Ivy Andrews beantwortet eure Fragen: Teil 2

Ivy Andrews beantwortet eure Fragen

Letzte Woche konntet ihr ja schon den ersten Teil unseres Interviews mit Ivy Andrews lesen. Heute folgt der zweite Teil und wir können euch jetzt schon verraten: Ihr bekommt einen exklusiven Einblick in eine noch unveröffentlichte (und sehr sexy) Szene ?

Interview mit Autorin Ivy Andrews

Heidi: Wir lieben die Buchcover für die L.O.V.E-Reihe – warst du in den Coverfindungsprozess involviert?

Ivy Andrews: Ich liebe sie auch, aber damit hatte ich rein gar nichts zu tun. Ich hatte zugegeben große Angst vor den Covern, denn ich bin ja nun mal Diplom Designerin, und daher vermutlich viel kritischer als andere. Doch als die Mail mit den Covern von meiner Agentin kam, habe ich vor Freude das ganze Haus zusammen geschrien. Ich übertreibe nicht: Ich war gerade mit meinen Töchtern und zwei Freundinnen auf Teneriffa im Urlaub und alle kamen angerannt, um zu sehen, was los ist und wir waren so begeistert. Unter uns: Ich habe sogar ein bisschen geweint vor lauter Freude.

Heidi: Neben der Mode spielt auch Liebeskummer in deinen Werken eine große Rolle. Hast du einen ganz persönlichen „Geheimtipp“, um diesen ganz schnell wieder los zu werden?

Ivy Andrews: Es ist lange her seit ich meinen letzten richtigen Liebeskummer hatte, aber der war brutal. Mit mir war Monate lang gar nichts anzufangen. Ich war am Boden zerstört und habe meine Umwelt bloß am Rande wahrgenommen. Dauernd dachte ich, dass ich schneller über ihn hinwegkommen müsste, weil er sich echt idiotisch verhalten hatte, aber es klappte nicht … Mein Rat wäre also heute: Geduld! Es geht vorbei. Nicht heute, nicht morgen, aber irgendwann geht es vorbei und es geht schneller, wenn man einen großen Bogen um die Person macht, die einem das Herz gebrochen hat – so schwer es auch fällt.

Heidi: Hast du eine Lieblingsszene in der Reihe? Wenn ja, welche?

Ivy Andrews: Hihi! Ja, die habe ich, ABER die kennt ihr noch nicht. Die kommt erst in Vals Band »A Single Touch«) und dann noch einmal ausführlich in Ellas Band (»A Single Kiss«) vor.
Valerie nimmt sich nämlich vor, Ella mit ihrem neugewonnenen Kumpel Callum zu verkuppeln und inszeniert deshalb ein komplettes Fotoshooting. Während dieses Shootings platziert sie Ella dann ganz dreist auf Callums Schoß. Aber ich will mal nicht so gemein sein. Anbei die kurze Version der Szene aus Valeries Sicht:

„So wird das nichts!“, quengle ich. Ella seufzt bedauernd. Sie gibt sich alle Mühe und macht wirklich einen tollen Job. Eigentlich gemein, dass ich die unzufriedene Fotografin mime, doch letztendlich ist es bloß zu ihrem Besten. „Mir fehlt da einfach was! Dreh dich doch mal rum, knie dich auf den Sessel und schau über die Schulter zu mir zurück!“ Ich schieße ein paar Fotos, seufze dann und jammere: „Das ist auch nicht das Wahre!“ Hilfesuchend schaue ich zu Cal, spiele Ich-habe-gerade-einen-Geistesblitz und sage: „Cal … könntest du … also würdest du … Komm mal her. Ella runter da!“ Ich platziere Callum auf dem Sessel und befehle Ella, die gleiche Pose wie eben einzunehmen, doch nun hockt sie nicht auf dem Polstermöbel, sondern auf ihm. Obwohl ich in fast drei Meter Entfernung stehe, höre ich Cal hart schlucken, als ich ihm sage, er soll eine Hand auf Ellas Schenkel legen. In die andere drücke ich ihm ein Kristallglas mit einer goldfarbenen Flüssigkeit, die zwar nach Whiskey ausschaut, aber bei der es sich in Wahrheit um Apfelsaft handelt. In diesem Raum ist gerade alles Fake … Ellas Glatze, meine Unzufriedenheit, der vermeintliche Whiskey. Nur die Anziehung, die zwischen Callum und Ella herrscht, ist echt. Und sie harmonieren so unglaublich gut. Es ist fantastisch ihnen zu zusehen. Jede Aufnahme, die ich schieße, ist pures Gold. Die Pailletten von Ellas Kleid glänzen mit dem Verlangen in Cals Augen um die Wette, und ich bin mir sicher, dass Ella, wenn sie von ihm runtersteigt, erst einmal ihr Höschen wechseln muss.

Heidi: Würdest du bei einer Verfilmung deiner Romane selbst Regie führen wollen?

Ivy Andrews: Nein! Das liegt außerhalb meines Kompetenzbereichs. Da müssen Leute ran, die das wirklich gelernt haben und können. Aber ich würde wahnsinnig gerne mal einen Tag oder zwei am Set verbringen und Mäuschen spielen.

Heidi: Eine Modekollektion inspiriert von der L.O.V.E-Reihe oder eine Fotoausstellung? Für was würdest du dich entscheiden und warum?

Ivy Andrews: Die Modekollektion, weil ich in meinem Leben unzählige Fotoausstellungen gesehen habe, aber es irre wäre, meine Modeideen aus der Reihe umgesetzt zu sehen. Jasmin Zipperling hat das ja bereits mit dem Dollarnoten-Kleid gemacht. Es war einfach umwerfend zu sehen, wie etwas, das bis dahin nur in meinem Kopf existierte, Wirklichkeit wurde.

Heidi: Mit wem von deinen 4 Hauptprotagonisten kannst du dich am meisten identifizieren? Mit Libby, Oxy, Val oder Ella?

Ivy Andrews: Charakterlich sind die Mädels sehr unterschiedlich. Mit Valerie, die ja sehr offen, hilfsbereit und humorvoll ist, aber auch mit Ella, die sehr beschützend und impulsiv sein kann, kann ich mich am meisten identifizieren. Libby und Oxy sind mir tendenziell zu brav, wobei sie auch Anteile habe, die ich schätze oder sogar bewundere: Libby für ihr selbstgewähltes Motto, das lautet „In einer Welt in der du alles sein kannst, sei nett.“, das sie auch Tag für Tag lebt. Und Oxy für ihre grenzenlose Geduld. Ich selbst bin nun einmal eher wie Ella der „Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand“-Typ und wenig verzeihend oder nachsichtig. Wobei ich im Laufe der letzten Jahre auch ruhiger geworden bin.

Heidi: Und wenn du zwischen Jasper, Henri, Parker und Callum wählen müsstest (dürftest), für wen würdest du dich entscheiden?

Ivy Andrews: Help! Sooo schwierig! Parker ähnelt meinem Mann zugegeben sehr, aber ich fürchte, es wäre Jazz mit seiner Intensität und seiner Alles-oder-nichts-Mentalität, für den ich mich entscheiden würde. Bei seiner „Erschaffung“ musste ich wahnsinnig oft an Andy Irons denken und, was soll ich sagen, ich liebe diesen Typen.
Also ja, ich denke, für mich wäre Jazz der perfekte Kerl. Zumindest würde es mit ihm nie langweilig werden, andererseits würden bei zwei Leuten, die ihr Temperament nicht unter Kontrolle habe, bestimmt ständig die Fetzen fliegen … Hätte allerdings vermutlich auch was für sich: Ich sage bloß heißer Versöhnungssex 😉

Vielen Dank für das tolle Interview! Wir freuen uns jetzt noch mehr auf die nächsten Teile der »L.O.V.E.«-Reihe. »A single touch« erscheint am 19. Oktober 2020 und »A single kiss« am 21. Dezember 2020.

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