Der wohl nur als Sinnbild für all jene gedruckten, aber weitgehend ungelesenen Werke der Weltgeschichte herhalten muss).

Die Bibliothek der abgelehnten Manuskripte

Von: Literaturwerkstatt-kreativ / Blog Datum: 15. June 2017

„Literaturwerkstatt- kreativ“ rezensiert "Das geheime Leben des Monsieur Pick” (Hörbuch) von David Foenkinos Der Bibliothekar Jean-Pierre Gourvec lebt in Crozon, in der Bretagne. Er leitet dort die öffentliche Bibliothek. Inspiriert von einer Bibliotheksidee aus Amerika, die abgelehnte Manuskripte von Autoren beherbergt, richtete er in seiner Bibliothek auch einen Teilbereich für abgelehnte Manuskripte ein. Einzige Bedingung ist, dass die Autoren ihre nicht veröffentlichen Werke selber vorbeibringen müssen. Nach seinem Tod führt seine Bibliothekskollegin die Bibliothek weiter, hat aber kein besonderes Augenmerk mehr auf die abgelehnten Manuskripte, so dass diese mit den Jahren immer mehr verstauben. Bis eines Tages die erfolgreiche Pariser Lektorin Delphine Despero mit ihrem Freund Frederic - einem erfolglosen Schriftsteller - der Bibliothek einen Besuch abstatten. Dabei stoßen sie auf ein abgelehntes Manuskript „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ von einem Autor namens Henri Pick. Die Lektorin Delphine sieht in dem Manuskript großes Potenzial und veröffentlicht es. Das Buch wird ein Erfolg. Natürlich auch, weil sich viele Geheimnisse um den Autor ranken. Henri Pick, - mittlerweile zwei Jahre tot -, war Pizzabäcker in Crozon und hat laut seiner Frau nie ein Buch gelesen und sie hat ihn auch nie schreiben sehen. Wie konnte er dann solch einen Roman zustande bringen? Der Erfolg des Romans wirbelt das Leben vieler Menschen durcheinander. Ein mittlerweile erfolgloser Journalist ist davon überzeugt, dass Monsieur Pick das Buch nicht selber geschrieben hat und beginnt mit eigenen Nachforschungen. Er erhofft sich so ein Comeback, wenn er den wahren Autor ermittelt. Fazit: Es ist mein erstes (Hör)Buch, das ich von von David Foenkinos kennengelernt habe. Der Autor hat einen sehr lockeren, leichten und witzigen Stil. Ich fühlte mich gut unterhalten, vor allem bei seinen vielen Seitenhieben und Anspielungen auf den Literaturbetrieb, die allemal sehr amüsant sind. Wie schnell ein Bestseller entstehen kann, wenn an den richtigen Fäden gezogen wird, lässt einen doch schmunzeln. Seine Protagonisten hat der Autor alle sehr schön, liebenswert und charmant beschrieben und all ihre Stärken, Schwächen und Eitelkeiten hervorragend herausgearbeitet. Dabei haucht die Stimme von Axel Milberg – Erzähler und Sprecher dieses Hörbuches - den Akteuren Leben ein. Mit seiner wunderbaren sanften, melodischen Stimme schafft es es hervorragend jedem Einzelnen eine eigene Persönlichkeit zu geben. Ob ernst, heiter, melancholisch, erotisch, ärgerlich, verletzt oder romantisch schafft er es immer wieder sich in die einzelnen Personen hineinzuversetzen. Ich war von Axel Milberg, als Sprecher mehr als positiv überrascht. Das zart wirkende Cover, mit den kleinen zum Roman passenden Bildern, macht für mich erst nach dem kennenlernen des Buches Sinn. Im Vorfeld hat sich das Cover für mich nicht sofort erschlossen und auch mein Interesse nicht geweckt. Da David Foenkinos jedoch in der Literaturszene einen sehr guten Namen hat, wollte ich den Autor näher kennen lernen. Ich habe es nicht bereut! „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ mit seinem französischen Charme hat mir viel Freude bereitet und ich kann es nur weiter empfehlen. Eine absolute (Hör) - Leseempfehlung !!! Dank an den Hörverlag für das Rezensionsexemplar.

VERWIRRUNG DER BUCHSTABEN

Von: Ulrike Sokul Datum: 27. May 2017

Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul © Wechselwirkungen zwischen Literatur und Leben sind ein unermüdliches und spannendes Thema für Romane. Von einer solchen literarischen Spurensuche, ihren heiter bis wolkigen zwischenmenschlichen Verstrickungen, nebst schelmischen Bezügen zu verlegerischen Buchvermarktungsstrategien, handelt auch „Das geheime Leben des Monsieur Pick“. Der Roman von David Foenkinos spielt in dem kleinen Küstenort Crozon in der Bretagne. Jean-Pierre Gourvec, der ungesellig-junggesellige Leiter der örtlichen Leihbibliothek richtet eine Sonderabteilung für abgelehnte Manuskripte ein. Per Inserat in einschlägigen Buchhandelsmagazinen lädt er Schriftsteller dazu ein, ihre von Verlagen für druckunwürdig bis unleserlich befundenen Werke in der „Bibliothek der abgelehnten Manuskripte“ persönlich abzugeben und sich auf diesem Wege endgültig von ihnen zu verabschieden. Im Verlauf von zehn Jahren stranden dort fast tausend Manuskripte. Delphine Despero, die als junge Lektorin bei einem renommierten Pariser Verlag arbeitet, hat bereits zwei unbekannte Autoren entdeckt und ihnen zu Bestsellerruhm verholfen. In den dritten unbekannten Schriftsteller, den sie entdeckt, verliebt sie sich auf den ersten Blick. Während sie die Verlagsvertragskonditionen besprechen, stellt sich heraus, daß diese Liebe erwidert wird. Frédéric und Delphine werden ein Paar. Traditionell verbringt Delphine die Sommerferien bei ihren Eltern in der Bretagne, und Frédéric kommt selbstverständlich gerne mit. Delphine hat einen Stapel Manuskripte zu lesen, und Frédéric schreibt weiter an seinem zweiten Buch. Zur Entspannung unternehmen sie einen Ausflug in die Bibliothek der abgelehnten Manuskripte. Sie blättern und schmökern einen ganzen Tag darin herum und finden ein Romanmanuskript, das sie unerwartet gelungen und bemerkenswert halten: „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ von Henri Pick. Sie recherchieren, und es stellt sich heraus, daß Henri Pick der vor zwei Jahren verstorbene Pizzabäcker von Crozon war. Delphine sucht Picks Witwe auf, eine bodenständig-herzhafte alte Dame von achtzig Jahren, die zunächst nicht glauben kann, daß ihr Henri einen Roman, noch dazu ein Meisterwerk, geschrieben haben soll. Schließlich hatte er ihres Wissens niemals ein Buch gelesen, geschweige denn eines geschrieben. Die geheimnisvolle Entstehungsgeschichte und das rätselhafte, verborgen gebliebene schriftstellerische Parallelleben Henri Picks werden werbewirksam vermarktet, und der Roman „Die letzten Tage einer großen Liebe“ entwickelt sich zu einem sensationellen Erfolg. Der Erfolg führt zu weiterem Medienrummel, Fernseh- und Zeitungsinterviews mit der Witwe und der Tochter Henri Picks. Erste Fans pilgern in die ehemalige Pizzeria und zum Grab des Autors ... David Foenkinos spielt mit möglichen Wahrheiten und glaubhaften Lügen. Geschickt verknüpft er Lebensfäden, Leidensknoten und Liebesschleifen seiner Figuren. Seine charakterisierenden Beschreibungen sind detailreich, einfühlsam und anschaulich. Ein Chor vieler Stimmen und vieler Wahrheiten wird von ihm zu einem charmanten, heiter-melancholischen Einklang geführt. Der Vorleser Axel Milberg liest diesen Roman sehr angenehm und unaufgeregt-akzentuiert sowie mit einer warmherzigen Verbundenheit, die den unterschiedlichen Charakteren und ihren emotionalen Gestimmtheiten sehr gut gerecht wird. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/05/01/das-geheime-leben-des-monsieur-pick/

VERWIRRUNG DER BUCHSTABEN

Von: Ulrike Sokul Datum: 27. May 2017

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/05/01/das-geheime-leben-des-monsieur-pick/ VERWIRRUNG DER BUCHSTABEN Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul © Wechselwirkungen zwischen Literatur und Leben sind ein unermüdliches und spannendes Thema für Romane. Von einer solchen literarischen Spurensuche, ihren heiter bis wolkigen zwischenmenschlichen Verstrickungen, nebst schelmischen Bezügen zu verlegerischen Buchvermarktungsstrategien, handelt auch „Das geheime Leben des Monsieur Pick“. Gleich zu Beginn seines Romans nimmt David Foenkinos Bezug auf ein anderes Buch, in dem der Held als Bibliothekar in einer „Bibliothek der abgelehnten Manuskripte“ arbeitet. Diese kuriose Bibliothek ist ein fiktiver Ort in Richard Brautigans Roman „Die Abtreibung“. Nachdem sich der Autor 1984 das Leben genommen hatte, gründete ein begeisterter Leser zu Ehren Richard Brautigans wirklich eine Bibliothek, die sich der von Verlagen abgelehnten Manuskripte annimmt. Der Roman von David Foenkinos spielt in dem kleinen Küstenort Crozon in der Bretagne. Jean-Pierre Gourvec, der ungesellig-junggesellige Leiter der örtlichen Leihbibliothek richtet nach dem Vorbild Brautigans eine Sonderabteilung für abgelehnte Manuskripte ein. Per Inserat in einschlägigen Buchhandelsmagazinen lädt er Schriftsteller dazu ein, ihre von Verlagen für druckunwürdig bis unleserlich befundenen Werke in der „Bibliothek der abgelehnten Manuskripte“ persönlich abzugeben und sich auf diesem Wege endgültig von ihnen zu verabschieden. Im Verlauf von zehn Jahren stranden dort fast tausend Manuskripte. Nach dem Tod Gourvecs versinkt die Bibliothek der abgelehnten Manuskripte in einen Dornröschenschlaf, denn die Nachfolgerin Gourvecs vernachlässigt die Pflege dieses Nischensektors. Delphine Despero, die als junge Lektorin bei einem renommierten Pariser Verlag arbeitet, hat bereits zwei unbekannte Autoren entdeckt und ihnen zu Bestsellerruhm verholfen. In den dritten unbekannten Schriftsteller, den sie entdeckt, verliebt sie sich auf den ersten Blick. Während sie die Verlagsvertragskonditionen besprechen, stellt sich heraus, daß diese Liebe erwidert wird. Frédéric und Delphine werden ein Paar. Doch leider findet Frédérics Roman nach der Veröffentlichung nicht das erhoffte Echo beim Lesepublikum, ja, er findet eigentlich fast überhaupt keine Leser. Traditionell verbringt Delphine die Sommerferien bei ihren Eltern in der Bretagne, und Frédéric kommt selbstverständlich gerne mit. Delphine hat einen Stapel Manuskripte zu lesen, und Frédéric schreibt weiter an seinem zweiten Buch. Zur Entspannung unternehmen sie einen Ausflug in die Bibliothek der abgelehnten Manuskripte. Sie blättern und schmökern einen ganzen Tag darin herum und finden ein Romanmanuskript, das sie unerwartet gelungen und bemerkenswert halten: „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ von Henri Pick. Sie recherchieren, und es stellt sich heraus, daß Henri Pick der vor zwei Jahren verstorbene Pizzabäcker von Crozon war. Delphine sucht Picks Witwe auf, eine bodenständig-herzhafte alte Dame von achtzig Jahren, die zunächst nicht glauben kann, daß ihr Henri einen Roman, noch dazu ein Meisterwerk, geschrieben haben soll. Schließlich hatte er ihres Wissens niemals ein Buch gelesen, geschweige denn eines geschrieben. Nachdem Madeleine Pick das Manuskript gelesen und durchaus einige verborgene Bezüge zur ihrer Beziehungsgeschichte mit Henri darin gefunden hat, ist sie geneigt, der unwahrscheinlichen Wahrscheinlichkeit einer heimlichen schriftstellerischen Tätigkeit ihres Mannes etwas mehr Glauben zu schenken. Nach Rücksprache mit ihrer Tochter Joséphine stimmt sie einer Veröffentlichung zu und wird von Delphine professionell betreut. Um eventueller Skepsis gegenüber abgelehnten Manuskripten kompetent entgegentreten zu können, sammelt Delphine Beispiele aus der Literaturgeschichte. So wurde beispielsweise Marcel Prousts erster Band von „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ zunächst vom Verlag Gallimard nicht veröffentlicht. André Gide, der dort als Lektor mitwirkte, lehnte Prousts Manuskript ab und attestierte ihm „Sätze, so lang wie eine schlaflose Nacht.“ Nach einigen Umwegen erschienen Prousts Romane dann doch bei Gallimard, und für den zweiten Band von „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ erhielt Marcel Proust 1919 den Prix Goncourt. Die geheimnisvolle Entstehungsgeschichte und das rätselhafte, verborgen gebliebene schriftstellerische Parallelleben Henri Picks werden werbewirksam vermarktet, und der Roman „Die letzten Tage einer großen Liebe“ entwickelt sich zu einem sensationellen Erfolg. Der Erfolg führt zu weiterem Medienrummel, Fernseh- und Zeitungsinterviews mit der Witwe und der Tochter Henri Picks. Erste Fans pilgern in die ehemalige Pizzeria und zum Grab des Autors. Die Bibliotheksabteilung der abgelehnten Manuskripte füllt sich mit Nachschub … Die Verkaufszahlen des Romans wachsen und wachsen. Andere Verlage folgen dem neuen Buchmodetrend und trachten danach, abgelehnte Manuskripte zu publizieren. Jean-Michel Rouge, ein karrieregeknickter, ehemaliger Literaturkritiker, glaubt nicht, daß Henri Pick der Autor von „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ ist und forscht akribisch-ungeschickt nach der Wahrheit. Er findet heraus, wer noch als Autor in Frage kommen könnte … Ein Buch kann tatsächlich das Leben dramatisch beeinflussen, und für einige Personen im unmittelbaren und mittelbaren Einflußbereich der pickschen Meisterwerksaura ändern sich unverhofft Beziehungen, Perspektiven oder auch einfach nur Gewohnheiten. David Foenkinos spielt mit möglichen Wahrheiten und glaubhaften Lügen. Geschickt verknüpft er Lebensfäden, Leidensknoten und Liebesschleifen seiner Figuren. Seine charakterisierenden Beschreibungen sind detailreich, einfühlsam und anschaulich. Ein Chor vieler Stimmen und vieler Wahrheiten wird von ihm zu einem charmanten, heiter-melancholischen Einklang geführt. Der Vorleser Axel Milberg liest diesen Roman sehr angenehm und unaufgeregt-akzentuiert sowie mit einer warmherzigen Verbundenheit, die den unterschiedlichen Charakteren und ihren emotionalen Gestimmtheiten sehr gut gerecht wird. „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ handelt beiläufig auch davon, wieviel man als Leser in eine Geschichte hineinlesen kann, um sich darin bestätigend wiederzufinden. Der Autor gewährt dem Leser zudem einen wahrhaft köstlichen und interessanten Blick hinter die Kulissen des Buchmarkts und die Mechanismen medialer Vermarktung. Als Buchhändlerin und Rezensentin kann ich bestätigen, daß diese Elemente des Romans keineswegs fiktiv oder übertrieben sind.