Die nervigsten Dating-Phänomene im Online-Zeitalter

Nervige Dating-Phänomene

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Partnersuche immer mehr ins Internet verlagert. Social Media, Online-Singlebörsen, Online-Multiplayer-Games: Es gibt im Internet fast schon genauso viele Möglichkeiten, jemanden kennenzulernen, wie im Offline-Leben. In Pandemie-Zeiten vielleicht eher sogar mehr. Online-Dating ist für viele Menschen einfacher als die Partnersuche außerhalb des Internets, und es hilft vielen vor allem introvertierten Menschen, wenn sie jemanden per Chat, E-Mail und Telefon näher kennenlernen können, bevor sie sich mit der Person treffen.

Aber das Internet hat auch ein paar Dating-Phänomene hervorgebracht, die extrem nervig und teilweise auch sehr gemein sind – denn in der Anonymität des Internets trauen sich viele Menschen nicht nur eher, sich zu öffnen, sondern auch, jemanden unfair zu behandeln oder sogar zu verletzen. Eine der extremsten Phänomene sind wohl die „Realfakes“, welche den Menschen, die sich in sie verlieben, erfundene Identitäten vorgaukeln. Viktoria Schwartz erzählt in ihrem Buch „Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde“, wie sie auf so einen Menschen hereinfiel. Aber es muss nicht gleich so extrem sein. Betrügereien und Gemeinheiten können auch auf kleinerer Ebene stattfinden und trotzdem Herzen brechen.

Vielleicht warst auch du schon einmal Opfer dieser nervenaufreibenden Dating-Phänomene:

  1. Ghosting
    Beim Ghosting meldet sich ein:e Dating-Partner:in nicht mehr. Das kann schleichend kommen, indem der Kontakt weniger wird, oder aus heiterem Himmel passieren. Wenn du dich ratlos fragst, was passiert ist, erhältst du auf deine Fragen meist keine Antwort: Anrufe werden weggedrückt, Nachrichten ignoriert. Ghosting ist für jemanden, der doch kein Interesse an einer Beziehung hat, der einfachste Weg, um sich aus der Affäre zu ziehen. Er:sie spart sich das unangenehme Gefühl, einen „Korb“ geben zu müssen, und muss auch keine Zeit und Energie darauf anwenden, sich klare, aber nicht verletzende Worte bereit zu legen. Und gerade wenn man sich noch gar nicht oder nur wenige Male auswärts getroffen hat, fühlt sich der „Ghost“ sicher, schließlich weißt du nicht, wo er:sie wohnt und kannst ihn:sie nicht zur Rede stellen. Ghosting ist gemein und verletzend, aber leider für sehr viele Menschen der einfachste Weg, „nein“ zu einer Beziehung zu sagen.Ein noch gemeineres Phänomen, das über das Online-Dating auch schon hinaus geht, nennt sich „Mosting“. Es ist fast wie Ghosting, nur dass die beiden Menschen eigentlich schon ein Paar waren, sich also regelmäßig getroffen und womöglich auch schon Sex miteinander gehabt haben. Für dich schien alles bestens, du hast vielleicht sogar so viel angebliche Liebe und Aufmerksamkeit erhalten, dass du dachtest, du hättest ein richtig großartiges Los gezogen – und auf einmal war da nur noch Funkstille.
  2. Orbiting
    Eine der miesen Verhaltensweisen, die nur Social Media Plattformen ermöglichen, ist das sogenannte „Orbiting“. Das funktioniert folgendermaßen: Du hattest ein paar Dates und schöne Erlebnisse mit einer Person, ihr seid euch körperlich und/oder emotional recht nahe gekommen und hattet viel Kontakt. Doch dieser ist plötzlich weg. Du schreibst – keine Antwort. Du rufst an – niemand geht heran. Es ist, wie beim Ghosting. Doch der:die Übeltäter:in bricht den Kontakt nicht ganz ab, sondern ist auf deinen Social Media Profilen immer wieder präsent. Er:sie liket, teilt und kommentiert fleißig, nur über den privaten Messenger läuft nichts. Er:sie weigert sich, persönlichen Kontakt zu dir zu haben und dreht sich doch wie ein Satellit in seinem „Orbit“ um dich. Manchmal nennt man ein solches Phänomen auch „Haunting“ von „Herumgeistern.Und was soll dieses Verhalten nun? So richtig Klick hat es wohl bei deinem Date nicht gemacht, aber ganz abschreiben will er:sie dich auch nicht, und deshalb spielt er:sie den:die Unerreichbare:n, aber dennoch Präsente:n – das macht es ihm:ihr einfacher, irgendwann doch wieder persönlichen Kontakt aufzunehmen, wenn es ihm:ihr passt. Spiel da nicht mit, denn ob es ihm:ihr bewusst ist oder nicht – das ist Schikane pur!
  3. Breadcrumbing
    Bei diesem Phänomen wirft dir eine Person immer wieder kleine „Brotkrumen“ hin, die dir die Hoffnung geben, dass es mit euch bald vorangeht, ihr euch wiederseht oder überhaupt mal seht und sich vielleicht eine echte Beziehung ergibt. Aber es geht einfach nicht voran, es bleibt bei den kleinen Nachrichten, die bisweilen immer wieder von Kontaktpausen unterbrochen werden, und es ist unübersehbar, dass sich dein:e Gegenüber nicht so richtig auf ein Treffen einlassen möchte.Ganz ähnlich ist das „Curving“: Ihr habt einen eigentlich netten und vielversprechenden Kontakt zueinander, doch immer dann, wenn du ein Treffen anvisierst, macht dein Date eine „Kurve“ um das Thema.Vielleicht ist dein Date unsicher und traut sich nicht, vom Onlinekontakt zum persönlichen Kontakt überzugehen. Vielleicht hat er:sie auch mehrere verschiedene Dates am Laufen und wirft dir so lange „Brotkrumen“ hin oder „kratzt die Kurve“, bis er:sie weiß, ob du für ein persönliches Treffen infrage kommst oder ihm:ihr jemand anders lieber ist. Du wirst wahrscheinlich nicht erfahren, was hinter dem Verhalten steckt. Aber es nervt, und wenn es dir zu viel wird, dann frag nach Klartext. Wenn er:sie keine eindeutige Erklärung liefert, sei besser als all die „Curver“, „Ghoster“ oder „Orbiter“ und beende den Kontakt mit einer höflichen, aber deutlichen Nachricht.
  4. Parallel-Dating
    Und nun sind wir schon beim nächsten Thema: Dem Parallel-Dating, das natürlich nicht nur im Internet praktiziert wird und sicherlich kein neues Verhalten ist, aber online einfach viel einfacher geht. Der Name sagt es schon: Man schreibt mit und/oder datet nicht nur eine Person, sondern mehrere. Das machen gerade online sicherlich sehr viele Menschen, vielleicht auch du, und das ist auch erst einmal nicht so schlimm, denn eigentlich sind ja die Plattformen sogar darauf ausgelegt, dass man sich aus vielen Menschen eine Person aussucht.Wer parallel datet, sollte aber, wenn es ernster wird, rechtzeitig damit aufhören und diejenigen Personen, die nicht die Richtigen sind, nicht ghosten, sondern ihnen freundlich und ehrlich absagen.
  5. Sneating
    Da es bei vielen Hetero-Dates noch die klassische Rollenverteilung gibt – der Mann lädt ein und zahlt, die Frau lässt sich einladen – hat sich ein fieser Trend unter Frauen entwickelt, die es nicht so ernst nehmen mit Taktgefühl und Rücksicht: Sie lassen sich beim ersten Date zum Essen einladen und melden sich danach nie wieder. Es geht immer nur um die Gratis-Mahlzeit. Die Wortneuschöpfung setzt sich zusammen aus „sneaky“ und „eating“ und kann übersetzt werden mit „hinterlistig essen“.Um kein Opfer von Sneating zu werden, solltest du es vermeiden, beim ersten Date essen zu gehen, vor allem in gehobenen Restaurants. Trefft euch im Park oder im Café. Für ein Stück Kuchen oder einen Kaffee wird wohl keine „Sneaterin“ sich auf ein Date einlassen und deine Chancen, einer ehrlichen und aufrichtigen Frau gegenüber zu sitzen, steigen.

Victoria Schwartz

Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde

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Alles begann mit einer Twitternachricht. Als es endete, wusste Victoria, dass sie nach allen Regeln der Internet-Kunst betrogen worden war. Von einem Fremden, der sich in ihr Leben geschlichen hatte. Dem sie alles über sich erzählt hatte. Für den sie Gefühle empfand. Und der ihr über Monate eine komplexe virtuelle Täuschung vorgespielt hatte. Der Unbekannte hatte nicht nur eine falsche Internet-Identität erschaffen, sondern Dutzende. Und das alles nur, um Victorias Herz zu erobern.

Im ersten Teil ihres Buches schildert die Autorin, wie es ihr gelang, den massiven Betrug ihres Realfakes auf eigene Faust zu enttarnen. Im zweiten Teil informiert sie darüber, welche unterschiedlichen Fake-Typen es gibt, was sie antreibt, wie man ihnen auf die Schliche kommt und vor allem - wie man sich schützen kann. Ihr Werk liest sich spannend wie ein Thriller und gilt als neuer Leitfaden unserer digitalen Gesellschaft.

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