Sex-Flaute? So bekommst du wieder Lust!

Das kannst du gegen sexuelle Unlust tun

Früher war es so wunderschön und die Schmetterlinge in deinem Bauch sind alleine schon beim Gedanken an Sex mit deinem:deiner Partner:in verrückt geworden, aber in letzter Zeit hast du einfach überhaupt keine Lust mehr? Sowohl du, als auch dein:e Partner:in leiden unter dieser frustrierenden Situation? Mach dir keine Sorgen: Sex-Flauten sind durchaus normal, gerade in langjährigen Beziehungen. Und du musst sie auch nicht einfach so hinnehmen, sondern kannst deine Sexlust in den meisten Fällen wieder aufleben lassen.

Es kommt auf die Ursache der Unlust an

Natürlich kommt es immer auf die Ursache an, die deiner sexuellen Unlust zugrunde liegt. Wenn eine Krankheit oder ein Medikament dafür verantwortlich ist, dass du keinen Sex mehr haben möchtest, musst du das ärztlich abklären lassen, auch, um eventuelle weitere Risiken für deine Gesundheit zu vermeiden. Erkrankungen wie Depressionen, Diabetes oder verschiedene Nervenleiden führen sehr oft dazu, dass die Betroffenen keine Lust mehr auf Sexualität verspüren. Liegen deiner Sex-Flaute schwerwiegende Beziehungsprobleme auf emotionaler Ebene zugrunde, musst du mit deiner:deinem Partner:in an diesen Problemen arbeiten, gegebenenfalls kann es sinnvoll oder nötig sein, eine:n Paartherapeut:in zurate zu ziehen.

Meistens aber sind die Ursachen für Unlust recht harmlos, und dann gibt es auch viel, was du und dein:e Partner:in dagegen tun könnt.

Dein:e Partner:in hat seine:ihre sexuelle Anziehungskraft auf dich verloren

Wenn du deine:n Partner:in, von dem:der du einst nicht die Finger lassen konntest, in letzter Zeit kaum noch sexy findest, obwohl die Liebe definitiv da ist und du dich nach den gemeinsamen leidenschaftlichen Momenten der Vergangenheit zurücksehnst, dann erlebt ihr wohl einfach zu wenig schöne Dinge und Abenteuer miteinander.

Unternehmt etwas, probiert etwas Neues aus und erweitert euren gemeinsamen Horizont. Eure Abenteuer können, aber müssen nicht etwas mit Sex zu tun haben. Ihr könnt auch eine Bergwanderung machen, ein Musical besuchen oder was immer euch auch zusagt. So durchbrecht ihr euren Alltag, der vielleicht langsam grau geworden ist, und kommt euch auch emotional wieder näher, falls ihr euch in den Herausforderungen des täglichen Lebens ein wenig aus den Augen verloren habt. Die Chancen stehen gut, dass du nach einem schönen gemeinsamen Tag voller toller Erlebnisse Lust auf Sex hast.

In ihrem Buch „Soulsex“ beschreibt Eva-Maria Zurhorst, wie Paare Sex mit dem Herzen verbinden und so lernen können, ihn (wieder) zu genießen und eine echte Liebesangelegenheit daraus zu machen.

Außerdem gibt es Lebensmittel und Pflanzen, die die Lust steigern sollen und die du vermehrt in deinen Speiseplan aufnehmen kannst. Dazu gehören

  • Granatäpfel, deren Antioxidantien die Durchblutung des ganzen Körpers anregen – natürlich auch der Geschlechtsorgane
  • Muscheln, denn das in ihnen enthaltenen Zink regt die Spermienproduktion an
  • Champagner und andere alkoholische Getränke; sie lassen Hemmungen fallen. Ein oder zwei Gläser reichen aber!
  • Chili, denn es regt die Durchblutung an und sorgt dafür, dass uns heiß wird. Außerdem schüttet der Körper, als Gegenreaktion auf die Schärfe, Glückshormone aus.
  • Sellerie, das beim Kauen gewisse Pheromone freisetzt, die vor allem bei Männern schnell zu einem Erregungszustand führen können.
  • Schokolade, die dafür bekannt ist, für Glückshormone zu sorgen. Und wer glücklich ist, hat auch mehr Lust auf Sex.
  • Ginkgo Biloba, eine Pflanze aus China, die es als Extrakt zu kaufen gibt. Sie hilft bei Durchblutungsstörungen und soll die Libido vor allem bei Frauen steigern können.
  • Damiana, eine Pflanze, die als Präparat seit 2016 auf dem Markt ist und gegen die sexuelle Unlust von Frauen helfen soll. Sie wird von Naturvölkern schon seit Jahrhunderten zur Luststeigerung verwendet.

Du findest Sex langweilig

Paare, die länger zusammen sind, entwickeln im Bett oft eine Routine, die sie dann aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit nicht mehr verändern. Der Sex läuft dann immer gleich ab und es ist verständlich, dass dir das mit der Zeit langweilig geworden ist. Doch die Lösung ist einfach: Durchbrecht gemeinsam die Routine! Eure Möglichkeiten sind vielfältig und beginnen damit, dass ihr euch, anstatt wie üblich in Alltagskleidung oder im Schlafanzug mit dem langweiligen Liebesspiel zu beginnen, mal wieder füreinander schick machen könnt. Du kannst deine:n Partner:in außerdem bitten, dich mit etwas zu überraschen, was du nicht gewohnt bist oder ihn:sie selbst überraschen.

Ein offenes Gespräch darüber, was du am Sex langweilig findest und was dich reizen würde, sorgt nicht nur für Klarheit, sondern kann dich und deine:n Partner:in so heiß machen, dass ihr – wenn möglich – sofort damit beginnt, es auszuprobieren. Wenn du dir wünscht, mal eine ausgefallenere Sextechnik auszuprobieren, lohnt sich ein Blick in den ältesten Erotikratgeber der Welt, das Kamasutra. Etwas moderner, aber nicht minder inspirierend sind der Ratgeber „Hot Sex“ von Tracey Cox sowie das Buch „Richtig kommen“ von der Psychologin und Sexualwissenschaftlerin Dr. Laurie Mintz, worin sich alles um den weiblichen Orgasmus dreht.

Sex nach festen Terminen muss übrigens nicht schlecht sein und ist kein Anzeichen für langweilige Routine. Du kannst dich so gedanklich darauf einstimmen, in den empfohlenen Büchern blättern, dir überlegen, was du tragen möchtest und welche Stellung du gerne hättest, wie du deine:n Partner:in verwöhnen möchtest, und im besten Fall dafür sorgen, dass es schon Tage vorher ordentlich kribbelt.

Du fühlst dich nicht mehr begehrenswert

Viele Menschen, vor allem Frauen, leiden unter fehlender Libido, wenn sie sich selbst nicht attraktiv finden und denken, dass sie für ihre:n Partner:in nicht mehr begehrenswert sind. Wenn es auch dir so geht, dann erinnere dich an die Momente von früher, als ihr noch öfter Sex und du noch öfter Lust hattest. Damals fand dein:e Partner:in dich ja auch attraktiv! Und schließlich bist du es, der:die keine Lust mehr hat auf Sex, dein:e Partner:in begehrt dich immer noch, selbst wenn du zugenommen hast oder deine Haut gealtert ist. Das sind Probleme, die wir Menschen an uns selbst am störendsten finden, während sie unseren Mitmenschen meist gar nicht auffallen.

Du kannst, um dein Selbstbewusstsein wieder zu stärken, etwas an deinem Äußeren verändern, um wieder frischen Wind ins Spiegelbild zu bringen, zum Beispiel dir eine neue Frisur schneiden lassen oder dich außergewöhnlich schminken. Sprich auf mit deiner:deinem Partner:in offen darüber, dass du dich nicht mehr schön findest. Nach all der gemeinsamen Zeit hat er:sie vielleicht damit aufgehört, dir ständig Komplimente zu machen, aber wird dir im Gespräch sicherlich gerne erzählen, was er:sie an dir wunderschön und begehrenswert findet.

Wichtiger als optische Makellosigkeit, die es ohnehin nicht gibt, ist in der Erotik die eigene Sinnlichkeit, die dich nicht nur umso begehrenswerter macht, sondern dich auf ganz besondere Weise mit deinem:deiner Partner:in verbindet und Sexualität zu einem höchst emotionalen Erlebnis macht, das du mit allen deinen Sinnen genießen kannst. Wie du lernst, dich deiner Sinnlichkeit bewusst zu werden, erklärt Anne Heintze in ihrem Buch „Erotische Intelligenz“.

Du hast zu viel Stress

Ein absolut überfüllter und stressiger Alltag schränkt die Lebensqualität in vielerlei Hinsicht ein – auch dadurch, dass man vor lauter Stress die Lust auf Sex verliert. Denn wer den ganzen Tag unter Strom steht, sich um Haushalt, seinen Job, irgendwelche sozialen oder gesellschaftlichen Verpflichtungen und die Kinder kümmern muss, möchte am Abend nur noch schlafen.

Es gibt stressige Phasen im Leben, denen man kaum entkommen kann, die aber auch wieder vorbei gehen, zum Beispiel wenn du als Urlaubsvertretung viele Überstunden machen musst, selbstständig bist und an einem zeitaufwändigen Projekt arbeitest oder wenn du gerade ein Baby bekommen hast. In solchen Zeiten keinen Sex haben zu wollen ist normal und dein:e Partner:in wird das sicherlich verstehen, wenn du ihm:ihr liebevoll erklärst, dass deine Unlust nichts mit ihm:ihr zu tun hat.

Wenn Alltagsstress und daraus resultierende Unlust aber ein Dauerzustand ist, aus dem du nicht mehr herauskommst, solltest du unbedingt dafür sorgen, dass du dich wieder besser entspannen kannst. Lasse das Kind mal von der Oma einer:einem guten Freund:in betreuen, nimm dir Urlaub, reduziere deine Arbeitszeit, sag Termine ab, die nicht unbedingt sein müssen und versuch, mit Entspannungstechniken wie Meditationen oder Bädern zur Ruhe zu kommen. Denn Stress beeinträchtigt nicht nur die Sexlust, sondern auch die Gesundheit, und darf deshalb kein ständiger Begleiter seines Alltagslebens sein.

Du befindest dich in den Wechseljahren

Der Verlust der Libido ist ein typisches Symptom für die Wechseljahre, denn der Hormonhaushalt stellt sich in dieser Lebensphase um. Normalerweise gewöhnt sich der Körper mit der Zeit an die neue Situation und du hast dann auch wieder Lust.

Wenn du trotzdem gerne Sex hättest, aber einfach keine körperliche Lust darauf verspürst, kannst du dich ruhig auf die Annäherungsversuche deines:deiner Partners:Partnerin einlassen. Oft fängt es mit den ersten intimen Berührungen auch an zu prickeln und es macht letztendlich doch Spaß und du genießt vielleicht sogar einen tollen Orgasmus.

Wenig Sex ist auch okay!

Vergiss bei all der Auseinandersetzung rund um sexuelle Unlust allerdings nicht, dass es immer nur darum geht, dass du und dein:e Partner:in sich wohl fühlen. Egal, was die Gesellschaft, Medien oder der Bekanntenkreis euch suggeriert – ihr könnt so viel oder wenig Sex haben wie ihr wollt. Es gibt nicht die Verpflichtung, ständig sexuell aktiv zu sein, weil man eine Beziehung führt. Wenn ihr mal monatelang kein Bedürfnis habt, miteinander zu schlafen, aber sonst in einer liebevollen und erfüllenden Beziehung lebt, ist das total in Ordnung. Ein Problem ist sexuelle Unlust nur, wenn sie tatsächlich zum Dauerzustand wird, ihr also gar keinen Sex mehr miteinander habt, und diese Situation dich selbst und/oder deine:n Partner:in belastet.

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