So viele Beziehungen haben wir im Durchschnitt

Wie viele Beziehungen haben wir im Leben?

Früher hat man sich im jungen Erwachsenenleben kennengelernt, hat geheiratet, Kinder bekommen und ist so lange zusammengeblieben, bis eine:r von beiden gestorben ist. Heute dominiert der ungebundene Mensch die Gesellschaft, der wechselnde Beziehungen hat, aber keine:n Partner:in fürs Leben. Diesen Früher-Heute-Gegensatz hört und liest man zumindest hin und wieder mal. Aber stimmt das wirklich?

Das berühmte Dating-Portal ElitePartner hat mit einer Umfrage 2019 versucht, etwas Klarheit in der Frage zu schaffen, wie viele Beziehungen wir heute eigentlich haben. Suchen Menschen noch immer die große Liebe fürs Leben? Oder verbringen sie ihr Leben lieber mit mehreren „Lebensabschnittsgefährten“?

3,4 Beziehungen im Leben

Für die ElitePartner-Studie wurden mehr als 9.000 Menschen befragt, wie viele Beziehungen sie in ihrem Leben schon hatten, und das Ergebnis lautet: Im Durchschnitt sind es 3,4 Beziehungen.

Der Großteil der Befragten, 53 Prozent, gab an, bisher zwei bis vier Beziehungen gehabt zu haben. Das dominierende Beziehungsmodell in Deutschland ist also die serielle Monogamie: Man führt mehrere, längere, monogame Partnerschaften nacheinander. Immerhin 16 % gaben an, nur eine Beziehung gehabt zu haben. Fast ebenso viele, 15 %, hatten fünf bis sechs Beziehungen. Alles andere ist selten:

  • 5 % der Befragten hatten sieben bis neun Beziehungen
  • 3 % hatten zehn bis 14 Beziehungen
  • 2 % hatten 15 oder sogar mehr Beziehungen

Das sogenannte „Partner-Hopping“, also dass man seine:n Partner:in ständig wechselt, ist letztendlich also doch recht selten.

Selbst ältere Menschen, die heutige Großeltern-Generation, hatten meist mehr als einen Partner. Nur 22 % der Befragten im Alter von 60 bis 69 Jahren gaben an, nur eine einzige Beziehung gehabt zu haben. Das sind trotzdem immerhin sechs Prozent mehr als das alle Altersgruppen umfassende Gesamtergebnis.

Die Studie kannst du hier herunterladen. Sie enthält auch viele weitere, spannende Fragen zum Liebesleben und –verständnis der Deutschen.

Und wie lange halten unsere Beziehungen?

Es gibt eine große Studie über die Dauer von Partnerschaften. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass man in gewisser Hinsicht schon zu Beginn einer Beziehung voraussagen kann, ob sie lange dauern oder schnell vorbei sein wird.

Sie wurde durchgeführt von Wissenschaftlern aus Jena und Alberta in Kanada und hat den Titel „Happily (n)ever after? Codevelopment of romantic partners in continuing and dissolving unions“.

2000 Paare wurden in dieser Studie sieben Jahre lang regelmäßig hinsichtlich der Qualität ihrer Beziehung befragt. Die Studie liefert zwar keine genauen Zahlen, aber doch wertvolle Erkenntnisse:

  • Alle Paare waren im Laufe der Jahre weniger glücklich als zu Beginn der Partnerschaft
  • Diejenigen Paare, die schon zu Beginn Probleme miteinander hatten, wurden wahrscheinlicher und schneller so unglücklich, dass die Beziehung nicht mehr erhalten werden konnte.
  • Paare mit ähnlichen Bedürfnissen, zum Beispiel nach Nähe oder nach Freiraum, blieben länger zusammen.
  • Man kann nicht behaupten, dass eine Beziehung von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Auch eine zunächst unglückliche Beziehung zwischen Partnern mit unterschiedlichen Bedürfnissen kann letztendlich besser werden und lange halten.

Woran scheitern Beziehungen?

Auch wenn die ElitePartner-Studie gezeigt hat, dass es selten ist, dass ein Mensch sein Leben lang ein- und denselben Partner hat, so wünschen sich wohl doch die meisten Menschen, dass ihre aktuelle Beziehung für immer hält. Die wenigsten Beziehungen werden zu Ende gehen, weil es jetzt einfach Zeit ist für den:die nächste:n Partner:in.

Woran scheitern Partnerschaften also? Auch hierzu hat ElitePartner eine Studie durchgeführt, allerdings schon vor einiger Zeit, im Jahr 2007. Die Ergebnisse sind bei Statista einsehbar.

Als häufigste Gründe, aus welchen Beziehungen scheitern, wurden von den Befragten angegeben:

  • Sie haben sich mit ihren Partner:innen auseinander gelebt (37,1 %)
  • Sie waren zu unterschiedlich (29,6 %)
  • Es gab ein ungleiches Maß von Geben und Nehmen (26,3 %)
  • Sie und ihre Partner:innen hatten ungleiche Bedürfnisse nach Nähe und Freiraum (26 %)
  • Die Paare konnten nicht miteinander reden (23,4 %)
  • Einer der Partner:innen ist fremdgegangen (21,3 %)
  • Ihre Sexualität ist eingeschlafen (19,3 %)
  • Sie hatten keine gemeinsamen Ziele (17,4 %)
  • Sie fühlten sich in einer Krise von ihrem:ihrer Partner:in nicht unterstützt (15,9 %)
  • Sie haben sich in eine andere Person verliebt (14,8 %)
  • Die Paare haben zu wenig Zeit miteinander verbracht (13,6 %)
  • Es gab einen Mangel an Vertrauen und zu viel Eifersucht (10 %)
  • Die Karriere ging zu Lasten der Beziehung (9 %)

Du siehst: Die Erkenntnisse der deutsch-kanadischen Langzeitstudie sind auch in dieser älteren ElitePartner-Befragung erkennbar. Erkennst auch du deine bzw. eure Trennungsgründe in dieser Auflistung von Gründen wieder? Oder gehörst du vielleicht sogar zu jenen 16 %, die mit ihrem:ihrer allerersten Partner:in noch immer glücklich sind?

Vielleicht kämpfst du auch gerade um eine Beziehung, in der es ordentlich kriselt – doch du möchtest nicht aufgeben, ebenso wie dein:e Partner:in. Neben einer professionellen Paartherapie könnten euch auch einige unserer Ratgeber helfen, eure Liebe zu retten:

  • Die spirituelle Lehrerin Marianne Williamson erklärt in ihrem Buch „Rückkehr zur Liebe“, wie spirituelle Grundprinzipien wie Vertrauen, Hingabe, Vergebung und Furchtlosigkeit Paaren in Krisenzeiten weiterhelfen.
  • Die Beziehungstherapeutin Andrea Bräu hilft mit ihrem Buch „Bettgeflüster“ allen Paaren, die Probleme mit ihrer Sexualität haben und sich schwertun, darüber zu sprechen.
  • Das Ehepaar Roland und Sabine Bösel, das auch gemeinsam als Paartherapeuten arbeitet, zeigt in „Leih mir dein Ohr und ich schenk dir mein Herz“ Wege zu einer glücklichen Liebesbeziehung auf.
  • Wenn ihr als Familie in der Krise steckt oder krisenfest sein möchtet, kann euch das bald erscheinende Werk „Krisenfest – Das Resilienzbuch für Familien“ der Resilienztrainerin Romy Winter sicherlich sehr behilflich sein!

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