Buchkritik zu »Das war die schönste Zeit«

Buchkritik zu

»Das war die schönste Zeit«: Jane Sanderson zeigt uns, welche Macht der Klang von Musik über unsere Gefühle hat

„Mit einem Mal ertönte das drängende Schlagzeug-Bass-Intro von ‚Pump It Up‘, und Daniel blieb wie angewurzelt stehen. Ehrfurchtsvoll wartete er darauf, dass Elvis Castellos Stimme ihren Weg an sein Ohr fand. Und, oh Gott, da entdeckte er sie. Alison. Sie tanzte allein in der Menge. Sie hatte ihre Schuhe ausgezogen und tanzte mit geschlossenen Augen, ohne ihre nackten Füße zu bewegen, auch wenn ansonsten der ganze Körper von der Musik gefangen war und ihre Arme wilde, wundervolle Formen über ihrem Kopf beschrieben. Noch nie hatte er etwas gesehen, das so schön, so ungehemmt, so verdammt sexy war, in seinem ganzen Leben nicht.“

»Das war die schönste Zeit« von Jane Sanderson ist ein Roman, der uns in eine Zeitepoche versetzt, in der nichts stärker unsere Gefühle zum Ausdruck bringt als die Musik.

Wir schreiben das Jahr 1978, als sich die 16-jährige Alison Connor Hals über Kopf in den 18-jährigen Daniel Lawrence verliebt. Sie leben beide in Sheffield (London), aber können unterschiedlicher gar nicht sein. Dan wächst wohlbehütet bei seiner liebevollen Familie auf und ist ein selbstbewusster junger Mann, der eine klare Vorstellung davon hat, was er im Leben mal erreichen möchte. Ali hingegen lebt mit ihren Bruder Peter in ärmlichen Verhältnissen bei ihrer alkoholkranken Mutter Catherine. Alis Vater hat bereits vor ihrer Geburt die Familie verlassen. Somit sind Peter und Alison vollkommen auf sich alleine gestellt. Sie haben ein sehr enges Verhältnis zueinander, unterstützen sich gegenseitig und sind stets füreinander da.
Trotz ihrer unterschiedlichen Situationen gibt es etwas, was Dan und Ali unwiderruflich verbindet: Die Liebe zur Musik! Sie ist ihr gemeinsamer stetiger Begleiter und spielt eine große Rolle in ihrer Beziehung. Schon bald entsteht eine Reihe von Songs, die die beiden an viele schöne und gefühlvolle Momente erinnert.

Eines Abends widerfährt Ali ein tragisches Schicksal und sie beschließt schweren Herzens die Stadt sofort zu verlassen. Dan bleibt mit einem gebrochenen Herz zurück und sucht die Schuld für Alis plötzliche Flucht bei sich. Um den Schmerz ertragen zu können, erstellt er ein Mixtape mit ihren gemeinsamen Songs und entflieht damit in die schöne gemeinsame Zeit, die er mit Ali verbringen durfte. Nur die Musik kann seinen Schmerz lindern.

Immer wieder stellt er sich dieselben Fragen: Was ist passiert? Warum ist Ali einfach weggelaufen? Was hat er falsch gemacht? Hat sie ihn nicht so geliebt wie er sie?

Doch wie geht es mit den beiden weiter ?

30 Jahre später lebt Alison mit ihren Mann Michael und ihren beiden Töchtern Thea und Stella in North Adelaide (Südaustralien). Mittlerweile ist sie eine Bestsellerautorin. Mit ihrem Werk „Tell the story , sing the song“ gelang ihr der ganz große Durchbruch, doch der hohe Bekanntheitsgrad und der damit verbundene Leistungsdruck sind für Ali alles andere als angenehm.

Wie wird sie diese neue Situation bewältigen? Welche ungeahnten Schwierigkeiten werden das Leben ihrer gesamten Familie komplett verändern? Wird ihr die Liebe von Michael genug Kraft geben, um mit all dem zurecht zu kommen oder wird sie die Vergangenheit eines Tages einholen?

Daniel lebt zu diesem Zeitpunkt gemeinsam mit seiner Frau Katlin und seinem Sohn Alex in Edinburgh (England) und ist als erfolgreicher Journalist in der Musikbranche tätig. Auch nach so langer Zeit denkt er häufig an die schönen Momente mit Alison zurück und fragt sich oft, wie sich ihre Beziehung entwickelt hätte, wenn Ali nicht fluchtartig die Stadt verlassen hätte.

Katlin bekommt Alis Buch von Dans Mutter zu Weihnachten geschenkt und von diesem Moment an steht für ihn eines fest: Er muss Alison wiedersehen und herausfinden, was damals passiert ist. Er möchte Antworten auf all seine Fragen. Vor allem möchte er wissen, ob sie auch nach 30 Jahren genauso oft an ihn denkt, wie er an sie.

Heimlich schickt Daniel Links mit ihren gemeinsamen Lieblingssongs zu Alison und macht somit die Musik zu seiner Sprache, um seine Gefühle für sie zum Ausdruck zu bringen.

Wie wird sie darauf reagieren ?

Von nun an beginnt eine Achterbahn der Gefühle und das jetzige Leben von Alison und Daniel wird sich komplett verändern.

Folgen Dan und Ali ihren Herzen und lassen ihr altes Leben hinter sich, um nach 30 Jahren einen Neuanfang zu wagen oder siegt der Verstand und sie bleiben bei ihren Familien, um gebrochene Herzen zu vermeiden?

Die Antwort liegt in der Musik …

Dieser Roman katapultiert uns in die 70er

Jane Sanderson hat mit »Das war die schönste Zeit« einen sehr besonderen Roman geschrieben. Durch die Erwähnung vieler erfolgreicher Hits aus den 70ern wie „Picture this“ (Blondie), „Wild is this wind“ (David Bowie) oder „Here is the house“ (Depeche Mode), kann man als Leser:in leicht in die Gefühlswelt der beiden Hauptprotagonisten eintauchen. Auf diese Weise ist es Jane Sanderson gelungen, dass sich die Leser:innen sofort mit beiden Charakteren identifizieren können.

Ein besonders gutes Händchen hat Jane Sanderson für die Schlüsselszenen in der Geschichte von Ali und Dan. Diese sind mit viel Liebe zum Detail beschrieben, was mich als Leserin sofort mitten in die Erzählung hineingezogen hat.

Ein kleines, aber sehr interessantes „Easter Egg“ ist in dem Roman auch zu finden : Alison hat zu Beginn des Buches ein Interviewtermin bei „BBC RADIO 4“, einem bekannten Radiosender in England. Bevor sich Jane Sanderson ganz dem Schreiben widmete, arbeitete sie als Produzentin bei dem oben genannten Hörfunksender.

Jane Sanderson

Das war die schönste Zeit

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Dan war der erste Junge, den Alison geliebt hat. Der Erste, der ihr eine Musikkassette aufnahm. Aber das ist dreißig Jahre her, und Ali hat schon lange nicht mehr an ihn gedacht. Genauso wenig wie an den Tag, an dem sie ihr altes Leben überstürzt hinter sich lassen musste. Bis sie eine Nachricht von Dan erhält. Für einen kostbaren Moment ist Ali keine mitten im Leben stehende Frau und Mutter von fünfzig Jahren. Es ist wieder 1978. Sie ist sechzehn und zurück in ihrer Heimatstadt Sheffield, tanzend in zu engen Jeans. Und als Dan ihr ein Lied von damals schickt, muss Ali sich fragen: Was, wenn all das, was hätte sein können, noch vor ihr liegt?

Ein Must-Read für alle Romantiker

»Das war die schönste Zeit« ist ein Roman für alle, die an die wahre Liebe glauben, sich gern an ihre erste Liebe zurückerinnern und sich vollkommen in den Texten der Songs aus den 70ern wiederfinden. Es ist für alle Romantiker unter uns, die sich auf eine Achterbahn der Gefühle begeben möchten und dabei ausschließlich auf den Klang ihres Herzens hören …

Vielen Dank an Heidi für die schöne Buchkritik! Hier findet ihr auch Heidis Kritik zu »A single Night« bzw. »A single Word«.

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