Wie ein Kind euer Liebesleben verändert

Ein glückliches Liebesleben als Eltern

Wenn aus Zwei Drei werden, aus einer Partnerschaft eine Familie, dann ist das der Auftakt zu einer neuen, zuvor unbekannten Lebensphase, die die ganze Beziehung und damit natürlich auch das Liebesleben vollkommen verändert. Es beginnt mit der Ausnahmesituation, die Verantwortung für ein neugeborenes Baby zu tragen und geht schließlich über in den neuen Alltag als Elternpaar. Eines ist sicher: Es wird nie wieder so wie früher, als kinderloses Liebespaar. Aber das heißt natürlich auch nicht, dass Romantik, Erotik und Leidenschaft nie wieder Platz in eurem Leben haben. Ein Kind verändert euer Liebesleben, aber es setzt ihm bestimmt kein jähes Ende.

Die ersten Wochen mit Baby: Zärtlichkeit statt Sex

Nach der Geburt eines Kindes seid ihr körperlich und seelisch in einer absoluten Ausnahmesituation. Ihr müsst euch emotional in die neue Rolle als Mutter oder Vater einleben und physische Herausforderungen meistern, allem voran den Schlafmangel aufgrund des fehlenden Tag-Nacht-Rhythmus des Neugeborenen. Hinzu kommen jede Menge neuer Sorgen und Fragen, mit denen ihr zuvor nicht konfrontiert worden seid: Warum hört das Baby nicht auf zu schreien? Was tun bei einem wunden Po? Wo schläft das Baby am sichersten? Frauen müssen zudem damit zurechtkommen, dass durch die Schwangerschaft, die Geburt und das Stillen ihre Hormone vollkommen verrücktspielen, manche leiden hormonell bedingt sogar unter einer postnatalen Depression.

Kurzum: Das Leben steht Kopf. Gerade Frauen denken in der Säuglingszeit nicht einmal an Sex geschweige denn verspüren sexuelle Lust. Am allerliebsten wollen die meisten frisch gebackenen Mütter schlafen, wann immer es geht. Außerdem sind sie wund von der Geburt oder leiden unter den Schmerzen der heilenden Wunde nach einem Kaiserschnitt und haben von ihrem Gynäkologen ohnehin eine klare Empfehlung erhalten, in den nächsten Wochen keinen Geschlechtsverkehr zu haben.

Aber kein Sex heißt nicht kein Liebesleben, denn eure Liebe und euren Zusammenhalt könnt ihr euch auch anders zeigen. Nehmt euch in den Arm und küsst euch immer wieder im Lauf des Tages – schon ein paar Sekunden geben Kraft und sorgen für eine harmonische Stimmung zuhause – kuschelt euch zusammen, während das Baby an der Brust trinkt, tauscht liebe Worte aus. Betrachtet das als neue Definition von Liebesleben in dieser außergewöhnlichen Lebensphase. Vielleicht kann euch das das Buch „Von guten Eltern…und glücklichen Paaren“ von Anja Constance Gaca und Christian Gaca dabei helfen, entspannter durch die Säuglingszeit zu kommen und sie mit viel Liebe zueinander zu gestalten. Das Autorenpaar gibt in seinem Buch Ratschläge zur entspannten gemeinsamen Bewältigung der Kinderjahre.

Zärtlichkeit und Harmonie ist die beste Voraussetzung dafür, dass ihr beide nach den ersten verrückten Monaten, wenn das Leben mit Baby langsam zur Routine wird, auch wieder eine erfüllende und schöne Sexualität in euer Leben integrieren könnt. Und diese ersten Monate vergehen schneller, als ihr denkt.

Er will Sex, sie nicht – was tun?

Für Männer kann diese Phase der sexfreien Zärtlichkeit anstrengend werden. Natürlich ist auch für frisch gebackene Väter vieles neu, aber zumindest hormonell und körperlich gibt es bei ihnen keine Veränderungen, und auch ihr Alltag wird in der Regel nicht ganz so auf den Kopf gestellt. Es sind die Mütter, die erstmal im Mutterschutz sind, während bei Vätern im Berufsleben alles wie gehabt seinen gewohnten Gang geht und nur zuhause alles anders ist.

Deshalb stellt sich die gewohnte Lust auf Sex bei Männern meist viel schneller wieder ein und nicht selten fühlen sie sich verletzt davon, dass ihre Liebste nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet, sich mit ihnen wie früher im Bett zu vergnügen. Hinzu kommt, dass einige Väter den Tagesablauf mit dem Neugeborenen nicht komplett mitbekommen und sich ihn entspannter vorstellen, als er ist. Außerdem können Männer natürlich prinzipiell nicht wissen, wie sich der Körper nach einer Geburt anfühlt.

Doch es hilft nichts – die Geburt eines Kindes ist und bleibt für Frauen eine viel größere Herausforderung als für Männer. Sie sind diejenigen, in deren Körper das Baby heranwächst und sie sind diejenigen, die in den ersten Monaten seine Ernährung sicherstellen. Als liebender Partner musst du dieses Ungleichgewicht anerkennen und Verständnis zeigen. Gib deiner Partnerin stets das Gefühl, dass du sie begehrst und dich darauf freust, euer Sexleben bald wiederzubeleben. Das wird ihr Selbstbewusstsein stärken, das oft leidet, weil der Körper von der Schwangerschaft und Geburt gezeichnet ist. Aber vergiss dabei nicht zu betonen, dass du sie nicht unter Druck setzen möchtest und sie sich die Zeit nehmen kann, die sie braucht, bevor sie wieder bereit zum Geschlechtsverkehr ist.

Doch auch Frauen müssen Verständnis zeigen. Viele frisch gebackenen Väter haben das Gefühl, zurückgewiesen und vom Baby in den Schatten gestellt zu werden. Siehe die Annährungsversuche deines Partners nicht als Drängen und Fordern an, sondern als Liebesbeweis: Die Intimität mit dir fehlt ihm. Gib sie ihm deshalb, auch wenn du keinen Sex haben möchtest, durch die bereits erwähnten kleinen Gesten der Zärtlichkeit, besonders indem du ihn in die Nähe zwischen dem Baby und dir einbeziehst. Vergiss nicht, ihm zu kommunizieren, dass du ihn liebst und dass dein Mangel an sexuellem Verlangen überhaupt nichts mit ihm persönlich zu tun hat, sondern dass auch du dich auf die Zeit freust, in der deine Lust zurückkommt.

Das Baby ist in der Familie angekommen – wie geht es weiter?

Nach einigen Monaten ist das Baby ein festes und gewohntes Mitglied eures gemeinsamen Lebens. Viele Herausforderungen sind zur Routine geworden, der Tag-Nacht-Rhythmus pendelt sich ein und das Baby lernt jeden Tag etwas Neues, lacht, zeigt euch seine Zuneigung und macht euch glücklich.

Das ist die Phase, in der sich auch Mütter meist wieder wohler in ihrem Körper fühlen. Die Schmerzen sind weg und der Rückbildungskurs zeigt seine Wirkung. Als Mutter kannst du dich jetzt wieder entspannen und die sexuelle Lust kehrt zurück, sofern euch in den vergangenen Monaten eine mehr oder weniger harmonische Beziehung gelungen ist.

Ihr kennt euer Baby schon so gut, dass ihr ungefähr wisst, wann es am tiefsten schläft und könnt euch die Zeit entsprechend einteilen, um ungestört miteinander zu schlafen. Gewöhnt euch aber auch daran, dass es immer wieder passieren wird, dass ihr doch von dem Weinen des Kindes gestört werdet und versucht, das mit Humor zu nehmen. Vielleicht wird euer Sex in den ersten Jahren kürzer werden, während das Kind oder die Kinder, falls noch Geschwister kommen, noch sehr klein sind, weil es euch frustriert, euer Verlangen nacheinander in einem langen Vorspiel richtig anzuheizen und dann abbrechen zu müssen, wenn ihr mitten im Akt seid. Macht euch nichts draus und genießt auch die kürzeren Lustmomente. Irgendwann sind die Kinder groß und ihr könnt euch so lange miteinander vergnügen, wie ihr wollt.

Wenn ihr die Möglichkeit dazu habt, könnt ihr den Nachwuchs mit entsprechendem Alter auch ab und zu für eine Nacht bei Oma und Opa oder anderen Vertrauenspersonen lassen. Dann haben die älteren Herrschaften richtig Leben in der Bude, die Kleinen werden verwöhnt und ihr habt alle Zeit der Welt für Erotik und Romantik und könnt euch mal wieder so richtig fallen lassen, ohne die Befürchtung, dass jemand aus dem Kinderzimmer „Mama!“ rufen oder weinen könnte. Solche Abende zu zweit können für Eltern einen ganz besonderen Reiz darstellen. Früher konntet ihr das machen, wann ihr wolltet, jetzt müsst ihr das sorgfältig planen, vielleicht sogar lange darauf warten. Daraus kann sich ein Bauchkribbeln entwickeln, das fast schon an das Gefühl erinnert, frisch verliebt zu sein – die beste Voraussetzung für großartigen Sex, oder? In solchen Momenten sind die verrückten und sexfreien ersten Monate mit Baby nur noch eine ferne Erinnerung, über die ihr vielleicht sogar lachen könnt.

Anja Constance Gaca, Christian Gaca

Von guten Eltern ... und glücklichen Paaren

Von guten Eltern ... und glücklichen Paaren Blick ins Buch

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Eine gelingende Paarbeziehung ist das beste Fundament für das Familienleben und für ein glückliches Aufwachsen der Kinder. Wie schafft man es als Paar, für die Beziehung zu sorgen, wenn die Kinder und oft der Job so viel Zeit und Aufmerksamkeit einfordern? Als Hebamme kennt Anja Gaca die Herausforderungen für junge Eltern aus nächster Nähe. Zusammen mit ihrem Mann, auf der systemischen Familienberatung aufbauend und mit Elementen aus der gewaltfreien Kommunikation gibt sie wertvolle und praxisnahe Tipps, wie Paare die ersten Familienjahre gut überstehen - auch wenn die Zeit für Zweisamkeit rar ist.

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