Das sind die 5 häufigsten Störfaktoren beim Orgasmus

Sophie Andresky

Dass immer noch Frauen in Interviews sagen, Orgasmen seien ihnen beim Sex nicht so wichtig, kann ich weder verstehen noch glauben. Ist das eine Schutzbehauptung, damit einen die Flaute im Bett nicht total frustriert? Es mag sein, dass ich orgasmusfixiert bin, Tantriker predigen ja zum Beispiel auch, dass der Weg das Ziel sei, aber ich behaupte mal: Sex ohne Orgasmus ist für keine Frau so toll wie Sex mit. Und liebe Mädels, das ist nicht Schicksal! Es gibt eine Reihe von Gründen, warum ihr nicht kommt, und glücklicherweise kann man die abstellen. Dazu muss man aber genau hinsehen und sich fragen, was einen wirklich davon abhält, sich fallen zu lassen und sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren. Hier die 5 größten Störfaktoren auf dem Weg zum Klippensprung:

1. Problem: Stress

Der Job schlaucht, die Kinder nerven. Tausend Dinge sind zu erledigen, und zum Yoga muss man auch noch.

Die Lösung: Auch Sex kann man organisieren. Mit festen Zeitfenstern und Arbeitsteilung. Sicher gibt es im Freundeskreis ein Paar, mit dem man eine gegenseitige Kinderbetreuung organisieren kann. Wer einen Yogakurs besuchen kann, der kann sich auch Zeit für Sex freischaufeln, man muss ihn nur wichtig genug finden.

2. Problem: die Dienstleistungs-Falle

Frauen wollen gern gefallen, man soll uns toll finden, und alles richtig machen möchten wir auch. Also lernen wir, wie der Super-Blowjob geht, halten unseren Körper straff und sexy, ahnen voraus, ob der Partner es heute hart oder zart möchte, und bestätigen ihn in allem, weil er ja so sensibel ist und wir es ihm gut besorgen möchten.

Die Lösung: egoistisch sein. Sex ist dann gut, wenn er sich für mich gut anfühlt. „Bin ich eine gute Liebhaberin?“ ist eine ganz dumme Frage, denn wir machen das nicht als Job, sondern zur Erfüllung. Natürlich soll der Partner auf seine Kosten kommen, aber auch ihn wird es, wenn er uns liebt, anturnen, wenn wir so richtig abgehen. Also sollten wir uns öfter fragen: Was will ich? Wo sind meine Grenzen? Was stößt mich ab?  Was würde ich gern mal probieren?

3. Problem: Sprachlosigkeit

Die Lösung: Es ist nie einfach, einem anderen Menschen zu erzählen, was sich zwischen unseren Schenkeln abspielt, aber es lohnt sich. Nur wer über seine Phantasien und Träume spricht, hat die Chance, dass sie in Erfüllung gehen. Man kann sich auf ein gemeinsames Vokabular einigen, damit es nicht so peinlich ist. Ich finde z.B. die Worte „Titten“ und „bumsen“ ganz schlimm, die möchte ich in meinem Bett nicht hören. Andere schon. Übrigens muss man gar nicht bis zum Vögeln warten, um etwas anzusprechen. Kritik würde ich sowieso eher in einer anderen Situation äußern, gemütlich auf dem Sofa zusammengekuschelt zum Beispiel.

4. Problem: ein unwissender oder ungeschickter Partner

Die Lösung: Ich glaube ja, dass hier der Hund begraben liegt. Manche Männer fummeln an uns herum, als würden sie ein Walkie-Talkie einstellen. Andere haben offenbar gar keine Ahnung von weiblicher Lust. Aber was Männer anmacht und was Frauen erregt, ist nicht immer dasselbe. Ich drehe es mal um: Nehmen wir an, der Standard-Sex wäre Cunnilingus. Seit Jahrzehnten. Alles andere gibt es schon auch, aber „richtiger Sex“ sei Muschilecken. Dann kämen wir Frauen alle in schöner Regelmäßigkeit, und die Männer würden sich in Foren beklagen, dass sie nicht kommen, und sich fragen, woran es liegt.

5. Problem: kein Klit-Kitzeln

Die Lösung: Mädels, lernt selbst, was euch heiß macht. Masturbieren ist das Zauberwort. Ein Kissen unterm Hintern kann schon helfen oder ein spezielles Sextoy. Und wenn ihr genau wisst, was ihr braucht, zeigt es euren Partnern. Oder besorgt es euch beim Sex selbst. Auf allen vieren kniend hat man zum Beispiel freien Zugriff auf die heißesten Zonen, rubbelt euch oder nehmt einen Klitorisvibrator, während er euch fickt, das fühlt sich wunderbar an.

Und vor allem: Lügt nicht! Erzählt keinem Mann, dass es supergeil war, wenn ihr währenddessen im Kopf Sudokus gelöst habt. Verzichtet nicht auf euren Orgasmus, nur weil er schon gekommen ist. Auch ein befriedigter Mann ist noch in der Lage zu einem Handjob oder einer Runde Lecken. Holt euch die Lust! Dann könnt ihr auf die Frage „Bin ich eine gute Liebhaberin?“ antworten: „JA! Ich habe mich sehr lieb!“

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