Angelika Waldis

Ich komme mit

Ich komme mit Blick ins Buch

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Seit 42 Jahren wohnt Vita Maier in dem Haus in der Torstraße 6. Als junge Mutter ist sie hier eingezogen. Doch längst ist der Sohn aus dem Haus, der Mann unter der Erde. Für ihren Nachbarn, den Studenten Lazy, ist Vita die Alte von oben, denn für Lazy gibt es nur seine Freundin Elsie. Doch so plötzlich, wie die Liebe kam, und ebenso heftig, kommt die Krankheit. Sie verscheucht Elsie und die Zukunft. Im Treppenhaus liest Vita einen mageren, erschöpften Lazy auf und nimmt ihn zu sich, um ihn mit Wurstbroten aufzupäppeln. Eine ungewöhnliche, lustige und seltsam innige Freundschaft entsteht. Dann kommt der Tag, an dem ein neues Blutbild die Zuversicht kaputt macht. »Ich steige aus«, sagt Lazy. »Ich komme mit«, sagt Vita. Und so begeben sich zwei Lebensmüde auf eine verrückte letzte Reise.

Leben ist mehr als man denkt

Von: Ruby Datum: 13. January 2019

In diesem Buch warte auf den Leser eine Geschichte über eine Freundschaft, die ungleicher nicht sein könnte. E geht um Vita, die mit 72 Jahren inzwischen alleine in der Wohnung ist. Ihr Sohn ist weg und sie hat viel zu viel Zeit. Dann gibt es da Lazy, ihren Nachbarn, der keine Zeit mehr hat. Er ist krank und ahnt bereits, dass sein Ende schon gekommen ist. Als sich die Wege dieser beiden Menschen kreuzen, ist das der Grundstein für eine tiefe, einfühlsame Geschichte voller Lachen und Tränen. Der Stil der Autorin reißt einen einfach mit und manchmal braucht man wirklich ein Taschentuch. Und man hofft, das vielleicht doch noch alles gut wird, denn man hat sie alle so schrecklich lieb gewonnen. Vom besonderen Stil der Autorin sollte man sich übrigens nicht abschrecken lassen. Gebt ihm ein paar Seiten. Man ist schnell drin und liest dieses tolle, lebensbejahende Buch. Gerade weil die Figuren so viel Galgenhumor besitzen und es nicht depressiv wird, wird einem so warm ums Herz.

entwickelt sich von Seite zu Seite zum interessanten Buch - sehr lesenswert

Von: Rummi Datum: 29. September 2018

Das erste Kapitel im Buch über die Begegnung von Vita und Lazar las sich zäh, doch mit jedem Kapitel wuchs die Spannung. Die Geschichte über zwei Menschen, eine ältere Frau, die von ihrem Leben nichts mehr erwartet und die Tage nur noch „abarbeitet“ und ein junger Mann, dem eine Krebserkrankung einen Strich durchs Leben macht, treffen aufeinander. Unterschiedlicher könnten die Charaktere nicht sein, doch in Ihrer Einsamkeit wachsen sie zu eine Fürsorgegemeinschaft zusammen und beide gewinnen durch diese Freundschaft. Auch wenn im Buch das Leid und die Schmerzen, die der krebskranke Lazar aushalten muss, intensiv dargestellt werden und beide letztendlich ihre gemeinsame Reise ins Jenseits planen, überwiegen die traurigen Episoden nicht im Buch. Die Wortspiele die sich Lazar und Vita täglich liefern und die Situationskomik lässt dem Leser oft schmunzeln. Sehr lesenswert – auch der offene Umgang mit dem Thema selbstbestimmter Tod gefällt mir .

Ein literarisches Muss!

Von: Lulu Datum: 24. September 2018

Angelika Waldis hat mit "Ich komme mit" ein unglaublich berührendes und nachdenklich machendes Buch geschrieben. Sie hinterfragt den Sinn des Lebens und ihre Protas versuchen ihn zu finden. Doch er ist simpel. Einfach Leben. Die Freundschaft zwischen Vita und Lazy könnte verrückter nicht sein und doch ist sie so unglaublich schön und ehrlich. Für jeden der mit schweren Zeiten zu kämpfen hat, ein Lese-muss!

Pointiert

Von: Valerie Süßmuth Datum: 20. September 2018

Uff. So dünne dieses Buch ist (auf dem Ebook Reader sogar nur rund 150 Seiten) so eindrücklich und direkt ist es auch. Der Schreibstil ist sehr speziell, absolut auf den Punkt, es wird genauso geschrieben wie man auch denken oder sprechen würde. Das macht das ganze sehr eindringlich, sehr ehrlich und ich finde auch, absolut passend zur Thematik, die in diesem Buch vorkommt. Ich brauchte durchaus ein paar Seiten bis ich in diesem Erzählstil drin war- so schonungslos und pointiert, wie er ist. In diesem Fall aber durchaus sehr positiv. Um ehrlich zu sein, die beiden Hauptfiguren des Romans, Vita und Lazy, fand ich zunächst beide nicht besonders sympathisch. Im Laufe der Zeit jedoch gewann ich sie lieb. Beide sind gebeutelt vom Schicksal, beide haben ihr Päckchen zu tragen. Und dennoch finden sie einer skurrilen Freundschaft zueinander, die sich ohne diese Päckchen wohl niemals entwickelt hätte. Und beide beschließen, alles hinter sich zu lassen und einem irrwitzigen Plan zu folgen. Ich liebe solche Bücher- sie zeigen, dass es nie zu spät für Abenteuer oder das Erfüllen von Träumen ist, und haben sowas leicht philosophisches, das sich aber still und leise im Hintergrund hält. Und ganz besonders gerne lese ich von mehr oder weniger unmöglichen Freundschaften. Dieses Buch ist eine Perle- obwohl es ziemlich vorhersehbar ist gilt hier: Der Weg ist das Ziel. Man sollte den Weg zum Ende einfach genießen und sich hin und wieder zurücklehnen, um das Gelesene auf sich wirken zu lassen. Ganz sicher ist dieses Buch nicht für jeden was- ich würde sagen, definitiv eher für eine nachdenkliche, philosophisch angehauchte Zielgruppe. Dann aber wird man sicher seinen Spaß daran haben!

Interessante Idee

Von: Anna96 Datum: 17. September 2018

Das Buch handelt von einer älteren Dame und einem leukämiekranken Studenten, die sich nach einigen Schwierigkeiten besser kennenlernen und sich auf eine Reise begeben, die sie zu guten Freunden macht. Die Geschichte an sich ist eine schöne Idee und gerade mit dem Charakter von Lazy - dem Studenten - konnte ich sehr mitfühlen. Auch wenn der Schreibstil zu Beginn nicht ganz mein Fall war, hab ich das Buch am Ende nicht aus der Hand legen können. Schade fand ich, dass es teilweise Details aus den Leben der beiden gab, die nicht weiter aufgegriffen wurden bzw. wo die Bedeutung für die Handlung nicht allzu wichtig erschien. Das Ende des Buches war überraschend und hat sehr zum Weiterdenken angeregt und verlangt nach einer Weiterführung der Geschichte. Wer sich gerne mit dem Thema von Krankheit und Vergänglichkeit auseinandersetzt, ist bei diesem Buch genau richtig und sollte sich die Zeit nehmen es zu lesen!

Ich komme mit

Von: Lilli Datum: 11. September 2018

Zuerst war ich ein bischen enttäuscht, schien mir merkwürdig geschrieben und auch ein bischen langatmig am Anfang. Aber bei weiterem lesen war man mehr und mehr gefesselt von den Personen und wollte wissen ob sie die letzte Reise antreten oder nicht. Am Ende siegt doch das Leben. Auch erklärt sich im Laufe des Buches die Schreibweise in ich Form immer mehr. Aufjedenfall lesenswert!!!!!

Großartig

Von: Janine Gimbel Datum: 07. September 2018

Einsam geworden ist es in Vitas Wohnung in der Torstraße 6. Erst ist ihr Sohn ausgezogen, dann ihr Mann verstorben. Nun ist Vita Maier 72 und hat sehr viel Zeit. Immer wieder läuft sie ihrem Nachbarn Lazar, genannt Lazy, über den Weg. Er ist das krasse Gegenteil von Vita: Zwanzig Jahre alt, Student – nur Zeit, Zeit hat er keine. Denn Lazy leidet an einer schweren Krankheit und Zeit bleibt nicht mehr viel, bis die Chemo endlich anschlagen muss. Vita nimmt sich seiner an, lädt ihn erst zum Frühstück, dann zum Mitwohnen ein. Und aus den beiden ungleichen Menschen wird ein Team, das nur allzu oft über das Leben philosophiert. „Ich komme mit“ sprüht vor Wortgewaltigkeit, vor Tiefe zwischen den Zeilen. Lazy und Vita entwickeln mit der Zeit ein Ritual, in dem sie über das Leben philosophieren. Einer sagt ein Zitat über das Leben, der andere antwortet: „‚Warum sagst du nichts?‘, ruft Maier vom Sofa aus. ‚Leben ist Wärme im Hundeohr‘, sag ich. Maier scheint zu überlegen. ‚Leben ist Melodie erkennen im Summen des Kühlschranks‘, sagt sie dann.“ (Zitat Kapitel 9) Obwohl sich Vita und Lazy vom Alter her nicht nahe sind, hat das Leben doch beide gezeichnet. Aus Vita ist eine resolute Persönlichkeit geworden, sie steht allein ihre Frau und ist für ihre 72 Jahre noch sehr rüstig. Lazy hat das Leben schon so gut wie aufgegeben. Seine große Liebe hat sich von ihm getrennt, die Krankheit bestimmt seine Existenz. Abwechselnd wird aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren berichtet. Und dabei schließt man sie beide so sehr ins Herz, dass das Abschiednehmen am Ende wirklich schwierig ist. Von der ersten Zeile an sind die beiden Figuren sehr sympathisch gezeichnet, haben aber dennoch ihre Ecken und Kanten. Letztlich begeben sich Vita und Lazy auf eine Reise, daher der Buchtitel. Aber vielleicht ist auch das ganze Leben als Reise zu verstehen und der Titel steht nur sinnbildlich für den Weg der beiden. Denn „Leben ist, dass es ‚heute‘ und ‚morgen‘ gibt.“ (Zitat Kapitel 11) Die Autorin aus der Schweiz hat einen sprachlich sehr tief gehenden Roman geschrieben, über das Leben und den Tod gleichermaßen – und alles, was noch dazwischen ist. Ja, es sind die Zwischentöne, die Lebens-Zitate, all das, von dem die Geschichte lebt. Und obwohl die Seiten nur sehr übersichtlich – gerade einmal 224 an der Zahl – ist am Ende alles gesagt. In der Kürze liegt hier fast mehr als die Würze. Und doch bringt Waldis sehr viel auf den Punkt. „Ich komme mit“ ist ein ganz großartiger Roman zum Abtauchen. Für alle, die Zitate lieben und das Leben. Ganz großartige Lektüre, die mit wenigen Worten Tiefgang beweist!

"Leben ist" nicht immer einfach ...

Von: sambiene13 Datum: 02. September 2018

Hätte ich das Buch nicht schon zu Hause gehabt, sondern hätte vorher die ersten beiden Kapitel gelesen, ich weiß nicht, ob ich es gekauft hätte ... Was sehr schade wäre, weil ich hätte etwas ganz besonderes verpasst ... ... Die Autorin bindet den Anfang eines Spruches "Leben ist" immer wieder in die Geschichte ein und gerade diese Sätze bringen es auf dem Punkt, was die Hauptdarsteller gerade bewegt ... Und wenn ich dieses Buch in Kurzform beschreiben soll, so trifft "Leben ist nicht immer einfach" am besten zu ... ... Wenn man bereit ist, sich auf das Thema "Schwerkrank" und "Das Ende des Lebens" einzulassen, dann bekommt man hier nicht nur viele Denkanstösse, sondern auch zwei unvergleichliche Ansichten ... Die Autorin lässt beide Hauptdarsteller aus Ihrer eigenen Sicht und mit Ihrer eigenen Sprache erzählen ... Die Art der Sprache ändert sich im Laufe des Buches und macht um so deutlicher, was in und mit den Personen vor sich geht und wie sie das verändert ... ... Ich habe mich in beide Personen rein versetzen können und auch wenn ich für mich wohl manch andere Entscheidung treffen würde, so hab ich doch mitfühlen können, hab gelacht und war auch traurig ... Mich mit Ende vierzig in den Kopf eines Anfang zwanzig jährigen und einer Anfang siebzig jährigen zu versetzen hat einerseits ein wenig Überwindung gekostet und andererseits hab ich das als Privileg empfunden ... Es hat mir Denkanstösse gegeben und der Inhalt der Buches wird bei mir noch einige Zeit nachklingen, was ich als positiv empfinde ... Ich hätte mir zwar ein anderes Ende gewünscht, aber genau dieses Ende bringt einem zum Nachdenken ... ... Wer einfach nur leichte Lektüre zum Abschalten sucht, der wird hier wohl enttäuscht werden ... Wer aber wie ich, ein Buch sucht der ein schweres Thema gut näher bringt und das verbunden mit (manchmal auch schwarzem) Humor, Fakten und Traurigkeit, der wird dieses Buch nicht nur einmal lesen ...

Es zieht sich wie ein Kaugummi

Von: Willi Datum: 31. August 2018

Angelika Waldis hat das Buch "ich komme mit" verfasst. Vita lebt schon seit vielen Jahren in der Torstraße 6 und kannte früher jeden im Haus. Heute ist das anders und sie kennt viele nur Beiläufig. Bis sie sich mehr um ihren Nachbarn Lazy kümmert. Ich lese sehr gerne Tiefgründige Romane und ich empfand durch Lesen des Covers, dass dies auch ein tiefgründiges Buch sein könnte. Der Inhalt befasst sich schon mit einem ernsten Thema, jedoch ist der Schreibstil des Buches für mich so anstrengend zu lesen. Diese immer wiederkehrenden Wiederholungen von Satzanfängen empfand ich als sehr nervig. Ich musste mich wirklich zwingen das Buch zu lesen, es machte mir keinen Spaß, obwohl es nicht einmal viele Seiten besitzt. Für mich ist es alles sehr oberflächlich und ich konnte mich nicht in die Geschichte hinein versetzen und ich glaube deswegen viel es mir auch so schwer. Ich hatte von der Autorin vorher noch nichts gelesen, daher kann ich ihren Schreibstil nicht beurteilen. Meine Persönliche Meinung ist das Menschen die sich gern in die Geschichte hinein versetzen und sie mit erleben, hier keine Freude haben werden.

Von: rita jost Datum: 25. April 2019

super! ein schweres thema leicht erzählt.

Einfach herzlich.

Von: Wuschel Datum: 23. December 2018

Beschreibung: Vita Maier lebt seit 42 Jahren in der Torstraße. Seit einer Ewigkeit wie sie meint. Die Nachbarn interessieren sie kaum. Für ihren Nachbarn, den Studenten Lazy, ist sie nur die Alte von oben. Doch eines Tages kehrt Lazy von einem Spital Aufenthalt zurück und Vita sammelt ihn im Treppenhaus auf um ihn mit Wurstbrot aufzupäppeln. Eine besondere Freundschaft entsteht. Eine Freundschaft zwischen zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zwei Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben und gemeinsam eine letzte Reise planen. Meinung: Ich wusste vorher schon, dass es nicht einfach werden würde dieses Buch zu lesen, aber dennoch war ich positiv überrascht. Durch den Galgenhumor und an sich die Art der Protagonisten, war es trotz der Thematik ein mehr unterhaltsames als deprimierendes Buch.  Hier möchte ich vielleicht noch erwähnen, dass ich das Buch auch lesen wollte, weil ich so viel tolles über die Aufmachung der Bücher im Wunderraum Verlag gelesen habe - und ich wurde nicht enttäuscht! Das Hardcover mit dem Leinenrücken ist einfach umwerfend in Haptik und Optik. Zu Anfang tat ich mich etwas schwer mit dem Schreibstil, da er recht eigen ist, doch ich kam schnell rein. Inzwischen würde ich behaupten, dass dieser dem Ganzen zusätzlich noch einen gewissen Charme verleiht. Es ist wie eine Melodie die von Tragik erzählt, aber dabei ein Lächeln auf den Lippen trägt. Die Charaktere taten ihr übriges. Zwei Freunde, vom Leben gebeutelt - jeder auf seine Art - finden zueinander und beschließen eine letzte Reise anzutreten, gemeinsam. Herzergreifend, bewegend, erschütternd. Was mir besonders gut gefällt, dass sich das Buch um ein ganz großes Tabuthema in unserer Gesellschaft dreht: der Freitot. Okay, gut, bei der Autorin wohl nicht ganz so tabu, da es in der Schweiz meines Wissens die Sterbehilfe gibt, aber da ich dort nicht lebe, gehe ich von Deutschland aus. Mit viel Poesie und Witz darf man als Leser einen Sterbenden auf seinem letzten Weg begleiten. Waldis hat wohl darauf verzichtet dem Leser alle Details des Prozesses der Krankheit aufzutun, aber bringt dies dennoch sehr nahe. Wie Menschen dazu kommen eine solche Entscheidung zu treffen. Mag auf den einen absolut befremdlich wirken, auf mich jedoch absolut nachvollziehbar. Auch das Ende gefiel mir sehr gut, denn sie lässt dem Leser Platz um sich mit seinen Gedanken zu entfalten. Sich ein eigenes Bild zu machen. Es ist in meinen Augen sehr neutral gehalten, so dass eine Menge Spielraum bleibt und man nicht in eine Situation gedrängt wird, mit der man vielleicht just in diesem Moment gar nicht klar käme, da es trotz der lockeren Art, die vermittelt wird, nicht einfach ist, wenn man direkt mit bestimmten Dingen konfrontiert wird. Somit würde ich sagen, dass dieses Buch einfach ein guter Anstoß ist um über gewisse Dinge einfach mal nach zu denken. Schließlich ist das krank werden sowie das alt werden ein Thema, das uns alle betrifft. Genauso wie Freundschaft, Familie oder gar gemeinsam einsam zu sein. Leben ist das was wir daraus machen. Fazit: Ein Buch mit viel oberflächlicher Tiefe, Witz, Poesie und das ein wenig am Herzen kitzelt.

Wunderschön!

Von: miss_lia48 Datum: 05. December 2018

INHALT: Die 72-jährige Vita wohnt seit viele Jahre in der Torstraße 6. Ihren in Australien lebenden Sohn hat sie schon lange nicht mehr gesehen. Und zu den anderen Mitbewohnern im Haus hat sie bis auf eine Ausnahme keinen großen Kontakt. Möchte sie auch gar nicht. Im gleichen Haus wohnt unter ihr Lazy, 20 Jahre und Student, welcher derzeit im siebten Himmel schwebt. Seit er mit Elsie zusammen ist, kann er nur noch an sie denken. Doch als er sehr krank wird, ist Elsie plötzlich fort. Seinen Mitbewohner zieht es nach Mexiko. Und er hat niemanden mehr. Da begegnen sich eines Tages Vita und Lazy im Treppenhaus. Vita beschließt den krank aussehenden Lazy mit zu sich zu nehmen. Dieser kommt ab sofort öfter zum Essen und mit der Zeit entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Jung und Alt. ("Zwei allein sind besser als einer allein (...)" (S.101)) Als es Lazy gesundheitlich immer schlechter geht, beschließen sie sich gemeinsam auf eine letzte Reise zu begeben... MEINUNG: Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten geschildert. Die Autorin hat tolle Figuren erschaffen, die einerseits sehr unterschiedlich sind, andererseits aber auch einige Dinge gemeinsam haben. Vita wirkte auf mich anfangs etwas nüchtern und kühl. Anderen Menschen mit Freundlichkeit und Fürsorge zu begegnen, ist eigentlich nicht ihre Art. Doch als sie auf Lazy trifft, lernt man eine andere Seite von ihr kennen und die fand ich ganz wunderbar! Auch Lazy war anfangs eher verschlossen. Seiner Erkrankung begegnet er mit einer Portion schwarzem Humor. Er war mir sehr sympathisch. Großartig dargestellt fand ich die Beziehungs-Entwicklung zwischen Vita und dem deutlich jüngeren Lazy. Diese hat mich immer wieder berührt. Andere Themen wie Sterben, Krankheit, Alter und die philosophische Auseinandersetzung mit dem Leben, regten zum Nachdenken an und konnten mich nachwirkend innerlich bewegen. Auf den Schreibstil musste ich mich auf den ersten Seiten erst einmal einlassen. Der Text beinhaltet viele knappe Sätze, wodurch er auf mich erst mal etwas nüchtern wirkte. Hinzu kamen hin und wieder ein paar Kraftausdrücke von Lazy. Aber als ich mich daran gewöhnt hatte, entstand mit der Zeit eine einzige Wortgewalt, die sicherlich auch durch die wunderschönen philosophischen Elemente entfacht wurde. FAZIT: Die sprachliche Gestaltung in Verbindung mit bewegenden Themen, philosophischen Anteilen und tollen Protagonisten, machten diese Geschichte für mich besonders und zu einem absoluten Herzensbuch! LIEBLINGSZITAT: "(...) es gibt verschiedene Stillen - eine mit ein bisschen Meer drin, eine mit ganz wenig Grille und eine mit Palmblattflüstern -, die mag ich auch." (S.53)

"Leben ist etwas hinter sich und etwas vor sich haben"

Von: Céline Datum: 08. November 2018

Als der junge Lazy auf Vita trifft und diese sich um den kranken Jungen kümmert, entsteht eine vorher nicht denkbare Verbindung. Zwei Generationen mit verschiedenen Ansichten treffen aufeinander und doch ist es ihnen möglich zusammen auf Reise zu gehen. Es werden ernste Themen mit viel Humor und Charme beschrieben und der Sinn des Lebens bekommt eine neue Bedeutung. Anfangs kann man den springenden Gedanken von Lazy nicht immer ganz folgen, doch es ist eine sehr gelungene und lustige Geschichte die zum Nachdenken anregt.

LEBEN ist, es selbst in die Hand zu nehmen

Von: Leseratte Renate Datum: 28. October 2018

Eine Geschichte von den Nachbarn Lazar Laval genannt Lazy (20 Jahre) und Vita (72 Jahre) in der Torstraße. Beide vom Leben gezeichnet, finden zueinander und beschließen zusammen zu Verreisen und ihre Wünsche zu verwirklichen. Den Schreibstil der Autorin fand ich am Anfang sehr befremdlich, mit der Zeit dann angenehm und eindrucksvoll. Der Anfang der Geschichte war teilweise ein durcheinander von Gedanken und der Realität. Ab Kapitel 7 war die Geschichte sehr witzig und amüsant geschrieben. Mit wunderbaren Zitaten bespickt:. LEBEN ist, dass es "heute" und "morgen" gibt. Nur die Krankheit nimmt dem Sterben seinen Glanz. Nicht "zu leben" ist nämlich ein Gut, sondern "gut zu leben". Gemeinsam stirbt es sich leichter. Die Autorin polarisiert mit ihrem Schreibstil, nicht jeder wird sich darin Wiederfinden. Dieses Buch ist für die breite Masse nicht geeignet. Ich persönlich fand das Buch sehr feinfühlig.

Ich komme mit

Von: Petra Datum: 21. October 2018

„Ich komme mit“ von Angelika Waldis war ein trauriges Buch, jedoch voller Humor... ein Buch übers Leben und den Tod, über die Jugend und das Alter...eigentlich lauter Gegensätze und doch sehr harmonisch als Gesamtheit. Der Roman hat mir mit seiner Leichtigkeit und gleichzeitigen Tiefe sehr gefallen und hat mich über einiges im Leben nachdenken lassen. Trotz des etwas eigenwilligen Schreibstils eine klare Kaufempfehlung von mir!

Leben ist, dass es "heute" und "morgen" gibt.

Von: Nina Datum: 12. October 2018

Ein Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen der 72jährigen Vita und dem 20jährigen Lazy. Obwohl zunächst eine beidseitige Abneigung besteht, entwickelt sich nach und nach eine intensive Beziehung, die von der Frage nach "Leben" geprägt ist. Mit ihrem besonderen Sprachstil nimmt Angelika Waldis den Leser/in mit auf verschiedene Reisen und konfrontiert ihn mit den Fragen, Ängsten und Sehnsüchten der beiden ungleich Verbündeten. Ein Buch, das Mut macht, sich den Fragen des Leben zustellen.

Crazy Lazy und die einsame Vita

Von: milkysilvermoon Datum: 11. October 2018

Schon seit 42 Jahren wohnt Vita Maier (72) in dem Haus in der Torstraße 6. Ihr Mann ist bereits tot, ihr Sohn ausgewandert. Für den Studenten Lazar Laval (20), genannt Lazy, der auch in dem Gebäude zu Hause ist, ist sie bloß die Alte von oben. Doch Vita nimmt ihn bei sich auf, nachdem er von seiner Freundin Elsie verlassen wurde. Seine schwere Krankheit, Leukämie, hat die Geliebte abgeschreckt. Mager und erschöpft weckt er Vitas Mitgefühl. Eine ungewöhnliche Freundschaft entsteht. Als Lazy erfährt, dass er dem Tode geweiht ist, begeben sich die zwei Lebensmüden auf eine verrückte letzte Reise. „Ich komme mit“ von Angelika Waldis ist ein berührender Roman. Meine Meinung: Der Roman besteht aus 15 Kapiteln. Zudem gibt es eine Art Prolog. Erzählt abwechselnd aus der Sicht von Lazy (aus der Ich-Perspektive) und der von Vita. Dieser Aufbau gefällt mir gut. Ein Pluspunkt ist der ungewöhnliche Schreibstil. Besondere Sprachbilder und -spielereien sowie poetische Beschreibungen tauchen immer wieder auf. Gekennzeichnet ist der Stil außerdem durch knappe Sätze und neue Wortschöpfungen. Dennoch wird das Lesen nicht mühsam, sondern – im Gegenteil – zu einem Genuss. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht. Mit Lazy und Vita stehen zwei spezielle und recht gegensätzliche Protagonisten im Vordergrund – eine reizvolle Mischung. Die zwei Charaktere waren mir schnell sympathisch. Gerne habe ich die Entwicklung der beiden und die Entstehung einer Freundschaft verfolgt. Inhaltlich konnte mich der Roman sehr bewegen, denn Themen wie Krankheit, Sterben und das Altern werden in den Mittelpunkt gerückt. Doch es klingen auch lebensbejahende, humorvolle Töne an und nicht nur traurige und ernste. Viele Weisheiten und Denkimpulse sind eingestreut und regen zum Nachdenken an. Der Roman über die besondere Freundschaft der beiden erzählt eine ruhige, spannungsarme Geschichte. Dennoch kommt beim Lesen keine Langeweile auf – und das liegt nicht nur an der eher geringen Seitenzahl. Allerdings hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle mehr Ausführlichkeit gewünscht. Das reduzierte Cover und die wertige Aufmachung des Buches treffen genau meinen Geschmack. Den Titel finde ich ebenfalls passend. Mein Fazit: Mit „Ich komme mit“ ist Angelika Waldis ein bewegender und sprachlich besonderer Roman gelungen, der zum Nachdenken einlädt.

Ein Buch zum Nachdenken

Von: Jennifer Datum: 09. October 2018

Ich hatte anfangs so meine Probleme mit dem Buch. Es hat mich nicht so richtig gefesselt. Je weiter ich voran kam umso mehr habe ich den Inhalt verstanden. Ein junger Mann, der an Leukämie erkrankt und eine alte Frau, die ihm hilft. Es entsteht eine feste Bindung zwischen den beiden und sie gehen eine Freundschaft ein. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und gleichzeitig sehr unterhaltsam ist.

Wundervolle Geschichte über die Schönheit und Tragik des Lebens

Von: Friedelchen Datum: 06. October 2018

"Frau Gress vom Nachbarhaus sagt "Ich kann nicht klagen", wenn man sie fragt, wie's geht. Vita sagt das nie. Wenn sie klagen könnte, würde sie. Aber erstens hat sie das Klagen nie gelernt, und zweitens wüsste sie nicht, worüber sie klagen sollte. Mir geht es gut, sagt sie. Gut heißt, es geht mir so, wie es einem in meinem Alter und in meiner Situation zu gehen hat. Vieles ist schlecht, aber das ist normal, und normal ist gut." (S. 29) Lazy ist gerade einmal 21 Jahre alt, als sein Leben durch die Diagnose Leukämie völlig aus den Fugen gehoben wird. Gerade erst hat er sich doch zum ersten Mal unsterblich verliebt und zu studieren begonnen und schon soll sein Leben, wenn es nach der Krankheit geht, wieder vorbei sein. Als eine Therapie ums andere fehlschlägt, beschließt er, auszusteigen. Und ausgerechnet seine stets korrekte 72-jährige Nachbarin Vita, die den jungen Mann immer mehr unter ihre Fittiche genommen hat, beschließt, ihn dabei zu begleiten. Erneut beweist der Wunderraum Verlag, dass er nicht nur mit einer wundervollen Gestaltung, sondern auch mit einem Händchen für außergewöhnliche Geschichten glänzen kann. Denn hach, was für eine herzerwärmend schöne, lebenskluge, aber auch melancholische Geschichte hat sich mir hier geboten. Angelika Waldis erzählt in Ich komme mit eine ungewöhnliche Freundschafts- und Lebensgeschichte, die den Wert, aber auch die Tragik des Lebens zeigt. Vita wohnt seit über vierzig Jahren in ihrer Wohnung in der Torstraße, hat dutzende Mieter kommen und gehen sehen, hat erlebt, wie sich ihr Viertel langsam wandelt, während ihr Leben in ruhiger Eintönigkeit an ihr vorbeigezogen ist. Viele Jahre lebt sie nun schon allein, nachdem ihr Mann gestorben und ihr Sohn ins unerreichbar ferne Australien gezogen ist. Als da eines Tages der dürre Student aus dem ersten Stock sichtbar blass und erschöpft im Flur sitzt, sackt sie den jungen Mann spontan ein und päppelt ihn mit Wurstbroten wieder auf. Fortan ist Lazy ein täglicher Gast bei Vita und wird immer mehr Teil ihres Lebens. Bis Lazy ihr offenbart, dass er keine Lust mehr auf den Zirkus aus bangem Hoffen und quälenden medizinischen Behandlungen hat, zu dem ihn seine Leukämie-Erkrankung zwingt. "Ich steige aus", sagt Lazy. Und Vita beschließt, ihn zu begleiten... In sanften Tönen und mit ruhiger Art erzählt die Autorin hier von der Schönheit und auch Tragik des Lebens. So betrachten wir durch Vitas Augen das Leben aus Sicht einer alten Frau, deren beste Jahre hinter ihr liegen und an der jeder Tag ereignislos vorbeirinnt, ohne ein Ziel vor Augen. Ihr Highlight sind die Klatschgeschichten ihrer Nachbarin oder dann und wann ein Brief von ihrem Sohn. Ihre Äußerungen und Ansichten wirken sehr abgeklärt, ehrlich und realistisch und die Lebensmüdigkeit und Monotonie spricht zu Beginn quasi aus jeder Zeile. Demgegenüber steht der sprudelnde Übermut und Rebellionsgeist der Jugend, den Lazy verkörpert. Er bringt ordentlich Schwung in Vitas sonst so ruhiges Leben und wird schnell zu ihrem Lebensmittelpunkt. Und so war es für mich auch nicht verwunderlich, als sie beschließt, Lazy bei seiner letzten Reise zu begleiten. Auch wenn beide lebensmüde sind, sind sie jedoch nicht blind für die Faszination, die das Leben darstellt. So erzählen sich Vita und Lazy beide gegenseitig in teils skurrilen, teils sehr eindrücklichen Bildern, was Leben für sie eigentlich bedeutet. „Leben ist Wärme im Hundeohr“, sagt Lazy zum Beispiel und Vita entgegnet „Leben ist Melodie erkennen im Summen des Kühlschranks“. Beide sind ganz wunderbare Charaktere, die mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen sind und der Generationenunterschied zwischen ihnen war sehr spannend dargestellt. Es war wirklich herzerwärmend zu sehen, wie die beiden sich gegenseitig beeinflussen und voneinander lernen - ein gelungenes Beispiel für generationenübergreifendes Zusammenleben :-) Auch wenn die hier angesprochenen Themen nicht gerade nach Gute Laune- oder Wohlfühlliteratur klingen, war die Geschichte doch auch humorvoll und motivierend. Ich habe beim Lesen stets mitgefiebert und mitgelitten und war gespannt, ob die Geschichte wirklich den tragischen Ausgang nimmt, der sich von Anfang an ankündigt. So hat der Wunderraum Verlag mir wieder einmal ein wunderbares, zu Herzen gehendes Leseerlebnis beschert, das ich euch sehr gerne weiterempfehle.

Zu zweit ist man nicht mehr einsam …

Von: Herbstrose Datum: 01. October 2018

Für den 20jährigen Studenten Lazar Laval, den alle nur Lazy nennen, ist das Leben wie ein einziges Fest - er ist verliebt, alles dreht sich nur noch um Elsie. Doch dann, nach einem Kurzurlaub in den Bergen, überfällt ihn plötzlich eine seltsame Müdigkeit. Im selben Haus wie Lazar wohnt auch die alleinstehende 72jährige Witwe Vita Maier. Sie kennt Lazar, seit er als Achtjähriger mit seinem Vater hier eingezogen ist. Kontakt hatten sie nie, außer einigen zufälligen Begegnungen im Treppenhaus. Nun sieht sie ihn nach langer Zeit wieder und merkt sofort, dass er krank ist. Lazy hat Leukämie, er kann sich nicht mehr selbst versorgen. Freundin Elsie hat ihn schon lange verlassen, jetzt ist Vita sein rettender Engel. Erst ist er nur zum Frühstück bei ihr, später bezieht er das leer stehende Zimmer ihres Sohnes, der vor vielen Jahren nach Australien ausgewandert ist. Sie philosophieren viel miteinander über das Leben, das sich für beide dem Ende zu neigt, und über den Tod, der sie bald erwarten wird - und werden dabei zu Freunden. Dann beschließen die alte Vita und der kranke Lazy gemeinsam auf eine letzte Reise zu gehen … Die Autorin Angelika Waldis, geb. 1940, wuchs in Luzern auf, studierte Anglistik und Germanistik in Zürich und arbeitete dann als Journalistin. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und drei Enkel. Bereits ihr Roman „Aufräumen“ aus dem Jahr 2013 war in der Schweiz ein Bestseller, ihr neuer Roman „Ich komme mit“ ist auf dem besten Weg dahin. Mit viel Gefühl, aber ohne Rührseligkeit, beschreibt die Autorin das allmähliche Annähern und die wechselseitigen Empfindungen der beiden Protagonisten. Sie lässt sie über Leben und Tod philosophieren, lässt sie um die Wette Zitate und Sprüche aufsagen - und verwendet dabei einen Schreibstil, der erstaunlich gut dem jeweiligen Geschehen angepasst ist. Klar, präzise und schnörkellos, gewürzt mit einem Hauch Humor, schildert sie die einzelnen Situationen und Gegebenheiten, um dann gekonnt wieder zu philosophischen Betrachtungen überzugehen. »Das Leben ist ein Geschenk. Man kann's nur einmal auspacken« ist eines dieser klugen Zitate, von denen die Geschichte lebt, und die dem Leser noch lange in Erinnerung bleiben werden. Angelika Waldis lässt abwechselnd Vita und Lazy zu Wort kommen, so dass man intensiv an deren Gefühlswelt teilhaben kann und das langsame gegenseitige Annähern und Vertrauen besser versteht. Herrlich, ihre Dialoge und Wortspiele über das Leben und den Tod. »Ja, das Leben ist gefährlich. Keiner kommt lebend raus«. Trotz der Schwere der Thematik (es geht schließlich um Probleme, denen man sich früher oder später eventuell selbst stellen muss) und des relativ offenen Endes ist dies doch ein hoffnungsvolles Buch, aus dem man Kraft und Zuversicht schöpfen kann. »Leben ist Sich-umdrehen-wollen, nachdem man an etwas Schönem vorbeigegangen ist«. Fazit: Ein großartiger Roman, schonungslos ehrlich und tragisch berührend - der zum Nachdenken über die große Frage anregt: was ist eigentlich Leben?

Von: Anne H. Datum: 01. October 2018

Vita Maier und Lazar Laval wohnen in einem Haus. Er zieht dort als kleiner Junge mit seinem Vater ein, sie lebte dort gefühlt seit Ewigkeiten mit ihrem Mann Jakob und Sohn Moritz. Beide sind auf unterschiedliche Arten sehr einsam und wissen nicht so genau, was das Leben ihnen noch bieten soll, was sie noch vom Leben erwarten sollen – oder wollen. Sie teilen fortan ihren Alltag, ihre Sorgen, unternehmen eine Reise und fassen einen Entschluss. Angelika Waldis erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen, tiefen Verbundenheit und Freundschaft zwischen diesen ungleichen Menschen, die doch soviel miteinander teilen können. Sie unterstützen einander, sind füreinander da. Insbesondere ihre Gedanken, in Form von „Leben ist….“ bringen ihre Gefühle und Überlegungen zum Ausdruck. Dabei kommt ein von mir sehr geschätztes Mittel zum Trage – ein stetiger Perspektivwechsel, der der Autorin auch sprachlich wirklich gut von Lazy zu Vita und wieder zurück gelingt, jedem der beiden gibt sie eine eigene Stimme, nicht nur dadurch, dass seine Parts in der Ich-Form, ihre in der dritten Person verfasst sind. Und eigentlich ist das auch alles rund, und durchdacht – aber es hat mich beim Lesen nicht ein einziges Mal angerührt. Die ganze Geschichte hat mich einfach sehr kalt gelassen. Schöne Sätze, kluge Sätze gibt es einige, zuvorderst immer wieder „Leben ist…“, aber nichts davon besitzt für mich eine tiefgehende Emotionalität, Empathie war bei mir nicht vorhanden. Und so richtig ist mir das erst nach dem Lesen aufgefallen und dann fand ich es merkwürdig, im Sinne von, das hätte ich im Nachhinein nicht erwartet, da das Buch doch ein solch hochemotionales Thema behandelt. Fazit: eigentlich stimmt hier alles für mich – bis auf die Wirkung auf den Leser. Daher schöpft das Buch für mich an dieser Stelle sein Potential nicht aus. Ideal wären hier halbe zu vergebende Sterne: 3,5 von 5 – da das nicht geht, runde ich auf 4 auf, weil ich Idee und Stil ansonsten wirklich sehr gut fand.

Berührende Freundschaft!

Von: Booklove15_11 Datum: 28. September 2018

„Leben ist Nicken, wenn man´s behalten will“ Torstraße 6 hier wohnt Lazar Laval, genannt Lazy; ein glücklich verliebte, Vollwaise Student. Lazy und Elsie lieben sich, er kann es kaum fassen, was für eine tolles Gefühl dass ist, einfach, sorgenlos glücklich zu sein. Er macht Zukunftspläne, möchte noch so viel erfahren, reisen, lieben. Doch sein Schicksal plant mit ihm ganz was anderes, so plötzlich wie die Liebe, bestürmt ihn die Leukämie und jagt Elsie und die Zukunft weg. Zwei Etagen höher wohnt 71 jährige Vita Meier, geschwächt und allein. Schon seit Jahren verwitwet und ihr Sohn wohnt weit weg. Sie hat einen bestimmten Tagesablauf; Sie arbeitet ehrenamtlich bei einer Hilfsorganisation. Trotzdem hat sie genug von Leben. Genug von alles. Als sie eines Tages den erschöpften jungen Mann im Treppenhaus trifft, nimmt sie ihn bei sich auf. Ab da fängt eine ungewöhnliche, unverhoffte Freundschaft an. Zwei verschiedene Menschen, die nichts mehr verlieren haben, wagen sich zusammen auf eine Reise, eine letzte Lebensreise... Eine schlichte Hardcover voll mit 220 Seiten Gefühle, Wünsche und Traurigkeit aber versüßt mit leichten Humor. Ohne etwas Humor wäre die Story zuinnerst. Der von der Autorin gewählter Erzählstil ist außergewöhnlich aber mitreißend. Die Charaktere sind sehr bildhaft und die Geschichte der Echtheit nah. Die kurzen philosophische Textpassagen sind sehr tiefgründig und regen die Leser zum nachdenken an. So besonders und berührend wie die Freundschaft zwischen Lazy und Vita ist, so ist auch das gesamte Buch. Egal wie wenig der Seitenanteil ist, es ist kein Leichtkost fürs zwischendurch. Absolute Empfehlung!

Gutes Buch

Von: Josephine Datum: 26. September 2018

Inhalt: Seit 42 Jahren wohnt Vita Maier in dem Haus in der Torstraße 6. Als junge Mutter ist sie hier eingezogen. Doch längst ist der Sohn aus dem Haus, der Mann unter der Erde. Für ihren Nachbarn, den Studenten Lazy, ist Vita die Alte von oben, denn für Lazy gibt es nur seine Freundin Elsie. Doch so plötzlich, wie die Liebe kam, und ebenso heftig, kommt die Krankheit. Sie verscheucht Elsie und die Zukunft. Im Treppenhaus liest Vita einen mageren, erschöpften Lazy auf und nimmt ihn zu sich, um ihn mit Wurstbroten aufzupäppeln. Eine ungewöhnliche, lustige und seltsam innige Freundschaft entsteht. Dann kommt der Tag, an dem ein neues Blutbild die Zuversicht kaputt macht. »Ich steige aus«, sagt Lazy. »Ich komme mit«, sagt Vita. Und so begeben sich zwei Lebensmüde auf eine verrückte letzte Reise.  Ein gutes Buch. Allerdings war der Schreibstil für mich anfangs etwas sehr ungewohnt, so dass ich eine zeitlang gebraucht habe um mich hineinversetzen zu können. Es handelt sich hierbei um eine ziemlich ungewöhnliche Freundschaft. Gefallen hat mir insbesondere der Sichtweisenwechsel von Lazy und Frau Maier. Das Buch hat mir gut gefallen. Es ist tiefgründiger, so dass man sich für dieses Buch etwas Zeit nehmen muss.

Leben ist sich in Büchern zu verlieren

Von: Melanie Datum: 24. September 2018

Über zwei Menschen, die augenscheinlich nichts gemeinsam haben und doch zusammenfinden. Zwei, die unterschiedlicher nicht sein könnten, denn die Eine hat genug Zeit und dem Anderen läuft sie davon. Die Zwei wagen eine Reise, auch wenn sie wissen, dass es ihre Letzte sein könnte. Ein sehr tiefgründiger und berührender Roman, der zum Nachdenken, Schmunzeln, Hoffen und Weinen einlädt.

Ein sehr bewegender Roman voller Tiefgang

Von: Tina Datum: 24. September 2018

Der Roman "Ich komme mit" von Angelika Waldis, erschienen im Wunderraum Verlag, besticht bereits durch sein edles und zurückhaltend gestaltetes Cover. Auf einem beigen Leinen-Einband sieht man einen jungen Mann mit einer älteren Dame an seiner Seite, dazu der Titel in roten Buchstaben "Ich komme mit". Der Name der Autorin und der Buchrücken sind in türkis gehalten, was einen schönen Kontrast zu den anderen Farben gibt. Der Roman handelt von dem jungen Studenten Lazar, der kraftlos im Treppenhaus von seiner Nachbarin, der älteren Dame Vita aufgelesen wird. Sie reflektiert ihr Leben, in dem ihr nichts geschenkt wurde, aber sie stellt es nicht in Frage oder hadert gar damit. Ihr Ehemann ist bereits verstorben, ihr Sohn ist ausgewandert und meldet sich nur sehr selten bei ihr. Lazar dagegen hat noch viele Pläne, ist wissbegierig und möchte vieles erleben. Vor allem sehnt er sich nach einer erfüllenden Liebesbeziehung. Durch ihre Begegnung im Treppenhaus finden die beiden zueinander und geben sich gegenseitig Unterstützung und Halt. Lazar bereichert Vitas Leben durch seine unbeschwerte Art, sie gibt ihm die nötige Unterstützung, denn er ist schwer krank. Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine große Reise, nach der nichts mehr so ist, wie es vorher war. Dieser Roman beschäftigt sich mit existentiellen Themen; mit tödlich verlaufenden Krankheiten, der Einsamkeit im Alter und damit, was das Leben ausmacht. Dabei verliert sich die Autorin nie in Klischees, sondern geht sehr behutsam und sensibel mit diesen Themen um. Mich hat dieser Roman sehr beschäftigt, auch noch einige Zeit, nachdem ich ihn ausgelesen hatte.

Eine besondere Freundschaft

Von: Jens Möller Datum: 24. September 2018

Ich möchte in dieser Rezession nicht viel über den Inhalt des Romans sagen, sondern eher seine Wirkung beschreiben. Angelika Waldis erzählt in ihrem Roman "Ich komme mit" die Geschichte einer besonderen Freundschaft und nimmt uns mit auf eine (letzte) Reise. Der 20 jährige und kranke Lazy und die 72 jährige Vita geben dabei ein Gespann der besonderen Art ab. Beide sind vermeintlich am Ende ihres Lebens angekommen und finden ineinander den perfekten Wegbegleiter. Dabei findet Angelika Waldis eine Sprache die brilliert, beflügelt und zugleich berührt. Die Formulierungen werden nie langweilig und Waldis scheint den Leser immer wieder überraschen zu wollen. In dieser sprachlichen Brillanz kommt es jedoch auch stellenweise zu Längen und man sollte den Roman in aller Ruhe lesen um ihn voll und ganz genießen zu können, denn dass ist dieser Roman: Ein sprachlicher Genuss. Die Einbettung von Zitaten unterstützt hierbei das wirklich besondere dieses Romanes. Angelika Waldis hat mich mit "Ich komme mit" wirklich tief bewegt und ich bin dankbar dieses Buch gelesen zu haben!

Hat nicht ganz meinen Geschmack getroffen

Von: Testleser2018 Datum: 24. September 2018

Im Buch werden die Kapitel abwechselnd aus zwei Perspektiven dargestellt. Es kommt wenig Detailbeschreibung und direkte Rede vor, vielmehr aneinandergereihte Handlungen und die dazugehörigen Gedanken. Das Thema Tod schwingt zwischen den Zeilen ständig mit und hat das Buch für mich zur "schweren Kost" gemacht, es bis zu Ende zu lesen.

Faszinierende Geschichte

Von: May Datum: 23. September 2018

„Ich komme mit“ ist ein Buch, welches in vieler Hinsicht einzigartig ist. Angelika Waldis beschreibt mithilfe von wechselnden Perspektiven den Beginn und Verlauf einer Freundschaft zwischen zwei Menschen, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben. Die Geschichte beinhaltet einen Blick auf das Leben, den nicht viele Menschen in Betracht gezogen haben. Das Buch fällt dabei besonders durch den ungewöhnlichen Schreibstil auf, der vor allem durch seinen parataktischen Satzbau hervorsticht. Alles im Buch ist durch die subjektive Wahrnehmung der beiden Hauptprotagonisten geprägt, was das Buch, durch die Betrachtung der gleichen Situation durch zwei unterschiedliche „Brillen“, umso interessanter macht. Mir persönlich, gefällt der Schreibstil gut. Allerdings ist er im ersten Moment ungewohnt und wahrscheinlich nicht für jeden Leser ansprechend, da er sich von dem Stil unterscheidet, welchen man größtenteils in der Unterhaltungsliteratur findet. Insgesamt betrachtet wagt sich die Autorin mit ihrer Geschichte an die schwere Darstellung der Gratwanderung zwischen Leben und Tod, welche ihr mit Bravour gelingt. Ein Buch, was definitiv wert ist gelesen zu werden.

Schade...

Von: Daniela Schmitt Datum: 23. September 2018

... ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Das Styling des Buches, der Klappentext, alles lud zum Lesen ein. Ich war auch sehr schnell gefesselt von den prägnanten Schreibstil und der Offenheit. Kurz und knapp aber gnadenlos ehrlich wird über Gefühle und das Leben an sich erzählt. Oft musste ich schmunzeln, ja sogar laut lachen. Einige Passagen zwei mal lesen.... Einige markieren. Immer mehr allerdings vermisste ich den roten Faden. Nach einer gewissen Zeit war die Handlung vorhersehbar, nicht mehr spannend... der Schluss abrupt und für mich persönlich enttäuschend. Das Buch, Vita und Lazy, hätten ein paar weitere Seiten, ein paar mehr Zeilen gut getan.

Eine ungewöhnliche Freundschaft...

Von: MelaR. Datum: 23. September 2018

Eine schöne Geschichte über die ungewöhnliche Freundschaft von einer älteren Dame und einem jungen Mann. Durch ein Schicksal, dass die beiden zusammenbringt, müssen sie sich mit dem Tod auseinandersetzen. Obwohl mich der ungewöhnliche Schreibstil erst irritierte, hat mich die Geschichte sehr berührt und ich im Nuh das Ende der Geschichte erreicht habe. Die Geschichte zeigt einem, dass sowohl ältere und jüngere Menschen sich offen gegenüber begegnen sollten.

Zarte Freundschaft

Von: SophiaBooky Datum: 21. September 2018

Der Roman "Ich komme mit" von Angelika Waldis handelt von dem Studenten Lazy, der an Leukämie erkrankt, und der Seniorin Vita, die kürzlich ihren Mann verlor. Beide wohnen sie im selben Haus, führen jedoch zunächst getrennte Leben. Es ist der Tod, der die Leben der beiden Figuren verknüpft. Eine ganz besondere, unverschleierte, zarte und wahre Freundschaft beginnt. Es ist eine Freude, diesen Prozess als Leser mitzuerleben und zu verfolgen. Die Zartheit, gepaart mit dem schwarzen Humor, mit dem auf den Tod geblickt wird, ist eine spannende und interessante Mischung. Leider hat mich das Ende etwas enttäuscht, meiner Meinung nach passt es nicht in den Erzählstil der restlichen Geschichte. Es hätte in der Türkei enden sollen. Der Besuch Aydans im Schweizer Krankenhaus kam mir leicht gezwungen und zu gewollt vor. Das fand ich sehr schade. Abgesehen davon wirft dieser Roman jedoch mal den Blick weg vom Leiden und behandelt das Ende des Lebens als etwas Unausweichliches und deshalb halbwegs Normales. Eine sehr erfrischende Perspektive im Vergleich zu anderen Romanen diesen Themas.

Das Ein-bisschen-Leben-Ding

Von: Christel Schmidt Datum: 21. September 2018

Die Autorin nimmt den Leser mit auf die Reise der verwitweten, einsamen Vita und Lazy, dem eine Leukämie-Erkrankung einen Strich durch alle Zukunftspläne gemacht hat und für den nichtsist wie vorher. Zwischen den Unbekannten, die augenscheinlich nichts gemeinsam haben, außer das Haus, in dem sie wohnen, und das Leben an sich, entsteht eine außergewöhnliche Freundschaft, die beiden Halt und Kraft gibt. Dem Leser wird es ermöglicht, sich in die beiden Hauptfiguren hineinzuversetzen, ihre Gefühle und Gedanken nachzuvollziehen. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas, entstehen viele humorvolle, selbstironische und komische Momente, wodurch einem als Leser sowohl zum Lachen als auch zum Weinen zumute ist. In jedem Fall regt das Buch zum Nachdenken an und es zeigt auf, dass man sowohl langsam als auch ganz plötzlich in eine Situation kommen kann, in der man nicht mehr weiß, wie man weitermachen soll.

Lazy und Vita- Leben ist eine letzte gemeinsame Reise

Von: Liz Datum: 20. September 2018

Der Roman "Ich komme mit" nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise und zeigt auf unterhaltsame Weise, wie ein Zusammenleben zwischen Jung und Alt möglich ist. Zwischen Lazy und Vita besteht nicht nur der große Alterunterschied. Die beiden haben zwei völlig unterschiedliche Charaktere und haben sich dennoch viel zu sagen. Beide meistern ihr Schicksal auf ihre Art und Weise. Zu Beginn dieses Buches reiht die Autorin besonders viele kurze Sätze aneinander, die nicht immer sofort einen Sinn erkennen lassen. Ab der Mitte des Romans wird der Schreibstil deutlich flüssiger und die Schriftstellerin erzählt mit Charme und Humor vom Zusammenleben des totkranken Lazy und der altersschwachen, lebensmüden Vita. Beide beschließen zu verreisen und gemeinsam ein letztes Abenteuer zu wagen...Ein Buch für alle, die eine unterhaltsame Lektüre suchen und die das Leben von seiner guten und von seiner schlechten Seite mit ganz viel Humor und Sarkasmus betrachten wollen.

Gemischte Gefühle

Von: Martin Datum: 20. September 2018

Mein erster Eindruck von diesem Buch war wirklich sehr gut - eine bewegende Geschichte über Freundschaft über Altersgrenzen hinweg und eine gemeinsame Reise. Auch „äußerlich“ konnte mich das Buch voll überzeugen - sehr hochwertig, mit einem klaren Titelbild, das absolut zu dieser Geschichte passt. Leider konnte das Buch diesen ersten Eindruck nicht vollständig erfüllen. Die beiden Hauptpersonen, Vita und Lazy waren mir von Anfang an sympathisch. Eine alte alleinstehende Dame - teilweise etwas grummelig, aber mit dem Herz am rechten Fleck, und ein junger Student, der Leben noch vor sich hat - wäre da nicht seine Krankheit. Bis zur Entscheidung über die gemeinsame Reise - und bis zu dem Zeitpunkt als ich verstand, um was für eine Reise es sich genau handeln sollte, gefiel mir das Buch ganz gut. Zwar ist der Schreibstil, kurze, dennoch klar formulierte Sätze, nicht ganz mein Stil (das ist aber Geschmackssache) - er passt aber zu dem Buch. Zu der Schnelllebigkeit, die gerade Lazy‘s Leben kennzeichnet - zu den schnell hin- und hergehörenden Sätzen, teilweise nur Worten, zwischen Vita und Lazy. Auch fand ich gerade den Anfang der Geschichte sehr langatmig - ich fragte mich die ganze Zeit, wann es denn losgehe. Als es an die Reiseplanung ging, wusste ich dann, dass es jetzt losgeht - allerdings war auch das der Punkt, ab dem mir das Buch nicht mehr so recht gefiel. Alles drehte sich um das eine Thema. Dies mag ein valider und wichtiger Punkt in Anbetracht einer solch schweren Krankheit sein, aber dennoch, so recht war es nicht meins. Ich merke auch gerade wieder am Schreiben - es gab Teile des Buches, dir mir gut gefallen haben, insbesondere waren das Sätze über das Leben, die sich Vita und Lazy als Spiel gegenseitig vorsagten. Auch die Lebensfreude, die Vita an den Tag lebt, um Lazy einen schönen Urlaub zu bereiten - all das waren Dinge die mir wirklich gut gefielen. Allerdings konnte ich mich beim Lesen nicht wie sonst entspannen, weinen oder lachen - der Schreibstil, die z.T. Langatmigkeit und nicht zuletzt die Thematik zum Ende des Buches hin waren nicht so meins. Daher gibt es von mir insgesamt nur drei Sterne.

Gefällt mir

Von: Salmian Datum: 20. September 2018

Lazy studiert und hat eine Freundin, sein Leben ist eigentlich toll. Dann wird er aber schwer krank und von da an findet er es nicht mehr allzu erstrebenswert, noch lange zu leben. Vitas Mann ist vor Kurzem gestorben und seither ist ihr Leben irgendwie sehr trostlos. Sie hat keine Freunde und die Nachbarn findet sie auch nicht allzu spannend. Gleichzeitig lebt Lazy im gleichen Haus wie sie. Als er klein war, mochte sie ihn nicht besonders, doch nun, einige Jahre später, mag sie ihn doch ganz gerne. Aufgrund der unterschiedlichen Schicksale, die für die beiden doch eigentlich das gleiche bedeutet, entwickelt sich eine tiefe Freundschaft und die beiden beschließen, eine gemeinsame große Reise zu starten. Der Schreibstil war für mich über die erste ca. 30 Seiten etwas schwierig, nach Kurzem hab ich mich allerdings daran gewöhnt. Man merkt genau, dass die Autorin selbst Wortspiele unheimlich gerne mag und diese Eigenschaft auch Lazy und Vita zuteilt, was ich wirklich sehr erfrischend fand. Vor allem Vita war mir mit ihrer trockenen, aber dadurch unheimlich authentischen Art extrem sympathisch. Die Geschichte selbst fand ich nicht super spannend, aber doch ganz interessant, ich hab definitiv gerne zu diesem Buch gegriffen. Das Thema war zwar ernst, aber durch die ständigen kleinen Witze wurde das Buch sehr schön aufgelockert. Insgesamt würde ich die Geschichte empfehlen, auch wenn ich den Preis für die geringe Seitenzahl doch etwas übertrieben finde.

Spannend, aber erst gegen Ende

Von: kingzentrus Datum: 19. September 2018

Es geht um die Hauptfigur Lazar, welche an Krebs erkrankt ist und in naher Zukunft sterben wird. Dieser trifft im Laufe des Buches die alte Frau Vita, welche ebenfalls krank und einsam ist. Sie und Lazar Freunden sich an und entdecken immer mehr Gemeinsamkeiten. "Vorsicht Spoiler!”. Am Ende verreisen sie sogar zusammen und denken es ist die letzte Reise ihres Lebens auf der Lazar seinen letzten Wunsch erfüllen will. Der Beginn des Buches ist wenig fesselnd und erst ab Mitte des Buches steigt die Spannung in der Handlung. Die Schreibweise ist gut verständlich, jedoch teilweise auch anspruchsvoll. Alles in allem ein solides Buch ohne besondere Highlights.

Leben ist Mitleid mit der Eintagsfliege.

Von: Cyaneana Datum: 18. September 2018

Ein schönes Buch, das behutsam über ein Thema spricht, über das kaum gesprochen wird. Durch die zwei Erzählstile gelingt es gut, die Persönlichkeiten der Charaktere zu verstehen und ihre Handlungen nachzuvollziehen. Allerdings fühlte ich mich dem 20-jährigen Studenten näher als der 72-jährigen Frau, was wohl auch daran liegt, dass Vita selbst niemanden mehr an sich heranlässt. Die Thematik ist zwar todernst, ihre Dialoge sind allerdings erfrischend mit Galgenhumor gesprenkelt, manchmal musste ich sogar lachen oder zumindest schmunzeln über die Kommentare der Todgeweihten. Es ist kein abgrundtief trauriges Buch, vielmehr lernt man durch die vielen "Leben ist, ..."-Sätze, sein eigenes zu schätzen. Zum Ende: (VORSICHT, SPOILER!!!) Mir hat es nicht so gut gefallen, es ist nun mal ein Ende, mit dem man als Leser gut leben kann. Dass am Ende der Lebenswille doch siegt ist zwar schön zu lesen, aber das ganze Buch arbeitet auf diese letzte große Reise hin, irgendwie passt es nicht, wie ich finde.

Ein besonderes Buch, das man gelesen haben sollte

Von: Kikis Bücherkiste Datum: 18. September 2018

Vielen Dank an das Bloggerportal und an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, das aber in keiner Weise meine Meinung beeinflusst. Mein Eindruck: Zitat (Seite 64, Seneca): „Nur ein kleiner Teil des Lebens ist es, den wir leben. Die gesamte übrige Spanne ist nicht Leben, sondern Zeit.“ Gleich mal vorweg: Wenn ihr denkt, ihr bekommt hier einen üblichen 0815-Roman, dann muss ich euch leider enttäuschen. Denn das Buch ist anders… Aber anders ist manchmal sogar gut, findet ihr nicht auch? Ich auf jeden Fall. Was bedeutet Leben? Jeden morgen aufstehen, zur Arbeit gehen, essen und schlafen, ohne eine Möglichkeit mal auszubrechen? Sich krank im Bett quälen und auf neue medizinische Wunderwaffen hoffen? Oder bedeutet Leben sich über die kleinen Dinge zu freuen, andere Länder bereisen, neue Kulturen kennenlernen, neue Freunde finden und sich mit neuen und alten Freunden über die schönen kleinen Dinge des Leben austauschen? Über diese Fragen philosophieren Vida und Lazy, wenn sie gemeinsam essen, im Wohnzimmer sitzen oder weit weg in der Türkei ihre Zeit verbringen…. Das Buch wird aus zwei Perspektiven geschildert: aus Vitas und Lazys Sicht. Damit bekommt man einen guten Einblick in die beiden Protagonisten und es schafft automatisch mehr Nähe zu ihnen. Vita lebt nach dem Tod ihres Mannes allein. Sie dachte immer, sie würde ihren Mann kennen, aber nachdem sie in seinen gelesenen Büchern von ihm markierte Stellen entdeckt, beginnt sie daran zu zweifeln. Vita scheint auf den ersten Blick und mit ihrem Alter etwas verbittert zu sein, aber im Laufe der Zeit spürt man, dass sie einfach nur einsam und müde vom Leben ist. Der Mann verstorben und der Sohn weit weg. Lazy ist Student und lebt im gleichen Haus wie Vida Meier. Nachdem Lazy erkrankt, lassen sich die wenigen Freunde, die er hat, kaum noch blicken, die Freundin wird zur Ex-Freundin und seine Tage sind voller Schmerzen, Übelkeit und Krankenhausbesuche. Dann wird Frau Meier seine „Vertraute“, mit der er reden, über das Leben philosophieren und träumen kann. Mit der er anfängt Reisepläne zu machen… Wie ich oben schon erwähnte, ist das Buch anders. Schon allein der Schreibstil der Autorin ist völlig anders, als man eigentlich erwartet. Und ich mag dieses Buch, mochte es von der ersten Seite an. Der Schreibstil lässt sich auf den ersten Blick nicht wirklich leicht lesen, aber wenn man sich auf dieses Buch und die Geschichte einlässt, auf die Botschaft, die dahintersteckt, dann versteht man, warum das Buch in diesem besonderen Stil geschrieben ist. Wer hier Spannung sucht, der sucht leider vergebens. Ok, vielleicht kommt es darauf an, was für eine Art von Spannung gesucht wird. Die übliche Spannung, die man bei Krimis, Thriller etc. findet, ist hier leider nicht vorhanden. Es ist spannend, aber auf eine ganz besondere Art und Weise, ich würde sogar sagen, eine Spannung nach Lazy-Art. „Ich komme mit“ ist kein Buch, dass man schnell und zwischendurch lesen sollte, zu was die knapp 220 Seiten eigentlich verleiten. Es ist ein Buch, das man Häppchenweise lesen und auf sich wirken lassen sollte. Nach jedem gelesenen Kapitel arbeitete dieses weiter in meinem Kopf, wirkte nach und hinterließ seine Spur. Eine Spur von Traurigkeit, Heiterkeit oder aber auch Glück. Fazit: Ein wundervolles Buch voller Emotionen und Tiefe, das mich nach Beenden aufgewühlt zurückgelassen hat. Klare Leseempfehlung für alle, die gerne Bücher lesen, die anders und auf einer eigenen Art und Weise besonders sind.

Ich komme mit von Angelika Waldis

Von: Gertibvw Datum: 18. September 2018

In dem Roman "Ich komme mit" lernen Sie Lazarus und Vita kennen. Auf den ersten Blick haben die Zwei nicht viel miteinander zu tun. Eigentlich kennen Sie sich nicht einmal wirklich und Sie mögen sich auch nicht besonders. Der junge Mann in den Zwanzigern und die alte Dame in den Siebzigern bilden dennoch eine Schicksalsgemeinschaft, die auch dem Leser als völlig Folgerichtig erscheint. Angelika Waldis bedient sich in Ihrem Roman einer kurzen,schnörkellosen Art zu schreiben. Es war für mich etwas gewöhnungsbedürftig sich auf diesen ungewohnten Schreibstil einzulassen. Bis zum Schluß war ich mir nicht ganz sicher, ob ich das Buch wirklich mag. Aber die Geschichte der beiden ungleichen Protagonisten hat mich doch gefesselt. Ein Buch das Zeit braucht. Auch Zeit zum nachdenken.

"Leben ist etwas hinter sich und etwas vor sich haben"

Von: Céline Datum: 15. September 2018

Als der junge Lazy auf Vita trifft und diese sich um den kranken Jungen kümmert, entsteht eine vorher nicht denkbare Verbindung. Zwei Generationen mit verschiedenen Ansichten treffen aufeinander und doch ist es ihnen möglich zusammen auf Reise zu gehen. Es werden ernste Themen mit viel Humor und Charme beschrieben und der Sinn des Lebens bekommt eine neue Bedeutung. Anfangs kann man den springenden Gedanken von Lazy nicht immer ganz folgen, doch es ist eine sehr gelungene und lustige Geschichte die zum Nachdenken anregt.

Dieses Buch regt zum nachdenken an.

Von: ChelliBelli Datum: 13. September 2018

Am Anfang dachte ich "Was soll denn das?". Ein junger Mann (Lazy) der von seinen Gefühlen und Erfahrungen, mit einer etwas wunderlichen jungen Frau erzählt. Doch dann ändert sich die Geschichte. Lazy ist todkrank. Die Witwe Vita nimmt sich seiner an und er zieht sogar bei ihr ein. Beide sind einsam, doch als Sie einander haben, doch irgendwie nicht mehr. Dieses Buch regt dazu an, an das eigene Ende zu denken. Wie, wann und wo? Will ich es selber beenden? Wem würde ich fehlen? Aber auch, gibt es Leute in unserer Gesellschaft die so alleine sind?

Leben ist in Büchern wie diesem zu versinken.

Von: Natalie Bode Datum: 13. September 2018

Waldis erwies sich hier als wahre Meisterin der trüben Atmosphäre. Ich fühlte mich fast gefangen im Leben meiner Großtante und wurde daran erinnert, wie viel ich mit meinen jungen achtzehn Jahren noch von Leuten wie ihr über das Leben lernen kann. Und so etwas finde ich beeindruckend: Fiktive Charaktere, die aufs kleinste Detail ausgeklügelt, so real wirken, dass sie einen an eigene Bekannte erinnern. Hinzu kommt die wunderbar kreative Wortwahl der Autorin, die authentische Poesie in ihren Sätzen zu verstecken weiß. Als Gesamtpaket wirklich toll!

Ich komme mit

Von: selztaler Datum: 13. September 2018

Den Schreibstil empfand ich anfänglich als sehr gewöhnungsbedürftig, mit der Zeit jedoch passend und gar eindrucksvoll. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Vita und Lazy, sodass man die Möglichkeit hat die Geschichte aus beiden Blickwinkeln zu verfolgen und in beider Gefühlswelten einzutauchen. Lazys, aber auch Vitas Gedankengänge waren für mich realistisch und nachvollziehbar. Die Autorin hat hier berührende, traurige, ehrliche Szenarien geschaffen, in denen auch Wünsche, Hoffnungen, Sehnsüchte sowie herrliche Zitate ihren Platz finden. Jemand der gerne zwischen den Zeilen liest und sich von einem einzigartigem Schreibstil nicht abschrecken lässt, sollte dem Buch eine Chance geben. Wer jedoch eine leichte Lektüre für zwischendurch erwartet, dem würde ich es nicht empfehlen.

Tränendrüsen-Alarm

Von: Lalala Datum: 12. September 2018

„Ich komme mit“ ist eine schöne, aber auch traurige Geschichte, die mich wirklich berührt hat. Den Schreibstil fand ich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Viele kurze Sätze und interessante Formulierungen aber man gewöhnt sich schnell dran und irgendwie passt es zur Geschichte. Klare Weiterempfehlung für dieses Buch!

Höhen und Tiefen

Von: Eternia80 Datum: 11. September 2018

Die Geschichte um den todkranken Lazy und die rüstige Vita lebt von den leisen Tönen. Sie wird tiefgründig erzählt, im Wechsel aus Sicht der beiden Protagonisten, zwischen denen sich im Lauf der Zeit eine ungewöhnliche Freundschaft entspinnt. Man sollte für dieses Buch Ruhe mitbringen. Die Sprache der Autorin ist von Raffinesse geprägt, man merkt, dass sie so lange am Text gefeilt hat, bis jedes Wort, jedes Zitat, auch exakt das widerspiegelt, was sie damit ausdrücken möchte. Dennoch polarisiert der Schreibstil aus meiner Sicht; nicht jeder wird sich darin wiederfinden. Definitiv kein schlechtes Buch, aber nichts für die breite Masse (welche auch sicherlich nicht die Zielgruppe der Schriftstellerin ist).

Langatmig

Von: C.R. Datum: 10. September 2018

Seit vielen Jahrzehnten lebt die alte Vita schon in der Torstrasse. Sie hat so einiges erlebt und den Nachbarsjungen Lazy aufwachsen sehen. Nun findet sie Lazy, der inzwischen ein junger Mann ist, abgemagert und erschöpft im Treppenhaus, sie kümmert sich um ihn, päppelt ihn wieder auf, bzw versucht es zumindest. Lazy ist unheilbar krank. Und einsam. Vita beschließt, den jungen Mann auf seiner letzten Reise zu begleiten. Der Schreibstil lässt sich gut lesen. Die Geschichte ist berührend, traurig und poetisch aber ich finde sie leider auch recht langatmig und langweilig. Ich hätte mir etwas mehr Handlung und Action gewünscht, eher eine Art Road-Movie. Die Figuren bleiben mir zu blass, eindimensional, ich konnte mich nicht in sie hineinversetzen und mitfühlen. Ich hätte mir auch ein abgeschlossenes Ende gewünscht.

ich komme mit und das immer wieder gerne

Von: ElefantenFan Dani Ela Datum: 09. September 2018

Ich habe mich, als ich als ich den Klappentext des Buches gelesen habe sofort angesprochen gefühlt. Ich wollte mehr über die Liebe von Lazy und Elsie erfahren und von der Geschichte von Lazy und Vita erfahren, die doch so verschieden sind und dennoch viel gemeinsam haben. Ich lese für mein Leben gerne und viel. Bücher sind mein Leben und lassen mich immer in eine andere Welt entfliehen und eintauchen. Deswegen finde ich es wichtig, auch Bücher zu lesen, wo man auch selber zum nachdenken angeregt wird und sich Gedanken über das Leben macht, wo es nicht so super läuft. Das Buch ist total realistisch , denn es kann jeden von uns treffen. Man ist total glücklich und total verliebt und auf einmal wird man krank und nichts ist mehr so, wie es war. Man wird auf einmal mit Dingen konfrontiert, wo man sich vorher keinerlei Gedanken drüber gemacht hat, weil es ging einem ja gut und alles war ganz fern. Wo man einen Tag vorher noch Happy und in Gesellschaft war ist man am nächsten Tag alleine gelassen, weil man zum Beispiel krank wird. Aber auch die Geschichte von Vita, die immer älter wird, und über den weiteren Sinn ihres Lebens nachdenkt, bzw nachdenken muss. Der Einsamkeit im Alter zu entkommen. Einsamkeit im Alter fürchtet ,denke ich jeder von uns. Es ist total schön zu lesen, wie sich zwei so unterschiedliche Menschen, dennoch ganz nahe sein können und sich gegenseitig helfen können. Füreinander da sein zu können. Die Jungen Menschen können von der Weisheit und Ruhe der älteren Menschen profitieren und die älteren Menschenkönnen von dem Denken der Jungen Menschen auch noch etwas lernen. Die Autorin hat einen außergewöhnlichen Schreibstil und schreibt es so herrlich locker und erfrischend, mit einem Humor, wie ich ihn noch nicht gelesen habe. Die Geschichte war schön zu lesen. Ich fand es irgendwie bloss schade, das manche Themen nicht weiter thematisiert, bzw nicht näher und tiefergehend beschrieben worden sind. Zum Beispiel wie Elsie die Krankheit von Lazy aufgenommen hat und wie sich sich gefühlt hat. Da wurde gar nicht richtig drauf eingegangen, wobei man sich seinen Teil einfach dazu selber deken konnte. Aber dennoch ist es eine Geschichte, die zum nachdenken anregt und die ich anderen gerne weiterempfehlen werde. Denn von der Geschichte, die dieses Buch erzählt, kann man viel lernen.

leichte Lektüre

Von: Svetlana Lehmann Datum: 08. September 2018

Ich finde das ist eine leichte Lektüre trotz des schweren Themas. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptfiguren geschrieben, was ich gut finde, so erlebt man eine andere Sichtweise. In die Charaktere konnte man sich leicht hineinversetzen. Ich hätte mir etwas mehr Hintergrundwissen gewünscht, das war aber für die Handlung nicht notwendig. Die Sprache ist klar und verständlich. Es sind hauptsächlich kurze Sätze und auf Dialoge wird verzichtet, weshalb sich das eher als eine Kurzgeschichte als ein Roman liest. Ich fand das Ende etwas enttäuschend, aber das ist Geschmackssache. Einige der Vergleiche und Zitate in dem Buch fand ich gut und tiefsinnig. Das Buch ist was für lange Sommerabende, es liest sich schnell und leicht, aber es war nicht so, daß ich nicht aufhören konnte oder daß ich tagelang daran denken mußte, deshalb 3 Sterne.

„Ein Roman, der mit Wucht und Herzensgüte vom Leben erzählt“

Von: Somnia Bunt Datum: 08. September 2018

Die Geschichte erzählt von einer ungewöhnlichen Freundschaft zweier ungewöhnlicher Menschen, Lazar und Vita. (Vorsicht Spoiler!) Lazar ist Student und über beide Ohren verliebt. Doch dann wird er krank und ist allein. Vita ist 72 Jahre und führt ein trostloses Leben, welches durch Schicksalsschläge noch etwas grauer wurde. Beide kennen sich schon lange, hatten aber nie wirklich viel mit einander zu tun. Dennoch kommt irgendwann ein Tag in denen sich ihre Beziehung verändert und in denen die beiden eine wichtige Rolle für einander einnehmen. Ursprünglich meide ich solche Bücher in denen es um Krankheit, Sterben und Tod geht. Dennoch glaube ich, dass dieses Buch sehr gut gelungen ist. Die Autorin hat die Geschichte wunderbar erzählt, auch wenn ich mich mit dem schwarzen Humor anfänglich erst einmal anfreunden musste. Ebenfalls schwierig befand ich ihren Schreibstil, auch da brauchte ich einige Seiten zur Gewöhnung. Berührend fand ich eine Zitate von Lazar oder Vita wie zum Beispiel „…plötzlich wird ihr klar, was am Leben das Erstaunlichste ist: dass es einfach aufhört“ – Vita. Oder Passagen aus den Büchern von Vitas Sohn „Nur die Krankheit nimmt dem Sterben seinen Glanz“. Ich ertappte mich des Öfteren dabei, wie ich das Buch zur Seite legte und über einzelne Inhalte nachdachte. Mein Fazit: Ich mag das Buch sehr, auch wenn ich mir gerne ein anderes Ende gewünscht hätte. Der Schreibstil der Autorin ist frisch und neu, sie spielt geschickt mit Worten. Dennoch benötigt man eine gewisse Einlesezeit (ich musste manchmal Passagen mehrfach lesen, ehe ich sie verstand), danach hab ich das Buch verschlungen. Die Handlung ist berührend und herzzerreißend und doch wieder herzerwärmend. Die Autoren verleiht ihren Hauptprotagonisten Stärke und den nötigen schwarzen Humor, um der Geschichte nicht zu viel Traurigkeit und Schwärze zu bemessen. Auch wenn es irgendwie zum Leben dazugehört. Dieses Werk gibt Denkanstoße!!! Somit ist es der Autoren definitiv gelungen ein wunderbares Buch herauszubringen.

Erfrischend bereichernd für die Seele

Von: Evelyn Schneider Datum: 06. September 2018

Die Sprache der Autorin ist wunderbar. Sie formuliert geschickt, spielt mit den Worten, formuliert erfrischend neu! So habe ich noch kein Buch gelesen! Es ist beeindruckend, wie einem die deutsche Sprache dadurch bewusst wird. Und die Geschichte selbst ist wirklich berührend. Durch die Abscheulichkeit der Krankheit wird Katharsis beim Leser geweckt und durch diese Unsympathie der Krankheit wirken die Protagonisten umso sympathischer. Doch die geschieht nicht nur durch das Mitleid, vor allem durch die Stärke und den Humor, den die Autorin ihren Figuren mitgegeben hat. All das gehört irgendwie zum Leben. Ein Dankeschön an die Autorin, für diese berührende und erfrischende und Mut machende Geschichte zugleich!

„Leben ist, es in die Hand zu nehmen.“

Von: Casserolo Datum: 06. September 2018

Angelika Waldis’ Roman „Ich komme mit“ ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Beziehung zwischen zwei völlig unterschiedlichen Menschen (dem jungen, todkranken Lazy und der alten, lebensmüden Vita), aus deren anfänglicher Zweckgemeinschaft eine große Freundschaft wird. Es wechseln sich die Kapitel aus Lazys Perspektive (als Ich-Erzähler geschrieben) und aus Vitas Perspektive (als auktorialer Erzähler geschrieben) ab, beide zum Teil rein assoziativ geschrieben, manchmal auch in sehr kurzen Sätzen. Sprache und Stil sind nicht gefällig, aber absolut passend für diesen Roman, für die breite Palette an Gefühlen, Gedanken, Gegebenheiten, mit denen sich die Protagonisten auseinandersetzen müssen. Angelika Waldis findet zauberhafte Vergleiche und wunderschöne Gedankenspiele, die den Leser vereinnahmen und ganz in den Bann der Geschichte schlagen. „Der Sommer ein warmer Wirbel und ich ein Taumeltier.“ (S. 15) Dabei sprüht Angelika Waldis’ Roman „Ich komme mit“ trotz (oder gerade wegen) des schweren Themas an manchen Stellen vor Humor und Witz. „Im Himmelreich wird es so sein, dass man Leute trifft, die man nie wiedersehen wollte.“ (S. 145) Der Titel-gebende Entschluss der beiden Protagonisten, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden, kommt recht spät. Gefühlt hat man da schon über die Hälfte des Romans hinter sich – was aber durch die verdichtete Emotionalität im letzten Drittel des Buches aufgefangen wird. „Wir dürfen das“, sagt Maier, „weil niemand um uns weint.“ (S. 187) Das Ende, so viel sei hier verraten, kommt überraschend (oder doch nicht?) und trifft so sehr den Geist dieses Romans, dass es manchem Leser sicherlich eine kleine Träne (der Erleichterung? der Trauer? des Schmerzes? der Freude?) abringen wird. Was bleibt: Es ist nicht nur ein Freundschafts- und Liebesbeweis, für und mit dem Anderen zu sterben, sondern auch – und das vielleicht sogar noch viel mehr – für und mit dem Anderen zu leben!

"Leben ist, es in die Hand zu nehmen"

Von: Ray Datum: 03. September 2018

Vita ist nun 72 Jahre alt. Ihr Mann verstorben, ihr Sohn längst auf einem anderen Kontinent. Lazy, ihr Nachbar, 20 Jahre jung und erkrankt. Das Leben in der Torstraße 6 scheint mittlerweile einsam und fad. So kommt das eine zum anderen und eine ungewöhnlich, schöne Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten entsteht. Den Schreibstil empfand ich anfänglich als sehr gewöhnungsbedürftig, mit der Zeit jedoch passend und gar eindrucksvoll. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Vita und Lazy, sodass man die Möglichkeit hat die Geschichte aus beiden Blickwinkeln zu verfolgen und in beider Gefühlswelten einzutauchen. Lazys, aber auch Vitas Gedankengänge waren für mich realistisch und nachvollziehbar. Die Autorin hat hier berührende, traurige, ehrliche Szenarien geschaffen, in denen auch Wünsche, Hoffnungen, Sehnsüchte sowie herrliche Zitate ihren Platz finden. Jemand der gerne zwischen den Zeilen liest und sich von einem einzigartigem Schreibstil nicht abschrecken lässt, sollte dem Buch eine Chance geben. Wer jedoch eine leichte Lektüre für zwischendurch erwartet, dem würde ich es nicht empfehlen.

Wunderschön

Von: Beate Fischer Datum: 28. August 2018

Ich habe dieses Buch erst vor wenigen Tagen erhalten und fast in einem Zug durchgelesen, ich konnte es kaum weglegen. Es ist einfach ein wundervoller Roman, der mich auch schon gleich optisch sehr ansprach. Eigentlich schwierige Themen, welche die Autorin sehr berührend, aber auch mit einer gewissen Leichtigkeit rübergebracht hat. Man ist gespannt, wohin die Reise der beiden Personen gehen wird und ich konnte beim Lesen manchmal schmunzeln, musste aber auch mal schlucken. Die Beschreibung der gegenseitigen Annäherung hat mich sehr berührt und ist von Angelika Waldis sehr schön beschrieben. Ich kann das Buch nur empfehlen und werde es sicher noch einmal lesen.