Christy Lefteri

Das Versprechen des Bienenhüters

Das Versprechen des Bienenhüters Blick ins Buch

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Buch
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Nuri ist Bienenhüter, mit seiner Familie führt er ein einfaches, aber erfülltes Leben im syrischen Aleppo. Bis das Undenkbare passiert und der Krieg ihr Zuhause erreicht. Nuris kleiner Sohn Sami wird bei einem Bombenanschlag getötet, seine Frau Afra erblindet. Sie müssen fliehen, um zumindest ihr eigenes Leben zu retten. Die Trauer um Sami und Erinnerungen an das einst glückliche Leben begleiten sie auf dem langen, gefährlichen Weg durch eine Welt, die nicht auf sie gewartet hat und selbst die Mutigsten in die Knie zwingt. Doch in England wartet Nuris Cousin Mustafa mit einem Bienenstock, der neuen Honig und neues Leben verspricht. Aber die größte Herausforderung liegt noch vor Nuri und Afra: wieder zueinander zu finden und gemeinsam die Hoffnung an ein neues Leben zu bewahren.

Sie haben alles verloren und glauben dennoch an einen Neuanfang: Diese Geschichte wird Sie berühren, mitreißen und doch hoffnungsvoll zurücklassen.

Interessante Thematik

Von: EvaMaria Datum: 26. November 2019

In diesem Buch wird die Geschichte von Nuri erzählt, dieser ist einen Bienenhüter aus Aleppo, welcher mit seiner Frau aus Aleppo flüchten muss, weil der Krieg beginnt. Die Handlung wird in drei verschiedenen Zeitebenen erzählt und zwar vor dem Krieg, während der Flucht und in seiner neuen Heimat. Ich fand Nuris Geschichte sehr interessant und es war auch sehr emotional, denn die Autorin verheimlicht keine Details, sodass ich gerade die Abschnitte über die Flucht sehr belastend und brutal fand. Persönlich fand ich aber auch die Szenen in Aleppo sehr spannend, denn hier erfährt man, dass Nuri eine Bienenzucht mit seinem Cousin hatte und eigentlich nur ein schönes Leben haben wollte. Er hatte eine Familie, einen Sohn, aber er musste fliehen, obwohl er zuerst überlegt hat, ob er gehen soll oder nicht. Im großen und ganzen empfand ich das Buch als spannend, emotional, aber auch sehr informativ und es hat mir richtig gut gefallen. Es gibt auch noch einen Handlungsstrang mit Mohammed, welcher mich auch begeistert hat. Die Protagonisten waren gut beschrieben und ich konnte auch deren Taten sehr gut nachvollziehen. Nuri und seine Frau Afra würde ich auch als starke Persönlichkeit bezeichnen, denn es ist schon brutal, was die beiden alles durchmachen und ich hatte nicht das Gefühl, dass sich die beiden haben brechen lassen. Etwas mehr Tiefe hätte den Protagonisten aber doch gut getan, denn man hätte so noch mehr mit diesen mitfiebern können. Das Buch hat sich toll lesen lassen und ich fand den Schreibstil der Autorin toll, denn sie hat auch eher schwierige Themen sehr angenehm verpackt, sodass alles sehr flüssig und rund wirkte. Die Autorin konnte mich fesseln und es war stellenweise sehr spannend. Das Cover gefällt mir richtig gut. Fazit: Unterhaltsamer, spannender Roman, der wichtige Themen behandelt. Klare Weiterempfehlung von mir. 4 von 5 Sterne

Nuris Weg

Von: Kerstin C. Datum: 10. November 2019

Das Cover strahlt mit seiner Farbwahl einfach nur Wärme aus. Bei näherer Betrachtung sieht man einen Jungen über die Wiesen rennen. Der Himmel deutet mit seinen Farben schon auf Feuer und Gefahren hin, die den Krieg in Syrien vielleicht andeuten sollen. Passend zum Beruf des Protagonisten fliegen zwei Bienen durch die Luft. Nach oben hin wird das Bild durch die Andeutung von Waben abgeschlossen. Für mich ein wirklich schönes Cover, das sehr gut mit der Geschichte harmonisiert. Für die Geschichte von Nuri braucht man etwas Ruhe und Zeit. So hat das Buch etwa zwei Monate auf meinem Nachttisch auf mich gewartet, bis ich bereit war für Nuris Flucht von Aleppo nach Großbritannien. Die Geschichte wird von Nuri aus der Ich- Perspektive erzählt. Die zwei Erzählstränge im Buch arbeiten aufeinander zu. Dabei finde ich die Überleitung von seinem aktuellen Aufenthaltsort in England zu seinen Etappen der Flucht sehr gelungen. Ich liebe kleine Wortspiele und die Überschrift seiner Fluchtetappen bildet sowohl das letzte Wort der Erzählung von England, als auch das erste Wort der Erlebnisse seiner Reise. Solche Kleinigkeiten fallen mir sofort ins Auge und zaubern ein Lächeln ins Gesicht. Nuri lebt mit seiner Frau Afra und seinem Sohn Sami in Aleppo bis der Krieg ausbricht. Dieser nimmt ihm alles was ihm lieb ist. Sein Sohn stirbt und seine Frau verliert ihr Augenlicht. Für Nuri gibt es nur noch einen Ausweg, seinem Cousin Mustafa zu folgen und irgendwie nach England zu gelangen. Christy Lefteri gelingt es auf eine spannende und bedruckende Art zu gleich Nuris Weg zu erzählen. Dabei habe ich das Gefühl, das unberührte Aleppo mit seinen Aprikosen- und Mandelbäumen direkt vor mir zu sehen. Ich wandere durch die Bienenstöcke und schaue mir Afras wunderschöne Bilder an. Dem gegenüber steht die Beschreibung vom Weg nach England. Die einzelnen Etappen der Flucht haben mich tief berührt. Hier greift die Autorin auf ihre Erfahrungen in einem Flüchtlingslager in Athen zurück, in dem sie als Freiwillige gearbeitet hat und den Menschen ein offenes Ohr geschenkt hat. Inspiriert durch die Erzählungen entstand die Geschichte von Nuri und Afra. Das Buch hat mich tief berührt und ließ mich eine ganze Weile innehalten. Welche Gefahren unsere syrischen Mitbürger auf sich genommen haben, in der Hoffnung auf ein friedlicheres Leben kann ich nach der Lektüre des Buches nur erahnen. Ich hatte beim Lesen immer wieder einen ganz speziellen Kunden aus der Apotheke vor Augen. Wie er uns seine Familie wohl den Weg hier her geschafft haben. Bisher habe ich mich noch nicht getraut zu fragen. Vielleicht nehme ich das Buch mal zum Anlass mit ihm ins Gespräch zu kommen. Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen, der offen ist für neue Wege. Ich habe das Buch verschlungen und mich von der Erzählung mit reißen lassen. Vom Gefühl her ist es für mich das Buch 2019, dass mich am meisten berührt hat. Und ich wünsche mir, dass viel mehr Menschen dieses Buch lesen und offen mit unseren ausländischen Mitbürgern umgehen. Es ist ein Buch was Hoffnung gibt auf eine farbenfrohe Zukunft.

Leider ist der Schreibstil total emotionslos und distanziert

Von: Buchbahnhof Datum: 04. November 2019

Ich muss gestehen, dass dieses Buch länger bei mir lag, als es sollte. Immer wieder habe ich es zur Hand genommen, einige Seiten gelesen, wieder weggelegt. Ich kam mit dem Buch nicht klar, weil mir der Schreibstil zu nüchtern war. Aufgrund dieses Schreibstils konnte ich mir weder Nuri, noch seine Frau Afra wirklich vorstellen, konnte leider keine Verbindung zu ihnen aufbauen. Warum habe ich trotzdem weitergelesen? Irgendwie hat mich trotzdem etwas an der Geschichte berührt. Ich wusste, dass Christy Lefteri die Geschichte erzählt, nachdem sie als Freiwillige in einem Flüchtlingslager in Athen gearbeitet hat. So oder so ähnlich ist also das Schicksal der Menschen in Aleppo. Das war es, was mich hat dran bleiben lassen. Die Autorin berichtet über etwas, was tatsächlich jetzt, heute und morgen, auf dieser Welt passiert. Bereits die ersten Seiten ließen mich erschaudern. Nuris und Afras Sohn Sami wird getötet, Afra selbst erblindet. Dass sie ihr Leben aufgegeben hat konnte ich nur zu gut verstehen. Trotz Nuris zureden, ist sie zunächst nicht bereit, Syrien zu verlassen. Nuri muss mit ansehen, wie junge Männer, fast noch Kinder, einfach so erschossen werden. Er selbst wird aufgefordert, zur Waffe zu greifen, sich den Soldaten anzuschließen oder zu sterben. Das ist der Punkt, an dem er gegen den Willen seiner Frau entscheidet, zu fliehen. Wir, die wir hier gut behütet aufwachsen, vermögen das ganze Ausmaß des Grauens gar nicht zu erfassen. Mir zumindest fällt das schwer. Es fällt schwer, sich einzugestehen, dass genau dies hier auf unserer Welt, in Ländern, die gar nicht mal so weit von uns entfernt sind, passiert. Einerseits passieren derart schreckliche Dinge, dass man Afra schütteln möchte, weil sie zunächst nicht bereit ist, zu fliehen, andererseits kann ich, als auch sehr heimatverbundener Mensch, gut nachvollziehen, dass man bleibt, so lange es geht. Es ist schwer, sich vorzustellen, wie verzweifelt man sein muss, um seine Heimat zu verlassen. Die Geschichte wird auf mehreren Ebenen erzählt. Ein Mal begleiten wir Nuri und Afra im Heute, sie haben England erreicht und sind dabei, einen Asylantrag zu stellen. Zum anderen begleiten wir sie mit dem Beginn kurz vor ihrer Flucht, über das Meer ins Flüchtlingslager nach Griechenland und weiter. Beide Erzählstränge haben ihre Berechtigung, denn nur durch die Rückblenden kann man verstehen, wie Nuri und Afra zu den Menschen geworden sind, die sie heute sind. Immer wenn der Strang wechselt, ist das letzte Wort des einen Erzählstrangs auch das erste Wort des neuen Strangs. So wusste man immer, wo man sich gerade befindet. Das hat mir sehr gut gefallen. Was ich gerne zugeben will ist, dass Christy Lefteri hier eine sehr wichtige Geschichte erzählt, die Einblick in die Seele der Menschen gibt, die vor Krieg und Tod fliehen müssen. Dennoch ist leider aufgrund des sehr nüchternen Erzählstils bei mir der Funke nicht übergesprungen. Ich vergebe 3 Sterne aufgrund der Aktualität des Themas. Empfehlen kann ich das Buch aber leider nur, wenn ihr eine nüchterne Erzählweise zu schätzen wisst.

Ein anderer Blick

Von: Andrea Karminrot Datum: 29. October 2019

Nuri, der Bienenhüter und Afra, seine Frau, sind auf ihrer Flucht in England angekommen. In einem Land, dass sie nicht kennen, das ihnen Fremd ist, mit seinen Menschen und deren Leben und Gepflogenheiten. Nuri hofft, seinen Cousin in England zu treffen. Mit ihm zusammen wieder Bienen zu züchten. Denn Nuri war/ist ein Bienenhüter. Er versteht die kleinen pelzigen Honigsammler. Noch nie ist er ernsthaft von einer Biene gestochen worden. Das Leben hat ihm da schon übler mitgespielt. Er hat seinen Sohn verloren, in seinem Heimatland Syrien. In einer Stadt, die es zwar noch auf Landkarten gibt und Aleppo genannt wird, aber in Wirklichkeit nur noch aus Häusergerippe und staubigen, zerbombten Straßen besteht. Afra, seine Frau hat früher, vor dem Krieg, Bilder gemalt. Wunderschöne Bilder. Ihre Kunst wurde bewundert. Aber nun ist ihr Blick leer, sie kann tatsächlich, seit dem Tod ihres kleinen Jungen, nichts mehr sehen. Sie lebt in ihrer dunklen Welt. Still und schweigsam ist sie geworden. Auf ihrer Flucht, weg von dem Grab ihres kleinen Sohnes, hat das Paar einiges erlebt, das die Liebe zueinander auf eine harte Probe gestellt hat. Und das Leben in dem fremden Land, stellt sie erneut vor Probleme. „Sie hat diesen Ausdruck im Gesicht, … Er verleiht meiner Traurigkeit Substanz, macht sie spürbar, wie ein Pulsieren, aber es jagt mir auch Angst ein, Angst vor dem Schicksal und vor dem Zufall, vor Verletzung und Leid, vor der Willkür des Schmerzes und vor dem Wissen dass das Leben einem von einem Moment zum nächsten alles nehmen kann. ...“ (Seite 128) Christy Lefteri schreibt ihren Roman in etwas eckiger Weise. Es fällt nicht immer leicht dem Verlauf zu folgen. Aber vermutlich spiegelt der Text, das Chaos im Kopf des Erzählers Nuri, dem Bienenhüter, wieder. Manchmal verfängt man sich in einem Traum des Erzählers. Und dann schwimmt man wieder mit ihm und seiner Frau auf einem Meer, oder streift durch die zerstörte Stadt Aleppo. Erst beim Lesen wurde mir bewusst, unter welchen Umständen die Menschen, die den Krieg nicht wollten, leben müssen und wie schwer est ist, seine Heimat verlassen zu müssen wollen. Alle Bilder, die ich schon gesehen habe, waren nichts gegen die Worte der Schriftstellerin. Ab und zu musste ich schwer schlucken, bevor ich weiterlesen konnte. Nie wieder werde ich einen Geflüchteten ansehen können, ohne die Geschichte des Bienenhüters im Hinterkopf zu haben. Welche Schwierigkeiten diese Menschen auf sich nehmen, um in Frieden leben zu können. Was haben diese Menschen auf der Flucht erlebt, das ihr Ankommen in den friedvollen Ländern, nicht einfach macht?

verlorene Träume

Von: Kerstin von KeJas-BlogBuch Datum: 26. October 2019

Ein wunderschön gestaltetes Buch, dessen Klappentext auf mich sofort Eindruck machte und rief „lies mich“. Das ich auf meine „Bewerbung“ auf das Rezensionsexemplar, im Random House Bloggerportal, direkt eine traumhafte Kiste, gefüllt mit dem Buch, einem Päckchen Tee und 4 dieser wunderschönen Teegläser erhielt, war dann nochmals ein Highlight mehr. Auf den Bienenhüter Nuri war ich sehr gespannt und auf sein Versprechen. Die kurze Info über das tragische Schicksal seines Sohnes Sami und der Ehefrau Afra, machten schon bewusst, dass es kein leichtes Buch werden würde. 348 Seiten über Krieg, Flucht, unerwünscht sein, Verluste und Traumata. Die Autorin Christy Lefteri hat all dies und noch viel mehr, durch die Sicht des Bienenhüters Nuri erzählt. Die Ich-Form macht es auf eine erschreckend reale Weise authentischer und führte das Leid der Vertriebenen und Flüchtenden deutlich vor Augen. "An diesem Ort sterben die Menschen langsam, von innen. Einer nach dem anderen sterben sie." Seite 269 Nuri ist mir eine sehr sympathische Figur geworden und auch seine Frau Afra. Ihr Miteinander, geprägt von Trauer, die sich versteckt hält und von keinem der beiden ausgelebt wird, ist trotz allem doch sehr harmonisch. Eine Art Zwist, der zwischen ihnen liegt und dem beschwerlichen Weg noch schwieriger gestaltet. Umso schöner war es, als erkennbar wurde, dass beide eben doch erkennen, dass es nur miteinander zu ertragen ist. Wie das geteilte Leid oder die doppelte Freude. Diese unfreiwillige Reise, aufgezwungen wegen nicht zu ertragender Zustände in der Heimat und der Erkenntnis, dass sie eigentlich nirgends willkommen sind, machen es nochmals trauriger. Ein stetiges Vorwärts ohne wirklich anzukommen. Gerade in den Auffanglagern kam das richtig zum Vorschein. Hier hat die Autorin ihre persönlichen Erfahrungen sehr emotional mit eingebaut und ich kann nur meinen Respekt bekunden an alle die den Mut und die Kraft haben, sich diesen Situationen zu stellen. Die Überschriften der einzelnen Kapitel sind etwas ganz besonderes. Sie bilden nämlich das Ende des vorherigen und der Anfang des neuen Kapitel. Ein fließender Übergang, der sich durch das ganz Buch zieht. Als genauso fließend habe ich auch Nuris Erzählungen empfunden. Selbst die Rückblicke in die Vergangenheit konnte ich gut zuordnen. Aleppo muss einst ein wunderschöner Ort gewesen sein. Voller Menschen mit Träumen und Wünschen. Was heute noch übrig ist von dieser Stadt und Land kennt man aus den Berichterstattungen. Brennende Trümmer, Ruinen, Elend und Leid. Hier hätte ich mir aber sehr viel mehr an Hintergrundinformationen gewünscht. Ein viel tiefer gehendes Erklären der Situationen und wie es soweit kommen konnte. Es muss dabei gar nicht ins politische abdriften, aber ich denke dass viele einfach nicht verstehen können, wie ein ganzes Land, in der heutigen Zeit solch einer menschenverachtenden Zerstörung und dem Krieg ausgesetzt sein kann. Etwas, dass mich richtig gehend gestört hat, waren die E-Mail-Nachrichten, die Nuri regelmäßig bekam. Gewiss sollten sie diesem unendlich traurigen Mann Hoffnung machen, aber mich hat es jedes mal aus Nuris und Afras Leben gerissen. Nuris und Afras Weg wären auch ohne diesen Cousin Mustafa gelungen. Ein für mich unnützer Charakter, es gab dafür so viele andere, ganz besondere im Buch. "Fort zum Mond, an einen anderen Ort, eine andere Zeit, eine andere Welt, überall hin, Hauptsache nicht hier." Seite 328 Die Sprache im Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist ungemein emotional, insbesondere die Erinnerungen bekommen sehr viel Raum. Die Zukunftsängste spielen auch eine immense Rolle, doch waren mir diese fast schon ein stückweit zu verharmlosend. Afra ist da allerdings richtig gut dargestellt. Ihre Erblindung eine Folge des Krieges und dem Verlust ihres Kindes, ist vielleicht auch eine körpereigene Schutzhaltung – man könnte es auch so sagen – ich will das nicht mehr sehen! Bei Afra und insbesondere ihre Dialoge mit Nuri oder anderen habe ich mich immer wohl gefühlt, auch wenn es nicht wirklich glückliche Gespräche waren. „Das Versprechen des Bienenhüter“ war für mich eine sehr traurige Erzählung. Vielleicht liegt es auch daran, dass all diese Leben und Schicksale ungewiss sind. Wo auch immer ihr Weg hinführt, es wird niemals mehr das Zuhause sein, was es einst war. Rezension verfasst von © Kerstin

Emotionale Achterbahnfahrt und ganz großes Kino!

Von: Bücherfarben Datum: 22. October 2019

SCHREIBSTIL & LESEFLUSS Fangen wir doch wieder mit dem Schreibstil von Christy Lefteri an. Die Autorin schreibt so unglaublich leicht, dass die Seiten nur so dahin geflogen sind. Ich war richtig von diesem gefühlvollen, leichten und ziemlich lockeren Schreibstil angetan und mochte ihn sehr gerne. Christy Lefteri schreibt einfach so wahnsinnig gefühlvoll und legte viel Emotionen in ihren Stil und das machte das Buch rund und gelungen. Vom Schreibstil her ist es eher leichtere "Kost" gewesen das Buch und das war echt was ich brauchte, denn eine Flaute kündigte sich an und mit diesem Buch und dem Stil von Christy habe ich das erfolgreich abgewehrt. CHARAKTERE Als Protagonisten lernen wir Nuri kennen. Irgendwie waren auch die anderen Nebenfiguren ziemlich anders und haben mich sprachlos (positiv) und emotional zurück gelassen. Nuri ist ein sympathischer und authentischer Bienenhüter, welcher von seiner Art her echt umgänglich war und ich mochte ihn doch sehr gerne. Auch Afra, Nuri's Frau die beim Bombenanschlag erblindete, war für mich einfach eine kraftvolle, aussagekräftige und authentische Figur. Die Figuren und ihr Schicksal gingen mir nahe und ich musste echt die ein oder andere Träne mit den beiden vergießen. STORY & VERLAUF Die Story ist sehr emotional aufgebaut und berührte mich ganz tief im innern. Christy Lefteri erschuf hier eine ganz emotionale und gefühlsexplosive Story die mich berührt hat und mich zum weinen brachte. Die Story war von der ersten Seite an schon so ergreifend, so verständlich und berührend, dass ich gar nicht bemerkt habe wie schnell die Seiten verflogen. Auch der Verlauf der Geschichte war von der ersten Seite an interessant gehalten und führte mich auf einen Leseweg, den ich nicht kannte. Zum ersten mal wollte ich ein Buch einfach nur beenden weil es mich von der Story und deren Verlauf einfach mitgenommen hat. HANDLUNG & STRANG Die Handlung in DAS VERSPRECHEN DES BIENENHÜTERS war emotional geladen, ich denke dies trifft es auf den Punkt. Ich war sofort in der Handlung drin und verfolgte sie mit großem Interesse, denn die Autorin schaffte es, meine Neugier trotz der vielen Emotionen und Gefühlen die sie hervorgerufen hat, zu wecken und ich habe immer weiter und weitergelesen. Auch der Handlungsstrang brauchte einiges an Überwindung bei mir, denn auch hier waren wieder diese Gefühle und Emotionen spürbar. Der Handlungsstrang legte sich wie ein sanfter Schleier um die Handlung und bildete dann das perfekte Gesamtbild. MEIN FAZIT: Abschließend muss ich sagen, dass DAS VERSPRECHEN DES BIENENHÜTERS, eine sehr emotionale, gefühlsergreifende und interessante Story ist, die mich berührt hat und mich mitgerissen hat. Christy Lefteri wusste genau wie sie mit meinen Gefühlen spielen muss, um mich das Buch nicht aus der Hand legen zu lassen. Für mich ist dieses Buch etwas ganz Besonderes mit all seinen Facetten und Gefühlen und allem, es ist einfach nur ein tolles Buch, welches ich jedem ans Herz legen kann und möchte, der auf derartige Geschichten steht. Von mir gibt es 5 von 5 Sterne dafür.

Tolle Sprache, trauriger Hintergrund, absolut empfehlenswert

Von: Anett Datum: 20. October 2019

Das Versprechen des Bienenhüters – ein Buch über Flucht und das Verlieren. Aber auch ein Buch über Familie und Hoffnung. Hoffnung auf eine neue Welt, ein neues Leben. Nuri und seine Frau Afra stammen aus Aleppo. Dort hatte Nuri mit seinem Cousin Mustafa eine Bienenzucht, nebst florierenden Laden, wo man nicht nur Honig, sondern auch Parfum und Pflegeprodukte aus Honig bekommen konnte. Sie hatten ein wunderbares Leben – und sie hatten Kinder. Bis der Krieg nach Aleppo kam und sie fliehen mussten. Um selbst zu überleben – irgendwie. Das Buch beginnt damit, dass wir von Nuri und Afra in England lesen – wissen also bereits, dass sie angekommen sind. Aber das fand ich keinesfalls als die Spannung herausnehmen, im Gegenteil, ich war nun gespannt, wie ihre tatsächliche Flucht aussah. Im Laufe des Buches wurde nun ihre Situation in England geschildert, und nebenher gab es immer wieder Rückblicke auf ihr Leben vor dem Krieg, als auch ihr Leben auf der Flucht. Und das hatte es wirklich in sich. Es war so tragisch, so manches mal hoffnungslos. Aber Nuri versucht diese Hoffnung nicht zu verlieren, hat teilweise per E-Mail Kontakt zu Mustafa, der bereits mit seiner Familie in England ist. Er macht Nuri Mut, er wartet auf ihn, er möchte wieder mit ihm und Bienen arbeiten. Die Autorin Christy Lefteri hat hier ein Thema aufgegriffen, dass mehr als aktuell ist und hat die Flucht geschildert, die keinen kalt lassen kann. Natürlich weiss man, dass eine Flucht nicht toll ist, und was damit zusammen hängt. Aber dann von den Zuständen in Flüchtlingslagern, insbesondere Athen, zu lesen, unter was für Bedingungen diese Menschen leben, die ihr Land nur verlassen, um zu überleben. Christy Lefteri bringt hier ihre eigenen Erfahrungen mit ein, denn sie hat als Freiwillige im Flüchtlingslager in Athen gearbeitet. Ausserdem wird auch ein anderes Thema angesprochen: Posttraumatische Belastungsstörung. Natürlich geht so ein Krieg und so eine Flucht nicht einfach so an einem Menschen vorbei. Diese Menschen, die bereits alles verloren haben müssen auch noch über das wenig verbleibende wachen und können sich nicht leisten, auch nur eine Stunde unachtsam zu sein. Sie tragen das wenige noch bei sich und sind darauf angewiesen. Das zu wissen, und dann aber das zu lesen ist noch einmal was ganz anderes. Alles in allem war ich von dieser Geschichte fasziniert, sprachlich ist es auf einem sehr hohen Niveau und hat mich beeindruckt. Auch alles rund um die Bienenzucht und die Arbeit mit den Bienen ist wundervoll geschrieben und hat mich eintauchen lassen. Ein lesenswertes Buch, mit traurigen Hintergrund, was mich berührt und nachdenklich gemacht hat. Und wieder einmal dankbar gemacht hat, wie gut es uns geht. Ich kann das Buch restlos empfehlen.

Ein steiniger Weg

Von: Newspaper Datum: 12. October 2019

Inhalt: „Nuri ist Bienenhüter, mit seiner Familie führt er ein einfaches, aber erfülltes Leben im syrischen Aleppo. Bis das Undenkbare passiert und der Krieg ihr Zuhause erreicht. Nuris kleiner Sohn Sami wird bei einem Bombenanschlag getötet, seine Frau Afra erblindet. Sie müssen fliehen, um zumindest ihr eigenes Leben zu retten. Die Trauer um Sami und Erinnerungen an das einst glückliche Leben begleiten sie auf dem langen, gefährlichen Weg durch eine Welt, die nicht auf sie gewartet hat und selbst die Mutigsten in die Knie zwingt. Doch in England wartet Nuris Cousin Mustafa mit einem Bienenstock, der neuen Honig und neues Leben verspricht. Aber die größte Herausforderung liegt noch vor Nuri und Afra: wieder zueinander zu finden und gemeinsam die Hoffnung an ein neues Leben zu bewahren." Schreibstil/Art: Nuri beschreibt aus der Ich-Perspektive die berührende, emotionale und zugleich beschwerliche Flucht von Aleppo über Griechenland und anschließend nach England. 
Der Schreibstil ist sehr poetisch, die Sprache bildhaft. Landschaften, Orte und Charaktere sind meiner Meinung nach sehr gut umschrieben. Erzählt wird in zwei Strängen; in der Gegenwart, sprich nach der Ankunft in England und der Vergangenheit, die Flucht und die Stationen der Beiden.
 Die Zeitenwechsel sind miteinander verbunden; die Kapitelüberschrift ist das letzte Wort des vorherigen und das erste Wort des folgenden Kapitels. 
 Das hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Schade finde ich es, dass dem Leser bereits zu Anfang offenbart wird, dass es Beide bis nach England geschafft haben. Jeglicher Spannungsbogen ist dadurch genommen. Fazit: Eine sehr bewegende und tiefgründige Erzählung über Leid, Verlust, Zusammenhalt und Liebe. Die Autorin, Christy Lefteri will kein Mitleid erwirken sondern Verständnis und die Beweggründe dieser Flüchtlingsfamilie dem Leser näher bringen. 
 Obwohl mich der Schreibstil und die vielen Sprünge zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit nicht packen konnten, kann ich dieses Buch dennoch weiter empfehlen.

Intensive Fluchtgeschichte, Umsetzung zu sprunghaft

Von: monerl Datum: 10. October 2019

(3,5 Sterne) Meine Meinung Die Autorin nimmt die Leser*innen in ersten Handlungsstrang mit nach Syrien, in die Vergangenheit der Protagonisten bis zum Punkt des schrecklichen Krieges und der unumgänglichen Flucht. Mit dem zweiten Handlungsstrang gibt es einen kleine Erzählstopp in Istanbul und dann wieder in Griechenland. Dort lernen wir Hoffnungslosigkeit, Elend und Gewalt kennen, die verschiedene Flüchtlinge aus Syrien, dem afrikanischen Kontinent, Afghanistan usw. erleben. Es ist niederschmetternd und schrecklich! Gleichzeitig fragt man sich mit Nuri, welche Möglichkeiten noch bleiben, damit er und Afra noch nach England entkommen können. Es gibt wenige und der Preis ist hoch! Der dritte Handlungsstrang spielt in England, im Flüchtlingsheim bzw. einer Pension, in der Nuri und Afra mit anderen Flüchtlingen untergekommen sind und mitten im Asyl-Beantragungsverfahren stecken. Diese drei Perspektiven wechseln das ganze Buch über und machten es mir nicht so leicht emotional am Ball zu bleiben. Kaum war ich in einer “Geschichte” drin, wurde ich herausgerissen und in die nächste katapultiert. Leider weiß man von Beginn an, dass Nuri und Afra es nach England schaffen. Diese Information tötet das Spannungsmoment. Denn nun gibt es nichts mehr, das einen so richtig am Ball bleiben lässt. Es gibt lediglich das “Dazwischen”, also, wie die Reise verlief und was ihnen dabei so alles widerfährt. Ja, auch das ist schlimm genug, wie oben bereits angerissen. Ich hätte mir jedoch noch etwas mehr Spannung gewünscht. Sprachlich schön erzählt Christy Lefteri die Geschichte und nicht nur einmal ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass die Sprache nicht an den Inhalt der Erzählung ranreicht. Dieser Gegensatz hat mich oftmals innehalten und überlegen lassen, was denn gerade passiert. Ein interessanter und spannender Kunstgriff, um Distanz zum Gesagten zu schaffen. Leider konnten mich die Protagonisten nicht so ganz überzeugen. Ein schweres Leben, schwere Schicksale, die ihnen widerfahren und doch berührten sie mich nicht so richtig. Woran genau das lag, kann ich nicht genau sagen. Ich war dem Buch nicht so ganz verfallen, wie ich es eigentlich erwartet hatte. Nuri als auch Afra waren mir nicht nah genug. Ihre Charakterisierung hätte noch viel mehr Tiefe verdient. Fazit Eine traurige Fluchtgeschichte, die sich aus vielen echten Erlebnissen speist, denn die Autorin hat als freiwillige Helferin eine Zeit lang in Athen in einem Flüchtlingscamp ausgeholfen und so viele Geflüchtete kennengelernt, die ihr ihre Geschichten erzählt haben. Diese Echtheit und Kraft spürt man deutlich im Handlungsstrang in Griechenland, wo Nuri und Afra eine Weile festsitzen. Obwohl mich das Buch nicht voll und ganz überzeugen konnte, empfehle ich es weiter. Denn die im Buch beschriebenen Schicksale erleiden täglich auch heute noch sehr viele Menschen. Und es darf nicht vergessen werden, was so vielen Menschen passiert und was sie durchleben und erleiden müssen!

packend und überzeugend

Von: Zeilenmeer Datum: 10. October 2019

Der Schreibstil ist flüssig, bildgewaltig, mitreißend und überzeugend. Es wird hier in 2 Wochen geschrieben. Einmal in der Gegenwart in England und in der Vergangenheit, in der es um die Flucht von Nuri und Afra geht. Um dies für den Leser besser Erkennbar zu machen hat sich die Autorin etwas ganz besonderes überlegt. Am Ende der Kapitel, wenn es von der Gegenwart in die Vergangenheit geht, fehlt immer ein Wort und dieses findet sich in der Überschrift zum nächsten wieder. Was auch ganz toll zeigt wie sehr Gegenwart und Vergangenheit ineinander verstrickt sind. Die Nebencharaktere sind eher oberflächlich gehalten, auch wenn jeder seine Eigene Geschichte mit ein bringt. Und viele dieser Geschichten oder besser Gesagt Schicksale sind sehr berührend. Nuri mochte ich sofort. Er war mir mit seiner Begeisterung für Bienen sofort sympatisch. Er war überzeugend, stark und überlegt. Ara hingegen ist sehr schwach und passiv gehalten. Im Krieg hat sie ihr Augenlicht verloren, so wie beide den Sohn, wie auch Freunde. "Ich fürchte mich vor den Augen meiner Frau. Sie sieht nicht heraus, und niemand kann durch sie hereinschauen. Sie sind wie Steine, graue Kiesel am Meeresufer." In der Geschichte Herrscht meist eine sehr bedrückende Stimmung. Auf jeden Fall keine leichte Kost und dementsprechend anspruchsvoll. Man begleitet hier 2 "Flüchtlinge" auf ihrer Reise nach Sicherheit. Ein sehr aktuelles Thema. Eine erschreckende Reise, die gleichzeitig berührend, spannend und traurig ist. Die Hoffnungslosigkeit und die Verzweiflung sind greifbar während der Geschichte. Der weg führt über die Türkei, nach Griechenland bis hin zu Großbritannien. Auch das Asylverfahren bekommt man hier etwas genauer mit, was ich sehr interessant fand. Und trotzdem gibt es auch kleine Lichtblicke, kleine taten, die einfach nur das Herz erwärmen. Eine dieser Taten war die Rettung der flügellosen Hummel, was ich wirklich toll fand. Zudem liebte ich diese Greifbare liebe für die Bienen, was die Stimmung das ein oder andere Mal erhellen konnte. Fazit: Erschreckend, echt und ergreifend. Eine packende Geschichte über die Reise zweier Menschen aus dem Krieg.

Ein Roman, den man nicht mehr vergisst

Von: Literaturblogsaarland Datum: 06. October 2019

Sie haben alles verloren und glauben dennoch an einen Neuanfang: Diese Geschichte wird Sie berühren, erschüttern und doch hoffnungsvoll zurücklassen. Nuri ist Bienenhüter, mit seiner Familie führt er ein einfaches, aber erfülltes Leben im syrischen Aleppo. Bis das Undenkbare passiert und der Krieg ihr Zuhause erreicht. Nuris kleiner Sohn Sami wird bei einem Bombenanschlag getötet, seine Frau Afra erblindet. Sie müssen fliehen, um zumindest ihr eigenes Leben zu retten. Die Trauer um Sami und Erinnerungen an das einst glückliche Leben begleiten sie auf dem langen, gefährlichen Weg durch eine Welt, die nicht auf sie gewartet hat und selbst die Mutigsten in die Knie zwingt. Doch in England wartet Nuris Cousin Mustafa mit einem Bienenstock, der neuen Honig und neues Leben verspricht. Aber die größte Herausforderung liegt noch vor Nuri und Afra: wieder zueinander zu finden und gemeinsam die Hoffnung an ein neues Leben zu bewahren. Erzählt mit viel Feingefühl, Emotion und besonderen erzählerischen Elementen, wie die Verknüpfung der Zeitebenen: Die Kapitelüberschrift ist das letzte Wort des vorherigen und das erste Wort des folgenden Kapitels, so sind die Erzählung aus der Gegenwart und der Vergangenheit miteinander verbunden. Vita : Christy Lefteri wuchs als Tochter zypriotischer Geflüchteter in London auf. Sie unterrichtet Kreatives Schreiben an der Brunel University. 2016 und 2017 verbrachte sie die Sommermonate als Freiwillige in einem von der Unicef unterstützten Geflüchtetenlager in Athen. Die Geschichten, die die Menschen ihr dort erzählten, inspirierten sie dazu, »Das Versprechen des Bienenhüters« zu schreiben. In dieser Geschichte lernen wir den Bienenhüter Nuri und seine Frau Afra aus Aleppo kennen. Die beiden haben einen tragischen Verlust zu verarbeiten. In den Kriegswirren wird ihr Sohn Sami bei einem Bomenangriff getötet und Afra erblindet. Desweiteren hat Nuri mit einem weiteren Verlust zu kämpfen. Die bienenstöcke, für die er verantwortlich ist, werden vollkommen und unwiderbringlich zerstört. Nuri und seine Frau Afra beschliessen, nach England zu fliehen. Dorthin ist schon Cousin Mustafa eine Weile vor ihnen geflohen. Die beiden machen sich also auf die beschwerliche Reise in ein ihnen unbekanntes Land. Da sich die beiden durch die schrecklichen Erlebnisse auch als Ehepaar voneinander entfernt haben, kann die Flucht auch eine Möglichkeit sein, wieder zueinander zu finden. Ersteinmal möchte ich dem Verlag ein Kompliment für das tolle Cover machen. Es ist einfach wunderschön. Mit ihrem tollen und eindringlichen Schreibstil sind wir sofort in der Geschichte gefangen. Die Perspektive wechselt zwischen der Gegenwart in England und der Vergangenheit in Aleppo. Besonders interessant fand ich, das das letzte Wort jedes Kapitels gleichzeitig die Überschrift des folgenden Kapitels ist. Das Buch lässt sich flüssig und leicht lesen trotz des anspruchsvollen Themas. Die Charaktere sind durchgehend authentisch gezeichnet und besitzen Tiefgang, so dass mir jeder einzelne ans Herz gewachsen ist. Alles in allem ein wirklich beeindruckendes Debut von Christy Lefteri. Hoffentlich wird es noch viele weitere Geschichten von dieser Autorin geben. Bis jetzt ist dieses Buch mein absolutes Highlight in 2019. Ich vergebe hier die Höchstbewertung von 5 Sternen. Ein riesengrosses Dankeschön an die Verlagsgruppe Random House GmbH und das Bloggerportal für die kostenlose Zusendung des Rezensionsexemplares.

Eine Geschichte, die den Leser nicht loslässt

Von: Ritja Datum: 03. October 2019

Die Geschichte hat mich nachdenklich und teilweise auch traurig zurückgelassen. Sie lässt einen nicht so einfach los. Es geht um eines der vielen Schicksale des Syrienkrieges und deren langer mühseliger und entbehrungsreicher Weg in ein Land ohne Krieg und Todesangst. Die Geschichte beschreibt das Leben, die Flucht und die Ängste eines Paares, die ihren Sohn im Krieg verloren haben und nun flüchten müssen, wenn der Mann nicht selbst in den Krieg ziehen soll. Die Frau ist erblindet und weigert sich das Land zu verlassen. Für sie bedeutet es auch den toten Sohn und die Erinnerungen zurückzulassen. Erst als der Druck zu groß wird, gibt sie nach und begibt sich mit ihrem Mann auf die gefährliche Reise. Es wird von den teilweise katastrophalen Unterkünften und der schlechten (ärztlichen) Versorgung erzählt, von den Strapazen und den Mangel an Hygiene. Die wenigen Informationen, die ins Auffanglager kommen und die Angst wieder zurückgeschickt zu werden, zerren an den Nerven der Geflüchteten. Es wird ganz deutlich, dass nur Menschen mit Geldreserven wirklich eine Chance haben nach Mitteleuropa zu kommen. Auch Nuri und seine Frau Afra kämpfen, um zu den Verwandten nach England zu kommen. Die Geschichte berührt, da die Autorin es schafft ohne Rührseligkeit zu schreiben. Sie will kein Mitleid für ihre Charaktere, sondern Verständnis und Menschlichkeit wecken. Man merkt ihrer Geschichte an, dass sie viel Kontakt mit Flüchtlingen hatte und so auch von vielen Schicksalen und Geschichten erfahren hat. Es ist keine leichte und schnell wegzulesende Geschichte, sondern eine Geschichte, die nachdenklich stimmt, die Augen öffnen soll und zum Hinterfragen anregt.

Lese-Highlight

Von: Patricia Nossol Datum: 30. September 2019

„Die Bienen waren das Idealbild einer Gemeinschaft, ein kleines Paradies inmitten des Chaos. Die Arbeiterinnen legten weite Strecken zurück auf der Suche nach Nahrung, am liebsten zu den entlegensten Feldern. Dort sammeln sie Nektar aus Zitronenblüten und Klee, Schwarzkümmel und Anis, Eukalyptus und Baumwolle, in Dornengestrüpp und Heide.“ (Auszug aus dem Buch) Nuri ist Bienenzüchter und lebt mit seiner Familie im syrischen Aleppo. „Ich sorgte für die Bienen, fütterte sie, überprüfte die Stöcke regelmäßig auf Schädlingsbefall und Krankheiten. Manchmal baute ich neue Stöcke, teilte die Völker oder züchtete Königinnen…“ (Auszug aus dem Buch) Sein erfülltes Leben nahm eine jähe Wendung, als der Krieg sein Land heimsuchte. Bei einem Bombenanschlag wird Nuris kleiner Sohn Sami getötet. Seine Frau Afra erblindet. Sie müssen ihr Land verlassen, obwohl Afra sich dagegen stäubt. Nuri ist sich sicher, dass nur eine Flucht ihr Leben retten kann. Zwischen den beiden Eheleuten wird die Kluft immer größer, je länger ihre beschwerliche und gefährliche Reise durch die Welt dauert. Ihr Ziel ist es nach England zu kommen. Dort wartet Nuris Cousin Mustafa mit einem neuen Bienenstock. Wird es nach all den traumatischen Erinnerungen ein neues Leben geben, in welchem Nuri und Afra wieder zueinander finden? Spätestens seit Maja Lundes Bestseller „Die Geschichte der Bienen“ ist das Thema in aller Munde. Viele meiner Bekannten sind Imker und berichten mit Begeisterung von ihren Tieren. So ist mir überhaupt erst der Roman „Das Versprechen des Bienenhüters“ aufgefallen. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, wie sehr mich dieses Buch emotional aufwühlen würde. Die Bienen umrahmen hier das dramatische Geschehen und stehen als Symbol für Gemeinschaft, Zuversicht und Glück. Ich las, dass Christy Lefteri die Sommermonate 2016 und 2017 in einem Flüchtlingslager in Athen verbrachte und dass sie die Geschichten, die sie dort hörte, nicht mehr losließen. Das inspirierte sie Buchautorin dazu, der Welt über Nuri und Afra zu erzählen. Schon auf den ersten Seiten hat mich die Autorin mit ihrem intensiven, gefühlvollen und tiefsinnigen Schreibstil mitgerissen. Lesepausen einzulegen fiel mir schwer. Zwar weiß man von Anfang an, dass Nuri und Afra in England angekommen sind, aber ob sie bleiben können, wird erst später entschieden. „ Um als Flüchtling im Vereinigten Königreich zu bleiben, muss es Ihnen unmöglich sein, in irgendeinem Teil Ihres Heimatlandes zu leben, weil sie überall Verfolgung zu befürchten haben.“ (Auszug aus dem Buch) Nuri erinnert sich zurück, denkt an den Krieg, die Bomben und die Scharfschützen, an den Tag, an dem er seinen kleinen Sami für immer verlor. Er hat seine Heimat geliebt und die Bienen. Jetzt ist alles zerstört. Er ist ein Verfolgter. Christy Lefteri erzählt in zwei Zeitebenen und gewährt tiefe Einblicke in das Seelenleben ihrer Akteure. Die Beziehung zwischen Nuri und Afra hat Risse bekommen. Jeder lebt in seinem eigenen Trauma, versucht zu verarbeiten, was nicht zu begreifen ist. Manchmal muss ich beim Lesen kurz innehalten, so sehr nehmen mich Nuris Flashbacks mit. Ihre Flucht ist bezeichnet für unzählige Schicksale. Nur wer das nötige Geld für die Schlepper aufbringen kann, wird vorankommen. Falsche Papiere müssen her. Überfüllte Boote, schlimme Zustände in den Flüchtlingslagern. Wir alle kennen die Bilder aus den Medien. Das Buch stimmt mich nachdenklich. Es beginne über den Tellerrand meines Wohlstandslebens zu blicken, fühle und leide mit den Charakteren im Buch. Es beeindruckt mich, wenn Nuri seine Gedanken zu den Bienen und zu Mustafa lenkt und daraus seine Kraft schöpft. „Wo Bienen sind, sind Blumen, und wo Blumen sind, da ist neues Leben und Hoffnung.“ (Auszug aus dem Buch) Für mich ist „Das Versprechen des Bienenhüters“ eines meiner Lese-Highlights in 2019. Ein bemerkenswertes Debüt, eindringlich, feinfühlig und tiefsinnig. Ein Buch, das aufrüttelt, nachklingt und lange im Gedächtnis bleibt! Lesen!!!

ein bewegendes und beeindruckendes Buch

Von: Ulla Leuwer Datum: 28. September 2019

Meine Meinung: Zuerst wurde ich durch den Buchtitel neugierig, denn in letzter Zeit gibt es viele Bücher, in denen Bienen eine wichtige Rolle spielen. Aber nicht nur für die Bücher sind sie wichtig, auch für unser Leben. Dann fand ich die Kurzbeschreibung sehr interessant und ich wollte das Buch gerne lesen. Ich lernte Nuri und Afra kennen und natürlich noch jede Menge andere Beteiligte. Aber im Vordergrund standen die beiden, die aus Aleppo in Syrien flüchten und nach England wollten, wohin es der Cousin Mustafa es bereits geschafft hatte. Er wollte dort wieder Bienenstöcke ins Leben rufen. In zwei Zeitabschnitten erzählt die Autorin im Wechsel, was die beiden auf der Flucht alles erlebt haben. Mich hat das alles sehr bewegt. Bisher kennen wir ja meist "nur" Berichte von deutschen Flüchtlingen, die vor und im zweiten Weltkrieg fliehen mussten. Leider oder soll ich besser schreiben, zum Glück, ging die Autorin nicht so sehr in die Tiefe und hat selbst unangenehme Ereignisse nicht so dramatisch geschildert, dass sie einem unter die Haut gingen. Allerdings reichte es mir auch, wie sie Beobachtungen und Situationen erwähnte, mit etwas Phantasie kann sich jeder vorstellen, was passiert ist. Nuri und Afra haben natürlich mein Leserherz erobert und wenn ich ihr Verhalten manchmal nicht so richtig verstehen konnte, lag es daran, dass ich mich glücklicherweise nicht in ihrer Situation befunden habe. Ich finde es toll, wie Christy Lefteri aus den Erzählungen, die sie im Geflüchtetenlager gehört hat, dieses bewegende und beeindruckende Buch geschrieben hat. Fazit: Ich gehe mal davon aus, dass jeder in den Nachrichten von den Lagern in Griechenland gehört hat, wo Geflüchtete hoffnungsvoll warteten. Aber niemand wird sich Gedanken gemacht haben, was die Menschen sonst noch erlebt haben. Deshalb empfehle ich dieses Buch als besondere Lektüre.

Eine Geschichte, die unter die Haut geht und die jeder lesen sollte

Von: Hilal Türe / Hilou Datum: 25. September 2019

Zum Inhalt: Nuri Ibrahim ist Bienenhüter und führt ein glückliches Leben mit seiner Familie in Aleppo, als eines Tages der Krieg in Syrien ausbricht. Er verliert seinen kleinen Sohn Sami bei einem Bombenanschlag, seine Frau Afra verliert zudem ihr Augenlicht. Die Bienenstöcke, die Nuri mit seinem Cousin Mustafa mit voller Hingabe und Leidenschaft gehütet hat, werden vollkommen zerstört. Mustafa verliert ebenfalls einen Sohn an den Krieg und flieht nach England, wo er auf Nuri wartet. Doch für Nuri und Afra beginnt eine beschwerliche und gefährliche Reise über die Türkei und Griechenland, bei der sie sowohl äußeren Gefahren stand halten als auch ihre persönlichen Traumata bewältigen müssen. Viel wichtiger ist aber, wieder zu einander zu finden und einen Neubeginn in England zu wagen, denn die Folgen des Krieges haben Spuren bei dem Ehepaar hinterlassen und eine Kluft zwischen ihnen aufgetan, die sich kaum schließen lässt... Meine Leseerfahrung: Christy Lefteri hat als Freiwillige in einem Geflüchtetenzentrum in Athen gearbeitet, wo sie all den Geschichten Gehör schenkte und darüber schrieb, was sie nicht wieder vergessen konnte. Ihr Debütroman liest sich trotz anspruchsvollem Thema leicht und flüssig. Sie hat den Leidensweg der vom Krieg geflüchteten Menschen sehr authentisch eingefangen und lebensnah dargestellt. Die von ihr geschaffenen Charaktere besitzen Tiefe und sind absolut glaubwürdig. Dabei sind sowohl die Hauptfiguren Nuri und Afra als auch alle Nebencharaktere sehr fesselnd. Denn das Buch widmet sich sehr gekonnt allen Einzelschicksalen und greift ernste Themen auf, die teilweise schockieren und keine leichte Kost sind. Erstaunlicherweise greift das Buch bereits zu Beginn vorweg, dass die Eheleute in England angekommen sind. Die Kapitel wechseln sich ab, indem in der Gegenwart erzählt wird und zwischendurch Rückblicke gezeigt werden, bei denen man sich vollkommen in Nuri und Afra hineinversetzen und ihre Flucht aus Syrien miterleben kann. Ich hatte absolut keine Vorstellung, wie beschwerlich der Weg eines Flüchtlings aus Syrien eigentlich aussieht. Man verfolgt die Nachrichten und vernimmt die Geschehnisse, insbesondere die Polarisierungen und die Hetzpolitik gegenüber der Flüchtlingswelle. Doch persönlich hatte ich mich noch nicht mit Einzelschicksalen dieser Menschen befasst und auch sonst keinerlei direkten Kontakt zu ihnen gehabt. Ich bin verwundert, wie tief es mich getroffen hat, allein nur darüber zu lesen. Dieser Roman beinhaltet soviel Schmerz und Leid, aber auch Liebe und Hoffnung, so dass man sich auf eine emotionale Achterbahnfahrt begibt. Zudem habe ich bisher in keinem anderen Buch soviel über leidenschaftliche Bienenzucht gelesen, was mich derart fesseln konnte.  Fazit: Christy Lefteri erzählt vom Krieg, von Geflüchteten, von Tod und Leben, von Ängsten und von Hoffnung. Und sie lässt uns teilhaben an einer Welt, die wir uns in unseren grausamsten Alpträumen nicht ausmalen könnten. Wer von der Geschichte des Bienenhüters nicht tief in seinem Herzen berührt wird, der sollte ernsthaft darüber nachdenken, ob er überhaupt eins besitzt. "Das Versprechen des Bienenhüters" ist definitiv mein persönliches Buchhighlight 2019.

Ein eindringlicher, bewegender und tiefgründiger Roman!

Von: Lines Books Datum: 25. September 2019

"Das Versprechen des Bienenhüters" von Christy Lefteri ist vor kurzem beim Limes Verlag erschienen, bereits in der Verlagsvorschau wurde ich auf dieses Buch aufmerksam. Das Cover wurde wunderschön und detailliert gestaltet außerdem passt es perfekt zur Story. Auch der Klappentext machte mich auf Anhieb neugierig. Ich erhoffte mir einen bewegenden und emotionalen Roman. Der Einstieg ins Buch fiel mir sehr leicht denn der Schreibstil der Autorin liest sich sehr locker und flüssig. Sie schildert hier eindringlich und einnehmend die Geschichte von Nuri und seiner Frau. Die beiden fliehen aus Syrien, beide sind schwer gezeichnet vom Krieg und mussten einiges erleben. Die Autorin schildert hier ihre beschwerliche Reise nach England. Nuri und auch Afra haben ihren Sohn verloren der bei einem Bombenanschlag ums Leben kam. Dieser Verlust treibt die beiden immer weiter gleichzeitig müssen sie auch lernen damit klar zu kommen. Die Charaktere wurden eindringlich, lebhaft und greifbar geschildert. Ich konnte mich so unglaublich gut in Nuri und Afra hineinversetzten. Die beiden haben mein Herz im Sturm erobert. Ich litt mit ihnen und bangte darum das sie endlich zur Ruhe kommen können. Das ganze bewegte mich ungemein. Es ließ mich nicht los und bewegte mich tief. Die Handlung war spannend und bewegend zugleich. Meine Erwartungen waren riesig doch was die Autorin mit ihren Debüt geschaffen hat ist einmalig. Die Stimmung im Buch wirkt bedrückend, es ist nicht einfach zu lesen und es löste so ungemein viel in mir aus. Obwohl das ganze ausweglos und bedrückend wirkt gibt es dennoch diese kleinen Hoffnungsschimmer, die mir immer wieder Hoffnung schenkten und mein Herz erwärmten. Hier wird klar, offen und deutlich geschildert wie es wirklich ist zu fliehen. Dieses Buch öffnet die Augen und es regt ganz klar zum nachdenken an. Diese Story werde ich mit Sicherheit so schnell nicht vergessen, sie hat sich in mein Herz gebrannt und ich bin restlos begeistert. Das war ganz großes Kino! Klare Lese und Kaufempfehlung! Fazit: Mit "Das Versprechen des Bienenhüters" von Christy Lefteri ist ein bewegender, emotionaler und tiefgründiger Roman der zum nachdenken anregt und der die Augen öffnet. Dieses Buch bekommt von mir die volle Punktzahl.

geht unter die Haut

Von: Andreas Hundeshagen Datum: 24. September 2019

Das Thema „Flüchtlinge“ ist leider immer noch Bestandteil der täglichen Nachrichten und somit in aller Munde. Hilfsorganisationen fahren unter anderem mit ihren Schiffen durch das Mittelmeer und nehmen hilfsbedürftige Menschen auf. Mit Mühe finden sie einen rettenden Hafen. Viele andere ertrinken während ihrer Flucht vor Angst und Schrecken. Andere fliehen über den Landweg und begeben sich dabei nicht weniger in Lebensgefahr. Wir erfahre wenig über die Schicksale dieser Menschen, warum sie fliehen mussten und was sie bei Ihrer Flucht alles erlebt haben. Die 352 Seiten vor mir liegenden Seiten sind in einem festen honiggelben Einband gebunden. Drum herum findet sich die Umschlagseite mit einem ansprechend gestalteten Cover. Das Schriftbild ist übersichtlich und die einzelnen Kapitel sind mit Nummern sortiert. Zwischendurch finden sich gezeichnete Bienen und lockern das Schriftbild auf. Das Buch liegt beim Lesen gut in der Hand. Wer es lieber digital mag, kann sich auch die E-Book Ausgabe zulegen. Der Klappentext verspricht nicht zu viel. Die Autorin Christy Lefteri (selbst Tochter zypriotisch Geflüchteter) verbrachte mehrere Monate als freiwillige Helferin in einem griechischen Flüchtlingslager. Dort traf sie auf Menschen, die ihr ihre Geschichten erzählten. Daraus entstand das vor mir liegende Werk. Mit ehrlichen, erschreckenden und aufrüttelnden Worten erzählt sie die Geschichte von Nuri, Afra und ihren Sohn Sami. Ein syrisches Ehepaar, welches aus dem eigenen Land fliehen muss, da sie um Leib und Leben fürchten müssen. Ihr glückliches und zufriedenes Leben wird durch Krieg und Verfolgung zu einem Albtraum und sie verlieren nicht nur ihren Sohn, sondern ihre komplette Existenz. Die Geschichte wird aus Sicht von Nuri erzählt. Er beschreibt mit poetischer, blumiger Sprache das Leben in Syrien, den Verlust der Heimat, die Flucht und den schwierigen Neubeginn in England. Seine Heimatliebe lässt sich gut nachempfinden. Das Entwurzeln und Zurücklassen von allem was ihnen lieb war und ans Herz gewachsen ist, hat tiefe Wunden hinterlassen. Nuri erzählt aber nicht nur seine Geschichte, sondern auch die Geschichten der Menschen, welche die Beiden unterwegs treffen. Leider gelingt es der Autorin nicht, der Geschichte noch mehr „Tiefgang“ zu verleihen. Ich hätte mir mehr „Inhalt“, „Hintergrund“ gewünscht. Gerade die Protagonisten hätten ein wenig mehr Detailtiefe vertragen können. Aber vielleicht ist dies auch den Interviews von Christy Lefteri mit den Menschen aus dem Flüchtlingscamp zurückzuführen. Diese werden zwar ihre Geschichten erzählt, aber sich gegenüber einer Fremden nicht komplett geöffnet haben. Gerade in diesen traumatisierten Zuständen sind die Menschen verschlossener und benötigen viel Zeit mit dem Erlebten zurecht zu kommen. Trotz alledem ist es eine bewegende Geschichte, von der ich nun auch gar nicht mehr so viel verraten möchte. Wir reden oft über Flüchtlinge und deren Problematik, aber selten erfahren wir was von ihrem erlebten Schicksal. Jeder von ihnen hat sein „Päckchen“ zu tragen und die Geschichte ist ein gelungener Versuch hinter die „Kulissen“ zu schauen.

Gestrandet

Von: hasirasi2 Datum: 18. September 2019

„Wir wohnen ungefähr zu zehnt in dieser heruntergekommenen Pension am Meer, alle aus verschiedenen Gegenden, und alle warten wir auf etwas.“ (S. 11) Nuri und seine Frau Afra sind endlich in Großbritannien angekommen, ihre Flucht hat hoffentlich ein Ende. Nur der Termin bei der Einwanderungsbehörde trennt sie noch von seinem Cousin Mustafa, der vor ihnen angekommen ist. Und dann können sie endlich wieder Bienen züchten – genau so wie in Aleppo. Dort beginnt Nuris Geschichte, dort waren sie glücklich. Er als Bienenzüchter, ausgebildet von Mustafa, und Afra, die Liebe seines Lebens, als berühmte Malerin: Sie trug eine ganze Welt in sich ... Afras Seele war so groß wie die Felder und die Wüste und der Himmel und das Meer auf ihren Bildern und genau so geheimnisvoll.“ (S. 25) Sein Sohn Sami hatte die Familie komplett gemacht. Doch Sami wurde durch einen Bombe getötet und Afra ist dabei erblindet. Trotzdem gehen sie nicht sofort, weil Afra die Reste dessen, was mal ihr Haus war, nicht verlassen will. „Das Versprechen des Bienenhüters“ ist ein sehr bewegendes Debüt von Christy Lefteri. Man merkt dem Buch an, dass die Autorin ihre Erfahrungen / Erlebnisse aus Athenern Flüchtlingslagern einfließen lässt, in denen sie mehrfach gearbeitet hat. Sie schreibt mit viel Herzblut und rüttelt den Leser auf. Ich habe mir nie Gedanken gemacht, wie so eine Flucht funktioniert, was es für die Betroffenen bedeutet. Nuri und Afra haben Glück – sie haben früher gut verdient und genügend Geld für Schleuser, falsche Papiere etc. gespart. Trotzdem müssen sie sich zum einen erst einmal aufraffen und wirklich losgehen und zum anderen dann auch bis zum Ende durchhalten. Sie dürfen nie den Mut verlieren oder ihre Angst siegen lassen. Dabei erleben sie Dinge, die jenseits meiner Vorstellungskraft liegen und mich erschüttert haben. Christy Lefteri erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Während Nuri und Afra in der Pension auf ihren Termin warten, hat Nuri immer wieder Flashbacks, erinnert sich an die grausamen Details des Krieges, an die abenteuerliche und gefährliche Flucht, an das wochen- bis monatelange Warten bis es zur nächsten Station weitergeht. Da Afra blind ist, muss er sie anziehen, führen und auf sie aufpassen. Diese Belastung wird manchmal so groß, dass er nicht weiß, wie er es weiter ertragen soll. Er kann sie nicht mehr als (seine) Frau ansehen, nicht mehr als nötig anfassen oder berühren – werden sie je wieder zusammenfinden? Doch auch er hat die Flucht nicht unbeschadet überstanden. „Manchmal vermag unser Geist sehr überzeugende Illusionen zu erschaffen, damit wir uns nicht in der Dunkelheit verlieren.“ (S. 345) Halt geben ihm die Mails seinen Cousins und die Hummel ohne Flügel, die im Innenhof der Pension lebt und um die er sich kümmert. „Wo es Bienen gibt, gibt es auch Blumen und wo es Blumen gibt, gibt es Hoffnung und neues Leben.“ (S. 34) Nuris und Afras Geschichte hat mich so gefesselt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Man weiß zwar, dass sie am Ende in Großbritannien ankommen, aber durch die Rückblenden und Flashbacks erfährt man immer nur Bruchstücke ihrer Vergangenheit und der Erlebnisse auf der Flucht. Ich war froh, dass die Autorin einige Dinge nur angedeutet und nicht ausgeschrieben hat, sie waren auch so barbarisch genug.

Meine Empfehlung!

Von: unclethom Datum: 18. September 2019

Der Autorin ist mit „Das Versprechen des Bienenhüters“ ein ebenso beeindruckendes wie auch bedrückendes Werk gelungen. Das Buch ist mehr oder minder die Geschichte der Flucht einer Familie aus Syrien. Aber lest es selbst, denn ich denke, jeder Leser wird dieses Buch anders einordnen. Die Geschichte ist auf mehreren Zeitebenen angesiedelt. Zum einen die noch friedliche Zeit in Syrien, die Zeit in Syrien im Krieg und nicht zuletzt die Zeit während der Flucht und der Ankunft im für die Protagonisten gelobten Land. Ich gebe zu, dass es anfangs etwas schwierig zu lesen war wegen der vielen Zeitsprünge. Zugegeben habe ich die Zusammenhänge zunächst nicht verstanden, aber nachdem ich das verstanden habe war das Buch wirklich kurzweilig und gut zu lesen. Die große Stärke dieses Romans waren für mich die teilweise wirklich tollen Dialoge. Dank dieser Dialoge wuchs in mir auch das Verständnis für einige Entscheidungen der Protagonisten. Die Figuren sind fein gezeichnet und wirken fast durch die Bank sehr authentisch. Noch besser als die Figuren war für mich die Darstellung der Schauplätze. Diese Beschreibung schaffte es tatsächlich mein Kopfkino in Gang zu bringen, sodass ich bunte und teilweise düstere Bilder in meinem Kopf hatte. Ich denke es ist wichtig sich für dieses Buch Zeit zu nehmen und es nicht innerhalb eines Tages wegzulesen. Dafür ist die Story zu wichtig und man sollte der Geschichte wirklich Zeit lassen sich zu entfalten und vor allem sollte man sich zwischen den Zeilen auch die Zeit nehmen um über das gelesene nachzudenken. Mich konnte die Autorin mit ihrem Buch wirklich gut unterhalten, insbesondere die Abschnitte als Bienenzüchter im noch friedlichen Syrien konnten mich sehr begeistern. Insgesamt komme ich hier auf sehr gute 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung.

Spannende und wichtige Geschichte mit kleinen Mängeln

Von: MiriamKlee Datum: 18. September 2019

Das Versprechen des Bienenhüters“ erzählt die Geschichte Nuris, einem Bienenzüchter aus Aleppo, dessen Frau Afra und ihrer Flucht aus dem vom Bürgerkrieg zerstörten Syrien. Vor dem Krieg lebte Nuri gemeinsam mit seiner Frau Afra und ihrem kleinen Sohn Sami in einem hübschen Bungalow am Rande Aleppos. Nuri betrieb gemeinsam mit seinem Cousin Mustafa eine Bienenzucht, während Afra malte und ihre Bilder erfolgreich auf dem Markt verkaufte. Als der Krieg ausbricht, zögert die Familie zunächst zu fliehen, doch als Sami bei einem Bombenangriff stirbt und Nuri von Regimesoldaten aufgehalten wird und gezwungen werden soll, mitzukämpfen, entschließen sich Nuri und Afra, die bei dem Angriff erblindet, das Land doch zu verlassen. Ihre Flucht führt sie zuerst auf dem Landweg bis nach Istanbul und schließlich wagen sie die Überfahrt nach Griechenland mit dem Schlauchboot, getrieben von der Hoffnung, bis nach England zu kommen, wo Mustafa bereits mit seiner Familie auf sie wartet. Auf der Flucht treffen die beiden den kleinen Mohammed, der keine Eltern zu haben scheint und mit ihnen gemeinsam nach Griechenland flieht, aber dann auf der Insel, auf der sie ankommen, verloren geht. Der Leser erlebt die grauenhaften Umstände der Flucht, die widrigen Umstände in den griechischen Lagern und, als die beiden letztendlich England erreichen, wie belastend das Asylverfahren für die Betroffenen ist. Die Geschichte ist aus Nuris Perspektive erzählt und wechselt in der Zeitebene zwischen dem Leben der beiden in ihrer Asylunterkunft in England und dem Leben in Aleppo bzw. auf der Flucht. Der Roman ist kurzweilig erzählt und lässt sich flüssig lesen. Obwohl das Ende vorweg genommen ist (Nuri und Afra schaffen es schließlich nach England), bleibt das Buch spannend und man möchte wissen, was mit Nuri und seiner Familie passiert ist auf der Flucht. Die Auflösung um Mohammeds Geschichte ist sehr gelungen, ich habe sie, auch trotz kleiner Andeutungen, so nicht kommen sehen. Auch sehr gelungen fand ich Nuris Beobachtungen der „Einheimischen“ in England. Man konnte dadurch auch selbst reflektieren, wie befremdlich die eigenen Gewohnheiten auf jemanden wirken müssen, der gerade erst kurz in einem ihm fremden Land ist. Schade war aber, dass die Figuren teilweise nur sehr oberflächlich ausgearbeitet wurden. Beispielsweise über Afra erfährt man fast gar nichts, außer dass sie sehr schön malt und ab und an ein paar Plattitüden von Nuri. Auch die Figur des Mustafa bekam nicht wirklich Tiefe. Die Emails, die er und Nuri während der Flucht austauschen bleiben größtenteils leider etwas belanglos. Es fällt einem dadurch schwer, mit den beiden Personen mitzufühlen. Insbesondere Afra fand ich dadurch, dass nichts über ihre Motivationen klar wurde, die ersten Teile des Buches hindurch teilweise richtiggehend unsympathisch. Nuri selbst ist als Erzähler besser ausgearbeitet, aber auch über seine Motivationen bleibt man oft im Dunkeln. Die Bienen sind ein Hauptmotiv des Romans bzw. Nuris Liebe zu ihnen, es ist aber schade, dass auch hier vieles nur oberflächlich bleibt. Auch das Leben in Syrien selbst und die Folgen des Bürgerkriegs für die Bevölkerung hätte ich mir mehr ausgearbeitet gewünscht. Für die Geschichte und die Ideen würde ich an sich gerne fünf Sterne vergeben, auch weil es meiner Meinung nach sehr wichtig ist, dass das Thema Flucht und Fluchtgründe, einem weiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Durch die, meiner Meinung nach, oberflächliche Darstellung der Figuren und ihrer Geschichte, konnte man aber leider oft nicht immer mit den handelnden Personen mitfühlen und hat nach der Lektüre auch nicht den Eindruck, ein Gefühl für das Leben in Syrien zu bekommen.

... mit der Heimat im Herzen!

Von: CP Datum: 17. September 2019

"Das Versprechen des Bienenhüters" von Christy Lefteri ist ein stiller, einfühlsamer Roman, der den Leser einlädt, an einer ereignisreichen Flucht teilzuhaben. Vorsicht Spoiler! Nuri und seine Frau Afra verlieren durch den grausamen Bürgerkrieg in Syrien nicht nur ihre Heimat. Ihr gemeinsamer Sohn Sami wird kurz vor ihrer Flucht bei einem Bombenanschlag getötet. Der kleine Junge stirbt in den Armen seiner Mutter. Schwer traumatisiert machen Nuri und Afra sich auf den Weg, wobei sie zwar nie ihr Ziel, sehr wohl aber sich selbst als Menschen und Paar aus den Augen verlieren. Nuri zieht sich zurück in eine Schweinwelt, die ihn immer tiefer in einen gefährlichen, illusionären Strudel zieht, aus dem es fast kein Entkommen mehr gibt. Seine einzige Hoffnung ist die Erinnerung an seine Heimat Syrien. Afra hat sich nach dem Tod ihres Sohnes in der Dunkelheit verschlossen, sie erblindet. Ihr Ziel ist Großbritannien, wo die beiden einen Teil ihrer Familie wiederzusehen hoffen. Mit seiner hilflosen Frau an der Seite macht Nuri sich auf den Weg und hat wie Millionen anderer Flüchtender viele Stationen zu durchlaufen. Beide erleben Dreck, Kälte, Hitze, räumliche Enge und menschliche Verelendung. Sie erfahren Hilfe und Ablehnung, müssen aber auch erkennen, dass ihr Schicksal kein Einzelschicksal ist. Sein Wille, der Hölle des Flüchtlingselends zu entkommen ist es, der Nuri sämtliche moralischen Grenzen überschreiten lässt. Er stiehlt, arbeitet als Drogenkurier und mordet sogar. Leider aber wird Afra ein Opfer dieser moralischen Grenzüberschreitung. Trotz aller Widrigkeiten und Hindernisse gelingt ihnen die Flucht nach Großbritannien und die allmählich wieder einkehrende Ruhe offenbart Nuri und Afra die Chance, sich als Paar langsam wieder zu finden in einem neuen Land, einem neuen Leben. Christy Lefteri gelingt es, dem Leser eine neue, eine andere Sichtweise der immer noch aktuellen und oftmals kontrovers diskutierten Themen Flucht und Asyl zu vermitteln, ohne dabei in ihrem Schreibstyl kitschig, pathetisch oder gar anklagend zu wirken. Leider fehlt diesem/ihrem Styl m. E. phasenweise die Leidenschaft. Ich hatte leichte Schwierigkeiten, in das Buch rein zukommen, es hat doch etliche Seiten gedauert, bevor die Autorin mich mitnehmen konnte, darum auch nur drei von fünf möglichen Sternen. Christy Lefteri beschreibt die tief in jedem Menschen verwurzelten Sehnsüchte nach Heimat und Frieden (wohl dem, der beides hat!). Die Gratwanderung zwischen erforderlicher Empathie und notwendiger Sachlichkeit gelingt ihr gut und das ist es dann auch wohl, was diese fiktive Geschichte so authentisch macht. Menschen wie Nuri und Afra würden wohl lieber heute als morgen in ihre Heimat zurückkehren wollen, wenn sie die Möglichkeit hätten. Aber es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich ihre Heimat in der Erinnerung, im Herzen zu bewahren.

Mut & Verzweiflung - ein starker Roman!

Von: Kathrins Home Datum: 16. September 2019

„Ich fürchte mich vor den Augen meiner Frau. Sie sieht nicht heraus, und niemand kann durch sie hereinschauen. Sie sind wie Steine, graue Kiesel am Meeresufer. <...> Seht sie euch an, denn ich befürchte, sie verschwindet allmählich.“ (Auszug S. 7, Anfang) Bedrückend und schier hoffnungslos beginnt der Roman rund um den syrischen Bienenhüter Nuri und seine Frau Afra, die im Krieg nicht nur ihren Sohn, sondern auch Freunde und ihr Zuhause verloren haben. Sie machen sich als Flüchtlinge auf den Weg und erreichen über die Türkei und Griechenland letztendlich Großbritannien, wo sie auf ihre Aufnahme als anerkannte Flüchtlinge in einer B&B-Pension warten. Die Geschichte wird uns in zwei Ebenen erzählt: der aktuellen in England und der vergangenen in der Heimat und auf der Flucht. Diese beiden Erzählebenen werden ganz besonders verbunden: Die Kapitelüberschrift des Heimat-/Fluchtkapitels wird mit einem Wort als Überschrift eingeleitet, welches gleichzeitig das letzte Wort im England-Kapitel ist... so etwas lyrisch gekonntes habe ich bislang noch nicht gelesen. Es bringt einem einerseits beim Lesen zum Stocken, andererseits zeigt es die Verbindung von Alt und Neu – von Vergangenheit und Gegenwart. Passend hierzu bekommen wir LeserInnen auch ein wunderschön und treffend gestaltetes Buchcover auf dem Schutzumschlag geschenkt: die Farben erinnern an Honig, die Waben an die Bienenstöcke Aleppos, die Zeichnung an das künstlerische „innere“ Auge Afras und der laufende Junge hat eine ganz besondere Bedeutung in den Träumen Nuris... Der Roman lebt von kleinen Anektdoten wie z.B. der flügellosen Hummel, die der sensible Nuri rettet und die von einem Mitbewohner des B&Bs einen kleinen Blumengarten zum Überleben geschenkt bekommt. Verschiedene Nationen unter einem Dach halten zusammen... dazu im Gegensatz die Kriegszeit in Aleppos und besonders eindrücklich die Zeit in dem Flüchtlingslager in Griechenland, wie Hoffnung und Ausbeutung so nahe beinander liegen. Ja, die Geschichte ist nicht einfach zu lesen; die Stimmung wirkt zumeist bedrückend, man sollte aber auch nicht die kleinen Hoffnungsschimmer beim Lesen außer Acht lassen. Gekonnt werden gute wie schlechte Zeiten ineinander verworben in einer starken Bildsprache, die der Thematik und vor allem der Lebensart Nuris und Afras angemessen ist. Hier auch ein großes Kompliment an die Übersetzerin Bettina Spangler, die diese schriftstellerische Leistung gekonnt in die deutsche Sprache übertragen hat. Keine leichte Kost, aber ein Beispiel der Hoffnung und Sensibilität, die diesen Roman zu einem besonderen Lese-Highlight macht; gerade auch mit dem Hintergrundwissen, dass die Autorin zwei Jahre hintereinander die Sommermonate in einem Unicef-Geflüchtetenlager als Freiwillige hautnah das Leben in Athen miterlebt hat und dies wirklich eindrucksvoll in ihr Buch eingearbeitet hat – für mich mit der stärkste Teil des Romans. Wer fernab von „Realitäts-“Journalismus einmal eine andere Seite syrischer Einwanderer lesen möchte, dem mag ich diesen Roman sehr ans Herz legen. Für mich ein Highlight im Bücher-Herbst.

Die Flucht des Bienenhüters

Von: Luna Datum: 13. September 2019

Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen und vorallem unheimlich berührt. Natürlich haben wir seit ca. 2015 einiges aus den Medien über die "Flüchtlinge" erfahren, aber was wissen wir denn schon großartig über diese Menschen, deren Leben, deren Leiden ? Genau das vermittelt einem das Buch - sich einmal wirklich Gedanken dazu zu machen. Mitleid ist hier fehl am Platz, denn das hilft keinem. Mitgefühl ist gefragt und Hilfe, insofern man helfen kann. Eindringlich und eindrücklich wird hier die Geschichte einer Bienenhüter/züchter Familie aus Aleppo erzählt und diese aus allen Ecken beleuchtet. Freude und Leid, schöne und traurige Ereignisse, die sich in ihrem Leben ereignen - vor, während und nach der Flucht, vor den Grausamkeiten, die in diesem Land passieren. Von mir eine absolute Leseempfehlung !

Bienen und Hoffnung.

Von: giselas lesehimmel Datum: 13. September 2019

Man liest viel über Menschen aus Syrien, die in ein anderes Land flüchten müssen. Wir sind genervt. Wir weigern uns oftmals hinter die Kulissen zu schauen. „Das Versprechen des Bienenhüters“ ist eine Geschichte, die mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Man darf nicht alle über einen Kamm scheren. Das ist manchmal schwer, angesichts der vielen Attentate. Nuri ist glücklich in seiner Heimat. In Aleppo führt er ein beschauliches, einfaches Leben. Seine Frau Afra geht in der Mutterrolle auf. Der kleine Sami hängt stets an ihrem Rockzipfel. Nuri und Sami vergöttern ihren kleinen Racker abgöttisch. Nuri liebt seine Arbeit als Imker über alles. Sein Cousin Mustafa stellt aus Honig wunderbar duftende Seifen und Cremes her. Mustafa kocht gerne für seine Gäste. Eigentlich kocht er nicht, er zelebriert Gerichte. Langsam und mit Bedacht stellt er die Speisen her, was seine Frau manchmal zu Weißglut bringt. Die Beschreibungen der Familie haben in mir den Wunsch geweckt, an den gemeinsamen Essen teilzunehmen. Einfache Gerichte liebevoll zubereitet, die in einer harmonischen Gemeinschaft verzehrt werden. Dann herrscht Krieg. Diese unsinnigen Gewattätigkeiten haben dem kleinen Sami das Leben gekostet. Nicht nur Afras Augenlicht ist verloren gegangen. Nein! Vor allem ihr Lebenswille schwindet immer mehr. Sie sitzt in ihrem Haus und wartet darauf endlich von einer Bombe getroffen zu werden. Nuri zeigt viel Geduld. Er weiß, egal was passiert ist, in einem anderen Land wartet ein neues Leben auf sie. Nuri und Afra haben mich sehr berührt. Ihre Flucht ist gefährlich. Die Beschreibungen in Griechenland fand ich am spannensten. Dem Leser wird gezeigt, dass selbst ehrliche Menschen sich in schmutzige Geschäfte einlassen um zu übeleben. Nuri hat viel mehr unter diesem sinnlosen Krieg zu leiden, als man denkt. Afra hat ihr Augenlicht verloren. Dennoch wird gerade sie uns aufklären, was mit Nuri los ist. Diese bittersüße Geschichte hat sich so bestimmt schon oft in der Realität zugetragen. Nuri und Afra haben eine beschwerliche Reise auf sich genommen. Viele Menschen kreuzen ihren Weg. Viele traumatisierte Menschen helfen sich gegenseitig. Einige stellen eine große Gefahr da. Die Geschichte wird aus der Sicht von Nuri erzählt. Der Schreibstil ist stellenweise poetisch. Die Szenen von Nuris Heimat würden eigentlich dazu einladen, dieses wunderbare Land zu besuchen. Vielleicht ist das irgendwann mal möglich. Träumen darf man. Träume haben sämtliche Syrern die Kraft gegeben weiter zu machen. Eine absolute Empfehlung von mir. Danke Christy Lefteri.

Ein Buch, das man so schnell nicht wieder vergisst

Von: Buchlieblinge Datum: 11. September 2019

Inhalt: Nuri ist Bienenhüter und lebt mit seiner Frau Afra und seinem kleinen Sohn Sami im syrischen Aleppo. Er liebt seinen Beruf und ist glücklich. Doch dann zerstört der Krieg alles. Nuris Sohn Sami wird bei einem Bombenanschlag getötet und seine Frau Afra erblindet. Nuri und Afra müssen fliehen und versuchen, nach England zu gelangen. Denn dort wartet Nuris Cousin Mustafa auf ihn, der schon vor den beiden aus Aleppo geflüchtet ist. Mit ihm wartet ein neuer Bienenstock und ein neues Leben auf Nuri und Afra. Die Trauer um Sami und die Erinnerung an glückliche Zeiten begleiten Nuri und Afra auf ihrem beschwerlichen Weg. Werden Nuri und Afra trotz aller Schwierigkeiten sich die Hoffnung auf ein neues Leben bewahren können und – vor allem – werden sie nach all den schrecklichen Erlebnissen wieder zueinander finden? Meine Meinung: Ein Buchcover mit Aussagekraft Das Buchcover von „Das Versprechen des Bienenhüters“ gefällt mir unglaublich gut, denn es passt einfach perfekt zum Inhalt des Buches. Beim Betrachten fühle ich Beklemmung und Angst, die Nuri und Afra erlebt haben müssen. Aber es strahlt durch die Bienen und Bienenwaben auch ein wenig Hoffnung und Zuversicht aus. Ein besonderer Schreibstil, der sehr berührt Der Schreibstil von Christy Lefteri ist sehr flüssig und mitreißend. Ich war schon nach den ersten gelesenen Seiten mitten in Nuris Leben und somit ganz tief im Buch verankert. Die Handlung wechselt immer zwischen der Gegenwart, die sich für Nuri und Afra in England befindet und der vergangenen Erlebnisse ihrer Flucht und ihrer Zeit in Aleppo. Hierbei hat mir ein Detail unglaublich gut gefallen, das ich so bisher in keinem Buch erlebt habe: Immer wenn die Handlung von der Gegenwart zurück in die Vergangenheit wechselt, fehlt das letzte Wort im Kapitel. Dieses Wort befindet sich dann als Überschrift im nächsten Kapitel und ist auch gleichzeitig das Wort des ersten Satzes im Kapitel der Vergangenheit. Für mich war dies ein Bildnis dafür, wie sehr die Vergangenheit und die Gegenwart für Nuri, aus dessen Sicht das Buch erzählt ist, verwoben sind und hat mich immer wieder absolut fasziniert. Außerdem war so immer ziemlich genau klar, dass es nun wieder in die Vergangenheit geht. jeder Charakter hat sein eigenes Schicksal Nuri ist ein toller Charakter, der mich sofort für sich einnehmen konnte. Seine Begeisterung für seine Arbeit mit den Bienen, die von seinem Cousin Mustafa auf ihn übergegangen ist, und auch sein Handeln in allen Schwierigkeiten hat mich tief berührt. Er wirkt immer stark und überlegt. Natürlich spürt man auch bei ihm, dass er Angst hat und oft hilfslos ist, doch irgendwie habe ich immer gedacht, dass Afra sehr froh sein kann, diesen wunderbaren Mann an ihrer Seite zu haben. Afra wirkt nämlich eher schwach und passiv in ihren Handlungen. Auch ist es mir zu Beginn an etwas schwer gefallen, mit Afra warm zu werden, was sich dann aber im Laufe des Buches gegeben hat. Dennoch finde ich, dass die Autorin gerade mit Nuri einen unglaublich tollen Protagonisten geschaffen hat, denn bei ihm muss man ganz genau hinsehen, um wirklich alles wahrzunehmen, was ihn bewegt bzw. belastet. Überhaupt treffen Nuri und Afra im Laufe ihrer Flucht auf viele unterschiedliche Charaktere, die alle ergreifende und in manchen Fällen wirklich mehr als erschreckende Geschichten zu erzählen haben. Natürlich gibt es gute und weniger gute Menschen, mit denen sie zu tun haben. Alle Schicksale haben mich sehr bewegt und berührt. berührend mit aktuellem Hintergrund Da vorne im Buch von der Autorin erzählt wird, dass sie 2016 und 2017 in den Sommermonaten als Freiwillige in einem Lager für Geflüchtete in Athen geholfen hat und die Geschichten der Menschen, die ihr dort erzählt worden sind, sie zu diesem Buch inspiriert haben, macht es das Buch für mich zu etwas sehr Besonderem. Ich habe die Geschichte von Nuri und Afra fasziniert verfolgt und viele spannende, berührende, erschreckende, traurige, aber auch glückliche Momente beim Lesen erlebt. Ich werde dieses Buch bzw. Nuris und Afras Geschichte sicherlich noch sehr lange in meinem Herzen tragen, denn der Gedanke an ihr Schicksal, das so viele Menschen in ähnlicher Weise teilen, ist für mich sehr bedrückend. Mein Fazit: „Das Versprechen des Bienenhüters“ von Christy Lefteri ist eine sehr berührende Geschichte mit aktuellem Hintergrund. Ein mitreißender und besonderer Schreibstil haben mir unbeschreibliche Lesestunden beschert, in denen ich mit Nuri und Afra gehofft, gelitten, geweint, aber auch glückliche Momente erlebt habe. Ich bin dankbar, dieses Buch gelesen zu haben und kann daher nur eine absolute und unbedingte Leseempfehlung aussprechen.

Ein Roman, der niemanden unberührt lässt

Von: Eva G. Datum: 02. September 2019

Nuri und Afra sind ein Ehepaar aus Aleppo in Syrien. Sie haben einen Sohn, Sami, doch dieser stirbt bei einem Bombenanschlag. Zudem erblindet Afra bei ebendiesem Anschlag. Nuri war bis zu seiner lange hinausgezögerten Flucht Imker, gemeinsam mit seinem Cousin Mustafa. Sie betrieben zusammen einen Laden, in dem sie ihre eigens entwickelte Kosmetik aus Honig verkauften. Doch als sich die politische Situation zusehends zuspitzt, schickt Mustafa erst seine Ehefrau und Tochter nach Großbritannien und nach dem Tod seines Sohnes begibt sich auch er selbst auf die Flucht. Als Nuri und Afra sich endlich auf den langen und schwierigen Weg nach Europa begeben, hat sich die gesamte Situation stark verschlimmert. Ihre Flucht ist mühsam und lange und fordert viele Opfer. Christy Lefteri ist mit diesem Roman ein tolles Debut gelungen. Sie hat einen sehr gelungenen Aufbau des Buches gewählt, denn jedes Kapitel ist in zwei Abschnitte gegliedert, nämlich Gegenwart und Vergangenheit, beides immer durch ein gemeinsames Wort verbunden. Auch ihr Schreibstil ist einzigartig, er ist abwechlungsreich, bildhaft und zutiefst emotional berührend. Die Gestaltung der Personen ist ihr absolut realitsch gelungen. Ihre Erfahrungen durch die Arbeit mit geflüchteten Personen war deutlich aus jeder Seite herauszulesen. Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Das Schicksal der beiden Protagonisten hat mich zu Tränen gerührt und ich konnte jede Handlung nachvollziehen. Dieses Buch hat mich zum Nachdenken gebracht und für längere Zeit emotional berührt. Eindeutig mein neues Lieblingsbuch.

ein sehr ergreifender Roman

Von: Manja Datum: 02. September 2019

Kurzbeschreibung Nuri ist Bienenhüter, mit seiner Familie führt er ein einfaches, aber erfülltes Leben im syrischen Aleppo. Bis das Undenkbare passiert und der Krieg ihr Zuhause erreicht. Nuris kleiner Sohn Sami wird bei einem Bombenanschlag getötet, seine Frau Afra erblindet. Sie müssen fliehen, um zumindest ihr eigenes Leben zu retten. Die Trauer um Sami und Erinnerungen an das einst glückliche Leben begleiten sie auf dem langen, gefährlichen Weg durch eine Welt, die nicht auf sie gewartet hat und selbst die Mutigsten in die Knie zwingt. Doch in England wartet Nuris Cousin Mustafa mit einem Bienenstock, der neuen Honig und neues Leben verspricht. Aber die größte Herausforderung liegt noch vor Nuri und Afra: wieder zueinander zu finden und gemeinsam die Hoffnung an ein neues Leben zu bewahren. (Quelle: Limes Verlag) Meine Meinung Der Roman „Das Versprechen des Bienenhüters“ stammt von Christy Lefteri. Es ist das Debüt der Autorin und ich wurde hier besonders vom Cover angesprochen. Nachdem ich auch den Klappentext kannte war mir klar dieses Buch muss auf meine Leseliste. Und so habe ich mich nach dem Erhalt dann auch direkt ans Lesen gemacht. Die Charaktere dieses Buches hier werden von der Autorin sehr gut dargestellt und ins Geschehen integriert. Ich empfand sie alle als vorstellbar und authentisch dargestellt. Nuri lebt mit Frau und Sohn in Aleppo. Sein Beruf ist seine Leidenschaft, er liebt die Bienen. Es ist eine glückliche Atmosphäre bis zum Krieg. Der Sohn kommt um und Nuri und seine Frau müssen flüchten. Als Leser lernt man die Familie sehr gut kennen, bekommt einen guten Einblick in das Leben und erlebt dann auch die schwierige Flucht. Ich konnte mich sehr gut in Nuri und seine Frau hineinversetzen, konnte mit ihnen mitfühlen. Es sind aber nicht nur Nuri und seine Frau, die man als Leser kennenlernt, hier gibt es noch viele weitere Flüchtlinge, die integriert wurden. Es sind alles individuelle Schicksale, die sich gut zusammenfügen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und gut zu lesen. Man kann dem Geschehen sehr gut folgen und als Leser auch alles verstehen. Die Handlung hat mich wirklich beeindruckt. Die Autorin greift hier ein wirklich hochaktuelles Thema auf, versucht dieses dem Leser näherzubringen. Das Geschehen hat mich wirklich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt, es wirkt alles sehr emotional und ergreifend. Es ist der Weg aus einem Land in Sicherheit, ein Weg der sehr steinig ist. Doch es ist nicht nur ein Buch über Schicksale, es öffnet auch Augen, macht das Thema Flüchtlinge greifbarer, noch realistischer als es bereits ist. Das Ende ist dann in meinen Augen genau passend. Die Autorin erklärt ja bereits zu Anfang wie es letztlich ausgeht. Mich hat dies gar nicht gestört, eher im Gegenteil, ich wurde nur neugieriger darauf wie der Weg der Flüchtlinge wirklich ist. Fazit Kurz gesagt ist „Das Versprechen des Bienenhüters“ von Christy Lefteri ein gelungenes Debüt, das mich vollkommen für sich gewinnen konnte. Gut dargestellte Charaktere, ein flüssiger sehr gut zu lesender Stil der Autorin sowie eine Handlung, die ich als realistisch empfand und die ein hochaktuelles Thema aufgreift, haben mir bewegende Lesestunden beschert und mich überzeugt. Wirklich zu empfehlen!

Sehr berührend und fesselnd!

Von: Viper Datum: 29. August 2019

Die sehr bewegende Geschichte von Afra und Nuri lässt einen auch nach dem Lesen nicht los. Zeitgleich erschütternd und voller Hoffnung fesselt das Buch bis zum Schluss. Durch die Erzählweise und das Auffassen zweier Themen- die aktuelle Flüchtlingslage und das Aussterben der Bienen regt das Buch definitiv zum Nachdenken an.

aktuelles Flüchtlingsthema

Von: momi Datum: 23. August 2019

Nuri lebt mit seiner Frau Afra und seinem 7-jährigen Sohn Sami in Aleppo. Dort führt er ein einfaches Leben, ist aber sehr zufrieden als Bienenhüter. Diese Arbeit betreibt er zusammen mit seinem Cousin Mustafa. Eigentlich sollte er das Geschäft seines Vaters übernehmen, aber er entscheidet sich für seine eigene Berufswahl. Als in Syrien der Krieg ausbricht wird Sami von einer Bombe getroffen und Afra erblindet. Das Ehepaar begibt sich auf eine Flucht, die sehr schwierig ist. Die Autorin beschreibt sehr einfühlsam, was solch ein grausamer Krieg mit einer einzelnen Familie machen kann. Das Ehepaar ist traumatisiert und zerbricht fast an dem Leid. Sie schildert, was für unterschiedliche Menschen auf der Flucht zusammen kommen und dass man seine Hoffnung nie aufgeben darf. Irgendwo gibt es am Horizont wieder einen kleinen Lichtstrahl und man kämpft für sein Leben. Mustafa ist bereits in England und hat dort neue Bienen gezüchtet. Er wartet sehnsüchtig auf seinen Cousin und während der langen Flucht tauschen sie Briefe im Netz aus, sofern Nuri dazu Gelegenheit hat. Die Geschichte zeigt Schicksale, die uns sonst verborgen bleiben und klärt auch über einiges auf. Die Autorin hat trotz des schwierigen Themas einen beruhigenden Schreibstil, der sich gut lesen lässt.

Eine Reise voller Hoffnung

Von: Buecherseele79 Datum: 21. August 2019

Nuri und Afra hatten alles und haben, durch den Krieg in Syrien, alles verloren. Ihr Zuhause, ihre Arbeit, ihre Unbeschwertheit und der größte Verlust – ihren Sohn Sami. Nuri und sein Cousin Mustafa hatten eine Bienenzucht in Syrien, waren sehr erfolgreich und waren Imker aus Leidenschaft. Mustafa ist mit seiner Familie nach England geflohen und nun folgen ihnen Nuri und Afra...doch diese Flucht wird ihnen soviel mehr abverlangen.. Dieses Buch entstand da die Autorin 2016/2017 in Griechenland als Freiwillige im UNICEF Flüchtlingslager viele Geschichten gehört hatte und diese fasst sie nun in ihrem ersten Buch zusammen und was soll ich sagen?! - es ist aufwühlend, bewegend, erschreckend, traurig, voller Hoffnung und Ängste, Zukunft und Vergangenheit und Liebe. Man fängt mit den ersten Seiten an und dann ist man schon so in der Geschichte gefangen dass man sie gar nicht mehr vergessen mag, man möchte immer nur weiterlesen. Die Autorin gelingt es die Geschichte authentisch und voller Realität zu schreiben, man geht mit Nuri und Afra durch Syrien, man sieht durch Nuri und Mustafa ihre Bienenstöcke, man hört die Bomben fallen und flüchtet mit ihnen nach England. All dies ist sehr bildhaft beschrieben, gerade das Syrien vor und während dem Krieg ist der Autorin sehr gut gelungen, man hat all die Märkte und Gerüche im Sinn, aber auch die Ruinen und die Schrecken die dort auf der Straße lauern. Nuri und auch Afra konnte ich sofort für mich gewinnen, beide führen ein bescheidenes aber zufriedenes Leben bis eben der Krieg ausbricht. Und trotzdem will Afra noch nicht weg, bis dann das geschieht was man niemanden wünscht – ihr Sohn Sami wird im eigenen Garten von einer Bombe getroffen und stirbt. Seitdem ist Afra erblindet und Nuri sucht für beide einen Ausweg. Die Sicht wird aus Nuri beschrieben, die Vergangenheit erhält ebenso einen Blickwinkel wie die Zukunft und die damit verbundenen Hoffnungen. Beide Flüchtende müssen viel entbehren, zurücklassen, über sich ergehen lassen und sind doch weiterhin in tiefer Trauer, in Verzweiflung, immer wieder dringen Hoffnungsschimmer durch und doch haben sie das Gefühl sie finden nie mehr wieder zueinander, sie schaffen es nicht, der Krieg hat sie ebenso zerstört wie ihr Land. Hier liegt die Stärke des Buches – nicht nur in der bildhaften Beschreibungen sondern was diese 2 Menschen erlebt haben, wie sie dieses Erlebte nicht mehr ablegen können, was ein Kriegstrauma mit einem Menschen macht. Dieses Buch steht stellvertretend für die vielen Menschen die vor Krieg, Verfolgung, Hunger und Armut fliehen, für die Menschen die in Auffanglager landen und vergessen werden, die mit ihren Erlebnissen leben müssen, es ist eindringlich und zeigt auf – hier muss einfach mehr Feingefühl her! Ich empfehle dieses Buch wirklich jedem, man sollte es unbedingt lesen! (Diese Rezension wird, wie gewünscht, ab dem 02.09.2019 veröffentlicht)

Flucht vor dem Krieg im Außen und im Innen

Von: Satinka Datum: 19. August 2019

"Das Versprechen des Bienenhüters" nimmt uns mit auf die Reise von Nuri Ibrahim, einem Imker aus Aleppo und seiner Familie. Eine "Reise", die notwendig wird, weil es in der Heimat keine Hoffnung und keine Zukunft gibt. Eine Reise, die sich nicht nur auf die Flucht in ein neues Land, sondern auch auf die Reise und Suche nach Heimat im Inneren bezieht. Christy Lefteri nimmt uns mit in die äußere und innere Welt eines Mannes, die sich in kürzester Zeit vollkommen wandelt. Dabei gelingt es der Autorin auf wunderbare Weise die verschiedenen Zeitebene miteinander verschmelzen zu lassen. Durch fein abgestimmte und wohldosierte stilistische Elemente gelingt der nahtlose Übergang vom "Jetzt" in verschiedene zeitliche Ebenen während der Flucht in ein neues Leben ebenso wie in eine glückliche Vergangenheit in Aleppo. Die Menschen, die Nuri und Afra auf ihrer Flucht begegnen, ihre Schicksale und Geschichten, bereichern das Buch in hohem Maße. Jede Figur des Buches sorgt für einen neuen Blickwinkel und neue Erkenntnisse - sowohl bei Nuri selbst, als auch bei mir persönlich. Eine Geschichte mit viel Tiefgang, die es vermag die Seelen der Leser/innen tief berührt zurückzulassen. Ein Buch, das es verdient, auch mal für einige Tage zur Seite gelegt zu werden, damit die Dinge, die Nuri und Afra auf ihrer Reise erleben, tatsächlich für den Leser / die Leserin in ihrer Tiefe erfahrbar werden. Eine Geschichte voller Leid, Schmerz und Dunkelheit, aber auch voller Hoffnung, Mut und Freude. Eine Flucht und eine Reise, die auch den Leser / die Leserin verändert zurücklässt. "Du kannst kein Buch öffnen, ohne etwas daraus zu lernen." (Aus China) Wichtiger Hinweis: Dieses Buch sollte unbedingt bis zum Ende gelesen werden, denn gerade hier eröffnet sich dem Leser / der Leserin die Komplexität des Buches und auch die Kompexität der Charaktere Nuri und Afra im Besonderen.

Packend, mit aktuellem Hintergrund

Von: Verena Datum: 19. August 2019

Die vielschichtig erzählte Geschichte mit dem immer noch aktuellen Hintergrund, hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gepackt. Durch die gute Beschreibung der Hauptfiguren und trotzdem gelassenen Raum für "Spekulationen" wurde der teilweise voraussehbare Verlauf nicht langweilig. Ich wurde sehr gut unterhalten und habe mich über das Ende sehr gefreut.

Aktuelle Flüchtlingsberichte mit anderen Augen sehen

Von: Marry Ann Datum: 19. August 2019

Mit dem Buch "Das Versprechen des Bienenhüters" schafft es Christy Lefteri einen Menschen in uns zu berühren, der sonst so manches Mal den Fernseher ausschaltet, wenn es wieder um Kriege und die Flüchtlingspolitik geht. Bei diesem Buch lernt man hinzuschauen und vielleicht auch ein bisschen mehr die Menschen, die voller Trauer und Traumata zu uns kommen, kennenzulernen und nicht nur Hilfe und Frieden, sondern auch eine neue Heimat finden möchten. Im Buch geht es um den Bienenhüter und Imker Nuri, der mit seiner Frau Afra und ihrem kleinen Sohn Sami in Aleppo lebt. Die Welt scheint so friedlich und einfach, bis der Krieg Syrien und schließlich auch ihr zu Hause erreicht und sich alles verändert. Sami stirbt bei einem Bombenangriff, Afra kann den Schock nur schwer verkraften, woraufhin sie erblindet und auch Nuri ist nach der Zerstörung seiner Bienenstöcke von Hoffnungslosigkeit zerfressen. Um wenigstens das Leben seiner Frau Afra und seines zu retten, beginnen Sie eine Flucht aus dem vom Krieg zerstörten Aleppo über das Mittelmeer bis nach England. Dort wartet Nuri's Freund und Cousin Mustafa mit seiner eigenen Familie auf sie und lässt durch regelmäßige E-Mails an Nuri die Hoffnungen in diesem wieder erwachen. Doch einmal in England angekommen, erkennt Nuri schnell, dass sie nun zwar vor dem Krieg sicher, jedoch nicht vor ihren Erinnerungen an Sami, Bombenangriffe und anderen Begegnungen sind. Eine herzzerreißende Zeit beginnt, in der Nuri und Afra ihr Durchhaltevermögen immer wieder auf die Probe stellen und sich ihre neue Heimat hart erkämpfen müssen. Dabei finden sie auch ihre Liebe füreinander wieder. Neben der berührenden Geschichte von Nuri und seiner Familie erzählt Lefteri auch immer wieder von anderen Schicksalen und Figuren, die Nuri im Laufe seiner Flucht begegnen und zeigt auch, dass es nicht immer damit getan ist, ein sicheres Land zu erreichen. Besonders gefallen haben mir der sehr fließende Schreibstil trotz schwieriger Thematiken sowie die Kapitelübergänge, die immer das letzte Wort eines Kapitelendes und dann wiederum auch das erste Wort eines Kapitelanfangs waren. Auch das goldgelbe Buchcover mit zwei Bienen und einem rennendem Jungen fasst die Geschichte sehr gut zusammen. Klar ist, dass Christi Lefteri uns hiermit einen wunderschönen tiefgehenden Roman geschenkt hat, der mehr als nur unter die Haut geht und in manchem von uns den Wunsch erweckt, vielleicht weniger zuzuschauen und mehr mitzuhelfen.

Zwischen Krieg und Hoffnung

Von: readingflower Datum: 19. August 2019

Inhalt: Nuri Ibrahim führte ein erfülltes Leben mit seiner Familie in Aleppo, Syrien, bis der Krieg ausbricht und ihre Heimat zerstört. Nachdem seine Frau Afra ihr Augenlicht und sein Sohn Sami sein Leben an den Krieg verlieren, sieht Nuri die Flucht als einzigen Ausweg. Zu zweit macht sich das Ehepaar auf den Weg zu einem besseren Leben, mit immer währender Hoffnung, irgendwann Nuris Cousin Mustafa in England zu erreichen. Die Perspektive wechselt zwischen dem Leben in Aleppo bzw. der Flucht und dem Leben in England, wo es Nuri und Afra letztendlich hingeschafft haben. Meine Meinung: Ich finde es zuerst einmal beeindruckend, dass sich die Geflüchteten aus Athen bereit erklärt haben, so detailliert über ihre Flucht zu sprechen. In der aktuellen Zeit ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, was die Menschen, die auch in Deutschland leben, auf ihrer Reise hier her durchgemacht haben und ich finde es toll, dass die Autorin das möglich gemacht hat. Christy Lefteri stellt gleich zu Beginn klar, dass Nuri und Afra es letztendlich nach England geschafft haben. Das finde ich etwas schade, da das dem Buch jegliche Spannung genommen hat. Der Wechsel zwischen den Perspektiven fiel mir teilweise schwer. Dennoch fand ich die Geschichte zum Teil sehr fesselnd, besonders in den sehr emotionalen, erschütternden Parts. Vorrangig fand ich das Buch aber eher informativ, insbesondere durch die vielen Beschreibungen und vergleichsweise wenigen Dialoge. Ginge es nur um die Bewertung des Aufbaus und der der Geschichte, hätte ich dem Roman drei Sterne gegeben. Da ich jedoch weiß, dass es um tatsächliche Schicksale geht und das Thema so aktuell und wichtig ist, dass sich jeder Mensch damit beschäftigen sollte, gebe ich dem Buch vier Sterne.

Zwischen Traum und Albtraum

Von: Ronja Datum: 19. August 2019

Dieses Buch lädt zum träumen ein. Die alte harmonische Welt könnte aus einem Märchenbuch stammen und lädt zum träumen ein. Die Szenen sind sehr geschmackvoll beschrieben und ich konnte tief in die Geschichte eintauchen. Die Dramatische und doch sehr lebensnahe Geschichte wirkt sehr real. Es zeigt eine ernste Seite ohne falsche Moralen aufdrängen zu wollen.

Flucht aus Aleppo

Von: Manuela Prien Datum: 19. August 2019

Inhalt: Nuri ist Bienenhüter in Aleppo,jedoch ist er kein ausgebildeter Imker. Seit geraumer Zeit kümmert er sich mit um die Bienen seines Cousins Mustafa. Er beschützt sie und sorgt dafür,dass sie gesund und kräftig bleiben. Doch dann passiert das schlimmste,was denkbar ist,die Bienenstöcke werden niedergebrannt und der Krieg bricht aus. Bei einem Anschlag wird der Sohn von Nuri und seiner Frau Afra getötet,Afra ist blind seitdem. Mustafa flieht nach England,doch Nuri bekommt seine Frau nicht dazu zu fliehen,zu groß sind die Erinnerungen an ihren kleinen Sohn Sami. Als Afra merkt,dass es niemand mehr gut meint mit ihnen,ist sie bereit mit Nuri zu gehen und eine lange,gefährliche Reise beginnt... Meinung: Der Schreibstil ist relativ zügig zu lesen,ganz neu für mich waren die Kapitelübergänge.Das letzte Wort des Kapitels ist zugleich das erste des nachfolgenden Kapitels,jedoch auch nur bei jedem zweiten Kapitel. Das Cover mit dem Jungen,den beiden Bienen und den dazu passenden Waben ist absolut richtig gewählt worden für dieses Buch. Diese Geschichte sorgt beim Leser für eine Achterbahnfahrt der Gefühle,es gibt immer wieder Höhen und Tiefen,die Afra und Nuri zu bewältigen haben. Beim Lesen wird einem auch klar,dass man nicht mal eben aus so einem Land fliehen kann,sondern definitiv Hilfe benötigt. Auch werden die Schleuser erwähnt,die ja nun auch sehr oft in den Medien vorkommen. Sehr gut finde ich,dass nicht nur das Schicksal von Nuri und Afra,sondern auch die anderer Flüchtlinge erwähnt werden,sehr viele gehen nach so einer Flucht einfach zugrunde. Außerdem gibt es viele emotionale Emails und Briefe,die einen sehr berühren aber auch nachdenken lassen. Alles in allem bekommt hier der Leser eine sehr berührende,emotionale,gefährliche Flucht präsentiert,die jeden Tag genauso irgendwo stattfindet. Redensart Seite 26: "In dem Menschen,den du kennst,verbirgt sich einer,den du nicht kennst." Fazit: Sehr ergreifendes Buch,dass einen auch nach dem Lesen nicht gleich wieder los lässt! Gänsehaut vorprogrammiert!

Berührende Geschichte zu aktuellem Thema

Von: @_exlibris Datum: 19. August 2019

Erzählt wird die Geschichte von Nuri und seiner Frau Afra, die aus dem syrischen Aleppo nach England fliehen müssen. Die beiden sind - jeder für sich, aber auch als Paar - traumatisiert vom Tod des gemeinsamen Sohnes und der Erblindung Afras. Zugegeben, vor der Lektüre war ich recht skeptisch. Zu groß erschien mir die Gefahr, dass die Geschichte zu einem so aktuellen und bedrückenden Thema ins Kitschige mindestens aber ins Pathetische abdriften würde. Doch meine Sorgen waren unbegründet: die Geschichte entfaltet sich in poetischen, leisen Tönen, ohne auf Effekthascherei oder "Schicksalsmomente" aus zu sein - und berührt (zumindest mich) dadurch umso mehr. Das Buch ist schön und mit Liebe zum Detail gestaltet - eine gute Buchgestaltung erhöht bei mir tatsächlich das Lesevergnügen. Und auch die Biene begleitet einen nicht nur inhaltlich, sondern auch graphisch durch das ganze Buch hinweg. Spannend und originell fand ich die Idee, die Erzählebenen, die jedes Kapitel ins zwei Teile gliedern, mit einem gemeinsamen Wort zu verschränken. Erstaunlich, dass so viele Leser davon anscheinend überfordert waren (siehe andere Rezensionen). Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Obwohl das Thema Flucht und Vertreibung leider in den letzten Jahren und immer noch omnipräsent in den Medien und gesellschaftlichen Debatten war, hat sich mir durch die Lektüre ein neuer Zugang dazu eröffnet. Ich würde mir wünschen, dass möglichst viele Leser ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie schnell jeder von uns zum Flüchtling werden kann.

Berührende Geschichte

Von: Heike Datum: 18. August 2019

Nuri ist Bienenhüter und mit seiner Familie führt er ein einfaches, aber erfülltes Leben im syrischen Aleppo. Dann passiert das Undenkbare der Krieg erreicht ihr Zuhause. Sein kleiner Sohn Sami wird bei einem Bombenanschlag getötet und seine Frau Afra erblindet. Mit diesen 325 Seiten erzählt das tolle Buch die Flucht aus vor dem Krieg. Mustafa flieht mit seiner Frau und Tochter nach England. Die Handlung ist fesselnd geschrieben und diese emotionale Geschichte berührt einen sehr, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. So treffen sie auf der Flucht auf gewalttätige und böse Menschen, auf Schlepper die nur Geld verdienen wollen. In England wartet auf Nuris und Mustafa ein Bienenstock, der neuen Honig und neues Leben verspricht. Aber die größte Herausforderung liegt noch vor Nuri und Afra: wieder zueinander zu finden und gemeinsam die Hoffnung an ein neues Leben zu bewahren.

Eine berührende Geschichte einer Flucht

Von: Buch-Manie Datum: 18. August 2019

Der Bienenhüter Nuri und seine Frau Afra fliehen aus Syrien, nachdem ihr Sohn Sami bei einem Bomenanschlag getötet wurde und Afra erblindete. Die spannende Geschichte ihrer beschweerlichen Flucht nach England. Christy Lefteri hat zwei bewegende Themen (Bienen und Kriegsflüchtige) zusammen in einem sehr spannenden, traurigen und trotzdem auch hoffnungsvollen Roman verpackt. Am Anfang war es etwas holprig in die Geschichte einzusteigen. Jedoch nach kurzer Zeit war ich mitten in der Geschichte und konnte mich von diesem Buch gar nicht mehr losreißen. Der Einband des Buches gefällt mir auch sehr gut :)

Eine berührende, unfassbar tragische Geschichte

Von: Charlotte Kiessling Datum: 18. August 2019

Schon das Cover und der Titel des Buches ist sehr berührend. "Das Versprechen des Bienenhüters" erzählt die Geschichte von Nuri und Afra aus Syrien, die ihren kleinen Sohn bei einem Bombenanschlag verlieren. Bei diesem Bombenanschlag erblindet Afra. Nuri überredet seine Frau aus Syrien zu fliehen und für die beiden beginnt eine gefährliche, ermüdende Flucht nach England. Die Geschichte von Nuri und Afra ist sehr erschreckend und tragisch... die beiden treffen auf Schlepper und bösartige Menschen die ihren Profit in dem Leid anderer suchen. Doch sie treffen auch auf barmherzige, empathische Menschen die ihnen helfen wollen. Trotz ihres schrecklichen Schicksals, geben die beiden ihre Hoffnung nicht auf und kämpfen weiter für ein gutes, sicheres Leben. Das besonders erschreckende an diesem Buch ist, dass Millionen von Menschen unter dem Schicksal von Nuri und Afra leiden. Christy Lefteri hat eine berührende, traurig realistische Geschichte erschaffen, die es verdient, gelesen zu werden!

das Leben eines Geflüchteten

Von: Leseratte 65 Datum: 18. August 2019

Das Buch ist sicherlich authentisch zu den Ereignissen geschrieben. Spannende und ergreifende Szenen werden geschildert und realistisch dargestellt. Es wird bewusst auf überzogene Darstellung verzichtet. Aber sehr deutlich ausgearbeitet, dass ohne Hoffnung ein Leben nicht möglich wäre. Sehr schön, finde ich die Übergänge der einzelnen Kapitel, ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Hinderlich sind die wechselhaften Traum und Realitätsszenen. Hier wäre eine Kenntlichmachung z. B. Kursiv von Vorteil gewesen. Alles in allem: ein lesenswertes Buch für jeden, vor allem für diejenigen, die bereits eine vorgefertigte Meinung zum "Flüchtlingssthema" hat.

Sehr bewegend

Von: 040lilo Datum: 17. August 2019

Die Geschichte handelt von Nuri der mit Frau und Sohn in Aleppo lebt und dessen Leidenschaft die Bienen sind. Die Familie wird vom Krieg ein geholt, der Sohn stirbt, Nuris Frau Afra erbilndet, sie fliehen aus der Heimatstadt... Das Ziel ist England, wo sie sich ein neues Leben aufbauen wollen. Das Cover ist anprechend, es hat mein Interesse direkt geweckt. Der Schreibstil ist ungewohnt anders, aber interessant, ich musste mich erst reinfinden. Die Perspektiven der Geschichte wechseln zwischen der Gegenwart in England und der Erzählung der Flucht. Streckenweise fand ich es ein wenig langatmig, denn noch ist es eine wichtige Geschichte die erzählt wird. Sie regt zum Nachdenken an und bietet Einblicke in das Leben von Geflüchteten.

Geschichte mit Gänsehautfeeling

Von: Snoopy Datum: 16. August 2019

Als ich angefangen habe, dass Buch „Das Versprechen des Bienenhüters“ zu lesen, wurde ich sehr schnell in dessen Bann gezogen. Die Geschichte ist flüssig geschrieben und die Kapitel haben eine gute Länge. Mir gefiel der Aufbau der Geschichte sehr gut, der Spannungsfaktor wurde immer wieder ein wenig gesteigert. Die Geschichte um Nuri und Afra wird erschreckend realistisch erzählt und wird dem einen oder anderen die Augen noch ein wenig öffnen. Die Strapazen die sie gemeinsam durch machen müssen, erscheinen sehr authentisch und alles ist logisch nachvollziehbar! Ich habe mich zwischen durch immer wieder gefragt, ob die Beiden ihre Reise gemeinsam beenden oder ob jeder sein eigenes Ende findet. Wie die Geschichte ausgeht, werde ich nicht verraten. Mir gefiel der Schreibstil von Christy Lefteri ausgesprochen gut- sehr flüssig und schön geschrieben. Sie behandelt dieses schwierige Thema auf eine Art und Weise, die ich so noch nicht kannte. Auch der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gefällt mir sehr gut. Besonders toll fand ich, dass das eine Kapitel mit dem Wort endete mit welchem das nächste Kapitel angefangen hat. Dies wurde jedoch nicht mit jedem Kapitel so gemacht, was ich äußerst ansprechend fand- so blieb es etwas besonderes! Warum ich dem Buch allerdings nur 4* vergebe, hat einen einfachen Grund: manchmal sind mir einzelne Aspekte zu abrupt beendet worden. Das war für den Verhandlungsverlauf zwar nicht weiter schlimm, aber mir fehlte daher etwas! Aber ganz klar: Bitte kaufen und lesen!!!

Liebe, Mut und Hoffnung

Von: Tina Datum: 15. August 2019

In ihrem Erstlingswerk "Das Versprechen des Bienenhüters" erzählt Christy Lefteri von der Flucht Nuris von Aleppo in Syrien nach London. Nach einem Bombenanschlag, bei dem sein Sohn, Sami, getötet wird und seine Frau, Afra, erblindet, entschließt sich Nuri, gegen den Willen seiner Frau, gemeinsam zu seinem Cousin, Mustafa nach London zu fliehen. C. Lefteri beschreibt in den einzelnen Kapiteln auf der eine Seite von London und getrennt durch ein gemeinsames Schlagwort von der Flucht und den Erlebnissen dabei. Sobald man sich auf diese Art eingelassen hat, ist es ein sehr bewegendes Buch, bei dem viel Trauer, aber auch Liebe und Hoffnung beschrieben wird. Man erlebt die beiden Protagonisten, wie sie nicht nur den Weg nach London bewältigen müssen, sondern wie sie auch wieder als Liebespaar zu einander finden müssen. Außerdem beschreibt C. Lefteri die Gefahren und Erlebnisse auf der Flucht ohne zu sehr in die Details zu gehen, aber man wird doch sehr nachdenklich. Im ganzen ein sehr schönes und lesenswertes Buch.

Ergreifender Schicksalsroman über eine Flüchtlingsfamilie

Von: Resi Ben Datum: 14. August 2019

Nuri lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Aleppo. Sein Beruf und seine Leidenschaft sind die Bienen. Die Familie ist glücklich bis der Krieg sie einholt und auseinanderreizt. Sie müssen fliehen. Zurück lassen sie ihre zerstörte Heimatstadt und den getöteten Sohn. Das Buch begleitet Nuri und seine erblindete Frau auf der Flucht. Die beiden müssen gleichzeitig den Verlust des kleinen Sohnes und den Verlust der Heimat auf der Flucht verarbeiten. Können sie dies schaffen? In England wartet Nuris Cousin Mustafa mit einem neuen Bienenstock auf ihn und mit ihm die Hoffnung auf einen Neuanfang. Das Buch berührt sehr. Es greift immer wieder auch Schicksale andere Geflüchteter auf, die teilweise sehr schreckliche Erlebnisse verarbeiten müssen und daran auch zerbrechen. Ein sehr wichtiges Buch in unserer heutigen Zeit, dass das Schicksal der Flüchtlinge auf berührende Art und Weise etwas greifbarer macht. Absolut lesenswert!

Eine tief berührende und aufwühlende Geschichte einer Flucht

Von: Stefanie W Datum: 13. August 2019

Zum Inhalt In Syrien herrscht beginnt der Krieg. Nuri und seine Familie leben mittendrin. Nuri und sein Cousin Mustafa sind Bienenzüchter gewesen. Doch Mustafa flieht mit seiner Frau und Tochter nach England. Auch Nuri will vor dem Krieg flüchten. Doch seine Frau Afra kann nicht. Denn sie sah Ihren gemeinsamen Sohn Sami sterben und will ihn keinesfalls allein lassen. Bis Nuri auf Männer trifft die ihn zwingen wollen mit in den Krieg zu ziehen. Erst dort begeben sich die beiden auf den Weg Mustafa und seiner Familie zu folgen. Meine Meinung Das Versprechen des Bienenhüters erzählt die Geschichte einer Flucht aus dem Krieg in Syrien. Die gefährliche Reise und die emotionalen auf und abs. Man begleitet Nuri und seine Frau Afra die ganze Zeit, dabei gehen die Gefühle von einem selbst mit auf die Tal- und Bergfahrt. Vom Posttraumatischen bis zum Kampf in die Wirklichkeit. Das erkennen, dass man nach solch einer Reise Hilfe braucht und Liebe zum Partner erneut zu erlernen. Das alles begegnet uns in diesem Buch. Ich möchte gar nicht detailliert in die Geschichte gehen, da man das Gefühl beim lesen einfach selbst erleben muss und mit zu viel wissen über dieses Buch könnte das Gefühl verloren gehen. Christy Lefteri hat mit Ihrem Buch eine wunderbare Geschichte über das Leben, Liebe und Leid erzählt. So wie viele sie in dieser oder ähnlicher Art erlebt haben. Das die Geschichte so tiefgreifend geworden ist, glaube ich, verdankt sie ihrer Freiwilligen Arbeit in einem Lager für Geflüchtete. Christy Lefteri hat dabei unzählige Geschichten gehört und konnte diese auch nicht mehr vergessen. So zumindest schreibt sie es selbst in ihrem Buch. Mit 325 Seiten erschien diesen tolle Buch im August 2019 im Limes Verlag der Verlagsgruppe Randomhouse GmbH. Der Originaltitel des Buches lautet: The Beekeeper of Aleppo. Aus dem englischen wurde das Buch von Bettina Spangler übersetzt. Was mir außer der Geschichte besonders gut gefällt, ist das unglaublich toll gestaltete Cover. Dieses ist in Gelb gehalten mit zwei Fliegen drauf und einem Jungen der über die weiten Felder rennt. Fazit Eine berührende und aufwühlend Geschichte einer aus neuen geflüchteten Familie die viel Leid und Schmerz aushalten musste um am Ziel anzukommen. Ich würde es immer wieder lesen.

Zwischen aufgeben und weitermachen

Von: Capri Datum: 12. August 2019

Dieses Buch erzählt von der Flucht des Bienenhüters Nuri und seiner Frau Afra aus Syrien. Bei einem Bombenanschlag wird ihr kleiner Sohn Sami getötet und Afra erblindet. Nuri will fliehen doch zunächst will Afra nicht mit ihm gehen und lieber dort sterben, wo auch ihr kleiner Sami gestorben ist. Eine Weile später kann Nuri seine Frau doch noch überreden mit ihm aus Aleppo zu fliehen. Die beiden treten eine beschwerliche Reise an um den Cousin Mustafa und seine Familie nach England wieder zu treffen.   Die Handlung ist interessant und fesselnd geschrieben. Die Geschichte berührt einen sehr und könnte nicht aktueller sein. Die Beiden treffen auf gewalttätige Menschen und auf Schlepper, die mit den Flüchtenden Geld verdienen und sie für ihre schlechten anderen Geschäfte benutzen. So wie es leider auch im echten Leben ist. Das einzige schwierige ist der Schreibstil der Autorin. Hier muss man sich erst einfinden. Da manche Kapitel einfach mitten in einem Satz enden. Man findet sich in den Schreibstil rein, was jedoch eine Weile dauert.

Ein Buch voller Mut, Hoffnung und Verzweiflung!

Von: Moni Datum: 12. August 2019

Die Autorin Christy Lefteri wuchs als Tochter zypriotischer Geflüchteter in London auf und verbrachte die Sommer 2016 und 2017 in Athen und arbeitete dort als Freiwillige in einem Lager für Geflüchtete. Die Menschen in dem Lager erzählten ihr viele Fluchtgeschichten und Schicksale und so entstand die Idee zu diesem berührenden Roman, der einen beim Lesen durch seine sehr bildhafte Sprache mit in die faszinierende Welt des Orients nimmt und am tragischen Schicksal vieler Menschen in beklemmnder Weise teilhaben lässt. Nuri ist Bienenhüter, mit seiner Familie führt er ein einfaches, aber erfülltes Leben im syrischen Aleppo. Bis das Undenkbare passiert und der Krieg ihr Zuhause erreicht. Nuris kleiner Sohn Sami wird bei einem Bombenanschlag getötet, seine Frau Afra erblindet. Sie müssen fliehen, um zumindest ihr eigenes Leben zu retten. Die Trauer um Sami und Erinnerungen an das einst glückliche Leben begleiten sie auf dem langen, gefährlichen Weg durch eine Welt, die nicht auf sie gewartet hat und selbst die Mutigsten in die Knie zwingt. Doch in England wartet Nuris Cousin Mustafa mit einem Bienenstock, der neuen Honig und neues Leben verspricht. Aber die größte Herausforderung liegt noch vor Nuri und Afra: wieder zueinander zu finden und gemeinsam die Hoffnung an ein neues Leben zu bewahren. Die Erzählebenen sind in genialer Weise miteinander verschlungen, was das Lesen zum Teil ein bisschen schwierig macht. Die Kapitelüberschrift ist das letzte Wort des vorherigen und das erste Wort des folgenden Kapitels, so sind die Erzählung aus der Gegenwart und der Vergangenheit miteinander verbunden. Insgesamt ist dieser Roman sehr zu empfehlen, spannend und sehr feinfühlig geschrieben, man kann sich sehr gut in die Hauptfiguren hineinversetzen.

Ein besonderes Buch, das zum Nachdenken anregt

Von: Chrissieliest Datum: 11. August 2019

„Das Versprechen des Bienenhüters“ von Christy Lefteri behandelt berührend und sehr einfühlsam ein ausgesprochen aktuelles Thema. Die Autorin arbeitete 2016/17 in einem Flüchtlingslager in Athen und ihr Debütroman spiegelt viele der Geschichten wieder, die sie dort erzählt bekam. Nuri ist Bienenzüchter in Aleppo - gemeinsam mit seinen Cousin Mustafa. Mit seiner Frau Afra führt er ein erfülltes Leben - das Glück der Beiden komplettiert der Sohn Sami. Doch - der Krieg in Syrien schlägt gnadenlos zu. Mustafa und seine Familie sind bereits geflohen, als eine Bombe den Sohn Sami tötet und Afra erblinden lässt. Die Idylle wird zum Grauen. Aus der Perspektive von Nuri erzählt das Buch die Geschichte einer Flucht von Syrien nach England; aber auch von der Flucht des Geistes, um der grausamen Realität zu entkommen. Hierbei wechseln sich in den Kapiteln verschiedene Zeitebenen ab. Man benötigt einige Kapitel, um diesen Rhythmus zu verinnerlichen. Dann aber fasziniert dieser Schreibstil - er ermöglicht dem Leser, eigene Rückschlüsse zu ziehen und Vermutungen anzustellen. Die Flucht über die Türkei und Griechenland nach England zeigt uns auf, womit diese Menschen zu kämpfen haben. Das Leid ist jederzeit greifbar und muss garnicht bis ins Detail beschrieben werden. Die unterschiedlichen Menschen, die den Weg von Nuri und Afra kreuzen, zeigen uns nur einen Bruchteil der unterschiedlichen Flüchtlingsschicksale. Aber immer wieder keimt die Hoffnung auf, in eine friedliche Heimat zurückkehren zu können. Gut gefallen hat mir auch die Metapher mit den Bienen, die die Autorin verwendet. „Die Bienen waren das Idealbild einer Gemeinschaft.“ „Die Menschen sind nicht wie die Bienen. Wir arbeiten nicht zusammen, wir haben keinen Sinn für ein übergeordnetes Wohl.“ Ein gelungener und berührender Debütroman, der zum Nachdenken anregt.

Berührend

Von: reni Datum: 11. August 2019

Schon der Titel, das Cover, aber auch der Klapptext haben mich von Anfang an sehr berührt und ich würde beim Lesen auch nicht enttäuscht. Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Die Story ist neu und originell und die Figuren waren interessant und haben Tiefe. Dazu kommt ein wunderbarer Schreibstil. Ich fand das Buch unheimlich schön und werde es empfehlen.

interessant beschriebenes Fluchtdrama

Von: MinnieMaus1983 Datum: 10. August 2019

Dieses Buch erzählt von der Flucht des Bienenhüters Nuri und seiner Frau Afra aus Syrien. Bei einem Bombenanschlag wird ihr kleiner Sohn Sami getötet und Afra erblindet. Eine Weile später kann Nuri seine Frau überreden mit ihm aus Aleppo und aus Syrien zu fliehen. Die beiden treten eine beschwerliche Reise nach England an um den Cousin Mustafa und seine Familie dort wieder zu treffen. Die Handlung ist fesselnd geschrieben und diese Geschichte berührt einen sehr. Nuri und Afra treffen auf gewalttätige und böse Menschen und auf Schlepper, die mit den Flüchtenden Geld verdienen und sie für ihre schlechten anderen Geschäfte benutzen. Aber es gibt auch hilfsbereite und gute Menschen entlang ihres Fluchtweges. Obwohl ein langer schwerer Weg vor ihnen liegt geben sie die Hoffnung nicht auf. Eine Geschichte, die einen sehr berührt, sehr mitfühlend und bewegend geschrieben ist. Allerdings fällt mir der Stil mit der Verknüpfung der Zeitebenen (Gegenwart & Vergangenheit) indem die Kapitelüberschrift das letzte Wort des vorherigen und das erste Wort des folgenden Kapitels ist, nicht so einfach. Für mich sind das zum Kapitelende oft unvollständige Sätze...

Menschlich

Von: Queeni86 Datum: 09. August 2019

Dieses Buch hat mich dazu gebracht mehr über die Menschen nachzudenken welche als Flüchtlinge in unser Land kommen und mir gezeigt wie gut wir es doch eigentlich haben.

Das Versprechen des Bienenhüters

Von: Sharkeline Datum: 09. August 2019

„Das Versprechen des Bienenhüters“ ist ein Roman, der sich mit dem aktuellen Thema Flucht und Flüchtlinge auseinandersetzt. Die Protagonisten müssen aufgrund des Krieges aus Aleppo fliehen und werden dabei vom Lesenden begleitet. Dabei stehen sie nicht nur vor der Herausforderung bürokratischer Hürden, sondern müssen zudem auch gemeinsam als Ehepaar die Krise um den Verlust des Sohnes und die Flucht aus ihrer Heimat meistern. Sprachlich bleibt das Buch sehr flach (was vielleicht auch an der Übersetzung liegt?) und wird vor allem durch die aktuelle Thematik getragen. So erfährt der Lesende eine Menge aus dem „Alltag“ der Flüchtenden, dennoch bleiben einige der Handlungsstränge offen oder verworren. Vielleicht ist das aber auch mit Absicht gewollt, um das Chaos der Flucht zu beschreiben? Ein toller Übergang findet sich in jedem Kapitel: der erste Teil ist aus dem „aktuellen“ Leben, der Gegenwart, der zweite Teil jedes Kapitels ist als Rückblick geschrieben. Beide Teile sind jeweils mit einem gemeinsamen Wort verbunden - in der Gegenwart ist es das Schlusswort des Satzes, welches zugleich in der Vergangenheit das erste Wort des Satzes bildet. Somit wird eine Verknüpfung der Leben erkennbar. Im Klappentext ist zu lesen, wie das Ehepaar mit sich und ihren Gefühlen zueinander zu kämpfen hat - das wird im Buch jedoch aus meiner Sicht sehr wenig beleuchtet. Der Umgang der Beiden miteinander ist immer wechselnd zwischen total vertraut und abgekühlt - dabei aber nicht nachvollziehbar aus welchen Gründen. Fazit: Trotz der sprachlichen Einfachheit ein empfehlenswertes Buch, wenn man mehr über Hintergründe der Flüchtlinge erfahren möchte. Dieses Buch lebt auf jeden Fall durch die Aktualität des Themas!

Emotionale Geschichte, die Augen öffnen kann

Von: sbs Datum: 09. August 2019

Nuri und seine Frau Afra müssen aus Aleppo flüchten. Dem Bienenzüchter und seine Frau bleibt keine andere Wahl – Ziel ist England, wo sie hoffen Nuris Verwandten zu treffen. Doch davor müssen sie erst einmal die Flucht überstehen. Ihren gemeinsamen Sohn Sami haben die beiden bei einem Bombenanschlag verloren, Afra auch ihr Augenlicht. Ich lese an sich recht schnell und meist auch immer nur ein Buch, doch hier war mir das nicht möglich. Um die Geschichte zu verarbeiten habe ich immer wieder Pausen eingelegt, weil mir die Schilderungen teilweise zu hart waren, manches emotional schwierig und vieles dramatisch erschien. Das lag natürlich auch am anschaulichen, aber trotzdem irgendwie poetischen Schreibstil, aber in erster Linie daran, dass Menschen dies erleiden (mussten). Ja, hier ist die Geschichte fiktiv, aber doch basierend auf realen Schicksalen – nur das es jenen Menschen nicht möglich war ein Buch zuzuschlagen, bis sie sich wieder für den nächsten Abschnitt bereit fühlten. Die beiden treffen auf Schlepper, denen ihr Portemonnaie wichtiger ist als ein Menschenleben, aber auch auf herzensgute Menschen, die versuchen zu helfen. Es ist eine lange Reise mit vielen Hürden und auch wenn sich zwischendurch immer und immer wieder Hilflosigkeit breit macht, so verlieren Nuri und Afra nie die Hoffnung. Gelegentlich erschwerten mir die Zeit- und Ortssprünge ein wenig den Wiedereinstieg in die Geschichte, aber das gab sich schnell. Die einzelnen Charaktere sind gut dargestellt und man hat sie förmlich vor Augen und mir gefiel auch, dass mit dem Bienensterben ein wichtiges Thema ihr Raum einnimmt. Zwischendurch hatte das Buch immer wieder mal paar Seiten und Aspekte, die langatmig auf mich wirkten. Ich weiß nicht genau, ob das Absicht war, weil das Warten ein Problem der Flüchtlinge ist, die immer auf irgendwas warten müssen – ob nun Absicht oder nicht, dass ist einer meiner Hauptkritikpunkte an diesem Buch. Ich habe nun schon einige Bücher rund um die Flüchtlingssituation und den Krieg in Syrien/Afghanistan, etc. gelesen und immer wieder bin ich entsetzt. Entsetzt von den entsetzlichen Ereignissen in Kriegsgebieten, den Bedingungen der Flucht und wie solche Menschen immer noch alle über einen Kamm geschoren werden, im besten Fall als Sozialschmarotzer. Ja, diese gibt es auch, aber es ist ja auch nicht jeder Deutsche ein Nazi… Eine emotionale Geschichte die nachdenklich macht, die Augen öffnen kann und auch Hoffnung vermittelt.

Sehr berührender Roman

Von: buchleserin Datum: 07. August 2019

„Das Versprechen des Bienenhüters“ erzählt von der Flucht des Bienenhüters Nuri und seiner Frau Afra aus Syrien und wie die beiden die beschwerliche Reise nach England antreten. Bei einem Bombenanschlag wird der kleine Sohn Sami getötet und Afra erblindet. Nuri und seine Frau fliehen aus Aleppo, sie wollen nach England zum Cousin Mustafa. Die Handlung ist fesselnd geschrieben und diese emotionale Geschichte berührt einen sehr. Nuri und Afra treffen auf gewalttätige und böse Menschen, und auf Schlepper, die mit den Flüchtenden Geld verdienen. Aber sie begegnen auch hilfsbereiten und guten Menschen. Ein langer schwerer Weg liegt vor ihnen, doch sie geben die Hoffnung nicht auf. Diese Reise ist sehr gefährlich und die beiden trauern um ihren kleinen Sohn Sami. Eine Geschichte, die einen sehr berührt, sehr mitfühlend und bewegend geschrieben.

Hält "Der Bienenhüter" seine Versprechen?

Von: MD Datum: 07. August 2019

In "Das Versprechen des Bienenhüters" versucht die Autorin Realität und Fiktion zu einem Roman zu verbinden. Einerseits gibt das Buch einen tiefen Einblick in das (Seelen-) Leben von Menschen, die aus Syrien flüchten mussten. Andrerseits geht der Blick zu wenig in die Tiefe. Der ständige Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit macht es dem Leser schwer, bei der Sache - in der Geschichte - zu bleiben. Der Autorin gelingt es aber immer wieder, das Innenleben des Hauptprotagonisten Nuri und seiner Frau Afra überzeugend darzustellen. Aus meiner Sicht ein kontroversielles Buch, das zu lesen sich jedoch sicherlich für jene LeserInnen lohnt, die einen Einblick in eines der beherrschenden Themen der letzten Jahre bekommen wollen.

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt

Von: Jasmin Datum: 06. August 2019

"Das Versprechen des Bienenhüters" handelt von Nuri, seiner Frau Afra und seinem Sohn Sami aus Aleppo. Zusammen mit Mustafa haben sie bisher ein glückliches Leben geführt. Doch der Krieg holt sie ein. Nachdem Sami bei einem Bombenanschlag stirbt und Afra erblindet, geht es bergab. Mustafa ist bereits nach England geflüchtet. Und auch Nuri und Afra machen sich über Griechenland auf den beschwerlichen Weg dorthin. Dieser Roman schildert ihre Flucht, schildert, was ihnen auf diesem Weg geschehen ist und wie es ihnen dabei körperlich und seelisch geht. Auf der anderen Seite schildert er aber auch die Zeit, in der sie in Südengland Asyl beantragen und auf die Genehmigung warten. Das Cover finde ich sehr interessant und hat mich direkt dazu verleitet, dieses Buch näher zu betrachten. Es zeigt einen Jungen, wahrscheinlich in Syrien, der rennt und rennt. Auch der Schreibstil der Autorin ist interessant und anders als die bisherigen Romane, die man kennt. Die Perspektiven wechseln zwischen der Gegenwart in England und der Erzählung der Flucht von Nuri und Afra. Dabei passiert in diesem Roman, verglichen mit dem Zeitraum über die vielen Monate, gar nicht soviel. Streckenweise waren die Seiten etwas langatmig. Und doch sagt dieses Buch soviel aus! Es öffnet einem ein Stück weit die Augen und lässt einen anders über die Geflüchteten denken. Es regt zum Nachdenken an und zeigt nicht nur die wagen Punkte, die man aus den Nachrichten kennt, sondern vermittelt auch sehr viel über die Gefühle. Es macht einen traurig, gibt aber auch Hoffnung. Es bewegt mich, solch eine Geschichte zu lesen und lässt mich über die Schicksale der vielen Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Kriegsgebieten nachdenken.

Interessant und mit viel Gefühl

Von: Marion Datum: 06. August 2019

eine wunderbare Sprache, sehr gefühlvoll - aber nicht rührsehlig oder kitschig. Die Autorin hat einen sehr schönen Erzählstil, der einen gefangen nimmt. Sie entführt in eine andere Welt, die uns fremd ist. Für alle, die sich Interesse an anderen Kulturen haben und sich auf eine Reise einlassen wollen, sehr zu empfehlen. Nicht immer einfach zu lesen, aber es lohnt sich

Tief berührendes, einfühlsames Debüt

Von: JuJaBe Datum: 04. August 2019

Christy Lefteri , die 2015/2016 in einem Flüchtlingslager Athen`s als Helferin verbrachte, wurde durch die Erzählungen der Geflohenen zu ihrem Debütroman inspiriert. Sie hat ihn in wunderbar, einfühlsamen Worten über Liebe, Hoffnung und Mut geschrieben. Nuri, ein Bienenhüter und seine im Krieg erblindeten Frau Afra, eine anerkannte Malerin fliehen nach dem Tod des einzigen Sohnes aus Aleppo. Sie schaffen es tatsächlich bis nach Großbritannien, wo Nuri`s Cousin mit seiner Familie auf sie wartet. In ihrer Flüchtlingsunterkunft können sie das erste Mal seit ihrer Flucht zur Ruhe kommen. Dem Leser wird durch immer wiederkehrende „Flashbacks“ Nuri`s, seine Lebensgeschichte nahe gebracht. Das friedliche Leben vor Kriegsausbruch, die brutalen Einsätze aus der Luft auf die Zivilbevölkerung. Die Grausamkeiten auf Seiten der Truppen Assad´s und der des ISIS. Die gefährliche Flucht über die Türkei nach Griechenland. Die katastrophalen Bedingungen in den verschiedenen Lagern. Die physischen und seelischen Grausamkeiten denen sie ausgesetzt werden. Wie sehr es die friedlichsten Menschen verändert. Es sind die leisen Töne, die den Schrecken des Syrienkrieges, die brutalen Fluchtbedingungen, die Unmenschlichkeit der Unterbringungen, die kriminellen Machenschaften und die unnötige Bürokratie, die das eigentliche Drama offenbaren. Aber auch Hoffnung auf positive Veränderungen gibt. Dankeschön, dass ich Testleser sein durfte, diese Buch hat mich unglaublich tief berührt. Ich hoffe weitere Romane von einer unglaublich talentierten Christy Lefteri lesen zu dürfen. Weitere Rezessionen werden folgen, da der Verlag drum gebeten hat, diese erst ab 2.September 2019 zu veröffentlichen.

Dieses Buch lässt einen nicht mehr los

Von: gruenfrosch Datum: 03. August 2019

Den Titel und das Cover fand ich eher ein wenig altmodisch und langweilig. Aber als ich erst einmal mit dem Lesen begonnen hatte konnte ich dieses nicht mehr aus der Hand legen. Es ist so bildlich geschrieben, dass ich die Personen förmlich vor mir sehen konnte. Oft war ich beim Lesen ganz traurig und erschüttert und habe mitgelitten und mitgehoft. Dieses Thema der Flüchtlinge ist immer noch sehr aktuell, ich rate jedem dieses Buch zu lesen, weil es einem wirklich die Augen öffnet.

Wundervoll erzählt

Von: Magnolia Datum: 03. August 2019

Nuri ist Bienenhüter, lebt mit seiner Frau Afra und dem kleinen Sohn Sami in Aleppo. Afra malt, sie bekommt für ihre Werke viele Preise. Ihre Bilder verkaufen sie Sonntags auf dem Markt, sie leben gut, sind eine glückliche kleine Familie. Bei einem Bombenanschlag geschieht das Unfassbare: Nuris kleiner Sohn Sami wird getötet, seine Frau Afra erblindet. Hier können sie nicht mehr bleiben, sie müssen flüchten, fort aus Syrien. Auf der Flucht trifft Nuri auf Mohammed, den kleinen Jungen. Genauso wie Sami. Mohammed begleitet Nuri, bis er ihn doch wieder verliert. Sami? Ziel ihrer langen Flucht ist Nordengland. Hier wartet Mustafa, Nuris Cousin. Unterwegs beobachtet Nuri viel Schlimmes, er begegnet aber auch liebevollen, einander sich sorgenden Menschen. Auf verschiedenen Ebenen erzählt Christy Lefteri ihre sehr lesenswerte Geschichte. Man ist im Hier und Jetzt und dann wieder auf der Flucht. Schnell findet man sich in die Erzählweise ein. An der leider sehr aktuellen Flüchtlingssituation nimmt man am Rande teil. Kann man soviel Elend aushalten? Die Autorin unterstütze in den Sommermonaten 2016/17 ein Geflüchtetenlager in Athen. Die Geschichten dieser Menschen inspiriere sie zu diesem wundervollen Buch. Ein sehr einfühlsames, in Stellen trauriges, aber auch Mut machendes Buch, das ich froh bin, gelesen zu haben. Sehr empfehlenswert.

Wunderschön geschrieben, aber auch traurig

Von: Honigbiene Datum: 30. July 2019

"Das Versprechen des Bienenhüters" erzählt aus der Sicht von Nuri, der mit seiner Frau Afra nach England kam, von der Flucht aus Syrien aber auch der ersten Zeit in England. Die Geschichte wechselt von der "Jetzt-Zeit" in die Vergangenheit, so dass der Leser während des Romans sowohl von der Zeit vor der Flucht, der beschwerlichen Flucht über die Türkei und Griechenland und der ersten Zeit in einer Unterkunft in England erfährt. Man hofft und bangt mit dem Ehepaar mit, erfährt von den Gefahren und Zuständen in den Flüchtlingslagern und auch den psychischen Problemen, die die Herkunft aus einem Kriegsgebiet und die Flucht aus diesem mit sich bringen. Die Autorin schreibt in einer schönen Sprache und geht nicht zu sehr ins Detail, der Leser kann sich aber dennoch in die Personen hinein versetzen - auch ohne alle Grausamkeiten bis ins kleinste Detail formuliert zu bekommen. Trotz aller Gefahren und Widrigkeiten fangen die beiden Hauptpersonen wieder an zu hoffen und für die Zukunft zu planen. Ein nachdenklich machender Roman, der sich dennoch leicht liest.

Gutes Buch

Von: Greasy Datum: 29. July 2019

Der Anfang ist etwas schwerfällig und thematisch nicht so ganz mein Thema. Dennoch ist es gut geschrieben und empfehlenswert.

Flucht aus Syrien

Von: Shelly Datum: 28. July 2019

Das Buch ist inspiriert von den Erzählungen und Eindrücken, die die Autorin im Rahmen ihrer Tätigkeit in einem Flüchtlingslager in Athen erhalten hat. Auf dieser Basis hat sie das Paar Nuri und Afra erschaffen und erzählt deren Weg vom kriegserschütterten Syrien bis nach England. Die Geschichte ist aus der Sicht des Ehemannes geschrieben und wechselt nach jedem Kapitel die Zeit- und Ortsebene. Diese Erzählweise spiegelt die Zerrissenheit und Unbeständigkeit, die die Flucht mit sich bringt, wieder, aber erschwert es auch, sich in die Situation einzufühlen. Ich habe das Buch als kostenloses Leseexemplar erhalten.

Gefühlvolle Beschreibung einer syrischen Flucht

Von: Sternenbabsi Datum: 28. July 2019

Dieses Buch beschreibt auf sehr gefühlvolle Weise die Flucht eines Ehepaares aus dem heutigen Syrien. Dabei wird im Wechsel die Zeit in Syrien bzw. auf der Flucht in den verschiedenen Lagern beschrieben und die Zeit als das Ehepaar in ihrem Zielort angekommen ist. Dabei wird sehr vorsichtig auf die Verluste und psychischen Schwierigkeiten der Personen eingegangen, wobei die Grausamkeit eher der Phantasie des Lesers überlassen wird und nicht direkt beschrieben wird. Das Buch zeigt deutlich alle Probleme ohne zu grausam zu sein. Ein sehr schönes Stilmittel ist der Übergang von der Jetztzeit zur Vergangenheit. Dabei endet die eine Zeit mit einem Wort, welches auch gleich das erste Wort in der Vergangenheit ist.

Grandios

Von: SV Datum: 26. July 2019

Christy Lefteri ist für mich bisher die beste Neuentdeckung des Jahres. Inspiriert von den Geschichten, die ihr Menschen während ihrer Zeit als Freiwillige in einem Geflüchtetenlager in Athen erzählten, legt die eigentlich in London lebende Autorin mit „Das Versprechen des Bienenhüters“ einen zutiefst berührenden Roman über die Flucht von Nuri, einen Bienenhüter aus Syrien, und dessen im Krieg erblindeten Frau Afra vor. Stets mit einer Träne im Auge bin ich in kürzester Zeit durch diesen Roman geflogen. Christy Lefteris Art zu schreiben, hat mich betrübt und zugleich hoffnungsvoll gestimmt. Ein grandioser Debütroman!

100% lesenswert....

Von: Froschkönig Datum: 22. July 2019

Ich war in der glücklichen Lage diesen Roman als Testleser vorab lesen zu dürfen und kann nur sagen, ein ganz großes Kompliment an die Autorin. Man spürt beim Lesen dieses Romanes ganz genau, dass sich die Schriftstellerin mit der Thematik sehr genau und detailliert auseinander gesetzt hat. In diesem Buch geht es um die Flucht von Nuri mit seiner erblindeten Frau Afra aus Syrien. Bereits die Flucht lässt einem den Atem anhalten, so spannend und voller Gefühle ist der Roman geschrieben. Jedoch wird das Leben nach gelungener Flucht nicht einfacher für die beiden.... Es ist ein sehr ernster und zum Nachdenken anregender Roman und ich würde ihn zu 100% als lesenswert bezeichnen. Habe ihn in zwei Tagen ausgelesen, man kann das Buch einfach nicht zur Seite legen.

Ein sehr bewegendes und wichtiges Buch

Von: Mirjam Lutter Datum: 21. July 2019

Der Roman war sehr schön und flüssig geschrieben (und auch übersetzt) und hat auf großartige Weise exemplarisch beschrieben, welch ein gefährliches Unternehmen eine Flucht von Syrien nach Europa ist. Ich habe von Anfang bis Ende mit dem Protagonisten Nuri und seiner Ehefrau Agra mitgefühlt, die Zeitsprünge zwischen der Zeit in Syrien, den verschiedenen Fluchtstationen und dem Ende der Flucht haben die Geschichte für mich genau im richtigen Tempo Stück für Stück entwickelt. Die Autorin hat den schwierigen Spagat bewältigt, den Leser zu berühren, ohne rührselig zu sein. Ein tolles Buch!

Eine beschwerliche Reise

Von: Siko71 Datum: 20. July 2019

Nuri und seine Frau Afra fliehen aus Aleppo. Ihr Sohn Nuri wurde im Krieg getötet und Afra ist seit jenem Tag erblindet. Nuri war ein einfacher Bienenhüter und hat alles verloren. Nun hoffte er in Europa sein Glück und Nähe zu seiner Frau wieder zu finden. Sein Cousin ustafa erwartet ihn in Englan. Allerdings mussen die beiden, Afra und Nuri, eine lange beschwerliche Flucht auf sich nehmen. Dies ist eine wahre Geschichte, die bewegt. Hier handelt sich es auch wirklich um eine Familie, die vor dem Krieg im Land flüchtet, aber sobald wieder Ruhe eingekehrt ist wieder zurück will um dort sich wieder der Bienenzucht zu widmen. In dem Buch werden gleich zwei Probleme behandelt, zum einen die Flüchtlinge und zum zweiten das Bienensterben. Ich bin eher skeptisch an dieses Buch rangegangen, da ich zu dem Thema Flüchtlinge eine andere Meinung habe. Trotzdem hat mir dieses Buch gefallen und ist volle Sterne wert.