Wenn Sex keinen Spaß macht – mögliche Gründe und Lösungen

Sex macht keinen Spaß

Du liebst deine:n Partner:in, ihr führt eine schöne Beziehung. Er:sie ist attraktiv und zärtlich. Aber Sex macht dir irgendwie einfach keinen Spaß. Du kannst ihn nicht richtig genießen, vielleicht empfindest du ihn sogar als abstoßend oder unangenehm. Dich stresst das, und die Beziehung belastet es. Du möchtest deine:n Partner:in damit nicht verletzen. Aber woran kann das liegen? Und gibt es eine Lösung für dein Problem? Einen Weg hin zu einer positiven, bejahenden Einstellung gegenüber Sex und zu Spaß und Genuss im Bett?

Die biologischen Voraussetzungen: Warum Sex uns von Natur aus Spaß macht

Alleine schon aufgrund der Arterhaltung ist es wichtig, dass Sex sich für uns gut anfühlt. Sonst wäre es wohl eher schwierig, nicht auszusterben.

Doch natürlich haben wir nicht nur Sex, wenn wir uns fortpflanzen möchten, sondern er gehört nach typischem Verständnis fest zur Liebesbeziehung dazu. Ein durchschnittliches Paar hat vielleicht ein, zwei oder drei Kinder – aber hat unzählige Male miteinander geschlafen. Zwei Menschen, die zusammen sind, haben meist auch dann regelmäßig miteinander Sex, wenn sie sich nicht oder nicht mehr fortpflanzen wollen.

Das liegt vor allem daran, dass Sexualität für uns Menschen eine starke emotionale Bedeutung hat. Sex macht uns deshalb so viel Spaß und weckt so schöne Gefühle in uns, weil er eine Intimität ermöglicht, die sonst in so hohem Maße zwischen Menschen nicht existiert.

Beim Sex werden große Mengen des Hormons Oxytocin ausgeschüttet, das bekannt ist als „Kuschelhormon“ oder „Bindungshormon“ und die Bindung zwischen Menschen festigt. Mit jeder Menge Oxytocin im Blut fühlen wir uns wohl und glücklich.

Doch warum ist das bei dir nicht der Fall? Warum macht dich Sex nicht glücklich? Natürlich können wir nur mutmaßen. Vielleicht kommt bei dir einer der folgenden drei Gründe infrage.

Einfluss durch ein verklemmtes Umfeld

Womöglich bist du negativ von deinem Umfeld geprägt worden, zum Beispiel von deinen Eltern. Sind sie eventuell streng gläubig und/oder haben Sexualität stets als Tabuthema behandelt, als etwas Schmutziges und Schambehaftetes? Vielleicht hast du seit deiner Kindheit ein negatives Verhältnis zu deinen Geschlechtsorganen, weil sie nicht beim Namen genannt worden sind und du vermittelt bekommen hast, man müsse die Finger von ihnen lassen. Vielleicht sind dir als Teenager erste sexuelle Erfahrungen verboten worden. Das könnte noch in dir nachwirken und dich dabei hemmen, deine Sexualität unbefangen auszuleben und dich an der körperlichen Lust zu erfreuen.

Schlechte sexuelle Erfahrungen in der Vergangenheit

Vergangene sexuelle Erfahrungen prägen uns sehr. Hattest du ein unangenehmes erstes Mal, welches du vielleicht gar nicht wolltest? Warst du zu jung oder war vielleicht Alkohol im Spiel? Bist du danach bitter enttäuscht worden? Hast du eine toxische Beziehung hinter dir, in der Sexualität immer einher ging mit Psychospielchen oder Erniedrigungen?

Wenn du mit Sex schlechte Erfahrungen gemacht hast, ist es natürlich schwierig, sich wieder emotional voll darauf einzulassen und ihn zu genießen. Du hast nach deinen negativen Erlebnissen wahrscheinlich unbemerkt eine Mauer aufgebaut, die du von selbst nicht mehr einreißen kannst – auch, wenn du gerne würdest.

Asexualtität

Wenn du beim Sex nichts empfindest und nie das Bedürfnis danach hast, welchen zu haben, bist du vielleicht auch einfach asexuell. Dann stresst es dich vielleicht, dass du deinem:deiner Partner:in nicht das geben kannst, was er:sie sich wünschst, aber du selbst sehnst dich gar nicht nach sexueller Lust.

Manche asexuellen Personen verlieben sich und mögen Zärtlichkeit und Küsse, nur den Sex an sich empfinden sie als unnötig oder sinnlos. Andere verlieben sich gar nicht erst, sondern führen nur Freundschaften. Das ist ganz unterschiedlich, und es gibt auch keine feste Definition für Asexualität. Meist definieren sich Menschen aus eigenem Gefühl heraus als asexuell. Ähnlich ist es mit der Demisexualität, wenn Menschen nur ein gering ausgeprägtes Verlangen nach Sex haben.

Sex macht keinen Spaß: Was tun?

Wenn du asexuell bist und selbst nicht drunter leidest, dass dir Sex keinen Spaß macht, musst du mit dir selbst vereinbaren, wie du damit leben möchtest. Dein:e Partner:in sehnt sich wohl im Gegensatz zu dir schon nach einem aktiven Sexleben – möchtest du ihm:ihr zuliebe mit ihm:ihr schlafen, auch wenn es dir selbst keine Freude bereitet? Das geht, wenn dich Sex nicht abstößt und wenn dein:e Partner:in damit einverstanden ist. Es kann natürlich auch demütigend sein und einen auf Dauer mürbe machen, wenn man weiß, dass der:die Geliebte nicht gerne Sex hat. Eine andere Möglichkeit wäre, dem:der Partner:in die Möglichkeit zu geben, sich sexuelle Befriedigung bei anderen Menschen zu holen, durch kurze Affären oder One Night Stands.

Belastet es dich aber selbst, dass dir Sex keinen Spaß macht und liegt die Ursache in deinem durch Erziehung oder schlechte Erfahrungen geprägten Inneren, wäre eine Therapie beim Psychologen oder Sexualtherapeuten sicherlich der richtige Weg. Zudem solltest du mit deinem:deiner Partner:in offen über deine Probleme sprechen. Vielleicht geht es dir besser, wenn er:sie sich dir in kleineren Schritten sexuell nähert. Vielleicht kannst du mit ihm:ihr zusammen in einem für dich angenehmen Tempo einen Neustart wagen und dein Verhältnis zu deiner Sexualität neu erfinden.

Einige unserer Autor:innen haben auch schon die Erfahrung gemacht, dass ihnen Sex keine Freude bereitet – zumindest temporär. Vielleicht können auch ihre Erfahrungsberichte dir weiterhelfen? Sophie Fontanel erzählt in ihrem Buch „Das Verlangen“ zum Beispiel, wie sie sich eine sexuelle Auszeit nahm und ihre Lust neu entdeckte und Tina Molin beschreibt in „Endlich wieder Lust auf Sex“, wie sie mit Mitte Vierzig ihr Liebesleben neu entdeckte.

Sophie Fontanel

Das Verlangen

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Sophie Fontanel hat einen interessanten Job und viele Freunde, ist erfolgreich und attraktiv. Soweit alles ganz normal. Eigentlich. Bis sie sich eines Tages für ein Leben ohne Sex entscheidet. Nicht etwa weil er ihr gleichgültig geworden wäre. Sondern einfach, weil ihr Körper nicht mehr will, nicht mehr kann, »nicht mehr so« jedenfalls. Ihre Umwelt reagiert irritiert, ratlos und schließlich verärgert, so etwas tut man nicht in ihren Kreisen. Mit Witz und scharfer Beobachtungsgabe schildert Sophie Fontanel die Kuppel- und Therapieversuche ihrer Freunde, deren Beziehungen alles andere als ein Vorbild sind, und sie erzählt von den Augenblicken, in denen sie unvermittelt die Lust wieder überkommt: bei der Berührung einer Hand, einer Massage oder gar dem Anblick Robert Redfords im Kino. Als wieder ein Mann in ihr Leben tritt, ist sie bereit, auf sich selbst und ihre Bedürfnisse zu hören. Feinfühlig und pikant, ehrlich und versöhnlich – der Bestseller aus Frankreich über den Umweg zur Lust.

Tina Molin

Endlich wieder Lust auf Sex!

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Als Tina Molin Mutter wurde, waren sie plötzlich weg – die Lust und die Lebenslust. Und das ging nicht nur ihr so – die Frauen in ihrem Bekanntenkreis berichteten ganz Ähnliches, ob mit oder ohne Nachwuchs, mit oder ohne Partner, in hetero-, homo- und diverssexuellen Beziehungen. Weil kein Sex definitiv keine Lösung ist, hat sich Tina Molin auf die Suche nach ihrer inneren ›Wild Woman‹ begeben. Sie besuchte Tantra-Workshops und Kuschelpartys, gemeinsam mit und ohne ihren Partner und hat sich beim Zervix-Dearmouring auf ungeahnte Weise stimulieren lassen. Über all diese Erfahrungen, achtsame Sexualität, Lust, Heilung und Weiblichkeit schreibt sie in diesem Buch.

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