Beate Maxian

Die Frau im hellblauen Kleid

Die Frau im hellblauen Kleid Blick ins Buch

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Wien. Marianne Altmann, einst ein gefeierter Filmstar, ist schockiert, als sie von Plänen ihrer Tochter Vera erfährt. Diese möchte einen Film über ihre Familie drehen. Marianne fürchtet, dass nun auch die Abgründe der Familie ans Tageslicht kommen könnten, und mit ihnen ein lange zurückliegendes Vergehen. Es reicht zurück ins Jahr 1927, als ihre Mutter Käthe in einem geliehenen Kleid am Theater vorsprach. Der Beginn einer beispiellosen Karriere – und einer verhängnisvollen Bekanntschaft mit Hans Bleck, der zum mächtigen Produzenten der Ufa aufsteigen sollte ...

Leidernicht überzeugend

Von: Ponine T. Datum: 18. July 2018

Wien. Marianne Altmann, einst ein gefeierter Filmstar, ist schockiert, als sie von Plänen ihrer Tochter Vera erfährt. Diese möchte einen Film über ihre Familie drehen. Marianne fürchtet, dass nun auch die Abgründe der Familie ans Tageslicht kommen könnten, und mit ihnen ein lange zurückliegendes Vergehen. Es reicht zurück ins Jahr 1927, als ihre Mutter Käthe in einem geliehenen Kleid am Theater vorsprach. Der Beginn einer beispiellosen Karriere – und einer verhängnisvollen Bekanntschaft mit Hans Bleck, der zum mächtigen Produzenten der Ufa aufsteigen sollte ... Es ist immer doof, wenn man ein Rezensionsexemplar bestellt und dann beim Reyensionsschreiben verlautbaren muss, dass einem das Buch so gar nicht gefallen hat. Es fühlt sich wirklich undankbar an, aber leider muss ich bei diesem Buch von Anfang an zugeben, dass es mich absolut unbedeindruckt zurückgelassen hat. De Grund dafür ist ein sehr mieses Zusammenspiel aus drei Komponenten: mangelhafte Charakterisierung, flacher Aufbau der Geschichte und ein Erzählstil, als würde man das Neue Blatt auf 370 Seiten lesen. Fangen wir erst einmal mit dem Aufbau der Geschichte an. Der Roman setzt sich aus verschiedenen Zeitebenen zusammen. In der Gegenwartshandlung erleben wir Vera, die ihr Drehbuch schreibt und verkaufen will, dann noch die Liebesgeschichte ihrer Tochter Sophie und zuletzt Margarete, die sich öffnet und ihre Familiengeschichte ausbreitet. Diese nimmt den zweiten Rahmen ein und streckt sich grob von den End-Zwanziger Jahren über die ersten Kriegsjahre und die Sechziger Jahre, wobei nicht alle Jahre beleuchtet werden, sondern man eher sprunghaft von Ereignis zu Ereignis hüpft. Dabei springt man natürlich ziemlich herum und um ehrlich zu sein, es hat mich ziemlich gestört, von einer Szene zur nächsten gejagt zu werden, ohne mal die Aussicht zu haben, das Buch zu genießen. Jede Szene ist handlungstragend, jede Szene enthält mindestens eine Offenbarung - ich komme kaum zum Luftholen und kann mich nicht mehr auf die Handlung einlassen, so viel muss ich gleichzeitig verarbeiten. Bedingt durch diese Erzählstruktur wirken diese ganzen Familiengeheimisse so zusammengeschustert, dass die ganze Geschichte immer unglaubhafter wird. So oft wie sich hier innerhalb von achtzig Jahren alle Wege kreuzen, ist mir einfach viel zu viel. Dass das ganze Filmbuisness hier wirkt, wie aus dem Set einer Derrick-Folge abgezogen und mit österreichischem Dialekt versehen, war dann noch das i-Tüpfelchen. Die schwache Erzählstruktur spiegelt sich wieder in einer sehr oberflächlichen Charakterisierung und Darstellung der Figuren. Während zumindest Käthe noch einigermaßen in wechselnde Gefühle gestoßen wird, erfahren wir von den übrigen Figuren eigentlich nur plakative Zuschreibungen. Einmal mehr noch "betagt" oder "Diva" in Mariannes Beschreibung, und ich hätte losgeschrien. Sophie mit ihrem verzickten Teenager-Liebesgedönse nervt schon nach wenigen Seiten wirklich extrem, und Vera? Mal ehrlich, wenn ich als Autor nicht zeigen will, wie jemand auf all diese Familiengeheimisse reagiert, warum erzähle ich sie dann überhaupt? Vera zeigt für mich keine wirklich greifbare Gefühlsregung. Da wird zwar mal kurz gesagt, dass sie sich irgendwie fühlt, aber im nächsten Satz ist das schon wieder vergessen und hat keine spürbare Auswirkung auf den weiteren Handlungsverlauf. Auch Mariannes geziertes "hach, das erzähl ich dir, wenn es so weit ist" wirkt eher wie ein typisches Versatzstück des Genres als dass es in ihrem Charakter liegt - sonst plaudert sie nämlich einfach munter drauf los, da ist das plötzliche Abbrechen eigentlich nur Zeilenschinderei. Eigentlich hätte man sich diese gesamte Gegenwartshandlung schenken können mit ihren "höchstdramatischen" Ausflügen. Man merkt dem Buch durchaus an, dass die Autorin intensiv recherchiert hat - okay, außer diesem Eva-Braun-Schnitzer, aber Schwamm drüber - und warum hat sie dann nicht einfach diese Handlung ausgebaut und mich etwas mehr Luft drum herum schnuppern lassen, statt stur von A nach B zu gehen? Das wäre allemal besser gewesen, als es einzubetten in dieses seichte Gesülze übers österreichische Filmbusiness. Da hatte man nämlich eher das Gefühl, dass die Autorin schon ein wenig auf die ARD-Verfilumg spekuliert als auf das Erzählen ihrer Geschichte. Alles in allem also leider wirklich kein überragendes Buch. Wenn man es in einer Bibliothek findet, kann man es klar mal mitnehmen für den Urlaub, aber ein Meisterwerk ist es wahrlich nicht.

Packende Geschichte einer Schauspielerinnen-Dynastie

Von: Susanne Edelmann Datum: 08. January 2019

Das Buch erzählt von vier Generationen einer Wiener Schauspielerinnen-Dynastie: Den Anfang macht 1927 Käthe Schlögel, die in einem selbst genähten hellblauen Kleid heimlich zum ersten Vorsprechen im Theater geht. Tatsächlich gelingt ihr eine große Karriere. Nach dem Zweiten Weltkrieg tritt ihre Tochter Marianne in ihre Fußstapfen. Deren Tochter Vera hingegen kämpft vergeblich gegen die übermächtigen Schatten ihrer beiden Vorfahrinnen, ihr gelingen als Schauspielerin nur kleinere Erfolge. Ganz im Gegensatz zu ihrer Tochter Sophie, 20 Jahre jung, die nun ihrerseits am Anfang einer vielversprechenden Karriere steht. Vera sehnt sich nach der Anerkennung ihrer Mutter und beschließt, ein Drehbuch zu einer Dokumentation über ihre Eltern zu schreiben, denn Marianne hat seinerzeit den Filmstar Fritz Altmann geheiratet, gemeinsam waren sie das Film-Traumpaar der 1960er und 70er Jahre. Marianne reagiert jedoch ablehnend auf Veras Pläne, sie will ihr Privatleben nicht öffentlich machen. Erst nach und nach öffnet sie sich der Idee, stellt für ihre Zustimmung zu dem Projekt aber eine Bedingung: Die Dokumentation soll sich nicht allein um sie und Fritz drehen, sondern vielmehr schon mit ihrer Mutter Käthe beginnen. Das Projekt wird zu Mariannes Abrechnung mit der Vergangenheit. Im Zuge ihrer Recherchen stößt Vera, von Marianne geführt, auf etliche bis dato wohlgehütete Familiengeheimnisse. Erschütternd sind vor allem Käthes Erlebnisse während der Nazi-Zeit: Von Kollegen wegen ihrer Liebe zu dem jüdischen Drehbuchautor Jakob erpresst, gibt sie ihren geliebten Schauspielerberuf zunächst ganz auf. Dann aber wird sie von dem mächtigen Produzenten Hans Bleck gezwungen, Filme zu drehen, die ins Propaganda-Schema der Nazis passen. Zudem verlangt er von ihr, Kollegen anzuschwärzen, die sich dem Widerstand angeschlossen haben. Leider weiß er so einiges über Käthe, was zu dieser Zeit ihr sicheres Verderben bedeuten könnte – und nicht nur ihres. Fast neunzig Jahre später verliebt sich Sophie in Berlin in einen jungen Regieassistenten und ist entsetzt, als sie seinen Namen erfährt: Es ist Fabian Bleck, der Urenkel jenes Hans Bleck, der dafür verantwortlich ist, dass die stolzen Altmann-Frauen seit damals nie wieder mit der Bleck-Produktionsgesellschaft gearbeitet haben und überhaupt der Name Bleck im Hause Altmann nicht mehr erwähnt werden darf. Was wird Sophies Großmutter Marianne dazu sagen, dass sie sich nun ausgerechnet in einen Bleck verliebt hat? Und auch Vera kommt bei der Suche nach Produzenten für ihre Doku nicht an der Firma der Familie Bleck vorbei. Marianne zeigt sich unversöhnlich und ihre Tochter und Enkelin ahnen: Da muss noch mehr passiert sein zwischen ihr und Hans Bleck. Wird das Projekt, das Vera so wichtig ist, nun im allerletzten Moment gekippt? Von der ersten Seite an hat mich dieser Roman vollkommen in seinen Bann gezogen. Die Geschichte spielt abwechselnd in der Gegenwart, erzählt aus der Sicht von Marianne, Vera und Sophie, und in der Zeit zwischen 1927 und 1946, wenn es um Käthe geht. So endet beinahe jedes Kapitel mit einem Cliffhanger. Dabei ist jede Szene so anschaulich erzählt, dass ich das Gefühl hatte, ich sei mittendrin. Vor meinem geistigen Auge entstanden Theaterbühnen in Wien, Prag und München, Filmsets in Berlin, das Weingut und die Villa der Familie Altmann in Österreich und viele andere Schauplätze mehr. Witzig: Sogar eine Bar Edelmann in Berlin kommt vor, das fand ich natürlich besonders amüsant. Einen sehr guten Einblick bekam ich beim Lesen auch in die Arbeit beim Film: Vom Schreiben des Drehbuchs über die Verhandlungen mit Produzenten, die Besetzung der Schauspieler und die Dreharbeiten bis hin zu den Testscreenings vor ausgewähltem Publikum wurde alles sehr spannend und meiner Einschätzung nach authentisch erzählt. Und natürlich sind da die geschichtlichen Ereignisse, geschildert vor allem aus österreichischer Sicht, die meinem Wissen über die damalige Zeit noch so manchen neuen Aspekt hinzugefügt haben. Gerade die Künstler in der Zeit des Nationalsozialismus lebten ja besonders gefährlich, ihre Arbeit glich oftmals einem Drahtseilakt. Kurzum: Ein ausgesprochen packender Roman, der mich Nächte lang wach gehalten hat, weil ich das Buch einfach nicht mehr weglegen konnte. Eine ganz klare Leseempfehlung, nicht nur für Filmfans und Liebhaber historischer Romane.

Schauspielerin sein im Faschismus

Von: Niamh O'Connor Datum: 07. August 2018

'Die Frau im hellblauen Kleid' ist Käthe Schlögel, Tochter eines Wiener Gemüsehändlers. Sie wohnt ganz in der Nähe des Theaters in der Josefstadt, beginnt ihre Karriere gegen den Widerstand der Eltern am Volkstheater und feiert in Prag und Berlin große Erfolge. Als Bühnen- und Filmstar begründet sie so eine Schauspieler*innendynastie. Bei diesem Begriff denke ich sofort an die Familie Hörbiger/Wessely und ihre Nachfahren. Aus diesem Grund habe ich beim Lesen vom ersten Kapitel an nach Parallelen Ausschau gehalten, und die gibt es durchaus: Im richtigen Leben wie im Roman beginnt der Erfolg in der Zwischenkriegszeit und setzt sich über vier Generationen bis in die Gegenwart fort. Damit ist es unvermeidlich, dass die erste Generation sich mit dem Naziregime und den Auswirkungen seiner Politik konfrontiert sieht und die nachfolgenden Generationen sich damit abmühen müssen, unangenehme Fragen zu beantworten und das aufzuarbeiten, was schiefgegangen ist. So erging es auch der Familie von Paula Wessely, deren Name im Roman auch tatsächlich erwähnt wird; aber die Art, wie das geschieht, macht deutlich, dass der Roman von Beate Maxian eben keine fiktionalisierte Familienbiographie ist, sondern seine eigene Geschichte erzählt. Vera Altmann, als Schauspielerin weit weniger erfolgreich als ihre Mutter Marianne und ihre Großmutter Käthe, möchte eine TV-Dokumentation über ihre Familie drehen und liefert damit den Anstoß dafür, dass all das auf den Tisch kommt, worüber bisher nicht gesprochen wurde. Meine Meinung: Man soll ein Buch natürlich nicht nach dem Cover auswählen, aber in diesem Fall konnte ich dem Einband einfach nicht widerstehen. Nostalgische Pastellfarben wie auf einem alten Filmplakat, eine melodramatisch inszenierte Blondine und als zusätzlicher Blickfang das Wiener Bellaria Kino, in dem bis heute Filmklassiker und Raritäten gezeigt werden. Perfekte Sommerlektüre, dachte ich, und mit Einschränkungen war’s das auch. Beate Maxian ist keine begnadete Dialogschreiberin, und die Dramaturgie folgt der Schablone genau jener Filme, deren Stars Käthe Schlögel und Marianne Altmann wohl gewesen wären. Gerne gelesen habe ich das Buch trotzdem. Ich habe bekommen, was das Cover erwarten lässt: Ein Lesevergnügen mit nostalgischen Anklängen und Lokalkolorit, aber ohne Verklärung einer Zeit, die keine gute alte war. Der Faschismus, seine Auswirkungen auf die Welt des Theaters und Films und seine (Nicht-)Bewältigung in den 50er- und 60er-Jahren liefern den ehrlich und ohne Beschönigung dargestellten Hintergrund für die Liebesgeschichten und Heiratssachen der vier Künstlerinnen. Sehr gelungen fand ich die Art, wie die Autorin die in der Gegenwart spielenden Kapitel mit den Rückblenden verbindet, weniger gut gelungen die Darstellung der verschiedenen Mutter-Tochter-Beziehungen: Auch die schlimmsten Unaufrichtigkeiten und Konflikte sind über einem guten Glas Rotwein oder einer Portion Rindsrouladen rasch verschmerzt – so funktioniert das im wirklichen Leben wohl nicht. Das mich das nicht allzu sehr gestört hat, liegt daran, dass Beate Maxian ihre vier Protagonistinnen ohne große Gefühlsduselei und frei von Selbstmitleid durchs Leben gehen lässt und sie als starke Persönlichkeiten darstellt, die sich nicht unterkriegen lassen und zusammenhalten.

es fehlt einiges

Von: Bücherliebe Datum: 28. July 2018

Die Frau im hellblauen Kleid von Beate Maxian Klappentext: Wien. Marianne Altmann, einst ein gefeierter Filmstar, ist schockiert, als sie von Plänen ihrer Tochter Vera erfährt. Diese möchte einen Film über ihre Familie drehen. Marianne fürchtet, dass nun auch die Abgründe der Familie ans Tageslicht kommen könnten, und mit ihnen ein lange zurückliegendes Vergehen. Es reicht zurück ins Jahr 1927, als ihre Mutter Käthe in einem geliehenen Kleid am Theater vorsprach. Der Beginn einer beispiellosen Karriere – und einer verhängnisvollen Bekanntschaft mit Hans Bleck, der zum mächtigen Produzenten der Ufa aufsteigen sollte ... Meine Meinung: „Die Frau im hellblauen Kleid“ erzählt abwechselnd die Geschichte der 4 Altmann-Frauen, beginnend 1927 bei Käthe, über deren Tochter Marianne, Enkelin Vera bis zu Urenkelin Sophie.Es versprach eine spannende Familiengeschichte zu werden. Vier Frauen, die sich vom Schicksal, das der 2. Weltkrieg über sie gebracht hat, nicht von ihrem Weg haben abbringen lassen und letztendlich eine Schauspieler-Dynastie begründeten, wie es in Österreich vorher keine gegeben hat. Dabei kommt einiges ans Licht, das lange Zeit verborgen geblieben war. Am eindrucksvollsten und bewegendsten fand ich die Geschehnisse während der Nazizeit, um die sich Mariannes (und Käthes) Geheimnis letztendlich dreht. Käthe hoffte wie so viele bis zuletzt, dass Österreich verschont bleibt. Es war erschreckend, wie rasend schnell sich ihre Situation dann änderte. Ihr blieb nichts anderes übrig, als sich den Nazis unterzuordnen bzw. anzupassen – denn sie war erpressbar! Die Geschichte ist von beginn an sehr spannend und voller heimlicher Liebespärchen, sowohl zu Käthes als auch Veras Zeiten. Käthes Lebensweise war für ihre Zeit sehr modern. Sie macht Karriere und lebt mit ihrem Freund zusammen ohne verheiratet zu sein. Zu Beginn ist sie zwar noch sehr schüchtern, aber mit der Zeit wird sie immer willensstarker und durchsetzungsfähiger. Nach Beendigung der Lektüre denke ich, hätte sich die Autorin ausschließlich auf die historische Geschichte eingelassen, wäre ihr wahrscheinlich ein sehr guter Roman gelungen. Denn dieser Erzählstrang war gut recherchiert, mit einer wundervollen und für sich einnehmenden Protagonistin ausgearbeitet und einer Liebesgeschichte, die viel Potential gehabt hätte. Thematisch gut, Umsetzung nicht gelungen.... 3 von 5 Herzen

Etwas flach aber trotzdem lesenswert

Von: Jasmin181 Datum: 16. July 2018

Für mich war die Frau im hellblauen Kleid der erste Roman von Beate Maxian und ich habe bewusst mal wieder keine Bewertungen zuvor angesehen denn ich wollte unbefangen an das Buch herantreten. Nach ein paar Unklarheiten über die Figuren die vorkamen war ich auch schon in der Geschichte drin. Es gibt in dieser Story ja mehrere Hauptpersonen die ich allesamt als sympathisch und ausgeglichen empfinde. Allerdings muss ich gestehen, dass ich die Charaktere ein wenig oberflächlich finde. Für mich hätten es gerne noch 200 Seiten mehr sein dürfen wenn dadurch die Protagonisten etwas mehr Tiefe gehabt hätten, denn die Thematik hätte das definitiv hergegeben. Mir wurde vieles zu flach und schnell abgehandelt, oft ohne weitere Erklärung und ich denke einfach das es mehr zu erzählen gäbe. Auch das die Autorin eine der Dame immer wieder als die Diva oder die betagte Schauspielerin betitelte störte mich durchs ganze Buch hinweg. Letztlich war das aber kein Grund nicht weiter zu lesen, denn im gesamten fand ich die Geschichte schön und gerade der Teil der um den 2. Weltkrieg spielt spannend geschrieben und interessant. In diesen Abschnitten musste ich mehrfach das Buch zu klappen und mal im Kopf das Gelesene überdenken. Für mich hat der Teil mit den Nationalsozialisten heute mehr Bedeutung denn je. Auch wir leben in Zeiten in denen Rassismus offen ausgelebt wird und es praktisch wieder salonfähig ist Fremdenhass auszurufen. Die Autorin hat für mich einmal deutlich gemacht das es um Hass ging und um Zerstörung und auch das erlebe ich in der heutigen Zeit. Mir bleibt abschließend nur zu sagen, dass ich nicht bereue dieses Buch gelesen zu haben und ich eine Empfehlung aussprechen kann und will. Auch wenn es mir stellenweise etwas zu flach war lohnt es sich Die Frau im hellblauen Kleid zu lesen.

Viele Geheimnisse in einer gelungen Familiengeschichte

Von: Birkatpet Datum: 02. June 2018

Wien, 4 Frauen, 1 Familie und ganz viel Film und Schauspielerei, viel Liebe und gut gehütete Geheimnisse.Die vier Altmannfrauen sind Käthe, ihre Tochter Marianne, ihre Enkelin Vera und ihre Urenkelin Sophie. Die Geschichte beginnt 2014, Vera hat sich fest in den Kopf gesetzt einen Film über ihre Familie zu drehen, denn diese ist bekannt und Altmann ein Name in der Schauspielszene.Ihre Mutter wehrt sich jedoch vehement, denn Marianne weiß, dass dies sehr viel Staub aufwirbeln könnte und Geheimnisse aufgedeckt werden könnten.Damit beginnt auch ein weiterer Handlungsstrang um Wien 1927, denn Käthe hat sich als junge Frau ihren Traum erfüllt und dieser handelt von der Schauspielerei, denn dieser gehört ihr Herz. Maxian erzählt hierbei viel über das Leben und Wirken am Theater vor dem zweiten Weltkrieg, von Höhen, Tiefen und besonderer Liebe.Allerdings kommt es dabei wieder zu Pausen in der Erzählung und Vera's Leben wird wieder in der Gegenwart erzählt. Von ihrer Familie und dem Jugendleben ihrer Tochter Sophie, der vierten Altmannfrau im Bunde. Ihre Liebesgeschichte nimmt dabei sehr viel Raum ein und füllt viele Seiten. Die Zeit vor und während dem zweiten Weltkrieg ist sehr ausdrucksvoll geschildert, spannend und mitreißend. Die Geheimnisse der damaligen Zeit werden gelüftet in der heutigen Gegenwart. Beeindruckt ist zu sehen, wie sehr die Vergangenheit noch über Generationen das Leben lenkt und beeinflusst.Die Wechsel in den Zeiten und Handlungssträngen haben mich manchmal gestört, einerseits zum Weiterlesen verleitet, da ich gespannt war, wie es weiter geht in der anderen Zeit, aber es war oftmals nicht rund und sprachlich hat es im Laufe des Buches auch nachgelassen. Im Gesamten fand ich das Buch interessant, insbesondere die Vergangenheit, die Zeit um Käthe und die Kriegszeit. Eine nette Geschichte über 4 starke Frauen, deren Liebe der Bühne gilt und die viele Geheimnisse verbinden, ausserdem allerlei Liebesgeschichten. Ein grundsätzlich leichte Lektüre, wen auch die Zeitsprüngen teilweise anstrengend sind.

eine tolle Familiengeschichte

Von: aprikaner anja Datum: 28. May 2018

eine tolle Familiengeschichte über vier Generationen Klappentext: „Wien. Marianne Altmann, einst ein gefeierter Filmstar, ist schockiert, als sie von Plänen ihrer Tochter Vera erfährt. Diese möchte einen Film über ihre Familie drehen. Marianne fürchtet, dass nun auch die Abgründe der Familie ans Tageslicht kommen könnten, und mit ihnen ein lange zurückliegendes Vergehen. Es reicht zurück ins Jahr 1927, als ihre Mutter Käthe in einem geliehenen Kleid am Theater vorsprach. Der Beginn einer beispiellosen Karriere – und einer verhängnisvollen Bekanntschaft mit Hans Bleck, der zum mächtigen Produzenten der Ufa aufsteigen sollte … „ Der Klappentext, machte Lust auf mehr… deshalb habe ich mich für das Buch bei Randomhouse beworben. Ein herzliches Danke an den Heyne Verlag! Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Ich habe 2 Tage gebraucht . Es hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin beschreibt sehr realistisch das Leben der vier Altmann Frauen. So stelle ich mir ein „Künstlerleben“ vor. Begonnen hat alles bei der Großmutter um 1930, welche entgegen dem willen der Eltern Schauspielerin wurde. Bis in die Gegenwart zur Enkelin, welche auch Schauspielerin ist. Durch die Dokumentation werden viele Sachen, über welche in der früheren Generation nicht geredet wurde zur Sprache gebracht. So die Zeiten des 3. Reiches und natürlich werden die verschiedenen Spannungen und Gegensätze, welche es in Familien gibt beleuchtet. Für mich war das Buch sehr realistisch. Sehr gut fand ich, das die Geschichte durch Zeitsprünge erzählt wurde. Das fordert auch die Leser heraus mitzudenken. Ich wurde gut unterhalten deshalb 5 Sterne von mir und wer gern Familiengeschichten liest hat damit eine Empfehlung für die Urlaubslektüre. Das Buch ist ein Taschenbuch für 10,99€ und bietet mit ca. 450 Seiten gute Unterhaltung.

Schöne Geschichte in der Vergangenheit, aber...

Von: WinnieHex Datum: 13. May 2018

Die Geschichte von „Die Frau im hellblauen Kleid“ erzählt über vier Generationen von den Frauen der Altmann Familie. Der Ausschlag dazu gibt Verena Altmann, diese möchte über die Schauspielerin in ihrer Familie berichten. Darüber ist ihre Mutter Marianne Altmann sehr erschrocken, denn wenn Sie Verena wirklich diesen Film drehen würde, dann käme ein Familiengeheimnis ans Tagelicht und das möchte ihre Mutter verhindern. Aber ihre Tochter will sich durchsetzen und den Film machen um sich dadurch einen Namen in er Filmbranche zu machen, nach langen hin und her macht ihrer Mutter ihr einen Vorschlag, Sie erzählt Verena die ganze Geschichte beginnend mit ihrer Urgroßmutter Käthe, die im geborgten blauen Kleid 1927 an die Schauspielschule ging…erst danach soll und muss Verena sich entscheiden was Sie tun möchte! Natürlich hat mich die Zeit um 1930 wieder mal in den Bann gezogen, da man sich bis heute schwer vorstellen kann was alles auf die Menschen zugekommen ist. Was ich aber gut fand, waren die Zeitsprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart, so dass man jederzeit der Geschichte folgen konnte. Außerdem kann man sagen, dass die Geschichte von Käthe mich am ehesten getroffen hat. Bei Marianne und Verena hatte man das Gefühl, dass es hier um einen Machtkampf geht. Beide wollen ihren Kopf durchsetzen und keiner möchte nachgeben. Durch diese teilweisen Schaltungen in die Gegenwart fand ich als Leser meinen Lesefluss sehr gestört, denn man war so vertieft in die Geschichte und dann kam wieder so ein Sprung in die Gegenwart. Meiner Meinung nach hätte man erst die Geschichte der Vergangenheit erzählen sollen und dann zum Schluss die eigentliche Geschichte erzählen. So als würde die Mutter ihrer Tochter die Familiengeschichte erzählen und erst zum Ende hin, kann Verena für sich entscheiden ob Sie den Film drehen möchte oder nicht! Wäre nun meine Idee… Deswegen gebe ich hierfür nur 4 von 5 Sternen. Vielen Dank an das #Randomhouse Bloggerportal und den Heyne Verlag.

Alte Zeiten

Von: Anyah Fredriksson Datum: 23. April 2018

Mit Marianne, Vera und Sophie leben nicht nur drei starke Frauen aus drei verschiedenen Generationen – nämlich Großmutter, Mutter und Tochter - unter einem Dach sondern auch drei berühmte Mitglieder der Schauspieler-Dynastie der Altmanns. Ganz klar, dass hier Konflikte vorprogrammiert sind. Doch als Vera, deren Schauspielstern gerade nicht so hell leuchtet, ihrer Mutter eröffnet, einen Film über die Dynastie und hier insbesondere Marianne und ihren Ehemann im Mittelpunkt. Vera möchte das Drehbuch selbst schreiben und auch Regie führen. Marianne lehnt dies brüskiert ab und ein heftiger Streit entfacht, der sich über Wochen hinzieht und der Familie sogar das Weihnachtsfest verhagelt. Aber schlussendlich will Marianne jedoch nachgeben und Veras Projekt unterstützen. Allerdings hat sie ihre eigenen Vorstellungen von dem Film und stellt Bedingungen. Marianne möchte um jeden Preis ein Familiengeheimnis wahren, denn sie weiß nicht, wie viel Wahrheit ihre Familie ertragen kann … In schöner Sprache und en vogue sowie in verlockendem Schreibstil erzählt die Autorin Beate Maxian ihre Geschichte, sie tut dies, indem sie hervorragend die Emotionen der Figuren zum Leser transportiert und uns Leser zu jeder Zeit mitnimmt und fasziniert. Die Erzählweise der Autorin macht das Lesen angenehm und Beate Maxian konnte mich vom ersten Moment an für sich gewinnen. Die Charaktere sind brillant angelegt und bestärken einander blendend in ihrem Spiel. Eine Geschichte, die spannend ist und auch zum Träumen einlädt. Meine Bewertung: fünf von fünf möglichen Sternen und selbstverständlich eine Leseempfehlung meinerseits. Hier bekommt der Leser eine großartige Familiengeschichte serviert mit historischen Rückblicken und Machenschaften, die die Harmonie sowie das Gleichgewicht der Familie gefährden und verändern könnten. Beate Maxian konnte mich als exquisite Geschichtenerzählerin überzeugen.

Die Frau im hellblauen Kleid - B. Maxian

Von: Melanie Datum: 22. April 2018

Vielversprechend las sich der Klappentext zu diesem Roman, den die Österreichische Autorin Beate Maxian im Wien des Jahres 1927 ansetzt. Die Geschichte erstreckt sich über 4 Generationen – 4 Frauen, die sich in ihrer Stärke und ihrem Stolz in Nichts nachstehen: Marianne Altmann, eine bereits in die Jahre gekommene Schauspielerin, erfährt von ihrer Tochter Vera von deren Vorhaben, die Geschichte ihrer Mutter zu verfilmen, denn das Schauspieler-Ehepaar Altmann war einst das wohl populärste Traumpaar der Filmszene gewesen. Die Hauptrollen und damit die Figur der Marianne sollte niemand Geringeres verkörpern als Veras Tochter Sophie. Doch Marianne kann nicht zulassen, dass ihre Tochter nie die Wahrheit über die so „perfekte“ Ehe des berühmten Schauspieler-Ehepaares erfahren sollte. Nach jahrelangem Schweigen muss Marianne nun ihr Schweigen brechen – denn schließlich ist sie ihrer Tochter und auch ihrer Enkelin Sophie die ganze Wahrheit schuldig. Also muss die gesamte Familiengeschichte in das richtige Licht gerückt werden, jedes einzelne Detail vom Beginn an, als Mariannes Mutter, Käthe Schlögel, im Jahr 1927 beschließt, den Gemüseladen ihrer Eltern hinter sich zu lassen und eine Karriere als Schauspielerin im Theater zu beginnen. Doch als sie sich damals im von der besten Freundin selbst genähten hellblauen Kleid zum Vorsprechen im Theater aufmacht, ist sich Käthe noch nicht im geringsten bewusst, welche falschen und richtigen Bekanntschaffen mit Männern sie noch machen würde, wie sie sich in scheinbaren Freunden täuschen sollte, wie sie Menschen lieben und geliebte Menschen verlieren würde und wie grausam Menschen zueinander sein konnten… Über Familiengeheimnisse, die über Jahre hinweg verschiegen geblieben und über alte Wunden, die nie ganz verheilt waren, über Verluste, die nie ganz verkraftet werden konnten und eine Liebe, die der Nationalsozialismus mit all seinen verheerenden Folgen für immer zerstört hatte. Fazit: Zwei Tage lang hielt die Anspannung an, zwei Tage lang brauchte ich für diese besondere Familien-Geschichte und war schließlich dennoch am Ende überrascht. Trotz des sprachlich geringen Anspruches schafft es die Autorin auf knapp 450 Seiten, Bezüge auf die historische Ereignisse und real existierende Persönlichkeiten geschickt in die Handlung einzubinden und die Spannung stets aufrecht zu erhalten, wobei die Perspektive immer wieder zwischen der Rahmenerzählung im Jahr 2015 und der Binnenerzählung des Lebens der Käthe Schlögel in den 1920er und 1930er wechseln. Empfehlenswert nicht nur für Liebhaber von Theater und Film!

4 Frauen, eine Familiengeschichte

Von: Stephanie Jones Datum: 05. April 2018

Rezension Die Frau im hellblauen Kleid Klappentext: Wien. Marianne Altmann, einst ein gefeierter Filmstar, ist schockiert, als sie von Plänen ihrer Tochter Vera erfährt. Diese möchte einen Film über ihre Familie drehen. Marianne fürchtet, dass nun auch die Abgründe der Familie ans Tageslicht kommen könnten, und mit ihnen ein lange zurückliegendes Vergehen. Es reicht zurück ins Jahr 1927, als ihre Mutter Käthe in einem geliehenen Kleid am Theater vorsprach. Der Beginn einer beispiellosen Karriere – und einer verhängnisvollen Bekanntschaft mit Hans Bleck, der zum mächtigen Produzenten der Ufa aufsteigen sollte ... ——————— ——————— Bewertung: ★★★★★ Das erste Buch von Beate Maxian, was ich gelesen habe , und es wird nicht das letztes sein. Die Geschichte um vier Generationen der Altmann Schauspielerinnen hat mich total erwischt. Käthe, Tochter Marianne, deren Tochter Vera und deren Tochter Sophie werden jnd sind durch die Jahrzehnte alle auf ihre Art Schauspielerinnen geworden. Ob nun Käthe, die mit dem titelgebenden hellblauen Kleid ihr Karriere bei einem Vorsprechen 1927 startet oder Marianne 2014, die ihrer Tocher Vera nicht allzu viel „Respekt“ über einen Auftritt in einem Werbefilm zum Ausdruck bringt. Das sind nur zwei Beispiele, dass sich die vier Frauen im selben Beruf nicht nur menschlich unterscheiden, sondern auch jede ihre Vorstellung von dem Beruf haben. Deswegen ist nicht nur die Gesellschaft, das Ansehen und der persönliche Umgang der vier Frauen mit der Schauspielerei wichtig, man liest sich durch die Jahre, die Erlebnisse dieser stolzen Frauen und versteht dank des Schreibstils und der ausgereiften Charakterbildung, jeden Wesenzug und jede Entscheidung die die Frauen in ihrer Zeit und Lage getroffen haben. Und ich liebe sie alle. Ich kann Entscheidungen und Beweggründe nachvollziehen und ich habe diese Geschichte(n) gefühlt. Natürlich werden Erkenntnisse wie bei den meisten Menschen von Generation zu Generation weit gegeben, aber in dieser Familie ist es. Och einmal ganz anders, weil Beruf und Persönlichkeit mal mehr mal weniger ( je nach Frau) so zusammengeschweisst ist, dass bei allen die Schauspielerei das Leben bedeutet. Künsterleben, Berufung. Ich mag Generationsromane, Familienromane sehr gerne. Und dieser ist ein perfektes Beispiel für eine Familiengeschichte, die nicht mit zu vielen Protagonisten gespickt ist und dadurch sehr nah ans Herz geht. Ausserdem ist er obendrein in gewisser Weise informativ, was die Veränderung der Schauspielerei für Frauen über Jahrzehnte bedeutet. Dieses Buch werde ich bestimmt noch ein paar mal lesen. Ich bedanke mich bei Randomhouse und dem Heyne Verlag, der mit das Buch zur Verfügung gestellt hat. © printbookaholic Stephanie Jones ——————— ——————— € 10,99 [D] Taschenbuch, Broschur , 448 Seiten ISBN: 978-3-453-42212-4 Erschienen: 15.11.2017 beim Heyne Verlag

Vier starke Frauen - eine Familie, die zusammenhält und über Jahrzehnte ihre Geheimnisse bewahrt

Von: Circlestones Books Blog Datum: 04. April 2018

„Egal, was passiert und wie schwierig eine Situation auch erscheint oder wie lange ein Streit andauert – am Ende halten die Altmanns zusammen.“ (Zitat Seite 340) Inhalt: Marianne Altmann, ihre Tochter Vera und auch die Enkelin Sophie sind Schauspielerinnen. Die erste in dieser Dynastie der berühmten Frauen war Käthe Schlögel, Mariannes Mutter. 1927 sprach sie an einem Theater vor, erhielt ihre erste Rolle und seitdem spielen alle Altmann-Frauen auf Theaterbühnen und in Filmen. Vera jedoch reizt das Regiefach mehr als die Schauspielerei und sie plant eine Dokumentation über ihre Familie. Doch dafür braucht sie endlich Antworten auf ihre Fragen betreffend eine Vergangenheit, über die bisher geschwiegen wurde und langsam enthüllen sich streng gehütete Geheimnisse, mit weitreichenden Folgen … Dieser Roman ist Genre-übergreifend sowohl ein Familien-, als auch Generationen- und Frauenroman, mit zeitgeschichtlichem Hintergrund. Die Ereignisse spielen zwischen 1927 und 2016, in den Städten Prag, Wien und Berlin. Eine Problematik ist die Aufarbeitung der Vergangenheit, wie haben sich die Menschen während der Jahre des Nationalsozialismus verhalten, angepasst oder im Widerstand und andererseits, wie gehen wir heute mit der Vergangenheit unserer Vorfahren um. Gerade für Künstler, die weiterhin auf der Bühne stehen wollten, wurde dies zur Gewissensfrage. Ein weiteres Thema ist die Entwicklung der UFA, somit ein Stück deutsche Filmgeschichte. Der Roman ist in einzelne Kapitel eingeteilt. Es gibt zwei Zeitstränge, Vergangenheit und Gegenwart, wobei in jeder Kapitelüberschrift Jahr, Monat und auch Ort der Handlung genannt sind. Die Vergangenheit ist nicht willkürlich, als jeweils eigener Handlungsstrang, eingefügt, sondern es wird in der Gegenwart zuvor im Gespräch auf die nun folgende Situation hingewiesen. Der zeitliche Ablauf wird ebenfalls auf beiden Ebenen eingehalten. Diese Erzählweise, zusammen mit den überraschenden Wendungen und Andeutungen, hält den Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht. Die Sprache ist erzählend, einfach und daher flüssig zu lesen. Die Geschehnisse erklären sich oft durch Dialogfolgen, die jedoch umgangssprachlich, in meist kurzen Sätzen gehalten sind. Die Hauptcharaktere sind die vier Frauen der „Altmann-Dynastie“: Käthe, Marianne, Vera und Sophie. Sie alle sind trotz aller persönlichen Zweifel selbstbewusst, ehrgeizig, talentiert und eigensinnig. Sie stehen im Mittelpunkt der gesamten Handlung. Auch wenn es wichtige Männer im Leben der Frauen gibt, bleiben diese meistens im Schatten, aus dem die Autorin sie nur heraustreten lässt, wenn es um einschneidende Erlebnisse und Entscheidungen geht. Marianne Altmann hat in der Familie das Sagen, ihr ordnen sich Vera und Sophie lange Zeit unter. Insgesamt haben diese Protagonistinnen für mich zu wenig persönliche Tiefe, um mich mit einer von ihnen identifizieren zu können, sie blieben auf Distanz, dieser Roman las sich für mich eher wie eine Biografie. Immer wieder drängte sich mir als Wienerin die Ähnlichkeit zwischen den frei erfundenen Figuren dieses Romans und der berühmten Schauspielerfamilie Hörbiger-Wessely auf, auch die Fragen nach der Vergangenheit und den Umgang mit dem NS-Regime betreffend. Vielleicht aber liegt es auch daran, dass die Autorin ihren Charakteren zu deutlich das Prädikat „gut“ und „böse“ zuordnet, mir fehlten die Nuancen dazwischen, diese Zwischentöne im Graubereich, welche Romanfiguren erst interessant machen. So schillernd und dramatisch, wie der Klappentext es beschreibt, habe ich diese Figuren und Geschichte nicht empfunden. Insgesamt hatte ich etwas mehr Tiefgang erwartet. Fazit: Ein Roman für Leserinnen, die gerne Gesellschafts- und Familienromane mit zeitgeschichtlichem Hintergrund lesen, in denen auch die Romantik nicht fehlen darf. Die Sprache liest sich leicht und flüssig. Ein Buch für ein angenehmes, unbeschwertes Lesewochenende.

Theater und Kriegszeit

Von: diebecca Datum: 12. March 2018

In dem Buch Die Frau im hellblauen Kleid von Beate Maxian geht es um Marianne Altmann. Sie ist war ein gefeierter Filmstar und ist schockiert, als sie von den Plänen ihrer Tochter Vera erfährt. Diese möchte einen Film über ihre Familie drehen. Marianne fürchtet, dass die Abgründe der Altmanns ans Tageslicht kommen könnten. Sie reicht zurück ins Jahr 1927, als ihr Mutter Käthe im geliehenen Kleid am Theater vorsprach. Der Beginn einer beispiellosen Karriere und einer verhängnisvollen Bekanntschaft mit Hans Bleck, einem mächtigen Produzenten... Beim Titel habe ich mich gleich gefragt, was es wohl mit dem blauen Kleid auf sich haben mag. Das Cover passt dazu, man sieht, dass es historisch ist. Der Schreibstil ist flüssig. Es wird abwechselnd die Gegenwart und die Vergangenheit erzählt, das ist so geschickt umgesetzt. Es wird dadurch Spannung aufgebaut. Aber nicht nur das. Das Theater und die Schauspielkollegen sind Thema, genauso wie die Familie und ihre Geheimnisse. Die Vergangenheit spielt ebenfalls eine sehr große Rolle. In diesem Zusammenhang vor allem die Kriegszeit mit der Judenverfolgung. Ein spannendes Buch über das Theater vor dem Hintergrund der Nazizeit. Eine tolle Lektüre.

Nicht überzeugend.....

Von: Sabine Krass Datum: 04. March 2018

Inhalt : Das Buch > Die Frau im hellblauen Kleid < erzählt die Geschichte einer Familiendynastie , der Altmann – Frauen. Allesamt ihres Zeichens Schauspielerinnen. Angeführt vom Star der Familie , Käthe Schlögel, die im Jahre 1927 in einem geliehenen, hellblauen Kleid, im Theater vorsprach. So ist der eigentliche Beginn der Geschichte, die ihre Tochter Marianne Altmann, ihrer Tochter Vera und ihrer Enkelin Sophie erzählt. Die Erzählungen führen auf eine Zeitreise nach Wien, Prag, Berlin und München. Vor , mitten und nach den Kriegswirren , gepaart mit der Gegenwart. Ein streng gehütetes Familiengeheimnis , kann durch eine geplante Vermilmung über die Altmann – Frauen zu Tage treten. Das bereitet Marianne Altmann große Sorge. Fazit: Eine leicht zu lesende Story, die im großen und ganzen , recht gut durchdacht ist. Jedoch konnte mich > Die Frau im hellblauen Kleid < nicht fessseln . Manche Passagen empfand ich trivial anmutend.

Geheimnisse

Von: liiisa_zeilenzauber Datum: 28. February 2018

Cover: Dieses passt wirklich gut zur Geschichte und zum Titel des Buches. Im Vordergrund können wir die genannte "Frau im hellblauen Klied" erkennen und im Hintegrrund das Kino um welches es in der Geshcichte geht. Schreibstil: Sehr angenehm ließ sich das Buch flüssig lesen. Inhalt: In dem Buchgeht es um die Altmanns. EIne Familie die sich schon seit Generationenn im Filmbusiness befindet und der Geschichte nun verfilmt werden soll, doch das finden nicht alle gut. Marianne Altmann hat angst davor das dinge an die öffentlichkeit geraten könnten die sie längst tief vergraben dachte. Denn das Filmgeschäft ist nicht immer so glänzend wie es von außen zu sein scheint und so geht der Leser auf Reisen mit einer jungen Schauspielerin und trifft dabei auf eine Menge Skandale, Dramen und tragische Abhandlungen. Es gibt eine Menge starke Charakter die hier auftreten, denn auchMariannes eigene Tochter und Enkelin haben einen festen Platz in der Geshcichte und einiges zu erzählen. Wobei man über ihre Tochter am wenigsten erfährt, was ich ein bischen schade fand. Fazit: eine wirklich gute Geschichte die ihren anfang mit einem geliehenen blauen Kleid findet.

Eine Reise durch die Altmann Dynastie

Von: Raphaela Datum: 26. February 2018

Das Buch "Die Frau im hellblauen Kleid" erzählt die Familiengeschichte der Altmann Frauen Käthe, Marianne, Vera und Sophie. Es spielt unter anderem in Wien, München, Berlin und Prag und nimmt einen mit auf eine Reise in verschiedene Zeiten und Welten. Die Handlung spielt abwechselnd in der Vergangenheit und der Gegenwart. Marianne Altmann erzählt ihrer Tochter Vera und ihrer Enkelin Sophie die wahre Geschichte ihrer Mutter Käthe. Die Rückblicke fand ich am besten, da sie sehr gut recherchiert waren und authentisch wirken. Die Geschichte von Käthe, die ihren Traum verfolgt, Schauspielerin wird und sich gegen ihre Gegner stellt, ist sehr bewegend. Man erhält tolle Einblicke in die Gefühlswelt der jeweiligen Personen und ist emotional sehr von ihrem Schicksal und der tragischen Liebe, die beschrieben wird, gefesselt. Die Idee, über mehrere Generationen zu schreiben, ist eine interessante Möglichkeit, Spannung aufzubauen. Leider hat mir diese in dem Buch etwas gefehlt. Manche Stellen waren sehr vorhersehbar und man wusste unweigerlich, was auf den nächsten Seiten passieren wird. Auch die Gefühlswelt der Protagonisten Marianne, Vera und Sophie wurde mir zu wenig beschrieben und die Story wirkte dadurch etwas holprig. Die gelüfteten Familiengeheimnisse haben das Leben der Nachkommen von Käthe gehörig auf den Kopf gestellt, doch die Altmann Frauen akzeptierten dies etwas zu schnell, was für mich unnatürlich und unrealistisch wirkte. Wer ein leichtes Buch sucht, das er abends im Bett gut lesen kann, ist mit "Die Frau im hellblauen Kleid" gut bedient. Ich finde die Handlung an sich sehr vielversprechend. Die Rückblicke sind sehr fesselnd und auch die Zeitsprünge helfen etwas Spannung aufzubauen. Der Schreibstil und einige Teile der Handlung haben mich jedoch nicht vollends überzeugt. Alles in allem ist es ein interessantes Buch, was mich jedoch nicht gefesselt hat.

Ich bin begeistert!

Von: Linda Datum: 11. February 2018

Das Buch "Die Frau im hellblauen Kleid" hat mich begeistert. Ich empfand den Schreibstil von Beate Maxian als sehr angenehm, wodurch die Kapitel nur so verflogen sind. Die Geschichte war von Anfang bis Ende sehr spannend und hielt immer neue Überraschungen bereit. Auch die Charaktere finde ich toll beschrieben und ich konnte mich in jede Figur sehr gut hineinversetzen. Ich mag generell Bücher über Familiendynastien, die in der Vergangenheit und Gegenwart spielen und dieses Buch hat alle meine Erwartungen erfüllt und mich in seinen Bann gezogen. Schade war nur, dass das Ende ziemlich kurz war, da hätte ich gern noch einen größeren Ausblick bekommen. Insgesamt finde ich das Buch einfach nur klasse und kann es jedem empfehlen!

Vier Frauen - eine gemeinsame Geschichte

Von: Lesendes Federvieh Datum: 09. February 2018

Die Wienerin Marianne Altmann, die einst ein gefeierter Filmstar war, ist entsetzt, als sie erfährt, dass ihre Tochter Vera einen Dokumentationsfilm über ihre Familie drehen möchte und dabei ausgerechnet auch noch selbst Regie führen will. Denn es gibt einige wohl gehütete Geheimnisse und ein lange zurückliegendes Verbrechen, die niemals ans Tageslicht gelangen sollten. Alles begann 1927, als Mariannes Mutter Käthe in einem geliehenen hellblauen Kleid zu einem Vorsprechen im Theater ging. Es war der Anfang einer glorreichen Karriere und einer folgenschweren Begegnung mit Hans Bleck, der zum mächtigen Produzenten der UFA aufsteigen sollte. Mit ihrer mittlerweile sieben Bände umfassenden Krimireihe rund um die Journalistin Sarah Pauli erlangte Beate Maxian Bekanntheit, nun wagte sie sich mit "Die Frau im hellblauen Kleid" in neue Gefilde, welches von mir vier Eier mit eindeutiger Tendenz nach oben bekommt. Es erzählt die Geschichte vierer Schauspielerinnen aus vier unterschiedlichen Generationen und das auf ganz interessante Art und Weise. Vera, die Tochter der Filmdiva Marianne Altmann, möchte nämlich einen Dokumentationsfilm über die Altmann-Schauspielerdynastie unter ihrer Regie drehen, zeitlich angefangen mit ihrer Mutter Marianne bis hin zu ihrer Tochter Sophie, die ein aufstrebender Star am Schauspielerhimmel ist. Marianne jedoch weigert sich zunächst, weil sie fürchtet, die dunklen Abgründe der Familie könnten ans Tageslicht gelangen, doch zeitgleich will sie Vera keine falsche Geschichte erzählen lassen, sodass sie schließlich einwilligt, jedoch unter der Bedingung wirklich ganz von vorne anzufangen und zwar bei ihrer Mutter Käthe. So dient das Jahr 2015 als feste Basis und wird durchflochten von Rückblenden in die Vergangenheit, die ich als sehr erfrischend empfand. Im Zuge der Recherchen für die Filmdoku wird ein Familiengeheimnis nach dem anderen gelüftet, wodurch die Spannung konstant zunimmt und man auf die Auflösung des letzten Mysteriums hinfiebert, was für meinen Geschmack dann aber etwas zu dürftig ausfiel und der finale Wow-Effekt ausblieb. Dafür hat mir die restliche Geschichte mit ihren authentischen Charakteren richtig gut gefallen, denn sie spielt fast ausschließlich in Wien, München, Berlin und ein bisschen in Prag, allesamt Städte, die ich kenne und die ich gerne mag, sodass ich den gelungen eingeflochtenen Lokalkolorit sehr gut nachempfinden konnte. Ein weiterer positiver Aspekt sind die interessanten Einblicke in die Filmbranche, die man gewinnt. "Die Frau im hellblauen Kleid" ist die fesselnde Geschichte vierer Frauen aus einer Schauspielerdynastie, die in zwei Zeitschienen erzählt wird und mit historisch fundiertem Wissen aufwartet sowie durch die wechselnden Schauplätze samt Lokalkolorit beeindruckt.

Eine berührende und bewegende Familiengeschichte

Von: zauberblume Datum: 08. February 2018

"Die Frau im hellblauen Kleid" ist für mich der erste Roman, den ich aus der Feder der Autorin Beate Maxian gelesen habe und ich bin und war total begeistert. Die Autorin entführt uns nach Wien und hier lernen wir vier Generationen der Altmann-Frauen kennen, für die die Bretter der Welt viel bedeuten. Unsere Geschichte beginnt ihn Wien. Hier schockiert Vera ihre Mutter, einst ein gefeierter Filmstar, mit ihren Plänen. Sie will eine Dokumentation über das Leben ihrer berühmten Eltern schreiben und verfilmen. Marianne fürchtet sich jedoch davor, denn es gibt einiges in ihrer Familiengeschichte, das bisher im Verborgenen lag. Soll dies wirklich alles ans Tageslicht kommen? Die Geschichte der Altmanns beginnt ja eigentlich im Jahr 1927. Damals wollte Mariannes Mutter unbedingt ans Theater. Käthe hat mit einem geliehenen blauen Kleid am Theater vorgesprochen und eine kleine Rolle ergattert. Und so nahm das Künstlerleben seinen Lauf. Es war der Beginn einer beispiellosen Karriere und die verhängnisvolle Bekanntschaft mit Hans Bleck, der zum mächtigsten Produzenten der UFA aufsteigen sollte ..... Schade, dass dieses absolute Traumbuch so schnell zu Ende ging. Mich hat die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Der Schreibstil der Autorin hat mich regelrecht begeistert. Wenn ich die Augen schließe, hat mein Kopfkino einiges zu tun, denn ich befinde mich mitten im Geschehen. Auch sind die Charaktere der Altmann-Frauen so wunderbar beschrieben, so dass ich mir Käthe, Marianne, Vera und Sophie bildlich vorstellen kann. Unsere Reise führt uns von Wien nach München und auch in Prag dürfen wir Station machen und am Leben in der schillernden Theater- und Filmwelt teilhaben. Besonders beeindruckt hat mich Käthe, die sich im Jahr 1927 gegen den Willen ihrer Eltern für eine Theaterkarriere entschieden hat. Wie hart der Kampf war, zu großem Ruhm zu gelangen. Es gab viele Neider, die ihr Steine in den Weg gelegt haben. Und dann war ja auch noch die Kriegszeit, die ihr Leben schwer mit beeinflusst hat. Ich sehe Käthe in ihrem wunderbaren hellblauen Kleid vor mir, freue mich über ihre Erfolge, die sie in Prag und Wien gefeiert hat. Und dann ist da ihre Urenkelin Vera, die mit ihrer Bekanntmachung, eine Dokumentation schreiben zu wollen, ihre Mutter in arge Bedrängnis bringt. Und nach und nach kommen Dinge aus der Familiengeschichte an die Öffentlichkeit, die alle Altmann-Frauen staunen lassen. Ins Herz geschlossen habe ich auch Sophie, Veras 20-jährige Tochter, die eine großartige Karriere vor sich hat und sich im Schoße ihrer Familie immer wohlfühlt. Ein wunderbares Gesamtpaket, das mich total begeistert hat. Eine äußerst spannende Lektüre, mit interessantem geschichtlichen Hintergrund, bei der auch die Liebe nicht zu kurz kommt. Für mich ein Lesehighlight. Auch das Cover ist für mich ein echter Hingucker, könnte nicht besser sein. Selbstverständlich vergebe ich für diese Traumlektüre 5 Sterne.

Die Frau im hellblauen Kleid

Von: JK Datum: 01. February 2018

3,5 Sterne Erst war es etwas schwer, in die Handlung reinzukommen, doch dies wurde mit der Zeit nach ca. 50 Seiten um einiges besser. Auch den Zeitsprüngen und all den Charakteren war zu Beginn schwer zu folgen, doch diese waren es letztendlich, die den Roman authentisch gemacht haben, da einem so alle Details und genauen Handlungsverläufe anschaulicher, zeitnah und seriös präsentiert wurden. Der Leser erfährt interessante Einblicke in die Theater- und Schauspieler-Szene und dabei auch noch in die umfassende Zeit des 20. Jahrhunderts und speziell in die Nazizeit. Es ist mehr als „nur“ eine Schauspielerdynastie, sondern man bekommt auch historisch relevante Einblicke. Die starken Charaktere, das Erzählen der vier verschiedenen Generationen und die vielschichtige Handlung macht den Roman noch besser und auch gut lesbar für die verschiedensten Altersklassen aufgrund der sich beim Alter unterscheidenden Charaktere, mit denen man sich somit identifizieren kann. Es wurde nie wirklich langweilig, da die Handlung und die ausgeklügelten Verästelungen der Charaktere nach und nach immer mehr Tiefe bekommen und der Leser immer weitere neue Dinge über die Charaktere und besonders unausgesprochene Geheimnisse der älteren Generation erfährt. Alles in allem ein gelungener Roman und genießbarer Lesestoff für zwischendurch, den man durchaus schnell verschlingen kann.

Vier Frauen - eine Familie und ihre Geschichte

Von: vielleser18 Datum: 28. January 2018

Alles begann mit Käthe Schlögel, die 1927 ihren Traum erfüllen konnte, als sie nach dem Vorsprechen am Wiener Theater auch tatsächlich eine kleine Rolle ergattern konnte. Gegen den Willen ihrer Eltern. Doch Käthe macht ihren Weg und aus der kleinen Rolle werden bald größere. Nach Wien folgt Prag, dann Berlin. Aus Theater wird Film. Doch nicht nur ihr berufliches Leben verändert sich, sondern auch das Leben in Deutschland und Österreich. Und dadurch auch ihr Beziehung zu Jakob, der Jude ist. In der heutigen Zeit leben Käthes Tochter Marianne Altmann, die Enkelin Vera und die Urenkelin Sophie in Wien in einem Haus. Marianne hat ihre überaus erfolgreiche Karriere als Schauspielerin beendet, Vera versucht sich nun - nachdem ihre Schauspielkarriere nicht richtig in Fahrt kam- als Drehbuchautorin und Sophie hat bereits sehr erfolgreich mit der Schauspielerei begonnen. Drei Frauen, drei unterschiedliche Charaktere und viele Geheimnisse zwischen ihnen. Vera möchte ein Drehbuch über ihre erfolgreiche Familie schreiben, vor allem über ihre Eltern, denn auch ihr inzwischen verstorbener Vater war ein berühmter Schauspieler. Doch nach und nach lüftet Marianne ein Geheimnis nach dem anderen, dass nicht nur Vera und Sophie betrifft, sondern auch das Geheimnis um die jahrzehntelange Ablehnung gegenüber der Familie Bleck und ihres Bleck-Films-Konzerns. Beate Maxian hat mit ihrem Generationenroman eine ganze Familiengeschichte erschaffen, fiktive Figuren, die real erscheinen und Geheimnisse mit ihnen verwoben. Es ist nicht der Spannungsfaktor, die diese Geschichte interessant macht, sondern die Gefühle, die man mit den Frauen verbindet. Gerade auf der älteren Zeitschiene, die das Leben von Käthe erzählt, ihren Zielstrebigkeit, ihren Traum auch gegen den Willen der Eltern durchzusetzen, ihren Weg zu gehen, aber gerade auch die HIndernisse, die sie überwinden muss und das was sie an Leid erfahren muss. Hier ist die Geschichte sehr emotional. Die aktuellere Geschichte lebt von den Geheimnissen, die die Frauen jahrelang mit sich herumgetragen haben, die nun aber allesamt nach und nach als Tageslicht kommen - hier wirkt die Geschichte für mich etwas zu konstruiert, jedenfalls was die Hütung der Geheimnisse angeht. Beate Maxian kann gut erzählen, die Personen mit Leben erfüllen, gerade die Geschichte von Käthe hat mich emotional berühren können und gefesselt. Durch die zweite Zeitebenene und den Nachkommen, wurde meines Erachtens allerdings kein Spannungsfaktor aufgebaut und die emotionale Stimmung geschwächt. Dennoch war es eine interessante Familengeschichte einer fiktiven Schauspieldynastie. Hier ist überaus interessant, die Geschichte und Entwicklung von Theater und Film als Leser zu "beobachten" und auch den Blick hinter die Kulissen werfen zu können. Von mir 3,5 Sterne - die ich, da ich keine halben Sterne verteilen kann, mit guten Willen auf 4 Sterne aufrunde, da mich der historische Erzählstrang überzeugen konnte.

Nicht überzeugend genug

Von: TemptationLady Datum: 31. December 2017

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal 1927, als Käthe Schlögel sich für das Theater interessiert und sich auch dort bewirbt und dann einmal in der Gegenwart im Jahre 2015. Ich hatte zu Anfang Schwierigkeiten, in das Buch hinein zu finden. Ich kann nicht genau sagen, woran es gelegen hat. Vielleicht die vielen verschiedenen Personen oder aber an dem Schreibstil der Autorin. Ich fand ihn teilweise holperig, meinte noch den einen oder anderen Fehler gesehen zu haben. Ich muss auch sagen, dass ich die historischen Teile dieses Buches sehr viel lieber gelesen habe, als die Teile in der Gegenwart. Ich fand, die Autorin Beate Maxian hat hier sehr viel Herzblut und Recherche hineingelegt, was zu spüren war. Das soll aber nicht heißen, dass sie in dem Rest kein Herzblut hineingelegt hat. Vielmehr fand ich den historischen Teil viel interessanter. Ich habe mit Käthe mitgefiebert und mitgelitten. Und genau diese Emotionen fehlten mir in der Gegenwart. Marianne war die absolute Diva und das hat die Autorin super rüber gebracht. Ein Mensch, der alle anderen Mitmenschen verletzt, wenn auch unbeabsichtigt, um an ihre Ziele zu kommen, bzw. ihren Willen durchzusetzen. Ihre Tochter Vera wollte eigentlich auch Schauspielerin werden, doch gelingt ihr das mehr Schlecht als Recht. Sie war für mich sehr einfach gehalten. Ein unsicheres, graues Mäuschen. Unsicher ja, aber mir fehlte trotzdem die Farbe in ihrem Leben, und dieser Teil wurde erst zum Ende hin etwas angedeutet. Sophie, die Tochter von Vera hingegen ist ebenfalls, wie schon Käthe und Marianne, ein aufsteigender Stern am Schauspielerhimmel. Doch sie wirkte für mich mit ihren jungen Jahren einfach noch viel zu kindlich. Sie wurde oft als Stur betitelt und doch kam es mir vor, als hätte ich einen Charakter vor mir, wenn dieser etwas nicht bekommt, was er möchte, stampft er mit den Füßen auf. Die Geschichte an sich fand ich echt toll. Sie war gut durchdacht und das gefiel mir. Die Zeit, als die Juden vernichtet wurden, hat sie äußert eindrucksvoll aufgeschrieben. Ich fühlte mit Käthe. Doch hat mir etwas an der Geschichte in der Gegenwart gefehlt, das gewisse Etwas. Mein Fazit: Die Geschichte von Käthe während der Vor- und Nachkriegszeit hätte durchaus ausgereicht, um dieses Buch zu füllen. Beate Maxian hat hier sehr sorgfältig recherchiert und es sehr echt rübergebracht. Leider gefiel mir die Gegenwart weniger gut. 3 Sterne für "Die Frau im hellblauen Kleid".

Absolut lesenswert!

Von: Corisbuchwelt Datum: 25. December 2017

Die gefeierte Schauspielerin Marianne Altmann ist zutiefst entsetzt, als ihre Tochter ihr eröffnet, dass sie eine Dokumentation über ihre Familie drehen möchte. Schmutzige Wäsche waschen und Geheimnisse ausgraben in aller Öffentlichkeit? Auf gar keinen Fall! Doch ihre Tochter gibt nicht auf und schließlich sieht die Diva das Projekt tatsächlich als Chance für die jüngste im Bunde - ihre Enkelin Sophie, ebenfalls Schauspielerin. Doch hat Vera wirklich darüber nachgedacht, was es alles zu erzählen gibt? Romane, welche die Geschichte einer Familie erzählen, weisen meistens das große Problem auf, dass eine der Generation im Verhältnis ein wenig langweilig wirkt. Das zumindest habe ich bislang feststellen müssen. Auch hier war ich zunächst skeptisch - die Urgroßmutter der berühmten Schauspielerinnen, die 1927 ihre Karriere begann und sich durch das Naziregime kämpfen musste weist alleine doch genug Stoff für einen spannenden Roman auf. Was soll es über die Töchter zu erzählen geben? Doch der Autorin gelingt es hier nicht nur durch geschickte Übergänge sondern durch den gesamten Aufbau der Erzählung den Spannungsbogen auch bei den folgenden Generationen aufrecht zu erhalten. Im Vordergrund steht hier natürlich die Urgroßmutter, Käthe Schlögel. Die Tochter zweier Gemüsehändler entscheidet sich gegen den Willen ihrer Eltern für eine Karriere am Theater und verliebt sich ausgerechnet in einen jüdischen Drehbuchautoren. Gerade dies wird ihr zusätzlich zu den Intrigen und der Ellenbogengesellschaft des Theaters zu Beginn der 30er Jahre einige Steine in den Weg legen... Die geschickt ausgewählten Kapitel ihres Lebens erzählen von einer starken und mutigen jungen Frau, deren Herz am rechten Fleck sitzt und die den Grundstein legt für den Erfolg einer ganzen Familie. Die Karriere und das Leben ihrer Tochter Marianne hingegen werden nur kurz angeschnitten und nicht zu tiefgehend beleuchtet, meist nur durch kurze Erzählungen der gealterten Diva selbst. Das hilft, dem Roman eine eindeutige Richtung zu geben und die Leser nicht mit zu vielen Details und Tragödien zu überschütten. Immerhin muss noch Zeit für die Gegenwart bleiben - Mariannes Tochter Vera und deren Tochter Sophie sollen auch ihren Auftritt im Roman erhalten. Vera kann bei den Erfolgen ihrer Mutter und Großmutter nicht mithalten - ihre Karriere hat nie den entscheidenden Moment gehabt, tatsächlich kann sie gerade noch Auftritte in Werbungen erhalten. Gerade darum möchte sie umschwenken und sich in den Regisseurstuhl begeben. Behindert wird sie hierbei durch ihre Mutter, die nicht nur die Kontrolle über die Dokumentation nicht abgeben möchte sondern auch starken, unverblümten Hass gegen die Produktionsfirma der Familie Bleck empfindet, die Veras Projekt auf die Füße stellen soll. Die Gründe hierfür liegen zurück bis in die Nazizeit und werden nur zögerlich und nach und nach preisgegeben. Veras Kapitel drehen sich um die weniger glamourösen Seiten des Showbusiness und die Existenz- und Karriereängste, die eine Schauspielerin im fortgeschrittenen Alter durchleben muss. Über allem steht die große Frage, ob die Dokumentation jemals produziert werden kann oder ob die Geschichte der Altmannn-Dynastie ungehört und Veras Talent unentdeckt bleibt.... Karriereängste hat die Jüngste im Bunde nicht. Sophie Altmann ist beliebt, hübsch und auf dem aufsteigenden Ast - wenn nur nicht ihr desaströses Privatleben wäre. Nicht nur dass sie ihren Vater niemals kennen lernen konnte und sich in der Pflicht sieht, zwischen der unnachgiebigen Marianne und der sturen Vera zu vermitteln, sie hat sich auch noch in den falschen verliebt - einen jungen Mann mit Nachnamen Bleck. Doch kann sie die Fehde zwischen den Familien beenden, ehe ihre Beziehung daran zerbricht? Sophie muss entscheiden, was ihr wichtiger ist - die Karriere oder die Liebe. Kann sie nicht vielleicht doch beides haben? Durch die verschiedenen Kapitel, die jeweils aus der Sicht der vier Damen geschrieben werden, gewinnt der Leser einen fantastischen Einblick in die Gedanken und Erlebnisse der Schauspielerinnen, die sich allesamt zwar ähneln, jedoch vollkommen unterschiedliche Wege gehen. Dadurch, dass die Karriere von Marianne in den Hintergrund rückt, können sich die Geschichten in Vergangenheit und Gegenwart entfalten und miteinander verschmelzen, ohne den Leser zu langweilen oder gar zu überfordern. Etwa ab der Mitte des Romans entwickelt sich eine Sogwirkung die dafür sorgt, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Rasantes Tempo und Skandale gegen Ende des Buches tun ihr Übriges und bereiten ein grandioses Finale vor. Ich - als absolut nicht von Generationsromanen überzeugte Leserin - kann Die Frau im hellblauen Kleid absolut empfehlen, ob man nun ein Fan dieses Genre oder der Filmindustrie sein mag oder nicht. Der fließende Schreibstil, die starken Charaktere und die beiden Spannungsbögen an beiden Punkten der Geschichte überzeugen mich vollkommen.

90 Jahre Schauspieldynastie

Von: Frau Goethe Datum: 22. December 2017

Die Filmdiva Marianne Altmann ist überhaupt nicht einverstanden mit der Idee ihrer Tochter Vera, eine Dokumentation über die Schauspieldynastie zu produzieren. Die nur für Werbefilme gebuchte Tochter möchte mit der Kinofilmproduktion aus dem Schatten ihrer Mutter heraustreten. Hauptdarstellerin soll ihre Tochter Sophie sein, die den Star auf der Leinwand in den 30er Jahren Käthe spielen soll. Bei der Zusammenstellung des filmrelevanten Materials kommen Geheimnisse ans Licht, die Marianne seit Ende des Zweiten Weltkrieges für sich behalten hat. Die Zeit der Aufarbeitung beginnt. Beate Maxian erzählt in ihrem ersten belletristischen Roman das Leben von vier Generationen auf zwei Zeitebenen und verteilt auf drei Städte. Sie beginnt mit der Geschichte in Wien, wo es zur Diskussion zwischen der alternden Schauspielerin und ihrer Tochter kommt, dass man sich mit einem solchen Namen nicht für Werbefilme hergibt. Schon diese Szene verdeutlicht, wie das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist. Die Matriarchin bestimmt, wie das Erscheinungsbild nach außen zu sein hat. Vera hingegen sieht ihre Grenzen in ihrem Beruf weit enger gesteckt. Sie möchte lieber Regie führen, um etwas Eigenes vorweisen zu können. Zudem könnte ihre begabte Tochter Sophie, die ihrer Urgroßmutter in jungen Jahren ähnelt, die Hauptrolle spielen. Bevor es aber so weit kommt, müssen noch Dinge wie die Finanzierung und andere organisatorische Notwendigkeiten geklärt werden. Die vier Frauen unterscheiden sich deutlich vom Charakter und sind im Verlauf der Handlung leicht zu unterscheiden, auch wenn ihnen offenbar in Bezug auf Männer dieselbe Pechsträhne anhaftet. Sie handeln für den Leser ihren Eigenschaften entsprechend nachvollziehbar und entwickeln sich im Laufe der Zeit. Spannung erzeugt ein früh angedeutetes Geheimnis, das das Leben von Käthe und damit auch den nachfolgenden Generationen beeinflusst hat. Die Auflösung ermöglicht allerdings auch einen Blick in die dunkelste Zeit des Nationalsozialismus. Der historische Strang trägt somit das ganze Konstrukt. Zudem liest sich die Szenerie hinter den Filmkameras der UFA authentisch, sodass die Frau im hellblauen Kleid einen lebendigen Eindruck macht. Der zeitgenössische Erzählstrang hat in dieser Hinsicht leider keine gravierenden Höhen oder Tiefen. Er erklärt die Hintergründe, könnte aber manchmal etwas Tempo vertragen. Die Krimiautorin hat mit ihrem Romandebüt ein lesenswertes Buch geschaffen, das man nicht allzu oft aus der Hand legen sollte. Zwischen Wien und Berlin spielten sich damals wie heute Dramen ab, die emotional berühren. Die angesprochenen Ereignisse zwischen 1939 und 1945 hinterlassen noch heute ihre Spuren. Trotz der fiktiven Figuren entsteht beim Lesen ein beklemmendes Gefühl. Jede steht für einen Teil der Gesellschaft und hat somit ihre Berechtigung. Alles zusammen ergibt einen Schmöker mit nur ganz kleinen Schwächen.

Die Frau im hellblauen Kleid

Von: Patno Datum: 20. December 2017

„Eine schillernde Familie. Ein bewegtes Jahrhundert. Ein dunkles Geheimnis. Eine Liebe, die nicht sein darf.“ Diese Werbung klang vielversprechend und weckte mein Leseinteresse. Außerdem gehört Beate Maxian zu den Top-Ten Autoren Österreichs, feierte mit ihren Krimis bereits große Erfolge. Die Geschichte der Frau im hellblauen Kleides geht ins Jahr 1927 zurück. Anita hat es für die ihre Freundin Käthe genäht, die damit am Theater vorsprach. Käthe bekam die Rolle und legte damit den Grundstein für eine große Karriere, die jedoch schnell von einem mächtigen Widersacher überschattet wird - Produzent Hans Beck. Er kennt Käthes Geheimnis, welches ihr schließlich zum Verhängnis wird. Jahrzehnte später schwebt immer noch das Damoklesschwert über den Familien Altmann und Bleck. Käthes Tochter, Marianne Altmann -ebenfalls ein gefeierter Filmstar, kann die schrecklichen Ereignisse nicht vergessen und ist demzufolge auch wenig begeistert, als Vera- Mariannes Tochter- einen Film über die Altmanns drehen möchte. Zu allem Unglück kommt noch hinzu, dass sich Mariannes Enkelin Sophie in den falschen Mann verliebt. Vier starke Frauen prägen die Altmann-Dynastie und zugegebenermaßen fiel es mir zunächst schwer, den Überblick über Mütter und Töchter zu bekommen. Käthes Geschichte, die in der Vergangenheit spielt, fand ich sehr interessant. Ich war total gefesselt, habe mit ihr gefühlt und gelitten. Aktuelles Zeitgeschehen -die Gräueltaten der Nazis und die Judenverfolgung sind sehr lebendig und detailreich beschrieben, ebenso wie die Einblicke hinter die Kulissen des Theaters. Tolles Kopfkino! Die konfliktreichen Mutter-Tochter Beziehungen thematisiert Beate Maxim, ebenso wie die generationstypischen Besonderheiten. Ich muss jedoch ehrlich gestehen, dass mich die Handlungsstränge um die drei Altmann-Frauen, die in der Gegenwart spielen, nicht wirklich vom Hocker gerissen haben. Mit Käthes Tochter Marianne konnte ich am wenigsten anfangen konnte. Ihre eigene Geschichte kam nur bruchstückhaft rüber. Sie fungierte eher als Erzählerin. Obwohl Marianne die tragischen Ereignisse von damals fast nur von den Überlieferungen ihrer Mutter kennt, agiert sie voller Hass und Rachegedanken. Am Ende bewirkt ein relativ banales Ereignis in Marianne ein abruptes Umdenken. Das habe ich ihr nicht ganz abgekauft. Auch Vera und Sophie konnten mich nicht hundertprozentig überzeugen. Außerdem inszeniert die Autorin ein Heer von Nebendarstellern, so dass man sehr genau lesen muss. Allerdings lähmte dies zwischendurch meinen Lesefluss. Die weit verzweigte Story verlor sich etwas in der Langatmigkeit. Ich finde es schade, dass Käthes eindrucksvolle Geschichte von denen ihrer Kinder und Kindeskinder beinahe überrannt wird. So entgleitet der Roman aus meiner Sicht in die Mittelmäßigkeit.

Eine bewegende Familiensaga

Von: Eliza Datum: 10. December 2017

Das Cover des Buches passt meiner Meinung nach sehr gut. Ein wenig sieht es nach einem Filmplakat der 50er Jahre aus, was das Setting sehr gut einfängt. Auch am Klappentext habe ich diesmal wenig zu mäkeln, er kratzt nur an der Oberfläche, was dem Buch nicht unnötig die Spannung nimmt und für den Leser somit noch die eine oder andere Überraschung bereit hält. Beate Maxian stellt uns eine ganze Reihe beeindruckende Frauen vor: die Altmann-Frauen. Käthe, Marianne, Vera und auch Sophie sind Frauen, die jede auf ihre eigene Art, einen ganz besonderen Typus Frau verkörpern. Besonders Käthes Geschichte hat mich gefangen genommen, sie ist für mich die beeindruckendste und stärkste der Altmann-Frauen, ihre Geschichte hat Tiefgang und berührt den Leser am Stärksten. Besonders Vera und auch Sophie im gegenwärtigen Erzählstrang haben es mir das eine oder andere Mal etwas schwerer gemacht, ihr Handeln war für mich nicht immer nachvollziehbar und teilweise haben die beiden ziemlich „genervt“, weil sie meiner Meinung nach sehr unvernünftig und realitätsfern gehandelt haben. Die Männer in diesem Roman spielen eine eher untergeordnete Rolle. Zwar gab und gibt es im Leben jeder Altmann-Frau zumindest einen Mann, dennoch sind die Frauen es, die die Geschicke der Familie leiten. Es gibt zwei große Themen des Romans: zum einen in der Vergangenheit die Geschichte von Käthe in der Zeit des Nationalsozialismus mit allen Konsequenzen: Judenverfolgung, Antisemitismus, Verfolgung von Aufständischen etc. In der Vergangenheit ist das Thema eher die Schauspieldynastie und das Leben beim Film, am Theater, eine ganz eigene Welt, die so ganz anders ist als das Leben der „normalen“ Bürger. Beide Erzählstränge werden durch Rückblenden bzw. Erzählungen miteinander verwoben, wobei die Autorin hier nicht in den Zeiten springt, sondern beide Storys chronologisch erzählt. So garantiert sie, dass die verworrene Familiengeschichte für den Leser nachvollziehbar und logisch bleibt. Auch das Geheimnis in der Familie wird zum Schluss gut aufgelöst und man hat keine Lücken zu beanstanden. Insgesamt ist der gesamte Roman sehr gut zu lesen, der Schreibstil ist flüssig trotz der vielen österreichischen Begriffe, die die Autorin verwendet. In ihrem Zusammenhang sind diese aber klar und bereiten keine Schwierigkeiten, sondern verleihen dem Roman ein authentisches Flair. Dieser Roman ist definitiv für die Zielgruppe der weiblichen Leser geschrieben worden, nicht nur weil die Altmann-Frauen im Mittelpunkt stehen, sondern vor allen Dingen, weil wir hauptsächlich ihre Perspektive einnehmen. Fans von Familiensagas kommen hier auf ihre Kosten. Ich durfte den neuen Roman von Beate Maxian im Rahmen einer Leserunde bei Büchereule lesen und bedanke mich an dieser Stelle noch einmal bei Bücheruele.de und der Verlagsgruppe Random House, dass ihr so etwas immer wieder möglich macht ist großartig. Eine klare Lese- und Kaufempfehlung.

Vier starke Frauen und eine seit Generationen vermachte Leidenschaft!

Von: Gina1627 Datum: 06. December 2017

Vera ist eine der berühmten „Altmann-Frauen“, der das Talent und die Hingabe zum Schauspiel schon mit der Geburt in die Wiege gelegt wurde. Doch nach Jahren verspürt sie den Wunsch, die Geschichte ihrer Familie in einer filmischen Dokumentation darzustellen. Alles begann im Jahr 1927 als ihre Großmutter Käthe Schlögel in einem hellblauen Kleid zum Theater ging um für eine kleine Rolle vorzusprechen und damit den Grundstein für den Beginn einer großen Karriere legte. Der Krieg mit all seinen Auswirkungen und ein fanatischer Produzent beeinflussten ihre Laufbahn und sie zieht sich zu ihrer eigenen Sicherheit aus dem Rampenlicht zurück. Wichtige und wertvolle Unterlagen versteckt sie in einer Schatzkiste, die ihre Tochter Marianne bis zu dem Tag unter Verschluss hält, als Vera ihre Idee in die Tat umsetzen will. Marianne ist entsetzt und weigert sich im ersten Moment, dass ihrer aller Leben preisgegeben werden soll. „Die Frau im hellblauen Kleid“ ist eine faszinierende und sehr schöne Familiengeschichte von vier talentierten und bemerkenswerten Frauen, die von ihrer Liebe zur Schauspielerei, Geheimnissen, Glück und Pech in der Liebe und dem großen Zusammenhalt untereinander erzählt. Beate Maxian lässt den Leser an der deutsch-österreichischen Geschichte teilnehmen und entführt ihn in eine Welt voller Glamour, Leidenschaft, Liebe, Intrigen und Schicksalsschlägen. Der Blick hinter den Vorhang der Stars und Sternchen wurde von der guten, aber auch von der schlechten Seite dargestellt und war so manches Mal ernüchternd. Bei ihrem fesselnden Schreibstil und den abwechselnden Erzählsträngen in der Vergangenheit und Gegenwart, fliegen die Seiten nur so dahin. Es entsteht das Gefühl, den Kinofilm lesend zu erleben. Durch Marianne schwelgt man in ihren und Käthe Schlögels Erinnerungen und wird hierbei auch mit der Kriegskulisse konfrontiert. Vera und ihre Tochter Sophie sind die modernen und taffen Frauen, die unter einem Zerwürfnis zweier Familien leiden müssen und auf der Suche nach einer Lösung des Problems sind. Die Charaktere von Käthe, Marianne, Vera und Sophie wurden sehr sympathisch, lebendig und liebevoll rübergebracht und es war wunderschön zu erleben, wie diese Frauen als Familie zusammenhalten und ihr Leben meistern. Die gemeinsame Recherche, Aufarbeitung der Vergangenheit und die Verwirklichung des Films lassen sie noch mehr zusammenwachsen und Beate Maxian hat mit dem Schluss ihres Buches noch ein sehr schönes Finale für sie und den Leser geschaffen. „Die Frau mit dem hellblauen Kleid“ hat mir sehr gut gefallen und mich begeistert. Eine faszinierende Familiengeschichte mit historischem Hintergrund, die ich auf jeden Fall weiter empfehlen werde. Verdient vergebe ich 5 Sterne.

Drama, Baby Drama

Von: Diane Jordan Datum: 22. November 2017

Die Frau im hellblauen Kleid Diane Jordan „Ganz großes Kino“, das sagt mein Mann immer, wenn er etwas toll findet. Und meine neuste Lektüre „Die Frau im hellblauen Kleid“, von Beate Maxian, ist für mich „ganz großes Kino“! Der Roman hat meines Erachtens alles, was ein faszinierendes Buch, haben muss. Eine fesselnde Geschichte mit einem starken Plot, ungewöhnliche Frauen, Geheimnisse, Liebe und schwierige Zeiten, die es zu bewältigen gilt. Nicht zu vergessen „die Bretter, die die Welt bedeuten, das Theater. Welche Sehnsucht, welche Chance „Ruhm & Ehre“ zu erlangen, geliebt oder auch gehasst zu werden. Genial, mein Kopfkino springt an und ich bin mittendrin. Spüre die Hitze der Scheinwerfer auf der Haut, das Kribbeln im Bauch, das Lampenfieber, aber auch den unglaublichen Kick des Theaterlebens. Ganz nach meinem Geschmack, nimmt die Familiensaga um die vier Generationen der Altmann Frauen, Seite für Seite an Fahrt auf. Noch wird man nicht erfahren, wo die Reise hingeht, aber ich werde es bestimmt noch heraus bekommen. Gespannt wie ein Flitzebogen, lese ich das Taschenbuch und kann es kaum aus der Hand legen. Geschickte Handlungstränge greifen überzeugend ineinander über und sorgen für zusätzliche Spannung. Die Protagonistinnen sind sympathisch und liebevoll von der Autorin skizziert. Der Erzählstil und die Wortwahl ist der bewegenden und aufwühlenden Thematik angepasst. Und wie auf der Bühne, kurz bevor der Vorhang zur Pause fällt, ergibt alles einen Sinn für mich und ich komme dem Geheimnis auf die Spur. Herzklopfen, aber auch Schweiß-Attacken und Ängste ruft die Lektüre beim Lesen bei mir hervor und ich leide und liebe wieder mit. Das ist genau nach meinem Geschmack, weil ich Geschichten mit historischem Hintergrund und gut gehütete Familiengeheimnisse liebe, die ich dann nach und nach lüfte. Einfach herrlich ;-) und das Wetter bietet sich für kuschelige , gemütliche Lesestunden einfach an. Herz was willst du mehr? Grins, vielleicht noch ein wenig vom Klappentext verraten: Inhalt: Wien. Marianne Altmann, einst ein gefeierter Filmstar, ist schockiert, als sie von Plänen ihrer Tochter Vera erfährt. Diese möchte einen Film über ihre Familie drehen. Marianne fürchtet, dass nun auch die Abgründe der Familie ans Tageslicht kommen könnten, und mit ihnen ein lange zurückliegendes Vergehen. Es reicht zurück ins Jahr 1927, als ihre Mutter Käthe in einem geliehenen Kleid am Theater vorsprach. Der Beginn einer beispiellosen Karriere – und einer verhängnisvollen Bekanntschaft mit Hans Bleck, der zum mächtigen Produzenten der Ufa aufsteigen sollte ... Die Autorin: Die Österreicherin Beate Maxian wurde in München geboren und verbrachte ihre Jugend u.a. in Bayern und im arabischen Raum. Heute lebt sie mit ihrer Familie abwechselnd in Oberösterreich und Wien und arbeitet neben dem Schreiben als Moderatorin und Journalistin sowie als Dozentin an der Talenteakademie. Ihre in Wien angesiedelten Krimis um die Journalistin Sarah Pauli haben eine treue Leserschaft erobert und sind Bestseller in Österreich. Des Weiteren ist Beate Maxian die Initiatorin und Organisatorin des ersten österreichischen Krimifestivals: Krimi-Literatur-Festival.at Fazit: 5***** von mir für diese gut erfundenen und sehr realistischen Biographien der Protagonistinnen, die mich in den Bann gezogen haben. Ein Buch, das unter die Haut geht. „Die Frau im hellblauen Kleid“ ist im Heyne Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 448 Seiten und kostet 10,99 Euro.

Interessante Familiengeschichte

Von: Sissy0302 Datum: 19. November 2017

Vera ist die 3. Generation einer Schauspieler-Dynastie. Doch im Gegensatz zu ihrer umjubelten Großmutter und Mutter und auch ihrer Tochter ist sie nur eine mittelmäßige Schauspielerin. Das bringt sie auf die Idee, eine Dokumentation über ihre berühmten Eltern zu drehen. Anfangs ist ihre dominante Mutter entsetzt, doch dann eröffnet sich damit für sie die Möglichkeit, die Lebensgeschichte ihrer verstorbenen Mutter zu erzählen – und auch abzurechnen... Der Gegenwartspart hat mich ehrlich gesagt nicht so besonders mitgerissen. Vera und Sophie waren zwar sehr sympathische Charaktere, auch die Mutter Marianne Altmann hatte ihre netten Seiten, aber durch ihre dominante Art hat sie Tochter und Enkelin doch sehr in deren eigenem Leben eingeschränkt und das fand ich stellenweise doch sehr nervend. Auch mit dem oberflächlichen Schauspielgewerbe konnte ich mich nicht identifizieren, auch wenn die Hintergründe, von denen man in diesem Buch erfahren hat, schon sehr interessant waren. Was mich dagegen absolut in den Bann gezogen hat, das war die Geschichte der Großmutter Käthe, die kurz vor der Machtergreifung Hitlers beginnt. Der Beginn ihrer Karriere gegen den Willen der Eltern, ihre Liebe zu einem Juden und das, was sie erleiden musste. Vor allem durch diese Geschichte kann ich das Buch nur empfehlen. Es vermittelt sehr gut den Schrecken und das Leid, das viele Menschen damals erleiden mussten. Und ich finde, das darf niemals aus den Köpfen unserer und nachfolgender Generationen verschwinden.

Eine mitreißende Familiengeschichte

Von: sommerlese Datum: 19. November 2017

Mit dieser Familiensaga hat mich Beate Maxian schnell gefesselt, der flüssig geschriebene Roman liest sich einfach wunderbar. Ihre Charaktere sind voller Leidenschaft und authentischer Strahlkraft, sodass man sich kaum vom Lesen abbringen lassen kann. Besonders die historischen Hintergründe habe ich sehr interessiert gelesen und die Schicksale der Familie Altmann lesen sich sehr lebendig. Man taucht tief in die Geschichte ein. Der Roman wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Die Dynastie der Altmanns beginnt 1927 mit Käthe Schlögel und ihren ersten Anfängen am Theater und wird in der Gegenwart 2015 zur Zeit der Dokumentation durch Enkelin Vera aufgearbeitet. Die vierte Generation wird durch Sophie vertreten. Durch Veras Dokumentation über die Familie kommen einige Informationen ans Tageslicht, die sich mit Nazitum und Verfolgung befassen. Denn Käthe heiratet einen Juden. Durch Mariannes Erzählungen erfährt der Leser Details über Käthe, sieht wie die Tochter eines einfachen Gemüsehändlers vom Glanz der Theaterwelt beeindruckt ist und gegen den Willen der Eltern ans Theater geht. In Prag gelingt ihr mit "Marianne" der große Durchbruch und von dort geht sie nach Berlin und feiert große Erfolge als Star der Vorkriegszeit bis sie sich in einen Juden verliebt. Die familiären Einblicke zeigen die deutsch-österreichische Geschichte über 80 Jahre und man taucht tief in die Handlung ein, egal, ob es sich um glamoröses Theaterleben handelt, um Rivalitäten unter Kolleginnen beim Film oder um die aufkommende Bedrohung durch die Nationalsozialisten oder die Problematik des Zweiten Weltkrieges. Beate Maxian lässt die Leser eine Zeitreise miterleben, die berührt, fesselt und ausgesprochen gut unterhält. Besonders ein Zerwürfnis zweier Familien spielt eine große Rolle. Käthe und ihr Traum vom Theater sind der Hauptangelpunkt des Romans, ihr Leben wird sehr anschaulich und lebendig gezeigt. Dagegen wirkt Marianne eher wie ein unbeschriebenes Blatt, auch wenn sie als Mittlerin zwischen Vergangenheit und Gegenwart fungiert. Vera hat sich ihrer Mutter zu fügen, doch sie glänzt als Mutter und Regisseurin und mit Sophie konnte ich nicht warm werden. Ihre Liebesgeschichte fiel im Verhältnis zum übrigen Roman etwas aus dem Rahmen. Beate Maxian hat einen flüssigen und wunderbar bildhaften Schreibstil. Gespannt habe ich Kapitel um Kapitel gelesen und war besonders in der Schilderung von Käthes Leben gefangen. Sie lässt Eindrücke der Filmwelt entstehen, die man mit Schwarz-Weiß-Filmen und alten Schauspielern wie Hörbiger, Moser oder Martha Schneider verbindet. Aber auch in der Gegenwart unterhält die Autorin gekonnt mit einer Menge Lokalkolorit und zeigt mit Sprache und Handlungsorten Wiener Flair. Die Frauen dieser Familie zeigen ein Frauenbild Die gemeinsame Recherche, Aufarbeitung der Vergangenheit und die Verwirklichung des Films lassen sie noch mehr zusammenwachsen und Beate Maxian hat mit dem Schluss ihres Buches noch ein sehr schönes Finale für sie und den Leser geschaffen. Dieser Roman begeistert mit einer faszinierenden Familiengeschichte mit historischem Hintergrund und Einblicken in die Welt des Theaters zur Zeit der UFA. Beate Maxian kann nicht nur Krimis, sondern auch unterhaltende Romane mit Tiefgang.

Interessante Idee, aber leider nicht ganz überzeugende Umsetzung...

Von: Ruby-Celtic Datum: 18. November 2017

"Gastrezension meiner Schwester" Von einem Buch, welches niemand anderen als Franz Kafka selbst als seinen Mottogeber vorgibt, habe ich gerade in Sachen Schreibstil leider etwas mehr erwartet. Beate Maxian schafft es meiner Meinung nach nicht, dem Wien der 1920er Jahre durch ihre Wortwahl Leben einzuhauchen. Zu modern sprechen die Figuren, um einen in die Vergangenheit zu versetzen, zu flach sind die Dialoge zwischen eigentlich interessanten Charakteren. Da hilft es auch nicht, immer wieder Kutschen und Pflastersteine zu erwähnen, wenn sich die selbstbewussten Schauspieltalente der Vorkriegszeit rund um die Hauptfigur Käthe Schlögel wie Großstadtweiber des 21. Jahrhunderts präsentieren. Zudem neigt Maxian leider dazu, die Hintergründe ihrer Figuren platt im Text darzulegen, anstatt diese subtil im Roman zu verstreuen und den Leser Geheimnisse und Gefühle selbst entdecken zu lassen. Die Fehde zwischen den verfeindeten Familien wird stur heruntererzählt, anstatt den schwelenden Hass zwischen den Buchseiten lodern zu lassen. Im Gegenzug bleiben eigentlich interessante Szenen, wie etwa die Reaktion von Käthes Eltern auf die Schauspielambitionen ihrer Tochter und deren spätere Reise nach Prag, oder das erste Treffen zwischen Käthe und Jakob und die Entwicklung der Gefühle zwischen ihnen, außen vor. Maxian täte meiner Meinung nach gut daran, Inhalte nicht zu berichten, sondern in Dialogen und Gedanken der Figuren zu verweben. Eine gute Geschichte möchte nicht informieren, sie möchte erleben lassen. Gerade die Spannungen und Ängste, die der jüdische Jakob ob des steigendes Judenhasses im Europa der 1920er und 30er verspürt, hätten es möglich gemacht, als Autor eine besonders tiefe, emotionale Beziehung mit dem Leser einzugehen. Dies gelang Maxian in meinem Fall gar nicht. Die Defizite im Bereich der Sprachwahl haben es mir bei der Lektüre des Romans sehr schwer gemacht, mich wirklich in die Geschichte hineinzuversetzen und die Figuren lieben zu lernen. Das ist besonders deshalb schade, da der Plot und auch die Charaktere einiges an Potential bergen. Es wird ganz deutlich, dass Maxians Herzblut in diesem Buch steckt. Liebevoll strickt sie eine Geschichte, die sich über vier Generationen und fast 100 Jahre erstreckt und die vom Verlauf her durchaus spannend geschrieben ist. Über manches Klischee täuscht sie geschickt mit kleineren Kniffen hinweg und sorgt somit dafür, dass sich die Familiengeschichte des Schauspielerclans gleichzeitig als realistisch und besonders präsentiert. Zweifelsohne steckt auch ein beachtlicher Teil an geschichtlicher und geographischer Recherche in dem Roman, die den erwähnten Realismus der Geschichte unterstützen. Und nicht zuletzt gefallen mir vor allem die starken Frauenfiguren, die in jeder Generation ganz neue, eigene Hindernisse überwinden müssen und an diesen wachsen. Schlussendlich scheitert hier für mich eine sehr gut geplante und strukturierte Geschichte an Mängeln in der sprachlichen Umsetzung. Wer über dieses Defizit hinwegsehen kann, den erwartet jedoch trotz allem eine interessante Handlung und ein Ensemble vielschichtiger Charaktere.

Vier Generationen von mutigen Altmann-Frauen

Von: Arietta Datum: 18. November 2017

Eine aufwühlende und berührende Geschichte über vier Generationen von Frauen Meine Zusammenfassung zum Inhalt: Sehr schön sind die vier Generationen von Altmann-Frauen geschildert, angefangen mit der Urgroßmutter Käthe, deren Tochter Marianne, ihrer Enkelin Vera und Urenkelin Sophie. Die Frauen verbindet der innige Zusammenhalt in der Familie und die Schauspielerei. Vera, die eine mittelmäßige Schauspielerin ist, beschließt eines Tages, eine Familienbiografie und Drehbuch zu schreiben und es zu verfilmen. Dabei stößt sie bei ihrer Mutter Marianne anfangs auf Ablehnung, besonders als sie erfährt, dass ausgerechnet Beck, der Enkel vom verhassten und verstorbenen Hans Beck, es verfilmen wird. Und als Urenkelin Sophie sich auch noch ausgerechnet in Becks Enkel verliebt, bricht die Altmann-Beck Fehde so richtig aus. Mit ihrer Recherche über ihre Großmutter Käthe stoßen wir auf dunkle und gut gehütete Familiengeheimnisse. Es fängt 1927 an, als Käthe sich um eine Stelle als Schauspielerin bewirbt, in einem hellblauen Kleid, das ihre Freundin für sie geschneidert hat. Es wird zum Symbolträger und Glücksbringer und windet sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Käthe gelingt der große Durchbruch in Prag am Theater, dann in Berlin ihr erster Film, sie steht auf der Karriereleiter ganz nach oben. Viele Männer kreuzen ihren Weg, da ist der Jude Jakob Rosenbaum, ihre ganz große Liebe. Hans Beck, der Produzent der UFA ist der Mann, der mit ihr die Filme dreht und ihr und seiner Freundin Else zum Verhängnis wird. Als alles perfekt scheint, kommen die Nazis an die Macht, eine schreckliche Zeit beginnt für die Menschen, besonders für Käthe und ihre Familie. Es hat mich erschüttert, was sie alles erleiden musste, Beck und Else erpressen sie und verlangen ein großes Opfer. Wenn man das alles liest, kann man den Hass auf Beck verstehen, was er tat, war schon verabscheuungswürdig. Hier passen der Sätze auf Seite 221 zu dieser Zeit: "Der Teufel höchstpersönlich regiert das Land. Und die unzähligen Dämonen sind fantastische Helfer.“ Es war sehr spannend, die Altmann-Frauen auf ihrer Recherchereise und Aufarbeitung zu begleiten und so nach und nach die Geheimnisse aufzudecken... Meine Meinung zur Autorin: Beate Maxian, hat mich mit ihrem Roman über die vier Generation Altmann-Frauen verzaubert und sehr begeistert. Die Geschichte hat mich tief berührt, erschüttert und mitgenommen. Eine Geschichte, die auf Lügen, Geheimnissen, Intrigen und Erpressung basiert. Die Schrecken des Naziregimes, einer dunklen und unheilvollen Zeit, werden hier so richtig deutlich und spürbar. Der Schreib-und Erzählstil gefiel mir ausgesprochen gut, alles ist sehr flüssig, real und bildhaft erzählt. Sie reißt einen mit, bei der Reise in Käthes Vergangenheit lässt sie einen den Glanz und Glimmer und die Intrigen der Filmwelt hautnah miterleben und auch Käthes schreckliche Erlebnisse. Ihre Figuren sind aus Fleisch und Blut, die einzelnen Charaktere und Emotionen sind sehr gut herausgearbeitet. Fiktion und Wahrheit sind wunderbar miteinander verwebt. Ich konnte mich in ihre Altmann-Frauen gut hineinversetzen, mich mit ihnen freuen, lachen und weinen und in ihre verletzlichen Seelen blicken. Ein wundervoller und facettenreicher Roman, brillant erzählt. Einer Geschichte, der man sich beim Lesen nicht entziehen kann.

Eine Wiener Schauspieler-Dynastie

Von: Martinas Buchwelten Datum: 15. November 2017

eate Maxian kannte ich bis jetzt nur als Autorin von Kriminalromanen. Ihre Wien-Krimis haben sehr viel Lokalkolorit und auch in ihrem ersten Familienroman spielt Wien eine zentrale Rolle. Mit der Geschichte rund um die Vier-Generationen umspannende Schauspieler-Dynastie der Altmanns erzählt die Autorin einen bewegenden Roman. Dieser beginnt 1927 mit Käthe Schlögl und rundet die Handlung mit ihrer Enkelin Sophie Altmann perfekt ab. Der Roman selbst beginnt aber mit der in der 3. Generation geborenen Vera Altmann. Sie ist die Einzige, die keinen großen Erfolg als Schauspielerin verbuchen konnte. So beschließt sie einen Dokumentationsfilm über ihre Mutter Marianne zu drehen. Diese ist jedoch nicht wirklich von dieser Idee begeistert, da sie um den Ruf der Familie fürchtet. Denn die Glitzer- und Glamourwelt der Schauspieler ist oftmals nur nach außen hin so, wie sie dargestellt wird und Marianne möchte diesen Schein wahren. Es gibt nämlich ein Geheimnis, das Marianne lieber unter Verschluss halten möchte. Als sie doch noch einwilligt, stellt sie Vera aber ein Ultimatum: Sie möchte, dass der Film mit der Lebensgeschichte ihrer Mutter Käthe Schlögel beginnt. Und auch Vera erfährt plötzlich das eine oder andere Geheimnis ihrer Familie... Der Handlungsstrang rund um die junge Käthe, deren Traum es schon immer war auf den Brettern der Welt zu stehen, hat mich absolut begeistert. Die Tochter von einfachen Gemüsehändlern geht heimlich, in einem von ihrer Freundin Anita geschneiderten hellblauen Kleid, zum Vorsprechen und erhält eine kleine Rolle als Stubenmädchen. Die Theaterbesucher sind begeistert von der Natürlichkeit der blonden und blauäugigen Käthe. Das Kleid wird fortan zu ihrem Glücksbringer und ist der rote Faden der Geschichte. Der große Durchbruch gelingt ihr in Prag mit dem Stück "Marianne", geschrieben von Jakob Rosenbaum. Doch Käthes Eltern erkennen ihren Erfolg nicht an und lehnen ihren "sündigen" Beruf ab. Daraufhin nimmt sie ein Angebot in Berlin an und zieht von zuhause aus. Käthe Schlögel wird in Wien und Berlin DER große Star der Vorkriegszeit, bis sie sich in einen Juden verliebt. Dieser Mann ist derjenige, der damals das Theaterstück "Marianne" für sie geschrieben hat und welches ihr Durchbruch war: Jakob Rosenbaum. Ihre ehemalige Theaterfreundin Else, die Käthe ihren Erfolg neidet und sich mit SS-Offizieren umgibt, kommt bald hinter ihr Geheimnis. Und auch der Regisseur Hans Bleck, ein Nazi durch und durch, zwingt Käthe zu Handlungen, die ihr Leben fortan fremdbestimmen und die ihre Familie beschützen soll.... Die Vorkriegszeit in Wien und die langsam aufkeimende Bedrohung durch die neue Partei, wie auch die NS Zeit in Berlin wird von der Autorin sehr lebendig und emotional beschrieben. Hier kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Leider besteht aber der Roman nicht nur aus diesen Abschnitten. Gestört haben mich die Übergänge zwischen den Zeiten, die etwas sprunghaft sind und die ich nicht richtig gelungen fand. Marianne wird zwar als die stärkste Persönlichkeit der Altmann Frauen dargestellt, unter der Tochter Vera und Enkelin Sophia manchmal auch leiden, aber von ihrer Vergangenheit erfahren wir sehr wenig. Damit kann man diesen Charakterzug, der immer wieder betont wird, nicht wirklich nachvollziehen. Für mich war Käthe eine Persönlichkeit, die anfangs schüchtern war, aber trotzdem ihre Träume verwirklichte und zu dem stand, was sie verkörperte. Der Strang rund um Sophie in der Gegenwart konnte mich nicht ganz überzeugen und wirkte etwas konstruiert. Besonders die Liebesgeschichte fand ich zu aufgesetzt. Schreibstil: Beate Maxian schreibt flüssig und sehr bildhaft. Der Roman lässt sich leicht lesen und die Geschichte in der Vergangenheit rund um Käthe nahm mich wirklich gefangen. Die Autorin bringt ebenfalls viel Lokalkolorit mit ein, wie österreichische Speisen, die Sprache oder auch die Gegend rund um Wien. Immer wieder hatte ich Filme dieser Zeitepoche bzw. der Nachkriegszeit vor Augen, deren Schauspieler, wie Hans Moser und Theo Lingen, oder Schauspielerfamilien, wie die Hörbigers oder die Familie Schneider/Albach-Retty, damals nicht von der Leinwand wegzudenken waren. Fazit : Wäre der Roman alleine um die Geschichte von Käthe Schlögel, ihrer Karriere und rund um die NS Zeit angesiedelt, hätte ich hier begeisterte 5 Sterne gegeben. Dieser Abschnitt hat mich völlig gefangen genommen. Die Handlung in der Gegenwart konnte mich allerdings nicht so richtig überzeugen. Deshalb gebe ich noch schwache 4 Sterne.

Vier starke Frauen und eine seit Generationen vermachte Leidenschaft!

Von: Gina1627 Datum: 14. November 2017

Vera ist eine der berühmten „Altmann-Frauen“, der das Talent und die Hingabe zum Schauspiel schon mit der Geburt in die Wiege gelegt wurden. Doch nach Jahren verspürt sie den Wunsch, die Geschichte ihrer Familie in einer filmischen Dokumentation darzustellen. Alles begann im Jahr 1927, als ihre Großmutter Käthe Schlögel in einem hellblauen Kleid zum Theater ging, um für eine kleine Rolle vorzusprechen, und damit den Grundstein für den Beginn einer großen Karriere legte. Der Krieg mit all seinen Auswirkungen und ein fanatischer Produzent beeinflussten ihre Laufbahn und sie zieht sich zu ihrer eigenen Sicherheit aus dem Rampenlicht zurück. Wichtige und wertvolle Unterlagen versteckt sie in einer Schatzkiste, die ihre Tochter Marianne bis zu dem Tag unter Verschluss hält, als Vera ihre Idee in die Tat umsetzen will. Marianne ist entsetzt und weigert sich im ersten Moment, dass ihrer aller Leben preisgegeben werden soll. „Die Frau im hellblauen Kleid“ ist eine faszinierende und sehr schöne Familiengeschichte von vier talentierten und bemerkenswerten Frauen, die von ihrer Liebe zur Schauspielerei, Geheimnissen, Glück und Pech in der Liebe und dem großen Zusammenhalt untereinander erzählt. Beate Maxian lässt den Leser an der deutsch-österreichischen Geschichte teilnehmen und entführt ihn in eine Welt voller Glamour, Leidenschaft, Liebe, Intrigen und Schicksalsschlägen. Der Blick hinter den Vorhang der Stars und Sternchen wurde von der guten, aber auch von der schlechten Seite dargestellt und war so manches Mal ernüchternd. Bei ihrem fesselnden Schreibstil und den abwechselnden Erzählsträngen in der Vergangenheit und Gegenwart fliegen die Seiten nur so dahin. Es entsteht das Gefühl, den Kinofilm lesend zu erleben. Durch Marianne schwelgt man in ihren und Käthe Schlögels Erinnerungen und wird hierbei auch mit der Kriegskulisse konfrontiert. Vera und ihre Tochter Sophie sind die modernen und taffen Frauen, die unter einem Zerwürfnis zweier Familien leiden müssen und auf der Suche nach einer Lösung des Problems sind. Die Charaktere von Käthe, Marianne, Vera und Sophie wurden sehr sympathisch, lebendig und liebevoll rübergebracht und es war wunderschön zu erleben, wie diese Frauen als Familie zusammenhalten und ihr Leben meistern. Die gemeinsame Recherche, Aufarbeitung der Vergangenheit und die Verwirklichung des Films lassen sie noch mehr zusammenwachsen und Beate Maxian hat mit dem Schluss ihres Buches noch ein sehr schönes Finale für sie und den Leser geschaffen. „Die Frau mit dem hellblauen Kleid“ hat mir sehr gut gefallen und mich begeistert. Eine faszinierende Familiengeschichte mit historischem Hintergrund, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen werde. Verdient vergebe ich 5 Sterne.

4 Generationen: die Frau in Hellblau...

Von: Minangel Datum: 13. November 2017

Inhalt: Wien. Marianne Altmann einst ein gefeierter Filmstar, ist schockiert, als sie von den Plänen ihrer Tochter Verena erfährt: diese möchte einen Film über die erfolgreichen Schauspielfrauen ihrer Familie drehen. Marianne fürchtet, dass dadurch gut gehütete Familiengeheimnisse ans Licht kommen könnten... Beginnen soll der Film im Jahre 1927, wo Mariannes Mutter Käthe damals in einem hellblauen geborgten Kleid am Theater vorsprach und genommen wurde. Kurz darauf brach der 2. Weltkrieg aus und damit viele schlimme Veränderungen… Meine Meinung: Wir begleiten eine Dynastie von vier Generationen Schauspielerfrauen hautnah - besonders die Urgroßmutter durch die schwere Zeit des 2. Weltkrieges. Der Krieg mit seinen Gräueltaten steht immer wieder im Fokus und lang verborgene Familiengeheimnisse werden in der Jetztzeit endlich gelüftet. Der Roman zeigt gut auf, wie Ereignisse der Vergangenheit die Gegenwart noch immer beeinflussen. Der Wechsel zwischen den zwei Zeitepochen ist teilweise leseflussanregend, doch manchmal fühlte ich mich gestört, mitten in „meiner“ Geschichte unterbrochen zu werden mit einem Erzählsprung. Schnell musste ich weiterlesen... somit hat die Leseflussstrategie bei mir funktioniert 😉. Ich fühlte mich am meisten zur Urgroßmutter Käthe hingezogen in der Erzählung. Sie ist für mich die Sympathieträgerin der Geschichte. Marianne, ihre Tochter, erschien mir manchmal etwas zu nachtragend, andere auch entmündigend, dann wieder war sie die liebevolle Matriarchin und Diva. Zu Vera hatte ich den wenigsten Bezug, wobei mir ihre liebevolle, verständnisvolle Beziehung zu ihrer Tochter Sophie sehr gefallen hat. Sophie ist für mich noch ein unbeschriebenes Blatt, wir dürfen sie bei ihren Anfängen der Schauspielerei und Liebesgeschichten in der Jetztzeit begleiten. Fazit: Eine interessante Mischung aus Historischem, Familiengeheimnissen, Frauenschicksalen und Einblicke in die Schauspielerei. Ich fühlte mich gut unterhalten, manchmal war es mir zu wenig nachvollziehbar und ich empfand unterschiedliche Sympathien zu den verschiedenen Hauptcharakteren. Für die Frau im hellblauen Kleid vergebe ich 4 Sterne.

Die stolzen Altmann-Frauen

Von: hasirasi2 Datum: 13. November 2017

„Die Frau im hellblauen Kleid“ erzählt abwechselnd die Geschichte der 4 Altmann-Frauen, beginnend 1927 bei Käthe, über deren Tochter Marianne, Enkelin Vera bis zu Urenkelin Sophie. 1927 bewirbt sich Käthe – in einem blauen Kleid, das ihre Freundin für sie geschneidert hat – heimlich am Wiener Schauspielhaus und bekommt tatsächlich eine Rolle. Ihre Eltern, Inhaber eines Gemüseladens, sind nicht begeistert. „Menschen wie wir sind nicht für den Ruhm geboren.“ (S. 32) Aber Käthe steigt bis zum Beginn des 2. WK unaufhörlich auf, bekommt Hauptrollen in Prag und Berlin. Dabei macht sie die Bekanntschaft von Hans Bleck, der ihr Leben verändern wird ... 2015 rechtfertigt sich Marianne Altmann vor ihrer Tochter Vera: „Ich habe gelogen, um dich und mich zu retten.“ (S. 205), als Vera hinter das bisher streng gehütete Geheimnis von Marianne (und Käthe) kommt. Denn damit zerschlägt sich fast das Filmprojekt, an dem Vera schon so lange arbeitet. Als Schauspielerin war sie nie erfolgreich und die Dokumentation, welche sie über die Karriere ihrer Eltern drehen will (die beiden waren DAS It-Paar zu ihrer Zeit), soll ihr Durchbruch als Drehbuchautorin und Regisseurin werden. „Es ist mein Film, Mama.“ Doch Marianne mischt sich auch hier ein, der Film soll bereits mit deren Mutter Käthe beginnen: „Und es ist mein Leben.“ (S. 52) Marianne macht ihr ein Angebot: Sie wird ihr die ganze Wahrheit erzählen und danach kann Vera entscheiden, was davon sie für den Film verwenden will. Am eindrucksvollsten und bewegendsten fand ich die Geschehnisse während der Nazizeit, um die sich Mariannes (und Käthes) Geheimnis letztendlich dreht. Käthe hoffte wie so viele bis zuletzt, dass Österreich verschont bleibt. Es war erschreckend, wie rasend schnell sich ihre Situation dann änderte. Ihr blieb nichts anderes übrig, als sich den Nazis unterzuordnen bzw. anzupassen – denn sie war erpressbar! Die Geschichte ist von beginn an sehr spannend und voller heimlicher Liebespärchen, sowohl zu Käthes als auch Veras Zeiten. Käthes Lebensweise war für ihre Zeit sehr modern. Sie macht Karriere und lebt mit ihrem Freund zusammen ohne verheiratet zu sein. Zu Beginn ist sie zwar noch sehr schüchtern, aber mit der Zeit wird sie immer willensstarker und durchsetzungsfähiger. Die drei Altmann-Frauen der Jetztzeit sind sehr verschieden, da gibt es natürlich viel Potential für Auseinandersetzungen – zumal, wenn man auch noch zusammen in einem Haus lebt. Marianne ist eine Kämpfernatur. Ihrer Karriere hatte sich alles andere unterzuordnen – auch ihre Tochter Vera. Vera, die bisher erfolglos um die Anerkennung ihrer Mutter kämpfte, blüht durch das Drehbuchschreiben und den Filmdreh richtig auf – ihre Bestimmung war eben doch nicht die Schauspielerei, sondern die Arbeit im Hintergrund. Sophie (die jüngste der Altmann-Frauen) war mir zu unsicher, zickig und kopflastig. Sie denkt zu viel nach und will es allen recht machen. Im letzten Drittel des Buches rückt ausgerechnet sie und ihre Liebesgeschichte in den Vordergrund und es wurde mir zum Teil zu banal. Kennt ihr „Witwe für ein Jahr“ von John Irving? Da gibt es die Beschreibung „Bei ihm hört man buchstäblich die Höschen der Frauen zu Boden gleiten“ – genau so scheint es Sophie zu gehen, sobald ihr Angebeter auftaucht. Schade, denn bis zu diesem Zeitpunkt war es ein echtes 5-Sterne-Buch. Auch der Gegensatz zwischen Sophies heiler (Film-)Welt inkl. der dazugehörigen seichten Skandale und dem Kriegsgeschehen waren mir zu krass, es passt irgendwie nicht. Darum gibt es von mir leider nur 3 Sterne.

Ein sehr intensiver, berührender Roman aus der Welt der Schauspielerei!

Von: Monika Schulte Datum: 13. November 2017

Vera ist mit der Schauspielerei  nicht so erfolgreich wie ihre Mutter, ihre Großmutter und sogar ihre Tochter. Vielleicht liegt ihr Talent ja eher beim Schreiben und Drehen von Filmen? Sie hat den Wunsch, einen Film über ihre berühmte Mutter Marianne zu drehen, doch diese ist schockiert, könnten doch Ereignisse aus der Vergangenheit ans Tageslicht kommen, die jahrzehntelang erfolgreich geheim gehalten wurden. Marianne lässt sich dann aber doch auf das Projekt ein mit der Bedingung, dass die Geschichte mit ihrer Mutter Käthe beginnt und es eine Dokumentation wird.  So wird der Leser zurück ins Jahr 1927 entführt, das Jahr, in dem die junge Käthe von einer Karriere als Bühnenschauspielerin träumt. Heimlich schleicht sie sich in einem geliehenen hellblauen Kleid zum Vorsprechen ins Theater, wo ihre einmalige und berauschende Karriere beginnen wird. Käthe verliebt sich in Jakob, der kurze Zeit später ein Bühnenstück für sie schreiben wird. Käthe wird zum Star, doch die Welt ist aufgebracht. Die Nazis kommen an die Herrschaft. Ihre Liebe zu Jakob gilt als Rassenschande, denn Jakob ist Jude. Als Käthe nach Berlin geht, lernt sie Hans Bleck kennen, einen erfolgreichen Produzenten der Ufa. Käthe steht nun erfolgreich vor der Kamera, doch der Produzent hat sie in der Hand, denn er weiß um Käthes Geheimnis.  "Die Frau im hellblauen Kleid" - eine Geschichte, bei der bei mir von der ersten Seite an das Kopfkino mitlief. Es ist die Geschichte der Altmann-Frauen, vier Frauen, die sich der Schauspielerei verschrieben haben, mal mehr, mal weniger erfolgreich.  Eine bewegende, eine gefühlvolle, eine großartige Geschichte, so spannend geschrieben, dass man als Leser nicht mehr aufhören kann zu lesen. Ein sehr intensiver, sehr berührender Roman aus der Welt der Schauspielerei. Unbedingt lesen!

Faszinierende Familiensaga vor toller Kulisse

Von: katikatharinenhof Datum: 13. November 2017

Vera Altmann ist Schauspielerin, hat jedoch nie den Sprung aus dem Schatten ihrer Mutter Marianne geschafft, die einst ein Stern am Filmhimmel war. Als Vera ihrer Mutter mit der Idee zu einem Film über ihre Familie konfrontiert, befürchtet diese, dass die Vergangenheit ihre Klauen ausstreckt und so Geheimnisse ans Licht kommen, die besser verborgen geblieben wären. Also nimmt die Diva das Zepter selbst in die Hand und erzählt die Familiengeschichte der Altmanns.... Beate Maxian hat mit "Die Frau im hellblauen Kleid" eine faszinierende Familiensaga geschrieben, die von der ersten Seite an zu begeistern weiß. Mit unglaublich viel Herzblut und Leidenschaft hat sie vielschichtige Charaktere erschaffen, die authentisch und echt wirken.  Schnell findet man Zugang zur Matriarchin Marianne, die ihrer Tochter ihre Lebensgeschichte schildert, ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Das besagte blaue Kleid aus dem Buchtitel spielt  generationsübergreifend eine große Rolle und wird immer wieder geschickt in die Handlung eingebaut. Auch werden die Zeitstränge, die immerhin 80 Jahre deutsch-österreichische Geschichte erzählen, so brillant miteinander verknüpft, so dass man das Gefühl hat, die Handlungen hautnah mitzuerleben. Egal ob schillernde Premierenfeiern, aufreibende Theaterproben, die hässliche Fratze des Zweiten Weltkrieges oder nicht zuletzt die Dreharbeiten zum Kinofilm – jede Szene hat von Beate Maxian Leben eingehaucht bekommen und dieses Buch zu einem wahren Meisterwerk werden lassen. Ich bewundere diese Gabe, Menschen mit Worten zu begeistern und vergebe daher sehr gerne 5 Sternchen – 10 hätte es verdient !! Herzlichen Dank an Corinna Schindler und den Heyne-Verlag für die kostenfreie Bereitstellung dieses Rezi-Exemplares. Diese Tatsache hat jedoch nicht meine ehrliche Lesermeinung beeinflusst.

Eine Aufwühlende und bewegende Geschichte über 4 Generationen von Frauen

Von: Arietta Datum: 12. November 2017

Meine Zusammenfassung zum Inhalt: Sehr schön sind die 4 Generationen von Altmann Frauen geschildert, angefangen mit der Urgroßmutter Käthe, deren Tochter Marianne, ihrer Enkelin Vera und Urenkelin Sophie. Die Frauen verbindet ein sehr inniger Zusammenhalt in der Familie und die Schauspielerei. Vera, die eine mittelmäßige Schauspielerin ist, beschließt eines Tages eine Familienbiografie und ein Drehbuch zu schreiben und zu verfilmen. Dabei stößt sie bei ihrer Mutter Marianne anfangs auf Ablehnung, besonders als sie erfährt, dass ausgerechnet Beck, der Enkel vom verhassten und verstorbenen Hans Beck es verfilmen wird. Und als Urenkelin Sophie sich auch noch ausgerechnet in Becks Enkel verliebt, bricht die Altmann-Beck Fehde so richtig aus. Mit ihrer Recherche über ihre Großmutter Käthe stoßen wir auf dunkle und gut gehütete Familiengeheimnisse. Es fängt 1927 an, als Käthe sich um eine Stelle als Schauspielerin bewirbt, in einem hellblauen Kleid, das ihre Freundin für sie geschneidert hat. Es wird zum Symbolträger und Glücksbringer und windet sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Käthe gelingt der große Durchbruch in Prag am Theater, dann dreht sie in Berlin ihren ersten Film, sie steht auf der Karriereleiter ganz oben. Viele Männer kreuzen ihren Weg: Da ist der Jude Jakob Rosenbaum – ihre ganz große Liebe. Hans Beck, der Produzent der UFA, ist der Mann, der mit ihr die Filme dreht und ihr und seiner Freundin Else zum Verhängnis wird. Als alles perfekt scheint, kommen die Nazis an die Macht. Eine schreckliche Zeit beginnt für die Menschen, besonders für Käthe und ihre Familie. Es hat mich erschüttert, was sie alles erleiden musste, Beck und Else erpressen sie und verlangen ein großes Opfer. Wenn man das alles liest, kann man den Hass auf Beck verstehen. Was er getan hat, war schon verabscheuungswürdig. Hier passen die Sätze auf Seite 221 zu dieser Zeit: "Der Teufel höchstpersönlich regiert das Land. Und die unzähligen Dämonen sind fantastische Helfer." Es war sehr spannend die Altmann Frauen auf ihrer Recherchereise und Aufarbeitung zu begleiten und so nach und nach die Geheimnisse aufzudecken... Meine Meinung zur Autorin: Beate Maxian hat mich mit ihrem Roman über die 4 Generationen Altmann Frauen verzaubert und sehr begeistert. Die Geschichte hat mich tief berührt, erschüttert und mitgenommen. Eine Geschichte, die auf Lügen, Geheimnissen, Intrigen und Erpressung basiert. Die Schrecken des Naziregimes – einer dunklen und unheilvollen Zeit – werden hier so richtig deutlich und spürbar. Der Schreib- und Erzählstil gefiel mir ausgesprochen gut. Alles ist sehr flüssig, real und bildhaft erzählt. Die Geschichte reißt einen mit. Bei der Reise in Käthes Vergangenheit erlebt man den Glanz und Glimmer und die Intrigen der Filmwelt hautnah mit. Auch Käthes schreckliche Erlebnisse. Ihre Figuren sind aus Fleisch und Blut, die einzelnen Charaktere und Emotionen sind sehr gut herausgearbeitet. Fiktion und Wahrheit sind wunderbar miteinander verwebt. Ich konnte mich in die Altmann Frauen gut hineinversetzen, mich mit ihnen freuen, lachen und weinen und in ihre verletzlichen Seelen blicken. Ein wundervoller und facettenreicher Roman, der brillant erzählt ist. Eine Geschichte, der man sich beim Lesen nicht entziehen kann.