Sylvia Lott

Die Rosengärtnerin

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Frankreich 1958: Jeanne verzaubert in den Fünfzigerjahren ganz Paris mit ihren Chansons. Nun lebt sie mit ihrem Mann in einem Château im malerischen Loire-Tal und widmet sich leidenschaftlich ihrer großen Liebe, der Rosenzucht. Doch ein Schatten liegt über ihrem Glück, denn Jahre zuvor musste sie das, was sie am meisten liebte, zurücklassen, um zu überleben ...

Hamburg 2017: Die Journalistin Ella erbt ein verfallenes Anwesen in Frankreich. Sie ahnt nicht, dass das Vermächtnis ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird. Und dass es ein Geheimnis birgt, das zu Ellas Wurzeln an der ostfriesischen Küste zurückreicht ...

Ein neuer lesenswerter Roman von Sylvia Lott

Von: Rebecca K. Datum: 09. June 2019

Jeanne verzaubert in den 50er Jahren mit ihren Chansons Paris und ganz Frankreich. Mit ihrem Mann hat sie sich dann aber auf ein Schloss an der Loire zurückgezogen und geht in der Pflege ihres Rosengartens vollkommen auf. Ella erbt ein Schloss mit seinen Ländereien in Frankreich und weiß eigentlich gar nicht wer die Frau ist die ihr das alles vererbt hat. Ganz langsam während ihrer Zeit auf dem Anwesen kommt Ella dem Geheimnis von Jeanne auf die Spur und beginnt deren Lebensgeschichte zu recherchieren. Ich liebe es die Roman von Sylvia Lott zu lesen, ihre Hauptfiguren kommen alle aus Ostfriesland bzw. haben dort ihre Wurzeln und ziehen von dort in die Welt hinaus. Wobei hier ist es Jeanne die aus Gründen die sie nicht erzählt an die Waterkant kommt und ab da ihr Leben selbst in die Hand nimmt. Ella reist dann nach Frankreich um ihr Erbe anzutreten von einer Frau sie sie nicht kennt und stößt dort auf ein Familiengeheimnis welches so wohl niemand in ihrer Familie erwartet hätte. Mir ist der Einstieg ins Buch leider nicht ganz leicht gefallen, erst als ich beide Figuren besser einschätzen konnte und die Geschichte etwas mehr Fahrt aufgenommen hatte kam ich zügiger voran. Der gesamte Roman war auf die zwei Handlungsstränge von Ella in der Gegenwart und Jeanne in der Vergangenheit aufgebaut und dann gab es auch noch einige Briefe wo man noch nicht so genau wusste wohin der Roman einen führen wird. Ich persönlich fand es ganz spannend wie hier die Nazizeit beschrieben wurde und wie es den „Gastarbeitern“ bei ihrem Dienst in Deutschland ging. Klar vieles wird vielleicht nicht zu 100% stimmen aber viel lesenswertes bzw. erfahrenswertes war schon dabei egal ob in Frankreich oder in Ostfriesland. Der Spannungsbogen war während der ganzen Lesezeit straff gespannt und auch wenn man sich denken konnte wie wohl alles ausgeht so konnte man sich während des Lesens Gedanken machen was wohl weiter passieren würde. Auch dem Handlungsverlauf konnte man immer sehr gut folgen und auch die Entscheidungen konnte man immer gut nachvollziehen. Die Handlungsorte des Romans konnte man sich obwohl der Großteil fiktiv war alle anhand der Beschreibungen sehr gut vor dem inneren Auge entstehen lassen beim Lesen. Da auch alle Figuren des Romans sehr detailliert Beschrieben waren konnte man sie sich während des Lesens sehr gut vorstellen. Alles in allem war es ein Roman der mich in eine Zeit mitgenommen hat über die viel geschwiegen wurde und Leider auch heute noch wird und mich so zum nachdenken gebracht hat. Gleichzeitig hatte ich mit dem Roman schöne unterhaltsame Lesestunden und so vergebe ich sehr gerne alle fünf Sterne.

Rosen können viel bewirken

Von: Ulla Leuwer Datum: 28. May 2019

Meine Meinung: Inzwischen habe ich schon einige Bücher der Autorin gelesen und freue mich immer wieder, wenn ein neues von ihr erscheint. Diesmal lernte ich zwei Frauen kennen, Jeanne, die als junge Französin während des Krieges zum Arbeitseinsatz nach Ostfriesland geht und Ella, die überraschend ein Anwesen in Frankreich erbt. Nun wird sich manch einer fragen, was die beiden Frauen miteinander zu tun haben. Verraten werde ich es hier nicht, aber geübte Vielleser werden es sicher schnell herausfinden, zumal der Plot insgesamt nicht ungewöhnlich ist. Auf jeden Fall hat mich die Autorin mal wieder an das Buch gefesselt, denn ich fand ganz besonders die Geschichte rund um Jeanne sehr interessant. Das mag ich auch an den Büchern der Autorin, sie vermittelt mir immer wieder etwas neues über Geschehnisse der Vergangenheit. Manches weiß ich ja, aber viele Einzelheiten sind nicht bekannt, beziehungsweise ich habe nicht bewusst darüber nachgedacht. Außerdem hat sie sehr gut recherchiert und beschreibt die Gegenden, in denen ihre Protagonisten sich aufhalten so gut, dass ich alles vor Augen habe. Auch der Schreibstil gefällt mir sehr gut, im Wechsel reiste ich mit Jeanne in die Vergangenheit oder war mit Ella in der Gegenwart. Sylvia Lott hat es bestens verstanden und mich durch diese Wechsel nicht im Lesefluss gestört. Das Cover gefällt mir ebenfalls sehr gut und passt wunderbar zu den anderen Büchern, was den Erkennungswert und die Zuordnung zu den Büchern der Autorin erhöht. Fazit: Ein sehr unterhaltsames und auch interessantes Buch, in ihm wurden Ereignisse der Vergangenheit und Gegenwart vereint, die Liebe spielt ebenfalls eine Rolle und das Schicksal hat des öfteren auch zugeschlagen. Ich habe es gerne gelesen und empfehle es deshalb weiter.

Von Ostfriesland an die Loire – J’attendrais

Von: Frau Goethe liestrau Goethe liest Datum: 27. May 2019

Ella erhält die Nachricht, dass die Baronin Jeanne de Cremont ihr ein Anwesen an der Loire vererbt hat. Die junge Journalistin ist überrascht und sieht die Erfüllung des Testaments als Chance, ihr Leben zu verändern. Jeanne hat nämlich zur Bedingung gemacht, dass Ella ein Jahr im renovierungsbedürftigen Haus wohnen muss, bevor es ihr gehört. Es beginnt eine turbulente Zeit, die in Windeseile vergeht. Rund 75 Jahre früher lebte Jeanne in Bordelais. Es war Krieg und die Gegend von den Deutschen besetzt. Die junge Frau half auf dem naheliegenden Weingut. Der Sohn des Winzers war ihr bester Freund. Mit ihm zusammen gelang es, die wichtigen Dinge des Lebens zu organisieren. Unwissentlich half sie sogar beim Widerstand. Als sie dabei fast aufgeflogen wäre, entschied sie, als Fremdarbeiterin nach Deutschland zu gehen. So kam sie auf den Hof der Familie Bohlmann nach Südermarsch in Ostfriesland. Jeanne verliebte sich in den Bauern, der allerdings schon verheiratet war. Sylvia Lott widmet sich in ihrem siebten Roman erneut einer Familiengeschichte. Sie verwebt dabei ein Stück Historie mit fiktiven Ereignissen, deren Folgen die Gegenwart beeinflussen. Wie gewohnt ist die Vergangenheit dramatisch und doch so real, und in der Gegenwart treffen wir eine starke Frau, die diese Eigenschaft noch gar nicht an sich festgestellt hat. Es erwartet den Leser also ein Roman auf zwei Zeitebenen, bei dem man sich rundum wohlfühlen kann und obendrein eine ungewöhnliche Sicht auf die geschichtlichen Vorgänge erhält. Ähnlich wie in Die Fliederinsel ist die Zeit des Zweiten Weltkriegs die Kulisse. Jeanne lebt in einer Zeit, in der Menschen degradiert und verschleppt wurden, um fern der Heimat zur Arbeit gezwungen zu werden. Sie selbst geht scheinbar freiwillig und hilft somit der Besatzungsmacht. In den Augen ihrer Landsleute ist das Verrat. In Ostfriesland lernt Jeanne Pierre kennen, der ihr genau diese Verachtung entgegenbringt. Er ist ehemaliger Soldat und nun Zwangsarbeiter. Von den Annehmlichkeiten, die Jeanne auf dem Hof erfährt, kann er nur träumen. 2017 ist der Krieg lange vorbei und die dritte Generation lebt auf den einst verfeindeten Gebieten. Ella bekommt die Feindseligkeit vom Neffen des Barons zu spüren. Die Gründe sind zwar anderer Natur als im Krieg, aber nicht minder schwer zu verkraften. Schon nach kurzer Zeit spürt Ella die große Verantwortung, die sie mit dem Erbe übernommen hat. Eine Stütze ist ihre Freundin Anna, die sie mit Vernunft durch vertrackte Situationen lenkt. Auf dem Anwesen gibt es ebenfalls helfende Hände. Ella bekommt dennoch bald Sehnsucht nach Gesellschaft und lädt ihre Freunde ein. Das Herrenhaus wird zum Treffpunkt für Künstler, die auf ihre Art die Umgebung verschönern. Als Leser bekommt man dabei eine Ahnung, was in der Region für den Tourismus getan wird. Die aktuellen Verzahnungen werden wie nebenbei erwähnt und tragen zum Ambiente bei. Mit zunehmender Seitenzahl kommt auch mehr Rosenduft ins Spiel. Die Familiengeschichte ist durch den Wechsel der Perspektiven zwischen Jeanne und Ella vorhersehbar. In diesem Fall ist das aber kein Manko, sondern man fühlt Empathie für Jeanne und möchte wissen, wie es damals so kommen konnte. Der geheimnisvolle Adressat aus den ersten Kapiteln lüftet sich damit auch. Die Briefe, aus denen Ella die Geschichte rekonstruiert, verbinden beide Zeitebenen. Die fehlenden Puzzleteile erzählt Odile, die betagte Freundin Jeannes. Man ist gefühlsmäßig sehr nah sowohl an der inzwischen wohlhabenden Chansonsängerin als auch an der erschöpften Journalistin dran. Der Roman lädt dazu ein, sich literarisch in eine wunderschöne Gegend zu versetzen. Die Ufer der Loire mit ihren Nebenflüssen waren schon immer ein begehrter Standort für imposante Bauwerke. Sie sind eine erholsame Kulisse für die tiefgehenden Themen. Die Rosengärtnerin ist ein dringender Lesetipp.

(Ent-) Spannend: Die Rosengärtnerin

Von: Erdhaftig schmökert Datum: 24. May 2019

Ein veritabler, historischer Roman mit Gegenwartsbezug und deutlich spannender als es der Titel vermuten lässt! In zwei Erzählsträngen bekommt man die gesamte Geschichte zwischen 1944 und Heute mit. Beide hängen unmittelbar zusammen. Im Gegensatz zu den meisten historischen Romanen, erzählt Lott weniger geschichtlich als lebensfroh. Es spielen schon etliche Besonderheiten der damaligen Zeit hinein und man bekommt viele Informationen zum Bombardement in Emden sowie dem Leben in der Marsch als auch zu Winzern, die die Resistance unterstützten. Vor allem aber dreht es sich um die Hauptperson Jeanne, die sowohl in Frankreich als auch zwei Jahre in Ostfriesland verbrachte und einer Ostfriesin ihr Schloss vererbt. Auch diese Erbin ist eine spannende Figur und nicht nur das, was sie erbt, ist mehr als man erwartet.  Es gibt Gegenspieler, Un- und Sympathen. Es ist eine ausgewogene Mischung aus guter Erzählung mit Pfiff und bildhafter Sprache. Letztere ist in eine flotte Erzählweise mit teils überraschenden Wendungen eingebaut.  Der Roman ist sooo herrlich, dass ich es fast an einem Nachmittag samt halben Abend gelesen hätte. Die Zeit verflog im Nu!

Das bewegte Leben der Baronin Jeanne de Cremant

Von: Susanne Edelmann Datum: 17. May 2019

Von der ersten Seite an hat mich vor allem die Geschichte Jeannes komplett in ihren Bann gezogen. Diese mutige, gewitzte und dabei so gefühlvolle junge Frau habe ich direkt ins Herz geschlossen. Jeannes Geschichte wird in Rückblenden erzählt, es wird also von Kapitel zu Kapitel zwischen Vergangenheit und Gegenwart gewechselt, so gegensätzliche Handlungsorte wie das liebliche Loiretal, die Weinberge um Bordeaux, das quirlige Paris und das raue Ostfriesland wechseln sich dabei ab, was für anhaltende Spannung sorgt. So manches Mal habe ich beim Lesen Tränen vergossen, so sehr habe ich mit Jeanne mitgelitten. Aber auch Ellas Geschichte in der Gegenwart nimmt immer mehr Fahrt auf, je länger sie in Cremant wohnt. Wie schade, dass dies ein fiktiver Ort ist, ich würde sonst sofort einen Urlaub dort buchen! Auf ihrer Homepage hat die Autorin Sylvia Lott wunderbare Fotos ihrer Recherchereisen veröffentlicht, so kann man sich selber ein eindrucksvolles Bild von den Landschaften an der Loire und in Ostfriesland machen – beide so gegensätzlich und doch beide so reizvoll. Sowohl auf ihrer Webseite als auch im Buch selbst findet sich zudem ein Rezept für ostfriesischen Mehlpütt, auch Duftkuchen genannt, ein Gericht, dass Jeanne in Ostfriesland lieben lernte. Fazit: Ein wunderbares Buch, das ich regelrecht verschlungen und bei dem ich wieder einmal sehr viel gelernt habe. Danke für diese bewegende Lektüre!