Friends with benefits – Freunde mit gewissen Vorzügen

Sophie Andresky

Zwischen Kumpel und Liebhaber befindet sich noch Platz für eine weitere Gattung Mann, die man sich näher ansehen sollte, denn in diesem Nischenbiotop tummelt sich der Fuckbuddy, ein netter Typ, mit dem man ein schönes Hobby teilen kann: Sex.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  1. Hat man ein Arrangement mit dem Fuckbuddy gefunden (dazu unten mehr), fällt der stressige Teil eines One-Night-Stand einfach weg. Kein stundenlanges Aufreißen im Club, keine langweiligen Gespräche über Politik, keine flachen Scherze, über die man lachen muss. Ich kann gleich zum angenehmen Teil übergehen, ohne mir Gedanken darüber zu machen, ob ich vielleicht doch einen Korb bekomme oder ob der Mann in der Bar mein Entgegenkommen schlampenhaft findet. Außerdem gibt es weder ein Risiko bei der Verhütung oder dem Safeword, noch Diskussionen über Praktiken und Grenzen. Ein Treffen mit einem Fuckbuddy ist so einfach wie Pizza bestellen. Du weißt, was du kriegst, und du kriegst es schnell und heiß.
  2. Ein Fuckbuddy, den man ja oft über Jahre hinweg immer mal wieder trifft, ist eine sichere Sache. Es kommt garantiert kein irrer Axtmörder in mein Bett. Ich weiß, dass er gewaschen ist und dass er nicht mein Portemonnaie mitnimmt, wenn er sich im Dunkeln davonmacht.
  3. Sex-Dates sind mit ihm eine glasklare Abmachung. Wir wissen, was wir voneinander wollen, Spielraum für Interpretationen gibt es nicht und auch keine emotionale Achterbahnfahrt. Das quälende „wird er mich wohl anrufen?“, das ich als Teenie schon gehasst habe, erübrigt sich. Ja, er wird wieder anrufen, wenn er Zeit und Lust auf Sex mit mir hat. Oder ich rufe an. Alles ganz entspannt.
  4. Natürlich kann auch Sex mit einem völlig Fremden, von dem man noch nicht mal den Vornamen kennt, heiß sein. Angenehmer finde ich es aber, wenn man sich vertraut und sich mag. Das Gefühl, wenn ich nach dem Vögeln nur noch weg möchte, weil ich den Typen mit seiner irren Lache keine Sekunde mehr ertrage, ist doch furchtbar. Der Fuckbuddy ist wie nettes Haustier, das man ab und zu in Pflege nimmt, es niedlich findet und durchkuschelt, und dann wieder zurückgibt, bevor es zum Tierarzt muss oder auf den Küchenboden pieselt. Nur Vorteile.

Damit das alles entspannt läuft, gibt es allerdings ein paar Regeln:

  1. Den lebenden Vibrator (denn das ist er) sollte man nicht im Freundeskreis rekrutieren. Die gelegentliche Intimität verändert die Gruppendynamik und macht das Klima für alle komisch. Die anderen fühlen, dass da etwas ist, wissen aber nicht, was.
  2. Auch der Arbeitsplatz ist tabu. Es kann immer mal sein, dass einer von beiden Vorgesetzter des anderen wird oder dass beruflich Meinungen und Positionen auseinandergehen. So was belastet die Vögelfreundschaft. Und ich will beim Sex keinesfalls an den nächsten Artikel oder eine ärgerliche Abrechnung denken.

Der Fuckbuddy ist für körperliche Bedürfnisse da, für nichts sonst. Er tröstet mich nicht, wenn meine Katze krank ist, und hört sich nicht den Stress mit der besten Freundin an, wir gehen nicht essen oder tanzen, denn wenn es zu emotional wird, entwickeln sich womöglich Gefühle, man gleitet in eine Affäre über, dann in eine Beziehung, die zerbricht, weil wir außer Sex ja nicht wirklich.

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