Kommunikation in der Beziehung: Was solltest du nie zu deinem:deiner Partner:in sagen?

Manche Dinge solltest du zu einem geliebten Menschen niemals sagen

Worte können flüchtig sein und doch so nachhaltig prägen: Was ein Mensch leichtfertig im Rausch der Emotionen daher sagt, kann einen anderen so sehr verletzen, das Selbstwertgefühl so sehr beeinträchtigen, dass ihm:ihr noch Jahre später der eine böse Satz oder Ausruf, das eine vollkommen unangebrachte Wort nicht aus dem Kopf geht. Das ist ärgerlich und belastend, wenn die bösen Worte von einem Fremden kamen. Noch schmerzlicher ist es, wenn ein:e Freund:in oder ein Familienmitglied sie geäußert hat. Doch waren es die Worte des:der Partners:Partnerin, die einen Menschen so in seiner Seele erschüttert haben, dass sie ihm:ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen, ist die Situation erst richtig quälend.

Denn der:die Partner:in ist schließlich eigentlich die Person, die uns, neben eventuell vorhandenen Kindern, am meisten liebt und fest in unser alltägliches Leben integriert ist. Stehen dann verletzende Äußerungen zwischen uns, die im schlimmsten Fall nicht nur einmal gefallen sind, sondern regelmäßig vorkommen, können diese eine einst schöne Beziehung zerstören.

Was sind das für Worte und Aussagen, die in Beziehungen absolut toxisch sind und niemals zwischen Partner:innen geäußert werden sollten?

Negative Du-Botschaften und andere Vorwürfe

Du musst nicht alles mögen und akzeptieren, was dein:e Partner:in tut oder nicht tut. Manches muss in einem Gespräch geklärt werden, und auch ein Streit lässt sich nicht immer vermeiden. Doch (Streit-)Gespräche sollten auf Erklärungen und Bitten fußen, nicht auf Vorwürfen. In seinem Buch „Die Kunst des Streitens“ erklärt Frank Naumann, wie du streiten kannst, ohne deine:n Partner:in mit Vorwürfen zu verletzen, und auch Berit Brockmann befasst sich in „Schöner streiten. Der kleine Paarberater“ mit diesem Thema.

Vorwürfe kränken nur und lassen Diskussionen leicht eskalieren, am Ende macht ihr euch dann gegenseitig nur noch Vorwürfe und das Gespräch endet mit verletzten Seelen auf beiden Seiten.

Typisch für Vorwürfe sind Du-Botschaften, die dem:der Partner:in seine:ihre Unzulänglichkeit kommunizieren. Freundlicher sind Ich-Botschaften, mit denen du vermittelst, welche Gefühle eine Eigenschaft oder Verhaltensweise bei dir auslöst.

Gerade bei Charaktereigenschaften solltest du darauf achten, auf Vorwürfe zu verzichten, denn für den Charakter kann bekanntermaßen niemand etwas und der lässt sich, im Gegensatz zu Verhaltensweisen und Angewohnheiten, auch nicht ändern. Dein:e Partner:in wird daraus das schmerzliche Gefühl mitnehmen, dass er:sie dir als Person nicht gut genug ist und nichts dagegen tun kann.

Vergleiche mit anderen Menschen: „Der Andi macht das viel besser als du“

Es verletzt das Selbstwertgefühl eines jeden Menschen, wenn gerade die Person, die sich bewusst dazu entschlossen hat, mit ihm:ihr eine Liebesbeziehung einzugehen, ihn:sie mit anderen Menschen vergleicht, die angeblich besser, klüger, aktiver, ehrgeiziger oder ein:e liebevollere:r Vater:Mutter sind.

Dabei spricht natürlich nichts dagegen, Menschen zu bewundern und sich von ihren Verhaltens- oder Lebensweisen inspirieren zu lassen. Doch vermeiden solltest du die verbale Abwertung des:der Partnes:Partnerin, und das klappt am besten, wenn du Vergleiche wann immer es geht sein lässt, sondern ohne Vergleich und Abwertung vom dem erzählst, was dich an anderen Menschen beeindruckt. Vermeide deshalb Aussagen wie

  • „Nimm dir ein Beispiel am Andi“
  • „Fred macht das besser als du“
  • „Im Gegensatz du dir, bekommt Klara das hin“

Unsensible Diagnosen: „Du bist doch krank“

Diagnosen für psychische Erkrankungen zu stellen ist eine heikle Sache. Wenn du das Verhalten deines:deiner Partners:Partnerin nicht nachvollziehen kannst und deiner Meinung nach der „gesunde Menschenverstand“ gegen das Verhalten spricht, heißt das noch lange nicht, dass dein:e Partner:in tatsächlich psychisch krank ist. Unsensible Aussagen wie

  • „Du bist doch krank“
  • „Geh mal zum Psychiater“
  • „Du bist paranoid und hast Wahnvorstellungen“
  • „Deine Ängste sind krankhaft und müssen behandelt werden“

sind verletzend und greifen einen Menschen tief in seinem Innersten an – unabhängig davon, ob er tatsächlich unter einer psychischen Erkrankung leidet oder nicht. Ist dein:e Partner:in psychisch in Ordnung und hat rationale Gründe für sein:ihr Verhalten, die du nur nicht nachvollziehen kannst, entwertest du damit seine:ihre Ansichten und Gefühle, schließlich resultieren sie deiner Meinung nach aus einer Krankheit und sind dementsprechend nicht ernst zu nehmen.

Doch natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass dein:e Partner:in wirklich psychisch krank ist. Dann ist es wichtig, sensibel und behutsam über deinen Verdacht zu sprechen, in einem ruhigen Gespräch unter vier Augen und vor allem ohne den angespannten Kontext eines Streits.

Darfst du zu deinem:deiner Partner:in Schimpfwörter sagen?

Die intuitive Antwort auf diese Frage lautet erstmal: Nein, natürlich nicht! Allerdings ist ein Wort, das als Schimpfwort gilt, nicht immer zugleich eine Beleidigung. Paare können die unterschiedlichsten Kommunikationsstile untereinander pflegen, und es gibt auch Menschen, die eine etwas derbere Art, miteinander zu sprechen, durchaus mögen und Wörter mit Humor betrachten, von denen andere zutiefst verletzt wären. Das ist vollkommen okay, solange sich beide damit wirklich wohlfühlen.

Benutzt du gerne im Alltag Wörter deinem:deiner Partner:in gegenüber, die für dich vollkommen harmlos sind, ihn:sie aber vor den Kopf stoßen, dann bist du auf jeden Fall gefragt, daran zu arbeiten, dir diese Wörter abzugewöhnen.

Es gibt aber eine Situation, in der Schimpfwörter wirklich nichts zu suchen haben: Im ernsthaften Streitgespräch. Statt lockerer Scherzatmosphäre herrscht nun Angespanntheit. Ihr seid vermutlich wütend und zugleich besonders verletzlich und das sind die Momente, in denen ein Schimpfwort mitten ins Herz treffen kann. Streit ist normal in Beziehungen. Aber gewöhne dir gemeinsam mit deinem:deiner Partner:in eine ruhige Streitkultur an, in der ihr trotz aller Emotionen so sachlich und auch liebevoll bleibt wie möglich. Bleibt mit euren Worten beim Streitthema, anstatt euch Beleidigungen an den Kopf zu werfen, die nur eure Persönlichkeiten angreifen, aber mit dem Auslöser eures Streits nichts zu tun haben.

Neben den bereits erwähnten Ratgebern gibt auch Stephanie Schneider in ihrem Buch „Der kleine Streitberater“ Tipps für eine liebe- und respektvolle Konfliktlösung.

Aufrichtige Entschuldigungen zeugen von Respekt

Jeder macht Fehler und dazu gehört es auch, etwas absolut unpassendes oder gar verletzendes zum:zur Partner:in zu sagen. Wir Menschen sind gefühlsgeleitete Wesen und können nicht immer kontrollieren, was wir tun oder sagen. Jedem einzelnen von uns fällt jetzt wahrscheinlich eine Situation ein, in der er:sie einen geliebten Menschen mit Worten verletzt hat.

Gerade in extremen Situationen kann das nun einmal passieren, egal wie sehr man sich vorgenommen hat, friedlich und respektvoll mit dem:der Partner:in zu kommunizieren. Was dann angebracht ist und vieles wiedergutmachen kann, ist eine klar und deutlich ausgesprochene, aufrichtige Entschuldigung.

Durch eine Entschuldigungen zeigen wir unserem:unserer Partner:in unsere Demut, unsere ehrliche Reue für das, was wir gesagt haben und unseren Respekt gegenüber ihren:seinen Gefühlen und ihrer:seiner Persönlichkeit.

Bevor du dich ehrlich entschuldigen kannst, muss du dir einer Tatsache bewusst werden: Es war nicht ok, was du gesagt hast – vollkommen unabhängig davon, wie sich dein:e Partner:in vorher verhalten hat und was zwischen euch vorgefallen ist. Das heißt aber natürlich nicht, dass dein:e Partner:in alles richtig gemacht hat. Vielleicht hat er:sie dich auch mit Worten oder Taten verletzt, und das war dann natürlich ebenfalls nicht in Ordnung.

Trotzdem kannst du den ersten Schritt tun, dich für deine Fehler entschuldigen und in den meisten Fällen nehmen Menschen positive Kommunikationsrichtungen wie Entschuldigungen gerne an und reagieren entsprechend ebenfalls positiv mit einer eigenen Entschuldigung darauf.

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