Wie fühlt sich Sex mit einer Frau an?

Sophie Andresky

Sie hieß Laura, war zwei Jahre älter und gab mir Nachhilfe. Erst in Physik, dann in Sex. Und wenn mir auch die Geheimnisse von e=mc2 immer verborgen blieben, so lernte ich doch etwas fürs Leben, nämlich, dass ich Frauen mag. Und den Sex mit Frauen auch. Das war überraschend und aufregend.

Als ich wenig später Thomas kennenlernte, war ich eigentlich sicher, lesbisch zu sein. Das stellte sich dann als Irrtum heraus, denn auch der Sex mit einem Mann gefiel mir sehr. Bis heute lehne ich es ab, mich zwischen den Geschlechtern zu entscheiden. Ich verliebe mich oder finde jemanden scharf, Punkt. Ob das nun ein Mann oder eine Frau ist – für mich ist das zweitrangig.

Beim Sex mit Frauen macht den Reiz die Vertrautheit mit dem weiblichen Körper aus. Ich weiß von mir selbst ganz genau, wie es sich anfühlt, gestreichelt, gefingert oder geleckt zu werden. Und wenn es auch jede Frau ein bisschen anders haben möchte – man kann einen Körper mit dem eigenen Geschlecht einfach viel besser lesen und verstehen. Ich weiß eben, was es bedeutet, wenn sie zittert und stöhnt und die kleinen Punkte um die Nippel hart werden. Ein Sex-Déjà-vu. Und in einem wird mir wohl kein Mann der Welt widersprechen: Busen sind eine Supersache. Die meisten Frauen finden ihren eigenen nicht topmodelverdächtig (ich meinen auch nicht), aber andere Busen? Die sind super, egal, ob sie Mäusefäustchen sind oder Melonen, ob die Nippel wie Radioknöpfe nach oben gucken oder entspannt zur Seite fallen. Ob mit gepiercten Brustwarzen, tätowiert oder ganz natürlich: Busen sind großartig. Eine Frau zum Orgasmus zu bringen, ist das Großartigste, das geht mir immer durch und durch. Von einer Frau geleckt zu werden und zu wissen, dass sie genau nachempfinden kann, was gerade in mir abgeht, das schafft eine unglaubliche Verbindung. Es gibt einfach eine Reihe Vorteile, die eine Liebhaberin im Bett mitbringt: Sie wundert sich nicht, wenn ich kurz nach dem Sex dicke Socken anziehe, weil ich kalte Füße habe. Sie beschwert sich nicht über meinen Kater auf dem Kopfkissen. Wir müssen uns keine Gedanken um Verhütung machen. Und sie ist hinterher wach genug, um noch eine Folge Game of Thrones zu gucken und ein mitternächtliches Eis zu löffeln. Und wenn ein halb nackter Dothraki durchs Bild reitet, kann ich hemmungslos seufzen. Mit einem Mann im Bett wär das seltsam.

 

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