Die besten Dating-Tipps von Melissa Pimentel

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Wie findet man als Single in London den richtigen Mann? Melissa Pimentel hat verschiedene Dating-Ratgeber auf ihre Brauchbarkeit getestet, darunter auch sehr kuriose wie das „Handbuch der feinen Sitte für heranwachsende Töchter“ von 1897 oder „Die Kunst der Verführung“ aus dem Jahr 1928. Sind die Tipps von Oma am Ende doch die besten?

Der Grund, warum Melissa Pimentel nach ihrer Recherche dann keinen Erfahrungsbericht, sondern einen sehr amüsanten Roman („Das Dating-Projekt“) geschrieben hat, war übrigens, das ihr Projekt zu erfolgreich war: Sie verliebte sich nach vier Monaten in eines ihrer „Test-Objekte“. Mittlerweile sind die beiden verheiratet.

Grund genug, der Dating-Expertin im Interview ein paar Dating-Tipps zu entlocken!

Melissa, mithilfe von welchem Ratgeber haben Sie Ihren heutigen Mann kennengelernt?

Er hieß „Sex and the Single Girl“ und wurde in den 1960er-Jahren von Helen Gurley Brown geschrieben, einer späteren Redakteurin des US-Magazins „Cosmopolitan“. Im Roman kommt dieses Buch nicht vor, denn generell sind die Tipps, die darin gegeben werden, sehr elementar: Demnach brauchst du nur einen Job sowie ein eigenes Appartement und solltest regelmäßig ausgehen, um so viel wie möglich zu flirten. Für das Buch wäre das zu langweilig gewesen – aber in der Realität traf ich dadurch auf meinen Mann.

In Zeiten des Online-Dating wirken Ratgeber fast antiquiert. Warum werden dennoch immer wieder neue Bücher mit vermeintlich revolutionären Tipps und Theorien veröffentlicht?

Einfacher ist Dating durch den Online-Markt, meiner Meinung nach, nicht geworden. Im Gegenteil: Es ist heute komplizierter denn je, den passenden Partner zu finden. Mit dem wachsenden Angebot im Netz sind auch die vermeintlichen Regeln zahlreicher geworden, die man beachten „muss“, um wirklich zum Traumpartner zu finden. Und gerade in der vorherrschenden Situation eines gewissen „Überangebots“ kann es doch sehr beruhigend sein, Tipps von anderen – zum Beispiel von Ratgeber-Autoren – zu bekommen, die sich offenbar bewährt haben. An ihnen kann man sich orientieren. Und dieses Bedürfnis ist durchs Online-Dating umso größer geworden.

Was ich allerdings selbst beim Lesen so vieler verschiedener Ratgeber feststellen musste, war außerdem: Ganz gleich, ob die Bücher nun in längst vergangenen oder modernen Zeiten entstanden, so haben sie doch Vieles gemein. Im Kern sagen sie aus, dass man ganz bei sich sein soll, um sich einem anderen öffnen zu können. Dieser Tipp scheint zeitlos und universell gültig zu sein.

Apropos Tipps: Was raten Sie Frauen, die auf die Suche nach dem Mann fürs Leben gehen wollen?

Der wichtigste Tipp, den ich geben kann: Man darf das Ganze nicht zu ernst nehmen. Das gilt auch ganz generell in Bezug auf die Partnersuche. Oftmals geht man zu verbissen an die Sache heran, statt das Ganze einfach auf sich zukommen zu lassen. Wer es so sieht, erkennt nämlich auch: Selbst wenn aus einem Date nichts Ernstes wird, hast du zumindest eines davon: eine lustige Geschichte, die du deinen Freunden erzählen kannst.

Demnach wäre das Geheimnis unbedingten Dating-Erfolgs also der Grundsatz „Verliere niemals deinen Humor!“ …

Genau! Denn letztendlich ist es doch auch so: Niemand hat Lust jemanden zu daten, der das Ganze als Vorstellungsgespräch versteht und die Situation zu ernst nimmt. In erster Linie möchte man doch Spaß mit dem potentiellen neuen Partner haben. Es geht um eine entspannte Grundstimmung, um Authentizität, um Natürlichkeit.

Da Sie sich so viel mit Dating, Ratgebern und Theorien beschäftigt haben: Glauben Sie in puncto Partnersuche an Romantik, an Wissenschaftlichkeit oder an den Zufall?

Ich glaube daran, dass Glück das essentiellste ist, wenn es darum geht, den perfekten Partner zu finden. Und dass man immer offen für dieses Glück sein muss. Ich beschreibe das Ganze gerne mit folgendem Sinnbild: Männer und Frauen sind ein bisschen wie die typischen Londoner Taxis. Manchmal ist das Licht an, man schaut sich um und jemand Neues kann einsteigen, aber manchmal ist das Licht eben aus und das Taxi fährt weiter durch Londons Straßen. Glück haben diejenigen, die genau dann auf den richtigen Partner treffen, wenn ihr Licht gerade an ist. Es geht also einerseits darum, zur „richtigen Zeit am richtigen Ort“ zu sein, andererseits muss man aber auch offen für das Glück sein, das an der nächsten Straßenecke warten könnte.

Wie schätzen Sie den Wahrheitsgehalt der so zahlreichen Partnersuch-Theorien ein?

Es ist schwer, das allgemein zu sagen. Ich denke, dass die meisten Theorien einen wahren Kern haben. Und das gilt sogar für Ratgeber wie „The Rules“, das ich selbst als am wenigsten hilfreich empfand, weil es Frauen nahelegt, sich kleiner zu machen, als sie sind. Im Kern aber empfehlen dir alle Ratgeber doch eines: Dass du nichts erzwingen solltest – denn genau das ist bei jemandem, der dich wirklich mag, überhaupt nicht nötig. Und das ist wahr!

Melissa Pimentel

Das Dating-Projekt

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Eine junge Amerikanerin ist in London auf der Suche – nicht nach dem großen Glück, sondern einfach nur nach Spaß und Sex. Laurens Erfolg hält sich in Grenzen, bis sie auf die Idee kommt, diverse Dating-Ratgeber auf ihre Brauchbarkeit zu testen. Von »Die Kunst, den Mann fürs Leben zu finden« über »Die Kunst der Verführung« aus dem Jahr 1928 bis zum »Handbuch der feinen Sitte für heranwachsende Töchter« von 1897. Kein Wunder, dass sie damit die Männerwelt in heillose Verwirrung stürzt. Schließlich ändert sie ständig ihr Verhalten: einmal demütig und still, dann wieder kokett flirtend oder schamlos direkt. Jeden Monat probiert Lauren nun die Ratschläge eines dieser Werke aus, und hält das Resultat in einem roten Notizbuch fest. Dass sie trotz aller klugen Ratschläge am Ende ihr Herz an den Richtigen verliert, grenzt an ein Wunder …

 

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