Claire Winter

Die geliehene Schuld

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Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen.

Inklusive aufklappbarem Lesezeichen mit Personenverzeichnis

Historischer Roman mit Gänsehaut

Von: friederickes bücherblog Datum: 14. May 2018

Das Cover Das Cover zeigt ein Foto der Nachkriegszeit, das wunderbar mit dem Titel und dem Klappentext abgestimmt ist. Es hat mich sofort mit seiner Präsentation angezogen und eingeladen das Buch lesen zu wollen. Die Geschichte (Achtung Spoiler!) Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Krieges ihren Mann und ihre Eltern verloren. Dieses Schicksal und weitere traumatische Erlebnisse erzeugen nach dem Krieg (1949) den großen Wunsch endlich alles hinter sich lassen zu können. Als eines Tages ihr Kollege und Jugendfreund Jonathan auf merkwürdige Weise ums Leben kommt, ändert sich die Situation. Er hat ihr noch kurz vor seinem Tod einen Brief zukommen lassen. Darin befanden sich seine Recherchen, die er über ehemalige Kriegsverbrecher gesammelt hatte. Außerdem hatte er Kontakt zu einer Sekretärin im Stab von Konrad Adenauer. Vera blieb nach der Durchsicht nichts anderes übrig, als den Spuren nachzugehen, die ihr Jonathan hinterlassen hatte. Sie führen in die Geheimdienste, die eine starke Macht ausübten. Eine gefährliche Aufgabe. Meine Meinung: Ein Buch, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Es handelt sich um einen Roman, der mit deutscher Zeitgeschichte angefüllt ist, die in ihrer ganzen Härte perfekt in einen Krimi mit zwei zarten Liebesgeschichten eingearbeitet wurde. Die Geschichte deckt alle Facetten der unsäglichen Geschehnisse und Täterschaft ab, die nach dem Krieg verdeckt, versteckt und verheimlicht werden sollten. Und dazu waren den Tätern alle, aber wirklich alle Mittel recht. Die Autorin schreibt in einer wunderbaren, spannenden und leicht verständlichen Sprache. Die Protagonisten, besonders Vera und Marie sind beeindruckend. Alle Figuren aber verkörpern ihren Charakter sehr glaubhaft. Die wechselnden Perspektiven halten die Spannung auf höchstem Niveau. Beeindruckend auch die exzellente Recherche der Zeitgeschichte und die perfekte Einflechtung in die Geschichte. Ich habe schon viel gelesen darüber, was damals passiert ist. Aber das, war noch einmal eine Steigerung. Das Ausmaß über die Kriegsverbrecher, deren Fluchtwege nach der Kapitulation und deren teilweise Eingliederung in die neue Republik hat mich entsetzt. Mein Fazit: Ein Buch, das nicht nur erstklassige Unterhaltung bietet, sondern auch zum Nachdenken anregt und Zeitgeschichte näherbringt. Ein Buch das alles bietet, was ein gutes Buch ausmacht. Ein Buch, das man gelesen haben muss. Dieses Buch bekommt eine ausdrückliche Leseempfehlung. friedericke von "friederickes bücherblog"

Claire Winter - Die geliehene Schuld

Von: Kerstin Junglen Datum: 19. March 2018

Kurzbeschreibung: Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen. Zur Autorin: Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, historische Fakten genau zu recherchieren, um sie mit ihren Geschichten zu verweben und ihrer Fantasie dann freien Lauf zu lassen. Nach Die Schwestern von Sherwood folgte der SPIEGEL–Bestseller Die verbotene Zeit. Die geliehene Schuld ist ihr dritter Roman im Diana Verlag. Die Autorin lebt in Berlin. Meinung: Das Nachkriegsdeutschland im Jahr 1949: Die Journalistin Vera Lessing, die für eine Berliner Zeitung arbeitet, verliert ihren Jugendfreund und Kollegen Jonathan Jacobsen durch einen mysteriösen Unfall. Jonathan hinterließ ihr eine Mappe mit brisantem Recherchematerial zum Thema NS-Kriegsverbrecher, und Vera möchte seine Arbeit weiterführen und so eventuell den Grund für Jonathans gewaltsamen Tod ans Licht bringen. Hierbei spielt auch Marie Weißenburg eine Rolle, Jonathans Freundin und Sekretärin in Konrad Adenauers Stab in Bonn. Schnell wird Vera klar, dass sie in ein Wespennest gestochen hat und sie sich selbst bald in größter Gefahr befindet. Claire Winter hat mit ihrem neuesten Buch nicht nur ein Stück deutsche Zeitgeschichte zu Papier gebracht, vielmehr liest sich der Roman im Fortlauf fast schon wie ein Krimi. Vera Lessing ist ein sympathischer Charakter, die alles daransetzt, dem mysteriösen Tod ihres Jugendfreundes Jonathan auf die Spur zu kommen. Sie begibt sich auf gefährliches Terrain, denn hier haben höhere Mächte ihre Finger im Spiel, denn Jonathan war mit seinen Recherchen zu neugierig geworden. Marie Weißenburg, die junge Sekretärin, hat mir als Person am besten gefallen. Durch ihre erste richtige Stelle im neuen Politikmachtzentrum in Bonn wird sie zusehends selbstbewusster und bricht nach einem tragischen Vorfall mit ihrer Familie, was ihr allerdings kein Glück bringen wird. Ihr Schicksal konnte berühren und gleichzeitig auch wütend machen. Claire Winter hat für ihren Roman sehr viel Recherche betrieben, was man jeder Seite anmerkt. Die Verbindung zwischen NS-Kriegsverbrechern und dem Geheimdienst, der hier noch in sehr kleinen Kinderschuhen steckt, ist verstörend und der Lebenslauf von Reinhard Gehlen, der den deutschen Geheimdienst gründete, mehr als abenteuerlich. Obwohl man ja heutzutage weiß, dass viele damalige Nationalsozialisten später Führungspositionen in der Politik und anderen hohen Ämtern bekleideten, führt die Autorin dies dem Leser nocheinmal richtig vor Augen und man kann manches Mal nur den Kopf schütteln über das, was sich diese Herren zur damaligen Zeit erlauben konnten. Aber auch andere verwandte Themen, wie das Schicksal der sogenannten "Displaced Persons", die "Rattenlinie" und die Verbindung zur katholischen Kirche kommen zur Sprache. Claire Winter mischt hier gekonnt fiktive Protagonisten mit historisch belegten Fakten. Daher kann ich diesen Roman meinerseits nur weiterempfehlen, denn hier hat die Autorin für mich thematisch voll ins Schwarze getroffen, und ich werde mir sicherlich auch ihre anderen beiden Bücher einmal näher anschauen. Abgerundet wird der Roman noch mit einem erklärenden Nachwort der Autorin und einem Personenverzeichnis. Fazit: Ein erstklassig recherchierter Roman, der Deutschlands Nachkriegsgeschichte in Bezug auf NS-Kriegsverbrecher und Geheimdienst unterhaltsam und gleichzeitig authentisch-spannend erzählt. Sehr zu empfehlen!

Die geliehene Schuld

Von: Ladysmartypants Datum: 05. March 2018

Unsere Vergangenheit macht uns zu dem, was wir sind. Als Menschen und als Land. Und kaum ein Land wurde wohl so von seiner Vergangenheit beeinflusst wie Deutschland Anfang der 1950er Jahre. Der Krieg war verloren, viele Teile des Landes nach wie vor besetzt und viele Kriegsverbrecher noch immer auf freiem Fuß. Genau in dieser Übergangszeit spielt Claire Winters Geschichte Die geliehene Schuld. Der historische Roman, der am 5. März 2018 beim Diana Verlag erschienen ist, erzählt die Geschichte einer Journalistin, die durch den Unfall eines Freundes in ein Netzt dunkler Machenschaften hineingezogen wird. Diese Journalistin heißt Vera Lessing und möchte den Krieg und alles, was damit zusammenhängt, am liebsten einfach nur vergessen und hinter sich lassen. Doch dann erhält sie eine Nachricht aus dem Grab. Ihr Freund Jonatahn hatte ihr kurz vor seinem tragischen Unfall einen Brief geschickt, der alles verändert. Obwohl Vera Angst hat, ist sie wild entschlossen, Jonathans Mörder zu finden und wird dabei in seine Arbeit hineingezogen. Worauf sie sich damit eingelassen hat, wird ihr erst klar, als es fast zu spät ist. Die geliehene Schuld ist ein Roman in den ich extrem schnell hineingefunden habe und der mich von Anfang an fasziniert hat. Ich weiß nicht, ob es am Cover oder dem Klappentext lag, aber irgendwas hat eindeutig den richtigen Ton getroffen. Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, was ihr eine ungemeine Tiefe verleiht und dem Leser Einblicke in alle Aspekte des Plots bietet. Die geliehene Schuld hat aus einem chronologischen Sichtpunkt keine lineare Erzählstruktur, da nicht nur zwischen Personen, sondern auch zwischen Vergangenheit und Gegenwart gesprungen wird. Und das äußerst effektiv. Denn obwohl diese lineare Ordnung fehlt, ist man als Leser zu keinem Zeitpunkt verloren. Es ist immer klar, warum hier in die Vergangenheit gesprungen wird und Erkenntnisse der Vergangenheit haben außerdem einen Einfluss auf die Gegenwart. Eben diese gezielten Sprünge zwischen Personen und Zeiten machten Die geliehene Schuld zu einer dynamischen Geschichte mit mindestens genauso dynamischen Charakteren. Vor allem Vera, die im Verlauf ins Zentrum der Geschichte rückt, ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Wie angemerkt wird, obwohl, oder gerade weil sie Angst hat, nimmt sie die Ermittlungen auf und lässt sich nicht abschütteln. Denn das schuldet sie Jonathan, ihrem besten Freund, der ihr in allen Lebenslagen beistand. Aber auch die anderen Charaktere beeindrucken. Eben durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven bekommt man ein sehr gutes Gespür für jeden Charakter. Obwohl gleich am Anfang ziemlich viel passiert, braucht die Geschichte doch ein klein wenig Anlauf, oder, um genau zu sein, braucht Vera ihn, denn erst wenn sie die Spur aufnimmt, geht es richtig los. Durch die aufklärenden Rückblicke kommt eine angenehme Geschwindigkeit und ein solider Spannungsbogen zu Stande. Ab einem gewissen Punkt gibt es jedoch kein Halten mehr - was ja an sich nichts Schlechtes ist. Dass diese Zunahme der Geschwindigkeit dann auch noch perfekt zur Geschichte passt, ist lobenswert und erklärt (vielleicht), warum ich das Buch einfach nicht mehr weglegen konnte und 400 Seiten an einem Nachmittag gelesen habe. Alles in allem ist Die geliehene Schuld eine schöne, wie tragische Geschichte. Schon alleine das Setting sollte so viel verraten. Winter schafft es wirklich, durch die Erzählperspektiven die verschiedenen Nuancen ihrer Geschichte hervorzuheben und wie Vera, versucht der Leser die Puzzleteile zusammenzusetzen. Wer also einen mysteriösen und unheimlich spannenden historischen Roman mit einer starken Hauptfigur und einer wundervoll arrangierten Geschichte lesen möchte, der liegt bei Die geliehene Schuld goldrichtig.

Perfekte Verstrickung von Fiktion und erschreckender Realtität.

Von: lillylena Datum: 09. July 2019

Claire Winter beschäftigt sich in ihrem neuen Roman „Die geliehene Schuld“ mit einem dunklen Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Nachdem Jonathan unter mysteriösen Umständen ums Leben kam, bekommt seine beste Freundin und Journalistin Vera Post- von Jonathan. Er bittet sie, seine Nachforschungen zur Verfolgung von Kriegsverbrechern fortzuführen und schickt sie somit auf eine sehr gefährliche Reise. Vera findet im Laufe des Buches viele erschreckende Dinge heraus auf die ich nicht weiter eingehen werde. Obwohl ich mich sehr für Geschichte interessiere, war mir das meiste davon nicht bewusst und ich bin zutiefst geschockt. Ich habe zu verschiedensten Zeitpunkten mit meinem Umfeld über die Geschehnisse des Buches gesprochen und ich muss sagen, dass ich damit nicht allein bin. Es ist wichtig, dass auch solche Kapitel der Geschichte in Romanen eine Rolle spielen und ich freue mich jedes Mal, wenn ich noch etwas lernen kann. Ich bin begeistert wie außerordentlich sorgfältig Claire Winter die Hintergründe ihrer Geschichte recherchiert hat und diese so mit der fiktiven Geschichte verwoben hat, dass der Leser kaum zwischen Wahrheit und Fiktion unterscheiden kann. Mir haben die Charaktere der Geschichte ebenfalls sehr gut gefallen. Neben Vera treten noch viele weitere Personen auf, die Hauptbestandteil sind und man darf als Leser auch Jonathan auf seinem Weg bis zum Unfall folgen. Veras Recherchen sind äußerst realistisch geschildert und ich habe sowohl mit Vera gebangt als auch mit Marie geweint. Kein Charakter wirkte überspitzt oder unnötig. Die Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart haben mich überhaupt nicht gestört, sie haben im Gegenteil sehr zu einem detailgetreueren Bild beigetragen. Alles in Allem bin ich sehr begeistert von „Die geliehene Schuld“ und kann das Buch jedem empfehlen, der sich zum Einen weiterbilden möchte und zum Anderen einen unglaublich spannenden Roman mit historisch fundierten Ereignissen lesen möchte. Es wird definitiv nicht mein letztes von Claire Winter sein.

lesenswert

Von: E. Schleich Datum: 25. October 2018

Dieses Buch hat mich tief bewegt. Es sollte, in Anbetracht unserer heutigen Zeit - geprägt von sozialen und politischen Irrungen - als Pflicht/Zusatzlektüre an Schulen für Heranwachsende herangezogen werden.

Ein spannendes und aufwühlendes Buch

Von: Eliza Datum: 21. September 2018

Claire Winter konnte mich auch mit ihrem dritten Roman wieder vollends überzeugen. Sie gehört definitiv zu den Autorinnen und Autoren, die es schaffen mich von der ersten Seite an zu fesseln. Das Cover des Romans mag ich sehr, eine Mischung aus Schwarz-Weiß-Fotografie und Fotomontage. Irgendwie spricht mich der türkise Farbton an. Der Klappentext bzw. die Kurzbeschreibung machen direkt Lust auf mehr. Es ist vom ersten Augenblick an klar, dass es um die Schatten des zweiten Weltkrieges geht bzw. um den Wiederaufbau in den verschiedenen Besatzungszonen. Im Fokus stehen vier junge Menschen, Vera und Jonathan sind Journalisten. Kurz bevor Jonathan stirbt schafft er es seine Notizen an seine gute Freundin und Kollegin Vera zu schicken. Sie interessiert sich natürlich für das, an was ihr Freund und Kollege zuletzt gearbeitet hatte, bevor er umgebracht worden ist. Marie ist eine junge Sekretärin, die im Stab Adenauers arbeitet, sie beschäftigt die Vergangenheit ihres Vaters. Sie möchte wissen, welche Rolle ihr Vater in der NS-Zeit gespielt hat, doch sie hat das Gefühl, dass ihre Familie ihr etwas verschweigt und damit liegt sie richtig. Sie tritt eine Lawine los, die nicht nur ihr Leben für immer verändern wird. Lina ist eine Jüdin, die als Kind rechtzeitig außer Landes geschafft worden ist, sie wohnt den Prozessen in Nürnberg bei, um zu erfahren, was mit den Menschen passiert, die größtenteils ihre Familie ausgerottet haben. Es geht in diesem Roman um Wahrheit und Lüge, um Schuld und Vergebung, sowie um die Schatten der Vergangenheit bzw. den Mut einen Neuanfang zu starten. Doch die Suche nach der Wahrheit gestaltet sich schwierig, es gibt zu viele, die einfach nur vergessen wollen. Zuerst mag der Roman etwas verwirrend erscheinen, doch dies legt sich schnell. Man bekommt ein Gefühl für die vielen unterschiedlichen Personen, sie nehmen uns mit in ihre Perspektive und geben uns so einen Einblick in ihre Gefühlswelt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den verschiedenen Geheimdiensten. Der Schreibstil ist rasant, die vielen kurzen Kapitel und Szenenwechsel tragen zu einem sehr hohen Tempo bei. Es macht einfach unglaublich viel Spaß sich mit Vera und Marie auf die Suche nach der Wahrheit zu machen. Doch es gibt auch die Szenen die beklemmend sind, die unter die Haut gehen. Ich musste dann den Roman kurz zur Seite legen, um über das Gelesene nachzudenken. Der Roman ist sowohl für Frauen und Männer geschrieben worden, man sollte allerdings ein Interesse an der unmittelbaren Nachkriegszeit haben und sich ein klein wenig auskennen, um die verschiedenen Verbindungen herstellen zu können. Ein wahrlich hochspannender, dramatischer und emotionaler Roman, der soweit ich es beurteilen kann auch gut recherchiert ist. Eine Karte, ein Personenverzeichnis, so wie ein ausführliches Nachwort zu Wahrheit und Fiktion runden dieses Buch ab. Ich bedanke mich sehr bei Claire Winter und dem Diana Verlag in der Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

Unglaublich Gut!

Von: SophieNdm Datum: 04. September 2018

Inhalt: Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen. Meine Meinung: Nachdem mir "Die verbotene Zeit" von Claire Winter so unglaublich gut gefallen hat, wollte ich natürlich auch ihr neustes Buch lesen. Die Handlung wird hauptsächlich aus den Perspektiven von Marie und Vera erzählt, welche zwischen 1945 und 1949 im Abstand von wenigen Monaten stattfindet. Zudem gibt es zwischendrin vereinzelt die Sichtweisen von anderen Charakteren, was ich besonders interessant fand! Vera und Ihre Recherchen fand ich sehr interessant und nachvollziehbar aber teilweise auch traurig und schockierend, was sie alles herausfand. Maries Perspektive hingegen fand ich noch etwas spannender und reizvoller, vor allem die Einblicke in Ihren Beruf in der nahen Umgebung von Konrad Adenauer und das Aufdecken ihrer eigenen Familiengeschichte. Super aufregende und meist unvorhersehbare Verstrickungen haben den Spannungsbogen stets aufrecht erhalten. Der Wechsel und die kurzen Kapitel haben den Schreibstil aufgelockert und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Den Schreibstil von Claire Winter fand ich nach wie vor super flüssig und authentisch. Ich habe das zerstörte Nachkriegs-Berlin richtig anschaulich vor mir gesehen. Fazit: Ein unglaublich spannender Roman über die Zeit während und nach des zweiten Weltkriegs. Schockierend, echt und unglaublich spannend!

Was für ein grandioses Buch!

Von: liiisa_zeilenzauber Datum: 26. August 2018

Cover: perfekt passend zu der Gescichte. Die Verschmelzung von alt und neu ist perfekt in Szene gesetzt. Schreibstil: So angenehm. Die Seiten flogen nur so dahin und jede Information war perfekt gesetzt und gut gewählt. Meinun: Ich bin einfach begeistert. Nachde ich "Die Schwestern von Sherwood" geliebt habe, habe ich erst vor kurzem "Die verbotene Zeit" gelesen die mich nicht so begeistern konnte. Ich fand das hier alles sehr vorhersehbar war und ein leichter abklatsch der sherwood schwestern. Bei deisem Buch waren die Erwartungen also nun immer noch hoch und wurden noch weit übertoffen. Es gab so viele überraschende Wendungen die der Leser nicht kommen sieht, erschütternde Informationen die mich einige male mit offenem Mund haben dasitzen lassen und eine Menge Geheimnisse. Immer wieder war ich überrascht wie viele Menschen und Leben in dieser Geschichte miteinander verstrickt waren. Sei es die die Freundin des Bruders, die Sekräterin des Büros, ein Mann in Italien, ein geheimnisvoller Reiseführer und so viele mehr. Unglaublich viele Leben wurden in diesem Buch berührt umd angeführt und dennoch hatte man einen Überblick. Immer mal wieder wurde aus verschiedenen Perspektiven erzählt, nach und nach eine neue erstaunende Information preisgegeben oder an spannenden und teilweise niederschmetternden Stellen in der Zeit gesprungen. Ich bin immer noch begeistert wie tief und verzweigt das alles ging. Politik, Geschichte, Gefühle und Taten sind auf unglaubliche Art und Weise miteinader verstrickt und ich kann nur zum tausendsten Mal wiederholen dass das Buch mich umgehauen hat. Fazit: Einfach nur wow!

Unbedingt lesen!

Von: Sternenstaubfee Datum: 24. July 2018

Im Jahr 1949 möchte die Journalistin Vera eigentlich nur eines: Die schlimme Zeit des Weltkrieges und den Verlust geliebter Menschen endlich verarbeiten und mit Hoffnung in die Zukunft blicken. Doch alles wird wieder aufgewühlt, als ihr guter Freund und Kollege Jonathan bei einem Unfall stirbt und Vera seine letzten Recherchearbeiten erhält. Ist es möglich, dass Jonathans Unfall gar kein Unfall war? Wollte jemand verhindern, dass er einen brisanten Artikel veröffentlicht? Als Vera nachforscht und entdeckt, woran Jonathan zuletzt wirklich gearbeitet hat, gerät auch sie in Gefahr. Mein Leseeindruck: Dieses ist das dritte Buch, das ich von Claire Winter gelesen habe, und wie auch die beiden Bücher zuvor hat mich "Die geliehene Schuld" absolut überzeugen können. Die Geschichte von Vera und Jonathan wird hier so fesselnd und gefühlvoll beschrieben, dass ich wirklich eintauchen konnte in die Handlung und mitgefühlt habe. Es gab zahlreiche Wendungen, Überraschungen und Entwicklungen, die ich nicht habe vorhersehen können und die mich gepackt und mitgenommen haben. Auch der Schreib- bzw. Erzählstil ist positiv zu erwähnen. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Einmal sind wir im Jahr 1949, und dann gibt es immer wieder Rückblenden ins Jahr 1948. So baut sich langsam vor dem Leser auf, woran Jonathan gearbeitet und was er dabei aufgedeckt hat. Als Leser kann man schnell erkennen, wie gut und ausführlich Claire Winter dabei recherchiert hat. Mich hat das Buch daher nicht nur sehr gefesselt und gepackt, sondern es hat mich auch sehr mitgenommen und nachdenklich gestimmt. Es ist eines dieser Bücher, die auch nach dem Lesen noch lange im Gedächtnis bleiben. Für mich hat das Buch auf jeden Fall volle fünf Sterne verdient und ich hoffe, dieses Buch wird noch von vielen Lesern entdeckt werden!

Eine sehr interessante Geschichte mit kleinen Schwächen

Von: lenisvea Datum: 01. July 2018

€ 22,00 [D] inkl. MwSt. € 22,70 [A] | CHF 30,90* (* empf. VK-Preis) Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-453-29194-2 Erschienen: 05.03.2018 Zum Buch: Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen. Inklusive aufklappbarem Lesezeichen mit Personenverzeichnis Zur Autorin: Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, historische Fakten genau zu recherchieren, um sie mit ihren Geschichten zu verweben und ihrer Fantasie dann freien Lauf zu lassen. Nach »Die Schwestern von Sherwood« folgte der SPIEGEL–Bestseller »Die verbotene Zeit«. »Die geliehene Schuld" ist ihr dritter Roman im Diana Verlag. Die Autorin lebt in Berlin. Zur Webseite der Autorin www.claire-winter.de Meine Meinung: siehe Videorezension Mein Fazit: Alles in allem hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Ich hatte allerdings Probleme mit dem Schreibstil und den diversen Längen, die meiner Meinung nach vorhanden waren. Die Geschichte selbst lohnt sich aber sehr. Ich habe wieder einmal noch etwas dazu gelernt, was die geschichtlichen Fakten angeht. Von mir bekommt das Buch sehr gute 4 Sterne. 4 von 5 Sternen

Wenn man Schuld auf sich geladen hat, was dann?

Von: nicigirl85 Datum: 27. June 2018

Über die Romane von Claire Winter habe ich schon so viel Gutes gehört, dass ich mir selbst ein Bild machen wollte und gespannt mit der Lektüre begann, doch was ich geboten bekam war so viel mehr als ich je erwartet habe. Ganz klar ein Lesehighlight 2018 für mich. Wir befinden uns in Deutschland im Jahr 1949, kurz nach dem Krieg und Vera Lessing will einfach nur vergessen, hat sie doch im Krieg sowohl ihren Mann als auch ihre Eltern verloren. Doch dann kommt ihr Jugendfreund Jonathan auf seltsame Weise ums Leben und sie beginnt selbst zu recherchieren. Als ihr immer mehr mysteriöse Gestalten auf den Fersen sind, beginnt sie zu ahnen, dass sie an etwas dran ist, dass vielleicht eine Nummer zu groß für sie ist. Wird sie das Geheimnis lüften können? Es ist gar nicht einfach zu beschreiben wie der Roman aufgebaut ist und genau dieser Aufbau ist wohl einer seiner Besonderheiten. Die Handlung wird uns über einen beobachtenden Erzähler nahe gebracht, der mal die Guten und mal die Bösen begleitet. Der komplette Roman spielt ausschließlich in den Jahren 1948 und 1949 und die Autorin springt in den Monaten mal vor und zurück, sprich mal erleben wir Jonathan bei seinen Recherchen genauso wie die Handlung rund um Marie und ihre Familie, und mal bewegen wir uns in den Monaten nach Jonathans Ableben. Die dargestellten Figuren sind dabei sehr vielschichtig und detailiert beschrieben ohne dabei jeweils zu langweilen. Als Leser baut man zu den unterschiedlichsten Figuren Sympathien auf. Gerade Vera mit ihrer Neugier und ihrem Mut hat es mir besonders angetan. Egal was auch um sie herum geschieht und was sie alles aufdeckt, sie bleibt am Ball und lässt sich von nichts abschrecken. Was ihr während des Krieges zugestoßen ist, das ist unbeschreiblich und ich fand es gut, dass uns Claire Winter daran teilhaben ließ. Immer wieder wird deutlich wie sehr sich die Menschen während des Krieges verändert haben. Familie Weißenburg ist ebenfalls sehr gut dargestellt. Durch sie erleben wir sehr genau wie unterschiedlich die Menschen den Krieg erlebt haben. Während die ehemaligen Soldaten von ihren Kreigserlebnissen gezeichnet sind, herrscht bei den Frauen die Erinnerung an Hunger und Not vor, aber sie können nur erahnen, was die Männer auf dem Feld erlebt haben. Auch wenn ich für die Schergen nur wenig übrig habe, so sind deren Motive doch mehr als nur verständlich. Mir war vor der Lektüre dieses Romans gar nicht bewusst wieviele NS- Verbrecher tatsächlich nach dem Krieg fliehen konnten. Das komplette Buch liest sich wie ein ungemein spannender Kriminalroman mit geschichtlichem Hintergrund, der einem eine Gänsehaut verschafft. Man mag mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören, so fesselnd sind die Schilderungen. Fazit: Ein Roman der seinesgleichen sucht. Wer etwas für Geschichte übrig hat, der wird diesen regelrecht verschlingen. Ich kann nur eine unbedingte Kauf- und Leseempfehlung aussprechen. Klasse und vor allem atemraubend! Mein Lesehighlight 2018.

Claire Winter - Die geliehene Schuld

Von: Christina Wagener Datum: 17. June 2018

Mögt ihr auch Geschichten über die Nachkriegszeit? _________________ *** REZENSION von ©Flotte Buchlotte*** _________________ Angaben zum Buch: Claire Winter Die geliehene Schuld Diana Verlag 576 Seiten 05.03.2018 erschienen 978-3-453-29194-2 22,00 € Gebunden _________________ Angaben zum Cover: Das Cover mit der alten Tram gefällt mir sehr gut. Vor allem dass es im Hintergrund in Sepia Farben gehalten ist und im Vordergrund in Farbe übergeht macht es zu einem gewissen Highlight. _________________ Angaben zum Autor: Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, historische Fakten genau zu recherchieren, um sie mit ihren Geschichten zu verweben und ihrer Fantasie dann freien Lauf zu lassen. Nach »Die Schwestern von Sherwood« folgte der SPIEGEL–Bestseller »Die verbotene Zeit«. »Die geliehene Schuld" ist ihr dritter Roman im Diana Verlag. Die Autorin lebt in Berlin. _________________ Klappentext: Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines - die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen. _________________ Meine Meinung: Ich habe mich entschieden dieses Buch zu lesen, weil mich die Ereignisse rund um die Kriegszeit doch sehr interessieren. Dies dann noch ein einem Roman verpackt zu wissen, kann nur Klasse werden. Alles beginnt im Sommer 1949 und wir lernen dort schon unsere Hauptprotagonistin Vera Lessing, von Beruf Redakteurin, kennen. Vera hat ihre beiden Eltern sowie ihren Mann während des Zweiten Weltkrieges verloren. Das ist schon ein schwerer Schicksalsschlag für sie. Vera war für mich eine vorbildliche Frau, die trotz ihrem Verlust stark blieb. Jonathan, ihr Jugendfreund und Kollege, kommt bei einem tragischen Unfall ums Leben. Von ihm erfahren wir leider nicht so viel, nur durch die Rückblenden in die Vergangenheit, die es abwechselnd mit denen der Gegenwart im Laufe des Buches gibt. Vera fühlt sich daher verpflichtet, seine angehenden Recherchen weiterzuführen und stößt dabei auf so manche Unannehmlichkeit… Dann gibt es da noch Marie Weißenburg, die Jonatahn anscheinend versucht hatte zu finden. Dieser Aufgabe nahm sich Vera nun an. In Bezug dessen erfuhr sie auch noch über eine Verknüpfung und sogleich innige Freundschaft zu einer gewissen Lina, aber dazu erfährt man mehr, wenn man das Buch selbst liest. Der Roman spielt in einer Zeitspanne von August 1948 bis Mai 1949 und wird abwechselnd aus der Sich kurz nach Jonathans Tod, sprich in der Gegenwart und zugleich rückblickend vor seinem Tod, also in der Vergangenheit erzählt. Der Schreibstil und die Geschichte an sich waren sehr spannend gehalten. Auch die Ereignisse wie ich fand, waren von der Autorin gut recherchiert. Die Kapitel hatten für mich eine normale Länge. Wer sich also für diese Zeit interessiert am besten noch in Verknüpfung mit einem Roman kommt hier voll auf seine Kosten. _________________ Fazit: Ein sehr spannendes und vor allem gut recherchiertes Buch über die Nachkriegszeit. Daher gerne volle: --> 5 von 5 Sterne <--

Deutschalnd nach dem Krieg

Von: Elke Heid-Paulus Datum: 29. May 2018

In ihrem dritten Roman „Die geliehene Schuld“ nimmt die Autorin Claire Winter ihre Leserinnen mit auf eine Reise zurück in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Vera Lessing, Kulturredakteurin bei einer Berliner Zeitung, hat sowohl ihre Eltern als auch ihren Mann verloren. Lediglich Jonathan, ein Freund, den sie seit Jugendtagen kennt, ist ihr geblieben. Als dieser unter verdächtigen Umständen ums Leben kommt, und sie daraufhin ein Paket mit seinen Unterlagen erhält, beschleicht sie der Verdacht, dass sein überraschender Tod mit den Recherchen zusammenhängen könnte, die er zum Thema Kriegsverbrecher durchgeführt hat. Sie fühlt sich in seiner Schuld und vertieft sich deshalb in die Materialien, die er bisher gesammelt hat. Viele Ungereimtheiten erfordern Nachfragen an den entsprechenden Stellen, wie in Konrad Adenauers Umfeld und im Wirkungsbereich der Geheimdienste. Soweit der historische Hintergrund, den die Autorin gut recherchiert hat. Mittlerweile dürfte es hinreichend bekannt sein, dass ehemalige Nationalsozialisten, wenn sie sich nicht über die Rattenlinien gen Süden oder per Schiff nach Lateinamerika abgesetzt hatten, mit Persilscheinen ausgestattet wurden und fast umgehend nicht nur Pöstchen in kommunalen Einrichtungen sondern beispielsweise auch in der BND-Vorgängerorganisation erhielten. Alles natürlich mit der Unterstützung durch den amerikanischen Geheimdienst. Die persönliche Komponente des Romans speist sich aus der Beziehung zwischen Jonathan und Marie, die für Adenauer arbeitet und anfangs dem Journalisten als Quelle dient, sich später dann in ihn verliebt. Und darauf hätte man meiner Meinung nach auch verzichten können. Die Thematik ist so brisant, speziell wenn es um die Verflechtungen von Familienmitgliedern in nationalsozialistischen Organisationen geht, dass hier eine Lovestory, die nur als Konzession an die weibliche Leserschaft dienen kann, völlig überflüssig ist. Zwei unterschiedliche Zeitebenen und verschiedene Erzählperspektiven lockern den Roman auf und bringen Abwechslung in die Geschichte, die doch hin und wieder Längen aufweist und stellenweise sehr emotionslos erzählt ist. Und dennoch: vielleicht nimmt die eine oder andere Leserin diesen Roman zum Anlass, sich über die belletristische Schiene hinaus vertiefend mit dieser Thematik zu beschäftigen. Es bleibt zu hoffen!

Bewegend

Von: LeseSüchtig Datum: 25. May 2018

Ein packender und spannender Roman aus der Nachkriegszeit. Jonathan, Marie, Vera verbindet eine Sache, der Krieg. Jeder von Ihnen hat seine eigene Geschichte, die sehr ergreifend erzählt wird. Wie es zu den Kontakten und den Geschehnissen rund um den Geheimdienst kam, fand ich sehr interessant. Stellenweise sehr mysteriös und nicht leicht zu durchschauen. Bis zum Schluß lag ich mit meinem Tipp wie alles zusammenläuft daneben, also Überraschung vorporgrammiert für mich. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ein ganz tolles Werk.

Deutschland,Nachkriegszeit

Von: WinnieHex Datum: 22. May 2018

Berlin, 1949 der Weltkrieg liegt vier Jahre hinter uns… Die Redakteurin Vera Lessing der Zeitung „Echo“ hat in dieser Zeit nicht nur ihre Eltern, sondern auch ihren Mann verloren. Als ihr Kollege und ehemalige Jugendfreund Jonathan Jacobsen, der ebenfalls bei der Zeitung angestellt war plötzlich bei einem Autounfall ums Leben kommt, beschließt Vera seine letzten Fälle abzuarbeiten. Dabei fallen ihr die Recherchen von Jonathan in die Hände, scheinbar war er dabei Kriegsverbrechern auf der Spur. Scheinbar gibt es immer noch Gruppierungen von Nationalsozialisten, als wäre das nicht schlimm genug gibt es Verbindungen zu den Alliierten. Langsam keimt in Vera der Verdacht, dass der Autounfall von Jonathan nicht zufällig passiert ist. Während ihren Recherchen zu dem Fall, versucht Vera herauszufinden wo sich die letzte Zeugin von Jonathan befindet Marie Weißenburg, ehemals die Sekretärin von Konrad Adenauer, aufnimmt gerät Sie dabei selber ins gefährlich Fadenkreuz der Verbrecher. Der Roman von Claire Winter „Die geliehene Schuld“ greift die Perspektiven auf, ehemalige Kriegsverbrecher offen dazulegen, denn schon kurz nach dem Weltkrieg flohen einige ins Ausland und andere gaben an, mit den Nazis nie wirklich was zu tun gehabt haben. Bei der Erzählerperspektive aus der Sicht von Jonathan der ja mit Marie Weißenfels gesprochen hat, blickt man zuerst in die Vergangenheit. Dort trifft er die Frau, die ihren Vater im Krieg verloren hat. Scheinbar hatte er in der NS - Zeit wohl im Reichssicherheitsamt gearbeitet, nachdem er gefallen war ist ihre übrige Familie von Berlin nach Köln gezogen. Dort dauert es auch nicht lange und Marie hat bekam die Chance in Bonn unter Konrad Adenauer zu arbeiten, während dieser Zeit fliehen ihr Informationen in die Hände was die Tätigkeit ihres Vaters betreffen. War Maries Vater ein NS-Verbrecher? Viele kennen die Nachkriegszeit oder auch die goldene 50er Jahre, aber leider war nicht alles so schillernd wie uns es heute präsentiert wird. Zwar wurden sehr viele Nazis verurteilt, begannen Selbstjustiz oder flohen ins Ausland. Aber es gab auch viele von Ihnen die das Glück hatten und nachdem Krieg hohe Positionen in verschiedene Ämtern bekleiden durften. Auch das Nationalsozialisten Gedankengut bekam man nicht so schnell aus den meisten Menschen heraus, bis heute werden und wurden noch immer Kriegsverbrecher aus dieser Zeit verurteilt und es nimmt kein Ende. Der Roman empfand ich als sehr authentisch und gefühlvoll geschrieben. Viele Dinge können und sind mit Sicherheit so geschehen. Zwar finde ich diese Zeit auch als sehr aufregend und wäre gerne dabei gewesen, wenn sich Deutschland neu erfinden musste, anderseits musstest du sehr aufpassen wem du vertrauen kannst und wem nicht. Für mich war es eine wirklich gelungene und gut zu lesen Geschichte die, die damalige Nachkriegszeit großartig wiedergegeben hat. Dafür gebe ich gerne 5 von 5 Sternen. Vielen Dank an #RandomHouse Bloggerportal und den #Diana Verlag

Rezension zu Die geliehene Schuld - Claire Winter

Von: lebenslesezeit Datum: 21. May 2018

Klappentext Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen. Meine Meinung Ich hatte mich auf Anhieb in den Klappentext des Buches verliebt. Auch das Cover gefiel mir gut, da es den Inhalt schon gut spiegelte. Besonders gereizt hatte mich dieses Mal, dass es ein Roman war, der zu beiden Teilen in der Vergangenheit spielte. Einer wichtigen Vergangenheit. Das Buch behandelt, meiner Meinung nach, ein sehr wichtiges Thema. Leider kann ich hier nicht näher auf dieses Thema eingehen, da ich Euch dann spoilern würde. Nur so viel sei gesagt, nicht alle "Nazis" bekamen nach dem Krieg das, was sie verdienten. Nicht alle wurden verhaftet/verurteilt. Auch nach dem Krieg lief einiges noch gehörig schief. Leider. Manchmal befürchte ich, die Menschen lernen einfach nichts aus der Vergangenheit. Fehler werden immer und immer wieder gemacht. Vielleicht steckt manchmal eine andere Intention dahinter. Aber das Ergebnis bleibt das Gleiche. Was sehr sehr schade ist. Und obwohl das Buch genau daraufhinweist, macht es auch Hoffnung und Mut an den Menschen zu glauben. Daran, dass er es vielleicht noch irgendwann schafft. Daran, dass es Menschen gibt, die alles daran setzen, dass die Gerechtigkeit siegt und man aus seinen Fehlern lernt. Ich habe das Buch unglaublich gerne gelesen! Es ging direkt ins Herz. Hat mich berührt. Positiv und auch negativ. Es war lehrreich und "unterhaltsam". Nicht auf eine lustige Weise sondern vom schriftstellerischen her. Ich flog nur so durch die Seiten und konnte nicht aufhören, zu lesen. Die Autorin schafft es, genau den richtigen Ton anzuschlagen und jedem Charakter gerecht zu werden. Man fühlt mit und kann alles verstehen und nachvollziehen. Man ist ungläubig über das, was "böse" Menschen in der Lage sind zu tun. Wie sehr falsche Entscheidungen das restliche Leben beeinflussen. Dass man oftmals viel zu spät merkt, dass die richtige Sache die falsche war. Ich kann das Buch jedem, der sich für Geschichte und Menschen interessiert, dieses Buch zu lesen. Denn es hat eine ganz ganz wichtige Geschichte zu erzählen, Botschaft in die Welt zu tragen. Man erfährt Dinge, die die eigene Sicht auf die Welt und die, die uns beschützen sollen, zu ändern. Ja, es öffnet auch Augen. Sehr lesenswert! Definitiv ein Jahreshighlight! ♥

Einfach nur wow.

Von: The Book & the Owl Datum: 13. May 2018

Die geliehene Schuld war wirklich ein richtiges Erlebnis für mich. Ich hatte wirklich viel erwartet, aber überhaupt nicht das, was mir am Ende geliefert wurde - und genau das hat die ganze Sache so immens gut werden lassen. Sprachlich war der Roman top noch. Ich habe in der letzten Zeit wirklich selten ein so gut geschriebenes Buch gelesen, leider kann ich nicht mit absoluter Gewissheit sagen, ob es sich hierbei um eine deutsche Fassung handelt oder lediglich eine Übersetzung. Aber das tut auch erst einmal nichts zur Sache. Der Plot, die Handlung und auch die Charakter sind wirklich sehr gut herausgearbeitet worden. Die Nachkriegszeit hat man wirklich sehr gut anhand verschiedenster Dinge skizziert. Ein wirklich herausragendes Buch, das von mir 4,5 Sterne erhält.

Toller Nachkriegsroman

Von: B. Waligora Datum: 05. May 2018

Berlin 1949. Vera erfährt, dass ihr gute Freund und Kollege Jonathan bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Doch dann erreicht sie ein Päckchen mit Unterlagen von ihm und schnell stellt sich heraus, dass Jonathans Tod wohl kein Unfall war. Vera beginnt anhand der Unterlagen weiter zu recherchieren und stößt dabei auf Dinge die besser geheim bleiben sollten und die ihr Leben und das anderer in Gefahr bringen. Bei ihren Recherchen stellt sich heraus, dass nicht nur Jonathan ums Leben kam, sondern auch seine Verlobte Marie Claire Winter ist hier ein mitreißender historischer Roman gelungen. Es geht dabei um ein Thema über das den wenigsten etwas sagen wird, um die Spionagetätigkeiten der Deutschen kurz nach dem zweiten Weltkrieg und deren Verbindungen zu den Alliierten. Unglaublich, was damals wohl geschehen ist. Die Geschichte ist wirklich toll aufgebaut. Es wird immer abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven und Zeitpunkten erzählt. So spielen Jonathans und Maries Abschnitte in der nahen Vergangenheit, während Vera in der Gegenwart versucht heraus zu bekommen, was denn wirklich geschehen ist. Alle Figuren waren glaubwürdig gezeichnet, auch die nicht so sympathischen. Vera wollte nie als politische Redakteurin arbeiten und beißt sich dennoch in den Recherchen zu dem ihr unbekannten Thema durch. Marie beschäftigt sich mit der Vergangenheit ihrer Familie und muss erkennen, dass vieles nicht so ist, wie es ihr schien. Das Ganze ist so spannend, dass ich das Buch gegen Ende wirklich nicht mehr aus der Hand legen mochte. Eigentlich ist es schon mehr ein Spionage Thriller, denn ein historischer Roman. Für mich zählt dieses Buch sicher zu einem meiner Jahreshighlights, es wird mich gedanklich wohl auch noch eine Weile beschäftigen. Von mir daher eine volle Leseempfehlung.

Aufwühlend, realistisch und beeindruckend

Von: Heike Mirabella Datum: 05. May 2018

„Die geliehene Schuld“ von Claire Winter ist im Diana Verlag München / Verlagsgruppe Random House GmbH erschienen. Die Autorin: Claire Winter hat Literaturwissenschaften studiert und war als freie Journalistin tätig. Das Cover ist meines Erachtens für eine Geschichte, die in der Nachkriegszeit stattfindet, absolut perfekt gestaltet: Eine alte schwarz-weiße, nachkolorierte Fotografie, katapultiert die Leserschaft beeindruckend in die Zeit der Trümmerfrauen in Berlin. Das 573-seitige Buch mit dem brisanten Thema um Geheimdienste in einem dunklen Kapitel deutscher Zeitgeschichte war für mich schon recht schwer zu verdauen. Es ist mitnichten so, wie manche aus den Nachkriegsgenerationen möglicherweise vermuten, dass ab Kriegsende sofort die „Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung“ ausgebrochen ist. Dieses Buch schildert aufwühlend ein Stück Zeitgeschichte und die Problematik des „Kalten Krieges“, die Blockade von Berlin, die Rolle der Alliierten und der Kirche. Darüber hinaus werden die Seilschaften der Nazis inklusive ihrer skrupellosen Mechanismen nach dem Krieg spannend erzählt. Auch die Nöte der „Otto-Normal-Verbraucher“ werden thematisch angerissen: Im Park heimlich Bäume fällen, damit man Holz zum Heizen hat, Essensmarken, Hunger, die verzweifelte Suche nach im Krieg verschollenen Familienmitgliedern, die Entfremdung von Eheleuten aufgrund der langen Trennung, die Völkerwanderung, Traumata aus Kriegserlebnissen etc. pp. Die Handlung des Buches ist mit Zeitsprüngen innerhalb von 6 Monaten aus der Sichtweise von mehr als 10 Personen geschrieben. Und genau dieser Umstand fasziniert mich grundsätzlich bei Historien-Literatur. Aufgrund der Komplexität zahlreicher Nebenhandlungen wissen die Leser immer etwas mehr, als die einzelnen Protagonisten. Besonders erwähnenswert finde ich, dass diese fiktive Geschichte sehr real geschildert wird, da auch Personen, die wirklich existiert haben, dort namentlich benannt werden und eine Rolle spielen. Fazit: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich diese aus Realität und Fiktion verknüpfte Geschichte, so oder ähnlich zugetragen hat. Ein großes Dankeschön an die Autorin für dieses absolut lesenswerte Buch!

Dramatische Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit

Von: Elfriede Datum: 01. May 2018

Sommer 1949 Ein sehr spannendes und dramatisches Buch, von der ersten bis zur letzten Seite, aus historischen Fakten und Fiktion. Vier Menschen, die verschiedene Weise durch den Krieg traumatisiert sind. Alle haben Zukunftspläne, aber die Vergangenheit verstrickt sie miteinander und ändert alles. Jonathan, Jornalist aus Berlin, recherchiert für die Zeitung ECHO über ehemalige Kriegsverbrecher. Während seiner Recherche in Köln kommt er auf ungeklärte Weise ums Leben. Seine Jugendfreundin Vera verfasst sich mit den brisanten Unterlagen von Jonathan und wird so in das weitere, dramatische Geschehen hineingezogen. Marie lebt in Köln und möchte erfahren, warum ihre Familie so ein Geheimnis ihren gefallenen Vater in der Zeit vor und während des Krieges macht. In Rückblenden wird die Beziehung zwischen Jonathan und Marie und der jungen Jüdin Lina geklärt. In dem spannenden Geschehen werden immer mehr unfassbare Tatsachen aufgedeckt. Ich habe schon einige Bücher über die Nachkriegszeit und die Kriegsverbrecher gelesen. Dieses Buch ist ein Roman, der einen Einblick über die Macht und den Einfluss der Geheimdienste gibt. Erstmals ist mir jedoch die Tatsache bewußt geworden, wie viele Kriegsverbrecher dem System und einer Strafe entkommen sind. Ich habe bereits zwei Bücher von Claire Winter gelesen. Der Roman "Die geliehene Schuld" war bisher der Beste.

Lesenswert (4,5 Sterne)

Von: World of books and dreams Datum: 30. April 2018

Deutschland im Jahr 1949, noch immer hat das Land mit den Auswirkungen des Krieges zu kämpfen, doch man spürt bereits deutlich die Änderungen, die bevorstehen. Die junge Vera arbeitet für die Zeitung “Echo”, gemeinsam mit ihrem besten Freund Jonathan. Doch als Vera das Büro betritt, wird sie sogleich in das Büro ihres Chefs zitiert. Dort erwarten sie furchtbare Neuigkeiten, denn Jonathan kam in Köln bei einem Unfall ums Leben. Aber warum zog es Jonathan immer wieder nach Köln, welchem Geheimnis war er auf der Spur? Kann es nur an Marie liegen, die er dort kennengelernt hat? Als Vera ein Päckchen erhält, dessen Absender Jonathan war, erwartet sie etwas, mit dem sie nicht gerechnet hätte, denn Jonathan war einem Geheimnis auf der Spur, bei dem es vielen lieber wäre, wenn es im Verborgenen bliebe. Allerdings will Vera wissen, was wirklich mit Jonathan geschehen ist und beginnt, der Sache auf den Grund zu gehen. Meine Meinung Ich habe bereits andere Bücher der Autorin gelesen und habe mich dementsprechend gefreut, als ich entdeckte, dass es etwas Neues von Claire Winter gibt. Schon das Cover und der kurz gehaltene Klappentext machten mich gleich neugierig und auch der Roman ist wieder einmal absolut lesenswert. Claire Winter hat einen wirklich fantastischen Schreibstil, mit dem es ihr gelingt, perfekt die beschriebene Zeit und deren Charaktere zu beschreiben und zu beleben. Dabei lässt sich das Buch noch leicht und verständlich und absolut mitreißend lesen. Das Thema der Geschichte, die Bewältigung der schrecklichen Kriegszeit mit all seinen verheerenden Taten, aber auch der Beginn einer Zeit, in der man wieder Hoffnung hatte, wurde hier wunderbar umgesetzt. Man spürt, wie gut der historische Aspekt recherchiert wurde und begleitet hier die Charaktere auf unterschiedlichen Reisen sowohl im Inland als auch in näherer Umgebung. Allerdings geht es hier auch um viel Recherchearbeit, die die Charaktere betreiben und das wurde an manch einer Stelle etwas langatmig, wenn ich mich auch zu keiner Zeit gelangweilt habe. Auch wenn es also hin und wieder kleine Längen gab, war ich doch fasziniert von der Geschichte, wollte gemeinsam mit Vera herausfinden, was ihrem Freund Jonathan widerfahren ist und mit Marie mehr über die Vergangenheit der eigenen Familie erfahren. Die Geschichte erzählt aus wechselnden Perspektiven in einem Zeitraum von ca. einem halben Jahr. Dabei macht Claire Winter doch so einige Sprünge zwischen den aktuellen Ereignissen, kurz nach Jonathans Tod und Rückblicken, was bis zu diesem Unfall geschehen ist. Man muss hier durchaus konzentriert bleiben, um den Faden nicht zu verlieren, doch die Autorin behält hier absolut den Durch- und Überblick, so dass es auch für den Leser nicht allzu verwirrend wird. Ganz besonders gut gefallen haben mir wieder die Charaktere, die die Autorin hier gezeichnet hat. Jeder ist individuell und glaubwürdig dargestellt und ich konnte mir ein gutes Bild der einzelnen Personen machen. So wäre da z. B. Vera, die eine sehr energische junge Frau ist, die sich so leicht nicht beeindrucken und abschütteln lässt. Sie auf ihren Recherchewegen zu begleiten war durchaus spannend und ließ mich mitfiebern. Aber auch Marie und später Lina waren zwei interessante Charaktere, die mich beide berühren konnten. Marie, die behütet aufwuchs und die keinerlei Ahnung hat, wer ihre Familie eigentlich ist und deren Freundschaft zu der jungen Jüdin Lina, die den Holocaust nur überlebte, weil es ihrer Familie gelang, sie nach Amerika zu Verwandten zu schicken, absolut einnehmend war. Alles in allem waren die Charaktere sehr authentisch und facettenreich und nahmen mich für sich ein. Mein Fazit Ein sehr gut recherchiertes Buch über eine Zeit, die immer noch ein wenig im Hintergrund bleibt. Wie immer sehr fesselnd geschrieben und äußerst emotional, dabei mit Charakteren, die mich schnell neugierig machten und mir sympathisch waren. Lediglich die kleinen Längen durch die vielen Reisen bei der Recherchearbeit der Charaktere nahmen mir hin und wieder ein wenig den Lesefluss, doch im Großen und Ganzen war es absolut einnehmend. Leseempfehlung!

Kriegsverbrecher und ihre Machenschaften

Von: Rosenmadl Datum: 27. April 2018

Inhalt: 1949 in Berlin: Als die junge Redakteurin Vera vom angeblichen Unfalltod ihres geschätzten Kollegen Jonathan erfährt und dieser ihr kurz vorher all seine gesammelten Berichte über seine Recherchen zukommen ließ, macht sie sich selber auf die Suche nach der Wahrheit. Seine Beobachtungen galten alten Kriegsverbrechern und dabei spielt wohl auch eine junge Dame namens Marie eine große Rolle, die im Stab Adenauers als Sekretärin angestellt wurde. Den Warnungen zum Trotz macht Vera bald auf sich aufmerksam und schwebt in höchster Gefahr. Meine Meinung: Mein erster Roman der Autorin und mit Sicherheit nicht der Letzte. Obwohl ich schon zugeben muss, dass diese Thematik mich an manchen Stellen schon überfordern konnte und ich auch politisch gesehen kaum Sachverständnis oder Interesse dessen hätte. Doch der Schreibstil und die zarten Momente in diesem Buch, wenn Marie und Lina sich unterhielten oder Jonathan und Marie sich liebkosten, trugen dazu bei, dass ich auch ins Jahre 1949 abtauchen und diese kurzen Momente mit den Protagonisten genießen konnte. Dem Gesamtgeschehen zu folgen war angesichts der enorm vielen und kurzen Zeitsprünge doch recht anspruchsvoll und forderte volle Konzentration. Dies hätte man vielleicht ein wenig kluger lösen können, in dem man erst die Geschichte von Marie und dann später von Vera erzählt. Ich glaube dann hätte ich auch schneller durch dieses Buch beenden können. Die Charaktere sind aber enorm gut gezeichnet, sodass man für einige Sympathie und für andere richtigen Hass empfinden kann. Man bemerkt wieder, wie doch der Gerechtigkeitssinn in den Vordergrund rückt und man gerne alle Mitschuldigen an den schrecklichen Geschehnissen verurteilt sehen möchte. Fazit: "Die geliehene Schuld" kann ich nur empfehlen, wenn man gerne über die Nachkriegszeit liest. Claire Winter hat eine interessante Geschichte zwischen Fiktion und Wahrheit erschaffen und ihre Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet. Spannend, gut ausgearbeitet und trotz der Zeitsprünge kaum aus der Hand zu legen. Ich vergebe daher ganze 4 Sterne !!

Claire Winter - stark wie immer!

Von: Martina - Schmökerwelten Datum: 26. April 2018

Auch in "Die geliehene Schuld" versteht es Claire Winter wieder fantastisch, historische Fakten mit einer sehr spannenden, fiktiven Handlung zu einem grandiosen Roman zu verweben. Sie entführt uns ins Nachkriegsdeutschland 1948/49, in die Gründungsjahre der Bundesrepublik. Während unter Adenauer am Entwurf des neuen Grundgesetzes - der demokratischen Grundlage des neuen Staates - gearbeitet wird, ist auch Jahre nach Kriegsende das nationalsozialistische Gedankengut noch in vielen Köpfen tief verankert. Vieles wird hartnäckig totgeschwiegen, beschönigt oder gar abgestritten. In den Kriegsverbrecherprozessen müssen sich einige für ihre Taten vor Gericht verantworten, aber viele haben sich ihrer Strafe entziehen können. Auch die Kirche hat das Ihre dazu beigetragen, ehemalige Nazigrößen zu decken und ihnen zu neuen Identitäten zu verhelfen. Mitten in diesem Szenario lernen wir zwei beeindruckende, mutige, junge Frauen kennen. Vera, die in Berlin als Kulturredakteurin für den "Echo" arbeitet, möchte die Arbeit ihres Kollegen und guten Freundes Jonathan fortführen, der während einer geheimnisvollen Recherche ums Leben gekommen ist. Mehr als einmal setzt sie dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel. Marie lebt mit ihrer Mutter und ihren beiden älteren Brüdern in Köln. Der Vater ist im letzten Kriegsjahr gefallen. Sie schließt Freundschaft mit Lina, einer Jüdin, deren nahezu ganze Familie unter den Nazis umkam. Marie hinterfragt den "ehrenhaften Offizier", der ihr Vater angeblich gewesen sein soll, versucht, mehr über ihn herauszufinden, stößt bei ihrer Familie jedoch auf eine Mauer des Schweigens. Es folgt eine historisch hoch interessante, dramatische und sehr spannende Geschichte um Schuld, um Vergessen, aber auch um Hoffnung! Claire Winter schreibt sehr fesselnd und bildhaft und versetzt den Leser immer mitten in die Handlung und den Ort des Geschehens hinein. Ohne einen riesigen Rechercheaufwand wäre dieses Buch wohl so nicht möglich gewesen. Hut ab!

Beeindruckend und nachwirkend im Kopf

Von: Chrisi Datum: 26. April 2018

Das Buch fesselte mich nach wenigen Seiten und ein weg legen war fast unmöglich! Am Anfang kam ich mit den Namen von Vergangenheit und Gegenwart der Menschen ein wenig durcheinander, da sie in der Gegenwart "falsche" Namen angenommen hatten. Die intensive Auseinandersetzung mit den Folgen des 2. Weltkrieges aus Sicht der Täter-Kinder, da viele Kinder nie wussten was ihre Eltern tatsächlich im Krieg an führenden Posten hatten, war für mich emotional stark bewegend. Beim lesen muss ich im Buch versinken und mich einfühlen können in die Geschehnisse, in die Hauptpersonen, dies ist Claire Winter in meinen Augen sehr gut gelungen. Wer sich für diese Zeit nach dem Krieg interessiert und offen ist dahinter zu schauen, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Denn steckt Aufklärung über die Flüchtlingsströme von Deutschland nach 1945 darin und Wahrheiten, vor denen wir uns auch heute nicht verschließen sollten!! Ein für mich persönlich gelungenes Buch und absolut lesenswert!!

Spannende Mischung aus Roman und historischen Fakten

Von: brauneye29 Datum: 25. April 2018

Das Buch hat mich sehr angesprochen, gerade der Mix aus historischen Fakten und Fiktion ist sehr gut gelungen und macht die Geschichte so spannend. Berührend sind auch viele der beschriebenen Begegnungen, die wahrscheinlich auch in der echten Vergangenheit so stattgefunden haben werden. Der Schreibstil ist sehr gut lesbar und gut lesbar. Der Wechsel der der Erzählung aus Sicht der unterschiedlichen Personen bringt Lebendigkeit ins Buch. Ein Stern habe ich dennoch abgezogen, weil ich mich im ersten Drittel sehr schwer getan ins Buch zu kommen und erst ab da so richtig ins Buch gekommen bin.

Geschichte

Von: get lucky Datum: 24. April 2018

Das fest gebundene Buch mit annähernd 600 Seiten hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen! Eine Geschichte, die mich in die Geschichte des zweiten Weltkrieges, eintauchen ließ und von vorne bis hinten fasziniert hat. Einmal hat ein Geschichtslehrer uns ins Heft diktiert, dass der Sinn des Faches der sei, Fehler zu bekennen, und diese nicht mehr zu wiederholen. Wie recht er doch hatte! Auch wenn dieses Buch keine Biographie darstellt, wurde doch sehr gut dafür recherchiert und dargestellt, wie zu dieser Zeit, auch noch nach Ende des Krieges, vertuscht, spioniert und gelogen wurde. Man ist also mittendrin in Geheimdienst und NS-Kriegsverbrechen. Der Schreibstil der Autorin ist so flüssig und lebendig, die hohe Spannung bleibt bis zum Schluss aufrecht, und den Mut mancher Menschen, auch derer im Buch muss man auch heute noch immer wieder bewundern ! Einzig und allein die vielen Zeitensprünge, irritierten mich anfänglich etwas, doch das Buch hat wirklich alle Sterne verdient, in Noten gesprochen: "1"

Ein Roman mit Tiefgang

Von: Bücherwurm84 Datum: 22. April 2018

Zum Inhalt: Berlin, nach dem zweiten Weltkrieg: Vera und ihr bester Freund Jonathan arbeiten zusammen als Journalisten bei der Berliner Zeitung "Echo". Die beiden haben viel zusammen durchgemacht, besonders am Ende des Krieges. "Ohne Jonathan würde ich nicht mehr leben!" Dieser Satz von Vera zeigt auf, wie sehr die Beiden verbunden sind. Umso schockierter ist Vera, als sie erfahren muss, dass Jonathan bei einem angeblichen Unfall mit Fahrerflucht ums Leben gekommen ist. Aber war es wirklich nur ein Unfall? Und warum hat Jonathan vor seinem Tod Vera noch ein Päckchen zukommen lassen, in dem sämtliche Unterlagen seiner letzten Recherche enthalten sind? Bevor Vera weiß wie ihr geschieht, ist sie in eine brisante Geschichte verwickelt, in der es um Naziverbrecher und deren Verbleib geht. Und plötzlich ist sie vor niemand mehr sicher... Meine Meinung: Gleich vorneweg: Leichte Lektüre sucht man hier vergeblich. Der zweite Weltkrieg und dessen politische Nachwirkungen sind das allumfassende Thema in diesem Buch. Wer damit nicht wirklich etwas anfangen kann, dem kann ich dieses Buch nicht empfehlen. Alle anderen, die an der deutschen Geschichte interessiert sind und dabei auch einen tiefgehenden Roman lesen wollen, sind hier genau richtig. Zu Beginn hatte ich ein wenig Schwierigkeiten den Aufbau des Romans zu verstehen, aber nach ein paar Seiten ging es dann. Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, überwiegend aus der Sicht von Vera, Jonathan und Marie. Aber auch andere Nebencharaktere kommen zu Wort. Gleichzeitig ist die Geschichte zu Beginn in zwei verschiedene Zeitachsen unterteilt, die im Laufe des Buches sich immer mehr auf einander zu bewegen, bis es im letzten Viertel nur noch eine gibt. So erfährt man ziemlich viel von unterschiedlichen Charakteren zu unterschiedlichen Zeiten. Man ist eigentlich gleich im Geschehen drin, denn das Buch beginnt mit dem Tod von Jonathan. Durch die Rückblenden erfährt man wer Jonathan war und was er in den letzten Monaten vor seinem Tod bei seiner Arbeit als Journalist erfahren hat bzw. selbst recherchiert hat. Dazwischen werden immer wieder Kapitel aus der Sicht von Vera, Jonathans bester Freundin, erzählt, die versucht herauszufinden, woran Jonathan als letztes gearbeitet hat und was das mit seinem Tod zu tun hat. Als letzte Person lernen wir in den Rückblenden auch Marie kennen, die keine unwesentliche Rolle in diesem Buch hat. Durch das ständige Wechseln der Charaktere und der Zeitströme muss man natürlich als Leser schon ein wenig wachsam sein und sich auch gewissen Dinge und vor allem Personen merken, damit man nicht ganz den Zusammenhang verliert. Es gibt zwar immer noch am Ende des Buches ein Namensverzeichnis (das ich erst nach dem Beenden des Buches entdeckt habe), aber es ist möglich auch ohne auszukommen. Außerdem muss man beim Lesen immer bedenken, dass das, was wir als Leser von Jonathan bereits erfahren haben, Vera meistens noch nicht weiß. Dieser Aufbau der Geschichte ist meiner Meinung nach eine ziemlich gute Idee, kann aber dazu führen, dass der eine oder andere Leser vielleicht ein wenig durcheinander kommt und dadurch ein wenig das Lesevergnügen getrübt ist. Daher mein Rat: Wenn ihr das Buch lesen wollt, rate ich euch, kein weiteres Buch parallel zu lesen und zu versuchen, das Buch ohne lange Pausen zu lesen, damit man nicht allzu viel vergisst. Mit 576 Seiten handelt es sich hier definitiv nicht um ein schmales Büchlein für unterwegs. Meiner Meinung nach ist die Seitenzahl auch berechtigt, da die Geschichte wirklich sehr umfangreich und mit viel Tiefgang ist. Hier muss ich der Autorin wirklich ein Lob für die gute Recherchearbeit aussprechen. Und natürlich auch dafür, wie sie es geschafft hat, Realität und Fiktion zu diesem guten Roman zu vermischen. Am Ende des Buches geht die Autorin nochmal auf die Punkte ein, die wirklich der Realität entsprechen und es ist erschreckend, auf welchen Wegen Naziverbrecher nach dem zweiten Weltkrieg ungeschoren davon kamen und für wen sie später alles gearbeitet haben. Da verliert man wirklich den Glauben an die Menschheit. Um ein solches Thema dem Leser umfangreich und natürlich auch richtig darzulegen und gleichzeitig eine Story darum aufzubauen, die den Leser fesseln soll, bedarf es ein paar Seiten, keine Frage. Trotzdem muss ich zugeben, dass es für mich als Leser in der zweiten Hälfte des Buches doch die eine oder andere Stelle gab, die sich ein wenig in die Länge gezogen hat. Man hat schon gemerkt, dass die Autorin dem Leser nichts vorenthalten will und alles genau erzählen möchte, aber dies hat meiner Meinung nach dazu geführt, dass sich die Geschichte an der einen oder anderen Stelle ein wenig gezogen hat. Überwiegend kann ich aber sagen, dass die Geschichte gut erzählt wurde und ich als Leser nicht wirklich wusste, wie dieses Buch endet. Mein Fazit: Ein bewegendes und aufwühlendes Buch über die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Es lässt mich als Leser nachdenklich zurück und zeigt, dass wir nicht alles so hinnehmen sollten, wie uns gesagt wird, sondern dass wir auch einiges hinterfragen sollten.

Die Suche nach der Wahrheit und der Gerechtigkeit

Von: sk Datum: 22. April 2018

Klappentext: Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen. Inklusive aufklappbarem Lesezeichen mit Personenverzeichnis. Meine Bewertung: Zum Cover: Das Cover ist passend zur Handlung gestaltet worden und gefällt mir wirklich sehr. Es zeigt eine Szenerie, die auf die behandelnde Epoche des Romanes angepasst wurde. So sieht man im Hintergrund Häuser, Bäume und eine Straßenbahn - allesamt in grau. Man erkennt auch deutlich, wie Menschen die Straßen überqueren. Auch sind diese in grauer Farbe abgebildet worden. Die einzigen Elemente, die in kraftvollen Farben dargestellt worden sind, sind der blaue Himmel, die gelbe Straße, aber auch zwei Menschen, die dem Betrachter den Rücken zu gedreht haben. Zum Inhalt: Im Jahre 1949 ist der Zweite Weltkrieg seit vier Jahren vorbei, Deutschland von den vier Alliierten besetzt und steht vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland sowie der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik. Der Roman "Die geliehene Schuld" ist eine berührende Geschichte über deutsche Kriegsverbrechen, Entnazifizierung und die Herausfoderung des politischen Wiederaufbaus. Die Autorin Claire Winter entführt uns Leser nach Berlin, nach Köln, Düsseldorf und weitere entfernte Orte. Doch die Geschichte spielt nur üben einen kurzen Zeitraum: von August 1948 bis Mai 1949. Im Mittelpunkt stehen vier Hauptfiguren. Vera, eine Journalistin in Berlin, die eigentlich nur im Kulturressort arbeitet und plötzlich ihren besten Freund Jonathan durch einen "Unfall" verliert. Jonathan hat vor diesem "Unfall" an einer brisanten Geschichte gearbeitet und hat Vera in einem mysteriösen Brief davon erzählt. Vera glaubt nicht an einen einfachen Unfall und recherchiert so auf ihre eigene Faust. Im Rheinland lebt Marie, ihr Vater ist im Krieg gefallen, doch nähreres gibt ihre Familie nicht preis. Marie beginnt selber zu recherchieren und stößt bald auf Unglaubliches. Bei dieser Suche lernt sie die junge Jüdin Lina kennen und schon bald verbindet die beiden eine ungewöhnliche Freundschaft. Zum Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, leicht und klar, ohne große Abschweifungen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der Protagonisten, aber auch anderer Charaktere, auf zwei Zeitebenen erzählt. Die Zeitstänge liegen nur wenige Monate auseinander und nähern sich im Verlauf weiter an, so dass ein Gesamtbild immer deutlicher wird. Die Handlungsstränge scheinen zunächst nebeneinander herzulaufen, doch verknüpfen sie sich erst im weiteren Verlauf zu einem Strang. Der Spannungsbogen steigt so rasant an, dass ich das Buch nur sehr ungern aus der Hand gelegt habe. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten. Claire Winter hat sehr gut recherchiert und verknüpft geschickt historische Geschichte mit fiktiven Geschehen, und zwar so, dass die Historie nicht verfälscht, sondern viel emotionaler und fühlbarer ist. Hilfreich dabei ist auch der Anhang, bei dem die Autorin Claire Winter Quellen zitiert und selber Wahrheit und Fiktion erklärt. Zudem hat der Verlag dem Buch ein aufklappbares Lesezeichen mit Personenverzeichnis beigelegt. Mein Fazit: Claire Winters historischer Roman ist außergewöhnlich spannend und mitreißend, das sich mit den Schattenseiten der Anfangszeit der jungen Bundesrepublik beschäftigt. Es zieht einen in den Bann und lädt einen zum Nachdenken ein. Insgesamt gebe ich diesem Roman 5 von 5 Sterne und spreche eine große Leseempfehlung aus! Danke an das Bloggerportal und dem Diana - Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplares!

Gelungene Mischung aus Krimi und Geschichte

Von: Natascha Collins Datum: 19. April 2018

Höchstwahrscheinlich hätte ich mir dieses Buch nicht selbst gekauft, da ich kein großer Fan von Romanen aus der Zeit des 2. Weltkriegs bin. - Allerdings muss ich auch ehrlich sagen, dass ich angenehm überrascht wurde. Vorsicht, die nachfolgende Bewertung kann Spoiler enthalten! Was mir gut gefallen hat: Das Buch war/ist sehr gut recherchiert und gerade für Leute, die sich für die deutsche Nachkriegsgeschichte interessieren, sehr lesenswert. Die Autorin schafft es, historische Fakten gekonnt in die Romangeschichte einzuweben. Spannung und Unterhaltung bleiben aber trotz der Fakten nicht auf der Strecke. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten (was ich persönlich sehr mag) und der Schreibstil ist auch super. Trotz des doch stattlichen Umfangs des Romans bleibt der Spannungsbogen bis zum Schluss erhalten und auch das Ende wird dementsprechend ordentlich und ausführlich abgehandelt (was ja leider bei vielen Romanen dieses Umfangs nicht der Fall ist). Es gibt viele Überraschungsmomente, in denen man sich als Leser denkt "Das hätte ich jetzt so nicht erwartet!" - z.B. dass Wilma der Maulwurf in der Zeitungsredaktion ist hätte ich nie gedacht. Das Thema des Totschweigens, Verdrängens und Vergessens der Nazizeit ist ja nicht wirklich neu, aber dennoch finde ich es hier gekonnt umgesetzt. Ich konnte mich sehr gut in Vera und auch Marie hineinversetzen. Zwei Frauen, die ihrer Zeit weit voraus waren und sich mit Aussagen wie "Wenn wir es totschweigen, wird es dann wirklich ungeschehen in Vergessenheit geraten?" nicht nur Freunde gemacht haben. Mitgelitten habe ich vor allem mit Marie. Grauenvoll, wenn eine Familie an den Kriegsverbrechen und der Überzeugung des Vaters zerbrechen muss. Maries Verzweiflung und Wut sind regelrecht spürbar. Rundum ein gelungenes Werk. Was mir nicht so gut gefallen hat: Es tut mir leid, aber die Einleitung finde ich absolut klischeehaft. Männer, die mit Kisten nachts durch die Berge kraxeln. - Da kommt bei mir direkt die Erinnerung an die Monuments Men und an das Theaterstück Hitler's Gold hoch. Und ehrlich gesagt hatte ich anfangs auch Bedenken, dass dieses Buch in genau diese Richtung gehen würde. Zum Glück habe ich mich da aber dann doch geirrt. Was mir absolut nicht gefallen hat, waren die ständigen Zeitsprünge. Ein Kapitel spielt in der Gegenwart, das nächste in der Vergangenheit, usw. Irgendwann laufen beide Handlungsstränge dann zusammen. Bis es soweit ist, habe ich mich allerdings manchmal nach dem Warum gefragt - bis mir dann wieder einfiel, dass dies ja ein Kapitel aus der Vergangenheit war, in dem die handelnde Person ja nicht wusste, was ich im vorherigen Zukunftskapitel gelesen hatte. Alles in allem aber dennoch ein gelungenes und überraschend anderes Werk zum Thema 2. Weltkrieg.

Man braucht Zeit

Von: Carmen Datum: 15. April 2018

Wenn man sich ein wenig mit unser aller Vergangenheit beschäftigt so erkennt man unschwer um welche Zeit es sich handelt, auch wenn der Klappentext schon einiges Verrät. Es ist gut geschrieben und man kann es auch gut lesen, doch konnte es mich nicht ganz überzeugen. Viele Handlungsstränge waren zu langatmig so dass es mühsam war zu folgen. Obwohl es nur vier Hauptprotagonisten gibt muss man sich doch viele Namen merken okay es wird einem etwas mit dem Namensregister auf dem aufklappbaren Lesezeichen erleichtert doch wer möchte immer nachschauen müssen. Aber ganz egal es ist auf alle fälle ein Buch zum lesen und zum Weiterempfehlen, man sollte sich halt nur Zeit zum lesen nehmen.

Packende Nachkriegszeitgeschichte!

Von: Leni Datum: 13. April 2018

Schon der Prolog war ziemlich packend und das hat sich meiner Meinung nach durch das komplette Buch durchgezogen. Die 564 Seiten waren voller Spannung, voller Unglauben zu lesen und haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Die geliehene Schuld“ ist mein zweites Buch von Claire Winter und auch hier kann ich nur sagen, dass es bestimmt nicht mein letztes war. Die Protagonistin dieses Buches ist Vera, eine Frau, die stark vom Krieg gezeichnet ist. Sie hat nicht nur ihre Eltern verloren, sondern auch ihren Ehemann. Die einzige Konstante in ihrem Leben ist Jonathan, ihr Jugendfreund, den sie schon seit Jahren kennt. Jonathan hat sie damals aus der Hand der Russen gerettet, denen sie zum Opfer gefallen ist und hat sie nach dem Tod ihrer Familie wieder aufgebaut. Doch plötzlich ist auch Jonathan gestorben. Angeblich durch einen Autounfall. Vera kann dies nicht auf sich beruhen lassen und versucht herauszubekommen, weshalb Jonathan gestorben ist. Neben Veras und Jonathans Geschichte wird auch die Geschichte von Marie erzählt. Marie kommt ursprünglich auch aus Berlin ist jedoch in den letzten Kriegsjahren mit ihrer Mutter und ihren beiden Brüdern nach Köln umgesiedelt. Dort lernt sie Jonathan kennen, den Journalisten aus Berlin. Diese Beziehung stößt die ganze Geschichte eigentlich erst an. Ohne dieses Aufeinandertreffen würde Marie sich vermutlich niemals Gedanken darüber machen, was die Rolle ihres Vaters im Krieg gewesen ist. Denn genau das ist der Knackpunkt an der Geschichte: die Frage der Schuld. Wer ist Schuld an den Gräueltaten der Nazis? Wie wird versucht diese zu vertuschen? Genau das hat Claire Winter in eine packende Geschichte mit sympathischen Charakteren gepackt. Es ist kein anklagendes: ihr seid alle Schuld Buch. Im Buch blicken die Protagonisten hinter die Vorhänge, sie loten die Schuldfrage für sich selbst aus. Sie hadern mit sich und sie riskieren ihr Leben für die Wahrheit. Das Fazit: Claire Winter hat es mal wieder geschafft einen Roman über einen Krieg zu schreiben, der zwar in der Nachkriegszeit situiert ist, aber nicht das typische Muster eines solchen Romans zeigt. Der Roman ist packend, die Charaktere sind sympathisch und nahbar. Die Geschichte ist nicht nur tragisch und schlimm sondern zeitweise auch schön. Es ist einfach ein sehr guter Mix, der das Buch so toll macht! Besonders erwähnenswert finde ich noch, dass das Buch zwar nicht komplett auf der Wahrheit beruht, allerdings einige Fakten aufgreift, die mich sehr überrascht haben.

Berührende Geschichte über deutsche Kriegsverbrechen, Entnazifizierung und die Herausforderungen des politischen Wiederaufbaus Deutschlands

Von: schnäppchenjägerin Datum: 11. April 2018

1949 ist der Weltkrieg seit vier Jahren vorbei, Deutschland von den Alliierten besetzt und seht vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Die Journalistin Vera Lessing hat im Krieg ihren Mann und ihre Eltern verloren und in ihrem Kollegen Jonathan Jacobsen bei der Zeitung "Echo" einen guten Freund gewonnen. Als dieser während seiner Recherchen zu Flüchtlingsrouten in Europa einen tödlichen Verkehrsunfall erleidet, ist Vera zunächst schockiert, möchte jedoch seine Arbeit fortsetzen. Die wird dabei immer wieder behindert, sogar körperlich bedroht und ihr wird klar, dass der Tod von Jonathan kein Unfall war. Alte Seilschaften der Nationalsozialisten sind immer noch aktiv und arbeiten mitunter sogar mit den Alliierten zusammen. Vera setzt alles daran, herauszufinden, welchen Skandal oder welchem Verbrechen Jonathan auf der Spur war und wer die Aufdeckung zu unterbinden wusste. Der Roman springt abschnittsweise einige Monate zurück in das Jahr 1948, als Jonathan mit seinen Recherchen begann und dabei Marie Weißenburg kennenlernte. Maries Vater, der unter den Nationalsozialisten im Reichssicherheitshauptamt gearbeitet hat, ist im Krieg gefallen. Die Familie ist von Berlin nach Köln geflohen, wo Marie nun mit ihrer Mutter und ihren beiden Brüdern wohnt. Sie ist gelernte Sekretärin und bekommt aufgrund ihrer guten Leistungen eine Anstellung bei dem Parlamentarischen Rat in Bonn. Marie hatte sich bisher nicht für Politik interessiert, aber als sie erfährt, dass ein Kollege ihres Vaters bei den Nürnberger Prozessen angeklagt ist, beginnt sie zu hinterfragen, was die Tätigkeit ihres Vaters war und weshalb in ihrer Familie nicht darüber gesprochen wird. "Die geliehene Schuld" ist ein authentisches Familiendrama, das im Nachkriegsdeutschland mit Wiederaufbau und Entnazifizierung spielt und sich wie ein spannender Krimi liest. Es ist eine fiktionale Geschichte, die jedoch auf historischen Fakten beruht. Sehr eindringlich spürt man, wie sich die Menschen nach 1945 gefühlt haben: Hinterbliebenem die um ihre gefallenen Angehörigen trauern, politisch und religiös Verfolgte, die überlebt haben und traumatisiert sind, mit der Vergangenheit abschließen wollen oder einen nachvollziehbaren Hass auf "die Deutschen" verspüren. Altnazis, die sich ihre gerechten Strafe entziehen möchten und skrupellos versuchen, ihre eigene Haut zu retten. Es gibt Menschen, die ihre Taten bereuen und andere, die die Gräueltaten verdrängen möchten und Menschen, in denen das nationalsozialistische Gedankengut fest verhaftet ist und die dem Führerstaat nachtrauern. In beiden Handlungssträngen, 1948 und 1949, spielen mutige Frauen eine Hauptrolle, die Dinge hinterfragen und für die Wahrheit ihre Leben aufs Spiel setzen. Durch immer neue Details, die während der Recherchen bekannt werden, bleibt der Roman, der neben dem dramatischen Kriminalfall noch eine zarte Liebesgeschichte enthält, spannend bis zum Schluss. "Die geliehene Schuld" ist ein sehr gelungenes Werk über deutsche Kriegsverbrechen und Entnazifizierung und die Herausforderungen des noch jungen Deutschlands wenige Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs, der alles andere als trocken ist, sondern durch sympathische Charaktere und deren persönliche Lebensgeschichten und berührenden Schicksale überzeugt.

"Die geliehene Schuld" - eine schicksalsschwere und anspruchsvolle Geschichte

Von: Hanne / Lesegenuss Datum: 10. April 2018

Das Cover ist passend für diesen Roman wie auch der Titel gewählt. So mein Eindruck, als ich am Ende angelangt war. Spannung und Gefühl, alles findet sich. Mit ihrem neuesten Roman "Die geliehene Schuld" geht es zurück in die wahrscheinlich dunkelste Zeit von Deutschland, die sich keiner zurückwünscht. Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Und trotzdem musste ich mehrfach Lesepausen einlegen, da mich die Thematik, der Hintergrund zur Geschichte, doch emotional sehr aufgefühlt hat. Background ist die Zeit zum Ende des Nationalsozialismus, und die Anfangsjahre nach Kriegsende. Auf Recherche zu einem brisanten Thema ist der Berliner Journalist Jonathan in Köln. Ihm war schon bewusst, dass er seit langem in ein Hornissennest gestochen hatte. Gerechtigkeit, daran hatte er immer geglaubt. Doch dem war nicht so. Denn wie konnte es angehen, dass unter dem Mantel der Obrigkeit, der Kirchen Hunderte, ja Tausende ehemalige Nazis untertauchen konnten und irgendwo mit neuer Identität lebten? Sie waren gesuchte Kriegsverbrecher. Jonathans Bauchgefühl veranlasst ihn, all seine Recherchen nach Berlin zu seiner guten Freundin Vera, ebenfalls Journalistin beim "ECHO" zu schicken. "Die geliehene Schuld" ist eine Geschichte aus der Vergangenheit. Sie zeigt auf, wie rasend schnell sich der deutsche Geheimdienst aufgebaut hat. Dank guter Vorsorge eines Herrn .G., und wenn man dessen Vita liest, kriege ich das Brechen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Fluchtwege der Nazis, deren Helfer, Helfershelfer, das Leben einer Familie, deren Vater im Reichsicherheitsdienst arbeitete und eine Größe war, eine neugierige Tochter, die durch ihre Arbeit immer selbstbewusster wird. Auch wenn die Geschichte um Marie, Jonathan, Vera u. a. fiktiv ist, aufgrund der nachgewiesenen Recherchen der Autorin, den aufgeführten Büchern ist daraus ein sehr spannender und ausführlicher Roman geworden. Der Spannungsbogen ist von Beginn an da, so dass einen die Story fesselt. Nicht absehbar war für mich zeitweise, in welche Richtung sich dies entwickelt. Die Geschichte verlangt einiges vom Leser. Und man muss sich auf sie einlassen. Denn sie entwickelt sich rasend schnell, spektakulär. Gerade die Schilderungen der damaligen Zeit waren meines Erwachtens mehr als sehr gut beschrieben. Ebenso die tragische Liebesgeschichtee um Marie und Jonathan, die beide ihr Leben verloren. Der eine, weil er zu tief gegraben und zu neugierig war, die andere eben weil sie neugierig geworden ist, was damals wirklich geschehen und inwiefern ihr Vater in der Sache verwickelt und weil sie mit Jonathan zusammen war. Zeitweise schwebte mehr als eine dunkle Wolke über meinen Kopf. Aber nicht weil die Geschichte schlecht war, nein ich habe mich immer wieder gefragt: Haben die Menschen heute vergessen oder nur verdrängt? Was ist Wahrheit, was ist Fiktion? Dieses hat die Autorin auf mehreren Seiten sehr ausführlich beschrieben. Der Verlag hat dem Buch ein aufklappbares Lesezeichen mit Personenverzeichnis beigeliegt. Eine wirklich gute Idee!

Die geliehene Schuld

Von: Buchmomente Datum: 10. April 2018

Die Geschichte spielt nur über einen kurzen Zeitraum, von August 1948 bis Mai 1949. Zunächst ist man nur in Berlin, bald aber entführt die Autorin den Leser auch nach Köln und Düsseldorf und in weiter entfernte Gefilde. Es sind 4 Hauptfiguren, die im Mittelpunkt stehen. Vera, eine Journalistin in Berlin, die eigentlich nur im Kulturressort arbeitet, verliert plötzlich ihren besten Freund Jonathan durch einen „Unfall“ – Jonathan hat an einer brisanten Geschichte gearbeitet und ihr in einem mysteriösen Brief davon erzählt. Vera glaubt nicht an einen Unfall und recherchiert auf eigene Faust. Und das wird für sie von Tag zu Tag gefährlicher. Im Rheinland lebt Marie - ihr Vater ist im Krieg gefallen, doch näheres gibt ihre Familie nicht preis, so dass sie selber recherchiert und auf Unglaubliches stößt. Bei dieser Suche lernt sie die junge Jüdin Lina kennen und schon bald verbindet die beiden eine ungewöhnliche Freundschaft. Die Autorin hat nicht nur exzellent recherchiert und ein interessantes Thema aufgegriffen, über das ich in Romanen bisher noch nichts gelesen habe, sondern auch interessante Handlungsstränge entworfen, die zunächst nebeneinander herzulaufen scheinen und sich erst im weiteren Verlauf zu einem Strang verknüpfen. Das besetzte Deutschland ist noch in verschiedene Zonen eingeteilt, eine Verfassung ist noch im Entstehen, die Nürnberger Prozesse versuchen, Gerechtigkeit walten zu lassen und trotzdem gibt es Kriegsverbrecher, die dem System entkommen konnte. Um diese geht es in der Geschichte. Gerade Vera hat mir sehr gut gefallen – sie ist eine starke Persönlichkeit, die beharrlich an der Sache dranbleibt; und das, obwohl sie viel Angst hat – und das auch mit gutem Grund. Denn mehr als einmal gerät sie in große Gefahr. Trotzdem lässt sie nicht locker und geht jeder Spur nach. In Rückblicken kommt auch Jonathan zu Wort, den ich gleich in mein Herz geschlossen habe und den ich leider auch gleich zu Anfang wieder verloren habe. Bei Marie habe ich richtig mitgelitten – sie ist sehr verletzt und man kann den Schmerz beim Lesen geradezu spüren. Gut, dass sie Lina hat, die sie immer wieder tröstet und ihr gut zuredet. Dabei hat auch Lina einiges zu bewältigen und gerät mehr und mehr in Gefahr. Alle Charaktere sind sehr gut gezeichnet, mit Stärken und Schwächen – so wirken sie sehr authentisch. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven konnte ich mich zudem gut in sie hineinversetzen und ihre Gedanken und Handlungen besser nachvollziehen – und da vor jedem Kapitel steht, um wen es sich gerade dreht, kommt man als Leser auch nicht durcheinander. Schon der Einstieg in die Geschichte ist gut gelungen und ich habe mich direkt als Teil von ihr gefühlt; die Autorin versteht es, Spannung aufzubauen – und hat diese auch bis zum Schluss gehalten. Dachte ich zunächst, es handelt sich um eine Familien-Nachkriegsgeschichte, entpuppt sich der Roman dann eher zu einem Krimi. Zur Spannung beigetragen hat natürlich auch der Schreibstil, der mich völlig eingenommen hat – angenehm zu lesen und voller Bildgewalt, ohne dass es langatmige Passagen von Beschreibungen gibt; ich hatte viele Bilder im Kopf und konnte die Atmosphäre im Nachkriegsdeutschland geradezu spüren. Das Buch hat mich wirklich packen können – wegen des interessantes Themas und der spannenden Erzählweise. Ich habe viel Neues erfahren und auch jetzt noch denke ich viel über die Geschichte nach. Trotzdem hat mir irgendetwas gefehlt, um 5 Sterne zu geben – was es ist, kann ich gar nicht richtig in Worte fassen. Aber 4,5 Sterne sind es allemal – und gerne empfehle ich das Buch an alle, die sich für die Nachkriegszeit in Deutschland interessieren. Mein Fazit Bisher habe ich nie etwas gelesen über Kriegsverbrecher, die dem System entkommen konnten – und genau darum geht es in diesem Buch, das eher an einen Krimi erinnert denn an einen Roman. Die Autorin hat die Geschichte spannend und fesselnd erzählt und kann die Spannung auch bis zum Schluss halten. Die zunächst parallel verlaufenden Erzählstränge verbinden sich nach und nach und ergeben dann am Ende ein schlüssiges Bild. Gerne habe ich die tollen Charaktere begleitet und gebe 4,5 von 5 Sternen.

Ein absolut mitreißendes Buch

Von: Sarahs Bücherregal Datum: 09. April 2018

Veras Freund Jonathan arbeitet wie sie Ende der vierziger Jahre in Berlin bei dem Magazin „Echo“. Als er für eine Geschichte über die Flüchtlingsströme in Europa recherchiert, muss er einer großen Story auf der Spur gewesen sein, denn aus Sorge, dass ihm etwas passieren könnte, schickt er Vera seine Unterlagen, verbunden mit der Bitte, die Recherche fortzuführen, wenn ihm etwas passieren sollte. Eigentlich wollte Vera die Vergangenheit voller Krieg, Hass und Verlust nur hinter sich lassen, doch als Jonathan tödlich verunglückt, ist es damit vorbei: Sie muss seine Geschichte zu Ende bringen und herausfinden, wer für seinen Tod verantwortlich ist. Selten habe ich ein Buch so verschlungen wie „Die geliehene Schuld“ von Claire Winter. Der Aufbau des Romans mit Rückblenden zu Jonathans Recherchen im Wechsel mit der Gegenwart des Romans ein halbes Jahr später und Veras Recherche, sorgt für eine hohe Spannung und die Fakten, die die beiden über das Ende des Nationalsozialismus und handelnde Akteure aufdecken, lassen einen teilweise wirklich gruseln. Vera kämpft mühsam mit sich, um von einer antrainierten unpolitischen Haltung, in der sie einfach nur ihre Ruhe haben will, zu einer aktiven politischen Journalistin zu werden, die auch versteht, wofür Jonathan die ganze Zeit gestritten hat. Langsam tut sich ein Geflecht alter Mächte auf, die die Bundesrepublik keineswegs aus ihren Fängen gelassen hat, was auch Vera letztlich darin bestärkt, nicht aufzugeben. Sie ist eine starke Figur, die die Leser mitnimmt und berührt, was auch ein Grund dafür ist, dass einen diese Geschichte so angreift und bewegt, dass man nicht mehr aufhören kann. Man muss einfach immer weiterlesen. Claire Winters historischer Roman „Die geliehene Schuld“ ist ein außergewöhnlich spannendes und mitreißendes Buch, das sich mit den Schattenseiten der Anfangszeit der Bundesrepublik beschäftigt. Es glänzt mit einer großartig durchstrukturierten Romanhandlung und lädt zum Nachdenken und Recherchieren buchstäblich ein, so unglaublich ist die Geschichte.

Wieder einmal voll überzeugt

Von: Nini Datum: 05. April 2018

Schon die ersten beiden Romane von Claire Winter haben mir sehr gut gefallen, sodass ich immer die Augen aufhalte, wann wohl etwas Neues von ihr erscheint. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei es zwei Zeitstränge gibt, die nur wenige Monate auseinander liegen und sich im Verlauf immer weiter annähern, wobei das Gesamtbild im Verlauf immer deutlicher wird. Durch die unterschiedlichen Protagonisten schafft Claire Winter es, verschiedene Sichtweisen auf die Nazizeit zu integrieren, die stellvertretend für die unterschiedlichen Einstellungen der Bevölkerung stehen: Vera, die die Geschehnisse einfach nur vergessen will; Marie, die noch sehr jung war und vor der vieles verheimlicht wurde; Maries Familie, die die Augen vor den begangenene Gräueln verschließt; Erik und Lina, die ihre gesamte Familie in den KZs verloren haben und sehr unterschiedlich damit umgehen; Hüttner, überzeugter Nazi, der versucht, ungeschoren aus allem herauszukommen, etc. Die Protagonisten sind sehr lebensecht und die Autorin versetzt den Leser komplett in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass die Entstehung der neuen Verfassung mit eingeflochten wurde. Der Lesefluss ist sehr gut, in jeder Perspektive geht man beim Lesen voll auf und es ist immer eine gewissen Spannung vorhanden, gibt es doch noch viele Rätsel zu lösen. Wenn man am Ende der Geschichte dann liest, dass der eigentlich unglaublichste Teil des ganzen Geschehens tatsächlich nicht erdacht, sondern so geschehen ist, fällt es schon schwer, den Glauben an die Menschheit und Menschlichkeit nicht zu verlieren. "Die geliehene Schuld" ist ein Roman, der anhand sehr bildhafter Charaktere einen Querschnitt aus dem Leben im Nachkriegsdeutschland vermittelt, dies eingepackt in eine Handlung, die den Leser mitreißt und miträtseln lässt.

Emotional und historisch interessant

Von: vielleser18 Datum: 05. April 2018

Deutschland, 1949. Nachkriegszeit, Berlin-Blockade und Beginn des Kalten Krieges. Vier junge Menschen auf der Suche nach der Wahrheit - sie haben unterschiedliche Gründe, sie suchen unterschiedliche Wahrheiten, doch am Ende hängt alles zusammen. Der Journalist Jonathan lebt in Berlin, er lernt in Köln Marie kennen und lieben, doch die Liebe ist nicht von langer Dauer, denn Jonathan kommt bei einem mysteriösem Unfall ums Leben. Seine Kollegin und Jugendfreundin Vera in Berlin bekommt von ihm kurz vor seinem Tod noch seine Rechercheunterlagen zugeschickt. War sein Unfall wirklich nur ein Unfall, oder Mord ? Immer mehr ist Vera der Meinung, dass mehr dahinter steckt. Sie verdankt ihr Leben Jonathan, denn er hat sie damals, am Ende des Krieges vor dem Tod gerettet. Nun will sie seinen Tod aufklären und begibt sich bei der Nachforschung selbst in höchste Gefahr. Und da ist noch LIna, die durch ihre Bekanntschaft mit Marie in den Fokus anderer Mächte rückt. Claire Winter hat mehrere Erzählstränge zu einem dichten, spannenden Roman verwebt. In einem begibt sich Vera auf Spurensuche um den Tod Jonathans aufzukären, sie verfolgt seinen Weg und gerät immer mehr in Gefahr. In den anderen beiden Erzählsträngen kehren wir um ein paar Monate zurück und erleben mit, wie alles anfing. Jonathans Recherchen, Maries Fragen. Maries Vater ist im Krieg gefallen, damals war sie erst 16 Jahre alt und hat sich nicht viele Fragen über seine Position während des 3. Reiches gestellt. Nun verfolgt sie über die Presse die Nürnberger Prozesse und immer mehr Fragen kommen bei ihr auf, die ihr ihre Mutter und ihre Brüder nicht beantworten wollen. Hilfesuchend wendet sie sich an Jonathan, der bei seinen Recherchen immer mehr ungeheuerliches aufdeckt. Beide bemerken nicht, dass sie in ein Wespennest stechen. Claire Winter hat einen ungemein fesselnden Schreibstil. Einerseits wissen wir als Leser schon von Anfang an, dass Jonathan ums Leben kommt, aber wir wissen nicht wieso und weshalb. Erst nach und nach werden wir mit Vera, aber auch mit Jonathans Spurensuche gewahr, was für Recherchen er betrieben hat, was er herausgefunden hat und warum er umgebracht worden ist. Dabei wachsen dem Leser die Hauptprotagonisten ans Herz. Umso tragischer ist daher Jonathans Tod. Der Roman ist sehr spannend und emotional, einmal angefangen, kann man kaum aufhören mit lesen. Die wechselnden Sichtweisen tun ihr übrigens um den Spannungsgrad zu erhöhe. Es gibt viele auch sehr gut beschriebenen actionreiche Szenen, aber auch wiederum sehr viele emotionale Szenen. Was mir an dem Buch besonders gefallen hat, ist, dass die Autorin geschickt historische Geschichte mit dem fiktiven Geschehen verknüpft hat - und zwar so, dass die Historie nicht verfälscht hat, sondern sie dadurch emotionaler und fühlbarer gemacht hat. Es ist eine Geschichte, über die man auch nach dem Roman noch nachdenken muss, bei dem man gerne auch selbst noch recherchiert. Hilfreich ist dabei auch der Anhang, bei dem Claire Winter Quellen zitiert und selber Wahrheit und Fiktion erklärt.

Nach dem Krieg

Von: die.buecherdiebin Datum: 04. April 2018

Inhalt: Deutschland 1949. Jonathan, ein junger Journalist einer Berliner Zeitung, arbeitet an einer brisanten Reportage über ehemalige Kriegsverbrecher. Seine Recherchen bringen ihn in höchste Gefahr und er schafft es gerade noch, seine Unterlagen an seine Kollegin und Jugendfreundin Vera zu schicken, bevor er tödlich verunglückt. Vera, die während des 2.Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren hat, möchte eigentlich nur noch nach vorne blicken. Doch als sie von Jonathans Tod erfährt, führt sie seine Recherchen fort und die Spuren führen sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste. Meine Meinung: Claire Winter schafft es mit „Die geliehene Schuld“ die Nachkriegsjahre in Deutschland überaus spannend, informativ und interessant lebendig werden zu lassen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der Protagonisten, aber auch anderer Charaktere, auf zwei Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart erfährt Vera von Jonathans Tod und erhält seine Unterlagen mit der Bitte, seine Recherchen zu Ende zu führen. Sehr schnell gerät sie dadurch in Lebensgefahr. In Rückblicken, die neun Monate vor Jonathans Tod beginnen und sich zeitlich immer weiter der Gegenwart annähern, erzählt die Autorin von Jonathan und der jungen Marie, die gerade eine Stelle als Sekretärin im neu gegründeten Parlamantarischen Rat in Bonn antritt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und der Spannungsbogen steigt so rasant an, dass ich das Buch nur sehr ungern aus der Hand gelegt habe. Alle Charaktere sind lebendig und authentisch beschrieben. Mit einigen fühlt und leidet man mit, andere verabscheut oder fürchtet man. Marie hat mir besonders gut gefallen; durch ihre Nachforschungen hat sie eher unfreiwillig eine große Entwicklung gemacht. Fazit: Dieser sehr gut recherchierte Roman liest sich wie ein spannender Thriller. Obwohl die Geschichte fiktiv ist, sind die historischen Fakten leider wahr. Ein ganz tolles Buch!

Nach dem Krieg

Von: die.buecherdiebin Datum: 04. April 2018

Inhalt: Deutschland 1949. Jonathan, ein junger Journalist einer Berliner Zeitung, arbeitet an einer brisanten Reportage über ehemalige Kriegsverbrecher. Seine Recherchen bringen ihn in höchste Gefahr und er schafft es gerade noch, seine Unterlagen an seine Kollegin und Jugendfreundin Vera zu schicken, bevor er tödlich verunglückt. Vera, die während des 2.Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren hat, möchte eigentlich nur noch nach vorne blicken. Doch als sie von Jonathans Tod erfährt, führt sie seine Recherchen fort und die Spuren führen sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste. Meine Meinung: Claire Winter schafft es mit „Die geliehene Schuld“ die Nachkriegsjahre in Deutschland überaus spannend, informativ und interessant lebendig werden zu lassen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der Protagonisten, aber auch anderer Charaktere, auf zwei Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart erfährt Vera von Jonathans Tod und erhält seine Unterlagen mit der Bitte, seine Recherchen zu Ende zu führen. Sehr schnell gerät sie dadurch in Lebensgefahr. In Rückblicken, die neun Monate vor Jonathans Tod beginnen und sich zeitlich immer weiter der Gegenwart annähern, erzählt die Autorin von Jonathan und der jungen Marie, die gerade eine Stelle als Sekretärin im neu gegründeten Parlamantarischen Rat in Bonn antritt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und der Spannungsbogen steigt so rasant an, dass ich das Buch nur sehr ungern aus der Hand gelegt habe. Alle Charaktere sind lebendig und authentisch beschrieben. Mit einigen fühlt und leidet man mit, andere verabscheut oder fürchtet man. Marie hat mir besonders gut gefallen; durch ihre Nachforschungen hat sie eher unfreiwillig eine große Entwicklung gemacht. Fazit: Dieser sehr gut recherchierte Roman liest sich wie ein spannender Thriller. Obwohl die Geschichte fiktiv ist, sind die historischen Fakten leider wahr. Ein ganz tolles Buch!

Brisant: Die geliehene Schuld

Von: Erdhaftig schmökert Datum: 31. March 2018

Grandios - unbedingt lesenswert für alle, die eine gute Schreibe und Familiengeschichten mit historischen Zusammenhängen mögen! Claire Winter schrieb auch dieses Mal einen Schmöker und zwar einen der es in sich hat. Eine Portion Liebe, eine Prise Herzschmerz, einen guten Schuss Spannung und gute Recherche ergibt gut gerührt dieses Buch:Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, die Welt der Geheimdienste und der Welt als hierzulande noch nicht klar war, wohin der Weg führen würde. Dazu eine Spurensuche, die es in sich hat. Journalisten, die die Geschichte dazu offenlegen möchten und eine Frau, die ihre Kriegstraumata vergessen und neu beginnen möchte. Weitere Akteure kommen hinzu, einige Rückkehrer und einige Hartgesottene. Fast alle wollen den Krieg verstehen beziehungsweise einiges aufarbeiten und wenige versuchen dies zu verhindern. Es ist ein exzellenter Plot, der mich nicht mehr los ließ und eine runde Woche wundervolles Leseerlebnis bot. Claire Winter schreibt mitreißend und gut, setzt ihre Spannungsbögen genau richtig und bringt die Fäden passend zusammen.

1949 Berlin – Bonn – Köln

Von: Literaturwerkstatt-kreativ / Blog Datum: 31. March 2018

"Literaturwerkstatt- kreativ“ stellt vor „Die geliehene Schuld“ von Claire Winter Berlin – Bonn - Köln 1949 Claire Winter führt uns mit ihrem Roman ins Nachkriegsdeutschland. Die Nürnberger Prozesse und die Entnazifizierung sind in vollem Gange. Kinder stellen ihren Vätern die Frage: „Was hast Du eigentlich im Krieg gemacht ?“. Die Redakteurin Vera Lessing will nach ihren traumatischen Erlebnissen während des zweiten Weltkrieges mit dem Thema Krieg eigentlich nichts mehr zu tun haben. Sie kann auch nicht nachvollziehen, dass ihr Kollege und guter Freund Jonathan, sich immer wieder auf Recherchen über diese Zeit und die damit einhergegangen Gräueltaten einlässt. Dabei scheint er bei seiner letzten Recherche zu viele Fragen gestellt und einigen Personen zu Nahe gekommen zu sein, denn - er wird umgebracht. Kurz vor seinem Tod hat er Vera noch seine Unterlagen zugeschickt. Vera will nun wissen, warum Jonathan sterben musste und fängt an eigenständig zu recherchieren. Sie stellt fest, das Jonathan Recherchen speziell über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben hat und über Flüchtlingsruten, die über Italien führten. Zudem erfährt sie, dass Jonathan nähren Kontakt zu Marie Weißenburg hatte. Eine junge Frau und Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Marie Weißenburg geht der Frage nach, was ihr verstorbener Vater während des Krieges gemacht hat und bat Jonathan um Hilfe. Ihre Recherchen führen nun Vera, bis in die mächtigsten Kreise der Geheimdienste und in alte Seilschaften ehemaliger Nazis, die unter allen Umständen verhindern wollen, dass Vera ihre bisherigen Recherchen öffentlich macht. Deutschland befindet sich im Umbruch, in Bonn wird gerade die erste Verfassung geschrieben. Fazit: Claire Winter (Pseudonym für Claudia Ziegler), ist es wieder einmal gelungen, nach „Die verbotene Zeit“ ein absolut mitreißendes, ergreifendes, aber auch nachdenkliches Buch zu schreiben. Ein Buch das aufrüttelt und erinnert und einen noch mal sehr konkret vor Augen führt, das eine großen Zahl von Nazis – durch Hilfe von Kirche und Politik - auf den Rattenlinien und Klosterrouten nach Italien und meist weiter nach Südamerika fliehen konnten. Und es mach auch deutlich, das Männer wie etwa Reinhard Gehlen (einst Generalmajor der Wehrmacht), in den Sechziger Jahren sogar Präsident des Bundesnachrichtendienstes werden konnte. Auch wurde hier wieder sehr deutlich, das jeder Kriegsverbrecher - auch wenn er 90 Jahre und älter ist – sich vor einem Gericht und den Menschen verantworten muss ! Claire Winter hat für ihren Roman gut recherchiert und das Thema so in ihren Roman verpackt, das die Geschichte sich fast schon wie ein Krimi lesen lässt. Die Autorin schreibt sehr flüssig, ohne große Abschweifungen, allerdings mit vielen Zeitsprüngen, so das man schon konzentriert lesen muss. Sie charakterisiert ihre Protagonisten sehr gut, man kann sich gut in diese hineindenken und ihre Handlungen nachvollziehen. Auch ist der Roman keinesfalls vorhersehbar und hat einige Überraschungen auf Lager. Bei mir sind die Seiten nur so dahingeflogen und ich würde sagen, diese Buch ist ein absoluter – um es mal neudeutsch zu sagen - Pagerunner. Ich kann diesen Roman jedem empfehlen, der mehr als nur gute Unterhaltungsliteratur lesen möchte !!! Besten Dank an den Diana Verlag für das Rezensionsexemplar.

Wenn Moral auf eiskalte Politik trifft- Eindringlicher, unter die Haut gehender Nachkriegsroman, der nach dem Lesen noch lange in mir nachhallte.

Von: Happy-End-Buecher.de-Nicole Datum: 29. March 2018

Bonn, 1948: Die junge Marie Weißenburg, bekommt eine ganz besondere Stelle angeboten. Sie wird eine der Sekretärinnen im neu formierten Parlamentarischen Rat. Die Stelle verschafft ihr vor allem Ablenkung, denn seitdem ihr Vater, ein Offizier im Krieg gefallen ist, ist zu Hause nichts mehr wie früher. Aus Berlin, wo Marie, ihre Mutter, ihr Vater und ihre zwei Brüder Helmut und Fritz in einem schönen Haus, gut situiert lebten, mussten sie kurz vor Kriegsende flüchten und ließen sich schließlich in Köln nieder. Seitdem scheint es jedoch, als würden ihre Brüder und ihre Mutter etwas vor ihr verbergen. Und auch der Patenonkel von Helmut und Fritz, Onkel Karl, benimmt sich äußerst sonderbar. Marie ist erschüttert, als sie erfährt, dass einem der engsten Freunde ihres Vaters in Nürnberg der Prozess gemacht werden soll und sie fragt sich schließlich, ob ihr gefallener Vater so unschuldig war, an den Kriegsverbrechen, wie es ihr alle anderen glauben machen wollen. So fährt sie heimlich nach Nürnberg und verfolgt die Verhandlung. Dort lernt sie auch die Jüdin Lina kennen, hilft ihr aus einer Notsituation und freundet sich mit ihr an. Auch der Journalist Jonathan hält sich in Nürnberg auf und ist den beiden Frauen während eines Ablenkungsmanövers gefällig. Marie und Jonathan haben sich bereits kurze Zeit zuvor kennen gelernt und vertiefen ihre Bekanntschaft miteinander. Sie spüren gleich, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen. Jonathan ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass Marie, eine Schlüsselfigur bei seinen Recherchen für einen brisanten Artikel sein wird… Berlin, 1949: Vera arbeitet für einer Zeitung; schreibt allerdings nicht im politischen Ressort. Als ihr bester Freund seit Kindertagen, Jonathan, der ebenfalls dort angestellt ist, während seiner Recherchen für eine scheinbar hochexplosive Story, von einem Laster überfahren wird, ist Vera alarmiert. Vor allem, als ihr Jonathans letzte Aufzeichnungen auf postalischem Wege zugestellt werden und sich herausstellt, dass Jonathan ermordet wurde. Vera beschließt, Jonathans letzten Wunsch zu erfüllen und seine Story, über geflohene Kriegsverbrecher, zu Ende zu schreiben. Doch bei ihren Nachforschungen, begibt sie sich auf äußerst dünnes Eis und in Lebensgefahr. Denn sie hat mächtige Gegner, die unter allen Umständen verhindern wollen, dass Jonathans Entdeckungen, eines Tages, öffentlich gemacht werden. Gerade in Zeiten des politischen Umbruches in Deutschland… Bereits seit ihren Vorgängerromanen „Die Schwestern von Sherwood“ und „Die verbotene Zeit“, liebe ich Claire Winters Romane, da die Autorin stets interessante Themen aufgreift, die auf sehr unterhaltsame Art und Weise von ihr dargeboten werden. Auch „Die geliehene Schuld“, ihr aktuelles Buch bildet da keine Ausnahme. Diesmal führt Claire Winter ihre Leser in die Nachkriegszeit und in die, für Außenstehende, recht undurchsichtige Welt der Geheimdienste. Im Mittelpunkt ihres Romans stehen zwei starke junge Frauen, aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Während Marie begütert und von ihren Familienmitgliedern behütet aufwuchs, musste Vera, schon sehr früh, große Verluste verkraften. Im Krieg, starben, erst ihre Eltern und wenig später, ihr Ehemann. Eines haben die Frauen jedoch gemeinsam. Sie sind des Krieges müde, handeln jedoch, als es darauf ankommt mutig, entschlossen und uneigennützig, damit die Wahrheit ans Licht kommt. Allerdings zögert Marie gefährlich lange; zu lange, was man als Leser jedoch gut nachvollziehen kann. Obwohl die Akteure dieses Romans zum größten Teil fiktiv sind, hat die Story, mit der sich Jonathan beschäftigt, einen wahren Kern. Er findet nämlich heraus, dass Kriegsverbrechern mit Hilfe der Kirche und anderen Organisationen zur Flucht verholfen wird. Und dass die Alliierten kein großes Interesse daran zu haben scheinen, die Flüchtenden zu stoppen. Ich war beim Lesen hin und hergerissen; einerseits fand ich es überaus packend und spannend geschildert, wie Marie und Vera sich gegen mächtige Gegner behaupten müssen- andererseits ging mir die Geschichte so sehr unter die Haut, dass ich den Roman zwischenzeitlich weglegen musste, um diverse Romanpassagen besser verarbeiten zu können. Überhaupt sollte man diesen Roman sehr aufmerksam lesen, damit man nicht die Übersicht verliert, denn die Handlung wird, zeitversetzt, nicht nur aus der Sicht von Vera und Marie vorangetrieben- später kommen noch andere Figuren dazu. Einen guten Leitfaden hat der Diana Verlag dem Leser sozusagen mit in die Hand gegeben, denn es befindet sich im Inneren des Buches ein bedrucktes Lesezeichen mit Personenverzeichnis. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig wie gewohnt, die Figuren sind gut charakterisiert und man kann sich gut in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonisten hineindenken. Was aber noch wichtiger ist. Die Autorin wartet, bezüglich der (nur sporadischen) Verfolgung von Kriegsverbrechern, mit erschreckenden Fakten auf, die mir, in diesem Ausmaße, vor dem Lesen des Buches nicht in Gänze bewusst waren. Obwohl „Die geliehene Schuld“, streng genommen zur Unterhaltungsliteratur gehört, über die so manch ein Leser, der sich nur gehobene Literatur zu Gemüte führt, die Nase rümpft (zu Unrecht, wie ich finde ), ist es ein wichtiger, aufklärender Roman, der möglichst viele Leser erreichen sollte. Kurz gefasst: Wenn Moral auf eiskalte Politik trifft- Eindringlicher, unter die Haut gehender Nachkriegsroman, der nach dem Lesen noch lange in mir nachhallte.

Nach dem Krieg

Von: Annegret Datum: 29. March 2018

Die Autorin Claire Winter entführt uns in ihrem Roman "Die geliehene Schuld" in das Nachkriegsdeutschland und zur Redakteurin Vera Lessing, die während dem Zweiten Weltkrieg ihre Eltern und ihren Mann verloren hat. Als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan Jacobsen auf schleierhafte Art und Weise umkommt, wird Vera in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Er stand in persönlichem Kontakt zu Marie Weißenburg, die unter Konrad Adenauer als Sekretärin arbeitete. Mit der Spurensuche begibt sich Vera auf einen gefährlichen Weg, der sie auch zu den Geheimdiensten führt. Dieser Roman entführt uns in eine Zeit der Geschichte, als die Menschen in Deutschland - nach Ende des Krieges - neu anfangen mußten, eine Zeit, in der man noch nicht wußte, wohin der Weg ging, aber auch eine Zeit, in der man die Kriegsgeschehnisse vergessen wollte. Aber die junge Frau in dieser Geschichte, Marie, sucht Antworten. Was hat ihr verstorbener Vater im Krieg gemacht? Da sie Zuhause keine Antworten erhält, wendet sie sich den den Journalisten Jonathan und bittet ihn um Hilfe. Jonathan möchte als Journalist Geschehnisse aufarbeiten und erklären. Vera, seine Jugendfreundin, will einfach nur einen Neuanfang und das Trauma des Krieges vergessen. Kurz bevor Jonathan umkommt, gelingt es ihm, ein Paket mit seinen Recherche-Unterlagen an Vera zu schicken. Jetzt will Vera die Arbeit von Jonathan fortführen. Dabei begibt sie sich auf einen gefährlichen Weg. Die Jüdin Lina, die fast ihre gesamte Familie verloren hat, kehrt nach Deutschland zurück, um zu versuchen, den Krieg zu verstehen. In Nürnberg trifft sie auf Marie. Daraus entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Die Autorin bietet mit diesem Roman eine sehr gut recherchierte, spannende und sehr emotionale Geschichte an, die sehr zum Nachdenken anregt. Die Protagonisten und Nebencharaktere sind ausführlich beschrieben und das erlaubt dem Leser, sich gut in sie hineinversetzen zu können. Die Handlungsstränge, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden, bleiben spannend bis zum Schluß. Mich hat diese Geschichte sehr beeindruckt. Ich habe zwar schon mehrere Geschichten gelesen, die die Kriegs- und Nachkriegszeit widerspiegelten, aber das Thema Kriegsverbrecher war mir in einem derartigen Umfang nicht bekannt. Besonders beeindruckt haben mich in dieser Geschichte Vera und Marie, die - auch wenn sie Gefahren ausgesetzt sind - mit viel Mut versucht haben, ihr Ziel zu verfolgen.

Eine beeindruckende Geschichte mit einem wichtigen geschichtlichen Hintergrund

Von: Karin Datum: 27. March 2018

Der Autorin gelingt es hervorragend, historische Fakten mit Fiktion zu verbinden und dadurch eine komplexe Handlung auferstehen zu lassen. Das Ergebnis ist eine tragische und spannende Geschichte mit Thriller-Elementen, die einen Einblick in unsere eigene Vergangenheit gibt. Sie ist um die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland angesiedelt, mit der die NS-Diktatur ein für alle mal überwunden und ein politischer Neuanfang auf demokratischen Prinzipien eingeleitet werden sollte. Der Roman zeichnet sich durch zwei mutige Frauen aus: zum einen Vera Lessing in Berlin, die während des Krieges ihren Mann und ihre Familie verloren hat und die ihrem Freund Jonathan das Leben verdankt. Daher ist für sie schnell klar, dass sie den letzten Willen ihres toten Freundes erfüllen möchte, auch wenn sie dazu in Abgründe steigen muss, aus denen es kein Zurück mehr gibt. Vera ist sehr mutig, zumal sie nicht weiß, wem sie überhaupt trauen kann, aber sie geht ihren Weg und setzt schlussendlich alles auf eine Karte. Zum anderen haben wir die junge Marie Weißenburg, die in Bonn als Sekretärin im Parlamentarischen Rat unter Adenauer arbeitet. Marie und ihrer Familie geht es verhältnismäßig gut, auch wenn sie immer noch unter dem Verlust ihres geliebten Vaters leidet, der im Krieg gefallen ist. Über Politik hat sie sich bis zur ihrer Arbeit für den Rat nicht allzu viele Gedanken gemacht, bis sie eines Tages aus der Zeitung davon erfährt, dass ein alter Kollege und Freund ihres Vaters in den Nürnberger Prozessen unter Anklage steht. Marie plagen zunehmend Zweifel und Fragen über die frühere Tätigkeit ihres Vaters im Reichsicherheitshauptamts. Als Marie bei den Nürnberger Prozessen Lina Löwy kennenlernt, eine junge Jüdin, die beinahe ihre komplette Familie im Holocaust verloren hat, will sie unbedingt die Wahrheit herausfinden und ist nicht mehr gewillt, wegzusehen. Die Freundschaft zwischen den beiden jungen Frauen ist so berührend beschrieben, zumal die Autorin verraten hat, dass es für diese ungewöhnliche Freundschaft ein reales Vorbild gibt. Die Handlung ist in zwei sich abwechselnde Erzählstränge aufgeteilt: im ersten Strang begleiten wir Vera, wie sie den Spuren von Jonathan und seinen Recherchen folgt. Der zweite Erzählstrang spielt einige Monate und Wochen vorher und begleitet Jonathan und Marie, was mir sehr gut gefallen hat, denn nach den Erinnerungen von Vera an ihren alten Freund hatte ich es anfangs bedauert, nicht mehr von ihm erfahren zu haben. Neben diesen beiden Frauen, die sich gegen alle Widerstände mutig der Vergangenheit stellen, bekommt der Leser auch einen Einblick in historische Fakten, die in ihrer Gesamtheit erschütternd und einfach nur skandalös sind. Es geht um ehemalige Kriegsverbrecher, die sich über die sogenannte Rattenlinie über die Alpen nach Italien abgesetzt haben und deren Spuren sich dort entweder verloren haben oder deren Akten nachträglich beschönigt wurden, so dass diese Menschen plötzlich mit einer weißen Weste dastanden und es ihnen damit möglich war, mächtige Positionen in der jungen Republik einzunehmen. Und das alles mit dem stillschweigenden Einverständnis der Alliierten bzw. der Unterstützung der italienischen katholischen Kirche, welche damals äußerst zweifelhafte Prioritäten setzte, um eine Machtergreifung der Kommunisten zu vermeiden. Es handelt sich dabei nicht um Einzelfälle, sondern um Zahlen, die mich einfach sprachlos zurücklassen. Um politische Interessen zu wahren, wurde die Moral mit Füßen getreten und das Schlimme dabei ist, dass das kein Einzelfall war bzw. sein wird. Zudem fragt man sich, inwiefern die Übernahme der alten Welt- und Feindbilder in die Geheimdienststrukturen der jungen Republik sich auch heute noch auswirken. Ein tolles und wichtiges Buch, das aufwühlt und zum Nachdenken anregt. Auch wenn wir erst März 2018 haben, so wage ich doch zu behaupten, dass dieses Buch eines meiner Highlights dieses Jahres darstellen wird.

Familiengeschichte, Politthriller und eine Portion Liebe

Von: Frau Goethe Datum: 26. March 2018

Der Zweite Weltkrieg hat die bis dahin bekannten Strukturen in Politik und Gesellschaft verändert. Die Herrschaft der Nationalsozialisten zeigte ebenfalls auf, dass derartige Verbrechen in der Zukunft nicht mehr so leicht möglich sein dürfen. Die Alliierten arbeiteten noch Jahre daran, die Kriegsverbrecher gemäß ihrer Vergehen eine gerechte Strafe zukommen zu lassen. Insgesamt gab es zwölf Nachfolgeprozesse der Nürnberger Prozesse, die Ärzte, Regierungsvertreter, Industrielle und militärische Führer anklagten. In diesem dritten Roman von Claire Winter wird vor allem der elfte Fall um den Wilhelmstraßen-Prozess beleuchtet. Der Journalist Jonathan berichtet für eine Berliner Zeitung von den Prozessen. Zusätzlich scheint ihn noch ein weiteres Thema zu beschäftigen. Mit seinen Recherchen hat er Leute auf sich aufmerksam gemacht, die auch vor Mord nicht zurückschrecken, um ihre Machenschaften nicht veröffentlicht zu sehen. Jonathan ahnt die Gefahr und schickt seiner Freundin und Kollegin Vera seine Recherchen mit der Bitte, diese unbedingt weiterzuführen, sollte ihm etwas zustoßen. Die in diesem Ressort unerfahrene Vera fühlt sich verpflichtet, der Story um die Flüchtlingsströme über die Alpen nach Italien nachzugehen und bringt sich selber in Lebensgefahr. Claire Winter schreibt aber auch von den Menschen in dieser turbulenten Zeit. Sie verdeutlicht deren Wunsch nach Leben und Sehnsucht nach Frieden. Beispielhaft steht dafür Marie, die als Sekretärin im Kanzleramt arbeitet. Sie lernt während einer Pressekonferenz Jonathan kennen und verliebt sich in ihn. Sie planen schon bald eine gemeinsame Zukunft. Ebenfalls dabei ist die junge Jüdin Lina, die Deutschland als ihre Heimat ansieht und sich nicht vertreiben lassen will. Durch sie wird die willkürliche Behandlung durch die Gestapo deutlich. Ihr Verlust der Eltern und Geschwister trägt unterschwellig zum emotionalen Leseerlebnis bei. Die doppelsträngige Handlung setzt sich aus fiktiven und historisch belegten Charakteren zusammen. Die Zeit zwischen Kriegsende und Wirtschaftsaufschwung wird authentisch geschildert. Plausibel wird die Neuordnung der Regierung der jungen Republik aufgezeigt. Natürlich werden auch Fragen aufgeworfen, ob in den Prozessen wirklich alle Schuldigen verurteilt wurden, oder ob sie vielleicht doch untertauchen konnten. Es geht auch um die Organisation Gehlen, aus der sich später der Bundesnachrichtendienst gründete. Zum Verständnis des komplexen Themas werden alle Sichtweisen verdeutlicht. Es gibt Täter, Opfer und Mitläufer. Der Roman trägt dazu bei, die Vergangenheit noch 73 Jahre nach Kriegsende aufzuarbeiten und an die brutale Vorgehensweise und das Netz aus Seilschaften unter den NS-Leuten zu erinnern. Die Zusammenhänge zwischen den Personen erkennt man auf den ersten Blick nur schwer. Von daher sind alle Zutaten für einen mitreißenden historischen Roman enthalten, den ich hiermit ganz besonders empfehle. Kein Geschichtenerzähler hätte sich die Wahrheit spannender ausdenken können.

Dringlicher Roman über die Verflechtungen in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 26. March 2018

Nicht nur, weil ein ungeklärter Todesfall den Anfang des Romans mitbestimmt, auch was den Spannungsbogen angeht, hat dieser neue Roman von Claire Winter deutliche Tendenzen in den Kriminal- und Thriller-Bereich. Was bereits der Prolog in den Raum setzt. Dieses konspirative Treffen unbekannter Männer, 1945 irgendwo im Allgäu. Das wirkt geheim und geheimdienstliche Verbindungen werden sich Stück für Stück im journalistischen Recherchegeschehen, das den roten Erzählfaden des Romans in Person der Journalistin Vera Lessing, trägt. „Das er trotz allem immer an Gerechtigkeit geglaubt hatte, erschien ihm jetzt wie blanker Hohn. Wenn alles stimmte……die Öffentlichkeit musste davon erfahren“. So denkt der Journalist Jonathan, als er brisantes Material zu Gesicht bekommt. Mehr als einen Brief an seine Freundin Vera mit Andeutungen und Hinweisen aber wird es nicht geben. Dieser Brief aber ist bei der Richtigen gelandet, denn zäh wird sich Vera an all das hängen und keine Ruhe geben, so drängend die persönliche Gefahr für sie selbst auch mit jedem Schritt werden wir. Ein stückweit düster, vor allem aber mit klaren Schritten und durchgehend angenehmem Tempo erzählt dabei Claire Winter von Vera und anderen Protagonisten, die an der Schnittstelle einer zerstörten Welt und einer Welt im Aufbau mehr und mehr, sei es durch „den Fall“, sei es durch die eigene Familie, sei es durch das Erleben einer Betroffenen, die „Verbindungen der Schuld“ zwischen beiden Systemen, dem dritten Reich und der neuen Republik, erfahren müssen, wie wenig sich unter der Oberfläche der „Macht“ wirklich geändert hat und welche Menschen es geschickt oder durch Protektion verstanden haben, nahtlos an ihre Zeit im dritten Reich nun anzuknüpfen. „Marie verspürte Schuldgefühle, beinah kam sie sich vor wie eine Verräterin, weil niemand wusste, dass sie überhaupt zu diesem Prozess gefahren war, nicht einmal, dass sie überhaupt nach Nürnberg gefahren war“. Nürnberg, Ort des Prozesses gegen die Nazi-Größen, aber auch gegen Handlanger. Und einen davon, der steht ihrer Familie nah. Auch Marie will wissen, was genau geschehen ist, was ihr Vater vielleicht weiß, und nicht sagt. So hindert die Vergangenheit, die traumatisiert, die jedem ein Gefühl von Schuld mit auf den Weg gibt, die Hauptpersonen des Romans zunächst an dem, was sie am dringendsten wollen, nämlich einen Strich ziehen und die Zukunft gestalten. In dieser inneren Situation der fassbaren Personen im Roman spiegelt Winter hintergründig die Verfassung der ganzen Zeit. Dieses „Rette sich wer kann“, dieses erleichtert sein, aber auch, mit Recht, bang nach hinten schauen und diese große Sehnsucht, neu anfangen zu können, in Frieden. Doch Gerechtigkeit ist etwas, was zumindest die wichtigen Akteure im Romane für diesen inneren Frieden benötigen, Seite für Seite. Und damit auch ein Stück “gegen das System“ sich stellen, das in nicht wenigen Richtungen lieber einen Generalstrich ad hoc unter alles ziehen wollen. Die „offizielle Seite“ des „Unterschlüpfens“ alter Beteiligter im neuen Gewandt, dies vollzieht Vera im Roman, die Verstrickungen des „normalen Menschen“ in all das und wie auch diese versuchen, dies durch Schweigen ungeschehen zu erklären, dieser Strang ist für Marie im Roman vorbehalten. Flüssig zu lesen, fundiert recherchiert, atmosphärisch dicht und spannend, eine klare Leseempfehlung.

Eine wahnsinnig spannende Geschichte, die den Leser nicht mehr los läßt

Von: Märchenfee/Tiara Datum: 25. March 2018

Inhaltsangabe: Berlin, Sommer 1949: Vera, Redakteurin beim Echo, hat im zweiten Weltkrieg ihre Eltern und ihren Mann verloren und möchte alles am liebsten vergessen. Doch dann kommt ihr Jugendfreund und Arbeitskollege Jonathan durch einen Unfall ums Leben. Jonathan hat heimlich Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben und sich in Marie Weißenburg verliebt, die Sekretärin im Stab Adenauers ist. Vor seinem Tod schickt Jonathan Unterlagen an Vera, mit der Bitte niemandem zu vertrauen und seine Nachforschungen weiterzubetreiben und diese an die Öffentlichkeit zu bringen. Da wird Vera klar, dass sein Tod kein normaler Unfall war..... Meine Meinung: Ich habe auch bereits die anderen beiden Romane von Claire Winter mit großer Begeisterung gelesen, aber mit "Die geliehene Schuld" hat sich die Autorin nochmals selbst übertroffen. Claire Winter hat einen sehr fesselnden, süchtig machenden Schreibstil, der die Protagonisten zum Greifen nahe bringt. Die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Sicht der Charaktere erzählt, was den Spannungsbogen stetig steigert. Ich habe so mit Marie, Jonathan, Vera und Lena mitgelitten, es tun sich wahre Abgründe auf, was hier alles zutage kommt. Die Handlung ist an Spannung kaum zu überbieten. Am liebsten mochte ich Marie, die mit ihrer Mutter und ihren beiden Brüdern noch rechtzeitig aus Berlin fliehen konnte. Gerade sie hat mich sehr berührt, als sie manches zu hinterfragen beginnt und sich auch nicht davor scheut, sich selbst in Gefahr zu bringen. Ich traue mich gar nicht, zuviel vom Inhalt zu verraten, damit ich ja nicht spoilere, man muß einfach selber lesen, was den vieren widerfahren ist, es macht einen einfach nur sprachlos. Auch den Mut von Jonathan und Vera, die im Laufe der Geschichte über sich hinauswachen, habe ich sehr bewundert. Die Kriege und die Zeit danach, dürfen einfach nicht in Vergessenheit geraten, Claire Winter hat hier bis ins kleinste Detail recherchiert und daher werde ich über diese Geschichte auch noch lange nachdenken. Auch das Buch ist wundervoll aufgemacht, ein schönes Cover, eine farbige Karte, ein Nachwort über Wahrheit und Fiktion und ein Personenregister am Ende des Buches und was ich besonders toll finde, auch als Lesezeichen. Dieses Buch verdient weit mehr als 5 Sterne und es kommt nicht nur auf meine Jahresbestenliste, sondern nimmt dort den ersten Platz ein.

Einfach nur beeindruckend!

Von: Anjas Buchstunden Datum: 25. March 2018

Was für eine grandiose Geschichte! Am Anfang lernt man erstmal die wichtigsten Protagonisten kennen und die Autorin beschreibt anschaulich die Situation nach dem 2. Weltkrieg. Ich war von der ersten Seite an sowas von mittendrin, das es schon fast beängstigend war. Es war, als wenn ich die ganze Geschichte selbst hautnah miterlebe und ich habe das ganze Buch gelebt und geliebt. Hauptperson hier ist Vera, die wie auch die anderen Charaktere, mit ganz viel Tiefe gezeichnet wurde und mich unglaublich fasziniert hat. Vera hat Jonathan, ihren besten Freund seit Kindertagen, von jetzt auf gleich verloren und setzt nun alles daran, seine Recherchen welche er vor seinem Tod begonnen hat, fortzuführen. Das tut sie mit unheimlich viel Mut und Courage und ich war sowas von gespannt, in welche Richtung die ganze Sache führen wird. Auch Marie spielt eine wichtige Rolle in diesem Buch und sie hat mich mindestens genauso mitgerissen wie Vera. Die Autorin hat ganz viel Mühe in ihre Charaktere gesteckt, jeder hat einfach nur echt und authentisch gewirkt und von jedem konnte man sich sein ganz eigenes Bild machen. Die Geschichte entwickelt sich rasend schnell weiter und man stößt immer weiter vor, in ein Netz aus Brutalität, zweifelhafter Unterstützung und unglaublichen Verstrickungen. Männer, die ihre Familien in Gefahr bringen und über Leichen gehen, sowie Menschen, die für Macht alles tun würden. Aber auch über tiefe Freundschaften und ganz viel Hoffnung darf man in diesem Buch lesen. Wird die Gerechtigkeit über die Machenschaften der ganz großen Siegen? Ich war so vertieft in das Buch, das ich zwischendurch nicht mal Zeit zum nachdenken hatte, denn es gibt einige Wendungen, die schockierend und unheimlich traurig waren. Zum Ende überschlägt sich noch einmal ganz viel und einige Dinge, von denen man es nicht mehr für möglich gehalten hat, werden bewegt und verändert. Ganz großes Kino, mit einem Ende, welches für mich alle Fragen beantwortet hat und ein Buch, über das ich noch lange nachdenken werde.

Eine Geschichte gegen das Vergessen

Von: Marie's Salon du Livre Datum: 24. March 2018

4 Jahre sind seit dem Ende des 2. Weltkriegs vergangen. In Deutschland schauen alle in Richtung Zukunft und voller Angst in den Osten. Berlin ist bereits geteilt und Russlands Schatten hängt drohend über der Stadt. Vera Lessing verarbeitet immer noch die Verluste ihres Lebens. Ihre Arbeit bei der Zeitschrift Echo hilft ihr, einen regelmäßigen Ablauf zu geben. Das kulturelle Leben in Berlin steigt langsam aus den Ruinen wieder auf und sie berichtet gerne darüber. Sie will die Jahres der Entbehrungen und des Krieges vergessen und beschäftigt sich deshalb kaum mit Politik. Als allerdings ihr bester Freund Jonathan bei einem Unfall stirbt und sie ein Paket mit seinen Recherche-Ergebnissen erhält, trifft sie eine Entscheidung, seinen Spuren zu folgen. Sie erfährt Dinge, die sie niemals erwartet hätte und vor allem möchte sie endlich in Erfahrung bringen, wer Marie ist, die Jonathan in den Papieren erwähnt. Wie hat es mir gefallen? Im Moment fesseln mich Geschichten, die sich rund um den 2. Weltkrieg drehen ungemein. War es am Anfang des Jahres „Karolinas Töchter“ von Ronald H. Balson und letztes Jahr „Als die Liebe endlich war“ von Anna Maria Schenkel, so möchte ich heute „Die geliehene Schuld“ von ganzem Herzen empfehlen. Die ersten Jahre nach Ende des Krieges waren geprägt vom Wiederaufbau, von starken Frauen, vom ständigen Überlebenskampf und von dem Versuch so etwas wie Normalität zu finden. Zu diesem Zeitpunkt wurde noch nicht über die abscheulichen Verbrechen berichtet. Niemand hatte die Kraft sich der nahen Vergangenheit zu stellen. In dieser Zeit seiner journalistischen Aufgabe nachzukommen, erscheint mir ungemein schwer. Jonathan hat den Krieg überlebt und arbeitet nun bei einer wöchentlich erscheinenden Zeitschrift. Sein Enthusiasmus bringt ihn schließlich auch in große Gefahr. Seine Recherchen rund um Flüchtlingsströme durch Europa sind nicht so harmlos, wie sie erscheinen. Nach seinem Tod erhält Vera ein en Umschlag mit Informationen, die Jonathan gesammelt hat. Eigentlich möchte sie nur wieder Normalität und keine Probleme, die sie tief in die Vergangenheit bringen. Ihre Freundschaft zu Jonathan bringt sie dazu, weiter nachzuforschen und viele unangenehme Fragen zu stellen. Sie stellt sich ihren Ängsten und ist unglaublich mutig. Selbst als sie unglaublich furchtbare Dinge entdeckt, steckt sie den Kopf nicht in den Sand sondern stellt sich dieser riesigen Herausforderung. Neben Jonathan und Vera, ist es vor allem Marie, die viel erzählt. Eine junge Frau, die mit ihrer Mutter und zwei Brüdern noch rechtzeitig aus Berlin fliehen konnte. Ihr Schicksal ging mir ungemein zu Herzen. Es ist schwer genau zu erklären, warum mir dieses Buch so gut gefallen hat, denn ich möchte nicht zu viel verraten. Es werden viele sensible Themen des 2. Weltkriegs aufgegriffen. Es geht um Täter, Opfer und vor allem um Familie. Wer hat sich schuldig gemacht? Wie geht die „unschuldige“ Generation damit um? Wie passen Vergangenheitsbewältigung und aktuelle Politik zusammen? Dieses Buch ist ungemein wichtig, wie alle Geschichten, die uns helfen nicht zu vergessen. Natürlich ist mir klar, dass es sich hierbei um einen historischen Roman handelt. Aber die Hintergründe sind wahr und wurden sehr gut recherchiert. Ein wenig Vorwissen setzt Claire Winter voraus, denn sie verzichtet fast vollständig auf das Beschreiben von Kriegsverbrechen. Die Suche nach der Wahrheit im Namen von Jonathan steht eindeutig im Mittelpunkt und davon soll nichts ablenken. Ein Teil der Handlung spielt auch in meiner Heimat Tirol. Wieder durfte ich einiges lernen. Ein Kapitel, welches mir nur am Rande bekannt war und nun wurde meine Neugier geweckt. Die anderen Bücher der Autorin sind bereits auf meiner Wunschliste gelandet. Wieder eine Neuentdeckung!

Du kannst niemandem vertrauen

Von: LEXI Datum: 22. March 2018

„… es gibt niemanden, dem ich diese Dinge sonst anvertrauen könnte. Und wenn Du erst alles weißt, wirst Du genau wie ich begreifen, dass die Öffentlichkeit davon erfahren muss.“ Diese in fliegender Hast zu Papier gebrachten Zeilen an die Journalistin Vera Lessing waren das Vermächtnis ihres Kollegen Jonathan Jacobsen. Als erstklassiger Mitarbeiter des linksgerichteten Zeitungsmagazins „Echo“ wusste der geradlinige und entschlossene Endzwanziger ganz genau, auf welch gefährliche Recherchen er sich eingelassen hatte – Recherchen, die ihm letztendlich das Leben kosteten. Veras schockierte Fassungslosigkeit weicht nach der Lektüre dieses Briefes sehr rasch einer zielstrebigen Entschlossenheit, sich dieser Aufgabe zu stellen und Jonathans Arbeit fortzusetzen. Das einzige Ziel der mutigen jungen Frau besteht nun darin, herauszufinden, weshalb ihr bester Freund aus Kindheitstagen sterben musste. Unter dem Vorwand, eine Reportage über ein vermisstes deutsches Mädchen zu schreiben, folgt sie den Spuren Jonathans, wird über eine Fluchtroute nach Italien eingeschleust und ermittelt in Südtirol. Sie merkt sehr rasch, dass sie dabei in ein Wespennest sticht – und sehr bald in allerhöchster Gefahr schwebt. Claire Winter erzählt ihren Roman in zwei Zeit- und Handlungsebenen. Während die Ereignisse um Vera Lessings Ermittlungen im Jahr 1949 in Berlin ihren Anfang nehmen, startet der Handlungsstrang der Vergangenheit in Bonn im Jahre 1948, wo eine Tochter aus gut situiertem Elternhaus ihre neue Stelle als Sekretärin im Stab Adenauers antritt. Marie Weißenburg ist ein wunderbarer, mitfühlender Mensch, wirkt naiv und unbescholten, besitzt jedoch eine große innere Stärke und Ehrlichkeit. Die Grundfesten ihres gesamten Lebens werden bis ins Innerste erschüttert, als sie erfährt, dass ihre Familie mit einer schrecklichen Lüge lebt. Der bildhafte Schreibstil der Autorin und die hoch interessante Thematik dieses Buches haben mich auf der Stelle eingenommen. Durch den abwechselnden Fokus der Erzählung und die wechselseitige Konzentration auf Vera Lessing in der Gegenwart sowie Marie Weißenburg in der Vergangenheit wurde der Spannungsbogen permanent hochgehalten und steigerte sich gegen Ende des Buches drastisch. Die historischen Fakten zur Nazi-Vergangenheit Deutschlands wurden ausgezeichnet recherchiert und zeichnen ein erschütterndes Bild von politischen Schachzügen und der Beteiligung der Kirche hinsichtlich der Rehabilitierung und dem Schutz von Kriegsverbrechern. Die Autorin bediente sich einer großen Anzahl handelnder Figuren, die vielschichtig und überzeugend ausgearbeitet wurden. Sie stellt ihren beiden weiblichen Protagonisten viele Nebenfiguren zur Seite, die zwar ebenso detailliert charakterisiert wurden, deren eigentliche Gesinnung und Rolle in dieser Handlung jedoch zum Teil erst allmählich offenbart wird. Fazit: Dies war mein erster Roman von Claire Winter, der mich mit seinem brisanten Thema und den erstklassig recherchierten historischen Fakten tief beeindruckte. Ich mochte den mitreißenden Schreibstil, der mein Interesse für dieses Buch auf Anhieb weckte. Die hochgradige Spannung und die authentischen Charaktere machen dieses Buch zu einem wahren Pageturner. „Die geliehene Schuld“ hat mir ausgezeichnet gefallen – ich empfand es als richtiges „Lese-Highlight“ und freue mich bereits auf weitere Werke aus der Feder dieser Autorin. (gekürzte Fassung)

Grandios recherchiert! Spannend bis zum Ende

Von: my life with books Datum: 22. March 2018

Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges scheint der junge Journalist Jonathan einen Skandal aufgedeckt zu haben. Bevor er seine Beobachtungen dazu veröffentlichen konnte, wurde er von einem Lastwagen überfahren. Vor seinem Tod gelang es ihm jedoch, seine Unterlagen seiner langjährigen Freundin und Kollegin Verena zuzuschicken. Diese ist zu tiefst erschüttert über den plötzlichen Tod ihres Freundes. Als sie versucht, Jonathans Erkenntnisse weiter zu erforschen, befindet auch sie sich plötzlich in unmittelbarer Gefahr… „Die geliehene Schuld“ spielt in einer Epoche, mit der ich mich bisweilen noch nicht wirklich auseinander gesetzt habe. Deutschland befand sich nach dem Ende des Krieges in einer schwierigen Phase. Das Land wurde in mehrere Besatzungszonen aufgeteilt und es herrschte nach wie vor Armut. Trotz der Entnazifizierung befanden sich immer noch einige hochrangige Nazi-Offiziere in Deutschland, die versucht haben, mit einer neuen Identität unterzutauchen. Die Geschichte wird aus der Sicht mehrerer Menschen erzählt. Neben Verena und Jonathan tauchen weitere Charaktere auf, wie z.B. Marie, die als Sekretärin bei der CDU arbeitet und die Freundin von Jonathan ist, oder auch Lina Löwi, eine junge Jüdin, deren Familie von den Nationalsozialisten getötet wurde. Die Geschichte nahm durch ständig neu auftretende Ereignisse sehr schnell an Fahrt auf. Einige Vorkommnisse haben mich wirklich zutiefst schockiert. Trotz des beklemmenden Themas fand ich dieses Buch sehr spannend und interessant. Claire Winter hat es geschafft, die Nachkriegszeit in Deutschland durch erstklassige Recherchen darzustellen.

Von Fluchthelfern und Kriegsverbrechern in Amt und Würden

Von: Heidi Korte Datum: 19. March 2018

Nachdem ich von Claire Winter ihre beiden vorherigen Bücher , “Die Schwestern von Sherwood” sowie “Die verbotene Zeit” gelesen habe , gehört sie zu meinen bevorzugten Lieblingsautoren . Natürlich war es für mich gar keine Frage , dass ich ihr neues Buch “Die geliehene Schuld” unbedingt haben und lesen musste ! Was soll ich sagen , nachdem ich den super spannenden Roman innerhalb weniger Tage verschlungen habe ? Wahnsinn ! Was für ein großartiges Leseerlebnis ! Ich bin total begeistert ! Der Klappentext verspricht ja schon einen spannenden Inhalt . Was den Leser aber wirklich erwartet , ist ein ganz exklusives Lesevergnügen, auf 571 Seiten , das zumindest ich so in der Art noch nicht hatte . Ein hochkarätiger Politthriller der Nachkriegszeit, historisch fundiert und belegt . Mit der Dramatik der NS Zeit , einer emotionalen Familiengeschichte , einer außergewöhnlichen Freundschaft und natürlich darf eine Liebesgeschichte auch nicht fehlen . Wer schon einmal ein Buch von Claire Winter gelesen hat , der weiß das sie es meisterhaft versteht fundierte und fiktive Ereignisse zu einer wunderbaren Geschichte zu verweben die ihre Leser ganz tief abtauchen lässt und restlos begeistert . Dieser Roman ist so ein außergewöhnliches Leseerlebnis , das mit der politischen Brisanz und seiner gut fundierten historischen Geschichte bestimmt so einige sprachlose Leser hinterlässt , für Gesprächsstoff sorgt und vielleicht sogar ein wenig Staub aufwirbelt . Ich hatte so manches Mal das Gefühl als würde ich selber eine der alten geheimen Akten des BND lesen . Gänsehaut und Nervenanspannung pur ! Ich habe schon so einige hochkarätige, nervenzerreißende Thriller gelesen , bei den man es zum Schluss hin vor lauter Spannung fast nicht mehr aushält. Dieser Roman gehört definitiv dazu und setzt dem Ganzen mit seinem fundierten , historischen Zeitgeschehen noch die Krone auf ! Dieser gelungene Genre Mix ist für mich eine literarische Glanzleistung der Autorin Claire Winter. Wer Romane mit fundierter historischer Zeitgeschichte genauso gerne liest wie ich , der wird den Roman “Die geliehene Schuld” lieben und ganz bestimmt genauso begeistert sein ! Sehr gerne vergebe ich für den tollen Roman sehr gute 5 Sterne ☆☆☆☆☆ und eine ganz klare Leseempfehlung

Eine spannende und authentische Erzählung über die deutsche Nachkriegszeit

Von: Amy-Maus87 Datum: 19. March 2018

Nun habe ich auch den dritten Roman meiner Lieblingsautorin Claire Winter beendet und ich bin wieder so begeistert , wie bei ihren zwei vorherigen Büchern. Neben den „Schwestern von Sherwood“, reiht sich dieses Buch zeitlich nach „Die geliehene Zeit“ ein und behandelt die Zeitspanne von 1948 bis 1949 und beschreibt die deutsche Nachkriegszeit, mit all ihren dunklen Facetten. Claire vermittelt uns mit einem bildhaften Schreibstil einen Einblick in die damalige Zeit, indem sie vier fiktiven Protagonisten Leben einhaucht und der Geschichte durch eine sehr gute Recherchearbeit eine Authentizität verleiht, die ich so in dieser Art selten gelesen habe. Die Erzählung wechselt also zwischen den vieren immer wieder hin und her und hat eine schiere Spannung heraufbeschworen, die seines Gleichen sucht. Bereits am Anfang des Buches konnte ich gar nicht sagen, welchen Protagonisten ich mehr mochte, denn zu allen habe ich innerhalb der Erzählung eine Beziehung aufgebaut und habe sie gleichermaßen gerne verfolgt. Jeder der vieren hatte sein Päckchen nach dem Krieg zu getragen. Besonders Vera und Lina traf der Verlust geliebter Menschen schwer. Und anstatt sich zurückzuziehen und dem Leben seinen Lauf zu lassen, wachsen sie über sich hinaus. Auch Marie und Jonathan, der oft in Form von Rückblenden erzählt, nehmen eine tragische Rolle ein. Ihre unterschiedliche Entwicklung im Buch ist spürbar und ließ mich an manchen Stellen einfach atemlos zurück. Es ist also nicht nur eine Erzählung über die damaligen Verhältnisse, sondern dieses Buch verarbeitet auch eine verzwickte Familiengeschichte und sogar eine kleine zarte Liebesgeschichte, die sich sehr gut einfügt. Ganz am Anfang des Buches habe ich mich tatsächlich gefragt, wie die Autorin es schaffen wird, vier Protagonisten einen gleichbedeutsamen Platz in der Handlung einzuräumen, ohne das eine dieser Person so in den Hintergrund rückt, dass sie nachher nur noch eine schemenhafte Gestalt darstellt und in der Erzählung ihren Platz verliert. Dies kann ich in diesem Buch tatsächlich verneinen. Claire Winter hat es von der ersten bis zur letzten Zeile geschafft, dass ich gerne allen gefolgt bin und nie den Faden zu ihnen verloren haben. Geschickt waren auch die Handlungsverläufe verknüpft, sodass ich als Leser immer nur einen Teil erfahren habe und als es gerade so spannend war, es wieder zum nächsten wechselte. Es begeisterte mich also ungemein und ließ den Spannungsbogen bis zum Ende des Buches nie abflauen. Wenn es mir nur um die freudige Erwartung auf den weiteren Verlauf gegangen wäre, hätte ich das Buch wohl in einem Abend ausgelesen. Jedoch hat es in mir eine große Begeisterung hervorgerufen, das Buch tatsächlich nur kapitelweise zu lesen und meinen Gedanken zu dem Inhalt freien Lauf zu lassen. Was könnte diese Menschen miteinander verbinden? Welche Gefahren werden sie sich weiterhin aussetzen müssen? Werden alle Personen, diese rasanten Handlungsverlauf überleben? Diese Erzählung hat mich sehr in seinen Bann gezogen, sodass ich mich auch in meiner Freizeit damit beschäftigt habe. Dieses darüber Nachdenken betraf nicht nur Vera, Marie, Lina und Jonathan, da sie nur fiktive Persönlichkeiten darstellten. Vielmehr war es auch die damalige dunkle Zeit mit all ihren verarbeiteten Fakten im Buch. Fakten, die mir nicht so bewusst waren und eine Zeit in Deutschland aufzeigen, die sehr grausam war und die noch viele Menschen das Leben gekostet haben. Einen Teil einer Zeitgeschichte, der mein Wissen auf jeden Fall bereichern hat und mir noch lange Zeit im Gedächtnis bleiben wird. Mein Fazit: Claire Winters Buch „Die geliehene Schuld“ ist wieder einmal ein kleines Meisterwerk, was mich von der ersten Seite bis zur letzten restlos begeistern konnte und mich in ihren Bann gezogen hat. Es ist eine authentische Erzählung über eine dunkle Epoche unserer Zeit die noch lange in mir nachhallen wird. Ich vergebe sehr gerne verdiente 5 Sterne.

Grandioser Roman, der erschüttert

Von: Martinas Buchwelten Datum: 15. March 2018

Mit den neuen Roman von Claire Winter kann man einfach nichts falsch machen! Dies ist mein drittes Buch der Autorin und alle drei habe ich mit 5 Sterne bewertet. "Die geliehene Schuld" wird aber diesmal auch das Prädikat "Lieblingsbuch-Status" erhalten. Wir sind in Berlin im Jahr 1949. Deutschland ist im Umsturz. Die zukünftige Bundesrepublik hat noch keine Verfassung und die Menschen sind verunsichert. Viele Teile des Landes sind noch von den Aliierten besetzt, die Nürnberger Prozesse laufen, doch viele Nazisverbrecher sind noch auf freiem Fuß oder untergetaucht. Schon nach den ersten Seiten taucht man völlig in die Handlung ein. Mit Vera, einer jungen Journalistin, lernen wir eine toughe Frau kennen, die im Krieg ihre Eltern und ihren Mann verloren hat. Einzig ihr Job beim Echo, als auch ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan, geben ihr in dieser schweren Zeit Halt. Doch dann kommt Jonathan bei einem Unfall ums Leben. Als sie mysteriöse Unterlagen erhält, die er ihr kurz vor seinem Tod geschickt hat, beginnt Vera nachzuforschen. Schon bald weiß sie, dass er an einer Recherche über Kriegsverbrecher gearbeitet hat. Es scheint als hätte Jonathan etwas herausgefunden, was ihm letztendlich das Leben gekostet hat. In einem Brief bittet er Vera niemanden zu trauen und weiterzuforschen. Ihre Wege führen sie daraufhin nach München und Südtirol und wieder zurück nach Berlin. Lange ahnt sie nicht, wonach sie suchen soll, doch ihre Feinde sind ihr schon auf den Versen... Die Geschichte wird aus der Sicht von Vera, Jonathan, Lina und Marie erzählt. Man erhält aber auch einen kleinen Einblick in die Gedanken anderer Figuren wie Karl, Margot oder Helmut. Die Handlung wechselt zwischen August 1948 und Mai 1949 und schließt mit einem Epilog sieben Jahre später. Während Vera auf den Spuren von Jonathan nach Hinweisen sucht, die zu seinem Tod geführt haben, begegnen wir Marie. Sie ist Sekretärin im Stab Adenauers und lernt bei den Nürnberger Prozessen die Jüdin Lina, als auch Jonathan kennen, der für den Echo berichten soll. Durch Lina erfährt die eher wohlbehütete Marie mehr über den Schrecken des Krieges und hinterfragt nach und nach die Situation in ihrem eigenen Elternhaus. Ihr Vater Hermann Weißenburg arbeitete für das Reichssicherheitsamt. Doch ihre Mutter schweigt und ihre beiden Brüder Fritz und Helmut ermahnen sie nicht wegen dem Vater nachzufragen, der in Russland gefallen ist. Daraufhin bittet Marie Jonathan nachzuforschen. Im Wechsel zwischen Gegenwart und der Vergangenheit erzählt die Autorin immer ein kleines Stück mehr der kompakten Handlung. So erschließt sich erst nach und nach das ganze Ausmaß der Geschichte. Die Autorin hat hier eine wahre Freundschaft zwischen einer Jüdin und einer jungen Frau aus nationalsozialistischem Elternhaus als Vorlage für Marie und Lina genommen. Der Roman verliert zu keiner Zeit an Tempo - im Gegenteil. Es bildet sich ein Sog, der einem in die Geschichte hineinzieht und aus der man sich kaum mehr befreien kann. Ich wollte nicht aufhören zu lesen. Die Charaktere sind sehr lebendig gezeichnet. Obwohl Vera Angst bei ihren Nachforschungen hat, gibt sie ihr Ziel nie auf. Sie möchte Jonathans Bitte unbedingt erfüllen. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven erhält man einen guten Einblick in die Gefühle und Gedanken der einzelnen Figuren. Zu Beginn des Buches findet man eine Karte von Deutschland mit den Zonen der Aliierten, die noch immer Besatzungsmacht waren. Außerdem gibt es ein Interview der Autorin und Fotos aus dieser Zeit, die historischen Bezug nehmen. Am Ende des Buches gibt es noch ein Personenverzeichnis und einen Epilog mit der Überschrift "Wahrheit und Fiktion", in dem die Autorin noch Erklärungen zum Buch gibt. "Die geliehene Schuld" hat mich tagelang beschäftigt. Die fiktive Geschichte, die Claire Winter mit historischen Fakten und Personen zu einem Ganzen geformt hat, ist ergreifend. Gleichzeitig macht sie aber auch wütend, wenn man Fakten über die katholische Kirche und die Aliierten erfährt, die Nazis auf den Flüchtlingsrouten zur Flucht verhalfen oder Männer der SS, wie Gehlen, der in den Sechziger Jahren sogar Präsident des Bundesnachrichtendienstes wurde. All dies hinterlässt mehr als nur einen bitteren Nachgeschmack! Schreibstil: Ich liebe den Schreibstil der Autorin, der bildgewaltig und mitreißend ist. Es entsteht ein hervorragendes Kopfkino. Die Autorin ließ mich bangen und hoffen und ich konnte den Roman kaum aus der Hand legen. Die menschlichen Schicksale gehen sehr zu Herzen und man fiebert mit den Protagnisten mit. Man hat das Gefühl direkt in die Seele der einzelnen Figuren zu blicken. Claire Winter versteht es großartig die Situation dieser Zeit einzufangen. Fazit: Ein Roman mit Suchtpotential! Wahnsinnig authentisch, hervorragend recherchiert und erschütternd. Schon länger hat mich kein Roman so gefesselt, schockiert und ernüchtert wie "Die geliehene Schuld". Bis jetzt das beste Buch der Autorin. Meine absolute Leseempfehlung!

Zwei Frauen auf der Suche nach der Wahrheit und Gerechtigkeit

Von: Arietta Datum: 13. March 2018

Meine Meinug: Zur Autorin: Ich kann nur sagen WOW, was für ein Roman, ein regelrechter Polittriller, Liebes- und Familiengeschichte. Ihre beiden Vorgänger haben mich ja schon begeistert, aber mit diesem „ Die geliehene Schuld“ möchte ich sagen hat sie sich selbst übertroffen. Ihr Schreibstil ist flüssig, klar, kraftvoll und sehr mitreißend, man wird beim lesen in die Geschichte mit hin Involviert, ein Teil ihrer Protagonisten. Alles ist so lebendig und bildhaft beschrieben und hervorragend recherchiert, ihr scheinen die Worte nur so aus der Feder zu fließen. Ihre Figuren und deren Charaktere sind facettenreich gezeichnet, ebenso hat sie Fiktion und wahren realen Hintergrund sehr gut miteinander verwoben. Mir war nie so richtig bewusst wie die Alliierten, die katholische Kirche und das internationale Rote Kreuz mit den Illegalen Flüchtlingsrouten nach Italien, der Immigranten und Nazis verwickelt waren und diese Nazis deckten, ihnen eine neue Identität gaben. Die Kirche aus Angst gläubige Schäfchen zu verlieren, die Alliierten an die Russen. Mich hat die ganze Geschichte sehr erschüttert und einen Faden und bitteren Beigeschmack hinterlassen. Das man die Bevölkerung so betrogen hat. Das alles unter dem Deckmantel Gerechtigkeit, das man heimlich den Nazis Tür und Tor öffnete, sie wieder führende Posten übernahmen, wie zum Beispiel Gehlen, der sogar Präsident des Bundesnachrichtendienstes wurde. Das hinterlässt bei einem Gänsehaut. Zum Inhalt: Sehr gut gefielen mir die zwei Frauen Vera die Journalistin beim Echo in Berlin, Marie Senkrätin im Amt von Adenauer. Die beiden verbindet vieles besonders Jonathan Jacobsen, der als Journalist beim Echo tätig ist ein Jugendfreund von Vera und der Verlobte von Marie. Beide müssen mit dem Verlust von Jonathan fertig werden, der durch einen mysteriösen Unfall starb. Er recherchierte an einer sehr brisanten Sache, den Illegalen Flüchtlingswegen und den Lagern, und ist manchen auf die Füße getreten. Vera in ihrer Trauer, und Wut verbissen möchte Jonathans Vermächtnis zu Ende bringen und bringt sich und andere in große Gefahr. Ich habe sie für ihre Tapferkeit, Mut und Stärke verbunden , wie sie für die Wahrheit kämpfte. Auch Marie ist in die Geschichte mit reingezogen, bei ihr war es der Auslöser der Nürnberger Prozesse, auch möchte sie mehr über die Rolle die ihr gefallener Vater Hermann Weißenburg im Reichssicherheitshauptamt spielte in Erfahrung bringen, dabei hat ihr Jonathan geholfen. Ob die zwei Frauen es schaffen werden, die Wahrheit ans Licht auszuzehren, scheint fraglich. Da ist noch Maries Onkel Karl Huttner, der eine dunkle Rolle spielt, ebenso Maries Mutter und ihre Brüder, sie fühlt das sie etwas verschweigen. " Beim Lesen tun sich tiefe Abgründe auf, man blickt teilweise in die Hölle, aber Vera und Marie geben einem die Kraft an das gute zu Glauben"

Von Fluchthelfern und Kriegsverbrechern in Amt und Würden

Von: Heidi Korte Datum: 07. March 2018

Nachdem ich von Claire Winter ihre beiden vorherigen Bücher , “Die Schwestern von Sherwood” sowie “Die verbotene Zeit” gelesen habe , gehört sie zu meinen bevorzugten Lieblingsautoren . Natürlich war es für mich gar keine Frage , dass ich ihr neues Buch “Die geliehene Schuld” unbedingt haben und lesen musste ! Was soll ich sagen , nachdem ich den super spannenden Roman innerhalb weniger Tage verschlungen habe ? Wahnsinn ! Was für ein großartiges Leseerlebnis ! Ich bin total begeistert ! Der Klappentext verspricht ja schon einen spannenden Inhalt . Was den Leser aber wirklich erwartet , ist ein ganz exklusives Lesevergnügen, auf 571 Seiten , das zumindest ich so in der Art noch nicht hatte . Ein hochkarätiger Politthriller der Nachkriegszeit, historisch fundiert und belegt . Mit der Dramatik der NS Zeit , einer emotionalen Familiengeschichte , einer außergewöhnlichen Freundschaft und natürlich darf eine Liebesgeschichte auch nicht fehlen . Wer schon einmal ein Buch von Claire Winter gelesen hat , der weiß das sie es meisterhaft versteht fundierte und fiktive Ereignisse zu einer wunderbaren Geschichte zu verweben die ihre Leser ganz tief abtauchen lässt und restlos begeistert . Dieser Roman ist so ein außergewöhnliches Leseerlebnis , das mit der politischen Brisanz und seiner gut fundierten historischen Geschichte bestimmt so einige sprachlose Leser hinterlässt , für Gesprächsstoff sorgt und vielleicht sogar ein wenig Staub aufwirbelt . Ich hatte so manches Mal das Gefühl als würde ich selber eine der alten geheimen Akten des BND lesen . Gänsehaut und Nervenanspannung pur ! Ich habe schon so einige hochkarätige, nervenzerreißende Thriller gelesen , bei den man es zum Schluss hin vor lauter Spannung fast nicht mehr aushält. Dieser Roman gehört definitiv dazu und setzt dem Ganzen mit seinem fundierten , historischen Zeitgeschehen noch die Krone auf ! Dieser gelungene Genre Mix ist für mich eine literarische Glanzleistung der Autorin Claire Winter. Wer Romane mit fundierter historischer Zeitgeschichte genauso gerne liest wie ich , der wird den Roman “Die geliehene Schuld” lieben und ganz bestimmt genauso begeistert sein ! Sehr gerne vergebe ich für den tollen Roman sehr gute 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung

Eine beeindruckende Geschichte, die den Leser berührt!

Von: zauberblume Datum: 05. March 2018

"Die geliehene Schuld" ist nun der dritte Roman, den ich von der Autorin Claire Winter gelesen habe. Ich habe geglaubt, bei Claire Winters Romanen gibt es keine Steigerung mehr, aber dieser Roman ist ein Pageturner der Spitzenklasse. Wir tauchen ein in die Nachkriegszeit Deutschland und werden von einer atemberaubenden Geschichte gefangen genommen. Es ist Sommer. Wir befinden uns in Berlin im Jahr 1949. Die Redakteurin Vera Lessing hat während des zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will nur eines, alles vergessen und hinter sich lassen. Eine große Stütze in dieser schweren Zeit ist ihr Jugendfreund Jonathan. Doch dann kommt Jonathan unter mysteriösen Umständen zu Tode. Vera will Jonathans letzte Recherche, in der er sich mit ehemaligen Kriegsverbrechern beschäftigte, fortsetzen. Dabei stößt sie auf Marie, die als Sekretärin im Stab Adenauers arbeitet. Vera begibt sich auf die Suche, stößt dabei bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste vor und begibt sich in große Gefahr. Wow! Nach dem Lesen muss man erst tief durchschnaufen und das Ganze sacken lassen. Ein Roman der Extraklasse, mit großartigem geschichtlichen Hintergrund, Spannung von der ersten bis zu letzten Seite und vielen bewegenden Momenten. Schon nach den ersten Zeilen taucht man in die Geschichte von Vera und Jonathan, Marie und Lina ein und wird gefangen genommen. Der Schreibstil der Autorin ist wirklich außergewöhnlich. Ich habe Bilder von meinen Augen, die für ein Gänsehautfeeling sorgen. Ich tauche ein in die Nachkriegszeit in Deutschland und für mich tun sich Abgründe auf. Vieles, was vielleicht in Vergessenheit geraten ist, wird beim Lesen dieser tollen berührenden Geschichte wieder lebendig. Und nun zu den Charakteren. Da ist die junge Vera, die ihren Jugendfreund Jonathan durch einen tragischen Unglücksfall verliert. Und dann aufgrund von Jonathans Notizen weiter Recherche betreibt und sich dabei in große Gefahr begibt. Eine mutige Frau, die über ihre Grenzen hinauswächst. Ich habe großen Respekt vor ihr. Und dann Jonathan. Ihn auf seiner Reise zu begleiten, hat mehr als einmal für Gänsehautfeeling gesorgt. Und dann sind da noch Marie und Lina, die beide schwer mit ihren schlimmen Erlebnissen und mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben. Die Freundschaft der beiden hat mich sehr beeindruckt und berührt. Interessant fand ich die Karten auf der Buchinnenseite, man kann sich ein Bild über die Verteilung der Großmächte machen. Auch das Personenverzeichnis am Ende des Buches fand ich klasse. Und auch die geschichtlichen Erklärungen haben mich gefesselt. Das Cover ist übrigens auch ein echter Hingucker. Für mich ein absolutes Lesehighlight, ein Bestseller, der von mir natürlich 5 Sterne erhält, leider gibt es nicht mehr. Besser geht nicht!

Die geliehene Schuld

Von: Gelinde Datum: 05. March 2018

Die geliehene Schuld, von Claire Winter Cover: Sehr schön, ich fühle mich sofort in die Zeit der Handlung versetzt. Inhalt: Sommer 1949. Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Kriegs ihre ganze Familie verloren. Sie will vor allem eins- die traumatischen Erlebnisse hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Er hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben und bittet sie in einem letzen Brief diese weiter zu verfolgen. Und Vera setzt einen Dominoeffekt in Gang. Auch Liebe und Freundschaft im Nachkriegsdeutschland wird geschildert. Doch die Freundschaft zwischen einer jungen deutschen Frau (Marie) und einer zurückgekehrten Jüdin (Lina) wird bald in ein falsches Licht gerückt. Meine Meinung: Dies ist nach „Die Schwestern von Sherwood“ und „Die verbotene Zeit“ der dritte Roman der Autorin und ich habe sie alle gelesen und finde sie brillant. SUCHTGEFAHR: Die Erzählweise ist einfach unglaublich fesselnd, die Geschichte entwickelt von Anfang an eine Sogwirkung und ab der Mitte konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen, ich musste wirklich alles stehen und liegen lassen, (zum Glück war es Samstag) und das Buch zu Ende lesen. Die Handlung (Nachkriegszeit, Kriegsverbrecher und ihre Machenschaften) und die facettenreichen Charaktere sind so eindringlich und sehr detailliert beschrieben. Ich lebe und leide mit allen. Vor allem die junge Marie, mit ihrer inneren Zerrissenheit, mit ihrem Wissensdurst nach der Wahrheit und ihrer Fassungslosigkeit als sie nach und nach der Wahrheit auf die Spur kommt, ist mir ans Herz gewachsen und lässt mir Gänsehautwellen über den Körper laufen, wenn ich mich in sie hineinversetzte. Nicht nur einmal bricht für sie eine Welt zusammen. Auch Lina ist eine unglaubliche Persönlichkeit, an ihr sollten sich viele (auch heute noch) ein Beispiel nehmen. Eine ganz besondere Sache ist die unrühmliche Rolle der Kirche, des Roten Kreuzes und sogar der Amerikaner, die diese in dieser Nachkriegszeit gespielt haben, wenn es um die Unterstützung zur Flucht und zum Untertauchen bzw. wieder Integrieren von Kriegsverbrechern in den neuen Alltag geht. Atemlos lese ich immer wieder diese Passagen und kann nur ungläubig den Kopf schütteln. Beim Lesen bin ich oft sprachlos, entsetzt, wütend, betroffen, fassungslos und traurig. Einiges weiß man ja schon, aber in diesem genialen Buch wird es so richtig greifbar – gelebte Geschichte! Autorin: Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es in fremde Welten einzutauchen, historische Fakten genau zu recherchieren, um sie mit ihren Geschichten zu verweben. Mein Fazit: Wieder ein Lesehighlight. Ein Buch das noch lange nachwirken wird. Ein epochaler Roman, ein Pageturner den man nicht mehr aus der Hand legen kann. Sehr emotional, berührend und fesselnd, mit perfekt gezeichneten Charakteren die einfach „leben“. 5 Sterne ***

Nachkriegsgeschichte, dievon der ersten Seite an begeistert und einen nicht mehr loslässt

Von: katikatharinenhof Datum: 05. March 2018

Vera hat im Krieg alles verloren - ihr einziger Halt in der Nachkriegszeit ist ihr Beruf. Sie ist als Redakteurin für eine Zeitung tätig. Als ihr Freund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, führt sie seine Recherchen fort und ahnt nicht, in welches Wespennest sie da gestochen hat.... Claire Winter ist der Garant für geniale, geschichtliche Romane, die unter die Haut gehen ! Mit ihrem neuesten Roman "Die geliehene Schuld" führt sie uns in das Nachkriegsdeutschland um 1949. Die junge Bundesrepublik Deutschland hat noch keine Verfassung und alle befinden sich im politischen Aufbruch. Die Autorin erzählt eine wahnsinnig dichte Geschichte, die die Erlebnisse von 4 Personen vereint. Die Erzählstränge der Hauptprotagonisten sind geschickt dramaturgisch aufgebaut und lassen an Spannung nicht zu wünschen übrig. Es gelingt ihr, die Charaktere facettenreich anzulegen, ihnen ein Gesicht zu geben und zum Leben zu erwecken. Sofort fühlt man sich in die Zeit des Nachkriegsdeutschland versetzt und recherchiert mit Marie und Jonathan, die einem schrecklichen Geheimnis auf der Spur sind. Es entsteht eine atemlose Spannung, die mich nicht mehr aus ihren Fängen lässt und so reise ich mit Vera und den anderen Protagonisten durch die dunkelste Vergangenheit Deutschlands und decke nach und nach die Geheimnisse der Nazischergen auf. Der braune Sumpf hat auch zu dieser Zeit lange Arme und streckt seine Finger nach all denen aus, die ihm ihn die Quere kommen. Kantig und kraftvoll verwebt Claire Winter so die Hauptakteure mit den Nebenschauplätzen und ich tauche immer tiefer in die Geschichte ein. Es entsteht ein großartiger Mix aus Politkrimi, Liebesgeschichte und Vergangenheitsbewältigung, der mich von Anfang an gefangen hält. Es ist wie ein Sog, der mich immer tiefer in das Buch hineinzieht und so kann ich nicht anders, als Seite um Seite zu verschlingen und Vera auf ihrer Suche nach der Wahrheit zu begleiten. Fazit: Claire Winter hat auch mit diesem Roman all ihr Können meisterhaft in Szene gesetzt und dafür gibt es 5 Sterne - 10 hätte es verdient !