So übersteht eine Beziehung jede Krise

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Wie schnell darf man eine Beziehung aufgeben? Lohnt es sich, zu kämpfen? Diese Frage ist eigentlich rhetorisch und lässt sich darum leicht beantworten: Ja. Lohnt sich. In eine Beziehungskrise gerät man schließlich mit dem Menschen, in den man sich mal leidenschaftlich verliebt hat (sonst braucht man hier gar nicht weiterzulesen). Laut einer niederländischen Studie geben rund 29 Prozent der getrennten Paare an, die Beziehung zu schnell aufgegeben, den Schlussstrich zu schnell gezogen zu haben. 22 Prozent bereuen sogar den noch radikaleren Schritt einer Scheidung.

Schuld an einer fiesen Beziehungskrise sind nämlich selten die großen Dramen. Meist liegt es an Routine und Langeweile, Genörgel und Geschrei. Die Frage nach der Liebe lässt sich noch immer ganz leicht mit Ja beantworten. Du fragst dich aber eben auch: Gibt es einen noch langweiligeren oder motzigeren Partner als den eigenen?

Den gibt es. Und mit ziemlicher Sicherheit wird die nächste Beziehung, die du für diese einst wunderbare, gerade einmal kriselnde aufgegeben hast, ebenfalls Tiefpunkte haben. Besser ist es, schon jetzt zu versuchen, mit dem aktuellen Partner gemeinsam glücklich zu werden. Und dafür muss man aktiv werden. Wer nämlich versucht, eine Beziehungskrise auszusitzen – wirklich egal welche –, wird entweder noch launischer oder sich noch mehr langweilen.

Das Mittel gegen Langeweile in der Beziehung

Langeweile ist vermutlich schuld an den meisten Beziehungskrisen. Der Partner ist nicht mehr aufregend, schon gar nicht mehr überraschend. Weil man den Partner schon so lange kennt, glaubt man über Wünsche und Gefühle nicht mehr sprechen zu müssen. Das Problem: Was nicht ausgesprochen wird, kann auch nicht erfüllt werden. Dadurch entstehen ewige Streitereien als letzter Ausweg im Kampf gegen die Ödnis und im schlimmsten Fall verletzende Affären. Wer nur noch mit sich selbst beschäftigt ist, macht dem anderen keine Freude mehr. Wer nicht selbst Aufmerksamkeit einfordert, bekommt auch keine.

Um eine Krise zu überstehen, gilt es darum, sich gegenseitig neu zu entdecken. Das schafft man, indem man zusammen etwas für beide Neues ausprobiert. Gemeinsam etwas Drittes zu schaffen, stärkt die Zweisamkeit. Das muss nicht gleich ein Kind sein, ein Hobby reicht da schon. Ein Tanzkurs, eine Kampfsportart oder ein Schrebergarten. So gewinnt man den liebevollen Blick auf den anderen zurück, der manchmal doch eine nette Abwechslung zum eigenen Spiegelbild ist.

Und weiter? Um wirklich jede Krise zu überstehen, braucht es die Erkenntnis, dass der Partner nach wie vor Macken hat. Die hat schließlich jeder (du vermutlich auch, sorry). Dann folgt ein Perspektivwechsel, um das endgültig zu akzeptieren. So wie man lernen muss, die eigene Schokoladenseite zu entdecken und zu lieben, fokussiert man auch auf die liebenswerten Eigenschaften des Partners wie mit der Kameralinse die hübschere Gesichtshälfte.

Krise endlich abgewendet? Versucht im letzten Schritt immer mal wieder, das miteinander Nichtstun zu genießen. Wenn man sich nicht mehr ständig auf die Nerven geht oder gegenseitig langweilt, kann das nämlich ganz wunderbar sein.

 

 

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