Kein Interesse am Date: Sätze, die wir eigentlich ganz anders meinen

Dem Date Desinteresse gestehen ist nicht einfach

Kommunikation ist nicht immer einfach, vor allem dann nicht, wenn zwischen zwei Menschen „etwas läuft“, sie sich noch kaum kennen und einer von beiden eigentlich gar nicht mehr will. Welche typischen Sätze haben viele von uns schon einmal verwendet, um jemanden loszuwerden, an dem wir nicht interessiert sind, anstatt ihm:ihr die Wahrheit offen ins Gesicht zu sagen?

„Es liegt nicht an dir.“

Das ist der typische Satz, den viele Menschen benutzen, wenn sie eine noch frische oder sich anbahnende Beziehung beenden. Es ist ein ausweichender und zugleich auch sensibler Satz, denn den wenigsten Menschen sind die Gefühle ihres Gegenübers egal, auch wenn sie seine:ihre Verliebtheit nicht erwidern. Er ist eine vorsichtige Art, jemandem zu sagen, dass es keine gemeinsame Zukunft gibt, ohne ihn:sie in ihrer:seiner Persönlichkeit anzugreifen.

Was danach kommt, kann vielseitig sein:

  • „Ich bin einfach nicht bereit für eine Beziehung“
  • „Ich kann mich nicht fest binden.“
  • „Ich weiß auch nicht, warum ich mich nicht verlieben kann.“
  • „Ich bin zu oft verletzt worden.“

Der Satz ist Wahrheit und Lüge zugleich. Natürlich liegt es gewissermaßen an der anderen Person: Sie weckt einfach keine Gefühle in uns, sie vermag es nicht, eventuelle Wunden zu heilen und den Wunsch, zusammen zu bleiben, in uns zu wecken. Ein anderer Mensch, der:die „Richtige“, würde es vermutlich schon schaffen. Andererseits aber, kann die Person wahrscheinlich machen was sie will: Unsere Gefühle werden sich nicht ändern, denn wir können sie nicht beeinflussen. Man ist verliebt oder eben nicht, und für wen unser Herz letztendlich zu schlagen beginnt, hat nicht immer nur mit der Wunderbarkeit einer Person zu tun, sondern auch viel mit der eigenen Bereitschaft, mit den Hormonen, der Lebenssituation und vielem mehr.

„Sorry, ich hab momentan ziemlich viel Stress“

Dieser Satz bedeutet eigentlich dasselbe wie „Es liegt nicht an dir“: „Ich möchte mit dir keine Beziehung führen.“

Wenn wir ehrlich sind, haben wir immer irgendwie ziemlich viel Stress, aber wenn wir wirklich daran interessiert sind, eine Beziehung mit jemandem aufzubauen, dann geht das auch trotz Alltagsstress, Überstunden oder vielen Seminararbeiten.

Dieser Satz ist ausweichend und auch etwas gemein, denn wir weigern uns damit, der anderen Person klipp und klar zu sagen, dass sie sich keine Hoffnungen zu machen braucht. Wir lassen ihn:sie in Ungewissheit darüber, ob und wann wir uns wieder melden, warten, obwohl wir wissen, dass wir das nicht tun werden.

Wenn du den Kontakt zu jemandem abbrechen willst, ohne ihn:sie zu verletzen und ohne ein unangenehmes Gespräch führen zu müssen, ist die „Es liegt nicht an dir“-Variante doch etwas freundlicher. Sie ist eindeutiger und die Person begreift, dass es nichts wird zwischen euch, auch später nicht, wenn der angebliche Stress vorbei ist.

„Wir können ja Freunde bleiben“

Eine Freundschaft zwischen Menschen, die mal Sex miteinander hatten, ist selten und schwierig wirklich aufrechtzuerhalten. Meist deswegen, weil einer von beiden mehr will und mit der Freundschaft unglücklich ist. Trotzdem ist sie möglich und der Wunsch danach realistisch, wenn man vorher lange zusammen war oder aus einer „Friends with benefits“-Beziehung wieder eine rein platonische Freundschaft machen möchte. In solchen Fällen können wir den Satz durchaus ernst meinen, selbst dann, wenn wir mit der Zeit merken, dass die angestrebte Freundschaft doch im Sande verläuft.

Kennen wir aber eine Person noch nicht so gut, hatten wir nur einige Dates oder eine sehr kurze Beziehung, ist dieser Satz meistens eher unaufrichtig, wenn auch gut gemeint. Wir schließen eine Beziehung damit aus und vermeiden gleichzeitig, dass sich unser Gegenüber komplett als Person zurückgewiesen fühlt. Meist aber ist die fahle Alternative, Freunde zu bleiben, anstatt ein Paar zu werden, darauf ausgelegt, den Kontakt mit der Zeit einschlafen zu lassen.

„Über meine:n Ex bin ich längst hinweg. Er:Sie ist eine blöde Ziege/ ein Idiot.“

Diese Aussage unterscheidet sich von den anderen drei Sätzen. Damit möchten wir nicht bewusst jemanden loswerden, ohne ihm die Wahrheit direkt ins Gesicht zu sagen. Und trotzdem zeugt sie von mangelndem echten Interesse an der Person, die wir daten oder mit der wir eine Beziehung starten.

Denn Menschen, die über ihre:n Expartner:in hinweg sind, haben weder das Bedürfnis, über sie zu sprechen – außer vielleicht, im Gespräch geht es um vergangene Beziehungen – noch, sie zu beschimpfen. Wenn wir aber mit jemandem, den wir daten, schon kurz nach dem Kennenlernen über unsere:n Expartner:in sprechen und auch noch über ihn:sie herziehen, sind wir alles andere als drüber hinweg.

Wir wollen sowohl unserem Date, als auch uns selbst beweisen, dass da keine Gefühle mehr sind, obwohl wir tief in uns wissen, dass das nicht der Fall ist und dass das, was wir hier tun, nur emotionale Ablenkung ist. Der:die Ex beschäftigt uns, uns deshalb haben wir das Bedürfnis, über ihn:sie zu sprechen. Sei darauf gefasst, dass eine Beziehung mit der Person, mit der du nach wenigen Treffen über deine:n Ex sprichst, höchstwahrscheinlich nicht gut gehen wird, denn du bist nicht bereit, dich emotional auf ihn:sie einzulassen, auch wenn du vielleicht gerne würdest. Du wirst ihn:sie verletzen, denn dein Herz hängt noch an jemand anderem.

Kommunikation ist schwierig. Man soll gleichzeitig ehrlich zu sich und zu anderen sein und dabei feinfühlig und sensibel bleiben, um dem:der Kommunikationspartner:in nicht wehzutun. Doch das Gute ist: Jede Begegnung, jede Kommunikation kann uns helfen, als Persönlichkeit zu wachsen, wenn wir uns darauf einlassen. Der Autor Kay Pollak hilft dir in seinem Buch „Durch Begegnungen wachsen – Wege zur achtsamen Kommunikation“ dabei, das Beste für dich aus deinen Begegnungen mit Menschen mitzunehmen.

Kay Pollak

Durch Begegnungen wachsen - Wege zur achtsamen Kommunikation

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In seinem Leitfaden für ein achtsames Miteinander beschreibt Kay Pollak, wie negative Gefühle entstehen, wie sie die Kommunikation stören und wie man dem begegnen kann. In Form von Beispielen, Lehrsätzen und Strategien gibt der Regisseur vom Filmerfolg "Wie im Himmel" dem Leser das Rüstzeug an die Hand, den sorgsamen Umgang mit anderen zu üben. Seine Anleitungen machen Mut, spontaner und selbstsicherer zu werden.

Ein Buch für alle, die verstanden haben, dass sie an Begegnungen wachsen können und die eigenverantwortlich etwas dafür tun wollen, und ein Plädoyer für den Wert der Kommunikation.

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