Warum Frauen seltener einen Orgasmus bekommen

© Tirachard Kumtanom / Pexels

Sinnliches Vorspiel, aufregender Stellungswechsel. Die Erregung steigt und zum krönenden Abschluss kommen Er und Sie gemeinsam zum Höhepunkt. So weit, so unrealistisch.

Zahlreiche Studien belegen, dass Frauen seltener zum Orgasmus kommen. Man bezeichnet das als „Orgasm Gap“, angelehnt an die „Gender Pay Gap“. Liegt es an der Unfähigkeit der Männer, die Bedürfnisse der Frauen zu befriedigen, oder an der Unfähigkeit der Frauen, sich fallen zu lassen? Weder noch.

Erregung, Erektion, Ejakulation
Unsere Vorstellung von Sex ist sehr männlich geprägt: Erregung, Erektion, Ejakulation. Bei Frauen verläuft Sex aber nicht so linear. Die Erregungskurve verläuft unterschiedlich und nimmt immer wieder ab und zu.

Sex ist nicht nur Penetration
Zu unserer männlich geprägten Vorstellung von Sex gehört auch die Verankerung: Sex = Penetration, also das Eindringen des Penis. Die Stimulierung der Klitoris gehört für viele nur zum Vorspiel. Und genau die wird bei der Penetration nicht so stark stimuliert. Also sinken die Chancen für einen Höhepunkt.

Leistungsdruck
Sex war nur gut, wenn er für beide Partner mit dem Orgasmus endet. Unter dieser Vorstellung leiden nicht nur Männer, die sich unfähig fühlen, sondern auch Frauen. Sie haben das Gefühl, es „dem Partner zu schulden“, wenn er sich Mühe gibt. Noch schlimmer: Wenn ER nicht kommt. Denn in den Köpfen der meisten herrscht die Vorstellung, dass der Mann immer kommt. Bleibt der Orgasmus aus, was viel häufiger der Fall ist, als man denkt, hält sich die Frau für unattraktiv.

Sex ist nicht an Bedingungen geknüpft
Man schuldet dem Partner keinen Orgasmus. Das heißt nicht, dass Frauen akzeptieren müssen, seltener zu kommen. Aber der Gedanke, den Orgasmus einzufordern, nach dem Motto: „Jetzt bin ich aber an der Reihe, tu etwas.“, ist eine schlechte Lösung. Zum einen setzt das den Partner unnötig unter Druck. Zum anderen ist das eine wenig emanzipierte Vorstellung. Wir wollen alles in die Hand nehmen und selbst bestimmen, aber bei unserem Höhepunkt schieben wir die Verantwortung an den Mann ab?

Kommen kann man lernen
Auch wenn es nach Dr. Sommer und Teenie-Problemen klingt: Frauen verstehen ihren Körper weniger gut, weil sie seltener masturbieren – oder später damit anfangen. Je besser man sich selbst kennt, desto leichter wird es, einen Orgasmus zu bekommen. Denn: Wie soll dein Partner wissen, was du willst, wenn du dir selbst gar nicht so sicher bist?

Reden, reden, reden
Last but not least: Sprecht darüber, was euch Freude bereitet. Niemand verlangt perfekten „Dirty Talk“. Ein einfaches: „Ich mag das so gerne“ oder „Das fühlt sich so gut an“ hilft enorm. Was kommt nach reden, reden, reden? Natürlich der praktische Teil. Üben, üben, üben.

 

Anne Heintze

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