Selbstliebe-Hacks: So findet ihr zur Selbstliebe

Selbstliebe-Hacks: So findet ihr zur Selbstliebe

Kennt ihr diese Sprüche? »Wir akzeptieren das, was wir zu verdienen glauben.« Oder: »Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.« Oder gar: »Nur wer sich selbst liebt, kann auch geliebt werden.« Und so weiter und so fort. Ihr kennt sicherlich noch viel mehr solcher Sprüche, die darauf abzielen, Selbstliebe zu fördern.

Aber ganz ehrlich: Während Oscar Wildes Aphorismen noch ganz amüsant sind, sind Zitate wie »Nur wer sich selbst liebt, kann auch geliebt werden« eher etwas deprimierend. Setzen sie uns doch unter Druck, jetzt sofort zur Selbstliebe zu finden, um von anderen Menschen geliebt werden zu können. Dabei weiß doch jeder, dass Druck nicht das beste Mittel zum Erfolg ist – vor allem nicht wenn es darum geht, sich selbst lieben zu lernen.

Deswegen wollen wir das Thema behutsamer angehen, denn Selbstliebe sollte genau ohne diesen Druck auskommen, den wir in so vielen anderen Bereichen unseres Lebens verspüren. Niemand kann sich zwingen, sich selbst zu lieben. Ihr könnt nicht plötzlich einen Schalter in eurem Gehirn umlegen und 100 Prozent selbstbewusst werden. Selbstakzeptanz ist auch nichts, was ihr euch einmal aneignet – und schwupp, alle Selbstzweifel sind für immer besiegt.

Selbstliebe ist vielmehr ein Prozess – ein Weg, auf dem wir euch gerne begleiten wollen. Dafür haben wir vier Erkenntnisse über Selbstliebe für euch, die euch dabei helfen sollen, euch selbst besser anzunehmen.

  1. Selbstliebe lernen ohne Druck
    Selbstliebe ist in den letzten Jahren zu einem Trendthema geworden. Jede*r Influencer*in predigt es. Lifestyle-Magazine geben Tipps, YouTube-Videos versprechen »Inspo« und auch in Podcasts ist das Thema nicht mehr wegzudenken. Selbstliebe wird als die notwendige Eigenschaft für ein erfülltes Leben dargestellt.Ganz falsch ist dieser Glaube natürlich nicht: Wer lernt, sich selbst zu lieben, wird auf Dauer glücklicher und zufriedener mit seinem Leben sein. Doch dieser Anspruch an vollkommene Selbstliebe führt nur dazu, dass Eigenliebe zu einem der vielen Dinge wird, denen wir uns unterwerfen müssen. Nun knüpfen wir unser Glück und unsere Zufriedenheit vielleicht nicht mehr an fünf Kilo weniger auf der Waage oder ein paar Scheine mehr im Portemonnaie, sondern an das Erreichen vollkommener Selbstliebe. Ein Anspruch, der sehr leicht überfordert, deprimiert und lähmt. Vor allem, wenn man schon Jahre und Jahrzehnte mit seinem Selbstbild zu kämpfen hat. Sich selbst zu lieben erscheint ein unerreichbares Ziel zu sein.Unser Tipp deswegen: Tut ihr euch schwer mit der Selbstliebe, probiert es doch erst einmal mit Selbstakzeptanz.
  2. Selbstakzeptanz statt Selbstliebe-Affirmationen
    Eine Zeitlang wurden positive Selbstaffirmationen sehr gehyped. Sicherlich habt ihr Tipps dieser Art schon öfter gehört: »Stell dich vor den Spiegel und sag dir, dass du wunderschön bist« oder »Sag dir selbst, dass du dich liebst.«Diese positiven Affirmationen sollen sich dank regelmäßiger Wiederholung im Unterbewussten festsetzen, so dass ihr das, was ihr sagt, nach einer Zeit wirklich auch glaubt. Das ist Fake it till you make it für Selbstliebe, sozusagen. Diese Art von Affirmation kann in der Tat helfen, vor allem, wenn euer Kopf voll von negativen Glaubenssätzen ist. Doch zeigen Studien, dass Selbstliebe-Affirmationen vor allem bei denjenigen funktionieren, deren Selbstwertgefühl schon gefestigt ist.Für Leute, die allerdings Probleme mit ihrem Selbstwert haben, ist es schwer, sich selbst mit positiven Affirmationen zu überzeugen. Gehört ihr zu dieser Gruppe, solltet ihr versuchen, die Sache mit der Selbstliebe etwas anders anzugehen.

    Anstatt zu versuchen, euch einzureden, wie toll ihr seid und wie sehr ihr euch liebt, setzt bei einer niedrigeren Hemmschwelle an: Akzeptanz. Akzeptiert eure Macken, eure Fehler, euren Körper, der vielleicht nicht ganz so ist, wie ihr ihn gerne hättet.

    Ihr müsst euch nicht einreden, dass ihr eure Speckrollen liebt, wenn ihr das nicht tut, aber ihr solltet euren Körper so annehmen, wie er im Moment ist. Übt euch in Akzeptanz, seid gnädig mit euch. Ihr müsst eure Schwächen nicht schönreden oder so tun, als ob ihr 100 Prozent glücklich in eurer Haut wärt, aber andererseits solltet ihr euch selbst auch nicht mit Hass gegenübertreten. Selbstakzeptanz heißt, auch eure Schattenseiten als einen Teil von euch zu akzeptieren. Das ist nicht leicht. Überhaupt nicht. Denn es tut weh, dort hinzusehen, wo der Schmerz sitzt. Doch den Schmerz wahrzunehmen und als Teil von sich anzuerkennen ist der Anfang des Heilungsprozesses.

  3. Selbstliebe und Selbstakzeptanz versus persönliche Entwicklung
    Also gut, ihr habt also angefangen, eure Fehler, Schwächen und Schwachstellen anzunehmen und euch nicht mehr dafür selbst zu verachten. Und nun? Heißt das jetzt, dass ihr euch nicht mehr verändern wollen dürft? Dass ihr keine Kilos mehr ab- oder zunehmen dürft? Nicht an euch arbeiten dürft? Nein, natürlich nicht!Man kann etwas lieben und sich dennoch wünschen, dass ein paar Dinge anders wären. Wir alle lieben Schokoladen, hätten aber wahrscheinlich nichts dagegen, wenn sie ein paar Kalorien weniger hätte, oder? In einer Beziehung lieben wir unsere*n Partner*in und dennoch gäbe es bestimmt ein, zwei Dinge, die wir an unseren Liebsten gern ändern würden. Das ist vollkommen in Ordnung und lässt sich so auch auf unsere Liebe zu uns selbst übertragen. Eigenliebe hemmt persönliche Entwicklung nicht. Vielmehr stellt sie nur sicher, dass wir uns von den richtigen Motiven leiten lassen: Wir suchen Veränderung, weil wir uns lieben und nicht aus Hass vor dem, was wir sind.
  4. Selbstliebe als Prozess. Oder: Der Kampf mit dem inneren Kritiker
    Selbstliebe und Selbstakzeptanz geschehen nicht von heute auf morgen. Stattdessen könnt ihr euch den Prozess eher wie eine Reise vorstellen. Eine Reise, bei der ihr einen kleinen Quälgeist namens »innerer Kritiker« mit dabei habt. Dieser kleine Begleiter ist die Stimme in eurem Kopf, mal lauter, mal leiser, die euch negative Gedanken, Selbstzweifel und Selbsthass zuflüstert. Die meisten von uns haben solch einen Reisebegleiter. Aussetzen lässt sich der Kritiker nämlich nicht, denn er ist flink und landet immer wieder mit euch im Wagen. Ständig quasselt er euch voll mit Selbstzweifeln, sogar das Steuer versucht er zu übernehmen, um euch vom Weg abzubringen. Wie anstrengend! Der kleine Quälgeist nimmt so viel Aufmerksamkeit in Anspruch, dass ihr gar nicht mehr wirklich weiterfahren könnt. Doch was tun? Ihn ganz loswerden werdet ihr wahrscheinlich nicht können. Mit ihm zu diskutieren wird sich bald als sinnlos herausstellen, denn rational ist das meiste, was er so von sich gibt, nicht. Stattdessen sind seine Aussagen rein emotional: »Du bist nichts wert«, flüstert er. »So, wie du aussiehst, will dich eh niemand«, hisst er. »Du kannst nichts, bist nichts, wirst nichts«, schreit er bösartig. Auf solche abwertenden Kommentare braucht, sollt und könnt ihr nicht antworten. Der innere Kritiker lässt sich nicht mit logischen Argumenten ausstechen, stattdessen dreht er euch die Worte im Mund herum.Die einzige Möglichkeit gegen ihn anzukommen ist, so paradox es klingt, seine Präsenz zu akzeptieren. Es ist, wie es ist. Ihr tretet eure Reise eben mit einem kratzbürstigen Begleiter an. Das heißt aber nicht, dass ihr ihm die Kontrolle über euer Fahrzeug überlassen müsst. Denn das Auto gehört euch, er ist nur eine lästige Begleitung.

    Sagt ihm also, dass er ruhig weiter meckern kann, aber bitte leiser. Nehmt ihn und setzt ihn auf die Rückbank, so dass er eure Sicht nicht blockiert. Und dann fahrt ihr weiter. Vielleicht lässt sich der Kritiker von der Autofahrt einlullen und ist eine Weile lang still, vielleicht wacht er aber auch plötzlich auf und fängt zu schreien an. Für euch ist nur eins wichtig: Weiterfahren.

Mit der Selbstliebe klappt es dennoch irgendwie nicht? An diesen Anzeichen könnt ihr es erkennen!

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