Romantik, Tiefgang und Sex: Der kuschelige Herbst ist die Jahreszeit der Liebe

Herbst: Zeit der Liebe

Immer wenn der Herbst vor der Tür steht, blicken die meisten von uns ein wenig melancholisch zurück auf die vergangenen Sommermonate: Wie schön war es mal wieder, die langen, warmen Tage draußen zu genießen, sich im Urlaub zu entspannen und die Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren. Vor dem Herbst graut es uns häufig ein wenig: Jetzt wird es immer früher dunkel, es wird kälter, grauer, draußen ist weniger los.

Dabei ist der Herbst besser als sein Image. Klar, er ist und bleibt der Beginn der dunklen Jahresphase. Aber er weckt unsere Zärtlichkeitsgefühle, unsere Sehnsucht nach Tiefgang und macht uns Lust auf Sex. Für die Liebe ist der Herbst also eigentlich sogar die perfekte Zeit.

Der Herbst weckt Zärtlichkeitsgefühle

Es gibt die wissenschaftliche Disziplin der Chronobiologie. Sie untersucht sie „innere Uhr“ von Menschen, und dazu zählen auch die körperlichen Veränderungen im Laufe des Jahres.  Chronobiologen haben schon vor einiger Zeit Beeindruckendes herausgefunden und damit auch schon Schlagzeilen gemacht, zum Beispiel bei der WELT oder bei der BZ.

Den Wissenschaftlern zufolge werden im Herbst jene Areale des Gehirns stärker durchblutet, die bei uns Zärtlichkeitsgefühle produzieren. Wir sehnen uns also nach Zweisamkeit, nach zärtlichen Berührungen und werden sentimentaler. Weil es draußen kälter wird, wünschen wir uns Wärme. Und da die Natur uns diese Wärme vorenthält, versuchen wir sie in unserem Inneren zu erzeugen. Nach den Abenteuern und der Ausgelassenheit des Sommers lassen wir wieder mehr seelischen Tiefgang in unser Leben. Und genau deshalb haben lockere Flirts jetzt die Chance, zu ernsthaften, festen Beziehungen zu werden. Auf Facebook gibt es zum Beispiel – angeblich – keine Jahreszeit, in der der Beziehungsstatus häufiger von „Single“ auf „in einer Beziehung“ geändert wird als den Herbst.

Der Herbst bedeutet mehr Zeit zu zweit

Im Sommer findet das Leben überwiegend draußen statt – man grillt und picknickt, ist mit Freunden unterwegs, fährt in den Urlaub, macht Ausflüge und selbst am späten Abend ist es noch so schön warm und hell, dass man kaum reingehen möchte.

Jetzt im Frühherbst wird das alles weniger, und in den nächsten Wochen wird sich das Leben wieder mehr nach Drinnen verlagern. Deine oder eure Wohnung wird wieder mehr zum Lebensmittelpunkt, auch wenn das natürlich nicht heißt, dass man gar keine Ausflüge und Spaziergänge mehr macht.

Aber trotzdem: Im Herbst widmen sich die meisten von uns wieder mehr dem engsten Familienkreis oder eben dem:der Partner:in. Jetzt könnt ihr zusammen leckere Herbstgerichte kochen, romantische Abendessen mit Rotwein und Kerzen genießen, zusammen Filme schauen und sich bei zweisamen Sonntagspaziergängen über die tiefen Themen unterhalten, für die im Sommer vielleicht kein Platz war. Ihr könnt eure Beziehung jetzt so richtig spüren und auskosten.

Der Herbst macht Lust auf Sex

Im Herbst werden nicht nur andere Gehirnareale stärker durchblutet als im Sommer, auch der Hormonspiegel verändert sich. Das Testosteron erreicht bei Männern jetzt Spitzenwerte, und auch der weibliche Östrogenspiegel steigt stark an.

Das ist kein Zufall, sondern ein extrem cleverer Schachzug der Natur: Denn natürlich befeuern diese Hormonwerte jetzt unsere Lust auf Sex und das bedeutet im biologischen Sinne erstmal: Fortpflanzung. Kinder, die im Herbst gezeugt werden, kommen neun Monate später im hellen Sommer zur Welt – genau dann, wenn ihr Organismus besonders viel Vitamin D bilden kann.

Ob also Kinderwunsch oder nicht – jetzt im Herbst ist auf jeden Fall die beste Zeit für erotische und sinnliche Stunden im kuscheligen Bett! Und wenn du nach Inspiration suchst, haben wir auf jeden Fall die passende Literatur für dich: Zum Beispiel „Slow Sex. Zeit finden für die Liebe“ von Diana Richardson oder „Sexualität mit Leib und Seele“ von Irene Lang-Reeves.

Der Herbst kann die Zeit der großen Entscheidungen sein

Du siehst also: Auch, wenn wir immer von „Frühlingsgefühlen“ sprechen, ist zumindest bei uns Menschen eher der Herbst die Zeit der Liebe – vor allem der tiefen, nachhaltigen Liebe.

Und sie kann auch die Zeit der großen, lebensverändernden Entscheidungen sein: Du hast seit Monaten diese „Geschichte“ am Laufen, die Schmetterlinge fliegen, aber trotzdem bekennt ihr euch nicht so richtig zueinander? Dann fass dir ein Herz und mach eine offizielle, richtige Beziehung draus. Ihr seid schon einen Schritt weiter und fühlt euch miteinander glücklich und wohl? Dann könntet ihr euch jetzt vielleicht dazu entscheiden, zusammenzuziehen. Du merkst schon länger, dass du die Liebe deines Lebens schon gefunden hast und mit ihm:ihr alt werden möchtest? Mache ihm:ihr einen Heiratsantrag! Vielleicht bist du jetzt in den letzten Wochen bei Spaziergängen durch die Natur deinen Gedanken nachgehangen und hast gemerkt, dass es niemals den perfekten Zeitpunkt geben wird, um ein Kind zu bekommen – warum dann nicht einfach jetzt mit der Familiengründung beginnen? Du weißt ja – wenns schnell klappt, kriegt dein Baby sogar noch den Vitamin D Bonus ab!

Herbst-Tipps für Singles

Und wenn du Single, vielleicht sogar frisch getrennt, bist? Dann könnte dich der Herbst natürlich schon betrüben. Wahrscheinlich wirst du dich jetzt, so ganz allein in deiner Wohnung, während der Himmel von grauen Wolken verhangen ist, so einsam fühlen wie nie zuvor. Ja, für unglückliche Singles kann der Herbst schwer zu ertragen sein.

Vielleicht kannst du seine Potenziale trotzdem positiv für dich nutzen: Es sind jetzt die richtigen Gehirnareale aktiviert für Tiefgründigkeit und große Gefühle. Vielleicht hilft dir das, in dich zu gehen und dich selbst besser kennenzulernen. Vielleicht kannst du das Alleinsein gerade jetzt ehrlich zu schätzen lernen – ganz unabhängig davon, dass du natürlich trotzdem deine:n Expartner:in vermisst oder dich nach der großen Liebe sehnst. Vielleicht kann dir unser Artikel „10 Gründe, warum es toll ist, wenn du mal länger Single bist“ dabei helfen, oder auch Franziska Muris Bücher „Glücklich mit mir. Die 7 Geheimnisse der Selbstfürsorge“ und „21 Gründe, das Alleinsein zu lieben„. Wir wünschen dir dabei alles Gute. Und wenn nicht? Dann kommt der nächste Sommer ganz sicher, und ebenso auch die nächste Beziehung! Vielleicht kannst du nächstes Jahr den Herbst dann schon aus einer ganz anderen Perspektive erleben.

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