Bianca Marais

Summ, wenn du das Lied nicht kennst

Summ, wenn du das Lied nicht kennst Blick ins Buch

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Südafrika 1976. Die neunjährige Robin wächst behütet in einem Vorort von Johannesburg auf. In derselben Nation, aber Welten von Robin getrennt, lebt Beauty Mbali, eine verwitwete Xhosa-Frau, die sich allein um ihre Kinder kümmert. Als Robins Eltern getötet werden und zur selben Zeit Beauty in den Wirren des Schüleraufstands von Soweto nach ihrer Tochter sucht, führt das Schicksal diese zwei Menschen zusammen, deren Wege sich sonst nie gekreuzt hätten. Bei Beauty findet Robin Geborgenheit, und es entspinnt sich eine innige Beziehung zwischen den beiden. Doch Robin fürchtet, Beauty wieder zu verlieren, sobald diese ihre Tochter findet. Verzweifelt trifft das Mädchen eine folgenschwere Entscheidung ...

Ergreifender Einblick in die Apartheidgeschichte 1976

Von: Myfair Datum: 26. April 2018

Ein wunderbares Buch. Erzählt wird aus 2 Erzählperspektiven. Zum Einen aus der Sicht der 9jährigen Robin, die während der Unruhen im Juli 1976 zur Vollwaise wurde und zum Anderen aus der Sicht der farbigen Lehrerin Beauty, die auf der Suche nach ihrer während des Aufstandes verschwundenen 17jährigen Tochter ist. Während dieser Odyssee lernen die beiden sich kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Mutter-Kind-Beziehung, die durch das Auffinden der Tochter ins Wanken gerät. "summ, wenn Du das Lied nicht kennst" - ein Ausspruch von Robin's Tante Edith auf der Trauerfeier ihrer Eltern - zeigt, dass jeder sich über Konventionen hinwegsetzen kann und sollte um den Leidtragenden einen Abschied zu ermöglichen und dabei er selbst sein kann und muss. Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Es gibt einen sehr bewegenden Einblick in die Geschichte Südafrikas. Natürlich darf Nelson Mandela (wenigstens als Randfigur) in dieser Geschichte nicht fehlen. Ich kann jedem geschichtlich interessierten Leser dieses Buch wärmstens empfehlen!

Einfach nur Wow!

Von: MamiAusLiebe Datum: 18. January 2019

"Summ, wenn du das Lied nicht kennst" ist ein Roman von Bianca Marais und ist 2018 im Wunderraum Verlag erschienen. Cover: Der Wunderraum Verlag steht für hochwertige Qualität und liebevoll ausgewählte Geschichten. Dies trifft bei diesem Buch auf jeden Fall zu. Das Cover ist wunderschön und mit den schönen Farben und dem besonderen Einband, sowie dem individuellem Leseband ist es etwas ganz besonderes und wird zum Blickfang im Bücherregal. Meine Meinung: Ich sage es vorne weg: Ich bin begeistert. Die Autorin hat ein schweres und trauriges Thema gewählt, bei dem es viel Fingerspitzengefühl bedarf. Und sie hat meisterlich geschrieben. Ich wage zu behaupten, dass ich noch nie solch schöne Formulierungen und Gedankengänge gelesen habe. Wie man Rassismus und schwere Schicksalsschläge zu etwas poetischem machen kann ist mir ein Rätsel, aber Bianca Marais ist dies gelungen. Die Charaktere wurden vielschichtig beschrieben und man durchlebt mit ihnen einen Reifungsprozess. Die Geschichte wird aus zwei Sichtweisen erzählt, die sich wunderbar ineinander fügen. Hierbei handelt es sich um ein Buch, welches etwas ganz Besonderes ist und welches mich tief berührt hat.

Eine grandiose Aufarbeitung von Apartheid, Vorurteilen und der Liebe in diesen Zeiten

Von: Isa Datum: 10. November 2018

1976, Studentenaufstände in Soweto (Südafrika) – ein Thema, welches zusammen mit der Apartheid oftmals gekonnt unter den Tisch gekehrt wird, ist in „Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ Dreh- und Angelpunkt des Romans. Ein schwieriges Thema, keine Frage. Doch Bianca Marais eröffnet dem Leser ganz authentisch und unverblümt die Facetten des Hasses, der Rassentrennung, aber auch der puren Liebe in Zeiten wie diesen. Robin Conrad, das neunjährige weiße Mädchen aus Johannesburg, lernt Beauty Mbali kennen, als diese für den Job als Kindermädchen für Robin engagiert wird. Beauty, studierte Lehrerin, ist auf der Suche nach ihrer eigenen Tochter, die während der Studentenaufstände eine Gruppe an Schülern anführte und plötzlich spurlos verschwand. Aus ihrem kleinen Dorf kommend, muss Beauty sich in der Stadt behaupten, in der schwarze Frauen nur als Abschaum und Sklaven gesehen werden. Auch Robin steht ihr kritisch gegenüber, verunsichert, weil ihre Eltern doch von Dunkelhäutigen Arbeitern ermordet wurden und ihr die „weiße“ Meinung über Rassentrennung schon in die Wiege gelegt wurde. Doch es entspinnt sich eine wundervolle Freundschaft zwischen Beauty und dem kleinen Mädchen, die die Autorin eindrucksvoll schildert. Die Leichtigkeit im Umgang der beiden miteinander ist ein Ruhepol in der grausamen Realität der Apartheid und ich als Leserin wurde von ihrer Beziehung gefesselt, mitfiebernd, dass sie sich nicht wieder verlieren. Robin war für ein Kind in ihrem Alter geistlich sehr weit entwickelt, sodass ihr gedankliches Innenleben manchmal trotz ihrer Verluste etwas unglaubwürdig erschien - meiner Ansicht nach kann darüber aber hinweggesehen werden, wenn man sich im Vergleich die Ausgefeiltheit des gesamten Erzählung vor Augen führt. Der Roman ist eine wundervolle Hommage an die (Nächsten-)Liebe und den Zusammenhalt in solch rauhen Zeiten, ich empfand Trauer und Freude gleichermaßen mit den beiden Protagonistinnen aufgrund der eindrucksvollen Erzählweise Bianca Marais'. Nicht selten musste ich jedoch Pausen beim Lesen einlegen, denn die Komplexität des Romans konnte ich nur schwer nebenbei verarbeiten. Es ist nicht nur eine Geschichte über Freundschaft, sondern so viel mehr: Eine Aufarbeitung Marais' persönlicher Erlebnisse in ihrem Geburtsland Südafrika und ein Wachrütteln der Gesellschaft für die fehlgeleitete Politik eines Staates, der die Vorurteile gegen Dunkelhäutige, Juden und auch Homosexuelle nicht bekämpft, sondern schürt. Ein ernstes Thema, aber eine wahnsinnig emotionale Schilderung, sodass ich dem Buch mit gutem Gewissen alle fünf Sterne verleihen kann.

Spannende Lektüre in schöner Ausstattung

Von: femundo Datum: 05. November 2018

Ein spannendes Buch, das vom schwierigen Miteinander im Apartheid-Regime erzählt. Der Roman wechselt zwischen dem kindlichen Blickwinkel der elternlosen Robin und der Perspektive der schwarzen Lehrerin Beauty, die in den Wirren des Aufstands von Soweto nach ihrer verschwundenen Tochter sucht. Besonders berührt hat mich das sehr persönliche Nachwort der Autorin: Bianca Marais spricht darüber, wie schwer es ihr fiel, ihrer Hauptfigur Beauty gerecht zu werden.

Zwei Stimmen aus dem Südafrika der 70er Jahre

Von: Susanne Martin Datum: 21. October 2018

Kurz zum Inhalt: Die 9jährige Robin lebt in einem priviligierten Viertel von Johannesburg, betreut von Mable, dem schwarzen Hausmädchen der Familie. Ihre Eltern lieben sie, vor allem zu ihrem Vater hat sie ein inniges Verhältnis, er akzeptiert auch ihre etwas burschikose Art, die ihre Mutter ablehnt. Eines Abends gehen die Eltern aus und kehren nicht zurück, sie wurden Opfer der ausufernden Gewalt während der Schüleraufstände in Soweto. Mabel wird verhaftet, denn sie ist eine Schwarze und deshalb auf jeden Fall verdächtig. Zwar gelingt es Robin und ihrer Tante, sie aus dem Gefängnis frei zu bekommen, aber sie verlässt beide. Nun sind Robin und ihre Tante Edith, die unkonventionelle Schwester der Mutter, eine Familie. Edith nimmt Robin mit ihre Wohnung in einem Hochhaus in einem anderen Stadtteil von Johannesburg. Aber das gemeinsame Leben ist schwierig, den Edith ist Stewardess und möchte das auch bleiben. So kommt Beauty in das Leben der Beiden. Beauty ist eine Xhosa und auf der Suche nach ihrer Tochter, die während der Aufstände verschwunden ist. Beauty hat den Verdacht, daß sie sich der Untergrundorganistaion des ANC anschließen möchte und will das um jeden Preis verhindern. Sie ist ganz anders als Mabel, denn Beauty ist Lehrerin und eine gebildete Frau. Und sie ist genau die richtige Person für das traumatisierte Mädchen. Es gelingt ihr, Robin aus ihrem Kokon der Trauer zu reißen. Aber dann trifft Robin zufällig Beautys Tochter im Park und aus Angst, Beauty zu verlieren, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung……. Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Bianca Marais erzählt die Geschichte aus 2 Perspektiven: Robin und Beauty kommen jeweils selbst zu Wort. Durch diese beiden vollkommen unterschiedlichen Perspektiven gelingt es der Autorin, die ganze Perversität des Apartheidsystems zu zeigen. Robin ist vollkommen verblüfft, wie selbstbewußt Beauty auftritt und verletzt immer wieder, ohne es zu zu wissen, Beautys Gefühle. Hier spürt man als Leserin deutlich, daß Bianca Marais auch aus eigenem Erleben schreibt: Sie ist 1976 geboren und wurde weitgehend von einem schwarzen Kindermädchen erzogen. In ihrem Nachwort beschreibt sie, wie ihr während der Arbeit an diesem Buch bewusst wurde, wie sehr sie in ihrer eigenen Wahrnehmung gefangen war: Das schlimmste für sie war, daß es ihr uns ihrer Nan nicht möglich war, wirklich am Leben der jeweils Anderen teilzuhaben. Im Schreibprozess wurde ihr jedoch bewußt, daß „die eigentliche Tragödie war, daß ich in Eunices Leben überhaupt vorkam.“ Denn Eunice hatte selbst 5 Kinder, die sie nur einmal im Jahr sehen konnte. Diese Erkenntnis reift irgendwann auch in Robin. Und das ist vielleicht eine Schwachstelle des Romans: So wie Robin spricht und agiert, denkt und fühlt, tut das in Wirklichkeit kein 9 – 10 jähriges Mädchen. Aber ich habe es schon in vielen Romanen erlebt, daß Kinder oder Jugendliche eher aus der Erwachsenenperspektive handeln bzw. beschrieben werden, es hat meinem Lesevergnügen und meiner Anteilnahme am Schicksal der Hauptpersonen keinen Abbruch getan. Beauty hingegen sucht hartnäckig nach ihrer Tochter Nomsa und bringt sie daurch unwissentlich in Gefahr. Durch diese Perspektive erfährt man viel über das Leben der schwarzen Bediensteten und was ihnen zugemutet wurde, aber auch etwas über die Zwiespältigkeit des Widerstands gegen das System, der die Jugendlichen teilweise auch für seine Zwecke missbraucht hat. Ich kann diesem Roman all jenen empfehlen, die gerne einen guten vielschichtigen Unterhaltungsroman mit Tiefgang lesen, der auch zum Nachdenken anregt. Wer hingegen einen literarischen Roman auf hohem sprachlichen Niveau erwartet, sollte vielleicht auf die Lektüre verzichten.

wunderschön

Von: henry Datum: 02. September 2018

Ein wunderschönes Buch, das nachdenklich macht und rundum zu empfehlen ist.

eine Geschichte, die einen berührt und ein Thema, das aktueller denn je ist ...Highlight 2018

Von: Tasty Books Datum: 18. June 2018

Meinung: "Liebe ist die stärkste Macht der Welt, und doch ist sie die demütigste, die man sich vorstellen kann." von Mahatma Gandhi. Schwarz trifft Weiß - zumindest was die Hautfarbe betrifft und dennoch zeigt uns die Autorin in "Summ, wenn du das Lied nicht kennst" wie breit das Spektrum des Wortes "Liebe" sein kann. Denn es geht nicht nur um die Liebe zwischen einem Liebespaar, sondern auch um die Liebe, die wir in Freundschaften und in "Nächstenhilfe" erleben. Bianca Marais spielt hier bewusst mit den unterschiedlichsten Personenkonstellationen und zeigt uns, dass es egal ist welches Alter, welche Hautfarbe, welchen Glauben oder welche Herkunft wir haben. Denn am Ende zählt was wir wollen. Und vor allem kommt es darauf an, ob wir bereit sind diesen Weg zu gehen und uns damit auch gegen das "normale" aufzulehnen, sowie zu zeigen: All diese Werte sind egal, denn im Inneren sind wir gleich... Und genau das ist es, was uns Bianca Marais mit ihrer Geschichte mit auf den Weg gibt. Mit einem einzigartigen, gefühlvollen und berührenden Schreibstil entführt sie uns in das Südafrika der 1970er Jahre. In denen Apartheid auf der Tagesordnung steht. Sie nimmt uns mit auf eine Reise, die einen zum Nachdenken anregt und tief im Herzen trifft. Zumindest ging es mir so. Mit ihren Worten zaubert sie dem Leser ganz viele Bilder vor Augen um die Geschichte um Robin und Beauty lebendig werden zu lassen. Zwei Menschen, die sich vermutlich ohne die schrecklichen Aufstände und das Schicksal niemals gerkreuzt hätten oder vielleicht doch... Die Erfahrungen von Robin brachten mein Herz bereits schon auf den ersten Seiten zum Weinen, aber auch Beautys Erlebnisse brannten sich in meinen Kopf. Auch wenn bis zum ersten Aufeinandertreffen etwas Lesezeit vergeht, fühlte ich mich in jeder Zeile des Buches mit den Charakteren verbunden. Diese enorme Realitätsnähe führt dazu, dass man diese Geschichte nicht nur liest, sondern sie tief in sich Drinnen fühlt - sofern man bereit ist sich darauf einzulassen. Bianca Marais gelingt es wunderbar zwischen Beauty und Robin zu switchen, denn ich konnte das Denken, sowie das Fühlen beider Charaktere sehr gut nachvollziehen und nachempfinden. Mit wunderschönen, aber auch manchmal leicht humoristisch angehauchten Dialogen rundet sie diese bewegende Geschichte perfekt ab. Beim Lesen spürt man wieviel Liebe, die Autorin in diese Geschichte gesteckt hat. Man merkt wie wichtig es ihr ist, die Augen der Leser zu öffnen und ich kann ihr da nur zustimmen. Selbst in der heutigen Zeit verschließen wir immer noch zu sehr die Augen. Suchen viel mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten, daher ist dieses Buch eines meiner Highlights 2018. Mein Fazit: "Summ, wenn du das Lied nicht kennst" ist eine berührende und sehr emotionale Geschichte. Ein Buch, welches sich sehr schön lesen lässt, aber nichts für "eben mal zwischendurch" ist. Denn die Themen, die Bianca Marais hier anspricht regen einen zum Nachdenken an. Gerade in der heutigen Zeit in der Apartheid oder generell Trennung nach Herkunft, Religion, Hautfarbe usw. keine Rolle mehr spielen sollte und doch ist dieses Thema präsenter denn je... Ein "Must Read" in meinen Augen, aber mit dem Tipp sich für diese Geschichte Zeit zu nehmen und sie tief im Inneren zu fühlen.

Als noch die Apartheid in Südafrika herrschte

Von: milkysilvermoon Datum: 10. June 2018

Südafrika in den 1970er-Jahren: Durch einen Gewaltakt verliert die neunjährige Robin Conrad, die zuvor eine behütete Kindheit in einem Vorort von Johannesburg hatte, ihre Eltern. Sie kommt zu ihrer Tante Edith, die mit dem Kind aber überfordert ist. Als Kindermädchen beschäftigt sie Beauty Mbali. Die farbige, gebildete Xhosa-Frau hat auf der Suche nach ihrer 17-jährigen Tochter Nomsa ihr Heimatdorf verlassen. In unruhigen Zeiten entwickelt sich zwischen Robin und Beauty eine innige Beziehung. Doch dann trifft das Mädchen eine Entscheidung mit Folgen… „Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ ist der bewegende Debütroman von Bianca Marais über die Wirren des Schüleraufstands in Soweto und die Auswirkungen der Apartheid. Meine Meinung: Der Roman besteht aus 58 Kapiteln, die abwechselnd in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Robin und der von Beauty erzählt werden. Dieser Aufbau funktioniert sehr gut. Der Schreibstil ist angenehm, flüssig, anschaulich und einfühlsam. Viel wörtliche Rede macht den Roman lebhaft. Mir fiel es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Mit Robin und Beauty gibt es zwei Hauptprotagonistinnen, die sich in mehreren Punkten wie Hautfarbe und Alter sehr stark unterscheiden. Die Charaktere sind vielschichtig und mir ans Herz gewachsen. Ihre Gedanken und Gefühle ließen sich gut nachvollziehen. Vor allem Beauty war mir schon nach wenigen Seiten sympathisch. Inhaltlich konnte mich der Roman sehr beeindrucken. Die Zeit und Umstände der Apartheid führt die Autorin sehr eindringlich vor Augen. Dabei geht es um gesellschaftliche Probleme der damaligen Zeit, die sich auf erschütternde Weise im Alltag in Südafrika niederschlagen: Rassenhass, Homophobie, Antisemitismus, weitere Vorurteile, Gewalt und einiges mehr. Ich fand es sehr interessant, etwas über die Aufstände und diese Zeit insgesamt zu erfahren. Dabei merkt man deutlich die gründliche Recherche. Verknüpft werden diese Aspekte mit menschlichen Themen und Schicksalsschlägen wie Tod, aber auch Liebe und Freundschaft. Der Roman ist dadurch sowohl unterhaltsam und emotional sehr bewegend als auch eine lehrreiche Lektüre, die aufwühlt und zum Nachdenken anregt. Ein Pluspunkt sind die Landkarte und ein Glossar. Lesenswert ist auch das Nachwort der Autorin. Die Aufmachung des Romans ist sehr hochwertig. Das schlichte, aber liebevoll gestaltete Cover ist sehr hübsch. Auch der Titel, der sich stark am Original („Hum If You Don’t Know The Words“) orientiert, gefällt mir gut. Mein Fazit: „Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ von Bianca Marais ist ein empfehlenswerter Roman, der mich begeistern und berühren konnte. Die Geschichte wird bei mir noch eine Weile nachklingen.

Sehr ergreifend

Von: Liane Datum: 06. June 2018

Buchcover und Schreibstil hat mir gut gefallen. Was mich am Anfang irritiert hat waren die ständigen Wechsel von Beauty und Robin das hin und her bis man sich reingelesen hat, dann wurde das Buch immer besser. Südafrika im Jahre 1976, die neunjährige Robin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Johannesburg. In derselben Nation, aber Welten von Robin getrennt, lebt Beauty Mbali, eine verwitwete Xhosa-Frau. Als Robins Eltern während den Unruhen ums Leben kommen erbarmt sich Robins Tante ihr, die aber total überfordert ist und ihr Job als Stewardess wichtiger ist wie das arme Kind. Die 49-jährige Beauty Mbali, eine schwarze Lehrerin, Witwe und Mutter von drei Kindern (zwei Söhne, eine Tochter), begibt sich von ihrem Heimatdorf auf den Weg in das fast 1.000 km entfernte Soweto um ihre 17-jährige Tochter Nomsa zu suchen die während des Schüleraufstands von Soweto verschwunden ist. Maggie eine weiße Frau, welche als weißer Engel bezeichnet wird, da sie sich gegen die Apartheid einsetzt, unterstützt sie bei ihrer Suche nach Nomsa. Durch Maggie erhält Beauty Arbeit als Maid bei Edith und Robin, damit sie sich legal in Johannesburg aufhalten kann. Sie kümmert sich um Robin, während Edith ihrer Arbeit als Stewardess nachgeht und die beiden wachsen immer enger zusammen. Robin trifft sie eine folgenschwere Entscheidung aus Angst hat dass Beauty sie auch verlassen wird, sobald sie ihre Tochter gefunden hat. Dieses Buch hat mich sehr bewegt, über die Apartheid in Südafrika was zu erfahren und zwei Menschen, die einander in der schwersten Zeit ihres Lebens finden und füreinander da sind

Toll

Von: EvaMaria Datum: 06. June 2018

Das Buch habe ich eher zufällig gesehen, aber ich habe mich von der tollen Aufmachung und auch von der Inhaltsangabe angesprochen gefühlt, sodass ich mich entschlossen habe, es zu lesen. Obwohl es jetzt nicht unbedingt ein Genre ist, welches ich bisher oft gelesen habe, bin ich definitiv froh, es getan zu haben, denn das Buch hat mich absolut begeistert. Die Autorin schickt den Leser ins Jahr 1976 und zwar nach Südafrika. Wer sich hier etwas auskennt, weiß, dass zu der damaligen Zeit Apartheid vorgeherrscht hat und die Lebensumstände in diesem Land generell nicht leicht waren. Hier treffen wir auf die Hauptprotagonisten Robin und Beauty. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Handlung in dem Buch fand ich wirklich toll, denn es behandelt doch sehr wichtige Themen und zwar aus meiner nicht die Sache mit der Rassentrennung, sondern auch so einiges anderes, wie beispielsweise der Tod und die Wirkung auf die Nachkommen. Natürlich steht aus meiner Sicht absolut die Sache mit der Rassentrennung im Vordergrund und ich fand es toll, wie die Autorin diese Thematik bearbeitet und so dem Leser näherbringt. Spannend, aber auch sehr realistisch. Natürlich kommt auch die Sache mit dem Aufstand sehr gut zur Geltung und ich konnte mich wirklich gut in die Geschichte einleben. Persönlich empfand ich es auch als recht spannend, dass auch einige historischen Fakten in dem Buch vorkommen. Die Abschnitte zwischen Robin und Beauty fand ich ebenso ganz unterhaltsam, denn gerade das langsame Zueinanderkommen und die folgende Entwicklung zwischen den beiden hat mir sehr gut gefallen. Es wirkte alles auch sehr authentisch auf mich. Generell würde ich die beiden auch als sehr interessant und realistisch bezeichnen. Die Autorin hat den beiden doch einen sehr gelungenen Hintergrund verpasst. Der Schreibstil der Autorin wahr sehr angenehm zu lesen. Ich fand trotz der schwierigen Thematik, dass man gut in die Handlung kommt und sich das Buch dann auch sehr gut lesen lässt. Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive erzählt, sodass man enorme viele Eindrücke von der Handlung und der damaligen Zeit bekommt. Die Aufmachung des Buches und das Cover gefällt mir sehr gut. Ich finde es schön, dass die Farbwahl hier eher dezent gehalten wurde, denn es ist aus meiner Sicht so, dass es stimmiger zur Geschichte passt. Zur Autorin: Bianca Marais hat an der Universität von Toronto Creative Writing studiert. Bevor sie sich dem Schreiben zuwandte, hatte sie ein Weiterbildungsunternehmen gegründet und später als freiwillige Helferin bei Cotlands gearbeitet, einer gemeinnützigen südafrikanischen Kinderhilfsorganisation, für die sie an Hilfsmaßnahmen für Aids-Waisen in Soweto teilnahm. Bianca Marais ist in Südafrika geboren und aufgewachsen und lebt heute mit ihrem Mann in Toronto. Quelle: Verlag Fazit: 5 von 5 Sterne. Gelungenes Debüt, welches sehr interessant und gut gemacht ist. Ich habe mich toll unterhalten gefühlt und kann euch das Buch so auch uneingeschränkt ans Herz legen.

Uneingeschränkte Leseempfehlung !

Von: Ina's Little Bakery Datum: 04. June 2018

Was für ein großartiger, eindringlicher, aufwühlender und wichtiger Roman !!! Ich habe sehr sehr lange darüber nachgedacht, wie ich hier die richtigen Worte finden soll und habe schnell gemerkt, das ich mich am besten einfach von meinen Gefühlen und Empfindungen, die ich beim Lesen gespürt habe, leiten lassen, denn mit allem anderen wird man diesem Roman wohl sowieso kaum gerecht. Zum ersten Mal auf das Buch aufmerksam wurde ich, als ich mir im letzten Herbst die Frühjahrsvorschauen des Wunderraum Verlags angesehen habe. Einen genaueren Blick habe ich dann allerdings erst riskiert, als ich es in der Buchhandlung entdeckte. Da fiel mir das Cover, trotz seiner dezenten Farben sofort wieder ins Auge und der Klappentext machte schnell klar, das ich das Buch einfach lesen MUSS. Erwartet habe ich eine spannende Geschichte, die sicher auch den ein oder anderen erhobenen Zeigefinger mit sich bringen würde. Was ich nicht erwartet habe, war wie GROßARTIG und wie wichtig dieses Buch tatsächlich sein würde. 1976 läuteten die Studentenaufstände in Südafrika, den Anfang vom Ende der Apartheid ein. Es war ein Kampf der das Weltgeschehen auf extreme Ungerechtigkeit und Rassismus lenkte. Mitten im Geschehen befinden sich die 9-jährige, weiße, Robin, die bei den Aufständen ihre Eltern verliert und zu ihrer alleinstehenden Tante ziehen muss und Beauty Mbali, die sich nach Johannesburg durchschlägt, um ihre Tochter Nomsa zu finden, die Teil der Studentenbewegung ist, und das obwohl es schwarzen Frauen verboten ist, ihre Townships zu verlassen. Ein für Beauty glücklicher Umstand ist es, das Robins Tante dringend ein Kindermädchen für Robin braucht und Beauty dafür anheuert, die so eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis bekommt. Somit ist beiden Frauen fürs Erste geholfen. Doch hier prallen zwei komplett verschiedene Welten aufeinander. Bianca Marais haut dem Leser mit voller Breitseite all den Hass der Apartheid um die Ohren und ich hätte vor lauter Ungerechtigkeiten beim Lesen immer wieder vor Zorn schreien wollen. Der Inhalt ist also aufrüttelnd, traurig, dramatisch. Doch es gibt auch immer wieder hoffnungsvolle und sogar lustige Szenen. Die Geschichte spricht auch von Mut und Freundschaft und Liebe. Was mich ein kleines bisschen störte, war das Ende, das das Buch leider nicht ganz perfekt gemacht hat, denn hier will die Autorin einfach nochmal richtig viel und verzettelt sich etwas. Aber, da es sich hier um einen Debütroman handelt, bei dem der Satz "Ein Roman der seinesgleichen sucht" endlich einmal im wahrsten Sinne des Wortes zutrifft, kann ich darüber hinwegsehen. "Summ, wenn du das Lied nicht kennst" ist eine der bewegendsten und besten, wenngleich auch emotional grausamsten und traurigsten Geschichten, die ich seit Langem gelesen habe.

Weiß zu bewegen

Von: World of books and dreams Datum: 01. June 2018

Südafrika im Jahre 1976, die neunjährige Robin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Johannesburg. Hier bekommt sie nur wenig mit von den Rebellionen und Aufständen gegen die Rassentrennung. Bis es eines Nachts zu einem schrecklichen Vorfall kommt. Ihre Eltern wollten zu einer Party, doch von dieser kommen sie nie mehr zurück. Plötzlich ist das Mädchen allein und hat nur noch ihre Tante Edith, bei der sie nun leben soll. Doch Edith liebt ihr freies Leben und ihren Beruf als Stewardess und kann sich kaum vorstellen, sich nun um ein kleines Mädchen kümmern zu müssen. Nicht weit von Robin entfernt lebt Beauty Mbali, eine verwitwete Lehrerin, die sich nun alleine um ihre Kinder kümmert. Beautys älteste Tochter Nomsa war bei den Studentenaufständen von Sowetho dabei und ist nun spurlos verschwunden. Beauty macht sich auf die Suche nach ihrer Tochter. Meine Meinung Wie auch die anderen Bücher aus dem Wunderraum Verlag ist auch dieses wieder ein optisches Highlight. Aber auch der Inhalt des Buches konnte mich sehr schnell fesseln, denn der Einstieg gelang mir hier sehr gut. Bianca Marais erzählt ihre Geschichte mit sehr berührenden Worten, der Schreibstil ist fesselnd und bildhaft, so dass ich hier die Begebenheiten der Zeiten der Apartheid sehr klar vor Augen hatte. Gerade mit solchen Momenten, als beschrieben wird, wie Beauty ihre Tochter zwischen all den verletzten Schülern suchte, brachte mich zum Schlucken und bereitete mir Gänsehaut. Denn auch wenn es sich bei Robin und Beauty um fiktive Charaktere handelte, waren die beschriebenen Ereignisse leider real. Ich muss hier zugeben, dass ich zwar weiß, was damals in Südafrika passierte und das es auch lange Jahre dort schwere Kämpfe um die Gleichberechtigung gab, doch wirklich etwas über die Zeit habe ich bisher noch nicht gelesen. Dementsprechend stark konnte mich die Autorin auch mit ihrer Geschichte berühren. Die Autorin nimmt sich zu Beginn sehr viel Zeit, ihre beiden Protagonistinnen und ihr Leben vorzustellen und das diese Beiden aufeinander treffen, dauert wesentlch länger, als der Klappentext es erscheinen lässt. Auch sonst ist die Geschichte eher ruhig erzählt, auch wenn die Ausschreitungen immer wieder zur Sprache kommen. Trotzdem kann der Leser sich sehr gut vorstellen, was passiert ist und wie die äußeren Umstände waren, denn das Erlebte wird hier schon geschildert, zwar geht es nicht in kleine, blutige Details, aber es genügte vollkommen, es nur zu erwähnen, um die schrecklichen Geschehnisse zu verdeutlichen. Aber auch sonst schafft es Bianca Marais zu erklären, wie es so weit überhaupt kommen konnte, gerade wenn sie die kleine Robin erzählen lässt. Die beiden Protagonistinnen erzählen hier abwechselnd in der Ich-Perspektive vom Geschehen. Schnell kann man sich ein gutes Bild über die Beiden bilden. Robin ist lebhaft und wild und wäre so manches Mal gerne ein Junge, während ihre Zwillingsschwester Cat das genaue Gegenteil bildet. Sie ist empfindlich, bricht schneller in Tränen aus und ist auch sonst eher ängstlich. Doch es gibt auch ein Geheimnis um die Zwillinge, welches mich im ersten Moment völlig verblüfft hat, denn dieses Geheimnis habe ich absolut nicht vorausahnen können. Beauty ist eine beeindruckende Persönlichkeit, die ich von Beginn an mochte. Sie ist stark, gebildet und hartnäckig. Sie gibt nicht leicht auf und setzt alles daran, ihre Tochter wiederzufinden. Die Einheit, die Beauty und Robin dann bilden hat mir sehr gut gefallen. Ich mochte die Darstellung sehr, wie Beauty beginnt, auf das Denken der kleinen Robin mit einzuwirken, wie sie es schafft, darzustellen, dass halt doch nicht alle Menschen gleich sind. Das ein schwarzer Arbeiter in einer Miene kein Boy ist, sondern so genannt wird, auch wenn er schon lange kein “Junge” mehr ist. Neben diesen Beiden gibt es noch eine kleine Hand voll weiterer Charaktere, die noch wichtig für die Entwicklung der Geschichte sind. Da wäre zum Einen Edith, Robins Tante, die völlig überfordert ist, mit der Situation, doch ich konnte sie durchaus verstehen. Zum Anderen gibt es Wilhelmina, die Sozialarbeiterin, die mich auch überrascht hat. Mein Fazit Mit Summ, wenn du das Lied nicht kennst, hat Bianca Marais einen sehr gefühlvollen Roman geschrieben, der mich fesseln und auch überzeugen konnte. Trotz des sehr ernsten, sehr schweren Themas der Diskriminierung, schaffte es die Autorin doch auch immer wieder, mich Lächeln zu lassen, vor allem bei bestimmten Handlungen der Protagonistin Robin. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und das ich gerne weiterempfehle.

Weiß zu bewegen

Von: World of books and dreams Datum: 01. June 2018

Südafrika im Jahre 1976, die neunjährige Robin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Johannesburg. Hier bekommt sie nur wenig mit von den Rebellionen und Aufständen gegen die Rassentrennung. Bis es eines Nachts zu einem schrecklichen Vorfall kommt. Ihre Eltern wollten zu einer Party, doch von dieser kommen sie nie mehr zurück. Plötzlich ist das Mädchen allein und hat nur noch ihre Tante Edith, bei der sie nun leben soll. Doch Edith liebt ihr freies Leben und ihren Beruf als Stewardess und kann sich kaum vorstellen, sich nun um ein kleines Mädchen kümmern zu müssen. Nicht weit von Robin entfernt lebt Beauty Mbali, eine verwitwete Lehrerin, die sich nun alleine um ihre Kinder kümmert. Beautys älteste Tochter Nomsa war bei den Studentenaufständen von Sowetho dabei und ist nun spurlos verschwunden. Beauty macht sich auf die Suche nach ihrer Tochter. Meine Meinung Wie auch die anderen Bücher aus dem Wunderraum Verlag ist auch dieses wieder ein optisches Highlight. Aber auch der Inhalt des Buches konnte mich sehr schnell fesseln, denn der Einstieg gelang mir hier sehr gut. Bianca Marais erzählt ihre Geschichte mit sehr berührenden Worten, der Schreibstil ist fesselnd und bildhaft, so dass ich hier die Begebenheiten der Zeiten der Apartheid sehr klar vor Augen hatte. Gerade mit solchen Momenten, als beschrieben wird, wie Beauty ihre Tochter zwischen all den verletzten Schülern suchte, brachte mich zum Schlucken und bereitete mir Gänsehaut. Denn auch wenn es sich bei Robin und Beauty um fiktive Charaktere handelte, waren die beschriebenen Ereignisse leider real. Ich muss hier zugeben, dass ich zwar weiß, was damals in Südafrika passierte und das es auch lange Jahre dort schwere Kämpfe um die Gleichberechtigung gab, doch wirklich etwas über die Zeit habe ich bisher noch nicht gelesen. Dementsprechend stark konnte mich die Autorin auch mit ihrer Geschichte berühren. Die Autorin nimmt sich zu Beginn sehr viel Zeit, ihre beiden Protagonistinnen und ihr Leben vorzustellen und das diese Beiden aufeinander treffen, dauert wesentlch länger, als der Klappentext es erscheinen lässt. Auch sonst ist die Geschichte eher ruhig erzählt, auch wenn die Ausschreitungen immer wieder zur Sprache kommen. Trotzdem kann der Leser sich sehr gut vorstellen, was passiert ist und wie die äußeren Umstände waren, denn das Erlebte wird hier schon geschildert, zwar geht es nicht in kleine, blutige Details, aber es genügte vollkommen, es nur zu erwähnen, um die schrecklichen Geschehnisse zu verdeutlichen. Aber auch sonst schafft es Bianca Marais zu erklären, wie es so weit überhaupt kommen konnte, gerade wenn sie die kleine Robin erzählen lässt. Die beiden Protagonistinnen erzählen hier abwechselnd in der Ich-Perspektive vom Geschehen. Schnell kann man sich ein gutes Bild über die Beiden bilden. Robin ist lebhaft und wild und wäre so manches Mal gerne ein Junge, während ihre Zwillingsschwester Cat das genaue Gegenteil bildet. Sie ist empfindlich, bricht schneller in Tränen aus und ist auch sonst eher ängstlich. Doch es gibt auch ein Geheimnis um die Zwillinge, welches mich im ersten Moment völlig verblüfft hat, denn dieses Geheimnis habe ich absolut nicht vorausahnen können. Beauty ist eine beeindruckende Persönlichkeit, die ich von Beginn an mochte. Sie ist stark, gebildet und hartnäckig. Sie gibt nicht leicht auf und setzt alles daran, ihre Tochter wiederzufinden. Die Einheit, die Beauty und Robin dann bilden hat mir sehr gut gefallen. Ich mochte die Darstellung sehr, wie Beauty beginnt, auf das Denken der kleinen Robin mit einzuwirken, wie sie es schafft, darzustellen, dass halt doch nicht alle Menschen gleich sind. Das ein schwarzer Arbeiter in einer Miene kein Boy ist, sondern so genannt wird, auch wenn er schon lange kein “Junge” mehr ist. Neben diesen Beiden gibt es noch eine kleine Hand voll weiterer Charaktere, die noch wichtig für die Entwicklung der Geschichte sind. Da wäre zum Einen Edith, Robins Tante, die völlig überfordert ist, mit der Situation, doch ich konnte sie durchaus verstehen. Zum Anderen gibt es Wilhelmina, die Sozialarbeiterin, die mich auch überrascht hat. Mein Fazit Mit Summ, wenn du das Lied nicht kennst, hat Bianca Marais einen sehr gefühlvollen Roman geschrieben, der mich fesseln und auch überzeugen konnte. Trotz des sehr ernsten, sehr schweren Themas der Diskriminierung, schaffte es die Autorin doch auch immer wieder, mich Lächeln zu lassen, vor allem bei bestimmten Handlungen der Protagonistin Robin. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und das ich gerne weiterempfehle.

Wahre Freundschaft und Liebe kennen keine Hautfarbe

Von: Klusi Datum: 27. May 2018

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von zwei sehr unterschiedlichen Protagonistinnen erzählt. Da ist einmal die neunjährige Robin Conrad, ein weißes Mädchen, dass in den Siebzigerjahren in behüteten Verhältnissen aufwächst, bis eines Tages ihre Eltern nicht nach Hause kommen, weil sie von Schwarzen getötet wurden. Für Robin ändert sich das ganze Leben, denn sie muss zu ihrer Tante Edith, einer Stewardess, die mit Kindern so gar nichts am Hut hat. Robin fühlt sich allein und verlassen, denn sie hat nicht nur ihre Eltern verloren, sondern auch ihr vertrautes Zuhause und ihr geliebtes Kindermädchen. Von Edith fühlt sie sich nicht angenommen, denn für ihre Tante stellt sich die Frage, wie sie die Zukunft mit ihrer Nichte und ihrem Beruf unter einen Hut bringen soll. Hier kommt Beauty Mbali ins Spiel. Die zweite Ich-Erzählerin ist eine verwitwete Xhosa-Frau und Lehrerin aus der Transkei. Auf der Suche nach ihrer Tochter, die in den Wirren des Aufstands von Soweto verschollen ist, kommt sie nach Johannesburg. Da sie als Schwarze eine Anstellung und einen Ausweis benötigt, um sich in Johannesburg aufhalten zu dürfen, trifft sie ein Arrangement mit Edith, so dass diese weiterhin ihrem Beruf nachgehen kann und Beauty sich in der Zwischenzeit um Robin kümmert. Nach den ersten Annäherungsproblemen entsteht eine innige Freundschaft zwischen Robin und Beauty. Für das neunjährige Mädchen tun sich, durch das abwechselnde Zusammenleben mit Edith und Beauty, völlig neue Sichtweisen auf. Sie lernt, dass man Menschen weder nach ihrer Hautfarbe noch nach ihrer Gesinnung beurteilen kann. Nicht nur sie hat ihre Eltern verloren, nicht nur Schwarze ermorden Weiße, sondern auch umgekehrt werden zahlreiche Verbrechen begangen. So muss Robin erfahren, dass weiße Sanitäter nicht bereit sind, zu helfen, als Beauty schwer erkrankt. Die Handlungsstränge aus Robins und Beautys Sicht sind sehr unterschiedlich. Man lernt die beiden Erzählerinnen sehr intensiv kennen, wobei mich Beauty mit ihren Ausführungen stärker berühren konnte. Robin hat in ihrem jungen Leben schon Schlimmes durchgemacht und schwere Verluste erlitten. Das macht sich zum Teil auch in ihrem Verhalten bemerkbar. Einerseits ist sie verunsichert, andererseits aber auch recht forsch, und so manches, was sie im Lauf der Handlung anstellt, hat leise Zweifel in mir geweckt, denn sie begibt sich in Situationen, die für ein kleines Mädchen doch sehr ungewöhnlich sind. Ihr Verhalten schwankt manchmal zwischen Unvernunft und Altklugheit und bringt ihr so manche tiefschürfende Erkenntnis, was ich ihr, in Anbetracht ihres Alters, nicht immer hundertprozentig abnehmen konnte. Am Ende der Geschichte gab es für mich auch noch ein paar ungeklärte Punkte, aber eine Anmerkung der Autorin lässt mich hoffen, dass Beautys und Robins Geschichte vielleicht eine Fortsetzung haben wird. Insgesamt hat mich dieser Debütroman stark beeindruckt. Er bietet Einblicke in eine Zeit, als in Südafrika noch die Apartheid vorherrschte. Im Roman kommt die Kluft in der Bevölkerung sehr deutlich zum Ausdruck, nicht nur zwischen Schwarz und Weiß, sondern auch zu allen Andersdenkenden. Bianca Marais ist selbst in Südafrika aufgewachsen. Sie wurde im Jahr des Soweto-Aufstands geboren und widmet diesen Roman ihrem schwarzen Kindermädchen Eunice, die ihr etwas sehr Wichtiges beibrachte, nämlich, dass Liebe farbenblind ist. Nicht unerwähnt möchte ich die wunderschöne Ausstattung dieses Buches lassen. Die Ausgaben, die der Wunderraum-Verlag veröffentlicht, sind etwas Besonderes und jeder Band für sich ein kleiner Schatz. Alle Bücher sind mit einem hochwertigen Leinenrücken, einem hübsch bedruckten Lesebändchen und wunderschön farblich abgestimmtem Vorsatzpapier ausgestattet und wirken dadurch sehr edel. Da der Verlag auch besondere Geschichten veröffentlicht, die abseits vom Mainstream, aber gerade darum sehr lesenswert sind, werde ich mich künftig sicher öfter bei den Wunderraum-Neuerscheinungen umsehen.

Eine Geschichte, die noch lange im Herzen nachklingt

Von: Janas Lesehimmel Datum: 23. May 2018

Dieses Buch ist so fantastisch! Wir befinden uns im Südafrika der 70er Jahre. Die Apartheid hat das Land voll im Griff und in Soweto brechen Unruhen aus, die viele Opfer fordern. Zu diesen Opfern gehören auch Beauty und Robin. Robin verliert ihre Eltern und Beauty Tochter ist spurlos verschwunden. Auf der Suche nach ihrem Kind verbinden sich die beiden Geschichten miteinander und nehmen einen mit. Bianca Marais schreibt auf eine Art, die man als poetisch bezeichnen kann. Sie malt wundervolle Bilder mit ihren Worten und die Geschichte berührt einen ganz tief. Sie stellt ein zerrüttetes Land dar, aber zeigt auch, was Liebe und Freundlichkeit bewirken kann. Die Protagonisten sind mutig und liebevoll. Dieses Buch hat mich ganz ganz tief berührt und ich werde es so schnell nicht vergessen!

Der Aufstand von Soweto

Von: monerl Datum: 15. May 2018

Mit dieser Geschichte bringt uns die Autorin zurück in das Südafrika in die Zeit der Apartheid, der Rassentrennung und -diskriminierung. Am 16. Juni 1976 gab es den großen Schüleraufstand in Soweto. Studenten und Schüler demonstrierten gegen die rassistische Bildungspolitik. Der gewaltfreie Protestmarsch wurde jedoch durch immense Polizeigewalt aufgelöst. Dabei wurden viele Demonstranten verletzt und es starben sehr viele Kinder. An diesem Unglückstag, an dem die Unruhen stattfanden und somit die ganze Situation aufgeheizt war, verschwindet Beautys Tochter Nomsa, die, wie viele andere Schüler, auch auf der Demonstration war. Robins Eltern werden an diesem Tag von Schwarzen getötet und machen sie damit zu einer Vollwaise. Eine schwarze, gebildete Lehrerin und ein weißes, kleines Mädchen. Optisch trennt sie alles, doch innerlich sind sie sich näher und ähnlicher, als sie sich zu Beginn vorstellen können. Das Schicksal bringt sie gezwungenermaßen zusammen und zeigt ihnen, dass alle Menschen gleich trauern, den gleichen Schmerz empfinden und gleich lieben. Während Beauty alles in die Wege leitet, um ihre Tochter wiederzufinden, lernt sie weiße Menschen kennen, die sich für Belange von Schwarzen interessieren und eine Gleichheit anstreben. Menschen, die diese Ungerechtigkeit, die Apartheid nicht länger dulden wollen und tatsächlich etwas dagegen tun. Robin indes lernt, dass die negative Einstellung ihrer Eltern zur schwarzen Bevölkerung nicht logisch und auch nicht nachvollziehbar war. Sie können ebenso klug sein wie Weiße, sie haben die gleichen Bedürfnisse und sind auch nicht schmutzig, wenn man sie anständig leben lässt. Robin muss im Laufe der Zeit einige Vorurteile revidieren und lernt Beauty lieben, so sehr, dass sie sie nie mehr wieder hergeben möchte. Bianca Marais gelingt es den Leser ins Geschehen hineinzuziehen. Durch den permanenten Blickwechsel zwischen Robin und Beauty schafft sie Nähe zur jeweiligen Protagonistin herzustellen und dem Leser einen Informationsvorsprung zu geben. Dabei entstehen keine Längen durch unnötige Wiederholungen. Alles passt wunderbar ineinander und die Übergänge sind gelungen und nachvollziehbar. Obwohl ich viel Gefühl für Robin, ihr Schicksal und ihre Schmerzen empfinden konnte, so war sie insgesamt aber immer etwas auf Distanz. Ich konnte keinen tiefen Zugang zu ihr finden, im Gegensatz zu Beauty und auch zu ihrer Tochter Nomsa. So sehr der Roman an vielen Stellen bedrückend und traurig ist, von Tod und Gewalt berichtet, so gibt es auch auch viele Situationen, in denen Hoffnung zu spüren ist. "Gute Menschen gibt es in allen Hautfarben, und sie sprechen viele verschiedenen Sprachen, genau wie böse Menschen. Und manchmal tun gute Menschen Böses, und manchmal sind böse Dinge das Einzige, was die Leute tun können, weil sie es nicht besser wissen." (Seite 311) Die Autorin findet ebenso Platz für den homosexuellen Victor wie auch für die jüdische Familie von Morrie, den Nachbarsjungen und Spielkameraden Robins und gibt ihr somit Halt durch Menschen aus Randgruppen und zeigt auch hier auf, dass wir Vorurteile überwinden müssen und gemeinsam eine neue Zukunft gestalten sollen. Das hat mir sehr gut gefallen und wirkte keinesfalls überladen. Viele Nebenfiguren, die sehr liebevoll ausgearbeitet wurden, geben diesem Roman den letzten Schliff. Das Ende jedoch hätte für mein Empfinden etwas zurückhaltender ausfallen dürfen. Das war ein bisschen zu viel des Guten. Fazit: Ein berührendes Buch über ein schlimmes zeitgeschichtliches Ereignis in Südafrika. Ein Ausschnitt über Ungerechtigkeit und Diskriminierung von Schwarzen, verbunden mit einer schönen Geschichte, die mich sehr unterhalten hat und die sehr lesenswert ist. Nicht nur für Leser, die sich intensiver mit Südafrika beschäftigen wollen.

Tolles Sittenbild Südarfikas zur Zeit der Apartheit

Von: Martinas Buchwelten Datum: 11. May 2018

Dieser nicht nur von außen liebevoll gestaltete Roman glänzt auch mit einem eindrucksvollen Inhalt, der uns nach Südafrika in die 1970er des Apartheitregimes führt. Es ist die Zeit der Rassenunruhen und die Willkür der weißen Minderheit gegenüber der schwarzen Mehrheit. In dieser Zeit wächst die neunjährige Robin in Johannesburg auf. Sie verlebt eine unbeschwerte Kindheit bis ihre Eltern eines Abends von Schwarzen ermordet werden. Robin und ihr schwarzes Kindermädchen Mabel werden auf die Polizeistation gebracht, wo Mabel misshandelt und Robin völlig allein gelassen wird. Ab diesem Zeitpunkt erlebt der Leser den grenzenlosen Hass zwischen den Rassen und die verschiedenen Sichtweisen. Ganz klar wird aufgezeigt, wie Kindern genau das nachplappern und nachleben, was ihnen ihre Eltern vorleben. Obwohl Robin ihr Kindermädchen Mabel über alles liebt, ist es für sie zum Beispiel selbstverständlich, dass Mabel nicht ihre Toilette benutzen darf. Durch den Tod ihrer Eltern ist Robin plötzlich Waise und kommt vorerst zu ihrer Tante Edith. Diese wollte selbst nie heiraten und Kinder und fühlt sich der Verantwortorung nicht gewachsen. Hier kommt Beauty ins Spiel, eine gebildete Xhosa-Frau, die noch eine Ausbildung als Lehrerin machen durfte, bevor es der schwarzen Bevölkerung untersagt wurde. Sie ist Witwe und alleinerziehende Mutter. Sie ist auf dem beschwerlichen Weg von der Transkei nach Johannesburg um ihre vermisste 17jährige Tochter Nomsa zu suchen, die bei der Demonstration schwarzer Schüler in Soweto in den vordersten Reihen stand. Beauty kommt bei Edith unter und kümmert sich großteils liebevoll um Robin. Die sehr unterschiedlichen Lebensumstände von Beauty und Robin werden mit viel Tiefgründigkeit und teilweise sehr dramatischen Szenen dargestellt. Die beiden Hauptprotagonistinnen erzählen aus ihrer Sicht, wobei der Part von Robin oft passend zu ihrem Alter naiv-kindlich daherkommt. Trotzdem sind ihre Aussagen oft unheimlich stark und berührend und zeigen ihre verletzte kindliche Seele. Beauty hingegen ist eine starke Persönlichkeit, die Robin zeigt, dass es weder auf Rasse, Alter oder Religion ankommt, sondern auf Liebe, Familie und Freundschaft. Dabei lässt sie nie ihr Ziel aus den Augen ihre Tochter zu finden und nach Hause zu bringen. Trotz des teilweise traurigen und erschreckenden Inhalts gelingt es der Autorin mit ihrer poetischen Sprache den Leser an die Seiten zu fesseln. Bianca Marais spricht aber nicht nur die Rassenprobleme an, sondern generell über die Ausgrenzung von Randgruppen wie Homosexuellen und Juden. Dazwischen gibt es aber auch witzige Szenen, vorallem zwischen Robin und ihrem Freund Morris, die sich mit der Bedeutung von Fremdwörtern, die sie aufgeschnappt haben, übertrumpfen möchten und äußerst interessante und lustige Bedeutungen dafür von sich geben. Über Südafrika zur Zeit der Apartheit wusste ich viel zu wenig. Ich war zu der Zeit in der das Buch spielt fast genauso alt wie Robin und kann mir kaum vorstellen, was sie alles in diesem Alter durchmachen musste. Einige Passagen haben mich sehr mitgenommen. Unvorstellbar wie brutal gegen Kinder vorgegangen wird oder dass Schwarze keine ärztliche Hilfe (abseits der Hospitals für Schwarze), erhalten, selbst bei einem lebensgefährlichen Herzinfarkt. Das hier der Leitsatz der Ärzte völlig außer Acht gelassen wird, hat mich zutiefst entsetzt. Dieser Roman ist ein Plädoyer gegen Rassismus und Andersartigkeit! Das Buch war bis etwa 100 Seiten vor dem Ende ein absolutes Highlight und hätte von mir 5 Sterne und den "Lieblingsbuchstatus" erhalten. Doch leider hat Bianca Marais das Ende etwas vermasselt. Robin scheint sich die Vorbilder aus ihren Detektivromanen wie "Die schwarze Sieben" und "Fünf Freunde" etwas zu sehr als Vorbild genommen zu haben. Die Autorin verirrt sich hier in einige unglaubwürdige Passagen und wollte wohl etwas mehr Spannung in die Geschichte bringen. Diese Szenen mit Robin haben leider das wunderbare Flair des Romans ein bisschen zerstört. Mich hat es etwas traurig gemacht, denn diese Geschichte ist wirklich etwas ganz besonderes und wird noch lange in meiner Erinnerung bleiben. Schreibstil: Der poetische, feinfühlige und wirklich eindrucksvolle Schreibstil der Autorin hat mich von der ersten Seite an berührt und in die Geschichte versinken lassen. Durch die lebendigen Schilderungen der Begebenheiten und der Gedanken und Gefühle von Beauty und Robin kommt der Leser den beiden Protagonisten sehr nahe. Der Wunderraum Verlag hat sich auf liebevoll ausgestattete Romane mit einem schönen Innenleben, einem Buchrücken aus Halbleinen und einem bedruckten Lesebändchen spezialisiert. Ich habe bereits ein Buch aus dem zum Random House gehörenden Verlag gelesen und war schon bei "Zartbitter ist das Glück" begeistert von diesem Schmuckstück. Auch "Summ, wenn du das Lied nicht kennst" ist wieder eine Augenweide und lässt mich glücklich über den Einband streichen, dessen Grafiken sich daraus erheben. Fazit: Ein wunderbarer Debütroman, der mich berührt und mitgenommen hat in die 1970er Jahre nach Südafrika. Die Autorin hat einen wundervollen poetischen Schreibstil und der Roman wäre ein absolutes Highlight geworden, hätte sie die letzten hundert Seiten nicht etwas zu unglaubwürdig dargestellt. Mit dem abenteuerlichen Ende hat sie dem Buch leider das Flair ein bisschen genommen. Trotzdem eine Leseempfehlung!

Danke

Von: Nicy185 Datum: 09. May 2018

Danke das ich es als Tester lesen durfte. Aber leider hat es meinen Geschmack nicht getroffen.

Wir haben mehr gemeinsam als uns trennt...

Von: nicigirl85 Datum: 01. May 2018

Der Roman aus dem Wunderraum- Verlag sprach mich bereits allein aufgrund seiner Optik und seiner liebevollen Gestaltung an. Beugierig begann ich mit der Lektüre, um mehr über Südafrika zu erfahren. Die Geschichte spielt 1976 zu Zeiten der Rassenunruhen in Südafrika. Auf der einen Seite haben wir die 10 jährige Robin, ein weißes, priviligiertes Mädchen, auf der anderen Seite die farbige Lehrerin Beauty, die aufgrund ihrer Hautfarbe nur als Maid arbeitet und das obwohl sie studiert hat. Das Schicksal führt die beiden ungleichen Protagonisten zusammen, doch haben sie wirklich nichts gemeinsam? Die Handlung spielt ausschließlich in der Vergangenheit und immer im Wechsel begleiten wir mal Beauty und mal Robin, wobei jede in ihrem Part als Ich- Erzählerin agiert. Aufgrund dieser Erzählweise ist man ganz nah dran an den Figuren und erlebt ihre Gedanken- und Gefühlswelt hautnah. Der Roman besticht vor allem durch eine Vielfalt an Wissen zur Arpartheid und dem Leben in Südafrika. Vieles war mir völlig unbekannt, bis auf Nelson Mandela wusste ich noch nicht viel über dieses Land. Besonders an dem Buch ist zudem, dass man ständig das Gefühl hat mitten im Geschehen zu sein. Man hört förmlich die Schreie der Aufständigungen und spürt wie sie unter den Knüppeln der Polizei zu leiden haben. Doch es wird nicht nur die Trennung von schwarz und weiß thematisiert, sondern auch der Umgang mit Juden und Homosexuellen wird aufgezeigt. Bei dem vorliegenden Roman handelt es sich um ein Stück Zeitgeschichte, welches man zwar nicht in einem Rutsch lesen kann, weil man einfach zu sehr emotional berührt, aber dennoch unglaublich gut unterhalten wird. Über die Figur der Robin bekommt man sehr schön mit wie prägend Erziehung und das Erlernen von Vorurteilen sein kann. Wie lax sie mit manchem umgeht und ihren Dreck von den Farbigen wegmachen lässt ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben, schlichtweg weil sie nichts anderes von ihren Eltern gelernt hat, ließ mich ein ums andere Mal schlucken. Bei Beauty wird sehr schnell deutlich was für eine starke Persönlichkeit sie ist. Bereits mit knapp 50 Jahren hat sie schon so viel miterleben müssen, was auch für zwei Leben gereicht hätte. Nicht nur hat sie geliebte Menschen zu Grabe tragen müssen, sondern auch noch an der Unterdrückung der Farbigen zu leiden. Die Autorin hat sehr schön herausgearbeitet, dass trotz diverser, vermeintlicher Unterschiede die Hauptcharaktere so viel mehr gemeinsam haben als sie trennt. Trotz des recht ernsten Themas, gelingt es Frau Marais aber auch immer mal witzige Szenen einzustreuen, damit man nicht allzu sehr von der Handlung runtergezogen wird. Freudig möchte ich da zum Beispiel den Papagei Elvis erwähnen und seine Launen. Fazit: Ein Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch weiterbildet und lange in einem nachklingen wird, einfach weil man über vieles noch nachdenkt oder gar online recherchiert, weil man noch mehr wissen möchte. Klasse!

Berührende Lebensgeschichten zur Zeiten der Apartheid in Südafrika

Von: schnäppchenjägerin Datum: 30. April 2018

Im Juni 1976 findet in Soweto, einem Vorort der südafrikanischen Großstadt Johannesburg, ein Aufstand von Schülern statt, die gegen das rassistische Bildungssystem und das Apartheidsregime des Landes protestieren. Unter den Aufständischen ist auch Beautys Tochter Nomsa, die bisher nichts von dem Engagement ihrer Tochter wusste. Nomsa wohnte bei ihrem Onkel in Johannesburg, um dort zur Schule zu gehen, während Beauty mit ihren Söhnen in einem Dorf in der Transkei lebt und dort als Lehrerin arbeitet. Voller Sorge um ihre Tochter macht sie sich auf den Weg nach Johannesburg, um ihre Tochter zu finden. Dort bekommt sie Hilfe von dem "Weißen Engel" Maggie, die sich heimlich gegen Rassismus stark macht und auf der Seite der Schwarzen ist und die Beauty einen entsprechenden Pass besorgt, um in Johannesburg bleiben zu können. Während der Aufstände werden die Eltern der neunjährigen Robin getötet. Das weiße Mädchen wird daraufhin notgedrungen von ihrer einzigen Verwandten, ihrer Tante Edith, aufgenommen. Diese wollte nie Mutter sein, hat bisher ihre Freiheit und Arbeit als Stewardess genossen. Als sie in Trauer um ihre Schwester und ihre Unabhängigkeit droht, dem Alkohol zu verfallen und bereits die Aufmerksamkeit der Kinderfürsorge erregt hat, begegnet Robin Maggie, die Edith Beauty an die Seite stellt. Beauty ist zwar im Gegensatz zu Robins früherem schwarzen Kindermädchen als "Maid" überqualifiziert, ist ihrerseits aber froh,eine Arbeit zu haben, die sie für ihre Aufenthaltsgenehmigung in Johannesburg braucht. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Beauty bzw. Robin erzählt, verläuft zu Beginn des Romans parallel, bis sich die beiden nach knapp der Hälfte des Romans begegnen. Zunächst ist es eine Zweckgemeinschaft, die auf Seiten Robins von Vorurteilen geprägt ist, die ganz selbstverständlich mit der Unterdrückung der Schwarzen und dem Glauben an die Überlegenheit der eigenen weißen Rasse aufgewachsen ist. Schon bald entwickelt sich durch die lange Abwesenheit von Edith eine Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Beauty und Robin. Die weise und besonnene Beauty hilft Robin über ihre Trauer hinweg, die sich bislang in ihre eigene Fantasiewelt und die Vorstellung von einer imaginären Zwillingsschwester zurückgezogen hatte. Die fiktionale Geschichte von Beauty und Robin wird anschaulich mit historischen Fakten vermischt, so dass die Schicksale aller Beteiligten sehr authentisch sind. Die Grausamkeit des Apartheidsregimes, eine weiße Minderheit, die eine schwarze Mehrheit unterdrückt, wird schonungslos, aber auch unheimlich ergreifend anhand der persönlichen Tragödien geschildert. Auch wenn man als Leser klar für Gerechtigkeit ist und unvorstellbar ist, wie herablassend und minderwertig Schwarze noch in den 70er-Jahren wie persönliche Sklaven behandelt worden sind, leidet man aber nicht weniger mit Robin, die nicht nur ihre Eltern auf brutale Art und Weise verloren hat, sondern zudem von ihrer geliebten Maid Mabel ohne ein Abschiedswort verlassen wurde. Das kleine Mädchen wurde in ihren Grundfesten erschüttert und leidet unter Verlustängsten, die ihr die wankelmütige Edith nicht nehmen kann. Beide Seiten - Schwarz und Weiß - aus Kindessicht und aus Sicht der lebensälteren Beauty sind bewegend geschildert. Trotz der vorwiegend belastenden Themen Tod, Trauer und Gewalt, versetzt einen der Roman in keine bedrückende, traurige Stimmung. Er ist emotional, aber dennoch hoffnungsvoll für ein glückliches persönliches Ende der Protagonisten sowie ein Ende der Missstände - Ziele, für die es sich zu kämpfen lohnt. "Summ, wenn du das Lied nicht kennst" ist ein Roman, der sich optisch durch die besondere Gestaltung als Halbleinen-Hardcover abhebt und großartige Unterhaltung in Form von berührenden Lebensgeschichten vor einem realen Hintergrund der jüngeren afrikanischen Geschichte bietet.

Südafrika in den 70ern

Von: Marianne Muller Datum: 25. April 2018

Robin wächst in einem schönen Vorort von Johannesburg auf. Obwohl sie sich nach mehr Zuneigung von ihren Eltern sehnt, führt sie ein behütetes Leben; bis sie innerhalb von wenigen Stunden die drei Menschen verliert, die ihr am nächsten stehen. Ihre Eltern kommen von einer Feier nicht mehr zurück, und die schwarze Angestellte der Familie, die für Robin eine wichtige Bezugsperson ist, wird brutal verhört, sodass sie sich entschließt zu gehen. Robin hat nur noch eine Verwandte, die Schwester ihrer Mutter, die als Stewardess arbeitet. Diese Tante versucht ihren Beruf aufzugeben, um bei Robin zu bleiben, aber sie findet keine andere Arbeitsstelle und muss nach einigen Wochen wieder zur Arbeit gehen. Zur gleichen Zeit ist eine gebildete, schwarze Frau in Johannesburg, die verzweifelt nach Spuren ihrer 17jährigen Tochter sucht. Die Tochter wurde zuletzt bei Unruhen gesehen, und ist nun spurlos verschwunden. Damit ihre Mutter, Beauty, legal in der Stadt bleiben kann, passt sie nun auf Robin auf, wenn Robins Tante auf Reisen ist. Dabei geht sie weiterhin jeden Hinweis nach, in der Hoffnung ihre Tochter zu finden. Robin musste in ihrem kurzen Leben so viele Verluste hinnehmen. Zuerst hat sie Angst sich an Beauty zu binden, dann möchte sie sicherstellen, dass Beauty immer bei ihr bleibt; bis sie entdeckt, dass Liebe nicht erzwungen werden kann, sondern nur in Freiheit aufblüht. Kann die kleine Robin helfen, dass Beauty ihre Tochter findet? Die Autorin ist selbst Südafrikanerin, die von einer schwarzen Angestellten aufgezogen wurde. Beim Lesen spürt man ihre Liebe zu diesem vielschichtigen Land und den Menschen dort, unabhängig von der Rasse. Robin ist einerseits traumatisiert, weil ihre Eltern von Schwarzen umgebracht wurden, andererseits gewinnt sie Beauty und andere schwarze und farbige Menschen lieb. Sie ringt zuerst mit der Frage, warum schwarze Menschen Weiße töten, muss aber feststellen, dass es umgekehrt genauso geschieht. Nicht die Hautfarbe entscheidet darüber, ob jemand gut oder böse ist. Robin und Beauty, und auch die anderen Charaktere in diesem Buch, wachsen dem Leser schnell ans Herz. Teilweise ist die Erzählung herzergreifend, wenn z.B. Robin auf der Beerdigung am liebsten die Särge ihrer Eltern aufmachen möchte, falls ihre Eltern nicht wirklich tot sind; oder, wenn sie endlich erkennt, dass sie ihre Trauer zeigen kann und sie weinen darf. Das Ende des Buchs ist sehr spannend, denn Robin will einen schwerwiegenden Fehler wiedergutmachen, aber dazu muss sie sich in große Gefahr begeben. Liebevoll erzählt, gibt diese spannende Geschichte viel Stoff zum Nachdenken; über Rassismus, den Wert und die Würde von jedem Menschen, und über das Geschenk der Liebe. Sehr zu empfehlen!

Summ wenn du das Lied nicht kennst

Von: Karin Sibabi Datum: 22. April 2018

Das Buch beschreibt sehr detailliert die Schülerunruhen von Soweto 1976. Man erkennt und spürt das die Autorin in Südafrika am Ort des Geschehens aufgewachsen ist. Die Diskrepanz zwischen den reichen Weissen und der armen schwarzen Bevölkerung ist verständlich beschrieben. Das Vertrauen und Nähe sowie Liebe und Eifersucht keine Frage der Hautfarbe sind hat die Autorin ebenfalls sehr schön dargestellt. Was für mich schwierig war beim Lesen ist die Tatsache,das die Geschichten von Robin und Beauty wie zwei Einzelbücher verfasst sind. Man versteht das die beiden Personen zusammengehören und es ihre gemeinsame Geschichte ist. Aber die Geschichten die beide erzählen haben keine Verbindung ineinander. Es liest sich wie 2 verschiedene Biografien in Kapiteln abgesetzt. Insgesamt ist das Buch dennoch spannend und für jemanden wie mich der direkte Verbindung nach Afrika hat fesselnd. Für mich ist das Buch empfehlenswet

Ein Buch der Hoffnung

Von: Helga Hensel Datum: 19. April 2018

Bianca Marais ist mit „Summ, wenn Du das Lied nicht kennst“ ein wunderschönes, berührendes Buch gelungen. Ein Buch, welches mit seinem wunderschön gestalteten Cover ein richtiger Hingucker und Handschmeichler ist. Marais ist in Südafrika aufgewachsen, so dass eine gewisse biographische Komponente nicht zu verleugnen ist. Mutmaßlich macht dies die Qualität dieses Buches aus, da die Ereignisse rund um den Aufstand in Soweto sehr gut recherchiert zu sein scheinen und harmonisch in die Lebenswege der beiden Protagonistinnen verwoben wurden. Und ungeachtet der brutalen, sinnlosen Gewalt, des Rassismus, der knallharten Fronten, der scheinbaren Unlösbarkeit des Konflikts gelingt es der Autorin, Hoffnung zu wecken, so dass ich mich in dem Buch verlieren kann sowie träumen von einer besseren Welt und hoffen, dass letztlich „alles gut“ wird. Ein Buch, auch angesichts der Konflikte der heutigen Zeit, absolut lesenswert! Für mich auch ein Plädoyer für die Abschaffung sämtlicher, möglicher Schranken auf allen Ebenen zwischen Menschen und Mächten sowie ein notwendiges Zurückbesinnen auf die Liebe, egal wie schlecht die Vorzeichen zu sein scheinen.

G.R.O.S.S.A.R.T.I.G

Von: gawlicksgedanke Datum: 17. April 2018

Zum Inhalt.: Die Leben von Robin und Beauty könnten nicht unterschiedlicher sein. Während die 9-jährige Robin gemeinsam mit ihren Eltern in einem Vorort von Johannesburg lebt, wohnt Beauty gemeinsam mit ihren Kindern in einem kleinen Dorf in der abgeschiedenen Transkei. Kaum ließe sich eine Verbindung zwischen dem kleinen weißen Mädchen und der 50-jährigen schwarzen Lehrerin in Südafrika finden. Bis zu jener schicksalshaften Nacht 1976, in der Robin ihre Eltern verlor und Beauty ihre Tochter. In dieser Nacht beginnt, noch unwissend voneinander, ihre gemeinsame Geschichte. Eine Geschichte geprägt von politischen Unruhen, Vorurteilen, Unwissenheit und mit einer verzweifelten Suche. Beurteilung.: Das Lesen der „Leseprobe“ schaffte es sofort, dass ich der Geschichte von Robin und Beauty gern folgen wollte. Angesprochen durch den leicht zugänglichen Schreibstil der Autorin (trotz des dem Roman zugrunde liegenden schweren Themas der Rassentrennung) war ich bereit und offen für jedes einzelne Kapitel. Robin, das kleine weiße 9-jährige Mädchen lebt unbeirrt ihr Leben. Ein bisschen Träumerin, Abenteurerin und letztendlich Kämpferin. In ihrem jungen Alter erlebt sie Verluste, die man solch einem kleinen Mädchen gern ersparen würde. Da kommt es gerade recht, dass die dunkelhäutige Beauty sich langsam das Vertrauen der Kleinen erkämpft. Doch leider erlebt auch die 50-Jährige gerade einen schmerzlichen Verlust durch das Verschwinden ihrer Tochter Nomsa. Gemeinsam und doch auch irgendwie getrennt finden Beide einen Weg durch ihr Schicksal. Bis zu dem Tag an dem Robin eine fatale Entscheidung trifft, die das Leben aller verändert. Der Autorin gelingt es sowohl die langsam wachsende emotionale Vertrautheit zwischen den einzelnen Charakteren herzustellen, aber auch die Brutalität und die Ablehnung während des Apartheidsystems in Südafrika. Fast erschreckend unangestrengt wird man als Leser mitgenommen an die einzelnen Schauplätze von Hass und Gewalt. Doch es gibt ebenso auch die vertrauten Momente, Hilfe und zwischenmenschliche Nähe die die Autorin ebenso leichtfüssig ihren Lesern in die Vorstellungskraft pflanzt. „Summ, wenn Du das Lied nicht kennst“ ist gleichbleibend interessant mit rasant ansteigender Spannungskurve ab ungefähr der Mitte des Buches. Jedenfalls mein Lesetempo veränderte sich plötzlich schlagartig. Der Autorin ist es gelungen mich an so manche Kleinigkeiten im ganz allgemeinem Umgang mit Menschen (egal welcher Hautfarbe) zu erinnern. Dafür und für dieses großartige Lesevergnügen bin ich sehr dankbar. Fazit: G.R.O.S.S.A.R.T.I.G Kaufempfehlung? Auf jeden Fall!

Sehr bewegend!

Von: Tintenschoen Datum: 16. April 2018

Spielt während der Apartheid in Südafrika: SUMM, WENN DU DAS LIED NICHT KENNST - Bianca Marais ————————————————————— Robin, eine 9jährige weiße Afrikanerin, verliert ihre Eltern während des Aufstands von Soweto. Gleichzeitig macht sich die schwarze Lehrerin Beauty auf die Suche nach ihrer Tochter Nomsa, die seit den Unruhen spurlos verschwunden ist. Das Schicksal führt die beiden zusammen und trotz aller anfänglichen Vorbehalte entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden. Doch wird diese den Vorurteilen und dem Hass um sie herum standhalten können? Bianca Marais, die ebenfalls in Südafrika aufgewachsen ist und von einer schwarzen Maid großgezogen wurde, erzählt eine einfühlsame Geschichte über Liebe und Mitmenschlichkeit in Zeiten, in denen diese abhanden gekommen zu sein scheinen. Sehr lesenswert!

Berührende Geschichte

Von: Tintenschoen Datum: 16. April 2018

Spielt während der Apartheid in Südafrika: SUMM, WENN DU DAS LIED NICHT KENNST - Bianca Marais ——————————— Robin, eine 9jährige weiße Afrikanerin, verliert ihre Eltern während des Aufstands von Soweto. Gleichzeitig macht sich die schwarze Lehrerin Beauty auf die Suche nach ihrer Tochter Nomsa, die seit den Unruhen spurlos verschwunden ist. Das Schicksal führt die beiden zusammen und trotz aller anfänglichen Vorbehalte entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden. Doch wird diese den Vorurteilen und dem Hass um sie herum standhalten können? Bianca Marais, die ebenfalls in Südafrika aufgewachsen ist und von einer schwarzen Maid großgezogen wurde, erzählt eine einfühlsame Geschichte über Liebe und Mitmenschlichkeit in Zeiten, in denen diese abhanden gekommen zu sein scheinen. Sehr lesenswert!

Absolute Leseempfehlung!

Von: sbs Datum: 12. April 2018

Robin ist ein weißes Mädchen und gerade einmal neun Jahre alt, als ihr Leben eine dramatische Wendung nimmt. Auch Beauty hat ein schweres Los. Ihr Mann bereits verstorben, muss sie sich nun Sorgen um ihre Tochter machen. Das Schicksal führt die beiden so ungleichen Menschen zueinander. Beide mögen sich sehr und machen die Sinnlosigkeit der Rassentrennung noch einmal viel deutlicher. Doch ihre gegenseitige Zuneigung bleibt nicht folgenlos… Dieses Buch hat mich auch nach dem Lesen nicht losgelassen und ich glaube, dass wird es auch nie ganz, denn die Geschichte ist so dramatisch, traurig, berührend und trotzdem immer so voller Hoffnung, dass es mir kaum möglich war das Buch mal zur Seite zu legen. So habe ich das Buch auch trotz seiner knapp 500 Seiten an einem Tag gelesen, auch wenn die geschilderten Szenen manchmal wirklich nicht leicht verdaulich waren. Die Sogwirkung war einfach so groß und die Spannung greifbar, sei es beim Aufstand oder auch der Suche nach der Tochter. Der Roman ist zwar fiktiv, aber es könnte sich genauso zugetragen haben und das macht es so eindrücklich. Nicht nur die Stigmatisierung von schwarzen Menschen oder Juden, sondern auch die Probleme der Homosexuellen finden sich in diesem Buch wider. Die zahllosen Vorurteile – auf allen Seiten- werden deutlich, aber auch Möglichkeiten, wie man sie überwinden kann. Daneben sind auch die Protagonisten sehr gut gelungen und es ist interessant aus der Sicht der beiden so unterschiedlichen Protagonistinnen die Geschichte zu verfolgen. So erkennt man auch, wie die Zuneigung nach und nach entsteht und welche Tiefe sie zunimmt. Auch die Nebencharaktere sind stimmig entworfen und runden die Geschichte gekonnt ab. Was mich sehr beeindruckte war der Schreibstil, denn trotz all der schwierigen Szenen und dramatischer Ereignisse bleibt er leicht lesbar, flüssig und angenehm. Nicht selten wird an den richtigen Stellen auch eine große Portion Humor eingestreut. Das Ende bietet noch Möglichkeiten für eine Fortsetzung (die ich unbedingt sehen wollen würde), war aber auch so schon überzeugend. Dieser bewegende Roman über die Apartheid und damit verbundene Verluste, Trauer und Missstände, aber auch Hoffnung, Mut und Liebe ist keine leichte Kost, aber lest einfach selbst, denn es lohnt sich!

Zweifel

Von: Gisimaus Datum: 11. April 2018

Bei diesem Buch bin ich hin und her gerissen. Beim Lesen bekam ich Beklemmungen, bei den Schiklsalen der Kinder/Jugendlichen und ihrem Leid, in einem Land, das auch heute noch vom Rassismus geprägt ist. Ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht. Auf der anderen Seite, welchen Mut und welche Kraft habe Kinder/Jugendliche sich nicht einfach ihrem Schiksal zu ergeben und mit ihrer unbedarften Überzeuung an die Gerechtigkeit, zu kämpfen Schwierig zu lesen ist der Schreibstil. Hier fehlt mir die Flüssigkeit. Auch sind mir zu viele Wöter in "Afrikans" geschrieben, bei denen ich nie weis, wie sie tatsächlich auszusprechen sind.

Ein Roman den man nicht aus der Hand legen kann, der einem aber auch zum Nachdenken bringt. Auf jeden Fall lesenswert!!!

Von: Schmitt Marion Datum: 08. April 2018

Ich muss gestehen, das ich das Buch geschenkt bekommen habe und es selbst anhand vom Cover vermutlich nicht gewählt hätte. Ich war aber ab der ersten Seite sofort mit den beiden Hauptakteuren in ihrer Welt versunken. Ich hatte mich vorher noch nicht wirklich mit den Aufständen im Afrika von 1976 beschäftigt, und dennoch fühlte ich sofort mit Beauty und Robin mit. Die Geschichte wird abwechselnt aus der Sicht von Robin und Beauty erzählt was beim lesen kein Problem ist. Das Buch bringt einem auch ewas zum Nachdenken ob man selbst nicht auch ab und zu nach dem äußeren urteilt. Für mich fünf Sterne wert ! Tolles Buch

Tolles Buch

Von: StephanieP Datum: 05. April 2018

Robin wächst behütet in Südafrika im zwanzigsten Jahrhundert auf. Zur selben Zeit lebt die Witwe Beauty, welche alleine für ihre Kinder aufkommen muss. Die beiden unterschiedlichen Protagonisten treffen durch Zufall aufeinander, als Robins Eltern getötet und Beauty nach ihrer Tochter sucht. Die beiden Protagonisten geben sich Geborgenheit und es entwickelt sich eine innige Beziehung. Doch Robin hat Angst, dass sich Beauty sobald sie ihre Tochter findet, von ihm entfernt. Verzweifelt trifft Robin eine folgenschwere Entscheidung. Bianca Marais Schreibstil ist sowohl flüssig als auch fesselnd. Die beiden Handlungsstränge der Protagonisten wechseln sich ab und erscheinen zunächst sehr unterschiedlich. Im Laufe des Buches werden sie allerdings sehr gelungen zusammengeführt. Die Autorin spielt zu Beginn der Handlung mit Humor, allerdings wird die Geschichte immer ernster. Die Handlung wirkt in keinster Weise konstruiert und konnte mich sowohl fesseln als auch mitreißen. Obwohl das Buch relativ viele Seiten hat, kann die Autorin unnötige Längen und Wiederholungen komplett vermeiden. Die einzelnen Protagonisten sind wirklich authentisch und vielschichtig dargestellt. Besonders gut gefällt mir, dass die Hauptcharaktere aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten kommen und sich ihre Wege dennoch kreuzen. Besonders gelungen finde ich die Darstellung des Rassismus und Hasses gegenüber dunkelhäutigen Menschen zur Zeit der Apartheit. Die Autorin hat es geschafft die damalige Stimmung sehr gelungen und anschaulich darzustellen und zu vermitteln. FAZIT: „Summ wenn du das Lied nicht kennst“ ist mein erstes Buch der Autorin. Es konnte mich vom ersten bis zum letzten Kapitel fesseln und begeistern. Besonders die Darstellung der damaligen Stimmung in der Gesellschaft konnte mich überzeugen. Daher vergebe ich 5 Sterne und werde auch in Zukunft gerne zu Büchern der Autorin greifen!

Apartheid in Südafrika

Von: Angela Busch Datum: 05. April 2018

INHALT: Der Hintergrund dieses aufwühlenden Romanes ist historisch belegt ! Soweto/ Südafrika 1976. Farbige Kinder und Schüler demonstrieren für ihre Sprach-Freiheit und gegen das unmenschliche Apartheidsystem in ihrem Land. Einhundert Kinder und Jugendliche , darunter 12 jährige, werden von der Polizei gnadenlos in einer Kirche niedergemetzelt, in der sie sich verschanzt hatten. Die siebzehnjährige Nomsa ist eine der Organisatorinnen des Aufstandes und wird vermisst. Ihre Mutter Beauty , eine 50 jährige farbige Lehrerin, die in einem kleinen Dorf in der abgeschiedenen Transkei in traditioneller Weise lebt und arbeitet, reist nach Johannesburg um ihre verschollene Tochter zu suchen. Gleichzeitig verliert die weisse 9 jährige Robin auf grausame Art ihre Eltern. Sie werden während dieser Unruhen von Farbigen ermordet. Robin kommt in die Obhut ihrer Tante Edith , die den Mutter- und Elternpart aber nicht übernehmen möchte. Ein schwarzes Kindermädchen soll sich während der zeitweiligen Abwesenheit von Tante Edith (sie ist Stewardess) um die traumatisierte Robin kümmern. Es ist die farbige Beauty. MEINE MEINUNG: Der für mich interessant klingende Titel aus dem Wunderraum Verlag hatte mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Die Erklärung des Titels erfolgt übrigens in einer tragischen Situation für die kleine Robin. Die wunderschöne Aufmachung mit grünen Blüten und fliegenden Vögeln auf dem Cover hat zu meiner Anfrage geführt. Der Schreibstil der Autorin mit südafrikanischen Wurzeln fesselte mich sofort. Bildhaft und zärtlich werden glückliche Szenen und Momente aus Robins Familienleben im Kopf des Lesers aufgerufen . Doch diese Idylle verändert sich sehr schnell. Plötzlich beschreibt die Autorin das Unfassbare, weitab von Robins heiler Kinderwelt. Die Grausamkeit der damaligen Rassentrennung tritt offen und hässlich zu Tage. Blutvergiessen, Mord, Hass und Gewalt bestimmen den Alltag der Menschen. Die Armut und das Elend der Arbeiter in den Goldminen werden plastisch und schonungslos von der Autorin geschildert. Sechzehn Stunden unter Tage waren keine Seltenheit für die farbigen Arbeiter. Der Befreiungskampf für die Rechte der farbigen Bevölkerung nimmt einen unschönen Verlauf. Bespitzelung, Denunziation der Farbigen und der auf ihrer Seite und für ihre Rechte mitkämpfenden weissen Menschen, sind normale Verhaltensweisen und es entsteht ein tiefer Graben in diesem Land zwischen den Menschen. Das paranoide Verhalten eines grossen Teils der weissen Bevölkerung wird sichtbar und ist für unsere heutige Vorstellungswelt von Familie innerhalb einer Gesellschaft kaum nachvollziehbar. Auf der einen Seite wird dem schwarzen Personal sogar die Betreuung der Babys anvertraut, aber ein gemeinsames öffentliches Leben für einfachste Situationen zwischen weissen und farbigen Menschen darf es nicht geben. Die Autorin hat in dieses fiktive Romangeschehen eigene authentische Erfahrungen mit dem Leben in Südafrika und dem Umgang mit der Rassentrennung verflochten. Das ist ihr ganz perfekt gelungen! Sie ist auch von einer farbigen Maid ( Ausdruck für ein Kindermädchen) liebevoll betreut worden und berichtet ehrlich und gefühlvoll von dieser glücklichen Zeit in ihrem Leben Dass das Personal nur einmal im Jahr zur Familie reisen durfte und fremde Kinder statt der eigenen betreuen musste, beschämt sie im Nachhinein sehr und sie ist am Ende des Buches noch einmal intensiv in einem Extraartikel auf dieses eine Problem von vielen anderen eingegangen. Eine Landkarte am Ende des Buches zeigt die verschiedenen Provinzen auf. Das ausführliche Glossar mit Spezialbegriffen hilft dem Leser sich im Buch und Text zurechtzufinden. In Südafrika gibt es allein elf offizielle, verschiedene Sprachdialekte. Dieses Buch hat mich emotional sehr aufgebracht beim Lesen, traurig gemacht, Hoffnung auf Veränderung aufgezeigt und Verständnis für alle Seiten des Konfliktes geweckt. Es war eine dunkle Zeit, die von der Autorin genauestens beschrieben wurde, damit sie nicht vergessen wird. Meine Leseempfehlung: FÜNF ***** grossartige Sterne für diesen wichtigen und mitfühlenden Roman. Herzlichen Dank an die Autorin und den Wunderraum Verlag für dieses Rezensionsexemplar !

Summ, wenn du das Lied nicht kennst

Von: nordlaenderin Datum: 03. April 2018

Der erste Eindruck von Bianca Marais Roman hätte besser kaum sein können: Das Buch ist wundervoll gestaltet und macht einen äußerst hochwertigen Eindruck. Auch ihr Schreibstil ist flüssig und liest sich sehr angenehm. Die Geschichte selbst fesselt sofort und lässt einen durchweg mit der 9jährigen Robin mitfühlen und mitleiden. Gerade den Anfang in ihrer doch recht ungewöhnlichen Familie fand ich sehr interessant. Die Thematik rund um die Apartheid in den 70er Jahren in Südafrika ist ebenfalls gut und (z.T.) sehr eindringlich beschrieben. Wirklich Fahrt nimmt die Geschichte jedoch erst auf, als Robin über ihre Tante auf die "Maid" Beauty trifft und mit ihr gemeinsam auf die Suche nach ihrer verschollenen Tochter geht. Ab hier und bis zum Schluss schwebt ein schreckliches Geheimnis über dem Mädchen, dass doch endlich irgendwo angekommen zu sein schien! Insgesamt ein gelungener Roman, der an verregneten Abenden auf dem Sofa mit einer Tasse Tee wunderbar zu lesen ist.

Einfühlsamer Schreibstil mit berührender Handlung

Von: claire_silver Datum: 02. April 2018

Das Cover wirkt auf den ersten Blick unauffällig, aber wenn man genauer hinsieht, erkennt man seine wahre Schönheit. Die Gestaltung ist einfach wundervoll. Die Vögel und Blumen harmonieren mit ihrem grünen Farbton sehr gut mit dem bräunlichen Hintergrund. Das Buchcover gefällt mir optisch sehr gut. Es enthält einen festen Einband, ein Lesebändchen und einen farblich abgestimmten Buchrücken. Die Aufmachung des Buches ist hochwertig und mit liebevollen Details verziert. Die Handlung ist herzergreifend und berührend zugleich, die Autorin Bianca Marais nimmt uns mit in das Apartheidsregime der 70iger Jahre in Südafrika. Innerhalb der Handlung lernt man die zwei Seiten von Südafrika kennen. Eine weiße Familie, der es gut geht und die in einer glücklichen Welt aufwachsen. Und die schwarze Familie, die unterdrückt wird und hart für ihr Geld arbeiten muss, weil sie in ärmlichen Verhältnissen leben. Mit der Sprache schafft die Autorin eine berührende und einfühlsame Atmosphäre, in der man die heile und die traurige Welt der beiden Familien miterlebt. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt und zwar von Robin und Beauty. Robin ist ein neunjähriges Mädchen, das aus einer weißen Familie stammt. Aber diese wurden während des Aufstandes in Soweto ermordet. Dieser Schüleraufstand begann als friedliche Protestaktion und forderte zahlreiche Todesopfer. Beauty ist eine Witwe, die mit ihren zwei Kindern in der Transkei lebt. Sie ist eine Schwarze. Aufgrund der Umstände in Soweto will sie ihr drittes Kind namens Nomsa nach Hause holen, um sie vor weiteren Gefahren zu schützen. Nachdem Tod ihrer Eltern wird Robin von ihrer Tante Edith aufgenommen. Edith ist eine freiheitsliebende Frau und fühlt sich der Verantwortung nicht gewachsen, sodass sie das Kind Beauty anvertraut. Der Einstieg in die Handlung ist mir durch den leicht verständlichen und flüssigen Schreibstil sehr einfach gefallen. Die Geschichte hat mich seit der ersten Seite in ihren Bann gezogen. Es ist ein interessanter Schreibstil, in dem sie Sprache und Stilmittel gezielt einsetzt. Ich finde diesen sehr angenehm, spannend, einfühlsam und passend zur Handlung. Damit gelingt es der Autorin, sich in die unterschiedlichen Stimmungen, Verhältnisse und Emotionen innerhalb der zwei vorgestellten Familie hineinzuversetzen. Zwei Personen, die durch das Schicksal vereint werden. Eine berührende Geschichte von Schwarz und Weiß - mit tollen Charakteren und einen tollen Verlauf von den Entwicklungen der Figuren – die zum Nachdenken anregt und unter die Haut geht.

Apartheid – Rassentrennung in Südafrika

Von: Herbstrose Datum: 02. April 2018

Zum Inhalt: Südafrika 1976. Als Tochter eines englischen weißen Ehepaares wuchs die 9jährige Robin Conrad bisher relativ unbeschwert unter der Obhut des schwarzen Hausmädchens Mabel in Boksburg bei Johannesburg auf. Dies änderte sich abrupt, als ihre Eltern beim Aufstand in Soweto ermordet wurden und Mabel spurlos verschwand. Jetzt muss sich Tante Edith um Robin kümmern, doch die ist Flugbegleiterin und naturgemäß wenig zu Hause. --- Zur selben Zeit macht sich in der Transkei die schwarze Lehrerin Beauty Mbali vom Stamme der Xhosa auf den beschwerlichen Weg nach Johannesburg, um dort ihre Tochter zu suchen und heimzuholen. Die 17jährige Nomsa wird seit den Unruhen in Soweto vermisst. --- Durch einen glücklichen Umstand trifft Edith auf Beauty und kann sie davon überzeugen, als Kinderfrau für Robin bei ihr einzuziehen. Das traumatisierte Mädchen fasst bald Vertrauen zu Beauty und entwickelt eine innige Beziehung zu ihr. Aber Beauty sucht weiterhin verzweifelt nach ihrer Tochter - und Robin befürchtet wieder verlassen zu werden, sollte Beauty diese finden… Zur Autorin: Bianca Marais wurde 1976, im Jahr des Soveto-Aufstandes, in Südafrika geboren, wuchs in Johannesburg auf und siedelte 2012 mit ihrem Ehemann, vier Haustieren und zwei Koffern um nach Toronto, um dort Creative Writing zu studieren. 2014 veröffentlichte sie ihre erste Kurzgeschichte, 2017 erschien der vorliegende Roman in Englisch und 2018 in deutscher Sprache im neu gegründeten Wunderraum Verlag in sehr ansprechender Aufmachung. Was man wissen sollte: Von 1949 bis 1992 herrschte in Südafrika die Rassentrennung. Während die weißen Bewohner alle Rechte hatten und die Politik bestimmten, lebten die anderen Volksgruppen unterdrückt. Es war Nicht-Weißen untersagt, in denselben Gegenden zu wohnen wie die Weißen, mit ihnen auf dieselben Schulen zu gehen, dieselben Verkehrsmittel, dieselben Lokale und sogar dieselben Toiletten zu benutzen. Um den Weißen keine Konkurrenz zu machen, durften Schwarze nur ungelernte Arbeiten verrichten. Ehen zwischen Schwarzen und Weißen waren verboten. Es war Schwarzen auch untersagt, eigene Parteien zu gründen, usw. … Leseeindruck: Ein Stück Zeitgeschichte, das viele Menschen verdrängt oder nicht bewusst wahrgenommen haben, greift die Autorin mit diesem Roman auf. Sie lässt zwei Personen, ein weißes Mädchen und eine schwarze Frau, aus ihrer jeweiligen Sicht erzählen. Durch die Zuneigung, die beide füreinander empfinden, wird die Brutalität und Sinnlosigkeit der Rassentrennung besonders deutlich. Beeindruckend auch die Geschichte von Maggie, einer weißen Frau, die mit ihrem Mann im Untergrund gegen die Apartheid kämpft. Der Schreibstil ist bemerkenswert intensiv, emotionsgeladen und lebendig. Das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Ich habe mit den Protagonisten gelitten, mit ihrem Schicksal gehadert, war empört und schockiert. Dass ein 9- bzw. 10jähriges Mädchen manchmal sehr altklug und wie eine Erwachsene denkt und handelt erklärt sich am Ende, als Robin sagt: Damals wusste ich nicht, was die Zukunft bringen würde … (S. 484). Auf eine Fortsetzung, worüber ich mich sehr freuen würde, lässt folgender Satz hoffen: Aber das ist eine andere Geschichte, die ein andermal erzählt werden soll. (S. 485). Fazit: Traurig, berührend, schockierend, aber immer voller Hoffnung, mit einem Thema, das durch die vielen ausländischen Mitbürger aktueller denn je ist. Absolut lesenswert!

Summ, wenn du das Lied nicht kennst

Von: Miss.mesmerized Datum: 02. April 2018

Südafrika, 1976. Das Land ist durch die Apartheit klar geteilt, die Rollen der Schwarzen und Weißen unumstößlich festgeschrieben und wenn sich ihre Wege kreuzen, weiß jeder, wo er steht. Doch die kleine Robin muss schon jung miterleben, dass womöglich doch nicht alles in Stein gemeißelt ist. Als ihre Eltern von Schwarzen ermordet werden, kommt sie bei ihrer recht progressiven Tante Edith unter. Diese ist gänzlich ungeeignet, sich um ein Kind zu kümmern und möchte auch ihren Job als Stewardess nicht aufgeben. Eine Lösung finden sie in Beauty, einer schwarzen Lehrerin aus der Transkei, die in Johannesburg nach ihrer Tochter sucht, die sich dem Kampf gegen die Unterdrückung angeschlossen hat. Im Laufe der Zeit lernt Robin, dass es Gut und Böse auf beiden Seiten gibt und dass im Leben nicht die Hautfarbe das Entscheidende ist. „Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ ist ein etwas sperriger Titel, der sich jedoch recht schnell im Roman erklärt. Letztlich ist es das, worum es geht: sich im Leben zu helfen wissen und sich mit der Situation zu arrangieren. Dies ist jedoch im Apartheits-Setting Südafrikas nicht ganz einfach, der Autorin ist jedoch gelungen, eine passende Perspektive zu finden, um die Positionen klar zu machen, ohne sich einseitig gegen die Unterdrückung zu stellen. Durch Robins kindlich-naiven Blick, der Dinge erst einmal als gegeben nimmt, was sie aber nicht daran hindert, sie zu hinterfragen, kann sie umso besser unterstreichen, wie absurd die Vorurteile waren. Die beiden Protagonistinnen könnten verschiedener nicht sein: nicht nur ihre Hautfarbe trennt sie, auch das Alter und ihre gesellschaftlich zugewiesenen Rollen sollten eigentlich jede Art von Zuneigung verhindern. Doch beide, Robin wie Beauty, sind einfach Menschen, was sich positiv in Bezug auf ihre Freundschaft auswirkt, wie auch negativ, indem sie ihren Emotionen folgen und so Fehler machen. Beide sind auf ihre Art jedoch sympathisch und tragen die Handlung. Besonders gut gefallen hat mir, dass nicht nur die Unterdrückung der Schwarzen thematisiert wurde, sondern auch Juden und Homosexuelle als Randgruppen und Opfer von Ausgrenzung und Gewalt thematisiert wurden. Selten ist es in einem Unterdrückungsstaat nur eine Minorität, die den Anfeindungen ausgeliefert ist. Trotz der Ernsthaftigkeit der Geschichte wird diese mit einem lockeren, oft sogar lustigen Ton erzählt, was nur unterstreicht, dass es keinen Sinn macht, den Kopf in den Sand zu stecken, egal wie verzweifelt man ist. Ein gelungener Roman, der zudem vom Verlag wunderschön gestaltet wurde und so auch optisch richtig etwas hermacht.

Eine bewegende und aufwühlende Geschichte über Liebe und Hass

Von: literatursalon Datum: 28. March 2018

Dies ist die Geschichte der 9-jährigen Robin, die während des Aufstandes in Soweto im Jahre 1976 ihre Eltern verliert und von da an bei ihre Tante lebt. Da diese als Stewardess arbeitet, wird Beauty als Kinderfrau für das traumatisierte Mädchen engagiert. Auch deren Schicksal ist durch die Ereignisse in Südafrika geprägt. Als Robin deshalb fürchtet, nach ihren Eltern auch die neu gefundene Vertraute wieder zu verlieren, begeht sie einen folgenschweren Fehler... Bianca Marais Romandebüt hat mich innerlich zutiefst aufgewühlt! "Summ wenn du das Lied nicht kennst" berichtet nicht nur über die äußerst emotionalen und berührenden Schicksale von Robin und Beauty, sondern erzählt auch die Geschichte "einer Welt, in der Leute gehasst und angegriffen wurden, weil sie nicht die richtige Hautfarbe hatten, nicht die richtige Sprache sprachen, nicht den richtigen Gott anbeteten oder die richtigen Leute liebten; eine Welt, in der Hass die Umgangssprache und Backsteine die einzigen Worte waren."

Interessanter Roman - leider mit Schwächen

Von: Forti Datum: 26. March 2018

Beauty und Robin leben beide 1976 in Südafrika, aber da hören die Gemeinsamkeiten der beiden auch schon auf. Unterschiedliches Alter, aber vor allem unterschiedliche Hautfarbe - so ergeben sich zwei grundsätzlich unterschiedliche Lebensrealitäten. Die junge weiße Robin wächst behütet auf und übernimmt unbewusst das rassistische Verhalten ihres Umfeldes. Die schwarze Lehrerin und Mutter Beauty kennt dagegen die andere Seite des Apartheid-Regimes in Südafrika: Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Gewalt. Durch Zufall treffen die beiden zusammen und verändern die Weltsicht des jeweils anderen. Die Geschichte der Beziehung der beiden zueinander war laut Autorin der Ausgangspunkt dieser Geschichte. Hinzu kommen der Umgang mit Trauer bei Robin und ihrer Tante, die Suche nach Beautys Tochter und einige Nebendarsteller mit unterschiedlichen Hintergrundgeschichten. So ergibt sich ein intensiver Einblick in das Leben in Südafrika während des Apartheid-Regimes, der für mich berührend, oftmals schockierend und auch erkenntnisreich war. Allerdings: bis kurz vor Ende konnte ich die sich oftmals gar nicht kindlich benehmende 10-jährige Robin und das Kaleidoskop an Nebendarstellern noch als literarische Verdichtung akzeptieren, aber dann wurde es am Schluss stellenweise fast schon absurd. Positiv ausgedrückt könnte man das Beschriebene wohl als Hommage der Autorin an Romane über Kinder-Detektive, wie die Fünf Freunde-Bücher, sehen, die Robin auch gerne liest. Für mich war das aber etwas viel und hat den grundsätzlich positiven Eindruck dieses Romans leicht getrübt. Ein Roman mit spannendem, bewegendem Thema und sympathischen Protagonisten, der aber etwas über das Ziel hinaus schießt. Das Buch hat einen verhältnismäßig umfangreichen Anhang, den man sich gerne auch schon während der Lektüre des Romans anschauen kann.

Toll geschriebenes, einfühlsames Buch

Von: Mike Geis Datum: 12. March 2018

Beauty ist eine Schwarze in der ländlichen Transkei in Südafrika, mit ihren beiden Söhnen lebt. Sie ist Lehrerin. Ihre Tochter ist in Johannesburg, um dort zu studieren. Sie bekommt von ihrem Bruder, der ebenfalls in Johannesburg lebt, die Nachricht, dass sie schnell kommen solle, da ihre Tochter in Gefahr sei. Robin ist die Tochter eines englischen Ehepaares, die mit ihrer imaginären Zwillingsschwester Cat in einer behüteten Weißensiedlung in Johannesburg lebt. Es ist das Jahr 1976 - das Jahr der Rassenunruhen im Mutterland der Appartheit. Zwei Personen, die nichts miteinander gemein haben. Dennoch bringt das Schicksal sie beide zusammen. Robins Eltern werden während des Aufstandes in Soweto getötet. Beautys Tochter gehört zu den Aufständigen. Auf der Suche nach ihrer Tochter geräd sie in die Ziellinie der Ermittler und muss sich verstecken. Durch die Vermittlung der weißen Maggie kommt sie als "Maid", als Haushaltshilfe, in den Haushalt von Edith. Diese ist die Tante Robins, die diese aufgenommen hat. Der Roman zeigt in sehr klaren Bildern, aus zwei verschiedenen Sichtweisen die Vorgänge des Jahres 1976 in Südafrika. Einmal das etwas naive Bild der neunjährigen Robin und zum anderen das Leben der schwarzen Bevölkerung dieses Landes. Selbst wer sich nicht übermässig für die Geschichte dieses Landes interessieren sollte, wird in diesem Buch einen sehr schön und einfühlsam geschriebenen Roman finden. Er verurteilt keine Seite. Er beschreibt spannend und interessant die Geschichte. Ich kann das Buch nur empfehlen, dass ich in kürzester Zeit las.