Die Suche nach dem G-Punkt

Sophie Andresky

von Sophie Andresky

Manchmal fragen mich Leser oder Leserinnen wegen eines Problems, und wenn mir dazu etwas einfällt, antworte ich auch gern. Ein beliebtes Thema ist der G-Punkt. Gibt es ihn? Wo liegt er? Wie stimuliere ich ihn am besten? Tatsache ist: Ich weiß nicht, ob es ihn gibt, und gemeint ist wohl auch nicht wirklich ein Punkt, sondern eher ein sehr stimulationsempfängliches Areal, das sich angeblich an der vorderen Scheidenwand befindet, also wenn man den Finger einführt und innen in der Möse etwas krümmt, müsste man schon da sein. Eine ganze Reihe Vibratoren sind speziell deswegen oben abgeknickt, z. B. der designpreisgekrönte Delight aus dem Hause Fun Factory. Für mich sind diese G-Punkt-Toys uninteressant, ich möchte einen Dildo, mit dem ich Stoßbewegungen simulieren kann. Bei so einem S- oder L-förmigen Vibrator fühle ich mich wie am Enterhaken aufgehangen, da ist mir zu wenig Action. Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht G-Punkt-fixiert. Und das ist schon das Stichwort, was mich an dieser Diskussion um den geheimnisvollen Lust-Ort so nervt.

Es ist ja an sich erst mal nicht schlecht, dass man sich darüber Gedanken macht, wie man als Frau mehr Lust empfinden und den Spaß am Sex steigern könnte. Mehr Spaß ist immer gut. Mich stört aber die Vorstellung, dass es irgendwo an unseren Körpern einen Knopf gibt, der, wenn man draufdrückt, am Fließband Orgasmen produziert. Sind wir etwa Mikrowellen? Richtig gehandhabt, macht es nach dreißig Sekunden Ping, und die Ekstase ist servierfertig? So funktionieren Frauen nicht. Vor allem nicht jede. Ich glaube, Männer hätten das gern, eine verlässliche Gebrauchsanweisung. Aber leider, Jungs, muss ich euch mitteilen: Jede von uns ist anders. Die eine möchte ganz hauchzart gestreichelt werden und die andere kräftig massiert. Die eine mag einen festen Klaps auf den Po, die andere dreht durch, wenn man ihre Nippel lutscht. Manchmal reagiert sogar ein und dieselbe Frau unterschiedlich. Ich habe Tage, an denen ein Zungenschlag reicht, und ich gehe durch die Decke. Und an anderen möchte meine Klitoris fest gerubbelt werden. Ich finde das auch weder kompliziert noch tragisch, denn ich habe ja einen Mund. Mit dem kann ich nicht nur küssen und blasen, sondern auch sagen, was und wie ich es gern möchte. Voraussetzung ist natürlich, dass Mann sich dafür interessiert und vielleicht mal nachfragt. Wenn er es aber nicht tut: einfach mal erzählen, Mädels.

Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie sich das anfühlt, einen Penis zu haben oder was daran geil sein soll, die Vorhaut vor und zurück zu schieben. Woher sollten Männer dann wissen, was wir wollen. Also redet. Und wenn er was richtig macht im Bett, dann stöhnt laut – das ist wie beim Topfschlagen früher. Kommt er der Sache näher, wird es lauter. Natürlich hat mich die Sache mit den G-Punkt auch interessiert, also habe ich mal in meiner Muschi herumgesucht, mal hierhin und mal dorthin getastet, mit und ohne Spielzeug, mit und ohne Mann. Das Ekstase-Areal ist mir nicht begegnet, aber das heißt nichts. Erstens bin ich nur eine unter etwa 3,74 Milliarden Frauen auf der Welt, und zweitens macht schon die Suche nach dem geheimnisvollen Hot Spot Spaß. Der Weg ist das Ziel, also nehmt euch einen Klecks Gleitgel, legt den Hintern auf einem Kissen ein bisschen höher, und dann viel Spaß bei der Expedition.

 

Mehr von der Autorin auf www.sophie-andresky.de und in ihrem  neuen erotischen Roman:

Sophie Andresky

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In Berlin gehen die Wilden Zwanziger nie vorbei. Immer noch versammelt sich hier aller Wahnsinn der Zeit und tanzt auf dem Vulkan: Die Jünger der Elysischen Erotik, geschäftstüchtige Dominas, Pornofilm-Produzenten, Burlesque-Stripperinnen oder Masturbationsworkshops: Sie alle versammeln sich im „Elysischen Zentrum der Lust“, das die junge Georgie mit viel Leidenschaft führt. Georgie ahnt noch nicht, dass sie in einem Haus lebt und liebt, dessen Geheimnisse in die Roaring Twenties führen mit den Nackttänzen, den Hellsehern, Flüsterkneipen und der saftig-prallen Liebe jener Zeit.

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